Nr. 3973. XI. 1899. Kirchliches Deroàungs-Klatt für die Lavcmler Aiöcefe. 5inl|nlt. 55. Detaillierter Lehrplan des kathvlische» Religionsunterrichtes für Volks und Bürgerschulen. — 50. Diöcesau-Nachrichten. Detaillierter Lehrplan des katholischen Religionsunterrichtes fiir Dolks- und Diirgerschulen. vormort. Aie „Jiistrllction zur Einführung des neuen Katechismus," ivelche unter dem 25. November 1897 vom österreichischen hochwürdigsten Gesammt-Episcopat erlassen lvurde und deren Pnblication im H. ü. „Kirchl. Verordnungsblatte" vom 1. December 1897, sub. II. erfolgt ist, überläßt die Vertheilnng des Lehrstoffes ans die einzelnen Schuljahre ob der großen Verschiedenheit zwischen den Ländern und Diöcesen den einzelnen Bischöfen. Deshalb erfolgt hiemit die Bekanntmachung des nachstehenden Lehrplanes für die Eintheilung des Rcligivnsnnter-richtes an den Volks- und Bürgerschulen und zwar mit thun-licher Berücksichtigung des in der Lavanter Diöeese bisher im Gebrauche gestandenen Lehrplanes und mit der wünschenswerten Anlehnung an die diesbeziehcntlichcn Verfügungen anderer hochwürdigsten Herren Ordinarien. Gemäß der jetzigen Einrichtung der Schulen besteht die vollständige Volksschule aus der fünfclassigc» Volks- und der dreiclassigen Bürgerschule. Dieser Schule nähern sich mehr oder minder alle Categorie» der Volksschule je nach der größeren oder geringeren Anzahl ihrer Classen. Für diejenigen Schüler, welche in die, eine über das Lehrziel der allgemeinen Volksschule hinausreichende Bildung gewährende Bürgerschule nicht eintreten, sind in den Städten sogenannte Abschlnssclassen eingeführt worden, welche den Volks-schnlnnterricht in einer Weise abschließen, welche die Schüler befähigt, sich mit Aussicht ans guten Erfolg einem Lebensberufe zu widmen. Das gesamnite, der Volksschule zugewiesene Fach des Religionsunterrichtes kann deshalb nur in einer vollständigen Volks- und Bürgerschule erschöpft und im Lehrpläne auf die einzelnen Classen regelrecht vertheilt werden. Demgemäß bildet der Lehrplan für diese Schule förmlich den Normallehrplan des Religionsunterrichtes. In den anderen Categorie» der Volksschule muss der Lehrstoff des Religionsunterrichtes je nach der geringeren Zahl der Classen eingeschränkt und nach den Abthcilungen der ein- zelnen Classen anders, als an der vollständigen Volks- und Bürgerschule vertheilt werden. Diese Grundsätze fanden im vorliegenden detaillierten Lehrpläne die nöthigc Berücksichtigung, kvas beiznfügen wir zum leichteren Verständnisse desselben für nothwendig erachteten. Vollständige Volks- und Bürgerschule. I. Ul n Ist der Volksschule. Vorbemerkung. Bei der Behandlung der religiösen Wahrheiten vermeide der Katechet jede ausführliche und abstracte Erklärung. Die Schüler haben keinen Lesetext in der Hand, kvcil sie denselben noch nicht zu gebrauchen imstande sind. Nicht der Katechismus ist hier das Leitende und Führende, sondern das Wort des Katecheten. Ist dann das Lehrganze, also z. B. der erste Glaubensartikel synthetisch schon erklärt, vergleiche G. Mey, Vollständige Katechesen für die untere Classe, 9. Auflage, S. 63—68 „Gott der allmächtige Schöpfer" oder Dr. S. Katschner, Katechetik, S. 81 und 82, so folgt die wörtliche Anführung des Glaubensartikels und sodann wieder die Erweiterung und Vertiefung des im Wortlaut des Artikels Gebotenen in seinen einzelnen Thcilen ans analytischem Wege, wo man vom Zusammengesetzten zum Einfachen, vom Ganzen zu seinen Theilen übergeht. Auf den ersten Blick gewahrt man, dass der für die erste Classe gebotene Stoff nicht in allen Schulen bewältigt werden kann. Die richtige Auswahl nach dem Vermögen der Schüler und nach Maßgabe der zur Verfügung stehenden Zeit zu treffen, das ist Sache des Katecheten; es ist aber leichter aus dem in reichlicher Fülle gebotenen Einiges nach Bedürfnis auszuscheiden als Mangelhaftes zu ergänzen. Einleitung: Jesus der Kinderfrennd. Auf Grundlage dessen lernen die Kinder den christlichen Gruß, das Kreuzzcichen und das „Vater unser." Ave Maria. Ehre sei Gott. Engel des Herrn. (Bei Mariä Heimsuchung). Glaubensbekenntnis. Zehn Gebote. Sieben Sacramente. l Erschaffung der Welt. (Gott schuf den Himmel und was darauf ist und die Erde und was darauf ist.) Gott ist ewig, allmächtig, ein Geist. Der Sonntag der Tag Ruhe. 1. Ich glaube an Gott den allmächtigen Vater Schöpfer des H im m el s n nd der Erd e. Erschaffung nnd Bestimmung der Engel. Fall, eines Theiles derselben. Gute und böse Engel. Schutzengel. (Gebet zum Schutzengel. Gott ist höchst heilig und gerecht.) Erschaffung der ersten Mensche». (Die Seele ist ein Geist, unsterblich.) Das Paradies. (Gott ist höchst gütig, wir sollen ihn lieben, ihm für alles Gute danken, ihn um alles Gute bitten). Das erste Gebot. Verführung der ersten Menschen durch die Lüge des Satans. (Abscheulichkeit der Lüge. Gott ist allgegenwärtig, allwissend und gerecht. Zu entwickeln: Wer sündigt? — Wie hat Gott die ersten Menschen und ihre Nachkommen bestraft?) Verheißung des Erlösers. Kain und Abel. (Adams Sünde hat allen Menschen geschadet.) Verkündung der Geburt des Johannes. (Eine kurze Erwähnung des jerusalemischen Tempels.) Verkündigung der Geburt Jesu. (Advent.) Mariae Heimsuchung. (Der englische Gruß: der Engel des Herrn ohne das Schlnssgebct.) Geburt des Johannes. Geburt Jesu. (Gott ist höchst wahrhaftig. Hl. Abend. Weihnachtsfest. Krippe. Christbaum, wo nöthig.) 2. und 6. Und an Jesum Christum seinen eingeborenen Sohn unseren Herrn, der empfangen ist vom Hl. Geiste, geboren aus Maria der Jungfrau. (Der Sohn Gottes ist Mensch geworden.) Die Hirten bei der Krippe. Am achten Tage wurde das Kind Jesus genannt. Darstellung Jesu im Tempel. Die Weisen ans dem Morgenlande (Dreikönigsfest). Flucht nach Ägypten nnd Rückkehr nach Nazareth. Der zwölfjährige Jesus im Tempel. (Jesus, ein schönes Beispiel für Kinder. Aufmunterung zum Kirchenbesuche, zum Schulbesuche, zur Frömmigkeit, sittlichem Betragen in der Kirche nnd in der Schule nnd zum Fleiße). Taufe Jesu. (Es ist nur ein Gott, aber es sind drei göttliche Personen). Nach seiner Taufe begann der Herr Jesus die Menschen zu lehren, reiste im Judenlande umher von einem Orte zum ändern. Jesus berief Jünger zu sich und wählte ans ihnen 12 Apostel, unter ihnen Petrus als den erste». Er zeigte ihnen, dass er der Sohn Gottes ist. Er verwandelte Wasser in Wein (er ist allmächtig: Wunder). Wunderbare Vermehrung des Brotes. (Das Brot eine Gottesgabe. Gebet vor und nach dem Essen). Wunderbarer Fischfang. (An Gottes Segen ist alles gelegen). Stillung des Meeresstnrmes. (Vertraue auf Gott in der Gefahr). Heilung des Blinden bei Jericho. (Wie soll man sich gegen arme nnd alte Leute, gegen Bettler verhalten?) Heilung des Knechtes des Hauptmannes. (Wie soll man sich gegen Diener, Kranke und Dienstboten verhalten). Erweckung der Tochter des Jairus. Erweckung des Jünglings von Naim. (Verhalten beim Begräbnis). Erweckung des Lazarus. (Alle Menschen werden anf-erstehen). Jesns der Kinderfrennd. (Jesus liebte alle Menschen, besonders die Kinder. Nutzanwendung). Lehren Jesu in Gleichnissen: Der barmherzige Samariter. (Die beiden Hauptgebote der Liebe). Vom Unkraut unter dem Weizen. (Es gibt unter den Christen gute und böse Menschen. Das Weltgericht). Von den fünf Talenten. (Gott gibt jedem Menschen die nothwendige Gnade, um Gutes zu thnn, der Mensch muss aber Mitwirken). Vom verlorenen Sohne. (Die Bedingungen der Sündenvergebung). Der reiche Prasser nnd der arme Lazarus. (Alle Menschen müssen sterben und kommen dann vor das besondere Gericht und werden belohnt oder bestraft). Obwohl Jesns die Wunder wirkte und lehrte, hassten ihn viele. Die Feinde Jesu waren besonders die Hohenpriester, Schristgelehrten und Pharisäer. (Warum?) Einzug Jesu in Jerusalem. (Palmsonntag). Das Osterlamm. (Gründonnerstag). Die Fußwaschung. Einsetzung des H. H. Altarsacramentes. (Die H. Com-munion). Vorherverkündigung des Verrathes des Judas. Vorherverkündigung der Verleugnung des Petrus. Jesus am Ölberge. Jesus vor Kaiphas. Verleugnung des Petrus. Jesus vor Pilatus. Jesus wird gegeißelt, mit Dornen gekrönt, zum Tode verurtheilt. (Der für uns gegeißelt, mit Dornen gekrönt worden bist, erbarme dich unser). Jesus trägt das schwere Kreuz. Jesns wird gekreuzigt. Jesns spricht die letzten sieben Worte und stirbt. Jesus wird in das Grab gelegt. (Freitagslänten, Char-freitag, Charsamstag. Der Sohn Gottes ist Mensch geworden, um uns durch sein Leiden und seinen Tvd mit Kreuze zu erlösen). 4. Gelitten unter Pontius Pilatus, gefreit* z i get, gestorben ititö begraben. Die Seele des Herrn Jesus stieg in die Vorhölle hinab. 5/1. Abgestiegen zu der Hölle. Der Leib Jesu wurde in ' das Grab gelegt und von Soldaten bewacht. Auferstehung Jesu. (Auferstehungsfeier in der Kirche). 5/11. Am dritten Tage wieder a u ferst and en von den To dien. Jesus erscheint den Aposteln und gibt ihnen die Gewalt der Sündenvergebung. Jesus macht den Petrus zum Obcrhanpte der Apostel und der Gläubigen. (Kirche). Jesus fährt in den Himmel auf. (Fest Christi Himmelfahrt. Einsetzung der H. Taufe). 6., 7. und 8. A uf gef a h r cu in de li H i mmel sitzet zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters, von dannen er kommen wird, zu richten die Lebendigen und die Tobte it. Herabknnft des H. Geistes. (Das Pfingstfest.) 9. Ich glaube au den H. Gei st. Nach der Herabknnft des H. Geistes hielt Petrus den Versammelten eine Predigt. Viele glaubten die Lehre Jesu und ließen sich taufen. (Die Apostel tauften. Die Kirche, Gemeinschaft der Heiligen. Die Kirche wurde von Petrus und den Aposteln geleitet. Die Christen bekannten den Aposteln ihre Sünden und erhielten von ihnen Nachlassung derselben. Buße). Bei der hl. Messe entpfiengen sie den Leib des Herrn. (H. Altarssacrainent). Auf Befehl Christi wählten sich die Apostel Bischöfe und Priester, denen sie durch Händeanflegung dieselbe Macht ertheilten, welche sie von Jesus erhalten hatten. 9., 10., 11. und 12. Die Hl. katholische Kirche' G e in e i n s ch a s t d e r H e i l i g e it, N a ch lass der Sündew Auferstehung des Fle i s ch es und ein ewiges Leben. Amen. II. Classe der Volksschule. Anm. Die Geschichte des alten Testamentes ist mit Hervorhebung der messianische» Vorbilder (Dr. Knecht: Kurze bibl. Geschichte) vorzunehine». Zn wiederholen ist: Der Lehrstoff der ersten Classe bis inclusive Kain und Abel. Erschaffung der Welt in 6 Tagen. Bei den Engeln ist hineinzunehmen: Fest der H. Schutzengel. Neu ist zu nehmen: (NB. Alle diese Artikel sind kurz zu nehmen und den Kindern in einer ihrem Geiste entsprechenden Weise, möglichst mit biblischen Worten zu erzählen). Die Sündflut (kurz). (Gott ist langmüthig). Noes Dankopfer. (Gott ist höchst getreu). Thurmbau zu Babel. Allgemeine Abgötterei (kurz). (Sünde des Hochmnthes). Berufung Abrahams, seine Friedfertigkeit und Hungern nützigkcit. (Nutzanwendung). Melchisedech, Vorbild Jesu (ganz kurz). Abrahams Gastfreundschaft und Menschenliebe. (Nutzanwendung). Untergang von Sodoma und Gomorrha. (Strafe des Vorwitzes). Isaaks Geburt und Opferung. (Isaak, Vorbild Jesu). Esan und Jakob. (Elternsegen). Jacobs Flucht (Gottgeweihte Orte), sein Aufenthalt bei Laban, Heimreise und Versöhnung mit Esan (ganz kurz). Josef wird in ein fremdes Land verkauft. (Pflichten eines guten Bruders, wie sie Josef geübt). Josef im Hause des Putiphar falsch angeklagt (ohne zu erzählen, wie ihn das Weib versuchte. Falsche Anklage) und im Gefängnisse. Josefs Erhöhung (Lohn der Geduld und des Gott* Vertrauens). Josefs Brüder reisen nach Ägypten. Josefs silberner Becher. Josef gibt sich zu erkennen. Jacobs Reise nach Ägypten (Ehre den Vater. Josef, ein Vorbild Jesu). Mosis Geburt, (Liebe der Eltern zu den Kindern). Mosis Flucht. Der brennende Dornbusch, (Ehrfurcht gegen die Hl. Orte). Das Osterlamm. Tvdtung der Erstgeburt. (Osterfest der Israeliten. Das Osterlamm, ein Vorbild Jesu). Auszug ans Ägypten und Durchgang durch das rothe Meer. (Ganz kurz). Gottes Wunder in der Wüste. (Wachteln, Manna, Wasser. Gott ist höchst gütig und Weise). Die Israeliten kommen zum Berge Sinai und (gleich zu erzählen ohne jede Einleitung) Gott gibt die 10 Gebote. (Kurze Erklärung derselben. Das Pfingstfest der Inden). Das goldene Kalb, Das Bnndeszelt. (Der Grundriss ist zu zeichnen und darnach das Hl. Zelt zu beschreiben.) Der Brandopferaltar (und blutige Opfer). Der Hohepriester Aron, Priester und Leviten. Die Kundschafter. Mosis Zweifel. Die eherne Schlange (Vorbild Jesu). Josne wird zum Führer bestimmt. Mosis Tod. (Moses ein Prophet. Vorbild Jesu). Einzug in das gelobte Land. (Gott ist höchst getreu). Erweckung der Richter (ohne einzelne anzuführen). Rnth's Liebe zu ihrer Schwiegermutter. (Stehe den Eltern in ihren Nöthen bei). Samuel. Heli's ungehorsame Söhne (bündig zu erzählen). Sünde gegen das 4. Gebot. Saut, erster König. David wird zum Könige gesalbt (ganz kurz). l* Davids Kampf mit dem Riesen Goliath. (Strafe für gottlose Reden). Saul hasst David, David verzeiht ihm. Saul stirbt im Kampfe. David, der fromme König, seine Sorgfalt um den Gottesdienst. (Psalmen. David, ein Vorbild Jesu). Absalvins Empörung und Strafe. Salvinvns Gebet und weiser Urtheilssprnch. (Bete zum Hl. Geiste um die Gabe der Erleuchtung). Bau und Einweihung des Tempels. (Kurz wie oben beim Bundeszelte). Heiligkeit der christliche» Kirchen. Trennung des Reiches in Inda und Israel. Erweckung der Propheten. Elias. (Macht des Gebetes). Gott sendet den Propheten Elisens. (Ehre die alten und die gottgeweihten Personen). Heilung des Naanian. (Sünde der Habsucht und der Lüge). Jonas (kurz). (Gott ist allgegenwärtig, langmüthig und höchst barmherzig. (Jonas, ein Vorbild Jesu). Untergang des Reiches Israel. (Nur andenten). Tobias. Reise des jungen Tobias und Heimreise. (Schutz-engel. Gott verlässt die Seinen nicht). Untergang des Reiches Inda (wieder ganz kurz). Daniel in der babylon. Gefangenschaft. (Ausdauer und Unerschrockenheit in der Erfüllung der relig. Pflichten). Die drei Jünglinge im Fenerofen. (Sei standhaft im Glauben). Der König Baltassar. (Folgen der Uninäßigkeit). Der Götze Bel. Daniel in der Löwengrube. (Wer ändern eine Grube gräbt, fällt selbst hinein). Rückkehr aus der babylonischen Gefangenschaft (ganz kurz). Esther. (Vorbild Marias). Eleazar. (Gib kein Ärgernis). Mnt'tcrtoö der sieben makkab. Brüder (ganz kurz). Sei standhaft im Glauben. Neues Testament. Gelegentlich hat der Katechet die biblische Geschichte des Neuen Testamentes zu wiederholen und zu ergänzen besonders bei den Vorbildern und vor den betreffenden kirchliche» Feiertagen. Aus dem kleinen Katechismus zunächst das erste Hanpt-stück. Die Gebete wie im ersten Schuljahre, und die sechs Grundwahrheiten, fünf Gebote der Kirche, die vier letzten Dinge. III. Llalse ber Volksschule. Die Schüler dieser Classe sollen durch den Religionsunterricht befähigt werden, die mit Nummern angeführten Fragen des mittleren Katechismus mit richtigem Verständnis zu beantworten. An entsprechender Stelle sind die nvthwendigsten liturgischen E r k l ä r u n g e n einznfügen und die einschlägigen Gebetöfvrmnlarien einznüben. Alle angeführten Lehren sind auf Grundlage der biblischen Geschichte durchzunehmen, welche entweder enarrando oder repetendo vorauszustellen ist. Die Lesestücke der biblischen Geschichte sind so vvrzunehnien, dass namentlich diejenigen Momente hervorgehoben werden, welche zur Entwicklung der religiösen Wahrheit nothwendig sind. Der K a t e ch e t i st nicht gerade a n di e a n g e f ü h r ten Les e st ü ck e g e-bn nden, es steht ihm die Wahl anderer passender biblischen Erzählungen frei. Die hier nicht angeführten Fragen des „Mittleren Katechismus" sind dem religiösen Unterricht der IV. Classe Vorbehalten und in der 111. Classe wegzulassen. (Bis jetzt habet ihr, Kinder, vieles von der Lehre Jesu gelernt, die H. Apostel haben die Lehre Jesu kurz in ein Gebet zusammengefasst) : 31., 32., 33., 34. I. Glaubensartikel, 35. (Moses beim brennenden Dornbusch (Gott sagte: Ich bin, der ich bin). 37. (Jesus beim Jakobsbrunnen). (Gott ist ein Geist). 41. (Alle Dinge sind erschaffen und müssen einstens vergehen). 42. (Alles ändert sich, nur Gott nicht). 43. Jakob schläft auf dem Steine: In Wahrheit ist der Herr an diesem Orte und ich habe es nicht gewusst). 44. (Sündenfall: dass sie gesündigt, (Vergangenheit) wo sie versteckt sind (Gegentvart) was geschehen wird : Zukunft. Kain und Abel). 45. (Als Gott alles erschaffen hatte, sah er, dass es gut war. Josef von Ägypten). 46. Gott erschuf die Welt, ans Nichts Alles). 47. (Das Gute an Abel hat Gott geliebt, das Böse an Kain verabscheut). 48. (Noe wird belohnt, Kain bestraft). 49. (Der glückliche Zustand der ersten Menschen im Paradiese nach der Seele und »ach dem Leibe). 50. (Jonas und die Niniviter: Gott ist langmüthig und ...) 51. Das erste Gebot (Androhung der Strafe, Sündenfall und Strafe). Verheißung des Erlösers und sein Kommen). 52. (Jetzt znsanlinenfassend) : 38., 39. (Das erste Gebot Gottes: Du sollst allein an einen Gott glauben). 53. (Taufe Jesu). 54. (Einsetzung der heil. Taufe). 55. (Wodurch bekennen wir die hl. Dreifaltigkeit?) (Der Katechet sehe die Fragen nach): 28., 29., 30. (Erschaffung der Welt in sechs Tagen). 61., 62. (Erschaffung der Engel und Fall eines Theiles der- selben). 68., 69. (Jesus nach der Versuchung: Die guten Engel beteten ihn an und dienten ihm. Tobias (uns Menschen schützen) und andere passende Beispiele, 70., 71., 72., 73., 74., 75., 76., 77., 18. (Eva wird versucht. Job. Versuchung Christi). 79. (Erschaffung des ersten Menschen) 80., 81. (mit Auslassung des Wortes: natürlich anslassen). (Am Beispiele Kains soll das „Gewissen" erklärt werden). 83., 85., 86. (nur die Worte: Als Gott die ersten Menschen erschaffen hatte, waren sie gut und glücklich). Das Gebot im Paradiese und die Übertretung desselben). 89. 88. (Die Sünde und ihre Folgen). 91., 92., 93 , 94. (Verheißung des Erlösers). 95., 96., 97. II. 98. Verklärung am Berge. (Sohn Gottes). Er wirkte Wunder. (Gott und Mensch zugleich). Thomas. (Mein Herr und mein Gott). 99. (Verkündigung der Geburt Jesu). 100. (Erlöser und Heiland). (David wird zum Könige gesalbt, Aron zum Priester, Elisens zum Propheten). 102., 108. III. 114., 115. (Mariae Verkündigung). 117., 120., 121., 122., 123., 124., 125., 126., 127., 129., 130., 131. IV. 132., 133. (Das Leiden Jesu zu wiederholen). 134., 137., 138., 139., 141., 142. V. 143., 144., 145., 146. (Christi Auferstehung). 147. VI. (Kurz zu wiederholen, was nach der Auferstehung Jesu bis zu seiner Himmelfahrt sich ereignet hat). 149., 150., 152. VII. 153., 154., 155. VIII. 158., 159. (Erzähle die Herabsendung des hl. Geistes). 161. IX. 166., 168. (Die einschlägigen Thatsachen sollen erzählt und daran die Worte der Antwort eingeübt werden). 169., 170., 172., 174. (auch die Priester erwähnen) 176., 167., 186., 199. (und ohne sich an die Formulierung der Fragen des Katechismus zu binden, ist zu erklären, worin die Gemeinschaft der Heiligen bestehe). X. 204., 205. XI. 208., 209. XII. 212., 213., 214. (Jetzt sind die Fragen vom Glauben als Schlussfragen dnrchzunehmen) 6., 7., 11. (bloß den 2. Grund) 18., 25. (26. Frage erst später). Von der Hoffnung und dem Gebete. (Abraham wartete, bis ihm Gott den Sohn gegeben hat). 218., 219., 217., 220. ») Wirksamkeit der H. Apostel, besonders des H. Petrus und des H. Panlns. Verfolgung der Kirche durch die Juden. Zerstörung Jerusalems. Ursachen der Christenverfolgungen durch die Heiden. Schilderung der heftigsten Christenverfolgnngen. (Nerv, Decius, Diocletian). Nutzen dieser Christenverfolgungen für die Kirche. Das religiöse Leben der Christen in diesem Zeiträume. Entstehung des Mönchthnms. c) Constanti» der Große. Gesetze zn Gunsten der Christen. Die H. Helena. Das Christenthum in Deutschland. Der H. Bonifatins. Der Islam und seine Ausbreitung. Das religiöse Leben der Christen in diesem Zeiträume. Weitere Entwicklung des Mönchlebens. Der H. Benedict. d) Gründung des Kirchenstaates. Karl der Große. Bekehrung der Mährer. Der H. Cyrill und Method. Trennung der morgenländischen und der abendländischen Kirche. Das religiöse Leben der Christen in diesem Zeiträume, c) Gregor VII. Der Jnvcstiturstreit. Die Kreuzzüge nach dem Hl. Lande. Die Ritterorden. Aufenthalt der Päpste in Avignon. Errichtung des Bisthuines Lavant. Der H. Johann von Nepomuk. Johann Hus. Husitische Unruhen. Blüte der Knust und Wissenschaft. Das religiöse Leben der Christen in diesen Zeiträume. Der h. Franciscns und Dominicus. f) Abfall Luthers von der katholischen Kirche. Ausbreitung des Protestantismus in Deutschland. Zwingli—Kalvin. Losreißung Englands von der katholischen Kirche. Die Kirchenversammlung von Trient. Der Protestantismus in Steiermark. Gründung des Ordens der Gesellschaft Jesu und anderer Orden. Die französiche Revolution. Gregor XVI. Pins IX. Leo XIII. Liiicllisligc »»gcthcilte Volksschule. Sie besteht ans drei Abtheilungen, von denen die 1. Abtheilung das 1., 2. und 3. Schuljahr, die 2. Abtheilung das 4. und 5. Schuljahr, die 3. Abtheilung aber das 6., 7. und 8. Schuljahr umfasst. Das 7. und 8. Schuljahr kommt wenig in Betracht, da ja die Schüler der beiden letzten Schuljahre Schulbesuchserleichterlingen erhalte». Der Katechet beginne den Unterricht stets mit der biblischen Geschichte, entwickle ans ihr die entsprechenden Begriffe und verbinde diese zu Glaubens- und Sittenlehren. Er halte die Kinder an, dass sie mit den Worten des Katechismus die einzelnen Fragen beantworten und zwar so, dass die Kinder der I. Stufe vor allem biblische Geschichte lerne», die der II. Stufe die einzelnen religiösen, aus der biblischen Geschichte entwickelten Begriffe, und die der III. Stufe die einzelnen Glaubens- und Sittenlehren mit den Worten des Katechismus lernen. Gelegentlich kommen liturgische Bemerkungen hinzu. In der einclassigen Schule ist also der Lehrstoff der drei ersten Classen des Normallehrplanes, und zwar nach den gegebenen Andeutungen vorzunehmen. Anmerkung. Dieser Lehrplan gilt für alle diejenigen Schulen, wo der Schulbesuch ein guter ist und der Religionsunterricht regelmäßig stattfindet. Dort, wo sich Schwierigkeiten finde», hat der betreffende Religionslehrer vor dem Anfänge des Schuljahres einen Plan festznsetzen und dem Dechant zur Gutheißung vorzulegen. Hinciclaslige Volksschule. Diese Schule hat 2 Classe». In der ersten Classe umfasst sie das 1. und 2. Schuljahr als erste, das 3. Schuljahr als zweite Abtheilung, in der zweiten Classe das 4., 5. und 6. Schuljahr als erste, das 7. und 8. Schuljahr als zweite Abtheilung — welche übrigens wegen der Schulbesuchs-erleichternngen nicht in Betracht kommt. 1. Classe. Diese Classe hat jenen Lehrstoff zu bewältigen, der im Normal-Lehrplane für die 1. und 2. Classe vorgeschriebe,, ist. Es ist ein besonderes Gewicht auf die Abstrahierung jener religiösen Begriffe und Wahrheiten zn legen, die für den Katechisniusnnterricht nothwendig sind. 2. Classe. Diese Classe hat in der ersten Abtheilnng den Lehrstoff des Normalplanes für die 3. Classe der Volksschule durchzunehmen. Die zweite Abtheilung (soweit sie vorhanden ist), welche die 2 letzten Schuljahre enthält, hat den Lehrstoff zu wiederholen, zu vertiefen, sowie den liturgischen Lehrstoff kurz und fasslich dazuzngeben. vrcillassige Volksschule. Diese Schule enthält in der 1. Classe das 1. und 2., in der 2. Classe das 3. und 4. Schuljahr; in der ersten Abtheilung der 3. Classe das 5. und 6., in der zweiten Abtheilung das 7. und 8. Schuljahr. 1. Classe. In dieser Classe ist die biblische Geschichte des Alten und Neuen Testamentes, wie sie im Nvrinallehrplane für die 1. und 2. Classe vorgeschrieben ist, dnrchzunehmen. 2. Classe. In dieser Classe ist der Lehrstoff des Normallehrplanes für die 3. Classe sowie die Vorbereitung zur H. Beicht und zur H. Communion durchzunehmen. 3. Classe. In dieser Classe ist der Lehrstoff des Normallehrplanes für die 4. Classe nebst gelegentlichen liturgischen Erörterungen vorgeschrieben. öiereloflige Volksschule. Diese Schulkategvrie hat in der 1. Classe das k., in der 2. das 2. und 3., in der 3. das 4. und 5. und in der 4. das 6., 7. und 8. Schuljahr. Die 1. Classe hat den Lehrstoff der 1. Volksschulelasse nach dem Normallehrplane dnrchzunehmen. 2. Classe. Vorznnehmen ist der Lehrstoff der 2. Classe im Normal* lehrplane stimmt den wichtigsten Glaubens- und Sittenlehren aus dem Lehrstoffe der 3. Classe im Normallehrplane. 3. Classe. Vorznnehmen ist der ganze Lehrstoff der 3. Classe nach dem Bormallehrplane, besonders ist die Vorbereitung zum Empfange der H. Sacramente vorzunehmen. Die 4. Classe hat den Lehrstoff zn bewältigen, wie er für die 4. Classe des Nvrmallehrplanes (mit zugehörigen liturgischen Erklärungen) vorgeschrieben ist. Es sind auch aus der Kirchengeschichte die Lebensgeschichten der Heiligen, besonders der H. Landespatrone durchzunehmen: H. Josef, H. Stephan, H. Johann von Nepomuk. liiiifrlnffigr Volksschule. Norzunehme» ist der ganze Lehrstoff, wie er für die fünf ersten Elasten im Normallehrplane vorgeschriebe» ist, wozu noch einzelne Bilder ans der Kirchengeschichte, besonders der H. Stephan, H. Johann von Nepomuk, H. Petrus und Paulus dazu zn nehmen sind. Sechsrlollige Volksschule. (Soweit sie existiert.) In den ersten fünf Classe» ist der Lehrstoff vorzn-ltehme», wie er für die ersten fünf Classe» im Normallehrplane vorgeschrieben ist. In der 6. Classe soll der ganze Lehrstoff wiederholt, vertieft, sorgfältiger begründet werden; dazu sind noch Bilder ans der Kirchengeschichte zu nehmen: Antonius der Einsiedler, Konstantin der Große, H. Helena, H. Benedict, H. Cyrill und Method und H. Johann von Nepomuk. Sielieiielnflige Volksschule (wo sie existiert). In den erste» 5 Volksschulelasten ist der Normallehrplan der ersten 5 Classen maßgebend. In der ß. Classe ist der Lehrstoff der 1. Bürgerschulelasse, in der 7. Classe der Lehrstoff der 2. Bürgerschnlclasse mit folgenden Bildern aus der Kirchengeschichte vorznnehmen: Wirksamkeit der Apostel, besonders des H. Petrus und Paulus. ^ Zerstörung Jerusalems. (Konstantin der Große. Die H. Helena. Der h. Severin. Der H. Bonifatius. Der H. Benedict. Gründung des Kirchenstaates. Die heiligen Cyrill und Methvd. Bekehrung der Böhmen. H. Johann von Nepomuk. Johann Hns. Ausbreitung und Niedergang des Protestantismus. Hiezu als Einleitung kurz: Abfall Luthers, von der kath. Kirche. Pins IX. und Lev XIII. Ächtelassige Volksschule. Sie hat den vollständigen Normallehrplan vorznnehmen. lintrd|ftifd|r imh pädiigligische Itliiikr. Die katholische Erziehung der Jugend bildet die Hauptaufgabe der Schulkatechese, welcher der Unterricht nur als Mittel dient; das dritte Element der Erziehung ist der würdige Gebrauch der Guadeninittel der Kirche. Das Pastoralschreiben des hochwürdigsten Gesannnt-Episcopates von Österreich vom 19. November 1891 hat sich in, Gegenstände also ausgesprochen: „Soviel wir nur können, müssen wir alle Mühe anwenden, dass die Seelen der Kinder, welche unser Erlöser mit besonderer Liebe umfasst hat, im katholischen Glauben und dessen Geboten und über die Mittet, die göttliche Gnade zu gewinnen, sorgfältig und genau unterrichtet werden." Der Katechismus fasst zu diesem Zwecke die Glaubens-Wahrheiten und Sittenlehren in gedrängtester Form zusammen und ist eine leicht verständliche Erläuterung des Glaubensbekenntnisses und der zehn Gebote Gottes. Wenn er dabei in Frage und Antwort fortschreitet, so bedient er sich einer altehrwürdigen und bestbewährten didaktischen Form, welche schon die Pythagoräer und Sokrates mit seinen Schülern anwendeten. Die Positività und Geschlossenheit seines Inhaltes unterscheidet ihn aber von allen ähnlichen rein humanistischen Lehrtexten, welche von Denjenigen gerühmt werden, welche den Zusammenhang zwischen der geoffenbarten Religion und der Sittlichkeit zu leugnen versuchen möchten. Das Heidenthum kannte keinen Katechismus im christkatholischen Sinne, weil seine richtige Ahnung des Göttlichen von den schöngeistigen poetischen Elementen untrennbar ist »nd darum einer schlichten schmucklosen Darstellung nicht fähig ist. Auch die deistische Aufklärung besitzt keinen Katechismus, weil die wesenlosen Gebilde, welche sie für den Glauben ein-getanscht hat, der scharfen Fassung nicht fähig sind. Die weite Verbreitung des katholischen Katechismus, sein geringer Umfang und der niedrige Ladenpreis, seine Verwendung in den frühen Jugendjahre», haben ihm etwas Vulgäres, Alltägliches gegeben, so dass man leicht die Erhabenheit seines gewichtigen Inhaltes übersieht. Man achtet das Büchlein gering und denkt nicht daran, dass der „Kleine Katechismus" auf 58 Seiten in 57 Fragen und Antworten alle Schätze der Weisheit Gottes und die Erfahrungen von Jahrtausenden in sich birgt. Nehmen wir an, dieser anscheinend geringfügige Katechismus wäre einem Sokrates, Platon, Aristoteles, Cicero oder Seneca in die Hände geraten. Staunen und Bewunderung hätte sie ergriffen und das Glück des gestillten Wissensdranges hätte sie erfüllt, angesichts des himmlischen Sonnenlichtes, das ihnen so plötzlich aufgegangen, einer Lehre, welche uns die Rüthsel löst, die Zweifel beantwortet, die Schwierigkeiten hebt, welche eine so wunderbare Verbindung stiftet zwischen Gott und Mensch, Himmel und Erde, Ewigem und Zeitlichem, und dieses ohne Aufwand von vielen Worten, mit solcher Klarheit und Durchsichtigkeit, dass es nichts weiter braucht, als des guten Willens, um zu glauben, zu verstehen und den göttlichen Schöpfer und Erlöser zu lieben. Behandelt der Katechismus die Heilslehren in synthetischer Form, so legt die Biblische Geschichte dieselben genetisch vor. Sie ist das unübertreffliche Sinnbild eines genetischen Lehrganges und wurde schon von den heiligen Kirchenvätern gewürdigt. Der hl. Augustinus kommt in seiner Schrift: „De catechizandis rudibus“ auf diesen Gegenstand zu sprechen: „Narratio plena est, eum quisque primo catechizatur ab eo quod scriptum est: ln principio fecit Deus coelum et terram, usque ad praesentia tempora Ecclesiae. Non tamen propterea debemus totum Pentateuchum totumque Evangelium . . . memoriter reddere; quod nec tempus capit, nec ulla necessitas postulat; sed cuncta summatim gene-ratimque complecti . . . caetera vero celeri percursione contexere* Hiebei soll also die Erzählung die Goldeinfassung für die Perlenreihe der katholischen Glaubens- und Sittenlehren sei». Erfüllt von der Erhabenheit der hl. Schrift wird der Lehrer es sich nicht verdrießen lassen, klein zu sein litit den Kleinen und ebensowenig überdrüssig werden, das Nämliche viele Jahre zu wiederholen, gerade wie wir ander», die zu uns ans Besuch kommen, immer wieder die Schönheit unserer lieben Heimat, die uns schon lange bekannt ist, gerne zeigen und von der staunenden Freude der Besucher und Bewunderer immer wieder mit ergriffen werden. Was da bewirkt, dass schon das zarte Alter für die heilige Geschichte empfänglich ist, und dass kein Lebensalter ihr entwächst, vielmehr jede Anregung und Erbauung ans ihr zu schöpfen vermag, das ist die Vereinigung schlichter Einfachheit mit unergründlicher Tiefe, die ihrem Lehrinhalte eigen ist. Sie stellt das menschliche Leben dar und die Thaten Gottes, welche dasselbe durchleuchtet haben; sie theilt mit der epischen Dichtung Bewegtheit und Farbenfrische, mit der didaktischen den Ernst der tiefsten Kenntnisse und Wissenschaften. Aber wenn alle Poesie im Sinnlichen webt und dein Schein ihren Tribut bringt, leitet sie hin zur höchsten Erkenntnis Gottes im Geiste und in der geoffenbarten Wahrheit. Für das erwachende sittliche Bewusstsein hat die Biblische Geschichte Typen des Guten und des Bösen, so scharf geprägt wie die ausgeprägtesten inoralphilvsophische» Deterniiniernngeu, und doch ganz concret, greifbare Gestalten voll Wesenheit und Leben. Zur weiteren Information mögen in dieser höchst wichtigen Angelegenheit nachstehende Werke eingesehen werden: „Lehrbuch der Pädagogik von Dr. Albert Stöckl. Zweite Aufl. Mainz, 1880." — „Katechetik von Dr. Simon Katschner. Graz 1899." Preiswürdig. — „Pedagogika, Spisal Anton Zupančič. V Ljubljani 1888.“ — „Allgemeine Erziehungslehre von Fr. S. Rudolf Hassmann. Wien 1895." Orientierend. — „Lehrbuch * 8. Aurelii Augustini Hipponenis Episcopi De catechizandis rudibus liber unus, cap. 3, § 5. Editio J. P. Migne. Lutetiae Parisiorum 1841. tom 6. der allgemeinen Erziehnngslehre von Virgil Grimmich. Wien 1897." — „Pädagogik und Didaktik von Dr. Josef Müller. Mainz 1898". — Ganz besonders wird aber empfohlen die „Didaktik von Otto Willmann, Brannschweig 1894", welches grundlegende Werk in den obigen Ausführungen smvvhl hinsichtlich des Lehrplanes als auch hinsichtlich der „Ketechetisch pädagogischen Winke" entsprechend berücksichtigt wurde. Das We- Anmcrkung. Dieser Lehrplan in slovenischer Übersetzung e Separatabdrnck in 500 Exemplaren und sentlichste aus Willmanns Didaktik findet man auch in Wiebe-manns „Leitlinien der Unterrichtspraxis, Brannschweig 1894", welches Werk in jeder größeren Buchhandlung mn 1 ft. 80 kr. erhältlich ist. — „B. A. Achille, Methodik, erläutert von Dr. I. A. Keller. Freiburg 1899." Breis 2 fl. 28 kr. — „Didaktik und Methodik der kath. Religionslehre. Von I. N. Brunner. München 1898." Preis 72 kr. rscheint im nächsten Blatte und wird sodann von beiden ei» zwar in kleinem Formate besorgt werden. 56. Diöcesnn-Ulichrichtell. ©nimmt wurde» : der Hochwürdige Herr Josef Pajek, Doctor der Theologie, Canonicus Theologalis, zum F.-B. Inspector für den Religionsunterricht an der !. k. Lehrerbildungsanstalt in Marburg; Herr Anton Ilihar, Pfarrer in St. Veit bei Montpreis, zum F. V. Lavauter Geistlichen Rath. Investiert wurde Herr Franz Časi aus die Pfarre St. Leonhard ob Tüffer. Überseht wurden die Herren Kaplane: Matthias Eferl nach Riez, Martin Roškar nach Lcskovez, Lorenz Schlamberger nach Kölsch (als Tl.), Anton Srahočan nach Luttenberg (als II.), Josef Weixl als Beneficiai nach Pettau und Melchior Zorko nach St. Ruprecht ob Tüffer. Rcuangcstcllt als Kaplane wurden die absolvierten Herren Theo logen: Franz Bratušek in Laporje, Alois Kramaršič in St. Kunignud am Pachern, Franz Lovrcnko in Hohenmanten, Karl Malajner in Maria Schnee und Alois Musi in Leutsch. Gestorben ist am 2. September Herr Alois Bratuša, Beneficiai der zeitweilig vereinte» Beneficici! der Leeb'schcn Stiftung und zum hl. Dismas und Katechet an der Mädchenschule in Pettau, im 48. Lebensjahre. llubcscht ist geblieben der Kaplausposten in St. Stephan bei Süßenheim. Lavauter Ordinariat zu Marburg, am 10. September 1899. Fürstbischof. litui der St. CyrNtuS-Buchdriliere! in MnrbUtg.