PrSnu«eratio>s-Preis«: FL r Laibach: Nanzjährig . . 8 fl. 40 kr. Halbjährig . . 4 , 20 „ Bierteljährig . 2 „ 10 „ Monatlich... — 70 Mit der Post: »anzjährig..............12 fl. Halbjährig...............6 „ Bierteljährig 3 „ Laibacher Für Zustellung inS Haus »iertelj. 25 tr., monatl. 9 kr. Einzelne Nummern 6 kr. Anonyme Mittheilungen werden nicht berücksichtigt; Manuskripte nicht zurückgesendet. Redactisn Bahnhosgaffe Nr. ISS. Exprditisns- L J«ser«te»-Bureau: Longreßplatz Nr. 81 (Buch-Handlung von Jg. v. Llein-mayr L Fed. Bamberg.) Juserttonspretse: Für die einspaltige Pe> L 4 kr,, bei wiederholter schaltung L S kr. / / Anzeigen bis 5 Zeilen Bei größeren Inseraten und öfterer Einschaltung entsprechender Rabatt. Für complinerten Satz besondere Bergütung. Nr. 80. Freitag, 7. April 1876. — Morgen: Dionysius. 9 Jahrgang. Von der schwarzen Internationale. Die srijchbeginnende Theilnahme Frankreichs an dem „Kulturkämpfe" hat bereits eine interessante Enthüllung über die klericale Kriegskunst und die Umtriebe zutage gefördert, welche die Jesuitenpartei von Frankreich au« geleitet, um dieses Land und allmälig auch das übrige Europa dem Vatican dienst, bar zu machen. Gegen Ende Jänner in den letzten Tagen des reactionären Ministeriums Buffet hatte das „Evönement" Mittheilungen über eine große, geheime klericale Verbind»»« gebracht, die in Frank-reich ihren Sitz habe und ihre Netze auch über daS Ausland spanne. Das genannte Blatt brach aber seine Enthüllungen plötzlich ab und erwiederte auch nichts, als im bonapartistischen .Soir" folgende Note erschien: „Mehrere Blätter, das „Evönement" an der Spitze, veröffentlichen Mitteilungen über eine sogenannte geheime klericale Gesellschaft. Nach den von den compelentesten Behörden eingegangenen Erkundigungen besteht, wie es scheint, die genannte Gesellschaft nicht". Nach den Einen stellte das „Evönement" seine Veröffentlichung ein, weil man dem Blatte mit den Maßregeln des Belagerungszustandes gedroht hatte, nach den Anderen fand man sich aber mit demselben auf gütlichem Wege ab. Die DiScussion über die Wahl des Apostels der katholischen Arbeitergesellschaften, des Grafen de Mun, in einer der letzten Kammersitzungen rief die vom .Evönement" Ende Jänner gemachten Enthüllungen wieder ins Gedächt-niS, zumal der Apostel sich mit großer Aengstlichkeit dagegen wehrte, datz man eine Untersuchung anordne, und es lieber gesehen hätte, daß man seine Wahl einsach füt ungiltig erkläre. Es wurden da-her Nachforschungen angestellt und die Ergebnisse derselben werden in der „Gazette" (einem vor kurzem zum erstenmale erschienenen neuen Blatte) mit-getheilt. Wir entnehmen daraus nur folgende Grundzüge der Organisation des schwarzen Geheimbundes: Im Monate September und Oktober v. I. fing man in den katholischen und royalistischen Gruppen an, einzusehen, daß es hohe Zeit sei, die Wahl-Propaganda vorzubereiten. Die Führer der großen ultramontanen Bewegung setzten sich mit weniger bekannten, aber thätigen Leuten in Verbindung, und aus der geheimen Verbindung ging die 8oci6t6 86-ertztö äe össus Roi („geheime Gesellschaft vom König Jesu") hervor, deren Rundschreiben und Statuten wir besitzen. Das scheinbare Oberhaupt dieser großen Verschwörung ist der Vicomts äs koutou Eines der geheime,» Circulare ertheilt den Mitgliedern der Verbindung Instructionen. In demselben heißt es: „Es muß in jedem Canton ein Mitglied geben und wir müssen später in jeder Gemeinde eines haben. Suchen Sie besonders Männer auf, welche uns nicht bloßstellen, aber zu der Bevölkerung in häufigen Beziehungen stehen. Die Aerzte, die Einnehmer, die Conducteure, die Angestellten der Regie, die Geometer, die Handelsreisenden, die Werkmeister in den Fabriken, die Briefträger u. s. f. find treffliche Hilfsgenossen, w:nn sie sich zu unseren Grundsätzen bekennen. Ein Comitö muß überall organisiert werden, wo drei Mitglieder residieren. Bilden Sie nölhi-genfalls mehrere Gruppen nach Stadtvierteln oder Straßen in der nämlichen Stadt und verbinden Sie dieselben durch Delegierte mit einer höheren Gruppe. Wir bilden in Paris einm berathenden, aus Rechtsgelehrten und Richtern bestehenden Ausschuß, um uns betreffs Beobachtung der Gesetze zu leiten. Wir werden dem Gesetze solange gehorchen, bis es uns ersticken will; ein höheres Gesetz verbietet den menschlichen Gesetzen, die rechtschaffenen Gewissen zu ersticken Unser Gewissen macht e- uns zur Pflicht, gegen Indiskretionen die zahlreichen Mitglieder zu schützen, deren Lage keine vollständig unabhängige ist. Die Formel, welche wir jedem geben und die wir im Gedächtnis zu halten bitten, ist das Ergebnis einer Combination von Buchstaben, deren Geheimnis nur durch die Mitschuld von mehreren Individuen enthüllt werden könnle. Das gegenwärtige Werk unserer Verbindung besieht nach wie vor in der Unterstützung der carlistischen Sache. Das Werk der Vorbereitung ist die Wahlaction. Da alle Anstrengungen den Zweck haben, die katholischen Regierungen zu unterstützen, so bilden dir bemerkten legitimen Fürsten (die Bourbonen rc.) und die unterdrückten katholischen Völker das gewöhnliche Werk unserer Verbindung." Der „Monde", das Organ der päpstlichen Nun-tiatur in Paris, gesteht den Bestand dieser ultra-montanen Verschwörung gegen die bürgerliche Ord-nung zu, indem er behauptet, die republikanische Presse verwechsle „das Werk der katholischen Cercles" mit einer Gesellschaft von ganz verschiedenem Charakter; auch habe die Gesellschaft „768U8 Roi,« wenn sie jemals bestanden, jedenfalls keinen Grund mehr, zu bestehen. Auf den Namen der geheimen klericale» Gesellschaft, der hier allein angefochten wird, dürfte es wol kaum ankommen, wenn nur die Thatsache sestgestellt ist, daß sie überhaupt bestanden habe. Nach- JeuilleLon. Ueber einige schädliche Vorkommnisse in der Kinderstube. (Schluß.) Es steht zwar fest, daß um die Zeit des ersten Zahnausbruches die Kinder zu den verschiedensten Krankheiten eine auffällige Geneigtheit zeigen, daß sie empfindlicher und empfänglicher für Schädlichkeiten aller Art sind, doch ist es auf der anderen Seite ebenso erwiesen und feststehend, daß diese Krankheiten unabhängig vom Zahnen, ihren — leider nur zu oft ungünstigen — Verlauf und Ausgang nehmen. ES ist demnach die heilige Pflicht jeder, um das Leben und die Gesundheit ihres Kindes wahrhaft besorgten Mutter, bei Erkrankung ihres Kindes an Fraisen, Husten, Schwerathmig-keit, Durchfall rc. sich nicht mit den tröstlichen Versicherungen der Nachbarinnen: „Das kommt nur von den Zähnen" abspeisen, sondern einen tüchtigen Arzt rufen zu lassen, um aus dessen Munde zu vernehmen, ob die Gesundheit des Kindes in Gefahr sei oder nicht. Ganz dasselbe» was wir im Vorstehenden bezüglich des Zahnens mitgelheilt, gilt auch von dem sogenannten Untecwachsensein des Kindes. Wenn nemlich ein Kind Erscheinungen eines schweren Athems bietet, dabei der Unterleib, wie es oft zu geschehen pflegt, aufgetrieben und selbst schmerzhaft ist, dann kommen die Nachbarinnen abermals mit ihrer Afterweisheit, dehnen und zerren die Aerm. chen des Kindchens und bringen es glücklich heraus: „das Kind sei unterwachsen" und bedürfe einer Einreibung von Windsalbe, Sandelsalbe, Grünöl rc. rc. Die unerfahrene Mutter, ob solcher Weisheit ihrer Freundinnen erstaunt, läßt alles mit dem Kinde geschehen und versäumt dabei oft die kostbarste Zeit; denn abgesehen davon, daß die ärztliche Wissenschaft rin Unterwachsen gar nicht kennt, bergen sich oft unter der Unruhe, welche das Kind dabei bietet, Anfänge von Krankheiten, welche ein rasches und energisches Einschreiten vonseite des Arztes dringend nöthig machen. Es wurde bereits oben erwähnt, daß die Un- ruhe der Kinder bald auf inneren Ursachen (Krankheiten der verschiedensten Art), bald auf von außen wirkenden Schädlichkeiten beruht. Wenn demnach ein Kind auffallend unruhig ist, so muß die zärtliche Mutter vor allem selbst nach der Ursache dieser Unruhe forschen; häufig genug wird sie dieselbe finden und entfernen. Wo ihr dies nicht gelingt, wird sie der herbeigeholle Arzt auf dies oder jenes aufmerksam zu machen imstande sein, was dem Kinde Schmerz und Unruhe bereitet. Die Freundinnen und Nachbarinnen find auch hier mit ihrem Urtheile schnell fertig und mit rascher Abhilfe zur Hand: „Das Kind", heißt es, „ist ein unruhiges, schlim. m-S Kind und bedarf zu seiner Beruhigung verschiedener Säftchen", unter denen das Boxhörndl» sästchen besonders beliebt ist. Dieser in der Kinderstube leider viel verbrauchte und arg misbrauchte Saft enthält jedoch ein stark betäubendes Mittel (das Opium), welches nicht bloS für Erwachsene, sondern ganz besonders für kleine Kinder in hohem Grade schädlich wirkt und vor welchem ich die Mütter und die Pflegerinnen kleiner Kinder nicht ernsthaft genug warnen kannn. Wie häufig ist nur die Mangel- dem aber seitdem der Carlismus in Spanien zu Boden geworfen und in Frankreich die definitive liberale Republik begründet, der nächste Plan der Ultramontanen Camorra also kläglich gescheitert ist, wird sie freilich ihre Organisation ändern, ihr Haupt-quartier anderswo aufschlagen. (Schluß folgt.) Politische Rundschau. Laibach, 7. April. Inland. Ueber das strenge Geheimnis, in welches man ministeriellerseits den Gang der Ausgleichsverhandlungen zu hüllen beliebt, schreibt die „Pester Correspondenz": „Die Minister haben einander in geradezu feierlicher Weise das Wort gegeben, über den Fortgang der Verhandlungen gegen jedermann bis auf weiteres unverbrüchliches Stillschweigen zu beobachten, und halten ihr Wort, um nicht zu sagen ihr Gelöbnis, so strenge ein. daß selbst die höheren Fachbeamten, ja sogar die Mi-nistercollegen über die Details in Unkenntnis gelassen werden." Diese Versicherung ergänzt die „Pol. Corresp " durch folgende entschiedene Erklärung: „Wir sind in der Lage, das Vorangelassene auch in Bezug auf dir an den Verhandlungen theil-nehmenden diesseitigen Minister vollinhaltlich zu bestätigen, und demnach alle Mittheilungen, welche in was immer für einem Blatte über den innern Verlauf der in Frage stehenden Verhandlungen aufgetaucht sind oder auftauchen sollten, als unbegründet und auf bloßen Combinationen beruhend zu bezeichnen." Angesichts dessen sind authentische Nach-richten über den Stand der Verhandlungen vorläufig nicht zu erwarten. Auch bemerkt der „Pester Lloyd", daß die ungarischen Minister selbst für den Fall eines günstigen Abschlusses der wiener Verhandlungen nicht in der Lage sein werden, die Ergebnisse derselben dem ungarischen Reichstage sofort nach seinem Wiederzusammentritte zur Berathung vorzulegen; ja rs sei mehr als wahrscheinlich, daß auch bestenfalls Monate vergehen werden, bis die Bank- und Zollfrage in ein Stadium treten, welches sie zur parlamentarischen Behandlung geeignet macht. Inzwischen werden von den Fachreferenten der beiden Ministerien die Verhandlungen über die Zollfrage fortgesetzt. Nach einer pester Mittheilung wäre in der Frage der Zoll-Restitutionen eine principielle Entscheidung sogar schon getroffen, und zwar unter dem Vorbehalte, daß auch über die anderen Fragen eine Vereinbarung gefunden werde. Was die Verhandlungen mit der Nationalbank betrifft, so sind dieselben auch nach den letzten Besprechungen nicht vorwärts gekommen. Die Con-serenz am Montag ging über den Rahmen einer principiellen, rein akademischen Erörterung nicht hafte Reinigung des Kindes, und in infolge dessen das Wund- und Feuchtsein einzelner, besonders empfindlicher Stellen des Körpers die Veranlassung zu dauernden Schmerzäußerungen des Kindes! Strengste Reinlichkeit ist bei der zarten Haut des kleinen Kindes dringend geboten. Insbesondere müssen, sobald das Kind durch Stuhl oder Urin feucht ist, die beschmutzten Theile, hauptsächlich die Fallen an denselben mit kühlem Waffer sofort ab-gewaschen und gut abgetrocknet werden und auch die Achsel-, Hals- und Schenkelfalten wieder tags-über untersucht und gewaschen werden. Weiters ist es ein wichtiges Gebot der Gesundheitspflege, das Kind während des ganzen ersten Lebensjahres ohne Unterschied der Jahreszeit jeden Tag warm zu baden. Zu dem Baden ist reines Wasser in einer Temperatur von 25—26° R. zu verwenden; erst all-mälig kann man mit der Temperatur herabgehen, um das Kind abzuhärten; höherer Hitzegrad ist entschieden nachtheilig; ebenso kann man das Kind leicht schädigen, wenn die Badewanne zu wenig r Wasser enthält und der kindliche Körper von demselben nicht genügend umspült wird, wie dies häufig zu beobachten ist. Kräftige Zusätze müssen bei schwäch- hinaus. Vorschläge wurden weder gemacht noch angenommen. Die Berathungen des Ministerrathes über das gemeinsame Budget werden unter dem Vorsitze des Grafen Andrassy fortgesetzt, und erst wenn diese Berathungen ein Resultat ergeben haben, wird unter Vorsitz des Kaisers das Budget endgiltig festgestellt werden. Einstweilen hält Freiherr v. Koller den Ministerrath in Athem. Das Kriegsbudget, welches er dem letzteren vorgelegt hat, übersteigt, wie man der „N. Fr. Pr." mitlheilt, die vorjährige Bewilligung um etwa 3.^ Millionen, da der Kriegsminister einfach alle Anforderungen, die ihm im Vorjahre gestrichen wurden, wieder in das Präliminare eingestellt hat. Äuch wird versichert, daß die in einigen Journalen aufgetauchte Nachricht, die zweite zur Beschaffung der UchatiuSkanonen erforderliche Rate sei m das Budget de« Jahres 1877 nur zur Halste eingestellt worden, unbegründet ist; die Kanonenforderung wird ungeschmälert im Budget erscheinen. Hoffentlich wird schon der Miniiter-rath in Berücksichtigung dieses Umstandes die an. deren Mehrforderungen unnachsichilich zurückweisen. Von dem Kollerschen Vorschläge, ein ganzes System neuer Kasernen als NothstandSbau auszuführen, scheint ohnehin der Ministerrath nicht sehr erbaut zu sein. Die Idee wird wol Project bleiben. AnslanÜ. Nun macht man sich in München doch mit dem Gedanken vertraut, daß eine Auflösung der dortigen Kammer unvermeidlich sein werde. „Die Ereignisse in den nächsten Tagen" — sagen die „Neuesten Nachrichten" — „werden auch den Hartgläubigsten von dieser Nothwendigkeic überzeugen." Diese Ereignisse, auf welche das Blatt anspielt, werden nemlich darin bestehen, daß die klerikale Mehrheit vermulhlich alle Münchener Wahlen beanstanden dürste. Dir passenden Momente zu entscheidendem Handeln hat das Ministerium Psretz-fchner-Lutz wiederholt versäumt; nun wird es vielleicht im ungeeignetsten Augenblicke, da auch innerhalb der liberalen Fraclion Spaltungen ausgebrochen sind, zur Initiative gedrängt werden. Der Kriegslärm, den die u l t r a m o n t an en französischen Organe gegenwärtig erheben, hat oas liberaleFrankrrich aufgeweckt, und dieses hat zu seinem Erstaunen die anderwärts nicht unbekannte Thatsache entdeckt, daß der Ultramon. tanismuS auch in Frankreich seit dem Jahre 1682, d. H. seit der berühmten Erklärung der französischen Bischöfe gegen die politischen und Lehranmaßungen des Papstes, einige Fortschritte gemacht hat. Der Einfluß, welchen der Klerus bei der Wahl des Grafen Mun in Pontiry geltend gemacht hat, die Agitation des Episkopats gegen die Reform des Un-lerrichtsgefetzes, die Enthüllungen über die katholischen geheimen Gesellschaften haben die öffentliche lichen Kindern dem Bade beigegeben werden. Von diesen sind insbesondere Steinsalz, Eisenmoor und und Malz zu erwähnen, doch richtet sich deren Verwendung nach der Anordnung des Arztes. Zum Schluffe dieser wohlgemeinten Auseinander-setzungen sei noch eines UebelstandeS gedacht, dessen sich die Mütter immer und immer dadurch schuldig machen, daß sie ihren Kindern mit wahrhaft ängstlicher Sorgfalt den Genuß reiner frischer Luft zu entziehen suchen. ES ist dies eine um so schädlichere Unterlassungssünde, als die Kinder einerseits schlecht genug gedeihen, anderseits jedoch bei der leichtesten Einwirkung eines frischen LuftstromeS nachhaltig erkranken. Ebenso wie der erwachsene Mensch sich in die Luft hinaussehnt, ebenso wie selbst der Gefangene sich im Freien ergehen kann, ebenso soll das Kind seine kleinen zarten Lungen mit frischer Luft füllen und seinem Blute gute frische Nahrung zu. führen, auf daß es wachse und gedeihe zur Freude und zum Glücke seiner eigenen Angehörigen und zur Lust und zum Segen all' derjenigen, die es gut mit ihm meinen. Dr. Maximilian Herz. (In den Blättern des Flugschristen-Vereins.) Meinung mit Grund aufgeregt, und die kecke Erklärung der klericalen Organe, daß das vaticanische Eoncil die alte Kirchengesetzgebung Frankreichs abo-liert habe, macht weiter gerechtfertigtes Aufsehen. Die liberalen Blätter sind bezüglich der Mittel, mit denen den ultramontanen Anmaßungen zu begegnen wäre, nicht einig; die „Röpublique Franyaise" verlangt die strenge Anwendung aller bestehenden Gesetze gegen den renitenten Klerus und die Bischöfe, und es ist allerdings richtig, daß aus der Revolutionszeit her noch mancherlei Waffen gegen klericale Uebergriffe rosten. Dazu dürste es nun wol nicht kommen; dagegen ist nicht unmöglich, daß wenigstens einige scharfe Vorstöße gegen den Ultramontanismus erfolgen. Der Antrag Tirard z.B., die französische Gesandtschaft beim Papste aufzuheben, ist für die Klericalen nicht ungefährlich, denn er bedarf blos >>er Zustimmung der Abgeordnetenkammer. Jedenfalls wird sich in Frankreich in nächster Zeit auf kirchenpolitischem Gebiete reges Leben entwickeln. Die pariser Blätter, mit einziger Ausnahme des „Moniteur Umversel," schweigen auf ganzer Linie über die sranzösischerseits erfolgte Operation am Leibe der egyptischen Finanzen. ES ist dem-zufolge noch nicht klar, ob es sich hiebei um eine rationelle Sanierung oder nur um eine augenblickliche Nothbrücke gehandelt haben mag. Der „Moniteur Umversel" constaiiert nun abermals, daß die englische Regierung fortfahre, den finanziellen Combinationen Frankreichs und Italiens zu widerstreben. Das Blatt munkelt nun davon, daß beide auch ohne England zustande kommen würden, sintemal der direkte und ausschließliche Einfluß Englands auf Egypten sich weder mit den Interessen des Khedive noch mit denen Frankreichs vertrage. Der Ministe: des Innern, Herr Ricard, hat einer von den Parteien der Linken an ihn gestellten Aufforderung insofern- entsprochen, als er eine aus Lvenatoren, Deputierten, Staatsräthen und Juristen bestehende Commission einsetzte, welche während der Ferien ein vollständiges und definitives Municipal-Gesetz ausarbeiten soll. Wie zu erwarten war, haben die höflichen Lords des Oberhauses den Titel „Kaiserin von Indien" genehmigt. Der „Golos" behandelt übrigens Herrn Disrarli sehr unsanft wegen seiner hochpolitischen Motivierung des indischen Kaisertitels, sintemal er dabei Rußland als schwa-zen Mann in Central Asien ausgestellt. Das Blatt erinnert daran, daß die Rede Disraelis in eine Zeit fällt, wo in Anbetracht der türkischen Wirren die Einigkeit aller Staaten zur Erhaltung des Weltfriedens besonders nöthig ist, wo man bereits davon »u reden begann, daß Deutschland bei der Versöhnung zwischen Rußland und England dieselbe Rolle-zufallen sollte, welche Rußland im vergangenen Jahre hinsichtlich Deutschlands und Frankreichs gespielt. Diese neue Verwirrung in den politischen Beziehungen Europas habe gerade noch gefehlt; dennoch dürfe man die Ueber-rafchung, die Herr Disraeli den Russen gemacht hat, nicht allzu ernst nehmen. Zwar seien ihre politischen Consequenzen noch unbekannt, aber für Rußland habe England selbst besser und kräftiger geantwortet, als jede Diplomatie. Der Ausfall Disraelis habe im Parlament wie in der Presse Explosionen der Misbilligung hervorgerufen. Wenn sich persönliche Initiative und Erfindungsgabe nur in Reden offenbarten, die mit dem Glanz leerer Worte die Nichtigkeit ihres positiven Inhalts verdecken sollen, so könne man ruhig die Erfolge jener „höheren Politik" in Asien abwarten. InLissabon fand am 29. März im Palaste Farrrobo, der jetzt Eigenlhum des großen Kapitalisten Monteiro ist, ein republikanisches Festessen statt, zu dem mehr als zweihundert Personen geladen waren. Der ehemalige Marineminister Latino Coelho, ein in seinem Vaterlande rühmlich bekannter Schriftsteller, führte den Vorsitz. Es wurden sehr leidenschaftliche republikanische Reden gehalten, das Orchester spielte die Marseillaise u. s. w. Die madrider .Epoca," der wir diese Nachricht entnehme», ist nicht wenig entsetzt über die Kundgebung, zumal sich der spanische Republikaner Estebanez unter den Gästen befand. Lokal- und Provinzial-Angelegenheiten. — (Thätigkeit des L a n d e s a us s ch u s s e s.) Der Rechenschaftsbericht des kraiuischeu Landesansschusses für die Zeit vom I. März bis Ende Dezember 1875 enthält nachstehendes Bild seiner Thätigkeit: I. Mittheilungen über sanctionierte Landesgesetze, betreffend die Bauordnung für Krain, Gleichstellung der Lehrerinnen-Gehalte mit jenen der Lehrer, 15perz. Normalschulsoudsumlage, Abänderung der Landesgesetze vom 2!». April 1^75, Nr. LI und 22, Um-Wandlung der bisherigen Maß- und Gewichtssätze in metrisches Maß und Gewicht, 20perz. Umlage zu deu direcleu und zur Verzehrungssteuer pro 1876 sllr den Landessonds, LOperzentige Umlage zu den directen und zur Verzehrungssteuer pro 1876 für deu Grundentlastungssond, lOperzen-tige Umlage zur Verzehrungssteuer sllr deu LaudessondS und einer gleichen Umlage für den Grundentlastungssonds pro 1875, 53perzeutige Umlage für die Gemeinde St. Martin bei Littai und Abtretung einer Area vom Burg-garteu. — 2. An der Grundsteuer des Landes Krain sammt Zuschlägen wurde aus dem Titel der Ueberbürdung sür das Jahr 1875 ein Betrag von 69,548 fl., infolge dessen von den Umlagen sllr den Landes- und GruiidelitlastungS-souds ein Betrag von 11,127 fl. und sllr den Normalschul-sonds ein Betrag von 5447 fl. abgeschrieben. - 3. Das Uebereinkommen mit der Staatsverwaltung zur Regelung der Rechtsverhältnisse des GrundentlastungSfondes; die Anweisung der fixen Staatsjahressubveution von 175,000 st. pro 1876 sllr den Grundentlastungssonds; die Verordnung wegen Auflösung der Grundlasten-Lblösungs- und Negulie-ruugs-Lokalcoiumissiou Laibach; die Erhebungen und Gut-achten wegen Regulierung des Gurkslusses, Entwässerung des laaser Thales, Trockenlegung deS zirknizer Sees, Regulierung des Unzflusses und Entwässerung des laibacher Moores; die Systemisierung des k. k. Forstinspectiousper-souales in Krain und die Kostentragung gegeu Verbreitung der Reblaus. — 4. Eine Uebersicht über die sllr erlegte Ranbthiere (4 Bären und 8 Wölfe, im Jahre 1875 erfolgten Prämie». — 5. Einen Ausweis Uber die zur Linderung des Nothstandes im Bezirke Nudolsswerth vertheilte Laudessubvention pr. 5000 fl. und die an die Abbrändler in Bovce, Strahomer, Maviice und Großdorf aus Laudesmittelu gewährten Unterstützungsbeträge. — ü. Bericht inbetrefs der Aenderuug der Kemeindeorduung sllr Krain. — 7. Ausweis über die ertheilte Bewilligung zur Einhebung erhöhter Ge-meinde-UmIagen in Stein, Hrenoviz, Rndolsswerth, Golden-seld, Senoselsch und Sagorje. — 8. Berichte inbetrefs der Bertheüung der Straßenerhaltung, Herstellung der Zusahrt-straße zum Bahuhose in Krainburg, Beschotterung der do» negger Straße, des Baues der gottschee-tscheruembler Bezirks-straße, der uothweudigen Straßenreparatureu im Bezirke Gotlschee uud Littai, der Instandsetzung der obergurke» großluper Straße, der Herstellung der littai-billichberger Bezirksstraße und jener von Ratschach gegen St. Georgen-Mariathal am Sapota-Bache, des Projectes einer Straße von Neudegg gegen Thuru bei Galleusteiu-Liltai, der Straßen-umlegung über den slivizer Berg, der St. Georgen-Sagorer Straße im Bezirke Ratschach und kljuier Straße im Bezirke Jdria, der Straßenregulieluiig in Seebach am vetdeser See, der Brllckenherstelluugen iu-^-allclidors, Primostek uudGra-daz, der Herstellung von Straßen im Rekathal bei Seno-setsch, von Gurkseld nach Landstraß, der Streckeuumleguug an der nassensuß-savenstein-lichteuwalder Bezirksstraße, des Straßenbaues iiber Babnagora in der Wochein, der Straßen-umlegung über Len Auersperger und Wagensbcrger Berg und schließlich inbetrefs der Excamerierung der Zusahrts-straßeu zu den Eisenbahnhösen in Loitsch und Adelsberg. — Im Verlaufe deS Jahres 1875 wurden aus dem kraiuischeu Landessonde zu Straßeuzwecken folgende Subventionen, Darlehen uud Vorschüsse ersolgt, u. z. zu Händen des Bezirksstraßenausschusses in Radmannsdors 2980 fl., Krainburg 290 fl., Feistriz 25 fl., Tschernembl 4032 fl., Gottschee 3000 fl., Littai 482 fl., Ralschach 1065 st., St. Georgen und Kumberg 140 fl., Rudolsswerth 1000 fl., M. Berlau und S. Scheme 160 fl., dem landschaftlichen Bau-aum 3520 fl., zusammen 16,695 fl. — 9. Im Verlaufe des Jahres 1875 sind in den 6 Ablheilungeu des Lan - deS-Civilspitales 1838 Kranke männlichen und 1424 Kraule weiblichen Geschlechtes, zusammen 3282 Kranke behandelt und verpflegt worden. Mit der hiesigen weiblichen Ordensgemeinde wurde ein neuer Vertrag abgeschlossen, die Auszahlung der VerpflegSgebühren sllr Findelkinder wird durch den Magistrat, die Bezirkshauptmannschasten, Psarr-nnd Gemeindeämter vorgenommen werden. — 10. Die Gebäude der L a n d e s - Z w a n g s a r be i t s a n st a l t befinden sich im guten Bauzustande. Das Äussichtspersonale bestand mit Schluß 1875 aus 2 Oberaussehern, 12 Aussehern und 3 Aushilss-Aufsehern; mit Schluß 1875 besauden sich in dieser Anstalt 69 einheimische und 85 fremde, zusammen 154 Zwäugliuge, die Zahl der Zwäugliugsregietage betrug im I. 1875 57,341. Im Jahre 1875 wurden 4626 Privatarbeitsbestellungen besorgt, welche 7121 fl. Lohn einirugeu. Die Verköstigung der Zwänglinge nahm 34'/, Ir. per Kops und Tag in Anspruch. Die Gesammt-Empfänge beliefen sich im 2. 1875 auf 24,789 fl. und die Gesammt-Ausgaben aus 32,705 st.; den beiden Werkmeistern wurde eine per-zentnale Remuneration bewilligt. — 11. Wegen Errichtung eines gemeinschaftlichen La ndeS-Blinden-Erziehung s i n st i t u t e s in Laibach wurde mit den Landes-ausschllssen in Göiz, Istrien uud Triest das Einvernehmen gepflogen; das Erfordernis sllr krainische blinde Kinder findet vorläufig in der Flödnig'schen Stiftung seine Bedeckung. (Schluß solgt.) — (Die Rohrschützengesellschast in Laibach) hielt am 4. d. M. im GlaSsalou des Gasthauses „zum Stern" eine Generalversammlung ab. Oberschlltzeu-meister Dr. Emil Ritter v. Stöckl begrüßte die Anwesenden in freundlicher Rede, erstattete Bericht über die Thätigkeit der Gesellschaft im Jahre 1875, gab der Freude über den merklichen Aufschwung deS hiesigen Scharsschützenvereins und den Beitritt von zehn neuen Gesellschastsmitgliedern warmen Ausdruck; serner theiite derselbe mit, daß die Gesellschaft gegenwärtig 60 Mitglieder zählt und Herr Landes-Präsident R. v. Widmann das Lotterieunternehmen der Gesellschaft zum Zwecke der Erbauung einer eigenen Schieß-stätie auss wärmste unterstützte. Die Versammlung drückte ür diese rege Theilnahme ihren Dank aus. Hieraus ergriff der Obmann de« Lotteriecomiti's, Herr Emerich Mayer, daS W-'rt zur MittheUnng, daß 27,000 Lose nach allen Richtungen des In- und Auslandes expediert wurden und der Losabsatz als ein verhältnismäßig günstiger angesehen werden könne. Nach Antrag des GesellschastSvorstandes wurden Fürst Liechtenstein-Podstazky in Salzburg, Hans Gras Wilczek in.Wien und Dr. Eduard Kopp, Oberschützenmeister in Wien, einstimmig zu Ehrenmitgliedern ernannt. Sodann and die Neuwahl der Gesellschaslsvorstehung aus die Dauer von drei Jahren statt. Gewählt wurden: Dr. Emil Ritter v. Stöckl zum Oberschützenmeister; Emerich Mayer zum Unterschützenmeister; I. Dornig zum Baunerslihrer; I. Lorenzi, Oskar Tschinkel, F. Doberlet und I. Zenari zu Ausschußmitgliederu. Es wurde der Be-chluß gefaßt, eine Deputation der Gesellschaft an das kaiserliche Hoflager abznsenden. Mit der Ausführung dieses einhelligen Beschlusses wurde die Gesellschaftsvorstehung betraut. Hiedurch fand der geschäftliche Theil seine Erledigung. — (Psahlbautensunde.) Zur Fortsetzung der Ausgrabungsarbeiten im laibacher Moraste bewilligte das Cultus- und Unterrichtsministerium eine Staatssubvention von 800 fl. — (In der morgigen Turnerkneipe) wird mit deu Vorträgen über „die Kultur des Menschengeschlechtes" begonnen und das Nähere wegen Theilnahme an dem am 16. d. M. in Triest stattfindeudtn Gruppenturnen besprochen werden. ES erscheint die vollzählige Anwesenheit der Turn-vereinsmitglieder sehr wünschenswerth. — (Zur Auerspergs eie r.) In den nächsten Tagen begeben sich die Deputationen des hiesigen Gemeinde-rathes und der philharmonischen Gesellschaft nach Graz. Erste« wird dem Jubilar die Gemeinderaths-Glückwunsch-adresse, letztere das Gesellschasts-Ehrenmitgliedsdiplom überreichen. — (D er nied erösterr. La ndta g für Anastasius Grün.) Abg. Granitsch und Genossen beantragten in der Landtagssitzung vom 4. Apri'.: In Erwägung der Verdienste, welche sich Gras Anton Auersperg um die deutsche Literatur und speciell um jene unserer österreichischen Heimat erworben hat; in weiterer Erwägung der rühmlichen Thätigkeit des Grafen Anton Auerkperg zugunsten der frei- heitlichen Entwicklung Oesterreichs stellen die Gefertigten den Antrag, der H. Landtag wolle beschließen: der Herr Landmarschall wird ersucht, dem Herrn Grafen Anton Auersperg den Glückwunsch des n.-ö. Landtages zu sei.iem 70. Geburtstage bekanntzugeben. (Einstimmig angenommen.) — (Programm zu dem philharmonischen Loncerte) zur Feier des siebzigsten Geburtstages de» Dichter« Anastasius Grün, welches unter sreundlicher Mitwirkung de« Herren Raphael Josessy, Pianist au» Wien, und Herrn Frede rigk Diustag den 11. April d. I. 7 Uhr abends im Saale der Schießstätte stattfindet: 1. Prolog, gedichtet vom Hosrathe Benjamin Pofsanner Edlen v. Ehreiithal, gesprochen vom Gesellschastsdirector Dr. Leit-maier. 2. L. v. Beethoven, Sonate, L-l>ur, op. 53, vorge-tragen von Herrn R. Josessy. 3. R. Weinwurm, „Blätter und Lieder», Männerchor, Gedicht von A Grün. 4. -) H. VieuxiempS, „Rüv-rie", b) G. Holländer, „Spinnerlied", sllr die Violine mit Begleitung des Pianosorte, vorgetragea von Herrn Gerstner. 5. Gedichte von A. Grün, vorgetragen von Herrn H. Frederigk. 6. ») Bach, „Bourröe", b) Padre Martini, „Gavotte», c) Schumann, „Warum?» und „TriumeSlvirren*, ci) Lhopiu, -Vorveuse- und -Lk-int polonsis», s) LiSzt, „Gnomenreigen", vorgetragen von Herrn R. Josessy. 7. En-gelS!>erg, „Der Sennerin Heimkehr", Männerchor mit Tlavier-begleitung, Gedicht von A. Grlln. 8. Liszt, -kkgpsoäie kon-ßroisL-, vorgetragen von Herrn R. Josessy. — (Director Julius Schwabe) wird sich einige Tage in Laibach aushalten und am 16. d. M. im Armonialheater in Triest eine Reihe von Vorstellungen mit der berühmten wiener Hosschauspielerin Frau Wilbrandt -Bau dius eröffnen und unter anderen das große Ausstattungsstück „Die Reise um die Welt" zur Aufführung bringen. — (Werthvoller Nachlaß.) Der vor kurzem in Wien verstorbene Professor der Violinschule Herr Böhm, ältestes Mitglied der hiesigen philharm. Gesellschaft, hinterließ ein Vermögen von mehr als 120,000 st. und eine vortreffliche Geige von Straduari. Diese „Zaubergeige", wo-mit „Orpheus in der Oberwelt" so bedeutendes Vermögen erwarb, dürste bald einen Käuser finden"! — (Eine neue Zeituug) erscheint vom 1. Mai an unter dem Titel „Lillier Zeitung" wöchentlich zweimal in Eilli. Als Redakteur wird Wilhelm Goldmann und als Verleger der Buchdruckereibesitzer Johann R a -knsch genannt. — (Noch einmal d ie Nistkästchen.) Bezüglich der wiederholt besprochenen und empfohlenen Nistkäst chen ür Singvögel, zumal sllr insectensresseude, machen wir wiederholt daraus ausmerksam, daß durch solche Vorkehrungen der Garten- und Forstwirthschast ein bedeutender Nutzen zugeweudet werden kann, ganz abgesehen von der »unehm-lichkeit, die ein von den kleinen Sängern belebter Park oder Garten bietet. Für Staare kann man 20 und mehr Kästchen aus einem und demselben Baume anbringen. Dieselben lieben zu jeder Zeit die Gesellschaft. Dagegen dulden alle anderen Jnsectensresser k-in andere» gleiches Pärchen in ihrer Nähe und noch weniger aus demselben Baume. Die Meisen lieben sehr dicht beblätterte Bäume und ganz besonders Fichten, in welchen sie von den Augen des Beschauers am wenigsten behelligt werden. Man bringe daher Aistkästchen aus Nadel- uud Laubbäumen, nicht an freien Stellen an, die weithin kahl oder astfrei sind, und auch nicht auf Bäumen, die sich im Frühjahre (wie die Akazien) erst spät belanben. Rothschwänzchen und Fliegenschnäpper lieben wieder leichte dünnstehende Baumgruppen und die Ränder kahler und halbfreier Plätze, daher man bei Anbringung von Nistkästchen daraus Rücksicht nehmen muß. — (Zu den Waffen Übungen) werden im Heu-rigen Jahre berusen: I. die Reservemänner und dauernd Beurlaubten der Assentjahrgänge 1871, 1869 und 1867; 2. die in den Mannschastsstand der Reserve übersetzten Einjährig-Freiwilligen mit ihren Assentjahrgängen, serner jene, welchen durch längeren Ausschub des Präsenzdienstes eine geringere als eine siebenjährige Reservedienstpflicht obliegt und die noch zu mehr Wafseiillbuugen verpflichtet sind, alS ihren Jahrgängen obliegen; 3. solche Reservemänner und Urlauber, welche eine versäumte Waffenpflicht nachzutragen haben; 4. die nach § 27 des Wehrgesetzes, dann die unter Anwendung des Z 164:4 der Instruction zu demselben, sowie überhaupt die nur durch 8 Wochen ausgebildeten dauernd Beurlaubten. — s»u» dem Amtsblatt«.) Edict iubetreff der Richtigstellung der Srundbuchseinlage .Feldweg- in Laibach; allsSllige Einsprachen bis l. Juli l. I. bei« hiesige» Landesgerichte. — (Pontebabahn.) Aus Rom wird unterm 3Isten März geschrieben: Die Arbeiten auf der zweiten Theilstrecke Her Pontebabahn zwischen Tolmezzo und Resiutta (17 Lm.) schreiten rüstig vorwärts, und eS ist alle Aussicht vorhanden, daß im Laufe des Sommers die Bahn bis Tolmezzo und im Herbst bis Resiutta fahrbar sein werde. Rücksichtlich der dritten SO, Kilometer langen Theilstrecke von Resiutta bis Ponteba ist man gegenwärtig mit der Ausführung der de» finitiren Trace beschäftigt. Demnächst werden zwischen dem wiener Labinete und der vsterr.-ungarischen Regierung die Unterhandlungen zur formellen Einigung inbetreff des Anschlusses der italienischen Linie an die österreichische in Ponteba und Errichtung einer internationalen Station oder aber bloS Grenzstation ihren Anfang nehmen. Der Ansicht kompetenter Techniker zufolge wird die Pontebabahn im nächsten Jahre fertiggestellt und dem Verkehre übergeben werden können. — ( „Die Heimat*.) Soeben wurde in Wien die erste Nummer eines neuen illustrierten Familienblattes „Die Heimat* ausgegeben. Das neue Blatt kennzeichnet sicb als ein echt vaterländisches Unternehmen, das seinen Beruf darin suchen wird, alles, was in Oesterreich Schönes und Großes geschaffen wird, nach Außen zu verkünden und die Heimat wieder mit den Erscheinungen der Fremde bekanntzumachen. Das neue Blatt wird der schöngeistigen vaterländischen Kultur eine Heimstätte bieten, das Kulturleben Oesterreich-Ungarns in Wort uud Bild dem Leser vor Augen führen, und von den bedeutendsten heimischen Schriftstellern Romane, Novellen, Schilderungen, wissenschaftliche Besprechungen in populärer Form und gleichzeitig Illustrationen bringen, von denen gelungene Muster bereits in dem ausgegebenen Programme vorliegen. In der Liste der Mitarbeiter finden wir die besten österreichischen Namen vertreten. Wir nennen nur einige derselben: Anzengruber, Bauernseld, Dingelstedt, Grasberger, Hamerling, Lorm, Marx, Mautner, Mosenthal, Rank, Rosegger, Silberstein, Vincenti, Weilen, Wilbrandt rc. — Den ganzjährigen Abonnenten wird ein Kunstblatt: „Das Porträt Sr. Majestät des Kaisers" von Katzler, als Prämie geboten. Man darf wol, ohne sanguinisch zu sein, dem neuen Blatte das günstigste Prognostikon stellen. Die erste uns vorliegende Nummer enthält: Das Programm. „Das Haus Reichegg*, Novelle von Ferd. v. Saar. „Woher — A-oPn?* Gedicht v. Betty Paoli. „Der Schandfleck*, Roman v. Ludw. Anzengruber. „Kronprinz Rudolf» mit Porträt. „Frühlingselend und Friihlingsglück", von Aglaia v. Enderes. „Das Defile der verbrannten Stadt bei Vracs im Balkan", von T. Kanitz, mit Illustration. Aus Jokai'S „Milton". „Aus aller Welt", verschiedene Notizen. Die Zeitschrift ist durch die Buchhand lung von Kleinmayr und Bamberg zu beziehen. — (Landschaftliches Theater.) Hugo Mül ler bearbeitete das zuerst auf den Bühnen Deutschlands vorg-führte Volksstück „Bon Stufe zu Stufe" für den wiener Boden. Erklärlich ist eS, daß diese Komödie, in welcher der Wiener sich selbst und das wiener Volksleben copiert findet, am leopoldstädter Theater in Wien 153 aufeinander folgende Aufführungen erlebte. Laibach wird sich mit der gestrigen einmaligen Vorstellung dieses Bühnenwerkes für lange Zeit begnügen und eine Wiederholung sicher nicht beanspruchen. Lobenswerth traten nur Fräulein Fontaine (Marie) im zweiten, und Herr Berla (Reichenberg) im ersten und zweiten Bilde durch ausdrucksvolle Darstellung hervor; die sentimentalen Scenen der im Traume von Stuse zu Stuse sinkenden „Marie" entbehrten der nöthigen Wärme. Die gestrige Aufführung zählt eine ansehnliche Reihe von Mängeln; Fran Paulmann (Lisette) stand durchaus nicht „aus der Höhe der Situation", Herr Steinberger (Wemperl) erlaubte sich ein unanständiges Extempore; Herrn Stampf l's (Kutscher^Brunner) Biervertilgungs-Productio-nen konnten das.Puhlikum aus der Gesellschaft nicht entzücken; die Volksgesänge in Gemperl's Restauration mißglückten, das große Quodlibet iw dritten Bilde zeigte eine Zersahrenheit auf der Bühne und >im Orchester: die ganze Vorstellung ging malt über die Bretter, der Souffleur spielie in fielen Scenen die Hauptrolle, kurz, das Publikum nahm wahr, daß das Ende der Saison mit Riesen- schritten naht. Fräulein Fontaine undHerr Berla wurden mit verdiente» Beisallsbezeugungen beehrt; der gezollte Applaus auf oberster Stelle — auf der Gallerie — konnte gestern nicht in die Wagschale falle». Der Jubilar — Herr Stampfl — empfing eine Kranzspende. Witterung. Laibach, 7. April. Heiter, sonniger Tag, warm, schwacher SO. Wärme: morgens 7 Ubr -j- 6 4», nachmittags 2 Ubr -4- 180' 6. (1875 13 6«; 1874 j- 151« 6.) Barometer im Fallen 735 41 mm. Das gestrige TageSmittel der Wärme -j- 11 9°, um 33" über dem Normale. Angekommene Fremde am 7. April. Hotel Ttadt Wien, o Guttmanslhal, Triest. — Hibel, Reichenberg. — Fräulein Zabal, Privat, Lack. — G. Trova und Johann Trova, Mailand. — Datlina, Gasdischa, Reisende; Demec, Slalowsky, Sewer, Kflte.; und Gra-ditzky, Wien. — Raiizinger, Buchhalter, Mannsburg. — Balaja, Brünn. Hotel Elefant. Burger und KnaflU, Lillai. — Kanitz, Großhändler, Wien. - Krainz, Gonobiz. — Dobrilla u. Wolf, Buiari. — Jssmer, Kunsthändler, Berlin. — Ley-kum, Photograph, Graz. — Dolschein, Triest. Sternwarte. Medic, Beamter, Oberkrain. — Grebenz, Großlaschitz. Mohre«. Semreker, Geschäftsmann, Lilli. — Wais, Triest. Verstorbene. Den 5. April. Michael Philapitsch, Lantineur, 64 I., Kapuzinervorstadt Nr. 84, Magen- und Leberkrebs. Den 6. April. Mathias Mlaker, Zwängling, 211., ZwangsarbeitShaus, Lungentuberkulose. Gedenktafel über die am 13. April 1876 stattfindenden Lici» tationen. 3. Feilb., Modic'sch^ Real., Bloskapoliza, BG. Laas. — 2. Feilb., Gerl'sche Real., Oberseedorf, BG. Laas. Theater. Heute: Umkehr. Schauspiel in 4 Acten nach dem Franzö-fischen von Dr. A. Förster. Morgen: Javotte. Komische Oper in 3 Acten von Emil Jonas. Telegramme. Wien, 6. April. Im heute nachmittags stattgehabten gemeinsamen Ministerrathk unter dem Vorsitze des Kaisers wurde das gemeinsame Budget für 1877 endgiltig feslgcstelll. Die Zollbündnis-Verhandlungen beginnen erst übermorgen wieder; morgen Anhörung der Experten. Pipitz, Wodianer und Lucam conferierten heute durch zwei Stunden mil den ungarischen Ministern Tisza und Szell. Die „Politische Eorrespondenz" meldet aus Ra-gusa: Gestern trafen aus der Suttorina sieben Jnsurgentenchess und zwanzig Unteranführer ein. Abends führte sich bei denselben der russische Agent WesselitSky als Bevollmächtigter GortschakoffS ein, erklärend, der Czar ralhe ihnen ernsthaft, Frieden zu machen und die Reformen des Sultans anzunehmen. Die Jnfurgent'nchess erklärten, im Ver< laufe der Nacht über diese Eröffnung zu berathen Mm lchöm VM, eine halbe Stunde von Laibach entfernt, mit 7 Zimmern, schönem Gemüse- und Obstgarten, Wiesen,' Aeckern und Waldung, sammt Wirthschastsgebäuden und einer Mahlmühle, ist billig zu verkaufen oder zu verpachten. Näheres beim Eigentümer ^«1». ILri««» in Unterschischka bei Laibach. (204) 5-2 Elegante Möbel, der Volksschulen Krains. Abgeschlossen am 1. März 1876. Herausgegeben vom krainischen Landes-Lehrerverein. 3 Bog. 8°, Preis 40 kr. Verlag von Jg. v- Klein,»ayr bäer unä lwktiMter än WA "II « dsssitixt ämiernä ä»s 1,8-rübwte xsrissr Il.1t«»», veno kein rmäeres Nittel Kilttl klLeov ü 5,0 Kr. bei Üsrrn ^potdskor (138, 3 3 Soeben ist erschienen Schematismus Einzig sicheres Mittel gegen »krallklc LiiM- und Wenleiden sind die durch vielfache glücklich erreichte Heilung als Unicum rühmlichst bekannten, sicher wirkenden 8ugar Peu die sogenannten ostindischen Wunderpillen. Preis einer Schachtel sammt Gebrauchsauweisunq 50 kr Versendungen gegen Nachnahme in jeder Richtung. Bei größeren Bestellungen von den Herren Apothekern ange-messener Rabatt. Fabricalion und Hauptcentralversendungs. Depot einzig und allein von der Firma »«zx «L V«i»»p>, Wien, II., Darvingaffe Nr. 15. 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Südbahn............. 74-75 75 - 75 35 75-25 6«i60 153 80 640 16 52—! 52 87k'-- 8?7 154- 650 -16 75 74.75 75 2! 109 50 11-'-189 25 189 51 155 50 156 -136 50 1.17'-268.- 270 kkLucidrlvko. S-ld Allg. oft. Bod.-Er-dil. iviso SS-- !»7-i0 S4-7S Nation, ö. W Ung. Bod.-Lreditanst. rrtoi-tt»t»-0dl. Kranz Joses«-Bahr. . Oest. Nordweftbahn . Eiebenbükger . . . . EtaaiSbahn Südb.-Ges.zn Svo Fr. dto. BonS SS75 «8S0 «S i» 144 50 11« - IS8— IZ— Rudolf« - «ose .... (8Mo„.) AngSb.ioofl. südd.W. tzrankf. 10« Marl. . Hamburg „ „ üondon 10 Psd. Sterl. Paris 10« Franc» . . S7- -S7'— L7--II« M 4« S» LliuiLvi». Kall. Münz-Ducaten ro-FrancSstück . . . . Preutz. »agenscheine. Silder t . »50 9'3« S7-5S 10» rr Spare 162-«9 25 97-40 85 — 94-89'— 67— 145 — 11025 158-LO 13 50 57 10 5710 57 10 117 20 46 85 551 9'35 57 60 102 40 Telegraphischer Lursdericht am 7. April. Papier-Rente 66 70 — Silber-Rente 7015 — 186««r StaatS-Anlehen 109 90. — Bankactien 869. - Lredit l51 30 — London 116 95. — Silber 102 25 — K. k. Münz-ducaten 5 50'/,. - -O-FrancS Stücke 9 34. - IM Mei>^-mark 57.55. Druck von Zg. v. «leinmavr ^ Ked. Bamterg. Berleger Sttomar Bamberg. Für die Redaktion verantwortlich: Franz Spitaler.