LllibachelWMtllllg. Nr. 12Y. Präüunicrationüplei« : Im «iomptoir ganzj. ft. ll, hall^i. s>. 5..'i». ffilr dic^uft^llnng in« Haue baldj.5!ilr. Mit bcr Post aauzi.st. 15, hnlbj-st.?'5U- Mittlvoch, 3. Juni Insert! onsgcbühr bi«l0 »jeilen : iniul «0 lr., i!m.««li., »m. I N.; sonft pi.Zeile Im. «lr., üm.»ll., »m. i0li. u. s. w. Inscrtionsfilmpel jebetm. lull. 1868. Nichtamtlicher Theil. Eine warnende Stimme ans Ungarn. Al« der Dnaliömus zum leitenden Staatspriucipc in Oesterreich erhoben wnrde nnd man zur Erkenntniß klangt war, daß derselbe nur auf der Basis liberalster Acrfassm,a.cn hüben nnd drüben bestehen lönnc, sagte ein erfahrener Staatsmann: „Jetzt steht der Libcralis-u>ns in Oesterreich auf zwei Füßen nnd wird hoffentlich nm so fester stehen." Die natürliche Folge unseres Staatssystcms ist es, daß die liberalen Parteien dics-und jenseits sich in ihren Bestrebungen nunmehr cms Allen und mit Aufmerksamkeit die wechselseitigen Schickste verfolgen; denn beide sind sich dessen wohl bewußt, daß die Niederlasse der ciucu den Stnrz der andern znr »atnrnolhwcndisscn Folge haben würde. Die Dcroute, wclchc anläßlich der Finanzfragc in bcn Kreisen der parlamentarischen Majorität des Ab-Ncordnctcnhanscs' in jüngster Zeit zu Tage getreten >,t, "ud die daranf basirtcn Hosfuuugcu der fcudal-clcrlcalcu Clique, welche in dem Orgauc derselben, dem „Vaterland," mit immer mehr steigender Siegeszuversicht zum Ausdrucke tommcn, kann in Pest nicht übersehen werden. m,d es tönen schon Warnungsrnfc herüber, das yroßc, kaum uollcndclc Werk der Einigung nnd Bcfrc<-"ng nicht durch eigene Schuld zn gefährden und nlchl leichtsinnig dem Gegner fclbst die Waffe in die Hand zu geben. ' Einem solchen ernsten Nnfe begegnen wir in einem Artikel: „Rcactionäre Zuckungen jenseits der Lcilha" iln Pester Lloyd." Er erinnert an das Jahr 1804, wo man zwar mit Recht dcm Ministerium Schmerling ^s Lebenslicht auszublascn bemüht war, ohne sich über ^e Eonscqucuzcu tlar zu sciu. die der Sturz desselben 6"l Folge haben mnßie. Es folgte Graf Vclcrcdi nnd ^>!t ihm die Sislirung der Verfassung, des parlamen irischen Lebens. Die licntiacn Zustände, sagt der ..Pester Lloyd" Weiter sind allerdings noch nicht so weit gediehen nnd tragen' den dnrchwcgs analogen Eharaktcr zwar nicht an sich, sind aber bei den herrschenden Verhältnissen noch viel bedenklicher. Man sollte es doch wirklich für überflüssig erachten, heute uoch darau erinnern zn müssen, dal' mit dem 21. December u. I., wie in Ungarn, so inch in dem übrigen Oesterreich die parlamentarische Ncgicrungsform zur Gcltuug kam. Diese Thatsache Hc'iut vcrgcsscu wordcu zu sciu, wie lünutc man es sich sonst ' erklären, daß dem aus der Majorität des Acichsrathcs cutnommeucu Ministerium, welches die her-^Nagendsten ehemaligen Parteiführer in sich schließt, das ehrlich auf der Nah" des Liberalismus fortschreitet, seine Stütze die parlamentarische Majorität, allmälig ^schlüpft / Könnte man dem Ministerinn! auch nur ""cn Moment entgegenhalten, in dem es den Priuw picn des Liberalismus untren geworden wäre; wir könnten es begreiflich finden, wenn ihm die Majorität ihre ^ntcrstühnng versagen würde. So aber ist dies nicht bcr Fall und plan- nnd zicllos unter dem Eindrucke ^omcutancr Stimmuugcu wird direct und indirect dem -^inistcnnm seine Stellung immer mehr nnd mehr erschwert." „Sind die Principien dieser Partei," sagt der 'bester Lloyd" am Schlüsse semes Artikels, „mit jenen ^ Ministeriums nicht mehr identisch, unn so möge ^Opposition mit ihren besseren Grnndsätzcn nnd M'cn besseren Männern herausrücken, allein daß sich °"sc Partei mit dem parlamentarische Ministerinn, in ^' «roßen principiellen Fragen eins fühlt uud dcuuoch °"^ltt Mmistcriuin das Negiere» uahezu uumöglich s,'"chl, das ist etwas, was wir schlechterdings uicht ucr-'"icn tinincu. nicht, weil es uus zu hoch, sondern weil ^ Mit Verlaub gesagt — ein Unsinn ist." ^ ^ir schcn daranS, daß die parlamentarisch wohl-^'Minltc liberale Partei UngarnS die Haltnng der Ab-'^rdncten in der Finanzfragc mit Kopfschüttcln bc-I,,,, ^l; darin liegt aber auch für die Letztere,, die bc-"Menswerthe Lehre, daß der Weg. den sie einschlagen, d^ '^u- zu lcincm gedeihlichen Ziele führe» kann, son-^u' geradezu cin gefährlicher ist, indem er die jüngsten d^""8cnschaftcn an ihre ärgsten Gegner zu überliefern Zur Toncordatsfrage findet sich die folgende Darlegung in einem Wiener Bricfc der Berliner „Krcuzzcitung": „Was ist cs mm mit dem Eoncordatc? Formell wird cs anch nach der Sanction dieser Gesetze fortbestehen; aber mcritorisch ist cs dann — darüber täuschen sich weder Frcnndc noch Feinde desselben — anßer Wirksamkeit gesetzt. Im Grnnde ist cs innerhalb der zwölf Jahre seines Bestandes in seinen wichtigsten Bestimmungen nie ansgc-führt worden; thatsächlich wird also die Lage künftig keine wesentlich andere scin, als bisher. Auch darf nicht verkannt werden, daß selbst in kirchlichen Kreisen die Anschannngcn über das Eoncordat sehr getheilt gewesen sind. Ein großer Theil des niederen Elcrns, zumal in den deutschen Provinzen, hat sich nie damit zn bo frcnnde» vermocht; von Pfarrhcrrcn nnd Seelsorgern, die unmittelbar mit der Bevölkerung in Vcrührnng stehen, konnte man hünfig die Ueberzeugung anssprechcn hören, daß das Eoncordat der Kirche mehr geschadet als genutzt habe. Anch innerhalb der hohen kirchlichen Hierarchie hatte man ihm manche Bedenken cntgcgcngc-lragcn — Bedenken nicht blos ans Erwägungen der Nützlichkeit, sondern principmäßigcr Natnr. Als die Verhandlungen behufs sciucs Abschlusses iu den Jahren 185)5> nnd l85(i in Rom gepflogen wurden, traten mehrere Eardinälc, nnd zwar solche, die der strengsten katholischen Richtung angehörten, dem leitenden Gedanken des Eoncordals mit Entschiedenheit entgegen. Sie erklärten ihn für ein josephinistischcs Beginnen, nnd diese Ansicht, so eigenthümlich sie klingen mag, hat ihre Äcrcchtigung. Es ist kein Zweifel, daß durch das Concordat ein österreichisches Slaatstirchenthnm und innerhalb desselben ein österreichisches Primat geschaffen wcr-dcn sollte, zu dessen Träger ein hochbegabter Kirchcn-sürst, der an dcm Zustandekommen großen Antheil hatte, bereits ausersehen war. Päpstlich ist diese Tendenz eben nicht; iu Rom bekämpften sic manche ,ilö cinc zwcitc Zlliflasic dcö in FN1 iilrcich hcl'l'schcüdcii Gallieaniömus. Wer dcr Sachc tiefer auf den Grund gehl, mnß finden , daß das Eoncordat in Oesterreich offenbar ccn-tralistischc Zwecke im Ans,c hatte; daher der Widerstand, den cs besonders in Ungarn, znm Theile sogar im ungarischen Episcopal sand. Das ungarische Primat (Erzbiöthum Gran) wäre durch ein österreichisches Primat sErzbisth'nm Wien) nolhwcndig verdunkelt uud in die Ecke geschoben wordcu. „Es cristil'lc von jeher uud cxistirt uoch heute nicht nur ciuc liberale und rationalistische, sondern anch cine conservative nnd correct katholische Opposition gegen das Eoncordat; wie wäre sonst die Erscheinung zn erklären, daß die „clcricalcn" Zeitungen Deutschlands, insbesondere Norddcntschlands, fast einstimmig die Anf-hebuug des Concordats befürworten? Es scheint also nicbt zn viel gesagt, wenn mau die Erwartnng ausspricht, daß auch strenggläubige Katholiken sich mit der künftigen Lage der kirchlichen Verhältnisse iu Oesterreich vcrsöhucn, in ihr einen fruchtbaren Boden znr gedeihlichen Eulwicklung echt christlicher Principien finden werden. Die anli-co»cordatlichc Richtung in Oesterreich bekämpft „icht den Katholicismus, soudcr» man möchte sagen, das Monopol, welches die katholische Kirche genoß nnd das ihr seit 1850 gewissermaßen dnrch cinc Prioilcginms-Urtnndc verbrieft war. Die cximirlc Stcllnng hat der Kirche nngcmein geschadet. Anch künftig soll' sie keines ihrer Rechte, keine ihrer Freiheiten entbehren; nur werden sich dieselbe» nicht mehr auf ciuen Vertrag von zweideutigem Werthe, souderu auf die Verfassung stützen. Diese gewährt der Kirche die vollkommenste'Unabhängigkeit nnd Freiheit der Bcwc-gnng; an die Wiedereinführung febronianischcr Grundsätze, wie sie bis zum Jahre 184!) in Oesterreich herrschten, denkt Niemand. Eine Staatsrcligion wird bei uus freilich uicht mehr cristiren; allein cs gibt viclc Stimmen, wclchc in der Staatsrctigion eben nicht die Freiheit der eigenen, sondern nnr die Bedrohung jeder anderen Kirche erblicken. .,Es wird Aufgabe ciucs in besonderer Mission nach Rom abgehenden Staatsmannes (des Frcihcrrn v. Mcyscnbug) scin, diese und ähnliche Erwägungen dcm päpstlichen Stuhle nahezulegen. Man hosft, daß das Ohr dcs Papstcs sich denselben uicht verschließen werde. Verstößt cs gcgcn die Traditionen der Enric, dcmjcuigcn, was soeben anf confcssioncllcm Gebiete in Oesterreich geschehen ist, die Weihe ausdrücklicher Bil< ligung zn gewähren, so sind für Rom doch Gründe gc- nug vorhanden, cinc wohlwollende Beurtheilung und schweigende Dulduug dcr vollendeten Thatsachen eintreten zu lassen." Der Wlhrgrsehcntlvurf. Wien, 30. Mai. Die „N. Fr. Pr." brachte gestern die ihr von Pest zugekommene Nachricht, daß dcr Wchrgcsctzcntwnrf nach den in Ofen stattgefundcncn ministeriellen Berathungen nochmals dcr Generals-Commission vorgelegt und von dieser sogar wesentlich abgeändert worden sei. Wie die „N. Fr. Pr." nun anf das bestimmteste erfährt, ist diese Nachricht ihres Pcstcr Correspondents uurichtig; die sogenannte Generals-Commissiou wurde sogleich nach Beendigung ihrer Aufgabe und uoch vor Vcgiuu dcr Verhandlungen in Ofen aufgelöst, uud war cs auch nie beabsichtigt, diese Commission nachträglich zur cndgiltigcn Feststellung dcr Wchrgcsctzvorlagc nochmals zn Rathe zn ziehen. Einige Abätidcrnngcn sind allerdings an dem Entwürfe noch vorgenommen worden, jedoch geschah dies nnr in den uutcr dem Vorsitze Sr. Majestät des Kaisers stattgc-fnndcncn Confercnzcn des diesseitigen Ministeriums, welchen auch dcr Reichs-Kriegsminister nnd Graf An-drasfy beiwohnten. Hiemit entfällt auch die weitere Nachricht uou dcr beabsichtigten Erncuuung des Generals Vetter zum Reichs-Kriegsmiuistcr als jeder Bcgründnng entbehrend, fowic das von dcr nngarischcn „Linken" ans dcm falschen Gerüchte abgeleitete Motiv zur Opposition gegen dcn vereinbarten Entwnrf, Ungarische FinanM'ftrmen. Pest. 29. Mai. Die Finanzcommission des Un-tcrhauscS hat in dcn letzten Wochen mit beispiellosem Eifer gearbeitet, uud hat anch glücklich dcn riesigen Stoff dcr vorgelegten Finanzgcsctzc bewältigt. Die Arbeit war kciuc leichte, denn cs mnßtcn gleichzeitig die Staatseinnahmen crlMt lind dic Lasten dcr Slenertlägcr erleichtert werden — sicherlich eines dcr schwierigsten Finanz Probleme. Und daß die Lösung desselben dcr Commission bei dcn mcistcn Stcncrkategoricn gclnngcn ist, legt ein vollwichtigem Zcngniß für die finanzielle Capaciläl unseres Vcrtrctnngskörpcrs ab. Das Geheimniß dieser Vö-sung liegt in dcr zweckmäßigern nnd gerechter,, Verteilung dieser Stcncrlast. Dic Commission ließ sich von dcn, Grundsätze in erster Linie leiten, daß die ärmere» Schichten dcr Vcuölkcrnng möglichst geschont, die wohlhabenderen zn erhöhten Leistungen angehalten werden sollen. Dieser Grundsatz findet namentlich bei der Haus-classcnstcncr, bei dcr Erwerbs- nnd Einkommensteuer seine Anwcndnng. Die Stcncransätzc für jene Hütten, in denen dic armen Hänsler nnd Taglöhner wohnen, wnrdcn hcrab-gcsctzt; dic Herabsetzung, obwohl sie uur einige Kreuzer für dcn Einzelnen beträgt, ill doch in ihrer Gcsnmml-snmmc eine sehr bcdentcndc. denn cs gibt in Ungarn 900.000 Hütten mit weniger als drei Gemächern. Um den Ansfall, dcr bci dicscr nntcrstcn Elassc entsteht, ul decken, mnßtcn die höheren Elasscn bcdcnlcnd mehr bc-lastet werden. Doch ist diese Mchrbclastnng nicht drük-kcnd, da in dcr Thai die größeren Gebäude nach dcr Elasscnstcncr bisher lächerlich gering besteuert waren; in um so grelleres Licht trat diese ganz ungercchtfcrtigtc Miudcrbestcucruug, weun man sie mit der HanSzins-stcncr verglich; dcr Eigenthümer eines Gebäudes mit 40 und noch mehr Appartements in eincm Orte, wo dic Hansclasscnsleucr eingeführt war, zahlte weniger Steuer, als dcr Besitzer eines nicht den vierten Theil so großen HanseS nach dcr Micthzinsstcucr. Daß dics Mißverhältniß aufhörcu wird, ist nichts weiter als gerecht, nnd ich wüßte nicht, mit welchem Rechte sich der Besitzer cincs großartigen Easiclls darüber beklagen könnte, daß cr bcinahc soviel Hansstcucr zahlt, wie ein armer Handwerker in dcr Stadt. Die Einkommensteuer wird uach steigender Progression erhoben ; dcr Finanzministcr uud die Eommission gchcn nämlich von dcm richtigen Gruudsatze aus. daß sich die Einkommensteuer vom zweiten Tausend Gulden leichter zahlen lasse als vom ersten. Auch anf die Fa-milicnnütglicdcr dcr Steuerzahler ist namentlich bci dcr Einkommcnstcucr Rücksicht gcuommiu. Wie bekannt, siud für das Einkomme,, Minimal- cmsätzc festgestellt, die nach der WohnuncMncthc, wclchc daS betreffende Individuum zahlt, berechnet werden. Dcr Schlüssel dieser Berechnung ist nuu verschieden, nicht > nur je nach dem Berufe des Steuerzahlers, sondern jc nach 930 der Anzahl seiner Familienangehörigen. Personen, deren Beruf eö mit sich bringt, daß sic cine größere Wohnnng halten müssen, zahlen einen geringeren Procentsatz vom Preise derselben, als jene, die ihre Wohnung nnr zn eigenem, persönlichem Gebrauch haben; ebenso ist der Proccntsatz ein geringerer bei Familienvätern mit zahlreicher Familie. Mit vielem Geschicke hat die Commission anch die Frage der Stenereintreilmng gelüst; einzelne Härten des ministeriellen Entwurfes sind beseitigt und doch ist für das gesicherte Einkommen der Staats-finanzcn mit der nothwendigen Strenge gesorgt. Die Finanzcomn'.ission wird auch während der Pfingslfcrien ihre Arbeiten nicht aussetzen; sie hat gegenwärtig die Finauzgcsctzc erledigt und behandelt bc-reits die ersten Titel, des Budgets. Wahrscheinlich dürften sämmtliche Fiuanzvorlagen vor Mitte Juni vor das Plenum gelangen, und es ist daher trotz der Gründlichkeit, mit der vorgegangen wird, noch immer möglich, daß der ganze Staalsvoranschlag vor Ablauf dcr letzten bis znm ersten Juli l. I. reichenden Finanzindcmnily gesetzlich erledigt sein wird. (Dcb.) Ein osficwser Commcntar M Zerlincr Thronrede. ' Berlin. 29. Mai. Die „Krcuzzcitung" und die „N. Mg. Ztg." commcntircn hcnte, die „mildernden" Erklärungen dcr französischen Osficiöscn zurückweisend, dic auf die „Verträge mit den Vnndcsgcnosscn" bezügliche Stelle dcr Rcdc, mit »vclchcr dcr König Wilhelm das Zollvarlamcut geschlossen hat. Dic ,.N. Allg. Zeitung." schreibt: „Der französische „Eoustitutionncl" voin 2ö. d. hat die Thronrcde. durch wclchc anl 2,'l. d. das deutsche Zullparlamcut geschlossen wlirdc, in einem Artikel betrachtet. Wir verkennen nicht den Gcist dcr Versöhnlichkeit, welcher in dcr Erörternng dcö französischen Blattes sich widerspiegelt; wir sprechen dics um so bereitwilliger ans, als andere französische Journale den „Eonslitnlionnel" gerade wegen seines Bestrebens, in objectiver, freundlicher Weise die königliche Ncde zu benrtheilcn, anfcin-den, aber wir müssen doch ans ,zwci Punkte der Erörterung hinweisen, welche in dem genannten Alaltc einer j schärferen Erfafsung bedürfen, nm die Slcllnng des nord-dcntschen Bundes zu Süddcntfchland richtig zu bcgrci« fcn. Die königliche Rcdc bckundct dic Hoffnung, daß in den Mitgliedern des Parlamentes die Ueberzeugung herrschen werdc, das; das brüderliche Gefühl dcr Zusammengehörigkeit dcö deutsche» Volkcö unabhängig sci von dcr Form, in wclchcr dieses Gcfühl zuln Ausdruckc gclanczt sei. Die töniglichc Ncdc hat, wie uahc licgt, durch diese Wortc darauf hingewiesen, daß jcucs brüderliche Gefühl der Zusammcugchörigkcit thatsächlich in Kraft, in Wirksamkeit bcstche, obgleich über dic Form dcr „nationalen Verbindung" der süddeutschen Staaten mit dem norddeutschen Bunde, welche Art. <>' des Präger Friedens als das Fundament dcr nationalen Einignng dcs a»s;cr-östcrrcichischen Deutschlands völkerrechtlich proclamirt, die nähere Verständigung noch nicht eingetreten ist. Wiederholen wir dcn Wortlaut dcr hierauf bezüglichen Stcllc dcs Artikels >>' : „Sc. Majestät dcr Kaiser von Oesterreich......erklärt sich damit cinvcrslandcn, daß die südlich von diescr ^inic (des Maius) gelegenen deutschen Staaten in einen Verband treten, dessen n a -tionale Verbindung mit dem norodcnt-schen Bunde dcr näheren Verst ändig n ng zwischen beiden vorbehalten bleibt . . . ." Es ist daher nicht gerechtfertigt, die königlichen Wortc so zu dcuten, als ob sie ciuc Gleichmäßigkeit dcr Verwaltung und dcr Gesetzgebung in dieser „nationalen Vcr-biudnng" dcs Nordens nnd Südens Dcntschlauds für überflüssig erklärt hätten, Jene Wortc dcr königlichcn Rcde hatten es mit dem Inhalt dcr Forin für dic völkerrechtlich proclamirtc „nationale Verbindung" gar nicht zu thun, sie constatiren die Brüderlichkeit der deutschen Gesammtheit, obgleich die politische Form für ihre Eristcuz erst noch zn suchen sei. Wcnn ferner die königliche Ncde auf dic Rcchtc hinwies, wclchc dcr Krone Preußens durch die süddeutschen Regierungen nnd die gesetzlichen Voltsvcrtrctnngen übertragen seien, so hätte der „Eoustitntionncl" sich wohl sagen tönncn, daß hicbci nicht an den Prager Frieden gedacht werden könne. Die in Artikel !V. des Präger Friedens in Aussicht genommene „nationale Verbindung" dcs Südcns nnd Nordens soll noch erst in die Geschichte treten, sich verwirkliche». Jene Worte dcr königlichen Ncdc sind also keine „officicllc Kundgebung" in Betreff dcs Pragcr Fricdcns. sondern Hinwcisungcn auf die Ncchte, wclchc die August-Vcrtrage mit dcn süddeutschen Rcgicruugcu und dcr Zollverelns-Vertrag dcr Krone Preußen gewähre». Dcr Verwirklichung der Bestimmung dcs, Anikcls IV. dcö Pragcr Pnedens über die „nationale Vcrbiudnng" dcö norddcutschcn Bundes mit Süddeutschland sehen wir noch entgegen." Ein Dries les Vrasen von Chambord. Bei Gelegenheit dcs Vcsnchcs, den ebcu jctzt dcr Graf von Girgenti nnd seine Gemahlin, dic spanische Infantin der neapolitanischen Kömgsfamllic in Nom abstatten, hat dcr Graf von Chamb ord, wie man der Mg. Ztg." aus Neapel schreibt, emcn Äncf an den König von Neapcl gerichtet, in welchem er bemerkt, daß die jüngeren Zweige dcr boulbonischen Familie sich so lange immer in cincr schwaulcndcn Vage befinden würden, bis der Hanptzwcig sciuen Thron wieder erlangt habe. Dann fährt er fort: „Das gute franzö-schc Volk beginnt glücklicherweise zn bcgreifcn, daß dcr cinzigc Stamm, nntcr welchem der Rnhin Frankreichs wnchs uud die Freiheit dcs Volkcs sich cutwickcltc, dcr-jcnige meines großcn Ahnen Heinrichs lV. ist, während es unter dcr Rcgiernng dcr Usurpation nnr einen kurzen Schimmer eitlen NnhmS fand, anf wclchcn zweimal die grausamsten Enttaufchuugcn und die härtesten Dc-müthignngcn dcr nationalen Ehrc Frankreichs folgten. Dieses edle Volk versteht anßcrdcm, daß, je mehr Frankreich sich von den Bourboucn abwendet, desto mehr die ihm von mcincn Vätern bewilligten Freiheiten abnehmen. Diese tranrigc Erfahrung von fast vierzig Jahren, die mein theueres Frankreich duldet, ist darau, ihrc Früchte zu tragen, nnd dcr Tag kann nicht mchr fcrn sein, an welchem diese edle nnd unglückliche Nation ihren legitimen König uud daunt ihr Glück, ihren Nnhm, ihrc Freiheit wieder erlangen wird." Wc Ausregung im Guartier Latin M Paris dauert fort und ist cigcutlich im Znnehmcu begriffen, da die Polizci-Agcntcn am 2<>. Mai cincn Studcntcn so zngcrichtct habcn, daß cr nach dcm Spital gebracht werden mnßtc; sein ^eben ist jedoch nicht in Gefahr. Dieses ereignete sich nach der Vorlesung am 26. Mai dcs Dr. Vulpian, der auch vom Eardinal dc Bouncchosc angegriffen worden war. Dic Studcntcu hattcu sich näinlich iu Unzahl in dcn Saal bcgcbcn, wo dic Vor-lcsung stattfinden solltc, nnd jcdcr nclie Autöiuinliug wurde nut Hurrahs empfangen. Als Vulpian erschien, schwieg alles und dcr Professor dankte dcn Studenten für die ihm gcgcbcueu Vcwcise der Sympathie, iudcm cr zugleich constatirtc, daß dcr wissenschaftliche Unterricht nichts gemein habe mit dcn religiösen nnd politi jchen Fragen. Die Ncde dcs Professors wurde anch ohne Aufhörcu von der Acifallsznslimmnug der Studcn-tcn nntcrbrochcn. '.'»lach dcr Vorlesung vcrsammcltcu sich dic Stndcntcu anf dcm Platze, der sich vor dcr lucdici-nischcn Schule bcfindct. Sie waren ziemlich erregt, nnd man beschloß, dem Dr. Machclard, dcr dcn Professor Tcc verleumdet hatte, ein Ehariuari darzubringen. Dieses geschah auch. Plötzlich crtöntc aber dcr Ruf: Nachdem Senat! uud bald sctztc sich dcr ganze Sludcntcuhaufcu nach dcm Palais dn ^uxembourg iu Bcwcguug. Bis dahin hatte fich tciu Polizci-Agcut gezeigt. Aber in dcm Augenblicke, wo die Studenten vor dem Luxembourg an-kamcn, crschicn cinc Abtheilung Polizcidicncr, wclchc Micnc machte, dcn ^nzcmbonrg zll vcrthcidigcn. Dic Stndcittcn, wclchc nichts Ernsthaftes im Schilde führten, brachen in cin nnbäi'digcs Gelächter alis und traten dcn Rückzug au. Damit schicn aber dcn Polizcidicneru nicht gcdicnt zll sein, dcnn sic stürzten dcn Studcntcn nach uud draugcu iu ihrc Rcihcu cin, worauf ciuc Art vou Kcilcrci cutstaud. Eiilcr dcr Agcntcn zog scincn Dcgen nud cin andcrcr faßtc dcn Sludcutcu, von wclchcm obcn dic Rcdc ist, an dcn Haaren nnd warf ihn zn Boden. Scinc Kamcraocn wolltcn ihn bcfrcicn, nnd cs wärc wahrschciulich zu cincm blutigen Kampfe gekommen, wcnn nicht glücklicher Wcisc cin (>!!<< i i»l>>x herbcigccilt wärc nnd dcr Kampscswnth dcr bciden Parteien dnrch versöhnliche Wortc cin Ende gemacht IMc. Dic Anf-rcgung, wclchc in Folgc dicser Ercignissc herrscht, ist groß. Doch kam cs bis jetzt nicht zn weiteren unrnhi. gen Auftritten. Dcr Vorlcsuug <^cc's am 27. wohnte wieder cinc Anzahl Stndcntcu an. Als cr im Saale crschicn, brach ciu Beifallsrufen nus, das über 10 Minuten dancrtc. Scc gelang cs endlich, zu Wortc zn kommen. „Meine Herren," meinte cr, „es ist 2 Uhr 10 Minntcn. Die Vorlesung ist also im Rückstände. Mau sagt, daß wir vom Staate bezahlte Vcntc seien nnd wir das Gcld dcr Stcucrpflichligc» für dcn Fortschritt dcr Wissenschaft anwcndcn müsscu." Die Vorlesung begann alsdann. Dcr Panstauismus in seinem Princip vernichtet, oder: ,.l/li l'luiil'l p <»« r » » 5! > » l'-u I i!- <..xo! <>„,'« und ihre jonrnalistischen Handlanger in Vcrlin mnsomehr. Für die letzteren wird dcr blinde Eifcr, mit welche»! sie die mageren Notizen aus Gumbiuucu ausputzeu, zuin Verräthcr; mau mcrkt aus jcdcr Zcilc die Absicht tendenziöser Verdrehung lind die herzliche Schadenfreude, Oesterreich als dcu Süudcubock für dic „ncuc Friedens-störnng" hinznstcllVn; sv erzählt sclbst die Spcncr'sche Zcitnng, wclchc dcu Gumbiuncr Mclduugcu gegenüber sich rcscrvirt hält, ihren Lesern: „Dic cinc Thatsache läßt sich nicht in Abrede stellen, daß in dcr polnischen Emigration cinc großc Acwcgnng stattfindet. Polnische Flüchtlinge, wclchc sich bisher ill dcr Schweiz anfgchal-tcu habcu, vcrlasscu seit etwa 10 Tagcn dicsclbc i>« kleineren Abthcilnngcn. Es ist nicht unbekannt gcblicbc», daß sic mit österreichischen Pässen versehen, größtcnlhcils nach Galizicn f,chcn. Thcilwcisc uiag dies durch dic politische Vagc, in wclchcr sich Galizicu befindet, crllär-tich sciu. Dic Polcu hoffcu dort uulcr dcu ol'wallcü' dcn Verhältnissen lhcils cin Unterkommen zn finden, theils glmibcn sic in Wicn dic Erlaubniß zu crhaltcn, sich in den Galizicn benachbarten Districtcn niederzulassen. Wic man sagt, wärcu die Polcn von ihrcn Partcifü!> rcrn angcwicscn, dicjcnigcll Papiere dcn österreichische!' Behörden vor;nlcgc», wodurch sic sich als befähigt auö-wcifcu küiiutcu, für ihrcn Unterhalt zu forgeu. Außcr^ dcm hätten fic vou dcr Polizei dcr schweizerische!, Ean-toue, iu dcucu sie sich aushielten, ein Führnngsattcst bcizubriugcil." Die Spcucrschc Zcilnug bringt dicse „Bcwcgnng liulcr dcr polnischen Emigration" mit dcü Insurrections Gerüchten iu Zusammenhang. Oesterreich. Pest, 39. Mai. (R u m ä nc » v c r sa m m l u n g) Dic in Kroilstadt crschcincndc „Gazctta Vcro" uoln gc' strigen Tagc veröffentlicht das Pronnnciamcnto cin"' am 15. d. M. in Blascndurf stattgcfnndcncn Nnmänci^ vcrsamullnng, worin dic vollc Autonomie Siebenbürgens die Reactiuirung dcr Hcrmannstädtcr ^audtagsartikcl voin Iahrc i8<>/l, die Wicdcrcillbcrufung dcs sicbculn»'' gischcn Landtages auf Grundlage des Zahleuvcrhälluiss^ dcr 5topfzahl gcfordcrt und dic Ungültigkeit allcr vo>'.> Pcslcr Ncichstage bezüglich Siebenbürgens gebrachten (.^ sctzc erklärt wird. Ausland. Vcrlin, 28. Mai. (Dcr Z oll b n n dc s rat h) genehmigte den Handelsvertrag mit den Hawaischcn I"' seln sowie die Ergänznng des Handelsvertrages mit (5hi>^-Das Präsidilim beantragte dcn Abschluß eines nclic" Handelsvertrages mit Japan. Gegen den Anschluß dcl Tiroler Gemeinde Inngholz an das baicrischc Zollsyst^ wnrdc nichts vorgebracht. Köni„sl'erss, 20. Mai. (Ueber daS in M^ mcl vcrnbtc Verbrechen) erfährt man hcutc fw' I gcudcs Nähcrc: Dcr stellvertretende SlaatSanwau, Krcisrichtcr ^abcs, hatte ciuc Frau verhaften lasst"' Der Mann derselben verlangte deren Freilassung, u«> als dicsc verweigert wnrdc, versetzte cr dcm Staatsal walt zwei Stiche in die Vrnst nnd in dcn Unterleg Dcr Mörder wnrdc mit der größten Mühe cntwafs'N und gefesselt. Herr?abcs starb in der Nacht nm 1 "y ! nntcr dcn größten Schmerzen. ) ! London, 29. Mai. (Ob crh an s s i tzungv , ^ord Nusscl wirft dcr Regierung vor, daß fic trotz o l Niederlagen im Amte verbleibe, und fordert bald«,»« 931 llchste Nenwahlen. Malmesbury vertheidigt die Regierung und stellt den Gegnern ein Mißtranensvotum anheim. — 29. Mai. (Untcrhaussitzung.) Auf eine Interpellation Gladstone's erwidert Disraeli, er entsage einer weiteren Opposition gegen die Kirchmbill. Förster intclpcllill wcgcn dcö Termins der Neuwahlen, Disraeli antwortet ausweichend. 95e,v-Aork, li>. Mai. (Die Ncpräseutau -tentammcr) hat cinc Untersuchung angeordnet, ob ungesetzliche Vcmühnugeu stattgefunden haben, um den Senator Henderson in seiner Abstimmung zu beeinflussen, und'ermächtigte die Auklagccommissärc, zu untersuchen, ob dieser Senator unter dem Einsinsse der Bestechung gestimmt habe. — Das Comite für die aus-Wärtigcu Augelcgcuheitcu hat den Anlauf der Halbmscl Alaska empfohlen. — Saluavc wnrdc von den Insurgenten auf Cocos gezwuugcn, sich nach Port-an-Princc znrüchuzichcn. (5iu englisches Kriegsschiff hat Jamaica verlassen, um die Amerikaner zn beschützen. — 20. Mai. (Die Anklagecom missär c haben den Bürger Niche ans Ohio, welcher am Vor übende der Abstimmung von der Bank in Washington eine bedcntcndc Summc erhalte» hatte, verhört, um zu erfahren, ob diese Summen zur Bestechung von Senatoren verwendet wurden; mehrere andere Zeugen, darunter drei Journalisten, wurden gleichfalls in dieser Angelegenheit verhört. - In Canada wurdcu Maß regeln gegen ciuc beabsichtigte Fcu icr-In vasl o n getroffen. ______________^________^. Hagesneuisskeiten. __Se. Majestät der Kaiser werde,, — wie die „Oest. Corr." meldet — am 5. Juni von Ofen zurückerwartet. Nis jetzt ist durchaus nichts näheres über ei»e Reise Aller» höchstdessclben nach Prag oder auch Brunn, wo ma„ der Anlunst Sr. Majestät am 7. entgegensehen zu tonnen meinte, bekannt. — (Ein wertbv olles Geschenk.) Der l. I. NoUchaster in Conslantinopel Fceiherr v. Prolesch-Osten hat dem archäologischen Cabinetle der Grazer Universität eine reichhaltige und werlhvollc Sammlung (gegen 200 Stücke aus Gold Silber ,md Kupfer) von phönilischen, jüdischen, griechischen, römischen, parthischen, armenische» n»d byzantinischen Münzen zum Geschenke gemacht. _. (Die Akademie der Wissenschaften in Nicn) hielt am :U). v. M. ihre diesjährige seieiliche Cchlnsisitzung. Niltcr u. Schmerling eiössnele die Sitzunst 'n'tt eincr Ansprach.', in der er die erschienenen Mitglieder ^ameus des Curators der Gesellschast, Erzherzog Albrecht, begrüßte nnd auf Grund der i.» dem Jahresberichte dar> Nekaten Facle» der Gesellschaft die schönen ^'folg.- ftrog'.o-stinrie Herr v. Sckmeiling wies darauf bi", das, au» allen Theilen des Mcichss Mitglieder elscdiencn seien, wa<< s.1r das nNgenui.'e I'U^r.ffo a>, der Wissenschaft znige, welches, trotzdem, dcch die Lösung der ftolilischen Fragen alles völlig in Anspruch nehme, doch nicht geschwunden sei. — Dics lomme daher, wnl die Wissenschaft jetzt in steter Beziehung zum LcblN sei. — Redner schlicht mit der Ver. sichcrung,' daß die Akademie ihre Aufgabe immer im Auge debaltcn werde, mögen anch cinslc Ereignisse die Welt in fieberhafte Aufregung vechtzen, ja sie vielleicht gar eisäml-tern. Hieraus dielt der Präsident Karajan einen Vortrag über „.s^iser Leopolo l. und Peter Lambcck." — Der Jahresbericht, vor^ctragen von dem Geneials^retär der Alademie Professor MMosich eNvahnt die Ernennung des Erzherzogs Albrecht und des Admirals v. T.'gelthoff zu Lhlenmitgliedcrn der Gesellschaft. W,iland Kaiser Max von Ml'fico wird als Ehremnitglied der Gesellschaft ein warmer Nachruf gewidmet. Dcc unter dec Aussicht der Akademie ausgearbeitete Belicht der Novara Expedition g.ht seiner Vollendung entgegen. Dcr Jahresbericht zählt nun eine ^cihc von Namen aus, deren Träger zu wirklichen corre-spondirendcn Mitgliedern der Akademie der Wissenschaften in dichm Jahre rrnannt wniden. Tic eigentliche THÜt!glcil ^t Akademie entfaltete sich in den nnzilnen Commisfionc». durch welche auch eine SudviNtionirung der Aladcmie er-lvnlt wurde. Ueber Erlucken des Handllsminislcliums, ein "nhcilliches metrisches Mah, daß auch zur Durchführung gc-langen soll, vorzuschlagen, ctllinle die belrssfe.idc Commi,-"°n das von Dr. Sleinhnl in Paris ausglslcllle Maß. und ^^wichlsyslem als allen Anforderungen entsprechend. DiescS Auster ward um dcn Preis von 0000 si. rhlinischer Wüh-^"ng angekauft und scr Gllschaft übcrgcbcn. Das Erfu-^>en de« Dr. Edmund W.iß um Subocnlionirung behufs """ Reise nc>cl, Aden, die dieser im Vereine mit Dr. Theo^ b" Oppolzrr zur Äcodachlung der für den 18. August vor-"" bciechnetcn totalen Sonücüsinsternis; antreten will, soll bl'" Unlcrlichtvministciium zur Acachliing empfohlen wcidcn. ^^ ". Karajan vlilündele hierauf die zweite Zucilennung °^ L>cdc»'schc» Preises „für die ausg/zeichnelste, während ^" letzten sechs Jahre veröffentlichte Äibeit im Gebiete der Chemie mit Inbegriff der Physiologien Chemie." Die Com-""ll'°" hat in ihrem Belichte vom 14. Mai d. I.erllält, daß "°" einem Oesterrcichci leii'e prciswürdige Arbeit geliefeil ^be„. Die lelalio besten Arbeiten ware» von Dr. Ed. ^'dema,'.!,, Plofrssor an der Unioc'sität zu Lcmbcrg, und ^°" Dr. Karl v. Tann geliefert worden, zwischen die nun "Preis (900 fl) zu gleichen Hül,lcn vertheilt witd. ^l'chiich sp^^ Professor Victor v. Lang, wirllichcö Mit« lied der Akademie, über unsere Kenntnisse von den optischen Eigenschaften der KiystaUe. — (Militärisches.) Von den beiden österreichi» fchen Osficiercn, Corueltten-Capitün Gtaf Kielmannsegge und Rittmeister v. Kodolilsch, welche die englische Expedition nach Abyssimcn mitgemacht haben, sind Nachrichten eingelaufen, und zwar vom Ersteren ddo. Addigraht, 10. April, vom Letzteren ddo. Dildi, 17. April. Graf Kielmannsegge er« lranlte in Antalo und muhte dort zurückbleiben, wühlend Rittmeister Kobolitsch am 11. von dort aufbrach und sich am 1L. April sieden Meilen von Murrava befand. Da die Einnahme von Magdala jedoch bereits erfolgt war, so ist Rittmeister Kodolilsch zu spat gekommen und hat derselbe das englische Hauptquartier erst nach geschlossener Action erreicht. — (Eine neue G e wehr-Ka rtü ts ch-P a-tron e.) Aus Brunn wird geschrieben: Dieser Tage sind in Vrünn von ciucm Privaten in Gegenwart mehrerer Sachkundigen vom Militär« und Eivilslande mit einer neuartigen KartÄtsch-Patrone für Haiidfcueiwaffen wieberholt sehr interessante Versuche angestellt worden, welche ein überraschend günstiges Resultat lieferten. Bei den Versuchen hedienle man sich eines nach Wünzl«Sys!e»< umgeänderten Infanterir-GewehreZ. Die versuchte Patrone unterscheidet sich von den gegenwärtigen Militär-Patrone» mit MetaU« hülsen dadurch, daß in der Metallhülse statt Eines, fünf mit einem Papierstrcifen umwickelte Geschosse von eigener Formation eingeschoben sind. Die angestellten Versuche lieferten den Veweis, daß der Erfinder die den einzelnen Ge-schoßlheilcn zu gebende Streuung ganz in seiner Gewalt hat. Die Anwendbarkeit dieser Geschosse zu Kriegszwecken und bei Jagden auf Hochwild und Raublhiere unterliegt keinem Zweifel. — (Eine Adelsbeiger Grotte bei Wien.) In den nächsten Tagen wird eine der iutelessantesten Natur» merlwürdigteiten, eine Höhle uo» riesiger Ausdehnung und voll der herrlichsten, imposantesten Stalaktiten, dem Publi-cum zugänglich gemacht werden. Es ist das die Hermanns-höhle im Eulenbeige nächst Kirchberg am Wcchfel. Mit dem Vergnüguugszuge der Südbahu gelangt man in zwei Stun-een nach Gloggnitz, von dort führt eiu reizender Waldweg in anderthalb Stunden — der Fahrweg ist sehr bequem, aber länger, weil man auf einer serpentinartig gebauten Stiaße über das Gebirge fahren muh — nach Kirchberg. Zehn Minuten von Kirchbrrg liegt der Eulenberg, ein Pfad, ungefähr fünfhundert Schritte lang, führt zum Eingang der Grotte. Weidman» gihl in feinem bekannten Buche: „Die AlpcngegtNden Nicdcroslern'ichö" folgenoe Schilderung der Grotte und ihrer Auffindung. Vor länger als einem halben Iahihundett hallen Hlrtenjungcn dmch Zusall die Höhle gefunden. Sie ward nur von wenig Rasenden besucht, und auch diese begnügten sich mit ocm Anblick der crstci, HaUe; lvlitel voizudriügcl,, geNaüte sich »illucmd, dir uiizugüng-lichen Absturzc wcgcn. Der Dlelrich'sche Verwalter, Herr Hermann Steiger, (idler v. Amstein, wagte eS 1842 zuerst, die Höhle näher zu untersuchen, und seine kühnen Forschungen gaben die slauucnsweilhcsicn Resultate. is ledig, lich auf daö Vertrauen der ihm zu gewährenden Gastfreundschaft zu reisen, und weder für Untclhalt noch Reisetosten irgend cinc Auslage machen zu müssen. Während den neunzehn Reisetagen, welche Herr Michailowich nun bereits zu» rückgclegt hat, ist es ihm volltommc» gelungen , auf vcr-fchiedencn Eoclhösrn, in Klöstern, bei Guti-besitzern, Privaten und Militärs die freundlichste Aufnahme und Weiterbeförderung zu finde». — (Ferdinand F rei lig rath.) Ferdinand Frei-ligratb hat seine lhcinischcil Freunde — einer Mittheilung der „Allg. Ztg." vom Rhein, ddo. A0. d., zufolge — seit einigen Tagen fcho» wieder verlassen und ist nach London zurückgcttii't. Der Dichter ist leider in die preußische Amnestie nicht eingeschlossen und über seinem Haupte schwebt noch immer der Steckbci'f aus der Manicuffel'ichen Reac« lions-Periode so daß der Staalsanwalt ihn jeden Augenblick vor Gericht stellen lönnte. Ader der Dichter wird trotzdem und allcdem im nächsten Monat doch mit Frau u„d Kind nach Deutschland kommen und slinen bleibenden Wohnsitz in Stultgalt nehmen. Voraussichtlich würde man ihn in Preußen nicht vor Gericht stllen, weil man sich durch einen politischen Proceß aus der Revolutionszeit alle nalio« nalcn, vielleicht sogar die national-liberalen Sympathien ver« scherzen könnte! aber ein bloßes Geduldetscin genügt dem Dichter nicht. Er hat sich in dicscr Beziehung mehrmals schtisllich und mündlich gegen seine Fieunde ausges^chen: „Ich tann und mag nicht wohnen, wo ich blos qrdulbet weide und der Slaatsanwall mir jede beliebige Stunde mein Pult zu durchstöbern das Recht hat: ich tann und mag mich auch nicht zu einem Gnadengesuch entschließen, da ich nichts verbrochen habe: ick habe meine Freiheitslieder für das Voll gesungen und werde der Freiheit und dem Volle leben, so lange ich athme." Die wenigen Tage, die der Dichter am Rhein vellebte, waren für ihn förmliche Triumphtage. Obgleich er s.lbst u>'d seine Freunde jede öffentliche Ovation abwehlten, so mußlc er sich dergleichen doch überall gefallen lassen, wo man ihn erlannte. Sichtlich gerührt war Freiligralh, als er aus der Rückfahrt von Lurch von dem Capitän der „Lorel>y" erkannt wurde und dieser sofort alle Ehrrnftaggen aufhißte und den Dichter mit drei Salven begrüßte. Die Thränen standen da nicht blos dem Dichter in den Augen! Hoffen wir, daß ein fleie« Deutschland ihm demnächst die große deutsche Heimat voll» berechtigt erschließen werbe. — (Zur Arbeitetfrage.) D«r norddeutsche Reichstag hat in seiner am letzten Donnerstag abgehaltenen Sitzung nachfolgende von Herrn Schulzc-Delihsch vorgeschla» gene Resolution angenommen: „den Bunbcsrath aufzufor» dern, dem Reichstage in der nächsten Session einen Gesetz« entwurf vorzulegen, worin das unbedingte Verbot jeder Beschlagnahme noch nicht verdienter Arbeits- oder DienstlVhne im Executions- und Nrrestwege ausgesprochen wird." Die Resolution wurde fast einstimmig gefaßt: alle Parteien stimmten dafür. — (Zur internationalen Käsersrage.) Wir lesen in der „Köln. Ztg.:" Die von allen Regierun» gen (des Auslandes) zur Massenverbreitung empfohlene Schrift Dr. Gloger's: „Die nützlichsten Freunde der Land-und Forstwissenschaft unter den Thieren, als die von der Natur bestellten Verhüter und Belämpfer von Ungeziefer-schaden und Mäusefrah", liegt in sechster unveränderter Aul» läge vor. (Berlin, allgemeine deutsche Verlagsanstalt.) Der bisherige Absatz dieses vortrefflichen Weilchens hat bereits die Hohe von 100.000 Exemplaren erreicht. — (D euts che Nordpol efp edit ion.) Am 25ten Mai ist die erste deutsche Nordpolexpedilion mit dem kleinen Schiff „Germania" von Bergen in Norwegen aus in See gegangen, um zunächst nordwestlich auf die Insel Sabine (so ziemlich der höchste dort erreichte Punkt) an der Ostlllfte Grönlands (75" nörbl. Br.) loszusteuern, dann zwischen 74^ und 80" einen Zugang zur grönländischen Küste zn suchen und, falls sich an derselben wie an der wesllichsn Fahrwasser ergiibt, so weit als möglich gegen Norden vor» zubringen, eventuell den durch Eapilän Lory unlängst enl» deckten großen Polarconlinenl von 140.000 Quadratmeilen zu erforschen. Oberbefehlshaber der Expedition isl Obelsteuer» mann Koldewey aus Bücken bei Hoya, dessen Stllloci' lreter Obersleucrmann Hildebrandt aus Magdeburg. Außer den geographischen, meteorologischen lc. ic> Aufnahmen sind der Efpcdilion ausgegeben: Sammlung von Gc» steiüproben, Pflanzen, Insecten, Schmetterlingen, Schlamm-uild Kallstciüftlobl'rl, Erlegung von Pelzthicreii ?c. :e., wci möglich a„ch das Mitbringe» von zwei Eskimos. Die Dauer der Fahrt ist aus dc» Sommer 18(»6 und bei günstigen Verhältnissen bis i» den Spätherbst hinein berechnet. Nach< dem der deutsche Nalionaloereiu es abgelehnt halte, die sür eine deutsche Flotte gesammelten Gelder diesem Unternehmen zu widmen, hat Dr. Pet ermann in Golha, von welch or at finden Reisende ci»e lomso>lal)le U»lerlu»s! und ansmerlsamc Bedienung. Auch dri dem diesmal ungewöhnlichen Menschen» andränge wurden alle billigen Anforderungen befriedigt. Seit 2 Monalen erfreut sich übrigens Aoelsbetg eines starken Fsemdenbesuches, hauptsächlich vo>, Engländern und Amerikanern. Man erwartet dnnnächst Eeparatzüge von Nußland und Berlin. — (Zchluhvcrhanolungen) beim l. t. LandeS-gcnchle in Laibach. Am 3. Juni. Johann Aubelj : Diedslabl und öffentliche Gewaltthätigkeit; Franziska Anbelj: Ueber-Netung gegen die körperliche Sicherheit: Iatob Drezhnik: schwere töiperliäie Beschädigung; Franz Sitar: schwere lör-Ve>liche Beschädigung. — Am 4. Juni. Jakob Ko^ouscdet: Betrug; Ialob Svlt u»d Andreas Oveta: Holzdiebstcchl. — Am 5. Juni. Iuhann Nerce: schwele lülperliche Vc« schädigung: Andreas Grad: sckruere kälverlichc Beschädigung. Nenrjie Pllst- Paris, 30. Mai. Wie die „Franz. Corr." hört, ist hier vor wenigen Tagcn eine Depesche, des ssleihcrrn v. Ben st cm den Fiil stcn M cttcrnich eingetroffen, welche die Antwort des Wiener Cabinets anf. die Vor-slellungcil enthält, die seitens der französischen Ncgic-rnng gcgen die Finanzprojcctc dcö cisleilhanischen Ministeriums gemacht worden sind. Die Depesche, von welcher wohl ein Onftlicat nach London abgegangen scin mag, enthalt einen motiuirtcn Appell an die Ailligkeit der fremden Cabinctte: sie wciöt anf die Ncihc wenigstens znm Thcil unuerschnldcter Unglnckofällc hin, welche den österreichischen ilaiserstaat in den letzten Jahren be-troffen nnd am empfindlichsten nnd nnmitlell'arsten die Finanzen des Reiches licrührt haben; sic erinnert daran, daß der österreichische Souverän das sicherste Mittel znr Besscrnng dieses Zustandes nnd zu einer dauerhaften Wiederherstellung des Gleichgewichts zwischen den Einnahmen und Ausgaben des Staats in der Einführnng konstitutioneller Einrichtungen erblickt halic, daß jetzt daö ^os der österreichischen Finanzen in die Hände der Volksvertreter des Landes gelegt sei, und sic tnnpft hieran die Hoffnung, daß die fremden Regierungen, welche die nene Verfassung des KaiscrstaatcS mit so ausgesprochener Sympathie degriißt haben, jetzt nicht dem Wiener Cabinet in seinen Verhältnissen zn der Ncichsuer- tretung Schwierigkeiten bereiten, sondern vertrauensvoll die Entschließungen dieser Versammlung, welche mehr als cinc Probe ihrer Mäßigung nnd Loyalität abgegeben, abwarten werden. An die Uebcrrcichung dieser Depesche knüpfte sich eine Unterredung zwischen dem Fürsten Metternich und d»m Marquis dc Monslier, welche zum Resultat die ausdrückliche Znsicherung des französischen Ministers hatte, das Tuilerien-Eabinct beabsichtige in keiner Weise einen Druck auf die Acte des österreichischen Neichsrathes zn üben, nnd es werde, wie die Entschließnngcn dieser Versammlung auch ausfallen mögen, durch dieselben seine guten Beziehungen zu der Wiener Regierung durchaus nicht alteriren lassen. Fürst Mctternich hat heute eincn außerordentlichen Eouricr nach Wien cxpedirt. Paris, 31. Mai. Der Kaiser uud die Kaiserin haben sich zur landwirihschaftlichcn Ausstellung nach Roueu begeben. Roucn, 31. Mai. Der Kaiser hielt zwei im-prooisirtc Ansprachen; die erste Ansprache an den Mairc constatirt die überstandenen Leiden der industrielle» uud Ackerbau treibenden Bevölkerung und drückt die Hoffnung aus, daß sie beendigt seien: die zweite Ansprache an den Eardinal sagt: Trennen wir niemals die Liebe zu Gott von jener zum Vaterlaude. Es herrscht ungeheurer Enthusiasmus. Paris, 1. Juni. Der.Mouitcur" veröffentlicht die Antwort des Kaisers anf die Ansprache des Maire von Roncn, in dem Sinne, wie selbe telegraphisch bereits gemeldet wurde. Auf die Ansprache des Eardinals erwiderte der Kaiser: „Die Kirche ist das Hciligthum, wo sich die großen Principien der christlichen Moral, welche den Menschen über seine materiellen Interessen erheben, unversehrt erhalten. Verbinden wir also mit dein Maubcu unserer Väter das Gefühl des Fortschrittes nnd trennen wir nie die Liebe zu Gott von der Liebe zum Vaterlaudc. Auf diese Weise werden wir weniger unwürdig dcs göttlichen Schutzes scin und erhobenen Hauptes alls dem Pfade der Pflicht dnrch ulle Hindernisse schreiten. Ich danke Ihnen für die Wünsche, welche Sie der Kaiserin nnd meinem Sohne darbrachten; der Segen seines crlanchtcn Pathcn nnd die Gebete dcö Elcrus vou Frankreich werden ihm Glück bringen." Paris, 1. Inni. Nach einer Nachricht ans Tunis vom 30. Mai wird versichert, daß das Uebcrcin-kommen morgen unterzeichnet wird, wodnrch Frankreich Genngthuung erhält. Paris, 2. Juni. (Tr. Ztg.) Der ..Eonstitu-tionncl" dcmentirl die Nachlicht von der Verhaftung dreier Individuen in Roucn wegen cincs beabsichtigten Attentats anf den Kaiser. Brüssel, 2. Juni. (Tr. Ztg,) Die bennrn-higcndcn Gerüchte über den Gesundheitszustand des Thronfolgers werden dcmcntitt. Der Thronfolger ist auf dem Wege der Besserung. Rom, 30. Mai. Der „Osservnlore Romano" schreibt: Wir können versichern, daß das dem Grafen Ehambord anläßlich der Heirat des Grafen Girgcnti zngcmnthcte Schreiben falsch sei. Petersburg, 31. Mai. Das „Journal de St. Pctcrsbonrg" dcmcntirt dic von der „Correspondence de Nord-Est" gebrachte Nachricht, daß der rnssischc Eonsnl in Bukarest Instructions zur Unterstützung Bratiano'S erhielt, und daß das rnssischc Eabinct beschlossen habe, das Ministerium Vratiano zn halten. Bukarest, 31. Mai. Einc Deputation der hiesigen „Alliance israclilc" drückte dem österreichischen Eonsnl, Baron Edc,', dcn besonderen Dank der Gemeinde ans für die unermüdliche Vcrwcndnng in An' gclegenhcit der Isracliten. ' Ale 5 andricn , 30. Mai. Der österreichische Gcncralconsnl hat im Namen dcs Kaisers dein Thronfolger in Gegenwart dcs Vicckönigs den Großcordon des eisernen Kronen-Ordens in feierlicher Weise überreicht. Der Vicckönig dankte dem Gencralconsnl. Donnerstag hat anch der Thronfolger dcn Gcncralconsnl ersncht, derselbe möge dem Kaiser seinen achtnngsvollcn Dank bekanntgeben. Ncw-^ork, 21. Mai. Man versichert, daß die Imftcachcments«Leitcr in der Reprasentantenkammer Daten zu einem neuen Anklageartikcl sammeln. Washington, 30. Mai. Grant hat seine Ernennung znm Präsidentschafts - Eandidaten seitens der Convention von Ehicago angenommen. — Johnson ernannte Shofield zum Kriegssecrctär; der Senat bestätigte denselben. Telegraphische Wechselcourse. vom 2. Juni. 5'perc. Mctalliqneg 56.80. — 5perc. Metalliques mit Mai- und Novembcr-Zinseu 5« — 5perc. Nationalelfen 62.50. -- 1860er Vtlllltsaület,«'!, 81.80. — Baulaclicu 705. — Lrcdüactien 184.30. — Loudmi 116.40. — Silber 114 35.— K.l. Dncaten 5.55, Das Postdampfschiss „Germania", Capitän Schwcn-sen, ging am 27. Mai vollbesetzt von Hamburg vin Southampton nach Ncw-Iork ab. Das Postdampfschiss „Hammonia", Eapitün Meier, welches am 13. Mai von Hamburg uud am 15. Mai von Sonthampton abgegangen, ist am 26. Mai wohlbehalten in New-Aort angekommen. Handel und Uolkswirthschastliches. Agioznschlag zu den Tclegraphrngebiiliren. ^a„t Kundmachung der Slaals-Tcle^rapheu-Directiou wird der Agiozuschlag, wrlcher zn dm Gebühre» für die Beförderung der De pesel'eu nach den außereuropäischen, dein Pariser Telegraphenver-»rage uom 17. Mai 1865 uicht Iieigelretenen Staaten zn erheben ist, für dcu Mount Juni 18»:« auf'15 Percent festgesetzt, Internationale Tklestrafthen-^vnfercnz. Die inler, »at,unale cnropaischc Telegraphni-Eonfercnz lagt in diesen, Jahre in Wie» und tritt am 12. Juni zn ihrer ersten Sibling zusam-men. Die Sitzungen werde», wie man hört, öffentlich sein. Vlwa 40 Abgeordnete werden zu der Confereuz erwartet. Norddentsclie« l^onsnlat in Prag. Der Neiliner „Börsen-Heilung" zufolge steht die Lrrichluuq eiueS Eonsulateö drö norddeiilschen Vuude« i» Pvns, iu Anösichl. Der preußische Handelilmiüister hat die Haüdelittanmieru brreils uin AnStuust ssebeleu, ob ein solches Eonsnlat wilnfcheuSwerlh, Vvcölan hat die Frage bejaht. Angtsommene Fremde. Ain !l<). Mm. Stadt ilttien. Die Herren: Piauezly, Schloßwittler, von Schneeberli, -- Krau^, Äaufm.. vou Wie», — Die Fraue» : Preltuer, uou Villach, - Oräfin Slrassoldo, Henschasllidcsltzeriu, uou Gürz, Elefant. Die Herren.- Hinze, Stallmeister, von Wagensbeni. — Massu, Kaufm., uou Sagor. — Must, Privatier, von Stein. - Kleiner und Vallich, Besitzer, vun Trieft. — IuaM, ' uo» Idvin, - Dr, Pvenucr, r,u» Wien. -- Pejchich, Ul,u Po-llli1. Holnl! u. Äadicrz, cmö Ungar,!. — Hoc'euar,' GutsliesiOevi», uon Graz. ' ^ .^iaiscv von vesterrcicl'. Die Herren: Fischer, Wemhnüd,.-.., — Dr, Ullrich, rwii Oleicheuderg. Mohren. Hcrv Schraub, Hm>del?m., von Tricst. "l Ü'Ü^M^"3^7^(7'^'5i'« 'windstill''^ 'M^s""" 30 2 „ N. :^tt.5>!. j ^i,^ windmill hallihrilrr .().„.» !0„ Ali. ,!l,., I 17.!. windstill , !,all)heiler , «ill. Mc^. :l^7.7,! ^-13,,-, windstill dichter ^lieull !'.!. 2 „ N. ^«.u!, -<-^!» O. sehr schw. heiler ^ <).„» 10„ Ali. z :,!ö ,6U. Ms,. !)2s>:j0 --13 ü windstill dünn l,ew. '^.>^,,^1i. ^20,2 4'!5i, windstill aanz bew. ' l"" >'.0„ Ad. ! ^5«, ^.1^ wludstill ^ heiter ,'^^ Deu ,'il'.: Nuhicze Lnft Die Alpen tagiiuer meist in Wolleu. Alicndö ssan, an^ssrheilert. Farbiger Ä>iondhof - Den .'jl.: Pormittan fast nwllenllii«, ^iiachmillass zniirhineiide Bewölkung i„ SW. vtach 7 Uhr .'lnfheiternng »nd nnch 10 Uhr gnu; heiler. Den 1,: Vorniütag dunstige ?lluilisphä>^, Wol'eüzug fast stabil, Nach 12 Uhr ferner Domier in S, lim N Uhr Gewitter auö SSN. iibcr die Stadt ziehend mil lebhasleii Alicen, dev l.iugrrsehnlc Regen lrill ein, stnrte Oiisse durch ^ Sluuden. Clinch 1 Uhr Aiiljheitcruiig, Moudhuf. Daö Tageömitlel der Wämrc aui :^l> um 5-4", am III. Mai um 4'l> nud an> 1. Juni uin »»4" über dem Normale. iUeranlworilichcr Nedaclcnr: Iauaz u. K l e i u m a l, r. Nttl-lonl,«»?»«^! ^l.'n, :j0. Mai. Dic Börse im allqcuiciueu fest aber geschäftöloö. Filr Papiere wnrdeu grösttculheilö Höhcrc Cnrsc bewilligt. Devisen nnd Valuten schwächten sich ctwaS K»»>l^NUrlM)l. ab. Geld ziemlich knapp. '_____________________________ Veffentliche Schuld. ^. de« Staates (für 100 si.) , ^. '/. Stencraul. in ü. W. v. I. I864zn 5pEt. rückzahlbar . 9^5^ <^ ^ '/, Stcueranlchcn in ost. W. . «,i.8O l)2 80 Silbcr-Anlehcn von 18»>4 . . <^._. ,;^ .^ Silberanl. 1865 (Frcs.) rlichahlb. in 37 I. zu 5 pCt. für 100 si. ?s,,^. 7g.__ Nat-Anl. mit Iä:i.-Conp.zn5"/u «2.80 <;2 !'0 « „ „ Apr.-Eonp. „ 5 „ 02.40 62.50 Mctalliqncö . - - - " ^ " 56.60 5 ^5.50 86 25 Olirröslrrreich . „5„ 87.25 87.55 Salzburg......5 „ 87... 88.- Böhmen .... „ 5 „ !M.-- 94.--Mähreu .... „ 5 „ 88,75 89.75 Schlesien.....,5 „ 86.50 8050 Sterermarl ... „ 5 „ 5500si. ü.W. 605 -. 606 — S.-E.-G.zu200st.EM,o.500Fr, 25^90 254 — Kais. Clis. Vnhn zn 200 si. EM. 146 50 l47 -Süd.-uordd.Vcr.-B.200 „ „ 142.75 l43 — Geld Waare Süd.St.-,l.-vcn.u.z.-i.E.200fl. 173.80 174.— Gal.Karl-i'nd.-N. z.20«si.CM. 19^.— 194.25 Aohm. Wcstbahn zn 200 si. . 146.50 147.- Ocst.Don.-Dampssch-Ges.^« 505.— 50?.— Oesterreich. Lloyd in Trieft Z »2» 230.— 232.— Wicn.Dampfnr.-Aclg. . . . 355.— 365.— Pester Kettenbrücke .... 395.— 400 — Anglo-Anstria- Bank zn 20!» si. :34.5<) ,35.— Lrmbcrg Ezcrnowitzcr, Actien . 1?2,75 !?3.- Pfandbriefe (für 100 fl.) National- 1 bank auf > ucrloöbar zu 5"/« 97,10 97.80 E. M. ^ Natiunalb.anfij.W.verloöb.5„ 92.50 92.70 Una. Bod.-Cred.-Anst. zu 5'/, „ '.^.25> <>2.75 AÜg. üst. Budcn-Credil-Anslall verloöbar zu 5"/.. iu Silber 100.50 1,01,— Lose (Pr. Stück.) Cred.-A.f.H.u,G.,.100si.ö.W. 132.— 132.50 Don.-Dmpfsch.-G.z.l00sl.LM, 93.- 94.- Stadtaeln. Ofcn „ 40 „ ü. W. 27.- 27.50 Estcrhazy zu 40 st. EM. 155.- ...- Salm „ 40 „ „ . 35.- 35.50 Geld Waarc Palffy zu 40 st. CM. 26.- 26.5« Elary „ 40 ., .. . 27,50 2".25 St. Genois „ 40 „ „ . 24.— 24.5U Windlschgrälj „ 20 „ „ . 18.— 18 50 Waldstein „ 20 „ „ . 22. - 22.5>0 Krglevich „ 10 „ „ . 13.25 l3.?5 Rudolf-Stiftung 10 „ „ . 14.— 14,5<) Wechsel. (3 Monate.) Augsburg sür 100 st, sildd. W. 97.10 97.30 Frantfm'ta.M,100 fl. detto i!7.15 97.40 Hamburg, für 10» Mart Aaiilo 85 90 86. -^oudou für 10 Pf, Sterling . 116 60 116.80 Paris filr 100 Frants . . . 46.30 46,40 Vonrö der Weldsorteu Geld Waarc K. Münz-Ducatcil 5 fl. 56 lr. 5 st. 56j lr. NapolconSd'or . . 9 „ 30 > „ 9 ,. 31 « Nuss, Iinperialö . 9 „ 61 „ 9 ., 62 „ VcreiuSthlllcr . . 1 „ <2 „ I „ 72j.. Silber . . l14 „ 50 „114 „ 75 „ Krainifchc OruuoenllaNungö-Obligationen, P"< vlltnolnung: 86^ Gcld, U7j Waare.