^ IS« Arettag den 16. AezemVer I88l< XX. Jahrgang. M> KM Zcitm, vle „Marburgtl Seitung" trscheint jeden Sonntag, Mitlwoch und Freitag. Preise - fül Marburg ganzjährig S fl., halbjährig « fl., vierteljährig 1 fl. V0 kr.i für Sustellung _ins Hau« monatlich 10 kr. — mit Postversendung: ganzjährig 8 fl.. halbjährig 4 vierteljährig 2 st. 3nsertion»gebahr L kr. per Seile. dtr Gefahr ti»ts Thtalerbrandt». Sucht man die Ursachen des Brandunglücke« in Wien zu ergründen, so kann man sich der Uederzeugttng nicht verschliefen, daß, außer den vielen Unlerlassunggsünden, mögen ste auf Leicht« sinn, Untenntnib, Pslichtversäumnib oder Ser-vililät zurückzufahren fein, der Verzweiflung«-tamps in den Gängen de» L. und 3. Stock-welke« giöblenthetl« herbeigeführt wurde durch einen gehler in der BenlilationSanlage, den die meisten Theater mit dem abgelirannten lheilen, und welcher, wenn er nicht entfernt wird, leider t,och manche Katastrophe in Aussicht stellt. Die Theater bestehen der Hauptsache nach au« zwei Gebäuden, detn Blchnen- und dem Zusehe»Haufe; in erstcrem stnd weilig THUren und Fenster vorhanden, die zeitweilig oder gröb tenlhetl« während den Borstellungen geöffnet sind, lleberwiegend stnd die Entlveöffuungen im Zuseherraume. Gesetzt, e« entstände auf der ivahne Feuer, die fchnell in Brand gesetzte geölte Leinwand, Seile u. s. w. erzeugen riesige Fiammen, daher auch riesige Mengen von ver-brannten arrefpirablen Gasen und Rauch; dies selben, naturgemäß in die Höhe steigend, er» süllen in wenigen Sekunden den Schnürbodenraum, machen bort jeden Zutritt zu Löschung«, und Sicherheil«opparaten »m ersten Momente unmöglich, strömen trotz etwa vorhandenem Drahtgittei-Vorhang an dem Plafond de« Zu-seherhaufe« in die Galerien, senken ftch immer titfer, um nach einem nach Sttunden zu de» rechnenden Zeiträume auch schon da« Parterre zu stillen und von dort, sowie durch etwa in öderen Räumen dtfiudliche O.ffnungen in« Freie zu strömen. Dieser Brodein, welcher natur gemäb an die Au«gang«öff'iungen für da» Pu blikum strömt, steigert da» Entsetzen, die Er stickung»gefahr. die Verzweiflung der Menge und führt, fall» nicht schnellste Entleerung gelingt, die Katastrophe herbei. tZine pltnktlich fungirende Rettung» Vorkehrung, wie Wasser, kann den O-iialm nicht löschen, das Feuer nicht so schnell dämpfen, daß die Gefahr für da« Publikum verschwinde. Ein Drahtvsrhang hindert den Qualm nicht, in den Zufeherraum zu treten, gibt nur Schutz gegen da« Herau«schlagen der Flammen, und die« nur so lange, al« da« Drahtgeflecht nicht glüht. Die« stnd ja an den bergmännischen Sicherheit«lampen konstatlrte Thatsachen und haben erstere außerdem ein dedeutend engere« Drahtgeflechte, al« die gebräuch^ lichen Vorhänge. Die Ausstellung der Oel« lampen neben den Ga«flammen gewährt einige Sicherheit, indem, fall« die Ga«flammen er« löschen sollten, doch noch Licht vorhanden ist, wenn nicht eine Ga»fxploston llrsache de« Vrande« ist, oder später eintritt, da durch den bei ei ier solchen entstehenden Lustdruck unver-»neidlich auch die Oellampen im ganzen Haufe verlöschen würden. Hier taucht die Frage aus: ist da« Abdrehen der Gasleitung bei einem au«brechenden Brande nothwendig? Bedingungsweise ja. Hätte man aber die Wahl, bei einer für Bühne und Zuseherraum gemeinschastlichen Leitung und nicht vorhandener zweiten Beleuchtung entweder durch da« Abdrehen dem Brande auf der Bühne neue Nahrung durch da» Ga« zu entziehen und gleichzeitig da« Publikum in Finsternib zu fetzen oder nicht — so ist jedenfall« vorzuziehen, die Leitung nicht abzudrehen.^) Eine Ga«exploston kann durch da« in dem Feuerraume au« den gewöhnlichen Oeffnungen strömende Sa« nicht entstehen, so lange nicht stürzende Mauern oder berstende Gewölbe Theile einer Ga«leitung zersprengen, die etwa« entfernt von der Brands stelle stch befindet, wo also das au«strömende Ga» nicht sogleich von der Flamme ersaßt und verbrannt wird, sondern eine gröbere Ga»maffe nch allsammeln kann, bi» ste an einer Stelle !lch an der Flamtne entzündet. Nur in diesem Falle wird eine Exploston eintreten, wird die *) Bei getrennter Gasleitung ist selbstverständlich nur dle im brennenden Objekte abzustellen. durch die Wärme bei der momentanen Eni« zündung einer solchen Menge Ga» bewirkte Au»dehnung so grob und gewaltig, daß jener Zustand herbeigesührt wird, welchen wir Ex« ploston nennen und der zerstörend durch den ausgeübten Druck und verbrennend durch die erzeugte Wärme wirkt. Prinzipiell ist jede« Anzünden einer Ga«flamme eine Exploston. Man steht also, bei Verhältnisset,, wie ste gewöhnlich herrschen, wird da« Publiktm, vor allem da« der Gallerien, durch die Gase in Erstickung«gefahr geralhen. Ist eine Gasexplosion eingetreten, wobei dle den Brennraum Berührenden durch Brandwunden an der Flulht gehindert sein werden, so wird die Gefahr nur noch dringender. Rettung ist nur möglich, wenn durch eine richtige Ventilationsanlage die ErstickungSgesahr gröbtentheil« entfernt wird, und die Entleerung der Räume vom Publikum schnell gelingt. Das Eine muß dns Andere ergänzen. Denn nimmt der Brand gröbere Dimensionen an, so wird die steigende Hitze (durch die strahlende Wärme) den Aufenthalt in den Räumen unmöglich machen; anderseit« ist, wenn die Ventilationsanlage nicht richtig wirkt, die schnelle Entleerung nicht durchflihrbar, da besonder« beim Eintritt einer Exploston Verwundete vorhanden sein werden, die mit fremder, in den ersten Momenten nicht vorhandener Hilfe, entfernt werden müssen. Nach dem Vorau«gelch!ckten s^i nun angenommen, die beiden Häuser seien so ventilirt, dah die abziehende Lust durch da» Dach deS Bühnenhauses, welche« meist ohnedies höher ge-baut ist, al« da« Zuseherhau«, entweichen kann, daher die kalte Luft von hinten in die Heiz-räume und durch die Entlseöffnungen in da« Zuseherhau« strömt. Au« dem Zuseherhau« tlitt der größte Thetl der Lust am Plafond oberhalb de« Bühnenportal« in den Schnür-bodenraum. Der Luftzug, der unter gewöhn, lichen Verhältnisien herrschen soll, darf nicht stärker sei»:, al» er ebm angenehm ist, wa» A e u i l t e t o n. Ein Chriflsrst. Vom Verfasser der neuen deutschen Zeitbilder. (Kortsepung.) Sie war eine blühende junge Witwe, al» er ste kennen lernte. chen. Aber ein Mord! Ein Mord an ver eigenen Gattin! Das empörendste, das unmenschlichste Verbrechen! Und er war immer ein Ehrenmann getvesen. Er war Osfizier gewesen; er war Evel-mann. Ich hatte ihn nur als einen braven, edlen Charakter kennen gelernt. Ec halte jeine Frau ausrichtig, iunig geliebt. Sie war die Mutter seiner Kinder. Er hatte stch gegen mich nur brav benomlnen. Ich war ihln zu manchem Danke verpstlchtet. Ich konnte dennoch den ent-setzlichen Gedanken nicht verdrängen. So habe ich zwei Jahre mit mir gekämpst. Da überkam mich die Sehnsucht nach meinen Enkeln. Ich wo ste auch vor dem Sultan ihre Künste pro-duziren durste. Hier machte aber ein Engländer Namens N. D. M. Littler dle Entdeckung, daß von den zwanzig Mitgliedern der Truppe vierzehn nicht dem Beduinenstamme der Beni'Zoug'Zoug — wenn es überhaupt einen solchen gibt — sondern dem großen Stamme der gewöhnlichen Straßen-Araber LondollS angehören. Es stnd junge Engländer, die schon als Kinder von ihren gewissenlosen Eltern in die erbärmlichste und härteste Sklaverei, die es geben kann, verkauft worden sind. Mr. Littler enthüllt in einem Briefe an die Times den ganzen schmachvollen Handel und vie jammer« volle Lage der unglücklichen Geschöpfe, die ihrem Herrn und Peiniger schutzlos preisgegeben waren, indem keine englische Behörde über die Pro« venienz der Kinder und deren Verhältniß unterrichtet war. Die Sache kam dadurch an den Tag, daß der Vater zweier bei der Truppe befindlichen Knaben sich beim englischen Konsulate über die schlechte Behandlung seiner Kinder beschwerte. In Folge dessen eruirte man, daß bei Hadjali-ben Mohammeds Truppe sich vierzehn Kinder englischer Eltern au» London befinden, welche im zartesten Alter — zwischen vier und sechs Jahren -- von ihren Eltern dem Araber sür die Summe von je 30 bis 40 Schillingen verkauft worden sind, allerdings unter dem Scheine des freiwilligen Eintrittes der Kinder in den Dienst auf die Zeit von 10 bis 14 Jahren, wogegen sich Hadjali-ben-Mo-halnmed verpflichtete, die Kinder zu ernähren, zu kleiden und zu erziehen. Littler fand die vierzehn Kinder in einem abgelegenen Quartiere in Konstantinopel, eingepfercht in einem Raum von 1b Fuß im Quadrat und unter der Aussicht zweier Weiber. Sie waren im Zustande schrecklichster Berwahrlosung und dedeckt mit Wunden, die theils von Verletzungen bei den gymnastischen Uebungen, theils von der Peitsche thres Peinigers herrührten. Die wenigsten konnten noch einige Worte Englisch sprechen, obtoohl ste alle geborene Engländer stnd. Littler setzte es durch, daß die Kinder am nächsten Tage von Hadjali'ben-Mohammed aus das britische Konsulat gebracht und daselbst als englische Unter-thanen registrirt werden mußten. Auf die Frage, ob ste nach Hause zu ihren Eltern zurückkehren wollen, antworteten ste aber aus Furcht vor ihrem anwesenden Herrn verneinend, und es stellte stch heraus, daß er ste zu Hause mit Strasen bedroht u»ld hungrig und durstig auf das Konsulat gebracht hatte. Auch hatte Hadjali-ben-Mohammed bereits olle Vorbereitung gen getroffen, um mit seiner Truppe Konstantinopel so rasch wie möglich zu verlassen. Es mußte deshalb rasch gehandelt werden, und aus eine telegrasiische Meldung erhielt die britische Botschaft von Lord Granville die Ermächtigung, mußte ste sehen, wiedersehen. Mit der Sehnsucht fuhr mir eine fast wilde Lust in das Herz. Ich mußte selbst sehen, ob ein Mord begangen, od mem Kind gemordet war. Dem Auge des Vaters, wenn er dem Mörder gegenüberstand, konnte es nicht entgehen. Und so wird es werden, s,, muß es werden; jetzt erst recht, da er mit jener Person sich verlobt hat. Ich werde noch heule da sein, am heiligen Christabende. Wenn er mitten unter seinen Kindern steht, an der Seite der Neuverlobten, vor dem hellen Cvristbaum — ja, Freund, sollte ich da nicht in sein Innere», in die geheimsten Tiefen seines Gewissens sehen können? Ich sehe die verglasten Augen vor mir, die zugeschnürte Kehle, die keuchenve Brust Seine eigenen Augen stammten wieder. Durch sein blasses, graues Gestcht zog stiegende Röthe. Du kannst ihn auch unschuldig finden, sagte ich ihm. Glaubst du es? Ich hoffe es. Ich auch. Und wenn du ihn schuldig findest? Er sah mich fragend an. Was würdest du dann thun? Was sollte dann weiter geschehen? Soll der Mörder seiner Strafe entgehen? die Auslieferung der vierzehn Knaben zu verlangen, was denn auch geschah. Nun ist man aber in Konstantinopel in größter Verlegenheit, wa» mit den Kindern geschehen soll, denn mit Ausnahme des schon erwähnten Baters, der zwei Knaben rettamirte, sind die Eltern der übrigen ganz unbekannt und können vielleicht nie mehr mit Sicherheit eruirt werden. Littler bittet deshalb um milde Beiträge, damit diese verwaisten Kinder nach England geschickt und versorgt werden können, und schlieft seinen Brief mit den Worten: „Wir haben so viel von dem unsagbaren Türken gehört; wir fordern von ihm fortwährend die Aushebung der Sklaverei; wir schützen die Sklaven in der ganzen Welt, und ich bitte deshalb Jene, welche sich diesem Werke am eifrigsten wivmen, die Folgen von Verbrechen englischer Eltern gutzumachen, deren ein Türke stch schämen würde". (Ungarn und der allgemeine deutsche Schulverein.) Die hämischen Bemerkm^gen, mit welchen die ungarische Presse die Gründung de» allgemeinen deutschen Schui-Vereins begleitet, haben laute Stimmen der Abwehr in Deutschland wachgerufen. Vor uns liegt ein Artikel des „Berliner Tageblatt", wel' cher sich mit dem Gegenstand beschäftigt und worin es nach Auszählung der Vergewaltigungen, welche dem Deutschthum in Ungarn und Sie» benbürgen zugefügt werden, zum Schlüsse heißt: <»Die ganze Hohlheit des sogenannten magya. plschen Liberalismus tritt mehr und mehr zu Tage. Die öffentliche Meinung ist heute eine Macht. Wenn vierzig Millionen Deutsche für ihre gemißhandelten Landsleute die Stimme erheben, so wird da» den Herren Magyaren aus die Dauer wohl nicht gleichgiltig sein. Sin Bu»de»genoffe, der den ihm von Deutschland garantirten Frieden dazu benutzt, um im In» nern deutsche Kultur mit Füßen zu treten, dürste eines Tages belehrt werden, daß Deutsch« land sür solche greundschast dankt. Und kein Staatsmann, er sei so grob er wolle, wird heutzutage gegen ven Willen seines Volkes Bündnisse schließen. Darum, ihr Herren Magyaren, ehrliche offene Anerkennung der Gleichberechtigung der Deutschen in eurem Lande, dann werdet ihr einen treuen Freund haben gegen Slaven und Rumänen. Wo nicht, so mag die Geschichte Richter sein zwischen euch und uns". (Zur neuen Gewerbeordnung.) Der Tlchechenklub hat stch bezüglich der neuen Gewerbeordnung sür nachstehende Grundsätze ausgesprochen: 1. Neben concessionirten und sreien Gewerben sei der Nachweis der Besähi. gung zur Ausübung des Gewerbes ersorderUch. Es sollen ZwangSgenofsenschasten eiugesührt werden. 3. Vle Jnstttutlon der FabrikS'Ju-spektoren sei anzuempfehlen. 4. Für die Ge- werbe seien eigene Gewerbekammern mit deN' selben Rechten wie die Handelskammern zu errichten. (Gesellschaft für Rettungswesen.) Thatkrästige und erfahrne Männer haben sich in Wien vereinigt, eine „freiwillige Rettungs-gesellschaft" zu bilden. (Wiener Feuerwehr.) Die ganze städtische Feuerwehr in Wien beträgt mit allen Chargen l50 Mann und diese sind aus die zehn Bezirke verlheilt. Zltmburger ^ierichte. (Kredit geben der Aerzte.) 3n der letzten Jahresversammlung des Cillier Aerzte» Vereins wurde ein sür alle Mitglieder verbind« liches Uebereinkommen getroffen, „um endlich dem ewigen Kreditgeben des Arztes ein Ende zu machen". (B e z i r k S m u s e u m.) Die Bezirksver« lretung Arnsels hat für da» Bezirksmuseum einen Beitrag von 50 fl. bewilligt. (Ein irrsinniger Erfinder.) Am !2. Dezember Vormittag wurde hier im Stid-bahnhos ein Mann bemerkt, welcher dem heran« kommenden Zug entgegenschritt und die Hände iebhaft bewegte. Mit schwerer Mühe gelang es, den Unbekannten vom Geleise zu entfernen und zeigte sichs, daß man es mit einem Irrsinnigen zu thun habe. Jakob Knaus, Kaufmann zu St. Veit in Kärnten hatte sich viel mit der Erfindung beschäftigt, anstatt des Dampfes Lust zu be» nützen uno muß da» lange Brüten und Grübeln störend auf seinen Geist gewirkt haben. In Wien hatte Knaus Versuche gemacht, seine Er« filldung zu verwerthen, überall jedoch abgewiesen wollte er Über Marburg heimkehren und erblickte hier in der Maschine de» Bahnzuges ein Mittel, von seinem „Werte" zu sprechen. Herr Knaus wurde vor vte Stadtpolizei gesührt, ärztlich untersucht und dann in Begleitung de» Polizei« kommissärs nach St. Beit gesandt. (Getäuschte Gaunerhoffnung.) Zu Rohitsch war es mehreren Strolchen nach »chwerer Mühe geglückt, in die Kanzlei des Bezirksgerichtes einzudrechen; aber — die Kasse war leer und die Thäter mußten sich mit einem Kanzleirock begnügen. (K t n d e s m o r d.) Beim Kreisgerichte E'lli befindet sich die Dienstmagd Helena Jeschov« schik wegen Kmdesmordes in Untersuchung. Em Hirtenjunge war unbemerkt Zeuge, als das Neugeborne im Freien getödtet und verscharrt wurde. (Die einzige Sau.) Aus d^m Schoberberg, Ortsgemeinde Tresternitz, wurde zur Nacht' zeit bei dem Bergholv I. Staretz eingebrochen. Dle Thäter schlachteten im Stalle „die einzige Sau", die einige Tage zuvor in Marburg ge kaust worden und entfernten sich ungestört und ungehört mit ihrer Beute. (Zins kreuz er.) Der Landtag hatte bekanntlich der Stabtgemeinde Eilli die Bewil« ligung erlheilt, bis Ende 1889 zwei Kreuzer von jedem Gulden de« MLelhzinses einHeben zu dürfen. Dieser Beschluß wurde nun vom Kaiser genehmigt. (Männergesang-Verein.) Die Bereinsleitung des hiesigen Männergesang.Ber« eines hat eine anerkennenswerlhe Neuerung eingeführt und den ?. I. unterstützendeki Mitgliedern da« Programm sür die am 17. d. M. in den Kasino-Caso.Lokalitäten statlsindende 1. Mitglieder.Liedertasel schon jetzt pr. Post zugeschickt. E» isl die» eine Aufmerksamkeit, die gewiß allseitige Zustimmung finden wird; wegen der Neuerung aber möchten wir un» erlauben aus die Mitnahme desselben am Aufführung»-tage besonder» hinzuweisen. (Armer G o » p o d a r.') Ein Grkenntniß veröffentlichen, mit dem man zu zehn Gulden Geldstrafe eventuell 48stündjttem Arrest und zum Kostenersatze verurtheilt wird, eine Mißbil-ligung«ertiärung de» katholischen Preßvereines bringen zu müssen, endlich gar ein demuth»-voller Widerruf, und das Alle» im Beivubtsein, sich im Rechte zu befinden: da« ist zu viel sür einmal. Letzte Poft. Bezüglich des Wiener Brande» wurden sechzig Personen polizeilich einvernommen und dürften die Akten wahrscheinlich heute schon dem Untersuchungsgerichle übergeben werden. Da» Herrenhau» verhandelt über den Schul« antrag Lienbacher's. Tschechische Blätter verlangen, daß der Gcsetzentwurs, betreffend die tschechische Hochschule, noch vor Weihnachten im Herrenhaus erledigt werde, sonst mljßten die tschechischen Abgeordneten das Budget verweigern. Das Amtsblatt in C.'tinje droht mit Repressalien, wenn Oesterreich-Unzarn versuchen sollte, wegen der Krivoscianer aus die Entscheidungen der montenegrinischen Regierung einen Druck auszuüben. ».Krankenfreund.« Zu. Verlags-Anstalt zu Leipzig erschieiiene Cchriftcheii gilit ^wohl Gesunden tiewährte Rathfchlage zur Belämpsung der ersten KrankheitS-Slimptome. uls nuch Kranken zul>erlässige Anleitungen znr erfolgreichen Beliandlung ihrer Leiden. DaS Buch wird vvn Kart Horifchek's K. K. UniversitätS-Buchhandlnug, Wien u. Stefansplaj» 0. gratlS und sranco versaudt, es lzat also der Besteller weiter keine Kosten, als kr. sür seine Korrespondenzkarte. Seine Strase ist das Schaffo», das Rad sogar; wolltest du ihn hinausbrittgen? Wa« möchtest du thun? Ich bin Richter. Und ich bin Bater, ich war es. Kann ich den Mörder lachen sehen auf dem Grabe der Gemordeten? Soll das empörendste, das unnatürlichste Verbrechen ungestraft bleiben? Nennst vu das Gerechtigkeit, Recht? Ich renne es Denunztation, Denunziation. Er stutzte doch plötzlich. Velne Augenbrauen zogen stch zusammen; sein Gesicht wurde wieder bleich. Er kämpfte mU sich. Auf einmal hatte er eiien Entschluß gefaßt, einen halben. Dein Verdacht hat dich niemals ganz verlassen? fragte er mich. Ich kann es nicht leugnen. Du mußt die Untersuchung wieder aus« nehmen, wenn sich dir neue Verdachtsgründe darbieten? Ich werde müssen. !ä)ein Amt befiehlt dir auch, neuen Verdachtsgründen, die stch dir darbieten, dich nicht zu verschließen? Auch dem ist so. Wohlan, so begleite mich nach Lichtenfels. Ich hatte den Vorschlag, eine Aufforderung erwarten müssen, nicht ohne Besorgnch, und doch auch wieder nicht ohne eine große Beruhigung. Er hatte Recht. War ein Mord verübt, war der Freiherr von Lichtensels der Mörder seiner Gattin, war seine neue Verlobte die Genossin seines Verbrechens, durste er, dursten sie beide zum Hohne von Recht und Gerechtigkeit auf dem Grabe der Ermordeten lachen, wie der Greis sich ausgedrückt hatte? Durften sie im Angesicht der Ermordeten sich die blutigen Hände zu einem Bunde reichen, der eben der PrelS des Biutes war, das an diefen Händen ktebte? Durste er, der Mörder, der Vater der Kmder der Ermordeten bleiben? Durste seine Ge,»osstn thre Mutter werden? Alles menschliche Gesühl empörte stch bei solchen Gedanken. Dazu kam, daß von dem Augenblicke des Ereignisses an das Gerücht eines verübten Mordes, der Glaube daran, trotz der Rejultatlofitjkiit der gerichtlichen Untersuchung, ungeschwächt im Publrkum stch erhalten hatten. Mir wurden Aeußerungen mitgetheilt, wie: vornehme Herren erreiche da» Gesetz nicht; die kleinen Diede hänge man, die groben lasse man lausen. Seit acht Tagen war endiich dle Nachricht von der Verlobung des Fretherrn mit dem Fräulein von Landau, die von Anfang an als die Ursache, wenrr nicht gar als die Mitansttsterin des Mordes bezeichnet wurde, hinzugetrettn. Wenn der alte Wohlfahrt nur das geringste Neue ermittelte, so mußte die alte Untersuchung wieder ausgenommen werden. Sollte er da der Denunziant werden? Er, der ohnehin schon genug angefochtene und doch so brave Mann? Zwar der Vater der Ermordeten, aber gegen seinen Schwiegersohn, gegen den Vater seiner Enkcl? Sollte er Denunziant werden, auch nur wider seinen Willen, durch ein unbewachl in seinem Schmerze, in seinem Zorne ausgesprochenes Wort? Ich mußte es zu vermeiden suchen. Von seiner Reise nach Lichtenfels konnte ich ihn nicht weiter zurückfallen. Es war mir gar eine Gewissenssache. Ich meinerseits, als der zuständige Kciminalrichter, durfte ain wenigsten dazu beitragen, daß das schwerste Verbrechen seiner Strase entgehe. Ich begleitete dich, sagte ich zu dem alten Manne. Fahren wir sofort! war seine Antwolt. ^ Eine Stunde später fuhren wir. Er war fast fieberhast ausgeregt. Meine Erzählung, die Nähe des Schai»p!otz?« jenes traurigeu Ereignisst-s, des Grabes seiner Tochter; die Erwartung dessen, nia» er finden werde; der Gedaiike an die Kmder. das Alles hatte ihn auf unbeschreibliche Weise ergriffen und angegriffen. lFortsetzu»k folgt.) Sladt-Ehkatcr in Marburg. Freltag den ltZ. Dezember: Komische Operette in 3 Akten von Johann Strauß. Nr. 14644. Ausruf. (1389 Ein namenloses Unglück, tvie es entsetzliche! in dtn Atincilen ähnlicher Ereignisse kaum jemals vorgekommen, hat die Bewohner der Haupt-ul^d Residenzstadt Wien durch den schrecklichen Brand des Rii^gthraterS, wobei der Verlust von neunhundert siebzehn Menschenleben zu beklagen ist, betroffen. Zahlreiche Familien beweinen den Tod ihrer Ernährer und die allgemeine Theilnahme, welche sich kundgibt, um da, wo keine Tröstung möglich wenigstens zur Linderung der Roth einen Beitrag zu leisten, bestimmen mich, auch den mildthütigen Sinn der Bewohner der Stadt Marburg anzurufen um milde Beiträge für die Nothleidenden. Ich veranlasse demnach eine Sammlung milder Beiträge, deren Erfolg zu Gunsten der durch dieses Brandunglück in Nothstand ge-rathenen Familien und Personen verwendet werden soll, und ersuche die Spenden an die Stadtkassa in Marburg zu übergeben. Das Verzeichnib der Spender wlid in der Marburger Zeitung veröffentlicht werden. Stadtrath Marburg am 12. Dezember ^88l. Der Bürgermeister: Dr. M. Reiser. Kundmachung 1396 Um aus Anlaß dcS starken Frachtenver-kthrks wahrend der Weihnachtsperiode die im Laufe deS TageS, besonders aber der im Laufe der Arbeitsstunden aufgegebenen Frachten mil den nächsten Bahnposten abfertigen zu können, und jedkS Stillager zu vermelden, ivird die AufgabSzeit für Fahrpostsendungrn vom IS. bis inel Dezember 1881 im Stadt-postamte bis 4 Uhr — und im Bahnhofpollamte bis '/,6 Uhr Abends beschränkt, während die Ausgabe der rekomm. Briefe bis 5 refp. 6 Ul)r Abends fjatifindet. Es wird im Interesse deS ?. '1'. Publikums bemerkt, daß alle bis 11 Uhr Vormittags aufgegebenen Frachten noch mit den gemischten Zitgen in der Richtung nach Wien, Triest und Vtllach ihre Weiterbeförderung erhalten; auch empfiehlt e« sich, daß die Aufgeber genau die für die Adressirung und den Verschluß der Frachten bestehenden Vorschriften gknuu beobachten, damit die Annahme der Frachten ohne jeden Zeitverluft stattfinden kann. A.k. Postamt Marburg am 13. Dez. 1861. __Schafs er. lteil lültlieliv» i^titckratli l Ist es wohl nothwendig, daß sich Jemand den Fuß oder die Hand bricht, bevor die Haus-eigenlhümer an die ihnen obliegende Pflicht, die Trottoirs von dem zolloicken schllipfrigen Kothe zu reinigen, erinnert werden. _Ein Bl^irger. Lontsvtufsn, konlionniöi'ös u. ANrapen, vußßtNt?» ui»«I empsiöltlb l)s8teus (1393 (üolttiitor. Weinfässer 2 bis 300 Eimer groß, iverden zu kaufen gesucht. (1400) V'i'ttii» Pferd, Braun, 16 Faust, sehr stark, Gleganter Kutfchirwaften, fast neu, MZßxSNlKITNHVSllkS verkauft (1401) Jos. Kartin. Gin Oekonom, welcher Kenntnisse im Wein- und Obstl>au ic. bksijjt, tvünscht baldigst unterzukommen. Adresie im Comptoir d. Bl. (1387 Samstag den 17. Dezember 188t, Abends 8 Uhr I. Mitglieder-Ätdertasei des Marburger Wäimergesang Wereiires ttiitn' dn' qcfälliM Mitwirkluil^ des Solaquartetts des Grazer Männer-gesänA-VcreincS und des Herrn OSkar Billerbeck. Mlisik: Siidblihu-Werkstätten-Kapelle. a) Vksaiig: : d) MM: l. „Hruss an Aeutsch-Hesterreich." Chor mit Cl.ivier. I I. ,.Iuti-Warsch" von Albert». Begleitung von Franz Mair. 2. „Am Erzgebirge." Chor mit Varitoiisolv von A. M. Stvrch. 3. Huartett. Vortrag des Graz er SoloqnartettS. 4. „Ständchen." Tenorsolv mit Brummchor von Gu m- ber t. ü. Quartett. Vortrag des Marburger Soloquartetts, tt. „Still ruht der See." Chor von heiur. Pfeil. 7. Huartett. Vortrag des Grazer SoloqnartettS. 3. „Stehe fest mein Datertand." Chor mit Clavier Huverture zur Oper „Z>ie tusttgen MetSer van Ntttdsor" von Nikolai. 3. „Leuchtkäsertn", Walzer vou Strauß. 4. „MustkaNfche HäuschUNgen", Potpourri von Schreiner. b. lZnctt« usli' Opsr» „kvli«arltt" vou Doni-zetti. 6. „Kochjeilsmarsch" aus „Sommernachtstraum" von e n d e l ö s o l) u. degleituttg von Leopold Wegfchai der. Lnttsv fUr I^iektmitglivllvi' KV kr. pr. ?vr8on. Die ?. 1'. untersti'ttzenden Mitglieder wollen ihre Jahreskarten gefälligst beim Eintritte an der Kasse vorweisen. — Beitritts erklärungen werden a,lch an der Kasse entgegengenommen. Kassa-Eröffnung um 7 Uhr. Zur Saison empfehlen einer geneigten Abnahme: Mondaeeer Schachtelkäse, Mortadella di Bologna, Rollhäringe, geräucherte Riesen-Picklinge, Caviar, Thee, Rum, alle Gattungen Südfrüchte, sowie feinste In- und Ausländer-Liqueure und Malaga-Wein echt alt. 18-i,r>) Hochachtungsvoll Morie & Bancalari. Bkim Gefertigten sind bis zu Weihnachten jeden Freitag trisvils I.!U!li»koreU«ll zu haben. (1335 Iah. SkUkkovitsch. Kärntnerstraße Nr. 13. Vom Gute Meiling sind von 1. Jänner 1882 an täglich Av—4O Liter frische Milch an einen kon-stanteu Abnehmer zu vergeben. Offerte tvollen bis L3. d. an den Gefertigten gerichtet werden, bei dem auch die nüheretl Bedingnisse eingesehen lverden tvolleu. 1391) Dr Wohnungen! mit I, 2 und 3 Zimmer snmmt Ziig'hör. Auch Zimmer mit Spsrherd. mit oder ohne Möbel, billi,,. Mühlgasse Nr. 7. (1334 iiestv.^«rlen Ick»tll« «? in ?08ll>eutt;!u t'z'kneo vei Z X ettt) - 0 6 >v iet: M'eil t)o)'1c)u teiust ^l^erl ^llnullu. teiu G(^6)^!on zr. iwIuÜK (iolci .lavn. . . . lV>it0liveo . . . Icittlil, ksis, friiel^tv, lafvI-Vv!, Vt'angvn.^ ^^l-imoni vto. 7.N Ul'il ltilliz^Ltl'n 1'ageKptei8en^ jk ?aui e8aplitz!l<^ in Irivst. »»»»««««««<»»««»»«««« «»««««»«______ Gin kleines Hans in drr Blunrttqassk, bestehknd au« 2 Zimmern, Kllche und Voden, ist zu vcrmietheu. (97ü Anzusragen bei Gebrüder Schle singer. Nr. 14680. (1392 Kundmach,INA. Am »I. Dezember 1881 BormittaaS 10—12 Uhr findet beim Stadtrathe Marburg eine neuerliche Verpachtung der im städtischen RathhauSgebnude ebenerdig befindlichen Mieth-objekte für die Zeit vom 1. Jänner 1882 bis Ende Dezember 1884 und zwar: Vormittag von 19—1t Uhr das Gewölbe unter dem EinfahrtSthore Nr. 10 und der Doppelteller. Vormittag von 11—12 Uhr der sogenannte Broiladen Nr. 12 nebst den Gewölben Nr. S, 4 und 7 und dem Keller Nr. 11 im Wege der öffentlichen Berstcigerung statt. Hiezu Iverden Pachtlustige mit dem Bemerken eingeladen, daß die LizitationSbedingnisse während den AmlSstunden hteramtS eingesehen werden können. Stadtrath Marburg am 12.Dezember 188!. Der Bürgermeister: Dr. M. Reiser. RiS Meiltilllllits- und RmMi^sgeslkeitKl! empfiehlt die Vieingi'ossiisnliiung t>o» (D_ MaiUiii S «. IV. ihre anerkannt vorzi'iglichc» Issol«»eino in Flaschen und ztvar: Johanuisberger, ^^««kerer, Jcrnfalemer, Kerfckbacher, Radiseller Muskateller HochfehittitSber^^er, Hoebstermetzer, Riesling feinst, Perle Steiermarks, Öfner Adelsberger, Tokayer zu den billigsten Preisen, (izüz Prcistlillraiitc aus Vrrlavgtn gratis. lüeroutniorUtch« N