Nro. 50. LMcher HV^ Zettmg. -----------MUMM»------------ Fveytag den 24. Brachm. 1791. / Inländische Nachrichten. LVien den iZ.Brachm. Die hiesige Polize'.)diref.ion hat in zwey Buchdrucke-vnen ein ohne Erlaubniß der Censur gedrucktes Werk in Beschlag genomen. Von dem Inhalte, der in Absicht auf gewisse Gegenstande sehr anzüglich isi, läßt sich gar nichts erwähnen. Der Verfasser desselben , welcher eine sehr starke Auflage in verschiedenen Sprachen veranstalten ließ, leidet außer der ihm noch bevorstehenden Ahndung sehr grossen Schaden. — Ein gemeiner Landmann, dessen Arzneyfunde sich bloß auf eine vielmahlige Erfahrung gründet, soll sich bey Sr. Durchlaucht dem Fürsten Aloys von Lichtenstein ge-weldet, und sich erboten haben, Hochdie-se'ben von Dero langwierigen Krankheit (län lich herzustellen. Man wünschet, daß dieler Landar t mis dem Gebrauche seines Geheimnisses so glücklich seyn möge, um diesen allgemein geschätzten Fürsien von dem Uibel auf immer zu befreyen. — Nach Briefen aus Mayland vom i. Brachm. fahren Se. Maj. der Kaiser sort, sich mit Beförderung der Wohlfahrt Ihrer getreuen Unterthanen zu beschäftigen. Den Zi. May war in Mayland auch die Erzherzogin Maria Theresia, des Erzherzogs Ferdinand Tochler und des Herzogs von Aosta Gemahlin, aus Turin eingetroffen, um Ihre durchl. Eltern zu besuchen, und Sr. Maj. Ihre Verehrung zu bezeugen. — S. k. k. Maj. haben den Vizepräsidenten bey der k. auch k. k. Finanz - Hosstelle, Freyherrn v. Degelmann, zu Dero wirklichen erblandischen geheimen Rath zu ernennen geruhet. — Se. k. k. Maj. haben zur Aufnahme und Verbreitung der un« garifchen Sprache den Hrn. Andreas Valyi, bisherigen Visitator der Normalschulen, als Lehrer der ungarischen Sprache und Litteratur an d?r königl. Universität zu l Pest angestellt. Am 7. d. M. wird dessen l Lehrfach, bey einem grossen Zusammen« « fiusse von Personen aller Stande, feyer-r lich eröffnet. Rozen den 14. Vrachm. Seit ein paar Wochen wechseln hier b-standig eine Menge Kurriere, die von und zu unserm Monarchen aus und nach Italien eilen. Pm Freytag vor 8 Tagen langte ein englischer Kurrier hier an, welcher nach Italien gieng um Se. Maj. aufzusuchen, und am lebten Freutag kam er schon wieder zurücr. Er hat Se. Maj. in Mailand getroffen,, wo er zweymal Audienz hatte. Am Donnerstag frühe ist wieder ein preussischer Major als Kurrier an Se. Maj. nach Italien hier durch passirt, und des nämlichen Tags Abends kam der Baron von Bischofswerder, General und Minister des preußischen Hofes hier an, der sich ebenfalls aufs schleimigste nach M Spahi daselbst zur Bedeckung stünden. Roman den 2. Rr^chm. Am 28. lagerten sich 6coQ Russen unweit von hler jenseits des Flusses Strcth. Diese Truppen ( Z Kavallerie, und 3 Infante-rieregimenter) wollten wegen einer bessern Strasse durch unser Territorium marschi-ren; weil wir aber die bewaffnete Neutralität beobachten, so wurden sie zurück gewiesen. Ein Lager bey Shlozoben, wo vor einem Jahre G. F. M. L. Baron Staader gestanden , wird durch 4 Regi-Melner be oqen, da die Türken bey Silistria eine Brücke über die Donau schla« gen wollen, welches G. M- von Horvath kornmandirm soll, und müssen eiligst bey Ntd achten Orte die 5> ckosen errichtet wer-^; dennoch hat weder^rdödy, noch Szeck-'tr Hussaren / noch das 2te Mallachische Regiment vorzurücken, welche 3 Regimen- ter nebst dem ersten SMer Infanterie,' also 4 in der Moldau lkgen, Befehl ad-zumarschiren, welchen Befehl aber sie alle Stunde erwarten. Ballesiz be? Rra/ova den 29. Ma?« Zur Neuigkeit kann ich ihnen schreibeNf daß nicht weit von Bukarest die Türke«? den 2s. May über die Donau eine Brn-ke schlagen wollten, welches ein Lieutenant vom Barkoischen Hussarcnreglmente wahrnahm. Da er nichts gutes vermuthete, meldete er dem Divisionskommandanten dieses Unternehmen. Nachdem dcr Divisionskommandant davon benachrichtiget war, versuchten die Türken wirklich in Hiele» Schiffen über die Donau zu sezen, um die Brüke zu schlagen. Der Staabsoffizier ließ ihnen sagen , sie sollen sich nicht unterstehen überzusetzen, sonst würde er sich gezwungen sehen, auf sie zu fcuern. Dle Türken achteten nicht darauf, und kamen herüber. Hierauf ließ der Divisionskommandant unter sie fcuern, und richtete eine solche Niederlage an , daß soc> T^ken ge-tödtet wurden, wobey 40 Hussaren vo» den unsren auf dem Plaze blieben. — Von dem Regiment? des Er.herzog Pala. tinus sind auch einige Hussarm, welche auf dem äußersten Vorposten standen, verwundet, und nach Klajcva ins Spital aebracht worden. — Unsere Bojaren sind M solcher Furcht, daß sie alles zusammen paken, und vergraben , damit, wenn die Unsrigen aufbrechen, sie nm allem Hab und Gut abziehen können. L Sind Sie vom Departement der Mliudung der Rhone? " Nein ! „ — von welchem denn? ^ vom Departement der Themse. /, — Wie heißt Ihr Vner? " G'^org. „ Was für ein Geschäft hat er ? " Er ist König von England. „ — Betrogen gab sogleich der Schreiber d?m Herrn Au/zust Friedrich, dem Sohne Hrn. Georgs aus dem Departement der Themse, einm Paß, und wünschte ihm glückliche Reise. — Zwischen dem Kabinete des Prin^n Ero^ statthalters, und zwischen den Kurhöfen, bemerket man gegenwärtig einen starken Briefwechsel. Im Ha^g spricht man laut davon, daß vor künstigen Wintcrm. die beoden Provinzen Lothringen und Elsaß nicht mehr fran öfisch ftyn werden ; wenigstens tragen einige Neichssürsten darauf an, dieses mit Hülfe des gesammten Reichs zu Stande zu bringen — Es scheint, daß wir das Vergnügen haben werden einen zweyten Cagliostro in Deutsch« land auftretten ,»u sehen. Der geharnischte Mezger, wovon unsre Zeitung die Erscheinung in Sachsen entdekte , wandert durch das römische Reich, spielt allerhand Komparsen , und zeigt wenigstens Muth genug um ein grosser Schelm zu werden. -^ Friedrich Wilhelm wird nicht nach Preußen abgehen ; die Pohlen haben de» Durchmarsch der preußischen Truppen abgeschlagen , und sich neutral erkläret. Nachtrag zu N)ien. Alles sieht auf einmal kriegerisch aus, der Hofkriegsrath hat dieser Tagen 609,000 Gulden gefaßt , das Schiffbauamt muß auf das schleunigste 6o Schiffe herstellen, und a/hen bereits eine Menge Schisse mit Munizion an die mitere Grenze. Was dies alles noch für ein End nehmen wird, will ich gerne sehen. Wird alle Dienst - und Freytaqe nachmittaas um 4. Ukr auf dem Platze N". 183. in der von Kleinmayerschen Buchhandlung ausgegeben.