Nr. 608. m. 1909. Folium officiale Dioecesis Lavantinae. Cerkveni zaukaznik za Lavantinsko Skotijo. Kirchliches Bcrordmmgs-Blatt für die Lavanter Diözese. Inhalt: 14. Fastenhirtenschreiben samt Fastenmandat für das Jahr >909. — 15. Postni pastirski list in postna postava za leto 1909. — Iti. Fastcnordnung für die k. k. Landwehr, die k. k. Gendarmerie und die k. k. Finanzwache, gültig im Jahre 19u9. 14. Fastenhirtenschreiben samt Fastenmandat für das Jahr 1909. Michael, durch Gottes Gnade und Barmherzigkeit Fürstbischof von Lavant, entbietet dem hochwürdigen Welt- und Grdens-Klerus und allen Gläubigen seiner Diözese (Stüh, Segen und alles Gute von Gott dem Dater und dem Sohne in Gemeinschaft des Heiligen Geistes! Im Herrn geliebte Gläubige! as verflossene Jahr 1908 bleibt in der Geschichte unserer Diözese mit goldenen, ja, mit diamantenen Lettern verzeichnet. Dasselbe war ein wahres Glücks- und Freudenjahr, in welchem wir drei hochbedeutungsvolle Jubiläen feierten und in welchem uns der unendliche barmherzige Gott mit himmlischen Gnaden und mit irdischen Gaben reichlich beschert, ja, geradezu überschüttet hat. Am 11. Februar 1908 begannen wir das gol-bene Jubiläum der wunderbaren Erscheinungen der Makellos empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria einer armen Hirtin in der nun weltberühmten Massabielle-Grotte bei Lourdes, dem gegenwärtig besuchtesten Wallfahrtsorte der Erde. Das gnadenreiche, so annehmliche Jubiläum dauert noch bis zum 11. Februar dieses Jahres; aber wir Lavantiner haben es am 8. Dezember des vorigen Jahres, am wunderlieblichen Feste der unbefleckten Empfängnis Mariä, feierlich beendet. Wer vermöchte es zu sagen oder zu beschreiben, wie viel Gutes für Geist und Herz dieses marianische Jubiläum den Bewohnern der großen Diözese gebracht hat anläßlich der zahlreichen kirchlichen Festlichkeiten, wie Missionen und Exerzitien, Novenen, Tridnen und Prozessionen, die allenthalben in der ganzen weiten Diözese mit bewunderungswürdigem Eifer abgehalten worden sind? 1 O daß doch diese feurige, hingebende Liebe zu Gott und zur Gottesmutter andauere und Stand halte unter den Hirten und Schäflein! Diese opferwillige Liebe möge das denkwürdige Lourdes-Jubiläum durch den ehe-baldigsten Aufbau der neuen, zweitürmigen und drei-schiffigen Pfarrkirche „Maria Lourdes" im ausgedehnten Neichenburger Pfarrsprengel für die Nachwelt verewigen! Ja, bauen wir mit vereinten Kräften ein neues Haus für jene, die da als goldenes i Vergl. Personalstaud des Bistums tinun»t in Steiermark für das Jahr 1909. Marburg, 1909. S. 2.6—239. iS - jpaitč angerusen wird und dir als Pforte des Himmels schon Millionen die Himmelspforte geöffnet hat rtttb auch uns, wie wir hoffe» dürfen, öffnen wird! Mit großer Begeisterung feierten wir, meine Teuersten, im vergangenen Jahre auch das goldeue Priesterjubiläum Seiner Heiligkeit, unseres die Kirche jetzt glücklich und glorreich regierenden Heiligen Vaters Papst Pius X. Die ganze Diözese, Hirt und Herde, huldigte aus diesem Anlässe dem obersten Hirten der Herde Christi aus St. Petri Fels, bezeugte dem ge-gemeinsamen Vater der Christenheit ihre Ehrfurcht, Liebe und Unterwürfigkeit durch Darbringung von geistlichen und leiblichen Opsergaben, wie durch Gebete, heilige Kommunionen, durch Teilnahme an kirchlichen Andachten, durch Werke der christlichen Barmherzigkeit, durch Spenden des für die Verwaltung der Weltkirche so notwendigen Peterspfennigs, welchen ich in der gehabten Privataudienz am 18. Mai des vorigen Jahres unter gleichzeitiger Uberbringung unserer Glück- und Segenswünsche zum goldenen Priesterjubiläum Seiner Heiligkeit übergab und dafür den väterlichen Dank und Segen erhielt. Glanzvoll gestaltete sich die allgemeine Huldigung der österreichischen Bischöse, Priester und Laien. Nach der am 16. November 1908 im St. Peters-Dom stattgefundenen Jubiläumsfeier versammelten sich an dem darausfolgenden Feste des hl. Gregor desThanma-turgen die österreichischen Oberhirten um den obersten Hirten der Kirche und überreichten Ihm ihre Huldigungsadresse und beglückwünschte» Ihn ehrerbietigst zum hehren und hohen Priesterjubiläum. Die herrlichen Worte, mit welchen der Heilige Vater seine Freude und seinen Dank darob zum Ausdruck gebracht hat, habet Ihr, geliebte Gläubige, durch mein Pastoralschreiben vom 8. Dezember 1908 vernommen. Der Heilige Vater dankte mit Rührung für alle Opfergaben, die dem „notleidenden Petrus" gebracht wurden, und segnete alle edelherzigen Geber. Mit dem hl. Apostel Paulus erklärte der „lebende Petrus", daß wir sein Trost sind, wofür Er deu Herrn lobpreist, der Ihm in allen Bedrängnissen beisteht. In den Mühen, mit denen der sichtbare Statthalter-Christi beladen, und in den Schwierigkeiten, von denen er bedrückt wird, und im Kampfe, der auf Leben und Tod gegen die Kirche und ihre Lehren und Einrichtungen entbrannt ist, trösten Ihn unsere Gebete, unsere Anteilnahme, unsere treue Ergebenheit. Der Bischof der Bischöfe ermahnte zumal uns Bischöfe zur Wachsamkeit über den Klerus, auf daß er als Muster und Beispiel jeglicher Tugend allen voranleuchte, über die Theologiestudierenden, damit sie, Priester geworden, Gott besitzen und sie Gott besitzt; zur Wachsamkeit über die Gläubigen, die überall von Gefahren um* rungen und vom Feinde ihres Seelenheils bedroht werden. Die heutige Zeit kann die gesunde Lehre nicht mehr ertragen, sondern sie liebt Lehren, die die Ohren kitzeln und den Gelüsten des Herzens schmeicheln. Und daru in sollen voll den Dienern Christi und Ausspendern der Geheimnisse Gottes die ewigen Heils-Wahrheiten mit Mut und Festigkeit verkündet werden, ob es den Menschen gelegen oder ungelegen komme. Wir müsse» heute offen aller Welt die reine, die ganze und volle Wahrheit predigen, damit nicht der Feind Unkraut unter das Volk säe. Anläßlich des goldenen Priesterjubiläums des Oberhauptes der Kirche Christi blieb selbst die Welt nicht zurück. Auch sic erfreute deu gemeinsame» Vater der Christenheit mit Glück- und Segenswünschen, bescherte Ihn mit sinnreichen Geschenken. Sehr sinnvoll und kostbar ist das Iubiläumsgeschenk unseres geliebten Jubelkaisers au den Iubelpriester Papst Pius X. Es besteht aus einem goldenen Brust-krenz, das in einer Umrahmung von sechzig Brillanten und fünfzig Rubinen die in Gold ausgeführte Gestalt des Gekreuzigten zeigt. An den vier Kreuzesenden sind Engelköpschen angebracht. Die Rückseite des kunstvoll gearbeiteten Kreuzes trägt auf einer abhebbaren goldenen Platte in lateinischer Sprache die Inschrift: „Franz Josef I. Kaiser und König, welcher sechzig Jahre seines hehren Amtes gewaltet, beglückwünscht Papst Pius X., der selbst durch fünfzig Jahre sein heiliges Amt versah. Im Jahre des beiderseitigen Jubiläums 1908." Der Gedanke des beiderseitigen Jubelfestes kommt auch in der Zahl von sechzig Diamanten und fünfzig Rubinen hellklar zum Ausdruck. Auch andere Länder, wie Bayern und Belgien, Holland, Spanien, Preußen, Rußland sandten außerordentliche Botschafter zur Begrüßung des erhabenen Jubilars auf St. Petri Stuhl. Sie wohnten am 16. November 1908 in der prachtvoll geschmückten St. Peters-Basilika dem von Seiner Heiligkeit zelebrierten Pontifikalamte bei. — Unter den Gratulanten vermißten wir wohl ein Land, das die meisten Katholiken zählt und das sich früher gern als die erste Tochter der Kirche, unser aller Mutter, bezeichnete. Dieses von der jungfräulichen Gottesmutter Maria durch ihre zahlreichen Erscheinungen und großartigen Wundertaten so bevorzugte und ausgezeichnete Land bereitet Sr. Heiligkeit Kummer und Leiden aller Art. Dafür wollen wir dem Heiligen Vater durch eifriges Gebet jederzeit hilfreich beispringen. Die heldenmütige Jungfrau von Orleans, Johanna d'Arc, deren Seligsprechungsprozeß in der größten Kirche der Welt zu St. Peter in Rom am 18. April laufenden Jahres zur Freude des ganzen katholisch gebliebenen Frankreichs ftattfmbet1, möge von Gott dem Herrn seinem Stellvertreter auf Erden die volle Freiheit auf dessen apostolischem, königlichem Throne erbitten! Wie das vergangene, so ist auch das gegenwärtige Jahr ein Jubeljahr für unseren Heiligen Vater-Papst Pius X. Am 16. November 1908 begann nämlich das silberne Jubiläum des Episkopates Sr. Heiligkeit zil fließe«, da der gewesene Domherr von Treviso Joseph Sarto am 16. November 1884 von Kardinal Parecchi, einem Mantuaner, zum Bischöfe von Mantua in Rom konsekriert wurde. Auch dieses Jubiläum, das am kommenden 16. November geschlossen und uns lebhaft an die fünfundzwanzig Jahre erinnern wird, da der Heilige Geist (Act apost. 20, 28) unseren nunmehrigen Heiligen Vater auserkor, die Kirche Gottes von Mantua als apostolischer Bischof zu regieren, wird für Österreich denkwürdig und unvergeßlich werden. Denn der uns Österreichern so teure Gottesmann Klemens Maria Hofbauer, geboren am 26. Dezember 1751 zu Teß-witz in Mähren und 1785 zum Priester geweiht, 1 Am Feste der hl. Familie von Nazareth, den 24. Jänner 1909, wurde im Vatikan in Gegenwart des Heiligen Vaters Pius X. das Dekret der heiligen Ritenkongregation Virorum, gui laudo mili tari oom 24. Jänner 1909 vorgelesen, in welchem die drei zur Beatifikation erforderlichen Wunder als geschehen anerkannt worden sind. soll im lausenden Jahre 1909 heilig gesprochen werden'. In der Haupt- und Residenzstadt Wien lebte der selige Diener Gottes heiligmäßig, dort wirkte er überaus segensreich, gründete die Niederlassung der vom hl. Kirchenlehrer Alphons Maria de Liguori eben eingesührten Redemptoristenkongregation, starb am 15. März 1820 und liegt auch dortselbst begraben. Die Feier der Kanonisation des schon im Jahre 1888 selig gesprochenen Apostels und Reformators von Wien wird im Frühjahre, wahrscheinlich im April oder im Wonnemonate Mai abgehalten werden. Die Bewohner Österreichs, insbesondere das erhabene Kaiserhaus mit dem Jubelmonarchen an der Spitze, werbe« im heiligen Klemens Hosbauer sicherlich einen kräftigen Sachwalter und Fürsprecher am Throne Gottes finden und haben. Als gemeinsamen Tag für die kirchliche Feier des silbernen Bischofsjubiläums Seiner Heiligkeit setze ich fest den 24. Sonntag nach Pfingsten ober den 14. November 1909. Am Vorabende der Festfeier soll in allen Kirchen ein feierliches Glockengeläute stattfinden. Am Sonntage darauf ist ein Fest-gottesdicnst mit Predigt und Te Deura abzuhalten. Anbei bemerke ich noch mit Nachdruck, daß vom 24. Februar d. I. 1909 sieben Jahrhunderte seit der Gründung des seraphischen Ordens des hl. Vaters Franziskus laufen. Die Stiftung dieses lob- und 1 Pösl, Clemens Maria Hosbauer, der erste deutsche Redemptorist. Regensburg. 1844. — Seb. Brunner, Klemens Maria Hosbaner und seine Zeit. Wien, 1858. — Michael Haringer C. ss. R., Leben des ehrw. Klemens Hofbauer. 2te Aufl. 1880. — P. Matthäus Bauchinger, Der selige Clemens M. Hofbauer. Ein Lebensbild. Wien, 1902. 4te Aufl. — P. Georg Freund C. ss. R., Festfeier zur Beatisi-kation des seligen Klemens Maria Hofbauer. Wien, 1888. — Idem, P. Klemens Maria Hosbauer, ein Mann der Vorsehung. Münster, 1903. — Idem, Der selige Klemens Maria Hof-bauer. Wien, 1890. Zweite Auflage. Die dritte erschien 1906 nach des Verfassers Tode. (Vergl. P. Johannes Polifka C. ss. R., P. Georg Freund C. ss. R. Wien, 1907. S. 437). — Am Feste der hl. Familie, den 24. Jänner 1909 wurde im Konsistoriensaale des Vatikan in Gegenwart Seiner Heiligkeit Papst Pius X. vom Sekretär der heiligen Ritenkongregation das Dekret Nondum vivis excesserat vom 24. Jänner 1909 betreffs zweier zur Kanonisation des seligen Redeniptoristenpriesters Klemens Maria Hosbauer noch erforderlichen, nun schon wirklich geschehenen Wunder, vorgelesen. preiswürdigen Ordens fällt nämlich mit dem Entschlüsse des Hl. Franziskus, geboren 1182 und gestorben 1226 zu Assisi, zum Büßerleben zusammen. Als er 1209 in dem uralten Kirchlein Maria von den Engeln, das er selbst mit erbettelten Bausteinen wiederhergestellt hatte, ans dem während der heiligen Messe verlesenen Evangelium (Matth. 10. 9. 10) seinen Beruf erkannt hatte, begann er mit beispiellosem Erfolge Buße zu predigen. Den ihm bald zuströmenden Jüngern gab er eine weisheitsvolle Regel und stiftete so den ersten Orden für Männer, sodann den zweiten für Ordensfrauen und den dritten für Wcltlcute. Nach Angabe des Franziskaner-Breviers legte St. Franziskus am 16. April 1209 mit seinen Genossen in die Hände Papst Innozenz III. die Gelübde ab. Mit dieser Gelübdeablegung oder Gründung des seraphischen Ordens ist eine einzig großartige Erscheinung ins Leben getreten, die goldene Früchte im Laufe der siebenhundert Jahre gezeitigt hat und auch fürderhin zeitigen wird. Die drei Orden haben von ihrer Entstehung bis heute wunderbar für Gottes Ehre und der Menschen Heil gewirkt und gearbeitet. Sie haben der Kirche und den Völkern unendlichen Segen gebracht. Ich würde mich freuen und es lebhaft begrüßen, wenn im Laufe dieses Jahres in allen zu unserer Diözese gehörigen Kirchen und Klöstern des hl. Patriarchen von Assisi, wie auch in den Pfarren, wo sich viele als Terziaren mit dem hochseligen Papst Leo XIII. und dem glorreich regierenden Heiligen Vater Pius X. „rühmen können, zur Familie des hl. Franziskus mit dem Wahlspruche mein Gott und mein Alles zu gehören", besondere Jnbiläumsfestlichkeiten abgehalten würden.* Im Herrn geliebte Diitzeslinen! là nßer den goldenen Jubiläen von Lourdes und Rom feierten wir Österreicher im vorigen Jahre auch das diamantene Jubiläum der gesegneten Regierung Seiner kaiserlichen und königlichen apostolischen Majestät, unseres vielgeliebten und allverehrten Kaisers Franz Josef I. Seit dem weltgeschichtlich denkwürdigen 2. Dezember 1848 ist der jetzige glorreiche Herrscher unseres Kaiserreiches seinen vielen Völkern ein weiser, milder, herzensgütiger Regent. Ob der helleuchtenden Herrscher-tugeuden des Kaisers und Königs Franz Joses l. haben auch ausländische, zumal die befreundeten Staaten die sechzigste Regierungsfeier unseres teuren Landesvaters in würdiger Weise begangen. Zum bleibenden Andenken an das in der Geschichte Österreichs schönste und hochbedeutsame Jahr 1908 haben wir Lavantiner gar erhebende Festlichkeiten in und außerhalb der Kirche gehalten und haben verschiedene gemeinnützige Stiftungen, Gründungen und Einrichtungen bewerkstelligt. Was einstens der treue Amasti dem Könige David gelobt, gewünscht und geschworen, das ist auch aller Lavanter Diöze-saneu Gelöbnis und Segenswunsch, dargebracht Seiner Majestät zum brillantenen Rcgierungs-jubiläum: Tui sumus . . et tee um... Pax, pax tibi et pax adiutoribus tuis; te enim ad iu vat Deus. Dein sind wir . . 1 Der Generalminister des Franziskanerordens P. D i-onysius Schüler, hat bereits mit dem Erlasse Septimo ab ordine nostro vom 25. März 1906 die ganze Ordensgenossenschaft ans das bevorstehende 700jährige Jubiläum aufmerksam gemacht, für dessen Feier er noch besondere Weisungen zu erlassen versprach. Seine Paternität wünscht, daß das Jubiläum der wunderbaren Berufung oder Belehrung des hl. Franziskus und das des Bestandes seines Ordens gemeinsam gefeiert werde. (Acta ordinis fratrum minorum. Ad Claras Aquas, 1906. Pag. 119). — P Philibert Seeböck 0. F. M., Das 700jährige Jubiläum der Gründung des seraphischen Ordens des Hl. Vaters Franziskus 1209 — 1909. Innsbruck, 1909. Seiten 58. und mit dir Halter: nur es... Friede, Friede dir und Friede deinen Helfern; denn dein Gott hilft dir! (I. Paral. 12, 18). Tief ergreifend war die Huldigung, welche die hoch-würdigsten Bischöfe und die ehrwürdige Geistlichkeit Österreichs am 26. November 1908 Seiner Majestät, ihrem verehrungswürdigen Iubelkaiser darbrachten. Die Oberhirten, umgeben von den Prälaten der Stifte und den Superioren der Religiösen uno von den Vertretern der Domkapitel und des übrigen Weltklerus, überreichten dem hocherhabenen Jubilar eine Huldigungsadresse, in welcher sic Seiner apostolischen Majestät ihre überquellende Freude ob des brillantenen Regierungsjubiläums ausdrücken, den Tribut der tiefsten Ehrfurcht, Liebe und Ergebenheit zollen, der glänzenden Herrschertngenden gedenken und für den der Kirche geleisteten Schutz sowie für alle getanen Werke der christlicher: Barmherzigkeit danken. „Geruhen somit Eure k. und k. apostolische Majestät", also lautet der erhebende Schluß des trefstichen Huldigungsschreibens, „anläßlich allerhöchst-dero diamantenen Regierungsjubilänms die Gefühle unserer unentwegten Treue, nie wankender Anhäng-kichkeit und nie versiegender Dankbarkeit huldvollst entgegenzunehmen! Es kann uns keine Macht der Erde vom Felsen Petri trennen. Es kann uns auch nichts vor: unserem angestammten Herrscherhause Habsburg, von unserem Jubelkaiser und von unserem herrlichen österreichischen Baterlarrde losreißen. Die loyalen Gesinnungen der kindlichen Liebe und des opferbereiten Gehorsams werden wir auch unseren Gläubigen einzupflanzen allzeit nach Kräften bestrebt sein, überzeugt, daß diese die zuverlässigsten Wälle und Mauern Habsburgs sind. Viribus unitis Wollen wir mit unseren pflichttreuen Priestern nach ber Devise: Mit Gott für Kaiser und Vaterland beharrlich sorgen, daß unsere Diözesanen für Eure Majestät unablässig und inständigst beten, den werktätigen Patriotismus bewahren und die altöster-reichischen Ideale schützen und mutvoll verteidigen. Möge der allmächtige und allgütige Gott wie bis nun so auch fürderhin Eurer Majestät und dem srlauchten Erzhause auf die machtvolle Fürbitte der jungfräulichen Mutter Gottes Maria und aller übrigen Patrone Österreichs, zumal der lieben hl. Elisabeth, deren 700jähriges Geburtsfest im vorigen Jahre begangen ward, seinen alles vermögenden Schutz angedeihen lassen, auf daß sich die Worte der ergreifende,: Bolkshymne stetsfort er-wahren: Heil dem Kaiser! Heil dem Lande! Österreich wird ewig steh'n! Möge der Herr über Leben und Tod, der Eurer Majestät nach längerem Leiden die kostbare Gesundheit wieder verliehen hat, die Tage Eurer Majestät ausdehnen bis an die fernsten Grenzen des menschlichen Daseins zum wahren Wohle und Heile der Nationen des großen Reiches. Die Sonne ungestörten Friedens und ungetrübten Glückes möge das vom allbarmherzigen Gott Eurer Majestät noch lange beschiedene Leben bis zum spätesten Abendglanze verklären! Gottes Sonne strahl' in Frieden Auf ein glücklich Österreich! Gott erhalte und beschütze, Gott beglücke und segne Eure Majestät, unseren allergnädigsten und allgeliebten Landesvater, unseren gütigen und glorreichen Jubelkaiser!" Auf die vom hochwürdigsten Herrn Kardinal-Fürsterzbischof von Wien im Sinne der überreichten Beglückwünschnngsadresfe gehaltene Ansprache geruhten Seine Majestät mit weithin vernehmbarer Stimme folgende tiefbedeutsame, alle Teilnehmer an der Huldignngsdeputation tief rührende Worte zu sprechen: „Ein gütiges Geschick hat Mir beschicken, die sechzigste Wiederkehr des Tages zu erleben, an dem Ich den Thron Meiner Väter bestiegen habe. Indem Ich andachtsvoll der göttlichen Vorsehung für diese seltene Gabe danke, sehe Ich mit großer Freude den Episkopat und die übrigen Vertreter des österreichischen Säkular- und Regularklerus um Mich versammelt. Die heiligsten Güter der Menschheit sind in ihre Hand gelegt. Sie verwalten das, was über alle Wirren der Zeit, ja über alles Zeitliche erhaben ist, das Ewige in: Menschen. Durch die treue Erfüllung der Pflichten ihres geistlichen Amtes leisten Sie aber auch dem Staate und der ganzen Gesellschaft einen großen, ja einen unschätzbaren Dienst. Die Sorge des Tages wird die Menschen immer trennen; Streit und Parteiung sind unvermeidlich; ihre Sendung aber ist es, die Versöhnung und den Frieden zu künden, den die Welt sich selbst nicht geben kann. Der Glaube ist der sichere Anker, an dem ein jeder in den Stürmen und Kämpfen des Lebens Halt und Stütze findet. Sie können bei der Lehre des Glaubens und der Verwaltung ihres Amtes stets des Schutzes der Staatsgewalt sicher sein. Ich selbst bin ein treuer Sohn der Kirche, die Mich in schweren Stunden Ergebenheit gelehrt, die Mir so oft im Unglücke Trost geboten, die Mir und Meinem Hause eine treue Führerin auf allen Lebenswegen gewesen. Ihren Vertretern entbiete Ich an diesem für Mich unvergeßlichen Tage Meinen wärmsten und persönlichen Dank." Seine Majestät der Kaiser hat seinen glorreichen Iubeltag, den 2. Dezember 1908, wirklich als treuer Sohn der Kirche durch Anhörung einer stillen heiligen Messe in der Schönbrunner Schloßkapelle und dann noch durch das erbauliche Anwohnen bei dem Dankhochamte in der Wiener Hofburgkapelle geheiligt und am 4. Dezember desselben Jahres den väterlichen Dank Seinen Völkern entboten durch ein allerhöchstes Handschreiben, worin es heißt: „Die Gnade des Himmels hat Mir beschieden, im Vereine mit Meinen Völkern nach sechzig Jahren die Wiederkehr des Tages zu feiern, an dem Ich den Thron Meiner Ahnen bestiegen habe. Zur unabsehbaren Reihe von Beweisen der Liebe und Treue in der langen Folge der Jahre gesellen sich nun die zahllosen Kundgebungen herzinniger Anhänglichkeit, die Mir bei diesem seltenen Anlasse zuteil geworden. Ich habe daraus wieder klar erkannt, wie unzerreißbar die Bande sind, die gemeinsames Glück, gemeinsames Leid um Fürst und Volk geschlungen. Die Weihe des Augenblicks wurde durch die Wahrnehmung erhöht, mit welch regem Wetteifer Werke der Menschenliebe geschaffen wurden, die in sortwirkender Segensfülle noch späten Geschlechtern den Edelsinn der Stifter künden werden. Die reinste Freude aber hat es Mir bereitet, daß Meinen Wünscheil folgend in so hohem Maße des hilfsbedürftigsten aller menschlichen Geschöpfe, des armen Kindes, gedacht wurde. Wenn durch die hoch- herzigen Gaben Sorge und Elend gelindert, wenn die Träne mancher Mutter gestillt wird, so erblicke Ich darin die köstlichste Frucht dieses denkwürdigen Jahres. Die Wahrnehmung, wie unerschütterlich der dynastische Gedanke über alle Unterschiede und Gegensätze hinweg die einigende Kraft bewährt, bietet Mir die Gewißheit, daß die so sinnigen und glänzenden Huldigungen nicht mit dem Tage verblassen, sondern im Gedächtnisse sortleben werden als ein Wahrzeichen ungetrübter Harmonie zwischen Meinem Hause und Meinen Völkern. — Ergriffen von der erneuten Bekundung altbewährter, treuer Hingebung an Meine Person, spreche Ich allen, die zu dieser Feier in Wort und Tat zusammengwirkt haben, vom Herzen Meinen kaiserlichen Dank aus." So war denn, meine Lieben, die vorjährige Doppelfeier überaus ersprießlich und tröstlich, weil alle katholischen Völker Österreichs, obzwar ihrer Sprache und Abstammung nach verschieden und getrennt, sich bei diesem Doppeljubiläum vereint zeigten und fühlten als wahre Katholiken und als echte Österreicher. Der Glaube an Jesus Christus und an die Göttlichkeit seiner Kirche hat aus so vielen und verschiedenen Völkern eines gemacht, welches uns das erhabene Schauspiel einer vollkommenen Einigkeit der Gefühle und der Gesinnung in einer äußerlich scheinbaren Verschiedenheit materieller Bedingungen darbot. Es zeigte sich, daß wir Österreicher einer Meinung und eines Herzens sind. Handeln und wirken wir vereint auch künftighin zum Triumphe der katholischen Kirche und zum Ruhme unseres großen und schönen österreichischen Vaterlandes, deren beider Kinder wir sind! Aus diese Weise werden wir das betrübte Herz unseres Heiligen Vaters Papst Pius X. am wirksamsten trösten, sowie das edle Herz unseres allergnädigsten Kaisers Franz Josef I., Allerhöchst-weicher in diesem Jahre das 40jährige Jubiläum Seiner frommen Pilgerfahrt nach Jerusalem ( 1869) begeht, am besten erfreuen. Sv halten wir denn mutig die glorreiche Fahne unserer Kirche und die ruhmreiche Standarte unserer Monarchie vor der Welt hoch, uns bei jeder Gelegenheit als gute Katholiken und als treue Österreicher bekennend! Vielgeliebte im Herrn! à ..girl edeutsaine Jubelfeiern pflegen nachhaltige Wir« sDA kung tut Herzen zu üben. So manches Gute und Edle wird da vollbracht, was ungetan bliebe ohne diesen äußerlichen feierlichen Anlaß. Im laufenden Jahre 1909 feiert unsere Diözese ein goldenes Jubiläum. Vor fünfzig Jahren nämlich wurde der altehrwürdige Bischofsitz von St. Andrä 1,11 Lavanttale in Unterkärnten nach Marburg in llntersteier übertragen. Dieses folgenreichen Ereig-ursses wollen wir heuer besonders gedenken, wollen dasselbe durch bleibende gute Werke noch besser und llefer unserem und unserer Nachkommen Gedächtnisse elnprägen und uns so frühzeitig vorbereiten zur würdigen Feier des 700jährigen Bestandes der Diözese, welches Jubiläum am 10. Mai des Jahres 1928 begangen werden soll. 1 Der tat- und tugendkräftige Erzbischof von Salzburg Eberhard It. (1200—1246), aus dem alten Hause Trüchsen (Tripen) in Kärnten oder nach anderen Forschern ans dem Geschlechte von Regensberg in ber Schweiz, gründete mit Bewilligung des großen Papstes Innozenz III. (1199—1216) und mit Genehmigung des römisch-deutschen Kaisers Friedlich II. (1212—1250) im Jahre 1212 zu St. Andrä ein àtvllegiatstist, dessen Kanoniker nach der Regel des l)l. Kirchenvaters Augustinus lebten. Hiemit war ber Grund zur Errichtung der Lavanter Diözese gelegt Sechzehn Jahre darnach errichtete der seelen-otfvige Metropolit mit Einwilligung des Papstes 1 Georgii Stobaei de Palmaburgo, Episcopi Lavantini, Epistolae ad diversos. Venet. 1749. — Karlinami Taiigl, Reihe der Bischöfe von Lavant. Klagenfnrt, 1841 (die Li-teraturangaben S. V ff). — Jakob Stepischnegg, Georg III. Stvbäus von Palinburg, Fürstbischof voil Lavant. (Im Archiv kür Knude österreichischer Geschichtsqnellen. 1856. XV). — Franz Kosar, Anton Martin Slomšek, Fürstbischof von Lavant, dargestellt in seinem Lebe» und Wirken. Marburg, 1863. — Fflitaz Orožen, Das Bistum und die Diözese Lavant. I. Teil. Marburg, 1875. S. V ff. — Gaben des katholische» Preß-öereines in der Diözese Seckan für das Jahr 1888. Graz, 1838. (II. Geschichtliches. 3. Ignaz Franz Zimmermann, Fürstbischof von Lavant. Ein Lebensbild von J(osef) H(ofrichter). S. 97—148), — Nekrolog. Ignaz Franz Zimmermann, Fürstbischof von Lavant. (Ohne Angabe des Verfassers, des Druck - Honorins III. (1216—1227) und mit ZusttnttttUttg des Kapitels von Salzburg das Bistum Lavant an der Kirche des hl. Apostels Andreas im Lavanttale in Unterkärnten. Die vom großen Erzbischöfe Eberhard 11. ausgestellte lateinische Errichtnngsurkunde ist vom 10. Mai 1228 datiert und enthält unter anderem nachstehende Bestimmungen. „Da der Erz« bischof allein der Leitung der ihm anvertrauten Herde nicht gewachsen sei und seine Last mit anderen teilen wolle, so habe er mit Einwilligung des Papstes und des Salzburger-Kapitels in Lavant an der Kirche des hl. Andreas, wo er bereits ein reguliertes Chorherrnstift errichtet, einen bischöflichen Stuhl eingesetzt; doch soll durch dieses neue Bistum das Salzburger-Kapitel keine Beeinträchtigung erleiden. . . Der vom Erzbischöfe gewählte, investierte und belehnte Bischof hat in Gegenwart des Salzburger-Kapitels dem Erzbischöfe das Homagium und den Eid der Treue und Ergebenheit gegen die Kirche und den Erzbischof von Salzburg zu leisten." Als Zusatz zum Stiftungsinstrumente erließ der Erzbischof auch ein Schreiben, worin er sich und seinen Nachfolgern das Recht vorbehielt, die Bischöfe von Lavant zu erwählen, zu bestätigen und zu weihen. Seit diesem Erzbischöfe steht der Metropolitan-Stuhl des hl. Rupertns zu Salzburg durch seine Prärogative in der katholischen Welt einzig da. Die Grenzen der neuen Diözese wurden erst durch eine spätere Urkunde, gegeben zu Friesach im Jahre des Herrn 1244, bestimmt. Da diese Circumscriptions-Urknnde frühzeitig ortes und ohne Datum. Folio. 4 Seiten). — Dr. Hermann Zschokke, Die theologischen Studien und Anstalten der katholische» Kirche in Österreich. Wien, 1894. S. 775—786. — Dr. Josef Pajek, Aus dem Garten der Lavanter Diözese. Marburg. 1899. — Idem, Die Fürstbischöfliche Residenzstadt Marburg mit ihren Vororten. Marburg, 1900. — Dr. Joseph Schmidlin, Die katholischen Zustande in Deutschland vor dem dreißigjährigen Kriege nach den bischöflichen Diöze-sanberichten an den Heiligen Stuhl. Erster Teil. Österreich. Freiburg im Breisgau, 1908. (Lavant. S. 102—118). — Drobtinice za leto 1861. V Marburgu. (Selitev sedeža Lavantinskega škotijstva v Marburg. Str. VII do XVI. — Zgodovinski Zbornik, Priloga Ljubljanskemu škofijskemu listu. Ljubljana, 1895. Osmo leto. štev. 9.— Dr. France Lampe, Drobtinice. XXIV. letnik. V Ljubljani, 1890. (Dr. Jakob Maksimilijan Stepišnik, knezoškof lavantinski. Str. 83—99). Zugrunde ging, fo wurde dieselbe über Ansuchen deS La« Muter Stiftspropstes vom Erzbischöfe Friedrich II. von Walchen (1270—1284) zu Salzburg den 13. April 1280 erneuert. Die Diözese erstreckte stch'mtr über die Pfarren St. Andrä und Lavamünd in Kärnten, dann in Steiermark über RemZnik ob Mahrcnberg, über Groß-Florian, St. Peter bei Lindenberg, St. Marein im Sulmtale und über das heute gänzlich unbekannte Sussenteller. Der erste Bischof von Lavant war Ulrich I. (1228—1257), welcher erzbischöflicher Hvfkaplan und Pfarrer zu Haus gewesen sein soll, wovon er auch den Namen Ulrich von Haus erhalten haben mag. Nach anderen Forschungen erhielt er seinen Zunamen von dem steiermärkischen adeligen Geschlechte der Herren von Haus, welches zu jener Zeit blühte und von dem er abgestammt haben sollte, oder aber weil er von dem Ort Haus in Ober-steier gebürtig war. Bischof Ulrich hatte ein bewegtes Leben; er zog mit Eckbert, Bischof von Bamberg, in den Kampf gegen Bernhard, Herzog von Kärnten; befand sich mit dem Erzbischöfe Eberhard auf dem Provinziallandtage zu Landshut, 1243 auf einer Versammlung mehrerer Bischöfe zu Friesach, Unterzeichnete mehrere kirchliche Urkunden als Zeuge und verlieh zur Beförderung des Baues eines Nonnenklosters zu Judenburg einen 40tägigen Ablast allen denjenigen, welche zum Baue etwas beitragen würden. Die neuerrichtete Diözese Lavaut zählte ursprünglich nur wenige Kirchen und Kapellen; sie war so klein, dast der Bischof von der Stadt St. Andrä aus seinen ganzen Kirchensprengel in eineinhalb Tagen bereisen konnte. Erst infolge der unter der Regierung Kaiser Josef II. (1765—1790) durchgeführten Regulierung der innerösterreichischeu Diözesen erhielt das Bistum Lavant den einstmaligen B ö l k e r m a r k t e r Kreis in Kärnten und den ehemaligen C i l l i e r Kreis in Untersteiermark. Anläßlich der erwähnten Einteilung wurde unterm 1. Mai 1785 auch allerhöchsten Ortes bestimmt, daß der Fürstbischof von Lavaut zu Cilli residieren sollte. Jedoch schon am 29. August desselben Jahres 1785 wurde diese allerhöchste Bestimmung rückgängig gemacht. Der Lavanter Bischofsitz verblieb zu St. Andrä. Unter der gesegneten Regierung Kaiser Franz II. (1792—1806) als erblichen Kaiser von Österreich Franz I. (1806—1835) wurde im Jahre 1804 beschlossen, daß der Marburger Kreis dem Lavanter Oberhirten zu übergeben sei, dessen Sitz von St. Andrä entweder nach Marburg oder Cilli oder gar mich Windisch - Feistritz oder Pettau zu übersetzen wäre, wogegen er seine Pfarreien in Kärnten dem Gurker Fürstbistume abzutreten hätte. Die schwierigen Unterhandlungen wurden durch die Kriegswirren in den ersten zwei Dezennien des 19. Jahrhundertes unterbrochen und sie wurden erst im Jahre 1822 nach erlangtem Frieden wieder ausgenommen und gediehen soweit, daß laut allerhöchster Entschließung vom 12. Juni 1832 der Bischofsitz von Lavant auch ferner noch in der Stadt St. Andrä zu verbleiben habe. Erst unter der glorreichen Regierung Kaiser-Franz Josef I. (1848 bis heute) wurde die schwerwiegende Frage, betreffend die Umgrenzung der Lavanter Diözese und die Festlegung ihres Sitzes, endgültig gelöst. Im Laufe der fünfziger Jahre erfolgte eine abermalige Regulierung der Diözesen in Kärnten und Steiermark, zufolge welcher das Bistum Seckan die im vormaligen Marburger Kreise gelegenen Dekanate und Pfarren an das Bistum Lavant abtrat, während dieses seine in Kärnten befindlichen Dekanate und Pfarren dem Bistume Gurk überließ. Der Bischofstuhl von Lavaut mit seinem Domkapitel wurde im denkwürdigen Jahre 1859 unter unsäglichen Opfern an Mühen, Arbeit, Zeit und Geld von der 631 Jahre alten, an der äußersten Grenze stehenden Residenz in St. Andrä nach Marburg übertragen. Der letzte, bis zu seinem Tode in St. Andrä noch residierende Lavanter Bischof war Franz £»v. Kut t n ar (1843 — 1846). Er wurde am 26. Oktober 1793 zu Schachmannstal in der Pfarre St. Beit bei Sittich in Unterkrain als Sohn des dortigen Handelsmanns und Realitätenbesitzers Franz Kuttnar geboren. Er besuchte die Ortsschule zu St. Veit, die Musterhauptschulc, das Gymnasium und die Theologie zu Laibach. Nach ausgezeichnet vollendeten theologischen Studien wurde er am 21. Dezember 1816 von seinem Diözesanbischofe Augustin Gruber (1816 — 1824) zum Priester geweiht. Er lvirfte als Dom-pfarrkaplan und Prediger in der Kathedrale zu Laibach mit allem Eifer im Beichtstühle, unter dem Bolke, am Krankenbette, zumal aber ans der Kanzel, wobei er sich scheu im zweiten Jahre seiner Anstellung einen in seinen Folgen bis an sein Lebensende nicht mehr gehobenen Bluthusten znzog. Deshalb wies ihm Bischof Augustin am 1. Oktober 1818 den Wirkungskreis eines bischöflichen Hofkaplans und Konst-storial-Negistrators jedoch mit der Aufgabe an, sich auch bei der Dompfarre in der Seelsorge verwenden zu lassen. Als sein hoher Gönner, der gefeierte Bischof Augustin Gruber, im Jänner 18*24 den bischöflichen Stuhl in Laibach mit der fürsterzbischöflichen Kathedra in Salzburg (1824—1835) vertauscht hatte, schied auch K u t t n a r aus seinem engeren Baterlande und fand für volle zwanzig Jahre iin altehrwürdigen Salzburg eine zweite traute Heimat. Zur Belohnung seiner vielen und großen Verdienste und als Würdigung seiner vortrefflichen Eigenschaften wurde er nach und nach zum geistlichen Rate, zum Protokollisten des erzbischöflichen Konsistoriums, zum Assessor, im Jahre 1828 zum wirklichen Kvnsistorial-rate und noch in demselben Jahre zum Dom-Bize-kustos ernannt. Im Jahre 1830 wurde ihm die Diözesanschulen-Oberaufsicht in der Erzdiözese übertragen und im Jahre 183*2 die Domkapitulars-Würde verliehen. Sein Leben war den Übungen der Religion und dem Berufe der Jugenderziehung, seine Zeit der gewissenhaften Erfüllung der Standespflichten, sein Einkommen den Werken der Nächstenliebe und dem Studium der heiligen Wissenschaft geweiht. Als der ausgezeichnete Lavauter Fürstbischof Ignaz F r a n z Z i m nt e r tu a n n, geboren am 26. Juli 1 777 zu Windischfeistritz in Untersteiermark und am l‘i. Mai 1824 zum Bischof feierlich ernannt, am 28. September 1843 selig im Herrn verschied, wurde der Salzburger Domherr Franz La v. K n t t n a r vom Kardinal-Erzbischöfe F r i e d r i ch VI. Fürst zu Schwarz enberg (1836—1850, gestorben 1885 als Erzbischof von Prag) am 23. November 1843 zum Bischöfe von Lavant ernannt, am 28. Dezember 1843 feierlich konfirmiert und am 3. März 1844 im ehrwürdigen Dome, dem oftmaligen Zeugen solcher apostolischer Sendungen, kon-sekriert. Bei der am Feste des hl. Joseph, den 19. März 1844, in der Kathedrale zum hl. Apostel Andreas erfolgten feierlichen Inthronisation sprach der neue Oberhirt ergreifende Worte zum Klerus, wie sie wohl auch in seinem herrlichen lateinischen Hirtenschreiben vom 19. März 1844 an den Säkular-ttttb Regnlarklerus enthalten sind, richtete herzliche Mahnungen an die Gläubigen und erließ einen rührenden Hirtenbrief an die Diözesauen. Ungeachtet seiner geschwächten Gesundheit nahm Franz Laver mit Freude kirchliche Verrichtungen, Weihungen, die beschwerlichen Visitationen, verschiedene Kirchenbesuche vor. Er war das Bild eines Bischoses, wie ihn der hl. Apostel Paulus im Briefe an Titus schildert: Der Bischof muß als Hanshälter Gottes schuldlos sein... gastfreundlich, gütig, b e s o n n e n, gerecht, heilig, e n t h a l t s a nt, festhalteitb an dem glaubwürdigen Worte, tuie es der Lehre gemäß ist, damit er iin Stande sei, in der gesunden Lehre zu unterrichten. (Tit. 1, 7—9). Am zweiten Sonntage der heiligen Fastenzeit, den 8. März 1846, empfing der schwer und lange Leidende die heiligen Sterbsakramente, betete laut das Tridentinifche Glaubensbekenntnis, dankte mit gegen Himmel erhobenen Händen für die Gnade, daß ihn Gott vor einem unversehenen Tode bewahrt hat, segnete die Umstehenden und versprach für die Seinigeu, wenn ihn Gott gnädig aufnehme, tut Himmel zu beten. Kurz vor Mitternacht hatte der große Dulder vollendet. Franz Kuttnar hatte sich die Ruhestätte selbst bereitet und eiugeweiht. Er ließ die Kreuz- und Friedhofskapelle zu St. Andrä im Innern ausschmücken, durch eine Vorhalle verschönern und durch eine unter derselben angebrachte geräumige Gruft zur Begräbnisstätte sämtlicher Lavauter Bischöfe verwendbar machen und weihte sie am 29. September 1845 feierlich ein. Dort nun ruht er seit dem 11. März 1846 von seinen Mühen und Leiden ans An seinem Begräbnistage sprach im Dome der Lavauter Domherr Anton Slomšek ergreifende Worte über das Wollen und Wirken, über das Leben und Sterben des teuren Verblichenen.1 Sein Nachfolger Fürstbischof Anton Martin, geboren am 26. November 1800 in der Pfarre Ponikl, am 8. September 1824 zum Priester geweiht, am 30. Mai 1846 von Seiner Eminenz dem Kardinal - Fürsterzbischofe Friedrich Fürst von Schwarzenberg zum Lavanter Bischöfe ernannt und am 2. Juli desselben Jahres konfirmiert und am 5. Juli konsekriert, residierte nur bis Mitte August 1859 in der Stadt St. Andrä. Am 31. Mai 1859 wurde mit der ersten Vesper des hohen Festes Himmelfahrt Christi der Chor zu St. Andrä feierlich geschlossen. Der hvchwürdigste Oberhirt langte am 19. August 1859 in der rebenbekränzten Draustadt ein. Am 3. September wurde mit der Vesper der Chor in der prachtvoll renovierten und bräutlich geschmückten neuen Kathedrale zum Hl. Johannes Bapt. in Marburg eröffnet. Am darauffolgenden Schutzengel-Sonntage, den 4. September 1859, fand die feierliche Inthronisation des ersten in Marburg residierenden Lavanter Fürstbischofes Anton Martin Slomšek in der neuen Dvmkirche statt, an der sich das fürstbischöfliche Domkapitel, bei 100 Priester, die Vorsteher der verschiedenen Behörden und zahlreiche Gläubige aus nah und fern beteiligten. Feierlich und großartig war des Fürstbischofs erster Einzug in die Kathedrale von Marburg; doch ergreifender war sein letzter Auszug aus derselben. Am 24. September 1862 wurde der als Homilet, Pädagog und Literat besonders verdienstreiche, gute Oberhirt vom Herrn des Lebens und Todes in ein besseres Leben ab berufen. Im ewigen Gedächtnisse wird der Gerechte sein (Ps. 111, 7). — Sein Nachfolger, der 53. Lavanter Bischof, war Jakob Maximilian, geboren zu Cilli am 22. Juli 1815, zum Priester geweiht am 2. August 1838 und zum Fürstbischof am 21. Dezember 1862 ernannt und am 18. Jänner 1863 konsekriert. Er war ein besonderer Freund der heiligen Wissenschaft, besonders der Kirchengeschichte, brachte große Opfer für die würdige Renovierung der Domkirche, noch größere aber für die Erweiterung und Konsolidierung des Diözesan-Knabenseminars. Am 28. Juni 1889 verschied er sanft und selig im Herrn. Im Herrn geliebte Diö;esanen: ie selig im Herrn ruhenden Lavanter Oberhirten, von denen zwei 1 Jahr, acht 5 Jahre, siebzehn 10 Jahre, zwölf 15 Jahre, fünf 20 Jahre, sechs 25 Jahre, zwei 30, einer 31 und einer sogar 34 Jahre die Kirche von Lavant 1 Vergl. Dr. Wiery, Franz Lav. Knttnar, Fürstbischof von Lavant. Nekrolog. Klagenfnrt, 1846. Gr.-Quart, S. 8. — Kuttnar's erstes Pastoralschreiben beginnt mit den Worten: Hand provai a Vestris confiniis natus, ergeht sich über dessen Wahl zum Lavanter Bischof und deren Annahme, begrüßt das regierten, waren apostolische Männer, die da Gelehrsamkeit mit Frömmigkeit verbanden. Sie waren Boten des Friedens, den Jesus Christus der Menschheit vom Himmel gebracht und hinterlassen hat. Diesen zeitlich und ewiglich beseligenden Frieden lehrten und bewahrten sie durch Wort, Werk und Schrift. Sie waren getreue Aus-spellder der höchsten Geheimnisse Gottes, waren opfer- Domkapitel, ermuntert die Dechante, Pfarrer und alle Seelsorger zum opferfreudigen Wirken, ermahnt den Regularklerus zur Ordensdisziplin, fordert die Theologiestudierenden zum fleißigen Lernen und frommen Leben auf und schließt mit dem Aufrufe zum Gebet für Papst, Kaiser und Bischof. freudige Hirten der Herde Christi, sichtbare Schutzengel ihrer Diözesanangehörigen, nach Kräften bestrebt, alle zu jenem erhabenen Ziele hinzuführen, zu dem sie der dreimal heilige Gott erschaffen und berufen hat. Wie St. Andreas, der Patron der Diözese, seinen Bruder Simon dem göttlichen Heilande zugeführt hatte (Joan. 1, 40—42), so führten die Lavanter Bischöfe ihre Schäflein zum göttlichen Hirten, damit sie ihn immer mehr erkennen und lieben und nachahmen. Das ist die echte christliche Liebe, führen zum ewigen Heile, nicht zum ewigen Untergange. Und die biederen Bewohner der ehrwürdigen Diözese erwiesen immerdar ihren geistlichen Vätern, Lehrern und Hirten kindliche Liebe, treue Anhänglichkeit und willigen Gehorsam, wodurch sie ihres oberhirtlichen Segens wert und würdig und so teilhaftig wurden. Die Lavanter Diözesanen hörten und befolgten gerne die Stimme ihrer Seelenhirten, wenn sie ihnen das Wort Gottes von der Kanzel verkündeten, oder sie in den Beichtstuhl riefen, oder zum Tische des Herrn einluden oder ihnen die Fastlage der Kirche verlautbarten. Die Bistumsglän-bigen erwiesen sich als aufopferungsvolle Diözesanen, indem sie für Diözesanbedürfnisse gern reichliche Opfer auf- und darbrachten. Möge unsere, von Gott mit natürlichen und übernatürlichen Gütern reichlich gesegnete Diözese auch künftighin eine glaubensstarke und sittenreine Kirchengemeinde sein, ausgezeichnet durch Tugendwerke, rein vom Sailerteige der Religionsfurcht und Gleichgültigkeit, frei von der Glaubens- und Sitten-losigkeit! Die christlichen Familienväter mögen auch Bischöfe oder Aufseher hi ihren Familien sein, damit darinnen Glaube und christliche Sitte blühe und herrsche! Die christlichen Familienmütter mögen mit Gebet, Bitten und Tränen die Herzen der lieben Kinder und ihrer Hausgenossen bilden und veredeln! Und die christlichen Lehrer und Erzieher mögen wahre Väter der Jugend als ihre Lehrmeister und wahre Mütter als ihre Bildner sein! Zur bleibenden freudigfrohen Erinnerung an das goldene Jubiläum der glücklichen Übertragung des Bischofsitzes von St. Andrä nach Marburg plane und beabsichtige ich ein zweites Diözesan-Knaben-serninar zur Heranbildung braver, tüchtiger Theologen zu errichten, um so nach Tunlichkeit dem immer größer werdenden Priestermangel vorzubeugen. Ich vertraue unerschütterlich fest auf Gottes Huld und Gnade, baue aber auch ohne Wanken auf den edlen Opfersinn der hochwürdigen Priester und der hoch-geschätzten Laien. Es ist wohl eines jeden Diözesans hervorragende Pflicht, dem Priesterstande geeignete Kandidaten in hinreichender Zahl zuzuführen. Kaum dürfte jemand den Überfluß an zeitlichen Gütern besser und Gott gefälliger verwenden können, als wie durch die Hingabe für den erforderlichen Nachwuchs guter Priester. Hier erfüllt man vornehmlich Salomons weise Anempfehlung: Ehre den Herrn mit deinem Vermögen! (Prov. 3, 9). Ist unsere Diözese auch nicht überreich an zeitlichen Gütern, so ist sie doch sehr reich an Tugenden; denn hierzulande ist noch viel lebendiger Glaube, zuversichtliche Hoffnung und opferfreudige Liebe gegen Gott und den Nächsten. Diese großen Tugenden sind aber eine ergiebige Quelle, aus der die notwendigen Beiträge für das zwar schwierige, aber heilbringende Unternehmen fließen werden. Des Herrn Segen wird dem bedeutsamen Werke sicherlich nicht fehlen. Ich suche nicht das Geld der Diözesanen, sondern ihre unsterblichen Seelen, die ich einst mitzunehmen wünsche. Deus scit, quod non mentior. Gott weiß daß ich nicht lüge. (II. Cor. 11, 31). Um nun gemeinsam dem allgütigen Gott für alle Gnaden zu danken, die er durch die seligen Bischöfe der Diözese erwiesen, und um für die verstorbenen Wohltäter zu beten und ihnen den ewigen Lohn im Himmel zu erbitten, ordne ich hiemit an, daß am 14. Sonntage nach Pfingsten als am Oktavfeste der Hl. Schutzengel, das ist den 5. September l. I., in allen Pfarrkirchen ein feierlicher Dankgottesdienst mit entsprechender Predigt abgehalten und am Schluffe das Te Deum laudamus abgesungen werde. Im übrigen wollen wir bis zum Tode treu nach der heiligen christkatholischen Lehre leben, wollen die heiligen Sakramente fleißig empfangen zumal in der gnadenreichen Osterzeit, wollen das so milde Fastengebot unverbrüchlich halten, wollen unsere Berufspflichten gewissenhaft erfüllen. Dazu verleihe uns der allmächtige und allbarm- sen Gott, i hm sei Ehre und Preis durch herzige Gott seine alles vermögende Gnade! Ihm Iesum Christum von Ewigkeit zu Ewig- aber, der mächtig ist, euch zu stärken nach feit! Amen. (Rom. 16, 25. 27). m eine m Evangelium... dem allei n w e i- Marburg, am Feste der heiligen Familie von Nazareth und des Hl. Bischofcs und Märtyrers Timotheus, de» 24. Jänner 1009. t Michael, Fürstbischof. Anmerkung. Dis vorstehende Hirtenschreiben ist von den Seelsorgern de» Älänbige» am Sonntage Qninqtui-genimu, am erste» itnb zweiten Fastensonntage von der Kanzel zu verlesen. Jastenmandat für das Jahr 1909. Klit Rücksicht auf die gegenwärtigen Verhältnisse bewillige Ich kraft der vom heiligen Apostolischen Stuhle unter dem 8. Juni 1899 erhaltenen besonderen Vollmacht für das laufende Jahr die folgenden Erleichterungen bezüglich des kirchlichen Fastengebvtes: I. Abbrnchstagc und Abstincnztage zugleich, also vollständige Fasttage mit Abbruch an Speisen und Enthaltung von Fleischspeisen, sind folgende: 1. der Aschermittwoch und die drei letzten Tage der heiligen Karwoche; 2. die Freitage der vierzigtägigen Fasten und der Adventzeit; 3. die Mittwoche und Freitage der vier Quatemberzeiten ; 4. die Vigilien oder Vortage vor Pfingsten und dor Weihnachten. II Nur Abbruchstage, an denen zwar der Genuß bon Fleischspeisen, aber nur eine einmalige Sättigung und überdies eine kleine Erquickung erlaubt ist, sind folgende: 1. alle Tage der vierzigtägigen Fasten mit Ausnahme der Sonntage (darunter sind, wie oben I. 1, 2 und 3 bemerkt, der Aschermittwoch, der Quatembermittwoch, bie Freitage und die drei letzten Tage der Hl. Karwoche strenge Fasttage); 2. die Mittwoche der Hl. Adventzeit (der Quatember-Mittwoch ist strenger Fasttag: I. 3); 3. die Samstage der vier Quatemberzeiten; 4. die Vigilien oder Vortage vor den Festen: Petri und Pauli, Mariä Aufnahme in den Himmel, Allerheiligen und Unbefleckte Empfängnis Mariä. III. Nur Abstinenztage, an denen die Enthaltung von Fleischspeisen, jedoch ohne Abbruch an Speisen, geboten ist, sind: alle übrigen Freitage des Jahres. 1 ' • In Bezug auf die Dispensen vom Gebote, sich des Fleischesscns zu enthalten, gilt folgendes: 1. Für die ganze Diözese. So oft ein kirchlicher Festtag, d. i. ein gebotener Feiertag, welcher lm bürgerlichen Leben als solcher begangen wird, auf einen Abstinenztag (z. B. auf einen Freitag) fällt, ist der Genuß von Fleischspeisen am selben Tage erlaubt, und zwar, ohne daß es notwendig wäre, dafür an einem anderen Tage sich der Fleischspeisen zu enthalten. 2. Nur für einzelne Orte gilt die oberwähnte Erlaubnis, nämlich an einem Abstinenztage Fleisch zu genießen, bann, wenn an einem solchen Tage daselbst ein Jahrmarkt, zu dem sich gewöhnlich viel Volk versammelt, abgehalten wirb. Diese Dispens gilt jedoch nur für den Ort, an welchem der Markt abgehalten wird, also nicht für andere Orte, die etwa sonst noch zur selben Pfarre gehören. 3. Jnbetreff einzelner Personen wird nachstehendes bewilligt: a) an allen Tagen des Jahres, jedoch mit Ausnahme des Aschermittwoches, der drei letzten Tage der heil. Karwoche und der Vigilien vor Pfingsten und Weihnachten, dürfen Fleisch genießen: Arbeiter in Bergwerken und Fabriken; Reisende, die in Gast- und Wirtshäusern speisen; auch andere, d. i. nicht Reisende, welche z. B. in Städten und sonstigen geschlossenen Orten in Gasthäusern ihre Beköstigung haben. b) An allen Tagen, mit einziger Ausnahme des Karfreitages, können sich der Fleischspeisen bedienen: die Kondukteure auf den Eisenbahnen; jene Reisenden, welche in Gasthäusern der Eisenbahn-Stationen speisen müssen; die Badegäste, überhaupt Kurgäste, welche wirklich zur Herstellung ihrer Gesundheit sich in Bade- und Kurorten aufhalten. Die gleiche Milderung gilt auch für ihre Hausgenossen und Dienerschaft. Hingegen gilt sie nicht für solche Personen, welche Kur- und Badeorte nur des Vergnügens wegen besuchen. c) Ohne Einschränkung, d. i. ohne Ausnahme irgend eines Tages, können Fleischspeisen jene genießen, welche ihrer äußersten Armut wegen unter Speisen keine Auswahl treffen können, sondern eben das essen müssen, was sie bekommen, (also wenn sie nicht Fastenspcisen erhalten); ferner überhaupt jene Personen, welche und so lange sie in einem solchen Hause leben (z. B. als Dienstboten), in welchem man ihnen keine Fasten-speisen vorsetzt. Sie sollen jedoch trachten, sich, wenn nur möglich, wenigstens am Karfreitage des Fleischgennsses zn enthalten. V. An jedem Fasttage, sei es mit oder ohne Abstinenz, wird der Gebrauch von Milchspeisen, Eiern und vom Tierfett (Speck) zur Würze der Speisen, sowohl bei der Mahlzeit, als auch bei der kleinen Erquickung am Abende gestattet. VI. An allen Abbrnchstagen des Jahres (d. i. an jenen Fasttagen, an denen nur eine einmalige Sättigung, sei es mit oder ohne Enthaltung von Fleischspeisen, erlaubt ist), und in der vierzigtägigen Fastenzeit auch an den Sonntagen, ist der Genuß von Fleisch und Fischen bei einer und derselben Mahlzeit verboten. Dieses gilt auch für solche, welche wegen Alter, Krankheit, schwerer Arbeit u. dgl. von der Fastenpflicht befreit sind. VII. Endlich wird noch bemerkt: a) Alle, die an dispensierten Fasttagen Fleischspeisen genießen, sind verpflichtet, an solchen Tagen, sowie an dergleichen Samstagen des Jahres drei Vater unser, drei Gegrüßt seist du Maria und den Apostolischen Glauben zu Ehren des bitteren Leidens und Sterbens Jesu Christi andächtig und im Geiste der Buße zu beten. Wo mehrere Hausgenossen zusammen speisen, sollen diese Gebete laut und gemeinschaftlich verrichtet werden. Überdies werden die Gläubigen ermahnt, diese vom Heiligen Vater gewährte Erleichterung des Fastengebotes nach Kräften durch andere Werke der Fröm- migkeit und insbesondere durch reichlichere Unterstützung der Armen und Notleidenden zu ersetzen. b) Kranken eine weitere Dispens zu erteilen, sind Seelsorger und Beichtväter ermächtigt. Um eine bleibende Dispens vom Fastengebote hat man sich im Notfälle an Mich unter Angabe vollgültiger Gründe zu wenden. c) Welt- und Regularpriestcr, Theologen und Knabenseminaristen, klösterliche Familien und Institute beiderlei Geschlechtes, müssen sich jedoch einer strengeren Beobachtung des Fastengebotes befleißen und haben sich daher an den Abbruchstagen, an denen das Fleischessen für die Laien mittags und abends erlaubt ist, bei der kleinen Erquickung am Abende des Fleischgennsses zu enthalten. Zuletzt sei noch mit besonderem Nachdruck betont, daß die Zeit für die Ablegung der hl. Osterbeicht und für den Empfang der hl. Osterkommunion mit dem 2. Fastensonntage (Reminiscere) beginnt und bis zum 4-Sonntage nach Ostern (Cantate) einschließlich dauert. Zugleich wird an die alte Vorschrift erinnert, die österliche Kommunion wo möglich in der Pfarrkirche zu empfangen. Auch werden die Gläubigen noch daran erinnert, daß während der geschlossenen Zeit, d. i. vom 1. Advent» svnntage bis zum Feste der Erscheinung des Herrn einschließlich und vom Aschermittwoch bis zum 1. Sonntage nach Ostern einschließlich, alle öffentlichen Lustbarkeiten und Ergötzungen untersagt sind. Die Gnade des Heiligen Geistes sei mit euch, auf daß ihr imstande seid, im Geiste der Liebe, des Gehorsams und der Buße das Fastenmandat gewissenhaft zu erfüllen. Und alle, welche nach dieser Richtschnur wandeln werden, Friede sei über sie und Barmherzigkeit Gottes! (Gal. 6, 16). Marburg, am Feste der heil. Familie Jesus, Mariä und Josef, den 24. Jänner 1909. f Michael, Fürstbischof. Anmerkung. Das Fastenmandat ist am Sonntage Quinquagesima von der Kanzel zu verlautbaren. Überdies ist während des Jahres jeder Fasttag am vorhergehenden Sonntage den Gläubigen bekannt zn geben. 15. Postni pastirski list in postna postava za leto 1909. ZN M po božji milosti in usmiljenosti knez in škof Lavantinski, sporoči častitim duhovnikom in vsem vernikom svoje škofije pozdrav in blagoslov ter jim želi vse dobro od Boga Očeta in Sina v edinosti Svetega Duha ! V Gospodu ljubljeni verniki! 1 retečeno leto 1908 ostane v zgodovini naše škofije zaznamenovano z zlatimi, da, z bisernimi črkami. Bilo je res srečno •n radostno leto, v katerem smo slavili tri pre-Pornenljive jubileje in v katerem nas je neskončno usmiljeni Bog obdaroval, res, kar obsipal z nebeškimi milostim! in z zemeljskimi dobrotami. Dne 11. februarja 1908 smo pričeli slaviti zlati jubilej čudovitih prikazovanj brez madeža spočete Device in Matere božje Marije revni pastirici v sedaj slavnoznani Masabijelski votlini pri '-urdu, dandanes najbolj obiskovanem božjem Potu na svetu. Milosti in veselja polni, tako ljubeznivi jubilej traja še do 11. svečana tekočega lota; toda mi Da vantine! smo ga slovesno že sklenili dne 8. grudna lanjskega leta na mili praznik brezmadežnega spočetja Marijinega. Kdo bi mogel Povedati, kdo popisati, koliko dobrega za dušo in src-e je prinesel Marijin jubilej prebivavcem naše razsežne škofije o priliki številnih cerkvenih slo- vesnosti, misijonov in duhovnih vaj, devetdnevnic, tridnevnic in procesij, katerih so se moji ljubi verniki povsod in po vsej široširni vladikovini udeleževali z občudovanja vredno vnemo?1) O, da bi vendar goreča ljubezen do Boga in do božje Matere ostala trajna in stanovitna med pastirji in med ovčicami ! Požrtvovalna ljubezen naj čimprej pozida novo župnijsko cerkev »Marija Lurd« z dvema stolpoma in s tremi ladjami v obširni fari Rajhenburški, in naj tako postavi znamenitemu Lurškemu jubileju za pozne rodove neminljiv spomenik ! Da, zidajmo z združenimi močmi novo hišo njej. ki jo kličemo hišo zlato in ki je kot vrata nebeška odprla že milijonom vrata v nebesa, pa jih bo odprla, kakor smemo upati, tudi nam ! Z velikim navdušenjem smo, predragi moji, v preteklem letu praznovali tudi zlati jubilej maš-ništva Njih Svetosti, našega, sveto Cerkev sedaj 9 Prim. Person nlstand des Bistums Lavant in Steiermark für das Jahr 1909, V Mariboru, 1909. Str. 216—239- srečno in slavno vladajočega svetega očeta, papeža Pija X. Vsa školija, dušni pastirji in verne ovčice, vsi smo se ob tej priložnosti klanjali najvišjemu Pastirju črede Kristusove na skali sv. Petra ; vsi smo izkazovali skupnemu očetu krščanstva spoštovanje, ljubezen in pokorščino z duhovnimi in s telesnimi darovi: z molitvami, s svetimi obhajili, z udeležbo pri cerkvenih pobožnostih, z deli krščanskega usmiljenja, s prispevki za Petrov novčič, ki je svetemu očetu za vladanje vesoljne Cerkve tako zelo potreben, in katerega sem Njim izročil v zasebni avdijenci dne 18. majnika minulega leta, ko sem Njim obenem poročal o naših čestitkah in dobrih željah k Njihovemu zlatomašniškemu jubileju. V povračilo sem prejel od Njih očetovsko zahvalo, apostolski blagoslov ter obljubo višepastirske molitve. Sijajno je bilo videti, ko so se svetemu očetu skupno poklonili Avslrijski škofje, duhovniki in drugi verniki. Po jubilejni slavnosti, ki se je vršila dne 16. listopada 1908 v cerkvi sv. Petra, so se naslednjega dne, na praznik sv. Gregorija čudodelnika, Avstrijski nadpastirji zbrali okrog naj višjega Pastirja svete Cerkve, pa so Mu izročili slavnostno pismo ter ponižno in spoštljivo čestitali k vzvišenemu in slavnemu jubileju Njegovega duhovništva. Krasne besede, s katerimi so sveti oče Avstrijskim škofom izrazili svojo radost in zahvalo, ste, preljubi verniki, slišali iz mojega pastirskega lista z dne 8. decembra 1908 Globoko ganjeni so se sveti oče zahvalili za vse mile darove, ki so bili prineseni »Petru v njegovih stiskah in potrebah«, pa so blagoslovili vse blagosrčne darovavce. S sv, apostolom Pavlom je izpovedal danes »živeči Peter«, da smo mi njegova tolažba, za kar Gospoda hvali, ki ga podpira v vseh nadlogah. V trudih in naporih, ki jih imajo vidni namestnik Kristusov, v težavah, ki Njih tlačijo, v boju na življenje in smrt, ki se je vnel zoper Cerkev, zoper njene nauke in naprave, Njih tolaži naša molitev, naše sočutje, naša vdanost in zvestoba. Škof vseh škofov so opominjali zlasti nas škole k čuječnosti nad duhovščino, da bo svetila vsem kot vzor in vzgled vsake čednosti, nad bogoslovci, da bodo, ko po- stanejo duhovniki, božja, Beg pa njihova last; k čuječnosti nad verniki, katerim od vseh strani preté nevarnosti in katere povsod zalezuje sovražnik vzveličanja. Današnji čas ne more več prenašati zdravega nauka, marveč ljubi nauke, ki ščegečejo ušesa in ugajajo nasladnostim srca. Zato naj služabniki Kristusovi in delivci skrivnosti božjih neustrašeno in srčno oznanjujejo večne, vzveličavne resnice, bodisi, da je ljudem priložno ali nepriložno. Dandanes moramo očitno vsemu svetu oznanjevati čisto, célo in neprikrajšano resnico, da sovražnik ne zaseje ljuljke med ljudstvo! Pri slavljenju zlatomašniškega jubileja vrhovnega poglavarja Cerkve Kristusove tudi svet ni zaostal. Tudi on je razveselil skupnega očeta vsega krščanstva s prisrčnimi čestitkami in Njih je vzradostil z znamenitimi darili. Prav pomenljiv in dragocen je jubilejni dar našega ljubljenega cesarja, bisernega jubilarja, zlatomašniku papežu Piju X, namreč zlati naprsni križ, ob čigar robu žari navrščenih 60 briljantov in 50 rubinov, med njimi pa podoba Križanega iz čistega zlata. Štiri križeve konce krasé angeljske glavice. Druga plat umetno izdelanega križa nosi na zlati plošči, ki se da odvzdigniti, v latinskem jeziku ta-le napis: »Franc Jožef I., cesar in kralj, ki je šestdeset let izvrševal svoj vzvišeni poklic, čestita papežu Piju X., ki je skozi petdeset let opravljal svojo sveto službo. V letu obojnega jubileja 1908«-Misel na obojni jubilej je tudi jasno izražena v številu 60 diamantov in 50 rubinov. Tudi druge dežele, kakor Bavarska in Belgijska. Holandska španska, Pruska in Ruska, so odposlale izredne poslance ter jim ukazale, naj se poklonijo ter izročijo čestitke častitljivemu jubilarja na sedežu sv. Petra. Vsi so se udeležili dne 16. novembra 1908 v krasno ozaljšani baziliki sv. Petra višeduhovniške službe božje, katero so opravili sam sveti oče. — Med deželami, ki so posebej čestitale svetemu očetu, smo pa pogrešali ono, ki šteje največ katoličanov in ki se je poprej rada imenovala prvo hčer svete Cerkve, naše skupne matere. Dežela, katero je deviška mali Marija pred vsemi drugimi odlikovala po svojih mnogoštevilnih prikazovanjih, pa jo še od- hkuje po velikih in očitnih čudežih, povzroča Njih Svetosti slednji dan novo skrb in žalost. Zato pa hočemo mi svetega očeta vselej podpirati z gorečo molitvijo. Junaška devica Orleanska, Joana d’ Are, ki bo v največji cerkvi sveta, pri sv. Petru v Rimu, dne 18. aprila tekočega leta prišteta blatenim,1 ona naj izprosi od Gospoda Boga njegovemu namestniku na zemlji popolno prostost in svobodo na apostolskem, kraljevskem prestolu! Kakor minulo, tako je tudi sedaj tekoče leto Zil našega svetega očeta papeža Pij a X. jubilejno leto. Dne 16. novembra 1908 se je namreč pričel srebrni jubilej škofovanja Njih Svetosti, ker so hili bivši kanonik v Trevizu, Jožek Sarto, dne 16. novembra 1884 od Mantuanskega rojaka kardinala Parocchi v Rimu posvečeni za škota Mantuanskega. Tudi ta jubilej, ki bo končan prihodnjega dne 16. listopada in ki ho nas živo spominjal na 25 let, odkar je sveti Duh (Dej. apost. 20, 28) izvolil ln postavil sedanjega svetega očeta, da kot apostolski škot vladajo cerkev božjo v Mantui, bo za Avstrijo pomenljiv in nepozaben. Avstrijcem tako dragi služabnik božji, Klement Marija Hofbauer (Dvorak), rojen dne 26. grudna 1751 v Stoziko-Vloah na Moravskem in 1785 posvečen v Pašnika, bo namreč letos proglašen za svetnika.2 V glavnem in prestolnem mestu Dunaju Je blaženi služabnik božji sveto živel, z izrednim blagoslovom deloval ter uvedel naselbino družbe redemptoristov, katero je ustanovil cerkveni uče- 1 Na praznik svete Družine Nazarcške, dne 24. pro-8lDea 1909, je bil v Vatikanu vpričo svetega očeta pre-bran odlok kongregacije svetili obredov Virorum, qui laude militari z dne 24. januarja 1909, s katerim Je bila potrjena resničnost treh čudežev, ki so se zgodili aa priprošnjo Joane d' Are in ki so potrebni, da bo smela i» mogla biti prišteta blaženim. 2 Posl, Clemens Maria Hofbauer, der erste deutsche Redemptorist. V Reznu, 1844. — Sebast. Brunner, Kle-niens Maria Hofbauer und seine Zeit. Na Dunaju, 1858, ~~ Mihael Haringer C. ss. R., Leben des elirw. Klemens Rotbauer. 2. izdava. 1880. — P. Matej Bauchinger, Der selige Clemens M. Hofbauer. Ein Lebensbild. Na Du-naju, 1902. 4. izdava. — P. Jurij Freund C. ss. R., Festfeier zur Beatifikation des seligen Klemens Maria Hofbauer. Na Dunaju, 1888. — Isti. P. Klemens Maria Hofbauer, ein Mann der Vorsehung, V Moriastiru, 1903. nik sv. Altonz Marija Liguori; na Dunaju je ümrl dne 15. sušca 1820 in tam tudi počiva in pričakuje vstajenja. Slavnost kanonizacije, to je slovesnost, ko bo že leta 1888 blaženim prišteti apostol in prenovitelj Dunajskega mesta proglašen za svetnika, se bo vršila na spomlad, najbrž v aprilu (18.) ali v Marijinem mesecu (20. ali 30. majnika). — Prebivavci Avstrijske države, zlasti presvetla cesarska hiša z vladarjem-jubilarjem na čelu, bodo s svetim Klementom Hofbauer gotovo dobili in imeli mogočnega zagovornika in priprošnji ka pred sedežem božjim. Kot dan za vkupno cerkveno slavnost srebrnega škofovskega jubileja Njih Svetosti določim 24. nedeljo po binkoštih ali 24. november 1909. Na predvečer slavnostnega dne naj se vrši po vseh cerkvah svečano zvonjenje. V nedeljo potem se naj opravi slovesna služba božja s pridigo in z zahvalnico Te Deum laudamus. Pripomnim še z vsem povdarkom, da teče sèm od 24. dne februarja letošnjega leta 1909 sedemstoletnica, odkar je bil ustanovljen serafski red sv. očeta Frančiška. Takrat namreč je osnoval sv. Frančišek, rojen 1182 in umrl 1226 v Asisiju, svoj vse hvale in slave vredni red, ko je sklenil pričeti spokorniško življenje. Ko je leta 1209 v starodavni cerkvici Marije od ange-ljev, katero je sam popravil in obnovil s kamenjem, ki si ga je izprosil od dobrih ljudi, iz evangeljskega branja (Mat. 10, 9. 10) med sveto mašo spoznal svoj poklic, je začel z nenavadnimi uspehi oznanjevati pokoro. Svojim učencem, ki so se kmalu od vseh strani zbirali krog njega, je dal modrosti polna pravila ter je tako vpeljal prvi red za moške, drugi red za ženske in tretji — Isti, der selige Klemens Maria Hofbauer. Na Dunaju 1890. Druga izdava. Tretja je izšla 1906 po smrti pisateljevi. (Prim. P. Janez Polifka, C. ss. R., P. Georg Freund C. ss. R. Na Dunaju, 1907. Str. 437). — Na praznik sv. Družine, dne 24. januarja 1909, je tajnik kongregacije svetih obredov v Vatikanski konzistorijalni dvorani vpričo Njih Svetosti papeža Pij a X. prebral dekret No n d a m vivis excesserat z dne 24. prosinca 1909 v zadevi dveh čudežev, ki sta bila h kanonizaciji vzve-ličanega redemptorista-duhovnika Klementa Marije Hofbauer še potrebna in sta se sedaj že resnično zgodila, red zu vernike med svetom. Kakor beremo v frančiškanskem brevirju, je položil sv. Frančišek dne 16. aprila 1209 v roke papeža Inocencija III. večne obljube. Tako se je pričela celo izredna naprava velikanskega pomena, ki je v teku sedemsto let dozorila in bo še vprihodnje rodila zlatih sadov. Trojni red sv. Frančiška je od svojega početka do današnjih dni čudovito dosti storil in izvršil za čast božjo in za vzveličanje ljudi. Pri- nesel je sveti Cerkvi in narodom sveta neizmerno blagoslova božjega. Veselilo bi me in radostno bi pozdravljal, alco bi se v teku tega leta vršile posebne jubilejne slovesnosti v vseh. k naši škofiji spadajočih cerkvah in samostanih sv.Frančiška, kakor tudi po župnijah, kjer cveti in prospeva tretji red,1 čigar udje se ravnajo po sv. Frančiška geslu »moj Bog in moje vse« in med katerimi so bili tudi veliki Leon XIII. in so sedanji sveti oče Pij X. V Gospodu ljubljeni škofij ani ! azen zlatih jubilejev, Lurškega in Rimskega, smo praznovali mi Avstrijci v preteklem letu tudi še biserni jubilej blagoslovljene vlade Njih cesarskega in kraljevskega apostolskega Veličanstva, našega mnogoljubljenega in obče-spoštovanega cesarja Franca Jožefa I. Od zgodovinski znamenitega dne 2. decembra 1848 sem je sedanji veleslavni vladar našega cesarstva svojim mnogoterim narodom moder, mil in dobrosrčen gospodar. Vsled odličnih vladarskih čednosti cesarja in kralja Franca Jožefa so tudi drugo-zemske, zlasti prijateljske države, na dostojen način proslavile šestdesetletnico vladanja našega predragega deželnega očeta. V trajni spomin na velepomenljivo, v Avstrijski zgodovini najlepše leto 1908 smo Lavantinci priredili kaj izpodbudne svečanosti v cerkvi in zunaj cerkve, pa smo osnovali razne občekoristne ustanove, naprave in podjetja. Kar je ob svojem času zvesti Amasa obljubil, želel in prisegel kralju Davidu, je tudi vseh Lavantinskih škofljanov obljuba, čestitka in srčna želja, izražena Njih Veličanstvu k briljantnemu vladarskemu jubileju : T u i sumus . . et tecum . . . Pax, pax tibi et pax adiutoribus tuis; te enim adiu-vat Deus! — Tvoji smo . . in s teboj držimo ... Mir, mir tebi in mir tvojim pomočnikom; kajti tebi pomaga tvoj Bog! (I. Paral. 12, 18). — Globoko ganljiv je bil prizor, ko so se prečastiti Avstrijski škofje s častito duhovščino vred dne 26. listopada 1908 poklonili Njih Veličanstvu, svojemu častitljivemu cesarju-jubilarju. Nadpastirji in krog njih samostanski prelalje in redovniški predstojniki, zastopniki stolnih kapiteljev in ostale duhovščine, so izročili presvetlemu jubilarju slavnoslno pismo, v katerem izražajo Njih apostolskemu Veličanstvu svoje iz srca kipeče veselje nad Njihovim bisernim jubilejem, Njim zagotavljajo svoje najglobokejše spoštovanje, svojo ljubezen in vdano zvestobo, se spominjajo Njihovih vzornih vladarskih čednosti, pa se Njim zahvaljujejo za hranitev svete Cerkve in za vsa dela krščanskega usmiljenja. »Blagovoli torej Vaše ces. in kralj, apostolsko Veličanstvo«, tako se glasi v srce segajoč sklep lepo sestavljenega slavnostnega pisma, »o priliki diamantnega jubileja svoje vlade milostno sprejeti x) Generalni minister frančiškanskega reda, P. Dionizij Schüler, je že z določbo Septimo ab ordine nostro z dne 25. sušca 1906 opozoril vso redovno družbo na bližajoči se 700letni jubilej, za čigar slavljenje je obljubil dati še posebna navodila. Prečastiti P. General želi, da bi bil vkupno proslavljen jubilej čudežnega pozvanja in izpreobrnjenja sv. Frančiška in jubilej obstanka njegovega reda. (Acta ordinis fratrum minorum. Ad Claras Aquas, 1906. Str. 119). — P. Philibcrt Seeböck O. F. M., Das 700jährige Jubiläum der Gründung des seraphischen Ordens des hl. Vaters Franziskus 1209—1909. V Tnomostu, 1909. Strani 58. čustva naše neomahljive zvestobe, nespremenljive vdanosti in nikdar usehljive hvaležnosti! Nobena moč na zemlji nas ne more ločiti od skale sv. Petra. Nič nas pa tudi ne more odtrgati od naše dedne vladarske hiše Habsburške, od našega ce-sarja-jubilarja, od naše krasne Avstrijske domovine. Vselej se bomo trudili po svojih močeh, da zasadimo čustva otroške ljubezni in požrtvovalne pokorščine tudi v srca svojim vernikom, Prepričani, da so to najvarnejši nasipi in zidovi Habsburški. Viribus unitis, z združenimi močmi hočemo s svojimi dobrimi duhovniki po geslu »z Bogom za cesarja in za domovino« skrbeti, da bodo naši verniki neprenehoma in prav goreče molili za Vaše Veličanstvo, da bodo stanovitno s svojimi dejanji kazali resnično domoljubje, in da bodo varovali in hrabro branili starodavne vzore zvestih Avstrijancev. Na mogočno priprošnjo deviške Matere božje in vseh nebeških varihov predrage Avstrije, zlasti na priprošnjo ljube sv. Elizabete, kateri na čast smo lani praznovali sedemstoletnico njenega rojstva, naj spremlja vsemogočni in vsedobri Bog, kakor doslej tako tudi odslej, Vaše Veličanstvo in Presvetlo cesarsko hišo s svojim nepremagljivim varstvom, da se bodo neprenehoma uresničevale besede genljive cesarske himne: Živi cesar, domovina ! Večna bode Avstrija ! Gospod nad življenjem in smrtjo, ki je Vašemu Veličanstvu po dolgotrajnem trpljenju zopet Podaril dragoceno zdravje, naj podaljša dni Vašemu Veličanstvu do skrajnih mej človeškega življenja, v pravo korist in blaginjo narodom mogočnega cesarstva. Solnce nemotenega miru in čiste sreče naj obseva do najpoznejše večerne zarje življenje, Vašemu Veličanstvu od vseusmiljenega tioga odmerjeno še leta in leta ! Vsa, kar solnce je obsije, . . Cveti mirna Avstrija ! Bog ohrani in obvari, Bog osreči in blagoslovi Vaše Veličanstvo, našega predragega in pre-'jubljenega deželnega očeta, našega dobrotljivega m slave polnega cesarja-jubilarja !« Na čestitko, s katero so prečastiti gospod kardinal nadškof Dunajski v zmislu slavnostnega pisma nagovorili presvetlega cesarja, so Njih Veličanstvo blagovolili glasno in jasno odgovoriti z naslednjimi, globoko pomenljivimi, vsem udeležencem slavnostne deputacije v srce segajočimi besedami : »Dobra sreča Mi je odločila, da sem šest-desetikrat doživel dan, ob katerem sem zasedel prestol Svojih očetov. Ko se s pobožnim srcem zahvaljujem božji previdnosti za to redko milost, občutim srčno veselje in radost, ker vidim krog Sebe zbrane škofe in druge zastopnike Avstrijske svetne in redovne duhovščine. Kar ima človeštvo najsvetejšega, je položeno v Vaše roke. Vi oskrbujete, kar je vzvišeno nad vse spremembe časa, da, nad vse minljivo, to namreč, kar je v človeku večno. Z zvestim izpolnjevanjem dolžnosti svoje duhovske službe pa izkazujete tudi državi in vsej človeški družbi veliko, da, neprecenljivo dobroto. Vsakdanja skrb bo vedno ločila duhove ; razprtija in razpor med strankami sta neizogibna. Vaš poklic pa je, da oznanjujete spravo in mir, ki si ga svet sam ne more dati. Vera je varno sidro, ob katerem vsakdo najde zanesljivo oporo v bojih in viharjih svojega življenja. Pri verskem poduku in pri izvrševanju svojega poklica se smete vedno zanašati na državno oblast in njeno varstvo. Jaz sam sem zvest sin svete Cerkve, ki Me je učila vdanosti v bridkih urah, ki Mi je dajala tolikokrat tolažbo v nesreči, ki je bila Meni in Moji hiši zvesta voditeljica na vseh potih življenja. Njenim zastopnikom izrečem ob današnjem za Me nepozabnem dnevu Svojo najtoplejšo in osebno zahvalo.« Njih Veličanstvo, presvetli cesar, so posvetili slavnostni dan svojega jubileja, 2. december 1908, res kot zvest sin svete Cerkve tako, da so bili najprej pri tihi sveti maši v Schönbrunnski grajski kapeli, potem so se pa še izpodbudno-udeležili v Dunajski dvorni kapeli slovesne zahvalne službe božje. Dne 4. grudna istega leta pa so sporočili Svojim narodom zahvalo z Najvišjim lastnoročnim pismom, v katerem pravijo : »Milost nebes Mi je prisodila, da sem mogel s Svojimi narodi po 60 letih slaviti obletnico dneva, ob katerem sem zasedel prestol Svojih prednikov. K nepregledni vrsti dokazov ljubezni in zvestobe v dolgem teku let se pridružijo sedaj ne-številne izjave najsrčnejše vdanosti, katerih sem bil deležen ob tej nenavadni priliki. Iz tega sem vnovič jasno spoznal, kako ne-pretrgljive so vezi, s katerimi je skupna sreča, skupna žalost združila vladarja z ljudstvom. Svečanost sedanjih trenutkov je v Mojih očeh povzdignilo spoznanje, s kakšnim živahnim tekmovanjem so se uprizorila dela človekoljubja, ki bodo z nadaljnim blagoslovom oznanjevala še poznim rodovom plemenitost ustanovnikov. Najsrčneje pa Me je veselilo, da se je, po Moji želji, tako izdatno poskrbelo za najbolj pomoči potrebni del človeštva, za uboge otroke. Ako se bo olajšala s temi blagosrčnimi darili beda in reva, ako se bo usušila solza marsikatere matere, smatram to kot najdragocenejši sad tega znamenitega leta. Spoznanje, da dinasliška misel ali prepričanje o potrebnosti postavne vladarske rodovine s svojo zedinjajočo silo prevladuje vse razlike in vsa nasprotja, mi daje zagotovilo, da sedanje, tako pomenljive in sijajne častitve ne bodo minile z dnevom, marveč da bodo naprej živele v spominu kot znamenje naj lepšega soglasja Moje rodovine z Mojimi narodi. — Ganjen po istih novih dokazih davno potrjene zveste vdanosti do Moje osebe, izrečem vsem, ki so pripomogli z besedo in z dejanjem k tej slovesnosti, Svojo iskreno cesarsko zahvalo«. Tako, ljubi moji, je bila lanjska dvojna slavnost zelo koristna in tolažljiva, ker so se vsi katoliški narodi Avstrijski, čeprav ločeni in raznovrstni po govorici in po rodu, pri tem dvojnem jubileju izkazali edine in čutili kot prave katoličane in kot pristne Avstrijane. Vera v Jezusa Kristusa in prepričanje o božji ustanovitvi svete Cerkve sta zedinila tolikera in različna ljudstva tako, da smo videli v njih vzvišeni vzgled popolne edinosti čutenja in mišljenja pri zunanji navidezni raznoterosti pogojev za telesno življenje. Pokazalo se je, da smo Avstrijci enega duha in enega srca. Delujmo in potegujmo se zedinjeni tudi vprihodnje za zmago katoliške Cerkve in za slavo svoje razsežne in krasne domovine Avstrijske ! Obe sta naše materi, in mi smo njuni otroci. Tako bomo naj-izdatneje tolažili užaljeno srce svetega očeta papeža Pija X., in bomo najbolj razveseljevali blago srce premilega cesarja Franca Jožefa T., ki v tem letu slavijo 401etnico (1869) svoje božje poti v Jeruzalem. Dvigajmo torej hrabro in ponosno pred vsem svetom častitljivo zastavo svete Cerkve in zmagoslavni prapor naše monarhije, in pokažimo pri vsaki priliki, da smo dobri katoličani, pa tudi zvesti Avstrijani. Mnogoljubljeni v Gospodu ! j(namenite jubilejne slovesnosti navadno trajno vplivajo na človeško srce. Zgodi § se marsikaj dobrega in blagega, kar se drugače ne bi nikdar izvršilo. V tekočem letu 1909 praznuje naša škofija zlat jubilej. Pred petdesetimi leti namreč je bil prestavljen staro-častitljivi škotijski sedež od Sv. Andraža v La-bodski ali Lavantinski dolini v Maribor na Spodnjem Štajerskem. V svojih posledicah prepomen-Ijivega dogodka se hočemo letos posebej spominjati, hočemo ga s trajnimi dobrodelnimi napravami še bolj in globlje vtisniti v spomin sebi in svojim potomcem, in se hoCemo tako že sedaj pripravljati na primerno praznovanje 700 letnega obstanka naše škofije, kateri jubilej bomo slavili dne 10. majnika leta 1928. 1 Krepkovoljni in čednostni nadškof Solno-graški Eberhard II. (1200—1246) iz starodavnega roda Triichsen (Trixen) na Koroškem, ali po drugih preiskovalcih iz plemenite rodovine Regensberg na Švicarskem, je ustanovil z dovoljenjem slovečega papeža Inocencija III. (1199— 1216) in s pritrjenjem rimsko-nemškega cesarja Friderika II. (1212—1250) leta 1212 pri Sv. Andražu na Koroškem kolegijatni kapitelj, čigar kanoniki so živeli po redovnem pravilu cerkvenega očeta sv. Avguština. S tem je bil položen temelj ustanovitvi Lavantinske vladikovine. Šestnajst let pozneje je osnoval goreči metropolit s privoljenjem papeža Honorija III. (1216 —1227) in z odobrenjem Solnograškega kapilelja škofijstvo Lavant pri cerkvi sv. apostola Andreja v Lavantinski dolini na Spodnjem Koroškem. Od slavnega nadškofa Eberharda II. izgotovljeno latinsko ustanovno pismo je bilo priobčeno dne 10. majnika 1228 in določuje med drugim to-le : »Ker nadškof ne more uspešno vladati izročene mu preštevilne duhovne črede in ker želi deliti svoje breme z drugimi, zato upostavi s privoljenjem papeža in Solnograškega kapilelja nov škofijski sedež na Lavantinskem pri cerkvi sv. Andreja, kjer je bil že ustanovil redovni korarski 1 Georgii Stobaei de Palmaburgo, Episcopi Lavan-tini, Epistolae ad diversos. V Benetkah, 1749. — Karlman Tangi, Reihe der Bischöfe von Lavant, V Celovcu, 1841. (Seznamek ’ slovstva str. V nsl.) — Jakob Stepischnegg, Georg III. Stobäus von Palmburg, Fürstbischof von Lavant. (Im Archiv] für Kunde österreichischer Geschichtsquellen. 1856. XV). — Franc Kosar, Anton Martin Slomšek, Fürstbischof von Lavant, dargestellt in seinem Leben und Wirken. V Mariboru, 1863. — Ignac Orožen, Das Bistum und die Diözese Lavant. I. del. V Mariboru, 1875. Str. V nsl. — Gaben des Katholischen Pressvereines in der Diözese Seckau für das Jahr 1888. V Gradcu, 1888. (II. Geschichtliches. 3. Ignaz Franz Zimmermann, Fürstbischof von Lavant, Ein Lebensbild von J(oset) H(ofrichtcr). Str. 97—148). — Nekrolog. Ignaz Franz Zimmermann, Fürstbischof von Lavant. (Ime pisatelja in tiskarne ni pripisano, tudi ne datum. Folio. 4 strani). — Dr. Herman kapitelj; vendar naj vsled ustanovitve nove ško* lije Solnograški kapitelj ne trpi nobene škode. Od nadškofa izvoljeni, umeščeni in z dohodki obdarovani Lavantinski škof naj vpričo Solnograškega kapilelja obljubi nadškofu pokorščino in naj priseže vdanost in zvestobo do Cerkve in do Solnograškega nadškofa«. Kot dostavek k ustanovni listini je nadškof izdal tudi pismo, v katerem pridrži sebi in svojim naslednikom pravico izvolitve, potrditve in posvetitve Lavantinskih škofov. Od tistega časa sem ima nadškofijski sedež sv. Ruperta v Solnogradu edini na vsem katoliškem svetu omenjeno izredno predpravico. Meje novi škofiji so bile določene šele kes-neje s pismom, danim v Brižah v letu Gospodovem 1244. Ker se je ta mejna listina zgodaj izgubila, jo je na prošnjo Lavantinskega stolnega prošta nadškof Friderik II. pl. Walchen (1270— 1284) v Solnogradu dne 13. aprila 1280 vnovič dal izdelati. Škofija je obsegala le župniji Sv. Andraž in Labota (Lavamünd) na Koroškem, na Štajerskem pa župnije Remšnik nad Marenber-gom, Veliki Florijan, Št. Peter pri Lindenbergu, Šmarje v Sulmski dolini in dandanes celò neznani kraj Sussenteller. Prvi škof Lavantinski je bil Ulrik I. (1228— 1257), o katerem pravijo, da je bil prej nadškofijski dvorni kapelan in župnik v fari Haus, odkoder je morebiti dobil ime Ulrik pl. Haus. Po Zschokke, Die theologischen Studien und Anstalten der katholischen Kirche in Österreich. Na Dunaju, 1894. Str. 775—786. — Dr. Jožef Pajek, Aus dem Garten der Lavanter Diözese. V Mariboru, 1899. — Isti, Die Ftirst-bischötiiche Residenzstadt Marburg mit ihren Vororten. V Mariboru, 1900. — Dr. Jožef Schmidlin, Die katholischen Zustände in Deutschland vor dem dreißigjährigen Kriege nach den bischöflichen üiözesanberichten an den Heiligen Stuhl. I. Teil. Österreich. V FreiburgU v Brisgoviji, 1908. (O Lavantinski škofiji str. 102—118). — Drobtinice za leto 1861. V Marburg». (Selitev sedeža Lavantinskega škofijstva v Marburg. Str. VII do XVI). — Zgodovinski Zbornik. Priloga Ljubljanskemu škofijskemu listu. Ljubljana, 1895. Osmo leto, štev. 9. — Dr. France Lampe, Drobtinice. XXIV. letnik. V Ljubljani, 1890. (Dr. Jakob Maksimilijan Stepišnik, knezoškof Lavantinski. Str. 83—99). drugih preiskovalcih je dobil svoj priimek od Štajerske žlahtne rodovine plemenitih Haus, ki je tedaj cvetela in slula in od katere je bojda izhajal, ali pa, ker je bil rojen v kraju Haus na Gornjem Štajerskem. Škof Ulrik ni imel v svojem življenju mirnih dni. Z Ekbertom, Bamber-škim škofom, je šel na vojsko zoper Bernarda, vojvoda Koroškega; z nadškofom Eberhardom se je udeležil provincialnega deželnega zbora v Lands-hutu, leta 1243 pa škofovskega zborovanja v Bri-žah. Podpisal je kot priča več cerkvenih listin, in da bi pospešil zgradbo nekega ženskega samostana v Judenburgu, je podelil odpustek 40 dni vsem, ki bodo kaj prispevali k stavbi. Novo ustanovljena škofija Lavantinska je iz-prva štela le malo cerkev in kapel; bila je tako majhna, da je škof lahko prehodil, počenši pri mestu Sv. Andraž, vso svojo vladikovino v poldrugem dnevu. Šele ko so bile za cesarja Jožefa It. (1765—1790) uravnane meje notranje-avstrijskim škofijam, je pridobila škofija Lavantinska nekdanji V e lik o v s ki okraj na Koroškem in prejšnji Celjski okraj na Spodnjem Štajerskem. O priliki omenjene omejitve je bilo dne 1. majnika 1785 na najvišjem mestu določeno, da naj bo Celje sedež knezoškofa Lavantinskega. Vendar je bil že dne 29. avgusta istega leta preklican ta najvišji odlok, češ, Lavantinski škofovski sedež ostane pri Sv. Andražu. Pod blagoslovljeno vlado cesarja Franca II. (1792—1806) kot dednega cesarja Avstrijskega Franca I. (1806—1835) je bilo sklenjeno leta 1804, da naj pripade Mariborski okraj Lavantinskemu nadpastirju, čigar sedež se preseli od Sv. Andraža bodisi v Maribor ali v Celje, ali pa celo v Slovensko Bistrico ali v Ptuj ; on pa naj prepusti svoje župnije na Koroškem Krškemu knezoškofu. Težavna pogajanja so bila prekinjena po bojnih homatijah v prvih dveh desetletjih 19. stoletja, in so se zopet pričela šele po sklenjenem miru leta 1822. Njih uspeh je bil, da mora vsled naj višjega odloka z dne 12. rožnika 1832 škofovski sedež Lavantinski ostati še vpri-hodnje v Št. Andraškem mestu. Šele za slavne vlade cesarja Franca Jožefa 1. (1848 do danes) je bilo končno rešeno važno in težavno vprašanje zaradi omejitve Lavantinske škofije in zastran določitve njenega prestolnega mesta. Krog leta 1850 se je vnovič vršila uravnava mej za škofije na Koroškem in na Štajerskem, vsled katere je prepustila Sekovska škofija dekanije in župnije nekdanjega Mariborskega okraja Lavantinski vladikovini, ta pa je odstopila svoje dekanate in fare na Koroškem škofiji Krški. Škofovski sedež Lavantinski je bil prenesen s stolnim kapiteljem vred v spomina vrednem letu 1859 od 631 let stare, na najskrajni meji se nahajajoče prestolnice pri Sv. Andražu v Maribor, kar je stalo nedopovedno dosti žrtev, truda, dela, časa in denarja. Zadnji, do svoje smrti pri Sv. Andražu vladajoči Lavantinski škof je bil Franc K s a v. K u 11-nar (1843 — 1846). Rojenje bil dne 26. vinotoka 1793 v Šahmandolu v župniji Št. Vid pri Zatičini na Dolenjskem kot sin ondotnega trgovca in posestnika Franca Kuttnar. Obiskoval je domačo šolo v Št. Vidu, glavno šolo, gimnazijo in bogoslovje pa v Ljubljani. Ko dovrši z odliko bogoslovne študije, ga posveti dne 21. grudna 1816 njegov škof Avguštin Gruber (1816—1824) za maš-nika. Kot stolni kapelan in pridigar pri škofijski katedrali v Ljubljani deluje z vso gorečnostjo v izpovednici, med ljudstvom, pri bolnikih, zlasti pa na pridižnici. Pri tem si nakoplje že v drugem letu svojega službovanja krvavi kašelj, ki ga je mučil v svojih posledicah do groba. Zato mu podeli škof Avguštin dne 1. oktobra 1818 službo škofijskega dvornega kapelana in konzistorijalnega zapisnikarja, toda z naročilom, da naj pomaga še tudi pri stolni župniji v dušoskrbju. Ko zamenja njegov visoki pokrovitelj, sloveči škof Avguštin Gruber, v prosincu leta 1824 Ljubljanski škofijski sedež z nadškofijsko stolico Solnograško (1824—1835), se tudi Kuttnar poslovi od svoje ožje domovine ter najde za celih dvajset let v staročastitljivem Solnogradu drug prijeten dom. V plačilo za mnogotere in velike zasluge in v pripoznanje izredno hvalevrednih lastnosti, postane sčasoma duhovni svetovalec, zapisnikar in prisednik nadškolijskega konzislo-rija, leta L828 pravi konzistorijalni svetovalec in še v istem letu namestnik stolnega kustosa. Leta 1830 mu je bilo izročeno škofijsko vrhovno nadzorstvo nad šolami v nadškofiji, in leta 1832 je prejel čast stolnega korarja. — Vse svoje življenje je posvetil verskim vajam in vzgoji mladine, svoj čas je vestno porabil za izpolnjevanje stanovskih dolžnosti, svoje dohodke pa je potrošil za dobra dela ljubezni do bližnjega in za preučevanje svete znanosti. Ko je odlični knezoškof Lavantinski Ignac Franc Zimmermann, rojen 26. julija 1777 v Slovenski Bistrici na Spodnjem Štajerskem in 19. Majnika 1824 slovesno za škofa imenovan, dne 28. septembra 1843 mirno v Gospodu zaspal, je kardinal nadškof Friderik VI. knez Schwarzenberg (1836—1850, umrl 1885 kot nadškof v Pragi) dne 23. listopada 1843 imenoval Solno-graškega kanonika Franca K s a v. Kuttnar za Lavantinskega škofa. Kot tak je bil dne 28. grudna 1843 slovesno potrjen in dne 3. sušca 1844 posvečen v častitljivi Solnograški stolnici, ki je bila že mnogokrat priča enakih apostolskih posvečenj. Pri umeščenju ali pri svečani intro-nizaciji, ki se je vršila na praznik sv. Jožefa, dne 19. sušca 1844, v katedralni cerkvi sv. apostola Andreja, je novi nadpastir govoril svojim duhovnikom v srce segajoče besede, kakor jih je tudi zapisal v svojo krasno, latinsko poslanico z dne 19. marca 1844 do svetne in redovne duhovščine ; pa je prisrčne opomine polagal na srce zbranim vernikom in je izdal genljiv pastirski list za svoje škofljane. Dasiravno slabotnega zdravja, je vendar Franc Ksaverij z veseljem izvrševal cerkvena opravila, posvečenja in blagoslovljen ja, težavna birmovanja in razna cerkvena obiskovanja. Bil je vzgled škofa, kakor ga opisuje sv. apostol Pavel v listu do Tita: Škof mora biti brez pre-g r e š k a, kakor božji hišnik .. do tujcev P ostrežlj i v, dobrotljiv, trezen, pravičen, svet, vzdržljiv, držeč se resnične besede, ki je po nauku, da mu je mogoče, opominjati v zdravem nauku. (Tit. 1, 7—9). Drugo nedeljo v svetem postnem času, due 8. sušca 1846, prejme težko in dolgo bolni nadpastir svete zakramente za umirajoče ; nato glasno odmoli Tridentinsko veroizpoved, se zahvali s povzdignjenimi rokami za milost, da ga je Bog obvaroval neprevidene smrti, blagoslovi vse navzočne in obljubi, da bo v nebesih molil za svoje, če ga Bog milostno vzame k sebi. Malo pred polnočjo je blagi trpin izdihnil svojo dušo. — Fra n c K u 11-n ar si je bil sam pripravil in blagoslovil kraj počitka. Dal je križevo ali pokopališčno kapelo pri Sv. Andražu znotraj olepšati, zunaj ji je prizidal lično vežo, spodaj pa pozidal prostorno grobnico ter jo namenil vsem Lavantinskim škofom kot počivališče, katero je sam slovesno blagoslovil dne 29. septembra 1845. Tam počiva sedaj od 11. sušca 1846 sèm od svojih trudov in bolečin. Na dan pokopa je v stolnici govoril Lavantinski korar Anton Slomšek presunljive besede o hotenju in delovanju, o življenju in o smrti dragega pokojnika.1) Njegov naslednik knezoškof Anton Martin, rojen 26. novembra 1800 v župniji Ponikovski, 8. septembra 1824 posvečen v mašnika, 30. majnika 1846 od Eminence kardinala nadškofa Friderika kneza Schwarzenberg imenovan za škofa Lavantinskega, kot tak dne 2. julija istega leta potrjen, 5. julija pa posvečen, je stoloval le do sredine meseca avgusta 1859 pri Sv. Andražu. Dne 31. majnika 1859 je bil s prvimi večernicami visokega praznika vnebohoda Kristusovega slovesno sklenjen stolni kor v Št. Andražu. Premilostljivi nadpastir so dospeli dne 19. avgusta 1859 v Dravsko mesto, od vinskih trt obkroženo in ovenčano. Dne 3. septem- !) Prim. Dr. Wiery, Franz Xaver Kuttnar, Fürstbischof von Lavant. Nekrolog. V Celovcu, 1846. Vel. 4°. str. 8. — Njegov prvi pastirski list se pričenja z besedami : Ha ud procul a Vestris confiniis natus, govori o njegovi izvolitvi za Lavantinskega škofa in nje sprejetju, pozdravlja stolni kapitelj, vabi dekane, župnike in vse dušne pastirje k požrtvovalnemu delu, opominja samostansko duhovščino k izpolnjevanju redovnih pravil, izpodbuja bogoslovce k pridnemu učenju in k pobožnemu življenju, in konča z opominom k molitvi za papeža, cesarja in nadpastir) a, bra so bile z večernicami svečano započete kome molitve v čedno prenovljeni in kot nevesta ozaljšani novi katedrali pri sv. Janezu krstniku v Maribora. Naslednjo angeljsko nedeljo, dne 4. septembra 1859, se je vršila v novi stolnici slovesna intronizacija prvega, v Mariboru prestolujočega knezoškola Lavantinskega, Antona Martina Slomšek, katere so se udeležili knezoškofijski stolni kapitelj, do 100 duhovnikov, predstojniki raznih oblastev in nešteta množica vernikov od daleč in blizu. Slovesen in veličasten je bil njihov prvi vhod v Mariborsko stolnico, pa še bolj svečan in pretresljiv je bil njih zadnji izhod iž nje. Dne 24. septembra 1862 je Gospod nad življenjem in smrtjo poklical v boljše življenje dobrega nad-pastirja, ki so bili kot pridigar, vzgojitelj in pisatelj izredno bogat na zaslugah. V večnem spominu bo živel pravični. (Ps. 111, 7). Njihov naslednik, 53. Lavantinski škof, so bili Jakob Maksimilijan, rojeni v Celju 22. julija 1815, v mašnika posvečeni 2. avgusta 1838 in za knezoškola imenovani dne 21. decembra 1862, posvečeni pa 18. januarja 1863. Bili so iskren prijatelj svete vede, zlasti cerkvene zgodovine. Žrtvovali so mnogo za dostojno prenovitev stolne cerkve, še več pa za razširitev in utrditev dijaškega semenišča. Zaspali so mirno v Gospodu dne 28. rožnika leta 1889. V Gospodu ljubljeni 'škofijam ! izmed rajnih Lavantinskih nadpastirjev i sta vladala Lavantinsko cerkev dva 1 leto, osem jih je škofovalo 5 let, sedemnajst 10 let, dvanajst 15 let, pet 20 let, šest 25 let; dva sta bila škola 30, eden 31 in eden celo 34 let: vsi pa so bili apostolski možje, ki so združevali učenost s pobožnostjo. Bili so poslanci miru, ki ga je Jezus Kristus ljudem iz nebes prinesel in na zemlji zapustil. Časno in večno osrečevalni mir so oznanjevali in ohranjevali z besedo, z dejanjem in s peresom. Bili so zvesti delivci najvišjih skrivnosti božjih, bili so požrtvovalni pastirji ovčicam Kristusovim, vidni angelji varihi svojim škofljanom. Trudili so se po svojih močeh, da bi privedli vse njim izročene duše do vzvišenega cilja, za katerega jih je ustvaril in odločil trikrat sveti Bog. Kakor je pripeljal sv. Andrej, naš škofijski patron, svojega brata Simona k božjemu Vzveličarju (Jan. 1, 40—42), enako so vodili Lavantinski škofje svoje ovčice k božjemu Pastirju, da ga vedno bolj spoznavajo in ljubijo in posnemajo. To je prava krščanska ljubezen, ki vodi bližnjega k večnemu vzveličanju, ne pa k večnemu pogubljenju. In vrli prebivavci naše častitljive škofije so vedno izkazovali svojim duhovnim očetom, učenikom in pastirjem otroško ljubezen, zvesto vdanost in voljno pokorščino, in tako so bili vredni, pa tudi deležni njihovega nadpastirskega blagoslova. Lavantinski škofljani so radi in ubogljivo slušali glas svojih dušnih pastirjev, ko so jim oznanjevali s pridižnice besedo božjo, ali so jih klicali k izpovednici, ali vabili k mizi Gospodovi, ali jim razglaševali zapovedane postne dni v sveti Cerkvi. Verniki naše vladikovine so se izkazovali kot požrtvovalne škofljane in so radi doprinašali in na aitar polagali bogate darove za škofijske potrebe. Naj bo naša škofija, ki jo Bog obilno blagoslavlja z naravnimi in nadnaravnimi dobrotami, tudi vprihodnje močnoverna in neomadežana cerkvena občina, odlična po krepostnih delih, čista škodljivega kvasu boječnosti in verske brezskrbnosti . prosta popačenosti in brezverstva ! Krščanski očetje naj bodo tudi škofje ali čuvarji svojim družinam, da bo v njih cvetela in gospo- dovala vera in krščanska čednost! Krščanske matere naj z molitvami in s prošnjami in s solzami vzgajajo in blažijo srca svojih ljubih otrok in poslov! In krščanski učitelji in vzgojitelji naj bodo mladini pravi očetje, ko jo p od uč ujej o, in prave matere, ko jo vzgojujejo! V trajni in radostni spomin na zlati jubilej srečne preselitve škofijskega sedeža od Sv. Andraža v Maribor nameravam pozidati v škofiji drugo dijaško semenišče, v katerem se bodo odgojevali bodoči pridni in vrli bogoslovci, da tako odpo-morem po svojih močeh vedno bolj občutnemu pogrešanju duhovnikov. Zaupam neomahljivo trdno na milost in pomoč božjo, krepko pa se tudi zanašam na priznano požrtvovalnost velečastitih duhovnikov in mnogočislanih vernikov. Pač vsak škofljan je v prvi vrsti dolžen, da skrbi, kolikor premore, za zadostno število mladeničev, ki se hočejo posvetiti duhovskemu stanu. Kdor je bogat na časnem premoženju, bo težko, kar ima odveč, potrošil bolje in Bogu prijetneje, kakor če daruje za potrebni naraščaj dobrih duhovnikov. Tako bo pred vsem izpolnil opomin modrega Salomona : Počeščuj Gospoda s svojim premoženjem! (Preg. 3, 9). Če tudi ni naša škofija preobložena s posvetnim bogastvom, pa je zelo bogata na krepostih ; tu namreč je doma še dosti živa vera, trdno upanje in požrtvovalna ljubezen do Boga in do bližnjega. Te vzvišene čednosti pa so močen vir, iz katerega bodo pritekali potrebni prispevki za sicer težavno, pa vzvehčavno podjetje. Gospodovega blagoslova pri tako imenitnem delu gotovo ne bomo pogrešali. Ne iščem denarja svojih škofljanov, marveč njihove neumrljive duše, katere želim enkrat vzeti s seboj ! Deus scit, quod non mentior. Bog v6, da ne lažem. (II. Kor. 11, 31). Da se bomo pa skupno zahvalili vsedobremu Bogu za vse milosti, katere je podelil naši škofiji po rajnih škofih, in da bomo molili za pokojne dobrotnike ter jim izprosili večno plačilo v nebesih, zato zaukažem s tem, da se naj vrši 14. nedeljo po binkoštih, na osmino praznika svetih angeljev varihov, to je dne 5. septembra t. 1., v vseh župnijskih cerkvah slovesna zahvalna služba božja s primerno pridigo, h koncu pa se naj zapoje Te D e u m laudamus. Sicer pa hočemo do zadnjega dihljaja zvesto živeti po naukih svete krščansko-katoliške vere, hočemo pogosto prejemati svete zakramente, zlasti v milosti polnem velikonočnem času, hočemo se natanko držati tako zelo olajšane postne postave, hočemo vestno izpolnjevati svoje stanovske dolžnosti. K temu naj nam podeli vsemogočni in vse-usmiljeni Bog svojo milost, ki vse premore ! Njemu pa, ki je mogočen, da vas potrdi po mojem evangelju . . . samemu modremu Bogu, njemu bodi čast in slava po Jezusu Kristusu od vekomaj do vekomaj! Amen. (Rimlj. 16, 25. 27). V Mariboru, na praznik svete Družine Nazareške in sv. škofa-mučenca Timoteja, dne 24. prosinca 1909. t Mihael, knezoškof. Opomba. Predstoječi pastirski list naj dušni pastirji vernikom s pridižnice preberejo na nedeljo kvinkva-gezinio ter na prvo in na drugo nedeljo v postu. Postna postava za leto 1909. Z ozirom na razmere sedanjega časa podelim vam, predragi v Gospodu, s posebnim privoljenjem svetega očeta rimskega papeža z dne 8. junija 1899, za tekoče leto te-le olajšave zastran postne zapovedi: I. Dnevi, ob katerih je zapovedano, v jedi si pri-trgati in obenem zdržati se mesenih jedi, torej popolni ali ostri postni dnevi so ti-le : 1. pepelnica in trije poslednji dnevi velikega tedna ; 2. petki štiridesetčlanskega posta in adventnega časa; Z. srede in petki kvatrnih tednov ; 4. bilja ali dan pred Duhovim (Binkoštmi) in pred Božičem. II. Dnevi, ob katerih je sicer dovoljeno meso uživati, toda le enkrat na dan se nasititi, na večer pa le kaj malega zaužiti, so naslednji : 1. vsi dnevi štiridesetdanskega posta razen nedelj (med temi so, kakor že zgoraj I. 1., 2. in 3. omenjeno, pepelnica, kvatrna sreda, petki in poslednji trije dnevi velikega tedna popolni ali ostri postni dnevi); 2. srede svetega adventnega časa (kvatrna sreda je oster post : I. 3); 3. sobote štirih kvatrnih tednov ; 4. bilje ali dnevi pred prazniki sv. apostolov Petra in Pavla, vnebovzetja device Marije, vseli Svetnikov in brezmadežnega spočetja Marijinega. III. Dnevi, ob katerih je prepovedano le zau-živanje mesa, pa je dovoljeno, večkrat na dan se nasititi, so: vsi ostali petki celega leta. IV. Kar zadevlje olajšavo zapovedi, zdržati se mesenih jedi, velja nastopna določba, in sicer : 1. Za vso škofijo: Kadar pride zapovedan praznik na dan, ob katerem je prepovedano zauživanje mesa (na primer na petek), se sme ta dan uživati meso, ne da bi bila dolžnost, zato se drugi dan zdržati mesa. 2. Le za posamezne kraje: Kjer se ob petkih ali drugih takih dnevih, ob katerih je prepovedano jesti meso, vrši sejem in se shaja mnogo ljudstva, tam je do- voljeno, ta sejmski dan uživati meso. To dovoljenje velja pa le za kraj, v katerem je sejem, torej ne za druge kraje (trge, vasi), ki morda spadajo še k tisti župniji. 3. Za posamezne osebe dovoljujem sledeče: a) vse dni med letom, izvzemši pepelnico, zadnje tri dni velikega tedna ter bilji pred Duhovim in pred Božičem, smejo uživati mesene jedi: delavci v rudokopih in v tovarnah ali fabrikah ; popotniki, ki obedujejo v gostilnah in krčmah ; tudi drugi, ki na pr. v mestih, trgih in podrugod hodijo v gostilne na hrano. b) Vse dni, izvzemši le veliki petek, smejo za-uživati mesene jedi : kondukterji ali sprevodniki na železnicah ; tisti, ki potujejo z železnico in morajo obedovati po gostilnah železniških postaj; bolniki v toplicah, na slatinah ali v drugih zdra-vilstvenih zavodih, s svojimi domačimi in strežniki vred. Ta olajšava pa ne velja za nje, ki le za kratek čas ali zarad razveseljevanja obiskujejo zdravilišča ali toplice. c) Vse dni med letom brez izjeme smejo mesene jedi uživati : taki reveži, ki si vsled velikega siromaštva ne morejo izbirati v jedili in so prisiljeni jesti, karkoli se jim podari ; ako pa dobijo za miloščino postne jedi, ne smejo uživati mesa; nadalje osebe, katere in dokler morajo (na pr. hlapci ali dekle) prebivati pri takih ljudeh, ki jim ne dajo postnih jedi; skrbijo pa naj, da se, ako le mogoče, vsaj veliki petek zdržijo uživanja mesa. V. Ob vseh postnih dneh, bodisi mesojeja prepovedana ali ne, se dovoljuje uživanje mlečnih in jajčnih jedi ter raba mesene začimbe (ali Špeha) ne le pri obedu, temveč tudi na večer pri malem zaužitku. VI. Ob vseli postnih dneh med letom (t. j. ob takih dneh, ob katerih je prepovedano, več kakor enkrat se nasititi, bodisi uživanje mesa prepovedano ali ne) in v štiridesetdanskem postu tudi ob nedeljah, je ostro pre- I povedano, pri enem in istem obedu uživati ribe in meso. To velja tudi za tiste, kateri vsled starosti, bolezni, težkega dela itd. niso dolžni se postiti. VII. Slednjič je treba pomniti še to-le: n) Vsi, ki uživajo meso ob polajšanih dneh, morajo vsak takovšen dan, kakor tudi ob vseh sobotah med letom pobožno in v duhu pokore moliti trikrat „Oče naš“ in trikrat „Češčena Marija“ in na koncu apostolsko vero v čast bridkemu trpljenju našega Gospoda Jezusa Kristusa. Kjer je več ljudi pri mizi, se naj ta molitev opravlja na glas in skupaj. Posebno še v Gospodu opominjam vse vernike, da si naj prizadevljejo po svojih močeh, to od svetega očeta dovoljeno olajšavo postne zapovedi nadomeščati z drugimi pobožnimi deli, zlasti s tem, da obilneje opravljajo dobra dela krščanskega usmiljenja in podpirajo ubožce in reveže. b) Bolnikom za nekoliko časa še bolj olajšati post, so pooblaščeni dušni ' pastirji in izpovedniki. Kdor pa želi za dalje časa ali za vselej oproščen biti postne postave, se mora obrniti do Mene s prošnjo, ki jo naj podpirajo polnoveljavni razlogi. c) Svetni in redovni duhovniki, bogoslovci in gojenci dijaškega semenišča, cerkvene družine in cerkveni zavodi obojega spola pa se morajo odlikovati po ostrejšem izpolnjevanju postne zapovedi ; zato se naj ob postnih dneh, ob katerih je uživanje mesa svetnim ljudem dovoljeno ob poldne in na večer, zdržujej o mesa na večer pri malem za užitku. Končno še poudarjam posebej, da sc čas za opravljanje svete velikonočne izpovedi in za prejem svetega velikonočnega obhajila začne z 2. postno nedeljo (Reminiscere) in se konča s 4. nedeljo po veliki noči (Cantate). Spominjam vas tudi starodavne cerkvene določbe, da sveto velikonočno obhajilo, ako mogoče, prejmete v domači župnijski cerkvi. Vrhutega vas še opozarjam, da so od 1. adventne nedelje do praznika sv. treh Kraljev, in od pepelnične srede do 1. nedelje po veliki noči prepovedane javne gostije in veselice. Milost Svetega Duha bodi z vami, da hote mogli v duhu ljubezni, pokorščine in zatajevanja samega sebe vestno izpolnjevati postno postavo. Ki pa bodo izpolnjevali to pravilo, mirčrez nje in usmiljenje! (Gal. 6, 16). V Mariboru, na praznik sv. Družine Jezusa, Marije in Jožefa, dne 24. januarja 1909. -J- Mihael, knez in škof. Opomba. Postna postava se naj vernikom oznani v nedeljo petdesetnieo ali kvinkvakezimo. Med letom !)a se še naj vsaki post posebič oznani poprejšnjo nedeljo. 16. Fastelwrdnmlg für die lt. k. Landwehr, für die k. k. Gendarmerie und k. k. Finan;wache, gültig im Jahre 1909. Lì raft ber Dom heiligen Apostolischen Stahle am 7. September J900 erhaltenen Vollmacht erteilt das F. B. Ordinariat hinsichtlich des Fastengebotes folgende Nachsicht: 1. Die Katholiken der k. k. Landwehr haben sich am Vortage oder an der Vigilie vor dein heiligen Weihnachtsfeste und am heiligen Karfreitage der Fleischspeisen zu enthalte». Im übrigen ist ihnen an den kirchlich gebotenen Fasttagen des Jahres der Genuß üoit Fleischspeisen gestattet und auch an beit Abstinenztagen Fleisch zu genießen erlaubt; doch dürfen an den dispensierten Fasttagen und an den Sonntagen der Fastenzeit bei derselben Mahlzeit nicht Fleisch und Fische genossen werden. Allen aktiven Personen der k. k. Landwehr ist es während der Präsenzdienstzeit mit Rücksicht auf die ihnen obliegenden schweren Dienste auch gestattet, an den kirchlich gebotenen Fasttagen sich mehr als einmal im Tage zu sättigen. Die Nachsicht von der Enthaltung tiont Fleisch-genusse, nicht aber die Ausnahme von der Verpflichtung zum Abbruche, erstreckt sich auch auf die erwachsenen Mitglieder der Offiziers- und Unterofsiziersfamilien. Diese große Milderung des sonst in der Diözese geltenden Fastengebotes sollen die katholischen Gläubigen der k. k. Landwehr dankbar anerkennen und dieselbe durch unerschütterliche Anhänglichkeit an ihre heilige katholische Religion, ferner durch Gebet und eifrigen Besuch des Gottesdienstes, durch Anhören des Wortes Gottes, durch reumütige und bußfertige Gesinnung, sowie durch Ausübung anderer guten Werke zu ersetzen sich bemühen. Die Zeit für die Verrichtung der Osterandacht, die den Empfang der heil. Sakramente der Buße und des Altars umfaßt, wird vom ersten Sonntage in der Faste bis zum ersten Sonntage noch Pfingsten festgesetzt. 2. Diese voranstehende Fastenordnung gilt auch für die k. k. Gendarmerie, da dieselbe zufolge Erlasses des k. k. Ministeriums des Innern vom 11. November 1604, Z. 46.710 im Sinne der mit Allerhöchster Entschließung vom 2. September 1904 (Zirkularverordnung des k. k. Reichskriegsministeriums vom 21. September 1904, Praes. Nr. 65521, verlautbart im Verordnuugsblatte für das k. und k. Heer, 33. Stück vom 28. September 1904 : Kirchl. Verordnungs-Blatt für die Lavanter Diözese, 1905, II. Abs. 17) allergnädigst genehmigten Neuauflage der „Dienstvorschrift für die Militärgeistlichkeit" der zivilgeistlichen Jurisdiktion untersteht. 3. Endlich wird die vbangeführte Fastenordnung kraft der vom heiligen Apostolischen Stuhle am 12. März 1908 dem gesamten österreichischen Episkopat erteilten Vollmacht (Kirchl. Verord.-Blatt für die Lavanter Diözese — Cerkveni zaukaznik za Lavantinsko škofijo — 1908. IV. Abs. 37) auch auf die k. k. Fiuanzwache ausgedehnt, da sie einen Kriegsdienst ihrer Art bildet, Waffen trägt, nach Sitte der Soldaten lebt und arbeitet, zumal innerhalb der Grenzen des großen Reiches, wo sie viele Beschwerden zu ertragen und große Schwierigkeiten zu überwinden hat. „Übrigens, Brüder, seid stark im Herrn und in der Macht seiner Kraft! Ziehet an die Rüstung Gottes, damit ihr bestehen könnet gegen die Nachstellungen des Teufels; denn wir haben nicht bloß zu kämpfen wider Fleisch und Blut, sondern .. wider die Geister der Bosheit. Darum ergreifet die Rüstung Gottes, damit ihr am bösen Tage widerstehen und in allem vollkommen aushatteit könnet! Stehet denn, eure Lenden umgürtet mit Wahrheit, und angetan mit dem Panzer der Gerechtigkeit, und beschuht an den Füßen mit der Bereitschaft für das Evangelium des Friedens; vor allem ergreifet den Schild des Glaubens und nehmet den Helm des Heiles und das Schwert des Geistes, welches ist das Wort Gottes! Mit allem Gebet und Flehen betet zu aller Zeit im Geiste und wachet darin in aller Beharrlichkeit... Die Gnade sei mit allen, welche unfern Herrn Jesum Christum unwandelbar lieben! Amen.“ (Ephes. 6, 10—18. 24). Gegeben zu Marburg, am Feste der heil. Familie Jesus, Maria und Josef, den 24. Jänner 1909. f Michael, Fürstbischof. F. B. Lavanter Ordinariat zu Marburg, am 11. Februar 1909. f Michael, Fürstbischof. St CyrillnS-Buchdruckrrki, Marburg.