„Freiheit, Wihlst««». Mn» str Alle.' Str tS« Sonntag, tv. Dezember tSSSS. V. Jahrgang Die ins Marburger Ztl ttnk" erschelnt jeden Sonntag. Mitiwoch nnd Kreitaq. Preise - für Marburg: ganzjährig 6 fl.. halbjähug 3 fl.. vierteljährig 1 fl. ö0 kr' für Snltelluna Haus monatlich 10 kr. - mit Postversendnng: ganzjährig 8 fl., halbjährig 4 fl.. vierteljährig S fl. D.e ei» Mal gespalten-Garmondzeile wird bei einmaliger Einfchaltuna _mlt 10. beizwe»mal»ger m»t 15. be, dreimaliger mit 20 kr. berechnet, wozu für jedesmalige Einschaltung S0 kr. Jnseraten.Siempelqebühr kommen Zur .geschichte des Tages. Dieser Tage ist bei Roßberg in Leipzig aus der geder eine« Sozial-Demokraten eine Schrift erschienen, die vornehmlich an die Adresse der Süddentfchen gerichtet ist. Ahr Hauptgedanke ist in folgenden Sätzen enthalten: ..Innigster Anschluß an Deutsch Oesterreich!" muß da» Feldgeschrei werden und „Innigster Anschluß an Deutschland!" muß dar-auf in Oesterreich die Antwort sein. Wohl brauchen die Baiern, Wür-temberger. Hessen und Badener staatlich unter einander keinen engen Bund zu bilden, ihre Staaten haben sich aber auch nicht einzeln an den norddeutschen Bund, sondern nur an Deutsch Oesterreich anzu-lehnen. Wien muß für seine Agitation der Sammelplatz, der Haupt-Herd werden. Dort habe» ste ihre großen Parteiversammlungen ab-zuhalten, dort die Mittel zu organifiren und die Fäden anzuknüpfen, um den preußischen Junkerstaat Norddeuischland» innerlich zu zersetzen. WitN haben sie als zukünftige Hauptstadt Deutschlands zu erwählen, in Wien müssen ihre Parteischriften erscheinen Auf Deutsch-Oesterreich find sie angewiesen und Oesterreich muß ebenfalls ihren Bund suchen, wenn sich die Süddeutschen i,icht brockenweise von dem preußischen „Kukuk", wie die Hannoveraner sagen, „verspeisen lassen wollen". Der Sechsunddreißiger Ausschuß und der Aus-schuß desAbgeordn etentageswareninLeipzigversammelt. Ueber die Btraihungen des letzteren wird gemeldet: Es wurde allgemein an. erkannt, daß der Abgeordnetentag in keinem Falle aufzulöfen fei. ja daß er jetzt erst recht gebildet iverdev müßte, wenn er nicht schon bestünde, da es ja seine Aufgabe sei. auf die Herstellung eines ganzen in einem kräftigen Staate freiheitlich geeinigten Deutschlands hinjuwirken. Diese Bereinigung von Volksvertretern sei nun gerade als das Band anzusehen, ivelches die Verbindung des Nordens mit dem Süden, der deutschen Lande diesseits und jenseits des Mains vermittle. Ausdrücklich wurde anerkannt, daß die österreichischen Mitglieder von Landtaaen «. nach wie vor Mitglieder des Abgeordnetentages bleiben, und es bleiben denselbrn ihre Stellen im Ausschüsse vorbehalten. Nach eingehender Besprechung »der die Lage des Baterlandes einigte man sich dahm, daß die Vorstand- schast beaustragt wurde, den Ausschuß das nachstemal nach Berttn zu berufen, und zwar in der Art. daß derselbe bei Eröffnung des norddeut-schen Reichstages in Berlin anwesend sei. Was den Sechsunddreißiger. Ausschuß betrifft, so wurde zwar anerkannt, es sei eine wirksame Zhä-tigkeit in Beziehung auf die Herstellung der Selbständigkeit der Herzog-thümer den eingetretenen Ereignissen gegenüber nicht aiigezeigt. daß aber dennoch die Thätigkeit der Bereinigung der Mitglieder deuischer Volks-Vertretungen nicht zu schließen sei. Der Zlveck dieser Bereinigung sei die Losmachung der Herzogthümer von Dänemark gewesen. Diese sei nun zwar erwirkt, aber durch den Frieden von Prag sei die Gefahr gegeben, daß ein Theil der Herzogthümer wieder von Dcuts^>land abgetrennt und den Dänen überantwortet werde, und damit werthvolle deutsche Gaue aii das Ausland kommen. Dieser Gefahr entgegenzuwirken, bleibe nach wie vor Aufgabe der deutschen Abgeordneten-Bersammlung und des Aus-schuffeS derselben. Kardinal Antonelli ivird an die päpstlichen Agen-ten ein Rundschreiben erlassen, in ivelchem die Räumung des Kirchenstaates von Seite Frankreichs alS eine Forderung deS Vati-kanS dargksteUt wird. Der Bertrag vom 15. September soll nur inso-iveit berührt werden, als man dem NuntiuS die Regelung der Schuld-frage anzeit^t; seinem sonstigen Werihe nach habe aber derselbe als „ohne UNS" zu Stande gebracht nicht die miiideste Rückwirkung auf die weltliche H rrschaft d^S Papstes. WaS daS von Seite der „Revolutionären" verbreitete Gerücht einer an^ieblihea Flucht des PapsteS zur Hervorrufung der Einmischung von Seite dcr Nuholischen Mächte anlielangt. so wird selbes als gänzlich auS der Luft gegriffen bezeichnet; der Papst verbleibe in Rom, er sci stark genug, um für die innere Sicherheit deS Landes Sorge zu tragen; die Einkünfte deS Staates, mit Hinzurechnung deS reichlich fließeiiden PcierpfennigS, seien auSgiebig genug, um den Haushalt ordentlich führen zu können, und sollte der heil. Stuhl nicht einen erneuerten Einfall von Seite Piemont« erfahren müssen, so hätte d^r V.ipft nicht die mindeste Ursache, die Gräber der heiligen Apl'stel zu verlassen. Da gegen bliebe die bisherige Richtung der Politik deS Vatikans ausrecht. Nichts könne Se. Heiligkeit bewegen, fich in Unterhandlungen über Ver-äußerung ihrer Rechte alS selbstherrlicher Fürst einzulaflen, und müsse man alle Borschläge, von ivelch immer für einer Seite sie kommen mögen. Aeber Nekleidnngsjiosse. Bon kudolPh VirchoV. (Fortsetzung.) Die Sittenprediger haben wohl Recht, wenn ste behaupten. eS handle fich bei dem Wechsel der Stoffe und der Moden nicht »allein um diest, sondern ebenso sehr und vielleicht noch m« hr um einen Wechsel des inneren Menschen. Aber sie haben nicht Recht, ivenn sie diesen Wechsel schlecht-hin als einen Fortschritt zum Verfall des Menschengeschlechts, zum Unter-aang der guten Sitte, ^ur Herrschaft des Bösen bezeichnen. Denn die Kehrer der Bolkswirthschaft belveisen uns gerade umgekehrt, daß das Gedeihen der Staatrn. der friedliche Berkehr der Völker, die Pflege von Kunst nnd Wissenschaft, von Handel und Geiverbe, von Ackerbau und Viehzucht, daß der Wohlstand und die Bildung, die Freiheit und Selbst-bestlmmung der einzelnen Menschen ganz wesentlich an diesen Fortschritt von der Handarbeit zur Fabrikarbeit geknüpft find, und ste wissen di»se Behauptung durch Zahlen und Thatsachen zu belegen. Sie pro phezeien daher ebenso viel Glück für die Zukunft, wie die Sittenprediger Unglück. Wer hat nun wohl mehr Recht? Denn ganz und gar Recht oder Unrecht hat offenbar keine von beiden Ansichten, und wenn man gerecht sein will, so muß man. wie so oft in der Welt, eine gewisse Vermittelung eintreten lassen. Ader wir meinen auch i« diesem Falle, daß die Wahr-heit nicht gerade in der Mitte liegt, sondern mehr auf der eine« Seite, »nd zwar auf derjenigen der Volkswirthschaftler. Denn es scheint uns unzweifelhaft zu sein, daß derjenige, welcher alle seine Bedürfnisse durch eigene Erzeugnisse befriedigen will oder muß, nicht einmal alle leiblichen, viel weniiier aber »och seine geistigen Bedürfnisse gleich gut befriedicien kann. Man kann nicht zugleich gut pflügen und sä,u. mähen und dre scheu, spinnen und iveben. zuschneiden und nähen, kochen und braten. Derben »nd schmieden. Um das Alles gut ansz«führkn. bedarf man der Hülfe Anderer, man muß in größere Gemeinschaften zusammentreten, man muß die Arbeit tycilen. So sällt ganz natürlich der Frau andere A beit zu als dem Manne ; so besorgt in der Familie der^ein< dieses, der andere anderes, je nach seinen Kräften und Fähigkeiten so gründet man mit Hülfe von Dienstleuten und Gesellen ein größeres Hauswesen, eiue Werk-statt, eine Fabrik; so treten die Völker mit einander im Verkehr, um eines dem anvern das mitzuiheilen. was er billiger und besser her-vorbringt. Eine solche Theilung der Arbeit ist ebenso natürlich, als notbwendig und für Alle förd.rlich. Aber freilich vollzieht sich eine jede Neuerung in den einm 'l bestehenden Verhältnissen, selbst wenn sie langsam und allmählig ersolgt. immer unter Störungen, von denen bald gröbere, bald kleinere Kreise der Menschen getroffen lverden. Nur diese Störungen sind es. welche den Unglücköpropheten und Sittenpredigern Gelegenheit bieten, ihre Warnungen und Borwürfe an den Mann zu bringen. Denn in je» dem neuen Verhältnisse müssen erst neue Erfahrungen gemacht werden, und diese kosten dem einen Geld, dem andern Gesundheit, dem dritten Ehre und Redlichkeit. Aber es sind Uebergangszustände und der Einzelne, wie daS ganze Volk, müssen sie überwinden lernen. Man möchte eS kaum glauben, daß so große Di"ge sich an die Be-tleidungsstoffe und sogar an einen einzelnen Theil derselben, nämlich an die gewebten, knüpfen. Und doch befinden wir unS gerade in einer solchen UebergangSperiode, in welcher die Störungen die allergrößten Verhältnisse angenommen haben in Folge der Einführung der Baumivollenstoffe in die Bekltidung und Fabrikation der europäischen Völker. Z^aumwolle hat seit den ältest'N Zeiten in Indien undAegypte» als Bekleidungsstoff gedient, aber erst seit dem Ende des vorigen Jahrhunderts iiat sie für Europa und die ganze Welt eine durchgreifende Bedeutung ge'vonnen. Dazu haben namentlich zvei llmstände beigetrage», nämlich die Erfindung der Maschiaenspinnerei und die Einsühruna des Baum-wollenbauks »n Nordamerika. Die Baumwolle nimmt gegenwärtig »nter den Bekleidungsstoffen eine ähnliche, wenngleich noch viel bedeutungsvollere SteUu'g ein. wie der Kaffee «nter de« Nahrungsstoffen. Beide haben einheimische, in vieler Beziehung bessere Stoffe verdrängt, «nd «nsere Bevölk«runge« vom A«s- zurücklvei^tn, so l^nige uicht bit weltliche llnabünngigteit dcs Pipste? von den Fürsten grlvührleiftrt wäre. Dic D'pesche schließt mil einer Hinweisuvg aus die Geiüchte von Vorschlcigen. die betreffs der neulircn Rtformea im Kilchcnftaate gemacht worden; diese seien von jeher O.genstand d,r ansrjchtigeu und väteilichen Sorgfalt Sr. Heiligkeit gewesen, als Be-weis dafür mögen die Schritte des Ptipstcs im Iil)r^ 1847 b'tracht't werden, als sämmtliche Fürsten, ja selbst daS kleine Pikmont. noch vor der Idee. Reformen in ll)ren Staaten cinzufiil,rtn. zuriickdelite». Gortschafoff lmt einem Lyoner Blatte zufolge über die aus-wärligePolititRnßlandSan den Kaiser Alrxandcr eine ^ent-schrift gericht.t. Dirses Schriftstück entwickelt dit Gründe, welche Rußland zu einem »ngtn Anschlufle an Preußen drängen und dieftr durch die Verhältnisse gebotenen Allianz einen Frankreich feindlichen l^haiakter auf-prägen müssen. Preußen liabe stets zum CzartN^ciche geliallen; es sei auch in jüngster Zeit wäl^rend r»es KrimkriegeS die einzige dtr PeterS-burger Regierung nicht feindlich gesinnte ?.l?acht geivesen und liabe 1863 durch s ine Haltung gegenüber dem polnischen Aufslande bewiesen, wie sehr eS fätii^ und berufen sei. die einzig verwundiiare Seile de» l^iaren-reiches, seine W'stgrenzt. zu decken. Die Ansbreitun-; PreußenS in Deutschland schädige die ruffischen Jnterlss.n auch dtmn nicht, wenn eS s^ine Landmarken biS an die Alpen und bis an die Leitha auSvelznen würde. E» bctämpfe im leperen Falle nur Oesterreich, da» bislitv einen Damm gegen die Pläne Rußlands, seine Herrschaft bei aUrn SlavcnstaM' men zur Geltung zu bringen, gebildet und der entschiedenste Gegner des Einflusses der Petersburger Regierung auf die türkisch« n Ang legenlieiten gewesen sei. Gerade im Morgenlande, dem eigcntli vrn Felve der russischen Zukunftspolitik. habe Preußen keine btsonderen Zntereff n. welche jenen Ruß-landS entgegentreten, während letzteres im Oslen ans jedem Schritt und Tritt dem Widerstande Frankreichs begegne. Selbst in England, wo in neuerer Zeit die Aburigung gegen jede krtet^erilche Einmischung in die Angelegenheiten d^s Festlandes ein so maß^itliender Grundsug der ösfent' ltchen Meinung geworden, bekümmere man sich um die türkische Frage nicht allzusevr und befinde sich sogar in Vczug auf EMt'N und d^n Suez-ltanal im offenbarsten Widersp uche gegen die Tuilerlen-Rkgiernng Aus all dem ergebe sich, daß Rußland vernünftigerweise mit Pr.uß n Hand in Hand gehen, daß e^ in Berlin etwaigen Berfuchen Frankreichs, in nähere Vertiindung mit Preupen zu treten, zuvorkommen müsse, iväre es auch um den Preis. Preußen »»Deutschland vollständig freie Hand zu lasse» und selbst zu unterstützen. Es würde eine derartige Politik als ein entschiedener Schritt vorwärts zur endlichen Verwirklichung des Testa-mentes P'ter S deS Großen angesehen werden können ; ilir unmittelbares Ergebniß aber wäre, daß Frankreich, auf seine eigenen Kräfte allein an gewiesen und vereinzelt, ohnmächtig. England auf seinem bisherigen Eu»' fluffe verdrängt und unthätig. Oesterreich endlich aber vollends erdrückt ivürde. also die Herrschaft auf dem Festlande und der maßgebende Ein« fluß bei der evdgiltigen Lösung der türkischen Frage Rußland vorbtl)al tiN bliebe. . Ein Schreiben aus Mexiko berichtet über die Lage der öiterreichl-schen Freiwilligen: „Wenn drr Muth der hiesiegn Bevölkerung lbenso groß wäre, wie der Haß gegen Ue Legionäre, würden diese längst schon als Opfer einer neuen Auflage der sizilianischen Bespee gefallen fem. Mit Ausnahme dcr zwischen V ra-öruj und Mexiko slationirteu Abthcilungen ist jed,r,^Vosten von den Auaristen blokirt; übrigens erging eS den sran-zöiischen Korps um nichts b.sser. Den Haß der Eingebornen l)aben sich die LegiSN und alle Jene, die in Berbindung mit der kaiserlichen Regie-rung stehen, durch die Grausamkeit der gegen Kriegsglfangene getroffenen Maßregeln selbst auf den Hals geladen. Die Republikaner behandelten lande abhängig gemacht. Eine schlechte Baumwollen« o>er Kaffee Ernie wtikt auf den Geldbeutel jedes Menschen in Europa zurück; die Stö-lnngen der großen Hank^elSbewegungcn werden dadurch j'dkM Einzelnen fühlbar. Aber bei der Baumwolle ist dies in erliöhtem Maße der Fall, da sie sast nur »m Rordam^rika im Großen gebaut wirs. Während wir Kaffee von Ost- uns Weslindien, von Arabien und Südamerika beziehen und daher die Preise dicseS Artikels sich gegenseitig ausgleichen, so gibt e» für die Baumwolle kein Mittel der Ausgleichung. Und das fülilt man gegenwärtig, Ivo der Bürgerkrieg in ?kordamtrika den BauiNivolleN' bau kast ganz zum Siillstaiid gei)racht hat. aus das S^t»merzlichft'?. Es verlohnt sich also ivohl der Mülie. an diesem Beispiele zu erör-tern. ob die Unglückspropheten Recht hatten, indem sie in dem Kattun gleich'am da« Böie selbst bkzejchn.ten. von dem Armutd. Unfrechei». Un-frieden und jede Schlechtigkeit ausgingen. In der Tlzat scheint diese B> hauptung durch die Ereignisse gerechtfertigt. In Atnerika ist der Baum-ivollenbau die Hauptursache der Erhaltung und Ausdehnung der Skla verei geivesen. und k'ie endliche Folge war ein blutiger Bi:rgertriea. »vie die Welt niemals früher iunere Krie^',e gesehen lzat. In manchen Theil.ii von Europa hat sich in Folge der Baumwollenfabrikatioli eine Arbeiter« beoölkerung aniiehäuft. welche fast ansschließlich auf diele Rahiuugsquelle angewieskn ist, und ivelche mit jeder HandelSkries'. mit jeder llnterbrechung d.s Verkehrs mit j.der schlechten Ernt. in die Gefahr de» Hungerlodes grräth. Und nicht genug damit, die Baumwolle hat die Wolle und das Leinen verdrängt, k'le für Viele so viel zweckmaßit^er waren; sie hat die solidere Handarbeit fast vernichtet, um an ihre Stelle ein oft sehr w.nig iverthvolles Fabrikat zu setzen; ste hat den Wechsel der Mode, die Putz' sncht. die Verschivendung. die llkberhebung der Einzelnen gefördert. Schlimmeres ist «ie von einem Bekleidungsstoffe über die ganze W lt »^ekommtN. und ivenn Manche früher gesagt haben, in dem Brannlivcin stecke der lebhnftige kenfel. so möchte man wirklich versucht sei«. eS vou der Baumwolle anSznsag^n. Und doch wäre daS eine sehr arge Untertreibung. Denn nicht von der Boumivolle leiden ivir. sondern von unserer eigenen Unbedachtsamkeit voi »»sere« eigenen Unverstand. Der ist. ivie immer, der Teufel, der uns »erführt hl.t. «nd die jetzige KrinS wird unS hoffentlich zu vernüus. iigen. wirthschnftlichen und damit auch l'ittlichc» Zuständen zurückführen. ihre Gefangenen anfangs mit aller Milde und Freundlichkeit. Die kai-serliche R« gierung faßte jedo^y den Bürgerkrieg im Geiste de» legitimisti-fchcn lLuropa auf. für sie waren dir Republikaner nichts Anderes alS Aiifständische uitv Räuber, sie proklamirte sofort Standrecht und ließ die Gesan.icnen ohne Pardon erschießen. Offziere. die bei Desertion betreten ivuidell. hinrichten, uiid hatte damit den Krieg in einen Kampf auf Leben und Tod verwandelt. Außerdem kam eS schon langte vor der Abfahrt des Kaisers zu R''ibungen zivischen dem Hof und den nichtadeligen Offi-zieren der Legion. Als dirS mindestens gleich. Ein großer Fortschritt ist ferner die Knpfcrhülscnplttrone. welche keiner Nässe noch AbnütznUj; ausgesetzt ist. Der Soldat kann mit Waffe und Patrouen durch einen Strom schwimmen, daS Wasser auS dem Laufe schütten und sofort schießen." Die sch'veizerische Eidgenossenschaft hat in der richtigen Würdi-gun^t ihrer Stellung und der Nothwendigkeit, immer am besten bewaffnet zu ftln. erkannt, daß sie die beste Handfenerwaffe — die Winchester-Büchse — einführen müsse. Nach dem Befchlusse der Bundesversammlung wird diele Büchse bei dem ersten und zweiten Auszug des Heeres eingeführt, und ist ein Kredit von 10 Mill. Franken (4 Mill. ö. W-) bewilligt lvorden. um vorläufig 80.000 Winchester-Gewehre »n bestellen. Die Landwehr wird mit Hinterladern nach dem Systeme Milbank-Ams-ler versehen, wozu eS nur einer nicht kostspieligen Umänderung der jetzt gebräuchlichen Borderlader bedarf: mit einem Gewehre nach diesem Sy-steme kann man zehnmal in der Minute feuern und es wird dasselbe weder von dem preußischen Zündnadelgetvehr nach von dem französischen tzhassepot übertroffen. Die amerikanische „NeivhavenKompany". deren Vertreter (Ehapin) sich gegenwärtig in Beru aufhält, will die ganze Lieferung der Win-chesterbüchsen für daS eidgenössische Heer übernehmen — das Stück zu 100 Franken (40 fl. österr. W.). Der Preis wird vielleicht noch billiger zu stehen kommen, wenn diese Ges'llschaft ihren Plan ausführt, in der Schweiz eine Fabrik errichtet und die Maschinen auS Amerika herüberschickt. Marburger Berichte. Ailiale der st eiermärkischen ESkomptebank.) Die Nachricht, die »vir neulich gebracht, daß nämlich in Marburg eine Ailiale der steiermärkischtn ESkomptebank errichtet werden soll, wird auS sicherster Quelle bestätigt mit dem Beifügen: tvann dieser Gedanke zur Ausfuhrung kommen wird, lasse sich ^tzt noch nicht sagen, da die Errichtung und Erhaltung einer solch n Anstalt bedeutende Kosten erfordert und die Ausdehnung der Banktleschäste auf dem hiesigen Platze noch viel zu wünschen übrig läßt. Wir glauben im Gegentbeil. die Gründung der Filiale wird erst die gewünschte AuSdehnun^^ der Geschäfte zur ^olge haben, w.il eS nur dann möglich ist. genau und schnell die persönlichen Berhältnisse der Kreditwerb^r zu erforschen, diese aber rasch und mit geringeren Kosten, alS der jetzige Berkeljr mit der Bank verursacht, ihre bloß sehr warm, indem sie die kühlere Luft nicht an die Haut gelangen lassen, sondern sie steigern die Abfonderung der Haut, erhalten sie wie in einem Dunstbad und hindern die Entfernung der ausgeschiedenen Stoffe und d.imit das Hautathmen. Denn auch die Haut athmet in einer gewissen Weise. Nirgends sieht man diese schädlichen Einstüsse so deutlich, wie bei den Gummizeugm. und es ist nur zu loben, daß man die söge-nannten Gummiüberzieher mehr und mehr verlassen und fast nur aus den Gebrauch alS Regenmäntel beschränkt hat. Sie sind künstliche Schwitzkasten. Wenn die Matrosen und F'scher in ihren Theerjacken und Südwestern gc)nz ähnliche kleiduugsstücke führen, so wird doch niemand be-haupten können, daß diese Tracht bei gntem Wetter und auf dem trocknen Lande empfehlenSwerth j i. Früher trug man lederne Wämser uud andere Kleidungsstücke von Leder unmittelbar auf der Haut. Netzt überläßt man diese Urtracht ganz zweckmäßiger Weise des Eskimos und andern ivilden Völkern, welche durch ihren rauhen Himmel zu besondern Schutzmitteln genöthigt werden. Nur in den Handschuhen hat sich eine Spur davon bei unS erhalte«, »venngleich, wie eS ganz verständig ist. nicht ohne Einschränkung, indem man ja längst auch für die Hände gestrickte oder gewebte Bekleidung anwendet. Nur »vechselt man dlese nicht so regelmäßig »vie die Strümpfe, was doch geschehen sollte. Unter unserem Himmel und bei unserer gewöhnlichen Beschästiguug ist eS geiviß weit nützlicher, geivebte Stoffe ans den Körper »u bringe» als lederne. Ob man die Unterkleider auS dichterem oder loserem Stoff wähle« »vill. daS hängt freilich sehr innig mit der Wahl der Ober-kleider zusammen. Eine Dame, »velche ganz lose, sast durchsichtwe Ober-klelder trägt, wird, selbst abgesehen von den Rücksichte» deS U>sta»ds. möglichst dichte Unterkleider anziehen müssen, wenn sie sich nicht der stet n Gefahr der Erkältung aussetze» »ill. So wird a»f feiaere» Fade». a»s dichteres Grfüge. au? festere» Stoff halte» müsse». Ei» Ma»» dagegen bedarf desse» »icht. wen» er dichtere »ad zahlreichere Obertleider füiirt. Ei» seiüe»eS Hemd, daS am dichteste» ist. paßt wohl für solche Persone». welche so»ft sehr we»ig beNeidet sind; ei» gewöhnlich^ Mensch wird gewiß besser th»». wen» er ei» lei»e»es oder baumwollenes »vählt. (Schluß folgt.) Geschäfte mit der Filiale abschließen können. - Bon gleicher Seite wird uns ttemcldet. daß die ESkomptebnnt am 1. d. M. nicht blos für Mar-bukl^er Gcschäftöleutc, scndcru auch für die ilbrij^e» ftcirishcn Pläße du; ?^jskonto NM Va °/o brr^ibgesctzt. („M crfu r.") In der lchtcn Monat^vcrsammluu^ dcS kansmänni. scheu Beltins (12. Dezember) ivu-^de dem jr^isinodienec eine monallichc Vergiftung von 1 st znert^ittut und dem Dbmanne nachkräglich die Ge-nehnlij^unq ertlieilt für die Druckleszung der Sii^nngen und der VerciiiS-f.^rlcn. Um ritte lebhaftere Bethriligung der unterstützenden Mitglieder an den Mittwochsvorlräl^en zu erzulen. lvurde beschllissen. außer der Kundmachung in drr „Mariiurger Zrilun.i" noch l)esondcre Einladunj^s-schreiben zu erlassen. Auf rine Anfrage, betrcsfeud die VelMclirung der Lehrmiltcl. ivurde vom Obmanne darauf hingewieseu. daß der Wiener t^'ufmännische Berein versprochen, ein Berzeichn'ß seiner Bilcher zu senden und dieselben um s.l)r billigen Preis zu ülierlassen: die Anschaffung Nkucr Werke mußte anS ditsem Grunde vertagt »Verden. In Betreff mclirerer Fachzeitschrrften s^i die unentgeltliche llcberlassung zu hosfen und sei aus diesen Grünl)en das Vermögen deS Vereins einftweilen zinsbrin-g«nd angelestt worden. Der Frag'tasten ist auch vom Grazer Berein ktugksühi t worden und trägt zur Belebung der BereinStliälij^feit wesentlich bei. Der Vorschlal^. die gestellten Fragen von deu Mitgliedern der Reihe nach beantlvorteu zu lasseu. ivnrde abgeltl)nt. dagegen aber der Beschluß gefaßt, durch öftere, wenn auch kürzere Vorträge t>ie Ausbildung der Vereins-genossen zu fördern. Der Besuch der BereinKabende war btslicr zalil-reich: am Unterrichte in der italienischen Sprache betl)ciligtn sich 12 Mitglieder, ebenso viele am Unterrichte in der Buchführuug und Handets» korrespondenz. Von Zeitschrif ten u»d Büchern über Volköwirtbschtist und Handel liegen folgende ouf: „Merkur". ..VoltSwirth". "Handelsblatt". „VolkSwirthschaftlicheS Wörterbuchs' von Rentfch. „Handelsgcschichte" von Engelinanu, Schriften über Wechselrecht. Korrespondetiz uud Buchführung. Eine große Cisenbahn-Karte tvurde augeschafft. (Einbruch.) Am 10. Dezember um Mitternacht wurden bei dem Glnndbesther Ferdinand Patlltsch in Tepsau das Hausthor und die Stubenthüre erbrochen, während er sich bei einem Todtenmahle befand. Der Thäter. ein gerichtsbekannter Dieb, hat Kleidungsstücke im Werthe von 23 fl. mitgenommen und wird seine Spur verfolgt. (La n dw i r t h s cha f t l ich e Filiale.) Die gestrige Sitzun.; der landivirthschastlichen Filiale lvar ungeachtet des schlechten WetterS zahlreich besucht. DeS beschränkten Raumes wegen könueu wir heute nur mittlieileu, daß die T.igeSordnung vollständig erledigt und aus den Aa-trag des Herrn Dr. Mulle dem neugewähllen Präsidenten der steier« märkischen Landwiithschafts Gesellschaft. Herrn Dr. Moriz von Kaiserfeld ein Lebehoch der Filiale teleglapbisch gemeldet wurde. Letzte Post. Die Skede Kaiferfeldö in der Verhaudluvg ttder die Adresse wird als ein Ministerprogramm betrachtet. ^ . Die deutschen Lande find der „Times" z« ?»lge das Kraft« element Oesterreichs. . . . Zwei amerikanische Kriegsschiffe find i« Etvitavecchia angekommen . ^ ^ Die kaiserliche Besatzung von Zalapa (Mexiko) hat stch de« Stepublikanern ergeben Gwgefandt Nachdem htute bereits der 16. Dezember ist. so drängt fich den Repräsentanten und Steuerpflichtigen der Abfindnngsvereine für die Berzeh. rungssteuer in den Sektionen Maria Rast. Zellnitz Leitersberg und St. Lorcnzen die Frage auf, ob die Abfindungsanbste von böbeeer Stelle ulcht bewilligt wurden, oder wie im Bewilligungsfalle die Vereine bis l. Jänner sich koustituiren und die Steuerbeträge aufbringen sollen? Seit den Vei Handlungen sind vier Wochen verstrichen und die gewünschte Er. ledi;;nng könnte wohl ohne besondere Beschlennigung an die Iatereffenten gelangt sein. Mehrere Steuerpflichtige. ü-/, Metalliquc» TeleMphischer Wiener Col»rS voin 16. Dezember .... 57.KreditaNieu........l52.1v .'»7. Rational.Anleheii.... 66.70 ! Loudoii.........t 30.20 1860er Staats-Aulelien . . . i?1.— ! Silber ......... 129.— Bankaktie«.......714.— K. K. Mttnz.Dukaten ... V.l? Geschäftsberichte. Martiurg. 15.. Dezember. ^MochenmarktStiericht.) Weizen fl. 6.35», Korn fl. 4.40, Gerste fi. 3.üv. Hafer fl. 1.65. Kukuruh fi. 3.45. Heiden f!. 3.25, Hirse fi. 0.—, Erdäpfet fl. 1.30 pr. Mepen. Rindfleisch 22 kr.. Kalbfleisch 26 kr.. Echwe»n fleisch lung 24 kr. pr. Pfund. Holj13^^ fl. 4.30, detto weich si. 3.15 pr. Älafter. Holz« kviitcn hart fl. 0.56. weich k. 0.40 pr. Metzen. Heu fl. 1.50. Stroh. Lager- fl. 1.20. Ltre». si. 0.90 pr. Centner. Waras bin, 13. Dezember. (Wochenmartttb e rich t.) Weizen fl.6.50. Korn fl. 4.20. Gerste fl. 0.—. Hafer fl. 1.70. kuturu,» fl. 3.30, Erdäpfet fl. l.- pr. Mehen. Montag den 17. Dezember 1866: (4S6 Anfang 8 Uhr. Zu der Filiale der plwtkKi'Apltti; p«ntii«nni^ vvn 8. Vttltimsnn in Zttarburg (sticht'»; .garten-i^ason) finden die Aufnahmen jeden (474 von Früh bt« Abends bei jeder Witternng statt. Die ntueslen eignen sierK zu Weihnachts- und Nenjahr» Gtschenttn. (4SS llLntl »«dwll I« Karttn» Taal und Nestauratt»« htutt Sonntag dm lü. Dezember ^b!ielli« ^ c?» der Opernsänger (Tenor), S. »»»iNDliO» (Bariton), der Frau üUtßtvMVUU«? n. des Elaviervirtnosen C?. N»VlT. Das eigene Vtantnv tft ans der Aadrtk ^Gch»»chte»"t» Verlin. Das Vragram« tft nen nnd reichhaltis. Anfang halb 8 Uhr. Sntree 20 kr. Monlag den 17. Dezember: V « M «Z « V in Kartin« Restanratto« r '/» Provisio« nebst Ersatz der erweislichen Porto Tpeseu. Intnsß und Zahlungen auf allen größeren Plätzen des Än« nnd Auslandes lverd.n billigst ^sorgt, Vs«itile an der Kasse der Bant eiN' gelöst , alle Arten von Wntl^-pOPitrtN uud Edel«etaR in sichere Ver »vahrung genommen, uud nach Umständen belehnt. Äustt>ärtigt Parteien können ihre Austräge brieflich an die Vank richten, nnd erhalten prompte Enviedernng auf venselbem Wege. 490) Eine Wohnung in der Psarrhoftlaffe zu ebener Erde mit drei oder vier Zimmer». 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