Deutsche Macht (Krüker „KiMer Zeitung"). I'»«» SuirrMl »»d HiBi) wneil ant J.fttt für ,il» mit «na« »o»,IUch |t -.11, *ntrfjä»nj 1.50. traii^ci« ft. TOtt Votottfeatara« »ittttliUW« 1f. MO, R. *.40. Sie cizirlRc (tannr 7 fi. 3»(ftnte ma t«rlf; bei öfttrtl fBirtttJtiiiiijni tntfmrAtntot Matatt. Halaartt Tirtjmtn 3n(««l« (Ji «ts(tt 8Utt iB( »OfiitniH» (Min «tj-ptbUimt» W J»- ist IilUBkc« «n. «<»»-»»» W. »dmwlftr,»»» f*rrtnj. «. e»ttch»uiidn> M Ktbodturl Itglich. mu antut int »tr etm- «I» ftnttUji, °»» «—U Mit Bot- lll I—« Ut RaAimiteg«. — «tcl«»»t>»»ti Mttoftn. — JRuukttMt Wt»t» «ich« |urä«»tfmKt. — S«°»»mt mchl btrückftchtt«»». Nr. 73. Cilli, Donnerstag, den 10. September 1885. X. Jahrgang. Slovenische Selbköekenntnisse II. Wir habe» unsern letzten Leitartikel mit «a«r Warnung an unsere Parteigenossen ge-schlössen, nicht zu sehr aus die iporadisch zu Zage tretende Selbsterkenntniß unserer natio-lüle» Gegner zu bauen und vor allem aus K:»e praktische Bethätigung einer solchen, hie nd da hervortretenden Erkenntniß ,;n hoffen. Lud siehe da, schon ist unsere Mahnung aufs Glänzendste gerechtsertigt worden. Die söge« Bannte Stimme des slovenischen Voltes hat Ktteiid mit den heftigsten Angriffen auf die Dar-jungen der sloveniichen Regierungspresse ge-«»livortet. Auch was wir hinsichtlich der Per-so» des Versassers vermutheten, wird bestätigt. Hrosessor Schukle. der slovenische Zukunsts-ÜalcrrichtSminister, wird von Ehren-Narod als Dir miuhmaßliche Verfasser jener Sel'stbekennl-insst bezeichnet. Und we.che Uebereinstimmung dn Jnstincte! Zu gleicher Zeit fällt auch unter deutscher Slovenenrevolver über das Lrgan der Schukle-Partei her und beschuldigt ti kurziveg. daß es „characterlose Schacherpo-lins »reibe. Und waS hat dieser Minister dcS iiMnischen Zukunftsreiches so großes ver-Kröche». daß die slovenischen Blätter von der crnservativsten bis zur radicalsten Fä'bung ciiMiüchu) opponiren? Hat er vielleicht deutsch-. Gymnasien verlangt, damit dem Staat: das liiicheilsgtprägt, welches ihm nur ein« allge-«eine deutsche Amtssprache geben kann, er-baltcn bleibe? Mit nichte»! Er verlangt aus-schlußlich slovenische Gymnasien und Lehrer-bildungsanstalten, nur begeht er die unverzeihliche Sur.be zu verlangen, daß in diesen slovenischen Gymnasien das deutsche auch mit jener Inten, frtit betrieben werde, die für die Erlernung msercr Sprache volle Garantie zu leisten ver-mag. Ja. er gesteht den Deutschen sogar gnädig ;u daß „es ja nicht absolut nothwendig ist. Eine gute Partie. Bon M- Rabe. Welch' eine absurde Idee, am Aschermitt-«och seine Verlobung anzuzeigen! Er war und blieb eben ein Sonderling, d«r Rath, das war nun eine ausgemachte Sache rad alle jene Mütter, welche es sich den Fasching hindurch hatten ganz beionders angele-§rn sein lassen, dem Rathe zu schmeicheln und ihre Tochter demselben gegenüber in das vor-iholhastefte Licht zu stellen, brachen jetzt, als n seine Verlobung mit einem ganz gewöhnli-chen Mädchen, der Tochter eines Canzelisten, mlchc. da der Vater schon vor Jahren das ^nlliche gesegnet, sich und ihre betagte kränk-Iiche Mutter, durch ihrer Hände Fleiß ernährte, betannt machte, ganz unbarmherzig und ohne Ausnahme über ihn den Stab. Unter allen den Familien, mit welchen der Rath zu verkehren isligte. war kaun. Eine, die ihn zu seiner Wahl beglückwünschte. — einige seiner College» be-dauerten ihn lebhaft — denn sie wähnten, der Rath, welcher so lange in der Wahl einer Le» bcnsgesährtin gezögert, habe sich nun in den Rche» liaerCokette sangen lassen, denn, — dachten sie, wie käme er sonst dazu ein Mädchen ohne Ramcn und Vermögen zu wählen, da er ja daß alle Gegtnstände in der (slovenischen) Muttersprache vorgetragen werde». Ein oder der andere Gegenstand bleibe am Ober-Gymnasium bei der jetzigen Unterrichtssprache". Dabei thut er gewiß gut, wen» er z. B. räth unter anderm auch die „philosophische Propä-deutik der deutschen Sprache zuzuweisen". Kein Mensch auf dem Erdenrunde und wäre eS auch der eingefleischteste Urslovene vermag sich der-malen eine Vorstellung zu inachen, wie etwa ein philosophischer Vortrag in slooeniicher Sprache zu stände komme» könnte. Ringen doch die Eiassiker Sloveniens heute noch nach Aus-druck, wenn sie auch nur die einfachsten und praktischesten Fragen zu behandeln versuchen. Man lese nur die Leitartikel RarodS. Uns ist bei einer solchen Leclüre steiS zu Muthe als sähe» wir einen Bauern vor uns. der sein Lebetag nur Mistgabel und Haue gehandhabt hat und der nun versucht die Feder zu führen. Es fällt aber auch danach aus; wir brauchen nur auf die Stylproben zu verweisen, die wir unsern Leiern dann und wann zum Besten geben. Und nun denke man sich eine wissenschaftliche Frage irgend welcher Art in dieser Sprache behandelt. Es hieße dieß geradesoviel, als wollte man Kant'S Kritik der reinen Vernunft in irgend einem deutschen Dialekte erläutern, der gleichwohl an Reichheit und Bildungsfähig-keit dem zurückgebliebensten slavischen Idiome, das unsere Gegner sprechen, noch weit über-legen ist. Daher hat auch unser slooeniicher selbstbetenner ganz recht, wen» er den Man-gel an slovenischen Unterrichtsbüchern als Haupthinderniß bezeichnet, welches der Erfüllung der slovenischen Wünscht entgegensteht; denn eS ist eben dermalen noch nicht einmal niög-(ich solche Unterrichtsbücher zu schaffen, die dem reichen positive» Wissen unserer Zeit nur Haldenweges entsprechen würden. Unser Ge-währsmann giebt dieß selbst zu, indem er jagt: „Ein ganz anderes Gesicht zeigt sich uns bei den reichsten und vornehmsten Familien «'s Freier austreten und versichert sein dürfte, über-all mit offenen Armen empfangen zu werden. Einer seiner College», eine Art Jugendfreund erkühnte sich denn auch, seiner Verwunderung dem Rathe gegenüber offenen Ausdruck zu geben. „ES wundert mich gar nicht," entgegnete dieser, „daß Ihr Alle so erstaunt seid über meine Wahl und ich muß gestehen, daß ich Eure Fürsorge für mein künstiges Wohl dank-bar anerkenne, ihr meint eben, ich habe eine schlimme Wahl getroffen, weil meine Braut nicht das vielsagende Wörtchen „von" vor ihren Namen setzl, nicht in Sammt und Spitzen einhergeht, nicht Bälle und Concerte besucht, auch in keiner Equipage fährt, kein Vermöge» besitzt uud anstatt auf dem Claviere zu klimpern und schlechte Gedichte zu machen mit der Näh-nadel hantirt. Ist es denn eine Schande sich sein Br^d zu verdienen. Ist Arbeit nicht des Bürgers Zierde? DieS ist eben auch ein Krebs-schaden unserer Zeit," fuhr er fort, „daß man nicht mehr frägt: „Ist das Mädchen häuslich bescheiden, anspruchlos, besitzt es alle jene Eigenschaften, welche erforderlich sind um ihren Mann, ihre Familie glücklich zu machen, son-dern nur: „Ist sie reich, hat sie Geld und jedoch, wenn wir die Schulbücher für das Obergymnasium in Betracht ziehen, die unserer Nation zur Verfügung stehen l Schädlich sind alle Illusionen und es nützt nichts, sich selbst zu täusche» und sich mit einem erdichteten Ver-möge» zu foppe». Es ist die reine traurige Wahrheit, daß wir bis jetzt keine Bücher haben, die znm Ge-brauche in höheren Mittel schulen geeignet wären. Würde uns das Ministerium das Slovenische als Unterrichtssprache in der fünften Gymnasialclasse ge st alten, so wäre dieß eine illusorische Concession, weil wir die erforderlichen Lehrmittel nicht be-sitzen. Und nicht einmal mit dem -»»«danken koiinen wir uns trösten, daß im Lause einiger Monate gemacht werden könnte, was bis jetzt versäumt wurde." — Es fehlt eben an der Sprache selbst und um hier alles einzubringe», was die Deutschen heule voraus haben, werden die Herren Slovenen wohl noch manches Jahr» hundert angestrengter Geistesarbeit verstreichen lassen müssen, wie ja auch die deutsche Wissen-Schaft und Dichtung nicht erst gestern oder vor-gestern ihre Sprache geschaffen. „Der Buch-apparat. aus deu sich der Unterricht im Ober-Gymnasiuin stützt, läßt sich nicht von heute auf morgen schaffen." „Und waS sollen wir gar von den Wörterbüchern sagen, ohne welche sich daS Obergymnasium nicht einmal denken läßt! Wer sich oer Aufgabe der Herst'llung solcher unterzieht, muß neben größtem Fleiß auch die genaue Kenntniß dreier Sprachen haben, nämlich der lateinischen oder griechischen, der slovenischen und der deut schenSprache! Würde» sich auch alle diese Kenntnisse in einer Person ver-einigen, so wäre die Aufgabe doch äußerst schwierig und unmöglich neben der Beschäftigung als Professor zu lösen. Und wenn der Autor zum Schlüsse seine großartige Aufgabe gelöst hätte, wo würde er den Verleger finden, der wie viel hat sie, spielt und tanzt sie gut 1" „Ich bin überzeugt, wäre meine Wahl auf die Tochter eine« reichen ManneS gefallen. Ihr hättet nicht das Mindeste gegen dieselbe einzu-wenden gewußt, nun ich mir jedoch ein äußerst braves, aber armeS Mädchen zu meiner Ge» fährtin nehmen ivill, ist «S bei Euch eine aus-gemachte Sache, daß ich eine schlechte Partie mache, ich will es indessen selbst aus diese Ge-sahr bin wagen." Die Hochzeit des vielbesprochenen und viel-geschmähten Paares sollte in aller Stille ge-feiert werden. Der Bräutigam besaß keine Ver-wandte, auch die Braut stand mit ihrer Mutter allein in der Welt, — ein Onkel, ein Bruder ihres Vaters lebte zwar noch in einer entsernten Stadt — man sagte er sei steinreich — sie hatte ihm eine VerlobungSanzeige gesandt, die-selbe war indessen gleich verschiedenen Briefen, die sie früher an ihn geschrieben unbeantwor-tet geblieben, und so waren denn nur einige auserlesene Freunde des Bräutigams und ein paar Jugendgespielinnen der Braut zur Feier erschienen. Man war eben im Begriffe zur Kirche zu fahren, als ein alter Herr im Reise-anzuge eintrat und sich als Onkel der Braut vorstellte. Braut und Bräutigam waren aufs Freudigste überrascht und der alte Herr ließ 2 ihn doch theilweise entschädigt für Mühe und geistige Arbeit?" Die letzte und unvermeidliche Folgerung, welche aus diesen Zugeständnissen zu ziehen ist. wir haben sie bereits gezogen, sie lautet: „Das Slovenische ist noch lange nicht reif zum wissen-schasilichen Gebrauche." Daß dieser Schlußsatz mit Notwendigkeit aus den. in den Stllstbe« kenninißen gegebenen Prämissen folgt, das fühlen alle Slovene», ob sie sich nun „conservativ" oder rein national nennen instinctiv. Mit beiden hak es der Selbstbekenner darier verdorben, beide fallen über ihn her. denn er hat uns Deutschen den Dienst erwiesen, alle unsere Ein-wände gegen die Slovenisirung unserer Mittel« schulen vollinhaltlich bestätigt zu haben. Diese Bestätigung aber ist für unsere bessere Sache um so wertvoller, als der Selbstbekenner trotz alledcm diese Slovenisirung gleichwohl verlangt, also die ganze wiederspruchSvolle Blindheit der, slovenischen Pmensionen an sich selbst in schärs-ster Beleuchtung zu Tage treten läßt. Mundschau. [D i e deutsche Parte i-O r g a n i-s a t i o n und d e r O f f i c i o s u S.j Je näher der Zusammentritt des neugewählten öfter-reichijchen Unterhauses rückt, desto intensiver wird die Aufmerksamkeit, mit welcher der Ober» Officiosus die Entwickelung im deutschkn Partei« Lager verfolgt. Jede Nummer bringt hierüber irgend eine Nachricht, irgend eine Betrachtung. Wie er in einem früheren Artikel Slrache's Rede klein zerpflückt hat, so constatirt einer seiner letzten Leitartikel mit scheinbarem Höhne, daß eine Spaltung in der deutschen Partei thatsächlich bereits bestehe und Natiorale und Liberale thatsächlich verschiedene Ziele, ver« schieden? Programme haben. Dieser Hohn aber zeigt sich als eine schlechte Maske für die helle Angst, die den Herren aufsteigt, sobald sie nur überhaupt an die Möglichkeit erinnert werden, daß die rücksichtslos deutschen Volksvertreter auch als solche vorgehen könnten. Der Hohn wendet sich mit Vorliebe besonders gegen die bloß liberal! Seite, offenbar nur um die Ver-treter dieser Richtung zu um so größeren An-strengungen zu spornen. Es hat eben niemand ein stärkeres Interesse, den sogenannten „ein« heitlichen Parteiverband" der alten Linken aus« gefrischt zu sehen, als eben der Officiosus selbst. Dies« Einheitlichkeit um jeden Preis ausrecht zu erhalten, dazu will er die Altliberalen drän-gen, indem er sie gleichsam zum Widerspruche gegen die. von ihm constatirte Spaltung heraus-fordert. In der That aber machen schon eine geringe Anzahl von Männern wie Strache. Pickert, Knotz den Officiösen mehr Angst, als alle Ali-Liberalen sammt ihrem einheitlichen Parteiverbande ä tout prix, oder vielleicht ge- es sich nicht nehmen seine Nichte selbst an den Altar zu führen. Als nach vollzogener Trauung ein einfa-cheS Mahl im kleinen Kreise stattfand, erhob sich der Onkel der Braut und brachte den ersten Toast auf die Neuvermählten aus. Dann bat er. ihm einig« Worte zur Rechtfertigung feines bisherigen scheinbar unverwandschaftlichen Ver-Haltens zu gönnen. „Obwohl ich Euch nie schrieb". lagt« er, „war ich doch über Euch und Eure Verhältnisse aus das genaueste unterrichte», ich wußt« wie brav Du liebe Nichte arbeitetest uui Dich und di« Mutter anständig sortzubrin-gen, ich wußte auch wie schwer es oft hielt und mit wie vieler Mühe und Sorge Du zu kämpfen hattest; ich hätte Euch, sobald Ihr in wirklichen Mangel gekommen, sicher eine Unter-stützung zukommen lassen, wollte Euch aber, solange dies nicht der Fall war, das süße Ge-fühl ohne die Hilfe And-rer auf eigenen Füßen stehen zu können, nicht rauben, denn ich weiß aus eigener Erfahrung, wie glücklich «in solches Bewußtsein macht. Die Briefe, di« ich von Euch erhielt, habe ich ftetS mit großer Freude ge« lesen und Alle sorgsam aufbewahrt, beantwor-tet habe ich dieselben deshalb nicht, weil ich er-fahren wollte, wie lange Eure Theilnahmemir altem Manne gegenüber andauert, denn zahl-reiche bittere Erfahrungen haben mich etwas „Deutsche Wacht." rade wegen desselben. Uebrigens werden die akademischen Erörterungen über den Spaltpilz im deutschen Parteilager bald ein Ende haben, denn das, von der deutschen Parteiversammlung vom 21. Juni d. I. eingesetzte Fünsundzwanziger-Comitv ist von dem Abgeordneten Dr. Herb st als Vorsitzendendem jener Versammlung für Samstag d«n 19. d. M., 11 Uhr Vormittags zu einer Sitzung einberusen worden, um die Organisation der deutschen Partei im A bgeor n et« n hause vor-znbrrathen. Die Anträge des Fünsundzwanziger-Comites werden dann einer allgemeinen Versammlung aller deutschen Ab« geordnet« n, welche voraussichtlich ein bis zwei Tage vor dem Zusammentritt des Reichs-ratheS stattfinden wird, zur definitiven Beschlußfassung vorgelegt werden, und die Deutschen in Oesterreich, sowohl wie d«r Offi« ciosus werden dann wohl erfahren, wie sich di? Vertretung im Abgeordnetenhause gestalte» wird: Die Deutschen, damit sie wissen, ob dec nationale Gedanke von einer Anzahl ihrer Ver-treter auch wirklich rückhaltlosen AnSdruck findet. — der OfficiofuS. damit er weiß, gegen wen er fürder fein« grimmigsten Streiche zu führen hat. Deutsches Reich. p a n i sch-d eu t scher C o n f l i c I.] Sei» sich der Madrider Pöbel erlaubte die deutsche Fahn^ zu beschimpfen und den deutschen Botschafter Graf SolmS offen zu bedrohen, so daß dessen Hotel von 50 Gendar-men bewacht werden muß. ist der Conflict wegen der Carolineninseln in «in ernstes Sta-dium getreten. Eine Krisis ist jedenfalls nicht mehr fern, weil nun auch die Deutschen ansan-gen die Geduld zu verlieren und Genugthuung für die Ausschr'itungen zu fordern, an denen die Regierung wenigstens theilweise gewiß mit-schuldig ist. Erfreulich ist nur die Thatsache, daß sich die Franzosen, dem wüsten KriegSlärm gegenüber, den der spanische Exaltado gegen Deutschland «rh«b», entschieden kühl verhalten, kühler als die Spanier erwartet haben. sB r a u n s ch w? i g s R « g e n t s ch a f».] In der Erledigung der braunschweigischen Re-gkntschastsfrage sch?int wieder eine Stockung eingetreten zu s«i». Bisher galt die Personen-frage als definitiv gelöst zu Gunsten d«S Bot-sch st°rS Prinzen Reuß. Schon während des Aufenthaltes des Kaisers in Gastein fiel eS jedoch auf, daß sowohl der Prinz als auch der brauns yweigische R«gentschastSrath, Minister Graf Görz-WriSberg, gleichzeitig von Unwohl-sein befallen wurden. Dasselbe scheint politischer Natur gewesen zu sein; denn jetzt wird osficiös erklärt, eS sei ein Irrthum, anzunehmen, daß die Personenfrage vollständig geregelt sei. Die Sachen liegen vielmehr so, daß in den berufenen Kreiscn in Braunschweig noch gar keine Be- mißtrauisch gemacht. Deine Verlobung erfuhr ich noch bevor ich Deine Anzeige erhielt und nahm mir vor. unter allen Umständen und selbst auf die Gefahr hin, nicht nur ein ungelad«n«r sondern auch ein unwillkommener Gast zu sein, zur Hochzeit zu erscheinen. Hier übergebe ich Dir nun mein Geschenk zum heutigen Tage, es sind Obligationen im Betrage von 10.000 fl. mit der Bitt« über dem Glück«, welches Du ohne Zweifel in der Ehe finden wirft Deinen alten Onkel nicht ganz zu vergessen, auch gebe ich Dir die Versicherung, daß das Wenige, — und dabei lächelte der alte Herr gar schlau, — was ich dereinst hinterlassen werde. Dir gkhört, denn ich habe Dich in meinem Testamente zu meiner alleinigen Erbin eingesetzt." Rasch durch-lief die Nachricht von dem plötzlichen Erschei-nen eines reichen OnkelS die Kreise, in welcher das junge Paar zu verkehren hatte, und wenn auch noch manche enttäuschte Mutter heirathS« fähiger Töchter spöttisch die Nase rümpfte, so gratulirten doch viele, welche den Rath vorher wegen seiner Wahl bedauert halten, ihm jetzt recht herzlich zu seiner guten Partie. 1885 schlösse in dieser Frage gefaßt worden sind. „Es dürfte daher gewagt sein, zu behauptn,, daß bereits bestimmte Persönlichkeiten in die Lage gekommen wären, an sie herangetretese Anträge abzulehnen oder anzunehmen." [Di? Ausweisungen, s Einzelne Blätter g?sallen sich bei ihren Mittheilung» über di? Ausweisung?«« aus den Ostprov.nzen in maßlosen Uebertreibungen. Die Zahl «er ausgewiesenen russisch-polnischen Ueberlä^fec ist ja ohne Zweifel ein? sehr bedeutende; vollkommen grundlos aber ist eS. wenn hier und üa gem?ld?t wird, daß auch 6000 österr?ichische Staatsangehörige ausgewiesen worden seien. „Was von solchen Ziffern zu hall?» ist" — — so l?s?n wir in ?in?r W>?ner Correipondenz d?r „Schles. Ztg." — „ersi?ht man darauf, daß bisher nur ein einziger Bericht über eiae Beschwerd?, w?lch? ?in O«st?rr?icher geg?n sei« Ausweisung erhoben hat, in Wien eingelaufen ist. Man sollt? meinen, daß, wenn in der Weije vorgegangen würde, wie manche Blätter es tu-Häupten, doch wenigstens einige der, in Millei-denschast Gezogenen den Versuch gemacht haben würden, sich an die Vertretung des Staates, dem sie angehören, zn wenden, oder auf andere Weise Klage zu führen. Stall dessen nehmen wir aber nur allgemeine pudlicistische Ergüsse wahr, die sich ausschließlich auf die Ausnreu-ungen polnischer Blätter stützen. In der polm-scheu Presse, wie im polnischen Lager überhau?» scheint nian die ganz? AnSw?isungSsrag? nur als politisches Actions- und Agitationsmittel zu b?nutzen. Sehr bezeichnend ist es >n dieser Hinsicht, daß, während man in Galizien zur Sammlung von Unterstützungsgeldern für die durch die Ausweisung betroffenen Landsleule auffordert, bisher kein Fall bekannt geworden ist, in w?lchem di? Unterstützungsgtlder veriven-det werden könnten. Man ersieht daraus, wemg-stenS von welcher Seit? di« ganz? Ang?l?genheit tendenziös aufgebauscht wird." Ganz im Ge-gensatz zu denjenigen Blättern, welche aus Äv-laß der Ausweisung russischer Unterthanen an« dem preußisch?» Staatsgebiet über eine un-erhört grausam? Verfolgung des polnische» Volkes lamentiren, stellt der in Posen erschei« n?nd? „Or?ndownik" folg?nd? nüchterne Le> trachtung an : „Der Schlag, w?lch?r unser Volk j?tzt trifft, ist nicht so groß, nicht so verhäng-nißvoll für die ganz? polnishe Nation, wie er b?im ?rst?n Zuf?hen ?rfch?i»t. Für di? ?inzel>iin Ausweisungen und ihr? Famili?» ist es aller-dingS ein harter Schlag, aber für die polnische Nation, als solche ist es nicht so schlimm, me ?s aussieht." Nun wird erwähnt, daß nach den statistischen Auszeichnungen die Polen im preii-ßischen Staat? s?it 15 Jahr?,» mindestens sich um ein? halbe Million vermehrt haben. Ea» bedeute demgegenüber die V?rtr?ibung von M) Wer ist der Muthigere? Folgendes Histörch?n wird der „Tgl. Rsch.* aus Johannes von D?walls Nachlaß m'tge-th?ilt: B?i ?in?m öst?rr?ichisch?n Regimeiil stand ?in Hauptmann, d?r s?hr still und zurück, haltend war und der daher bei sein?» Game-raden in dem Rufe der Schüchternheit stau», ja dem Viel? fogar nichl den persönlichen Mild zutrauten, der dem Kri?g?r gebührt. D?r Com> mandeur dies?s R?gim?nts, ?in Oberst, Sris Leiningen, in d?r ganzen Armee bekann» wegen seiner Ab?nt?u?r und lustig?» Str?ich?. erfuhr davon und beschloß, sich von der Wahren dieses Gerüchtes zu Überzeuge». Beim Miuagt« essen, welches die Officier? gemeinschaftlich ei» nahmen, richtete daher der Oberst eS ein, ba§ besagter Hauptmann seinen Platz neben ihme» hielt. — Die wirklich ungewöhnliche Schüchtern. h?it und Zurückhaltung d?Ss?lben machte den Grafen immer mehr glauben, daß die Gaae-raden »hn richtig beurtheilten, und auch er be-gann d?ns?lben für einen entschied?»?» F?igl»nz zu halt?n. Beim Dessert daher brach»« er dai Gespräch geschickt auf daS Pistolenfchi«ß«n. wo-rin der Graf Meister war, und endlich schickte er nach seinen Pistolen, um einige Proben dn Geschicklichkeit abzulegen. - Die Pistolen tauen und der Graf, dem Hanvtmann auf die Schal- i 1885 ja 40 Tausend Personen. Bei einem solchen Verluste können die Polen schon weiter leben, unter sich entwickeln und siegreich mit dem ihm • feindlichen deutschen Element kämpfen. Ange-iichi- dessen fragen wir. ob ein Grund vorhan-den iit. zu verzwe sein." Weiter wird dann erwähnt, wie viele Tausende von Polen bereits nach Amerika ausgewandert seien, wie ungefähr SO.OGO sich von dem festen Kern losgerissen und überallhin des BrodermerbS wegen zerstreut hätten und gleichwohl Niemand daraus Anlaß genommen habe, an der Zukunft des polnischen Volkes zu verzweifeln." Unsere Slavenblätter, ob sie nun deutsch, oder slavisch geschrieben sind, mögen sich also immerhin tröste», denn „Polen ist »och nicht verloren!" Der polnische Oren-dvlviuk selbst ruft es ihnen zu. Italien. fB a u e r n u n r u h e n.j In Jta« lien dauert die Agrarbewegung fort. Gelingt fi den Regierungsorgancn mit vieler Mühe Ausschreitungen in einer Kegend zu unterdrü-den und eine leidliche Ordnung herzustellen, so kommt der langverhaltene Groll der ländlichen Bevölkerung über die trostlose Lage in einer wideren Gegend zu einen, elementaren Ausbruch. Besonders verbreitet sich die Agitation unier den Bauern und landwirtschaftlichen Taglöh-lern in Ober-Italien nach einer kurzen Ruhe-vause in bedenklicher Weife. Agitatoren durch-ziehen die Ortschaften, zum Widerstande gegen die Gutsbesitzer auffordernd. In dem in der Provinz Mailand liegenden Orte Mede wurde den Landleuten mittelst eines Manifestes anbe-soblen. zu streiken, widrigenfalls man ibnen die Ernte vernichten würde. Alle bis auf Einen kamen der Aufforderung nach, und als dieser fich am nächste» Morgen aus sein Feld begab, sand er dasselbe gänzlich verwüstet vor. Die Regierung ist sich der Gefahr der Lage wohl bewußt, allein es ist ihr trotz eingehender und gründlicher Untersuchungen und Berathungen lli» Fachmännern nicht gelungen, einen Weg ju: Besserung der unsagbar traurigen Zustände der ländlichen Bevölkerung aufzufinden. Im Tanzen geht Italien in der Agrarfrage ahn-liehen Zuständen entgegen, wie sie sich in Jr-land zeigen. — Dazu kommt noch, daß in der letzten Zeit auch die Cholera wieder häufiger aiismtt. waS zur Demoralisation des Volkes nicht wenig beiträgt. Der in Trivio, Provinz Caserla, Bezirk Formia, constatine Ausbruch der Cholera hat große Besorgnisse hervorge-rufen. Die Cholera wurde durch Arbeiter ei», geschleppt, aber diese Gefahr von dem mu telegraphisch seines Amtes entsetzten Syndicus ver» schwiegen. Mehrere Fälle sind tödtlich verlausen. Man hofft noch, durch Jsolirung einer Ausbreitung der Epidemie vorbeuge» zu können. — Wegen neuer Fälle von Cholera in Voltri, welche officiell als verdächtig bezeichnet werden. t«r klopfend, sprach zu demselben: „Wie wäre es. alter Freund, wenn Sie mir einmal die Areuzersemmel hier hielten, ich will sie Ihnen aus der Hand spießen!" Alle Officiere horch, ten gespannt auf und betrachteten schadenfroh lächelnd den Haupimann, der sich natürlich gegen diese Zumuthung sträubte. Als aber der Oberst in feiner Aufforderung dringender wurde, ergriff der Hauptmann ruhig die Kreuzerfeinniel, «ihm dieselbe zwischen Daumen und Zeigest»-ger und hielt dieselbe, ohne zu zittern. Der Schuß krachte — die Kugel war mitten durch die Semmel gegangen. Das Gelächter der Ca-uieraden verstummte, sie schämten sich, zu ge-ring von einem Ihresgleichen erdacht zu haben. Ruhig, als ob nichts vorgefallen wäre, trat der Haupimann an den Tisch, nahm die andere Mole in die Hand und sagte mit dem tceu-herzigsten Gesicht von der Welt, indem er das Echießwerkzeug betrachtete: „Schaun'S, Herr Graf. daS muß i halt sagen, das haben's sehr fchön g'macht — das möcht i halt auch amal pro-diren. Jetzt wenns wollen die Gnade hab'n, Halten's mir mal die Semmel, vielleicht treff i a." — ES war interessant, die Gesichter der Lfiicierc zu sehen, die eben noch so schadenfroh lachten. — der Spieß hatte sich gedreht, Ver-legenheit und Angst spiegelte sich in Aller Blick, am meisten — bestürzt war der Oberst selbst. „Deutsche Wacht." ergriff die dortige Präfectur die nöthigen Maß-regeln. '__ Kleine Gbronik. [Eine fron» m e D i e b i n.] Zwei Mädchen, die gleichzeitig krank im Spitale in Salz-bürg lagen und dasselbe Zimmer, theilten, lern-ten sich kenne» und schloffen Freundschaft. Als sie daS Spital verließen, klagte die Eine, Aer-mere. der Anderen ihre Noth, und da diese von einer Erbschaft noch einen Baarbetrag von 250 R. erübrigt hatte so war sie sofort bereit, ihre arme Collegin zu unterstützen Sie btwir-thete dieselbe, nahm sie Abends auch in daS Gasthaus mit, wo sie wohnte, und bot ihr fo ein Nachtquartier. Als sie aber Morgens er-wachte, war die Aermer^ verschwunden, mit ihr ober auch ein Betrag von 55 fl., den die-selbe sich widerrechtlich angeeignet hatte. Die Bestohlene erstattete sofort die Anzeige, und der Polizei gelang «S alsbald, der Diebin habhaft zu werden. Von dem gestohlenen Gelde fehlte nur Weniges. Nicht uninteressant ist eS, daß die Diebin sofort nach verüblem Diebftahle zu den Kapuzinern hinaufging und dort für zwei heilige Messen einen Betrag von 1 fl. 2t) kr. erlegte; offenbar wollte sie dadurch dem lieben Gott danken, daß ihr der Diebstahl gelungen. Das ist ein Seitenstück zu den neulich erzählten Fällen aus Oberösterreich und Tirol von zwei Gattenmörderinnen, von denen die eine, eine Bäuerin im Mühlviertel, mit ihrem Geliebten zuerst beichten und communiciren ging und beide auf dem Heimwege sich miteinander verabredeten, wie sie noch heute den Gatten der Bäuerin auf geradezu entsetzliche Weise ermorden könnten, während die andere Bäuerin aus Tirol ihren Man» während einer Wahlfahrt nach einem Marien-Gnadenbilde vergiftete. sE i u g r a u e n h a f t e r S e l b st m o r d.] Vor den Augen des eigenen Kindes hat sich vor einigen Tagen in Wien eine Frau auf gräß-liche Weise ihrem Leben ein Ende gemacht. Ueber diesen tragischen Schritt, den die Bedauerns-wertde wegen drückendster Noth gemacht hat, werden folgende Details bekannt. In dem Haufe Nr. 15 der Stadiongasse in Sechshaus wohnt seit längerer Zeit die ^6-jährige verwiitwete Miedermacherin AgneS Ofner, mit ihrem fünf-jährigen Kinde. Seit dem Tode ihres Mannes — eines braven Arbeiters — hatte die arme Frau, die sich mühsam durch Miedernähen er-nährte, mit Entbehrungen und Noth zu käm-psen. D«s wackere Weib arbeitete vom frühen Morgen bis in die späte Nacht, um die Aus-lagen für den kleinen Haushalt bestreiken zu können. Vor wenigen Monaten jedoch warf eine tückische Krankheit die voin Wachen und Arbei-ten ohnedies körperlich herabgekommene Frau auf das Krankenbett. Nun stieg die Noth aufs i „Aber Menschenkind, haben Sie denn schon jemals in Ihrem Leben Pistole geschossen?" fragte er verwirrt. — „Nein, mein Herr Oberst, i hab' halt mein Ledtag noch kein Pistol in der Hand g'habt. um so mehr würd's mich freuen, wenn i halt richtig treffen thät!" — Da half kein Reden, der Graf war gezwungen, um sich vor seinem Offizierscorps keine Blöße zu geben, dem Ansuchen des schüchternen Hauptmanns nach, zukommen. Was in seinem Herzen vorgieng. weiß Niemand; so viel ist gewiß, ruhig, ohne mit der Wimper zu zucken, hielt er demselben — die Semmel! Langsam nahm der Haupt-mann die Pistole in die Höhe, langsam zielte er — Allen stockt« der Athem, es war plötzlich so still im Saale, daß uian ein Haar hätte fallen hören können — da aus einmal setzte der Hauptmann ab. „Nein", sagte er harmlos lächelnd, „das wird doch halt nit geh'n, i hab' nit dran gedacht, ich könnt' ja möglicher Weife daneben schießen, d« könnt' ja e»n Malheur draus g'scheh'n. — I dank Ihnen halt viel-n>alS, Herr Oberst, aber i will'S lieber lass'n" und ruhig legte er die Pistole auf den Tisch und setzte sich still an seinen alten Platz. — Vierzehn Tage später war unser schüchterner Hauptmann Major in einem anderen Regiment, und sein strenger Oberst ist seitdem sein bester Freund geworden. 3 Höchste, und Frau Ofner mit ihrem Kinde mußte oft tagelang hungern. In solchen Momente» mag wohl der unglücklichen Frau der Gedanke an Selbstmord aufgestiegen sein, den sie auf grauenhaste Weise zur Ausführung brachte. Auf einem Nachtkästchen neben dem Bett stand näm> lich ein leeres Wasserglas, das AgneS Ofner zur Selbstmordwaffe ausersehe l hatte. Nachdem sie von ihrem Kinde Abschied genommen hatte, richtete sie sich im Bett aus, zerbrach das vor ihr stehende Wasserglas und riß sich'— buchstäblich genommen — mit den Scherben des GlafeS den Hals bis zur Wirbelsäule auf, so daß der Kehlkopf vollständig entzweigeschnitten wurde. Auf die herzzerreißenden Hülferufe des Kindes, das Augenzeuge des ganzen Dramas war. eilten Hausleute herzu, welche die Unglück-liche Wittwe, die gräßliche Schmerzen ausge-standen haben mußte, bereits als Leiche fanden. Alsbald nach dem Bekanntwerden der That fand sich in dem Haufe eine Commission ein. die den Thatbestand aufnahm und die Ueber-tragung der Leiche in das SechShaufer Spital anordnete. sGetäufchte Lie be] Patrick Murphy, ein vierschrötiger junger Irland«, so schreibt die „New Dorker SläalSztg.", sprach imHork-viller Polizeigerichl vor. um gegen eine junge Landsmännin Namens Annie Maloney. die im Murrey Hill Hotel als Stubenmädchen sungirt, einen Haftbefehl zu erwirken. „Pat" erzählte dem Richter Welde, daß Annie ihm versprochen habe, sie woll« ihn, wenn er ihr einen goldenen Ring zum Präsent mache, heiratheu. Er sei auf diese Bedingung, da er sie wirklich gern gehabt, mit Freuden eingegangen und habe ihr. als Pfand seiner ewigen Liebe, einen Neundollars-Ring auf den Goldfinger geschoben. Trotzdem aber wollte Annie weder ihr HeirathSversprechen hallen, noch daS ihr anvertraute Kleinod wie-der herausgeben, und deshalb sei er jetzt ge-kommen, um sie gerichtlich zu belangen. Der Richter gab ihm den wenig tröstlichen Rath, aus der gemachten Erfahrung eine Lehre für die Zukunft zu ziehen, die Weiber in Ruhe zu lassen und sich nach Hause zu trollen. sU e b e r l i st e t.s Ein in der Gegend von Hamburg berüchtigter Wucherer wollte eiuen Bauern pfänden lassen, doch fand der Gerichts-Vollzieher nur eine Kuh vor. die er dem Bauern als nothwendiges Inventar belassen mußte. Da trifft auf einem Wochenmarkte der Wucherer seinen Schuldner und bemi!leidet ihn ob seiner Nothlage. Als Beweis feiner Groß-muth schenkt er dem Bauern eine Ziege. Der Bauer eilt glücklich mit dem Geschenk zum Dorfe. Hier verbreitet sich schnell das Gerücht von der Besitzvermehrung und dem Namen des GeberS. Der Schulze, ein gar schlauer Mann, merkt jedoch die Absicht des Wucherers und gibt seinem Freunde den Ratd, die Ziege schleunigst zu schlachten, da sonst die Kuh für den Gerichtsvollzieher ein pfändbares Object sei. Gesagt — gethan. Am nächsten Morgen schon erscheint der Beamte, wohl unterrichtet, daß auf dem Hofe jetzt neben der Kuh eine melkbare Ziege vorhanden sei. Der Bauer aber lächelt und zeigt die Knochenreste der verspeisten Ziege. Der Wucherer wird nicht sonderlich er-freut gewesen sein. [E i n e ernste Meuterei] von Sträflingen fand an Bord des japanesischen Schiffes „Sugami Marn" statt, da« sich auf der Fahrt von Kode nach Dokohoma befand. Das Fahr-zeug hatte 20V Sträflinge an Bord, und eines Abends versuchten dieselben, sich des Schiffes zu bemächtigen, indem sie die Wachtposten angrif-fen und auf das Deck zu gelangen versuchten. Auch öffneten sie einen der Cargo-Behälter und schleuderten Holzstücke und Eisentheile gegen die Matrosen, welche die Luken zu schließen versuchten. Um die Meuterer einzuschüchtern, wurden Schüsse in die Luft abgefeuert, aber auch dies, sowie der in Thätigkeit gefetzte Wasserschlauch erwie-fen sich als wirkungslos, und endlich waren die Wachtposten gezwungen, unier die Sträflinge zu feuern, woraus sich Letztere zurückzogen, und es möglich wurde, die Lücken und Verbindungsstege zu schließen und zu verbarricabiren. DaS Schiff erreichte glücklich den Hafen, und dann zeigte 4 «S sich, daß zwei der Sträflinge erschossen und vier andere verwundet worden waren. Drei Mann der Wache hatten sich gleichfalls ernst-liche Verletzungen zugezogen. (Ein Hosen knöpf als Verräther.] Bei der Verhaftung der Hamburger Bankdiebe hat ei» Hosenknopf eine gar nicht unwichtige Rolle gespielt. Durch denselben wurde nämlich die Pariser Firma ermittelt, bei der sich die Diebe ihre Kleider machen zu lassen pflegten; zwar konnte der Besitzer natürlich nicht angeben, wem er jenen Knops geliefert; aber unter den ihm vorgelegten Photographien erkannte er einen seiner Kunden, der sogar erst vor Kurzem einen Anzug bestellt hatte, und dieser Kunde wurde arretirt und entpuppte sich wirklich als der gesuchte Dieb. Ohne diesen Knopf wäre die Polizei vielleicht nicht so rasch darauf verfallen, daß die Verbrecher ihren Wohnsitz in Paris genommen hattm. Man scheint übrigens mit den Verhafteten einen sehr wichtigen Fang ge-macht zu haben. Jahrelang schon haben diese Herren, nachdem sie in Amerika beträchtliche Freiheitsstrafen überstanden, Europa unsicher gemacht. Außer den Bankviebstählen in Kopen-Hagen und Hamburg sind sie auch beträchtlicher Gelbdiebstähle in Frankreich, sowie einiger Bankdiebstahle in der Schweiz dringend ver-dächrig. Sie werden demnächst an Deutschland ausgeliefert werben. sDas Pferdebah n>E l e n d] scheint überall gleub zu sein. In der Assembly Hall in London fand am Donnerstag Abend eine Versammlung statt, in welcher gegen die lang n Arbeitsstunden der Pferdebahn-Angestellten pro-testirt wurde, von denen die meisten 15 bis 16 Slun-den arbeiten, Alltags wie Sonntags, und obendrein bei dem geringsten Verstoß gegen oft ganz absurde oder sehr harte Vorschriften hohe Geld-büßen zahlen müssen. In Wien sind die Zu-stände ganz ähnliche. [15.000 Menschen ertrunken!] Wie wir den „Hiogo Newi." vom 9. Juli entnehmen, hat in Osaga Fu (Japan) Ende Juni eine furchtbare Ueberschwemmung infolge ununler-brochener Regengüsse stattgefunden, wobei fünf-zehntausend Menschen ertrunken sein sollen und ein Schaden von mehr als zehn Millionen Dollars verursacht worden ist. Dreizehn Dörfer nord-östlich der Stadt sind vollständig verschwunden. In eineui weiterliegenden Dorse steht von 500 Häusern nur ein einziges HauS. Die armen Leute flüchteten aus die Bäume und befanden sich dort in Gesellichast großer Schlangen und Kröien. Auch die Fremden mußten ihr Quartier, die sogenannte Concession, verlassen und er-hielten allen nur nöthigen Beistand seitens der japanesijchen Behörden. Ueberhaupt zeigten sich bei dem größlichen Unglück die Mildthätigkeit und Freundlichkeit der Japanesen gegen einan-der im schönsten Lichte. sKamps m i t W i l d d i e b e n.] Am 20. August. Nachis um 12 Uhr, sah Förster Po-korny im Kaiserbrunnen im Schwarzathale drei mit anscheinend schweren Waidsäcken bepackte Männer aus dem Walde aus die Straße tre-ten und sich vorsichtig nach allen Seiten um-sehen. In den Schatten des in der Nähe be-findlichen, dem kaiserlichen Jäger Payerl ge-hörigen Hauses tretend, ließ Förster Pokorny die Männer näher herankommen und rief ihnen zu, stehen zu bleiben. Als dieselben seine Stimme vernahmen, warfen alle Drei lie Waidfäcke ab und liefen davon. Unbekümmert um die abgeworfenen Säcke setzte ihnen Pokorny nach und holte sie auch bald ein. Indem er eine» bei der Schulter saßte und festhielt, erkannte er in denselben einen in den Eisenwerken zu Hirsch-wang beschädigten Arbeiter. Ein zweiter von den drei Männern brachte, als er sah, daß sein Genosse sich in des Försters kräftigen Händen befinde das Gewehr gegen Pokorny in Einschlag und schrie ihm zu: „Loßlassen oder ich schieß'!" Auf dieses hin schob Pokorny schnell sei-nenGesangenenvordieMündung.desausihngerich-leten Gewehres. Auf ein« zweite Aufforderung des Gefangenen, loszulassen schob Pokorny densel-den beiseite und stürzte sich alsbald auf den Mann, der ihn mit dem Gewehre bedrohte. Er nahm demselben daS Waidmesser und wollte ,,5e«tsch« 38«4t."_ ihm auch daS Gewehr entreißen; doch ehe et dies ausführen konnte, führte der Wilddieb einen Schlag mit dem Gewehrkolben nach des Försters Kopf. Trotzdem verlor dieser die GeisteSgegen-wart nicht, griff ichnell nach dem Gewehre und entwand eS auch den Händen seines Gegners, worauf er mit der Schußwaffe zur Wohnung des kaiserlichen Jägers Payerl lies, um diesen zu avisiren. Während dieser Zeit suchten zwar die Wilddiebe mit den wieder ausgenommenen Waidsäcken das Weite, am folgenden Ta;e wurde der von Pokorny Erkannte nebst zwei anderen Individuen in Hirschwang verhaftet. (Glück i m Unglück] Der Berliner Polizeibericht meldete dieser Tage, d ß ein Ar-beiter Funke von dem Geländer, der in der Prenz» lauer Allee liegenden Eisenbahnbrücke auf einen unten durchfahrenden Zug und von diesem zwischen die Schienen gefallen und am Kopf und an einem Bein verletzt worden sei. Wie der „Nat.-Ztg." mitgetheilt wird, ist der Fall ein überaus merkwürdiger. Funke ritt im angetrun-kenen Zustande auf dem Geländer der Brücke, als unter derselben ein Eisenbahnzug des Nord-rings in der Richtung nach Weisensee die Brücke pafsirte. In demselben Augenblicke verlor Funke daS Gleichgewicht und stürtzte hinab. Zuerst fiel er auf das Verdeck eines Waggons urd dann kollerte er in den Zwifchenranm zwischen die-sem und dem folgenden Wagen und blieb als-dann auf dem Geleise liegen, so daß der übrige Theil des ZugeS über ihn hinwegbrauste. Daß er durch die Puffer und daS Koppelgestänge der beiden Wagen hindurchfallen konnte, ohne über-fuhren oder geschleift zu werden, darin besteht das Merkwürdige. Die Zuschauer waren daher auch ganz erstaunt, als Funke sich wieder er-hob nnd einem Schutzmann zum HedwigS-Kran-kenhaus folgen konnte. (Fröhliches Wiedersehen.] Ein Hamburger Schuhma l er, der mehr Zeit in als außer dem Gefängniß zuzubringen pflegt, und zwar stets wegen BrntalitälS-Vergehe». kehrte unlängst Nachmittag wieder von einer n?un-monatlichen Session zurück. Obgleich die stets >n Mitleidenschaft gezogene Frau eigentlich keine Veranlassung hatte, sich über die Rückkehr zu sreuen. war sie doch auf dm Bahnhof und nahm ihren Mann herzlich in Empfang. DieSache gieng recht gut bis nach der „Kleinen Freiheit." Beim Erblicken feines StammkellerS forderte der Heimgekehrte ungestüm das Portemonnaie von der Frau, und als sich diese in Voraussicht stürmischer Scenen dessen weigerte, siel der rohe Mensch über sie her und trat die arme Frau mit den Füßen, bis sich Passanten ins Mittel legten und den nnverd-sserlichen aufs Neue hin-ter Schloß und Riegel schafften. Es >st dies das dritte Mal, daß der Verhaftete auf der Reise vom Gefängniß in die Heimath seine Wohnung nicht betreten hat. sHoch ste Loyalität.] Als Carl II. von England »ach der verlorenen Schlacht von Worcester floh, kam er auch in die kleine Stadt Bradmish (Devonfhire), die ihn höchst loyal aufnahm. Als Carl neun Jahre später zurück-kehrte, bat die Stadt um seinen abermaligen Besuch, den Carl aber ablehnen mußte, dafür aber Rochester, seine rechte Hand, sandte. Diesem kam die Mission sehr ungelegen, und um den Bürgermeister, bei welchem er einen neuen, sehr theuren Kastorhut bemerkt hatte, zu ärgern, brachte er bei Tafel folgenden Toast aus: Je-der, der heute feinen Hut auf das Wohl des Königs geschwenkt, werfe ihn jetzt ins Kamin-seuer!" Ruhig und ohne Besinnen geschah dies allerseits; auch der theure^ Kastor des Bürger-meisterS wurde von den Flamen verzehrt. Der Bürgermeister, der an diesem Tage an Zahn« schmerzen litt, erhob sich bald darauf und sprach: Wenn wir vorhin durch unfer gemein-sameS Hutopfer symbolisch andeuteten, daß wir unser Gut für unsern König gern opfern, so laßt uns jetzt beweisen, daß wir auch mit Fleisch und Blut für ihn einstehen und jeden Schmerz für ihn erdulden. Zu diesem Zwecke schlage ich vor, daß jeder von uns, bevor er seinen Becher leert, sich einen Zahn ziehen läßt!" Und so geschah eS. ..Wie fandest Du unsere braven Bür-ger von Bradmish?" fragte Carl den zurückge» 1885 kehrten Rochester. „Sire. ihre Loyalität ivar überwältigend! Wenn ich noch länger bei ihnen geblieben wäre, hätte ich keinen Zahn im Munde behalten!" sD i e SchnapSflafche als B er» s ö h n e r i n.] Bei Steinwärder ihre Schiff, neben einander herschiebend, geriethen neulich zwei Elbeschiffer in heftige Differenzen, die erst mit Worten, dann aber mit dem SchiffShack-n ausgekochten wurden. Beide führten einen wackt-ren Hieb, so daß bald hüben wie drüben floß und die, sich geltend n achende Erschöpfung die Einstellung der Feindseligkeiten sür einen Augenblick nöthig machte. Die Paus« ber.untt der eine der Kämpfer, um sich durch einen kräs-tigen Schluck aus feiner Flasche zu stärken, 6»t-müthig. wie er war, bot er dann aber auch dem Gegner die Flasche, die mit Tank ange» nommen wurde und, um ein gut Theil chtrt Inhalts entleert, in die Hände ihres Besitzers zurückwanderte. Der gemeinsame Trunk aus d« selben Flasche gestattete aber keine Fortsetzung des Kampfes; man wusch sich daher die Hänvt. nnd friedlich, als sei nichts vorgefallen, icho-den Beide wieder ihre Schiffe neben etnan* der her. (Untrüglich.] Studiosus: „Tu mit. lieber Papa, ich habe in den letzte» Wocht» lüdcrlich gelebt? Glaube nur, der Schein trügt!" — „Möglich. Aber der Hundertmark-schein, den Tu innerhalb vierzehn Tagen ver-putzt hast, der trügt nicht !"_ Deutscher Schutverein (Die TageS-Ordnung der V. ordentlichen Hauptversammlung,] welche am Sonntag, den 27. September 18H3, Vormittag im Stadt-Theater zu Teplitz abqe-halten wird, ist Folgende: 1. Erstattung bii Rechenschaftsberichtes über die Vereinsthätigk-ii während des V. VercinSjahres 1884. 2. V«-richterstattung des AufsichtsratheS. 3. Er^s-zungSwahl für die VereinS.eitung; dann lUr» wähl des Aussichtsrath S und deS Schiedsze-richtes. 4. Berichterstattung und Beschlußfassung über die rechtzeitig (d. i. bis längstens 1. Mail angemeldeten Anträge der Ortsgruppen. — Die Fest- Ordnung enthalt folgend« Punkte: I. Samstag, den 26. September 1 a) Gemeinschaftlicher Ausflug auf den Schloß-berg unter Musikbegleitung. Versammlung der Teilnehmer um '/,3 Uhr aus dem Schulploitt. b) Abends 7 Uhr: Festvorstellung im StaSI-Theater, c) Abends 9 Uhr: Begrüßung. Abend im Cursalon. II. Sonnlag. den 27. Sex-tember 1885: a) Gemeinschastliches Frühstück im Curgarten. Musik von 8—9 Uhr. b) Genau 9'/, Uhr Vormittags: Ordentliche Hauptvcr-fammlung im Stadttheater, c) Nachmittag* 4—6 Uhr : Promenadeconcert im Schloßgarteil, ck) Abends 7 Uhr Festvorstellung im Stobt Theater, e) Abends 8 Uhr: Ftstcommerl im Cursalon, veranstaltet von der Stadt Teplis. III. Montag, den 28. September 1885: >?e. meinschaftlicher Ausflug nach Doppelburg und Eichwald. Um 9 Uhr : Versammlung der Theil-nehmer auf dem Schulplatze und Abmarch nach Doppelburg (Gabelfrühstück), dann Wald-weg nach Eichwald (MittagSrast und Concert*. Der Rückmarsch von Eichwald findet rechtzeitig statt, damit die von Töplitz abgeheilten Abend-züge noch zur Heimreise benutzt werden können. (Die OrtsgruppeGonob i tzj ua& Umgebung des deutschen Schuloereines hält am 13. d. M. um 3 Uhr Nachmittags im Ölt-Hofe zum Hirfchen ein, Vollverfammlung ab. welche folgende Tagesordnung hat: 1. Amcht des Vorstande» über das Vereinsjahr 1884. 2. Wahl des Vereinsausschusses. 3. Anfällige Anträge.______ ? Locases und Arovinciates. Cilli, 9. .September. (Spende.] Anläßlich des Hinscheidet deS Herrn Daniel Rakusch haben dessen Hinter-bliebene dem Stadtantte 100 Gulden zur sozlei-chen Vertheilung an die Armen der SlM übergeben. ^Evangelischer GotteSdienft.^ Am «onntag, den 13. September wird in der 1885 bissigen evangelischen Kirche der regelmäßige Gottesdienst abgehalten. >M i l i t ä r k r a w a l l.] Kaum sind die Klagen über die Lockerung der Disciplin, auf »rlche die jüngsten nordböhmischen Militärkra-«alle schließen lassen, verstummt, und schon «eignen sich neuerdings Scenen, die zu ganz ähnliche» Betrachtungen Anlaß geben. Unser »rundliches Städtchen war am Sonntag Abend der Schauplatz von Ereignissen, die die bethei-lißtcn Militärkreise nicht im günstigsten Lichte «rscheincn lassen. Wir entnehmen den bisher «„machten Aussagen von Augenzeugen folgen» te»: Ein Korporal, ein Gefreiter und ein >ianierist des hiesigen Infanterieregimente« Kr. 87 befcnden sich am Abende des genau«, ten Tages im Schanklokale des Löwen. Als z»«j Wachmänner eintraten, um die Unterhaltung, die überaus lärmend geführt wurde zu Mcrsagen, begannen die Soldaten, die sich bisher ruhig verhalten hatten, ostentativ zu schreien und mit den Gläsern aus den Tisch zu schlagen. Durch einen Kameraden verstärkt, iliun sie dann ihren Lärm auf der Straße feit und zogen unter wüstem Geschrei und Ge-Mle vor die Kaserne. Dort.»»gelangt, forderte sw der Jnspectionsführer zur Ruhe auf. Der Korporal aber, anstatt der Aufforderung feinks militärischen Vorgesetzten Folge zu leisten, warf dem Führer Ueberschwung und Bajonett vor die Fuße und rief, sie hätten nichts gestohlen und fuhr noch heftiger fort zu lärmen, als bisher. Mittlerweile halte sich, durch den Lärm ange-leckt, eine größere Menge Neugieriger des Civil-stände« vor der Kaserne angesammelt, als in :>tr Kaserne plötzlich das Lärmsig.nal ertönte. iSkich darauf wurde das K.'.sernenthor geöffnet, iuit> zwanzig bis dreißig Soldaten stürmten mit iwsgtpflanzlem Bajonett unter Hurrahgeichrei tut die fliehende Menge ein. Die Sicherheit-»llche war ebensowenig wie der Jnspections-subw im Stande die Verfolgung der Cir/ilper-tonen zu verhindern. Vor der Kaserne hatten nch die Soldaten getheilt und versolgten die Ei» lpersonen einerseits bis in die Herrengasse, andererseits bis in die Postgasse. Der Schuh-»achergeHilfe Josef Juch. welcher mit einigen Kollegen eben vor die Thür deS Gasthauses „scharfen Eck" trat um nach der Ursache des Lärmes zu sehen, wurde plötzlich von zwei da-ljersturmenden Soldaten angegriffen, von denen ldm der eine mit dem Gewehrkolben auf den tops schlug, während ihm der andere einen Bajo-»tltstich in den Rücken versetzte. Der Verwuudete liegt hoffnungslos darnieder. Frau Plevtschak, die Wirthin vorn scharfen Eck war ebensalls herbeige-«It um weiteres Blutvergießen zu hindern. ?.uch nach ihr stieß der Soldat mit dem Bujo» mtte. Die lederne Geldtasche allein, welche sie an der Seite trug, schützte sie vor Verwundung. !a» Bajonett drang durch die Tasche und nur dadurch wurde - der Stoß abgelenkt. In der Postqasse drangen andere Soldaten bis in die Hillser ein, wohin sie die fliehenden Civilper-tone» verfolgten. Der KausmannSsohn Hummer erhielt bei dein Anstürme einen Ko benschlag aus den Ztops. Erst allmUig legte sich die Wuth der Soldaten, die durchwegs Slovenen aus dem diesigen Ergänzungsbezirk« sind, und einzeln ddrtcn die Helden nach einem über eine wehr-lose Menge erfochtenen Siege in die Kaserne zurück. Eilli's deutsche Bürgerschaft aber frägt sich angesichts dieser Ereignisse, ob denn ein derartiges Vorgehen von Seiten der Soldaten uildedingt nöthig war. denn ein Grund zu die-i-m bewaffneten Ausfalle war in keiner Weise gegeben. ^ZurStadtverschönerung.] Zwi-schin dem ehemals Lubej'schen Hause und dem Liiisahrtsthore des StaatsgqmnasiumS in der Eanngaffe ist bekanntlich ein Latienzauu ge» zogen. Run wurde ant entgegengesetzten Ende «» zweiter Zaun errichtet, und in dem dadurch gewonnem Raume tummeln sich mehrere Schweine munter herum, die den Erdboden auswühlen im» auch für Anregung der GeruchSnerven der Vorüberwandelnden bestens Sorge tragen. Wir «lauben in sanitärer Beziehung aus diesen Uebelstand aufmerksam machen zu müssen; die Rahe deS Gymnasiums scheint uns doppelt „Ke«tjche Macht." ungeeignet zu Anlegung derartiger Miasmen-Herde. sTrabwettfahren.] Vorgestern sand in Zween bei Luttenberg ein Trabwettsahren statt. — sSchnbbewegung. ] Im Monate August sind vom Stadtamte Cilli 42 Schüb» linge an ihre Bestimmungsorte expedirt worden. Die Zahl der beim genannten Stadtamte ge-fällten Verschiebungs-Erkenntnisse betrug 23. In das Arbeitshaus Lankovitz sind 3 Individuen abgeliefert worden, u. zw. ein Individuum aus dem Sprengel der hiesigen k. k. Bezirks-Hauptmannschaft, eines aus dem Sprengel der k. k. Bezirkshauptmannsch-.ft W.-Graz und eines aus der Bezirkshauptmannschaft Pettau. fA u s Bosheit] legten neulich die Halterbuben Engelbert Garitschan. Mathias Sternacd, Alois Rosborscheg un*) Franz Jan-schek mehrere drei Meter lange Prügel aus das Geleise der Süd bahn zwischen Pragerhof und KranichSfeld. Zum Glück bemerkte der Maschin-führer des nächsten Zuges das Hinderniß, welches er entfernen ließ. Die Bahnfrevler wurden der Gendarmerie übergebe». sErd rückt] Von des Tages Arbeit er-müdel nahm die ledige Dienstmagd Josesa Ogrisek ihr zwei Monate alles Mädchen zu sich in's Bett. Als sie erwachte, war das Kind eine Leiche; sie hatte es im Schlafe erdrückt. sP lötzlicher Tod.] Ani 5. d. M. ist die Grundbesitzer!» FranziSka Vellei auf dem Schloß'ierg plötzlich gestorben. Da die Todes-Ursache nicht eruirt werden konnte, wurde die gerichtSärztliche Obduction der Leiche angeord-net, die in der Todlenkammer Umgebung Cilli vorgenommen wird. Eines gleich plötzlichen Todes starb am selben Tage die FabrikS-arbeiterin Gertraud Mastnak in Niederdotf bei Pragwald im Sannthale. Sie wurde nach sechs Uhr Morgens im Aborte todt ausgesunden. Auch in diesem Falle ist die Todesursache noch nicht bekannt. sE i n b r u ch.] In der Nacht vom zweiten auf den dritte» wurde beim Grundbesitzer Joses Werglas in Velkajama eingebrochen und nebst zahlreichen, minder werthvollen Effecten ein Sparkassabüchel entwendet, welches auf 300 fl. lautet. Der Genannte verlor damit die Frucht jahrelanger Sparsamkeit. sR a u d.] Am 6. d. M. wurde die Ziegel-schlügergottin Theresia Wolssberger aus der Floriane? Bezirksstraße von einem Manne an-gefallen und ihrer ganze» Baarschaft im Beirage von einem Silbergulden beraubt. Sie hält den Strolch für einen Zigeuner. [R o h h e i t.] Der Grundbesitzer Josef Kruschitz ertappte neulich die zwei kaum zehn-jährigen Burschen Johann und Franz Otschisch-nik, als diese eben ein wenig GraS von seiner Wiese abrissen. Er band den beiden Knaben die Hände mit Riemen aus den Rücken und trieb sie so unter häufigem Schlagen mit einem dicken Stocke bis zu seiner Behausung. Dort ließ er die Knaben von zwei bis acht Uhr ge-bunden liegen, sti.'ß sie im Vorbeigehen wieder-holt mit Füßen und nahm ihnen, ehe er sie nach Hause entließ, die Hüte weg. Beide Kna-ben bluteten aus Mund und Ohren als sie im Hause ihrer Eltern anlangten. sV o n der Alm] dti Tunach sind dem Hirten zwei neun Centner schwere Ochsen ent-führt worden. Als besonderes Kennzeichen tra-gen die Entführten auf dem rechten Hörne die Buchstaben I. E. eingebrannt. Sie werden steck-brieflich verfolgt. ___ Literarisches. IJllustrirteJagdzeitun g.]X!I. I. Nr. 23, herausgegeben vom Königl. Oberförster Nitzsche, Verlag von G. Strubig in Königs-berg und Leipzig, enthält folgende Artikel: Apho-rismen über den Schweißhund ll. Vom Ober-förfter Gerstner. — Der groß^ Fischfang im Ocean. Von G. Cogho. (Fortsetzung). Mein erster Elch. Von Paul von Rückrnann. — Die kgl. preußischen Austernbänke an der Schleswig'-schen Westküste. (Schluß). Mancherlei. — Illustrationen : Flammingos. — Anstand auf Dachs. Inserate. Die Jllustrirte Jagdzeitung erscheint 5 am 1. und 15. d. M. und lostet bei den Postanstal ten vierteljährig M. 1.50. bei den Buchhand-lungen und von Königsberg direct halbjährlich M. 3.— Der neue Jahrgang beginnt am l. Oc-tober und soll wesentlich reichhaltiger zu dem-selben Preise geliefert werden. Bestellungen sind schon jetzt erbeten. WotkswirtWafttiches. [Parteitag der niederöster-r eichiicyen Landwirthe.] Im Laufe dieses Monats wird in Wien ein allgemeiner Parteitag der niederösterreichifchen Bauern ab-gehalten werden, zu dessen Einberufung der Bauernbund „Mittelstraße" die Anregung ge-geben hat und sehr umsassende Vorbereitungen trifft. Zu diesem Parteitage sollen alle Land-tags- und ReichSraths-Avgeordnete» aus dem Kronland Niederosterreich ge laden werden. Die Tagesordnung ist bereits festgestellt und enthält nrbst einem Berichle über die letzten Reichsrathswahlen und Anträgen auf Aenderung der Wahlordnung, Referate über Aufhebung der VerzehrungSsteuer für die geschlossenen Städt-, Herabsetzung des Zinsfusies. Abände-rung ver Salzsteuer :c. Besonderes Gewicht wird seitens der Einberufer auf die Erlangung weitgehender Maßnahmen zum Schutze des Weinbaues gelegt. Eine Resolution, welche der Beschlußfassung des Parteitages unterbreitet wird, betrifft das Creditwesen und lautet: Der Herr Finanzminister sei durch eine Deputation zu ersuchen: 1) zu sorgen, daß der Zinsfuß bei Staatsschulden sowie für den Privaicredit aus das niedrigste Maß herabgesetzt, insdeson-dere billiges Geld für hypothekarisch sicher-gestellte Schulden geschaffen werde; 2) billigste Einlösung der Grundbuchschulden durch den Staat zu veranlassen; 3) einen den Culturkosten entsprechenden Preis der Bodenprotucle gesetzlich festzustellen. sHopfen-Marktbericht.] Nürnberg, den 5. September 1885. Während sich der Ge-schästsgang des gestrigen Marktes als ein ve-deutend ruhiger erwies, so kann man heute die Geschäftslage nur als eine in jeder Weise schlep-pende betrachten. Da sehr wenig Animo herrschte, so wurde auch zu sehr gedrückien Preisen getauft, weßhald wir auch einen Preis-rückgang von M. 5—8 zu verzeichne» haben. — Die Zufuhren, meist Landhopsen, betrugen ca. 500 Ballen, der Umsatz belief sich auf 5—000 Ballen. Es notiren: Markthopfeu M. 40—50 — Aischgründer M. 50—55 — Hal-lertauer M 50—60 — Badische M. 52—05 und Würternberger M. 5t)—60. gourle der Wiener Körte vom 9. September 1885. Goldrente...........109.65 Einheitliche Staatsschuld in Noren . 82.95 „ „ in Silber . 83.40 Märzrente 5°/.........99.90 Bankactien...........869.— Creditactien.......... 287.40 London . . wista........124.35 Napoleond'or.......... 9.91 k. k. Münzducaten........ 5.87 100 Reichsmark.........61.25 Eingesendet. u\rm£ miml lieber teiä! fei- raä Erfimlmsieirärt, erprobt bei Husten, Halskrankheiten, l/lagen- und Blasenkatarrh. HcinriHi Maltoni. Karlsbad illttiWien, j L_____/ .Deutsche Wacht löt>5 Das ¥ersölinün£soDser ans Golpttia wird von der Gesellschaft altbayerischer Passionsspiele (30 Personen) am 1'rfllRK. Namma( und Sonnt««; im grossen Saale des (Silier Casinos aufge fahrt. Beginn jeder Vorstellung halb 8 Uhr. Nähere« die Programme. #12-1 Einladung:* zu dem am 12.. IS., H. d. M. von der Kneipleitnng der Cilli er freiwilligen Feuerwehr arrangirten Bestke£elschieben im Gasthause „zum Mohren". Das Bettkegelschieben beginnt Samstag 10 Uhr Vorn. Preise: L Preis für die meisten Kegel vom Eck in 3 ScöQtieri 3k.k, slneaten n. in. IV. v. VI. 2. 3. 2 „ „ „ 5 SiMplden für die meisten Locber in einen Sctidtzen 5 Siltierplißü str die wenigsten Kegel vom Eck in 3 ScbDb. 5 Silberplden für die meisten Kegel t. Eck in einen SeiiQtz. 5 Silbertnlden Der Schatze besteht in 6 Schaben, kostet 20 kr. und können 3 Schützen von jeden Scheiber hintereinander gemacht werden. — Nähere Auskauft« sind aus der Scheiberordnung bei dem Comite zu ersehen. Sonntag Nachmittag von 2 Uhr an concertirt die Cillier Musikvereins-Capelle unter persönlicher Leitung des Herrn Capellmeistera Georg Maler. Das Reinerträgniss ist dem Kneipsäckel gewidmet /um zahlreichen Besuch ludet ein 641-2 DU* C'Ollllt«'. » Hafnerei Cilli rmptiehlt sein Lager von Schwedischen-, Postament-, Kachel- und Zellenftfen. Verklridungskaebeln, Bauver-zieruiigen und Ocfen nach verschiedenen Zeichnungen werden prompt ausgeführt. 6-10—4 Zu verkaufen Ein tragbarer Sparherd, ein bequeme« Schreibpult alter Fafon, ein Schubladkasten mit 4 Laden, ein hartes Kinderbett mit Netz, gut erhalten, alles politirt. Zu erfragen bei Fr. Castelliz in TBffer. 638-1 Aleppo- Copier-, & Schreibtinte. Das Beste aller bisherigen Tinten ist unstreitig die Aleppo-Tinte der Fabrik G0NTHERWA6BER Wien & Hannover. Tvs i Dieselbe Hiesst &■—' dunkelblau ans der ^ - - Feder und wird in- tensiv schwarz, greift die Feder nicht an. verschimmelt nicht und bildet auch keinen Bodensatz. Dieselbe ist in Flaschen a 8,10, 12, 15, 25. 45 und 80 kr. Aleppo-Copisrtinte a 15, 30, 60 kr., I fl. zn haben bei JOHANN BAKOSGH. Papierhandlung in Cilli, Herrengasse Nr. 6. "ÄS Fabriken in Hannover „THE tiRKSHA'l" Lebens-Versicherungs-Gesellschaft in London Filiale für Oesterreich, Wien, Giselastra&se I, im Hanse der Gesellschaft. Heolieusohal't«- Bericht *«m I. Juli 1*82 bis Ind. SO. Juni 1883. Activa....................................fr. 83,750.0!« . :6.'i02.3#W» . 139.950.0« IO-— , 65.726.17» — Jahreseinkommen aus Prämien und Zinsen Auszahlungen fflr Versicherungs- und Rentenverträge, Rückkäufe etc. seit 1848 . . , In der letalen zwOlsnnmaUkhen Gesebäftsperiode und bei der Gesellschaft für . . . neue Anträge eingereicht, wodu-ch der Gesammtbetrag der in den letzten 29 Jahren eingereichten Anträge sich auf mehr als............«... stellt Vom I. Juli «w«a bis Inrl. 30. Juni 1**4. .1.260,777-854-55 fr. 37,1*4.420--17,134.226-05 , 119.«00.Mi-63.P92.275-— .1.324,770 12^5'. Acti» a ....... . . ......................... i Jahreseinkommen aus Prämien uisi Zinsen . . ............... Auszahlung« n für Versicherungs- und Rentenverträge Rückkäufe ctc. seit 1848 . . In der letzten swülsmonntlichen .Geschäftsperiode wurden bei der Gesellschaft fgr . neue Anträge eingereicht, wodurch der Gesammtbetrag der seit Besteben da- Gesellschaft eingereichten Anträge sich auf................. stellt. Die Gesellschaft übernimmt zu festen Prämien-Versicherungen auf den Todesfall mit 80 Peremt Gewinnantheil oder nch ohne Antheil am Gewinn, ferner gemischtes und auf verbunden - Leiten,- sehln-v Renten- und Ausstattung»-Verträge ab; gewährt nach dreijährigem Bestehen der Polizon den Rikkkünf für Polizen auf Todesfall oder gemischt., welche hiezu berechtigt sind, oder stellt lur Polueu auf Todesfall nach dreijährigem and für Aussteuer-Versicherungen nach fünfjährigem Bestehen reduzirte Poliien aus, für welche dann keine weiteren Zahlungen zn leisten sind. Prospecte und alle weiteren Aufschlüsse »erden ertheilt durch die Herren Agenten und von da GciierHl-Aueiiten lllr Krnln und SfldMtcinruiai-k, Valentin Zeshko, 47—12 Triester-Straase^Nr. 3 in Laibach. » und von i-iiil __I Hoptcu-Comuiissions-GescliUsi. Ca,xl Wolf; I Wien, Saaz. II. Franzensbrtickenstrasse 3, Eihmsn, empfiehlt sich zum commissioneilen Ein- und Verkauf aller Sorten Hopfen zu Cw Gen coulantKsten Bedingungen. 555—10 NI _udapester A ^USSTELLUNGS- alll 4000 Treffer IjOSU allen Verwaltung Budapest. Los« Andrässy-ut 43 1885 ..Pevtsche Wacht." 7 Sicherer Verdienst! Ohne Capital and Risico Unn Jrdrrnmiin bei uns. durch den Verkauf :: fmlrrrrIcliinrlt-tius«rlHrheii NtnnU-U'i Pr»mlrn>li*H«>it gegen Ratenzahlungen laut Ges -Art XXXI v. J. 1883, = monatlicb 100-300 Galflen verdienen. = Offerte mit Angab« der gegenwärtigen Beschästi-|(i»g sind zu richten an die Hauptstädt.Wechselstuben-Gesellsch. ADLKH äe Cle.. BI'tAFIffi ^ SCHNELL-GOLD, | »»mit Jedermann Bilder- nnd Spiegelrah men, Hol», ; Skt, Porzellan et«, sofort selbst auf? prachtvollste lffgoliiflli kann. Preis fl. I — per Nachnahme oder mrheriger Einsendung bei Leopold Epstein in Brünn. Technikum Mittweida in Sachsen, die älteste und deshalb besuchteste der-; «rtuje Fachschule beginnt Mitte October den Winter-K?-. Sie zerfällt ») in eine Muschinenintcenieur-^clinle. zur Ausbildung von Ingenieuren und honstruk-tmicn lür Maschinen- «nd Mühlen bau, von künftigen Fabrikanten aller Branchen, zn deren Betrieb maschinen-•«hniwhe Kenntnisse nötig sind; b) in eine Werkmeister-Schule. znr Ausbildung von Werkmeistern, irichiifrn. Monteuren für Machinen- und Mählenbau, towie von künftigen Besitzern kleiner mechanischer Werkstätten. kleiner Mühlen, Bauachlossereien u. s. w. I'if- jährliche Frequenz beträgt über 400 Schüler ans ! rilro Weltteilen. Programme erhält man jederzeit gratis durch Direktor K. Wfilzfl in Mittweida in tlicWii. 611—ö lupfen-, Comissiiis- nnd Spedilions-Gescliäft u Iromiirkt, Nürnberg, tn IrtteiurU empfiehlt sich zum Verkauf und Einkauf von Hopfen Mwlc xur EiUicilimg von schriftlichen und telegrapüisciien Marktberichten. Nffr/iAfiHrfifff. rffttf Geschäfts- Loyalitäten: Hauptlager am Hopsenmarkt Z. 5912. Ei>icl. Vom f. k. Bezirksgericht in Wind-Feistritz rouS kundgemacht: Es sei die freiwillige lijitationsweife Veräußerung der dem m,. Anton Wretzl gehörigen Weine vom Jahre 1S34 in Gebunden von 20 Halbstartin be« williget, und zur Vornahme die Tagsatzung in SItdt und Sludeniy am 19. September l. I. Dann. II Uhr mit dem Beisatze angeordnet, daß die Weine nur um oder über den Schätzungs-werth gegen gleich bare Bezahlung an den Meistbietenden hintangegeben werden. Wind.-Feistriy am 27. August 1885. Der k. k. Bezirksrichter. JACOB HELLER Bttati SAAZ, Mit» 602-10 fun'üebH »eine bewährten Dienste znm conimissions-weisen Ein- und Verkauf aller Sorten in- und auslandischen Hopfens Schwefelei und Paekloealitäten stehen in meinem eigenen Haus« zur Verfügung. Innigster Dank. Mein Eheweib Maria II a a « litt schon mehrere Jahre an Masrenkrärapfen derart, dass s ^ fast nicht* mehr essen konnte und grosse Schmerzen erleiden musste, auch durch fortwährend <*8 Erbrechen so von Kräften kam, dass sie bett legerig wurde. — Da so viele angewendeten Mit tel nichts geholfen hatten, gebrauchte sie zuletzt das Breslauer Universum und dieses bewirkte schon beim Gebrauch des ersten Fläschcbens, dass die MagenkTümpfe ganz aufhörten und beim zweiten Flischchen, dass sie ohne Beschwerde Alles essen konnte und die verlorenen Kräfte zurückkehrten. Ich danke daher Gott dem Allmächtigen, der dein Breslauer Universum solche Heilkraft gegeben hat, und nächstdam dem Ertinder dieses Mittels, Herrn Oscar Silboi stein in Breslau, von ganzem Herzen. Johann Haas in Elsenau Pfarre Seh äffern, in Steiermark. Ilreslaner Universum das wirksamste nnd bewährteste Mittel zur erfindlichen Reinigung des Blutes nnd der Säftemasse, heilt langwierige, veraltete, tief eingewurzelte Krankheiten aller Art »ehurll und midier. Die veröffentlichten zahlreichen I>unkNiii;iiiigou von (•elieilteu bekunden die unübertreffliche überraschende Wirkung dieses Mittels. "WM Das itt'fMiam'i' ist per Flasche zu 2 fl. zum Gebrauche auf 0 Wochen ausreichend, nebst Gebrauchs-Auweisung echt zu haben: In Cilli bei J. l4U|»fer»<'lliaiid, Apotheker, in Dentsch-Lnndsberg bei II. Müller, Apoth. ,. Feldbach bei .los König, Ap. „ Friesach bei A. Rnppert, Ap. Frohnleiten bei V. Blnmauer. „ Fürstenfeld bei A. Schröckenfnx Ap. „ Gonobitz bei ,1. I'ospisehil, Ap. „ Graz bei U. Stfililiiiger. Ap. „ Klagenfurt bei W. Tliurnwald, Ap. inLeibiiitz bei Otliniar Rnssheim, Ap. „ Marburg a. Drau bei W. A, König. Ap. „ Neumarktl i. Steiirm. bei Otto Maly, Ap. „ Pettan bei Hugo Eliosch, Ap. r Kottenmann bei Franz Moro. Ap. „ Tarvis bei Joh. Siegel. Ap. „ Villnch bei Friedricli Scholl, Ap. „ Weis bei C. Mal; , Ap. MO*1 iüV vielseitigste, amüsanteste, reichstillustrierte, verbreitetste Monatsschrift! Da» beste Familien-blatt! Der wahre Sorgenbrecher für Alle und für Jeden! Ein unerschöpflicher Born spannendster Unterhaltung, gediegenster Belehrung! «ostbare Kunstblätter; künstlerisch und der Zahl nach unübertroffene Textillustrierung! Zahlreiche (zum Teil farbige) Beilagen: Spiele, Aalender. .Statistische Tafeln, Musik k. Praktische Mitteilungen für alle Fälle und Lagen. Abgeschlossene Erzählungen fast in jedem Heft! DaS Beste aus allen Gebieten! Witz, sprudelnder Briefkasten! 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In letztere Anstalt werden nur solche Mädchen aufgenommen, welche die Erfüllung der gesetzlichen Schulpflicht durch ein EntlafsungSzeugniS nachweisen können. Nähere Auskünfte ertheilt die Schulleitung. ^ .. m . ^ st, a, n toor Tn Obmann, lats. Rath Stadtfchulratb Gilli, am 21. August 188i>. n3fi_3 Dr. ^teekermann m. p. Steierm. Landes-Bürgerschule in Cilli._ Die Aufnahme (1er Schüler für das Schuljahr 1885,86 findet am 13 , 14. und 15. September 1. J. von 9 Ihb 12 Uhr Vorm. in der Directions-kanzlei der Anstalt statt. Zur Aufnahme in die I. Classe sind in der deutschen Sprache und im Rechnen solche Kennntnisse, die in den ersten fünf Schuljahren einer Volksschule erworben werden können und das zurückgelegte 11. Lebensjahr erforderlich. Diese Kenntnisse sind durch eine Aufnahmsprüfung darzulegen. Arme und würdige Schüler werden vom Erläge des Schulgeldes befreit und «nit Lehrbüchern und Zeichenrcquisiten versehen, sowie auch in anderer Weise möglichst unterstützt. 614—a Carl SSpoiida., Director. ,.Z>evtsche 1885 Ein Kost; finden bei einet soliden Familie Aufnahme. Adresse erliegt in der Administration. 635-2 Eine Wohnung an eine kinderlose Partei zn vermiethen: bestehend au« 2 Zimmern und Küche. Anzufragen bei Frau Wilh. Seliurbi am Raun._621-3 Spanferkel, per Stück v. w. S.««fort, Vork'hire Kreuzung, Eigenzucht, LUCDLierKei, gegen Ende October, mit 10 Wochen Alter, per Paar ö. W. fl. 20.— abzugeben. <$2-2 C. Adolf Latz, Kunstmahle, Cilli. Ursula Lang empfiehlt ihren H Möbel-Verkauf in der HerrenKMKe Kr. 125, einem gütigen Zuspruche, da in demselben eine ij& vollkommene nebst allen anderen Gattungen von Möbeln, rk'gantester nnd neuester Form, vorritt lüg, 705-6 Für mein Papier- und Schreilitequiniten-Ge- sehüft suche einen Practikanten der nicht unter 14 Jahre alt, gute Schulbildung genossen, und der deutschen und slovenischen Sprache ■nächtig. Lehrzeit 2 Jahre. Nähere Bedingnisse auf Anfrage. jt Gionttni, Laibach. Herrsch» ftskutscher der »uch mit den Piiugarbelten gut umgehtn kinn. wird gegen fl. 10.— Monatshonorar und freie SUti.in sofort aufgenommen. Zeugnisse nnd sonstige Ausweise sind zu schicken an die Baron Mav'sche Gntsver-vvaltnng in Vinaria bei Gonobitz. Lehrjuiiye deutsch und slovenisch, rechnungskundig, wird in '•in'tu grösseren Cafe in Laibach sogleich aufgenora n-a. Ofierte an Möller's Zeitungs-Agentur in Laibacn. Zwei Studenten werden in gänzliche Verpflegung genommen. Anzufragen in der Expedition. 615)—3 Hofütknabeu werden aufgenommen bei einer soliden Frau. Brunn-gösse Nr. 178, 1. Stock, links. 625-2 im Kaiser Franz Joseph-Bad Tuffar > 1 W«WiIij ml Arieits-Psrt zum Verkaufe. 6SJ4 altdeutsche Eictien - Speisezimmer - Garnitur ^ deren Gattungei nd neuester Foi zu haben sind, 813—3 Steiermark, G R AT WE I INlj Steiermark. Die Arbeit ist eine leichte. — Quartiere frei. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Theilnahme anläßlich der Arank-heit und des Hinscheidens unseres theuren Daters, Herrn Daniel Rakusch, die vielen Blumenspenden, und die überaus zahlreiche Begleitung zur letzten Ruhestätte, sagen wir Allen unseren herzlichsten, innigsten Dank. «Lilli, 9. September \885. Die trauernden Ainder. Die Möbel-Niederlage Graz, Franzensplatz Nr. 1 und 2 __vlw-ü-tls drin Landwthpater,__ betten Uebernahme aller Tapezier-Arbeiten eigener Erzeugung billigst Ausstattungen und Möbürongen von Land- undBadebäusern werd« »rompt and bUligat ausgeführt. Hocfiacntungavou •4-52 Eigenthum, Druck ond Verlag von Johann Raknsch in Cilli. Verantwortlicher Redacteur Dr. Job. Adolf Harpf.