AMTLICHES ORGAN DES *•••»-®'' ®-" '">'1 Ab» uhf fSÄT/It j! l«t die s^riftlrttuDfE mw «of Fermrnf Nr. 28-67 arrelahbu. UnTttrianigte ZuMhrlftM w«rdan y**. jy'y?",, ^ '■* Rllekparto b«laul«g«ii. PostMh«okkonto Wl«« Nr. M.fl06. OMMnntoBaa tai COM. Marktplata Nr. iC Pernrnf Nr. 7, nod In PetUn, DncartorgUM N*. t, Fenraf Nf. 8». STEIRISCHEN HEIMATBUNDES Hr. S51 —- 84. Jahrgang Marbnrg-Dnm, Samstag, 16. Dezember 1944 Einzelpreis 10 Rpf Warum England sich zur Invasion entschloß Mt Phrase von der „Befreiung" aufgegeben — „Die WeH ififit sich nicht mehr zum Narren halten' PD Marburg, 15. Dezember «ofllschen Nachrichtendienst gab Wiek-bam Steed In einem Kommentar zu dem Problem des von den Anglo-Amerikanern besetzten Europai u. a. zu: „Bei der Befreiung der besetzten Länder dachte England in erster Linie daran, das Mutterland selbst vor einer Invasion zu retten. Die Befreiung dieser Na-i tionen war nicht die beherrschende Idee. In der gleichen Offenheit kennzeichnet die „Washington Post" die brutale Politik der Anßlo-Amerikaner, die sich gegenüber den europäischen Völkern so gern mit dem Mantel des Weltbeglückers zu tarnen sucht; sie wird in brutaler Offenheit in der „Washington Post" mit den Worten gekennzeichnet, wenn sie schreibt: hWIt wollen doch zugeben, daß unsere Politik auf dem Machtsystem beruht. Und wir müssen aufhören, die Öffentlichkeit zu täuschen, die angesichts der Ereignisse nicht länger zum Narren gehalten werden kann." Diese beiden Äußerungen sind aufschlußreich für die Situation, in der sich die Englander und die Amerikaner Europa gegenüber befinden. Sie sind nicht gemacht worden, weil sich drüben etwa ein Verantwortungsbewußtsein für die „zum Narren gehaltenen Völker" regt, sondern weil sich die Lügen von der „Befrei-ungs"absicht nicht mehr halten lassen. Den Nationen, die Brot und Sicherheit versprochen bekamen, genügen die Worte nicht mehr. Sie wollten endlich Taten sehen. Statt ihrer aber bekamen die Hungernden nur demokratische Phraaen, Phrasen, die ihnen verhängnisvoll wurden, denn sie gaben den Elementen der Unruhe und des Chaos die Mciglichkeit, auf scheinbar legalem Wege ihre dunklen Pläne der Revolutionierung im Sinne der Moskauer „Volksfronten" vorwärts zu treiben. Wie man dabei vorging, enthüllen'eine Reihe von Dokumenten, die soeben die von dem italienischen Rassenforscher Pregiosi veröffentlicht und aus denen hervorgeht, daß der Badogllo-Verrat vom 25. Juli 1943 in Ausführung der vom „Groß-Orient" den Freimaurerlogen erteilten Anweisungen erfolgte. Die Entwicklung, die folgte, ging folgerichtig und bisher im Sinne ihrer Drahtzieher vor sich. In Italien hat sie die Bolschowisierung des Bonomi-Kabinetts gebracht, die mit der Ernennung von vier kommunistischen Ministern noch keineswegs abgeschlossen ist. Es sind den Bol-schowisten jetzt auch die Posten der im Außenministerium, im Kriegsministerium, im Ministerium für die Handelsmarine und im Ministerium für Arbeit und Handel, also in weiteren Ministerien entscheidende Schlüsselstellung überantwortet worden. Auch die rumänische Regierung Radescu ist offenbar noch nicht das letzte Ziel der bolschewistischen Wünsche, Bezeichnend ist dafür ein Artikel des jüdisch-bolschewistischen Kommentators Jerusalimski im „Roten Stern", in dem es heißt, daß man In Moskau der neuen Regie-ran? gegenüber noch zurückhaltend ist. Immer von neuem wird mit dem bekannten Schlagwort von dem mangelnden Kampf gegen die faschl-stiEchen Elemente operiert. Moskau hat bisher mit dieser Methode noch jede Regierung zu Fall gebracht, mit dem Ziel, dem bolschewistischen Einfluß Schritt für Schritt zu erv^'eitern. Was sich in Italien und Rumänien unter der Tamungsdecke parteipolitischer Machtansprüche vollzieht, hat in Griechenlnnd die Form n^ilitärischer Auseinandersetzungen angenom-rnen. Der Versuch britischer Militärs, die Stellung Ihres Landes in dem angeblichen „briti- Der Führer dankt den Journalisten Wien, 15, Dezember Der Kongreß der Union Nationaler Jouma-listenverbände hat folgendes Telegramm an den Führer gerichtet: „Führer! — Das Präsidium der Union Nationaler Journalistenverbände entbietet Ihnen den ehrfurchtsvollen Gruß der in Wien zu ihrem Jahreskongreß versammelten europäischen Journalisten. Unsere Tagung steht im Zeichen der Gewißheit, daß jeder Gedanke an die europäische Zukunft ^ch auf der Voraussetzung des deutschen Sieges gründet. Die leidenschaftlichen Wünsche aller nationalen Journalisten unseres Kontinents gelten dem Manne, in dessen Händen Europas Schicksal ruht. — Das PrHsidiiun der Union Nationaler Joumalistenverbände." — Der Führer hat die Adresse des Präsidiums der Union Nationaler Joumallstenverbände mit folgendem Telegramm beantwortet: „Den zu 'Krem Jahreskongreß versammelten nationalen Journalisten danke Ich für ihre Grüße. In einer Zelt höchsten militärischen Einsatzes 'm Schtcksalskampf Europas verfolrje ich mit größter Anteilnahme ihre publiwstische Arbeit ''■ur Unterstützung dieses weltentschoidendcn Idingens durch die Aufklärung der Völker. Ich wünsche deshalb ihrem Wirken im Interesse ihrer Nationen und der Zukunft Europas Vollen Erfolg. — Adolf Hitler. — Führerhauptquartier, 11. Dezember 1944." sehen Elnflußgebiet" durch bewaffnetes Einschreiten gegen die konrununisti sehen Banden zu festigen, wird von England aus bereits sabotiert. James Gifforth, der Führer der Bergarbeiter und meßgebendes Mitglied der La-bour-Pgrty gab vor dem Kongreß seiner Partei eine Erklärung ab, deren Erfüllung zur Voraussetzung für die Billigung der Reglerungspolitik gemacht werden soll. Er forderte einen Waffenstillstandsvertrag mit den EL AS und eine repräsentative Regierung, wobei er erklärte, daß keine Regierung, an der die EAM nicht beteiligt sei, repräsentativ sein könne. Auch die „Times" macht sich zum Fürsprecher einer Kapitulation der britschen Politik vor den griechischen Rebellen. Sie schreibt am Donnerstag ganz offen, daß die britische Politik, durch die Regierung Papandreou in Griechenland mit Unterstützung der britischen Waffen die Ord- nung wiederherzustellen, ein Fehlschlag gewesen sei. Feldmarschall Alexander habe jetzt die Verantwortung, die Kämpfe durch WalTen-stillstandsbedingungen und Verhandlungen zu beenden, die für die kommunistischen EAM annehmbar seien. Ein anderer Weg, die Fortsetzung der 'Feindseligkeiten, komme nicht in Frage. Damit rundet sich das Bild nur ab, das die europäischen Völker von den anglo-amerlka-nlschen Befreiem schon längst haben. Es hätte nicht erst des britischen Eingeständnisses bedurft, daß bei der „Befreiung" der von den Deutschen besetzten Ländern nur daran dachte, sich selbst vor einer Invasion zu retten. Es wird sich aber ebenso erweisen, daß dieser Versuch, andere ins Elend zu stürzen, um sich vor den Folgen der Katastrophenpolitik Churchills zu retten, vergeblich ist. Schwere Äbwehrkämpfe on der Roer Eigene Angriffe im Oberelsaß — Sowjets in Ungarn c hne Erfolg Führerhauptquartier, 15. Dezember. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: „An der Roer westlich und südwestlich Düren stehen unsere Verbände in schwerer Abwehr gegen starke Infanterie- und Panzerkräfte der 1. amerikanischen Armee, die seit gestern mittag erneut auf breiter Front angreift. Die heftigen Kämpfe zogen sich bis in die Nachtstunden hin und lebten am heutigen Morgen von neuem auf. An den Osträndern des Hochwaldes südlich Düren gewannen die Angreifer, soweit sie nicht durch sofortige Gegen-angrilTe auf ilire Ausgangr.steHungr.n zurückgeworfen wurden, nur einen schmalen Streifen des verschlammten Trichtergeländes. Im Gebiet südöstlich Rötgen wird um einige in un,serer Front liegende Dörfer gekämpft. An der Saar, vor allem auch bei Dllllngcn und Saar lau lern, verwehrten unsere Truppen durch zusammengefaßtes Feuer und wiederholte Gegenstöße dem Feind auch gestern ein tieferes Eindringen in unser Bunkerfeld. Im Kampfgebiet zv/lschcn Saargemünd und Ritsch zerschlugen Panzertruppen des Heeres und der Waffen-zahlreiche feindliche Angriffe und fügten dabei den Amerikanern hohe Verluste zu. Nördlich des Hagenauer Forstes konnte der Gegner unsere Sicherungen etwas nach Norden zurückdrängen. Im Oberolsaß setzten unsere Verbände in mehreren Abschnitten ihre erfolgreichen Angriffe fort. Südlich Rappoldsweiler wTjrde der Feind von einer beherr.'?chenden Höhe geworfen, die in den Hochvogesen gelegene Burg Hoheneck wieder erobert. Bei beiden Angriffen waren die Verluste des Gegners hoch. Insgesamt blieben über 300 Gefangene, darunter ein Oberst, in unserer Hand. Das Störungsfeuer auf London und Antwerpen dauert an. In Mittelitalien wurden feindliche Vorstöße in den Bergen östlich der ligurlschen Küste abgewiesen. Starke Angriffe britischer Verbände südwestlich Imola scheiterten in unserem Feuer. Ein Bataillon der 6. englischen Panzerdivision, das nach schweren Kämpfen in unsere Stellung hatte eindringen können, wurde im Gegenangriff vernichtet. Südwestlich Faenza sind die Briten nach stärkster Feuervorbereitung zum Großangriff angetreten. In schweren Kämpfen konnten sie bisher nur geringfügig vordringen. Die nach Zuführung von frischen Kräften am Naviglloa-Abschnitt erneut zum Angriff angesetzten kanadischen Verbände erlitten bei dem verestlmmten Zeltpunkt die Bea'ch-tigung und .\uskunltertcilung zu erm'>g-l'chen, muß unbedingt Folge geleistet werden. Wer künftig gegen diese Verordnung verstOBt, wird unnachsichtlich und ohne Ansehung der Person mit Haft Ms zu sechs Wochen bestraft. 4233 Marburg, am 14. Dezember 1944. Dar ObarbOritrmalittr dtr tiadt Mar-burg/Drau: gez. Knaui. Familien-Anzoigen Tiefbctrübt gebe ich die traurige Nachricht, daB mein lieber Oatte, Herr Anlon Polaneti Ralchsbahntr dtr R. A. W. Im 60. Lebensjahr am 14. Dez*m-ber 1944 mich für immer ver«asscn hat. Da» Leichenbcc^ngnis Hndet am Saitistaf, 16. Dez. 1944. utn 15 Uhr auf dem Drauwetler Friedhofe sta'tt. 8714 Marhurg/Drati, Thesen, am 14. Dezember 1944. Ifl Hefer Trauer: Maria Polantti, im Natncn simtllcher Veiwandten. Amtilohe Verlautbapting. M>a dl« bedautrHche Fettstellun« ' ei Btttten, deB vvrtctrledeii« Woh-iotab«r ni Orfioen dn Wota- Schmcrzerlüllt geben wir die erschütternde Nadiricht, daB unser Liebling Helmuth Stauber einem feindlichen Luftan^rlft zum Opfer n«l. Die BeerdifjuJig fand am MontAg, den 11. Dezember, um 15 Uhr auf dem Fpiedhol in Brimn-dorf stallt. Marbitrg'Drau, 12. Dez. 1944. fn tiefslem Sdimerz; Sophlt und Sepp Staubar, derzeit Im Felde, Eltern. 7845 DanksatHing. Tlefgertlhrt danke Ich aHen tür die heruliche Anteilnahme anläQlich de» schmerzlichen Verlostes meiner Uber alle« feliebten Frau Cacilia K«iil towlfl «lien, d4« ihr das letzte Oelel'te cabeo. Brvnndoil, IS. Dtmoabtr ItM. I««ef ire«n. ScbmerzerlUUl geben wir bekannt, daB uns unsere innigstgeliebte Gattin, Mutter, Tochter, Schwester und Tante. Frau Anni Rorscbsk gtb. Koroicheti n^ch schwerem, kurzem Leiden im blühenden Altw von 2'5 Jahren am Montae, dem 11. Dezember 1944, fUr immer vertanen hat. Das Leichenbegincnis fand Mittwoch, den 13. Dezember 1944, um 15 Uhr auf dem Slttdli^chea Friedhof statt. cnil) den 12. Dezember 1044. Itrna Rorsditk, Oatte; Tilly, Tochter; Mithltd« Karoiciietx. Mutter; Alm« u. Wilma, Schwcstern; Bruno, Neffe, und alle Verwandten. DanksaiMino- Wir danken allen tür die herzliche Anteilnahme anlHBlic}! des schweren VeiInstet unterer lieben Mutter «owle allen jenen, dl« ihr da« letTt« Q«leiite gabeti. Bnmodort, 13. Dezember 1944. Prem «ad Htef Ke«(l. KBome Anzeigen Zu verkaufen Kaitan (150 R.M), 2 Betten mit Einsatz (Paar 150 KM), Hängelampe (10 RM) und andere Kleinigkeiten zu vcrkaulen. Zu besichtigen von 16 bi» 18 Uhr Mühlgasse Nr. 34, Kusmln.___«683^3_ Das scliönst« Geschenk lu Welhnachteni Harzer Kanari, prima Sänger, ur.d Weibchen. AnfragL-n J. Deutsc^iann, Bis-marckstraOe 3. lloEgebäudc. 7844-3 Zu tauschen Fahrrad mit Beleuchtunt^ fut erhAlten, und elektrisches Bügeieiseu gebe für tadellosen Rundfunkempiün^er. Zuschiif* tc9 unter „Fahrrad" an die M. 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Außerdem wurden für die Verwundeten In den Lazaretten in Straß und Graz 39 Paar Hausschuhe abgeliefert. Die Näharbelten für das Lazarett In Straß gehen weiter. « Beseltlvt Wunden an Obstblumenl Die «na noch verbliebenen Obstbäume sind viel zu kostbar, als daß wir sie durch ungepflegte Wunden zugrundegehen lassen dürfen. Gerade vor dem Eintritt dtr endgültigen Winterruhe müssen die Bäume auf schadhafte Stellen hin beobachtet werden. Diese Stellen werden ausgeschnitten, mit Baumwachs oder Baumteer gut verstrichen uqd heilen dann meistens schon nach kurzer Zeit. Oft entstehen Wunden auch durch das Scheuern am Pfahl., Man überprüfe deshalb auch die Baumpfähle. Die Bindung darf weder scheuern noch schnüren. Aerztlicher Sonnlagsdienst Marburg Diensthabende Ärzte: Prim. Dr. Walter Thalmann, Domgasse 1 (Tel. 20-45), für das linke Drauufer, Dr. Schweiz Alfred, Edmund-Schmidgasse 8, (Tel. 24^10) für das rechte Drauufer. Für Zahnkranke: Dentist Venko Willi, Bismarckstraße 1(3/111. Diensthabende Apotheke: Mariahilfapotheke Mag. König, Tegetihoffstraße 1. Cilll Dauer: Samstag mittag bis Montag früh 8 Uhr. Diensthabender Arzt; Dr. Cerin Josef, Cilli, Franz Schauergassö 1. Diensthabende Apotheke: A(ller-Apotheke, Cilli, Marktplatz 1. JAN VON WERTH Ein Reitenoman von Franz Herwig AbdrucKsrechte Verlag ScHwiin;en8teln, München .» Fortsei 7.11 ng „Aber, ich bi(+p Euch — befehlt nur, und morgen hiilt die K itsche des Herrn de Jussac vor dem Kloster, und ich gebe Euch mein Wort, daß der Kardinal zu Eurer Hochzeit i:om-inen wird." „Griet! Bring mich fort von diesem Menschen!" „Noch nicht", sagte Durante und stand auf. „Der Mensch, von dem Ihr spreciit, ist Euer b'reund" (Marie-Anne schlug die Hände vors Gesicht), „ist Euer Freund. Euer Freund wird den Herrn Kardinal bitten, Euch einen anderen Wohnort anzuweisen." „Wie?" „Ein anderes Kloster, um deutlich zu sein. Vielleicht ,St. Petrus mit dem Schlüssel' in der Normandie. Es ist allerdings dort noch ein wenig stiller als hier, aber bedenkt, Ihr habt Torhelten begangen. Ihr seid noch nicht ruhig genug geworden, und der Herr Richelieu liebt Euch zu sehr, um Kuch wieder solche Abenteuer unternehmen zu lasricn wie damals — Ihr wißt." Marie-Anne anlwortote nicht mehr. Aber Griet trat dicht vor Durante hin und sagte sehr fest* „Es gibt krin n fal^fhoren Menschen als Euch. Das wissen wir. Wir wissen auch, daß Herr Werth kein Weib genommen hat. Wissen es zuversichtlich!" „Woher?" fiagte Durante unbedacht. „Zerbrecht Euch den Kopf, Herr Durante", rief Griet triumphierend, denn sie freute sich, daß ihre List gelungen war. „Zerbrecht Euch den Kcpf!" „Par le mort bleu!" schrie Durante und riß an dem Kiingelzug. Aber Griet zog Marie-Anne mit sich frrt, indem sie lachte. Sie hörte noch, wir Durante unten tobte: „Saubere Botschaft für meinen Herrn! Es sind Briefe ins Kloster gekommen, jawohl, leujjnct es nicht ab!" Oben in ihrer Zelle sank Marie-Anne erschöpft in ihren Lehnsessel. Sie sagte müde: „Du glaubst noch immer an die Menschen. Sie könnten dir das Ärg.ste anlun, und du würdest noch immer an sie glauben." „Ja", lachte Griet und ging in dem schmnlen Raum tänzelnd auf und nieder. Sie nickte dem handgroßen Splegelchen zu: „Meinen Glückwunsch, Griet, Glückskind; Jan ist Oberst. Ich möchte dich küssen, Griet." Marie-Anne hielt sie am Kleide fett, „Du glaubst wirklich, Griet, daß dein Jan—?" „Ober.st geworden Ist! Der Franzos hat uns mit dieser Nachricht« kränken jÄ-ollen, .sonst hätte er es nicht gesagt. Wie er wohl aussieht, der Jan? Braun sicher und mit einem großen Schnurrbart, vielleicht mit em paar Narben über der Backe. Aber seine Augen müssen die i'.lton .«".ein. Die guten, kleinen, strahlenden Augen." „Nun freust du dich. Und ich —?" „Du mit, HerzensgräfinI Jan ist treu! Die einzige Botschaft, die bis zu uns drang, lautete: Jan ist treu! Weißt du's nicht mehr? Er wird uns retten, so oder so. Er vergißt uns nicht." Marie-Anne schüttelte den Kopf. „Doch, doch! Und sollte er warten müssen, bis er General ist. Aber dann, dann kommt er mit seinen wackeren Regimentern nach Paris und —! Wenn wir nur einen einrigen treuen Menschen fänden, der ihtn Nachricht brächte!" Griet trat zum Fenster. Wenn sie ihr Gesicht fest an die Eisenstäbe preßte, konnte sie noch einen Streifen des Gasserigrundes sehen. Sie fing plötzlich an hell zu singen: „Der Kurfürst Friedrich von der Pfalz, Einen Winter lang war er König, Einen Winter lang steckt ihm Böhmen Im Hals Und als die Schlacht geschlagen war. Da natt' er verloren Pferd, Schwert und Land, So wird die Falschheit immerdar Zuschanden werden durch Gottes Hand! Zuschanden werden durch Gottes Hand!" „Ich bitte dich, Griet, schließ das Fenster!" „Ja, jetzt. Aber diesen schönen Vers mußte ich noch singen. Gerade ging Herr Durante unten vorbei." „Hat er dich gesehen?" „Nein, aber gehört. Ich weiß es. Aber er ging nicht einmal schneller. Oh, der hat ein hartes Herz." Die Oberin trat erregt ein. „Hier ist gesungen worden. In einem Kloster gesungen! Ich werde die Fenster mit Brettern vernageln lassen müssen." Griet küjßte ihre Hand. „Ich bin's' gewesen, ehrwürdige Mutter. Verzeiht mir. Aber laßt Marie-Anne nicht wegen meiner leiden!" s Die Oberin gab ihr einen leichten Backenstreich. „Ich habe euch ja lieb! Aber der Herr Kardinal ist ein strenger Herr. Weint nicht, Marie- Anne, ich tue euch nichts Böses." ^ * Gerade jetzt dachte Jan allerdings nicht an Paris. Als Durante das Auferstehungskloster verließ, saß Jan im „Roten Hahn" zu Nördlingen an der Tafel, zusammen mit dem Generalwachtmeister Fürstenberg, General Aldringhen und einigen Obersten der Armee, die sich seit Wochen in Franken und Schwaben herumdrückte, um die Reichsstädte zur Vernunft zu bringen. Denn Magdeburg war gefallen, vom Schwedenkönig war nicht viel zu hören, und die Kai.seriichen hatten Oberwasser. Die Fenster standen offen. Der Abendwind, der die großen Ulmen an der Georgskirche bewegte, strich den Offizieren um die weinglühenden Stirnen. „Wischt Euch dreimal das Maul", rl«f Aldringhen einem Obersten zu, „dann habt thr den bayrischen Sold!" Er schlug auf den Tisch. „Sold? Von Bayern Sold, von den Reichs-ständen Sold? Gr;jif zu, Bruder, praktizier' Wallenstcin.«che Maxime. ,Sold liegt überall', ! sagte der." „Haben ihn drum auch abgesetzt." „Wer hat ihm abgesetzt?" schrie Aldringhen. „Der Kaiser."