pkäaiimrratioii» - Preise: Für Laibach Ganzjährig . . . ü ft. — kr. Halbjährig . . . z . — . Bierteljahrig. . . I . SV . Mouatlich . . — , so . Mit der Post: Gau,jährig . . . 8 fl. — Ir. Halbjährig . . . 4 „ SO , Vierteljährig. . . i , rs . Kitr Zustellung in« Hau» viertel-jährig iS kr., monatlich S kr. Einzelne Nummern L kr. Laibacher Nr. 1«. Tagblatt. Anonime Mittheilungen werden nicht berücksichtigt; Manuskripte nicht zurückgesendet. Freitag, 14. Zänner. — Morgen: Maurus. ' Lrdiktiia: «ahnhosgaffe «r. IN. Lr»r!>i1il>» and Zusrrattn-Lurraii: »«ngretzxlatz NrbKBuchhandlurg von I. v. Kleinmavr L F. Bamberg V Ziisrrt>oa»»r,isr: Fär die einspaltige Petit,eile S kr. bei zweimaliger Einschaltung ^ Skr. dreimal t 7 kr. Snsertionsstemvel jede»«al 3« kr. «ei größeren Inseraten and bslerer Einschaltung eutsprecheuder «ab,«. 1870. Aonstitutioneller herein in Laibach. Der Ausschuß beehrt sich hiemit, die Herren Vereinsmitglieder zur einundzwanzigsten Versammlung, welche heute den 14. Jänner I. Abends 7 Uhr im Saale der Schießstätte stattfindet, höflichst einzuladen. Tagesordnung: 1. Fortsetzung des Bortrages über Konzilien. L. Resolution wegen Aushebung des Zeitungs-und Jnseratenstempels. _______________________ Ein Kommentar zu den Adressen für die Verfassung. Die zahlreichen Manifestationen, die aus Anlaß der schwebenden Krise von Gemeindevertretungen, Wählerversammlungen und politischen Vereinen zu Gunsten der Dezembercharte bisher in Szene gesetzt wurden, weisen fast durchwegs auf die gedeihlichen Wirkungen der Verfassung hin, indem sie htrvorheben, daß in den letzten zwei Jahrcn in den meisten Theilen des Reiches ein bedeutsamer Aufschwung auf finanziellem und volkswirth-fchaftlichem Gebiete stattgefunden habe. Wir glauben konstatiren zu können, daß auch unser Land von diesen segensreichen Wirkungen nicht so ganz unberührt geblieben ist, mögen auch die nationalen Apostel bei jeder Gelegenheit das Ge-gentheil behaupten. Es sind nämlich Anzeichen vorhanden, welche denn doch zur Hoffnung berechtigen, daß unter der Aegide der Verfassung und des wiedergekehrten Vertrauens auch in Krain Betrieb-samkeit, Gewerbcwesen und Handel sich aus ihrer Agonie zu erheben, Produktionsmittel und Erwerbskräfte allmälig zu erstarken beginnen. Was unS zu dieser vielleicht etwas sanguinisch scheinenden Auffassung verleitet, sind die uns eben vorliegenden statistischen Daten über die Ergebnisse der indirekten Besteuerung in Krain während der letzten drei Jahre. Es betrugen die Einnahmen im I. 1867 1868 1869 fl. fl- fl- an Zoll .... 61.330 69.303 88.385 „ Mauth . . . 58.288 59.459 57.897 .. Tabak . . . 656.404 674.203 726 571 ., Verz.-Steuer 483.309 524.770 538.362 „ Stempel, Ta- xen u. unmittelbaren Gebühren . . . 432.457 473.401 479.813 Summe . . 1,691.788 1,801.136 1,891.028 Die Gesammt-Einnahmen an indirekten Abgaben im Jahre 1869 weisen demnach gegen dir Einnahmen des Jahres 1867 eine Steigerung per 199.240 fl. und gegen jene des Jahres 1868 per 89.892 fl. auf. Obwohl nun an diesen für unser Land immerhin belangreichen Mehreinnahmen vielleicht auch zufällige Faktoren mitgewirkt haben mögen und wir daraus noch keineswegs mit apodiktischer Gewißheit auf eine stätige Zunahme der eigentlichen Sieuerkraft unseres Landes schließen dürfen, so möchten wir doch auch anderseits die Bedeutung dieser Erscheinung nicht unterschätzen und in ihr nicht einen blos vorübergehenden finanziellen Erfolg erkennen, weil wir eben von dem Grundsätze ausgchen, daß gerade die mehr den Charakter der Selbstbesteuerung tragenden indirekten Abgaben den Werthmesser des Nationalwohlstandes darstellen und die Sleuerkraft des Volkes unter allen Regulativen am richtigsten zum Ausdruck bringen. Wir wollen deshalb die Thatsache der höheren Steuer-Erträgnisse als das Simptom einer Wendung zum bessern begrüßen und nur noch den Wunsch auSsprechen, daß der volkswirthschaftliche Aufschwung in Krain weder durch rücksichtslose fiskalische Ausbeutung, noch durch einen abermali-gen Wechsel des politischen SistemS im Keime ve» nichtet werden möge. Zur Situation. Theilweise abenteuerliche Gerüchte — schreibt das „Wr. Tagbl." — durchziehen die Stadt. Wie die Dinge zur Stunde stehen, scheinen die Minister sich nicht mehr als Räthe der Krone zu betrachten, sie haben neuerlich um Enthebung von ihren Posten nachgesucht und es wird in einigen Kreisen sogar behauptet, daß die Möglichkeit nicht ausgeschlossen sei, es werde beim Wiederzusammentritte des Abgeordnetenhauses ein neues Ministerium vor demselben erscheinen und die Auflösung des Hauses pu-bliziren. In verfassungstreuen Kreisen trägt man sich wieder mit der Absicht, wenn bis Montag die Neubildung des Kabinets nicht vollzogen sein sollte, die Adreßdebatte zu vertagen, um eine raschere Entscheidung herbeizuführen. Die Stellung der Minister ist überhaupt eine derartige geworden, daß sie kaum in der Lage sein könnten, die Thronrede vor dem Hause zu vertreten. Dafür, daß die Minorität numerisch möglichst stark im Herrenhause zur Adreß-debatte erscheine, ist ungemein lebhaft agitirt worden. Mitglieder des Herrenhauses, die nur in sehr vereinzelten Fällen ihren parlamentarischen Pflichten nachkommen, haben ihr Erscheinen zugesagt, so die Fürsten Leo Sapieha, Sanguszko, Bürgermeister Dietl aus Krakau, Fürst Mensdorfs-Dietrichstein, Graf Elam-Gallas u. s. f. Im Lager der Mino-ritäts-Partei hofft man auf mehr als 40 Stimmen, Jeuilleton. Der Schmuck. Original-Roman von Anton Heinrich. Erster Mit. 5. Angeklagt. (Fortsetzung.) Als Lord Lamborough von Mailand zurückgekehrt war, referirte ihm sein Gondolier nicht nur alles, was er an jenem Abende auf dem Balkon bemerkt, sondern auch das, was seine lebhafte italienische Fantasie erfunden hatte. Es gibt Naturen, die ohne Spionage nicht leben können. Es sind Hochmüthige, sie leben oft im Bettelgewande; sie hassen insbesondere alles Schöne, das Gute können sie viel leichter erdulden, poetische Gestalten streben sie zu vernichten. Wenn auch mit Anstrengung, so verständigte sich der Gondolier dem Engländer doch. Dieser hatte nicht die mindeste Lust, seine Gemalin zur Rede zu stellen, er fürchtete sich vor ihr, seit ihre Gesundheit zurückgekehrt war. Nicht jene Eifersucht, die aus dem Schmerz verlorener Liebe sproßt, sondern die Kränkung des Stolzes, für geringer als Eichhart gehalten zu werden, bemächtigie sich des Lords. Hätte er seine Frau und die Ehre seines ehelichen Lebens geliebt, so würde er den Ba^on gefordert haben ; so aber haßte er diesen und verschloß sein Rachegefühl in der falschen Brust, ja er heuchelte dem Lieutenant gegenüber die aufrichtigste Freundschaft. Aber der Aufenthalt in Venedig durste nicht lange mehr dauern; doch sollte die Abreise auch nicht plötzlich beschlossen werden, der Lord wollte alles Ausfallende vermeiden. Abermals waren einige Wochen verstrichen, als Lamborough in Folge einiger Briefe aus London Venedig bald verlassen zu müssen erklärte. Zwei Tage vor der Abreise sou-pirte Eichhart in der Gesellschaft des Lords. Wrack war nicht zugegen, er hatte Venedig auf einige Tage mit Urlaub verlassen. Morgen Abends, sprach Lamborough, möchte ich noch einmal das Theater Fenice besuchen. Die Lady stimmte bei. Leider werden wir alle mit dem packen vollauf zu thun haben und Herr Lieutenant könnten uns durch Besorgung einer Loge sehr verbinden. Eichhart erklärte sich dazu gerne bereit. Wenn jedoch kein Billet mehr zu haben wäre, müßten wir über den Abend anders verfügen. Um welche Stunde wollen Herr Lieutenant so gütig sein, uns die Nachricht zu bringen? Sic beehren uns persönlich? Wie immer, und zwar schon um 11 Uhr. Des ändern Tages schritt Baron Eichhart, an militärische Pünktlichkeit gewöhnt, genau um 11 Uhr die Marmorstufen des Hotels hinauf, um dem Lord die Billette zu einer Loge im Theater Aeniee zu überbringen. Im Vorzimmer fand er niemand. Er durchschritt einige Appartements, überall standen die Kästen offen, Kisten, halb gepackt oder leer, gähnten ihm entgegen. Er betrat den Salon. Auch hier war niemand zu finden. Er öffnete das Gar-ßonzimmer des Lords; es war leer. Eichhart legte' die Billette auf den Sekretär und entfernte sich, denn zu so früher Stunde in das Boudoir der Lady zu dringen, schien ihm unerlaubt Cs bemächtigte sich seiner eine sonderbare Bangigkeit. Zwar schämte er sich derselben, doch vergebens war sein Bemühen, sich ihrer zu erwehren. Als er auf der Gaffe stand, wollte er umkehren, um sich über die sonderbare Verlassenheit der Lokalitäten, welche der Lord be- jedenfalls eine hinreichende Zahl, um die Bedeutung des Votums der Majorität abzuschwächen. Auf besonderen Wunsch des Grafen Taaffe lud vorgestern der Obmann der Adreßkommission, Herr v. Schmerling, die Mitglieder des Ausschusses zu einer Sitzung ein. Graf Taaffe begründete seinen Wunsch mit der Veröffentlichung der beiden Memoranden. Fürst Czartoryski beantragte Verlesung der Memoranden; aber man ging nicht darauf ein und beschloß vielmehr, daß die Memoranden den Inhalt des Adreßentwurses nicht zu modifiziren im Stande seien; die Verlesung wurde mit dem Bemerken abgelehnt, daß die „Wiener Zeitung" jedermann zugänglich fei. Damit war die Sitzung geschlossen. Gleichzeitig fast mit der Adreßkommission hielt die juridische Kommission des Herrenhauses eine Sitzung ab, bei welcher die vom Justizminister Dr. Herbst eingebrachte Vorlage über die Reform der Grundbücher diskutirt wurde. Herr Dr. Herbst, mehrfach um Auskunft ersucht, bedauerte in seiner Eigenschaft als Minister keine solche mehr geben zu können, eine Aeußerung, welche natürlich Sensation her-vorrief und den Abbruch der Berathnng veranlaßte. Der Justizminister wurde über die Situation selbst nicht weiter interpellirt, da die Mitglieder aus dem Benehmen Dr. Herbsts den Schluß zogen, daß er sich vorläufig nicht mehr als Rath der Krone betrachte. Wie das „N. Frdbl." vernimmt, werden heute die a. H. Handschreiben publizirt werden, mit denen die Minister Taaffe, Berger und Potocki ihre Demission erhalte». Die Demission der übrigen fünf Minister wurde nicht angenommen und soll mit dem provisorischen Vorsitz im Ministerium Minister von Plener betraut werden. Die Ernennung eines Ministerpräsidenten dürfte erst nach der Adreßdebatte erfolgen. Der Adreßentwurf Tinti's, welcher in der vorgestern Vormittags abgehaltcnen Sitzung des Adreßausfchusses in Verhandlung genommen wurde, betont nach den einleitenden Sätzen, daß durch die LandeSordnungen und die Reichsverfassung das österreichische Verfassungsrecht eine feste, von den legalen Vertretungen aller Länder der österreichischen Monarchie auch anerkannte Grundlage erhalten habe. Die in einzelnen Kronlän-dern aufgetauchte Opposition vermöge daher den Rechtsbestand der Verfassung nicht zu erschüttern. Staatsrechtliche Oppositionen habe es zu allen Zeiten gegeben: aber eine Opposition, welche von vorneherein die Giltigkeit der Verfassung negire und außerhalb derselben eine Aenderung anstrebe, sei gesetzlich unzulässig. Die Verfassung sei ohnehin mit voller Rücksicht auf die besonderen Verhältnisse der Königreiche und Länder und deren berechtigte Autonomieforderungen eingerichtet. Auch liege der VerfaffungSpartei nichts ferner, als die gesetzliche Kompetenz der Landtage in den Landesangelegenheiten zu schmälern. „Was hingegen," heißt cs weiter in dem Adreßentwurf, „die Kompetenz des Reichsrathes betrifft, so haben zwar allerdings bedauerliche Erfahrungen gelehrt, daß die Verfassung auch in dieser Richtung angegriffen werde, doch liegen dem Abgeordnetenhause keine Erfahrungen vor, welche beweisen würden, daß die verfassungsmäßige Kompetenz des Reichsrathes eine zu weite und die besonderen Verhältnisse der Königreiche und Länder beeinträchtigende sei. Es besteht also weder für da« Haus der Abgeordneten, noch für die kaiserliche Regierung gegenwärtig eine Nothwendigkeit, die Initiative zu einer Verfassungsänderung im Sinne einer engeren Begrenzung der Reichsrathskompetenz zu ergreifen. Dessenungeachtet verkennen wir so wenig den hohen Werth einer allseitigen Verständigung und einer endlichen Konsolidirung unseres Verfaffungs-werkeS, daß wir pflichtgemäß und im Geiste aufrichtigster Versöhnlichkeit bereit sind, im legalen Wege an uns gelangende, auf die Abänderung der Ver-faffungsbestimmungen abzielende Wünsche der Bevölkerung aller Länder in sorgfältigste Erwägung zu ziehen. Wir werden auch einer Erweiterung der Autonomie nicht widerstreben, wenn dieselbe einerseits ohne Gefahr für Vas Reichsintcreffe und für den staatsgrundgesetzlich garantirten gleichmäßigen Rechtsschutz aller Volksstämme und Staatsbürger möglich und zulässig ist und andererseits durch solche Konzessionen die allseitige Mitwirkung an der Reichsvertrelung auch thalsächlich erzielt wird. Oesterreichs historische Gestaltung und die große Verschiedenheit seiner Völkerschaften nach Kultur und Sitte verlangen eigenthümliche Verfassungsnormen ; in erster Linie aber steht im wohlverstandenen Jntercfsc aller Länder und Volksstämme der einheitliche Bestand des Reiches, die Erhaltung seiner Macht nach außen und nach innen und die Gewährleistung gleicher und allgemeiner Freiheit, als der Bedingungen der Kultur, des Fortschrittes und des geistigen und materiellen Aufblühens des Staates. Wir müssen daher mit aller Entschiedenheit Bestrebungen entgegentreten, welche eine Auflösung des bisherigen staatsrechtlichen Verbandes der Königreiche und Länder durch Umstaltung der faktischen und verfassungsmäßigen Realunion in eine Föderation zum Ziele haben; wir werden die kaiserliche Regierung in der gesetzlichen Bekämpfung von Agitationen unterstützen, welche, den festen Boden des österreichischen Staatsrechtes negirend, die seit mehreren Jahren mit der Allerhöchsten Sanktion Eurer Majestät erfloffenen Gesetze für illegal und nicht rechtsverbindlich erklären; wir werden endlich nie die Hand dazu bieten, daß die Reichsverfassung ihrem Wesen nach verändert und Oesterreich abermals in ihren Zielen dunklen und verderblichen Experimenten preisgegeben werde. Das Haus der Abgeordneten erwartet daher zunächst von Eurer Majestät Regierung, daß dieselbe — von innerem Zwiespalte befreit und durch einheitliches Wollen gekräftigt — vor allem und überall dem Gesetze Achtung verschaffe, die Staatsgrundgesetze zur vollen Durchführung bringe und den Mißbrauch verfassungsmäßiger Freiheit gegen die Verfassung mit den gesetzlichen Mitteln verhindere." Von der Wahlreform sagt der Entwurf: das Abgeordnetenhaus erwarte, daß durch die in der Thronrede in Aussicht gestelllen Mitteilungen über diese Reform für den Reichsralh die nöthige Kraft-vermehrung sowie die zu seinem Ansehen und zu einem ersprießlichen und volksthümlichen Wirken unerläßliche Selbständigkeit und Unabhängigkeit des Reichsparlaments angebahnt wird. In der That würde die glückliche Lösung dieser konstitutionellen Lebensfrage den Ausgleich bisher divergirender Anschauungen außerordentlich erleichtern. Das Abgeordnetenhaus bedauere den dalmatinischen Aufstand und werde nicht verfehlen, die Ursachen desselben genau zu prüfen, „mögen sie nun von innen oder außen kommen." Die Versicherung der Thronrede, daß die allgemeine Situation friedlich sei, wird mit Vergnügen ausgenommen und die Hoffnung ausgesprochen, cs werde endlich möglich werden, die „drückenden Kosten der Erhaltung übergroßer Heere auch im Frieden allerorts ausgiebig zu vermindern." Nachdem der Adreßentwurf noch den Wunsch ausgesprochen, die Regierung möge durch unbeugsame und konsequente Durchführung der StaatS-grundgesetze Friedensstörungen auf dem Gebiete der Kirche Vorbeugen, welche nicht in die Machtffäre des Staates hinüberzugreifen habe, nachdem ferner der besseren Finanzzustände mit Befriedigung gedacht und zur endgiltigen Regelung derselben kräftigste Förderung der Produktion und des Verkehrs, ein gerechtes Stenersistem und fortdauernde Sparsamkeit empfohlen worden, schließt der Entwurf mit den Worten: „Oesterreichs Verfassung ruht auf dieser Grundlage, in ihr selbst liegt die Möglichkeit, durch legale Verständigung zur befriedigenden Entwicklung trugen fast die wiedererwachte Lady an Bord. Noch einmal erblickte Eichhart ihre Gestalt, dann verschwand sie hinter den nachdrängenden Passagieren. Der Dampfer zog seine Furchen durch das blaugrüne Meer, am fernen Horizonte lagerte tiefer Nebel, eine seltene Erscheinung jenes Himmels; auf dem Markusplatze verkehrten nur Geschäftsleute, die Gebäude sahen schläfrig darein, das Leben schien alle Poesie verloren zu haben, so wenigstens kam eS dem Baron Eichhart vor. Warum noch arbeiten, noch denken, mich von Eindrücken plagen lassen? murmelte er vor sich hin. Und nach einer Weile wieder: Er hat mich angelogen, Elisabeth — ha, ha, Elisabeth! Die Lady, doch nein, Elisabeth war nicht krank, sie konnte nicht abreisen wollen, ohne mich gesehen zu haben. Er muß demnach auch sie belogen haben. Und doch kann gerade ihre reine Seele, ihre ängstliche Gewissenhaftigkeit oder die Furcht vor jener Ueber-wältigung der Gefühle, der sie zuletzt doch erlag, sie zur Heuchelei eines Unwohlseins bewogen haben. Aber nein, nein, sie kann nicht lügen, sie kann nicht heucheln. — (Fortsetzung folgt.) wohnte, aufzuklären. Er that cs nicht, weil er sich niemals zu der Person des Engländers hingezogen fühlte, die Lady konnte vielleicht in der That noch mit ihrem Lever beschäftigt sein. Nachmittags um 3 Uhr. zu welcher Stunde sich Eichhart gewöhnlich im deulschen Kaffeehause! befand, erhielt er durch den Diener des LordS von^ diesem unter einem versiegelten Kouvert ein Billet,! Lamborough und Lady bedauern, ihn nicht wieder-^ sehen zu können, da ein kleines Unwohlsein die Lady an dem Besuche de« Theater« ve hindere; freund-1 schastlicher Abschiedsgruß, inliegend der Preis für die Billette. Was soll das bedeuten? fuhr Eichhart auf. Was gibt's Ei-tiharl? Was gibt's? fragten sogleich mehrere Offiziere in feiner Nähe. Nichts, Kameraden, nicht«. Er steckte das Briefchen zu sich und schwieg; niemand wagte es, weiter in ihn zu dringen. Des ändern Morgens um 6 Uhr stand Eichhart in Z -vilkleidern am Molo, wo die Passagiere die Gondeln bestiegen, um an den Lloyd Dampfer hinüber zu fahre», der bereit stand, sie nach Triest zu führen. Da schreiet der Lord und seine Gattin, beide in weite, graue Reisekleiden gehüllt, der Quadertreppe zu, um die Barke zu besteigen. Hinter ihnen, etwas in der sich drängenden Menge zurückgeblieben, die Kammerzofe. Tie Diener befanden sich schon in der Gondel. Zum letzten male blickte Eichhart in das Antlitz der Lady. Ihr Auge war etwas umflort. Sie bemerkte den Baron eben so wenig, wie der Lord, obgleich sic an ihm vorüberschritten. Sie hatten ihn noch nie in Zivitkleidern gesehen. Da verläßt der Fuß der Lady das feste Land, den letzten Siein jener Stadt, in welcher Eichhart zurückblieb, sie blickt mit wehmuthsvollem Herzen zurück aus die Markuskirche, zurück auf deu Oogenpalast, sie überschaut noch einmal die bunte muntere Menge des Volkes — da bleibt plötzlich ihr Auge aus dem Antlitze eines Mannes haslen, der sie anschaut, so tief und ergreifend anschaut, als wollten seine Blicke das Boot sesthaiten. Eichhart ruft sie, sich selbst vergessend. Also war er nicht im Dienste, wie er ihrem Manne geschrieben halte? Eichhart winkte mit der Hand, mit Mühe unterdrückte er eine Thräne, die Lady aber weinte, die Gondel stieß vom Lande, Elisabeth sank wie eine gebrochene Lilie zusammen. Aber die Gondoliere ruderten in schnellen Schlägen, in wenigen Minute« befand sich da» Boot an der Seite des Dampfers. Die Diener zu gelangen. Möge diese Bahn von Jenen, welche heute noch der Verfassung ferne stehen, betreten werden!" Aus Paris. Die Blätter enthalten noch keine Details über die Affaire Bonaparte-Noir. Wir müssen uns also vorläufig noch mit den widersprechenden Details begnügen, die der Telegraf bringt. Nach dem Bericht der „Marseillaise" war es der Prinz, der die ganze Affaire pro-vozirte, indem er Noir erst beschimpfte, dann ins Gesicht schlug und dann auf ihn und seinen Begleiter Fonvielle schoß. Der „Coustitutionnel" hat bekanntlich im Gegentheil behauptet, Noir habe den Prinzen geschlagen, worauf dieser zu seiner Selbstvertheidigung schoß. Der Unterschied liegt auf der Hand, nach der „Marseillaise" hätte der Prinz einen Meuchelmord begangen, nach dem „Conftitutionnel" fiele ihm höchstens ein in der Aufregung begangener Todtfchlag zur Last. Das Verfahren gegen den Prinzen ist bisher ganz korrekt. Er sitzt in der Conciergerie gefangen, wo sich für gewöhnlich Mörder, Todtfchläger u. s. w. während der Untersuchungshaft befinden. Der Prinz wünscht, wie es heißt, vor den gewöhnlichen Gerichtshof (die Assisen der Seine) zu kommen; es erscheint nicht ganz unwahrscheinlich, daß seinem Wunsche willfahrt werden wird. Die Aufregung, die in der Pariser Gesellschaft herrscht, fpiegelt sich am deutlichsten in der furchtbaren Anklagerede ab, die Rochefort gegen die Dinastie geschleudert hat, die er mit den Borgias verglich. Es wird nunmehr aus Paris telegrafirt, daß eine gerichtliche Verfolgung gegen Rochefort stattfinden dürste, weshalb,, ist nicht gesagt. Vermuthlich handelt es sich um Artikel in der „Marseillaise." Am 11., dem Tage vor dem Begräbnisse Noirs, sand in Choisy eine öffentliche Versammlung statt, welche jedoch in Folge einer Ansprache des Vorsitzenden sogleich aufgelöst wurde. Rochefort erschien gerade in diesem Augenblicke und richtete an 2ie Auseinander-gehenden folgende Worte: „Morgen haben wir eine ernste Pflicht zu erfüllen. Ich lade Sie alle für morgen 2 Uhr nach Neuilly ein, um unserem Freunde Noir die letzten Ehren zu erweisen. Unterlasten Sie nicht, bei diesem Rendezvous zu erscheinen, das, wie ich hoffe, Uber die Zukunft der Demokratie entscheiden wird. Und jetzt ziehen wir uns zurück." Die Menge begleitete Rochefort unter Hochrufen bis zu seinem Wagen. Trotz des ungünstigen Wetters sanden sich ändern Tags bei dem Leichenbegängnisse viele tausende von Menschen ein. Rochefort harranguirte die Menge von einem Fenster des Trauerhauses aus und wurde oft von dem Rufe: „Es lebe Rochefort," unterbrochen. Doch scheinen dort keine Ruhestörungen stattgefunden zu haben, nur rief die Menge: „Auf nach Paris." Von diesem Vorhaben brachte zwar ein Bruder des Getödteten die aufgeregten Massen für den Augenblick ab, doch sammelte sich später auf den Champs Elyfües eine große Menschenmenge, welche von Chasseurs nach der gesetzlichen Aufforderung ohne Gebrauch der Waffe zerstreut wurde. Rochefort erschien um 5 Uhr° sehr bewegt im gesetzgebenden Körper; man versichert, er werde sein Deputirtenmandat niederlegen. Gegen sechs Uhr fanden Ruhestörungsversuche an mehreren Boulevardspunkten statt. Mehrere Stadtsergeanten wurden verwundet, mehrere Ruhestörer verhaftet, ernste Vorsichtsmaßregeln waren getroffen. Mehrere Kavallerie-Abtheilungen aus den Nachbargarnisonen sind ein-getroffen. Gegen Mitternacht herrschte vollständige Ruhe. Politische Rundschau. Laibach, 14. Jänner. Die Wiener Post bringt die weiteren Detailberichte über die Verhandlungen im Adreßaus-fchuß des Abgeordnetenhauses am 12. d. Baron Tinti beantragte eine neue mildere Stili-sirung der Alinea 5,6 seines Entwurfes, welche nach einiger Debatte angenommen wurde. Abgeordneter Svetec sprach sich gegen dieses Alinea aus, indem er behauptet, die Verfaffungsfreunde seien größere Gegner der Verfassung als ihre Gegenpartei, und zwar ans dem Grunde, weil sie eine Revision der Verfassung für überflüssig zu halten scheinen und eine solche von sich weisen, welche Behauptung di: Abgeordneten Eichhoff und Wolfrum bekämpften und derselben auf das entschiedenste entgegen« traten. Die AlineaS 7, 8, 9, 10 wurden nach längerer Debatte ebenfalls in der Fassung des Berichterstatters angenommen. — In der Abendsitzung wurden zu Alinea 11 verschiedene Amendements gestellt und die Feststellung dieses Alinea der nächsten Sitzung Vorbehalten. Ueber die Alinea 13 entspann sich eine sehr lange Debatte. Der Antrag des Abg. Figuly auf nachstehende Stilisirung: „Das Abgeordnetenhaus wird den von Eu. Majestät Regierung in Aussicht gestellten Vorlagen über die Wahl-resorm für den Reichsrath die sorgfältigste Erwägung widmen, um das volksthümliche Wirken desselben zu kräftigen," wurde mit großer Majorität angenommen. — Gestern beendete der Ausschuß seine Gerathungen, heute findet die dritte Lesung statt. Der Rechnungsabschluß für die Staatseinnahmen und Ausgaben im Jahre 1868 ist erschienen und stellt sich nach den Mittheilungen eines Wiener Blattes als sehr günstig dar. Es betrngeu alles in allem die wirklichen Ausgaben 334,968.163 Gulden, während um 2,230.010 Gulden mehr präliminirt worden waren. Die wirklichen Einnahmen betrugen 325,251.333 fl., während im Vorschlag nur auf 289,394.549 fl. gerechnet worden war. Mithin ein Plus von 35,856.784 fl. gegen den Voranschlag. Diese Mehreinnahmen wurden erzielt durch größere Erträgnisse im Zollgefälle um mehr als 5 Millionen, im Ver-zehrungSsteuergesälle um mehr als 6 Millionen durch größeren Tabakverschleiß und durch die größeren Einnahmen an unmittelbaren Gebühren. Die Hauptpost in der Mehreinnahme bilden jedoch 15 Millionen, welche über den Voranschlag hinaus aus dem Verkauf der Staatsgüter einge-gangen sind. Der dalmatinische Aufstand neigt sich immer mehr und mehr zu Ende. Am Dienstag fanden sich, dem durch ihre Knezen früher gegebenen Versprechen nachkommend, bei 300 Crivoäcianer bei dem FML. Baron Rodich ein, um ihre tiefste Reue und Unterwerfung auSzufprechcn, um die allerhöchste Gnade zu bitten und ihre alte Treue für Se. Majestät erneuert zu versichern. Der Aufforderung, ihre Gewehre zu strecken, kamen sie augenblicklich ohne Widerrede nach. Nachdem ihnen FML. Baron Rodich eine scharfe Rüge über ihr jüngstes Verhalten er-theilt und ihnen eindringliche Lehren für die Zukunft gegeben, verkündigte er ihnen den allerhöchsten Gnadenakt der Amnestie und bewilligte denselben die Gewehre zur eigenen Sicherheit wieder aufzunehmen, worüber ein enthusiastisches, endloses Avw aus Se. Majestät und eine allgemeine dreifache Salve erfolgte. ES erübrigt nur noch die Pazifikation von Pobori. Die baierifche Abgeordnetenkammer hat ihr Bureau jetzt definitiv gewählt. Die Ultramontanen siegten bei allen Wahlen. Vom Konzil wird gemeldet, eine kleine Anzahl von Bischöfen hätte sich zum Zwecke einer Verständigung behufs vereinten Zusammenwirkens versammeln wollen, und der Erzbischof von Paris. Bischof Dupanloup, der Bischof von Grenoble, Kardinal v. Rauscher und zwei andere deutsche Prälaten, Erzbischof Kenvick und zwei andere amerikanische Bischöfe traten in der Wohnung des Erzbischofs Darboy zusammen. Am 2. Jänner indessen wurde ihnen vom Hofe aus angezeigt, daß solche Meetings in Rom nicht geduldet werden könnten. Aus Bischof StroßmayerS Rede wird noch der nachstehende starke Satz bekannt: Bedenkt, meine ehrwürdigen Brüder, die Position, in welcher Ihr diesen Männern gegenüber steht. Sie sind cs, die alle Anordnungen des Konzils zucechtfchneiden und bestimmen. Bedenkt, daß die Bestimmungen, welche Ihr im Begriffe steht, mit der höchsten Autorität kirchlicher Lehre zu umgeben, von diesen Männern entworfen, verarbeitet, abgefaßt und niedergeschrieben sind." Diese Aeußerung zog dem Redner einen Ordnungsruf zu, was ihn jedoch nicht hinderte, mit gesteigerter Heftigkeit fortzufahren. Der Jesuitengeneral Bekx suchte den Angriff im Privaigespräche mit einigen Kardinalen abzuschwächen. „Was wollen Sie?" — sagte er später einer hohen Persönlichkeit gegenüber — „Msgr. Stroßmayer hat Recht. Niemand kann mehr als ich dir Ausschreitungen der „Civilta Cattolica" beklagen. Ich wußte, daß ihre ungemäßigte Sprache dem Orden Haß zuziehen würde, obschon er mit aller Welt in Frieden zu leben wünscht, und ich befahl den Mitarbeitern, sich zurückzuhalten, um kein ferneres Aergerniß zu geben. Allein sie wurden durch einen höheren Willen als der meinige angetrieben, auf derselben Bahn fortzu-sahren, und weit entfernt, ihnen Schweigen auflegen zu dürfen, mußte ich selbst verstummen." DaS war seit jeher die Art der Jesuiten, die schwere Schuld auf andere zu wälzen und auf Anklagen mit Verdächtigungen zu erwideru. Dem Papst mißfällt ungemein die Opposition der Bischöfe, die sich trotz aller drakonischen Repressalien geltend macht. Er macht deshalb seinem Aerger in Witzen Luft und meinte neulich: „Bei jedem Konzil gibt es drei Perioden: die Periode des Teufels, die sehr kurz ist; dann die Periode desMenschen, die mehr oder weniger lange dauert; endlich die Periode des Hl. Geistes, der das letzte Wort hat und alles in Herrlichkeit endigt." DaS Konzil befindet sich somit gegenwärtig noch in der Periode des Teufels. Ein schönes Kompliment, welches Pius IX. seinem Parlament macht Die offiziöse „Italien. Corr." drohte bereits gegenüber allfälligen jesuitischen Beschlüssen des Konzils mit einem offenen Abfall vom Stuhle Petri; nun verbreitet sich ein Berliner Korrespondent über die Haltung, welche Preußen dem Konzil und seinen Beschlüssen gegenüber einzuhalten beabsichtigt. Die „preußische Regierung," so heißt es in einer inspirirten Berliner Korrespondenz der „Magdeb. Ztg.," „theilt nicht die Furcht vor den Beschlüssen des Konzils, die in ziemlich weiten Kreisen verbreitet zu sein scheint." In Preußen nimmt die katholische Geistlichkeit keine exzeptionelle Stellung ein, sondern Bischöfe, Kapläne und Mönche stehen unter der Besugniß des Straf-rechtes wie jeder Laie. Es ist auch deshalb eine wohl in unnöttiiger Furcht begründete, aber keineswegs berechtigte Forderung, daß der preußische Staat sich in die kirchlichen Angelegenheiten, welche auf dem Konzile verhandelt werden, einmifchen sollte. ES ist vollkommen genügend, zu wissen, daß, wenn in Folge von Konzilbeschlüssen Uebergriff«- der katholischen Geistlicbkeil auf das staatliche Gebiet erfolgen sollten, das strasgerichtliche Verfahren gegen dieselbe eintreten würde." Die „N. Fr. Pr." berichtet über einen ernsten Zwiespalt zwischen Kaiser Napoleon und seinen neuen Ministern, welche durch die Forderung des letzteren auf Absetzung des Polucipräseeten Pietri, Ersetzung des Kriegsministei'S General Leboeuf durch den General Trochu, einen Orleanislen, und Reduktion der kaiserlichen Garde auf 12.000 Mann hervorgerufen wurden. Man sprach auch von einer beabsichtigten Arbeilerdcmonstration gegen die Absetzung des — baulustigen — Pariser Präfecten Haußmann und die Börse war beunruhigt durch die in den ob-rsten Regionen herrschende Spannung, in Folge dessen ballen der Reute. ^cdru-Rollin erhielt die Freiheit, ungehindert nach Frankreich zurückzukehren. Wer den Mann und den mächtigen Einfluß kennt, den sein Name immerfort aus die Mass>„ übt, wird hierin eine schätzbare Bürgschaft erblicke», daß das neue Mliiisterinm es lojal mit der Neugründung der Freiheit in Frankreich meint. Zur Tagesgeschichte. — Der „N. Fr. Pr." wird aus Berlin tele-grafirt, daß der Besuch des Erzherzogs Karl Ludwig in Berlin dem Hofe bereits offiziell notifizirt sei und in nächster Zeit bevorstehe. — Das Statut für die Landwehr wird, wie der Grazer „Tagespost" geschrieben wird, nebst Besetzung der noch offenen achtzig Landwehr - Bezirks-evidenzpösten durch Hauptleute des Pensionsstandes in diesem Monate erfolgen. Die für Steiermark entfallenden vier Landwehrbataillone erhalten die Nummern 17, 18, 19 und 20, und rolliren sich in den Stabsstationen Leoben, Graz, Marburg und Cilli. Die Uniformirung der Landwehr ist jener des stehenden Heeres ganz gleich, nur wird die Landwehrinfanterie graue Beinkleider und auf den Knöpfen die Bezeichnung „Landwehr" tragen. Die Landwehr der diesseitigen Reichshälfte ist bereits auf einen Stand von 120.000 Mann gebracht. — Ein in Ban begriffenes Haus in Fünfhaus bei Wien stürzte vorgestern Mittags, kurz nachdem sich die dabei beschäftigten zwanzig Arbeiter entfernt hatten, plötzlich mit fürchterlichem Gekrache zusammen. Menschenleben sind zum Glücke keine zu beklagen. Die Ursache soll das Zusammenbrechen des Mittelpfeilers sein, ans dem beinahe die ganze Last des zwei Stock hohen Neubaues ruhte. — Aus Prag, 9. Jänner, meldet der „Wanderer:" Die Voruntersuchung in der Petarden-affaire ist beendet, und gestern wurden fämmtlichcn Verhafteten die Anklageschriften zugestellt. Vinzenz Korber soll des Hochverrates, der öffentlichen Gewaltthä-tigkeit und der Münzfälschung; Wilhelm Korber des HochverrathS; Josef Großmann des Hochverrats; Johann Chaluppa der öffentlichen Gewaltthätigkeit, und Johann Fiala des HochverrathS und der öffentlichen Gewaltthätigkeit beschuldigt sein. Die Schlußverhandlung dürste Ende dieses oder Anfangs des nächsten Monats stattfinden. — In Przibram soll dieser Tage der Räuberhauptmann Langhammer gefangen genommen worden sein. Es war ein ziemlich hoher Preis auf feinen Kopf gesetzt. 20 seiner Getreuen sitzen bereits in Prag. Jenes nette Mannsbild ist ein gebürtiger Przibramer, war Gendarm-Führer und zuletzt Häuer im Silberbergwerke dortselbst. — In Pilsen ist am 5. Jänner am neuen Aktienbranhause ein Gewölbe ein gestürzt, wobei drei unter demselben an einem Kanale beschäftigte Arbeiter verschüttet wurden. Dieselben sind rettungslos verloren, da ein Ausgraben innerhalb drei bis vier Tagen unmöglich schien. Lokal- und Provinzial-Angelegenheiten. Lokal-Chronik. — (Berichtigung.) Wir erhalten vom Herrn Dom - und Stadtpfarrer Josef Snpan folgendes Schreiben: Zur Berichtigung der in Nr. 6 vom 10. Jauner d. I. aus der „Grazer Tagespost" entnommene», im „Tagblatt" mit Bemerkungen begleiteten Notiz Uber meine am Neujahrstage (nickt am v o r l e tz t e u S o u u t a g e) in der hiesigen Doinkirche in slove»ischer Sprache gehaltenen Predigt, ersuche ich auf Grund des ß 79 des Preßgesctzes nachstehende Erklärung in das nächste Blatt aufzunehmeu: „Die mir in den Mund gelegten Worte: „Glücklich seid ihr, die ihr nicht lesen kön 4.0°). Barometer 327.28"', im steigen. Das gestrige Tagesmittel der Wärme — 0.7", um 1.4° über dem Normale. Angekommene Fremde. Am 13. Jänner. Hostnig, Kausmann, Wien. — Wolheim, Pest. — Nolli, Oberlaibach. — Wunder, Handels-Agent, Wien. — Spitzer, Kaufmann, Wien. — Koren, Besitzer, Unterkrain. — Gras Lichtenberg, Prapretschhos. Ogorenc, Kaufmann, Rudolfswerth. — Beck, Kausmaun, Wien. — Weihermann, Göppiw gen. — Reinitz, Fabrikant, Wien. — Rnkl, Kaufmann, Wien. Gedenktafel über die am 16. Jänner 1870 stattfindenden Lizitationen. 1. Feilb., Sparovic'sche Fahrnisse, Weixelburg, 46 fl., BG. Sittich. Erledigung: Dienersstelle beim Bezirksgerichte Rad-mauusdorf. 250 fl. Binnen 14 Tagen beim Landesgerichts-präs. Laibach. Theater. Heute: Der Freischütz. Oper in 4 Akten. Morgen: Fecbter von Ravenna. Schauspiel in 4 Akten. Frl. Berg ans Graz als Telegramm. Wien, 13. Jänner. Die Demission der Minoritätsminister ist angenommen. Zk Epileptische Krämpfe (Fallsucht) (16-7, heilt brieflich der Spezialarzt sür Epilepsie Doktor O. ILttttMQl» in Berlin, Mittel-straße 6. — Bereits über Hundert geheilt. Wiener Börse vom 13. Jänner. Geld Ware SPerc. österr. Währ. . —.— —.— dto. Rente. öst.PaP. 60.80 «0.70 dto. dto. öst.inSilb., 70.80 70.7« Sole von 1854 . . .j SV.- 80.L5 Lose von 1880, ganze, 98,80 98. Lose von 1860, Fünft.'104.50 »15.— Priimiensch. v. 1884 . II7.SU I 17.70 SrnL5 kroat. u. Slav. 5 Siebenbürg. „ S Lottsa. Nationalbank . Kreditanstalt . . . N. ö. EScompte-Ses. Analo-österr. Bank . Oest. Bodencred.-A. . Oest. Hvpoth.-Bank. Steier. LScomxt.-Bk. Ikais. gerd.-Nordb. . Südbahn-Gesellsch. . ikais. Elisabeth-Bahn. Larl-Sudwia-Bahn Siebend. Eisenbahn. »ais. Franz-JosesSb.. Aünsk.-Barcser E.-B. Llsöld-gium. Bahn . Nation, ö.W. verloSb. 93.25 llng. Bod.-Lreditanft. SV.Su Sllg.iist.Bod.-Tredit. 107.25 dt«, in 3» S. rück,. .? 89.- 92.50 SS.SU ^ 88.-j 94.-' 79.-! 7S.75 8L.SU 84.— 75.— ! 75.50 ! .743.-745.-283.80 S8S.8V 904.- SU7.- 325.50 328.— 298.— 300.— »ü.— 87.- SI6S 2I7V LbS.80 258.-187.L5 187.50 237.25 238.— 167.->I67.5V 185.50 188.— ,181.50 182.— '171.75 172.- 83.50 St.— 1V7.7S 89.50 Geld Ware Oest. Hypoth.-Bank . 98.— 98.50 r>rIorttLt«-<1dUs-! Südb.-Ges.zuSOOFr. 121.— 121.25 dto. Bons 6 PCt. 248.— 247.— Nordb. <100 fl. CM.)! »I.7S 92.5» Sieb.-B.(200st.ö.W.) 8S.5N 8S.70 Rnd°lf«b.(30Ufl.ö.w.) S3.— S3.2S granz-Ios.(2U0fl.S.) 92.90 »3.40 I-oss. Sredit 1U0 fl. ö. W. Don.-Dampssch.-Ges. ,u 100 fl. EM. . . Triester 100 st. CM. . dto. 50 fl. ö.W. . Ofener . 40 fl. ö.W. Salm . „ 40 „ Palssy . „ 40 „ C'arv . „ 40 „ St. GenoiS» 40 „ Mndischgrätz 20 . Waldst-m . 20 „ Keglevich . 10 , RudolsSstist. 10 ö.W. V»ok»»I <3 Mon.) AugSb. lOOfl.südd.W. Franks. 100 fl. „ „ London 10 Ps. Sterl. Paris 100 Franc» . mttoLSL. Kais.Müni-Duc-ten. 20-FrancSstück . . . BereinSthaler . . . Silber . . 157.50 15».— 95.— 124.— 68.50 33_____ 42. 3». 50 35.50 32.50 20.— 21.50 15.— 16.— I02.8U 102.70 123.10 48.85 S.7S» 9.81' 1.81 120.25 96.— 128 — 64.50 34.-4».— »I.— 38.50 33.50 21.— 22.50 15.50 16.50 102.70 102.90 123.20 48.90 S.80> 9.82 1.82 12U.75 Telegraphischer Wechselkurs vom 14. Jänner. Sperz. Rente österr. Papier 60,35. — 5perz. Rente österr. Silber 70.40. — 1860er Staatsanlehen 98.40. — Bankaktien 740. — Kreditaktien 262.10. — London 123 20. - Silber 120.50. - K. k. Dukaten 5.80. Verleger und für rie Redaktion verantwortlich: Ottomar Bamberg. Druck von Jgn. v. Kleinmahr L Fed. Bam berg in Laibach.