Echriftlettmig: ; «Ich-»igasst Wr. 5. MtVtl Mi. tl, latctsrtaa. flMttinlc: SSgll*(mit HM» k» v«aa- ».Arte». H4 hu 11—I» llh, oons. > »«»«, nid» 1 |M|et(Mb —wllh t» »iidt Ktü latlatii ■a,»> M Mc Bcramltitaa jtjcn IBBaaag ka ttfltfl« Icft-rlMtm «rttUtrra rtujtuta. [ W> BWaljoianga! t'tni-«ichlah. •a.IwuiüK HMt« mtftrtnJ 0a «u:b;4 au» Ctun«tag UdM. MÄ«rtä(I(ii.«cnto M.MM. Ar. 68 Verwaltung: RathaoSgass« Nr. 6 Tcbtln Ri. »I, tnttiattaa vet»i«dtdt»gmi«e» Daich du V»? X|i|n i ficrttlinng MMlkta . . . . K 6*40 •amiitnu. . . . K irrn 9«i «im Bitt »iftcsu« W H»»> -Kanatn« . ... 1 II« . ■ »•— . K «■— . X Ut-Mrt Cafl«* ech«n> M tk Vqagfatt lifcicn mn S»Wi»ttBg*chlacht.'n vor, die jedenfalls für Oesterreich und Deutschland einen siegreichen Aus-gang nehmen werden. Die Schlacht bei Lemberg. Nach der aus taktischen Gründen erfolgten Räumung von Lemberg sind unsere Truppen nicht lange in der Verteidigung geblieben, sondern nach Heranziehung von Verstärkungen wieder zum An-griffe übergegangen. Wie der Draht Mittwoch nach-mittag« auS dem Kriegtpreffequartier meldete, ist nach einer kaum achttägigen GefechiSpause in Ost-galizien ein neuer, großer Kampf entbrannt. Eine neue Schlacht ist dort in vollem Gange. Dazu gibt der militärische Mitarbeiter der Grazer Tagespost folgende Erläuterungen: Am 31. August hatten im Raume Lemberg—Dnjestr unsere Truppen die Linie Lemberg—Mikolaj«w in der ihnen zugedachten, vor-läufigen Desensivadsicht eingenommen. Am 1. September waren di« zwischen dem Bug und dem Wieprz vorgedrungenen sieben russischen Armeekorps endgiltig und unter schweren Verlusten zurückgeworfen worden. Am 2. September räumten unsere Truppen die Stadt Lemberg, um in einer westlich davon ge-legenen, günstigen Position alle Vorkehrungen für eine Konzentration zu neuen und entscheidenden Kämpfen zu treffen. Am 3. September beschossen die Russen die im weiten Umkreise um Lemberg ge-legenen Erdwerke und rückten zwei Tage darauf in Lemberg ein. Die Tage vom 4.—8. September wurden von den Russen zur Wiederherstellung ihrer stark geschwächten AktionSkräste benutzt. Unsere Führung hat ihnen jedoch eine längere Operation»-pause nicht gelösten, um zu verhindern, daß sie die noch in ihrem Reiche bereitstehenden Verstärkungen heranziehen. Vom Kriegsschauplätze um Lemberg trifft di« freudig« Meldung ein, daß der Angriff unserer Truppen bedeutungsvolle Fortschritte macht. Die Nachricht von dem günstigen Fortschreiten unserer neuen Operationen im Kampfraume von Lemberg ist ein Beweis für unsere glänzende Führung, die mit der Räumung LembergS eine Basis für die allgemein ersehnte glückliche Offensive in Ostgalizien gewonnen hat. „Pefti Naplo" veröffentlicht an der Spitze de* BlalteS folgende vom Kriegsüberwachungsamt ge-nehmigte Depesche stineS KriegSkoirespondenlen, die um Mitternacht aufgegeben wurde. Um dreiviertel 10 Uhr wurden die Berichterstatter im LriegSpresse» Hauptquartier durch Alarm geweckt. Vom Haupt-quartier war eine Meldung eingetroffen, daß der konzentrische Angriff unserer Truppen günstig vor-geschritten sei. Seit drei Tagen gehen wir in Ostgalizien offensiv vor. Diese erste positive Nachricht ist umso bedeutungsvoller, als die KriegSleitung vor der Entscheidung zu Nachtstunden keine Berichte auszugeben pflegte. Der Thronfolger Erzherzog Karl Franz Josef hat dadurch, daß er durch einen ganzen Tag an d«r Front in der Feuerlinie weilte, zur Begeisterung der angreifenden Truppen in hohem Maße beigetragen. Zum erstenmal ritt der Thronfolger, umgeben von dem Generalstab an der Spitze unserer Truppen. Es war dieS ein denkwürdiger Anblick, der an Kaiser Franz Joses erinnerte, als et bei Santa Lucia die Feuertaufe erhielt. Freitag drängten unsere Truppen unter heftigen Kämpfen langsam aber stetig vor. Polnische Blätter schildern die außerordentlichen Schwierigkeiten deS Vormarsches der österreichische» Truppen in Russifchpolen infolge der großen Ge-ländefchwierigkeiien, welche namentlich daS Vorgehen der Artillerie außerordentlich erschwerten. Jedes Geschütz müßte statt mit vier mit zehn Pferden bespannt werden, um das Versinken der Geschütze zu verhindern. Die russisch« Infanterie schießt hinter starken, längst vorbereiteten, durch Lehm und Stroh-blenden geschützten Deckungen, welche nur durch Ar» tilleriefeuer zerstört werden können. Die als Land« stürm einberufene Bauernschzft hat im Rücken der Russen derartige Schanzgräben zu bauen, so daß die zurückgeworfenen Feinde fortgesetzt Deckung finden. Aus dieser schießen die Russen, solange sie selbst geschützt sind. Nach Eingreifen der Artillerie oder nach Sturmangriffen verlassen die Ruffen häufig die Deckungen, werfen die Gewehre weg und erflehen Pardon, wobei eS sich zeigt, daß ihre Mnnition meist völlig verfchoffen ist. Die B ernichtung der serbischen Timok« di Vision. Nachträglich wird bekannt, daß der Einbruch«-versuch der Timokdivision gleichzeitig an vier Punkten erfolgt ist, und zwar nicht allein bei Mitrowitza, sondern auch westlich davon, bei Ratscha, und öst-lich bei Klenak und bei Kupinowo. An allen vier Punkten befolgten unsere Truppen den landenden Serben gegenüber die gletche Taktik. Sie ließen den Feind unbehelligt landen und aus unser Saveuser kommen. Dann erst eröffneten unsere vorzüglich ge-deckten Geschützstellungen ihr mörderische? Feuer und ging unsere gleichfalls vorzüglich gedeckte Infanterie mit ihrem unwiderstehlichen Angriffe vor. So kam es, daß die ganze Timokdivision an allen vier Punk-ten vollständig vernichtet wurde, soweit sie nicht in unsere Kriegsgefangenschaft geriet. Mittwoch haben ungefähr 5000 serbische KriegS» gefangene der Timokdivision Budapest passiert, um in der Nähe von Gran eingeschloffen zu werden. Die Gefangenen berichten von fchrecklichen Lnstän-den in der serbischen Armee. Sie erklären, daß die Verpflegung die denkbar schlechteste gewesen sei. Sie erhielten tageling nichts anderes als trockenes Brot und mußten g.oße Entbehrungen leiden. Auch die Löhnung wurde sehr unregelmäßig bezahlt. Eigent-lich erhielten nltr die Linienregimenter Löhnung; die Seite 3 Reserve und der Landsturm bekamen keinen Sold. Auch herrschte Unzufriedenheit, weil dies in kurzer Zeit der dritte Krieg ist, den di« Serben zu führen haben, und Fälle von Meutereien der Untergeord-neten gegen Bo^sttzt« sind zahlreich vorgekommen. Die Widerstandskraft der Soldaten sei so geschwächt, daß sie sich leicht ergeben. Der Einfall der Timokdivision war übrigen? keine vereinzelte Erscheinung. Auch im Raume zwischen Semlin und Mitrowitz find serbische Truppenmassen in ungarische« Gebiet eingebrochen. ES kann wohl ali selbstverständlich angenommen werden, daß sie entsprechend heimgeschickt beziehungS-weise dabehalten werden. Auszeichnung von Truppenführern. Der Kaiser hat verliehen: Dem General der Infanterie Moriz Ritter von Aussenberg und den, General der Kavallerie Viktor Dankl, welche ihre heldenmütigen Truppen bei Komarow, beziehung»-weise Kraßnik, zum Siege führten, das Großkreuz deS Leopold-OrdenS mit der Kriegsdekoration; weite, S dem Generalmajor Heinrich Pongracz de Szeut MikloS et Ovar in Anerkennung seines Helden-wütigen und erfolgreichen Wirkens gegen Momene-gro taxfrei das Ritterkreuz deS Leopold-OrdenS mit der KriegSdekoration. In Ost Preußen. General von Hindenburg hat mit dem Ostheere den linken Flügel der noch iu Ostpreußen befind-licht» russischen Armee geschlagen und sich dadurch den Zugang in den Rücken deS Feindes geöffnet. Der Feind hat den Kampf aufgegeben und befindet sich in vollem Rückzüge. Das Ostheer verfolgt ihn in nordöstlicher Richtung gegen Njemen. „Nowa Reforma' meldet zur Besetzung der Stadt Radom durch die Deutschen: Die russischen Truppen verließen Radom am 20. August, kehrten aber am 27. August wieder in der Stärke von 2000 Mann Infanterie zurück. Außerdem war auch eine Sowie Kosaken erschienen. Am selben Tage abends verbreitete sich aber das Gerücht, daß die deutschen und österreichischen Truppen im Anzüge seien, woraus unter den Russe» eine unbeschreibliche Panik entstand, und die russischen Truppen zogen eilends wieder ab und verschanzten sich sechs Werft östlich von Radom. Hiebei beschossen die russischen Infanteristen die Kosaken, die sie als Feinde be-trachteten. Als sie ihren Irrtum erkannten, waren viele Kosaken bereits getötet und eine Anzahl Ko faken verwundet worden. Am 28. und 29. August besetzte deutsches Mi-litär die Stadt. Ueber Besehl deS deutschen Truppenkommandanten wurden vier politische Häftlinge freigelassen. Aus die Meldung de» auS Kielce ein-getroffenen Offiziers der polnischen Feldgendarmerie, daß sich in den Gesängnissen noch andere politische täftlinge befinde», wurden auch diese auf . freien uß gesetzt. In Radom herrscht völlige Ruhe und bringt die Bevölkerung den deutschen Truppen überall Sympathien entgegen. In Frankreich. Die deutschen Heere dringen konzentrisch gegen Paris vor. Der deutsche Kronprinz hat mit seiner Armee die befestigte feindliche Stellung südwestlich von Berdu» genommen. Teile der Armee griffen die südlich Bcrdun liegenden SperrfortS an. Die ForlS werden durch schwere Artillerie beschossen. Der Fall BerduuS ist täglich zu erwarten. Der Spitze deS deutschen HeereS stellten sich vor Paris überlegene französische und englische Streitlüste entgegen. Hierüber wird berichtet: Oestlich von Pari« in Verfolgung an und über die Marne vorgedrungene He«re»teil« sind au» Paris und zwischen Meaux und Moi.tmirail von überlegenen Kräften angegriffen worden. Sie hiben in schweren, zweitägigen Kämpfen den Segner aufgehalten und selbst Fortschritte gemacht. Als der Anmarsch neuer feindli cher Kolonne» gemeldet wurde, ist ihr Flügel zurück-genommen worden. Der Feind folgte an keiner Stelle. Als Siegesbeute dieser Kampfe wurden bisher 50 Ge-schütze und einige tausend Befangene gemeldet. Prinz Joachim von Preußen wurde durch einen Schrapnellfchub verwundet. Die Kugel ging durch den rechten Oberschenkel, ohne den Knochen zu verletzen. Der Prinz war al» Ordonnanzoffizier auf dem Se-fechtSfetde tätig gewesen. Er wurde in da« Nächstliegende GarnisonSlazarett überg'führt. Pari» trifft alle Vorkehrungen für die Belage-rung. Gegenwärtig findet die Zählung der zurückgcblie-denen Bevölkerung in Pari» statt. In allen öffentlichen Parks und Anlagen steht man Rinder weiden, die be- «»v'U.iuje Uiicht reit« für die Berproviantierung während der Belagerung bestimmt sind. Ga« darf nur für Beleuchtung«-zwecke verwendet werden, elektrische« Licht ist unter« sagt. Mit Ga« darf auch nicht gekocht oder geheizt werden. Weiter» wird g.meldet, daß der Pläfekt von Pari» neben der Zählung der Bewohner von Pari« auch Fragebogen ausfüllen läßt, in denen bei Androh» ung kriegsgerichtlicher Strafen für falsche Angaben un-ter anderem gefragt wird, wie viel kleine Kinder vor-Handen sind, die Milchnahrung brauchen, ob die Leute mit Kohle, Kok», Holz und Petroleum versehen sind. In dem Mittwoch vormittag» abgehaltenen Mini-sterrat legte der Kriegsminister Millerand dem Präsi-denten Poincas eine Verordnung zur Unterzeichnung vor, wonach die superarbitrierten oder al» untauglich erklärten Msnnfchaften sich einer neuen ärztlichen Un-tersuchung zu unterziehen haben. Diejenigen, die auf Grund dieser neuerlichen Untersuchung al» zum Mili-tärdienst lauglich (?) befunden wurden, werden sofort eingereiht; jene, welche der Vorladung zur ärztlichen Untersuchung nicht Folge leisten, werden ohneweiter« al« zum Militärdienst tauglich betrachtet werden. Der Pariser Korrespondent der Züricher Zeitung meldet die Ankunft von 20.000 indischen Infanteristen in Marseille, ferner ein Transport von drei indischen Kavalleriebrigaden unterwegs. Armes Frankreich! Diese Bundesgenossen werden sich in Frankreich recht „hei-misch' machen. Der Berichterstatter der römischen »Stampa* In Paris meldet, dab da« Vertrauen in den französischen Generalstab schon lange geschwunden sei, daß die Vor-bereitungen Deutschland« vollkommen anerkannt werden und die Aktion England« ein jähr» Ende gefunden habe. Seltsam sei e», bemerkt der Korrespondent, daß niemand mehr Vertrauen in der Aufgabe de« Heere« habe. Man sei ja in keiner großen Schlacht geschlagen worden, aber Pari» wiffe, daß bi» zum entferntesten Dorfe ganz Frankreich von Verwundete» überschwemmt ist. Pari» ahne auch, daß große Heere»leile von den Deutschen gefangen genommen worden feien. Entschie-den gege» die Forlsetzung de« Krieges seien die fran« zöstschen Frauen, weil sie den Krieg von ganzer Seele Haffen. Die Männer, schließt der Korrespondent, werden ihnen folgen. Ei» bayerischer Offizier meldete nach Berlin, daß bei Rancy mehrere französische Flieger herabge. schösse» wurde», von denen einer ein« Botschaft Poinear6S an den Zaren hatte, in der der Präsident verlangt«, der Zar möge di« heftigste Offensive «r-greifen, damit Frankreich acht Tage Ruh« bekomme, sonst sei «S v«rlor«n. Um unzählig«» Gerüchten über die Herkunft der 42 Zentimeter Mörser zu steuern, wird der Sorres-pondenz „Wilhelm" von maßgebender Seite mitge-teilt, daß die deutschen 42 Zentimeter-Mörser von Krupp in Esse», die 30 5 Zentimeter-Mörser der Motorbatterien von Skoda in Pilse» stammen. Der Zustand Belgiens. Die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" bringt eine weitere ausführliche Schilderung des Direktors der Deutschen Bank, Hclfferich, über den Zustand Belgiens. Direktor Helfferich sagt unter anderem: Einige Ortschaften sind völlig zerstört, teils infolge von Gefechten, teils wegen heimtückischer Uebersälle nach friedlicher Kapitulation. Dagegen ist der große Jndustrieort BervierS völlig intakt, Lültich selbst zeigt nur an wenigen Stellen Spure» des Krieges. Zwischen Lüttich uud Tirlemont, wo unsere Truppe» in breiter Front sich vorwärts bewegten, sieht eS auS, als ob die Gegend nie von feindlichen Soldaten betreten worden wäre. Nirgends hat man den Ein-druck, als ob unsere Truppen zerstör« und verbrannt hätten. Tirlemont selbst ist gänzlich unversehrt, von Loewen lediglich jener Stadtteil niedergebrannt, in dem heimtückische Ueberfälle und anhaltende Straßen-kämpfe stattgefunden hatten. Unsere Truppen ver-suchten selbst zu retten, waS zu retten war. In Brüssel ist keinem menschliche» Wesen auch nur ei» Haar gekrümmt worden. Das Eigentum der Bürger wird aufs peinlichste respektiert und die Requisition der Truppen, wie alle Einkäufe der einzelnen Sol-baten erfolgen gegen bare Bezahlung. DaS große Jndustriebecken von Eharleroi ist so gut wie voll-ständig verschont geblieben, alle Fabriken und Werke sind intakt. Bei englischen Soldaten wurden eine große Menge von Dum-Dum-Geschosse vorgefunden. Im MaaSiale ist Dinant total zerstört, weil unsere Truppen nach friedlicher Kapitulation der Stadt und mehrtägigem Aufenthalte plötzlich von allen Seiten her von den Einwohnern beschossen wurden. Aus dem gleichen Grunde mußte die Zerstörung eines großen Teiles der Stadt Andenne erfolgen. Den meisten übrigen Orten deS bevölkerten Maa«-taleS ist von den Schrecken deS Krieges nichts an- Nummer 68 zumerken. Der Gesamteindruck ist der, daß unsere Truppen nur dort zerstörten, wo bittere Notwendig-feit des Gefechte« eS verlangte, oder wo daS Skr« halten der (Einwohnerschaft die schwersten Repressalien notwendig machte. Eine Warnung an Griechenland. AnS Briudisi wird gemeldet, daß Gruppen re-aulärer Griechen und «pirotischer Ausständischer aus Berat und Balona marschieren. Die „Tribuna" in Rom schreibt hiezu: Unt scheint eS, daß man absolut ausschließen kann, daß eS sich um regelmäßige griechisch« Truppen handelt. Die grieckische Regierung weiß, welche Beden wag Italien der Frage beimißt und daß es fest eilt-schloffen ist, daß vollzogene Tatsachen nicht geschaffen werden. Di« griechische Regierung hat di« formelle Versicherung gegeben, daß sie alle Mittel aufbieten werde, um zu verhindern, daß Balona im Name» ZographoS besetzt werd«, und wir haben keine» Grund, zu glauben, daß Griechenland dieses Per-sprechen nicht einhalten wird. Di« Haltung Griechenlands. Aus Saloniki wird gemeldet: ,Na pam« eis tin Polin" („Gehen wir nach Stambul") ist der Kehrreim eines neuen griechischen SoldateiiliedchenS, daS man jetzt täalich von den die Stadt durch-ziehenden Militärableiluiige» singen hört. Es ist bezeichnend für den Geist der Griechen, daß sie sich nicht von der Idee trennen könne», daß sie »och Konstantinopel bekommen werden. Ja sie gehe» noch weiter; ihr nächstes Ziel ist Kleinasien, dort wolle« sie festen Fuß fassen und dazu benötigen sie eben die vorgelagerten Inseln. Die Rüstungen schreite« vorwärts; täglich treffen neue Truppentransporte ein und gehen stets nach kurzem Aufenthalte an di« thrakische Grenze weiter. Man rechnet immer be-stimmler damit, daß der Krieg unvermeidlich ist und daß eS nur eine Frage weniger Tage sei, biS Eng-land und Frankreich der Türkei den Krieg erkläre». Inzwischen setzt man die Bemühungen, Serbien von hier auS zu verproviantieren, immer weiter fort. Täglich werden vier bis fechS Waggons mit Mehl, Reis und Biskuit verladen, die serbische Einkaufs-kommission hat sich in Salonichi fest niedergelassen. Die österreichischen und deutschen Proteste, welche bisher in Athen aus diesem Anlasse erhoben worden sind, fanden keine Beachtung, dagegen hat man Ve-fehl erteilt, die Absendnng der LebenSmitteltraaS-porte nach Serbien so unauffällig als möglich z» gestalten. I» den nächsten Tagen wird hier ei» Dampser der französischen Gesellschaft „MessagerieS maritimes" erwartet, welcher Kriegsmaterial und Munition für Serbien bringen soll. Aus Äadl und Land. Wirtschaftlicher Hilfsausschuß für di« Stadt Cilli. Zur Erledigung der unerledigt ge« bliebenen Privatangelegenheiten der Eingerückten hat sich über Weisung der Ltalihalterci hier «in „Win-schasllicher HilfSauSschuß" gebildet, der zu seinem Ob-mann« Herrn Land«. gkrichtSrat Dr. Anton Rijic wählt«. Dem Ausschüsse gehören noch an die Herrn SladtamtSvorstand Dr. Otto Ambroschitich, Professor Otto Eichler, Bürgerschuldirektor Zofes Hölzl, RechtSanwalt Dr. August Schurbi, Industrieller Karl Teppey und RechtSanwalt Dr. Fritz Langer. verwundete Cillier Der Sohn des k k. SchulrateS Karl Duffek, langjährigen Professors a» hiesige» StaalSgymnasium und Direktor« de» Deut-schen Studentenheims. Dr. jur. Otto Duffek, Lest« nant i. R. des 4. Regiments der Tiroler Kaiser-jäger, wurde bei Lemberg von einigen Kugeln nicht unerheblich verwundet und liegt im Rudolfspital« i» Wien. — Die beide» Söhne deS hier lebende» Obersten Ernst Fauinger von Amalienheim, nenne»! Ren6 und Ernst Faninger von Amalienhei», ersterer Leutnant tm 7. Infanterieregimente, letzlerer Leut> nant im 36. Infanterieregimente, erlitten am niid-lichen Kriegsschauplätze schwere Verletzungen und befinden sich derzeit im GarnisonSspitale in Graz. — Der im hiesigen Allgemeinen Krankenhause ali Volontär in Verwendung gestandene Mediznm Franz Bratanitsch aus Rohitsch wurde in @alijicn verwundet und befindet >ich im GarnisonSspitale in Graz in Pflege. Meldung der Landfturmpfiichtige» im Jahre 1914 Wegen der kriegenschen Eretg-nisse und Einberufung deS gesamte» Land^rwcs unterbleibt für daS Jahr 1914 die für Oktober tut* beraumte Meldung der Landsturmpflichtige». Jammer 68 Evangelische Gemeinde Morgen Sonn-vß findet in der Ehristu«kirche um 10 Uhr vormit» m ein öffentlicher Gemeindegottesdienst statt. Todesfälle. Donnerstag früh ist hier di« »«SbesitzerSwilwe Frau Josefine Meiner im hohen Vltrr von 93 Jahren verschieden. — Am gleichen tize ist der gewesene Hausbesitzer Herr Ernst Faninger im 85. Lebensjahre einem kurzen Leiden «legen. Die beiden Genannten, wohl unsere ältesten Mitbürger, erfreuten sich allgemeiner Wertschätzung. vom Staatsobergymnafium Die Auf. uhme in die erste Gymnasialklasfe findet am 16. d. » 9 Uhr statt. Die Ausnahme in die Borberei-wigtklasie, in der der Unterricht regelmäßig be-sinnt, wild am 16. d. um 10 Uhr vorgenommen, — Wie wir vernehmen, wird der Unterricht am Ltaattoberghmnasium am 1. Oktober beginnen. Zu Ksem Zeitpunkte wird selbstverständlich auch da» deutsche Studentenheim eröffnet werden. Spenden für die verwundeten. Die idlen Spender, dir den verwundeten Soldaten im Zieservespitale (neues Bolksschulgebäude) freundliche Gaben zuwenden, werden darauf ausmerksam ge» »ach!, daß hauptsächlich erwünscht sind leichte Bäckereien iBiskuii, Gugelhupf), Obst (womöglich g-koch-te»), Wein und Zigarren oder Zigaretten. Eämt« bir Gegenstände sind jedoch nicht den Berwundelen selbst, sondern in der Apotheke deS ReservespitaleS tm neuen Bolksschulgebäude abzugeben. Dort werden »ch Liebesgaben für die in der Burgkajerne unter« gebrachten Berw>ndeten entgegengenommen. Spenden Für den Zweigverein Cilli Stadt M Roien Kreuzes liefe» nachstehende Spenden ein: Lahnmspektor i. R. Schacher! 10, Ungenannt 10, Bergleute de» Slovensko drustvo so. Barbara in Sloddeck (Westfalen) 58*85, Sammlung der Frau Su?!a 70, Kausmann Josef Weren 20, Wachmann Urch 5, Kollekiivgenossenschast in Cilli 250, Ober-lchrir i. R. HernauS 5, Familie Otto Küster 10, grau Marie Swenschek lo, Spende der Steuer» wtsbeamlcn in Cilli: Klcmcntschitsch, Wajda, Lchuscha, HluScik, Ulreich, Haditsch l2, Ungenannt. A einen zerbrochenen Schirm 3, Frau Fanny Hervau», Oberlehrersgattin 3, Frau Dirnberger, statt Kranz für Herrn Faninger 5, Sammelbüchse bet Zamparutli 26*40, Sammelbüchse Im Deutschen h«»se 60 61 K. Für die Reservistenfamilien spen-tnci: Bahninspeklor i. R. Schacher! 10, Technische» Personal der Druckerei Celeja 8, Kollektiv» »mssenschast iu Cilli 250, Familie Otto Küster 10, Sammlung der Klavierschule Frau Laun 26, Frau Moie Ziegler 2, Frau Marie Swenschek 15, Sam» «Itüchse im Deutschen Hause 50 94 K. Schmuckfpenden Gegen einen Gedenkring ,Sol» gab ich für Eisen* tauschten ein: Frau und ^riiilein Greta 2 silberne Kelten, 2 Ringe, 4 Ohr-«Wogt, 1 Kreuz, Herr und Frau Lölchnigg in lüffer 1 Uhr. 1 Ring, 1 Kreuz, 2 Anhänger, Kantine Totschej 2 Ringe, 1 Kette, silberne Knöpfe, «lioa List 1 Goldkette. Maria Kral 1 Ring, eine Brosche, Frau Czerny 1 Ehering, 1 silberne« Armband, l Lruwottennadel, Konrad Himmer 1 silberne Kette, fc. S. 1 Ring, 1 Kette, Fiedler 1 Ring. Frau elibetne 1 silberne» Armband, Frau Zangger zwei Mtriige, Schwischay in Store l Armband, Gorin' schck 1 Goldring, Lorber in Tüsfer 1 Goldring, Fraii) Wajda 1 Goldring, Fanny Korber 1 Gold» Hts, Hella Himmer 1 silberne Kette mit Anhänger, Wtoria Srnartschan 2 Eheringe, Margarete Ambro-lnsch 1 Holdring, Meyerherwann 1 Armband, ver» schieden- Silberstückchen, Mitzi Rvps 1 Goldring. Hupimonn Hoffmann und Frau 2 Eheringe, Leo M Korber 1 silberne Kette. Eugen Himmer 1 Gold» mig, Emma Sternischa 1 Goldring, Herr und Frau D-oinger 2 Goldringe, 2 Ohrgehänge, Rosa Gratz l Ring. I Ohrgehänge. 6 Anhänger. Else Gratz 1 silbernen Ring. 4 Anhänger, Fräulein Kokot einen Mnen Ring, Frau Kolot 1 Ehering, Steuerver» mit« Klnnentschitsch 1 Goldkette, A. I. durch Küster Sinnes 1 Goldring, Helene Cegnar 1 Gold-räg, Frau Na»ko 1 silberne« Armband, 1 silberne Kette, 2 silberne Taler, ungenannt durch Küster Sinnes 1 silbernes Armband, 2 Ringe, 3 Anhänger, »»genannt 1 Silberkette, 1 silbernes Armband mit Galdanhänger, 6 Goldringe, verschiedene Anhänger, 2 Ohrringe. Mufikverein Cilli. Die Musikschule dei Vufik«reiueS Cilli wird eröffnet werden. Der Unter» ncht wird in vollem Umfange aufgenommen. Die Eir Ichreibungen finden vom 16. bis 18. d. im lirekiionSzirnmer Nr. 1, zwischen 3 und 5 Uhr «chmittagS, statt. Gesuche um Befreiung oder Sr-»Hgmiz deS Schulgeldes sind sofort vorzulegen, verspätete Gesuche werden nicht berücksichtigt. Der Zeitpunkt deS SchulbeginneS wird noch bekannt» gegeben werden. Was ist's mit dem Schulbeginn? Aus ihrem Leserkreise wird den Klagensurter «Freien Stimmen" geschrieben: AIS vor einiger Zeit in un» feren Blättern der Erlaß der »bersten Schulbehörde in Deutschland abgedruckt war, „daß alle Schulen zum üblichen Termin ihren Anfang nehmen würden, weil sonst die Jugend verbummeln oder auch ver» rohen könnte," da hosste man bei un«, daß dieses bestimmend sein würde auch sür uns hier. Leider scheint dem nicht so zu sein. Nur von ganz wem» gen Schulen wurde bisher der Schulbeginn bekannt» gegeben. Welch' eine Menge von nachteiligen Fol» gen würde es aber mit sich bringen, wenn die Schulen nicht ansangen könnten! In erster Linie: was treiben unsere Buben in all der freien Zeit? Der eiae Teil verlernt das Errungene, der andere wird faul und träge, und die vielen Söhne solcher Mütter, deren Männer zum Krieg ausgezogen und die genötigt sind, durch Arbeit sich und die Familie zu erhalten, diese vielen Buben treiben sich umher und verrohen. Muß das wirklich so sein? Können unsere lieben Verwundeten nicht wo ander? al« in Schulen untergebracht werden? Warum belegt man nicht die Säle unserer großen Gasthäuser oder die» jenigen in den Nachbarorten, nnseren Sommer-frischen? Und hat man noch nicht an die vielen Einwohner unserer Stadt gedacht, die ihren Leben«» unterhalt dadurch gewinnen, daß sie Knaben und Mädchen in Wohnung und Kost nehmen? Für solche sind die langen Wochen der verdienstlosen, großen Ferien schon eine schwere Zeit, wieviel härter aber noch gestaltet sich diese, wenn die Wiederkehr der Schüler und Schülerinnen in« Ungewisse hin-auigeschoben wird. Biele Elternpaare dürften dann den Plan fallen lassen, ihre Kinder nach Klagen-furt zu bringen, fondern sich für Marburg und Graz entscheiden, wo die Schulen sämtlich mit dem Unterricht beginnen werden. Möchte unsere Schul-behörde auch bedenken, wieviel kleine Leute im Volk dadurch ihren Broterwerb verlieren, und auf Mittel sinnen, ob e« nicht möglich sei, andere Räume zu finden, in denen unterrichtet werden könnte, wenn unsere Schulen den Verwundeten zurzeit geössnet fein müssen. — Mit geeigneter Nutzanwendung gel» ten diese beherzigenswerten Worte auch für Eilli. Schlechte Anschriften auf Feldpostsen düngen. In der zu Beginn der Mobilisierung bei allen politischen una Gemeindebehörden angeschlage-nen, den Feldpostverkchr betreffenden Kundmachung erscheint nachfolgendes als Beispiel sür die Adresfie-rung von Feldpostsendungen angeführt: Beispiel: An Korporal Karl Schneider Infanterieregiment 4 12. Kompagnie Feldpostamt 65. Schon au« der Überschrift „Beispiel" und der Anführung eines stngierten AdreßnamenS geht her-vor, daß auch die Anführung .Feldpostamt 65" ebenfalls nur als Beispiel zu nehmen ist. Nichts-destoweniger haben zahlreiche Absender von Feldpost-sendungen diese an das Feldpostamt 65 adressiert offenbar in der irrigen Meinung, daß alle Feldpost-fendunzen an da« Feldpostamt 65 zu leiten sind. DaS ist ganz falsch. Die Feldpostfendungen find vielmehr mit jener Nummer de« FeldpostamteS zu adressieren, welche die Personen der Armee im Felde ihren Angehörigen in der Heimat zugesendet haben. Jeder Soldat bekommt zu diesem Zwecke von seinem Kommando mehrere Feldpostadreßsormulare, aus welche er auch die Nummer jenes FeldpostamteS aufzuschreiben hat, an welche« er gewiesen ist. Nur jene Senvungen können den bei der Armee befind-lichen Personen zukommen, welche diese vom Adref-säten selbst bekanntgegebene Feldpostnummer tragen, was hierdurch zur allgemeinen Kenntnis gebracht wird. Tod aufgefunden. Am 11. d. früh wurde der 74jährige Arbeiter Stesan Zelizian aus Gaberje, der durch viele Jahre im städtischen Gaswerke be-schästigt war, hinter der EinfriedungSmauer deS GaSwerkeS tot ausgesunden. Räch Feststellung des StadtarzteS ist der Tod durch Herzlähmung einge» treten. Ein Rekrut vom Fenster heradge stürzt. AIS gestern abends der im slowenischen Gymnasium in der Schulgasfe einquartierte Rekrut Franz Meilicar daS Schlafzimmer verlassen wollte, irrte er sich in feinem schlaftrunkenen Zustande im AuSgange und stieg bei einem Fenster hinaus. Er fiel vom ersten Stocke auf die Straße und zog sich schwere inuere Verletzungen zu. Seite 3 Ein unangenehmer Weckruf. Heute nachts wurde die ganze Bevölkerung unserer Stadt durch drei sehr starke Pöllerfchüsfe vom Nikolaiberge herab auS dem Schlafe geweckt. Die Ursache diese« unangenehmen Weckrufe« war ein kleiner Brand am Dachboden deS Götzschen Bierdepots, wo einige Bretter und etwas Stroh brannte. Wäre der Brand nicht vorzeitig bemerkt worden, hätte er leicht be» denkliche Dimensionen annehmen können, da in der nächsten Nähe Holzkisten und Petroleumsäfser ge-lagert waren. Der Brand dürfte durch eine bren» nende Zigarette eine« Individuums, daS dort sein Nachtlager aufgeschlagen hatte, entstanden sein. Ein unverschämter Dieb. Am 2. d. kam in da« Drogengeschäst des Herrn Johann Fiedler ein junger Mann und verlangte einen photographi» schen Apparat. Der Geschäftsinhaber legte ihm einen kleinen Taschenapparat im Werte von 40 K zur Einsicht vor, woraus der Bursche Such noch die Zu-Hörartikel verlangte. Während sich nun Herr Fied» ler in daS anschließende Handmagazin begab, um da« Gewünschte zu holen, entfernte sich der unbe-kannte Mann mit dem Apparat, ohne wieder zurück» zukehren. Die sofort eingeleiteten Nachforschungen blieben ergebnislos Aus Grund der vorhandenen PersonSbeschreibung konnte jedoch heute der hiesige Sicherheitswachmann Gratschner den 19jährigen Ma» schinenwärter Johann Strahonik au« St. Johinn am Weinberge aiS den Täter aufgreifen und ver» haften. Strahonik, der schon mehrmals wegen Ber» brechen« des DiebstahleS vorbestraft ist, wurde dem Gerichte eingeliefert. Der verdächtige Landsturmmann. Am 8. d. bemerkten mehrere Leute auS Panetsche, Gemeinde Gairach bei Cilli, einen Soldaten über daS Gebirge gehen, der eine braune Decke bei sich trug. Wegen seine? sonderbaren Aussehens verfolgten sie diesen Mann, nahmen ihn fest und brachten ihn zum Gemeindevorsteher Josef Kajtna. Dieser machte einige Notizen, nahm sein Jagdgewehr, lud dieses in Ge» genwart deS Soldaten mit zwei Schrotpatronen und wollte sodann den verdächtigen Mann dem Gendar» merieposten in Gairach vorsühren. Auf dem Wege machte der Soldat einen Fluchtversuch in ein Ge» büsch, weshalb Kajtna einen Schuß aus ihn ab» feuerte, ohne ihn jedoch zu treffen. Da der Soldat daraus hin noch schneller lies, gab Kajtna einen zweiten Schuß aus den Fliehenden ab und traf ihn in den Rücken, woraus der Soldat zusammenfiel. Kajtna brachte diesen Borfall dem Gendarmerieposten zur Anzeige. Der Gendarmeriepatrouille erzählt« der Schwerverletzte, daß er Johann Medwed heiße, au« Pleterje bei Rann stamme und in Cilli al« Land» sturmmann eingeteilt worden sei. Er sei au« Deutsch« land gekommen, wo er seine Frau und vier Kinder zurückgelassen hatte. Da er feinen Bater schon lange nicht gesehen hatte, wollte er zu Fuß über das Ge» birge nach Pleterje, um ihn zu besuchen. Medwed erhielt einen Notverband und wurde in da« Land-wehrmarodenhau« nach C'lli überführt, woselbst er sich in Pflege befindet. Brände. Am 8. d. nacht« brach in der Harpfe de« Besitzer« Binzenz Natek in Oppendorf bei Franz Feuer aus, das die gesamten Futtervor» rite sowie 6 Wagen Bretter vollständig einäscherte. Natek erlitt einen Schaden von ungefähr 8000 K, der nur zur Hälfte durch Versicherung gedeckt ist. Der Brand dürfte durch Wegwerfen eine« Zigaret» tenstummel entstanden sein. — In der Nacht auf den 4. d. fiel auch die Keusche der Agnes Tojuk» in Grlitsch« bei St. Marein b. E. samt Einrichtung, Eßwaren, Futter, einer Ziähmafchine und Schuster-Werkzeugen, sowie der in der Nähe befindliche Stall eiuem Brande zum Opfer, dessen. Ursache bisher noch nicht festgestellt werden konnte. Der Schaden beträgt 1600 K. Erstochen. Kürzlich zechte der Fabrikarbeiter Georg «akovsek mit seinem Freunde Karl Ramsak und den Geschwistern Maria und Rosa Kamenik in einem Gasthause in Weilenstein. Nachmittag« kam in da« Gasthau« die Mutter der beiden Mäd» chen, Luzia Kamenik, und redete ihnen zu, nach Hause zu gehen. Darüber geriet Makovsek so in Zorn, daß er mit einem Stuhl aus die Mutter lo«» schlage» wollte, wa« aber eine der Töchter verhin» derte. Bald darauf sprang der Wüterich mit eine« Messer aus die Gastwirtin Jofefa Javornik und führte einen Stich gegen sie, der sie aber nicht traf, weil sie rasch die Flucht ergriff. Markovsek wurde darüber noch rasender und schrie, daß er heute noch Blut sehen müsse. Maria Kamenik wollte ihn nun beruhigen, er versetzte ihr aber einen derart wuchtigen Stich gegen da« linke Schlüsselbein, daß sie sogleich blutüberströmt zu Boden stürzte und bald daraus verschied. Serte 4 Jagd nach einem „Spion". Aus Kölsch bei Marburg schreibt man: DienStag nachmittags spielte sich hier eine ausregende Szene ab. AuS der Richtung von Nußdorf-Schleinitz kam längs der Südbahnstrecke ein ziemlich verwahrloster Mann, dem man große Erregung anmerkte, gegen den Bahnhof. Der Bahnstrecke - Wachtposten rief dem Manne ein »Halt* zu, auf da» er jedoch nicht still-stand, sondern vom Bahnkörper über die Böschung abbog und gegen die Umfriedung der nahen Im. prägnierungSanstalt flüchtete. Auch auf ein gutge-meinte« zweites „Halt" blieb er nicht stehen, son-dern überkletterte in großer Hast den hohen Zaun. Ver Wachtposten feuerte einen Schuß ab, doch war der Mann bereits hinter dem Zaune verschwunden, um sich ein sicheres Versteck zu suchen. Der Schuß alarmierte die gesamt« Arbeiterschaft, die den ver-meintlichen Spion verfolgte und rinsing. Er wurde dem Gendarmerieposten eingeliefert. Dort stellt« sich heraus, daß er «in ganz harmlos«! Mensch ist. Er wat in den Kohlenbergwerken Westfalens beschäftigt gewesen, von wo er vor einigen Tagen behufs Einrückung nach Marburg kam. Wegen Kränklich-keil würd« er als untauglich zum Waffendienste «nt-lassen und wollte nunmehr in seine Heimat bei Deutsch-LandSberg abreisen. In sfeiner Ausregung bestieg er in Marburg einen falschen Zug und fuhr gegen Süden. Ja Nußdorf-Schleinitz wurde er aut-gesetzt und wollte in seiner Einfalt längs der Strecke nach Marburg zurückkehren. Der Mann wurde gelabt und von Amis wegen in seine Heimat befördert, damit ihm kein weitere« Mißgeschick in den Weg komme. Also abermals: Borsicht b«i Posten und sofortiges Stillehalten bei Anruf! Auflassung eines Südbahn-Kohlen-Werkes. Au» Gonobitz wird berichtet: Die Süd-bahngefellschaft hat beschlossen, ihr in der Näh« von Gonobitz gelegenes Kohlenwerk gänzlich aufzulassen. Die Ursache dieses Entschlusses liegt darin, daß das Werk mit Verlust arbeitete, so daß eS vorteilhafter erschien, den Betrieb einfach aufzulassen und da« in daS Werk hineingesteckt« Kapital «msach fahren zu lassen. Die Südbahn hat da» Kohlenwerk vor bei-läufig 15 Jahren erworben und in diese» rund anderthalb Millionen Kronen investiert, die natür» lich zum großen Teil verloren sind. Da» Bergwerk besteht aus 31 einfachen und 57 doppelten Gruben-maßen, welche im Bergbuche des Kre.SgerichteS Cilli auf den Namen der Südbahngesellschaft eingetragen erscheinen. Ferners waren auf den Namen der Ge-sellschast 250 Freischürfe angemeldet. Die Südbahn-gesellschaft hatte auch zur Förderung deS Kohlenabbaue« eine eigene Eisenbahn erbaut, welche vom Werke ausgeht und im Bahnhof Gonobitz in die LandeSbahn einmündet, so daß diese Bahnstrecke nunmehr leicht bis nach Retschach verlängert werden könnte. Bom volkswirtschaftlichen Standpunkte ist eS zu bedauern, daß dieses Werk, welches einer An-zahl von Arbeitern Verdienst gab und damit auch sür die ganze Gegend von Nutzen war, nunmehr verschwindet. Dem Vernehmen nach soll nur ein einziger Stollen, dessen Ausbeutung vielleicht noch einigermaßen praktisch erscheint, von privater Seite weitergeführt werden. Verlängerung der Jahreskarten auf den Staatsbahnen. Da« Eisenbahnministerium hat hinsichtlich der Prolongation der Eisenbahn-Jahreskarten nachstehende Verfügung verlautbart: Die Giltigkeit der Eisenbahnjahretkarten wird für den Bereich sämtlicher österreichischer GtaatSbahnver-waltungen durch eine» Monat erstreckt, ohne Rück-ficht darauf, ob auf einzelnen Strecken der Verkehr ganz oder teilweise eingestellt war. Für den Bereich der SiaatSbahndirektionen in Galizien wird eine be-sondere Verfügung erlassen w«rden. Die Karten werden automatisch für «inen Monat p»olong«ert und bedarf e« keiner Hinterlegung bei Stationen oder Direktionen. Die geänderte Maßnahme hat ihren Grund in de« Bestreben der Eisenbahnver-wallung, die Frage einheitlich für alle SlaatSbahn-direktionen zu regeln. gur Wiederaufnahme des Güterverkehres in Ungarn. Die Handels- und Gewerbe-kammer in Graz teilt mit, daß die Kafchau—Oder» bergbahn auf allen Linien mit Ausnahme der Etrek-ken Ka>chau—Orlo und Esacza—Zwardon den Gesamtverkehr aufgenommen hat. Die königlich unga-rischen StaatSbahnen (mit Ausnahme der Betriebs-leitung Debreczin) übernehmen Eilgüter und Fracht-gut in Wagenladungen, Frachtstückgüter nur in mit 3000 Kilogramm ausgenützten OrlSwagen. Für Stationen der Betriebsleitung Debreczin und darüber hinaus werden nur Eilgüter angenommen; Fracht-güter in Wagenladungen und Ortswagen mit Stück- Deutsche K-aHi gütern können nur nach vorher eingeholter Zustim-mutig der Betriebsleitung zur Beförderung angenommen werden. verwundete Soldaten belästigt. Au« KranichSfeld wird mitgeteilt: Am 4. d. kamen in Pragerhof vom nördlichen Kriegsschauplatze mehrere v«rwund«te Soldaten an, die den Personenzug Nr. 32 bestiegen und weiter gegen Graz fuhren. Im genannten Zuge befand sich auch ein Mensch, der fortwährend die Verletzten belästigte und hiebei verschiedene staatsfeindliche Aeußerungen fallen ließ. Dies wurde von den verwundeten Soldaten einem Gendarmeriewachtmeister, der soeben eine serben-freundliche Gruppe von Eilli nach Graz brachte, angezeigt, der dann den Mann verhaftete und unter einem dem Militärgericht in Graz einlieferte. Ein Betrüger. Am 31. August schickte die Besitzerin Anna Arnsek in Widern den Bergarbeiler Johann Peitler nach Raun, um einige Feldpost-karten zu kaufen. Sie lieh dem Peitler hiezu das Fahrrad ihres zu den Fahnen gerufenen Sohnes. Peitler fuhr, kam aber nicht wieder. DaS Fahrrad hatte einen Wert von 250 K. Peitler ist außerdem der Arnsek 20 K schuldig, die er ihr in betrügen-scher Weise herausschwindelte. Form von Lieferungsanboten. Die Handels- und Gewerbekammer in Graz macht In-leressenten ihres Sprengels aufmerksam, daß bei Eisenbahnlieserungen Anbote von Handels und Gc-werbetreibevden über Gegenstände ihrer Handels-uns Aewerbebetriebe auch in gebührenfreier Korref-pondenzform zulässig sind. Hiebei ist jedoch daraus zu achten, daß der Inhalt der Anbote den sonst vorgeschriebenen Anbotformularien entspricht. Ausnützung von Dampfpflügen. Da die Feldbestellung heuer infolge Pserdemangels mit vielfachen Schwierigkeiten verbunden sein wird, ist die wcitestgehende Verwendung von Maschinen am Platze. Um nun die vorhandenen Dampf« und Mo-torpflüge möglichst vollkommen an«zunützea, hat da» Acker bauministerium die steirischeLandwirtschastSSgesell-schaft aufgefordert, an die Eigentümer solcher Geräte mit dem Ersuchen heranzutreten, ihre Pflüge »ach Besorgung der eigenen Feldarbeit Bereinigungen von Landwirten, in deren Gebieten die Verwendung sol-cher Maschinen möglich erscheint, gegen eine enlspre-chende Leihgebühr zur Verfügung zu stellen, oder aber Lohnadkehrnngen bei einzelnen Landwirten zu übernehmen. Auch feiten« der Statthalter« wird dahin gewirkt werden, daß die Eigentümer solcher Maschinen daS möglichste Entgegenkommen bekunden. Um die Ausnützung der Maschinen zu ermöglichen, kann daS qualifizierte Bedienungspersonal landwirt-schaftlicher Maschinen sür die Dauer de« unumgäng-liehen Bedarfes von der Einrückung zum Landsturm enthoben werden und auch bereit« Eingerückte können dann beurlaubt werden, wenn sie noch nicht in die Ausmarschräume abgegangen sind. Bestellung von Ueberwachungsorga-nen zur Sicherung der Ernte- und Feld-bestellungsarbeiten. Znr Sicherung der Ernte-und Feldbejtellnng»arbeiten hat die Statthalterei im Einvernehmen mit dem steiermärkischen LandeSauS-schufst folgende Organe für nachstehende Gerichts-bezirke bestellt: Franz Stamberger, Weinbauinstruk-lor, für Pettau, Rohitsch, St. Marein; Franz Birant, Weiubauinstruktor, für Gonobitz. St. Leon-hard, Windischseistlitz; Franz Gorican, Wanderlehrer, für Eilli, Mahrenderg, Schönstein, Windisch-graz; Martin Jeloviek, Tierzuchtinspektor, sür Franz, Oberburg; Andrea« Rrcnik, Weindauinstruklor, sür Frieda», Luttenberg, OberradkerSburg, Radker«burg; Franz Mafiasic, k. k. Weinbauinspektor, sür Drachen-bürg, Lichtenwald, Rann, Marburg Umgebung. Diese Organe sind mit von der Statthalterei ausgestellten 1 LegilimationSkarten versehen und haben während der Ausübung be« Dienstes eine weiß grüne Bind« am linken Arm zu tragen. Den Weisungen der Organe, welche übrigen» in landwirtschaftlichen An-gelegenheiten den Landwirten mit Rat und Tat an die Hand zu gehen hab«n, muß bezüglich Ernte-und Felsbeftellungsarbeiten entsprochen werden. Moratorium in der Schweiz. Die Han-delS- und Gewerbekammer in Graz teilt mit. daß der schweizerische Bundesrat den folgenden Beschluß gefaßt hat: Der in der Schweiz dom'zilierte Schuldner ist bi« auf weitere« bringt, seinem im Auslande domizilierevden Gläubiger die gleichen Stunduigs-einreden entgegenzuhalten, die dem im Auslande domizilierten Schuldner auf Grund von RechtSnor-men, die im Jnlande feines Wohnorte» erlassen worden sind, gegenüber dem in der Schweiz domizi-lierten Gläubiger zustehen. Dieser Beschluß tritt mit dem 17. August in Kraft. Rammn 63 Schiffahrtsverbindungen der ne« tralen nördlichen Staaten Europas mit Amerika. Die Handels- und Gewerbekammer in Graz teilt mit, daß in der nächsten Zeit von de« neutralen „örtlichen Staaten Europa« folgende Schiffe nach Amerika abgehen werden: Bon Ichwe-den nur ein Passagier- und Frachtendampser, der St. Petersburg am 8. d. verlassen hat und i» Gothenburg Fahrgäste nach Südamerika aufni«»t. In Norwegen hat nur noch da« am 7. November abfahrende Schiff Plätze für Fahrgäste frei, lläh> rend die Dampfer, die am 19. d., 3. und 24. Oktober von Norwegen abgehen, noch Frachten an* nehmen. Die Dampfer, die am 17. und 24. Sey-tember von Kopenhagen abgehen, sind gänzlich be-setzt. Schifsskarten dritter Klaffe sind erst für des 1. und 13. Oktober, Schiffskarten aller Klassen erst für den 29. Oktober erhältlich. gur BoyKottbewegung gegen fraa-zöfische und englische Waren. Ei» Par-jumeur schreibt uu»: Es wurde mit Freude» be» grüßt, daß im Kreise der Konsumenten der Wunsch zum Ausdruck gelangte, di« heimische Industrie ze> gen die ausländische Industrie zu bevorzuge». Wen» man berücksichtigt, daß in den letzten Jahrzeh»«» Deutschland und Oesterreich Ungarn in igezuz auf Lieferung von Rohmaterialien, wie Essenzen, ätheri-sche Oele, al« auch Toiletteseifen, Parfümen«, feine ReiSmehle usw. in Fabrikantenkreisen, beziehungsweise bei den Verbrauchern einen Weltruf er-worden haben und daß selbst die französischen Pur» fumeriefirmen bedeutende Abnehmer dieser Erze»;-nisse sind, welche dann wieder unter französischer Flagge zu uns zurückkehren, so wird man t» begreiflich finden, baß die Parfumeriefabrikantea der Monarchie eS schon seit längerer Zeit bedauert haben, daß sie dem Vorurteil des geehrten Publu kum», französische Waren den heimischen oorzi-ziehen, machtlos gegenüber gestanden haben. Da» mußten fit umfomehr bedauern, als sie in der Lage sind, bei annähernd gleichen Preisen viel bessere Produkte dem Verbraucher zur Verfügung zu fleQeti. Dem Wunsch der Kundschaft entsprechend, war« sogar die österreichischen Fabrikanten gezwungen, ihre Parf imerieware» mit französischen Aufschnürn zu versehen, um der schweren Konkurrenz mit de» Auslande nur einigermaßen entgegenzutreten. L« nun die Fabrikanten genötigt sind, immer eine» größeren Borrat von Etiketten usw. auf Lager |i haben, waren sie momentan nur unter großen Ler-lüften in der Lage, dem Wunsche der Kundschaft, nur mit rein deutschen Etiketten versehene Ware» in den Handel zu bringen, gerecht zu werde». Jetzt in dieser schweren Zeit, wo alle Klassen der Be-völkerung sich gegenseitig helfen sollen, wo naior-gemäß der Geschäftsgang ein dementsprechend an-günstiger ist und wo der Industrie die schwere Ach gab« zufällt, trotz der großen Schädigung, die fit erlitten, Beamte»- und Arbeiterentlassungen zu ver-meioen. indem sie neue Opfer aus sich nimmt, wär« die strenge Durchführung eine« Boycott» solcher Waren, welche mit französischer Aufschrift versehe» sind, eine schwere Schädigung unserer Industrie. Es ergeht daher an das verehrte Publikum da» Er» suchen, sich beim Einkaufe ihrer Toileileware» nicht an die äußere Aufmachung zu stoßen und durch dir Bevorzugung heimischer Waren, selbst mit fremd« sprachigen Aufschriften, unserer Industrie in diese, schweren Zeiten fördernd zur Seite zu stehe». T» weit e« die Verhältnisse gestatten, sind von i>«» maßgebenden Fabriken schon deutsche Ausmachimßa bestellt worden, jedoch wird e» »och einige Mona» dauern, bis dies« Bestellungen geliefert werde» können und bi« die vorrätigen Waren in de» verkehr gebracht wurden. Fort mit den Fremdwörtern. H-il-z-r Eifer um da« Recht und die Reinheit »»sera Sprache lodert im ganzen Deutschen Reich empor. ES muß Borsorge getroffen werde», daß die be-geisterung nicht schnell wie ein Strohseuer verzlüh«, sondern daß an allen Oiten in jedem devische» Herze» eine Liebe zur deutschen Muttersprach« wurzle, die von unvergänglicher Dauer ist und alle tuerci mit Fremdwörtern weit von sich weist, tldci nicht soll willkürliche Gewaltsamkeit bei de» Samps gegen die fremden Eindringlinge das Wort führe», sondern eS bedarf der einheitlichen und sachkundige» Leitung. In allen BerdeuifchungSangelegenheitr» tji der Allgemeine Deutsche Sprachverein der dein Ratgeber. Seine Losung: „Kein Fremdwort fir M, was deutsch gut ausgedrückt werden kann/ diirgt f« seine maßvollen Ansichten und Bestrebung«». Au£> gerüstet mit wifsenschafilichem Werk^eitg, adholt jeder Uebertreibung und unberufenen Worurßndimz bewährt durch weit und breit anerkan»te örfolze, - ußmarß. Blätter zur Unterhaltung und Belehrung für Haus und Familie. ?«»uta«sbeitage »er „Deutschn» Wacht" iu ftift _ Nr. 35 .Die Süd mark" «richtn« |eOe*t Sonntag alt Biw*tntülie «Jetlage für die 84« I j n i A >«r .Deuts»»» Sacht". — tliiiKlR ist .Die feflbmarf" nicht täuttiA_ | _ (Nachdruck verboten » Englische Aerfldie einst und jetzt. Bon Karl Ohmann. Die Geschichte ist die beste Lehrmeisterin der Böller. Leider beherzigen diesen Ausspruch recht wenig die Böller und selbst die Diplomaten ge-denken vergangener Zeiten nur recht selten. Das gilt nicht zuletzt auch vom deutschen Bolke und von den deutschen Diplomat«. Heute räsonniert ein jeder krästig über da« perfide Albion, und alle die; jenigen, di« srüher immer und immer darauf hin-wiesen, daß man dem englischen Belier nicht über den Weg traue» dürfe, wurden mehr oder weniger als verbissene Englandsfein de, als Schwarzseher an-gesehen. Wer daS tat, nun, der ist nun eines an-deren belehrt worden, er hat' in die perfide Seele des Engländers einen tiefen Blick tun müssen, er hat von neuem ein heuchlerisches Pharisäertum kennen lernen müssen, er ist, wie man so zu sagen pflegt, schier aus den Wolken gefallen. Der deutsche Michel glaubt in seiner Gutmütigkeit, daß dem Eng-länder eS doch kaum einfallen könne, seinen Dank für die Haltung Deutschlands gegenüber England zur Zeit des Burenkrieges damit zu betätigen, daß eS seine Gehässigkeit gegen Deutschland in die Tat umsetzen werde. Nun, England ist, wie die Ge-schichte uns lehrt, niemals dem deutschen Bolke ge-genüber von einer vornehmen Gesinnung gewesen. Heut steht an der Spitze Englands von neuem ein König, der den Namen Georg führ», und unter einem Georg, dem zweilen, war es, daß England den Grund zum angloindischen Reiche legte. ES gelang nämlich England in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhundert«, seine heutigen Bundesgenossen, die Fran-zosen, aus Kanada und Ostindien zu verdrängen, und dies nur dadurch, daß der große Preußenkönig Friedrich II. sich zu einer NeutralitätSkonvention mit England verstand, wodurch er sich Frankreich auf den HalS hetzte, daS dadurch wieder dem eng» lischen Borgrhtn, in d«n französischen Kolonien weniger Beachtung zukommen lassen konnte, wodurch eS England ermöglicht wurde, sein Ziel zu erreichen. Und wie war hierfür Englands Dank? Als der zweite Georg daS Zeitliche gesegnet, der dritte Georg im Zahre 1760 den Thron bestiegen hatte, da er« klärte derselbe noch in seiner Thronrede: „Wir können die unerschütterliche Standhaftigkeit deS König« von Preußen, unseres Bundesgenossen, und die un-erschöpslichcn Hilfsmittel feines Geistes nicht genug bewundern. Bon ganzem Herzen und ohne Berzug bewilligen wir die Hilfsgelder zu seiner Unter-stützung." Allein schon ein Jahr später war diese königliche Erklärung vergessen, wurde sie durch Lord Bute, einen Staatsmann vom Schlage des gegen-wältigen Grey, annulliert. Friedrich der Große äußerte sich über diese Hallunkenhaftigkeit in seiner Geschichte des siebenjährigen Krieges mit den Wor-ten: „Lord Bute verweigerte die HilfSgclder, welche die englische Nation bisher dem Könige non Preußen gezahlt hatte. Er schmeichelte sich hierdurch, diesen Fürsten in die Notwendigkeit zu versetzen, in jede Friedensbedingung einzuwilligen, welche das briti« fche Ministerium ihm vorzuschreiben, für gut finden würde. Der Engländer glaubte, Geld vermöge alles nnd dies sei nirgendwo als in England." Unwill» kürlich denkt man hierbei an den gegenwärtigen Leiter, den englischen Minister Grey, der auch wohl Gold in reichen Mengen ausstreuen ließ, um seine gegenwärtigen Helfershelfer, wie namentlich Japan, an feine Seite zu bringen. Ein Jahr später han-delte Lord Bute sogar direkt verräterisch. Als Zar Peter III., ein Bewunderer Friedrichs des Großen, die Regierung angetreten und sich entschlossen hatte, den Preußenkönig zu unterstützen, da ließ Lord Bute dem Zaren durch den Fürsten Gallizin den Rat erteilen, die russischeres in Ost- und West-preußen gemachten Eroberungen nicht an Preußen zurückzugeben. Und diese perfide Handlungsweise im Hinblicke darauf, daß England durch die Stand-hastigkeit Friedrich? des Großen sich Kanada, Flo-rida und mehrere Inseln einverleiben konnte! Und vor 100 Jahren nach der ersten Sin-nähme von Paris? Da war cs aus dem Wiener Kongresse, wo England alles daran setzte, Preußen« berechtigte GebietSsorberungen, da« Verlangen Preu-ßen«, dessen Heeren in erster Linie die Niederm«-fung des Korsen zu danken war, nach einem Stück Nordseeküste zu schänden zu machen. Ja, am 3. Jänner 1815 schloß er au« Anlaß „neulich kundgegebener Prätensionen" mit Frankreich und Oesterreich ein Bündnis, um gegen Preußen und Rußland ins Feld zu ziehen, Nur die Heimkehr Napoleons nach Frankreich ließ diesen perfiden Plan nicht zur AuSjührung kommen. Und al« am 18. Juni 1815 abends bei Waterloo Wellington mit seinen Engländern schon verloren war, da war es Blücher mit seinem Heere, der die schon verlorene Schlacht in einen glänzenden Sieg wandelte. Wellington hat selbst erklärt: „Ich gab gegen siebeneinhalb Uhr die Schlacht für verloren, al« zu unserer Rettung Blücher in der linken Flanke erschien." Aber auch für diese Rettung hat England seinen Dank in feiner Weise betätig«, e« war vielmehr nach wie vor bestrebt, eine Erstarkung Preußens zu verhindern. Und vor 50 Jahren, als der Kamps um die Be« freiung Schleswig-Holsteins geführt wurde, da war eS wieder England, das gegen Preußens und Oester» reichs Bestrebungen intrigierte. Als im April 1864 die österreichische Kriegsflotte nach der Nordsee auS-gelaufen war, da erregte dies an der Themse einen ungeheuren Sturm der Entrüstung. Man erklärte, daß es nicht-geduldet werden dürfe, daß die Deut» fchen unter den Augen der englischen Seemacht Dänemark auch aus der See zu Grunde richteten. Alsbald sandte auch England zwei seiner Kriegs-schiffe nach Deutschlands Westküste, um in einer eventuell für Dänemark ungünstigen Seeschlacht die Partei der Dänen zu ergreifen. Wie auch in diesen Tagen, so strotzten die englischen Zeitungen von lügenhasten Berichten über die Ereignisse. Das Wahnsinnigste wurde den Engländern zum Früh-stück durch ihre Presse serviert. Demgemäß sah sich ein Lord im Parlamente zu der Anfrage an die englische Regierung veranlaßt, wie sie denn darüber denke, daß die Preußen bei der Einnahme der In« fel Alsen 400 Schweden, die um Pardon gebeten hätte», einfach tot geschlagen hätte«. Ein anderer Lord regte sogar im Parlamente an, Preußen in-folge seine« Rücktrittes vom Londoner Vertrage und seines ganzen Verhalten« di« Provinz Sachsen aus-zukündigen, da e« diese ja nur auf Grund der Wiener Verträge im Besitz hab«. Vor 50 Jahr«n war die preußische Flotte ja nur ei« Embryo, aber sie hatte doch den Dänen gegenüber schon eine große Schneidigkeit gezeigt, und ha« genügte schon, um den Haß gegen die Flotte in hellen Flammen auf-lodern zu lassen. Wie im Jahre 1864 die Stim-mung in England war, da« erhellt au» dem Ar-tikel eines deutschen Familienblatte«, in dem eS hieß: „Der Ochs will grsattelt sein!" so lautete jüngst ein Hohn über die Srhnsucht der Deutschen nach einer Kriegsflotte. Woher kam dieser Hohn? Von England kam er, dem Volke, dessen öffentliche Stimmung seit dem Tode de» Dänenkönig« und d«r deutschen Anfechtung des sogenannten Londoner Pro-tokollS sür Deutschland keinen anderen Ausdruck mehr hatte, als den der unerhörtesten Beschimpf»»-gen. Wir sehen uns vergeblich in Europa nach einem Volke um. das im Uebermaß der Gehässigkeit gegen die Deutschen dem englischen nahe käme. Kein andere« vergißt soweit die Ehre dcr Wahrheit und den nationalen Anstand wie die englische Nation. Keiner ist eS möglich, die Wutausbrüche John Bulls, die lügenhaften Organe deS freien Albion zu er-reichen. Welch Entsetzliches »st geschehen, wa« haben wir Gräßliches verbrochen, um von einer Nation, welche die oberste Stufe der Kultur und Macht in Europa beansprucht, in solcher Weise behandelt zu werden? Wir sehen uns vergeblich nach dem schauder-hasten Verbrechen um. Nicht in der Gegenwart, noch weniger in der Vergangenbeit finden wir die Ursachen für eine so lies ausgewühlte Empörung gegen uns. Was ist eS? Was daS großmächtige Jnfelreich in eine Aufregung versetzt, al» ob wir die Hand frevelhaft nach seinen heiligsten Kleino-dien ausgestreckt hätten. Wir wissen e«: Von der gemeinsten Selbstsucht wird die englische Ehre be» fleckt: die Furcht, der verachtete Deutsche könne zur See doch noch zur Macht gelangen, „der Ochs könne doch gesattelt werden." Diese jämmerliche Angst vor der Zukunft de« eigenen LebenSbaume« durch eine aufgehende fremde Blüte, — diese jämmerliche Angst hat die englische Nation so tief sin-ken lassen, daß sie für AuSbrüche wahrhaft ruch-loser Versunkenheit keine Scham mehr hat." Diese Worte sind vor 50 Jahren geschrieben, und wie zu-treffend haben sie schon damals England charakteri-siert! Heut ist Gott sei Dank der Och» gesattelt, heut scheut sich die deutsche Flott« nach keiner Rich-tung hin vor der englischen und — welcher Treppenwitz der Weltgeschichte! — Dank der unermüdlichen Schaffenskraft des großen Sohnes einer eng-Elchen Mutter. Heut hat sich daS stolze Albion von neuem dem deutsche» Volte gegenüber einer boden« losen Perfidie schuldig gemacht. Im Hasen von Kiel hat ein Teil von England« Kriegsflotte noch ganz vor kurzem freundliches Wesen geheuchelt, Freundlichkeit heuchelten Englands Minister. Eng-land« König. Nun. hoffentlich ist diese Heuchelei die letzte »n« Deutschen gegenüber gewesen, hoffentlich ruhen wir nicht eher, als bis mindesten? die Hälfte der englischen Kriegsflotte auf dem Grunde der Nordsee begraben liegt oder in deutsche Hände ge» langt ist. Der Kampf, den uns Deutsche Tngland ausgehalst hat, er darf nicht eher ruhen, als bis wir England zu einer Seemacht zweiten Grade« degradiert haben, denn so lange dies nicht der Fall ist, so lange werden wir auch unter englischer Selbst-sucht, englischer Perfidie zu leiden haben. In den Jahren 15,7 bis 159 vor Christi Geburt war der römische CensoriuS MarcuS PorciuS Cato gegenüber Carthago, das zu dieser Zeit dieselbe Rolle spielte, wie heutigentags England, unermüdlich bestrebt, feinen römische» Landsleuten die Worte zuzurufen: „Ceterum confeo, Carthaginem esse delendam" — Karthago ist zu vernichten. Cato war ebm der sehr richtigen Meinung, daß Rom nur groß sein könne, wenn CarthagoS Seemacht vernichtet sei. Und wie Rom nach der Vernichtung Carthago» groß wurde, so wird Deutschland nur groß sein, wenn Englands Seemacht gebrochen ist. Ceterum confeo, Britanniam esse delendam — England muß vernichtet werden. Unter einem Georg II. wurde England zur großen und reichen Weltmacht. Hoffentlich kann einmal in den Annalen der Weltgeschichte eingetragen werden, daß daS britische Weltreich unter einem Georg V. in Trümmer zerfiel und daß an seiner Stelle das Deutsche Reich Weltmacht wurde zum Segen aller Völker der Erde. Hin ernstes Auch für ernste Zeiten. Der vor seinem Erscheinen wiederholt in den Zeitungen erwähnte „Völkische Reisesührer durch Südösterreich- verzögerte sich mit seiner Fertigstellung und verließ die Presse unmittelbar vor AuSbruch des Krieges, die Versendung wurde aus diesem Anlaß aber fast -inen Monat aufgehalten. Eine verbreitete Ansicht geht nun dahin, daß dixseS Buch, welches als eine Jubiläumsgabe zur FünsundzwanzigJahr-feiet der Südmark gedacht war. jetzt seinen Zweck völlig verloren hätte, denn «an macht in KriegSzei-ten keine Reisen und daS Gesamtinteresse der Be-völkerung wendet sich derzeit nur den sür unsere Zukunft so wichtigen Kriegsereignissen zu Diese Auffassung ist nicht ganz richtig; denn einmal soll man auch während der ernsten Kriegs« zeiten auf die nationalen Vorgänge bei uns nicht vergessen, und dann ist dieser „Führer" überhaupt kein Reisebuch im gewöhnlichen Sinne. Er besitzt zwar die Form und Stofsanordnung eine« solchen, stellt jedoch ein Nachschlagebuch vor, da« mühsam und sorgfältig zusammengetragene Angaben über die -7 nationale» Zustitnde und die natwnole Mo« de, Deutsche» in Sitdösterreich enthalt. Ein bekannter. alpenländischer Politiker itnherte sich über diesen Führer dahin, daß. wer richtig und zwischen den Zeilen zu leien versteht, die ganze Geschichte unserer unseligen Politik seit Taaffe darin findet, die nun zu dem düsteren, blutigen Abschluß sührte. den die Herausgeber de» Buche« so wenig al« unmittelbar bevorstehend geahnt hatten wie andere. Der völkische Reiseführer ist also kein Buch sür Luftfahrten, er ist ein Lesestoff, würdig unserer ernsten Zeit, er wird den Landfremden in friedlichen Tagen Aufkärung geben, die Heimischen sollen aber das Buch zur Hand nehmen und lesen und nachdenken, damit wir gerüstet sind, wenn nach dem Krieg so manche wich-tige Aenderung in unserem Vaterlande vor sich gehen wird. Eine Besprechung des Inhalte» wird das oben Gesagte bestätigen. Dem Buch vorangestellt ist eine Widmung an die Südmark, wo es unter anderen heißt, daß der Führer in jene« Gebiet leitet, wo die Erfolge der Südmark blühen, wo aber daS Deutschtum zum Teil feinen Feinden ausgeliefert oder doch arg bedroht wird. In den .Zielen und Zwecken des völkischen Reiseführers" wird der Plan und das Entstehen des Buches entwickelt und, ohne viel politische Ausfüh-rungen zu bringen, auf zwei Triebkräfte an der Entdeutschung Oesterreichs verwiesen: die slawen« freundliche Regierung und die slawischen EinheitS-bestrebungen. Dann wird erwähnt, daß die einzelnen Abschnitte des Führers von genauen Kennern der Verhältnisse verfaßt sind, wodurch aber auch eine gewisse Verschiedenheit in der Darstellung entstand. Die einzelnen Mitarbeiter sind nicht genannt, nur als Leiter des ganzen Werke», dem die Schluß«-daktion oblag, ist der Obmann des nationalen Frem-denverkehrSauSschnsieS Ludwig Jahne in Klagensurt angegeben. Der erste Abschnitt „Untersteiermark" bringt zuerst aus der Feder eines bekannten Historikers einen Abriß der Geschichte dieses Landes und einen 'ehr lesenswerten Aufsatz „Deutsche und slawische Sied-lungen". Dieser folgt eine Schilderung der gegen-wältigen, nationalen und politischen Verhältnisse in Steiermark von einer dort führenden Persönlichkeit. Es werden die Bestrebungen der Slowenen darge-legt, die, vom Unterland ausgehend, bereit» die Tä-tigkeit des Grazer Landtage» lahmlegen konnten. Von größter Bedeutung ist das zielbewußte Vor-gehen der slowenischen Geldinstitute, während die Deutschen ihr Geld nach allen Richttingen planlos arbeiten lassen. Dann wird der Sprachkampf und der um die Schule besprochen, mit bekannten Aus-schreitungen im Gefolge, aber auch der wirtschaft-liche Kampf, der zeitweise Voykott deutscher Geschäfts-leute sowie die Sucht der Gegner, in allen Aemtern ihre Leute unterzubringen, wird dargestellt. Nach einer kurzen Schilderung deS Besied-lnngSgebieteS der Südmark beginnen die Einzelbe-schreibungen, und zwar wenden in den Unterab-schnitten Marburg, Marburg—Spielfeld, Spielfeld —Luttenberg, Marburg—Unterdrauburg, Marburg —Friedau, Pragerhos—Cilli und Cilli—Unterdrau» buro insgesamt «O Drlschaftrn. mi« ihr.n nalwn». i,n S^rlialtniffen gkschildrr«. Wir erfahr«, dabei, daß eS um daS Deutschtum im steirischcn Unterland« durchaus nicht überall schlecht steht und daß t» \» vielen Ortschaften sogar im Borschretten begriffen ist überall aber tapfere Verteidiger ausweist. Mit besonderer Ausführlichkeit und Liebe ist Marburg. Pettau und Cilli besprochen und dabei manche schätzenswerte Einzelheit aus den nationalen Kämpse» erwähnt. Dem Abschnitt „Südkärnten" ist wieder ein Abriß der Geschichte der Deutschen vorangestellt, welche namentlich die Besiedlung behandelt, wobei wir erfahren, daß das Stehenbleiben an der Dran seine Ursache vermutlich darin hatte, daß südlich dieses Stromes der Einfluß der Patriarchen von Aquileja begann, denen zu wenig deutsche Ansiedler zur Beifügung standen. Der Aussatz ..Politische und nationale Verhältnisse der Gegenwart" sührt un« >n die Kämpse unserer Tage, gibt aber auch eine Ueber» ficht der deutschfeindlichen RegitrungSarbeit, Die Au«, sührnngen schließen mit der Zuversicht, daß die Deutschen Kärntens durch ihre zielbewußte Abwehr-arbeit eine gute Grenzwacht ihrcS Stammes sein werden. Die Orte werden in den Reiselinien Unterdrau-bürg—Villach, da» Rvsental, das Kanaltal uud das Gailtal geschildert. Wieder ersahren wir manche merkenswerte Einzelheit, wie über die alte deutsche Etadt Bölkermarkt mit ihren reindeulschcn Kirchen, gründungen. während heute im ganzen Gebiet kein deutscher Seelsorger zu treffen ist. Gnt ist daS na-tionale Lebe» in Klagensurt und Pillach gekennzeich-„et. besonders eingehend sind aber die Verhältnisse dcS RosentalcS dargelegt. Bei Ferlach finden wir lesenswerte Angaben über die Geschichte seiner In-dusttie. Vom Gail- und Kanaltal heißt es bei allen Orten übereinstimmend: die slowenische Bevölkerung vom Hause deutschsreundlich, Bei dem folgenden Abschnitte „Krain" ist die Geschichte „mit besonderer Berücksichtigung der Schick-salc des Deutschtums im Laiide" von hohem Inte-refse, einmal, weil dieser Aussatz von einem unserer besten deutschen Männer jenes Landes stammt, dann aber, weil hier zum erstenmale eine zusammenhängende Darstellung jener Drangsale gegeben wird, die fast zur Vernichtung des Deutschtums in jenen Ge-bieten sührten. Diesen temperamentvollen Ausfüh-rungen svlgt ein streng sachlich gehaltener Aufsatz „Gegenwärtige Zustände seit TaafftS Regierung". Er behandelt daS UnterrichtSwesen. hie öffentliche Verwaltung, Wirtschaftliches. Gewalttätigkeiten in der Drutschenversolgung, Brvölkerungsstaud, deutsche MinderheitSschulen, politische Vertretung und Zei-tungswesen. In den nun solgrnden Ortsbeschreibungen wird gezeigt, wie viel deutsches Wesen seit Jahrhunderten m Krain vorhanden war. Dies gilt sür daS einst deutsche Laibach, dessen ältere Gebäude alle deutsche Schöpfungen sind, ebenso für die Linie TarviS -Laibach, wo die Orte deS oberen Savetale» fast alle Deutschen, meist aus Kärnten eingewandert«» Bergleuten ihr Dasein oder doch ihre Bedeutuug ver-danken. Sehr lesenswert und anregend sind die ge- schlchtlichrn Angab?» übrr Wcißrnskl«, Nßling unb vor allem Neumarlit, »a« noch vor wenigen Jahren eine deutsche Gemeinde war. In der Gegend von Krainburg blühten vor fünf Jahrhunderte» deutsche Bauerndörser. und wa» von der einstigen, deutschen Sprachinsel Zarz gesagt wird, schneidet in da» Herz. Warme» HeimatSgesühl spricht aus den Mit-teilungen über Gottschee' und sein Gebiet, namentlich das Geschichtliche ist sehr lesenswert. Die Reiselinieu Laibach-St. Peler und Ost» und Südkrain mit dem weuig bekannten Gebiet der neuen Weißkrainer Bahn bringt manche Kunde von verschollenem Deutsch-tum, doch mußte bei den Angaben eine gewisse Zu-rückHaltung eintreten, um die versprengten Bolksge-»offen nicht noch weiteren Schädigungen eines räch-gierigen Gegners preiszugeben. Im Abschnitt .Adriagebiet" ersah«» wir, daß dort schon im srühcn Mittelalter Deutsche in gebie-tenden Stellungen tätig waren. Görz verlor seinen deutschen Charakter aber erst „ach dem Au»sterb«n der Grasen von Görz. als die Habsburgischen Für-ste» dort nicht mehr residierten und nach Abzug deS deutsche» Hoshaltes Italiener auS Friaul nachrückten. Ein srischer Zug geht durch de» Aussatz „DaS Deutschtum an der Adria in kultureller, wirtschaft, licher und politischer Beziehung". Es spielt noch heute eine bedeutende Rolle dort, denn zu den alten Resten gesellen sich »eu ausblühcndeKolon»en an der Küste. Der nächste Abschnitt ..Südtirol" stammt von einem hervorragenden Kenner dieses Lande». Die Behandlung diese» Stosses weicht etwas von der früheren ab, beschäftigt sich aber eingehend mit der Abstammung der Bevölkerung. Diese wird ans die Rätoromanen zurückgeführt, welche im Laufe ^der Jahrhunderte zum Teil „eingedeutscht", zum Teil romanisiert wurde, zum Teil aber als die offiziell nicht anerkannte Nation der Ladiner »och vorhanden ist. Der besondere Teil behandelt hier die Reisclinien Brixen—Bozen, Bozen, Bozen—Meran, Ueberetsch, Mendelpaß, NonSland; Bozen—Rovereit, Suganer-tal und Seitengebiete, Gartseegediet und die räto-romanischen Dolomittäler. Dabei wird viel Inte» ressante» über die Kämpse mit den Welsche» erzählt. Durch diese Inhaltsangabe wird wohl das -in-gang» Gesagte bestätigt, daß der „völkische Reise, sührer" kein Begleitbuch für Vergnügungsreisende ist, sondern ein ernster Lesestoff, der gerade in uns«-ren Tagen gewürdigt werden soll. Wenn wir daher das Buch zum Kamps« empsehlen, so ist auch der billige, auf Massenabsatz rechnend« Prri« von 1-30 K (mit Postversaud 1'60 K) zu beachten, ttotz-dem das Buch sast 300 Seiten umsaßt. Die Ein-nahmen gehöre« der Südmark, deren Geldmittel durch den Krieg äußerst knapp wurden, welche aber trotzdem ibre Ortsgruppen auffordert, sür da« Rote Kreuz und die Familien unserer Krieger zu sam-meln. DaS Buch ist durch den Herausgeber (Frem-denverkehr«ausschuß der Deutschen Voltträte, Kla-gensurt. Gasometergasse 14) sowie durch jede Buch» Handlung zu bezieh«». Wir wollen aber mit den Worten der Einleitung dei Buches schließen: „Den Deutschen Oesterreichs dars vor ihrer Zukunft nicht bangen!" - Räumn: 63 Deutsche Wacht Seite b asgrrufen von Behörden, Gesetzgebern, Geschäftsleute». Beamten und Tausenden von Ratsuchenden, iß er das deutsche Sprachgewissrn geworden. AI» hilsswittcl in BerdeutschungSangelegenheiten hat er jcheade VerdeutschungSbücher berantgegeben. und p«r: 1. die deutsche Speisekarte, 2. der Handel, S. kl häusliche und gesellschaftliche Leben, 4. dkuschcs ftninvüchUm, 5. die Amtssprache, 6. das Berg-ni Hüttenwesen, 7. die Schule, 8. die Heilkunde. 9. lonkunst, Bühnenwesen und Tanz, 1V. der witsche Skat, 1l. deutsche Ausdrücke des Fußball» 12. deutsche Tennisausdrücke. Jede« dieser «Mdollen Büchlein ist für den billigen Preis von » bi» KV Pfennig bei der GeschästSstelle deS All- Eaen Deutschen Sprachverein», Berlin W. 30, »dorsstraße 13/14, ju haben. Diese zuverlässigen Ktzeder seien jedermann dringend und herzlich «psohlen, Wer sonst noch Rat sucht, findet ihn bei ta Lorstand deS Zweigvereinet seines Orte« o»er Ksdibarorte« am nächsten, oder er wende sich an t» Herausgeber der Lprachecke, Professor Dr. Tesch i» Lila, Remigiusstraße 39. An offenen Hräöern! lwslgedanken von Max Bewer, Dretden-Laubegast. Wem ein liebet Herz entrissen, Denke, daß wir sterben müssen Jeder einen and'reu Tag;-- . Bon zwei Menschen, di« sich lieben, Einer blickt zurückgeblieben Seinem Glück in Tränen nach! söttest du ihn nicht verloren, ch, wie bald schon an den Toren L Deiner Gruft weint er um dich?!... In Gedanken, seine Klage« . HoheitSvoll nun sklbst zu tragen, Tröste deine Seele sich! Wenn ein Liebet dich verlassen, Lerne dich in Wehmut fassen: Er ist frei von Herzeleid! Nnr der Wunsch, ihn zu besitzen, Bohrt in dich die Dornenspitzen Immer neuer Traurigkeit I Tote soll man nicht belranern In den heil'geu Tempelmauern Ihrer Weltversunkenheit!. .. Aus des Lebens Stnrm gereuet, Schläft dein Liebling holdgebettet Bon des Dasein« Schmerz befreit! — La nnr «ine kurze Stunde Trage still det Abschieds Wunde In der Träne edlem Trost!-- Denn wie lange wird e» dauern, Bis an kühlen KirchhosSmauern . Eich dein eig'net Grab bemoost!.. . Bit sich hold, wie nach Gewittern In der Sonne Perlen zittern Aus den Blumen weit und dreit, Ju der Welt det ewig Schönen Deiner Wehmut bitt're Tränen Äsen ans in Seligteil!-- >. Vermischtes. Den Truppen kriu«n Alkohol. In fiter Bekanntmachung det kommandierenden Gene-ti# be» 4. Armeekorps heißt et unter anderem: ,tt ist zu meiner Kenntnis gekommen, daß die Be-Ätming die zum Wasjcndienst eingezogenen Mann-sfoftt«, um ihnen ihre Sympathien zu beweisen, Aeiiach mit Bier und anderen alkoholischen Ge-nnlni beamtet. So dankbar jedes Zeichen freund-bchn Gesinnung der Truppe gegenüber zu begrüßen % so bitte ich doch, im eigenen Interesse der Rorischasten von der Bewirtung mit geistigen Ge-trinken abzusehen und dafür den Mannschaften Nein Nahrung«- oder andere Genußmittel zukommen st luFm Nach alter Erfahrung wird die körper-ich« Leistungssähigkeit durch nichts leichter beein-idtchtigl als durch Alkoholgenuß." Arhnlich« Be-tamniachmige« sind auch seilen« anderer General-dmilillövS erfolgt, so zum Beispiel von dem det T. SrmeekorpS, da« in seiner Begründung unter cnbrifm Heine, kt: ,Jn dieser ernsten Zeit brauchen «ir die volle Kraft jedes einzelnen Soldaten. Wer beiträgt, diese herabzusetzen, schädigt die In-teilen der Allgemeinheit und versündigt sich an un-sm» Vaterland«, d«m — heute mehr denn je — alle unser« Kräfte gehären.* — Dieser wohlbegründete Wunsch und Wille »ns«r«r Heeresleitung sollte auch sür die Truppennachschübe, Einquartierungen, Verwundetentransporte, LiebeSgabensendungen usw. allgemein beachtet und befolgt werden. Vom russischen Wudki liest man jetzt östert, namentlich in Verbindung mit den Kosaken. Auch hörte man von scharsen militärischen und behördlichen Maßnahmen, die neuerdingS in Rußland gegen das Spirituosenelend erfolgt sind, von behördlichem Antgießen des Schnapses in Russisch Polen und dergleichen. (Uebrigent hat noch verschiedenen neueren Statistiken Deutschland einen erheblich höhe-ren Alkoholverbrauch pro Kopf, in absoluten Al-kohol umgerechnet, al» Rußland.) Da begegnet ein klein:t Mäichen aus dem Heimatland« d«s Wudki vermehrtem Interesse, daS keinen Geringeren al« Tolstoi zum Vater hat. SS ist die noch wenig be-kannte hübsche kleine Erzählung „Der erste Brannt-weinbrenner" (aus den Reclamschen Volkserzählun-gen von Tolstoi, übersetzt von W. Goldschmidt) — eine int Cagengewand gekleidete Schilderung des allmählichen sittlichen verfallt einet ursprünglich braven Bauern, den sich der Schnaptteusel zur Beute erkoren hat. Der in menschlicher Gestalt aus-tretende Höllengeist hat ihn zuerst vergeben? in seine Gewalt zu bringen versucht; aber alt der Bauer den Rat feinet Knechtes, det verwandelten Teufel-chent, befolg», und die überreiche Ernte, die er durch Essen nicht bewältigen kann, zu „trinken" anfängt, da ist er verloren. Satan, um eine Seele reicher, hat allen Grund, feinem kleine» Teufel vor dem versammelten höllischen Hofstaat den höchsten Orden umzuhängen, den er zu verleben hat, und ihn feinen besten Diener zu nennen. Er weiß, daß dem ersten Opfer eine unendliche Kette neuer Opfer fol-gen wird: „Von der Zeit an zieht der Schnaps-teufel mit der Flasche triumphierend durch die Welt und hinter ihm her kommt geschäftig die ganze Hölle.« — Michaelismesse Leipzig 1914. Die Handels- und Gewerbekammer in Graz teilt mit, daß der Rat der Stadt Leipzig beschlossen hat, an der Ab-Haltung der Messe an sich festzuhalten, jedoch die Mu-sterl-germesse (Engros Woche) innerhalb de« Rabmeu« der allgemeinen MichaeliSmesse auf dir dritte Woche der-selben zu verschieben, so daß die Musterlazermesse also Sonntag den 13. d. ihren Anfang nimmt. Gleichzeitig wiid ver Bcginn der Heibst Ledermesse, sowie die L« derbörfe aus Mittwoch den 16. d verlegt. Die im Vorjahre zum erstenmale abgehaltene Deuisch« Schuh' und Ledermesse wird infolge eines Beschlusse» de» ver-anstalt?nden Vereine» bi» auf weitere» verschoben. Hinaut mit den Französinnen und Engländerinnen. Die bestialische Be-Handlung, welche alle Deutschen und Oesterreicher in Frankreich, Belgien und England erfuhren, fordert zu Gegenmaßregeln heraus. Weit davon entfernt, zu verlangen, daß Gleiche« mit Gleichem vergolten werde — so tief wie der entmenschte Franzose kann ein Deutscher nie sinken —, haben wir doch gar keinen Grund. Brot und Stellung den Kindern jene« Lan-det zu geben, bat sich in so infamer und seiger Weise an unseren wehrlosen Stammesgenossen ver> ging. Geben wir nur ruhig Frankreich seine Kinder zurück; sie mö^en zu Hause ihr Weiterkommen suchen! Unsere Familien werden dabei um so weui-ger verlieren, al» anerkanntermaßen alle jene Fran-zisinnen, die int Ausland gehen, fast über gar kein« Bildung verfügen und lediglich um ihr«r fogenann-ten Sprachenkcnr.tnisse willen genommen »erden. Um die letzteren steht et aber meist gar nicht hoch, beherrschen sie doch zumeist nur eine französische Mundart, nicht aber, wie sich so viele einreden, »in reines Französisch. Mit der Kenntnis einer fran-zösischen Mundart käme der Deutsche in Paris aber ebensowenig weit, wie ein Franzose mit der Tiroler Mundart in Berlin. »Um der lieben Eitelkeit willen, eS klingt vornehm, eine wirkliche Französin im Hause zu haben — werden diese Kräfte in Stellung ge-nommen; sie sind minderwertig, dabei aber teuer, und wat man da zur Erziehung der Kinder meist int Haus nimmt, scheinen die Leute gar nicht zu ahnen, denn die meisten aus Frankreich exportierten weiblichen Wesen sind, wenn nicht schon sittlich ver-kommen, so doch mindesten? so locker, wie die Sitten d«r Heimat selbst. Wir stehen mit Frankreich, Belgien und England im Krieg. Unsere Landsleute Hut man in diesen sogenannten Kulturstaaten unmensch-lich behandelt, sie ihrer schwer erworbenen Habe de-raubt, viele zu Tode geprügelt. Wer wirklich patrio-tisch sohlt, kann den Kinder» dieser Länder keinen Platz in seinem Hanse gönnen. Et geht nicht an, daß die Damen unserer Gesellschaft patriotisch tun und fürt Rote Kreuz sammeln, die Angehörigen jener entmenschten Nation aber, die Kinder mordet, Frauen entehrt und sie zu Tode schleift, in Schutz und Brot nimmt. Da« ist indirekter Vaterlandsver-rat! Entlasset daher eure französischen Angestellte». Sie mögen heimkehren und dort erzählen, um wie viel besser der Franzose in deutschen Landen ge« borgen ist als der Deutsche unter der Grande Nation. Bon berühmten Handschuhen plaudert Ed. Frank! im ersten Heft« de« neuen Jahrganze« der „Arena" (OktavauSgabe von „Ueber Land und Meer"): Auch der Handschuh hat feine Geschichte, und diese lägt erkennen, daß er schon in älteren Zeiten tn Ge» brauch war. Während er heute mehr «in LuxuSgege»-stand geworden ist, hatte er in früheren Jahren fast stet» «inen besonderen Zweck zu erfülle» Die biblische Geschichte erzählt, bis) Redekta, um da» Erstgeburt», recht für ihren Sohn Jakob zu erreichen, Tierhäute auf dessen Hände zieht, damit der Vater Jfaak den jüngeren .Sohn von dem älteren nicht unterscheiden könnte. Um da» Jahr 1300 finden wir bei den Römern und Grie-chen Handschuhe in verschicdenen Formen, die bald dar» auf einen Handelsartikel bildeten. Der Handschuh galt in der Wende de« l6. Jahrhundert» al» ein Symbol der Freundschaft; Königinnen, Edeldamen, Ritter pfleg« ten sich gegenseitig mit Handschuhen ;u beschenken. Für diese Geschenke verwandten die Damen kunstvoll mit eigener Hand verzierte, oftmal« reich mit Stickereien besetzte Handschuhe; der König gab feinen Rittern, di« in den Kamps zogen, die mit Stahlschuppen gepanzer« ten Handschuhe al» Zeichen der Hochachtung und alt Talisman. Wer den Handschuh wiederbrachte, war meist der Sieger; denn ein verlorener Ritlerhandschuh war meist ein verlorene» Ritterleben, da die Handschuhe bei geschlossener Faust den «nauf de» Schwerte» fest um-schlössen, und nur mit Gewalt konnte da» so festgehal-tene Schwert der Hand de» Kämpfer« entwunden wer-den. Bekannt ist die Rolle, die der Handschuh bei den Turnieren in Teutschland spielte, bei welchen e» üblich war, daß der Ritter seinem erwählten Gegner im Tur-nier den Handschuh »l« Zeichen der Fehde vor die Füße warf, und was bei den Indianern die Ueberrei« chung de» Beile» an den zu bekämpfenden Stamm be-deutete, da» bedeutete in der Zeit der Ritterkämpf« da» Ueberbringen de« Handschuh» durch einen Boten an den Ritter, d»n man zu bekämpfen entschlossen war. Bei den Juden war e» ein HochzeitSbrauch, daß der Braut durch den Bräutigam mit dem Ring zugleich auch ein Paar Handschuhe geschenkt wurden. Die Dauer ein«« Kri«g«t. Vielfach wird in der Bevölkerung jetzt di« Frag« erörtert, wie lang« wohl der gegenwärtige Krieg dauern sollte. Die letzten Kliege bieten in dieser Beziehung keiner-lei AnhältSpuukl, weil sie durchweg« in Ländern geführt wurden, die im Vergleiche zu Mitteleuropa unwirtlich zu nennen sind. DieS gilt sowohl vom russisch - türkischen Kriege 1877/78, wie vom oft-asiatischen Kriege zwischen Rußland und Japan, und von den Balkankciegen. Zum Vergleiche kann nur der deutsch französische Krieg 1870/71 herangezogen werden. Dieser Vergleich wird um so interessanter, wenn man bedenkt, daß in diesem Kriege die Deut-schen fast stets siegreich waren und daß diese Siege sozusagen Schlag auf Schlag erfolgten, so daß der Laie glauben mußte, der Krieg müßte in der kürze-sten Zeit beendet sein. Die französische Kriegter-klärung erfolgte am 19. Juli 1870, der erste grö-ßere Zusammenstoß fand am 4. August bei Weißen-bürg statt. Trotzdem die Kapitulation von Sedan schon am 2. September erfolgt«, zog sich d«r Krieg noch monatelang hin. Erst am 28. Jänner 1871 kapitulierte Pari«, wobei gleichzeitig «in Waffenstill-stand geschlossen wurde, womit die Feindseligkeiten in der Hauptsache ihr Ende sanden. (Belsort kapi-tulierte allerdings erst am 16. Februar 1871.) Der eigentliche Krieg dauerte sechs Monate und neun Tage. Der endgiltige Friede wurde allerdingt erst am 10. Mai 1871 zu Frankfurt abgeschlossen. — Will man sich also nach den kciegtgeschichtlichen Er» sahruugen richten, so muß man jetzt mit einem Kriege rechnen, der mehrere Monate dauern wird. Der Arzt aus dem Schlachtfelde. Zwi» schen der Tätigkeit de» Arzte» im Feld« und der im Fried:n bestehen, wie der durch seine Teilnahme am letzten Balkankriege sowie am russiich-japaniichen Feld» zug bekannt gewordene Chirurg Professor Dr. Franz Eolmer» kürzlich in »Westermann» Monatsheften" au»-geführt hat, wesentliche Unterschiede. Die Aieptik, da» keimfreie Operationsverfahren, dem wir im Frieden un» fere großen Erfolge verdanken, auf dem Schlachtfeld« in Anwendung zu bringen, ist ein Ding der Unmög-lichkeil; ja, man hat selbst die Desinfektion der Ä^n» den aufgeben müssen, weil nun einsehen gelernt hat, daß eine gründliche und exrkie Reinigung der Wunden auf dem Hauptverbandplatz unmöglich ist. Die Auf-gäbe de» Feldarzte« besteht tn der Front im wcsent- Seit« 6 Deutsche Kiaöft Nummer L3 lichcn In d«r rorbeugenden Behandlung, «infich wie aus den Hauplverbandptjtzen eine Wunde nur dann ange-rühit werden darf, wenn eine dringende Lebensgefahr besteht. Die erste Fürsorge auf dem Schlachtfeld« wird wahrgenommen zunächst durch den verwundeten selbst »der seine Kameraden, oder auch durch dir b«i der Trupp« befindlichen SanitätSmannschaften. Sie besteht im Anlegen des ersten Verbandes. Zu diesem Zweck führt jeder Soldat, eingenäht in die vorderen unteren Zipfel seine« WaffenrockfutlerS, zwei Verbandpäckchen mit. Diese bestehen au« einem keimfreie»!, anliseptilch lmprägnieiten Stück Verbandmull, an dem ein« Binde befestigt ist und lassen fich so öffnen, daß di« mit d«r Wunde in Berührung kommende Fläche mit den Hän» den nicht betastet wird. Da« ist wichtig, denn sind wir imstande, da« Eindringen von kranlhettSkeimen während der ersten Stund« nach der Verletzung zu verhindern, so wird bei der Kleinheit de« Ein- und Ausschusses der Verlauf verhältnismäßig gutartig fein. Verlassen dann dte Leichtverwundeten das Schlachtfeld und wer-den die Schwerverwundeten, sobald der Stand de« Ge-fechte« eS zuläßt, von Krankenträgern aus der Ä«fechtS> reihe geholt, so werden sie zunächst zum Truppenver-bandplatz gebracht, wo lhncn zuerst ärztliche Hilf: zuleil wird. Irgendwelche operative Eingriffe können hier so gut wie gar nicht vorgenommen werden. Die Aufgabe de« Arzte« wird vielmehr im wesentlichen sein, die noch fehlenden Verbände anzulegen, die angelegten nachzu-sehen und vielleicht zu verbessern, dte Verletzten durch Erfrischung«mittel zu laben oder ihnen schmerzstillende Mittel zu verabfolgen. Alle schwerer Verletzten werden vom Truppenverbandplatz zum Hauptverbandplatz ge bracht, der in genügender Entfernung von der fechtenden Truppe und außeihalb de« feindlichen Feuerbereich« aufgeschlagen ist. Hier stehen «ine größere Anzahl von Aerzten mit dem nötigen Hilfspersonal bereit, um drin« gende Operationen, zum Beispiel Amputationen von zerschmetterten Gliedern, Luströhrenschnitt« oder auch Unterbindungen großer Schlagadern (wegen unstillbarer Blutung) vorzunehmen. Vor allem wird eS jedoch hier Aufgabe der Aerzte sein, gebrochenen Gliedern einen guten, unverrückbaren Verband anzulegen, wenn nicht Gips, so doch mit Schienen oder auch mit Jmprovisa« tionen aus irgendwelchem vorgefundenen Material. Hier« aus ergibt sich weiter, daß die Behandlung der Ver« wundeten auf dem Schlachtfelde keineswegs individuell, sondern daß sie schematisch nach bestimmlen durch die Erfahrung empfohlenen Regeln vorgenommen werden muß. Hier muß der Einzelne zurückstehen hinter dem Wohl der Masse. SS kann deshalb nicht dringend ge-nug die außerordentliche Wichtigkeit der schemattschen Vornahme der ersten Wundversorgung betont werden. Die Kunst de« Arzte« besteht hier nicht in der Vor. nähme irgendwelcher besonderer Eingriffe, sondern in der Beschränkung auf da« einfachste Mittel. Immer wieder muß denjenigen Aerzten, die, au« der zivilen Praxis zu den Fahnen «inberufen, einen großen Tril der Truprenärzt« bilden werden, eingeschärft werden, daß gerade durch wohlgemeinte Eingriffe die Verletzten schwer geschädigt «erden können. Herichtssaat. Ein Brandlegungsprozeh aus Cilli vor dem Kassationshofe. Am 18. Juni hatten sich vor dem SreiSgerichle Eilli die Eheleute Jakob und Maria Wimpolsek und d«r Reff« d«S ersteren, Joses Wimpolsek, wegen Brandlegung zu verantworten. Das erst« Faktum, auf daS sich di« Anklage bezog, geht auf 21 Jahre zurück. Die Ehrleul« Wimpolsek hatten damals den Plin gefaßt, ihr Anwesen in Flamme» zu setzen, um mit der vom Oefierreichischen Pönix auszuzahlenden Versicherungssumme ein neueS Haus aufführen ju können. Jakob Wimpolsek überredet« zur Ausführung der Tat fein«« Neffen, dem er hierfür 20 Kronen und feine Tochler zur Frau versprach. Der Neffe führte die Tat auch auS. Die Eheleut« erhielten auch die Versicherungssumme, da niemand au einen ge-legten Brand dachte. Im September 1895 brannte eS wieder im Weinkeller deS Jakob Wimpolsek und wieder leistete dieselbe Versicherungsgesellschaft Schadenersatz. Im Herbst 1913 endlich brannte «S in einem Nachbarhause im selben Orte und Jakob Wimpolsek wurde beschuldigt, diese Brandlegung anS Rache nach einem Streite mit dem Eigentümer deS HaufeS veranlaßt zu haben. Zugleich wurde er auch der Urheberschaft an de» beiden früheren Brandle« Zungen beschuldigt. Die Geschworenen sprachen Wimpolsek und die übrigen Mitangeklagten schuldig, den Jakob Wimpolsek jedoch nur wegen deS zweiten BrandlegungSfaktumS. Jakob Wimpolsek, und zwar nur dieser allein, erhob gegen sein« Verurteilung die NichtigkeitSbtschwerde, die bei der Verhandlung vor dem Kassationshofe hauptsächlich darauf gestützt wurde, dab Wimpolsek die grundbücherlicht Eicher-stellung seines HauSbefitzet zugunsten der Ber> sicherungSgesellschast vorgenommen und somit den Schaden gutgemacht habe. Der KafsationShof ver-warf die Nichtigkeitsbeschwerde und hob tn »cr Be-gründung hervor, daß die erst knapp vor dem Ur-teile der Geschworenen durchgeführte Sicherstellung einer SchadenSgutmachung nicht gleichzuachten fei, weshalb die behauptete Verjährung durch Schadens« gutmachung nicht vorliege. Schrifttum. Kriegsliteratur. Eine neue See« und Land-kriegSkarte ist soeben im Verlage von I. F Lehmann in München erschienen. Sie ist von Oberleutnant a.D. Rolhamel zusammengestellt und umfaßt den gesamten See- und LandkriegSichauplatz von der Loire-Mündung bis St. Petersburg. Die Karte enthält somit Großbri-tannien, die Nord- und Ostsee. Skandinavien, sowie den gesamten französischen und russischen Kiieg«schau-platz. Der Maßstab ist 1 : 2.700.000, da» Format 71X103, sie ist in vielfachem Farbdruck hergestellt, der Preis beträgt nur 1 Mark. Dies« Karte zeichnet sich vor anderen dadurch au«, daß der gesamte Krieg«» schauplatz auf einem Blatte in sehr übersichtlicher Au«-führung zur Darstellung kommt. Wir können sie jedem, der die großen Ereignisse aufmerksam verfolgen will, nur besten« empfehlen. Eine weitere SeekliegSkarte, da« Mtttelmeer und seine Uferstaaten nebst den ganzen Balkan umfassend, befindet sich im gleichen Verlag -in Vorbereitung. Deutsch Oesterreich, Deutsche soziale Rundschau. Ein« Halbmonatsschrift für fr«ih«it-lichtn Nationalismus und gesunde gesellschaftliche Entwicklung. Gchriftleitung und Verwaltung: Win, 7., Lerchenfelderstraße. Bezugspreis vierteljährlich 3 A. Im ersten Aufsatze. .Im Bunde mit Deutsch-land", würdigt der bekannte Wiener Schriftsteller Ludwig Petwaidic die Bedeutung des österreichisch, deutschen Bündnisses auf den großen Schlachtfelder» Europas und im fernen Osten. ReichSratSabgeord-neter Franz Jeffer schildert den Krieg als politi-fchen Erzieher, besonder« dessen Bedeutung für di« Weckung des allgemeinen Verständnisses sür in« ternationale Fragen. Im folgenden Artikel.Wirt« fchaftliche Kriegsstrategie" zeigt Dr. HanS Pliß, daß eS in dieser Zeit neben der militärischen Mo-bilisation noch eine andere, nicht minder wichtige, nämlich die wirtschaftliche Mobilifation gibt, welche die Aufrechterhaltung der gesamten BolkSwirtschait im Interesse der Ernährung und Beschäftig«»; aller Kreise der Bevölkerung erfordert. Jnlmt Leifching bespricht den Werdegang des Erzherzog Rainer-MuseumS in Brünn. deS Nordböhmische» Museums in Reichenberg und deS k. k. Oester« reichischen Museums für «unst und Industrie i-Brünn, ti( in den letzten Monaten daS 40 jäh: .je Jubiläum ihres Bestandes feierten. In einem «nf-satze der stehenden Rubrik „Deutsch« Bildunzt-arbeit" verweist Bürgerschuldirektor Franz Broslh aus die schädlichen Folgen, welche ein verspätet« Beginn deS Volks, und Bürgerschulunterrichte« bätte. Auch die Abschnitte .Kunst und Kultur", „Schatzgräber" und „Politik" bringen, wie immer, so «ch diesmal lesenswerte Aufsätze. Seit 1868 glänzend bewährt Berger's mediz. Teer-Seift von G. Hell & Comp. turS Intim«»)« Initi embUbles Mit (■ In meide» eitun out ixfttin 4rf»ij angrnc ntet jfjnt IIaut«a»HCtilikKe »Her Art inlbtfonkm gege» chronische »»d Scha»de»s!ech!e». WwÄtilt« trte». entbält 40 Proieat Hallt-tr und tttttrrliftetbct sich UKStntlich ton alle» iidrige» Zeerfnfe» »e» fcittcU. Sei baxtEiiligcn .saut leite* sehe Btrtta« : Berber'* TferHchwrseltelse. ■I* nlldcr« Teeraeise sie fttanen »»» «inde» i Berter's CrlyEerln-TecriwIfe. Ferner »h»e Teer die sehr gerühmte - Berber'* Bornx-Aelse ran Vl«»erl». Sonnenbrand. Sommeraproeae», Mittönet ■na andere Haattibel. PreU pro Stück jeder Horte 70 UiU« samt Auweltln^. Neu : Berier'fl IIühmIko Teernelfe »ob »etjagUchrt ©trftmg fei Haalkrankheile», «a»s- an» venIchiW» | -wie elf Hnae»itch-mitlil 1 »l. 8 LM. »e*ekeen Sie ggDiiitlK Brrgtr't «Setftn tn G. Hell A * * i Comp un» lr*» Sie auf die tzie» abjebrtdcle «tit» g«r». wie» 1913 »»d goldene Medaille der WeltMMt«Haa( I Pari« 1900. Falrüt: G. Hell & Comp., Troppau und Wien, I. HeJfsrstirf8rstr.il, l Zi haken in allen Apotheken ind einschlägigen Gesctiftm. Das Lokal «Museum. Unser au Krinnernngen an die $ömerjeü Tierreiches Museum ist an Ponnerstag« Sonntagen von 9—1 Ahrgeöffnet, an frgrn öer Woche von 10—12 Atze. Z>te trittsgeSnAr beträgt 20 Keller. Ausweis über die >» städt. Schlachthause in der Woche vom 31. August bis 6. Stptember 1914 vorgenommenen Schlachtungen f«lnia Wia tmK Pttti^fllhrtPIl Trl Name bet Fleischers fe4lachtan«ra drw. elnaettlketel ftletlch in satten Stkde» ts -s € OQ Eingeführtes Fleisch tn Kilogramm 1 & S T u «X e B e £ a oc Ü -3 Oi c 1 «Jö 1 | <Ä i & L B B *3 & L e u ä. 5 c -5 5 6 X 4 ,« . e X e •e L Ö -9 d .1 CQ X Z QO CujeS Franz...... — mmm — mmm — — — — — — Inedris Johann .... — — 1 — 1 2 1 — — — — — Junaci Luvwiq..... — — 5 — — S — — — — — — — — 32 — ganlcbrt Martin .... - — 1 1 2 1 flnrS Bernhard..... — — 1 — 1 1 - — — - - — 23 Jalob .... Pay?r üuiie...... 1 8 H 6 15 l I — — - — — — — — — i Pl^vi«| .... — U — — — - — — — *— — — — 27 — SeUat ,Vrani...... - 1 — — 2 — — — — — •— — — — Stelzn Joses...... — 1 — — 4 — - — — — — — — — Supvan Johann .... — 4 — — 3 2 — — — — — — —* — — Sirelil Johann..... Umegg MUGOlt..... 2 2 Kaflwirle....... m Anker-__ Svrup. Sorsopartllac1 compos. FUache » J.flO a. 71 nker-Unlment rsatz für ^nker-?»in- SchmesMtilleBde Eli ^^rUlta»(e». Rbeamntumn.aieftt« Flaacke K - JO.' «0, t-. Anker-Schwefcl-Selbc Hehr reUÄildeml bei FIuHm. Mi Tlecel K *•— Z« haben In des meiett» Apetl direkt I* betUsan »01 or. nemn ^»sQtheta ..!»» fclmn Urf, l UuMtUlraH L Jhranrcr 68 Ben1fri»e IMö*«* 6cU« 7 Jeder Deutsche verwende nur Südmark- oder Nordnmhrer Zigaretten-Papiere und -Kliffen Oesterreichisches Erzeugnis. lleberall zu haben. Zu beziehen durch: Gottlieb Voith, Wien, IIIJi. Hebamme Marie Baumgartner söhnt Ilerrongasse Nr. 25, parterre. I lins besserem Hause) werden in uod gewissenhafte Aufsicht IfpommeD. Anzufragen in der Ver-nltauf des Blattes. so«87 löblierti ZIMMEII ist an stabilen Herrn oder Fräulein event, mit Verpflegung zu vergeben. Cilli, Insel, Villa Adele, part., links. werden aufgenommen. Anfrage in der Verwaltung des Blattes. St. & 12045/1914. Knndmachnng. Jene Mannschaft der k. k. Landwehr und des k. k. Landsturmes, «khe bis zur Vorstellung vor die Superarbitrierungskommission rflck-aubt wurde, hat ohne Abwarten einer persönlichen Einberufungskarte am 21. September I. J. n 7 Chr frOh beim k. k. Landwehr-Ergänzungsbezirkskommando Cilli (Landwehrkaserne) zu erscheinen. Stadtamt Cilli, am 9. September 1914. Der Bürgermeister: Dr. Heinrich von Jabornegg. St finden auf Üut Freienberg-Petritschek guten Kostplatz verbunden mit gesundheitlich hervorragendem Landaufenthalt Guter Kostplatz Herrengasse 30. Bei einer gewesenen Lehrerin werden Studenten oder Schülerinnen in Wohnuug und Verpflegung ausgenommen. Luftige Wohnung, grosser Hof und Garten beim Hause. Billige Preise. Gilter Koslplatz für 2 Gymnasiasten, Handels- oder Bflrgerschüler oder Schülerinnen. Absolvierte Handelsschülers im Hause. Klavierbensltsung. Adresse in der Verwaltung des Blattes. 20681 Möbliertes ZIMMER sehr ruhig und rein, ist zu vergeben. Anfrage Schulgasse II, I. St., links. WOHNÜNG Ringstraas« 8, I. 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Die heilige Seelenmesse wird am Montag den 14. d. M. um 8 Uhr früh in der Stadtpfarrkirche gelesen werden. • Cilli, am 10. September 1914. Ehre seinem Andenken! Ernst Faninger, Edler von Amalienheitn, k. und k. Oberst d. r. gibt im eigenen, wie im Namen seiner Gattin, Geschwister, Kinder, Enkel tiefbetrübt Nachricht von dem Ableben seines lieben Vaters, bezw. Schwiegervaters, Groß- und Urgroßvaters, des Herrn