.^ 3V. »839 Matsches Nlntt. Donnerstag den 35. Juli. Am Grabe meines Kindes. l^Pch stehe hier un>> weine, Und sinne st II und mei»e. Du seyst zu früh verblüht! U>,d drücke bang das Siegel Der Sehnsucht auf den Hügel. Dem Sturm und Zeit vorüber zieht. Doch ist dir nicht vor allen Ein schönes Los gefallen? Mit reinem Uuschuldsstnn Im Morgenlhau zu blühen. Und vor des Tages Glühen, Schon wieder in der Erde drin? Indeß wir geh',, und wandern Von einem Pol zum andern. Und nie den Frieden seh'n; Erst alles heiß umfassen, Und endlich doch verlassen Am Abend uns'ies Lebens stch'n. Drum ist dir wohl vor. allen (5in schönes Los gefallen, Drum gönn' ich dir die Nuh.' Drum drückt' ich, zwar mit Veben, Doch aber still ergeben, Dir selbst die holden Augen zu. Doch wie nach Sturmes Wüthen, Vor den gebroch'nen Blüthen Der arme Gärtner steht, Wenn seiner Hoffnung Streben Im zarten Blumen «Leben Mit einem Mal zu Grunde geht; So steh' ich hier und weine. Und siune still und meine. Du seyst zu früh verblüht! Und drücke sanft das Siegel Der Sehnsucht auf den Hügel, Dem Sturm und Zeit vorüber zieht. Vaterländisches. Gesammelt uiid mitgetheilt von I. L. "xxix. Etwas über die Buchdruckerkunst in Kram. Nachdem di» Buchdruckerkunst in andern Landern schon ein Jahrhundert blühete, ward sie erst in Krain durch Johann Maulius eingeführt j wahrscheinlich war er ein Würtemberger. Er kam mit PriwuS Trüber, einem Gelehrten, ehemals Domherrn, dann evangelischen Super« intendenten zu Laibach, aus Tübingen im Jahre 156l ins Krain, und druckte zu Laidach anfänglich nur kleine Zeitschriften, Lieder, Predigten, die größten-theils nur auf die vorwaltenden Rcligionsstreitigkeilen Bezug hatten, wie ,S eine Klagschrift des Laibacher Bischofs Peter von Seebach beweiset,- von diesen kleinen Schriften ist nicht viel auf unsere Zeiten gekommen. Die scharfen Untersuchungen, welche zur Vertilgung der sich einwurzelnden fremden Religionsgrundsätze eingeleitet wurden, haben uns die literären Denkmähler dieser Zeit beinahe ganz entrissen. Von größeren Werken, die MauliuS gedruckt haben soll, ist keines aufzufinden; die wenigen kleinen, die aber alle nicht über das Jahr l575 hinauf reichen, und welche unter die typographischen Seltenheiten gehören, haben nette und schön geschnittene Lettern. Er bediente sich auch der damals üblichen Verzierungen von Holzstichen; ob er eigene Leute dazu mitgebracht hatte, oder ob Laibach selbst Formschneiber zu dieser Ze!t gehabt hat, ist noch eine unentschiedene Frage. ES scheint auch nicht, daß Maul ius langer denn zwanzig Jahre im Lande geblieben sey,- wahr« schemlich mußte er der Religion wegen wieder aus-wandern. — Mit ihm entfernte sich di, Buchdruckerei auf lange Zeit aus Krain. Die bisher bekannten Werke aus des M a ulius Buchdrucker,, sind.- i) Eine deutsche Leichcnpredigt auf Herbert Freiherrn v. Auer« sperg^von Christoph Spindler, gedruckt zu Laibach 122 1575. 2) Eine lateinische Lebensbeschreibung eben dieses Freiherrn v. Auersperg, vom Georg Khisl zu Kaltenbrunn 1575. 3) Eben dieselbe durch Hansen Kratzenbacher verdeutschet, 1576. 4) Ein kurzes la« teinisches Hochzeitgedicht auf Adam Freiherrn v. Egg, und Anna von Khisl zu Kaltenbrunn, vom Tobias Stangelius, »577. 5) Ein ähnliches über den nämlichen Gegenstand,vomLeonhaid Clarius ; alle in kleinem Quart. 6) Erzherzogs Carl zu Oesterreich Bergwerksordnung für Krain und Görz 1577, in kleinem Folio. Endlich ?) eine croatische Chronik, von einem Agramer Domherrn in slavischer Sprache, in Quart 15^8. Immerhin mögen außer den bereits benannten noch einige Denkmahle der ersten Laibacher Vuchdru« ckerei der Vertilgung entkommen scyn, und irgendwo unbekannt bestehen. Wenigst ist wohl nicht zu uer, muthcn, daß Maulius im Daseyn von zwanzig Jahren nur wenige kleine Zeitschriften soll zurückgelassen haben. Allein aufergiebigcre Spuren zu kommen, durch welche des Denis Nachtrag zur Vuchdrucker-geschichte, Wien 1792. genauer berichtiget, und zugleich die literäre Aufgabe, ob nicht eine glagolitische Buchdruckern in Laibach bestanden habe, verläßlich aufgelöst werden könnte, dieß bleibt noch das Bemühen des Geschichtsforschers. XXX. ,, lPaskal Skerbmz. Paäkal Skerbinz, Guardian der Franziskaner in Wien, geboren in der Stadt Weichselourg in Krain den l. Occodcr 1780. absolvirte seine Studien am k. k. Lyceum zu Laibach, trat 1800 in den Franziskaner-Orden, wo er 1802 Profeß ablegte, und 1805 zum Priester geweihc wurde. 180^ kam er zum Lehramte am Gymnasium zu Neustadt!, lehrte ein Jahr die dritte Normalclasse, zwei IahreGrammatik und Syntax, zwei Jahre Syntax und griechische Sprache. 1809 wurde er nach La>bach übersetzt, als Cooperator an der Franziskaner »Oldens-Pfarre und Provinz-Secretär; 1810 wurde er Pfarrer, als welcher er einen ganzen Jahrgang (1813) Sonn- und Festtagspredigten in krainischer Sprache zum Drucke beförderte. Da er nicht unter der französischen Regierung stehen wollte, begab er sich nach W,en, wurde in die österreichische Franziskaner - Provwz aufgenommen, und zu Wien als Prediger, Novizenmeister und Ordens - Secretär angestellt, dann zum Guardian ernannt, in welcher Eigenschaft er den 29. Jänner 182^ starb. Seine Schriften sind: Fastcnpredigten über das Leiden Jesu, Wien 1818. — Fastenprcdigten über die sieben Haupt-fünden und die ihnen entgegengesetzten Tugenden )c-, «bd. I8l8. —Fest- und GelegenheilZpredigten, 2Bde., ,bd. 1820, und viel« einzelne Predigten. Die Aeolsharfe in der Ruine. Iil des ThurmS zerfallner Mauer Tönet bei der Lüfte Gleiten, Mit bald ganz zerriss'nen Saiten » Eine Harfe noch voll Trauer. In zerfall'ner Körperhülls , Sitzt ein Herz, noch halbbesaitet; Ofc ihm noch ein Lied entgleitet Schmerzreich in der Nächte Stille. Justin« s Kcrner. Die Geschichte von Kosem Kesamim, demZauberer. Es war tiefe Nacht, und der Zauberer stand plötzlich vor mir. „Erhebe Dich", sagte er, ,,unt> l.iß uns auf die Oberfläche der Erde ziehen.« Ich erhob mich und folgte demZauberer, bis wir an den Eingang einer Höhle kamen. Als wir deren unc terirdischen Windungen, das Ohr voll von dem lau« ten und wilden Rauschen des gefesselten Wassers, einige Minuten lang gefolgt waren, gelangten wir endlich zu einer Stelle, wo die Luft mir kühler, irdischer Frische auf meine Brust schlug, und in dem. selben Auglnblicke brach durch eine Spalte in dem Felsen das volle Silberlicht des Mondes herein und erleuchtete hier und da die Wände, welche von Krystallen schimmerten und von einem tiefen Strom bespült wurden, der sich seinen geheimnißvollen Weg nach der Luft bahnte. Und jetzt, durch die Kluft hingleitend, standen wir in einer breiten Zelle, dcren hoher Bogen sich nach der See zu öffnete. Säulen und Zacken (die in den mannigfachsten Krystallisationen erglänzten — Streifen von allen Farben) stiegen leicht zu beiden Seiten dieser Höhle empor, und mit einem gewaltigen Satze und mit mächtiger Scimme stürzte der Strom, dessen Lauf wir gefolgt waren, in die Arme der großen See. Stern aus Stern spiegelte seine feierlichen Strahlen in dieser See, und der Mond, der sich in eine Fülle deS Glanzes gehüllt hatte, wie ich denselben nie früher sich um diese schwermüthige Kugel hatte lagnn sehen, füllte die Höhle mit einem Lichte, das sich zum Lichte des Tages verhielt, wie das Leben eines En-gels zu dem eines Sterblichen. Leidenschaftslos und doch freundlich — beständig — gcheimnißvöll —-ohne Schwanken -^ schien er auf die flimmernden Krystalle und gab selbst der Luft eine heilige Würde, und durch den weiten Vogen von der Hohle bis zu dem Nande des Himmels hauchte sein süßes Gesicht eine stille und ruhige Freude in die plätscherndcrn Wogen — »das Lächeln der See." Nur einige 123 wenige dünne und flockige Wolken unterbrachen das klare Himmelsgewölbe — und sie blieben, gleich Ge-spannen der Geister, fern am Horizonte. «Und schön," sagte ich, «ist diese Außenwelt — und Ellre düstern Reiche da unten haben nichts, was sich mit ihnen vergleichen ließe. In den Tempeln der verborgenen Erde schimmern keine Sterne, und Ein Blick des lieblichen Mondes überwiegt alle Zauberfeuer und Meteore der Niesenpalläste unter uns.« „Junger Sterblicher," sagte der Zauberer mit klagender Stimme, »Du blickst aus meine heimathlichen Gestade. Neben dieser See standen meine vä« lerlichen Hallen, und unter diesem Monde schwollen zuerst in meiner Brust die tiefen Fluthen der menschlichen Gefühle an, und in dieser Höhle, von der wir letzt hinaus auf die Meere und die Himmel blicken, verbrachte ich einige der ernsten Stunden meiner Jugend in jenen hohen, erhabenen Betrachtungen, welche Euer geschwächtes, von dem Schlamm der Jahrhunderte erdrücktes Geschlecht nie gekannt hat; denn jene Epoche war noch fern von den Zei» ten, welche selbst die Sage kaum durchdringt. Euere ersten Väter —was wißt Ihr von ihrem Wissen? — Was ist Euch von Ihren Geheimnissen geblieben? Ihre gewalligen und liefen Geister wurden nie von dem Senkblei euercr Forschungen ergründet. Die Wogen der schwarzen Nacht sind über die alte Welt gerollt, und Alles, was Ihr von jähren begrabenen Herrlichkeiten errathen könntet, dankt Ihr den zerschellten Bruchstücken, welche je zuweilen der Zufall «N die Küsten des neuen Geschlechts wirft!« »Sinkt denn," sagte ich, »unsre Schaale im Vergleich mit den Menschen jener fernen Zeiten? Ist denn unser Wissen nicht tiefer und zuverlässiger? Waren ihre Begriffe nicht das Ergebniß undeutlicher und beschwerlicher Muthmaßungen? Lebten sie nicht unter Schalten und Traumen, und machten sie nicht die Wahrheit selbst zum Geschöpfe einer fruchtbaren Phantasie?« „Nein", antwortete die verhüllte, schwankende Gestalt neben mir, »ihr Wissen drang in die Herzen der Dinge. Sie befragten die Sterne — aber nur um das Geschick der Erde zu messen, und konnten wir ihre untergegangenen Rollen aus dem Staube fördern; so würdet Ihr in einen Spiegel der lebenden Zcicen schauen. Ihre Verkündigungen — die sie der Anstrengung und Verzückung jener Mächte entrangen, welche Ihr erstarrt in der Seele schlummern laßt — durcheilten die Wüsteneien von Jahrhunderten , und bezeichneten unter wilden Horden die Städte und Gesetze von Reichen, welche erst entstehen sollten. Tausende von Künsten sind von der Elde geschieden und die Wissenschaft ist nur noch der Schatten dessen, was sie war. — Junger Sterbli- cher, Du hast Deinen Sinn auf Weisheit gesetzt — Du hast die frischen, schimmernden Stunden des angehenden Lebens mit den ermüdenden Gedanken Anderer verbracht; Du hast nach Kenntniß gestrebt, und in diesem Streben sind die Farben der Gesundheit auf immer von Deinen Wangen gewichen, und das Alter schleicht sich schon .^um Marke, während der Thau noch auf dem Blatte liegt; und für dieses Streben — und in der Verzückung, und in den Gesichten, welche das Streben der Seele nährt — ist Dein Geist jetzt seiner fleischlichen Laufbahn auf Erden entrückt, wandert nach Willkühr durch die. furchtbaren Klüfte und Minen, welche die Welt um« schließt — athmet Lebensluft unter den Todten — gesellt sich zu Geistern und den Machten, die nicht von Fleisch sind, und erfaßt durch unvollkommene Blicke und umschattete Zeichen einige Kenntniß von den Urgeheimnisscn der Schöpfung; — und Du erschaust in mir und meiner Wissenschaft, was Deine Gelehrsamkeit und Deine Einbildungskraft früher nicht geahnet hatte. Keine Legende Handelle je von meinem wunderbaren und feierlichen Wesen , und nichts in meiner Natur gleicht den Erzählungen von. Zauberern, welche die gewöhnlichen Phanlasiegebilde des Aberglaubens versinnlicht haben. Du bist ohne eine Karle durch ein Land gereist, in welchem selbst die Fabel der Wahrheit nicht vorgearbeitet hat. Du möchtest etwa von dem Wesen erfahren, das so Deinem staunenden Blicke verschlossen worden; — es sey! Unter diesen schimmernden Bogen, vor der See meiner Väter, unter dem lauschenden Ohre des weic lendcn Mondes — sollst Du eine Geschichte von der allen Welt vernehmen. Die Geschichte von Kosem Kesamim. «Längs der Küsten, welche seit dreißig Iahrhun» derten kein menschlicher Fuß betreten hat, und aus den Ebenen, wo jetzt nicht ein Stein mehr auf dem andern steht, der selbst nur vom Verfalle spräche —^ breitete sich einst die Stadt und das Relch der wei? sen Könige aus, wie die Monarchen, welche dieses Land beherrschten, von ihren Nachbarn genannt wurden. In dem Dunkel geheimnißvollec Tempel, und unter der Orakelkunde der sternenbelcsenen Priester wurde die Jugend eines jeden königlichen Nachfolgers bis zum ernsten und bedächtigen Mnnnesallcr auferzogen. Ihr ganzes Leben war ein Geheimniß. — Hinter der grabesdumpfen Größe deS fürstlichen Pal-lastes schössen sie — selten gesehen — gleich den Göttern — wie aus einer Wolke das Licht ihrer ge-fürchteten, aber wohlwollenden Gesetze hervor; die Bahn ihres Lebens war nicht bekannt, aber man glaubte, daß sie Gewalt besäßen, über die IahrcS-zc^ttn und die Elemente, und daß sie nach Willkühr 124 die breltftttigen Geister beschworen konnten, welche hin und her über die Erde ziehen, und gleich Träumen durch einen unerforschlichen, unbestimmten Einfluß die Schicksale der Nationen und den Ehrgeiz der Könige lenken." „Diesem fürstlichen Geschlechte ward ein Sohn geboren, dem zugleich Seherund König ein seltsames und übernatürliches Geschick verkündeten. Seine Kindheit schon war schweigsam, ernst, betrachtend, und schon als Knabe hatte sein Kopf alles durchwühlt, was die grauköpsigen Priester ihn lehren konnten." „Aber die Leidenschaften sind eng mit den Elementen des Denkens verwebt. Und die wahre Weisheit wirb nur durch den Kampf heftiger Bewegungen erworben. Neben den Forschungen seines anstreben.-den Geistes glühte das Herz des jungen Prinzen von tausend unausgesprochenen und ungezügelten Leidenschaften." — Der Zauberer schwieg einen Augenblick und rief sodann mit einer Stimme, die weit von dem kalten und feierlichen Tone abwich, in den sich gewöhnlich seine Worte hüllten: — ,OH, schon, über die Schönheit dieser kränklichen, verblaßten Zeiten hinaus, war die Schönheit des WeibeS in der jungen Welt! — Die Herrlichkeit Edens war noch nicht von ihrem Antlitze verschwunden , und der Glanz der frischen Natur glühte zugleich auf der Erde, und auf der Erde majestäti« fchen Töchtern." »Schönheit ist das Idol der Jugend, und in der Brust Goedorahs, denn also wurde der Prinz im Volke genannt (fein erhabener und mystischer Name aber darf nicht offenbart werden) lebte die große Leidenschaft — das große Sehnen — die große Begierde nach dem Hehren und dem Lieblichen, in welcher Form und Gestalt es auch ruhete. Nicht in dem Weibe bloß, in allen Dingen verehrte er das Schöne; wo er es erschaute, spiegelte sich das Bild der Gottheit in seiner anbetenden Seele. Aber ihn, oder vielmehr mich (wenn das Gedächtniß durch den Lauf und Wechsel von Welten die Identität bewahrt, indem es mich zu Dem macht, der vor Jahrhunderten mir ganz unähnlich als Mensch unter Menschen lebte), mich hatte eine noch heftigere, ausschließlichere Leidenschaft, als die Liebe oder Anbe> tung der Natur ergriffen: — die Wißbegierde! — Mein Geist stürzte sich in die Tiefe der Dinge — ich liebte es, Schritt für Schritt die Wirkung bis zu ihrer ersten Ursache zurückzuführen. ,Die Vernunft bildete eine Kette zwischen Himmel und Erde, und jedes Glied verleitete mich. zu den Sternen selbst anzustreben. Und die Weisheit meiner weisen Väter war mein; ich kannte das Geheimniß der Ele- mente, und konnte sie in den Schlaf zaubern oder zum Kampfe erregen. Die Mysterien jener furchtbaren Chemie — auch einer jener Wissenschaften, welche jetzt schlummern — durch welche wir der Luft gebiethen, und auf ihren unsichtbaren Pfaden wandeln, durch welche wir den Donner wecken, und das Gewölk beschwören und die Erde spalten können, die Herrschaft über jenes hohe Vermögen, die Einbil» dungskraft, durch welche die Phantasie selbst schafft, was sie will, und welche, geübt und gebildet, die Schatten der Todten wieder erwecken, und dem fleischlichen Auge die Genien sichtbar machen kann, welche die Welt durchziehen; — die rege, spannende, schlaflose Wissenschaft, welche aus den Sternen das Buch eines Weisen zu machen vermag, — dieß Alles war mein, und doch murrte ich, war ich mißvergnügt! Denn wie viele erhabene Geheimnisse blieben mir noch zu erforschen! Die Erfahrung des heutigen Tages war am morgenden nur eine getäuschte Hoffnung, und Bestimmung meineS Ehrgeizes war: zu wünschen." „Es war Abend, und ich verließ die Haine des geheiligten Tempels, um sie, die ich liebte, zu besu-chen. Der Weg führte über schwarze, schroffe Felsmassen, zwischen denen wildes Gesträuch und dichtes Gras grün und üppig emporstieg; denn die Zerstörung verkündete irgend elne große Umwälzung des Bodens in den früheren Weltepochen, wo der Wechsel oft dem Wechsel-auf die Ferse tritt, und die Eide hatte sich noch kaum wieder in die Gleichheit ihrer ruhigen Laufbahn gefunden. Und ich stand unter dem Baume, wo sie mich treffen sollte, und mein Herz schlug, als ich ihren Fuß heraneilen sah, und als sie kam, hauchten mir ihre süßen Lippen das Willkommen menschlicher Liebe zu, und ich lehnte mein Haupt an ihren Busen, und war zufrieden.« (Fortsetzung folgt.) Sylbe nrathsel. (Vier sylbig.) Die letzten Veiden sind bestimmt, im Großen Verwahrungsort für's Köstlichste zu sey», Was unS der Erde SchöpflMgSkräfte leih'n. Dieß Köstlichste schmückt Wang' und Mund mit Rosen; Denn üppig flößt es nns die ersten Beiden ein, Weckt süßen Drangs der Liebe traut'res Kosen. Mein Ganzes, zwar dem Zweck nach lobenöwerth, Trägt, kleinern Umfangs, offen das Gemeine, Was keine Spur des ersten Paars gewährt, Waö. statt sich ihm zu nah'n, zu friedlichem Vereine, ' Vielmehr dieß erste Paar nach Möglichkeit bekrieget, Ul»d es, nicht selten uns zum Heil, besieget. > Auflösung des Räthsels aus dem Illyr. Blatte Nr. 29: Saumselig. Verleger: Kgnaz Alo^s Gvler v. Lllrinmnur.