vie „Marburger Zeitung" erscheint jiden Sonntag, Mittwoch und Freitag. Preise — für Marburg ganzjährig 6 fi., halbjährig Z fl., vierteljahrig 1 fl. 50 kr.; für Zustellung in« Hau« monatlich 10 kr. — mit Poslversendung: gatizjährig S fl.. halbjährig 4 tl., vierteljährig Z fl. JnsertionSgebühr 3 kr. per Zeile. Zar SttUtrpolitik in Dosnirn-Htytglttvina. Marburg, 11. November. Vor'm Vefreiung«tampfe eittrlchteten die christlichen Bosnier und Herzegowiner der türkischen Regierung unter Anderem den zehnten Thetl der Feldfrüchte — nicht weniger, nicht mehr, und war die Abgabe auch drückend, so befand sie stch doch im Verhältnib zur Ernte, war demnach eine proportionale Ertragssteuer. Unter der österreichisch-ungarischen Verwaltung aber ging es mit einem Sprunge von der Naturalwirthschost in die Geldwirthschaft hinein, ungeachtet wir so schwere« Neugeld zahlen für die Verkennung der steuerpolitischen Wahrheit, daß zur Geldwirthschaft vor Allem Geld gehöre. Den Steuerpflichtigen in der Herzegowina und in Bosnien wurde die Naturalabgabe in eine Baarleistung umgewandelt und entrichten sie nun ihr gleiche« Betreffnib in Geld — somit ohne Rücksicht, ob die Ernte gerathen, oder nicht. Unmittelbar nach dem Schlüsse der Ernte kann die baare Steuer gewöhnlich nicht „abgeführt" werden, wie der ^Zehnte" de« Getreides vom Felde weg. Die Behörde muß warten, bi« der Pflichtige sein Getreide verkaust — sie muß Geduld haben, bi« er Geld besitzt. Und wenn der Behörde dieser Faden endlich reißt, dann findet sie ost weder Geld noch Getreide und sie muß Nückstände verzeichnen. Und die Rllckstände wachsen. Die Einnahmen de« Lande« genügen kaum, die Kosten der Verwaltung zu decken und e« kommen die Au«lagen für die militärische Besetzung auf da« Kerbholz Oesterreich-Ungarn, wie z. B. in diesem Jahre über sechs Millionen, im nächsten Jahre über sechs Millionen! Thatsächlich stellt e« sich bereit« dar, al« wären Bo«nien und die Herzegowina einver- A e u i c t e t o n. Zvti Süader au tivm HerM. Von O. Müller. (Fortsehung.) Al« der Amtmann über den PlaK vor der Kirche seiner Amtswohnung zuschritt, sah gerade der Rektor, der Gottlob wieder eine Woche sauren Magisterdienstes hinter sich hatte, im oberen Stock des Schulhauses zum niederen Fenster seiner Studirsiube heraus. Neinwald erkannte erst den ehemaligen UnLversitätSgenossen an der demselben von jeher eigen gewesenen nachlässigen Haltung des Oberkörpers. Aber wie kam ihm der Amtmann seit der Zeit, da er ihn zum letzten Mal gesehen, ausfallend verändert, um Ficht zu sagen gealtert vor! — Vorgebeugten Hauptes, den Hut tief in die Stirn gedrückt, schritt die sonst so sichere Gestalt mit einer Hast vorüber, die beinahe wie Scheu vor jedem öffentlichen Austreten aussah, und machte auf ihn, statt des früher so angeregten und lebhasten Wefens den Eindruck eines unter Sorgen und geistigen Ueberanstrengungen vor der Zeit gealterten Mannes. Dabei war, was man ehemals gleichfalls nicht von ihm sagen konnte, sein Aeuberes auffallend vernachlässigt pnd erinnerte den Rektor unwillkürlich an einen leibt, als besäßen wir schon zwei paffive Provinzen mehr — würdige Hinterländer der gleichfalls paffiven Provinz Dalmatien. Franz WieSthaler. Zur Geschichte des Tages. Die Delegationen waren dem Kriegsminister gegenüber freigebig, wie immer. Unsere Steuerpflichtigen dürsten indeß die sehr vermehrte Ausgabe im Jahre 1881 leichter tragen, wenn sie der gewissen Hoffnung sich hingeben, daß dieser KriegSvoranschlag im näch« sten Jahre noch erhöht wird. Der italienischen Regierung ist es wirklich Ernst mit dem Vorschlage, den Zwangs-kours aufzuheben, der binnen zwei Jahren enden soll. Die Anssührung dieses Entschluffes dürste um so höher angerechnet werden, als Italien mit dem Papiergelde noch schlechter daran ist, denn Oesterreich-Ungarn. Brasilien treibt eine sehr engherzige Kolonialpolitik. Nach der Wahlreform sollen die Nichtkatholiken und die Naturalisirten kein Stimmrecht besitzen, ungeachtet .Aan dieselben al« Bürger aufgenommen und mit allen Pflichten der Bürger belastet. Der Kaiser Dom Pedro hat seine freisinnigen Grundsätze wohl auch nur für die Ausfuhr nach Nordamerika und Europa auf dem Lager. Vermischte Nachrichten. (Eine ungiltige Ehe.) Neulich wurde einer der angesehensten Profesioren der Wiener Universität gezwungen, seine Lehrkanzel aufzugeben, um sich verehelichen zu können, und ähnliche Umstände haben vor Kurzem Hauenschild, den Versasser einer Anzahl vortrefflicher Bücher über die Technik der Baumaterialien, genöthigt, mit seiner Frau und sechs Söhnen Oesterreich zu verlaffen und nach Deutschland auszuwandern. Hauenschild, in Ober-Oesterreich geboren, ihm bekannten pedantischen Proseffor der Jurisprudenz an der Hochschule zu Gießen; genug, der einst so rüstige und geistig belebte Mann kam ihm heute, wo er ihn zum ersten Mal in seiner neuen Würde sah, so gänzlich verwandelt vor, als sei er um mindestens zehn Jahre älter geworden. Dabei erwiderte Becker kaum mit einem flüchtigen Griff an den Hut die Grljße der ihm Begegnenden mld schien eben so wenig das Jntereffe und die Neugierde zu bemerken, womit ihm die Leute Überall nachblickten, welche jetzt gleichfalls den neuen Amtmann zum ersten Mal zu sehen bekamen. — Bei AUedem kehrte doch der Amtmann in einem ungleich besseren Humor nach Hause zurück, als seine Stimmung beim Antritt der Visitentour gewesen war. Die Begrüßung mit dem vollen Wassereimer im Hause der Ober-sörsterin» und noch mehr die Geschichte mit dem Mundglas des Steuerperäquators belustigte ihn ungemein; wiewohl der Gedanke, daß er morgen die nämlichen Förmlichkeiten noch einmal durchzumachen habe, einigermaßen seine Spottlust darüber dämpfte, den armen Honoratiorenfrauen diefe grenzenlose Verlegenheit bereitet zu haben. — Denn fast in jedem Haus?, da« er mit seinem Besuche so ganz zur Unzeit beehrt hatte, gab es t^ute rothgeweinte Augen und verdrießliche Gesichter; die Töchter haderten mit den war einstens Priester de« Benediktiner-Ordens, verlieb denselben, trat zur protestantischen Kirche über, verehelichte sich und suchte durch seine Kenntnisse sich eine selbständige Existenz zu begründen. Bald galt er als eine Autorität in seinem Gebiete, namentlich in der äußerst schwierigen Frage der Prüfung hydraulischer Cemente. Als in diesem Frühjahre in dem großen Nam-pen-Tunnel Oelberg-Schiesernegg zwischen Brunnen und Fluelen der Gotthard.Bahn Zweisel in Betreff der Haltbarkeit der Gesteine hervortraten, wurde Hauenschild's Urtheil angerufen und bis zum Einlangen desselben die Arbeit eingestellt; seine Cement - Prüfungsmaschinen stehen auf der Gotthard-Strecke in Wirksamkeit. Der Ausspruch der Gerichte, welche seine Ehe als ungiltig erklärten, hat auch diesen thätigen, energischen und kenntnißreichen Mann aus seinem Vaterlande in die Fremde getrieben. Friedrich Hofmann, der bekannte Erfinder der Ringöfen, hat dem ins Exil Reisenden gastfrei fein HauS in Berlin geöffnet. (Sind die Ilngarn Ausländer?) In dieser Frage wird demnächst eine definitive Entscheidung erfolgen. Die General-Prokuratur des Kassationshofes hat sich in einer Nichtigkeitsbeschwerde zur Wahrung des Gesetze« auf Grund von Entscheidungen des Obersten Gerichtshofes und der Staatsgrundgesetze dahin ausgesprochen, daß Oesterreich'Ungarn dem Ausland gegenüber wohl als ein Stüatsganzes, sich selbst gegenüber jedoch als zwei Staatstheile zu betrachten sei, so daß die gegenseitigen Staats-Angehörigen namentlich hinsichtlich der Handhabung der Justiz und Polizei als Fremde und Ausländer angesehen werden müssen. (Eine richtiggesiellteWählerliste.) Utber die Richtigstellung der Wählerliste in Ober-Oesterreich wird (K. Nov.) der „Deutschen Zeitung" unter Anderem berichtet; Die heutige Liste enthält 109 Wahlberechtigte, somit um 13 Stimmen mehr, als die erste Liste vom 22. Oktober. Von diesen 13 Stimmen dürsten der Müttern, daß diese noch imnier beharrlich an der altfränkischen kleinbürgerlichen Gewohnheit de« „großen Samstagputzes" festhielten; die Mütter dagegen machten ihrer Erbitterung über den ungeschickten taktlosen Junggesellen und Weiberseind in allen möglichen Verwünschungen Lust, bis zuletzt Väter und Ehemänner, des ewigen Gezänkes müde, eiUschlossen zu ihren langen Pseisen griffen und lange vor der gewohnten Zeit sorteilten, um in der „Krone" beim l'Hombretisch den Frieden zu findetr, welchen sie zu Hcuse, wir wollen nicht gerade sagen schmerzlich, aber doch ganz gewiß srüh-zeitig heute vermißten. Sechstes Kapitel. Wie verschieden von den bisher gemachten Wahrnehmungen in den meisten Honoratioren-Häusern war dagegen der Eindruck, den der Amtmann am folgenden Nachmittaqe beim Eintritt in da« Haus der verwitweten Hauptmännin von Heidek erhielt, wo ihm sogleich die musterhafte Ordnung und Reinlichkeit aussiel. Da Alles so still und einsam um ihn blieb, wurde unserem weiberfeindlichen Freunde gar nicht wohl zu Muthe, so daß er am liebsten vor diesem vestalischen Frieden seinen Rückzug ^ Ireitaq den 12. Hovemöer 1880. xn. Jahrgang, Mrb«m Mm, _ _ verfassungstreuen Partei 2, den Klerikalen 11 zufallen. Unter diesen 11 Stimmen befinden sich 4 ttenersundene Psarrhöfe, d. h. erfunden in dem Sinne, dab si« erst mit Hinzurechnung anderer Grundstücke die erforderliche Steuer-fttmme erreichen. Um in der unglaublich kurzen Zeit bis zum Ausgange der Reklamationsfrist die Ausnahme dieser Psarrhöfe in die Wähler-Liste zu erwirken, hat man stch über alle mög« lichen formellen Vorschriften hinausgesetzt; so z.B. fehlen die Zustimmungen der Zechpröpste, bei den landesfürjtlichen Pfarren die des ian-dessürstlichen Patrons; in einem Falle wurde das pebereinkommen von einem Pfarr'Provifor abgeschlossen, in einem andern ertheilte der Statthalter den politischen Konsens gegen die ausdrückliche Bestimmung vor dem Einverständ-nib der kirchlichen Oberbehörde. Se. Exzellenz hatte es eben sehr eilig! Bei den durch Abtrennung sabrizirten Stimmen liegen ebenfalls die wesentlichsten lSebrechen vor, so z. B. fehlt bei den mit Lehenband behasteten Gütern der Grafen Clam und Harrach der lehensbehördliche Konsens und die Zustimmung der Anwärter. Ron einem der neuaufgenommenen Besttzer, Graf Schmidegg in Gmunden, wird mit Bestimmtheit behauptet, daß er nicht österreichischer, sondern ungarischer Staatsbürger ist, wofür auch der Umstand spricht, daß er bisher nie, obwohl längst in Ober'Oesterreich begütert, in der Wähler-Liste aufgenommen erschien. Freiin v. Weichs-Glon erscheint in der Wähler-Liste als Besitzerin eines Sechstels der Herrschast Wolchen ze. Es wurde gegen diese Stimme reklamirt, weil auf dieses Sechstel, laut amtlichen Nachweises, nicht 100 sl. Steuer entfallen. Dessenungeachtet erscheint Freiin v. Weichs in der „richtiggestellten" Liste wieder und erfuhr man, daß dieses Kunststück dadurch zuwege gebracht wurde, daß man die Erwerbsteuer von den radizirten Gewerken und die Grundsteuer von den Nustikalgründen hinzurechnete. Alle von der verfassungstreuen Partei eingebrachten Reklamationen scheinen verworfen zu sein, sogar die gegen die Wahlberechtigung des NeligionS« fonds und des Schiefer'schen Erbstistes, ungeachtet deren Nichtberechtigung sowohl von der verfassungstreuen als von der konserativen Majorität anerkannt wurde. Aus dieser Blumenlese sehen Sie, wie man Majoritäten macht, und dient zur weiteren Charakteristrung die Thatsache, dab dies Alles erst durch die zweite Liste bestimmt wird, gegen welche es ein Reklamationsrecht nicht mehr gibt. Freilich ist durch diese Hast auch bewirkt, daß bezüglich aller dieser neuen Stimmen die landtäfliche Durchführung nicht erfolgte, sondern nur der physische Besitz in Berücksichtigung gezogen wurden. Alle diese Besitzer sind daher nicht landtäfliche Besitzer, ebensowenig wie die zahlreichen in der in den alten dunklen Hagestolzbau gegenüber angetreten hätte, wäre er nicht au« zwei triftigen Gründen schließlich doch geblieben. Erstens war er einmal da, hatte sogar dem Amtsdiener aufgetragen, ihn für den Nachmittag bei Frau von Heidek anzumelden; und zweitens sagte ihm sein Blick in den schmalen Spiegel zwischen beiden Fenstern, daß seine Toilette heute ungleich geschmackvoller ausgefallen sei, wie am gestrigen Tage. Denn der häßliche Frack hatte einem feinen modischen Nocke Platz gemacht, und statt der steifen pedantischen Vatermörder legte sich ein weicher Kragen jugendlich und für einen Amtsvorstand allzu burschenschaftlich-leger Über die leichtgeschürzte schwarzseidene Halsbinde. Noch zögerte er, ungewiß, nach welcher der vier Thüren er sich wenden solle, da öffnete sich mit einem Male die vorderste der rechten Seite und heraus trat, ein Kaffeeservice in der Hand, ein junges, etwa achtzehnjähriges Mädchen mit bildschönen blühenden Zügen. Ueber-rascht setzte sie beim Anblick des fremden Herrn das Theebrett mit den Tassen aus den Tisch nieder, und freundlich seine Verbeugung erwidernd, sagte sie mit großer natürlicher An-muth: „Ah, gewiß Herr Amtmann Becker, unser neuer Nachbar? In diesem Falle erlauben Sie mir, Sie im Namen der Mutter vielmals will- ersten Liste schon als persönlich wahlberechtigt aufgenommenen geistlichen Nutznießer. Es stimmt daher :n der „richtiggestekten" Wähler-Liste beiläufig ein Dritttheil aller Wähler nicht mit der Landtafel überein. Wie ihnen bereits tele« graphirt wurde, hat die versassungstreue Partei schon vor einigen Tagen lich in dieser Angelegenheit an das Ministerium gewendet. Eine förmliche Beschwerde dürste noch vor der Wahl demselben abermals zugehen, da die Regierung bis 24 Stunden vor der Wahl von Amtswegen noch Rektifikationen vornehmen kann. Wir wissen in der That nicht, ob wir dieser Beschwerde Erfolg wünschen sollen, und ob nicht der Ver-fassungSpartei in ihrem im Interesse der Stabilität der Retchseinheit gegen das Ministerium Taaffe geführten Kampfe eine Wahlniederlage, die durch solche Mittel herbeigeführt wurde, mehr nützt, als ein Wahlsieg. ZNarburger Berichte. (Gewerbe.) Im November wurden bei der hiesigen Bezirkssauptmannschaft folgende Gewerbe angemeldet; Fleischerei in St. Lorenzen a. d. K. B., Vinzenz Antonazzo ^ Krä-merei in Kirchberg, Josef Tuscheg — Krämerei in Wind.-Feiftritz, Adolf Skazedonig — Schuhmacherei in Wind.-Feistritz, Johann Koch — Sattlerei in Jaring, Johann Spendl — Schuhmacherei in Leitersberg, Josef Tomanitfch. — Konzessionirt wurden: Branntweinfchank in Kirchberg, Josef Tuscheg -- Gasthaus in UnterGasterei, Maria Wochel — Branntweinfchank in Unterkötsch, Ferdinand Herzog — Gasthaus in Zinfat, Josef Brefonettt — Gasthaus in Melchendorf, Franz Schlaber. (Ergänzungswahlen für den Gemeinderath in Marburg.) Das Wahl-komite, welches der Gemeinderath in der letzten Sitzung gewählt, besteht aus den Herren: E. Janfchitz, Pichs, Pfrimer und A. v. Schmitt. (Ortsmufeum.) Di« hiestge Gemeindevertretung hat behufs Errichtung eines Orts-mufeums ein Komite eingesetzt, welches auS folgenden Herren besteht: Lang. Horäk, Neubauer, Spiller, Mehl (Professoren), Apotheker W. König, Dr. Duchatfch und Dr. Schmiderer. (Amtssprache.) Die Dekanatskonferenz von Drachenburg hatte die Statthaltsrei ersucht, die Standesbücher (Matriken) in slovenischer Sprache flihren zu dürfen. Nach der Erledigung bleibt es den Gesuchftellern freigelassen, ihr Begehren durch da» zuständige Ordinariat zur Kenntnib der Regierung zu bringen. (Eilli —Un ter-Drauburg.)Die technischen Vorarbeiten zur Erbauung der Äsenbahn Cilli—Unter-Drauburg wurden am 5. November beendet. Nun werden die Pläne ausgearbeitet und die Kostenüberschläge gemacht. kommen zu heißen und Sie zu bitten, hier einzutreten." Mit diesen Worten nöthigte sie ihn in das Zimmer, wo Frau von Heidek sich eben von ihrem Sitze aus dem Sopha erhoben hatte, um dem Erwarteten entgegenzugehen. Es war eine stattliche Dame am Ausgange der fünfziger Jahre, aber noch so wohlaussehend und kräftig, daß die blühende und schlanke Tochter ihr gegenüber zart und schmächtig erfchien, ein Eindruck, der noch durch die überaus frische Farbe des freundlichen Matronenantlitzes und des lebhaften voUherzigen Blick der lichtbraunen Augen erhöht wurde. Als der Amtmann, um die Unterhaltung einzuleiten, feinen verspäteten Besuch mit der üblichen Redensart: „Ueberhäuste Berussgeschäste" entschuldigen wollte, reichte ihm die würdige Dame freundlich die Hand und fagte mit Laune: „Auch ich.bin ein AmtmannSkind und weiß, was es mit diesem Berufe auf sich hat. Mein seliger Vater pflegte oft zu fa^n, es sei mit den Gerichtsakten wie mit den Heuschrecken im Egyptenland; je mehr man damit aufräume, um so höher wüchse die papierne Landplage zu Bergen von Aktenstößen an und die Prozeßlust der Leute halte meist gleichen Schritt mit dem Schreibereifer." (Unschuldig verurtheilt.) FmFrüh« linge 1879 stand der Grundbesitzer Joseph Kumberger von St. Marein vor deur Eillier Schwurgericht unter der Anklage, er habe zur Ermordung seines Weibe» den Gärtnergesellen 1. Jagoditsch gedungen. Anstifter und Thäter wurden zum Tode verurtheilt, aber zu leben»-länglichem schweren Kerker begnadigt. Die Nennung eines Mitschuldigen, des Schustergesellen I. Schwab in Marburg von Seite des Thäters Jagoditsch, führte dieser Tage zu dem überraschenden Geständnisse des ersteren, daß Kumberger unschuldig sei. Dieser wurde bereit» aus der Haft entlassen. (Ein Dieb im Gericht»gebäude.) In Lichtenwald hat ein Gauner, welcher sich in da« Gebäude de» Bezirk»gerichte» geschlichen, zur Nachtzeit mit den Kanzleischlüsseln die Zimmer geöffnet, dann die Tischladen aufgebrochen und 6 fl. 50 kr. Geld, sowie eine Pistole entwendet. (Raub.) In Dobrova bei Gonobitz stiegen zur Nachtzeit zwei Männer mit geschwärzten Gesichtern durch da» Küchenfenster der Auszüg-lerin Maria Strelz, bedrohten diese und raubten ihr 3 fl. in Silber, Kleider und Wäsche. (Evangelische Gemeinde.) Sonntag den 14. November wird um 10 Uhr Vormittag Gottesdienst abgehalten. (Dr. A. Brehm), der berühmteste Zoologe der Gegenwart, wird Ende diese» Monat» in unserer Stadt zwei freie Vorträge halten. — Diesesmal sind es keine Reisebeschreibungen, sondern rein zoologische Stoffe, und zwar die äußerst interessanten Thema'».' 1. „Unsere Zug-und Wandervögel unterweg» und in der Fremde." 2. „Die Urwälder Afrika'» und ihre Thierwelt." — Da der Reinertrag einem lokalen gemein-nützen Zwecke zugewendet wird, so ist die regste Theilnahme de» ?. Publikum» zu erwarten. — Näheres wird seiner Zeit durch die „Marb. Zeitung" ze. bekannt gegeben werden. Theater. Dienstag den 9. November. „Durch die Intendanz". Lustspiel von E. Hennle. Da» durch einige unverkennbare Vorzüge ausgezeichnete, jedoch auch an bedenklichen Schattenseiten (namentlich Unwahrscheinlichkeiten, ja selbst psychologischen Unmöglichkeiten) leidende, hier bereit» bekannte Stl^ck wurde bei nicht sehr starker Betheiligung de» Publikum» durch die meisten darin beschäftigten Kräfte sehr gut gegeben. Eine Ausnahme hievon machte außer dem gewöhnlich ziemttch faden Herrn Mitscherling (Odirregiffeur von Leonroth) der schon mehrmal» getadelte Herr Julius, der den Haupthelden des Luftspiels, den Dichter Han» Waldau, darzustellen hatte. Wir wollen zwar glauben, daß der ge- Sie erzählte ihm dann mit vieler Heiterkeit, wie e» damal» in den unruhigen Kriegszeiten beim Amte herging, wo e» umgekehrt wie heutzutage der Fall war. Denn Pontiu» kam da noch zu Pilatus, das heißt, der Amtmann hielt mit seinen Schreibern den Amtstag zu bestimmten Zeiten in den einzelnen Ortschaften ab, hier im Schulhaus, dort in der Dorfschenke, und die Bauern mußten ihre gestrenge Obrigkeit, nachdem sie von derselben in aller Form Rechtens gehörig abgeurtheilt worden waren, noch obendrein von einem Dorfe zum anderen kutschiren, wobei nicht selten die ganze Justiz umgeworfen wurde, oder im Kothe der unfahr-baren Wege stecken blieb. Becker fand das lebhafte Wesen der liebenswürdigen Matrone und den heiteren Geist, womit sie selbst einer einfachen Geschichte aus alter Zeit einen originellen Anstrich zu geben wußte, so sehr nach feinem Geschmack, daß er bald in den munteren Ton einstimmte und stch dabei ungleich wohler fühlte, als bei der ge-fpreizten Vornehmthuerei und erkünstelten Herzlichkeit, womit man ihm in den meisten anderen Honoratiorenhäusern entgegengekommen war. Auch das einfache und doch so gemüthliche Zimmer machte auf ihn den angenehmen Eindruck einer von aller gefuchten Nachahmung O nännte Herr etwa» schwer memorirt; dies kann aber für eine derartige Nonchalance, wie sie an diesem Abende entwickelt wurde, kein Entschul-dlgungsgrund sein. Die erwähnte Nolle verlangt eine sehr seine Durchführung und kann nur dann die erwünschte angenehme Wirkung haben, wenn der Darfteller vollkommen Herr seines Wortes ist. Die« war aber nicht im geringsten der Fall und es ist deshalb eine solche Nichtbeachtung der künstlerischen Pflicht um so mehr zu beklagen, da sonst Herr Direktor Vigl sich alle Mühe gibt, unsere Bühne auf einer anständigen Höhe zu erhalten. Im Gegensatz zu Herrn Julius müssen wir namentlich Herrn Nasch heute beglückwünschen, daß er sich gerade bestrebte, eine der ausfallendsten Schwächen des Stückes zu mildern. Er modelte den einfältigen Adjutanten des Prinzen von Dessau in ewer Weise um, daß hiedurch die im letzten Akte vorgeführte Lösung des Knotens viel plausibler gemacht wurde. Der hiebei betheiligte Backfisch wurde von Frau Nasch in recht herziger Weise gegeben. Auch der Journalist Strohberger des Herrn Alberti war eine treffliche Charakterzeichnung. Einen schweren Stand hatte Frau Alberti (Marie) und zwar au« bereits angeveuteter Ursache und man muß sehr dankbar sein, daß die ihr von anderer Seite so sauer gemachte Parthie dennoch eine befriedigende Darstellung sand. Mittwoch den 10. November. „Die Karlsschüler", Schauspiel in 5 Akten von Dr. Heinrich Laube. Mit großer Besriedigung konstatiren wir, daß die Wahl des Stückes zur Geburts» feier Schillers eine ebenso passende, als die Durchsührung eine recht würdige war. Der Held des Abend« war Herr Nasch, der mit Meisterschaft die Rolle Schiller« versah, die in wohldurchdachter Weise alle Grade der Em^ pfindungen wiederspiegelte und mit hinreißender Wärme gespielt auch die maßvollen und packenden Steigerungen nicht vermissen ließ, die UN« einen getreuen Einblick in den Seelen-zustand de« mit so großen Hindernissen kämpfenden und schaffenden Dichter«, wie ihn eben Altmeister Laube charakterisirt, gestatten. De« genannten Darsteller« verständige Auffassung und Durchführung wird aber auch durch fleißiges Memoriren wefentlich gehoben und es ist nur ein Akt der Dankbarkeit, der dem Kunstgenüsse gezollt wird, wenn die Zuhörer solche Beifallssalven erdröhnen lassen, wie sie Herrn Nasch an diesem Abende zu Theil wurden. Die Direktion wird kaum sehl gehen, wenn ste demnächst eine Reprise diese« vortrefflichen Schauspieles gibt, da ja auch das Repertoire dadurch eine angenehme Abwechslung erfährt und das Pub-likum soll dann diesen Augenblick auch in seinem Interesse gehörig ausbeuten. Wenn wir von kleinen Verstößen absehen, die im 2. und 5. Akte vorkamen, die aber doch nicht störend wirk- ten, so können wir auch die Leistungen der übrigen Mitwirkenden zufriedenstellende nennen, da trat besonders Frau Alberti (Franziska) in den Vordergrund, die im 4. Akte mit seelenvoller Wärme und inniger Empfindung, ohne die leidenschastliche Erregung im Dialoge mit dem Herzog auch nur einen Augenblick außer Acht zu lassen, spielte und den allmähligen Wechsel ihrer Gesinnung künstlerisch vollzog, wosür ihr reicher und verdienter Beisall wurde. Frau Nasch (Laura) und Frl. von Falkenberg yauchten ihren Rollen auch wohlthuende Wärme ein und waren in gewohnter Weise am Platze. Herr Julius (Herzog Karl) zog sich bis auf einiges Versprechen gut aus der Affaire. Der General Rieger wurde vom Herrn Heller zu einseitig aufgefaßt; Laube's General Rieger ist ein frömmelnder, immer biblische Sprüche im Munde sührender, aber auch martialischer General und letztere Eigenschaft trat zu wenig hervor. Die Episodenrollen waren in guten Händen und das gut besuchte Haus kargte nicht mit seinem Beisall, der sowohl den Hauptdarstellern, insbesondere Herrn Nasch auch nach beendeter Vorslellung, wie auch der Gesammt-aufführung galt. * In der letzten Nummer wurde durch ein Versehen des Setzers in dem Theater-Referate „outirte" statt „outrirte" gedruckt, was hiermit berichtigt wird. Letzte Der Gemeinderath von Wien hat einstimmig beschlossen, anläßlich de« deutsch »österreichischen Parteitages alle der Gemeinde gehörigen Häuser festlich zu schmücken. Der serbische Minister des Aeußern erklärt in einem Rundschreiben an die Vertreter im Auslande, die Rechte anderer Staaten w loyaler Weise zu achten und die völkerrechtlichen Ver» pstichtungen durchzuführen. Die heilige Synode in Griechenland ist bereit, einen Theil der Kirchengüter für Kriegszwecke zu opfern. In England mehren sich die Stimmen, welche Zugeständnisse an Irland fordern. Franz Josef-Berein für Unterstützung dürftiger und würdiger Schüler der k. k. StaatS-Ober« __realschule zu Marburg. Ausweis. Aktiva: Kassabestand von 1873/9 . . . fl. 873 38 Beiträge der Mitglieder . . . ^ si'bs Zinsen vom eingelegten Kapital . „ b8 2i Summe . st. 101314 L. Passiva: Für Bücher und Requistten . . fl. 21 — An Kostgeld........ 16 78 An Schulgeld .......fl. 20'— Für Stiesel........ 3 70 Dem Schuldiener .....„ 3'— Snmme . fl. 6V4S Kassarest pro 1830/81 . . „ 943'66 fl. 1013-14 c?. Verzeichnis der für 1880/31 bereits eingezahlten Beiträge der "1'. Mitglieder: Herr Dr. Baumann 1 !Herr Jobann Merio „ A. Badl 2! ^ Dr. Orosel Frau Cäz. Büdefeldt 2 „ Jng. Prodnigg Herr Erhart Joh. 1 Dir. Frank 2 „ Math. Grill 2 ^ Joh. Gruber 1 „ A. Frohm ö „ .Joh. Girstmayr s. 5 „ Thom. Götz 2 „ Dir. Göthe 1 „ Johann Gaißer 1 „ Franz Halbärth 1 „ Joh. Jsepp 1 ^ Josef Kadlik 1 „ I. Kodella 2 „ Dr. Leonhard 1 „ Dr. Lorber 2 „ Josef Martinz 2 fl. 2 2 2 2 2 2 Dr. Nak Dr. Reiser Franz Schmidt Wenzel Schneider 1 A. Schilling 1 Dr. Schmiderer 1 Fr. Schosteritsch 1 Dr. Stöger 2 Dr. Terö 1 A. Scheikl 1 Josef Wagner 2 Franz Wels 2 Michael Wretzl 1 Insp. Demmel 1 Prs. Dr. v. Britto 3 Dir. Gutscher_2 Summe st. 67 Marburg, 30. Oktober 1860. Der Vorstand. Mom Nüchertisch. Fromme's 16 Kreuzer Schreiv-Ka lender endlich ist ein solcher, der das größte Publikum hat, denn einen Kalender braucht doch Jedermann, und die Zahl Derer, welche den kleinen Betrag von 16 Kreuzer für sechs kleine Quartbogen ausgeben können, zählt nach Millionen. Johann Nep. Vogl's Volkskalender für 1881. Atedigirt von August Silberstein. Wien, Karl Fromme. Gratulation! steht uns anmuthig aus dem Titelbilde des 37. Jahrganges des Vogl-Silberstein'schen Voltskalenders entgegen, und ein Geschenk für Gemüth und Geist isl die eben so ergreisende wie belustigende Erzählung aus dem Volksleben „Das Neusonntagskind" von dem in diesem Fache unübertroffenen August Silberstein. „Kaiser Joseph's erstes Regierung«, jähr vor hundert Jahren" von dem Forscher G. Wolf legt klar die wichtigen Verhältnisse jener bedeutungsvollen Epoche dar. „Raimund's Hinterbliebene" von E. M. Vacano ist eine seiner interessantesten Enthüllungen aus dem verborgenen Komödianten - Nagabundenleben. „Eine Familie aus dem Bauernkriege" bewährt I. F. Proschko's erschütternde Erzählermacht auf dem Gebiete geschichtlicher Thatsachen. Der großstädtischen Wesen« freien ländlichen Häu«-lichkeit. Endlich, als eS schon zu dämmern begann, hielt er es an der Zeit, sich zu verabschieden und die Damen wegen seines langen Ver-weilens um Entschuldigung zu bitten. Aber kaum machte er Miene zum Aufstehen, so sagte Frau von Heidek in ihrer lebhaft freundlichen Weife: „Bei Leibe, Herr Amtmann, das dürfen Sie meiner Tochter Dora nicht zu Leide thun, die sich schon lange auf Ihre Bekanntschaft freut. Rektor Reinwald, Ihr ehemaliger Universitätsfreund, wußte uns nicht genug Ihr großes musikalifches Talent zu rühmen, und Dora, ich darf ihr das bei ihrem gleiße wohl ohne Ruhmredigkeit nachsagen, gilt in der Residenz für eine der fertigsten Dilettantinnen im Klavierspiel. Aber wo bleibt sie nur so lange!" ^Gerade Rektor Reinwald ist es, dem ich noch einen Besuch zugedachl habe", entgegnete Becker und sein Blick streifte dabei mij einer gewissen Unruhe das Klavier an der Wand gegenüber. „Wie er aber dazu kommt, mich ftr ein mustkaltsches Talent zu erklären, begreife ich wirklich nicht. Denn", fügte er mit einer leichten Selbstironie hinzu, „mein Ruhm als Klavierspieler beruht wohl allein auf dem Um- stand, daß ich meine befcheidenen Uebungen immer nur in meinen vier Wänden vornehme, eine Gewohnheit oder Laune, die mir so sehr zur anderen Natur geworden ist, daß ich mich noch niemals habe überwinden können, vor Zuhörern »u spielen. Sie sehen daraus", fuhr er heiter fort, „daß man fogar in den Ruf eines Virtuosen kommen kann, wenn man nur den kleinen Vortheil versteht, sein Licht nie anders als unter dem Scheffel leuchten zu lassen." „Damit machen Sie meiner Dora einen schlimmen Strich durch die Rechnung", sagte Frau von Heidek kopfschüttelnd und sah ihn mit einem Blicke an, als könne sie an eine so sonderbare Grille bei einem Manne von seinem Verstände und seinem heiter angeregten natürlichen Wesen nicht recht glauben. Sie wollte ihm auch eben ihre Meinung darüber sagen, als man die Hausthür unten aufgehen hörte und Jemand eilenden Schrittes die Treppe heraufkam. Gerade warf das Abendgold feinen prächtigen Glanz durch die beiden Fenster, als die Thür aufging und die Erwartete hereintrat. Sie trug Hut und Shawl, die ste beide schon unterwegs abgenommen hatte, in der Hand und das gescheitelte dunkelbraune Haar lfzte sich, ein Wenige« gekräuselt, um die vom schnellen Gehen erhitzte Stirne. Vom Abend- schein geblendet unh. fast außer Athem, wurde sie den Amtmann erst gewahr, als dieser sich vom Stuhle erhob und eine Verbeugung machte, während Frau von Heidek ihr denselben vorstellte. Unser Amtmann fand sich durch die Unterhaltung mit feiner freundlichen Nachbarin und ihren schönen Töchtern so angenehm gefesselt, daß die Magd schon mit dem Lichte hereintrat, als er endlich ernstlich an den Aüfbruch dachte, da ein Blick auf die altmodische Standuhr auf der Kommode ihm sagte, daß er länger als dcei Stunden auf diese Antrittsvisite verwandt habe. Wie er schon den Hut in der Hand hatte, um sich zu empfehlen, hörte man dröhnende Schritte aus der Treppe und Frau von Heidek sagte: „Da kommt unser Rektor und erspart Ihnen den Weg zu ihm in der Dunkelheit llber das grundschlechte Straßenpflaster. Es ist unser einziger naher Freund und ich nehm' es als ein günstiges Zeichen für unfere künftige gute Nachbarschaft, daß Sie den ehemaligen Universitäts« genossen zuerst in unserem Hause begrüßen." (Fortsetzung folgt.) Humor Iul. Rosen'« ist Bürge dafür, lache»! zu machen, wenn er mit einer komischen Erzählung ^Streicheln oder Kratzen" eintritt. Wichtige Belehrung über Schultrankheiten von Dr. Pichler, Poesien von L. A. Frankl, Silberstein, die kernigen Gesänge au« dem steirischen Volke von A. Schlossar, die Fortsetzung der Rundreisen in Oesterreich und der Rückblick aus die Welt-Ereignisse sind gewiß sehr bewahren«^ werthe Schätze für die Familie — zudem noch ein Lied des melodienreichen Millöcker, die Fülle des Kalendarischen und der Bilder — mithin im Ganzen ein nicht zu überbietender billiger Buch HauSschatz. Eingesandt. Niemavd verflume "wN.«? Nummer des finanziellen Journals „Der Kapitalist" (Informationsblatt sür Private in finanziellen Angelegenheiten) als Probe-Nummer zu bestellen. Redaktion: Wien, Kohlmarkt L. Nr. 10270. (1S4l Kundmachung. Aus Anlaß konstatirter Masern-Epidemie unter den die erste Klasse der städtischen Knabenschule besuchenden Kindern wird die erste Klasse der städtischkn Knabenschule bis inklusive 21. November 1880 geschlossen. Stadtrath Marburg, 8. November 1860. Der Bürgermeister: Dr. M. Reiser. - ^keater im üor Heute Freitag den 12. November: Unwiderruflich letzte große /audvi'- Ulli! Kvistsr-Soiröv von SlvrvIU. Einlaß K'/, Uhr. Anfang 7'/, Uhr. Vreise der Plätze: I. Rang VV ?r. II. Rang 49 kr. Gallerie 2V kr. Von Ikus» 6! vomp. iQ vis», nicht zu verwechseln mit dem kürzlich in Graz behördlich consiszirten „5lngvi''svkon" Backpulver, empfiehlt 1247) (Iluanllv8t. Die ^utsverwattung zu Zutenhaag verkaust 7—12 Wochen alte Aucht-Uerker. Näheres dorlselbst. (1248 Ein l^ltines Haas mit Garten in der Bürgerstraße wird auS Familienrücksichten verkauft. (1244 Auskunst im Comptoir d. Bl. Livv ^ittllsIisus-lZoneession wird gesucht. (124ö Auskunft im Comptoir d. Dl. aia»kotoLr»S»il.^iiilst'^i>»stollmlx Tegetthoffstraße, Wuudfam'scheS HauS. l'sKs Ssr»!« I prachtvolle Ansichten aus Italien, Schweiz (Montblanc-Besteigung), Spanien, Portugal; Pariser Genrebilder u. Zoologische und ctlMografische Änsstcllung. (I25l Täglich geöffnet von Vormittag 9 Uhr biS 8 Uhr AbendS. Halbstartin guter zu verkaufen. Adresse im Comptoir d. Bl. (1223 Wohnuag zu vermiethe«: Zwei schöne lichte Zimnier und eine Küche (Holzlage) im 1. Äock sogleich zu beziehen: Freihausgasse Nr. 3._(1233 Eine schöne Wohnung bestehend aus 3 Zimmern, Küche, Speise, Holzlage ist zu vermiethen. . (1229 Auskunft wird ertheilt im Hause Nr. 6 am Domplatz, I. Stock. Ichöne steundliche Wohnung, bestehend aus 2 Zimmern, Küche und Zugehör, zu vergeben vom 1. Dezember. Anfrage beim „goldenen Löwen^, Kärntnervorstadt. (1246 Wegen Auflassung dos Geschäftes Gänzlicher Ausverkauf! und zwar werden alle nebenstehenden Artikel (1169 zu tief herabgesetzten Preisen abgegeben, als: Tuch- und Schafwollwaaren, Kleiderstoffe, Wattmolle, Caschmire, Matratzengradl, Bettcanafas, Handtücher, Tischzeug, Servietten, Leinwand und Barchente, nebst Auswahl von fertigen Matratzen aus echtem Rosshaar und Seegras; ferner Herren- und Knabenkleider, Damenmäntel, Jacken, Regenmäntel, Herren- und Damenwäsche, so auch grosses Lager von Bettdecken und Kotzen. Hochachtungsvoll J. Schlesinger, |urg))la(. Edikt. Vom k. k. Bezirksgerichte Marburg l. D. U. wird bekannt gemacht: Es sei über Requisition des k. k. Landesgerichtes Graz zur Vornahme der in der Exekutionssache der Steiermärkischen Sparkasse durch Dr. Edl. v. Kaiserfeld gegen Alois Edl. v. Kriehuber pto. 21007 fl. 52.^ kr. s. A. bewilligten Feilbietung der auf 57460 fl. geschätzten Realität I'om. ÄV, ?0l. 4ö0 der steierm. Landtafel, die Tagsatzltngen auf den II. Dezember 1880, IS. Jänner 1881 und I V. Februar 1881, jedesmal Vormittags von 11—12 Uhr, Amtszimmer 4 h.g. mit dem Anhange angeordnet worden, daß die zu versteigernde Realität bei der ersten und zweiten Tagsatzung nur um oder über den Schätzwerth, bei der dritten auch unter demselben hintange« geben wird. Die zu versteigernde Realität ist das zwei Stock hohe Zinöhaus C. Nr. 1 alt, 3 neu, am Sofienplatz in Marburg. Der Erlag eines 10^/^» Vadiums wird gefordert. Der Meistbietende hat die auf dem (Jute haftenden Schulden soweit der Meistbot reicht zu übernehmen, falls die Gläubiger sich nicht mit der Zahlung einverstehen wollen. Die Lizitationsbedingnisse, das SchätzinigS-Protokoll und die Grundbuchsextrakte sind h. g. einzusehen. K. k. Bezirksgericht Marburg l. D. U. am 16. August 1880. Eine Wohnung, bestehend aus 3 Zimmern, Küche, Dachkammer zc. ist vom Ib. November ab zu vermiethen. Näheres bei Frau Franziska Straschill, Lendplatz Nr. 1._ (1242 ES sind zwci Waggon trockene Ruß» und ein Waggon Rusten-Pfosten zu ver-kausen. (1240 Anzufragen bei F. M. Ursig, Zell»utz a/D. kl»» bivtv ckvm kläok« 6io l Haupt Gewinn im günstigen Kalle bietet die allerutveste große Geldoerloosvug, welche vom Staate genehmigt und garantirt ist. Die vortheilhafte Einrichtung des neuen Planeß ist derart, daß im Laufe von wenigen Monaten durch 7 Classen «AS,S4O zur siche- ren Enttcheidung kommen, darunter befinden sich Haupttreffer von event. Naric 400»00Q, spez. aber Gewinn Ä250,000, ^160,000, I>ll00,000, ^ 60,000, 50,000, 2 Gewinne AI 40,000, 2 Gewinne I>il 30,000, S Gewinn 35,000, 2 Gewinne Iii 20,000, 12Vewinne bl 15,000, Gewinn 1 Gewinn 1 Gewinn 1 Gewinn 1 Gewinn ^1A,000, 24 Gewinne Vt1y,000, 4 Gewinne I>ll 8000, b2 Gewinne Iii 108 Gewinne ^ 214 Gewinne Gewinne ^ 676 Gewinne Iii 9b0 Gewinne ^ 26,t4b Gewinne lä vto. «to. 5000, 3000, 2000, 1000, 500, 300, 138, Die Gewinnziehungen find planmäßig amtNch festgestellt. Zur nächsten ersten Gewinnziehung dieser großen vom Staate garantirten Geldverloosung kostet 1 esu-o» Original'Loos nur 6 oder SV, 1 0»1t)ö8 ^ ^ ^ » 1 1 viortvl „ „ „ 1'/, „ 80 Irr..«; Alle Aufträge werden «o5ort gegen Lii»>v»6ullLs, ?o»tvillr»d1uQx oüsr I^sodvadwv äo» LotrsAvß mit der größten Sorgfalt ausgeführt und erhPt Jeder« mann von uns die mit dem Staatswappen versehenen (>riLsivk1-1^ooss selbst in Händen. Den Bestellungen werden die erforderlichen amt lichen Pläne graii» beigefügt, aus welchen sowohl die Sintheilung der Gewinne auf die resp. Elasten, als auch die betreffenden Einlagen zu ersehen find und senden wir nach jeder Ziehung unseren Interessenten unauf gefordert amtliche Listen. Die Auszahlung der Gewinne erfolgt stets prompt uvtsr Ltsatv-Üsrslltio und kann durch direkte Au« sendungen oder auf Verlangen der Interessenten durch unsere Verbindungen an allen größeren Pläßen Oester ^eich'S veranlaßt werden. Unsere Collecte war stets vom Glücke besonders begünstigt und haben wir unseren Interessenten oftmals die größten Treffer ausbezahlt, u. a. solche von Mark 2SS.000, ISU.tNW, V0.00l»» 40.0V0 ,c. VorauSstchtlich kann bei emem solchen auf der«o Il6v«t«u gegründeten Unternehmen überall aus eine sehr rege Bethelligung mit Bestimmtheit gerechnet werden, und bitten wir daher, um alle Aufträge auS« siihren zu können, uns die Bestellungen baldigst und ledensaUS vor dem IS. Aivvvmdvr <>..1. zukommen zu lassen. kautmaiill ö! 8imoll, N«lik- iid Wichselgeschist in Hamdiri, tlüQ- uliÄ Vvricsut aUvr ^rtvQ Lt»»toobUK»tiovvv, lüissQbkdv-^lctiöu uv«1 ^vlvdouilvois. l^.8. Wir danken hierdurch für das uuS seither ge schenkte Vertrauen und indem wir bei Beginn der neuen Verloosnng zur Bethe»ligung einladen, werden wir «lS auch fernerhin bestreben, durch stets prompte und reelle Bedienuug die volle Zufrieden heit unserer geehrten Interessenten zu erlangen. 1115) v. v. Unserem heutigen Blatte liegt eine Lotterie-Anzeige von Valentin Comp, in Hambuig bei. lUera»t»o»tlich« Nedaetiou, Vrvck »vd Verlag von Eduard Saulchttz tu Marburg. »XStO Am 15. November eröffnet der Unterzeichnete je einen practisch- wissenschaftlichen Curs für 1216 französische Sprache SBmal wöchentlich^^® für Damm: Montag, Dienstag, Donnerstag, Samstag von 5—6 Uhr Abends. für Herren: an denselben Tagen von Va? bis 7„8 Uhr. 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R80,i»OV RS,ovo S4«,V00 4',, » 8000- »» ««« 3 „ il 6000— R»,««» SS „ » S000- S««««« 6 „ » 4000» S4,»»» 10S „ ä S000--- »24,00« SI4 „ i» S000-. «»,«0« 10 „ ^ IS00- IS«»« S „ k 1S00-. »4«« szz „ 5 Ivos-. »a»,o«s S7» „ k 500- »»8,0»» 950 „ a 300- »»»,«»» «S „ ä S00-- »»,»«» 100 s IS0-- I»,»«« SS,345 „ k 13S--»,«»»,«»« S,300 „ » 124--- »»»,»«« 70 „ » 100» ?,««« IS.lSV „ ^ S4, S7, b0, 40, ZV Mk, Alle diese Gewinne betragm zusammen S,»7S,7«0, Mark. Onginalloose st. V^ ^ Vlöl'Iö! Ongmalloose fl. « « IIntsrSsiAMüsrLtgÄtsröZiönuiZ Die neueste große Geldlotterie ist von der hohen StaatSregiernng in Hamburg genehmigt und mit dem ganzen StaatSvermögen ßxsrS'iitSi't. — Dieselbe enthält Stt.kOV Loose mit 4S,S40 Gewinnen und eine Prämie. Die Gewinnchance ist also sehr bedeutend, weil mehr als die Hälfte aller Loose gewinnen müssen. Der genaue Auszug aller Gewinne ist aus nebenstehendem Gewinnverzeichniß zu ersehen. Alle diese Gewinne werden in sieben Abtheilungen oder Classen ausgeloost. Die Gewinnziehungen sowie der Preis der Loose sind planmäßig amtlich sestgestellt. Das Bankhaus Vklsotin ck Oo. in Ilamdurg ist mit dem Berkaus der Original-Loose sür die neueste große Geldlotterie betraut. Alle Diejenigen, welche sich also an dieser Ziehung durch Ankauf von Originalloosen betheiligen wollen, belieben die Bestellungen direet an obengenanntes Haus einzusenden. — Der Preis der Loose beträgt sür die erste Abtheilung fl. kr. sür ein Original-LooS, damit sich jedoch Jeder ganz nach seinen Verhältnissen betheiligen kann, werden auch I»»tdv Originalloose fl. Z.VS kr. und Originalloose a fl. kr. verkauft. welche aNv mit dem amtlichen Wappen versehen sind. Zur Aufgabe der Bestellung beliebe man den untenstehenden AustragSbries zu benutzen. -- Sofort bei Eintreffen der Bestellung werden jedem Besteller von dem Bankhause Valentin ekd-Lotterie. „ Den Betrag dafiir von fl.............................empfangen Sie einliegend. I 11ii» Uv, Name und Voriian>e:........................................................... Beruf: d. ^ _______________________________«„»-_________________»...... " ------------------------------------------------------- «imbtrten Arles zu vet> > senden. I Briefe «ach Hamburg! kommen W einem bis / ^ zwei Tagen an. / Datum: ----