Mtmcher Nr. 153. PlH»»«erali«n»pl«l«: I» «omploli ««nzj. fi. l l. halt,, si. z b<». tzül »ie .»juNcllunq in« Hau» halbj. .»><, fi, 1!!,! d« ^<<>N «an,,, fi. >5>, halbj. ft, ? 50. Freitag, 7. Juli. 4 .^till» ,5 ll, größert p». Z« den. daß eir, slavischer Staat mit nothwendig ac.ioen Tendenzen an unserer Grenze entstehe, ein Staat, der noch nicht Großmacht ist. aber aufgehört hat, Conoen-lional'Staa' zu sein, und der de^ Schwerpm.lt seiner Politik no'hwendlg nach außen verlegen muß. Wir l0n> nen und werden das nicht zugeben, weil wir nicht einen ruhigen Nachbar durch einen unruhigen erseht sehen wollen, und weil die^ nationalen und ethnographischen Grundlagen unseres Staates dagegen ihr Vrto einlegen Wir werden uns jedem Versuche in dieser Richtung widersetzen, und da die Bertrüge sowie die feierlichen Ansprüche Europa's zugunsten der Integrität de« lür. lischen Reiches auf unserer Seite sino, s« wird diefer Widerspruch kräftig genug sein. um sich Ansehen und Respect vor den Mächten Europa« zu sichern, denn allerdings scheint das öfterreichisch.ungarische Interesse auch ganz im allgemeinen Interesse gelegen zu sein. D«B, was Europa im Orient will. hat e« wiederholt und in unzweideutigster Weise erklärt. Es ist für die Pacific«, lion der aufslündlschen Provinzen, für die Verbesserung des ttose« der christlichen Bevölkerung, für die Begrün, dung geordneter und befriedigender Zustände eingetreten. Aber es hat nicht mit Einem Worte angedeutet, daß es die mohamedanische Bevölkerung Bosniens und der Herzegowina in die 5!age der christlichen Rajahs herabbri»« gen, daß es »ie Unterdrückung der christlichen Ve»»lle-r»»ng durch die Unterdrückung der islamitischen nxtt-machen wollie; das aber müßte die erste und unmittelbarste Folge der Annerion jener Proomzen oder auch nur ihrer administrativen Auslieferung an Serbien «>o Montenegro sein. Weder ersteres noch lehtere« bietet die zerwafte Garantie für die Aufrichtung eines n»r einißennaßen geordneten Gtaalswesens. für ein friedliche« Hufammen» leben der christlichen und «ohamedanischen Elemente, für den allmüligen Ausgleich der nationalen >md religiösen Gegensätze, die den blutigen Völlerftreit der Oegen»«« dort hervorgerufen haben. E« kann ganz umnHalich die Absicht der europäischen Mächte sein, unter serbischer Slaatsftrma sich vollziehen zu lassen, »a« man der Türkei nicht mehr hinaehcn lassen wollte. Darin ließt die politische Verurlheilung dee serbischen Unternehmens, uno es lsl keinerlei Constellation denkbar, welche 5iese« Urtheil zu modiftcieren vermöchte. Und darin liegt zugleich die Grenze der Gefahren, die die« Unternehmen, selbst wenn e« glücken sollte, heraufzubeschwören vermag. Denn, welche« immer die mililülischen Erfolge der serbischen und montenegrinischen Waffen sein möge», ihre «ehr oder weniger prononcierte polilische Niederlage itt zwei-fello». Sollle Europa wirklich in« Schwanken aerathlN, jo sind doch die Linien fur die Halluna Oeslerleich'Un' gärn« so klar oorgezeichnet, daß w»r ein Abirren von denselben für schlechthin unmöglich halten." Vom ltriegsjchauplatze. 5. Juli. Die Ereignisse auf dem Kriegsschauplätze folgen ftch mit reihender Schnelligkeit. Kaum daß die Nachricht von der Eröffnung der Feindseligkeiten, ohne vorher gegangene Kriegserklärung vonseite der Serben, bei uns angelangt ist, erhalten wir Mittheilungen, welche die Serben und die Türken als in vollster Action befindlich schildern. Der 2. Juli scheint auf der aanzen serbischen Linie für die Eröffnung der Feindseligkeiten bestimmt gewesen zu sein. Eine stattliche Reihe von officiellen und Privat« lelegrammen liegen bereits über die am südslavischeu Kriegsschauplätze vorgefallenen Kämpfe vor. Dieselben Feuilleton. Neuigkeiten vom Büchermärkte. l. Tagebuch des Nordpolfahrer« Otto Krisch. Maschinisten und Offizier« der zweiten österreichisch.ungarischen Nord» polelpedltion. Herausgegeben von seinem Bru» der Anton Krisch. Wien 1875. Im Verlag der wallishauser'schen Buchhandlung. Von allen zweiundzwanzig Thellnehmern an der zweiten österreichisch.ungarischen Nordpolerpedition ist ein einziger. Maschinist Otto Krisch, nicht zurückgekehrt; er ist am 16. März 1874 an einer Brustlranlheil ver> schieden und ruht nun seit 19. März 1874 im Else be« graben. Sein Tagebuch, das er mit gewissenhafter Ge-naulgleit geführt halte, hat Capllün Wcyprecht versiegelt beim Verlassen de» „Tegetthoff" mit sich genommen und bei seiner Rückkehr nach Oesterreich der Familie de« Verstorbenen übergeben. Des Verstorbenen Bruder hat nun dieses Tagebuch herausgegeben und im Verlage von Walll«ha»ser in Wien erscheinen lassen. Nachdem er in der Einleitung einen kurzen ttebensabriß des Verblichenen gegeben hat, theilt er das Tagebuch in unveränderter Form, mit Beibehaltung der Iournalform, mit. In un> gekünstelter 3orm und wahrheitsgetreu schildert diese« den ersten Eindruck jeder bestandenen Gefahr, jedes er« lebten AbtnleuerS, der gemachten Entdeckungen und der ganzen Lebensweise unserer wackern ^andsleule. Jede Situation ist so natürlich gezeichnet, jedes Ereignis so lebhaft geschildert, daß wir dem Herausgeber für die Veibehaliung der Iournalform, bei deren Ausschließuna diese Lebhaftigkeit und Natürlichkeit um vieles gelitten hätte, zu besonderem Danke verpflichtet sein müssen. Um diesem Iournalauszuge im Interesse des glück-lichen Ausgange« dieser Expedition einen «lbschluh zu verleihen, erwähnt der Herausgeber noch mit wenigen Worten — im Raum von kaum einer Seite — des btschwerlichen, ..in den Nnnalen der Polarsorschung mil goldenen kellern verzeichneten" sechsundneunzigtägigen Rückzug««, bis zur endlichen Auffindung des russischen Schiffes, das die kühnen Nordpolfahrcr glücklich an die natwegiiche Küste brachte. Wir können diese über hundert Seiten starke Vro-schüre mit Recht ein patriotisches Wert nennen, das würdig ist, ul« Siegeslrophäe österreichischen Helden» geist:« in jeder Hausbibliothtl zu prangen. 2. Schematismus der Volksschulen Krain«. Abgeschlossen am I. März 1876. Herausgegeben vom krainischen öandeslehrervereine. 3 Bogen octao, Preis 4(1 kr. Verlag von Jg. o. Kleinmayr und Fed. Vambera in Laibach. Ein Schematismus, in dem alles auf die Volks» schule Bezügliche zu finden ist, ist ein nothwendiges Be» dürfni« nicht nur jedes Uehier«, fondern auch aller jener, die zur Volksschule in irgend einer Beziehung stehen, wie Landesschulrüthe, Inspektoren «. ,c. Einen solchen Schematismus der Volksschulen Kram« hat nun der lroinische Landeslehrerverein über Conferenzbeschluß im Verlage von Kleinmayr und Gamberg herausgegeben Das von der Verlagehandlung recht nett ausgestaltete Welkchen ist mil 1. März l. I. abgeschlossen und enthüll den Personalstand des t. l Vandesschulrathes, der l. l. Prüfungecommission für Voll«, und Bürgerschulen, der l. l. Bildungsanstalten für Lehrer und Lehrerinnen, sümmtllcher l. l. Bezirlsschulraihe. ferner aller össent» lichen und Prlvat.Volleschulen. mit Angabe der HOHe de« Gehaltes für jede Khrsnlle, der Geburtsorte und Ge» bunejahre, sowie der Dienstzeit. Ein »lphabelische« Namensverzeichnis aller Lehrer und Lehrerinnen in K'ain erleichtert das Aussuchen und trügt zur Vollkommenheit des Werkes wesentlich bei. Dieser Schematism«» »ird gewih allen, dem Schulwesen nahestehenden Kreisen eine lehr willkommene Gabe sein. 3 Die österreichischen Verfassung«-und St a a t s gru nd ge s etz e und die zur »««führung derselben erlafsenen Ve-setze und Verordnungen sammt den Landesverfassungen. Prag. Druck und Verlag von Heinrich Mercy. I876. Die österreichische Staa'soerfassung beruht nicht auf einer einheitlichen Berfassunaeurlunde. sondern einer Reihe von Slaatsgrundgejetzen u.,d Au«führunaeaesetzen, deren Gesammiheit die Slualsoerfusluns der m «eich«, rathe vertretenen Königreiche und Münder bildet. Die Husanlmenfassuna dieser verschied»« Gesetze z» eine« 118S melden von mehreren nicht unbedeutenden Gefechten und schreiben, je nachdem sie aus türkischer oder slavi» scher Quelle stammen, den Erfolg den Türlen oder den Serben und Montenegrinern zu. Ihre Fassung ist eine derartige, daß sie sich vorderhand nicht gegenseitig con< trolieren und es vor Abwartung einiger Tage ganz un» möglich machen, den wahren Sachoerhalt verläßlich klarzustellen. Man wird sich bei diesem Kriege überhaupt daran gewöhnen müssen, mit officiellen und officiösen Lügen von beiden Seiten zu rechnen, da mehr oder weniger jede, selbst die unbedeutendste Nachricht in zweifacher Fassung in die Welt geschickt wird. Von jener Verläßlichkeit der amtlichen Bulletins, welche wir während des deutsch-französischen Krieges auf preußischer Seite kennen gelernt haben und die auch die Franzosen sogar zur Zeit der Gambetta'schen Dictatur niemals völlig ver. leugneten, ist in den Berichten von der Balkan.Halbinsel keine Spur zu entdecken. Nach den vorliegenden Telegrammen hat die lrie. gerische Action auf sechs verschiedenen Punkten beinahe gleichzeitig begonnen. Im Osten von Serbien an der Tim ollin ie und in der Fortsetzung derselben an der Morawa zwischen Nisch und Alerinac; im Süden Serbiens, wo General Zach am Ibar nach Alt-Serbien (Nascien) auf das Plateau von Novibazar vor-^ dringen soll, und im Westen Serbiens an der Drina. In Montenegro fanden Kämpfe im Süden am Gkutari'See bei Podgorica statt und im Norden, wo die herzegowinischen Insurgenten sich wieder in Bewe« gung gesetzt, während »uck nach Osten ein Vorstoß ge» macht worden sein soll, um mit den Serben unter Ge« neral Zach Fühlung zu suchen. Am wichtigsten sind die Kämpfe am Timol und an der bulgarischen Morawa. Dort steht bekanntlich das Hauptcorps der türkischen Operationsarmee. dessen Eom« mando nächster Tage der türkische Kriegsminister Abdul Kerim Pascha selbst übernehmen soll. Diese türkische Armee stützt sich auf die beiden festen Punkte Wid din und Nisch. Erstere Festung hat im gegenwärtigen Kriege eine besondere Wichtigkeit als Arsenal und Proviant« magazin. Das Innere Bulgariens besitzt bekanntlich leine genügenden Verlehrsstraßen, um auf denselben eine größere Armee n«t dem nöthigen Heeres« und Lebensbedarf versehen zu können. Dieser Mangel an guten fahrbaren Wegen wird einigermaßen durch die Wasserstraße der Donau ersetzt. Auf dem Flusse und über Widdin soll die Armee versorgt, sollen zum Theil auch Verstärkungen zugeführt werden. Nisch ist in ein leidlich gut befestigtes verschanztes Lager umgewandelt worden, wel« chcs unter anoerm auch mit 40 schweren Kruppschen Geschützen armiert ist. — Die Türlen begannen ihre Operationen damit, die Verbindung zwischen Widdin und Nisch zu sichern und von der Operationsbasis Nisch» Widdin aus gegen Serbien einen Vorstoß zu versuchen. Ein Versuch, dessen erster Anlauf wenigstens gelungen ist. Osman Pascha hat am 2. d. nach blutigem Kampfe Zajöar genommen, den verschanzten serbischen Grenz« ort. welcher an der Straße von Widdin nach (Tuprija (im Morawa'Thale) liegt. Wäre gleichzeitig auch von Nisch auS mit einigem Erfolge vorgegangen worden, so hätte sich infolge dieser Operation das serbische Hauptcorps unter Tschernajcff aus seinen Stellungen bei Ale-finactHn«^. Babina Glava oder Babja Glava (M berkovf? ?s eine bei den Südslaven häufige Gezeichn.mg M He5 punkte. Es lst nun möalict, t>as, »»«il^.., m-U. ^ >. beste» a«!°n, «,e !„ der ,o detaillierten. »°r °ier> HM die Tarlm'GAzenNn' ÜH ^ karten sich fmdet, llcgt mehr als ein halbes D, u...k Meilen östlich von Nisch, in dem Straßmd^ Pirol, Alt-Palanta und Izvor und ist i,s 1 ^ ^ Bedeutung, als diese Höhe die St^ Widdin beherrscht. Wie ganze Macht gegen Nisch selbst concent" 'renmtt ^ zenen Se.tenweg gerathen sein und gleichzeit a a., Mm tag auf zwei ein halbes Dutzend geograp^ entfernten Punkten commandiert haben soll ist nl^ !^/!^^ """"' jedenfalls m d7n Nste^T3 größeren Schlacht auf dem Blach« felde vor N.sch "halten welche entscheidend in dem Feld-zuge auf dlc,em The.le des Kriegsschauplatzes sein dürste Em vom b.d. datiertes Telegramm - dessen Be< Migung allerdings abzuwarten sein wird - me^ . auch -reit«, da ^ serbische Timolar me e imR ck ^verlaute, daß die^N N'^ drungen, wo am Z. «nd 4. d. gelämpft wurde. Bjtlina l.egt im unlerilen Laufe der Drina, unweit ihrer Mün. dung in die Save. Dort durch flaches Terrain in Gos. nien einbrechende Truppen haben nicht nur den Vortheil eines praltlcableren Manövrier.Terrains gegen Westen, sie entgehen auch der Gefahr, in der rechten flanke um« gangen zu werde« und können im schlimmsten Falle, wenn sie von ihrer RückzugSlinie abgedrängt würden, noch «mm« die Flucht nach Osterreichlsch.Slavonien einer türkischen Gefangenschaft vorziehen. Ein schüchternes Telegramm meldet auch, daß General Zach von Tscha« tschal aus auf dem Wege noch Nooibazar sei. was, wenn nicht schon geschehen, jedenfalls in den nächsten Tagen erfolgen dürfte. Auch die Montenegriner haben sich bereit« in blutige Kümpfe eingelassen. Eine Schlacht bei Gaclo steht im Norden in Aussicht, im Süden berichten authen« lische Meldungen über ein Gefecht bei Podgorica. Die militärische Lage Montenegro'« scheint uns nicht die benei« denSwerlhesle. Dem Fürsten Nikola ist es nicht gelungen, die nordalbanesischen Stämme zu insurgieren. und im Süden seines Limdchen« steht ein linkisches 6orp«, das belämpft werden muß. Andererseits will Fürst Nikola an der »Befreiung der Stammesbrüder" in gleicher Weise wie Milan in Bosnien lheilnehmen, und er sieht sich genöthigt, einen Theil seiner Truppen in die Her-zegowina marschieren zu lassen. Und endlich sollen die Montenegriner zwischen Bjelo polje und Nooibazar den Serben die Hand reichen — was somit eine Dreithei-lung ihrer Armee erfordert. Ein einziger entscheidender Mißerfolg eines dieser Theile, besonders des südlichen, bedingt unausweichlich den Rückzug der beiden anderen. Einer telegraphischen Meldung zufolge sollen dreißig reguliire montenegrinische Bataillone im Lager von Banjani eingetroffen sein und sich da mit 10,000 In-suraenlen vereinigt haben. Das Eommando über diese« Eorps hat Fürst Nikola übernommen. Diese Zahlen sind jedoch offenbar zu hoch gegriffen, denn die dreißig Bataillone geben nach dem bekannten montenegrinischen Or^aniialionSplane allein schon 24,000 Mann. Nun besteht aber die ganze wehrfähige Mannschaft der 6er» nagora nur aus 25,000 Köpfen, die zu operativen Zwecken außer Land bestimmien nur aus WOO Mann. Wie könnten demnach 10,000 Montenegriner die Süd» grenze bewachen? Es müßten denn Weiber an dem Kampfe lheilnehmen und als Kämpfer gerechnet werden, was allerdings nicht zum erstenmale der Fall wäre. Kundschafterbcrichte an das serbische KriegSmini« slerium melden, daß der türkische Obercommandanl in der Herzegowina, Mulhlar Pascha, über lelegra« phische Ordre aus Kcnstantinopel mit ix Bataillonen seiner Armee in Eilmärschen nach Bosnien aufge« brochcn lst. Seine Bestimmung ist, mit diesen 10,000 Mann an die Drina zu rücken. Wenn nicht beoemende türkische Nachschübe mittlerweile in der Herzegowina ein» treffen, so wird den Montenegrinern, welchen jetzt nur 16 Bataillone zwischen Gaclo und Moslar «egenüber« slehen, für ihre Action bedeutend Luft geschaffen. So weit man über die neuesten Dispositionen der Pfotle unlerrichlet ist. lst ihr ganze« Streben darauf gerichtet, große Massen an die serbische Grenze zu werfen. Zunächst zieht sie 12,000 Arnauten zu diesem Zw:ckc aus Albanien. Zumeist sind es nur Irreguläre, welche man lürllscherseils jetzt anfbielen kann, und diesen lst die ser« bische Miliz, besonders jene erster Klasse, was militärische Tüchtigkeit anbelangt, vollständig gewachsen. Von entscheidenden Kämpfen bald zu hören, darauf macht man sich vorerst nicht gefaßt. Die Südarmee hat zwar einigt Posillonen auf türkischem Gebiete am 2. d. ohne Kampf beseht, da sich die türkischen Porposten zurüct>a«„ Von besonderer Bedeutung sind indeß diese Positionen nlch, Mehr denn je wendet man in Serbien jetzt seine' Blicke nach Oesterreich und läßt cs sich angelegen ,ein, Mn Anlaß «uS dem Wege zu räumen, welcher den in diesem Augenblicke für Serbien besonder« empfind, lichen Unmulh diese« Nachbar« provocieren könnte Wie mit Bestimmtheit versichert wird. ist von «elarad au« die dringende Mahnung an die ungarischen Selben er-gangen, durch ihre Haltung keii'erlei Anlaß »um Mik. verargen oder gar zur Beunruhigung der königlich un. aar.schen Regierung zu geben, damit Serbien in sei..« einheitlichen Ganzen bildet den Gegenstand de« vorliegen« den Werkes, das sich in drei Abtheilungen gliedert, indem zunächst die für die staatsrechtliche Genesis und die Ver« fassungSgeschichte der österreichischen Monarchie wichtig, sten Urkunden mitgetheilt werden, woran sich die Ver. fassung der im Reichsralhe vertretenen Länder mit den Unterabiheilungen: Organismus de« Staate« (Kaiser, Reichsoertretung, Landesoertrelungen. Gemeinden, an-erkannte NelialonSgesellschaflen, Staatsbürger als Glieder diese« Organismus), Regierungsrecht (vollziehende und richterliche Gewalt) und die RechtScontrole der Staat«, gewall (Ministerveranlwortlichleit, Reichsgericht, Ver waltunMerichtShof) anreiht. Den Schluß bilden die gemeinsamen Angelegenheiten der österreichisch-ungarischen Monarchie. Mit diesen Worten spricht die Redaction des Wer. tes den Zweck desselben aus, dem es auch vollkommen gerecht geworden ist. In gemeinverständlicher Sprache uno gelungener Zusammenstellung behandelt e« die ob« genannten Kapitel, so daß wir diese« sehr elegant au«« gestattete Werk mit vollem Recht allen Reichs« und LandtagSabgeordnelen, denen e« ein unentbehrliche« Ta» schenbuch ist, anempfehlen können. 4. Theorie der Wechselcourse von G. I. Goschen, Mitglied de« englischen Parlaments. Mit einer Einleitung von Leon Say, französischer Finanzminifter. Nach der tt. englischen und 2. fran. zösischen Auftage übersetzt und bearbeitet von Iuliu« Herz. 8. (XXXIV und 91 S.) Wien 1876, lai« serl. lönlgl. Hofbuchhandlung FaesyH Fr ick. Preis fl. 1.40-2 Mark 80 Pf. Goschen« berühmtes Werk wird hier zum ersten, male in deutscher Uebersehung geboten und wird jedem Banquier, jedem Kaufmanne, den seine Geschäfte über den Umkreis feine« Wohnortes hinausfuhren, eine will« kommene Erscheinung sein. Die so wichtige Angelegen« heil der Wechselcourse, der Tauschwerche von Land zu Land, wird hier zum erstenmale eingehend erörtert; neben den Handelsbilanzen wird eine Erläuterung der günsti-gen und ungünstigen Wechselcourse geboten, die an Klarheit nicht« zu wünschen übrig läßt und diese schwierige Frage, deren volle Lösung noch keinem Lehrbuch der Vollswirlhschaft gelungen, dem Verständnis weiterer Kreise angepaßt. Der Ueberseher, durch seine Thätigkeit mitten im internationalen Geloverlehr besonders zur Wiedergabe dieser Schrift in deutscher Sprache geeignet, hat seine Aufgab?, wie fchon von hervorragenden Kritikern aner« lannt, in meisterhafter Weise gelöst und durch die An« fügung der trefflichen Einteilung Say'« (zur franzö» fischen Au«gabe dieser Schrift), sowie durch Berücksich. tiaung der jetzt so brennenden Frage de« veränderten Silberwerthe« dem Buche einen womöglich noch erhöhten Werth verliehen. Wir find überzeugt, daß jeder Kauf-mann, jeder, der sich mit Nationalökonomie beschäftigt, uns dankbar sein wird, ihn auf da« Buch aufmerksam gemacht zu haben; denn es ist eine« von den wenigen Büchern, die man uach beendeter Lecture gern wieder einmal zur Hand nimmt s« »>«k ^ .. Kärnten Reise. Handbuch filr bietstheile von Steier^ "" «"grenzenden Ge-Salzburg. Gör;, Tirol und Markus Fre^ °°" ^r. Eduard Amthor und Zweite vcrmcwe .m'.«.^''^" ' ^"'senegg. Uebersichtslart" ' o. "?^lcrtc «"stage. Mit ein"r Ferdinand v'^ Preis 2 fl. -lO kr. Im D,.^ x> /'"""'°yr schen Verlage in Klagcnfurt. der Verleger ber? A n . 3'" ^°"n Iabornegg und speciell um Kä^n ^" ".'!' "e Touristcnwrlt und herigen ür?-. /s? ^ """ent gemacht. Dle bis< w°r n th ils M "^" " """""' "schie.iei.cn Schri en deshalb de ^"! '"''.c^^' ^"'^t «"d konnten heilen das an Naturschön. Seen und ScklNn '^ 5^""' "'" l"'"en herrlichen i'nponierendenBer v"i ""^"'en grünen Alpen, den blieb der T uris'" !'' "" ?"' majestätischen Glet chcrn war die Zah de"^? """schloffen, denn nur gering Zufall i'b?r die Gr^n "^77^' ""che ein glücklichc? Eisenbahnen hat Kl Z"!.': ^"rch "e «nlage dn Vcrgnügungszügler liek n « ^"^ ^Wonnen, aber vick Astern die Reize de^ ^6"'. °uS den Waggon-ein specielles Ziel im 9l?.« iu bewundern, oder haltc" Villach^r.sllpef es ehlt^ ?^.,"^ ^ ^^ °der d" den Reises 1l87 jetzigen schweren Stunde nicht den Rückschlag etwaiger Unbesonnenheiten der Stammesbrüder i/nseits der Donau zu fühlm belomme. Trotzdem, daß die Bejoranisse vor eventuellen Operationen der türkischen Donaufloltille «e» schwunden sind, so läßt man es doch nicht an Vorsicht«» Maßregeln fehlen. Die Donau.Ufer werden »n verschiedenen Stellen befestigt und mit Geschütz.Omplacement« versehcn. Das Gerücht, daß die Fürstin aus Besorgnis vor einem Vombardement nach Kragujeoac übersiedeln wolle, ist unbegründet. Die Fürstin erklärte, die Oesah« ren mit dem Volte theilen zu wollen. Die Hoffnung der Serben, daß die türkischen Schiffe die schwierige Passage des Eisernen Thores nicht überschreiten können, ist eine trügerische. Die im Jahre 1865 in Marseille gebauten drei Donau.Monitor« „Feth. ül.Islam", ..Veloerdilen" und .Semendria" haben nur fünf Schuh Tiefgang und lünnen daher bei dem gegen» würligen hohen Nasserstande aller Wahrscheinlichkeit nach die Slromschnellen ungehindert passieren. Da von Passau aus ein fortwährendes Steigen der Donau und des Inn htmeldet wird, so wird eS der türkischen Flolie wenig« stens an Wasser nicht fehlen. Wie die «Pol. Eorr." von verläßlicher Quelle er» führt, haben die Donau.Monitor« „Leilha" und „Ma. ros" Befehl erhalten, nach Semlin zu fahren und sich dort zum Schutze der dsterrelchisch'Ungarischen Staats» angehörigen zur Verfügung zu stellen. Außerdem soll der Orenzcordon durch Aufstellung einer Armee»Dioision bei Schabah verstärkt werden. Ueber die Neutralisierung der Donau schreibt die ,.Pr.": Wa« die Neutrallsierung der Donau anbelangt, so hüllen die Uferstaalen allen Grund, dagegen Ein« spräche zu erheben, und in erster Linie Oesterreich-Un» gärn, da es sich die bedeutenden Kosten für die Er« bauung und Unterhaltung seiner Donau-Monitors nicht aufgeladen hat, um dieselben zu Paradefahrlen zwischen Wien und Pest zu benutzen. Gerade im gegenwärtigen Momente hat es vielmehr allen Grund, die freie Ver fllgung dieser VerlheidigunaSmiltel sich nicht beeinlrüch« tlgen zu lassen. Oesterreich hat auf der Donau seinebe, deutende Schiffahrt und seinen Handll zu schützen und wird auch Sorge zu tragen wissen, daß während des Krieges leine wie immer geartete Störung des Verleh» res eintritt. Es kann daher auch nicht von Mitteln, welche Serbien in Anwendung bringen will, den Strom zu sperren, die Rede scin. Ebensowenig aber wird man die Türkei als Uferstaat irgendwie hindern können, die Wasserstraße für Zwecke des m'litälischen Transports zu benutzen. Anders stellt sich die Frage allerdings, wenn die Türkei von der Donau aus serbische Uferpunkte be» !chleßen wollte. Es liehe sich hlebei kaum vermeiden, daß da« serbische Geschütz bei Erwiderung des Feuers der lürlischen Schisse auf österrelchifcher Seite Leben gefähr. ^t und Eigenthum schädigt, daß also durch den Kampf !^bst der neutrale Nachbar in Mitleidenschaft gezogen würde. Au« Bulgarien wird gemeldet, daß die seit ^"gtm daselbst angelegten Waffendepols nunmehr ge< lüumt und die Waffen unter die Landbevölkerung ver« theilt seien. Die Führer harren nur des Augenblickes, uu, Fühlung mit Serbien zu gewinnen. Bon serbischer Seile wird versucht, fliegende Eorp« nach Vulgarlen zu werfen. Die Fesluna. Nlsch sp«rrt da« Morawa«Thal, die Aufstellung der Türken hindert die Serben, den Krieg nach Bulgarien hineinzutragen. Gelingt es den Serben, den Weg nach Bulgarien sich gewaltsam zu eröffnen, dann bricht ohne Zweifel die Insurrection in dieser großen Provinz aus, dann aber werden auch die Pässe, die über das Ballungebirge v,n Konstantinopel führen, für die Türlen verlegt, sie sind abgeschnitten, der Zu. fuhren beraubt und gerathen in eine verzweifelte ttage. aufmerksam machte und ihm als verläßlicher Führer dlente. Herr Baron Iaborncgg, der gründliche Kenner des Landes und verdienstvolle Touristenschriftstcller, hat sich der Aufgabe unterzogen, ein solches Werk zu ver» lassen, das, ebenso verläßlich als Praktisch, dem Einhei« Wischen wie dem Fremden cin richtiger Wegweiser in den lärntner Alpen scin sollte. Wie sehr dieses Werk Bedürfnis war und wie sehr ts dem Zwecke entsprach, dafür spricht wol am besten der Umstand, daß nach kaun, zwei Jahren die erste Auf» läge vollkommen vergriffen war und eine zweite nothwendig wurde. Dieselbe ist soeben erschienen. Es ist bc> »reiflich, daß die erste Auflage hie und da kleine Mängel aufzuweisen hat, hie und da kleine Wünsche unbefriedigt W; auch bezüglich der ersten Auflage des „Kärntner-lührers" war dies der Fall. Der Verfasser hat nun lelbstverständlich die zweite Auflgge nicht unverändert erscheinen lassen, sondern war eifrig bemüht, kleine Irr» Hümer zu verbessern, ebenso wurden alle neuen Schü. jungen verzeichnet und einzelne Touren, wie das Moll» 'Hai, das Gebiet der Karawanlen n. s. w. ausführlicher "handelt. Man darf daher mit Recht sagen, daß man ^ mit einer zweiten verbesserten und erweiterten Auflage lU thun hat. — Im Anhange finden wir auch „Näheres «der die Mineralquellen Kärntens bezüglich deren Nna» ^stn ,md Anwendung " Es sind in diesem Kapitel an« Mrt: Bad Prcblau, Bad Vcllach, der Ebriacher ^uerbrunnen, Warmbad Villach, Bad Einöo und Bad '- Keonhard. _________ Am 2. Juli wurde in ganz Bosnien ein kaiser» liches Krieasmanifest publiciert. In demselben wird das Vorgehen Serbiens als Rebellion erklärt, unt> die Mo» hamedaner werden aufgefordert, für da« Reich und den Glauben einzustehen. Der Sultan ompricht allen treuen und loyalen Unterthanen seine kaiserliche Gnade und erklärt, er werde das große Erbe der Ottomanen zu schützen wissen. Die treuen mohamedanischen Unterthanen werden aufgefordert, sich um die Kriegsfahnen zu scharen. Ein Telegramm des Sultans befiehlt die Bewaffnung aller Mohamedaner vom 17. bis zum 70. KbenSjahre. Dieselben sollen in Corps zu 1000 Mann eingetheilt und von frei gewählten Commandanten befehligt werden. Politische Uebersicht. «albach, 0. Juli. Die Verhandlungen in Angelegenheit des Zoll» Tarifes haben, wie „Pcsti Naplo" mittheilt, zu einem vollständigen Resultate geführt. Der festgesetzte Tarif enthalt Minimaltarife, die nicht weiter herabgesetzt werden können, die aber auch nicht erhöht werden, wenn auch leine besonderen Verträge geschlossen werden. Der Tarif bildet einen ergänzenden Theil des Handelsvertrages. Die legislative wird zuerst den letztcrn verhandeln ; der Zolltarif wird mit den internationalen Verträgen zugleich verhandelt werden. — Das unga» rifche Amtsblatt publiciert die Auflassung von 38 Gteuer. ämtern und die erforderliche Neuzutheilung der betreffenden Ortschaften. Im englischen Eavinete soll eine große Meinungsverschiedenheit über die Oricntfrage vorherrschen. Herr Disraeli befürwortet nemlich die Adoptierung einer marcanlcrn Politik zugunsten der Türlei, als Lord Derby und die übrigen Mitglieder des Eabinets zu billigen geneigt sind. Nach einer andern Version wäre das Ministerium Disraeli-Dcrby geneigt, zurückzutreten, und würde dasselbe durch andere Männer auS der Tory» Partei ersetzt werden. Der Ausschuß des französischen Senats für die Vorlage, betreffend die Verleihung der akademischen Grade, hat Herrn Paris, einen Gegner der Vorlage, zum Referenten ernannt. Derselbe hat sich anheischig gemacht, seinen Bericht so rasch zu erstatten, daß die Verhandlungen im Senat gegen Mitte des Monats beginnen können. Zur Vertheilung gelangte im französischen Abgcordnctenhause der Gesetzentwurf, betreffend die Weltausstellung von 1878. Die Ausgaben sind auf 32..'l 13/5)0 Francs veranschlagt, nemlich: für Vauten 2 >0 Francs, für Park und Wasserfall 3.20l>,(x^ u'">"ö, für Maschinen 1.500,000 Francs, für Tranchkn zur Fortführung der Ouais 500,000 Francs, für Wasser, Gas u. s. w. 950.000 straucs, für die itunstausstellung insbesondere mcs, für gelegentliche Thier- U,lsstcllungc>, . ^ uicS, für Umzäunungen 37.000 Francs, für Gralificationen und besondere Ausgaben 1.800,000 Francs, für die Wiederversctzung des MarS-fcldes in feinen alten Stand 380.000 Francs jür Feste 500.000 Francs, für unvorhergesehene Ausgaben I Mil. lion Francs, für die zu »ertheilenden Medaillen 1 Million 500,000 Francs. Die Einnahmen sind auf Ik Mil-lioncn 235,000 Francs veranschlagt. Die Commission zur Regelung der öffentlichen Schuld in Spanien hat beschlossen, die Anträge der englischen Eomilss anzunehmen. Die vage auf dem Kriegsschauplätze ist ziem. lich unverändert. Nach den officiellen Nachrichten aus Belgrad soll General Tschernajeff, gegen Perot vor. rückend. Al.Palanla genommen haben. Mit diesem Orte hätte Tschernajeff eine Bast« für »einen Aufstieg auf die südöstlich von Nisch gelegenen Höhen gewonnen. Die ursprünglichen Nachcichlen über den Sieg Osman Pascha's bei Zajiar haben seither die officielle Bestätigung von lürliicher Seite erhalten, während denselben vonseite Serbiens kein Dementi entgegengesetzt wurde. Die Thal. sache dieses Sieges darf daher als eine feststehende be> trachtet werden. Die übrigen sehr zahlreichen und zum Theile widersprechenden Meldungen vom Krieg«schau. platze entziehen sich für« erste jeder Eontrole. ! In gleicher Welse beMigl ein Privat Telegramm aus Ragusa. daß der Erfolg der Türlen bei Podgorica vorläufig alle Absichten der Montenegriner, in der Offensive weiter vorzugehen sistiert habe. Gar zu, ernst dürften diese Absichten überhaupt nicht gewesen sein. Die montenegrinische Hauptmacht, welche nach der Herzegowina operieren sollte, soll übrigens bei der Veste ltlobul Hall gemacht haben und Fürst Nilola wieder nach Eellnje zurückgekehrt sein. Ueber die Haltung der r u mä n i sch en Regierung betreffs des PassagerechlS türkischer Kanonenboote auf der Donau wird der „Allgemeinen Zeitung" aus Vu» larest gemeldet, daß der dortige Minister des Aeußern, Eogolnilscheano, seinen Ministerialdireclor Mitilineo zu Assim Pascha, dem Gouverneur von Rustichul, geschickt, um demselben freundschaftliche Vorstellungen zu machen. Mililineo wurde von Assim Pascha auf das zuvorlom» mendsle empfangen. Der türkische Gouverneur drückte vor allen Dingen seine Befriedigung und seine Dankbar» keil für die correcle Haltung Rumäniens in der gegenwärtigen verhängnisvollen Zeit aus. In Bezug auf die Vorstellungen antwortete Assim Pasch?, daß er jedenfall« die Bedenken der rumänischen Regierung sofort nach Konstantinopel melden werde. Al« Veveis, wie sicher die Pforte der Neutralität Rumänien« sei, könne gelten, daß Rustschuk beinah« ganz von Truppen entblößt sei und nur noch eine ganz kleine Garnison habe, nachdem zwischen dem 22. und 28. v. 8000 Soldaten nach Wit», din abgegangen. Uebrigen« soll die rumänische Regie» rung sich nicht damit begnügt haben, wegen Vefahrung der Donau mit Kriegsschiffen und der möglicherweise daraus entstehenden Folgen der Türlei Vorstellungen zu machen, sondern auch sowol durch ihre Agenten al« durch die Generalconsuln in Bukarest sich an die garantierenden Mächte mit dem Ersuchen gewendet haben, da« Ein» greifen der türkischen Kriegsschiffe verhindern zu wollen. Au« Konstantinopel wurden, wie man der »Allg. Ztg." unterm 3. o. M. von dort telegraphiert, neuerding« 250 Softa« gewaltsam fortgeschafft. E« herrscht große Aufregung, eine neue Bewegung wird erwartet. Ueber die neuesten in der lebene von Stub und bei Vjelin » am 4. d. ftallgefundtnen Gefechte treffen — wie bi«her immer — die widersprechendsten Telegramme ein, so d«ß e« unmöglich ist, schon heute klar zu sehen. Aus türkischer Quelle meldet man: Die Serben haben die türkischen Truppen in der Ebene von Stub angegriffen. Nach fünfstündigem Kampfe wurden die Serben, nachdem sie 500 Todte auf dtM Platze gelassen haben, zurückgeworfen. Die Türlen haben viele Gewehre erobert. In der Gegend von Njelina haben mehrere Gefechte stattgefunden. Die Serben wurden auch hier zurückgeschlagen, und haben die lürlischen Truppen zahlreiche Gefangene gemacht, dem Feinde 400 Hündnadelgewehre abgenommen und ihm einen Verlust von 200 Todten und 400 Verwundeten beigebracht. Während des Kampfes bei Vjelin» halten die Tür-ten 40 Todte und 78 Verwundete. Zwölf Pferde sind todt, 28 verwundet. Die Verluste der Serben sind bedeutend. Die türkischen Truppen begraben die gefallenen Serben aus Menschlichkeit. Die Zahl der serbischen Todten ist jetzt noch unmöglich zu bestimmen, ebenso die Zahl der von den Türken erbeuteten Gewehre Auch zahlreiche serbische Nationalsahnen wurden von den Tür» len erobert. Die türkischen Soldaten lesen auf dem Schlachlfelde noch immer Gewehre und Fahnen auf. Die Ursache der geringen lürlischen Verluste ist in dem Umstände zu suchen, daß die Tüllen den Serben in den Ruten kamen. Die Se.ben flohen auf demselben Wege, welchen sie gekommen waren, und wurden unausgesltzt wühlend ihrer Flucht beschossen. Dagegen verlautet au« serbischer Quelle nach» stehendes: Tschernajeff hat am 4. d. gegen Pirol vorrückend, Al-Palanla genommen. Die Türlen griffen Zajiar an, wurden jedoch zurückgeschlagen. Die Serben verhallen sich in Zajiar defensiv. Ranlo kllimpit hat die äußeren Schanzen von Bjelina erobert. Die Vortheile sind bi« jetzt allenthalben auf serbischer Seile. Der Fürst von Montenegro hat Vefehl gegeben, Medun zu beschießen und zu stürmen. Medun ist ein bedeutender, auf einem Hügel unweit von Podgorica gelegener befestigter Punkt. Gagesneuigkeilen. — (Der «ronprin, »nf dem Schlachtfelde von K 0 niggrlltz.) «u» «vniggrilh vor, 3. d. fchreibl «an der «Presse«: „Die velenchling der Stadt fiel «ber alle sr. warlung, trotzdem fie «ft in der letzten Stunde improvifieil wulde. glänzend »us. Der Kronprinz ging abend» mit General i?»lour durch die Straßen, »«hllnd ihm lausende von Menschen folgten. Während der von der Vi,l,l«rl»pelle ausgeführten Sere» n,de erschien der Kronprinz zu »iederholtenmalen »m Fenster,nd wurde stet» mit Slav»« und Hochrufen begrUht, l>n» sUrftbischöf. liche Polai« ist fortwährend vom Publilum umgeben. Heute frllh um 7 Uhr fand in der hiesigen Garnisonslirche (nicht, wie früher beabsichtigt w«r, bei lhlum) ein feierlicher Ir<,utigotle»d>enst stall, welchem der Kronprinz, dessen Suite und fil««tliche Ossi» ziere der Garnison sowie je tint »hlheilun« der hier garnifomt, renden lruppen beiwohnten. Um 9 Uhr erfolgte in drei offenen Wagen die Abfahrt aus« eigentliche Schlachtfeld, im ersten Vagen sah Oberst Reinlllllder mit dem «ezirlshauptmonn, im zweiten der Kronprinz (heule in Oberften»Un'sorm feine» Ins»»,lerle.«eg!men«», während er gestern «rtillerit. Uni form trug) mit dem General Varon katour, i« letzten Oberstlieutenant schränken, sondern auch dieses selbst noch zum großen Theile dem verheerenden Elemente zu entreißen. Der Dachstuhl sowie die Futtervorräth« gingen in Flammen auf, dagegen wurden die einzelnen Fenster der Harpse lheilweife erhalten. — (Generalversammlung.) Freitag den 30. v. M. fand in Graz die siebente ordentliche Generalversammlung der „Steierischen Eisenind u stri eg e se l l sch a ft" stall. Dem h'tbei vorgetragenen Rechenschaftsberichte pro 1875 ent. ^ nehmen wir nachstehende Daten: Da« Jahr 1875 schließt mit keinem Verluste ab. während im Jahre «874 ein Verlust von 121.383 st per Saldo überliagen werden mußte. Nach der Vilanz pro 1875 reduciert sich dieser auf 120.900 ft. 70 kr. und soll auf neue Rechnung vorgetragen werden. Die Verfammlung genehmigte nach NnhUrung de« Revisionsberichte« die Vilanz und ertheilte dem Verwaltungsrathe da« Nbsolutorium. Infolge von Mandat«' niederlegungen und «erzichtleiilungen der ausscheidenden Vermal« tung«rälhe aus eine Wiederwahl war eine Neuwahl de« gesammten Verwaltungsrathe« nothwendig, und e« wurden gewählt die Herren: Eduard Vaumayer, M. Eisenhofer. Rnd. v. Kendler. Alois Krfchla, Fran, Mage«, Han« Mtlßmer. Josef »tossiwal. Dr Victor Trotter und Dr. Lm. Winter. Zu Revisoren wurden die Herren Dr. stran, Viel und Heinrich Heimann berufen - (Vom Wetter.) Ueber den ganzen Westen Europa'« wird gegenwärtig ein hoher Varometerstand gemeldet; auch im Osten ist e,n Steigen de« Luftdrücke« zu beobachten, die grüßte barometrifche Differenz innerhalb Oesterreichs beträgt 7 Millimeter (Vregenz 765. Tarnopol 758 Mm.) Die Luft ist durchweg« schwach au« West und Nordwest bewegt, der Himmel meist heller, die Temperatur im Steigen. Prag meldete am 4. d. M. s 16«. Vregen, 171, Ischl 12 U, Wien 17. Pest 20-6, »gram 194. Hermanustadt 15 8, Trieft 18 9, Vudua 19 9 Grad Celsius. Da« Meer ist durchweg« ruhig. Schwache Regen fanden im L»ufe de« 4. d. in Wien und über ganz Ungarn statt. Gewitter werden leine gemeldet. Andauernd ruhige«, heitere« Wett« ist vorau«. sichtlich. Neueste Post. (Oriainal-Telegrammlder ..Laib. Zeitung.") Velgrad, 6. Juli. Der Remorqueur „TiSza" der Donaudampfschiffahrts.GesellsHllft wurde gestern nuf der Fahrt von Turnseverin nach Orsova um halb 4 Uhr früh in der Nähe des serbischen Dorfes Spiz von ser« bifchen Truppen mit Pelotonfeuer empfangen und zur Umlehr genöthigt. Ein Unglücksfall ist nicht vorgelom. men. Seitens deS österreichischen Generalconsuls wurde sofort auf das enlschieoenste bei der serbischen Regierung reclamierl und vollste Salisfaclio« verlangt Belgrad, 6. Juli. (Officicll.) Entgegen den vonseite des Feindes verbreiteten Bulletins über angebliches Zurückwerfen der Serben auf allen Seiten steht fest daß Tschernajeff seit dem Siege von Babina Glava auf türkischem Boden sich behauptet, ohne weitere Gefechte und Nlimpit noch immer vor Bjelina ist. Gestern wur' den 2000Nizams umzingelt; nur ein kleiner Theil ent« ging der Vernichtung. Zu Zajöar wurden die Angriffe der Türken stegreich zurückgewiesen. Ksjanin erwiderte auf telegraphische Anfrage^er brauche leine Verstärkung. Die Empfangs. Vorbereitungen im Schloß Relchstadt find so umfassend daß offenbar die Evemualität einer Ausdehnuna der Kaiser.Zusammenlunft auf den nächsten Tag vorher-gesehen und deshalb für das Uebernachten beider Mon-^" und ihrer Suilc Vorsorge getroffen wird. 3" Se. Majestät den Kaiser und die Minister sind die Schlaf, und Arbeitszimmer und Empfangssalon« voll« ständig eingerichtet. Der Kaiser von Nußland wird in den glänzenden Gastappartements. Se. Majestät der Kaiser in den einfach«« Wohngemächern des Kaisers Ferdinand Wohnung nehmen. Ein ganzes Heer von Hof officianten, Hofdienern und Handwerkern ist mit Vor« bereitungen beschäftigt. Die Städte Reichstadt und tteiva treffen ebenfalls festliche Vorbereitungen zur Vegrüßung Sr. Majestät des Kaisers und deS Kronprinzen. Belgrad, 5. Juli. (Officiell.) Von einem ser. bischen Angrisse auf Nisch, von welchem türkische Bul» letlns melden, »st hier absolut nichts bekannt. Der ein« zige wirkliche Angriff, welcher in dieser Richtung von serbischer Seite erfolgte, war gegen Babina Glava ge< richtet, welcher vollständig gelang, indem das verschanzte türkische Vager sammt allem, was es enthielt, in unsere Hände fiel. Als weitere Folge dieses Sieges ist die Weg. nähme von Al-Palanla anzusehen. Bei Zajiar haben die Türken Montags den Oberst Lesjanin angegriffen und den Timot bei Velill.Izoor überschritten, um die Stadt Zajöar anzugreifen. Sie ^wurden aber vollständig zurückgeworfen._______________ Gestern Dinstag erneuerten sie den Angriff bel Velili.Izoor, welches sie mit ihren Projectilen in Vrand sehten, und bei dem Dorfe Vrajogruce. Der heftige Kampf dauerte den ganzen Tag. Diesmal scheiterten alle türkischen Anstrengungen, über den Timok zu gelangen, während lm Verlaufe de« Gefechts die Serben auf türkisches wedlet bei Vaillsnje eindrangen. Die serbische Artillerie hat sich in diesem Kampfe der türkischen überlegen gezeigt und dem Feinde schwere Verluste beigebracht. In Vosnicn hat General Alimpii sich der befestigten türkischen Stellungen vor Vjclina bemächtigt und dem Feinde Gefangene, Fahnen, Gewehre, Pferde und viel Schlachtvieh abgenommen. Die Türken haben sich nach Bjelina zurückgezogen, welches in Brand gerieth und von den Unsrigcn cerniert wird. Telegraphischer Wechseleours vom 6. Juli. Papier, Reute 64 50. — Silber - «ente 68 90. — I860« Btaats-Anlehen 110 75, Vanl-«ctien 849 -. lredit-Nctien 143 25 London 131 15 — Gilber 102 —. 5. l. Mün,-D«« laten 618. — slapoleonsd'or 10 40. — 100 Reichsmark 64 10. Wien, 6. Juli. Zwei Uhr nachmittags. (Tchlußcourse.) «lreditacticn 143 . 18«0er Lose NO 50, 1864er Lose 130—. «sterreichische Rente in Papier 64 50. Staatsbahn 274-—, Nord, bahn 180—, 20'Franlenstülte 10 40. ungarische «lreditactien 119 50, »sterreichische ssrancobanl 12 50. österreichische Nnglobanl 70 25, Lombarden 83 75. Uuionbant 57 . austro-orienl«lische Vanl — —, Lloydactltn 318 -. »uftro-ottomanische Vanl >—, tllrtische Lose 16 — , Lommunal, «nlehen 95-, «gyptisch, 9350. Geschwächt. Kandel und Wolkswirthschastliches. Laliach, 5. Juli. Auf dem heutigen Marlte find er» schienen: 10 Wagen mit Getreide, 4 Wagen mit Heu und Stroh; 20 Wagen und 2 Schiffe mit Holz (30 Lubilmcler) _______________Durch schnitt « « Preise.______________ «lt.. «N«,.. Ml».. M«,.. fi. ll. fl.ilr. ! si li. fillr. Weizen pr. Heltolit. 8 60 10 3 Vutter pr. Kilogr. —>85—j — «orn „ 620 682 Gier pr. Stilck ,1; ._ Gerste ,. 4 «1^, Verantwortlicher RedacteurV ^t^ «^. .^^» .^.... . 9^l^rsenlieril^t wlen, 5. Juli. Die Valuta-Speculation wurde durch da« Fallen de« Silberpreisc« in london neuerdmgs angefacht und ---------^. rllr(t^l. «u«gabe neuer St°°t«n°ten beabsichtigt wu.e. Diefem Gerllchle begtgntte^ofort em in den enlsch.tdensten »u«drucken^gefaßte« amtlicht, DtNlmti ^""^'"' """"i b" ««id ««« 8ebrn«.) """ l.....«4 70 64 lM I»nner.) «»,,«««»« i - - - b8- K8«0 «pril. ) 'v''"'««»« ^ . . . W__ H820 Lose. 1889........ 24« — 250 - _ 1W4........ loft— IVbbO _ 18S0........ 108 7b 1092b , I860 zu 100 fi. ... 116 7b 117 2b ^ 1864........ 1M-- 12Vb0 O«m»>?7 »— O«U» D>»« «reditanstalt........ 148 40 14» 6<» «reditanfiall, nngar..... Ilkzb 11850 Dtpositenbanl.......—'..... — — E«compte»nstalt...... 6b0— 660 - ssranco-Vant.......18— 1850 Handelsbant........^0-50 bi — ^»tionalbanl....... H4b— 846 — Oesierr. Vanlgefellschaft ... —-— — — Unlonbanl ........b«— b62b Verlehrsbanl .......80- 81 — «ctte» >s» 3r«»Stz«t-N»ter»etz-««»«e». G«U> W«l AlfUld.Vahn........100- IVI — ilarl-Ludwig.Vahn.....^02-- 802X5 Donau.Dampschifs.'Gesellschaft 860— 88« — Vlisabeth-Weftbahn.....Ibi 102— slisalielh.Vahn lLinz-Vudweifer Strecke).........— — — — ßerdinand««N«rdbabn . . . 1767—1772 — Kranz. Iofeph ««ahn .... 180 — 180 bv Lemb..«,enl..Iassy.Vahn . . lI6— »I6b0 kloyd.Oesellsch........»18— 8«0— Oeßerr. ««rdwej»«h« .... ^l^- «9-«) ««U> W«, «ud°lfe-«»hn....... I0l»b0 ,06 - kt»°t»bahn........ 268 50 868 — Slldbahn......... 8225 8250 Iheiß-Vahn........ 170 - ,72 - Ungarische Nordostbahu . . . 962b 9«75 Ungarische Oftbahn..... 80-bo 81-. TramwaylGesellsch...... — > , ^.^ V«n,ese«l««fte». «llg. »fterr. Vaugesellschaft . . 9_ ^,. Wiener «augesellschaft..... __._ ^.'° Pf«»«riefe. Ullg. »fierr. Vodencreblt . . . 104 50 iyh. dto. in 33 I«h^ 88 — 55^ «ationalbanl ». N..... 97 yf, y?.-^ Ung. Vodencredit...... 85>b0 86--. Prisrit«te». «llsabeth.'V. 1. «m..... —- y«.^ »erd..?lordb..«....... 104 2b 104>7b ßranz.Ioseph.«....... 88-- 89U »al. ««rl.Lnd»ia.V., 1. «m. . 99- bVbU vester,. ««r,»tfi.V..... 88— ^hy Stebenbtlrger....... — — «1 St»°l«b»hn........ lb« 154 VUdbahn k 8«/....... 1l8b0 l,4-^ » b'/....... 92 - 92^ Südbahn, Von«...... —- - —'»^ Nng. Ostiahn....... 07'— 57-00 Pr»V«ttl«k. «redil.k..........Ibb — lb«-- «ud,lf«.k.........1850 14.- «echfel. Augsburg......... —»— —-^ »ranlfuN......... 6s - 68^d Hamdnr,......... 63 — 6»»b London ......... 130 10 180-U Pari« ......... 51 — 01^" «d —, »«« ^'^