LaibachcrWMtlmg. Ar. 273. Pliln»«filltlon«pre<<: Im somptelr ganzj. st. ll, halbj. fi. 5.50. Für die Zustellung in» Hau» halbl. 50 lr, «ill ber Post n«n,l. st. >5, halbj. fi. 7.50 Freil«q, 29. November 3ns«ltlon«gebühl bi» l0 gellen : ima!«0lt., lm. NO tl., »m.' st.: lonft pl. Zeile > m. tt ft., Km. !l ll., »m. >o lr. u. !. ,I pCt. btlcchnet. Die zu gunsten deS Publ^cumS bestehenden lluSnahmen von der EinHebung eines Agiozuschlages bleiben unverändert. Der EinHebung des Agiozuschlages unterliegen fer-"tt nicht: l. auf der ersten ungar.-galizischen Eisenbahn die gebühren dtr statt deS Tarifes Nr. 2 seit l. November ^?2 in Wirksamkeit getretenen ermäßigten Holztarife; ., ll. «us der t. l. priv. galizischen Karl'Ludwig.Bahn ?" chlcuni«ung zu berichten. Nach den von diesem Ge- , "lo„sulllte dem ^ckerbauministcrium hierüber gemach- ls^ ^llttheilul,ssen findet glücklicher Weise dic eingangs i„ ^"le Nachricht lcmc Bestätigung, nachdem bis nun lj <"> Regicrungsbczirtc Küln noch kein stall der frag« ^ui>" ^^^escuchc beobachtet wurde und auch von einem lan>> " ^^ Krankheit in anderen Gegenden Deutsch' ° nichts bekannt ist. Die Action >cs Ministeriums JurrgPcrg ^ttll ^°" ^" «Presse" untcrm 20. d. M. an leitender öl,e '" eingehender Weise beleuchtet und constatiert, lllus ^ '"'' Genugthuung auf die Resultate des abge. ll"if?^ ^°^" und mit Muth in dic politische Zu, "Oesterreichs blicken können, b"K >>' "Vnsse" schreibt: ..Morgen wird es ein Jahr. vtrgff "Wiener Leitung" die kaiserlichen Handschreiben ^"'tlichtc. welche durch Ernennung des Ministeriums H, l «uersperg die Völker endlich definitiv von dem dar ? ^^ '^aschingsregierung erlösten. Tag um Tag dob««"" ^oimt vergangen, seitdem daS Triumvirat be< ^"l-Schäffle-Iirecel sein Mandat in die Hände "onarchen zurückgelegt. Die trostlose Zerrüttung aller Verhältnisse aber, in der die Verfassungsstürme das Reich hinterließen; die Katastrophe Veust, die sich unmittelbar an den Sturz des föderalistischen Regiments schloß, sowie das Fiasco KellerSpcrgs bei dem Versuche der Cabinetsbildung, das alles batle die Gemüther doch noch volle vier Wochen in der Befürchtung erhallen, als achöre eiue Rückkehr zu dem Experimente, Oesterreich auf die slavisch'glaubenseinheitliche Oasis zu stellen, keineswegs in das Vereich der Unmöglichkeiten. Werfen wir nun heute einen Glick auf das abgelaufene Jahr, so finden wir allerdings, daß «nicht jede Hoff« nung Wahrheit geworden." Aber die damals mit nur zu gutem Grunde pessimistisch gestimmte Verfassungs-partei hat sich selber und das Vertrauen in die Zukunft der Monarchie wiedergefunden. Sie hat mit Energie, mit Elasticität und Ausdauer den Kampf um die Wie-dereinrentung des nahezu aus den Fugen gegangenen Gemeinwesens aufgenommen. Eine Regierung, die nicht aus dem Reichsrathe hervorgegangen, hat sich mit demselben doch dermaßen zu identificieren gewußt, daß sie alle Vortheile eines rein parlamentarischen Gouverne« ments mit der Vermeidung der Nachtheile vereint, die demselben bei uns nur zu leicht ankleben. Der innige Zusammenhang zwischen Ofecutive wie Legislative ist hergestellt, ohne daß dieser durch Versetzung aller parla» mentarischer Capacitäten auf die Minlslcrbank das Rücken» mark ausgesogen wäre; ohne daß jene der praktischen Verwaltungslräfte entbehren müßte, die bei uns zur Con« solidierung der Verfassung doppelt nothwendig sind, und die sich in einem constitulionellcn Gemeinwesen so jugendlichen Datums unmöglich schon mit dem Gerufe decken können, als Volksvertreter eine hervorragende Rolle zu spielen. Allerdings hat eS. wie in jedem ernsten Kampfe, so auch in diesem nicht an Rückschlägen, noch an oer« geblichen Anläufen gefehlt. Das vergegenwärtigt uns wohl am besten die eben im Zuge befindliche Landtags« Session. Allein wenn wir daS offen bekennen, so ist e« dafür auch von doppeltem Werthe, daß wir gerade inmitten dieser Sturm» und Dranapcriobe in aller See« lenruhe darauf hinweisen dürfen, wie wir im großen und ganzen denn doch auf der acsammtcn Linie in entschiedenem und stetigem Vordrängen sind. während im Lager der Gegner Schrecken und Verwirrung wie noch zu leiner cnidern Zeit eingerissen. Gewiß sind wir weit davon entfernt, eine Episode wie die im tiroler Landtag auf dic leichte Achsel zu nehmen. Aber wenn dort nicht alles ist, wie es sein sollte, wollen wir deshalb ignorieren, ein wic erfreuliches Zeichen der Zeit es ist, daß wir heute das..Rechtsprogramm," diese jüngste Blüthe des VaumcS, an dem die ffundamental-Altilel gewachsen, mit lautem Gelächter begrüßen, während uns vor einem Jahre die gleiche Action des böhmischen Landtages mit Bangen erfüllt ... daß der Adreßsturm, der die Verfassung von Lemberg und Laibach bedroht, heule nun wie ein Orkan im Wasserglase erscheint ... daß selbst der „VollSfreuno" sich über die Versuche der Liliputaner, von Innsbruck aus das Reich oracmisiclcn zu wollen, trotz der Frömmigkeit, die sie zur Schau tragen, lustig macht. Wir begreifen sehr gut, daß wir noch manchen harten Strauß zu bestehen haben werden, chc wir ans Ziel gelangen, aber wir sehen auch, daß Wind und Wetter unS günstig sind, daß eine frisch- Brise das Fahrzeug sicher in den Hafcn bringen muß, wc.in nicht die eigenen Fehler der Bemannung oder der Steuer» mann cs kentern machen. Wohl brauchen wir frischen M»»th für das, waS> uns noch bevorsteht, darum lassen wir ihn uns nicht vergällen durch einzelne Fehlschlage, die uns als Warnungs-zeichen dienen, n cht aber verstimmen sollen. — Fehlt es do» wahrlich nicht an Erfolgen, die ganz geeignet sind, uns mit frohem Vertrauen in die Zukunft zu erfüllen. „So habcn wir ihnen alles in Trümmer geschlagen, daß sic in ihrem ganzen Leben leinen Reichsrath mehr zusammenbringen." jubelte die feudale Clique bei dem Amts« antritte des Ministeriums. Und stehe da. nachdem im ersten Anlauf spielend die Landtage von Oberösterreich. Mähren, der Bukowina zurückgewonnen, steht genau vier Wochen nach dem CabinclSwcchs'l ein Reichsrath da. der mit Zweidritlel»Majorität die Wahlgcsctznovcllc volicrl und so dem amnuthigen Secessionsspielc der föderalisti» schcn Gerngröße eioen unverrückbaren Riegel vorschiebt. ,Ein verfassungstreues Ministerium in Wien ist eine Unmöglichkeit mit /inem nationalen Landtag in Prag; einen verfassungstreuen böhmischen Landtag aber bringt lein Ministerium der Well mehr zusammen," prophezeiten Thun und Rieger, um die Unhaltbarleit des gegen« wärtigcn Regimes zu erhärten. Heute ist eine verfassungstreue Repräsentanz des Königreiches Böhmen in voller segensreichster Thätigkeit, welch letztere von der czechischen Bevölkerung dermaßen cmerlant wird, daß aus Dr. Rilger's eigenem Wahlbezirke Petitionen und Gravamina an den Landtag einlaufen. Aber täuschen wir uns nicht? Malen wir vielleicht unwillkürlich doch nocb so rosenroth. obschon wir die Schattenseiten deS Gemäldes nicht übersehen? „An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen," und in dem unaufhaltsamen Zersctzungsprozcsse, dem die llerical-feudal-nationale Ligue merkbar verfallen, spiegelt sich der wahre, unleugbare Werth der Erfolae. welche die VerfassungS-Partei unter der Aeaide des Min ist er i u m s A u erS -perg errungen, am getreuestc» wieder. Die Isolierung der Thun-Clam'schen Clique zunächst ist nahezu vollendet. Denn einerseits machen ebensowohl die hervor-raaendcn Kämpen der ultramontanen Partei wie die Casinos energisch Front gegen den staatsrechtlichen Schwindel, den Föderalismus unter dem Deckmantel der katholischen Interessen einzuschmuggeln und das Reich in Trümmer zu zerschlagen, in denen die feudale Sippe ihre Eulennester am bequemsten bauen kann. Andererseits hebt sich im nationalen Lauer eine Hand gegen die andere, weil die Partei Sladlovsly's nach« gerade fühlt, wie die czechische Süche am ärgsten dadurch comvromittiert, ja zum Hohn und Gcspötte ber Welt gemacht wirb, daß Patrioten vom Schlage eineS Rieger und Skrejschovsky die nationale Agitation der finsteren Reaction zur Verfügung stellen. Somit haben wir. die negativen Resultate zu den positiven Ergebnissen fügend, allen Grund, mit Genugthuung, rocnn auch nicht mit Selostacfällinleit. auf die Vergangenheit und mit frohem Muthe, wenn auch beileibe nicht mit blinder Hoffnungsscligleit. in die Zukunft zu blicken. Haben wir so viel errungen, um nicht an unserer Mission zu verzagen, so haben wir doch noch viel zu viel zu vollbringen, um uns in leichtfertige Sicherheit wiegen zu lassen." Zur Allion der Landtage. (20. November.) N ieverö st erreich. Der Landlag beschäftigte sich mit nachstehender Tagesordnung: 1. Antrag des Gcmcind?ausschusses liber die Regierungsvorlage und den Gericht des LanpcsauSschusscS wegen Errichtung von VermittlungSämlein. 2. Antrag des Lanbeslulturaus-schusscs über die Regierungsvorlage, betreffend die Schonzeit deS Wildes. 3. Antrag desselben Ausschusses über die Einführung des Schlachthauszwanges in den Vororten Wiens. 4, Acht Anträge des Bauausschusses. 5. Antrag des LanoeslullmausschusseS. (i. Fünf Antrüge des Vcrwaltungsausschusses. 7. Drei Anträge des Fi. nanzau«»schusst, wenn die Rechte die Motivierung im Korizmico'schen Antrage fallen lasse. Und als ob heute alles eiue ebenso glückliche Hand haben sollte, als sonst leider nur zu oft dus Ge-genlheil der Fall zu sein pflegt, hatte auch urr Piä'Ml't den trefflichen Gedanken, die Sitzun; für einc Viertel» stunde zu suspendieren, damit die Abgeornetcn sich untereinander besprechen können. Die Dealpartei war sofort mit sich darüber im Reinen, daß es üb>'raus wünschenswert!) wäre, die von der sinken dargebotene Versöhnung zu accepticren, allein die Motivierung bildete eben jene Genuqthuunq, welch» die Partei dem Ministerpräsidenten und dcm Cabincle geben mußte und auch wollte, die also nur über directcs Verlangen des Ministeriums fallen gelassen weiden konnte. Dies wurde auch den im Miniswzimmer versammelten Mitgliedern der Regierung bekam»! gegeben. Graf Lonyay erklärte fofort, er für seine Person verzichte um des Friedens willen und im öffentlichen In- teresse gerne auf jede persönliche Satisfaction, allein in der Motivierung sei auch der „verletzten Würde ties Hauses" gedacht und in dieser Beziehung scheine ihm denn doch eine Reparation nothwendig. Somssich übernahm nun das Amt des Parlamentärs zwischen dem Mllnsterzimmer und dem Eonoersationssaale, wo sich Cseruatony und Tißa befanden, Die Verhandlungen dauerten über eine halbe Stunde, während weicher Zeit die Äbgeordlielen in fieberhafter Erregtheit im Saale und in den Corridors gruppenweise beisammenstanden und über das Vorgefallene und waä weiter zu thuu sei, ihre Meinungen austauschten. Um halb zwölf Uhr wurde die Sitzung wieder er» öffnet; unter unbeschreiblicher Spannung harrte das Haus dessen, wuS nun geschehen sollte. Nach einigen Minuten erhob sich Csernatony von seinem Sitze; in semcm bleichen Gesichte zucktc jede Fiber und obwohl ! Todtcnstille im Ha^lsc herrschte, waren seine Worte an-, sanglich kaum vernehmbar. Oie Aufregung erstickte ihm die Stimme. Langsam rang sich dann Wort um Wort, Silbe um Silbe aus der gepreßten Brust hervor und daS Haus erhielt jene offene, unumwundene Erklärung, o,c wir an einer anderen Stelle mittheilen. Csernalony betont cS in seiner Rebe zweimal, daß daS HauS vollen Grund gehabt habe, mit ihm unzufrieden zu sein; cr bedauere daS Geschehene und bitte, es zu vergessen. Un» ter lautem Beifallsstürme deS ganzen Hauses und von dcü Abgeordneten der Linken lebhaft beglückwünscht, ließ sich Csernatony auf seinen Sitz nieder. Nun ergriff der Ministerpräsident das Wort zu einer kurzen, von hoher Selbstverleugnung zeugenden Enunciation, worin er auch sein Bedauern über die Vorfälle vom 18. ausspricht und im Interesse der Eintracht und Ruhe deS Hauses die Motivierung des Korizmics'schen Antrages sallen zu lassen bittet, waS denn auch angenommen wurde. — Wi' können nur dem Wunsche und der Hoffnung Ausdruck geben, «S möge der Eindruck der heuligen ergrei-fcnden Szene bei allen Parteien ein nachhaltiger sein und man möge sich von» allen Seiten bemühen, den Eifer für die eigene Ueberzeugung, die Energie im Angriffe, wie in der Vertheidigung mit den Regeln des parlamentarischen AnstandeS, mit den Geboten der gegenseitigen Achtung in Einklang zu bringen." Politische Uebersicht. saibach, 28. November. DaS preußische Abgeordnetenhaus erledigte in dritter Lesung die KreisordnungS-Vorlage. In der Generaldebatte bcstritt der Minister deS Innern ge-geliübcr den Confervativen, daß die Regierung einen unerlaubten Druck auf daS Herrenhaus ausgeübt habe; die Regierung habe nur den großen Werth betont, wel« chei- sie auf die Vorlage lege. Ueber die Mittel zur Sicherung des Gesetzes im Herrenhause lasse sich hier nicht discutieren. Der Minister fragt, ob das Herrenhaus odcr die Rechte des Abgeordnetenhauses, als die Nrmeeorganisation in Frage war, gegen die Auflösung des Abgeordnetenhauses polemisierte; die Regierung halte die Krcisordnung genau für so nothwendig, als seinerzeit die Armccorganisation, und bedauere, daß ein Theil der Rechten solches nicht anerkennen wolle. Wenn an Dienste erinnert werde, welche die Conservative« in der Z.it deS Col'flicts dem Ministerium geleistet hiben, so müsse er an das erinnern, was die Regierung damals 'ür die Conservativen gethan hat. Die Generaldebatte wird geschlossen, nachdem Virchow die Stellung »el Fortschrittspartei motivierte, welche trotz Ablehnung ihrer Amendements für die Vorlage stimmen werde. In der Specialdebatte führten die Amendements der Conservative« zu 3 89 und § 182 (Ausschluß der Provinz^ sen) zu riner weitern kurzen Äebatte. Sodann wurdeü alle Paragraph?, nebst dem Wahlreglcment und in namentlicher Schlußabstimmung das ganze Gesetz mit M gegen 91 Stimmen in der Fassung der Regierung oollage angenommen; dagegen stimmten die Polen, dtl größte Theil des Centrums und ein kleiner Theil »tt Conservative». Die „zkrcuzzcitung" fordert die Majority des Herrenhauses auf, ihrem früheren Beschluß über die Kreisordnungsvorlage tre« zu bleiben. ^ conservative Partei müsse im Kampfe gegen den So"«' lismus stark bleiben und dcm Liberalismus ent^eaei'ttt' ten. Zum zweitenmal« müsse das Herrenhaus die Parolc wählen: Brechen, nicht biegen! — Die Nachricht, daß Minister OrafTulenburg den O-sai.dtschaftSposU" in Paris an Stelle deS Grafen Arnim übernehmt werde, wird von der „Spener'schen Zeitung" als reiül Conjcctur bezeichnet. Wenn sich die Angabe deS „Siecle" bestätigt. fo°" Thiers seine in der Botschaft gemachten VorfW zur Organisierung der Regierung fallen gelassen »^ eine von Casimir Perier zu beantragende Tagesordn»^ angenommen, welche ihm das Vertrauen der NatiM' Versammlung ausdrückt, im übrigen aber das Prov^ rium seinem ganzeu Umfange nach wieder herstellt. ^ mit wäre der Ausweg aus der Krise gefunden auf ^ neutralen Boden des bisherigen Undefinierten Zustand — Das „Journal des DebatS" sagt. die Majors von 24 Stimmen bei dem Votum, welches die Al' ttauensfiage stellte, ist nicht eine Majorität, mit " man regieren könne. Thiers bleibt nichts übrig als l" sagen : Geben Sie mir die nöthigt Macht, um zu l<' gieren, oder regieren Sie selbst. Die italienische Regierung rechtfertigt ihren "^ schärften Erlaß betreffs der Quarantäne iB Oesterreich mit Reklamationen des französischen u" spanischen Gesandten, welche die italienische Regier»" verständigten, daß für ben Fall der Contumaz-AuftasD an der italienischen Grenze die Schiffe italienischer FlaA in französischen und spanischen Häfen der Quaranta" unterzogen würden. Die officielle belgrader Zeitung veröffentlicht "> zwischen Oesterreich-Ungarn und Serbien <"' geschlossenen neuen Postuertrag. — Die Regies kam dcn Geldinstituten mit ansehnlichen SununlN ö Hilfe; die Krise ist zu Ende. Im Congresse zu Madrid gab Zorilla AufkläruB" über den Stand der Insurrection. Er W dieselbe für bedeutungslos. Nach Andalusien sind ^ reitS Truppen abgegangen und werden morgen abl>' mals Truppen dahin abgesendet. OrdnungSstörungt«' welche jedoch sogleich unterdrückt wurden, werden gM' det von Velez und Malaga. Im Militärdistricte Mu"'" wurde der Belagerungszustand proclamiert. In Sal> ander fanden in der letzten Nacht Ausschreitungen si^ unter den Rufen: Es lebe die Republik. Die 6io>> garde zerstreute die Meuterer und nahm vier derselben s fangen. In Almeria wurde die Concentrierung " Civilgarde veranlaßt. Endlich kamen auch Ruhestörung in Gijon vor. Nitter Plaubart. Novelle von Albert Reinhold. (Fortsetzung.) Mittlerweile schritt der Abbruch der Mauer und deS Parkes zum großen Aerger der Frau von Roden« Höfen rasch vorwärts. Schon war wcniusttnS dic Mauer bis auf den Grund abgebrochen, ja nicht allein das, die Steine, welctie die Grundlage bildeten, wurden sclbsl aus der Erde heraufgeholt und statt ihrer kleine Ääume hingepflanzt, aber keineswegs eine so undurchsichtige Hecke, wie es die Geheimriithin für nothwendig erachtet halte. Nur der chinesische Pavillon stand noch immer, wenn auch nicht ganz, doch so, daß die Geheimräthu« noch immer nichts thun konnte, um den Nachbarn von dort die Aussicht in ihren Garten zu hindern. Das Gerücht in dcm Städtchen hatte sich bald mit besonderem Fleiße die Aufgab: angelegen sein lassen, die Verhältnisse des Nachbarn zu ergründen und so schwierig dasselbe auch bei dessen vollständiger Abgeschiedenheit von der Welt schell«» mochte, man war doch damit fertig geworden. Der Herr war niemaud anders, als der vor langen Jahren nach Afrika ausgewanderte jüngste Sohn des Freiherrn von Werden, die Dame— wer hätte bei so verdächten Umständen daran zweifeln mögen? — seine Geliebte. Warum verbarg cr sie sonst so sorgsam den Augen der N^ll? Niemand hatte sie seit dem Tage. wo sie dichtverschleiert das alte HauS betrat, wieder ge. sehen und man hatte sich so sehr auf ihre gewiß außerordentlich interessante Bekanntschaft gefreut. Eine gab's freilich im Stäbchen, welche noch wohl weitere Auskunft über die geheimnisvolle Dame hätte geben können, und das war Lenore von Rodenhofen. Aber diese schwieg beharrlich still, ein heimliches Frösteln überlief sie immer, wenn sie nur an den Mann dächtt, und sie erinnerte sich dabei jedesmal deS Märchens, welches ihr in ihren Kindertagen so viel Furcht und heimliches Zittern eingeflößt hatte, des Märchens vom Ritler Blaubart. „Vlaudarl l" Ja, das wnr unbedingt der rechte Name fin dcn Mann. obgleich Ritter Blaubart in dem Mälchenbuche der Großmutter ihr immer etwas furchtbarer in ihrer Phantasie vorgeschwebt hatte, als der junge Freiherr von Werden lu Wirklichkeit war. Dieser sah. obwohl sonnenverbrannt, demioch sehr gutmüthig und ruhig aus, trotz des großen dichten Vollbartes, und seine sanften, blauen Augen flößten unbedingtes Ver-trauen ein. Ohne Lenorens Vcnu, theil wäre sie wohl schwe»lich jemals dazu gekommen, ihn der Verbrechen eines «Blaubartes" fähig zu halien, aber wenn sie feiner gedachte, dann erinnerte sie sich auch unwilllührllch der schönen, blassen Dame und sie sah immer, wie er dieselbe durch die Gänge des Gartens nach dem Hause hinzerrte. Balc. nannte sie ihn heimlich nicht anders, als „Glaubart" und war fest entschlossen, wenn sich jemals dazu die entfernteste Gelegenheit böte, die Dame aus den Händen des grausamen Mannes zu befreien. Der Wind jagte über die Stoppelfelder und zwang Lenoren oftmals daS Zimmer zu hüten. Er fuhr brausend durch die Bäume des Parkes und schüttelte das Laub wild von den Bäumen. Längst war der Blu- menflor im Garten der Geheimrälhin verschwunb^' hier und da blühte allenfalls noch eine Rose, eine l>l einzelte Aster, wohl auch einmal eine kümmerliche ^ gine, aber das war auch alles, weiter gab's nis mehr. ... Lenon saß mit ihrer Taute am Fenster u«o bl'^ in den draußen tobenden Sturm hinaus. Neben ^ auf dem Tische lag ausgebreitet ein weißes, dust>'^ Kleid, mit zahllosen farbigen Bändern geschmückt, N>"" Lenore daran befestigte. , Die Geheimräthln hatte ein geöffnetes IunH. lästchen vor sich und wühlte geschäftig zwischen den P,, lenschnüren und dem goldenen Flitter, aber sie schie" !gi ihrer Musterung durchaus nicht befriedigt und l" endlich ungeduldig das Kästchen fort. ^ „Nein, Lenore, es geht nicht. Eine fatalere ^ schichte konnte auch nicht passieren, als daß «l's , Gärtner im Stiche läßt. In der Stadt ist nicht ^i einzige Blume zu haben, und Gold und Perlen sil>°^ der Hochzeitsfeier deiner einzigen Freundin für ,^ durchaus nicht nach meinem Geschmack. Ich weiß der That nicht, was beginnen." ,« „Ich werbe ein buntes Band nehmen, Ta",zu« »ehmc,,, durch welches ?lusschsc,tungen seitens de, Me> rilan.,' verhili^',» werde", M'l Bezug all,' da^ Verlan-^!< wi>gtll liinsühüinq von Nesorme» i,n Eioilstaats dienst- wird der P aside,, t erllärc',, duß d, Aemter nach Mäßige d:s P-r>, nst ^ in'' >s.> R^siiiff^t,''! >md »icht wegen der politischen Meinung der Bewerber ver !lebc>, werden. — Oie Botschaft des Prüjidcnlen wiro slhr >!»!s^„n>tich sein; sic wid i„ oi,''>n-dcdnt^ Weise die uuswürt,gc Poll lit unt, die Äczichunaen ^u dm fremdrn Mächten bln'chrm. - Der Präsident wird in der Beschall auch die Annahme von Maßregeln anempfehlen, um den amerikanischen Handel auf dieselbe Stnfc zu heben, auf welcher er vor dem Kriege war. Haqesmmqkeiten Ueber die soziale Frage, beren Othandlung derzeit am Konferenztisch zu Berlin stattfindet, theilt die „Voss. Ztg." nachstehendes mit: ,E« werden auf der Confcrenz nur solche Fragen erörtert, zu beren Erfüllung der Staat seiner Natur nach berufen sein lann. Es werden daher zur Erörterung gestellt: 1. Belehrende Maßregeln zur Versöhnung der Gegen» !ähe, und zwar m Bezug auf die Arbeitgeber Über ihr eigenes Inlercssc au Befriedigung begründeter Anforderungen der Agiler und an der Fürsorge fllr ihr Wohlergehen, 'N Bezug auf die Arbeiter aber Belehrung Über das Fehl« lame der sozialistischen Doctrmen, Über d»e Nothwenbigleit der wesentlichsten Institutionen oer bürgerliche» Ordnung und llber die Nothwendigkeit des Zusammengehens mit dcm Kapital. ii. Maßregeln zum Schuhe der Arbeiter gegen die uachlhe,linsten Folgen der Concurrenz im Maximum der Arbeitszeit, Ausschließung der Sonutaqsalbeit, Schuh der Kinder und jugendlicher Altxuer gegen Au^bcutun^ in Fabriken — Schuh der Frauen in Fabnlen — Cuntrole u»' billiger Fabrilsordnungen, Sichtung uoi Verletzung und Entschädigung im Falle der Verletzung (Unfallsversicherun-gen), Sicherung der Freiheit, die Arbeit nach lurzer Kun. dlgung zu verlassen, Sickerung richtiger Lohnzahlung lc., Bestellung besonderer Organe zur Aufsicht über die Nus-^hrung der in obigen Richtungen zu erlassenden Vor» Driften. . 3. Maßregeln zur positiven Hebung der arbeitenden fassen durch Unterricht: Vollsfchule, FortbildungOschule, ^ushaltungslunde fllr Arbeiterfrauen und Mädchen, ^vllsbihliolheleu, Lesistuben, sodann durch Sorge für Ve» friedigung der vebensbedUrfliisse, Wohnungsfrage, Konsumvereine, Spelseanstallen, Bollsgärte» und sonstige Lrho> lungsanstalle», fc»>,cr die Mittel ^ur Kapilalanfamuilung vou Epliil^sscu, Lebensversicherungen, Buugenosseuschafleu und als Vorsorge sin UnglUctsfällc Kranlcnlassen. 'Invaliden lassen. 4. Maßregeln zur friedlichen Erledigung von Strei-ligleiten zwischen Arbeitgebern nnd Arbeitnehmern, Eini» gungsämter, Schiedsgerichte. 5. Endlich etwa zu ergreifende Reprefsivmaßregeln ge-^en die Arbeiter wegen Miabrauchs der Freiheit, und zwar Hegen Anwendung von Gewalt bei Ausübung des Coali« lwnslechles, gegen unbefugtes Verlassen der Arbeit und "^lich gegen unbefugte sozialistische Agitationen. — (Der Allerhöchste Hof) würde, wie die „L. E." mitlhei't. sehr gernc ununterbrochenen Win» teraufenthalt in Ölen nehme,, und zögert fortwährend mit der Abreise in be> Hoffnung, daß die Epidemie in den Slbwesterstädten ba"> erwich?« iein werde Einige Ge< stürzung erregte es l» Hufeisen, oaß ^uch ein Kutscher deS Hofstaates im Stallgebä»"- der lönigl. Burg in Ofen der Epidemie zum Opse, Nel, T,oydem sck" int die kaiserliche Famllie den Verlaus oer Epldemle adwallen zu wollen, um dann »ach Ofen ubersil !n » lönnen. Die Aller-höchsten Herrschaften haben lyre bisher gewohnte Lebens» weise m leiner Weise geändert. .Sollte der Hof von Gö-, döllö nach Ofen übersiedeln, so wird Kronprinz Rudolf ebenfalls von Wien zu längerem Aufenthalte in Ofen eintreffen. — . Personalnachr ich ten. ) Se. Vrc. der Minister de Prelis ist am 26. d. in Prag angelommen. — Se. Ezc. der handelsminister Dr. Vanhans muß wegen eines Unwohlsein« das Zimmer hüten, — (Versuche mit optisch.elettlisch en dichte) Am 22, d. abends wurden am Schmelzer Eier» cierplatze von der technischen Militärtruppe Proben mit oplisch-cleltrischen Lichtapparaten, wie sie im Kriege in Verwendung kommen sollen, vorgenommen; trotz des ziemlich starlen Nebel« gelangen die Versuche fast volllommen und war die Veleuchtung de« KahlenbergeS und Stephan«, lhurme« von guter Wirlung. — (Zur Bürgermeister-Conferenz in Klagenfurt.) Dreiundvierzig Gemeinde , Vorstehungen SleiermartS und Krains erklärten ihre Zustimmung zu den Beschlüssen der tärntner Landesbürgermeister«Konferenz. E« wird beabsichtigt, im Frühjahre Bürgermeister - Confe. renzen gemeinsam auf Kärnten, Steiermarl und Kram auszudehnen. — (Export von Schlacht, und Stech, vieh.) Vom Iimner bis incl. August d. I. sind au« der österreichisch.ungarischen Monarchie in da« Ansland und die gollausschlüsse nachstenbe Ouantitä'ten von Schlacht, und Etechvieh exportiert worden: 39.933 Stück Ochsen und Stiere. 22.209 Kühe, 4980 St. Jungvieh. 25.259 Kälber, 105.101 Schafe. Ziegen lc., 25.453 Lämmer und Kitzen, 99.393 Schweine und 20.667 Spanferkel. — (Die Maul- und Klauenseuche im Beziite Marburg) ist nun erloschen und hat da> rum auch die Bezirlshauptmannschaft die Abhaltung der Viehmärtte im ganzen Hprenqel wieder gestattet. Der straßer Viehmarkt, welcher auf den 30. d. M. fällt, darf nach einer Bewilligung der Bezirlshauplmannfchaft Leibnitz gleichfalls abgehalten werden. Locales. Krainischer Landtag. VII. Sitzunq. Laibach. 28. November. Landeshauptmann Dr. v. Kalten egger eröffnet die Sihnng um 10 Uhr 30 Minuten vormittags Das hohc Ha.is ist beschlußfähig. Als Perlre^r dcr kaiserlichen Regierung anwesend: l. f. Lcmdrspräsidcnt Alexander Graf Äuerspcrg. Da« Protololl über die letzte Landtagssitzung wird vorgelesen und verificiert. Ul,le, ocm Einlaufe befindet sich eine Eingabe der Gemeinde Tschcrnembl, enthaltend drei Gesuche um: 1. Auflösung be« GemeindeauSschuss-ß ,md Vornahme von Neuwahlen in Tschernembl; il. «lufstellung eines VezirkSarztes in Ischernembl; 3. Errichtung einer den Vezirl Tschernembl durchziehenden ttocomolio-Eisenbahn. Diese Petition wirb dem Gemeinde- und Straßenaue, schufst zur Berathung und Berichterstattung zugewiesen. Nbg. Dr, iftlei weis und Genossen interpellieren in Betreff der Trockenlegung des Zois'schen Grunde«. Der Herr Regierungsoertreter wird diese Interpellation in einer der nächsten Sitzungen beantworten. Landeshauptmann-Stellvertreter Peter KoSler und 25 Genossen überreichen einen Antrag betreffend das Gesetz über Grundsteuerregulierung. Der Rechenschaftsberichts- und Finanzausschuß halten SamStag den 30. d. M., der Wahloer,ftcierungSaus-sckuß am Sonntag, den 1. k. M., vormittags Sitzungen. Der RegierungSvertreter k. l. LandeSpräsibent Graf AuerSperg beantwortet die in der vierten Sitzunz in Vetress der Verwendung deS Stempels bei AuSfer-fertlgunsi cineS GrunbbuchSauSzuges über mehrere einem und demselben Eigenthümer angehörige Einlagen ye» stellte Interpellation dahin, daß bei NuSsertigung ieder Urkunde der im Gesetze tarifterte Stempel zu verwenden ist und mir bei jenen Urkunden eine Ausnahme platz' greife, wsnn die Geschäfte in unmittelbarem Zusammen-hange stehen und als ein einziger All anzusehen find. Die Eonstatierung dieser Kriterien ist den Gerichtsbehörden vorbehalten; die Finanzbehörde könne fich in diese Frage nicht einlassen, weshalb in dieser Beziehung an die Finanzb-Hörden aerichtete Reclamation oder Re-curse unzulässig sind. ler HerrRegierungSverlreter beantwortet auch die in der fünften Sitzung eingebrachte Interpellation betreffend die Uebertragung des Gerichts» und Stcuer-amtsfihrS von Plai'ina nach Loitsch dahin, daß bereits auf Grund der im Jahre 1866 gepflogenen Verhandlungen ttoitsch als Amtssitz für die Gebiete Planina. Idri, und Laos blstimmt wlnoe und der TransferiernnZ des Amtssitzes von Plauina nach Loitsch nunmehr kein Hin« dernis im Wege steb/. Hiernach wird zur Tagesordnung geschritten : Erster Punkt: Bericht de« Schulausschusses betreffend das Gesetz wegen Regelung der Errichtung, dcr Erhaltung und deS Besuches der öffentlichen Volks-schulen. In der G t neralde b at te ergreift Nbg. Pfarrer Tavkar das Wort. Redner bemerkt, daß in dem Volks-schulgesctze nur der Schulzwang, nur die Dauer der Schulpflicht besonders betonl, auf die Rechte der Ellern hingegen gar leine Rücksicht genommen worden sei. Ma« soll unstreitig für die geistige Ausbildung der Iuacnd Sorge liagen. aber «uch die Vermögens» und Erwerbsverhilllliissl der Ellern und die religiöse Erziehung der Kinder im Auge halten. Redner wirb gegen das Gesetz st.mmen; sollte dasselbe »uSsicht auf Annahme haben, so wird er Amendemente stellen. Abgeordneter Deschmann konstatiert, daß i» SchulauSschusse auch die Kirche vertreten war und gegen daS Gesetz leine Bedenken erhoben habe. Nbg. Tavkar werfe dem Gesetze oo», daß es dem katholischen Geiste, dem religiösen Gefühle Abbruch thue; Abg. Tavcar sei aber die Begründung der Vorwürfe schuldig geblieben. Im Vollsschulgesehe ist die religiöse Erziehung vorzugS-weise betont; der größte Fortschritt liege in den neuen Schulgesehen darin, baß die staatliche Autorität zur Geltung gclangt. Im Schoße deS Schulausschusse« ist volle Befriedigung mit dem Gesetze ausgesprochen worden und die geglmifche Stimme deS Abg. Tavcar stche vereinzelt da In der Spc c ialbebalte ergreifen die Nb-Mltmcten Dr. Costa zu § 17, Pintar zu § 24, Dr. Razlag zu Paragraphen 1? und 38, Baron Nbfaltrern zu § 17. Tavkar zu § 1? und Deschmann zu § 44 das Wort. Der k. l. LanbeSprüsident als Vertreter der Regierung empfiehlt dem Landtage die «nnahme der Regierungsvorlage aus das wärmste. Der VchulauSschuß habe, als er die Schulpflicht nur bis zum vollstreckten zwölften Lebensjahre annahm, wohl Motive inS Feld geführt, daß die Schuljugend sich immerhin auch bis zu diesem Alter die nothwendigen Kenntnisse aneignen könne; daß die ärmere Bevölkerung durch eine mehr-jührige Schulpflicht große Opfer zu bringen bcmüssigl sei; daß die Kinder der ersten und zweiten VollSschul-llasse nach erreichtem zwölften Uebensjahre nicht« weiter mehr zu lernen hatten und der ß 21 de« Reichsschulgesetze« vom 19. März 1869 Vorsorge gelrossen habe, welche Kinder über das zwölfte Lebensjahr hinaus noch länger in der Schule anzuhalten wären; vagen müsse der RegierungSvertreler bemerken, daß die Schulkinder bei regem Schulbesuche, bei vorhandenem Talente, bei besonderer Vildutiqssahigkeit und bei guter Anleitung auch bis zum vollstreckten zwölften Lebensjahre fich die nothwendigen Kenntnisse aneignen können; aber der Rebner könne andererseits den Bedenken sich nicht verschließen, ob denn die geistigen Anlagen mit dem vollendeten zwölften Lebensjahre wirklich so greift seien, um die erhaltenen Eindrücke behalten und im praktischen Leben gellend machen zu lönnen. Bei einer Schul» Pflicht bi« zum vollstreckten vierzehnten Lebensjahre werbe das Resultat kr Kindererziehung lebhafter hervortreten. Uleülll mullchu» Wanderung noch ein paai Rosenlnos-pe» tl.locckt. Vielleicht snid sie jctzl crblüht —" ..Od r oom Sturm entblättert", spöttele die Ge-Vimvülbin. ..Nichl doch. Tamchm. die Mnmen standen äußerst »«schiel - ich ,)l.n>be nicht, daß si uo,n Stmm ye-Mten hubt» ^st ^ doäi lcr Fall, so find^ sich sonst ",'cll^l „oh wrh! .ii,i,»c Zpätün c, Vülc >,ß mich unm.il il, dcn G^l.n hinabgehen" ,Nem. Lclioic. cS ist :.n sparser Nordos,". inemte °" Ä.heinnälhin besorgt, „da tau«cn solchc Ausflüge '" bich nicht, du bist zu zart organisiert -" .. .Äch, Tante, ich bin dmchauS nicht so verwcich- '">', wie dn immc, anlnmmsl. Gilte, laß mich ein. ^ hinaus, ich w'll mich auch recht warm einhüllen, /'"'n dich das beruhigt. Seit drei Tagen habe ich "'6>t einen Mund voll frische Luft belomimn. laß mich !" hinausgehen, das bischen Wind wird mir wohl 'Hl s° viel fchadcn." Die Tante besann sich. >,. ..Nun. so geh. du Quälgeist, meimtwcaen maqS h/"'" sein." sagte sie endlich. „Aber nimm mein großes ^Ues Tuch m,d hülle dich recht warm ein." ..Ach. Tantchcn, wie bist du so gut!" jubelte Lenore, ^ lvie tin Wirbelwind war sie aus der Slubc hinaus, ^ Hutchl, dic Tante möchte die gegebene Einwilligm,« ^"tn und sie wieder zurückhalten. i.„ . Nasch eilt- sie auf ihr lleineS Zimmer, hüllte sich ,?/l"en weichen, warmen Shawl, drückte auch noch ein »ä^es Tuch auf das weich', lockige Haar und wenige /wüten später stand sie unter der Eingangsthür und " begierig die srische Luft ein, «ilt, "" b°lh ziemlich kalt. als Lenorr rasch dahin 3üb, ^" ^aub raschelte tiocken und dürr unter ihren «n. die Bäume standen zum Theil entblättert, nur hur und da hing es noch gelb und roth hernieder. Flöstelnd zog Lenorc ihr Tuch fester um die Schultern und schrill fchneller vorwärts. Im ligcntlichen Blumengarten war keine Spur mehr. hier und da allenfalls eine verkrüppelte Rose, die der ssrost vc,b,mdr»l, ihre Blätter zu entfalten, eine halb vettrocknet: Astcr. sonst war nichts vorhanden. ' bcr auf den Blumengarten halle Lcnore auch nichl bedacht genommen, als sie fich der Blumen erinnerte. Sie dachte vielmeht an den Park, wo sich ein prächtiges Beet spät blühender Rosen befand, welche noch un-unterbrochen Knospen und Blüthen trieben. Freilich waren namentlich die letzlen Nachte sehr kalt gewesen, aber die Rosen standen sehr geschützt von dichtem Gebüsch umgeben. Hierher lenkte Lenore ihre Schritte und obwohl sie anfangs sehr langsam qing nnd oftmals unbewußt furchtsam nach dem Nachbarhause hinüberblickte, so ver» doppelte sie do^ allmälia, ihre Schritte und die Ober« lippe verächllich auswerfend schien sie zu fragen, was man ihr denn eigentlich überhaupt thun könne. Lcnore fand sich aber bitter in ihren Erwartungen gelauscht, wcnn sie sich große Hoffnungen in Bezug auf eine Blumenlese ncmacht halle. Die Rosen hingen gelb und dürr hernieder, die Knospen hatten jede« Ansehen verloren und senkten traurig das Köpfchen vor dem er» barmungslosen Sturme, welcher sie hin? und herschütteltc. Einige fand Lenore allerdings nicht ganz verdorben, und obwohl dieselben durchaus nicht ihrem Schönheitssinn entsprachen, so mußte sie doch nehmen, was da war, und durfte sich nicht so sehr wählerisch zeigen. Dennoch blickte sie etwas verstimmt auf die gelbrothen Blüthen in ihrer Hand und wandte sie ärgerlich wieder dem Hause zu. (Fortlltzun, f,l«t.) 1952 Der Besorgnis, daß die Kinder bei verlängerter Schul< ^ Pflicht nichts mehr zn lerne,! hätten, hält der Reyie« j rungsvertreter das leichhultigc Schulprogramm eiuge«! gen; der Oesorgnis. daß die Kinder durch erweiterte! Schulpflicht bis zum vollendeten vierzehnten Leben«jah!^ der Arbeit entzogen werden, müsse Redner entgegnen^ daß fleiylge wohl unterrichtete Kinder immerhin vom, Schulbesuche während des dreizehnten und vierzehnten i Lebensjahres dispenswt werden lünnei'. Der Re«u, z rungSvertretcr empsichU schließlich nochmals die Annahme der Regiclunllsoorla»ie; durch die Annahme wer» den die geistigen und matcriellen Interessen des Landes Krain wesentlich aefördert Abg. Dr. Costa canstatiert, daß er sich auf dem Standpunkt der Majorität des Zchulcmsschusses bcfindc. welcher die Schulpflicht bis zum vollstreckten zwölften Lebensjahre bestimmt hat; jedoch wolle er bei Festsetzung der Dauer de>. Schulpflicht dem Lande Kram Rechnung getragen wissen: in den Vandschnle» soll die Schulpflicht bis zum vollstreckten zwölften, in den Stadtschulen bis zum vollstreckten vierzehnten Lebensjahre dauern. Oie Kinder aus Landschulen, die in andere Schulen aufzu« Neigen wünschen, hätten nach vollstrccktcm zwölften Le« bensjahr? vorläufig in Mtttelschulen ?in;utr«en, in sel« ben das in der Volksschule Gelernte zu verwerthen und für die weiteren Schulen — Gymnasium oder Realschule — sich vorzubereiten. — (Der laivacher freiwilligen Feuer« wehr) spendete Herr Gustav TönnieS 100 st. FUr die wailscher Dorffeuerwehr spendeten Herr Dr. Kosler 75 st., Herr Georg «uer 5 fl., Herr Rum. zucker 1 fl., Herr N. Schrey 25 st,, Herr Karl Tauzher 20 fl.. Hirr I. N. Plautz 10 st., Herr I Schlaffer 5 fl., Herr Fr. Mally, Lederer, 10 fl. —' lOesterreichischer Kunstvercin in Wien.) Am 30. d. M. findet in Wien die diesjährige Bilderverlosung statt, zu welcher wie gewöhnlich eine ganze Reihe Oelgemälde ersten Ranges lm Werth: von vielen Tausend angekauft sind. Auch die Prämieublälter sollen diesmal vortrefflich gelungen sein. Nntheilscheine ü 5 st. 2b kr. sind bis zum Tage der Verlosung bei Herrn I. Karinger zu haben. —» (Preßi re n « N e se da.) Zur Erinnerung cm Preöircns Geburtstag veranstaltet die hiesige Citaln'ca künftigen Sonntag ein- festliche „Veseda", in welcher unter anderem Dr. Ipavic' großartiger Chor ,,^a ?ro-Ziru0V6M äomu" zur Aufführung kommt. — (Fahrpreisermäßigung.) Die SUdbahn hat, wie die „Graz. Tagp." erzählt, den Mitgliedern der Ardeitervereine, welche an dem in Wien am 30. d. statt-findenden Gründungsfeste des wiener Arbeiter - VildungS-vereines lheilnehmen wollen, auf der Streck.: Wien'Graz fllr die Zeit vom 29. November bis 2. Dezember die Be. günstigunq der halben Postzugsgebllhr in Wagen ll. und III. Klasse zugestanden. Auch hat die Sliddahn aus Anlaß der im Dezember d. I. in Wien stattfindenden Mollerci« Ausstellung den AussteUern und Preisrichtern die halbe Post« zugsgebuhr und für die als Fracht zu befördernden AuS» sttUungsgegenstände den Portofalz von 1 lr. per Zollzentner und Meile bewilligt. — (Der flo r «.ntin er Quartett-Abend) war von nahezu vierhundert Musikfreunden auS Laibach und Umgebung, ja sogar aus weiter Ferne besucht. Die Elite der Gesellschaft hat sich eingcfundcn, um die heiteren freundlichen Motive Mozarts, um dic gloß^ntigen Ideen Beethovens einzusäumen. Die Production deö ^-lr-Quar-lelts vou Mozart, des variierten Andante und Scherzo von Gotlhard, endlich dc« großcn äußerst schwierigen l-äur Quartetts (op. 59 Nr. 1) von Beethoven nahm nahezu zwei volle Stunden in Anspruch und lein Laut. lein Geräusch störte den eminenten Bortrag der Composinonen der ewig jungen Tonmeister. War der Eindruck des ersten Quartetts (Mozart) als ein höchst freundlicher und jener der Einlage (Gotthard) als ein überraschender zu bezeichnen, so muß jener des letzten Quartetts (Beethoven) als ein be« zaubernder und großartiger registriert werden. Die KUnstler gaben jeden Satz wie einen Guß; unübertrefflich ist der isefühlsauSdrucl im Adagio und die elegante feine Man-cierung. Bis zum letzten Strich verharrten die Zuhörer, lief ergriffen von der Macht der Töne, auf ihren Plätzen. Wir danken dem weltberühmten Quartett für den seltenen Genuß! Wir danken aber auch jenen Musikfreunden, die den Impuls zu dem gestrigen musikalischen Festabend ge« geben haben! « — l,Theatericht V om 28. d.) HolbeinS „Käthchen von Heilbronn" war aus Anlaß des florentiner Quartett-Abends sehr schwach besucht. Für Schauspieler ist es unangenehm, vor leeren Bänken mit besondercm Animo in Szene treten zu müssen, Fräulein Kot taun (Käthchen) war bemüht, ihrer Aufgabe möglichst gerecht zu werden; auch Herr Nöder (Graf von Strahl) wirkte veldienstlich. Fräulein Kottaun und Herr Röder wurden beifällig gerufen. Giuaeselldet Abfertigung auf den Artikel „Stimmen aus dem Pnblicum" in der „Laibacher Zeitung" Nr. 274 vom 28. d. Mts. Der herbe Tadel, welcher in dem oben angeführten „Eingesendet" gegen unsere Direction, so wie gegen uns alle im einzelnen, wie im ganzen ausgesprochen ist, so wie ferner auch der uns erniedrigen wollende Vergleich mit der vorjährigen Theatergesellschaft will uns den Glauben aufdrängen, daß wir nicht im stände sind, den Nnforde« runge» und Wünschen des hiesigen p. t,. PublicumS Genüge zu leisten. Sobald dieser Artikel die Ansichten der Mehrheit des p. t. Publicurns aussprichl oder von dem größeren Theile desselben gebilligt wlrd, sind wir für Laibach als Theatergesellschaft unmöglich. Da der Begriff Ehrgefühl unter uns nicht ausgestorben ist, hallen wir eS für unvereinbar mit diesem Begriffe, ein p. l. Publicum mit unseren Leistungen noch länger zu belästigen, das uns trotz unseres guten Willens und redlichen mühevollen Strebens nicht goutieren kann, besonders wenn das Urtheil desselben durch die Nergeleieu angeblich einiger permanenter Iauteuills« Inhaber reguliert wird. Wir wollen und dürfen nicht länger den eminenten Kräften des vorjährigen Kunstpersonals zur Folie dienen, wir wollen auch nicht die Collegen jener Damen vom Chore werden, welche im Vorjahre so viel zum Vergnügen dieser permanenten Fauteuills-Inhaber beigetragen haben mochlen. Wir müssen ernstlich dagegen protestieren, daß man das Damenpersonale einer Bühne überhaupt als Harem betrachtet wissen will oder als solchen bezeichnet. Schließlich erklären wir einstimmig und bekräftigen es durch unsere volle Namensfertigung, daß wir, sobald das i). t. Publicum uns seine Misbilligung aussprechen wird, sei es durch öffentliche Demonstration, sei eö durch Zuschriften an das löbliche Theater-Comit Verlin. »8. November. DaS Absse ordnetenhauS lehnte den ssegen die Ausschlie« ßunss d«,,. Sollinqer, Winlrr, Schwarz und Wenzel, Kaufleute, »nid Soöua, Fabrilaut, Wien Erlanger, Stull- qarl. — ^rau Fischer, Aruoldsteiu. «,»t^> «,,r»p». Wallitsch, Görz. Theater. Heute: Zum erste» malr: Die Uiebe im Ockhause. i'ust- spiel in 2 Allen, von i!cbrllu. Dilscm folgt: TeS Mchstt»« hanöfrau. Lustspiel in 9 Nnfzi!gen, uon Julius Noscn. «ll. Vtg. 73«.«s -l-10.8 SW mäßig! trübe^ 2«. 2 „ N, 73ti,5«, » Iln SW. z. start lrllbe 0.u> «0,. Ab. ?34,»4 4-11.» SW. schwach trilbc Geschlossene Wollendecke, windln. Nachmittac,« etwas sci"^ Ncgcu. Da« TclsscSmillel der WUrme -<- ll 5".' um 9 5° M dem Normale. ^srclltw >rt!ichi-r N'v2c?nr! Igna; n. Kleinoiaul. 1^ Ferd. Melch. Tchmitt, Kanslnaliil, gibt in sci mm und im Xiamen sriner Verwaiidttn die liefbelri! bende Nachricht von dem Hinscheidrn seiner innigst-gelicbten Mutter, der Frau Oäcilie Schnull nelj.AMschnM welche nach laugen Lcideu, versehen mit dcu heiligen Sterbesalramculen, in ihrem «2 Lcbeniijahir heute um <; Uhr abends sclin. im Herrn entschlafen ist. Die irdische Hülle der Verblichene» wird am 29. l>, M. um halb 4 Uhr nachmittag« vom Trauerhanse Spital» - gasse <'lr. 273 au« ans dem Fricdhufe ,u St. Ehristc's beerdigt. Die hciligcu Seelcumcsse» werdcu in verschiedenen Kirchen gelesen. Laibach. am 27. November 1»7'e<«, 27. November. Die Börse war sehr animiert nnd uicht uur rllcksichtlich der Tp«culationll' Waul,-, eftenelch . .. 5 . 9150 93- Sitl,«nl,i.r°e.: . (. „ 77 — 76,75 Hl«ilrmü!g Prämienaülehe»' zu 1 p— ^ra^co.ofti^. ^)^s , 14150 142,— H .«>chn . 189.— 181.- lFrnü-<5lns,»<,«,Bo<:3 219— 219.50 Lem'crg-«,!,>..<.,?'c!flhtr»Vl>!,,' , 148.— 149 — jLlnhd. öfterr. .... 582.— 584. - Oestorr. Nordweslbahn . 217,- 218 — ,?tuoolf« Nahn . . 173,50 174.— ^Vlr.i^'bärßer Bahn , —— —.-- G'Nllls«r 100 ft , ^/'- ös> A°d.u.«lrel»lt-Anfta!l <«el»> «»are ; ,ilo«bar zii 5 p«"" G'ldb.-Von« ««. (1870 -74) <. 500 Frc« pr. VtUll . —.— ^'^ Uuq. Oftbahu süi 100 fi . 75.75 76.^ ». Privallvse (per Glück). . llrebitanftalt f. Handel u.iiurg ,ilr 100 fl silbd. W. 91 75 A. ^ tzrauls!,r!a M.100 fl. drNo 9l 90 ^'^ Hamburg fllr 1l>.) Ma^ ^anco 80.15 A^ i!nnd°l'. für l0 Pjuud «'l- "* , ?l: : 108 .. 75 . l09 . «liimscht O'.undenllaftunne«Obligationen, V '>.'"s <,! , «>.75 ^i^' VS W°."^