Dienstag den 20. Mär? 1«3». Oieverlanve. ^usdemHaag, den 28. Februar. Il, der gestrigen Sitzung der zweiten Kammer der Gener^l-staaten wurden folgende Gesetzentwürfe vorgelegt: 1) ein Gesetzentwurf, die Fürsorge zur vollen Rentenzahlung der Nationalschuld im Jahre l828 betreffend. Aus den ostindischen Geldmitteln soll eine Summe von 8,400,000 Gulden beigetragen werden, durch «in zu Lasten der ostindischen Colonien zu creirendes Unlehen von 8,500,000 fl. in fünfprocentigen Losrenten abzugeben, unter gleichen Verhältnissen, wie l937; 2) ein Gesetzentwurf bezüglich eines außerordentlichen Credits von 10,l3?,?00 fl. zur Bestreitung der außerordentlichen Ausgaben für Krieg und Ma» rine im Jahre ,838. Diese außerordentlichen Ausgaben betragen l,226,000 ss. weniger als l837. Die Regierung bemerkt, baß sie so viel als möglich auf Ersparnisse achten und nicht mehr Truppen im Dienste halten werde, als die Sicherheit der Gränzen und Festungen erheische; 2) ein Gesetzentwurf, betrefflnd die Flüssigmachung eines Capitals von 20,000,000 fi., als der noch nicht ausgegebene Theil der durch das Gesetz vom 24. April 1836 zu Lasten der ostin, bischen Besitzungen aufgestellten Schuld, — zur Erlangung der Vorschüsse und Ausgleichung der Kosten für Anlegung einer Eisenbahn von Amsterdam nach Arnheim, mit der Seitenbahn nach Rotterdam; — zur Austrocknung des Haarlemer Meeres und zur Anlag« und Verbesserung anderer Werke von allgemeinem Nutzen. Auf das obige Capital sollen 23,000,000 fünfprocentiger Losrenten ausgegeben werden. Die Kosten für die Eisenbahn von Am-stlldam nach Arnheim und Rotterdam werden auf 15,000,000 fi. angeschlagen. (B. V. T.) Am 24. Februar fand bei Delfzyl ein Schlitl-schuhwetllauf von Damen Statt. Die Preise waren ein Halsband von Korallen mit goldenem Schloß und zwei goldene Ohrringe. Dreiunddreißig Damen, verheirathete und unverheirathcte, hatten sich zu dem Wettlaufe gemeldet und kämpften um dcn Preis, wobei sie eine unglaubliche Fertigkeit im Schlittschuhlaufen an den Tag legten. Henriette (Ietje) Luus, aus t' Zcmdt, 18 Jahre alt. gewann den ersten, und Katharine (Trience) Knol, aus Lo-persun, 25 Jahre alt, den zweiten Preis. Die Preise wurden ihnen mit passender Anrede in einem lrit Flaggen festlich verzierten Zelte, bei welchem sich eine große Menge von Zuschauern versammelt hatte, verabreicht. Das Wetter war günstig und alles ging ohne Unfall ab. (Ost. B.) Aus dem Haag, 2. Matz. Unser Staatsraih ist setzt stark beschäftigt, und sowohl der Prinj von Oranien als dessen ältester Sohn, Prinz Wilhelm, «rohuen fast regelmäßig den Sitzungen desselben bei. Der Prinz Feldmarschall wird sich in der nächsten Woche wieder ins Hauptquartier begeben. — Die Abtheilungen der zweiten Kammer öer Generalstaattn haben gestern die Prüfung einiger Modifications de« Zolltarifs beendigt. — Die Expedition nach der Westküste von St. George d'Elmina, welch? unter dem Commando des Generalmajors Verveer ausgeführt werben soll, wird eifrigst vorbereitet, uud in der ersten Hälfte deö Monats April in See gehen. sMg. Z.) Dle Katholiken erfreuen sich in Holland seit lL30 einer vollkommenen Religionsfreiheit. Die Zahl der katholischen Kirchen nimmt zu, und ihr Bau wirb durch die Regierung unterstützt. Seit einem Jahr« sind neue katholische Kirchcn zu Delfl, 90 Amsterdam (eine Iesuitenkirche), Iauer, Assen (wo vor dem I. 798a kein katholischer Priester übernachten durfte —) erbaut worden. Im I. l327 sandte man aus Holland zwei katholische Missionäre nach der Insel Curasao, und ein Missionär verfügte sich nach Surinam. Die Zahl der jungen kathol. Theologen (Cleriker) hat sich in dem verflossenen Jahre in den Seminarien zu Warmond, Hagevtld (wo jetzt 80 Zögling« sind) und Katwik vermehrt. (Adl.) Frankreich. Nach einem Schreiben aus Algier vom 20. Februar waren 2000 Eingeborne von dem, größten Theils aus Kuluglis bestehenden Stamme der Uled Zeitun, welcher sich den Erpressungen Abd-el-Kaders muthig widersetzt hat, daselbst angekommen, um sich auf französischem Gebiethe niederzulassen. ES sind Nachrichten aus M artini q u e vom 22. Jänner eingegangen. Herr von Lascazes war im Begriff, mit einem Geschwader von H Fregatten und I Kriegobriggs (unter Befehl des Admirals Labre-lonniere) nach Hayti abzugehen, um seine Mission bei dieser Republik in Betreff der rückstandigen For: dcrungen Frankreichs in's Werk zu setzen. Nach Briefen aus Oran spricht man dort fort» während von Krieg mit Add-el-Kader, der wegen der versprochenen Gelreidelieftrung und der Gränzberichtigung sich mit Marschall Valee entzweit ha» den soll. Der Marschall, heißt es, habe an den Kriegs-Minister um Verhalnmgsbefchle geschrieben, und die Antwort laute dahin, man solle Alles vermeiden, was zu einer Collisiou fuhren könnte. (W. 3.) Toulon er Blätter schreiben aus Algier vom 24. Februar: „General Negrier marschirte mir einer starken Colonne von Constanline ab, um das Land bis zudem Hafen Stora zu untersuchen, kehrt« aber wegen der fortdauernden Regengüsse, oder, wie Andere sagen, aos Furcht vor einem Angriff auf C°n-siantine während seiner Abwesenheit, 10 Lieues vor Stora wieder Um. Er fand noch an vielen Stellen di« alle Nömersira^ Die Araber empfingen ihn gut und verkauften ihm Lebensmitttl. Das l!and ist fruchtbar und gut angebaut. Es soll demnächst eine zweite Expedition nach Stora unternommen werden. Am l0. machte General Negrier in Begleitung des Kaid von Constantine eine kurze mili» tärische Excursion nach Mila. Mila ist eine hübsche Stadt mit etwa 2000 Einwohnern und mit einer aus den Trümmern altrömischer Gebäude erbauten Mauer. Die Stadt besitzt zahlreiche Gärten, mit Orange-, Oliven- und anderen FruchtbKumen b«-pflanztl die umliegende Gegend ist angebaut. Die Einwohner bereiteten den Franzosen einen freundlichen Empfang und bewirtheten dieselben mit Kus-kussu. Sie beschäftigen sich durchaus mit Ackerbau. Auf seinem Rückmärsche besuchte der General di< Trümmer einer alten Römerstadt, welche, wir Constantine, auf einem erhabenen Plateau lag. Er brachte nach Constantin« «inen von Achmets vornehmsten^ Offizieren zurück, der sich der französischen Herrschaft unterworfen hatte.« D«r Carlistische General Castor de Andechaga ist mit funs Bataillons gegen Santurce, anderthalb Lieues von Porlugalete, aufgebrochen. Sein Zweck war, sich des Flusses bis nach Olaviaga zu bemächtigen." (Ost. B.) Hroßbri tannien. Die Arbeiten an dem Themseturmel werden mit Eifer betrieben. Seit dcm letzten Einbrüche des Stromes wurde die Bahn um 15 Fuß gefördert. Zwei bewaffnete Briggs ankern oberhalb der Stelle des Flußbettes, unter welcher gearbeitet wird, um das Ankern anderer Schiffe an dieser Stelle zu verhindern. Wenn die Arbeiten mit gleicher Thätigkeit fortgesetzt werden, so wird man zu Ende des bevorstehenden Sommers unter das Ufer von Middlesex gelangen, in welchem Falle dann kein Einbruch mehr zu befürchten ist. (Öst. V.) Die mit den New-Yorker Blättern eingegangenen Nachrichten über Canada, aus Toronto l.'ls zum 2., aus Montreal bis zum 2. Februar, lauten fortwährend befriedigend. Die obere Provinz befand sich in tiefer Ruhe. Gerüchte über drohende neue Unruhen in Nieder-Canada scheinen ungegründet. (Allg. Z.) Durch die Uneinigkeit^unter den Reformers hat bei der Wahl in Marilebone der Canditat der Conservative« gesiegt. Am Schlüsse des Polls, 2. März Nachrr.lttags um ^ Uhr, war Folgendes das Verhältniß der Stimmen: Eward 2856, Lord Teignmouth l»223, Thompson 23l. Lord Teignmouth wurde so: nach mit überwiegender Stimmenmehrheit gewählt. Über 2500 Wähler nahmen an der Wahl keinen Antheil. Oberst Thompson hat nach dem Ausgang der Wahl an das ultraradicale Häuflein folgendes Schreiben erlassen: »Gentlemen, wir haben unsere bescheidene Stellung mit vollständigem Erfolge vertheidigt. Die Whigs haben uns das gefährliche Geheimniß geoffenbart, baß Keiner von ihnen ohne die Einwilligung der Radicalen gewählt werden kann. Wenn die Whigs ihre Gründe haben, die Wahl eines Torp der eines Radicalen vorzuziehen, so können die Radicalen ihrerseits eimy» Tory «inen Whig vorziehen. Das Beispiel, das wir gegeben, wird nicht verloren gehen." Vor Beendigung der Wahl kam es noch zu unordentlichen Auftritten, welche die Verstärkung der Polizei nöthig machten. Für Tipperary in Irland ist Herr Shiel, der sich wegen seiner Ernennung zum Commissär des Hospitals von Greenwich einer neuen Wahl zu unterwerfen hatte, wieber gewählt worden, nachdem sein Gegner noch vor Beendigung des Polls zurückgestanden war. (Ost. B.) N u ß I a n v. Der Generalmajor Patfowsky ist an die Sttlle des Fürsten Bebutoff zum obersten Verwalter d«r Provinz Armenien ernannt worden. Die St. Petersburger Blätter enthalten einen an Se. Majkstät b,n Kaiser erstatteten Belicht des Ministers des öffentlichen Unterrichts über die Wirksamkeil der archäographischen Commission. Es wild darin namentlich von den Nachforschungen, die einige im Auslande reisende russische Gelehrte nach den in dortigen öffentlichen Bibliotheken befindlichen alten slavonischen Handschriften angestellt, das Re. sultat gemeldet. In Paris namentlich hat Hr. Strojew mehr als 20 kirchcn - slavonische Manuscripte gefunden, die in der königlichen Bibliothek unler die arabischen ur.d türkischen Handschriften gekommen und darum bisher unbemerkt geblieben waren. Auch in skandinavischen Bibliotheken ist die Ausbeute nicht unerheb: lich gewesen, dagegen hat man in deutschen Bücher-sammlungen nur wenig aufgefunden. Der Bericht verbreitet sich ferner über die Herausgabe von Annalen und Chroniken, so wie russischer Medaillen, und hatte sich des besondern Beifalls des Kaisers zu erfreuen, der amRande desselben eigenhändig dilWorte: »fthr, interessant« niederschrieb. (Öst. V) Dsmanifchrst Neich. Nachrichten aus Constant inopel zufolge ist der königl. bayerische Staatsminister Hr. von Rud- 92 hart, in Begleitung des konigl. baierischen Majors und ehemaligen Hofmarschalls Sr. Majestät des Königs von Griechenland, Grafen Saporta, so wie des Adjutanten des Königs, Oberstlieutenants von Heß, am lH. Februar auf dem österreichischen Dampfboote „Arciouca Lodovico" in dieser Hauptstadt ein: getroffen, von wo sich dieselben nach Besichtigung der Merkwürdigkeiten derselben, wieder nach Griechenland einzuschiffen gedachten, mit Ausnahme des Grafen Saport.,, der den directen Weg nach Iciest einschlagt. Am 9. Februar ist das Dampfboot des österreichischen Lloyd „Arciduca Giovanni" in Consianti-nopel angelangt, wohin es die Fahrt von Trieft in 14 Tagen zurückgelegt hatte; es soll bestimmt seyn, die Verbindung zwischen dieserHauptstadt und Smyrna zu unterhalten. Der öffentliche Gesundheitszustand ist fortwährend sehr befriedigend. Seit der Nacht vom 19. auf den 20. Februar war wieder Kälte und Schnee eingetreten. (Ost. B.) bereinigte Staaten von Oorvsmerika. Die Biene von Neworleans enthält fol< gende Details über das (bereits erwähnte) Erdbeben, welches am 18. und l9. October die Stadt Acapulco in Mexico zerstörte: „Wiederholte Erderschütterun: gen haben die Stadt Acapulco fast ganz zerstört, und selbst in der Hauptstadt Mexico hat man die Stoße empfunden, wo sie indeß nicht so heftig waren. Acapulco ist dagegen fast gan; in einen Rui--nenhaufen verwandelt. Die Häuser, die Kirchen sind umgestürzt, die Mauern des Cabo Silnto sind -zerstört und es herrscht die größte Bestürzung unter den Einwohnern, welche die Nächte auf freiem Felde zubringen müssen. Es sind indeß nur wenig Menschen umgekommen, da die Meisten n»ch Zeit hatten, sich zu retten. Vemerkenswerth ist es, baß m der Hauptstadt Mexiko die Erdstöße immer zwei ober drei Tage später eintreten, als in Acapulco. Der Popocatepetl raucht.« (Ost. B.) New-Yorker Journale bis zum 10. Februar schreiben aus Washington vom 7. desselben Monats: »Heute brachte im Senat Herr Linn aus Missouri eine sehr wichtige Maßregel ein: eine Bill, wodurch die Besitznahme des Columbiastroms von Seite der Union autorisirt werben soll. Dadurch soll zunächst dle zwischen den Vereinigten Staaten und der brit-tischen Regierung schwebende Frage hinsichtlich des Oregon-Gebiets beigelegt werden.« Die Seemacht der Vereinigten Staaten zählt jetzt sieben Linienschiffe, zehn Fregatten, acht Schooner, ein rasirtes Linienschiff, vierzehn Corvetten, vier Briggs und fünf Dampfboote. — Zu Baltimore brannte am 3. Februar das Theater und der Circus deS Herrn Cooke mit mehreren anstoßenden Gebäuden ab. Man schätzt den Schaden auf l20,000 Dollars. (Allg. Z' In seiner Nebe bei Eröffnung des mexikanischen Congresses erklärte der Präsident, General Busia: mente, die Differenzen zwischen der Republik und den Vereinigten Staaten seyen immer noch nicht beigelegt, die Regierung werde jedoch nichts unterlassen, um einen Bruch zu verhindern. Für die Bezahlung der Forderungen von Mexico's auswärti. gen Staatsgläubigern gewährte die Eröffnungsrebe nicht die geringste Hoffnung. Dem Congress? sind sehr viele Bitt-und Denkschriften gegen die Vereinigung von Texas mit der Union vorgelegt worden» Auch kommen bei demselben fortwährend so zahlreich . als je, Bittschriften um Aufhebung der Sclaverei in d,m Bezirke Columbia ein, obgleich dieselben, nach dem durch Herrn Patton/ veranlaßten Beschlusse, sämmlich ungelesen bei Seite gelegt werden. (W. Z-) V r a s i l i e n. Der „Actäon« hat Nachrichten aus R io d e Janeiro bis zum 2., ""s Bahia bis zum 16. Jänner nach England gebracht. In Rio erhielt sich das Gerücht, daß in London eine neue Anleihe von 500,000 Pfund Sterling für Brasilien negociirt werben solle. In dem Jahre 1826 betrug die Einfuhr des Landes 29,257,000 Reis, im Jahre 1837 nur 22,290,000 Reis,- die Ausfuhr im Jahre 1856 18,711,324, im Jahre 1857 15,262,6^,2 Reis. Dle Hälfte des ganzen brasilianischen Handels kommt auf England. Vahia war von der Land- und Seeseite eng blokirt, und man erwartete die baldige Unterwerfung der Rebellen, da sie nur noch auf eine Woche Lebensmittel hatten. (Os5- B.) Nach einem Schreiben aus Rio Janeiro war der Prinz von Ioinville, dritter Sohn des Königs der Franzosen, an Bord des Herkules daselbst ange-kommen. Der Prinz gedenkt eine Reise in das Innere des Landes, zu den Bergwerken, zu machen und dann die Fahrt nach Nordamerika fortzusetzen. (Allg. Z.) Nevacleur: Lr. Vav. Veinrich. Verlier: Sgnaj Äl <5dli>r o. Nle,nm»pr.