pränamrralioas - Preise: Kür Laibach Ganzjährig Halbjährig . Blerreljährig. Monatlich 6ft. -3 - 1 .. 5V — „ 50 Laibacher Mit der Post Ganzjährig . Halbjährig . Vierteljährig. 9 ft. — !r 4 ^ 50 . 25 Für Zustellung ins Haus vierteljährig 25 kr.. monatlich 9 kr. -inzelve Nummern 5 kr. Tagblatt. Anonime Mittheilungen werden nicht berücksichtigt; Manuskript- nicht zurückgesendet. LkLatltioa S-biib-Iü-^- Nr. l»i!. Gkpedition und Julcratcu Sureau: -ongreßplay Nr 81 (Buchhandl vvn 2. v. Äleinmayr L F.Lamb Juscrliousprrise: Für die einspaltige Petitzeile 3 kr bei zweimaliger Einschaltung L 5 kr. dreimal » 7 kr. InlertionSstemvel jedesmal so kr. Zei größeren Inseraten und öfterer Lrnschaltung entsprechender Rabatt Nr. 161. Dienstag, 1!). Juli. — Morgen: Elias Pr. 1870. Konstitutioneller herein in Laibach. Der Ausschuß beehrt sich hiemit die Herren BereinSmitglieder zur zweiten Jahresversammlung (sechsundzwanzigste» Monatsversaminlimg), welche den 22. Juli Abends um halb 8 Uhr "n Saale der Schießstätte stattfindet, höflichst einzuladen. Tagesordnung: 1- Bericht des Ausschusses über die Gesammt-thütigkeit des Vereines. 2. Mittheilung des Rechnungsabschlusses und Wahl zweier Revisoren zur Prüfung desselben. 3. Neuwahl des Vereinsausschusses. 4. Anträge einzelner Mitglieder. Interessenpolitik. Wir haben in unserem gestrigen Leitartikel das w der Politik stets gefährliche Wort „Simpathie" ausgesprochen, haben aber damit nicht gemeint, daß unser Urtheil über die politische Konstellation durch Simpathien geleitet werden solle. Der denkende, ruhige Politiker hat wohl Simpathien und Antipathien, doch können ihn solche in seinem Urtheile durchaus nicht beirren. Wenn wir urtheilen wollen, welcher AuSgang des bevorstehenden Krieges für Oesterreich wünschenswerther erscheinen könne, so kann hiesür als Schlüssel nur und ausschließlich nur die Frage dienen, wie sind Oesterreichs Interessen besser gewahrt? Ein Staat, wie Oesterreich, gelähmt in seinem Einflüsse nach außen, gelähmt ^ seiner Thätigkeit nach innen, kann nur Jnteres- senpolitik vertreten, daher wir Rachepolitik aus diesem einfachen Grunde schon perhorreSziren müssen. Was ist aber das nächste und heiligste Interesse Oesterreichs? Leider müssen wir eS gestehen, sein nächstes Interesse ist seine Selbsterhaltung, die nicht blos von außen, sondern auch von innen bedroht erscheint. Oesterreich ist in einer staatlichen Krisis begriffen, und diese muß vor allem durchgemacht werden. Leider sind die Verhältnisse im Innern Oesterreichs so gespannt geworden, daß ein Ende der Krisis nicht so bald abzusehen ist. Oesterreich bedarf daher vor allem des Friedens, nicht nur des Friedens in dem Sinne, daß es bei Kriegen in Europa sich der striktesten Neutralität befleißt, sondern auch des Friedens in dem Sinne, daß die Ruhe Europa'S überhaupt nicht gestört werde. Die Rückwirkung auch von solchen Kriegen, an denen wir nicht betheiligt sind, sind so groß auf unsere zerrütteten Finanzen, daß wir auch leiden, wenn wir neutral bleiben können, wie also erst dann, wenn wir in Aktion treten müßten? Wir haben gestern den bevorstehenden Krieg als einen solchen zwischen Deutschland und Frankreich bezeichnet. Aus welche Weise ist Europa'S Ruhe besser garantirt, durch einen Sieg Frankreichs oder Deutschlands? Wir ehren und achten das französische Volk als ein großes und tüchtiges, wir verkennen nicht, daß vom französischen Volke das freiheitliche Element in die verrotteten europäischen Zustände geschleudert wurde, aber andererseits lehrt uns die Geschichte, daß Frankreichs Größe stets der Zündstoff Europa'S war. Von den Bourbons bis zu den Napoleoni-den war Frankreich stets eine Gefahr für Europa'S Ruhe. Napoleon III. betrat seinen Thron mit den Worten: „Das Kaiserreich ist der Friede" und führte Krieg seitdem mit Rußland, mit Oesterreich, mit Garibaldi und jetzt mit Deutschland. Siegt Frankreich dieseswal, so wird es, da es bekanntlich für Ideen kämpft, diese Ideen aber sich stets sehr theuer zahlen läßt, seine Grenze an den Rhein verlegen, Deutschlands Einigung hintertreiben, möglicherweise, wie es auch schon in den Journalen verlautet, einen Mittelstaat in Deutschland errichten, schwach genug, um Frankreich gefährlich zu werden, stark genug, um Deutschlands Konsolidirung zu verhindern. Ein gedemüthigtes Deutschland aber ist eine fortdauernde Kriegsgefahr für Europa, denn cs kann wohl eine Zeit lang unterliegen, aber eine bleibende Knechtung wird cs nicht dulden, die Toge von 1813 kehren wieder. UebrigenS kommt noch zu bedenken, daß die nächste Folge des Sieges Frankreichs die ist, daß es der Herr in Europa und dadurch der Konflikt mit Rnßland nahe gerückt wird. Sei eS, daß Frankreich die alte Napolconifche Idee aussührt und das Königreich Polen, natürlich auf Kosten Oesterreichs, herstellt, um einen Zwischenstaat zwischen Deutschland und Rußland einzukeilen, sei es, daß Frankreich den Kampf mit Rußland seinerzeit aufnimmt, so ist der Friede wieder gestört und Oesterreichs Bestand bei den Simpathien, die in seinem Innern für Rußland, wenn auch künstlich unterhalten werden, im höchsten Grade gefährdet. Wie aber stellt sich die Sachlage, wenn Deutschland siegt? Frankreich wird innerhalb seiner Grenzen dauernd zurückgeworscn und Deutschlands Einheit vollzieht sich. Das deutsche Volk ist ein friedliches, arbeitsames, in Kunst und Wissenschaft wohlerfahrenes, vor allem aber ein freiheitliebendes. Es wird, einmal geeiniget, mit Junkerthum und Prätorianer- Feuilleton. Eine ausländische Stimme über die Slovenen. (Schluß.) Ungemein schwankend und wechselnd, versuchsweise tastend, bald vorgehend, bald sich zurückziehend waren die Slovenen in politischer Beziehung, bis sie endlich, nachdem ihr Element organisirt war und sich gekräsligt hatte, zu einer entschiedenen Stellung gelangten. Sollten sie, die wenig über eine Million Seelen zählten, für sich allein „im slovenischen ^inne" Vorgehen, oder sollten sie im allgemein süd-slavischcn Sinne mit den Kroaten zusammen handln und wenigstens hier die Solidarität der österreichischen Slaven durchführen? Sie waren lange schwankend. Während sie zunächst im Sinne des --historischen Föderalismus" vorgingen, dann sich für eine slovenische Ländergruppe mit Laibach als Hauptstadt aussprachen, stellten sie plötzlich im Oktober 1866 die Vereinigung mit den Kroaten als Ziel ihrer politischen Wünsche hin. Der Bischof von Diakovar, Stroßmayer, obgleich der Sohn eines „Schwaben", hat sich nicht nur durch seine oppositionelle Haltung auf dem Konzil, sondern namentlich auch als einer der nationalen Führer der Kroaten einen Namen gemacht. Er war es, der die Slovenen für eine Fusion mit den übrigen Südslaven Oesterreichs begeisterte, vou dem ganz richtigen Gedanken ausgehend, daß sie gemeinsam eine Macht repräfentiren, vereinzelt aber den Deutschen, Italienern und Magyaren nicht gewachsen seien. Das slovenische Programm vom Oktober 1869 stellte folgende Forderungen: Die slovenische Nation verlangt die administrative und territoriale Integrität und das Recht der Vereinbarung und Vereinigung im Sinne des Septembermanisestes. Sic will durch ihre« Landtag sich an ihre südlichen iDtammesbrüder enger anschließen und mit dem kroatischen Landtage daüber bestimmen, ob die slovenische Gruppe mit dem dreieinigen Königreich sich zu einer südslavifchen Gruppe verschmelzen oder einen Sonderlandtag bcibchalten will. Im elfteren Falle hätte daS dreieinige Königreich mit den slovenischen Lankern einen Gesammtlandtag. Die gemeinsamen Angelegenheiten wären im Sinne des Oktoberdiploms in einem RcichSparlamente zu verhandeln, das aus Delegirten der Generallandtage bestellen und nach Gruppen abstimmen würde. An der Spitze der k. k. Statthaltern für die slovenische Gruppe, welche ihren Sitz in Laibach hätte, stünde ein Vizeban als Stellvertreter des dreieinigen Königreichs. Der Vizeban müßte ein geborener Slovene sein. Ein Hofkanzler hätte die Leitung der Administration zu übernehmen, ihm zur Seite stünde ein Vizekanzler, der ein Slovene sein müßte. Ein Staatsministerium in Wien führte die Gesammtverwaltung des Reichs. Die obersten Gerichsbehörden, die Banal- und Septem-viraltafel hätte die slovenische Gruppe mit dem drei-einigen Königreich gemeinschaftlich; beide Theile hätten hingegen ihre eigenen Komitats- oder KreiS--gerichte. Bei der Banal- und Semptemviraltafel würde eine verhältnißmäßige Anzahl Slovenen als Beisitzer anzustellen sein. Für dieses Programm begeisterte man sich und suchte man zu wirken. Doch sollte es bald zu Wasser werden; denn sobald Kroatien seinen staatsrechtlichen Ausgleich mit Ungarn vollzogen hatte und zur Osthälfle der Monarchie geschlagen war, schwand dem slovenischen Programm der Boden unter den Füßen und man sah sich genöthigt, auf Grund des Dualismus und als Theil von „Zisleithanien" zu operiren. Es blieben somit nur die Forderung einer selbständigen Gruppe, die Abtrennung der sloveni-schcn Theile Steiermark« und Kärntens sowie de» thum brechen, der Friede isl gesichert, denn cs wird sich« jeder zweimal überlegen, ein geeinigtes Deutsch-tand anzugreife». Oesterreich ist in seiner heutigen Gestalt für daö große Deutschland, auch wenn es wollte, keine Gefahr, im Gegentheil wird cs an Deutschland, an welches es durch 8 Mionen seiner Bewohner, durch Kultur und Bildung ohnedies geistig gekettet ist, einen natürlichen Murten finden und beide Reiche Hand in Hand werden das große Werk der Zivilisation in Europa vollbringen. Der Glaube aber, Oesterreich könne nach einer Demü-thignng Preußens wieder die Führerschaft Deutschlands zurückerobern, ist eben nur ein Glaube, denn ein siegreiches Frankreich würde ebenso wenig eine österreichische, als eine preußische Führerschaft dulden. Wohl ist eS wahr, daß Preußen seit Friedrich des Großen Zeiten her, eine Gefahr, ein Feind Oesterreichs war. Allein seit dem Tage von Königgrätz ist das anders geworden; seit Oesterreich aus Deutschland hinausgedrängt wurde und Preußen faktisch Deutschlands Führung besitzt, seit dort hat es kein Interesse mchr an Oesterreichs Schädigung, im Gegenthcile muß ihm ein starkes Reich, gegen Osten und L-üdosten vorgeschoben, nur erwünscht sein, namentlich dann, wenn es nicht mehr Preußen, sondern Deutschland heißt. Wohl würde auch nach einem Siege Deutschlands die Gefahr des Konfliktes mit Rußland an selbes herantreten, allein in diesem Falle abermals wäre Oesterreich der natürliche Allurte Deutschlands und in di-sem Falle sein Bestand weniger gcführdet, als bei einem ähnlichen Konflikte zwischen Frankreich und Rußland. Oie Sachlage scheint uns daher nach unserem Dafürhalten folgende zu sein. Ein Sieg Frankreichs ist gleichbedeutend mit der Fortdauer der Kriegsgefahr iu Europa, mit Zerrüttung der natürlichen staatlichen Ordnung Mittelcuropa's, mit Gebietsschädigung Oesterreichs (Wiederherstellung Polens), abgesehen von dem Siege des Absolutismus, in welchem Falle unsere Klerikalen die Gelegenheit nicht versäumen würden, wieder Oberwasser zu gewinnen. Ein Sieg- Deutschlands aber bringt Ruhe in Europa, schafft uns einen mächtigen und natürlichen Allürten und bringt den Sieg der Freiheit, den Untergang des absolutistischen Sistems. Wo also liegen Oesterreichs Interessen? Politische Rundschau. Laibach, 19. Juli. Wie ungerechtfertigt es ist, die spanische Thronfrage zum Borwande des Krieges zu nehmen, beweist die jetzige Haltung Spaniens, welches nicht daran denkt, am Kriege theilzunehmen, also Territoriums von Triest, mit einem slovenischen Statthalter, resp. Vizekönig an der Spitze, von dem Programm übrig. In den Landtagen wie im Reichstage wirkten die Slovenen nur in diesem Sinne. Im letzteren unterstützten sie, so lange die Czechen noch dort vertreten waren, mit diesen und den Polen gemeinsam (1865—1866) das föderativ gesinnte Ministerium Belcredi. Als aber (Dezember 1867) das Ministerium Auersperg und später das „Bürgerministerium" ans Ruder kamen, die den zentralistischen Standpunkt vertraten, begaben die von Toman geführten Slovenen sich wieder in Opposition, ohne indessen aus dem Reichsrath auszuscheiden, resp. gar nicht in denselben einzulreten, wie die czechischen Deklaranten es thaten. In den slovenischen Landstrichen wuchs unterdessen die nationale Bewegung mehr und mehr; jede zentralistische Maßregel, die von Wien aus-ging, wurde mit einem föderalistischen Schmerzensschrei von Laibach aus erwiedert. Man begann nun das Landvolk zu sanatisiren und einerseits gegen die Deutschen, andererseits gegen die Italiener zu Hetzen, deren natürliches Kulturübergewicht sich jedoch nicht sogleich beseitigen ließ. In einem Wahlmanifest des Agitators Bleiweis an die Slovenen vom Januar 186? heißt es: „Wenn jemand mächtig, gewiß nicht bestimmt war, im preußisch-französischen Kriege gegen Frankreich die Rolle zu übernehmen, welche Italien 1866 als Preußens Alliirter Oesterreich gegenüber gespielt hat. Obzwar die formelle Kriegserklärng noch nicht vorliegt, hat der Krieg doch ihatsachlich bereits begonnen. Die Preußen haben eine Rckognoszirung von Landau aus über die sranzösische Grenze unternommen, sich jedoch sofort wieder zurückgezogen; es geschah wohl nur, um dadurch das völlige Einverständluß mit Baiern zu beweisen, Landau liegt nämlich in der balcrischen Rheiupsalz. Nachrichten vom 17. zu-solge isl übrigens die Rhcinpsalz von preußischen Truppen vollständig besetzt. Der Vormarsch der Truppen an die Grenze wird aus beiden Seiten beschleunigt; eö fehlen aber alle ins einzelne gehenden Nachrichten hierüber. Im Nordvunde ist den Blättern verboten worden, von Truppenbewegungen, vom Transport von Kriegsmaterial oder anderen auf die militärischen Operationen bezüglichen Maßregeln etwas mitzutheilen. Die französischen Blätter schreiben hierüber ebenfalls nichts. Um so reichlicher sind die anderen aus den Krieg bezüglichen Nachrichten. Der „Preußische Staalsanzeiger," das Dresdener Journal und die amtlichen Organe der übrigen Mitglieder des Nord-biiiideS bringen heule die Mobilisirungö - Ordre, welche, vom 16. Juli datirt, „alle Mannschaften des Beurlaubtensiandes, der Reserve und der Landwehr aller Waffen und Truppentheile, sowie die Ersatzreserve erster Klasse" auffordert, sich „sofort" zu stellen. In Baiern ist die Mobilisirungs-Ordre ebenfalls am 16. Juli unterzeichnet worden. Aus Gaden liegt keine hierauf bezügliche Nachricht vor; in Württemberg ist der König in die Residenz zu-rückgekehrt, die Mobilisirung angeordnet und die Stände sind zum 21. einberusen. Sogar die Schweiz macht mobil: sie stellt 20- bis 30.000 Maun längs der Rheingrenze von Basel bis zum Bodensee auf, um ihre Neutralität zu vertheidigen. Die deutschen Heerhausen werden in zwei Armeen getheilt, die eine derselben — in der Rheinprovinz — wird Prinz Karl, die zweite im Süden der Kronprinz tommandiren. Die Börsenzeitung kündigt dessen sosortige Abreise nach München an. Fünf Generale, darunter Herwath v. Bittenfeld, wurden mit Pension zur Disposition gestellt. Das norddeutsche Panzergeschwader, über dessen Flucht „nach den Azoren" die Pariser Blätter viel schlechte Witze gemacht haben, ist wieder im Kanale erschienen; am 13. ankerte es drei Stunden lang vor Plymouth und ging dann wieder in die Sec. So isl denn auch von Seite Deutschlands alles zum Schlage bereit. „Wenn die Regierung auch" — heißt cs in einer offiziösen Berliner Korrespondenz reich, gebildet, geehrt ist, gut für ihn! Aber wenn er kein Herz hat für unser Lolk und dessen Rechte, so wird er uns im Landtage nichts helfen. Beseitigt insbesondere jene, die alle Kräfte anstrengen, um unser Land zu verdeutschen und cs im Deutschthum untergehen zu lassen. Dadurch würden wir gesährlich für das ganze Kaiserreich handeln, indem der Feind dann um so leichter seine gierigen Arme auch nach uns ausstrecken würde." Dann wird »vH aus die Allianz mit dem Klerus hingewiesen und geschlossen: „Höret unsere Stimme! Höret die Stimme unserer hochverehrten, von jeher für unser Lolk begeisterten Geistlichkeit! Wenn Gott will, und die Einigkeit der Patrioten, werden wir siegen." Aehnlich lauteten die Wahlmanifeste in den übrigen slovenischen Ländern, ja in Steiermark wurden die deutschen Abgeordneten „ selbstsüchtige Heuchler " genannt, „welche die Slovenen mit Redensarten ködern und sie dann auslacheu." Daß hierdurch die Aufregung unter dem noch außerordentlich ungebildeten und urwüchsigen Landvolke maßlos gesteigert wurde, liegt auf der Hand. Agitatoren reisten von Bezirk zu Bezirk und schreckten mit dem Gespenste der Steuerhöhung durch die Deutschen, und als endlich das Lersammlungsrecht freigegeben war, wurden nach Art der Czechen überall — „bisher mit der Mobilmachung noch nicht vor-^gegangen, so sind doch alle Vorkehrungen getroffen, um 950.000 Mann seitens des Norddeutschen Bundes zur Disposition zu haben, wovon nahezu 700.000 Maun bereit sind, sofort ins Feld zu rücken. Die Nachrichten überdies, die in zuverlässigen Mittheilungen aus Süddeutschland einge-troffen, erweisen, daß Frankreich unter allen Umständen die Rechnung ohne den Wirth macht, wenn cs nicht bereit ist. einen großen Theil seiner Streit-kräfte, fei es zur Observation oder zur Operation, gegen Süddeutschland zu verwenden. Die Korrespondenzen und Telegramme aus dem deutschen Norden berichten von der lebhaften^ Erregung und kriegerischen Stimmung, welche alle Schichten des Volkes durchdrungen. Die Städte und Handelskammern votiren Adressen an den königlichen Bundesfeldherrn; die Johanniter werden von ihrem Herrenmeister zu persönlichen Dienstleistungen und Geldbeiträgen anfgesordert; der Vorstand des Nationalvereins erließ einen Aufruf an das deutsche Volk, der sich aber gerade nicht durch populäre Fassung und Schwung auszcichnct. Auf eine Adresse der Hamburger Kaufmannschaft erließ der König folgende Antworte „Mit bewegtem Herzen empfing ich soeben das Telegramm der Handelskammer vom heutigen Tage. Niemand mehr als ich, der das entscheidende Wort sprechen mußte, kennt die Opfer, die in nächster Zeit dem gcsammten Vaterlande bevorstchen; aber die Hingebung, welche die Handelskammer ausspricht: da, wo cs die Ehre Deutschlands gilt, jedes L7pfer freudig bringen zu wollen, ist erhebend und beruhigend für mich. An Gottes Segen ist alles gelegen. Gez. Wilhelm, Rex. Die Reise des Königs von Preußen nach Berlin war überall von Demonstrationen unterbrochen, insbesondere war der Empfang in Kassel und Braunschweig glänzend, in Güttingen (Hannover) sagte der König zu der ihn empfangenden Deputation, der alte Uebermuth rege sich jenseits des Rheins wieder, so daß man ihn sich nicht mehr gefallen lassen könne. Der Empfang in Berlin war nach der Schilderung der dortigen demokratischen Organe großartig. Ungefähr hunderttausend Menschen waren auf den Beinen, die Menge soll den König zu dem Ausrufe veranlaßt haben: „Bei einer solchen Be- geisterung meines Volkes ist uns der Sieg sicher; wir können der Zukunft ohne Furcht entgegen gehen!" Aber auch in Süddeutschland ist das deutsche Nationalgesühl tief verletzt und fordert Sühne; überall herrscht kriegerische Stimmung und hohe Begeisterung sür den nationalen Kampf. In Stuttgart fand Samstag Abends eine große Volks« „Tabors" organisirt. Der uralt slavische Name bedeutet ursprünglich ein verschanztes Lager — so führt eine zwei Stunden von Triest liegende und diese Stadt beherrschende Anhöhe den Namen Re-pen-Tabor, ein kroatisches Dorf an der steierischen Grenze heißt Kiß-Tabor. Zu taufenden strömten die Bauern in ihrer Nationaltracht auf einem solchen Tabor zusammen, um hier sulminante Reden g^gen die Deutschen, dort gegen die Italiener zu vernehmen. Am spätesten trat das Küstenland in die Bewegung ein. Auf dem großen Tabor, welcher im Oktober 1868 zu Schönpaß bei Görz gehalten wurde und von 8000 Personen besucht war, wurde gleichfalls in erster Linie die Konstituirung eincs einheitlichen SlovenienS verlangt, während die Forderung des slovenischen Unterrichtes in allen Schn* len, die Gründung einer slovenischen RechtöakadeM>e in Laibach, die ausschließlich slovenische AmtirnnS und die Besetz ung aller Stellen mit Slovenen benher liefen. Auch im Territorium Triest nahm um diese Zeit die slovenische Bewegung einen ernsten Charakter an. Es war nicht, wie die Italic ncr wähnten, ein bloßes Schmollen der Ban"'"' es war eine methodisch geleitete Bewegung, an d", Spitze die Landtagsabgeordneten und säinwlUH Gemeindevorstände des Territoriums standen un Versammlung statt, die von Tausenden besucht war. Mit enthusiastischer Begeisterung wurde die Zustimmung zum Krieg gebilligt; der Krieg sei ein nationaler — hieß eS — in einem solchen dürfe cs keine Parteien geben; für die Bündnißverträge sei die Probcstuude gekommen; von der württembergi-schen Regierung erwarte man, daß sie sesthalte an der deutschen Sache mit allen Mitteln und auf alle Gefahr; das Volk würde der Regierung kräftig zur Seite stehen, die sich in der Prüfungszeit als eine deutsche erweist. Nicht endcnwollender Beifall wurde Jägers feuriger Rede gezollt, der als gerechten Kriegs-Preis und Endziel Deutschlands Einheit hinstellt. In München fanden vor dem königlichen Schlosse große Demonstrationen statt, der König erschien und dankte den versammelten Tausenden. Aber nicht nur das „zivile" Lolk jubelt, auch unter dem Militär herrscht große Begeisterung, wic weiter gemeldet wird; es ist sicherlich ein gutes Zeichen, daß der alte Groll geschwunden ist, um der hohen Idee Platz zu machen, von welcher jetzt alle Deutschen von Süd bis Nord und West bis Osl erfüllt sind. Nur die unverbesserlichen Katholisch-Konser-vativen, deren eigentliches Vaterland Rom ist, versüßen eS, gegen den Strom zu schwimmen, und agi-tiren für Neutralität, aber ohne jeden Erfolg. In München wäre das ihrem Hauptkämpen Dr. Sigl, dem Redakteur des dort erscheinenden „Vaterland", bald übel bekommen. Man wollte ihn federn und die Behörden mußten ihn, um ihn vor dem Richter Lynch zu schützen, in Sicherheitshast nei.men. Ein Zeichen der Stimmung iu der bairischen Hauptstadt! Der sonst gemäßigte „Bairische Landbote" macht dieser «Stimmung in echt bajuvarischer Derbheit „Für jene Schufte", sagt er, „die sich nicht entblöden, als Deutsche den deutschen Waffen eine Niederlage zu wünschen, wäre eigentlich ein Laternenpfahl der schönste Platz und es würde uns wahrlich vom Herzen freuen, wenn wir eines Tages Herrn Dr. M-. Sigl an einem solchen baumeln sähen. Eine solche Erhöhung seiner höchst „ehrenwerthen" Person wäre der einzig richtige Lohn für seine ^chuftenstreiche." Die bairische Armee wird sehr wahrscheinlich unter das Kommando eines erprobten preußischen Generals gestellt, mau nennt Steinmetz und Vogel von Falkenstein, und werden ihre Kooperationen mit der preußischen sofort beginnen. Aus Dresden wird gemeldet, daß das sächsische Armeekorps zusammengezogen, und daß bereiis einzelne Regimenter in Eilzügen westwärts befördert wurden; andere Meldungen lassen vermuthen, daß die Sachsen statt der Baiern nach Norden gehen werden. deren Hauptzweck die Trennung des Territoriums von dxr Stadt war. Die Seele der ganzen Agita-twn war der Deputirte Nabergoi, der denn auch ^riresfliches Kapital aus der Hetze der Triestiner ö^gen die slovenische Territorialmiliz (Juni 1868) schlug. Der Haß gegen diese Miliz, der sich in den rohesten Exzessen offenbarte, hatte keine andere Ursache, als daß sie nicht gemeinschaftliche «Sache Mit den Jtalianissimi machen wollte und sich aus den flavischcn Standpunkt stellte. Zwar blieben die Bestrebungen der Slovcnen, die Trennung durchzusetzen, erfolglos, aber um so schärfer und schneidiger wurde die Trennung der Gemüther, so daß nun die Stadt und das Territorium Triest sich scind-Uch gegenüber stchen. Liegen hier die Verhältnisse Wannt, so wurden sie es noch mehr gegenüber den Deutschen in Kram, wo die Menge schließlich gegen ^ „Nemskutarji" so fanatisirt wurde, daß es zu Akzessen der gröbsten Art kam (Uebersall deutscher Murner auf dem Jantschberge bei Laibach am 23ten Mai 1869 durch slovenische Bauern; anderweitige ^kZesse, gegen welche das Militär einschreitcn ^nßte). Kurz, die Elemente sind derart aus einander geplatzt, daß an einen Ausgleich und eine Versöhnung vor der Hand nicht zu denken ist. In den großen politischen Fragen, welche in der letzten Zeit Desterreich bewegten, nahmen die Slovcnen natürlich Partei gegen das Ministerium Hasner. Nach- Der preußische „Staatsanzeiger" publizirt eine Verordnung, betreffend das Aus- und Durchfuhrverbot von Waffen und Kriegsbedarf, ferner eine amtliche Depesche des Handelöministers an die Oberpräsidenten von Königsberg, Stettin, Hannover und Kiel, wornach der Buudesrath oeschlossen hat, im Falle des Kriegsausbruches mit Frankreich den französischen Kauffahrteischiffen, welche sich bei Beginn des Krieges in deutschen Häsen befinden oder welche später, bevor sie von dem Kriegsausbrüche unterrichtet sind, in solche Häfen einlanfen, gestattet werden soll, bis zum Äbiaufe von sechs Wochen, vom Tage des Kriegsausbruches an gerechnet, in den Häfen, wo sie sich befinden, zu verbleiben, Ladungen einznnehmen oder zu löschen. Aus Frankreich liegen wichligere Nachrichten nicht vor. Die kriegerische Stimmung ist dort ebenfalls im Steigen nnd der innere Streit vergessen. Die Massen singen die Marseillaise und rufen: Es lebe der Kaiser, es lebe der Krieg! Äm Samstag empfing der Kaiser den Senat Rouher hielt eine 'Ansprache, in welcher er sagte: „Die von Preußen verlangten Garantien wurden verweigert; die Würde Frankreichs ist mißachtet; Eure Majestät zieht das Schwert, das Vaterland ist mit Ihnen. Die aus-wallende Entrüstung über die Ausschweifungen eines durch einen Tag großen Glückes überreizten Ehrgeizes mußte früher oder später hervortreten. Der Kaiser Wulste zu warten, aber seit vier Jahren hat er die Bewaffnung und die Militärorgainsation vervollkommnet." Schließlich sordert Rouher den Kaiser aus, das Kommando der Armee zu übernehmen. Der Kaiser antwortete: „Meine Herren Senatoren! Ich bin glücklich gewesen, zu vernehmen, mit welchem stolzen Enthusiasmus der Senat die Erklärung ausnahm, die der Minister des Aeußern ihm zu machen beauftragt war. In allen Verhältnissen, wo es sich um die großen Interessen und die Ehre Frankreichs handelt, bin ich sicher, in dem Senate eine energische Unterstützung zu finden. Wir beginnen einen ernsten Kampf! Frankreich hat die Mitwirkung aller seiner Kinder nothwendig. Ich bin glücklich, daß der erste patriotische Ruf aus dem Senate gekommen ist. Er wird im Lande einen großen Wiederholt finden. Ein Telegramm aus Paris von gestern meldet: Fürst Gortschakoff ist iu Paris eingetroffen Vor Ablauf einiger Tage wird die militärische Aktion nicht erwartet. Der Kammer wurden zwei Gesetzentwürfe vorgelegt: Vermehrung der Schatzbons bis 500 Millionen und Gestattung, daß Deputirte Kommandostellen in der Mobilgarde anneh-men dürfen. „France" versichert, daß eine Hanno-veranerlegion gebildet werde. dem durch die Vorlage des NothwahlgesetzeS im März d. I. im österreichischen Reichsrath auch die schwachen Fädeu, welche dir Slovenen und die übrigen Südslaven im Re.chsrath hielten, zerrissen waren, legten am 31. März die slovenischen Abgeordneten gleichzeitig mit den Polen rc. ihre Mandate nieder und schieden aus den: ReichSrathe. Ausgleichsverhandlungen, wie mit den Czechen, hat das Ministerium Potocki mit den Slovenen nicht unternommen, die im übrigen auf ihren wiederholt for-mulirten Forderungen, namentlich auf der Bildung eines autonomen „slovenischen Königreiches" beharren. Wie weit sie damit kommen werden, muß sich zeigen. Man behalte stets im Auge, daß jeder Funke geistigen und jede Spur materiellen Wohlstandes, welche man unter den Slovenen findet, deutsche» Ursprungs sind. Verbesserte Landwirth-schast und Viehzucht, die wenigen Fabriken, die Krain besitzt, ebenso die gewerblichen Anstalten, die geistige Belebung des im allgemeinen noch außerordentlich rohen und abergläubigen Bolksstammes verdankt das Land der Slovcnen der deutschen Initiative, Intelligenz und Thätigkeit. Das künstlich emporgeschraubtc Vorgehen gegen das deutsche Element und damit gegen die Kultur wird sich an den Slovenen selber rächen, die damit gegen die Entwicklung ihrer eigenen Nation austrelen. Nach einer Depesche aus Frankfurt, 17. Juls, richtete die französische Regierung an die süddeutschen Staaten die Aufforderung, sich binnen 24 Stun« den zu erklären, ob sie neutral bleiben wollen. Den Schutz der Angehörigen des norddeutschen Bundes übernimmt die spanische Gesandtschaft. Die kleinen Staaten, welche der Krieg bedrohen könnte, halten sich übrigens bereit, ihre Neutralität eventuell zu vertheidigen. Die Schweiz mobilisirt 35.000 Mann und stellt sie an der Grenze zwischen Basel und Konstanz staffelförmig auf; Holland verstärkt seine Armee gleichfalls zur Aufrechterhaltung seiner Neutralität, und Belgien geht, um denselben Zweck zu erreichen, noch weiter. Es schickt nicht nur Truppen sowohl an die französische als an die preußische Grenze, eS bewacht auch die hauptsächlichsten Punkte der Luxemburger Eisenbahn und hat den Willen kundgegeben, diese Bahn zu demoliren, falls ein Einbruch — sei es nun der Franzosen oder der Preußen — versucht werden sollte. Reisende aus Köln bringen die Nachricht, daß 21.000 Mann Belgier an die französische Grenze gerückt sind und jsämmtliche Schienenverbindungen mit Frankreich zerstört haben. Belgien scheint also der Erklärung Frankreichs, seine Neutralität achten zu wollen, nicht viel Glauben zu schenken. Nicht so beruhigend sind die Maßregeln, welche Rußland trifft. Zwar dürfte die Nachricht eines Berliner Blattes verfrüht sein, welches meldet: „Rußland erklärt Frankreich den Krieg. In höheren militärischen Kreisen erwartet man stündlich den offenen Anschluß Rußlands an Preußen mit nachfolgender Kriegserklärung an Frankreich." Aber die Wahrscheinlichkeit, daß Rußland sich in den Streit einmenge, wächst. Der Petersburger Korrespondent der „Südd. Pr." schreibt: „Rußlands Aufgabe dürfte vorerst die der bewaffneten Neutralität sein. Sollte der Krieg in einem einzigen Feldzuge beendet sein und Preußen als Sieger hervorgehen, so so würde Rußland dieselbe Rolle zufallen, welche Frankreich beim Schluffe des Prager Friedens zu-gefallen war. Sollte sich aber der Krieg in die Länge ziehen oder Preußen die Ehanßen des Sieges verlieren, dann würde für Rußland die Zeit zum aktiven Einschreiten gekommen sein. Rußland kann ohne große Vorbereitungen in die Aktivität eintre-ten und 200.000 Mann in die Wagschale des Kampfes werfen. Bedeutungsvoll ist eine Nachricht der „Presse" aus Florenz vom 16. Abends. Man meldet: In diesem Augenblicke fand hier eine anti-französische Kundgebung statt, die von der nationalen Demokratie ausging. Massen zogen mit dem Geschrei: „Nieder mit Frankreich, hoch die Neutralität, es lebe Preußen!" zuerst nach dem auswärtigen Ministerium, dann nach dem Hotes des Gesandten des Norddeutschen Bundes. — Am 17. erschien eine königliche Ordre, durch welche zwei Altersklassen einberufen werden. Bei uns in Oesterreich mehren sich die Forderungen nach strengster Neutralität, ebenso in Ungarn. Letzteres will von einer bewaffneten Neutralität absolut nichts wissen. Die Mitteilungen von Einberufung und Kriegsbereitschaft werden, wie schon bemerkt, entschieden dementirt. Nach einer Korrespondenz der „Tr. Ztg." scheint ein Kollektivschritt Oesterreichs, Italiens und Englands in Vorbereitung, mit welchem diese Mächte einen letzten und nachdrücklichen Veisöhnungsve:snch zu machen gedenken. Die Anregung dazu ist von England anSgegangen. Nach einem Telegramme der „Morgenpost" vom 16. Juli richtete die Kö' nigin Viktoria an Kaiser Napoleon und König Wilhelm persönlich telegrafische Vorschläge zu einem letzten Ausgleichsversuche. Der norddeutsche Reichstag ist für heute in Berlin einberufen worden. Heute soll nach einer Nachricht der „Tr Ztg." in R v m in öffentlicher Konzilssitzung die Unfehlbarkeit prvklamirt werden. Der „Pr." wird untcrm 17. aus Berlin te legrafirt: Aus Peking wird gemeldet: Fran z o sen wurden in Tsien-tsin am 21. Juni massakrirt ihre Niederlassungen angezündet; die Deutschen und ihre Besitzungen blieben unversehrt. Die auswärti gen Vertreter richteten eine Kollektivnote au die chine fische Regierung. _______ Zur Tagesgeschichte. — Ein Wiener Blatt wollte erfahren haben daß viele junge Wiener sich als Volontärs in die französische Armee aufnehmen lassen wollten, um gegen Preußen zu fechten. Wie vereinzelt dieser Fall dasteht geht aus der, der „Vorstadt Ztg." zngehenden Mittheilung hervor, daß eine größere Anzahl Mitglieder der Burschenschaften „Arminia," Silefia," „Teutonia," „Olimpia," von echt deutschem Patriotismus beseelt, ge sonnen ist, in die norddeutsche Armee freiwillig einzutrelen ferner daraus, daß vorgestern Morgens Schaaren von deutschen Studenten das Bureau des preußischen Ge sandten v. Schweinitz belagerten, um durch seine Vermittlung die Erlaubniß zum Anschluß an die deutschen Fahnen, sowohl von Seite der österreichischen als preußischen Regierung zu erlangen. Auch hier war die „Arminia" an der Spitze der Bewegung, die ihren Ursprung hat in der glühenden Begeisterung sür das große deutsche Vaterland. Lokal- und Provinzial-Angelegen heit er,. Lokal-Chrom!. — (G eme in d e r a t hs s i tzn u g.) Morgen um 5 Uhr Nachmittags findet eine außerordentliche Ge-meinderathssitzung statt, in welcher die neue Feuer-löschordnuug für Laibach zur Verhandlung kommen wird. — (Klerikale Konferenzen in Wien.) Die Führer der klerikalen Partei aus Tirol, Krain u. s. w. halten gegenwärtig in Wien Konferenzen ab, an welchen Graf Barbo, Svetec, Dr. Costa und selbst V. C. Supan theilnehmeii. Zweifelsohne wird die klerikale Opposition die dermaligen Zeitverhältnisse in ihrem Sinne auszubeuten suchen; das Fischen im Trüben ist ein besonderes Kennzeichen der Frommen im Herrn. Für die obdachlose Witwe gingen ein von dt. N. fl. 5. Eingesendet. Keine Krankheit vermag der delikaten ligvslös-eisre äu liarrv zu widerstehen, und heilt dieselbe ohne Medizin und Kosten alle Magen-, Nerven-, Brust-, Lungen-, Leber-, Drüsen-, Schleimhaut, Athem-, Bla-sen- und Nierenleiden, Tuberkulose, Schwindsucht, Asthma, Husten, Unverdaulichkeit, Verstopfung, Diarrhöen, Schlaflosigkeit, Schwäche, Hämorrhoiden, Wassersucht, Fieber, Schwindel, Blutaufsteigeu, Ohrenbranseu Uebelkeit und Erbrechen selbst während der Schwangerschaft, Diabetes, Melancholie, Abmagerung, Rheumatismus, Gicht, Bleichsucht. — 72,000 Kuren, die aller Medizin widerstanden, worunter ein Zeugniß Sr. Heiligkeit des Papstes, des Hofmarfchalls Grafen Pluskow, der Marquise de Br«zhau. — Nahrhafter als Fleisch, erspart die Revaleöcivre bei Erwachsenen und Kindern 50mal ihren Preis in Mediziniren. Zertifikat vom Herrn Dr. Mediziue Joscf Viszlay. Szelevcny, Ungarn, 27. Mai 1867. Meine Frau, die mehrcre Jahre an Appetitlosigkeit, Schlaflosigkeit, allgemeiner Schwäche und Schmerzen gelitten und alle Medikamente und Bäder vergebens versucht hatte, ist durch Dn Barrbs Revalescisre gänzlich hergestellt worden und kann ick dieses exzellente Nahrungsmittel jedem Leidenden bestens empfehlen. Im tiefstem Laukgefllbl verbleibe ich mit Achtung ergebenster Diener Josef Liszlay, Arzt. In Blechbüchsen von Pfd. fl. 1.50, 1 Pfd fl. 2.50, 2 Pfd. fl. 4.50, 5 Pfd. fl. 10, 12 Pfd. fl. 20, 24 Pfd. fl. 36. — LöVLleseiörs Llioeolirtss in Tabletten für 12 Tassen fl. 1.50, für 24 Tassen fl. 2.50, für 48 Tassen fl. 4.50, in Pulver für 12 Tassen fl. 1.50, 24 Tassen fl. 2.50, 48 Tassen 4.50, für 120 Tassen fl. 10, 288 Tassen fl. 20, 576 Tassen fl. 36. — In beziehen durch Barry du Barry L Co. in Wien, Goldschmiedgasse 8; in Laibach bei Ed. Mahr, Parsnmeur; in Pest Török; in Prag I. Fürst; in Preß bürg Pisztory; in Klagenfurt P. Birnbacher; in Linz Haselmayer; in Bozen Lazzari; in Brünn Franz Eder; in Graz Oberranzmeyer, Grablowitz; in Marburg F. Kollet nig; in Lemberg Rottender; in Klausenburg Kronstädter, und gegen Postnachnahme. Witterung. Laibach, 19. Juli. Gestern Nachmittags Gewitter ans NW. niit heftigen elektrischen Entladungen und Guß. Nachmittags trübe In der Nacht Regen. Henke kühler Tag, mäßiger Nordost. Wärme: Morgens K Uhr 13.3°, Nachmittags 2 Udr -z- 19.0" (1860 -j- 20.3; 1868 -j- 23.0°) Barometer 327.05"". Dasgestrige Tagesmittel der Wärme s- 14.9°, nm 0.5" unter dem Normale. Der gestrige Niederschlag 10 5"'. Angekoimncne Fremde. Am 18. Juli. Hiv«. Pribyl, Kraiuburg. — v. Baenmen, Triest. — Fnssenegger, Kfm., Wien. Dr. Bratkovic Cilli, — Hödl, k. k Hauptmann, Preßburg. — Fink, Fabriksbes., Graz. — Schrapoch, Kommis, Graz. Fuchs, Kfm , Wien. — Möschl, Kfm., Wien.-Schmidt, Kfm. Wien. kl» Pichler, mir Frau. Obrovitz. — Kabas, mit Frau, Klageufnrt. — Stromayer, Graz. — Radinovic, Geistlicher, Agram. — Radinovic, Privat, Agram. Schorsky, Privat, Karlstadt. — Sokolic, Eubar. — Levy, Feistriz. — Gerbatz, Handelsm., Triest. — Fischer,Kfm., Wien. Liebisch, Feuerwerker, Stein. Gulic, Handelsm., Sessana. — v. Stohr, Fiume. Bcrstorücue. Den 18. Juli. Elisabeth Kos, Inwohnerin, alt 7! Jahre, im Zivilspital, an der Entartung der Unterleibs organe. Marirllicricht. R»dolf6wertl>, 18. Juli. Die Durchschnitts-Preis, stellten sich auf dem heutigen Markt, wie folgt: f>. kr. fl. ^ kr. Weizen pr. Metzen 4 60 ^ Butter pr. Pfund . — 46 Korn „ — — l Eier pr. Stück . . - I 1- Gerste „ 2 65 Milch pr. Maß - U) Hafer „ 2 15 Rindfleisch pr. Pfd. — j 24 Halbfrucht 4 Kalbfleisch „ — 24 Heiden „ 3 60 Schweinefleisch „ — . — Hule — — Schöpsenfleisch „ — 18 Kukurutz „ 3 60 Hähndel pr. Stück . — 25 Erdäpfel „ — — Tauben — 18 Linsen ,. — — Heu pr. Centncr . 2 30 Erbsen „ — — Stroh „ 1 10 Fisolen „ 3 84 Holz, bartes, pr. Klft. 6 50 Riudsfchmalz pr. Pfd. — 45 — weiches, „ — Schweineschmalz „ — 45 Wein, rother pr. Speck, frisch, „ — — Eimer 8 - Speck, geräuchert, , — 40 — weißer 7 — Telegramme. Paris, 18. Jnli. Gestern Abends ist ein französischer General mit ver offiziellen Kriegserklärung nach Berlin abgegangen. In der Sommatiou an die üddeutschen Regierungen bezüglich deren Neutralität verspricht Frankreich, denselben im Falle ihrer Neutralität die vollste Berücksichtigung und droht andernfalls eine rücksichtslose Behandlung an. Das Erscheinen einer Proklamation au die deutsche Nation steht unmittelbar bevor. Es wird darin die Beschränkung des Krieges auf Preußen ausgesprochen und versichert, daß Frankreich keinen Zollbreit deut-cher Erde nehmen wolle. Mittwoch den 20. Jnli im -« »irvLH krosses Toursrt zum Bortheile des Kapellmeisters 6eo> g 8elisntl. Aus dem besonders zu bemerken: Fantasie aus „Undine" von Lortzing — „Chor der Schaar wache" von Gretry. — „Ungarische Traumbilder" von SchantI, — „Anf der Alm" von Franz L'. Schantl. — „KUnstlergniß," Polka francaise, und „Bahn frei," Polka schnell von Strauß. Anfang 8 Ulir. ,277) Untres 15 Irr. Zm Aachricht. Gut kouduisirte Burschen, im Alter von 16 bis 18 Jahren, werden in der Kasinv-Nestauratiorr als DM- Kellner "MD ausgenommen.___________________________(278—i) Wahrheitsgetreue Anerkennung Dies« gute 8aebe betriü't nämlieli die bekannte und bei-übmte Anatlierin-2aknps8ts, velebe in Vien, 8tsdt, 8ogne>-gas8e 2, von dem rsknsrrte kei-i-n llr. ?op-, dargestellt vird, dessen übrige Labnmitteli ^natberiu-LIundvasssr, 2abnxulver, sielr aueb überbaupt dnreb ganx besondere Vorzüge ausriviebnen. leb Iiabe ltiese ^natliei-in-rslinpssts viederbolt selbst gexrüt't uncl aueli bei vielen Lalinleidenden, velelie von dieser 2abn-xasta 6ebraueb gemaebt baben, dis Leobaedtung gemaebt, d»8s die ^Virkungen üerselden gsnr ausgereivk-nete 8ind uncl ds88 die8eibe dsber nsob meinen 8org-faitigen öeobsebtungen uncl ki-fgkrungen vor jeder ändern 2sbnps8ts unbedingt und in jeder Seriebung den Vorrug verdient. In8be8ondere aber i8t di«8e Hnstbei-in-rskn-pa8ta ds8 siiervorti-effliebste Neinigung8mittel füi' die Isbne und tritt dadurok gleioli8sm in den »sng eine8 Koob8t unentbebrlieken 6e8undkeit8mitte>8; denn eine grnndliebs Reinigung der Läbne ist das beste Llittel, dieselben gegen r'änlniss rin seiiüt/eii, und kariöse LLbne erzeugen sobleebte Verdauung und sebleebte Lrnäbrung, aligeselwn von deu ganri elltsstr-Iiellen und qualvollen ^abuseliinerxen, velebs dureb verdorbene 2äline ver-ursaebt werden. Ls muss somit der V/akrlieit gemäss anerlvsnnt verdeu, dass die ^uatbsrill-Labnpasta des Herrn l>i'. 1'01>k in 'Wien siel» dureli ibre grossen Vor-2üKs vor jedem äbnlieben derartigen Nittel bvebst vor-tlieilliatt uusüeiebnet nnd dass dieselbe daker mit Ueebt xnm allgemeinsten nnd ausgedelintesten 6ebranobe em-xtolilen xu verden verdient, vas ieli Iiierdurel, mit meines Xamens Dutersedriit und Liege! besebeinixe und beglanliige, den» Herrn vr. kopx es gauü überlassend, von diesem geviss ebenso valirlieitsgetrsuen vie unxar-teiiseben ^nerkenntniss jeden beliebigen 6obraiivk maeben. (8—2) 8er in H», . « Flttll«?» , (1^. 8.) Nediüinalratli. Xu ligheu iu i b !> >; Ii bei I'otriöill I'irlt«r, ,s«I>. Ivi'n^clionil/, Ld. »nlir uncl ?. .^1. 8t-Ii,»j>> : Krriinbuij; lie,!'. lil i.^per uub. 8(-I>N»»ix, .^>otl»i!it, i >v >' ,1 s i! i II >i»i Ilitltvr, ^jiollioliur: uu (lols8-n u r t l, b(>i I>. lii/./.nIi, ^>odi(!>«:i', und I!el >^iiiu»i!; 6 >i e !< l o l 6 b^i keiellr. 8HiNvIi68 , ^>ioll>el»oe; 8teiu !ioi .lut,», ^potliekvr; vv i p >> o e l, bei ^»<«»1 V^pvri«, .X^vUiokvi : » i'/. bei ki'uur l'»»>o»i, ,^siotbe- lit'i-, UII(! ,1. Iveller : >v n r t 6 II b e I'bei P. Wieuer Börse vom 18. Juli. LtsalsrouL«. Zperc. österr. Wabr. . dto. Rente. öst.Pap. dto. dto. öst.inSilb. >^oie von 1K54 . . . üo^e von IrE, garr^e Lose von 1860, FiLr.fr. prämiensch. v. 1864 . QruLällLtl.-Odl. Steiermark ^u5vLt. Kärnten, Krcnn u. Küstenland 5 ^ Ungarn. . ;n5 Kroat.n. Slav.5 ^ Sieöenbürg. .. ö ^ /iationalbanr . . . Lreditanstalt . . . K. ö. Eöconrptc-Gei. Lnalo-österr. Bank . Oest. Bodencred.-A. . Oest- Hypoth.-Bank . Steier. EScompr.-Bk. iiais. Ferd.-Nordb. . Lüdbahn-Gesellsch. . icai». Elisabeth-Bahn. Larl-Ludwig-ZZahn Siebenb. Eisenbahn . ^ais. Franz-Iosefsb.. Z-:infk.>Larcier E.-B. ^!fö!d-Fium. Bahn . r?Ls.Qrrdr1ofv. -iation. ä.W. verloßb. 'Ina. Pod.-Creditanst. !Mg.ött,Bod.-Crrdit. dto. in 33I.rückz. . Geld Ware^ 52.- 61.^5 88.59 i>8.75 95.— —-Oeft. Hypoth.-Bank . 6i??2 ^^or1tLL»-OdLlK. «k>.— Südb.-Ges. zu500Fr. 89.- dto. Bons 6 pät. 9 ».r5 Nordb. (io« sl. CM.) 95.50 Sieb.-B.(200fl.ö.2v.) NudolfSb.(300fl.ö.W.) Franz-Jos. (LOOfl.S.) 75.50 77.- 66!.— 662.— 208.— 800.— 802.- 182.75 Id3.— 800.— 1890 1895 18,-50 181.— 176.- 180.— L' 4.— r-04.50 150.— 152.- 172.- 174.— 148.— 150.— !48.- 149.— 91.— 92.— 89.75 90.25 104.— 105.— 89.50 Geld Credit 100 fl. ö. W. . !iZZ. Don.-Dampfsch.-Ges. ZU 100 fl. CM. . . 99.75 Triester 100 fl. CM. . 122 50 ^dlo. 50fl. ö.W. . 61. Ofener . 40 fl. ö.W. 34.— Salm .. „ 40 ^ 40.50 Palffl) . „ 40 ^ 29.50 Clary . „ 40 „ 36.— St.GenoiS„ 40 ^ 29.50 WindischgrLtz 20 ^ 20.50 Waldstein . 20 „ 22.25 Keglevich . 10 „ 16.— Rudolfsstift. 10 ö.W. 14.50 (3 Mon.) ÄigSb. lOO fl.südd.W. Franks. 100 fl. „ „ London 10 Pf. Sterl. Pari- 100 Francs . 2LÜQDVQ. >.50 37.— 30.50 21.— 22.60 17.— 15.50 113.-- 113.-- 130.50 52.- 6.^ irs.so Telegrafiscker Wechselkurs 20M 19 Juli. 5perz. Rente üsterr. Papier 50.—. — 5perz-isterr. Silber 59.— . — 1864. — Kred'taktien >99.—. - London ^ Silker 1M50, - NapoleonSd'or 11.04. _ Wertiger und für die Ä-daktion veraittworrltch l Oilomar Bamberg. Druck i-on Jgn. v. Kteinmai-r L Fed. Bamberg tn Laibach-