Dienstag den 24. AUril ^ ^832. Ungarn. Vie vereinigte Ofner und Pester Zeitung, uom 15. A^'il meldet: i,Laut eingegange« nen Nachrichten bis zum 12. d. M. waren bis dahin in Ungarn in 92 Iürisdictionen, in ^96^ Ortschaften. 556,539 Personen von der Cholera be< fallen worden. Davon sind genesen 298,641, gc« siorben 237,406, in der Cur verblieben 23go. — Die Krankheit hat nun überall im Lande aufgehört; da ober von sieben Jurisdiktionen noch nicht die Schlußbcrichte eingelaufen sind, so konnte hier die letztgenannte Ruhrik nicht weggelassen werden." (Oest. B.) OieVerlanV e. Der PHare meldet aus Antwerpen: «Unsere Vertheidigungsardeiten werden mit un. glaublicher Thätigkeit fortgesetzt, und mit einem Eifer, als od die Stadt Antwerpen unverzüglich die schrecklichsten Angriffe auszubauen hätte. Wo» hin man blickt, sieht man nur Redouten, Bastio« "en, Batterien, Verschanzungcn, Kanonen, Mör-scr und Haubitzen. Zu keiner Zeit bot die Stadt cmen so furchtbaren Anblick dar. Sie zeigt das Bild, ci.nes uneinnehmbaren Lagers. Man behauptet, General Chasje habe dem Militälgouverneuv von Antwerpen zu erkennen gegeben, daß cr auf dic Stadt schießen wurde, falls man die Verthcidi« gungsarbcitcn, welche in diesem Augenblicke am Hafen und auf andern Puncten ausgeführt werden, nicht einstelle. Die Antwort auf diese Drohung wäre der Art gewesen, wie sie seyn muß, und wie man sie von einem Offizier voll Festigkeit und Encr-^ie, wie Hr. Buzen isi, erwarten darf. Der Mi' lit^uvttneul wird/ wir zweifeln, nicht daran. die Interessen der Stadt mit demjenigen zu verci. nigen wissen, was die Ehre und die Würde des belgischen Namens erfordert.' lOest. B.) (A,us B rüsseler Zeitungen vom 7. AprÜ.) Gestern hielt der König über ein Bataillon, das aus den Depots mehrerer Regimcntcrgebildetwar, Heerschau, worauf dasselbe sich nach Bcn loo in Marsch sehte. — Die Generale Niellon und Ke> nor haben die ganze Gränze besichtigt, und sind vorgestern nach Gent zurückgekehrt. — Aus Ant> werpen wird geschrieben: „Man versichert, daß eine Kolonne von 4 bis 5ooo Holländern aus der Umgegend von Roosendael in der Richtung nach Maestricht, und zur Nachtzeit marschirend, abge« gangen sey. Acht Transportschiffe mit Truppen sta« tiomren auf der Scheldc bcidem Fort Licfkenshoek. Zwei Meilen von Hülst zu Wilshoorde liegen 20 bis 3o Transportschiffe, um Truppen an Bord zu nehmen. < , ' (Allg. Z.) Frankreich. Der Mo^iiteur vom 6. April gibt folgende Nachrichten über die Krankheit des Präsidenten 5cs Conseils vom vorhergehenden Tage: «Die Krank« heit des Hrn. Präsidenten des (?o»scils, deren Eha» vacter in den ersten Augenblicken nicht ganz deutlich hervorgetreten war, hat bald solche Symptome dargeboten, daß man die 2a erkrankt, 335 gestorben. — Im Weichbilde von Paris ; oer Gestorbenen auf Der Erzbischof von Paris fahrt fort die Spi« , tä'ler zu besuchen, und überall Trost und Hülfe ! zu spenden. So ließ er in den Spitälern von la , tZharitä und St. Antome in jedem'5oc> Franken , zurück. Auch der Handelsminister besuchte die mei. < sien Spitäler. Das Municipalconseil von Paris' < votitte eine Summe von 5oo,ac,o Franken, Mn , temporäre Krankenhäuser zu errichten. Eine Men« c ge milder Beitrage gingen von allen Seiten ein. ^ Die französische Bank allein hatte 12,000 Fr. bei» gesteuert. Fast alle Journale haben Subscript!» nen 5u ienen Zwecken eröffnet. Die Theater klag. ten, daß ihre Häuser leer ständen. Schon am 1. 1 April sollen mcht weniger als 76 englische Fami- d j lien Paris verlassen haben. Auch die Straßburger Blätter sprechen von vielen Fremden, die sich . von Pa ris flüchteten ; unter ihnen Borne. (Er ist bereits in Straß bürg angekommen.) Dem Journal des Debats vom 10. d. M. zufolge, war die Cholera in Poissy, Man« tes, Meaux, Saint- Germain, Me I u n, Compiegne, Versailles (in einem llmkrcis von 10 bis 12 Stunden von Paris) cmsgebrochcn; auch in Nemours hatten sich (ZholeraMe crge-ben. (Ocst. B.) Der Oberstlieutenant Ncgnaut, vom oüsten Linien-Regiment, ist zum Obersten ernannt, und hat den Befehl erhalten, sogleich nach Ancona ab< zureisen/ um den Oberst lZombcs abzulösen, der wegen seines Verfahrens in Italien zur Disposition des Kriegsministers gestellt isi. Er ist bereits mit Postpfcrden abgereist. (Prg. Z.) Nach dem Messager dürfte die Genesung des Hrn. Perier einige Zeit erfordern; man spreche von Hrn. von Argont, Hancelsministcr, fitt das Interim. Der häufige Wechsel zwischen Kälte und Warme heißt cs in cincm Schreiben aus Paris vom 9. April, welche bald durch einen schneidendenNord< wind, bald durch ungewöhnlich starke Sonnenhitze hervorgebracht werden, hat eine allgemeine Unordnung in die hiesigen Gcsundhcitsvcrhältnisse gebracht. C's ist hier fast kein einziges Haus, wo nicht mehr oder weniger choleraähnliche Anzeichen zum Vorschein kamen. Die Aerzte, so viel auch deren hier sind, reichen kaum mehr hin zu ärztlicher Hülfcleistmig, zumal da sic? oft von ängstlichen Leuten ohne Noth herbeigeholt werden. Die Zahl der Personen, welche Paris im Rücken lassen, ist immer noch sehr beträchtlich. Die Postpferde rci' chen kaum mehr hin, gegen 25a sind immer auf dem Wege. — In (Zalais sind am 7. April 52 (Zholcrafälle vorgekommen; die meisten Verheerungen richtet die Krankheit unter den dortigen Seeleuten an. In Arras sind 4 Frauen auö reiner Cholera-Angst krank geworden. Aus Roucu hat man Nachrichten bis zum 8. April; nach diesen ist auch dort die asiatische lZholera cmsgebrochen. Der Kreis der Krankheit erweist sich immer mchr. (W. Z.) Die neuesten Nachrichten aus Lissabon rem 11. März, in Londoner Blattern, melden, daß m den letzten 14 Tagen wieder eine bedeutenbe Men- l«?m gc politisier Verhaftun^W^^Wfunden hüben. Unter ihnen besitzen sich 16 oder 17 Marineossi« cicre. Ueber die Ursache dieser Verhaftungen wa< ren verschiedene Gerüchte in Umlauf. Einige' wollen es noch als eine Strafe für die bei dem Cinlau< fen der französischen Flotte an den Tag gelegte Feigheit ansehen, während Andere behaupten, daß man die Officiere verhaftet habe, um zu verhindern, daß sie an der Expedition Ddm Pedro's Theil nehmen, Dom Miguel besucht fleißig dicBefestigungZ. welke m der Umgegend von Lissabon. Die verschie« denen Forts auf beiden Seiten des Tajo sind jetzt mit 322 Kanonen besetzt, zu deren Bedienung 2576 Leute erforderlich sind. (Oest. B.) Die Londoner Zeitungen enthalten Nachrichten sus Lissabon vom iL. März, worin es unter Andern heißt: «Es war in Lissabon allgemein 5aä - Gerücht verbreitet, daß Madeira in die Gewalt Dom Pedros gefallen sey; aber die letzten Naä>-richten von dieser Insel, welche bis zum 3. März gehen, enthalten nichts, was diesem Gerüchte eine Bestätigung verliehe. Der Gouverneur war im Gegentheil auf das Thätigste mit Vorbereitungen beschäftigt, um dem Angriff zu begegnen. Es wird sehr vicl von der glücklichen Ankunft der Ver» siärkungen abhängen,, welche vom Tajo nach jener Insel abgegangen sino. Wcnn es Dom Pedrogo lingt, dieselben unterwegcs aufzufangen, soglaubt man, daß der Fall von Madeira die nothwendige Folge davon seyn würde." (Ocst. B.) Am /^,. April kamen Se. Majestät von Wmd-ser nach der Stadt, wonachst im St. Iamespal-lasic eine 'n Listen vom 6. April sind in London 2i5ü Menschen an der Cholera erkrankt, 1146 gestorben, und 179 blieben noch krank. Im Ganzen gibt es noch 201 Kranke, nämlich ausser Lon« don in Ely (bei Cambridge), Porto-Bcllo, Gdin» burgh (im Ganzen 62 Erkrankungs- und 3a Todesfälle), Leith, Doddmgsston, Grecnock, Glasgow (665Erkrankungs- und 334 Todesfälle), Pais-ley. Busby> Larberth und Bothkemnn-. Am 3., fand im auswärtigen Amte ein großer EabinNtsrath Statt, der beinahe 3 Stunden dau« ertc. An demselben Tage hatten daselbst der Graf Matuschcwitsch, der Baron von Wessenbcrg und die Gesandten von Preußen und,Belgien, Unterredungen mit Lod Palmerstoli. Am 5. empfing der GrafOr!oss Depeschen aus Rußland mit einem außerordentlichen Lourrier, und hatte darauf Un-tcrredungcn mit dcm Fürsten Lieven und tcm Mi« nister des Auswärtigen. Im Laufe des Tages'em-pfing der Graf die Besuche des Wttrtembergischen Gesandten, des Baron Wesscn.berg, des Viscount Beresford, und mehrerer anderer ausgezeichneter Personen. .Der Graf bewohnt gegenwärtig das Olsrcndon-Hotel. In diesen Tagen wird sich, sei-nem Wunsche gemäß, die königl. Garde in Pa< rade äufstsssen. jtion überzeugt, und es herrsche zwischen ihm und ! den eifrigsten Pairsmachern nur über die Zeit ! der Maßregel eine Meinungsverschiedenheit. < Nach dem Herald zeigt sich in diesem Augen« ! blick in dem Handel mit Kriegsmaterial die größte < Thätigkeit, obgleich das Land im tiefsten Frieden l ist. Das meiste Begehr finde von Seite der pcrtu« < giesischcn Regentschaft zu Terceira, sodann für c Don Miguel und den Pascha ron Aegypten Statt, z Diesen Handelszweig ausgenommen herrsche eine Stockung der Geschäfte in dem Londoner Hafen, von der man sich keinen Begriff machen könne. 5 (Mg. Z.) ( N u ß l a n v. ^ Die St. Petersburg ische Zeitung ent. ^ halt ein Allerhöchstes Manifest, worin das am 27. " v. M., nach kurzem Unwohlseyn, im zweiten Le- b bensiahre erfolgte Ableben der Großfürstinn Aleran^ e dra, Tochter Sr. kaiserlichen Hoheit des Großfür, l) sicn Michael, zur öffentlichen Kenntniß gebracht s lVN'd'. . / r! Der k. k. österreichische Hofrath von Hammer, g hat als einen Beweis des besondern Wohlwollens sl Sr. Majestät des Kaisers von Rußland, die dia« ^ mantenen Ingssgnien des St. Annenordens zwei' 3 ier Classe erhalten. sOest. V.) ) OsriechenlanV. fc Das Journal des'De-bats enthält fol- n gcndes Privatschrciben aus Nauplia vom 5. li März: „Am 26. v. M. kam ein (Zourrier von der Londoner Konferenz hier an, der ein neues Pro. 7, tocoll und Instruktionen für d,ie drei Rcsioenien A 5Md die Admirale üdcrdrachlc, wonach sic die Re« ni ß gierung von Nauplia und die Nationalversammlung s unterstützen sollen. Dieß hat eine gute Wirkung -gehabt, und Alles läßt hoffen, daß dadurch die ß Nuhe vollkommen hergestellt werden wird. Die d Residenten und die Admirale der drei Höfe sind f jetzt von einer und derselben Gesinnung und dem - Wunsche beseelt, dem Geiste des Aufruhrs und der Unordnung ein (Z'nde zu machen; dauert diese : Gintracht fort, wie man nach Allem erwarten darf, - so wird auch die Anarchie überall aufhören. Am : 5. d. M. ließ die Regierung zum Zeichen der Freu- > de 61 Kanonenschüsse losen und die Flaggen ocr ° drei Mächte auf dem Fort aufziehen. Die Rcsi- > dentcn haben ausserdem angekündigt, daß dcrSou« verain unverzüglich ernannt werden würde; die Griechen aller Partheien erwarten diese glückliche Nachricht mit der lebhaftesten Ungeduld; die Ge« genwart des Souvcrainö oder seines Statthalters wird allen Intriguen ein Ende, machen. Die Eiii" tracht lmter den Residenten hat bereits diejenigen entmutigt, welche die provisorische Regierung u,N' zustürzen hofften." (Ocst. B.) N e F y p t c n. Gin Schreiben aus Alexandria vom 28. März (in der Genueser Zeitung) sagt, daß ocr Gesandte des Großherrn an den Vicckönig nach Kllnsiantinopcl zurückgekehrt ist; der Ausgang der Sendung ist noch nicht bekannt, allein man bemerkt militärische Zurüstungen. Demungeachtet lasse» die letzten Briefe aus Konstantinopel eine Ueder-emkunft zwlschen dem Sultan und dem Vicckönige hoffen. Der Pascha hat Schiffe nach (Zanoi.-z geschickt, um dort zwci Regimenter abzuholen < un5 nach Syrien zuführen, wo türkische Truppen sicd gezeigt haben sollen. Die Finanzen des Vicekönigs sind erschöpfter als jemals. Soldaten, Arbeiter/ Seeleute, Beamte bekommen schon seit mehreren Monaten keinen Gehalt. Vom Handel kann der Pascha nichts hoffen, weil die HcmdeMeute ihm schon große Summen für eine Quantität Baumwolle v»rg?schosscn haben,- die cr ihnen nicht wird liefern können. Gin Schreiben aus Ko nsia n ti n opel uclN 7. März (in franz. Blättern) sagt, daß Ibrahim Pascha Acre mit Sturm genommen, und eie.Garnison hade niederhauen lassen. (B. v. T.) Redacteur: M-. Vav. Meinrich.» Verleger: Mn^ Al. CMer v. Rleinmavr.