RAZPRAVE / DISSERTATIONES Franz Mandl Almhütten in der Dachstein-Tauernregion Prvi sledovi planšarstva segajo 4000 let v preteklost, v bronasto dobo. Prazgodovinski kmetje so koristili naravne prapašnike, ki jih ni bilo treba najprej krčiti, ker so ležali tik nad gozdno mejo ali pa v škrapljah in kontah, kjer je tamkajšnja mikroklima preprečevala rast dreves. V dachsteinskem gorovju so odkrili vrsto ostankov pastirskih koč, nakita in fragmentov orodij iz brona. Pred približno 3200 leti je visokogorsko pašništvo prvič doživelo razcvet, saj ga je podpirala nadvse toplo podnebje in bližina Hallstatta, takratnega središča pridobivanja soli. Klimatske spremembe so uporabo visokogorskih pašnikov prekinile za približno 1000 let. Šele v času Kristusovega rojstva, v času Rimljanov, je planšarstvo doživelo nov vrhunec. The first traces of Alpine dairy farming originated 4000 years ago, in the Bronze Age. Pre-historic farmers utilized natural pastures that did not need to be cleared for cultivation. Numerous remnants of shepherds’ cottages, jewelry and fragments of bronze tools have been found in the Dachstein mountains. The Alpine dairy culture first bloomed approximately 3200 years ago, but climactic changes interrupted its flourishing progress for roughly a thousand years. Only in the period of Jesus Christ, in the Roman era, dairy Jdrming once again reached its peak. Einleitung Die ANISA, ein österreichischer Verein für alpine Felshild- und Siedlungsforschung, deren Obmann ich bin, beschäftigt sich nun schon seit fast 25 Jahren mit der Begehung und Besiedlung hochalpiner Räume. Da der Verein seinen Sitz im oberen steirischen Ennstal hat, lag es nahe, sich mit den umliegenden Gebirgsregionen zu beschäftigen. Der Fluss Enns trennt, dort von Westen nach Osten fließend, den Kalkstock des Dachsteingebirges von den aus kristallinem Gestein aufgebauten Niederen Tauern. Aul kleinsten Raum ist hier also geologische Vielfalt zusammengedrängt. Die ANISA betrieb als erste wissenschaftliche Institution in Österreich hochalpine Wüstungsforschung mithilfe archäologischer Feldforschungen. Dies erweckte das Interesse engagierter slowenischer Forscher rund um Dr. Tone Cevc. 1998 folgten mehrere Mitglieder der ANISA gerne einer Einladung von Dr. Tone Cevc, der ihnen an Ort und Stelle die Forschungen auf Almen in Slowenien vorstellte. Oft denken wir noch an die herzliche Gastfreundschaft der dortigen Forschergruppe zurück. Diese Exkursion war nicht nur in menschlicher Beziehung ein äußerst positives Erlebnis, sie bestärkte uns auch in unseren Forschungsergebnissen, da wir zahlreiche Parallelen feststellen konnten. Viele Gemeinsamkeiten ergaben sich aus den wirtschaftlichen Zielen der Almwirtschaft, vor allem auf geologisch ähnlich aufgebauten Gebirgen. Es wurde klar bestätigt, wie wichtig die Almwirtschaft für alle Bewohner der Alpenregion in der Vergangenheit war. Ohne diese wäre die Besiedlung des inneralpinen Raumes nicht möglich gewesen. Besonders hoch gelegene Bauernhöfe in klimatisch ungünstigen Zonen waren zu Viehhaltung und Milchverarbeitung gezwungen, da der Anbau von Getreide und Feldfrüchten oft nicht einmal zur Eigenversorgung reichen konnte. Für diese Wirtschaftsform waren Almen unerlässlich. Sie dienten nämlich während des Sommers dazu Felder und Weiden rund um den Heimhof zu entlasten, damit dort der nötige Vorrat für den Winter produziert werden konnte. Überdies wurden Käse und Butter auf den Almen erzeugt. Exkursion unter der Leitung von Tone Cevc auf der Velika Planina, 1998 Ähnliche Wirtschaftsformen führten auch zu Parallelen in Bauweise, Arbeit und Bräuchen. Viele Orts- und Lokalnamen sowie Bezeichnungen von Arbeitsgerät gehen auf gemeinsame Sprachwurzeln zurück, da es auch historische Gemeinsamkeiten gibt. Die Geschichte der Almwirtschaft mit Milcherzeugung und Milchverarbeitung reicht nach dem derzeitigen Stand unserer Forschungen in den Nördlichen Kalkalpen in Österreich bis in die Bronzezeit zurück.' Allerdings wurde diese im hochalpinen Bereich um 800 v. Chr. durch den je einsetzenden Klimaeinbruch beendet und erst in der Römerzeit wieder aufgenommen. Unter der Leitung von T. Cevc wurden viele Almen in Slowenien untersucht und deren Alter ebenfalls bis in die Bronzezeit zurück nachgewiesen.2 Vor allem die Nähe 1 Velika Planina, bedeutet »Großalm« und ist die größte slowenische Alm. Auszug aus der Specialkarte der österreichischen Monarchie. Eisenkappel und Kanker. Zone 20, COL. XI, 1: 75.000; 1881 1 MANDL, Franz: Almen im Merzen Österreichs. Dachstein - Niedere Tauern - Salzkammergut. Gröbming-Haus i. E. 2002. 1 CEVC, Tone: Bohinj und seine Almen. Radovljica 1992. DEUS.: Velika Planina. Lehen, Arbeit und Überlieferung der Sennen. Ljublijana 1993. DEUS.: Uralte Spuren des Menschen in den Kamniker Alpen. Archäologische Funde (1995 - 1996) auf den Almen. Ljubljana 1997. zum Zentralraum des römischen Reiches lässt eine intensivere Nutzung zur Römerzeit erkennen als dies in Österreich der Fall war. Die Almwirtschaft wurde anscheinend vor 2000 Jahren von den Römern in den Nördlichen Kalkalpen intensiviert oder vielleicht gar wieder neu eingeführt. T. Cevc meint, dass die Almbezeichnung »Planina« - was so viel wie »Alm-Weide- bedeutet - römischen Ursprungs sein könnte und in die slawische Sprache übernommen wurde. Diese Bezeichnung finden wir in einer etwas abgeänderten Form auch in der Steiermark wieder. Hier finden wir Almen mit dem Namen: »Planai«, »Planer«, »Planken» und »Plankerau». Neben zahlreichen Orts- und Flurnamen finden sich Almbezeichnungen slawischen Ursprungs heute noch in der Dachstein-Tauernregion. Beispiele auf dem Dachsteingebirge sind: »Berillen», »Finitz«, »Goseritz«, »Luser», »Stainitzen« und »Stoder«. Die Sla-wisierung der Steiermark begann mit der neuerlichen Besiedlung nach der klimatisch ungünstigen Völkerwanderungszeit im 6. und 7. Jahrhundert n. Chr. Die seil dem 8. und 9. Jahrhundert von Westen und Norden vordringenden Bayern überlagerten die Alpenslawen. Beide Gruppen dürften aber friedlich nebeneinander gelebt haben, sodass es Jahrhunderte dauerte, bis die slawische Sprache verdrängt worden war. Noch im Hochmittelalter finden wir in Urkunden Hinweise auf slawische Namen. Ebenso treffen wir zahlreiche Hof-, Berg- und Flurnamen slawischen Ursprungs in Regionen an, die erst im Zuge der hochmittelalterlichen Binnenkolonisation gerodet und besiedelt wurden. Almhüttentypen der Dachstein-Tauernregion Aufgrund der geologischen und landschaftlichen Vielfalt dieses Kleinraumes sind durchaus unterschiedliche Hüttentypen anzutreffen. Dennoch bestehen grundsätzliche Gemeinsamkeiten. Als Baumaterialien wurden ursprünglich ausschließlich Holz und Stein verwendet. Für Hütten im Bereich von Baumbeständen wurden Steine als Fundamentierung auf den zuvor eingeebneten Hüttenplatz aufgelegt. Darauf setzte man einen Blockbau, der noch in der Neuzeit mit Holznägeln und Holzdübeln verfertigt wurde. Dank dieser Bauweise wurden die unteren Holzkränze der Hütte trocken gehalten und ein höheres Alter der Hütte gewährleistet. Der Hüttenboden bestand ursprünglich nur aus gestampfter Erde oder Lehm. Erst in der Neuzeit wurde ein Bretterboden so auf Steine aufgelegt, dass die Luft darunter durchstreichen konnte. Nur die Hütten über der Baumgrenze wurden wegen Holzmangels mit Steinwänden errichtet. In beiden Fällen errichtete man darüber breite, flache Dächer, die mit Legschindeln gedeckt und mit Steinen beschwert wurden. Erst seit dem Ende des 18. Jahrhunderts wurden die Dächer steiler gebaut und mit genagelten Holzschindeln versehen. Insgesamt waren die Almhütten schlichte Behausungen, die von den Bauern teilweise mit Nachbarschaftshilfe selbst errichtet wurden, ln der Folge sollen nun exemplarisch einige historische Hütten, die in Zuge der Forschungen der ANISA untersucht wurden, vorgestellt werden. Spätbronzezeit: I^ackenofengrube 1984 wurde vom Verfasser die erste spätbronzezeitliche Siedlung auf dem Dachstein-plateau entdeckt und teilweise archäologisch erforscht. Das Steinfundament ermög- licht einen Rekonstruktionsversuch in Hinblick auf Größe und Bauart. An der Westseite, der Wetterseite, befindet sich eine relativ mächtige, 6 m lange und 3 m breite Steinansammlung. Diese dürfte der Rest einer verstürzten Steinmauer sein, die möglicherweise allein stehend oder vor einer Holzwand errichtet worden war. Die Reste der Seitenwände bestehen aus 5 m langen Steinfundamenten, die jedoch mit auffallend weniger Steinen errichtet wurden als die Westwand. Die Ostseite ist hingegen beinahe frei von Steinen. Diese Seite der Hütte dürfte, wie aus dem teilweisen Fehlen eines Steinfundamentes zu schließen ist, als Eingang gedient haben. Dies scheint auch wahrscheinlich, wenn man die davor befindlichen Feuergruben berücksichtigt. Pfostenlöcher, die auf eine Überdachung der Feuerstellen hinweisen, konnten nicht festgestellt werden. Die ca. 4 m mal 4 nt große Hütte dürfte einen Innenraum zwischen 10 m2 und 12 m- gehabt haben. Holz hatte sehr wahrscheinlich als hauptsächlicher Baustoff Verwendung gefunden. Dass es sich zumindest teilweise um eine Blockhauskonstruktion gehandelt haben muss, kann anhand der Steinfundamente angenommen werden. Parallelen zu diesem Steinfundament, die Vergleiche zulassen, findet man inzwischen an 14 weiteren urgeschichtlichen Fundplätzen. Die römerzeitlichen, mittelalterlichen und neuzeitlichen Fundamente weisen ebenfalls bis auf wenige Ausnahmen Steinreihen als l Interleger für die Stämme eines Blockbaues auf. LACKENOFE^GRUBE^ 1980 ^Sh. Feuergruben O O T 0 Rekonstruktionsversuch der spätbronzezeitlichen Almhütte ©ANISA2001 Lackenofengrube (1980 m), Dachsteingebirge. Rekonstruktionsversuch einer spätbronzezeitlichen Almhütte Als wichtiges Fundmaterial ist die Holzkohle zu erwähnen, die einen Teil der Grabungsfläche ausfüllte. Mit einer kalibrierten Radiokarbonmethode konnte eine Probe der Holzkohle um 1360 v. Chr. datiert werden. Das l4C-Alter erbrachte die gleiche Zeitstellung wie die mittel- und spätbronzezeitlichen Zufallsfunde auf dem östlichen Dachsteinplateau. Im Laufe der archäologischen Grabung kam eine Reihe von Keramikfragmenten zum Vorschein. Zwei Feuergruben zeugen von einer intensiven Heiz- und Kochtätigkeit. Neben vereinzelten kalzinierten Knochenresten in den zwei Feuerstellen wurden auch unverbrannte Knochenreste von Schaf, Schwein, Rind und Pferd gefunden. Da diese ausschließlich von Jungtieren stammen, kann die Hypothese aufgestellt werden, dass die Tierhaltung saisonär erfolgte. Diese Vermutung beruht auf der Annahme, dass im Falle einer ganzjährigen Tierhaltung in dieser Siedlung auch Knochen von älteren Tieren vorhanden sein müssten. Die Jungtierknochen rühren wahrscheinlich daher, dass schwache Jungtiere nach dem Auftrieb in hochalpine Regionen bzw. nicht überlebensfähige Neugeborene verendeten oder notgeschlachtet werden mussten. Man kann somit mit großer Wahrscheinlichkeit auf eine temporäre Siedlungsform schließen. Eigene Stallbauten konnten nicht nachgewiesen werden. Römerzeit: Rotböden Rotböden (1640 m), Dachsteingebirge. Archäologen legen 1996 Reste einer römerzeitlichen Almhütte frei 1995 entdeckte der Verfasser eine Steinsetzung aus der Römerzeit in den 1640 m hoch gelegenen Rotböden. Sie lag auf einer kleinen Erhebung in einer natürlich waldfreien Karstmulde. Ein Jahr später wurde von Univ. Doz. Dr. Bernhard Hebert (Bundesdenkmalamt Graz) in Zusammenarbeit mit der ANISA die erste römerzeitliche Almhütte im Alpenraum ausgegraben. Der Befund dieser archäologischen Sensation zeigt uns einen Steinkranz als Fundamentierung eines ehemaligen Blockbaues aus Holz. Im Inneren der Hütte wurden in einer ausgeprägten Kulturschicht eine Herdstelle mit Holzkohle, ferner Keramik, Münzen, Knochenreste von Schaf und Ziege, kleine Schuhnägel, der Klöppel einer römerzeitlichen Weideglocke aus Eisen sowie der eiserne Bügel eines Halsreifens für die Glockenbefestigung ausgegraben. Dies sind sichere Hinweise auf eine Almwirtschaft zur späten Römerzeit im Gebiet der Marktgemeinde Gröbming im Ennstal. Im Ort selbst waren schon lange zuvor römerzeitliche Grabsteine und Münzen gefunden worden. Weideglocke mit bronzenem Klangkörper und Eisenklöppel aus der Römerzeit, Dachsteingebirge Die Almsiedlung in den Rotböden kann anhand mehrerer l4C-Datierungen und der gefundenen Münzen zwischen der Mitte des 1. Jahrhunderts n. Chr. bis in das 4. Jahrhundert n, Chr. datiert werden. Hebert meint jedoch, dass die Münzen der Kaiser Probus und Claudius II. sowie die Keramik die Gründung der Siedlung erst ab der Mitte des 3. Jahrhunderts n. Chr. wahrscheinlich machen. Frühmittelalter: Plankenalm - Steiniggrube Während der Völkerwanderungszeit fehlen in unserem Bereich Nachweise einer Almwirtschaft. Doch erste Spuren einer menschlichen Nutzung konnten bereits ab dem 7. Jahrhundert nachgewiesen werden. Reste einer frühmittelalterlichen Almhütte sind in der Steiniggrube auf dem östlichen Dachsteinplateau entdeckt werden. Das Steinfundament eines Blockbaues weist die überdurchschnittliche Größe von 5,5 m x 9 m auf. An der Nordseite war wahrscheinlich ein weit ausladendes Vordach angebracht, das als Unterstand für das Almvieh diente. Möglicherweise waren auch an den anderen Seiten der Hütte die Dachfronten vorgezogen worden. Die l4C-Datierung einer Holzkohlenprobe erbrachte ein Alter von 1295 Jahren. Dieses Ergebnis ist als wichtiger Beleg für diese vom Fundbestand her schwer greifbare Periode des frühen Mittelalters zu werten. Anlässlich der Sondierung dieses Platzes wurden eine stark verrostete 72 mm lange Messerklinge, eine Pfeilspitze aus Eisen und eine dickwandige Wandscherbe aus braunem, grob gemagertem Ton aufgesammelt. Einige Knochenreste von Rind, Schaf, ° ° • " 0 ° o o o O 0 v. o * /> “O ® o O ■ a O & O od Cf°Q°' DSG-10 - 14 l4C-Probe 0 m A 10 m Fundamentreste der Steiniggrube. Der Wohnbereich mit Feuerstelle wurde blau markiert, der Stall braun Gjaidalm um 1890. Ausschnitt aus einem Foto. Das Dach der I lütte im Hintergrund wurde an der rechten Seite vorgezogenen und bildet so einen offenen Stall Auf der Velika Planina haben die Hütten ebenfalls vorgezogene Dächer, die aber bis zum Boden reichen und einen hervorragenden Schutz vor schlechtem Wetter ermöglichen Ziege, Hirsch lind Reh aus der Feuergrube wurden dankenswerterweise von Dr. Erich Pucher (Naturhistorisches Museum in Wien) bestimmt. Eine Parallele zu diesem Hüttentyp befand sich auf der Gjaidalm im Dachsteingebirge. Um 1890 wurde eine damals bereits im Verfall stehende »breite« Hütte fotografiert. Sie war im Spätmittelalter oder in der frühen Neuzeit errichtet worden. Die Hütte weist an einer Seite ein vorgezogenes Dach auf, dass als Unterstand (»Scherni“) für das Vieh diente. Neu/eit: »dreiteilige Hütte« und »hohe Hütte« Im Hochmittelalter wurden im Zuge des Landesausbaus immer höher gelegenere Regionen erschlossen und Viehhöfe (so genannte Schwaigen) angelegt. Dies führte zu einer Intensivierung der Almwirtschaft. Waren zuvor Almen über der Waldgrenze oder in natürlich waldfreien Gruben angelegt worden, führte diese Expansion erstmals zu großflächigen Rodungen. Am Beginn der Neuzeit beeinträchtigte eine nachhaltige Klimaverschlechterung die Almwirtschaft. Dieser und ähnliche spätere Klimaeinbrüche führten zur gänzlichen oder vorübergehenden Auflassung von Almen in den Hochregionen. Insgesamt wurde aber in der Neuzeit die Almwirtschaft mit einer besonderen Intensität betrieben, vielleicht gerade um die wirtschaftlichen Einbußen durch die Klimaverschlechterung auszugleichen. Während die hochmittelalterlichen Hüttenbauten kaum wesentlich bedeutendere Spuren hinterlassen haben als ihre ur- und frühgeschichtlichen Vorläufer, wissen wir über die Bauweise seit dem Spätmittelalter und der frühen Neuzeit wesentlich besser Bescheid. Die in dieser Zeit entwickelten Hüttenformen wurden bis zum Ende der traditionellen Almwirtschaft im vorigen Jahrhundert beibehalten. Kennzeichnend für die Hütten dieser Zeit ist, dass sie in mehrere Räume unterteilt werden. Besonders häufig wurde die Hütte in drei Räume unterteilt. Diese dreigeteilte Almhütte diente dem Almpersonal als Wohn-, Arbeits- und Lagerraum. Herzstück der dreiteiligen Hütte war der Herdraum. Darin befand sich eine aufgemauerte Herdstelle. Dort wurde über dem offenen Feuer gekocht und die Milch zu Käse verarbeitet. Rechts davon befand sich die »Stube", der Wohnraum der Sennerin. Hier standen ein Tisch mit Sitzgelegenheiten und das Bett. Im Laufe des letzten großen Klimaeinbaichs vor ungefähr 200 Jahren kam dann noch ein einfacher Kachelofen hinzu, der vom Herd aus beheizt werden konnte. Der linke Teil der Hütte, der so genannte »Kasten«, diente zur Aufbewahrung der Arbeitsgeräte und der Milchprodukte. Zum Frischhalten der Almprodukte wurden auch kleine Steinkeller errichtet oder nahe gelegene Höhlen benutzt. Sacherseealm, Niedere Tauern. Dreiteilige Hütte o o Q o o 0 0 0 o 0 o Hingang Om Im 2 m 3 ni Plankenalm, Dachsteingebirge. Hüttengrundriss einer längst verfallenen dreiteiligen Hütte aus dem 16./17. Jahrhundert PLANKENALIM, Obere Grube, 1720 m Sh. Hüttenfundament: Obj. 1000, K. Dat. 16. Jh. ÖK 127, N = 27 mm, O = 92 mm 0 o o 0 0 D Stube Ofen ? Wotff.T&'viÄ': • C>c>oy-•• • i Hcrdstelle i Hütte > o cP o po Kasten Qo ° o O G> O D oQ, o o ctäifabODiäo o o oO q a Putzentalalm, Niedere Tauern. Bereitung von Steirerkäse über einer aufgemauerten Herdstelle Das Vieh wurde in gesonderten Blockbauten untergebracht. Lediglich im Salzburger Einflussbereich finden wir den Typ der «breiten« Hütte, in die auch der Stall integriert war. Die Unterbringung des Viehs wurde zunehmend differenziert. Einerseits wurden die Stalle für Galt- und Melkvieh unterteilt, andererseits wurden in exponierten Lagen manchmal eigene Ställe für das Kleinvieh (Schafe, Ziegen) errichtet. Für die Schweine, die mit der bei der Magersennerei abfallenden Molke gemästet wurden, baute man eigene kleine Ställe entweder an den Großviehstall an oder in dessen Nähe. Ein Teil der Dachsteinalmen befindet sich im Bereich des Salzkammergutes. Die wirtschaftliche Sonderentwicklung dieser Region fand ihren Niederschlag auch im Almwesen. Seit dem Mittelalter befand sich der Reichtum dieser Gegend, der Abbau und die Verarbeitung von Salz, in den Händen des Landesfürsten. Die Mehrzahl der Einwohner war in diesem Wirtschaftsbereich tätig, daher entwickekte sich ein kleinstrukturiertes Nebenerwerbsbauerntum. Da diese Kleinbauern auch Almrechte besaßen bildeten sich im Salzkammergut regelrechte Almdörfer mit einer Vielzahl kleiner Hütten. Da der Holzbedarf von Bergwerken und Salinen sehr groß war, erließen die Landesfürsten seit dem Beginn der Neuzeit Alm- und Waldordnungen, die die Rechte der Bauern in Bezug auf den Wald drastisch einschränkten. Diese Entwicklung gipfelte um 1780 in einer Bauvorschrift, die den Bau von so genannten »hohen» Almhütten anordnete, weil man vermeinte mit dieser Bauweise Holz zu sparen. Ebenerdig befand Durchgangalm nahe Hallstatt. Die so genannte »hohe« Hütte ist seit dem Ende des 18. Jahrhunderts typisch für das Salzkammergut Auch im Triglavgebirge gibt es die »hohe Hütte« Niedere Tauern. Eine »breite F lütte«, die nicht mehr gebraucht wird, verfällt. Davor wurde eine kleine »Hirtenhütte* errichtet. Heute beweist diese Situation den Rückgang der traditionellen Almwirtschaft sich der Stall. Über eine Außentreppe erreichte man den darüber gelegenen Wohn-und Arbeitsbereich, der ebenfalls dreigeteilt war. Teilweise findet man im Salzkammergut auch eigene Feuerhütten. Die »hohe« Hütte war durch den darunter befindlichen Stall und den Holzfußboden für die Sennerin wesentlich komfortabler. Doch ihre Errichtung brachte höhere Kosten mit sich. Denn der Dachstuhl musste steiler gezimmert werden, was die Verwendung von Legschindeln unmöglich machte. Die Bauern waren nunmehr gezwungen die Schindeln mit teuren Eisennägeln zu befestigen. Das alpine Weidevieh gab wenig Milch. Dieses Defizit wurde mit einer höheren Anzahl an Milchvieh kompensiert. Die Sennereiarbeit war dadurch arbeitsintensiver als heute. Erzherzog Johann berichtet in seinen Tagebüchern, dass um 1800 die »Steirische Bergschecke«, ein kleinwüchsiges, aber extrem berggängiges Rind eine Milchleistung von bloß 2 Maß süßer und fettreicher Milch pro Tag erbrachte. Dies waren etwa 3, 5 Liter. Dank der intensiven Zucht von Kühen mit höherer Milchleis-tung, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts massiv einsetzte, wurde die durchschnittliche jährliche Milchleistung des alpinen Fleckviehs bis heute auf 10.000 Liter gehoben. Natürlich sind solche Milchmengen nur noch mit maschinellen Einsatz zu bewältigen. Auch auf den Almen wird heute die Melkmaschine verwendet. Die Industrialisierung wirkte sich auch maßgeblich auf die Landwirtschaft aus. Die Mechanisierung und Intensivierung der Landwirtschaft, die Verwendung von Kunstdünger und der Zukauf von Futtermittel sowie die Milchverarbeitung in Molkereien führten zum Erliegen der traditionellen Almwirtschaft im Verlauf des 20. Jahrhunderts. Zahlreiche Almen verfielen oder wurden zu Jagdrevieren umgewandelt. Die Mehrzahl der verblieben Almen werden nur noch als Sommerweiden für nicht Milch gebendes Vieh (Galtvieh) genutzt, da diese wenig Almpersonal erfordern. Almen mit Sennerei sind zu raren Ausnahmen geworden. Die Almwirtschaft in der Dachstein-Tauernegion hat aber in den letzten Jahrzehnten einen Funktionswandel erlebt. Sie dient nun zuallererst dem Tourismus. Der Wintertourismus nahm zahlreiche Almgebiete in Besitz, die mit Straßen, Seilbahnen und Liften erschlossen wurden. Almhütten mutierten zu Jausenstationen und SB-Restau-rants. Hotels und Gasthöfe wurden in alpinen Regionen neu errichtet. Im Sommer wurden Almen zu beliebten Ausflugszielen und Freizeitparks. Erst in den letzten Jahren erkannte man im Zuge der Öko-Bewegung den touristischen Wert der traditionellen Almwirtschaft. Echter Almkäse und Almbutter sind zu begehrten Raritäten geworden. Povzetek Planšarske koče v dachstcinsko-turski regiji Prvi sledovi planšarstva segajo 4000 let v preteklost, v bronasto dobo. Prazgodovinski kmetje so koristili naravne prapa.šnike, ki jih ni bilo treba najprej krčiti, ker so ležali tik nad gozdno mejo ali pa v škrapljah in kontah, kjer je tamkajšnja mikroklima preprečevala rast dreves. V dachsteinskem gorovju so odkrili vrsto ostankov pastirskih koč, nakita in fragmentov orodij iz brona. Pred približno 3200 leti je visokogorsko pašništvo prvič doživelo razcvet, saj ga je podpirala nadvse toplo podnebje in bližina Hallstatta, takratnega središča pridobivanja soli. Klimatske spremembe so uporabo visokogorskih pašnikov prekinile za približno 1000 let. Šele v času Kristusovega rojstva, v času Rimljanov, je planšarstvo doživelo nov vrhunec. Po starih zapisih sodeč so Rimljani molzli predvsem ovce in koze. Iz zelo hranljivega mleka, ki so ga le težko posneli, so pripravljali polnomasten sir. Govedo so gojili zaradi mesa in kot delovno živino. To gospodarsko dejavnost so Rimljani vpeljali tudi v svojih pokrajinah, kar potrjujejo najdbe majhnih rimskodobnih bronastih pašniških zvoncev, ki so jih uporabljali za drobnico. Samo v dachsteinskem gorovju, kjer so leta 1995/96 odkrili in raziskali prvo rimskodobno planšarsko kočo v Alpah, so doslej v razsejanih najdbah našli deset takšnih zvoncev. Izsledki izkopanin koče kažejo na kamniti venec kot temelj bivše lesene brunarice. V notranjosti koče so v zelo razvidni kulturni plasti našli oglje, ognjišče, keramiko, kovance, ostanke ovčjih in kozjih kosti, kembelj rimskodobnega pašniškega zvonca iz železa, železni locen ovratnice za pritrjevanje zvonca in majhne žebljičke za čevlje. Na podlagi več l4C-datacij in kovancev je mogoče kočo postaviti v čas med sredo 1. stol. in 4. stol. po Kristusu. Sledove srednjeveških planšarskih koč lahko dokažemo le še z arheološkimi izkopavanji. V primerjavi s pogosto še obstoječimi novodobnimi planšarskimi kočami, ki obenem zaznamujejo zadnjo veliko ekspanzijo tradicionalnega planšarstva, so srednjeveški sledovi zelo skromni. Kamniti venci majhnih enoprostornih koč so značilni za to dolgo časovno obdobje. Koče so bile verjetno pokrite z macesnovimi skodlami, imenovanimi Legeschindeln, ki so jih pritrdili z latami in obtežili s kamni. Okna so bila zelo majhna in so se zapirala na smuk. Ognjišča prvotno niso bila dvignjena nad tlemi; pozidana najdemo šele v zgodnjem novem veku. V Salzkammergutu so zaradi nevarnosti požara zgradili samostojno ognjiščno stavbo za kuhanje, ki je bila oddaljena od koče. V bližini planšarskih koč so gradili tudi majhne kamnite kleti za mlečne produkte. Pa tudi votline so služile kot kleti. V apneniškem gorovju je po daljši suši primanjkovalo vode. Planšarice so zato po vodo, ki so jo potrebovale za svoje delo, hodile do zelo oddaljenih izvirov. Le v kristalinskih kamninah v Nizkih Turah je bilo vedno dovolj vode in celo maslo so lahko mešali s pomočjo vodne moči v posebej za to izdelanih pinjah za maslo. Lasten hlev za živino je dokazan šele v novem veku. Sprva so planšarji živino vodili pod do tal segajočo streho koče. Tak nadstrešek ali lopa za živino se je imenovala Scherm, lahko jo izpeljemo iz beseele Schirm (dežnik). Še danes se hlev v koči Širokih dimenzij, ki so jo gradili zahodno od Schladminga, imenuje Scherm. Ločene hleve, ki so mlado živino delili od krav, najdemo vzhodno od Schladminga. V zadnjh desetletjih se je namembnost planin v veliki meri spremenila. Iz gospodarske odvisnosti od domačije in planine za lastno preskrbo z živili je nastala turistično-gospodarska dejavnost, ki omogoča dodatni gotovinski zaslužek in v veliki meri spodriva rejo molzne živine na planini in predelavo mleka. Danes le Se redko srečamo plan.šarijo, ki služi osnovnemu namenu. Zato pa so nastale nove povezave in odvisnosti med domačijo in planino. Najprej je kmetija postala penzion, planSarija pa, kot dodatna ponudba, postojanka za malico in gostiSče. S tem smo dosegli, kar v zgodovini planSarstva do zdaj ni bilo mogoče - s sodobno gradbeno tehniko smo udobje doline prinesli na planino. Množični turizem zahteva stalno modernizacijo, ki odločilno posega v pokrajino. Z »novim planSarstvom« naravo v veliki meri preoblikujemo. Tone Cevc je v Sloveniji s svojim delom in odličnimi publikacijami opozoril na propad 4000 let stare planSarske kulture in to problematiko postavil v ospredje. Na njegovo pobudo je Velika planina danes spet revitalizirana in deležna živahnega planSarskega življenja. Tudi druge alpske regije bi lahko sledile njenemu primeru, ki ponuja dolgoročno in zanimivo turistično ponudbo.