Echriftleinmß: »«chauSgaffe Rr.». Irint» M. 11, talrrntn. ««,<»»»»»-- r»,»Ho« Wut«, fn ?»ni-litt Mm 11—1» tli« HOL («llaiba »rrbra «lchi ■Mttlrte*. saanüi'r ft*- »l«l kttaOUktitl. Iltl,»«,-»»»» Im >u taMltni HT tiilln« fr» Int ««dich»» cat|tt,»i«»it»rrn »m dUkOeret (sit|(Un den letzten Tagen westlich von CzartorySk einen iiil in die Fiont der deutschen und österreichisch-uzarifchen Truppen getrieben. Gestern fingen wir itch Heranführung von Refeiven zum Gegenangriff ihr. Der Feind wurde bei Okonks von drei Seiten frfa|t und geworfen. Seine Versuche, diesen bedräng-in Abteilungen durch Angriffe nördlich von Czar-tnytk und gegen Kolli Luft zu schaffen, scheiterten w Widerstande der deutschen Truppen. Die südlich m> Kolli kämpfenden Kräfte deS Generals Grasen Winterfrische „Heesperre" 1500 Meter SeeWe. In den .Bvzener Nachrichten" lese« wir sol» Mit heilere Einsendung von Tiroler Landeiver-«dizern: Die Direktion der alpinen Gesellschaft „Die adertsüßler" erlaubt sich die P. T. Herren der I traten Dion. zur Besichtigung der neuauSgebauten | v'iitersrische „Seesperre" geziemend einzuladen. Großartiges Pauorama, ozonreiche, mit Ekra-Ififcmpijn geschwängerte Höhenluft, sehr zu empseh-filr Bleichsüchtige und Nervenschwache. Seebäder W ja sechs Grad EelsiuS. — Reizende «pazier-ljivzi in die Mtnenlager und Schlingselder, herrliche | Hn^ebung und Ausschuß am Monte Nero. I« Zentrum, wildromantisch gelegen, das be-| fcnle und bestrenommierte „St. Eindrecher-Schutz-JJni". Dasselbe ist mit allem Komfort der Neuzeit I uigfftattet. Betten mit Latschenspruugsedermatratzen, 1 kan>'ackkci>polster. Bei länger »«haltendem Regen Drache und Schlammbäder im HauS. In allen Zim «ni Kaltwasserheizung. Freilust W E. mit Natur | «fnsvülung. Hand, und Nagelpflege mit testen Mchtfcheren, Lchweißpstege nach dewähiter Art, Herberstein brachen zuletzt überraschend aus ihren Gräben vor und trieben den Gegner, 2 Offiziere und 600 Mann gefangen nehmend, in die Flucht. Insgesamt wurden bei den noch nicht abgeschlossenen Kämpfen am Kormin und am Styr seit dem 18. fc. 15 rusiische Offiziere und 3000 Mann als Gefangene, ein Geschütz und acht Maschinengewehre al« Beute eingebracht Auch gegen unsere Streitlüste in Litauen unternahm der Feind mehrere Angriffe, die zum Teile bis in unsere Stellungen führten, aber alle restlos abgewiesen wurden. Der Stellvertreter deS ChesS des GeneralstabeS: v. Höfer, Feldmarschall Leutnant. Die Berichte der Deutschen Obersten Heeresleitung. Heeresgruppe deS Generalseldmarschalls von Hindenburg. 20. Oktober. Nordöstlich und nordwestlich von Milan machten unsere Truppen weitere Fortschritte. Wir nahmen mehrere feindliche Stellungen. Heeresgruppe des Generalseldmarschalls von Hindenburg. 21. Oktober. Nordöstlich von Mitau gewannen wir daS Dünaufer von Borkowitz bis Berfemünde. Die bisherige Beute der dortigen Kämpfe beträgt im ganzen 1725 Gefangene, sechs Maschinengewehre. Heeresgruppe des Generalseldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern. Oestlich von Baranowilfchi wurde ein russischer Angriff durch Gegenangriff abgewiesen. Heeresgruppe des Generals von Linsingen. Am Ltyr in der Gegend von Cartorysk nahmen die örtlichen Kämpfe einen größeren Umfang an. Bor erheblicher Ueberlegenheit mußte ein Teil einer dort käinpfendcn deutschen Division in eine rückwärtige Stellung zurückgehen, wobei einige bis zum letzten Augenblicke in ihrer Stellung aushar-rende Geschütze ve. leren gingen. Ein Gegenangriff ist im Gange. Heeresgruppe deS Generalseldmarschalls von Hindenburg. 22. Oktober. Starke russische Angriffe gegen schmerzlose Hühnerougenoperationen mit Steinmeisel und Sprengkapseln Gymnastischer UebungSplatz. Für Leichtathleten Holzhauen, Steineklopsen, Baumfällen, Handgrana. tenwerfe«, Rasenziegelstechen. Tauziehen a« Stachel-drayt. Bockspringen über spanische Reiter, Flammen-Minen- und Schelnwersern, Dauerlauf auf Schrap-nellwiese, Weitspringen über Granailöcher. Für Schwerathleten liegen genügend 16- und 21>Zenti-meter-Bomben aus. Für abwechslungsreiche Unterhaltung sorgt so-wohl daS k. k. als auch das kgl. italienische Ber-gnügungSkomitee. Schießbuden mit zurücklaufenden und fallenden Figuren. (Zielsernrohrstutzen stehen den P. T. Giften ksstenloS zur versügung.) In sehr schönen Nächten arrangiert daS rührige k. k. Komitee sehr lohnende GesellschastSauSflüge zu dem in südlicher Ruhe gelegenen Aussichtspunkt „Zur Feldwache". (Tour und retour zwei Stunden.) Das hier gastierende Ensemble, unter der Lei-tung des bestbekannten Direktors Cadorna, führt allabendlich mit größtem Lachersolg feit drei Monaten d'AnnunzioS Posse „Viel Lärm um nichts" oder „Als die Römer fiech geworden" auf. Bei Eintreten der Dunkelheit festliche Beleuch-tung sämtlicher Anlagen mit Luftraketen und Schein wersern. Zahlreiche sonstige phrotechnische Knall-effekle. Für passionierte Jäger: „Jagd auf Mäuse, unsere Stellungen in den Seen Engen bei Sadew (südlich von Kdsjany) wurden abgewiesen. Heeresgruppe deS Generalseldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern. Auf breiter Front griffen die Russen nordöstlich, östlich und südöstlich »on Baranowiischi an; sie sind zurückgeschlagen. Oestlich von Baranowitschi wurden in ersolgreichem Gegenangriff acht Offiziere. 1140 Mann gefangen genommen. Heeresgruppe des Generals von Linsingen. Unser umsafsend angesetzter Gegenstoß westlich »on EzartorySk hatte Erfolg. Die Rusien sind wie-der zurückgeworfen, die Verfolgung ist angesetzt. In den Kämpfen der letzten Tage fielen dort IS Lffi-ziere, über 3600 Mann in unsere Hand, ein Ge« schütz, acht Maschinengewehre wurden erbeutet. Der gestern gemeldete Verlust einiger unserer Geschütze wurde dadurch veranlaßt, daß ruffische Abteilungen Nachbartruppen durchbrachen und im Rücken nnserer Artillecielinie erschienen. ES sind sechs Geschütze ver» loren gegangen. Gegen Frankreich. Große« Hauptquartier, den 20. Oktober. Bei einem Erkundungsvorstoß nordöstlich Prunay in der Ehampa. ne machten wir vier Offizier», 364 Mann zu Gefangenen und erbeuteten drei Maschinenge' wehre, dre» Minenweiser und »iel Gerät. Bei Mid-delkerke wurde ein englisches Flugzeug herabgeschos« fen; die Insassen sielen in Gefangenschaft. Der Krieg gegen Italien. 20. Oktober. Amtlich wird verlautbart: DaS starke Artillerieseuer gegen unsere Stellungen an der Jsonzosront hielt auch gestern den ganzen Tag über an. Gegen die Hochfläche von Doberdo nahm es in den Nachmittagsstunden noch an Heftigkeit zu. Die italienische Infanterie griff im Krngebiete gegen den Brückenkopf von Tolmein, dann gegen den Monte Sabotino, den Monte San Michele und östlich von Permegliano an. wurde aber überall unter großen Verlusten zurückgeschlagen. Auch an der Tiroler Front kam es gestern zu größeren Kämpfen. Bei Tre-Saffi und auf der Hochfläche von Vielgereulh schlugen unsere Truppen je zwei Angriffe ab. Die Kreuzottern, Läuse und Katzelmacher." Unbegrenzter Abschuß! Für Mineralogen und Botaniker sehr inte-ressanteS. wie auch lehrreiches Gebiet. Erstere finden reiche Ausbeute in Eisen (Spreng-stücken), Kupser (-Ringen), Mefflng (-Zündern), Stahl (^Mänteln) und Blei (-Kerne) us». »sw. Letzteren steht die weitverzweigte Kakteenzucht, sowie die herrlichste Alpenflora zur Verfügung. Kurarzt, SanititSral Prosessor Dr. Wachtmeister, Spezialift für Brust-, Bauch- und Nierenschüsse. Vorzüglich kalte Küche, Gula'ch- uud Hachee» konserven zu jeder Tageszeit. Für Magenkranke leich-teste Kost. Bei regerem Fremdenierkehr sofortige Pöllerschüsse mit unerreichtem Echo. Für genügend Steinschlag und Steinlawinen ist besten» gesorgt. Die neuesten italienischen und ruffischen Renntelegramme liegen stets auf. Nach vollzogener Kur steht dem P. T. Gästen im Lepenjetal ein EntlaufungSapparat kostenlos zur Verfügung. Zur gefälligen Beachtung! Die P. T. Gäste «erden gebeten, das Waschbecken nur ln der Zeit von 8 bis lO Uhr vormittags und von 2 bis ü Uhr nachmittags zu benutzen, da dasselbe sonst als Koch-und Trinkwasierbehälter verwendet wird. Die Direktion der alpinen G. m. b. H. Die Hundertfüßler. >&«ue 2 Seutfuje Kniaätt Nummsc?» - Gesechte bei Tre-Sassi führten stellenweise zum Handgemenge. In Judikarien, wo der Feind gleich' soll« eine erhöhte Tätigkeit entfaltet, zogen sich unsere vorgeschobenen Abteilungen auf die Hauptwider-standSl'nie zurück. 21. Oktober. An der ganzen Südwestfront sind Kämpfe großen Stile« im Gange. In Tirol brachen gestern zahlreiche starke Angriffe der Italiener an unseren festen Stellungen zusammen. So schlugen unsere Truppen aus der Hochfläche von Vielgereuth in der vergangenen Nacht sech« A.'griffe zurück und wiesen gestern tagsüber den anstürmenden Feind dreimal ab. Da« gleich; Schicksal hatte dort ein heute nacht mit sehr starken Kräften geführter An-griff des Feindes. Auch in den Dolomiten sind neue italienische Angriffe am Col di Lana. am Monte Sies und bei der Grenzbrückt südlich Schlu-derdach abgewiesen worden. Der Feind, der sich in diesem Gebiete schon tagelang abmüht, konnte nir< gend« auch nur den geringsten Erfolg erzielen. Am karnischen Kamm wurde westlich des Wolay«-SeeS ein Angriff italienischer Alpentruppen zurückgefchla-gen. Im Küstenlande hat sich das seindliche Artil-lerieseuer zu größter Heftigkeit gesteigert und hielt tagsüber gegen die ganze Jfonzofront an. Annähe« rungSversuche fein)licher Infanterie und technischer Truppen scheiterten in unserem Infanterie- und Ma-schinengewehrfeuer. 22. Oktober. Wie erwartet, hat gestern vormit-tag nach mehr als üOftündiger Artillerievorbereitung der allgemeine Ansturm der Hauptkräfte deS italie-nischen Heere« gegen unsere Stellungen im Küsten-lande begonnen, der dritte in sünfmonatiger Krieg«-dauer. Auf dem Krn, in den Stellungrn des Tol-meiner Brückenkopfes und namentlich am Plateau von Doberdo wird erbittert gekämpft. Der gegen den Krn-Stützpunkt angesetzte Angriff deS Mobilmiliz-Regimentes Nr. 119 brach unter außerordentlich schweren Verlusten zusammen; ein zweiter Angriff in diesem Raum scheiterte im Feuer unserer tapferen Verteidiger nach kurzer Zeit. Da» Vorfeld unserer Stellungen ist mit italienischen Leichen bedeck». Im Tolmeiner Brückenkopf lichteten sich die feindlichen Angreifer hauptsächlichst gegen den Mrzli Vrh und den Südteil unserer VerteidigungSfront; alle An-griffe wurden blutig abgewiesen; an einzelnen Stellen, wo der Gegner beim ersten Sturm in unsere vordersten Linien einbrach, warfen wir ihn im Ge-genangrifse wieder zurück. Auch hier sind die Ver« luste der Italiener sehr groß. Am Monte San Mi-chele drangen starke seindliche Keifte am Nachmittag in unsere Schützendeckungen ein. Durch den folgenden Gegenangriff wurden sie überall zurückgeworfen. Die früheren Stellungen sind wieder in unserem Be-sitze. Nach mehrfachen Angriffen gelang es den Italienern auch im südliche» Nachbarabschnitte in un« sere Schützengräben einzudringen; keiner von ihnen kam zurück. Die Südwestfront der Hochfläche war gleichfalls der Schauplatz blutigen Ringen«. Die Kämpfe führten vielfach zum Handgemenge. Die Ver-luste des Feinde« sind hier besonder» schwer. Wäh-rend der eben verflossenen Nacht dauerten di« Kämpfe an der Hochfläche von Doberdo mit unverminderten Kräften fort. In Kärnten wurden schwächere An-griffe am Hochweißenstein (Monte Paralba), in der Plöckengegend und im Scebachtal abgewiesen. An der Tirolerfront nach wie vo- heftige Geschützkämpfe. In den Dolomiten brachen sich neue italienische An-griffe an unseren festen Stellungen. Der Stellvertreter de» Chef« des Generalstabe» v. Höfer, Feldmarschalleutnant. Am Balkan voran! Österreichischer Bericht. 20. Oktober. Amtlich wird »erlartbart: Die in der Macva vordringenden österreichisch-ungarischen Truppen nähern sich Schabac. Bei Ripanj und süd-östlich von Grocka warfen wir den Feind au« einer stark besetzten HShcnstellung, Deutsche Streitkiäste erkämpften sich südlich »on Semendria den Ueber» gang über die untere Ralja und gewannen südöstlich von Pozarevac in der Richtung auf Petrovac erneut Raum. Die Bulgaren entrissen dem Feinde seine starken Stellungen aus dem Sultan-Tepe südwestlich von Ezri-Palanka. Sie nahmen, gegen Kumanowo vordringend. 2000 Serben gefangen und erbeuteten 12 Geschütze. 21. Oktober. Unsere Truppen rücken in Schi» bac ein. Die Ebene der Macoa ist vom Feinde ge« säubert. Die Armee deS Generals der Infanterie von Köveß und die beiderseits der Morava vorgehenden deutschen Streilkriste dringen in enge« Zusammen» schlug immer tiefer ins serbische Gebiet vor. Von den österreichisch-ungarischen Truppen de« General« von Köveß rückte di: westliche Kraftgruppe aus den Höhen der Kvlubara bis in das MündungSgelände der Turia vor, indessen die östliche südlich von Grocka unter Kamps die Ralja-Niederung überschritt. Die Bulgaren gewannen zwischen Zajecar und Knjazevac da« Timoktal und näherten sich östlich von Pirol den Hauptwerken auf Geschützertraz. Ihre Armeen er« kämpften sich vorgestern mit den 'Lortruppen den Austritt in da« Lecken »on «umanovo und in da« Vardartal. Die Offensive der Verbündeten in Serbien machte auch gestern überall Fortschritte. Oesterreich-ungarische Truppen der von General von Köveß be-fehligten Armee erstürmten gegen die Ko«maj-Stel-lung vordringend, die südlich der Ralja aufragende Höhe Slati^a. Die beiderseits der unteren Morava vordringenden deutschen Streilkräste gewannen die Räume nördlich von Palanka und von Petrovac. Vranje, Kumanova und Velc« im Vardartale sind in der Hand der Bulgaren. Der Stellvertreter des Chefs deS GeneralstabeS: v. Höfer, Feldmarschall-Leutnant. Deutscher Bericht. 20. Oktober. Oesterreichisch ungarische Truppen dringe» auf Schabac vor. In der Gegend füdlich von Rapanj sind weitere Kämpfe im Gange. Südlich von Lucica (Bozevac) ist der Feind erneut geworfen. Bulgarische Truppen setzten sich durch schnelles Zu-sassen in Besitz deS Sultan-Tepe (südwestlich Egri-Palanka); sie machten beim Vormarsch auf Kuma-no»o 2000 Gefangene und eroberten 12 Geschützt. 21. Oktober. Die verbündeten Truppen folgen auf der ganzen Aront dem langsam weichenden Feinde. Aus der stark besestiglen Stellung südlich und östlich von R>panj sind die Serben in südlicher Richtung geworfen. Unsere Virtruppen erreichten Stepojevac— Leskovac—Baba. Westlich der Morava dringen deut-sche Truppen über Selevac und Saraorci, östlich des Flusses über VlaSkido, Rasanac und auf Ranovac vor. Bulgarische Truppen kämpfen bei Negotin. Weiter südlich erreichten sie die Straße Zajecar— Knjujevac. 22. Oktober. Von der Heeresgruppe des Gene-rolfeldmarfchallS von Mackenien hat die Armee de« General« v. Köveß die allgemeine Linie Arnajevo bis Slatina-Berg erreicht. Die Armee des Generals v. Gallwitz drang bis Selevac, Savanovac und Tr-novac sowie bis nördlich Ranovac vor. Die Armee des Generals Bodjajess ist nördlich Knjazevac im weiteren Vorgehen. Von den übrigen Teilen der Ar-mee sind die Meldungen noch nicht eingetroffen. Von anderen bulgarischen Heeresteilen ist Kumanovo be« setzt, Vele« ist genommen. Südlich von Strumiya ist der Feind über oen Vardar geworsen. Oberste Heeresleitung. Türkischer Kriegsbericht. Mitteilungen de« türtischen Haupt-quartiers: 19. Oktober. Dardanellensront. In der Nacht vom 17. auf den 18. d. griffen unsere Aufklärungsabteilungen feindliche Aufklärungsabteilungen an, trieben sie bis zu den Schützengräben ihrer Haupt-linie zurück und brachten ihnen schwere Verluste bei. Bei Ari Burnu und Sedil Bahr Feuerkamps und Bombenwerfen. An den übrigen Fronten nichts We« sentliche«. 20. Oktober. Dardanellenfront. Im Abschnitte von Anasorta beschog unsere Artillerie feindliche Trup-pen, die mit der Errichtung von Verschanzungen be-schästigt waren, sowie ein seindliches Torpedoboot, dos Kirelschttept bombardierte. Vor Ari Burnu wurde in der Nacht vom 18. »us den IS. d. ein feiudliches Torpedoboot, das unseren rechten und lin-ken Flügel unwirksam beschoß, durch das Feuer un-serer Artillerie am linken Flügel gezwungen, daS Bombardement einzustellen und sich zurückzuziehen. Im Abschnitte Se«il Bahr zeitweise Artillerieseuer-wechiel und Bombenwerfen. Von den übrigen Fron-ten ist nichts zu melden. Deutsche Volksgenosse»! Am 21. d. vollendete der „Deutschnationale Verein sür Oesterreich" das zwanzigste Jahr seines Bestandes. Zwanzig Jahre steht er im Kampfe für politische Ziele, die selbst dieser große Krieg nicht zu erschüttern vcrmochle, sondern im Gegenteile als die einzig richtigen für Oesterreichs innere und äußere Politik erkennen ließ: Schutz den Deutschen aus allen Gebieten des gesellschaftlichen Lebens und Vermehrung ihre« Einflüsse« auf die Staats»««!-tung. Wenn alle politischen Parteien in Oesterreich nach diesem Kriege werden umlernen müsse», da »Deutschnationale Verein in Oesterreich' und »rl ihm die deutschradikale Partei, die haben mit ihre» Bestrebungen Recht behalten und nicht gering ist ihr Anteil an den Ersolgen Oesterreich« in diese, Kriege, denn ihnen ist zum großen Teile zuzuschrei, den. daß da« Stammesbewußtsein der Deutsche» i» Oesterreich nicht »öllig erstickt und ihr Einfluß nicht gänzlich lahmgelegt wurde. Sie si»d e«, die u»er> müdlich daran wirkten, daß der Kern de« deutsche» Volte« in Oesterreich schicksalSwetlersest bleibe. Aus dieser Grundlage weiter zu baue», d» Einfluß der Deutschen in Oesterreich zu verwehn» und zum führenden zu machen, da« wird die?r» beit deS Vereines in der Zukunft fein. Allein daz? braucht er mehr als bisher die Mithilfe jedes deut-schen Volks- und Gesinnungsgenossen. Au« dem Zu-sammenschluffe aller, aus der sreiwilligen ßinorfc nung jedes Einzelnen in den großen Verein und der Unterordnung unter die freigewähltcn Führn muß die zielsichere Arbeit erstehen, die jedes Ha-dernis überwindet und au« den kleinen Beilege» der Tausenden müssen die Mittel fließen, die not-«endig sind, um alle nötigen Kräfte zu bewezei. Darum, deutsche Volksgenossen, meldet eure» Beitritt zum Vereine und werbet unermüdlich s« den Verein in allen deutschen Kreisen! Der zwa»> zigste GeburtStag soll den Verein mit einem käsn-gen Ruck vorwärts bringen in der Zahl feilst Mitglieder und in der Krast seine« Einflüsse«. Hal! Der VereinSvorstand: K H. Äolf, Obminn, Fro^l Stanzel, Obmannstcllvertreter, L. Lang. SchriftfK-rer, Al. Kliuger, Zahlmeister, Egon Berger, Zahl-' meisterstellvertreter, Dr. G. Bodir«ky, Ras. P^ichir, Corn. Better. Aus ütoöl und Land. Auf dem Felde der Ehre gefalle». Major Rudols von ßocjiiin, der im Vorjahre ij Hauptmann im 87. Ins. Reg. in Serbien i'chaK verwundet wurde und da« Militärverdienstkraz dritter Klasse mit der Kriegsdekoration erhielt, w«k nach seiner Genesung als Major und Baiailliit-kommandant zu einem anderen Znfanterieregi»«« übersetzt und hat nun bei den letzten Kämpfe» tj Serbien den Heloentod gesunden. Den Kriegswunden erlegen. Im > sigen Notrefervespitol ist der Infanterist Mchüi Hrechoriek des J.-R. 24 den im Felde erlitte»» Verwundungen erlegen und am 22. d. am hie^a städtischen Friedhofe zur letzten Ruhe bestattet roorJa. Konzert Burmester. Burmesin hat ra einem »ollständig ausverkauften Hanfe, dem judelnta Beifall der Zuhörerschaft gespielt. Er hat »uch i Cilli seinen Rang als erster aller deutschen öeqr bewährt. Das dem edlen Zwecke zufließende 'Jtcoa-trägnis hat eine sür Cillier Verhältniffe außerord«> liche Höhe. Wir behalten uns eine eingetzellde &> sprechung diese« in Cilli wirklich einzig dastehen!» musikalischen Ereignisses sür die nächste Ausgabe m sere« Blatte« vor. Spenden. Für die Labestelle am Sahnhr spendete Frau Hermann aus Store 4 Flasche» B biselwein, eine Flasche Orangensast. eine Flach Waldmeister und eine Flasche Zitronensaft. -Für den Zweigverein Cilll 2tadt des Roten Jtra> zes spendeten Frau Therese Bianchi einen jyiite-lohn von 3 K, Frau Marie Schmuck 2 S. -Für daS Silberne Kreuz spendete Herr Karl!qv> anstatt eine« Kranzes für den verstorbenen Herrii s lorny ten Betrag von 2» Ä. — Für die Asch» sung notleidender Cillier widmeten die Eheleuie tfiufc 20 Kronen. Einschränkung der Kasseschalter den beim k. k Post und Telegraph« amte in Eilli Wegen Personalmangel ans beim Postamte Cilli die Geldschalterstundea ein schränkt werden. Demgemäß werden der Pojtaim sungS-Ein,ahlungSschalter, der Postiparkassem'chi.Ä und der AuSzahlungsschalter vom 25. Oktoder i an Werktagen nur bi« 5 Uhr nachmittags, »ni Vummer 85 De»i>cke flacht Seite 3 6 Uhr dem Publikum zur Verfügung stehen. Um Stauungen zu vermeiden, wird eS sich empfehlen, die Einzahlungen möglichst in den ersten Nachmittags« stunden zu bewerkstelligen. Evangelische Gemeinde. Morgen Sonn-tag findet in der Christuskirche um 10 Uhr vormittags ein öffentlicher Gottesdienst statt, in welchem Herr Ps«rrer Maq predigen wird über „Pessimismus — Optimismus?" Die Stipendien der zum aktiven Waffendienste einberufenen Stiftlinge. ver Landesschulrat hat aus Grund des Erlasse» des Unterrichtsministeriums v»m 3. d. die Leitungen «ller Mittelschulen und Lehrerbildungsanstalten »er-ftindigt, daß die zum Waffendienste einberufenen Stipendisten aus die Dauer dieser Dienstleistung in ungeschmälertem Genusse der ihnen verliehenen Stipendien zu belassen sind, soweit dies nicht etwaigen besonderen Bestimmungen der einzelnen Stiftbriese zuwiderläuft. Die Abgabe von Brot und Mehl. Da sich bei der Abgabe von Brot und Mehl «ehr-jach Ungehörigsten ergeben haben, werden seitens des StadtamteS Eilli folgende Bestimmungen der Eta'thaliereiverordnunz vom 23. Mai 1915, L-®.'Bl. Nr. 38, in Erinnerung gebracht: Bei jeder >bgabe von Brot und Mehl an unmittelbare Ver braucher ist von dem Käufer eine giltige Ausweis« lane vorzulegen und von dem Verkäufer die der be-zehrten Menge Brot und Mehl entsprechende An« zahl von Abschnitten abzutrennen. ES ist daher un-zulässig, daß beim Brot- und Mehleinkause nur die schon abgetrennten Kartenabschnitte übergeben wer-den. Die Nichteinhaltung dieser Vorschrift wird sowohl an dem Verkäufer als auch an den Käuser geahndet. Diese Bestimmungen finden auch aus Gast« und Schankgewerbetreibende Anwendung. Wer ge-werbSmäßig Vroi oder Mehl an andere abgibt, hat die von den Ausweiskarten abgetrennten Abschnitte zu sammeln und jeden Monat beim Stadtamte ad-zuführen. Die Uedertragung der Ausweiskarte oder ihrer Abschnitte an Personen außerhalb desselben Haushalte« sowie die Verwendung von Ausweiskar-ten, die »on der Behörde sür Personen eines ande-icn Haushaltes bestimmt waren, oder deren Giltig« keit bereits erloschen ist, ist verboten. Uedertretungen dieser Vorschriften werden, soserne die Handlung «ichl unter die Bestimmungen des Strafgesetzes fällt, «ach § 35 der kaiserlichen Verordnung vom 21. Februar 1915, R.-G. Bl. Nr. 41, vom Stadtamte um einer Geldstrafe bis zu 2000 K oder mit Ar-nst bis zu drei Monaten, bei erschwerenden Um-stinden über mit einer Geldstrafe bis zu 590»» K «der mit Arrest bi« zu sechs Monaten bestraft. Bei mer Verurteilung kann auch aus den Verlust einer Gewerbeberechtigung eikannt werden. DieLaubstreuversteigerung im Stadt-parke findet Sonntag den 24. Oki»der um 11 llhr vormittags statt. Zusammenkunft beim Wetter« Häuschen. Abschiedsschiehen in Gonobitz. Montag ten 11. d. schied ver Berginspektor Joses Tarnik tun hier. Aus diesem Anlasse veranstaltete der kchützenklub am 10. d. aus der Laurilschhöhe ein Sdjchiedsschießen und abends im Vereinslokale Lerdnigg eine fröhliche Zusammenkunft. Bei dieser wurde unter den Gästen eine Sammlung zugunsten des Roten Hilbmondes eingeleitet, wobei ein Erlös ma 200 k eingeleitet wurde. Dieser Betrag wurde »a die türkische Votschaft in Wien abgesührl. Gefunden wurde eine silberne Domenuhr, die »om Verlusttiäger gegen Nachweisung des Eigen-tumrechleS 'beim sladtimte behoben werden kann. Zur neuerlichen Musterung der Land sturmpflichtigen der Beburtsjahrgänge 1873 und 1874. Das Ministerium für Landesver-• »ridignng hat eröffnet, daß jene Landsturmpflichtigen der GedurtSjahrgänge 1873 und 1874, die nach den bisherigen gesetzlichen Bestimmungen infolge sei-»erzeitigen. auf Grund deS § 22 deS W>G. von 1689 vor dem Beginne der Landsturmpflicht frei« mllig erfolgten Eintrittes in den Präsenzdienst deS Heeres oder aber insolge e>ne« g-mäß § 1 des Land-»ehrgefcheS vin 1893 (§ 9 des Landesverteidigungs »esetzes für Tirol und Vorarlberg von 1895) im Präsenzstande der k. k. Landwehr (Landesfchützen) vollbrachten dritten Jahres vorzeitig auS der Land-fturwpsticht getreten, dann erst wieder zusolge der kaiserlichen Verordnung vom 1. Mai 1915 für Tirol und Vorarlberg dieser neuerlich unterworfen wurden und bereits gemäß der Kundmachung ., L" I »usterungspflichtig waren, nicht zn den auf Grund «e: S: berufungSkundmachung „11" herangezogenen Perfinen gehören und somit dei der durch diese Ein-terusuugSlundmachung für die obigen Geburtsjahr« gänge im allgemeinen neuerlich angeordneten Muste-rung nicht zu erscheinen haben. Kriegsverficherung des Witwen- und Waifenhilfsfond. In den letzten Tagen wurden beim Witwen- und WaisenhilfSfonde gegen 2&00 neue Anträge mit einer Versicherungssumme von 2,500.000 ft eingereicht. Die Zahl der KriegSver« sicherten ist nunmehr aus 63 000, die Gesamiver« sicherung aus »ber 62,000.000 K gestiegen. Kriegswinter in Rohitfch - Sauer brunn. Aus Rohitsch-Sauerbrunn wird uns ge-schrieben: Der in diesem Sommer trotz der viel-fachen Verkehrsschwierigkeiten ausfallend gut besucht gewesene Kurort Rohitsch-Sauerbrunn wird nun auch eine Winiersaison haden. Natürlich eine Saison vor« nehmlich militärischen Gepräges, wie da» schon die eiserne Zeit mit sich bringt. Die Direktion des Kur-oites hat sich auch für die Wintermonate bereitwillig der Kriegsfürsorge zur Versagung gestellt und es »erden alle Vorkehrungen getroffen, um daS Ver« einSspiial vom Roten Kreuze, das seit April in Ro> bitsch-Sauerbrunn schon vielen Hunderten unserer Soldaten eine segensreiche Stätte des Heiles und der Genesung war, auch den ganzen Winter über in voller Wirksamkeit zu erhallen. Landschaft und Staat haben beigetragen, da» Rote Kreuz.Spital für die kalte Jahreszeit einzurichten, damit recht zahlreiche vom Kriegsschauplätze zurückkehrende Soldaten auch im Winter die Kur in Rohitsch-Sauerbrunn gebrau-chen können. Zwei Häuser wurden zu diesem Zweck mit Heizvorrichlungen versehen, daS Kaiserdad mit feiner orthopädischen Anstalt für den Winterbetrieb eingerichtet, und fo wird Rohilsch Sauerbrunn ohne Unterbrechung eine der bevorzugtesten Heilstätten für unsere Krieger bleiben. — Neben dem Roten Kreuz-Spital wird nun auch ein Offiziers RekonvaleSzen-tenhaus inS Leben gerufen. Etwa 100 der Erholung und Neukräftigung nach den KriegSstrapazen bedürs-t ge Offiziere werden in dem sür diesen Zweck aus-gestatteten vornehmen „Grazer Heim", im Kurhaus vom Weißen Kieuz und im Eisenbahner Heim gleich-zeitig weilen können. Für gute Verpflegung und sür Zerstreuungen sorgt die Kurdirektion und so werden sich die zur Erholung nach Rohitsch-Sauerbrunn kom-wenden Offiziere hier gewiß wohl fühlen. — Aber auch für Zivilgäste ist in Rohitfch sür diesen Winter besten? vorgesorgt. Vielleicht ist der diesjährige Kriegs-winter für Rohitsch-Sauerdrun» der 'Ausgangspunkt sür die bleibende Einrichtung einer Wintersatlon. Beschaffung von Kälteschutzmitteln für unsere Truppen im Felde. Ein neuer Winter wird unS in» gerechten Kampse um die hei« ligsten Güter sehen. Er schreckt uns nicht; die rauhe Jahreszeit wird uns gewappnet finden. Die Kriegs-Verwaltung hat alles getan, damit unsere Armee an Kälteschutzmilteln keinen Mangel leide. Dieses beruhigend« Bewußtsein wird jedoch die private Wohltätigkeit nicht abhalten, auch ihrerseits hervor-zutreten, denn es kann »ich: genug geschehen, um unseren Truppen das Ausharren in der rauhen Jah> reszeit zu erleichtern. Wir müssen umso größere Mengen »o» Kälteschiitzmitteln auftreiden, als der heurige Winter uns auch an der Südwestfront sin-det. Tausende opferten sreudiq ihr Leben und ihre Gesundheit und ebcnsoviele sind bereit, e» ihnen nachzutun, um die Schrecken deS Krieges vom Hinterlande fernzuhalten. Was bedeuten alle Einschrän-kungeil in der Lebensführung, der zeitweise Mangel an Verbrauchsgegenständen des täglichen Lebens ge-genüber de» Entbehrungen und Gefahren unserer Truppen oder gegenüber dem niederdrückenden Be-wußtsein, daß der Feind dort haust, wo man daheim ist! Wer von uns im Hinlerlande wollte sich aus-schließen, der Armee für ihre glorreichen Leinungen Beweise unseres innigsten Dankes zu erbringen! Freilich ist die Dankesschuld zu groß, um sie gänz-l:ch tilgen zu können. Aber das Unselige wollen wir soweit nur möglich tun, damit die Widerstands-fähigkeit unserer Söhne im Felde erhalten bleibe. Um dies zu erreiche«, brauch n wir nur zu wieder-holen, was wir bereits einmal so erfolgreich durch-geführt haben: Wir müssen Pulswärmer, Kniewär« mer, Strümpfe, Wa?cnstutzeii, ja ganze WinlerauS» rüstungen bereitstellen. Hervorragendes haben im vo-rigen Winter Körperschaften. Vereine, Schulen und nicht zuletzt Steiermarks Frauen geleistet und durch einträchtige» Zusammenarbeiten Aller konnte so Großes erreicht werden. Mehr als 200.U00 Stück Winterwäsche im Werte von nahezu 40>'.000 K wurden durch die Vermittlung der Wintersürforge« stelle der Statthallerei aus Steiermark in» Feld ge-sendet. Auch für den kommenden Winter wird die Wintersürsorgestelle der Statthallerei wieder errich-tet. Große Geldmittel und bedeutende Mengen von Rohstoff sind aber nötig. Die Opferwilligkeit, die die Bevölkerung auf diesem Gebiete im vergangenen Winter an den Tag gelegt hat, berechtigt zu der »ffnung, daß der Ruf nach Unterstützung dieser liegssürforge auch Heuer nicht ungehirt verhallen wird. Der Wille zum Sieg beherrscht un« Alle. Jeder kann mithelfen, daß dieser Wille zur Tat werde I Jeder kann und muß daS Seine dazu beitragen, u« unseren Kämpfern im Felde die Härten der rauhen Winterszeit zu erleichtern und sie zu stählen zu« endgiltigen Siege über die Meute der Feinde, die mit Kampf, Aushungerung und Verrat un» vernichten wollten — wenn sie könnte». Epen-den wögen an die Winterfürsorgestelle der Statt» halterei Graz, Bürgergasse 2, I. Stock, geleitet werden. „Muster ohne Wert" - Sendungen an Kriegsgefangene nach Ruhland. Da» Gemeinsame ZentralnachweiSbureau des Roten Kreu» zeS — Auskunft«stelle für Kriegsgefangene, Wien 1., Jafomirgottstraße 6, »eilt mit, daß die Verordn»»« gen betreffend die „Muster ohne Wert"-Sendungen an Kriegsgefangene nach Rußland noch nicht au»ge« arbeitet sind, weshalb mit der Absendung dieser Paketchen noch ein wenig zugewartet werden muß. Sobald die Verordnungen herauskommen, wird das Gemeinsame ZeniralnachweiSbureau eine entsprechende Mitteilung veranlasien. Aenderung in der Leitung des Der« bandes der landwirtschaftlichen Genossen-schaften in Steiermark. Infolge Rücktrittes de» AnwalteS des Verbände« der landwirtschaftliche« Genossenschaften in Steiermark, Herrn Dr. Karl Tausch, wurde an dessen Stelle in der am 14. d. abgehaltenen Ausschußsitzung der Altanwal« Herr Franz Barta, Gu»«bes»tzer in Eckberg bei Gamlitz, wiedergewählt. Zur Praxis in der Bemessung der Unterhaltsbeiträge. Die Zuerkennung ron Un-terhallsbeiträgen an die Angehörigen der zum Kriegs-dienste Einberufenen ist bekanntlich auch a» die Be-dingung gebunden, daß der Lebensunterhalt der be« treffenden Angehörigen im wesenilichen aus dem Ar» beitseinkommen deS Eingerückten destritten wurde und noch dessen Einrückugg gefährdet erscheint. Diese Voraussetzungen stnd zumeist auch bei den Angestell-teri der Industrie« und Handelsunternebmungen ge» g eben. Solche Angestellte bestreiten den LebenSunter-halt ihrer Angehörigen oft ausschließlich aus ihrem Gehalte, nach dessen Einstellung ihre Familien eigent» lich fubsistenzlos dastehen. So könne» Familien, die bisher in relativ behaglichen Ve» Hältnissen lebten, plötzlich in bittere Not geraten und der Gefahr der Proletarisierung anheimfallen. N»hmen wir ei« be« stimmtes Beispiel an Ein Fabriksbeamter, der für seine Frau undgdre! Kinder zu sorgen ha«, habe bi» zu seiner Einrückung einen Monatsgehalt von 210 Kronen bezogen. Er muß einrücken und seine Firma zahlt ihm dem Gesetze gemäß noch für einen M»» nat den Gehalt au». Dann erlöschen seine Ansprüche an Lie Firma. Sein« Familie ist nun, wen» sie keine sonstigen Einkünfte besitzt, aus die staatlichen Unter-Hallsbeiträge angewiesen. Nehinen mir an, daß von den drei Kinder» zwei über acht Jahre alt sind, so ist der tägliche Unterhaltsbeitrag einschließlich de» MietzinSzuschlage» sür die Frau und d,e beiden äl-teren Kinder mit je K 1.275, für daS jüngste Kind mit S6*/4 Heller zu bemessen, so daß sich ein Ge« samtbclrag von K 446 täglich ergibt. Nimmt man an. daß sür die Wohnungsmiete monatlich 30 K, ulso täglich 1 K gezahlt werden, so verbleiben zur Bestreitung der übrigen Lebensbedürsniffe der vier Personen täglich K 3 46, während früher 6 K zur Verfügung standen, wosür allerdings auch der Mann erhalten wurde. Es ist zweifellos, daß sich unter de« angenommenen Verhältnissen infolge der drückenden Teuerung bei der gedachten Familie eine Notlage entwickeln muß. ES ist mit Befriedigung festzustellen, daß in ziemlich häufigen Fällen solcherart die Ar-deitgeber helfend eingreifen und den betreffenden Fa-mitten entsprechende Unterstützungen gewähren. Neh« men wir nun an, es werde der in unserem Beispiele gebauten Familie vom Chef dcS Eingerückten all» monatlich eine freiwillige Aushilfe von 60 K gewährt. ES sollte eigentlich als unbestreitbar gelten, daß diese Aushilfe als eine jener Zuwendungen aufzufassen ist, von denen es im § 7 des bezüglichen Gesetzes heißt: „Der vom Staate gewährleistete Unterhaltsbeitrag erleidet durch allfällige anderweitige Zuwendungen, die vom Lande, von Gemeinden, Vereinen oder Pri» vatpersone» verabsolgt werden, keine Schmälerung." Entgegen dieser natürlichen Auffassung sind nun wiederholt von einzelnen UnterhaltSbezirkskommissionen jene AuShilsen als GehaltSquoten betrachtet und die Unterhaltsbeiträge um den entsprechenden Betrag ge» kürzt »vorden. In unserem Beispiele, in welchem die Seite 4 i>v'Utiu|C Nummer 85 vom Fabrikanten gewährte Aushilfe rund 2 Kronen täglich beträgt, würde also nach dieser Praxis der Usteihiltsbeilrag von K 3 46 (nach Abzug der Miete) aus K 146 erniedrigt werden. Da« Ergebnis eine« solchen Vorgehen« besteht also darin, deß die vom Arbeitgeber der notleidenden Familie zugedachte U»-terstützung nicht dieser, sondern der Staatskasse zu« gute kommt Die Absicht, der Familie deS Einge-rückten ihre schwere Lage zu erleichtern, wird voll-ständig vereitelt und derEhes muß sich mit dem Bc wnßisein begnügen, daß er dem Staate einen Teil seiner gesetzlich sestgelegten Leistungen abgenommen hat. Für die Familie des Einberufenen tritt sogar, wenn auch keine materielle Einbuße, so doch eine wesentliche Erschwerung in moralischer Hinsicht ein. Während sie früher den ganzen Unterhaltsbeitrag als eine ihr gesetzlich zustehende Gebühr erhielt, die kei-nerlei VerpslichtungSverhältniS hinterläßt, muß sie nunmehr einen Teil dieser Gebühr als eine freiivil-lig gebotene Unterstützung entgegennehmen, a»S der sich eine Verpflichtung ergibt, die unter Umständen anch recht drückend empfunden werden mag. Alles in allem genommen, bedeutet die geschilderte Praxis eine volle Verkehrung der den freiwilligen Zuwen« düngen des Arbeitsgebers zugrunde liegenden Absich-ten, die schon vom ethischen Gesichtspunkte auS ent-schieden zu verwerfen ist. Sie kann aber auch nach den klaren Bestimmungen des Gesetzes nicht gerecht-fertig« werden. Der Absatz 3 deS § 3 de» Gesetzes vom 26. Dezember 1912 besagt nämlich, daß .ein Anspruch (aus Unterhaltsbeitrag) nicht besteht, wenn der zur aktiven Dienstleistung Herangezogene seinen Geholt oder Lohn sortbezahlt erhält.' Es ist hier ganz unzweideutig von dem Fortbezuge „seines Ge-Haltes' d. h. des ganzen ungekürzten GehalteS die Rede. Ein solcher Foribezug erfolgt bei den Han> delS> und Jndustrieangestellten im «llgemeinen nur sür die ersten Wochen nach dem durch die Einrückung bedingten Austritte au« ihrer Stellung und für diese Frist ist die allenthalben geübte Verweigerung de« Unterhaltsbeitrages ohne Zweifel gerechtfertigt. Wenn aber nach Ablaus dieser Zeit der Chef de« Einge-rückten der Familie deS Letzteren eine freiwillige, je-derzeit wiierrusliche Unterstützung gewährt, so darf diese doch nicht etwa als eine GehallSquote ausgesaßt werven. Sie ist nichts anderes als eine „anderwei-tige Zuwendung von Privatpersonen" im Sinne deS § 7 und dars dah?r nach dem Wortlaute dieses Par»» graphen keinen Anlaß zur ,,Schmälerung des vom Staate gewährleisteten Unterhaltsbeitrages" bieten. Nun ist aber die besprochene zweiselloS rechtsirrtüm-liche Kürzung der Unterhaltsbeiträge hie und da noch dadurch verichärst worden, daß man sie mit rück-wirkender Kraft durchgeführt hat. ES ist nämlich in solchen Fällen, .n denen die UnterhaltSkommission erst später zur Kenntnis jener Zuwendungen de« Arbeit-geberS gelangt«, der Rückeriatz derselben beansprucht und in Form von Abzügen an den lausenden Un-terhaUSbeiträgen eingebracht worden. Nehmen wir nun zum Beispiel an, daß durch vier Monate neben dein vollen staatlichen Unterhal'.Sbeitrage bezogene Zuschuß des EhesS innerhalb einer Zeit von sechs Monaten rückerstattt werden soll, so bedenket daS eine Abstattung von St 1 33 täglich, so daß die Fa-milie (Frau und drei Kinder) durch sechs Monate vom Staate täglich 13 Heller bezieht, wozu aller-dings der Beitrag deS EhesS mit 2 St täglich hinzukommt. Diese Verpflichtung zum Rückersatz ist na-türlich rechtlich ebensowenig ausrecht zu halten, wie die Kürzung des staatlichen Unterhaltsbeitrages um den Betrag der besprochenen freiwilligen Zuwendun-gen. ES ist aber die höchste Zeit, daß durch klare Weisnnzen an die UnterhaltSbezirkSkommissionei, jene harte rechtswidrige Bedrückung der ohnehin schwer genug betroffenen Familien unsere wackeren Krieger ausnahmslos eingestellt und die Gutmachung deS bis-her begangene» Unrechtes unverzüglich versuch« werde. Die Evangelischen und die Kriegs anleihe. Die Statthallerei ersucht uns um Ver-iffentlichung folgender Mitteilung: Der evangelische Pfarrer Karl Eckardt in Graz hat in seiner Eigen-schast al« Senior folgendes Schreiben an die evan-gelifchen Pfarrämter in Steiermark gerichtet: Hoch' würdiges Pfarramt l Zum drittenmale wendet sich daS Vaterland an den patriotischen Sinn seiner Be-wohner wie der Aufforderung zur Zeichnung einer KriegSanlcihe. Wills Gott, ist es das letzte Mal. Der Höhepunkt des ungeheuren Ringens ist augenscheinlich überschritten, Gott hat unsere vereinten Waffen mit glorreichen Siegen gekrönt, und schon winkt in der Ferne der goldene Friede. Nun gilt es noch einmal, dem Vaterland zum endgiltigen Niederringen der Feind« die geldlichen Mittel in reichstem Maße zur Verfügung zu stellen. Und wie wir evangelischen Oesterreicher von Ansang an die Trrue zu Kaiser und Re'ch mit den Blutströmen unserer Söhne besiegelt haben, so wollen wir eS jetzt mit einer über die beiden ersten Kriegtanleihen noch weit hinausgehenden Zeichnung der drillen tun. Leicht gemacht wird eS jedem, auch dem, der nur über Weniges verfügen kann/ durch die wahrhaft glänzenden Bedingungen der dritten KriegSonleihe, so daß man nicht eigentlich von Opfer reden kann. Darum ersuche ich Eure Hochwürden, sowohl die Presbyierien, als die Gemeindeglieder von der Kanzel und durch Verteilung der gleichzeitig von der Siatihalterei übersandten Aufrufe zu auSzedehn-ter Zeichnung dringlich aufzufordern. Wir erfüllen damit nur eine Pflicht, die an das Opfer unserer sür daS Vaterland gefallenen und verwundeten Hel-den nicht hinanreicht. Gott segne den Patriotismus der Evangelischen Oesterreichs und erfülle unS alle mit heiliger, opferbereiter Freude an Vaterland! DaS steirische Seniorat A. B.: St. Eckardt. Für Mustersendungen geöffnete Feld Postämter. Zufolge Erlasses des k. u. k. Handels-Ministeriums vom 10. Oktober l. I. ist künftighin die Versendung von Warenvroben unter den bis-herigen Bedingungen zu den in der solgenden Liste angeführten Feldpostämtern zugelassen Alle bisher sür diesen Verkehr geöffneten, in der Liste nicht mehr erscheinenden Feldpoftämter werden für diesen Ver-kehr gesperrt. Für Mustersendungen sind nur ge-Öffnet: 6. 9, 10, 11, 14, 16, 17. 20, 23. 27. 28. 32, 37. 38, 39, 40, 41. 42, 43, 44 47, 48. 51, 53, 55, 61, 63, 65, 68. 69, 70. 71. 72, 73, 75. 76. 78. 81, 85, 87, 88, 91, 92, 93. 94, 98, 104, 106, 109. 113, 115, 116. 119, 120, 125, 132, 139. 148, 149. 157, 161, 162. 164, 166, 167, 169. 173, 176, 177, 178, 179, 180, 181, 182, 183, 184, 185, 186, 206, 207, 208, 212, 213. 214, 215, 216, 217, 218, 219, 220, 221, 222. 223, 224, 228, 251, 252, 254. 301, 302, 303, 304, 305, 306, 309, 310, 311, 312, 313. 314, 316, 319, 320, 321, 322, 323, 325, 326, 327, 328, 329, 330, 350, 351, 352, 353, 355, 507, 600, 601, 602, 603, 604. 606, 607. 608, 609, 610, 611, 612, 613, 614, 615, 630, Sarajevo. Gesuche um Aufnahme in die Mili täroerwaltung. Seiten» mehrerer militärischer Stellen wurde die Erfahrung gemacht, daß Personal-gesuche um Ausnahme in die k. u k. Milttärver-waltung ohne jede Auskunft über die Qualifikation und Eignung der Gesuchsteller bei diesen Behörden einlangten. Ost wär« bei genau angegebener Ouali» sizierung und Angabe aller notwendigen bezughaden-den Daten eine Ausnahme möglich. AU« derartigen Gesuche müssen außer dem genauen Nationale alle jene Angaben enthalten, aus welchem über die soch liche Qualifikation un» die bisherige Verwendung ein Urteil gewonnen werden kann, Außerdem sind derlei Gesuche im Wege der vorgesetzten militärischen Kommandos oder der vorgesetzten Ziviliienftbehörde einzubringen, da sie sonst unberücksichtigt bleiben. gum Gendarmenmord bei Ratschach. Man schreibt aus St. Paul be» Pragwald im Sann-tale vom l3. d.: Am 17. d. wurde vom Posten St. Paul bei Pragwal» der deS Mordanschlage? an der Gendarmericpatrouille in Rarschach am 9. d. dringend verdächtige Deserteur und berüchtigte Diel» AloiS Eulk auS St. Georgen am Tabor verhaftet und dem Militärkommando in Cilli eingeliefert. Eulk war mit falschen Dokumenten versehen und ist der Tat um so verdächtiger, weil er am 8. d. in Laak bei Steindruck war, am 13 d. aber mit der Bah» auS Agram kam. — Nach anderen Mitteilungen aus Nasscnsuß treiben sich *ie Mörder deS Wachtmeisters Jgnaz Jntihar und deS Gendarmen Johann Pugelj in den Wäldern von st. Kanzian herum, doch ist eS bisher nicht gelungen, ihrer habhaft zu werden. Am l4. d. abends kamen sie zu der einsam gelege-nen Mühle de« Besitzers Tersii-ar, ve> langten Einlaß und zwangen den Müller, ihnen ein Nachtmahl zu bereiten. Die den Gendarmen abgenommenen Ge-wehre, sowie die Bajonette und die Munition befinden sich in ihrem Besitze. Dem Müller sagten He, daß es so wie den Gendarmen noch manch anderem ergehen werde, der eS versuchen sollte, ibnen nahe-zukommen. Die Mörder wurden vom Müller und am solgenden Morgen in Dolce von einem Bauern-barschen ».kann«. Beide sind auS Unterkrain gebür-lig; der eine — Martin Zupet aus Bucka, der an-dere — Martin Strukelj auS St. Ruprecht. Beide sind bekannte Diebe. Bon Dole sollen die Mörder die Richtung gegen Trebelno und Nassensuß ringe-schlagen haben. Am 17. d. übernachteten die Mo.'» der bei einem Onkel ZnpetS. Nachbarn verständig-ten hievon die Gendarmerie, die einen Kordon um daS Hau« bildeten, doch gelang eS den Beiden im Dunkeln der Nacht zu entwischen. Der Onkel ZupctS 1 wurde verhaftet und dem Bezirksgerichte in Gurk-selb eingeliefert. Der schwerverletzte Wachtmeister Jntihor befindet sich aus dem Wege der Besseriwz. Der Bürgermeister von Wien sür em WirtschaitS-Bündnis mit Deutschland. Bürger-meister Dr. We>ßkirchner erklärte in einer Versamm-lung, eS sei gewiß eine der glänzendsten Waffentatn» der verbündeten Armeen, daß sie in das Land »n-sereS nicht größten, aber böswilligsten FeindeS ein-drangen. Auf die diesbezüglichen Glückwunschtelegramme des Bürgermeister« namenS der Stadt Wie» habe Generalseldmarschall von Mackensen geantwor-tet, er danke sür die Beglückwünschung. Die nähme Belgrads durch Truppen beider Lander wird der Waffenbrüderschaft der Heere Oesterreich-UngarnS und Deutschlands sür alle Zeiten eine fortwirkende, volkstümliche Weihe geben. — General Köveß antwortete mit warmem Dank für di« gesandten Glück-wünsche. Im Telegramme heißt eS sodann weiter: Wieder wehen auf Belgrads Zinnen unserer Heimat ruhmvolle Paniere. Der Allmächtige, der unsere Waffen bisher segnet«, wird unsere gerechte Sache auch sernerbin zum Sieg« führen. — Die Verlesung der Teleg-amme wurde mit stürmischen Beisall aus-genommen. Der Bürgermeister fuhr dann fort: „Wir haben gesiegt infolge der Einigkeit zwischen Deutsch-land und Oesterreich Ungarn. Auch aus wirtschaft-ltchem Gebiete muß jene Einigkeit und Einheit Herr-schen, um zum Ziele zu sühren. (Stürmischer Bei-fall.) Aus den blutgedüngten Schlachtfeldern soll cm neues Oesterreich erblühen, da« in wirschaftlicher Verbindung- mit dem Deutschen Reiche seine wirt-schastliche Blüte erlangt. Es ist notwendig, daß dem durch Blut gekitteten Kriegsbündniffe ein wirtschaft-licheS BündmS folgt. Herichtssaat. Die Unvorsichtigkeit mit geladenen Be« wehren. Der Grundbesitzer Franz Simoncic in Lichten-wald lud am 5. August sein Jagdgewehr mit einer Jagdpatrone, um einen Hasen von seinem Äcker z» vertreiben? und hängte später daS geladene Gewehr aus einen Kleiderrechen aus. Als er am nächsten Tage nach dem Mittagessen die Zeitung las. ginge» seine Knaben Paul und Johann, 14 und 12 Jahre al», in das Zimmer, in dem da« Gewehr hing u»d Johann nahm die Waffe in die Hand. In d-esca Augenblicke öffnete das Dienstmädchen Marie Solce die Ziwmertüre. Die Knaben richteten im Scherze das Gewehr gegen daS Mädchen und Johann drückt« ab. Im nächsten Augenblicke lag das Dienltmäoche» tödlich getroffen aus der Erde. Der Schuß hatte da« Herz verletzt und in einigen Minuten den Tod her-beigesührt. Franz Simonie wurde wegen Vergehen» gegen die Sicherheit des Leben« zu vierzehn Tage» verschärften Arreste« verurteilt. Eine gewiegte Gaunerin. Tie ««gen DiebstohleS und Betruges wiederholt vorbestraft« 25jähr. KeuschlerStochlerJofefa Janc c auf Eillihät tezwar aus dem Besitz« ihrer Eltern hinreichen» Arbeit, zieht aber aus Arbeitsscheu vor, ohne Äe-schästigung umherzustreisen und von Diebstahl und Betrug zu leben. Insbesondere ist sie seit Verbüßung ihrer letzten Arreststrase vom 12. August 1915 liJ zu ihrer Verhaftung am 31. August 1915 in de» Bezirken Eilli und Tüffer umhergezogen und hat eine Reihe von Betrügereien und Diebstählen ver-übt, wobei sie sich al« gewiegte Gaunerin enviet nnd eS verstand, unter den verschiedenster? Vorspiegelungen insbesondere ärmeren Leuten ihr Letzte« herauszuschwindeln. Sie war der vielen Diebstähle un» Betrügereien, die man ihr zur Last schrieb, nach a»-sanglichem Leugnen zum größten Teile gcstintlz. DaS Urteil des KreiSgerichieS Cilli lautete auf 2'/, ( Jahre schweren KerkerS mit zwei Fasten monatlich. Auch wurde die Zuläsjigkeit der Abgabe der Josesa Jancic in eine Zwangsarbeitsanftalt ausgesprochen. riilU RASCH, luMiiüg, lilÜJ. Schrifttum. Wie koche ich jetzt. Alle Frauen, gleich-giltig, welcher GesellschastSklaff« sie angehöre», be-schästigen sich mit der Frage, wie si« eS anstelle» sollen, um unter den jetzigen Verhältnissen ihrer?«> milie eine Kost aus den Tisch zu dringe», die nicht Jtumuiri oo «jrminjr xunnji zu teuer, dabei aber doch nahrhaft und gut ist. — In diesen schweren Zeiten will die bekannte Wochen-schrist „Da« Blatt der Hausfrau" diese Sorge den HauSsrauen erleichtern und bringt jetzt ein Sonderheft ..Wie koche ich jetzt" (Nr. 4 ..DaS Blatt der Hausfrau") mit ausprobierten, den momentanen Forderungen angepaßten Rezepten heraus. ES ist besonders die Fetteuerung berücksichtigt, ebenso der Mangel an Milch und Mehl und die fleischlosen Tage. Das Heft enthält Speisen, die au« Reis, Lartosfeln, Seefischen oder Maccaroni hergestellt sind und die unier Mindestverwendung von Fleisch doch eine vollständige Kost bieten. Es enthält Speise-zeilel. die so zusammengestellt sind, daß man mit dem kleinsten Auswand an Geld ausreichende Mahl-zeiten herstellen kann. Die Rezepte stammen »on der . Mannten Sachverständigen sür LebenSmittel Mari-ann: Stern, deren Name es verbürgt, daß alle ' Speisen dem Wiener Geschmack vollkommen entspre-chen. Auch dieses Sonderheft „Das Blatt der Haus-stau" ist für 24 Heller in jeder Buchhandlung er-I hältlich oder direkt vom Verlage Wien 1., R»sen-borsenstraße 8. Vermischtes. Seidenschwanz — Hitze» d»rs. Bor kurzem hat die Gemeindevertretung von Seidenschwanz im Bezirke Gablenz an den Generalobersten Conrad «on Hitzendorf die Bitte gerichtet, zum Andenken an die große Zeit der Gemeinde die Führung seines Namens zu gestatten. Nun ist, wie die Reichender ger Zeitung meldet, vor einigen Tagen vom Perso-naladjutanten des Chef des Generalstabes, Riltmei« I«er Schildenfeld, die Nachricht eingelangt, daß der Generalstabschef für die zugedachte Ehrung danke und gern bereit fei, die Bitte zu erfüllen. So wird nun in Bälde die Gemeinde Seidenschwanz den Na-wen „Hötzendorf" führen. Ein weißer Rade. Bei der Einweihung ki»e« Denkmals in einem Dorje im Tale der Sambre zur Erinnerung an die gefallenen Kämpfer deutscher, belgischer und französischer Nationalität hat ein Pfarrer, ein katholischer Geistlicher nach dem Mili-tärpsarrer daS Wort ergriffen. Was dieser Geistlicher gesagt hat, verdient festgehalten zu werden. Er entschuldigte sich zuerst, daß er nicht beffe- deutsch spreche und bedauerte, daß er schon zu alt sei, um es jetzt noch lernen zu können, dann fuhr er in französischer Sprache fort: „Ja, ich fühle nicht nur deutsch. Wir Belgier, Wallonen sowohl alt Vlämen, sui» als Nachfolger jener tapferen Baronen und Keivier germanischen Ursprungs Und wenn Sie Umschau halten in dieiem Lande, so werden Sie die blonden Haare, die blauen Augen, die lichte lebhafte Gesichtsfarbe, die hohe Gestalt, also die charakterischen Merkmale der germanischen Raste sin-den. Und wenn Sie inniger mit unserem Bolke verkehren werden, werden S«e im Gemüte nnd im Herzen die Gesühle wahrer Brüderlichkeit und die wirklichen Beweise der inneren, sittlichen Verwandt-schast finden, die unS vereint. O, was hat man nicht alle» getan, alle« versucht in diesen Provinzen, um unsere Herkunft und unsere Rasse vergessen zu «»chen, um jede Spur germanischer Kultur und Spanischen Empfindens zu zerstören! Man hat in mählicher Weise unsere nationale Sprache, die alle niederdeutsche Sprache, die Mutter Ihrer germanischen, deutschen Sprache als etwas Fremdes, Verächtliches behandelt. Man hat mit allen Kräften seil luO Jahren Einfluß zu vermehren und unser belgisches Volk unter dem französischen Stiefel zu hallen gesucht. Aber trotz aller dieser Anstrengungen ist das belgische Volk >n seiner Mehrheit zermanisch geblieben, germanisch im Herzen, germanisch im Blut, in seinen Gebräuchen, in der Art zu leben und in seinem inneren Empfinde». O, laßt uns Hon danken, daß er uns in der Zeit leben läßt, in der wir leben, daß wir am Horizont jenen gro-jen historischen Zeitabschnitt l,»anbrechen sehen, diese her» liche Zukunft, welche sich für Deutschland uub für unsere germanische Rasse ankündigt; eine Zeit des Wiedererstehens und des Auferstehen« germanischer Kraft, deutschen Geistes, deutscher Kultur und deutscher Zivilisation. Alle« hat sich verbündet, um Deutschland zu zerstören und zu vernichten. Vergebliche Mühe! Deutschland triumphiert, Deutsch-land wird siegen. Gott sei'S gedankt." Die Schlafkrankheit in Frank reich Die ..Telegr. Union" meldet aus Genf: Die fa'b'i gen HilfStruppen der französischen Armee haben die in den Tropen so sehr gesilrchtete Schlafkrankheit »ach Frankreich eingeschleppt. Nach den Mitteilungen eineS Arztes, der Untertan eine» neutralen Staates und seit längerer Zeit in französischen Spitälern beschäftigt ist. wirb dort eine große Anzahl von sol-chen Krankheitsfällen behandelt, die bisher durchaus tödlich ausgingen. Die Seuche hat sich bereits auf die einheimische Bevölkerung ausgedehnt und beson-derS unter den Frauen eine Reihe von Opsern ge-fordert. Nach der Ansicht de« Arzte« ist die ganze französische Riviera al» von der Schlafkrankheit ver-feucht anzusehen. Schlacht gebet der alten Eidgenos-s e n. Bevor die alten Schweizer eine Schlacht be-gannen, fielen sie jeweilen aus die Kniee nieder, um zu beten. Oft höhnte der Feind, weil er glaubte, sie bitten um Gnade. Aber kaum war das Gebet fertig, fo war es auch mit dieser Meinung vorbei. In alten Chroniken findet man das Schlachtgebet aufgezeichnet. Es lautet in feiner alten Form wie folgt: Lat üs abermale bäte Für üferi Städt und Fläcke, Für üferi Chüe »nd Geiße, Für üferi Witwe und Waise. Für üseri Schwyn und Rinder, Für üseri Wyber nnd Chinder, Für üseri Hüchner und Hahne, Für.üseri Chessel nnd Pfanne, Für üseri Gäns und Ente, Hur itieri Herre Rägänte. Und jetzt ist der Find dah M'r wcnd'ne z'iot schlah Und niene dure la, Weder Mann, no Roß — Mit Gott druf lo»! Ein Musterstückchen deutscher Ot-ganisation. Der holländischen „Tijd" vom 5. d. wird aus Belgien berichtet: Ein Reifender von Lö° wen nach Lüttich hatte sür seine Fahrkarte statt 7 Franken versehentlich 10 Franken bezahlt. Zn LiU-tich sah der Bahnsteigichaffner die Nummern samt-liehet Kanen sehr genau nach. Bahnhos Löwen hatte für den Reisende» bereits die zu viel bezahlten drei Franken telephonisch angewiesen. Betten aus Zei t nngspapier. Freilich, nicht um einen Ersatz für weiche Daunen handelt es sich, sondern um einen Eriatz für den notwendig-sten Bestandteil de« Soldatenbettes: das Stroh. Wo Stroh fehlt, hat man sich b'Sher, um den müden Gliedern unserer Kr'eger eine halbwegs weich: Lager-statt zu bieten, mit Holzwolle behelfen; aber auch diese ist nicht immer zu baben und tut anderwärts gute Dienste. In der nächsten Zeit wird nnn das Stroh weniger »cichlich als bisher zur Verfügung stehen Und da bietet sich als ganz vorzüglicher Ersatz ein anderes Hilfsmittel dar: das Zeilnngspapier. Die Engländer haben den praktischen Wert dieser gewaltigen Menge mit Druckerschwärze bedeckter Blät-ter schon lange erkannt. An der Spitze vieler eng-lijchcr Zeitungen liest man die dringende Aufforde-rung, das Papier sorgfältig aufzuheben und da und dort abzuliefern. Dos Gleiche soll nun auch bei u»S geschehen, damit unsere Soldaten in diesem Winter weicher gebettet werden können. Durch eine kriegS-ministerielle Verfügung ist, wie wir hören die An-regung gegeben, alle« ZeilnngSpapier, wweit es in den Haushaltungen entbehrlich ist. zu sammeln und den Garnisonsvcrwaltungen der einzelnen Städte und Bezirke zu übergeben. Da« Zeiiungspapier dient dann, in Schnitzel zerschnitten, als Ersatz für Lager-stroh; mit den Schnitzeln werden die Lettfäcke ge-stopft. Unsere Krieger erhalten dadurch eine weniger harte und vor allem gesunde Lagerstätte, denn das lästige Ungeziefer, a» im Stroh gern Unterschlupf fucht, meidet ja glücklicherweise das Papier. Versuchte Hypnotisierung eineSGe-richtsvorsitzenden. Vor einiger Zeit wurde durch die Polizei in Adelnau der „Hciltünstler", Magn elifeur Johannes Maietzky aus Breslou festgenommen, weil er ohne Bewilligung die Heilkunde im Umherziehen ausübte, dabei aber nur auf Be-trügereien ausgieng. Matctzki halte sich jetzt vor dem Schöffengericht in Aoelnau zu verantworten. Da» Urteil lautete uuf zwei Jahre Gefängnis und vier Wochen Haft. Der Heilkünstler versuchte in der Haupt-Verhandlung, den Vorsitzenden zu bypnotisieren, so daß die Verhandlung aus eiue kurze Zeit abgebrochen werden mußte. Damit er auch die Zeugen nicht hyp-nolisierte, wurde Matctzki wahrend deren Vernehmung au» dem VerhrndlungSzimmer entfernt. Mangel an Stieseln. Nach ministerieller Verordnung müssen alle Schulkinder in Deutschland wie da« „Journal" vom 27. September sich aus Gens melden läßt, darsuß erscheinen, wenn das ©et-ter nicht zu schlecht ist. AudemsallS sind nur Nagelstiesel oder solche au» Stoss mit Holzsohlen erlaubt. Die Nachricht ist natürlich in dieser Form abgesaßt. um den Eindruck zu erwecken, als ob in Deutsch« land Mangel an Stiesel und Leder herrsche. In Wirklichkeit hatte die Schuldehörde lediglich die Lehrer angewiesen, das Barsaßgehen der Kinder zu ge- statten, um den Eltern Ersparnisse zu ermöglichen. St.ElmSseuer an der Tiroler Front. Man schreibt auS Tirol: Private Nachrichten von einem unserer Abschnitte an der Front im Pustertale besagen von einem prächtigen Naturschauspiel, da« sich in den letzten Tagen den Soldaten in einer der dortigen Stellungen in mehr als 2000 Meter Höhe bei Tag und Nacht bot. Ein Landesverteidiger berichtet hierüber: Seit dem letzten Schneefalle zeigen sich in unseren Stellungen die St. Elmsfeuer. Zu-erst flammte es aus dem Gipfel auf, dcc in «»er Höhe von 1*696 Meter über unsere Stellungen hin« auSrajt, dann zuckten die lodernden, weithin sichtbaren Flämmchen und Funken den Grat entlang weiter herab in unsere Drahtverhaue, sie tanzten aus den Spitzen der Eisenstangen in den Verhauen und spannen sich fort, so weit die Drähte reichten. Am Gewehr, am Bajonett, am Barte, ja selbst an der Nasenspitze summte und flammte der elektrische Funke ohne Unterlaß, ein prickelndes, eiwa« ungewöhnliche« Gefühl erzeugend. Ganz besonders zur Nachtzeit ruft das ElmSseuer reiche Effekte hervor, deren Waftmg in unserer Höhe und in unserer hochromantischen Lage sehr tief ist, besonders bei Leuten, welche diese Erscheinung noch nicht kennen. Zichorien not in Frankreich. Die sran-zösiichen HauSirauen sind in großer Sorge: Die Zi-chvrie, die sie ihrem Kasjee zuzni'tztn pflegen, kommt hauptsächlich au« den gegenwärtig vo» den Deutschen besetzten Provinzen; da die Einfuhr jetzt unterbunden ist. ist der täuschende Kaffeezusatz unerschwinglich teuer geworden Man will ihn deshalb durch gedörrte Feigen ersetzen. Feigen kann man noch haben, da sie aus Algier kommen, vorausgesetzt, daß die Feigen-schiffe nicht von deutschen Unterseebooten weggefan-gen und versenkt werden. So weit wäre die Sache einigermaßen in Ordnung, aber der in Aussicht ge» stellte Feigenkaffee hat — nach dem „Figaro" we-nizstenS — einen kleinen unangenehmen Beigeschmack: Man fürchtet, daß er den Franzosen nicht sym-pathisch sein werde, weil er — eS ist zu dumm! — von den Zentralmächten in Ausnahme gebracht wor-den ist. In Oesterreich Ungarn und in Deutschland kannte man den Feigenkaffe lange vor dem Kriege; man munkelt sogar, daß der berühmte Wiener Kaffee nur durch besagten Feigenzusatz zu seinem Weltruhm gelangt sei. Oesterreich-Ungarn war denn auch seit mindestens zehn Jahren einer der besten Abnehmer algerischer Feigen. Der französische Konsul in dem — noch immer ««erlösten — Trieft hatte wiederholt Gelegenheit, auf diesen bedeutsamen Um-stand hinzuweisen. WaS den „Figaro" einigermaßen mit dem kommenden Feigenkaffee versöhnt, ist der Umstand, daß er sich neuerdings auch die schweizer Gesellschaft, also gute Neutrale, erobert haben soll. Die französischen Hausfraue» werden ihn also wohl willkommen heißen. Eingesendet. s enzio » Petroleum Schmieröle liefert prompt >1. Elfer-, Wien I, Krogcrjtrass* Kr. St. W MÄT TONIS EINZIG IN SEINER [ANALYTISCHEN I BESCHAFFENHEIT.; BESTES | ALTBEWÄHRTES FAMIUEN-6ETRÄNK. GIESSHÜBLER II I Sucher ©ettf 6 Kjemschs • immer 85 Der Spar- und Yorschussverein r. G. m. u. H. = in Cilli übernimmt Neu- sowie Nacheinlagen, welche jederzeit wieder zur Gänze behoben werden können, zu 0 3 0 4 bei täglicher Verzinsung. Lei den bereits bestehenden Einlagen bleibt der Zinsfuss wie bisher ebenfalls mit 4'/«°/. aufrecht. Die Rentensteuer trägt die Anstalt. Auswärtigen Einlegern stehen Posterlag-scheine kostenlos zur Verfügung. Jl ZI 12203/1915. Kundmachung. Viehzählung zum Zwecke der Kleieversorgunff. Es wird zur allgemeinen Kenntnis gebracht, dass d't Zäblungsbogen Ober das Ergebnis der Viehzählung im Stadtgebiete Cilli im Stadtamte zu Jedermanns Einsicht aufliegt. Gleichzeitig ergeht die Aufforderung, jede durch Abverkauf, Hausschlachtung, Geburten, Zukauf u. s. «. eingetretene Aenderung im Viehstande, sogleich bei der städtischen Sicherbeitswache zur Anzeige zu bringen. Stadtamt Cilli, am 13. Oktober 1915. Der BOrgermeoster: Dr. Heinrich t. Jabornegg. 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Seit dem Kriege aber, wo sich die Ereignisse und Schrecknisse drängen, beucht mir alles vorher Erlebte klein und nebelhast." „DaS ist wohl recht", meinte der rüstige Graubart, schob dann aber die geleerte Kass.ctasse erregt zurück und seine scharsen Falkenaugen blitzlen zornig: „Damals war aber nicht Krieg und das Ge-schehene war so ungewöhnlich und unerhört, daß mit Bruno, 6cm so hart Geschädigten, die ganze kunst-verständige Welt empört war übf* den neidischen, wahnsinnigen Lump, diesen Maxim Petrowits ch, die sen Moskowiter —" „Gewiß, Papa." „Wie kam der Kerl überhaupt dazu, seinen Wohn tz in Deulschla>->d zu nehmen und hier aus zustellen?" brauste der Baron aus. „Es war ja dit internationale Kunstausstellung, an der sich also alle Nationen beteiligen dursten", fiel Frau Helene ein, während sie eigenhändig den FrühitückSliich abräumte. Eti as Ungewohntes sür diese verwöhnten schönen weißen Franenhände, die erst arbeiten gelernt, seit der Krieg ihren Galle», den hochbegabten Bildhauer, an die Front geschickt halte und damit die Vermögenslage des junge» Paarer beträchtlich herabgcmindeit war. Der alte Hcrr begann in dem geräumige» Gar« lenzimmer aus und abzuschreiten, während er zornig wiitersprach: „Ich halle Bruno ja immer gewarnt vor die-sem fremden Ekmtnt, aber er blieb j» rein vernarrt in de» Russen! Einer i t der Schallen deS a.ideren, pflegten die Kollegen zu sagen, denn überall sah man sie zusammen, die beide» Künstler —" „Bruno schätz!« Pelrowilsch« Talent hoch ein, Papa, uud dazu seine geschineidige WeseuSaU —" „PeiiowitschS Talent I?" wüteie der Baron. „WaS dir« anbetrisf», hat die Jury damals entschieden —" , Nicht immer mag hier Gerechtigkeit wallen, lieber Papa." „DaS sagst Du, die doch mitgelitten hat durch den Schrecken!? Kind, Lind, vergiß nicht zu hassen! WaS wäre z. B aus unserem deutschen Vaterland« geworden, wenn wir gleich Memmen uns noch länger die Schikane» unserer Feinde hätten gefallen lassen!? — Wie gesagt, die Jury entschied damals. Brunos Bildwerk bekam die große qoldcne Medaille, und noch am selben Tage war daS Werk verkaust — für eine Riesensumme — und da nun plätzlich —-- Herr teS Himmels, ich glaubte, mich träfe der Schlag, als die Nachr cht eintraf: Das Bildwerk ist verltüm- melt worden — bei Nacht--von unbekannter Hand!" „Wer war eS eigentlich, ber zuerst behauptete —" „Zehn für einen waren eS!" schrie der Baron. „P,t»ow'tsch talS", riesen sie, „auS Neid, auS erbärmlichem Neid über ten Erfolg des Freundes hat er die an Wahnsinn grenzende Tat begangen!" „In blindrr Wut muß er gehandelt haben, ohne die Folgen z» bedenken", sagte die junge Frau nach-denklich. - „Ja. eben — in blinder Wut, sonst hatte er sich da» Unsinnige seiner Tat klar gemacht." „Die unglückliche Frau und die Kinder waren am meisten zu beklagen--und natürlich mein Bruno, der mit dem Verlust seines Werkes auch die große Kaufsumme einbüßte und — waS ihm. dem Idealisten, am meisten nahe ging — den Glauben an den Freund." „Abgeleugnet hals der Russe ja auch nicht", fuhr Hcrr von Langer fort, „Schadenersatz zu zahlen, hatte er das Gel» nicht, und mit dem Abbüßen der Strafe hinter GejängniSmauern wäre es mit sei-ner itünstlerkarriere natürlich vorbei gewesen. Da steckte er sich hinter sellie Frau, der Lump —" „Bruno glaubte bestimmt, daß Frau Petrowitsch auS eigenem Antrieb gehandelt hat —" „Auch möglich. Gehetzt genug mag die Unglück-liche gewesen sein durch Verzweiflung des Gatten und die Sorge sür die Zukunft. — Ich befand mich gerade in Brunos Atelier, als draußen die fiemd-artige Stimme erklang. Solch ein Zittern lag in dem Ton, als wenn eine Glocke zerspringt, und dazu der fremde Akzent. — Auch Bruno war aufmerksam geworden und riß die Tür« aus — Unwillkürlich war ich hinter eines der großen Bildwerke getreten, so daß die Eintretende den Zeugen nicht gewahrte. 2 Die Eintretende? Ach, was red ich — hin stürzte sie zu Brunos Füßen, und die beiden Kinder, die sie an der Hand geführt, angstbebende kleine Wesen, glitten, dem Beispiele der Multer folgend, mit zu Boden. Die Händchen hoben sie aus zn dem Manne, von dessen Ausspruch ihr Wohl und Wehe abhing. Fliegend ging der Atem der Russin — ihre großen, grauschwarze» Angen flehten noch mehr als ihre herzzerreißenden Worte Und da. — Natürlich gab er nach, nnser Idealist. Noch höre ich ihn sa> gen : „Ich werde keine Klagen gegen Petrowitsch er-heben. Einen Freund habe ich in ihm verloren, aber ich will vergessen, waS i n« getrennt." In Frau Helenens schönen Augen schimmerten Tränen: „Wie ein König beachte mir mein Bruno in seinem Edelsinn — und darum, Vater, weil ich so stolz und so glücklich über meinen Gatten in je-ner Stunde, darum habe auch ich dem Schuldigen verziehen." ..Papperlapapp!' siel der alle Herr brüsk ein; sein kolerisches Temperament haßte alliS Weichliche, „Ein Sünder muß Strafe haben! Was unsere Herr-lichen, siegreichen Truppen den Russen heimzahlen, kommt, will» Gott, auch auf Maxim PetrowitschS Haupt!" » Die Nacht war still und dunkel. Nur die Wel-len der Weichsel eaben einen leise - schwankenden Glimmer. Trotz der scheinbaren Ltilke waltete geheim-«isvclles Leben — irgendwo — überall — und wie atemlose Spannung lag es über Dunkelheit und Schweigen. Noch 5 Minuten! Jetzt 4 Minuten. Die glimmernden Wellen begannen lebhafter zu schwanken. Hier und dort liefen lange dunkle Schatten übe sie hin. Zwei Minuten — eine noch. Da — aus den Deckungen am User brachen Truppen hervor. Die langen dunklen Schatten auf dem Wasser nahmen Gestalt an. Und nun stießen, wie auf Kommando, große, schwere Pontons ab, Pontons die Menge, und besetzt mit schweigenden, atemlos zum Feind hinlauschenden Soldatenscharen. Würde der Uebergang glücken? Oder der Feind aufmerksam werden und die Uebersetzer mit seinem Feuer vernichten, bevor sie noch das gegenseitige Ufer erreicht? Lange Minuten, deren jede einzelne die Mög-lichkeit näher bringt, den Feind zu überraschen — Da — gleichsam als Antwort, durchkuattterte brüllender Lärm die Nachtftille — die Kanonenbat» terien de« Feinde»! Hinein in den ersten Schuß aber donnerte die deutsche Artillerie. Sie hatte ihr Feuer gegen das feindliche User genommen und damit den landenden eigenen Truppen einen Schutzwall geboten. Unter diesem Feuerschutz landete Ponton aus Ponton glücklich. In kaum einer halben Stunde war die gesamte Aimeeabteilung drüben--in kaum fünf Minuten der Kamps bereits in vollem Gange. Ein wildei Abwehrfeuer der überraschten Russen empfing die Angreifer. FlankierungSseuer auS den Reihen der russischen Reserven weiter rückwärts — und diese Reserven überboten an Stärke die An-greiser weit. Bon allen Seiten prasselten die Geschoßkugeln; ein Höllenlärm brauste über den Strom hin. Die Minenwerfer wüteten nnd schleuverten ihre Bomben. Di« Linien der Kämp'er verschwanden aus Kilometer hinter einer undurchdringlichen dunklen Rauchschicht. Als der Rauch sich selundenlnng zerteilte wink-ten weiße Tücher daraus hervor — die Russen, ihre Waffen fortwerfend, liefen über. Aber hinler ihnen stürmten tapfere»Reserven — Sturm! Linien gegen Linien; Feind gegen Feind DaS ei st* Hurra erschallte — vvn Mund zu Mund pflanzte sich der Schlachtruf und überbrauste den Geschützlärm. Am Horizont brach das eiste fahle Morgen-licht durch nnd ließ deutlich und deutlicher den Schlacht- plan erkennen--die blutgetränkten Ufer der Weichsel. Bleich malte das Morgenlicht die Tolengesichler, die schmerzverzerrten der Sterbenden und Beiwttn-deten — die kampsethitzlen der Streiter — Seine Leute anfeuernd, wirf sich ein russischer Offizier mit seiner Lchar dem Feind entgegen. Doch — was war das? Plötzlich stockte die Schar, denn ihr Führer war zurückgewichen. Verwundet? Nein — nein, denn feine hocherhobene Faust umspannte noch die Waffe kraftvoll. »Zum Teufel, Herr Leutnant Petrowitsch — was ficht Sie an!?" b'üllle da die Stimme feines HauptmanncS. „Vorwärts — vorwärts! Bergessen Sie nicht die Worte unseres Generalissimus: Jeden Offizier, der Schwäche zeigt, lasse ich erschießen!' Leutnant Petrowitsch ist plötzlich wieder nur Soldat: „Schiißt und draus!" ertönte sein Ruf, und gerade als hätte die Verzögerung i'jre Waffen gezählt, so scharf fegten die Schüsse aus dem Laufe hervor — Einer in de» Reihen der Deutschen wankte — brach zusammen . .. Ein Samenkorn nur im Strom der Kriegsopfer. Am Himmel zuckte es von dem Widerschein der seuernden Batterien — unablässig nogte der Kamps fort. Dis schweren Artiveriefeueis nicht achtend, trug ein russischer Offizier einen Beiwundetcn aus dem Rücken fort. Schon war er ziemlich weit gekommen, nahe dein Ziel, einem verlassenen Hause, als aus den Dunstschleiern am Horizont die Sonne hervor-brach. Ihre goldenen Strahle» umspieltet» sür einen Augenblick den verwundeten Krieger aus dem Rücken des RetlerS und seine deutsche Uniform — Durch den GefechtSlärm rollte plötzlich die Sümme deS russischen HauptmanneS — der Russe brüllte förmlich vor flammendem Zorn. Ec winkte wei Kosaken heran: „Dort, Kerls, seht Ihr, dort", — und seine Hand fuchtelte den Kosaken vor, iräh-rend er scharf und klar ihnen seinen Besehl erteilte. Als der Leutnant Maxim Petrowitsch von seinem geglückten RettungSwerk zurückkehrte, erreichten ihn plötzlich gleichzeitig zwei Kugeln, die a»S einem Versteck abgefeuert waren. Ohne noch einen Laut zu tun, brach Petrowitsch tot zusammen. DcS Generalissimus Nikolajewilsch Besehl war befolgt worden: Erschossen von seinen eigenen Land»-leuteuten war ein Offizier, der „Schwäche" gezeigt hatte. Z)er Ferräter. „Marco! Marco!" Die befehlende Stimme de« terrn rief den sich wie wild gebärdenden Hund vom ittcrtor zurück. „Was hast du denn, daß du dich so aufführst? Ein verwundeter Soldat ist doch kein Bettel, du Tropf.' Der Schloßheir zog in gespieltem Zorn den de-mutig Wedelnden am Ohr. „Warte, alter Kunde, das bringe ich dir noch bei. Ein bravcr Hund muß eine Kommißnase haben, verstanden?" Flüchtig nickte er dem am Gitter lehnenden Soldaten zu und zog Marco am Halsband nach sich. Der bog de» Kopf, so weit er konnte, seitwärts und schielte zurück. Dabei gab er tinen winselnden Ton von sich. „Kusch', machte sein Herr, „dummer Köter. "|| Der Mann am Tor aber preßte das blasse, ab-g zehrte Gesicht gegen die Stäbe und versuchte, durch da« Schlingwerk des wilden Weines den Abziehen« den nachzublicken. Dabei kam ein Laut von feinen Lippen, der fast einem Schluchzen ähnelte. „Aribert, ich weiß nicht", sagte ein paar Tage später die Baronin zu ihrem Gatten, „Du solltest doch etwas mehr Acht auf die vielen Verwundeten geben lassen. Seit Tagen streift so ein Mensch im-mer um den abgeschlossenen Teil deS Parke« herum." — „Aber Anne-Marie, daS ist doch sein gute» Recht! Es kann sich doch jeder Verwundete im Park ergehen. Die Leute sollen sich doch erholen." Die Barouin wiegte den Kopf. „Liebster Mann, baS weiß ich ja alle«. Dieser einzelne Fall ist indeß verdächtig. Gestern sah ich ihn zu/ällig selbst. Er starrte mich an: mir wurde ganz unheimlich. Es könnte d,ch ein schwarzes Schaf unter die Leute ge-raten sein. — , La la. Anne-Marie, ich bitte Dich — der Mann hat fürs Vaterland geblutet". „Gewiß — aber —" „Aber Du Pessimistin siehst am hellichten Tag Gespenster. Nebligen« überzeuge Dich selbst und geh' hinüber ins Lawrett, dann wird sich Deine Furcht hoffentlich legen." „DaS tue ich auch. Aber Marco nehme ich mit." „Ins Lazarett?" „Nur bis ans Hius. Mir bangt, im Park dem sonderbaren Menschen zu begegnen." „Liß den Hund lieber hier. Marco hat sich neulich höchst sonSerbar gegen einen Verwundeten, wahrscheinlich Dein schwarz:« Schaf, benommen." „Siehst Du wohl; Marc» ist ein schlaue« T'er." „Nein, Anne-Marie, er wird al«, der gute Marco — wie —" „Wie ich — sage e« nur rund heraus! Aber da« macht nicht«. Ich nehme ihn doch mit." 3 „Wie Du willst. Aber die Folgen trage Du." „Ich nehme ihn an die Leine" „Willst Du den Hund regieren?" „Er solgt mir aufs Wort." „Gut — wie Du willst I" Am Nachmittag schlug die Baronin mit ihrem vierfüßigen Begleiter den Weg zum Lazarett ein. DaS sogenannte alte Schloß, ein bescheidener niedriger Bau aus der Biedermeierzeit, war »um Lazarett ein-gerichtet worden. E« waren zumust Genesende, die hier in frischer Waldlust ihrer völligen Wiederherstellung entgegengingen. Bis auf einen kleinen Teil war ihnen der weite Schloßpark zu ihren Spazier-gängen zur Verfägnng gestellt werben. Gruppenweise ergingen sich die Verwundeten in den schattigen Al« lttn. Jeder grüßte die «chloßherrin ehrerbietig. Im Ganzen ließ sich die Schloßherrin nicht v el blicken. Vielleicht war das mehr Rücksicht auf die Ungeniert« heil der Gäste, als Hochmut. Wenigstens war die Verpflegung und alles sonstige Gebotene hervorragen». Die Baronin grüßte freundlich und doch ein wenig zerstreut. Ihre Gedanken und das Suchen ihrer Au-gen waren bei dem „Verdächtigen." Doch nirgends vermochte sie den Menschen mit den dämonischen Augen und den hohlen Wangen zu entdecken. Da zerrte Marco plötzlich an seiner Leine. Er war ste-hen geblieben und wollte nicht mehr vom Fleck. Da« bei kam ihm ein Winseln auS der Kehle, während seine Augen starr auf eine Boutquetwand gerichtet blieben. Die Baronin wußte: hinter dcm Bousquet be-fand sich eine Bank, nnd plötzlich sagte ihr das ei» gene Herzklopfen: Dort war der Gesuchte. Im Grunde keine mutige Natur, nahm ihr doch des treuen Hunde« Nähe jede Furcht. Unwillkürlich ließ sie sich von dem ganz sonderbar gebärdenden Tier fortziehen. Freilich vermochte sie dcm Hunde aus dem von ihm gewallten Wege nicht zu folgen, nämlich mitten durch das Bouquet. Ihr Gatte hatte fo un« recht nicht: Das mächtige Tier zu regieren, ging über ihre Kraft; so ließ sie Marco» den Willen und schlug selbst den Umweg ein, der sie zum Zi?l führte. Al« sie um die Wegbiegnng die Ruhebank in Sicht bekam, bot sich ihr ein überraschender Anblick. Es war nicht die Anwesenheit des ohnehin Erwarteten, die sie an die Stelle bahnte. Der Verwundete saß, den Arm in der Binde, in einer Ecke der großen Steinbank; da, förmlich über ihn gewo.fen, beide Pranken auf den Lchultern des fremden Mannes, stand Marco aufgerichtet und wedelte ganz unsinnig bellend, ja winselnd vor Freude, während der Soldat sein Gesicht völlig im weichen Fell des Hundc« vergraben hilte. Nur Sekundenlang stand die Ba-ronüi sprachlos, dann überflog ihr Buge prüfend die Gestalt des Soldaten. — Ein Argwohn war in ihr wach geworden, schlimmer als ihr erster törichter. Woher kannte Marco den Fremden? Woher seine osfenbare unsinnige WiedcrfehenSfreude? Entschlossen schritt sie auf die Sruppe zu. Der unter ihren Füßen knirschende Kie» verriet sie. Eine heiße Röte schoß dem Verwundeten bei ihrem Anblick in da« abgezehrte Gesicht. Er wollte sich erheben, doch daran hinderte ihn der schwer aus ihm lastende Hund. „Sie kennen den Hund? Wer sind Sie?" Der Baronin Frage klang mehr gepreßt als herrisch.. Viel» leicht sürchtete sie die Antwort. Nun hatte sich der Verwundete von Marco be-sreit und antwortete in streng militärischer Haltung: „Adolf Müller, gnädigste Frau Baronin." Die Schloßherrin schüttelte ungläubig den Kopf. „Wer ist A^ols Müller?" sagte sie langsam, „und wie kommt ein Fremder zu Marco» stürmischer Be-grüßung?" „Hunde fühlen eben, wenn man sie gern hat", erwiderte der Befragte gedrückt und die Lider vor dem forschenden Blick senkend. „Sollte Adolf Müller nicht vielleicht noch einen anderen Namen führen?" Ueber das Antlitz des jun-gen Krieger« schoß eine verräterische Glut. Stumm mit zusammengepreßten Lippen starrte er vor sich hin. Die Baronin aber näherte sich ihm vollends. „Unglückseliger! Wie kann Arno von N. eS wagen, in die Heimat zurückzukehren?" Da schlug der junge Mensch da« Auge voll zur Baronin aus. „Auch mich rief daS Vaterland, Frau Baronin; auch ich habe für mein Vaterland kämpfen und lei dcn dürfen." Damit hielt er ihr den Armstumpf ent-gegen. Ans dcn Mienen der Baronin schwand die Strenge. „Arno, ich fühle, Sie haben Ihren Zu-geudstre ch gesühnt. Aber wie durste» Sie hieher zurückkehren?" sagte sie milder. „Mußte ich nicht dem Befehl gehorchen? Halte meine Weigerung nicht Aufsehen und Verdachi er-regt? Getv.ß, ich habe m'ch wohl verraten dmch mein Spähen; aber der Zauber meiner Kindertage umwob mich, Nur eine» Blick wollte ich werfen auf die P'ätze, wo meine Mutter einst fv glücklich mit uns Kindern gespielt. Das verriet mich und der hier! — Seine gesunde Hand strich zärtlich über den Kopf des Hunde». — .Er war der Einzige, der mich erkannte, er, mit dem ich als großer Junge so ost getollt. Jetzt können Sie mich anzeigen, Cou» sine." — .DaS wird sie nicht", sagte eine Stimme hin-ter ihnen. „Auio, armer Junge, müssen wir uns so wiedersehen?" Vetter Ändert, Du — Du kannst mir ver-zeihu?" „Muß ich nicht? Laß die al'.eu Geschichten ru-hen, mein Junge! Da Du einst als Kadett einfach der strengen Zucht entliefest, haben wir alle Dir ja genug verdachi. Unser Name vertrug den Fleck aus dem Ehrenschilde »ich?. Jctzt hat DeinBlit ihn rein-gewaichen. Ader wie war eS Dir möglich, unter dem falschen Namen ins Heer, einzutreten?" Der junge Arno lächelte trübe. „Auch das hat feine Geschichte. Erinnert Ihr Euch, daß ich nicht allein ging, damals? Mein Freund Erich floh mit mir. ?r brachte mich zu einem Ver-wandten; dessen Sohn begleitete un» über das große Wasser. Adots Muller ward mein bester, lreuester Freund. AIS er in »er Äi ube, in der wir zusammen atMnuii, verungtiickie, eignet« ich mir seine Papier« an. ah»>« bamdll noch uichi, bafi sie mir eins» helfen würden, unerkannt mein« Schuld ans Vater-land abzuzahlen." »Jetzt aber bleibst Du bei uns in der Heimat", sagte der Baron, liebevoll den Arm um die Schulter des Better» legend. Der aber schüttelte den Kops. »Ich dank Euch; aber — mich leideiS nicht mehr hier. Wenn ich ge« heilt bin. geheich wieder zurück nach Amerika. Adolf MitllerS Schwester harrt dort in Treue meiner. Dem Invaliden wird man die Ueberfahrt nicht verwehren. Trotzdem habe ich eine letzte Bitte." „Bewilligt, mein Junge." „Gebt mir den Gespielen meiner Kindheit mit. Gell, Marco, wir zwei lassen nimmer von einander!" „Gern, Arno, aber Marco ist ein alter Knabe geworden." „Laßt ihn mir — ich bitt Euch darum." „Topp", sagte der Baron, „nimm ihn mit. Deinen Getreuen. Ich glaube fast, er würde ohne-hin an Heimweh nach Dir sterben, der — der Verräter." Hedanken. Da» Eharakteristikum unserer Welt besteht da« rin, daß sie sich über die Form einer LeidenSwelt nicht erhebt. * Die Menschheit benötigt große Männer als Führer, da sie sonst in ihrem Dunste ersticken würde. * Ich kann mir einen Arzt ohne ein gutes Herz nicht vorstellen. Dr. Paul Musil von Mollenbruck. AvU^-l /{*j^/(tKA%«viv, /y.V,i*V»VVW ©cfccitf et filier 5tadtv.rlchs« e*tfrr(lit, Vtitchlri«»»,. 8«i#linf!e«, | ttatOTTt. fämrrfrn&t» H»ll, Inmt all | (lortdifliina «ci.r Srfältttugra. ■ Cfsin v"- b>:Cks. Xof- -O Helln ,» bat« tn: Otto Ech»r,l * 'So.. SDotlirf« int iSitl«-un"; 1"). IRaiiufeer, ülpotbetc; 3 «taun ÜtiMrr. I'taiKti«! V. *tt» a'.if, Jtuotli fe i«r Dhrlabilf. Oosotft; Ha»« Sdimtifr-(diS. Wonn; <1. 'lU«n»(t, Sal- »atst'llMIlictt. W»b.-kand4drr,; Sranill. Hn», «atiilW- i.Bftbruu«. (owc iit all» «wirfst*. 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Nr 38 in Erinnerung gebracht: Bei jeder Abgabe von Brot und Mehl an unmittelbare Verbraucher ist von dem Käufer eine giltige Ausweiskarte vorzulegen und von dem Verkäufer die der begehrten Menge Brot und Mehl entsprechende Anzahl Abschnitten abzutrennen. Es ist daher unzulässig, dass beim Brot- und Mehleinkaufe nur die schon abgetrennten Kartenabschnitte übergeben werden. Die Nichteinhaltung dieser Vorschrift wird sowohl an dem Verkäufer als auch an dem Käufer geahndet. Diese Bestimmungen finden auch auf Gast- und Schankgewerbetreibende Anwendung. Wer gewerbmässig Brot oder Mehl an andere abgibt, hat die von den Ausweiskiirten abgetrennten Abschnitte zu sammeln und jeden Monat beim Stadtamte abzuführen. Die fiebert ragung der Ausweiskarte oder ihrer Abschnitte an Personen ausserhalb desselben Haushaltes sowie die Verwendung von Ausweiskarten, die von der Behörde für Personen eines anderen Haushaltes bestimmt waieu, oder deren Giltigkeit bereits erloschen ist, ist verboten. Uebertretungen dieser Vorschrift werden, soferne die Handlung nicht unter die Bestimmungen des Strafgesetzes fallt, nach § 35 der kaiserl.-Verordnung vom 21. Februar 1915, R.-G.-BI. Nr. 41 vom Stadtamte mit einer Geldstrafe bis zu 2000 K oder mit Arrest bis zu drei Monaten, bei erschwerenden Umständen afer mit einer Geldstrafe bis zu 5000 K oder mit Airest bis zu 6 Monaten bestraft. Bei einer Verurteilung kann auch auf den Verlust einer Gewerbe-berechtigurg erkannt werden. Stadtamt Cilli, am 18. Oktober 1915. Der Bürgermeister: Dr. Heinrich T. Jabornegg. bis 120 cm Breite werden gelegt in der Plissieranstalt C. Büdefeldt, Marburg, Herrengassc 6. Auswärtige Aufträge schnellstens. Maschinschreibunterricht. Lehrbefähigter Masehinachreiblehrer erteilt Unterricht im Maschinschreiben und Stenographie zu sehr mässigen Preisen. Anfragen sind zu richten an Stadtamtssekretär Hans Blechinger. Visitkarten M Vereinsbuchdruckerei Qeleja. 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Viertel der 45°/0 Umlagen auf die Grund- und Haus-zinssteuer; Da diese Zahlungen auch ohne einer erfolgten Vorschreibung zu geschehen haben, so werden für etwaige unregelmässig eingezahlte Gebühren die gesetzmäasigen Verzugszinsen angerechnet. Die mit 31. Dezember 1915 sich noch ergebenden Rückstände werden ohne einer weiteren Verständigung der Parteien Ton der Stadtgemeinde mit den ihr zustehenden Rechtsmitteln eingetrieben werden. Stadt am t C^llllj im Oktober 1915. Der Bürgermeister: Dr. Heinrich v. Jabornegg. Echriftleitunz, Verwaltung, Druck und Verlag: VereinSbuchdiuckerei »Celeja" in Eilli. — Verantwortlicher Leiter: Guido Schidlo