frl*»nwreti»**s Vrelfe: Für Laibach: Ganzjihrig . . 8 fl. 40 kr. Halbjährig . . 4 , 20 „ vierteljährig . 2 „ 10 „ Monatlich... — » 70 „ Mit btt Post: «an,jLhrig.........IS fl. Halbjährig............. 6 „ »itttrljährig...... 3 » 4'4t■■ Für Zustellung int HauS diertelj. 25 kr., monatl. 9 kr. Vinzelne fhmraitm 6 kr. LMachrr TJ Anonyme Mittheilungen werden nicht berücksichtigt; Manuskripte nicht zurückgesendet. Redaktion: Bahnhof,affe Nr. 15. «xpeditions-OJnferate»- Vnreau: Longreßplatz Nr. 2 (Buchhandlung von Jg. v. Kleinmayr & Fed. Bamberg.) Juferttonöpreiser llr die einspaltige Petitzeile 4 kr, bei wiederholter <$in» schaltung L 3 Ix. > Anzeigen bis 5 Zeilen 20 kr. Bei größeren Inseraten und öfterer SinsLaltung entspre. chender Rabatt. Für complicierten Satz besondere Vergütung. Nr. 3. Donnerstag, 4. Jänner 1877. — Morgen: Telesphorus. 10. Jahrgang. Zur orientalische« Frage. Der Friedensengel fignalifierte uns dir Verlängerung des Waffenstillstandes bis zum ersten März 1877. Dieser Thalsache muß, wie dir ministerielle Wochenschrift „Montags. Revue" bemalt, tim gewisse Bedeutung brigemcssen werden. Dieser 81t dürste beweisen, daß man eine einfache Ablehnung des Programme«, die Verwerfung desselben seitens der Pforte nicht erwartet, mithin ein plötzlicher Abbruch der Konferenzverhandlungen nicht zu besorgen ist. Die Konferenz gibt ihre Arbeiten nicht aus und will die Action der Waffen in der Hoff, nurtg vermeiden, daß im Wege friedlicher Verständigung die Lösung der orientalischen Frage sich immerhin vollziehen könnte. ES ist mit Sicherheit anzunehmen, daß die Regierung Abdul Hamids weder in der feierlich publicierten Verfassung noch in der der Plenarkonferenz «öffneten Erklärung ihr letztes Wort gesprochen hat. 66 will hiemit nicht gesagt werden, daß der Erfolg der in Kvnstantinopel tagenden Konferenz schon heute als ein gesicherter anzusehen sei, denn e» find immerhin noch bedeutende Schwierigkeiten zu überwinden; es müssen nämlich vor allem an» dern die Konferenzprojette mit be« von der hohen Pforte vorgeschlagenen Reformen in Einklang gebracht werden. Es ist noch, immer zu besorgen, daß die Re. gietung des Divan« mit Berufung auf die aus eigener Initiative aufgestellten Reformpunkte und auf die soeben kundgemachte Verfassung der Bevormundung feiten« her europäischen Mächte sich zu entschlagen versuchen werde. Die hohe Pforte fühlt ihre Lebensfähigkeit und ist bereit, mit Muth weiteren kriegerischen Ereignissen in« Antlitz zu sehen. Die Demüthigung, welche Rußland in der letzten Zeit erfahren, ermuthigt die Minister de« vSmani« schen Reiches und die gesummten, den Fahnen des Mohamed folgenden Völkerstämme. E« wäre gewagt und voreilig, au« der günstigen unfr raschen Erledigung der WaffenstillstandSfrage auf eine ebenso schnelle Lösung der orientalischen Frage zu schließen. Ohne gerade einem hochgradigen Oplimißmu« zu huldigen, können wir schon heute die unbestreit, bare Thatsache registrieren, daß die Verhältnisse tnv allgemeinen sich bereits erfreulicher gestaltet haben jUtid die Aussichten auf eine friedliche Lösung erfreuliche Gestalt angenommen haben. Da« Petersburger ßabinet zieht in neuester Zeit schwächere Saiten auf, es betritt die Bahnen der Mäßigung. Der Schwerpunkt der nächsten Entwicklungen liegt nun in den Entschließungen-der hohen Pforte selbst. Trägt die Regierung Abdul Hamid« der veränderten Stimmung Rechnung, versteht sie, den Thatsachen gerecht zu werden, sammelt fie während de« verlängerten Waffenstillstandes ihre staatliche» Kräfte, geht fie mit Ernst und gutem Wille« an die Ausführung der verkündeten Reformen, befriedigt fie die unzufriedenen Volksstämme, so ist ein baldiger. günstiger Abschluß der orientalischen Frage immerhin denkbar. Befolgt das Eabinet des Sultaneine versöhnliche» nachgiebige, entgegentommtnde- Po* lilil, so bleibt dem »»manischen Reiche und ganz Europa der arg bedrohte Friede erhalten. Die Regierung des Sultans wird jedoch den europäischen Mächten Bürgschaft bieten müsse*, daß fie selbst den Frieden aufrichtig will.. Die Lage Ungarns. Auch die ungarischen Blätter werfen einen Rückblick auf das Jahr 1876. Die Stimmen fchla» gen einen tristen Ton an: trübe, wie noch nie feit der Wiedereinführung verfassungsmäßiger Zustände und eine» selbständigen politischen Leben«, ist die Lage Ungarns. Ueberoll, wohin sich da« Auge wendet, überall erblickt der edle Patriot untrügliche Zeichen der Auflösung, dcs Verfalles, nirgend» Simptome der Besserung, nirgend» Hoffnung auf eine frohere Zukunft. Ungarn, hat manche schwere Krise durchgemacht» seitdem e» die Leitung seiner Angelegenheiten in eigene Hände nahm; politische Parteien kamen und gingen, in der Führung der wirthschaftlichen An. gelegensten trat eine beklagen-werthe Deroutr ein. Der Zrrsetzung-prozeß stand zu wiederholtenmalyt an bet Pforte de« Parlament«, und immer traten neue Gestalten, neue Elemente al« »Retter de» Vater, lande»" auf. Ungarn, seine leitenden und parlamentarischen Organe überschätzten sich und halten an dem Glau* btn de« Vorhandensein» unversiegbarer Kraftquellen. Ungarn, moralisch und materiell geschwächt bis zum äußersten, sieht heute bedrohliche Krisen über sich' hereinbrechen, t» fühlt, daß e« die htrannahenben riesengroßen Schwierigkeiten zu überwältigen nicht imstande sein wird. Die finanzielle Lage Ungarn» ist bi« zum Zusammenbruche zerrüttet; klarsehenden Politikern und Finanzmännern drängt sich die Hebet-zeugung auf, daß die materiellen Kräfte Ungarn« selbst in, normalen Zeiten nicht mehr ausreichen, die Bedürfnisse des Ungarlandes zu decken; Defizit folgt Feuilleton. Das Geheimnis des rothen Hauses. Roman von Arnold Werner. (Fortsetzung.) Der Baron machte ein Zeichen der Bejahung und, fuhr fort: „Seit diesem Tage habti ich mit meiner Bet. gangenheit gebrochen. Ich befchfoiarit meinen sechs, taufend Franken Rente fortzuleben, mein Ideal im stillen zu verehren; denn Sie können wol denken, mein Herr, bat mir niemals hie Idee tarn, Sie um die Hand Jhr»r Tochter zu bitten. Seit drei. Monate« erscheine ich früh,, morgen», gergde so wir heute, vor diesem Gitter und warte auf den Augen, blick, wo fich da- Engrl««,tlitz , Ihrer. Tochter am Fenster zeigt. Dann entferne i* mich wieder, indem ich mich für den ganzen Tag beglückt fühle. Jetzt hat dieses Glück sein Ende erreicht, , da ich Ihnen das Geheimnis meine» Herzen» offen anvertraut habt. Jetzt habt ich dir Ehre, Sie um die Hand Ihrer Tochter zu bitten, und rathe Ihnen zugleich, fie mit zu verweigern, da ich ihrer nicht würdig bin." Herr von Morgan hatte die» alle» äußerlich ruhig gesagt. Die Bewegung seine» Inneren ver« rieth fich nur durch eine leichte Falte, die sich auf, feinet Stirn bildete, und ein leise» Zittern seines Körper«. Der Banquiet hatte ihn kaltblütig angehört, Nach kurzer Pause versetzte et: „Geschichte für Geschichte, mein junM Freund. Bo« meiner Tochter werden wir später spreche«. Ein Vertrauen' verdient da« andere, tote Bewegung ist mir heilsam, wie mein Arzt behauptet. Pro» menieten wir ein wenig in der Kastanienallee dort. Auch im Gehen läßt fich ganz gut plaudern." „Wie Sie e« wünschen, Herr Banquiet," sagte der Baron. Al- beide Männer die erwähnte Allee, erreicht hatten» begann Herr von Valsevre«: „Ich Hot» mich schon mit einundzwanzig Jahren verheiratet und zähle jetzt erst dreiundvierzig. Zwei Iahte nach meiner Hochzeit wurde ich schon Witwer. Ich lebte fortan nur für meine Tochter und habt fit als ein eifersüchtiger Vater erzogen. Sie; wissen, welches Aufsehen fie in der Gesellschaft durch, ihren Geist, ihre Schönheit, ihre göttliche Stimme erregt hat. Sie ist ein wenig launenhaft, überspannt — ihre englische Erziehung trägt Schuld Haram Ich wollte es so. Vielleicht war meine Ansicht verkehrt. Aber was ist. jetzt noch dabei zu thun?" Und Herr von Valserrr» stieß einen: Seufzer an», btt zur Winterszeit dem Rauch einer Eigerrt geglichen hättt. „Ich besitze ein beträchtliches Vermögen," sagte jbtr Banquier, ,,-ber ein Geschäftsmann meine«, .gleichen begnügt sich nicht gern mit einem geringen Gewinn. Man fetzt oft große Summen an zweifelhafte Unternehmungen, um feinen Reichthum noch zu vermehren. Die Fortuna, welche die Börse beherrscht , ist (qunenhaft. Wer heute zehnfacher Millionär, tonn morgen vollständig ruiniert sßin." „Ach, ich lenne das," meinte der Baron, „und finde da» Börsenspiel nicht uninteressant." Herr von ValserreS fuhr fort: „Ich theile diese Ansicht jetzt nicht mehr, mein Freund. Ich habe nur eine Liebe auf der Welt, auf Defizit, der Ausfall ist kaum mehr zu verheimlichen, es bleibt nur da» moralisch verworfene Mittel de« — SchuldenmachenS, vorausgesetzt, daß fich noch eine Geld offerierende Hand irgendwo findet. DaS Ministerium TiSza versprach wol, eS werde Ordnung in den ungarischen Staatshaushalt bringen; es blieb jedoch bei dem Versprechen, es geschah bisher nichts, was als ein Schritt zur finanziellen Genesung der kranken Finanzlage Ungarns angesehen werden könnte. Die Projekte der ungarischen Regierung sind von zu hoch gespannter Natur, als daß ste auf Realisierung Anspruch machen dürfen. Zur Hebung der wirthschaftlichen Verhältnisse geschehe auch in Ungarn nicht das geringste, Ungarns Kredit ist dahin, er hat abgewirthschaftet, und dennoch räth Ungarn zum Kriege, zur Occupa-tion Serbiens durch österreichisch-ungarische Truppen, ohne die Frage zu stellen: mit welchen Mitteln dies geschehen solle? Seit dem Tode de« großen ungarischen Patrioten Deal bewegt sich auch die Verwaltungspolitik Ungarns auf unsicheren Bahnen. Die parlamentarischen Parteien sind in gänzlicher Auflösung, tS mangelt ein gesundes politisches Programm, es fehlt der fähige politische Leitfaden, es gibt fich für die Regierung kein Vertrauen kund; heute bildet sich eine winzige Partei und morgen schon kennt man kaum mehr die Namen der Anhänger derselben. Ungarn wird viel zu thun haben, um sich selbständig zu erhalten, es ist kaum mehr in der Lage, die unzufriedenen Elemente zusammenzuhalten. Die politischen Parteien sind gespalten, Verzagtheit, JndifferentiSmus, Apathie herrschen im Lande. Ungarn hat im eigenen Reiche und in dem ihm affinierten Kr o azie n viele Feinde; namentlich in letzterem herrscht, wie die „Agramer Presse" an leitender Stelle berichtet, eine arge Mißstimmung gegen das ..brüderliche" Ungarn, welches die frühere Selbstständigkeit KroazienS gänzlich ignoriert, dessen Ehre angreist, dessen Autorität in Schatten stellt und despotische Gewalt übt. Jene Autonomie, welche Ungarn dem „Bruderlande" Kroazien eingeräumt, gleicht einem Schattenbilde. Ungarn tritt im Jahre 1877 mit Oesterreich in nähere Verhandlungen, es wird seine Ansprüche an Oesterreich wesentlich zu modificieren und moderieren haben. Will Ungarn ernstlich den Ausgleich mit Oesterreich, so wird es die Wege der Mäßigung, Gerechtigkeit und Billigkeit zu wandeln haben. Oest erreich dürfte trotz der volkswirthschaftlichen Krise noch so stark sein, um aus eigenen Füßen zu stehen; kann auch Ungarn sich solcher Stärke rühmen? für mich die höchste, die ich je gefühlt, die Liebe zu meinem Kinde. Wenn ich sie auf einem Balle von den jungen Kavalieren mit wohlgepflegten Schnurrbärten umringt sehe, welche fich um das Glück streiten, mit ihr im Contretanz oder in einem Walzer Hinzuschweben, so regt fich immer in mir die Versuchung, diesen Herren die Ohren abzuschneiden." „Ich begreife das," bemerkte Herr von Morgan. Der Banquier faßte vertraulich den Arm des jungen Mannes. „Pauline," sagte er, „wird eine große, eine fürstliche Mitgift erhalten, wenn ich fie schnell verheirate. Aber ich gestehe Ihnen offen, diese Idee kommt mir nur, wenn ich mich über den in mir machenden Zorn zu beruhigen suche, an dem die Bewunderung, die meiner Tochter gezollt wird, Schuld trägt. Denn ich wiederhole es: ich bin rasend eifersüchtig auf meine Pauline. Das liebenswürdige Rind weiß da« und hat deshalb im vorigen Winter mehr als ein Dutzend sehr annehmbarer Bewerber mit einem Korbe heimgrschickt." Diese letzten Worte gossen einen Tropfen de» Trostes in die Seele de» Verliebten. Politische Rundschau. Laibach, 4. Jänner. Inland. Wir erinnern uns auch des Skandals, welcher sich im Vorjahre in der Landlagsstube zu Innsbruck vollzog und das Zustandekommen des Landesbudgel s pro 1877 vereitelte. Das „JnnSbr. Tagblatt" behandelt nun, nachdem am 1. d. M. die aus den Steuerzuschlägen bestehenden Gelder für die öffentliche Verwaltung gesetzlich zu fließen aufhören, die Frage, was jetzt zu geschehen habe. Nach den §§ 17 und 18 der Landesordnung für Tirol kann die Besteuerung für Landes-zwecke nur durch die Landesgesetzgebung erfolgen und ein Landesgesetz nur durch den Landtag beschlossen und durch die kaiserliche Sanction in Kraft gesetzt werden. Jnbetreff der Landeszuschläge für 1877 existiere kein LandtagSdeschtuß und kann also auch ein giltiges Landesgesetz nicht zustande kommen. Daß der ultramontane Landesausschuß dmtioch den Muth haben werde, die Landessteuern auszuschreiben, erscheint dem genannten Blatte unmöglich; und selbst wenn derselbe es trotz mangelnder Befugnis thun wollte, so meint das genannte Blatt, daß die Regierung die Zustimmung zu einem solchen Vorgehen wol niemals ertheilen würde, da sie ihren Organen nicht gestatten darf, ungesetzliche Steuern einzuheben. Sie würde auch damit der Renitenz und „Pflichtwidrigkeit" neue Nahrung zuführen und die ultramontane Opposition in ihrem Widerstande ermutigen. Man ist darauf gespannt, welche Lösung diese Frage finden wird. Ausland. Der Neujahrstag wurde auch in offizieller Form gefeiert. Im königlichen Palais zu Brüssel begrüßte der Bürgermeister den König mit einer Rede, in welcher folgende Stelle beachtenswert ist: „DaS Land hat es, Dank seiner Neutralität, nicht nölhig, seine nationalen Kräfte jenseits der Grenze zu disponieren; es kann dieselben unter Ihrer Aegide zu fruchtbringender Arbeit concentrie-ren." Der NeujahrSempsang bei dem Präsidenten der französischen Republik hat ohne Zwischen-fall in üblicher Weise stattgefunden. Bei dem Empfange des diplomatischen Corp« in Rom drückte der König den Wunsch aus, daß der Friede erhalten bleiben möge. Reuters „Office" meldet in einer Privatdepesche von Konstantinopel, 31. Dezember: Die türkischen Gegenvorschläge ignorieren die Aufstellung einer Gendarmerie und internationalen Commission gänzlich, resusieren eine Amnestie für die bulgarischen Rebellen und andere wichtige Vorschriften und schlagen keine Garantie vor. Die Pforte wäre jedoch geneigt, christliche Gouverneure zu oiceptieren, da die Konstitution dem nicht zuwiderlaufe. Mithad Pascha richtete an die Gouverneure der Provinzen folgendes Rundschreiben: „Wie der „Wenn ich nun alt wäre," sprach der Banquier weiter, „ich würde für Pauline einen Gatten mit einem soliden Vermögen juchen, einen Mann, der schöne Häuser und einträgliche Landgüter besitzt. Ich würde ihr dann zwei Millionen zum Brautgeschenk machen und zu ihm sagen: Mein weither Herr Schwiegersohn, nehmen Sie diese Morgengabe und geben Sie mir dieselbe unter keinem Vorwande zurück. Ich spiele- das höllische Spiel, welche» man da» Börsenspiel nennt. Entweder ich werde Ihnen so viel hinterlaffen, daß Sie Ihrer Frau einen Thron laufen können, oder Sie werden gezwungen sein, mich in meinen alten Tagen zu ernähren. So würde ich sprechen, wenn ich alt wäre, mein Freund." „Welche Thorheit," sagte Herr von Morgan, der ein Lachen nicht unterdrücken konnte. „Ganz recht, aber hören Sie weiter. Ich habe mir gelobt, meiner Tochter freit Wahl zu lassen. Sie mag dem Manne ihre Hand schenken, den sie liebt, und deshalb scheint e» mir nicht nöthig, daß Sie mit Selbstmordgedanken umgehen, denn Pauline tlfto Sie." (Fortsetzung folgt.) Ferman des Sultan» bei dessen Thronbesteigung verkündete, ist e« der Wunsch des Herrschers gewesen, die Verwaltung des Reiches unter ueue Gesetze zu stellen. Zu diesem Behufe wurde eine Kommission aus der hohen Pforte gebildet, die au» Ministern, Ulemas und anderen hervorragenden Persönlichkeiten bestand. Nachdem diese ihre Arbeiten vollendet hatte, wurde heute, Samstag, in Anwesen-heit der Minister, Muschire, Ulemas und einer großen Volksmenge feierlich der Ferman verlesen, welcher die Wirksamkeit der Constitution verkündet. An dem heutigen denkwürdigen Tage ist dem Sistem des Absolutismus (dasselbe Wort heißt im Türkischen auch Willkür) ein Ende gemacht worden. Das parlamentarische Sistem, welches die Religion und der gesunde Menschenverstand immer als zulässig deklarierten, ist durch 101 Kanonenschüsse begrüßt worden. Da» neue Grundgesetz regelt die Grundrechte des Staates und seiner Völker, bestätigt die Unantastbarkeit der Ehre, des Lebens und des Vermögens aller Ottomanen, wie es schon der Tanfimat ausgesprochen, und garantiert die persönliche Freiheit sowie die Vereinigung und Gleichheit aller ottomanischen Völker. Da dadurch eine neue Epoche begründet wurde, herrscht überall Freude und sind dem Sultan Ovationen dargebrach! worden. Auch Sie haben die Constitution öffentlich im Vilajet zu verkünden und werden gestatten, daß Freudenfeuer ob dieses Ereignisses angezündet werden sollen. Dir etwaigen Dankadressen werden Sie per Post hieher schicken." Ueber die Action Rußland» sagt die „A. A. Ztg." : „Rußland steht eben, wie auch die Heuchelei ihr Thema Datiere, im Bann Europa's, und keine Macht, wenn sie Verstand hat und ehrlich ist, trügt irgend Verlangen, diesen Bann zu lösen. Rußland ist eine europäische Anomalie, ein Unicum, eine monströse Bildung, und im innersten Wesen fühlen sich alle normalen Bildungen des Kontinente» verpflichtet, jener Anomalie Dämme entgegenzuwerfen, ihren Polipenfraß einzuschränken. Wir haben in Westeuropa gewisse Anschauungen und darauf gegründete Institutionen von Menschenwürde, Menschen-recht, von bürgerlicher Freiheit und bürgerlichen Rechten, von Gewissensfreiheit und StatSrechten der Kirche gegenüber ; wir theiltn gewisse grundlegende Ideen über Kunst und Wissenschaft, über freie Forschung und die Achtung vor dem Genius ; wir sind einig über die Grundsätze de» Personen- und Güterverkehr» und streben nach möglichster Vereinfachung und Erleichterung diese» Verkehr»; kurzum, wir bilden ein commercium humanitatis, und wir Haben alle Ursache, un» eng.unter einander zu verbinden gegen da» gefährliche Halbbarbarenthum, welche» mit unseren Mitteln, unseren Erfindungen, unserer Intelligenz die rohen Mafien zu egoistischen Zwecken vorwärtsschnellt, welche» mit schnödester Rücksichtslosigkeit Menschenleben und Menschenwol opfert, um dtn Kreis seiner ruchlosen ratio statua noch immer mehr zu erweitern. Wer in der Türkei etwas andere» anstrebt, als zeitentsprechende Reformen, als allmälige Fortbildung der Slavenmaffen; wer von „Christlichkeit" und „Humanität" bestochen und, das politische eherne Band um die Stirn, vom „HinauSjagen der Türken aus Europa" faselt: der ist ein Feind der Kultur, ein Feind edlerer Mensch-lichkeit. Die Türken lassen fich durch ein geeinigte» Europa regieren, die Russen am Balkan find der Trotz und Hohn Europa'»." Am 2. d. fand in Delhi unter großem Gepränge die Proclamierung de» Titel» der Königin Victoria al» Kaiserin von Indien statt. Der Vizekönig hielt bei diesem «nlaffe eine Ansprache, worin er konstatierte, daß die Kaiserin Loyalität und Treue von den Fürsten und Völkern Indien» fordere, die Anwesenheit der Fürsten al» einen Beweis der Anhänglichkeit an die kaiserliche Regierung betrachte und da» Recht der Eingeborenen anerkenne» eine umfassende Teilnahme an der Verwaltung de» Lande» zu beanspruchen. Der Vizekönig leugnete die Möglichkeit einer feindlichen Invasion Indien» und kündigte schließlich die Gründung eine« neuen Ordens für das indische Reich an. Zur Tagesgeschichte. — Nattonalbank. Die ordentliche Generalversammlung der Nationalbank sfindet am 18. Jänner d. I. statt. Die Tagesordnung wird den Mitgliedern der Eeneral-versammlung rechtzeitig zugesenbet werden.^ — Ein RichardWagner-Album ist im Verlage von Ad. F ü r st n e r in Berlin und Dresden erschienen, welches eine reiche Auswahl der schönsten (Besänge der OpernI: „Rienzi," „Fliegender Holländer» und „Tanhäuser," sowie einige Lieder von Richard Wagner in geschickt gemachtem und dabei leicht spielbarem Arrangement für Klavier allein bietet. Die Ausstattung des Albums ist eine außer-ordentlich elegante. Der Herausgeber hat die glückliche Idee gehabt, die Texte der Gesänge in deutscher, französischer, englischer und italienischer Sprache als eine Art Vorwort abdrucken zu lassen. Auf diese Weise wird dem Klavier-spielet die beste Gelegenheit geboten, seinen Vortrag möglichst Sem Inhalte der Texte entsprechend einzurichten, daß diese finnige Andeutung des Herausgebers stets beachtet werde. — Sammlungsgelder. Das slavische Comite in Moskau hat 120,000 SRubtl in Gold nach Siagusa für die Nothleidenden in Montenegro gesendet. Staatsrath Jonin hat das Geld dem Fürsten Nikolaus persönlich zu übergeben. Die Geldsendungen nach Serbien sind seit lange sistiert, und es werden so lange keine eröffnet, bis nicht die Rechnungslegung vvnseite Tschernajesss erfolgt sein wird. — Zur Studentendemonstration in Petersburg. Der „D. Ztg." wird aus Petersburg berichtet: „Der Prozeß der Mitglieder vom Club der rothen („Herz") Buben (Klub czerwonycli waletof), welche den Tumult vor der Kasankirche verursacht haben, ist aus den 8./20. Februar anberaumt worden. Präsident des Gerichtshofes wird Orlowski fein, die Staatsanwaltschaft vertritt W. Murawieff, ein Sohn des berüchtigten Generals gleichen Namens. Zur Verhandlung sind mehr als 300 Zeugen vorgeladen. Im Publikum erwartet man höchst interessante Ausschlüsse über das Wesen und die Verbindungen der genannten geheimen Gesellschaft." Lokal- und Provinzial-Angelegenheiten. — (Schwurgerichtshof in Laibach.) In der heurigen ersten Schwurgerichts-Sitzungsperiode werden Herr LGP. W e r t f ch e r als Vorsitzender und als dessen Vertreter die Herren: OLGR. K a p r e tz und LGR. Dr. Leit-maier fungieren. — (Ein heimatlicher Dichter.) Heinrich Penn, ein geborner Laibacher, der seinerzeit in Graz das belletristische Wochenblatt „Hoch vom Dachstein" herausgab, später als Schauspieler und Regisseur am Landestheater in Agram und auf der hiesigen flovenifchen Bühne thätig war, vor kurzem vom Herzog Ernst von Kobnrg in Würdigung seiner literarischen Verdienste mit der Verleihung der goldenen Medaille für Kunst und Wissenschaft ausgezeichnet wurde, übergab vor kurzem einen Lhklns seiner Dichtungen, 74 an der Zahl, unter dem Titel „Gestalten," der Deffentlichkeit. Bon jenen das Land Ärain interessierenden poetischen Blumen nennen wir: „Herr Herbart Auersperg" und „Das Wappen von Auersperg." Anerkennung verdient, daß Herr Heinrich Penn der göttlichen Muse seine Huldigung in deutscher Sprache darbrachte. — (Der hiesige Turnverein) hält die ge-wöhnliche Turnstunde und die übliche Wochenkneipe wegen des aus Samstag fallenden Feiertages fchon am Freitag den 5. t>. M. ab. — lAus dem Sanitätsberichte) des hiesigen Etadtsisikates für ben Monat November v. I. entnehmen wir folgende Daten: Der Krankenstand stieg gegen den Vormonat, hervortraten: Bronchitis, Pneumonien, Darmkatarrhe, Tuberkulose und Scharlach. Auch die Sterblichkeit stieg gegen den Vormonat, es starben 87 Personen, darunter 46 männlichen und 41 weiblichen Geschlechtes, 62 Erwachsene und 25 Kinder; hievon im Zivilspitale 42, im Elisabeth-Kinderfpitale 2, im städtischen Versorgungshause 1, im ZwangSarbeitshause 1, in der Stadt 14, PeterSvorstadt 8, Polana 1, Kapuzinervorstadt 5, Gradifcha 6, Krakau und Tirnan 4, Karlstädtervorstadt und Hühnerdors 4. Im LandeS- Zivilspitale erreichte der Krankenstand die Höhe von 631 Kranken, hievon wurden entlassen 226 und starben 41. In der Jrrenabtheilnng fanden 6 Geisteskranke Aufnahme. Das hiesige Garmfonsspital zählte 252 Kranke, hievon genasen 132 und starben 2. — (Ans den flovenifchen Blättern.) Eine Stimme aus Krainbnrg gibt im „Slov. Narot" ihre volle Entrüstung darüber kund, daß in der dortigen (Stlalnica hervorragend in deutscher Sprache conversiert wird; namentlich seien es die slovenische Intelligenz und das schöne Geschlecht, welche sich dieses Majestätsverbrechens schuldig machen. Nach unserer Ansicht gereicht es der gerühmten flovenifchen Intelligenz nur zur Ehre, im geselligen Zirkel die deutsche Sprache, die Sprache der Wissenschaft und Kultur, zu pflegen. Dadurch eben konstatieren die slovenischen Sitalnica» besuchet ihre Intelligenz, daß sie der deutschen Sprache Bas ihr gebührende Recht einräumen. — „Slov. Narod" kritisiert die jüngst erfolgten Ernennungen der BezirkSschul-Jnspektoren für Ärain, benützt diese Kritik in gewohnter burschikoser Weise zu persönlichen Ausfällen, nimmt Anstoß, daß die Mehrzahl dieser Schulaufsichtsorgane aus der Mitte des harnischen Landeslehreroereines herausgegangen und bemerkt, daß mit diesen Ernennungen die verfassungstreue Partei wol zufrieden fein könne. Das genannte Blatt Hätte, dessen sind wir gewiß, die Kandidaten für das Amt eines SchuliuspektotS aus anderen, den neuen, liberalen Schulgesetzen minder hold gesinnten Kreisen, gewählt. Es wäre cynische Frechheit, wenn Die liberale Partei die Ernennung für Fortschritt und echte patriotische Jugenderziehung begeisterter Schulmänner zu Schulinspekwten anders als freudig und mit Befriedigung begrüßen würde! — Der „Slo-oenec" verfällt nur zu häufig in den Zustand der Unzurechnungsfähigkeit. In dieser geisteskranken Lage pafstert es dem klerikalen Organe, daß es Pech und Schwefel Über da« „Laib. Tagbl." und feinen Redakteur vom Himmel herabträufel n läßt. Wir erklären uns diesen bedauerlichen Zustand. Unser Artikel zur „Maros"-Äsfaire gab dem „Slo-venec" neuerlich Anlaß, das „Laib. Tagbl." als ein „Türkenblatt" zu bezeichnen. Nach den urchustlichen Satzungen des klerikalen Blatte- ist jeder Türke uno jedes Individuum, welches für Humanität, Achtung anderer ttonfessiontn und Ausrechthaltung des Besitzstandes eines Reiches in die Schranken tritt, der Hölle verfallen. Die Knechte Gottes, in deren ersten Reihen „Slovenec" steht, kennen lein Erbarmen l — (Feuerversicherungswesen.) In der nachbarlichen Steiermark, namentlich im Bezirke Leibnitz, wurde dem Wunsche nach Gründung von Gemeinde- oder Bezirks-Feuerversicherungs'Vereinen lebhafter Ausdruck gegeben. Die sieiermärkifche Sparkasse hat aber, wie die „Marb. Ztg." erfährt, die Erklärung abgegeben, sie würde eine Versicherung dieser Art nicht als genügend anerkennen, und es ist zu zweifeln, daß auch dir übrigen Sparkassen beistimmen: Vereine nach Gemeinden oder Bezirken wären zu geldschwach und zu kreditarm, als daß sie im Falle der Einäscherung ganzer Dorsschasten die Entschädigung zu leisten vermöchten. Soll die Versicherung gegen Feuerschaden ihrem Zwecke entsprechen, dann müßte sie zur Landesfache erhoben, zur allgemeinen Zwangspflicht gemacht werden. Hier ist der Grundsatz maßgebend, auf welchem das eigenste Wesen des Rechtsstaates beruht: Wo die Kraft des Einzelnen nicht hinreicht, muß die öe-f ammtheit ein» stehen — müssen alle für einen zahlen, und daraus entspringt nach dem Gegenrechte für diesen Einen die Pflicht, das betreffende Interesse aller zu fördern. — (Die „Gartenlaube,") welche auch in Leserkreisen KrainS viele Verehrer und Abonnenten zählt, hat eine Auflage von 380,000 Exemplaren. 18 Dampffchnell-preffen besorgen die kolossale Auflage, 9 Satiniermaschinen glätten die wöchentlich erforderlichen 167 Ballen Papier. Zur Herstellung der ganzen Auflage einer Nummer sind drei Wochen Zeit nöthig, obgleich jede Nummer viermal gefetzt wird. Abonnements hierauf besorgt die hiesige Buch» Handlung v. Kleinmayr & Bamberg. — (Befähigung zum Realschullehrer.) Im Studienjahre 1876 haben sich bei der wissenschaftlichen Prüfungs-Kommission für das Realschullehramt in Graz 82 Kandidaten zur Prüfung gemeldet, 78 bei. der Abtheilung für daS Realschullehramt, 4 bei der Abtheilung für daS Lehramt der HandelSwiffenfchaften. Bon diesen 82 Kandidaten haben 19 sie Prüfung im genannten Jahre beendet und wurden von diesen 10 approbiert und 9 «probiert; 5 find von der Prüfung zurückgetreten, 10 wurden von der Prüfung zurückgewiefen, 24 verbleiben im Präfungsstadium pro 1877 und 24 haben blos Anfragen gestellt. — (Im Rauch aufgegangen.) Der ErlvS für Zigarren und Tabak stieg in den ersten drei Quartalen 1876 gegen das Vorjahr nm 32.727 fl. — (Aus dem NachbarlandeKSrnten.) Der Gemeinderath in Klagenfurt betraute aus feiner Mitte ein $omtt6 mit der Aufgabe, sämmtliche Gemeinderaths- SitzungS-protokolle seit dem Jahre 1873 bis heute einer Revision zn unterziehen und über die darin enthaltenen, jedoch bisher noch nicht auSgeführten Gemeindebeschlüffe Bericht zu ermatten. — Die groge komische Oper „Fatinitza" von SuppS ging am 2. D. mit immensem Erfolg über die klagen» urter Bühne. Diese Novität wird auch für die hiesige Bühne vorbereitet. Der musikalische Theil enthält im ersten Akte ein reizende« Lied „Lächeln Sie," ein „Reporterlied,* eine „Schlittenarie;" im zweiten Akte ein hübsches Couplet „Ein bischen aufftifchen," ein »amenfextett; im dritten Acte ein „Marschterzett." — Am 24. v. M. kam in Hüttenberg ein blutiger Rausexceß vor, bei welchem sich sogar die Rufe: „Nieder mit der Gendarmerie I" kundgaben. Die strafgericht-liche Untersuchung gegen die Excedentcn ist bereits eingeleitet. — Der Rosenthaler Fortschrittsverein entfaltet im Interesse des Schulpsennigs eine lobenswerthe Thätigkeit. — (Aus dem Nachbarlande Kroazien.) Seit Neujahr 1877 erscheint in Agram eine neue, in deutscher Sprache aufgelegte Politische Zeitung unter dem Titel „«gramer Press e." Wir finden in derselben alle in einem gröfjern Blatte vorkommenden Rubriken. Abonnementspreis jährlich mittelst Post 16 fl. österr. Währ. — Am 30. v. M. ging Webers „Freischütz" mit kroatischem Texte über die Agramer Bühne. Die Uebersetzung de« Libretto ist nicht cortect, die Besetzung der Soloparte war keine entsprechende, nur Herr Nollt errang in der kleinen Baritonpartie des „Fürst Ottokar" Beifall. — DaS in Kroazien einst so lohnende Holzgeschäft liegt siech darnieder, der Holzmarkt ist mit Ware überbürdet, nur nach Eisenbahn» schwellen große Nachfrage. — Der in «gram erscheinende und auch in Laibach aufliegende „Dbzor" wirft einen Rückblick auf die politischen Ereignisse des abgelaufenen Jahre« und bezeichnet es als Wendepunkt im staatlichen Leben Europa’«. Auf Kroazien selbst übergehend, findet er es nicht ganz gerechtfertigt, daß die orientalische Krisis DaS gesummte Interesse der maßgebenden politischen Kreise dieses Lande« in Anspruch nimmt, da, was immer für eine Lösung dieser weltbewegenden Frage die Zukunft bringe, Kroazien nur dann einen Nutzen daraus ziehen werde, je nachdem e« in feinem Innern organisatorisches Talent zeige. Die bisherige Thätigkeit der gesetzgebenden Faktoren in dieser Richtung erweckt auch in ihm eine Ahnung, daß alles, waS schon geschehen, gerade nicht ohne Fehl und Makel sei. Doch auch „Obzor" tröstet sich: „Es wird schon besser werden." Mängel und Gebrechen gebe es in jedem Lande, und Kroazien könne wegen seiner politischen Vergangenheit kein Musterstaat sein. Nach außen hin muß die Nation die Vereinigung Kroazien« mit Dalmazien und die Reincorporriernng der Militär» grenze anstreben. Zur Klärung dieser Frage habe die orientalische Kcisti ebenfalls viel beigetragen, indem sie einerseits den kroatischen Patrioten diese« Ziel lebhafter vor die Augen rückte, anderseits wieder den leitenden Kreisen unserer Monarchie die Wichtigkeit Kroaziens deklarierte. — (Landschaftliches Theater.) Lortzing« komische Oper „Der Waffenschmied von 38orm8* erfreute sich bei der gestrigen Wiederholung eine« recht frequenten Besuche« und einer sehr freundlichen Aufnahme. Herr Mai Iler (Hans Stadinger) erwarb sich durch gelungene Ausführung des Titelparte« die Sympathien de« Hanse«, die sich in unzähligen veifallsbezeugungen und Hervorrufen kundgaben. Mit Beifall wurden weiter« ausgezeichnet : Frau Fritzfche--Wagner (Marie), Fräulein Huemer (Jrnmitraut), die Herren Weiß (Georg) und W e l e 6 a (Ritter v. Libeuau.) Auch der komische Part de« Ritter« „Adelhos" (Herr F r i tz s ch e) machte erheiternde Wirkung. Todtenstatistik. Im Monate Dezember 1876 find 68 Personen gestorben; davon waren 34 männlichen und 34 weiblichen Geschlechtes. Stellung entwichener Dienstboten. 6» kommen leider nur zu oft Fälle vor, au» dem Dienste entwichene Dienstboten, Gewerbegehilfm ober Lehrlinge im Grunde der bestehenden Dienst. botttmtbÜiurigen, refpective der §§ 74, 80, 99 and 101 der Gewerbe-Ordnung, zwangsweise in den widerrechtlich verlaffenen Dirnstort zurückzustellen oder zum Antritt de« Dienste!» zwangsweise zu verhakten. Lus den inbetreff der zwangsweisen Stellung solcher Individuen bestehenden Normalien haben wir folgende Bestimmungen hervor: „Liegen rückfichtlich de« zu Transportierenden außer dem Factum seiner Entweichung aus dem Dienste zugleich solche Umstünde vor, welche dessen Einreihung in die im § 1 de» Gesetze« vom 27. Juli 1871 aufgezählten Kategorien zulässig machen, und fällt der Zielpunkt M Transportes mit der HeimalSgemeinde des Entwichenen zusammen, so kann es keinem Anstande unterliegen, ein solches Individuum nach dem citierten Gesetze zu behandeln, und werden sodann auch die Tr«i«portkosten nach Borschrift diese« Gesetze» zu bestreiten sein. Treffen aber obige Bedingungen nicht rin, so muß daran festgehalten werden, daß da« Berhältni« zwischrn dem Dienst- und Gewerbsherrn und dem Dienstboten oder gewerblichen Arbeiter ein privat? rechtliche» ist. Der widerrechtliche Bruch diese» Verhältnisse» vonsche de» Dienstboten oder Arbeiter- begründet zwar eine nach den bestehenden Dienstbotenordnungen und nach der Gewerbe-Ordnung zu ahndende Heber-tretung, allein die zwang-weise Verhaltung de« Bertrag-brüchigen zur Erfüllung seiner Pflicht bildet keinen Bestandtheil der Strafe und erfolgt jederzeit nur über Verlangen de» Dienst- oder Gewerbsherrn, deffen Privatinteresse allein die Fortsetzung de», abgebrochenen Dienstverhältnisses oder den Antritt de» Dienstes erheischt. E» liegt daher in der Natur der Sache, daß der Dienst, oder Gewerb«herr, welcher die zwang«, weife Stellung de» den Dienst Verweigernden beansprucht, die Aasten diese» Zwangstransportes zu bestreiten hat, unbeschadet des ihm zustehenden Rechtes, fich an den Schuldtragenden, es sei die» der Entwichene selbst oder ein anderer, der den Entwichenen vorschriftswidrig in Arbeit oder Unterstand genommen hat, diesfall-zu regressteren. In analoger Weife wird vorzugehen feitt, wenn e« sich um land- und forstwirtschaftliche Hilfsarbeiter »der Tatzlöhner handelt, bezüglich dtren die Mini-steridl-Verorbnung vom 15. März 1860, Nr. 73 de» Ä. S. Bl., die Competenz der politischen Be? Hörden zur Entscheidung über btt Streitigkeiten zwischen derselben und den Land- und Forstwirthen regelt." Derselbe Erlaß besagt, daß die Kosten der Ueber stellung von Zwünglingen und Corrigierenden in die Zwangsarbeit«- und Besserungsanstalten, wo ste nicht von der Heimes gemeinde oder von den um die Abgabe de» Betreffenden in die Zwangsarbeit«, anstatt bittlich gewordenen Verwandten de» Zwäng-ling« selbst bestritten wurden, allerorts von den Lande»fonden getragen worden find, und daß keine Veranlagung vorliege, in diesem bisherigen Bdrgange eine AenderuNg eintreten zt, lassen. Rückfichtlich der Kosten für die Ueverstellung von Gesetzesübertretern, entsprungenen oder steck, brieflich verfolgen Jnquisiten oder Sträflingen an da« Gericht- gibt der Erlaß des Ministerium» de« Innern vvttk 26.Hugtift' 1870, Z. 11,328, die Aiiefttoft, baß solche Kosten von jenem Ressort zu trugen fHtb, in deffen Wirkungskreis die betreffenden Amtshandlungen gehören. Bezüglich btti Kosten für ben Transport bet von Amts wegen zu Stellenden, also auch der RekrutierungSflüchtlinge, bestimmt ber Erlaß bes Ministeriums de» Innern vom 18. Mai 1870, daß solche Kosten den Schuldigen oder Mit schuldigen zur Last fallen und nur im Kalle der Un einbringlichkeit tragen finb. Witterung. Laibach, 4. Jänner Morqenroth, dann trübe, schwacher SW. Temperatur: morgen« 7 Uhr + 7 4°, nachmittags 2 Uhr + 10.1* C. (1876 + 1 1»; 1875 - 69« C.) Barometer im Fallen 734-82 mm. DaS gestrige TageSmittil der Temperatur 9‘0* um 119° übet >tm Normale Angekommene Fremde am 4. Jänner. 7«tel Stadt Wien. Wenzofsky, BezirkÄichter, Jdria. — Singer, Peterka und Freistädl, Reisende, Wien. — Gau» tar, Kaplan, Voitschee. — Duval, Frankreich. i >otei Elefant Prinz und Book Maria. Unterhorn. — Äaufmamt, Marburg. — Herzog, Holzhändler, Agram. — Bodeniiar, Äfm., fflraz. 1 Untren. Reiner, Agent, «lagensurt. — Libicb, Hdlsm., Flume. Bairischer Hof. Äralj, Deutschland. — Bogl, Graveur, Wechtirchen. 1854er EtaatSlase. Bei der am 2. Jänner vor. genommenen 46. Verlosung der Serien der Staatsschuld: Verschreibungen deS oierperzentijjen StaatS-Lotterie-LnlehenS vom 4. März 1854 wurden die nachfolgend aufgesührten 34 Serien gezogen, und zwar: Nummer 105 275 297 403 406 447 999 1028 1328 1448 1457 1688 1962 1968 2041 2288 2327 2583 2609 2611 2718 2823 2854 2877 2935 3042 3131 3288 3328 3481 3498 3615 3844 und 3890. Die Verlosung der in den vorangeführten 34 gezo-enen Serien enthaltenen 1700 Gewinn-Nummern der StaatS-Schuldverschreibungen wird am 1. April d. I. vor-genommen werden. Die nächste Serien-Berlosung dieseS Staats-Lotterie-ilnlehens findet am 1. Juli y. I. statt. von bet Zustänbigkeitsgemeinde zu Verlosung. Die gefertigte Direktion sieht sich angenehm verpflichtet, allen, die zum außerordentlichen Erfolge deS Shlvester-GSngerabendeS, an welchem ein Reinerträgnis von 220 fl. für die Vereinsschule erzielt wurde, beigetragen, insbesondere dem Herrn RegimentSwmmandanten Peter v. HranllortiS für die Gestattung der unentgeltlichen Mitwirkung der Regimentsmusik, dem verdienstvollen Herrn Kapellmeister Franz Czansky, Herrn Theobald Kretechmann, allen «ewlnft» fpendern und Theilnehmcrn Dank auszusprechen. am Glückshafen den wärmsten (3) •> f Die Direetion der phitfi. Oe," Anempfehlung. Der ergebenst gefertigte Kunst- und Handelsgärtner beehrt sich dem geehrten p. t. Publikum zur allgemeinen Kenntnis zu bringen, daß bei ihm Bouquets für Hochzeiten, Bälle und Namensfrste, so auch TodtenkrLnze, in verschiedenen Größen aus frische« Blumen, elegantest und schnellstens hergestellt, zu sehr herab» gesetzten Prersen zu bekommen sind. Ferner steht er zur Decvrierung bei Bällen, Leichen-aufbahrungen und sonstigen Feierlichkeiten mit mehrere» Hunderten der schönsten Deeorations-Pflanzen zu Diensten. Zahlreichen Zuspruch erbittet hochachtungsvoll Alois Korsika, (5) 3—1 Handelsgärtner, _________ Polanastraße Nr. 12 neu.___ LebenSmittel-Preise in Laibach am 3. Jänner. Weizen 10 fl. 24 kr.. Korn 6 st. 60 kr., Gerste 4 fl. 80 kr., Hafer 4 fl. 20 kr., Buchweizen 6 fl. 1 kr., Hirse 5 fl. 36 kr., Kukurutz 6 fl. — kr. pr. Hektoliter; Erdäpfel 4 fl. 10 It. pr. 100 Kilogramm; Fisolen 8 fl. — kr. per Hektoliter; Rindschmalz 94 kr., Schweinsett 85 kr., Speck, rischer, 6* kr., Speck, geselchter, 75 tr., Butter 80 kr. per Kilogramm; (Eier 3 kr. per Stück; Milch 7 k. per Liter; Rindfleisch 48 kr., Kalbfleisch 54 kr., Schweinfleisch 52 kr. per Kilogramm; Heu 3 fl. 15 kr., Stroh 3 fl. 5 kr. per 100 Kilogramm; hartes Holz 8 fl. 50 tr., weiches Holz 5 fl. 50 kr. pr. vier O.-Meter; Wein, rother 24 fl., weißer 20 fl. pr. 100 Liter. Theater. Heute: Zum zweitetiPole (ganz neu): O, diese Männer! Schwank in 4 Auszügen von Julius Rosen. Telegramm. Wik«, 3. Jünner. Die „Politische Correfpon. denz" meldet au« Konstantinopel vom 2. Jänner: Im türkischen Ministerrathe herrscht nicht mehr volle Einigkeit. Infolge dessen droht Mithai), welcher gegen jede Nachgiebigkeit ist, mit dem Rücktritt. Eine türkische MinisterkrW ist nicht unmöglich. Ich nehme mir die Freiheit, meinen hochgeschätzten p.t. Kunden anzuzeigen, daß ich meinen Hchpiah am Mchplatz zum größten Theile in das Ziakofski'sche (ehemals Koschier'sche) HarrS Nr. 27 Brühlgasse verlegt habe. (2) 2—2 Hochachtnngsvoll Edmund Polegeg, Holzhändler. Früheste AmrrikMische Holtnhartoffel (Early rose) vorzüglichste Speisskartpffel, een 50 Kilo aufwärts; per 50 Kilo 6 fl. ab Bahnstation Lichtenwald gegen Nachnahme von gefertigter Verwaltung zu beziehen. Verpackung zum Selbstkostenpreise. (4) 2—1 Gntsverwaltuug Naffenfrch (Ärain). (725) 9-3 eutl Glück auf nach Brannschweig! Die 88. HrMickhtoch. 'fan^s-fottfricj Don 6«6et8iegietune genehmigt u. garantirt, »halt wilder Gewinne im Betragt von ca. 8 JtMilllonen 700,000 Mark, darunter event. 456,000 upeo. 300,000, 150.000 — 80,000 — 60,000 — i b. 10.000 etc., die innerhalb weniger Monat! nt Entscheidung kommen. Die l. Siebung beginnt schon am 18. Januar 1877 n»d versende bietju^ßti^ittatluof« Ö.-W. 1,20 _ . fl. 9,50 4,75. 2,40. legen Einsendung de« Betrage» (am Be Ktmflen per Postanweisung). Amtliche Pläne edem Tbeilnehmer gratis. Gewinnliste» mb Gewinngelder pLnlilich versandt ,. Wiederum, hat FoitmUk eulee „ eine der ältesten in dieser Branche) in der .Ungst beendeten Lotterie begünstigt; indem aber siir da« mir so reichlich gescheulte Vertrauen baute, bitte, mir solches bei der schon eingetretenen starten Nachsrage durch »wgettnM zu erneuern. schon »nifll HJ. RdSS, Hauptcollecteur in Brannschweig. Langerhof No. 8. Wiener Börse vom 3. Jänner. Staatsfonds. ssetc.Rente,... dt», bto. ist. tat Bose ton 1854 tele een 1860, iojeeon 1880, thtämlensch/i. 1864 Omndent.-Obl. kiebenbürg. Ungar» Action, ■nglo-Senl .... SrebitanfUtt .... BcVofitenbant t ; . KIcsmUtbBitüalt . Franco-Bank . . . panbdlbenl .... Rationalbant . . . Oest. SantgcseOs. . Union• 9anl . . .-«erkehr«bank----- »etb 6106 66*80 10460 lii-te 118MIU' Ware 61-16 66-80 106 111 110-60 71-76 7146 74'86 189— 1*9— Ffaadbrlefe. Allg. iist. »ob.-Srebit. Me. eft. Nordwestbahn . Eiebenbürger .... 6te«t«bebn.......... Eüdbahn » S Per,, bto. 8onl Loee. Credit • Lose....... Rudolf« - Lose .... W>ob». (SWlon.) togeturg 100 Wart ii&tf. 10» Watt', iemburg „ , fonbon io Pfd. etctl. Par.« 100 Franc« Welk Km 106 60 US — 89-86 96 86 86— 90-80 88-86 «6t90 160- 98— Künzen. «eis. Wtht|«$ 80.Fran««W< Deutsche Ktid Silber Sncawn 1-98 100* Schfoai«: »1— 8850 160-66 93*6 160 — 18-60 6106 11t 80 4960 11-76 97 — 8616 161— 18-78 61-16 1*6-40 49*0 6-99 16-08 61-86 11414 Ui<6» !at( Ludwigbabn »elf. tns.-etifh «ais. »,,3ese|«. etaat«bahu . . . «üdbahn. .... Telegraphischer Coursbericht. am 4. Jänner. Papier.Aente 61:35. — Silber-Mote 66-70. - «old. Rente 71-65. - 1860er StaatS-Anlehen 111-. — »anl-actint 818. - «rcditaetien 140-70. — London 124-90. — Silber 114 —. - *. ti Milnzdukaten 5 98. — 20-Kran«» Stücke 9 97'/,. — 100 Reichsmark 6150. Druck von Jg. v. «lei.nwayr & Fed. Bamberg. Verleger: Ottomar Bamberg. Fltr die Redactiou verantwortlich: Frau, Müller.