PrSnu«eratiouS - Preis«: Für Laibach: Ganzjährig . . 6 fl. 40 kr. Halbjährig . . 4 „ 20 „ Vierteljährig . 2 „ 10 ,, Monatlich ... — „ 70 „ M i t d - r P o st: Ganzjährig.............12 fl. Halbjährig................. 6 ,, Vierteljährig.......... 3 „ Für Zustellung inS Haus viertelj. 25 kr., monall. S kr. «inzelne Nummern 6 kr. Laibacher Anonyme Mitteilungen werden nicht berücksichtigt; Manuskripte nickt zurückgeseudet. Redactiou Bahnhofgasse Nr. 132. Exprdltwns-L Inseraten-Bureau: Congreßplatz Nr. 81 (Buchhandlung von Jg. v. Kleinmayr L Fed. Bamberg) Jnsertionspreise: Für die einspaltige Petitzeile L 4 kr, bei wiederholter Einschaltung L 3 kr. Anzeigen bis 5 Zeilen 20Zr. ^ Bei gröberen Inseraten öfterer Einschaltung entspnWB»"" chender Rabatt. Für complivertrn Satz besotzK dere Vergütung. Nr. 4. Freitag, 7. Jänner 1876. Morgen: Severinus. 9. Jahrgang. Die Ursachen der Krisis. i. Wien, l. Jänner 1876. Zu den ersten Vorlagen an das Abgeordnetenhaus nach seinem Lpiederzusammentritte am 10. d. wird der Bericht über den ersten Theil des Lienbacher'schen Antrages : „Es sei ein besonderer Ausschuß, bestehend aus 15 Mitgliedern, unmittelbar aus dem hohen Hause 'ü wählen, und dieser habe die Ursachen der Entstehung und der Ausbreitung der finanziellen und wirthschastlichen Krisis mit aller Eindringlichkeit zu erforschen, dieselben dem hohen Hause vorzulegen und zugleich Vorschläge zu machen und Anträge zu stellen, welche geeignet erscheinen, die fernere Wirksamkeit jener verderblichen Ursachen aufzuheben und die Wiederkehr der letzteren für die Zukunft zu verhindern" gehören. Dieser Antrag wurde am 13. November 1873 eingebracht und am 21. November 1873 dem volks-wirthschastlichen Ausschüsse zur Vorberathung überwiesen, der ihn wieder am 26. Jänner 1874 einem aus seiner Mitte gewählten Subcomite von 5 Mitgliedern (Dumba, Gomperz, Hohenwart, Dr. Kaiser und Neu wirth) zuwies; dieser brachte im Laufe der Verhandlung die Zahl der an dir Regierung zu richtenden Fragen auf 62, die aber dann vom Plenum des volkswirthschaftlichen Ausschusses auf 12 eingeschränkt und durch das Präsidium des Abgeordnetenhauses am 2. Mai 1874 der Regierung übermittelt wurden. Die Antwort der Regierung erfolgte am 14ten Oktober 1874 und gelangte infolge Beschlusses des ^ volkswirthschaftlichen Ansschusfes vom 22. Oktober ^ 1874 an das Subcomitö. Bezüglich dieser Antwort der Regierung müssen wir bemerken, daß sie nicht Mehr antworten konnte, als sie selbst wußte, und daß manche der wichtigsten Fragen, so die zweite, dritte und vierte, so gut wie gauz unbeantwortet blicben. Leicht begreiflich! Denn, wäre die Regierung über die in Frage stehenden Punkte rechtzeitig unterrichtet gewesen, so wäre eben gar manches nicht geschehen, was geschehen ist. Das Subcomit6 machte sich, dem Wortlaute des Antrages entsprechend, erst die Entstehung der Krisis zum Gegenstände der Untersuchung und erstattete über die Ergebnisse seiner Berathungen anfangs März'dem Plenum des Ausschusses Bericht, dessen Weiterleitung an das Abgeordnetenhaus infolge der erfolgten Vertagung auf nahezu sieben Monate bis auf den nächstfolgenden Sessionsabschnitt verschoben werden mußte. Es ist seit den verhängnisvollen Mattagen viel über die Krisis geschrieben worden, noch mehr als über die österreichischen, über die denselben ziemlich analogen deutschen Verhältnisse, wir erinnern hier namentlich an die von Bamberger und Lasker in der „Gegenwart" und von Glogau in der „Gartenlaube" niedergelegten Studien; aber wenn wir bei manchen dieser gewissermaßen kulturellen Studien Michel Angelo zu erblicken geneigt waren, der auch seinen Schülern die Anatomie vortrug, so sehen wir im gegebenen Falle den BerusSarzt vor uns, der den Leichnam zerlegt, um Anhaltspunkte zur Heilung der Gesunden zu gewinnen. Die Arbeit der Ausschusses war ebenso mühevoll, als der Erfolg derselben werlhvoll ist; trotzdem kann man sich der Einsicht nicht verschließen, daß manche brennende Frage unbeantwortet bleibt, weil das dem Subcomitö zugebote gestandene Material nicht nach allen Seiten auslangte, so umfangreich dasselbe auch ist. Mit Hinblick auf die Arbeiten deutscher Natioual-ökonomen ist es schwer, die Bemerkung zu unterdrücken, daß es Privatmännern leichter zu sein scheint, in den Besitz von entscheidenden Daten zu gelangen, als der Exekutivgewalt. Der Ausschuß selbst bemerkt über sein Elaborat: „Den Ausführungen des'Berichtes mag dermalen, nachdem mehr als zwei Jahre seit Ausbruch der Krisis verstrichen sind und weitere Kreise vollauf Muße und Veranlassung hatten, über die wirth-schaftliche Katastrophe nachzudenken, immerhin nachgesagt werden können, daß sie mehr Wahres als Neues enthalten. Jndeß bestand ja, ganz abgesehen von dem statistischen Werthe des hier zur Publikation gelangenden Materials von meist authentischem Charakter, gerade darin die nächste Aufgabe, welche dem Ausschüsse oblag, mit aller Eindringlichkeit die Ursachen der Entstehung der finanziellen und wirth-schaftlichen Krisis zu erforschen, und es vermochte der Tragweite und Bedeutung jener Wahrnehmungen, zu denen er gelangt, kaum Eintrag thun, wenn dieselben auch wirklich weniger neu, als vielmehr wahr sein sollten." Iiemlleton, Das Krupp'sche Etablissement. Unter tien Werkstätten der deutschen Industrie, welche nicht nur durch die Vielseitigkeit und die Masse der Production, sondern auch durch das System der Arbeit hcrvortreten. nimmt das Kruppsche Etablissement zu Essen an der Ruhr seit längerer Zeit eine Stelle ein, die ihm einen Weltruf eingetragen hat. Bon Friedrich Krupp, dem Vater des jetzigen Besitzers, unter dessen Leitung es sich seit 1826 be> findet, gegründet, umfaßt es jetzt einen Flächenraum von über 400 Hektaren und beschäftigt in Gruben, Fabriken, Ban-Unternehmungen im ganzen ungefähr 20,000 Menschen unter 730 Beamten. Die Hauptmasse der Fabrikate bilden die zum Eisenbahnbau und Betrieb erforderlichen Artikel, während die Geschütz Anfertigung nur den kleineren Theil der Ge-fammtlhäligkeit in Anspruch nimmt. Um den in so verschiedener Richtung gestellten Anforderungen entsprechen zu können, ist zur winnung des Rohma> terials eine Bergwerks Ver altung in Function, die sich übkr 414 Eisenstein-Gruben, mit einem Grubenfelde von mehr als 2,000.000 Quadcat-Me-ter Ausdehnung, erstreckt. Der Hütten-Bctrieb der 5 Hütten mit 11 Hochöfen fördert jährlich gegen 140.0M.000 Kilo Roheisen. Aus diesem wurden beispielsweise im Jahre 1872 125.000,000 Kilo Gußstahl fabriziert. Den Arbeitsbetrieb vermitteln 960 Schmelzöfen, 307 Dampfkessel, 71 Dampfhämmer und 286 Dampfmaschinen; in denselben werden 500.000,000 Kilo Kohlen und 125.000,000 Kilo Eoaks jährlich verbrannt. Eine über sieben Meilen lange Eisenbahn Linie durchzieht die einzelnen Theile des Etablissements, ans derselben verkehren 15 Locomotive und 800 Wägen. Eine Feuerwehr von 100 und ein Wachtpersonal von circa 200 Mann haben den Sicherheitsdienst zu versehen. Auch die Einrichtungen socialer Art zum Besten des Arbeiter-Personals zeichnen sich durch Fürsorge und reiche Ausstattung aus. Neben geräumigen, gesunden Wohnhäusern fehlt es nicht an Dampfmüh len, Bäckereien, Brauerei, Restaurationen und gemeinnützigen korporativen Anstalten, wie Pensions-, Unterstützung«-, Kranken^, Sterbekassen, Consum-Vereinen (mit einer Million Thaler jährlicher Einnahme.) Die Arbeit der Krupp'schen Werkstätten um- faßt die Erzeugung von Eement-, Bessemer- und Puddel-Stahl; aus dem letzteren wird durch Um-schmelzung und eine besondere Mischung der Gußstahl für Kanonen hergestellt. Die Darstellungsweise desselben beruht auf einem besonderen Verfahren, welches Erfindung der Fabrik ist. Die dem Kruppschen Gußstahl in hervorragendem Maße innewohnende Eigenschaft ist die große Haltbarkeit. Er widersteht besonders gut den Einwirkungen der Stichflamme und eS kann bei Geschütz-Röhren auch dem schwächeren Lauf durch das Ausziehen von Stahlringen jene Sicherheit gegen das Zerspringen gegeben werden, die die Bronce so vorteilhaft auszeichnet. Die zu den Kanonen bestimmten Gußstahl-Blöcke werden nach ihrer in großen Tiegeln erfolgenden Schmelzung noch im Zustande des Rothglühens einer gewaltigen Hämmerung unterworfen, die ihnen hauptsächlich das bekannte feinkörnige Gefüge verleiht. Auf der pariser Ausstellung im Jahre 1867 producierte die Krupp'sche Fabrik eine bis dahin als Maximum angesehene Leistung in der Vorführung eines 40,000 Kilo wiegenden Blockes. Man hielt es damals nicht für möglich, den Guß von noch größeren Massen fehlerfrei bewirken zu können. Sechs Jahre später war es jedoch gelungen (1873 der II. an die Regierung gestellten Die erste Fragen lautet: „Für welche Unternehmungen, an welche Personen, für welches Kapital und zu welcher Zeit wurden vom 1. Jänner 1867 bis Ende Dezember 1873 Eoacessionen für Actiengesellschasten erlheilt und welche von den concessionierten Gesellschaften find ins Leben getreten?" Als Antwort der Regierung auf diese Frage dient eine 1017 Posten umfassende Tabelle, aus der Firma und Sitz der Gesellschaft, das Aclien-kapital, die Namen der Actionäre, der Zeitpunkt der Lonstituierung u. s. w, ersehen werden kann. Aus dieser Tabelle ist vor allem ersichtlich, daß die Intensität der Eoncesstonsverleihungen in zwei Abschnitte zerfällt, den ersten bis zur Geldkcisis Ende des Jahres 1869 und den zweiter: von da an bis zu seinem Höhepunkte im ersten Trimester des Jahres 1873. In dem Zeiträume von sechs Jahren und vier Monaten wurden concessioniert: Banken 175 (davon nicht zustande gekommen 32), Jndustrieunter-nehmungen 604 (davon nicht zustande gekommen 219), Ballgesellschaften 104 (davon nicht zustande gekommen 4l), Eisenbahnunternehmungen 34 (davon nicht zustande gekommen 5), Versicherungs-unternehmungen 39 (davon nicht zustande gekommen 11), Bergbauunrernehmungen 23 (davon nicht zustande gekommen 5), Schiffahrtsunternehmungen 8 (davon nicht zustande gekommen 4), Hotel- u. dgl. Unternehmungen 18 (davon nicht zustande gekommen 6); im ganzen also 1005, davon sind nicht zustande gekommen 323 (32 1 °/g), ins Leben getreten 682 (67-9 °/g). Wie man sieht, bezog sich der größte Theil der Eoncessionen auf Gründungen von Banken, Industrie- und Baugesellschaften. Eoncessionen zu Gründungen von Banken wurden ertheilt: im Jahre 1867 5, im I. 1868 8, im I. 1869 28, im I. 1870 10, im I. 1871 23, im I 1872 84. im I. 1873 13. Jndusrriegesellschasten wurden concessioniert: im I. 1867 12, im I. 1868 16, im I. 1869 82, im I. 1870 78, im I. 1871 116,! im I. 1872 217, im I. 1873 83. Baugesellschaf- j ten begannen eigentlich erst seit 1869 ins Leben zu, treten, denn eö wurden im I. 1868 nur 2, im > I. 1869 9, im I. 1870 abermals nur 2 im I. 1871 12, im I. 1872 41, in den ersten vier Monaten des Jahres 1873 38 concessiouierl. Mit der Frage: an welche Personen Concessionen ertheilt wurden? hat sich der Ausschuß nicht viel befaßt, weil ein wesentliches Interesse doch nur der Umstand in Anspruch nehmen könnte, durch was für Hände die einzelnen Conceffione.i gegangen sind, bis sie schließlich in die der definitiven Coneessionswerber gelangten. deren Namen einzig in dem RegierungsauSweiie angeführt werden. Der Ausschuß verwahrt sich jedoch gegen die Deutung, als solle mit dem Fallenlassen der weiteren Untersuchung über diesen Gegenstand eine stillschweigende Billigung auch jener, allerdings nicht geringen Anzahl von Eoncei'ionSwerbnngen ausgesprochen werden, bei welchen notorisch nicht die Absicht der unmittelbaren Gründung einer Aktiengesellschaft, sondern der Berkauf des unentgeltlich erworbenen Rechtes an dritte Personen das Motiv war. Das N o m i n a l a c t i e n ka pi l a l der 1867 bis Ende Aprit 1873 concessionierten Aktiengesellschaften belief sich auf 400056 Millionen Gulden; rechnet man davon die auf die 323 nicht zustande gekommenen Gesellschaften enifallende Quote von 1422 90 Millionen Gulden ab, so entfielen auf die ins Leben getretenen Gesellschaften noch immer 2577'66 Millionen Gulden. Davon nahmen die 175 Banken I4I3'61 Mill. Kulten, 604 Jndustrie-unternehmuugen 1337 14 Mill. Gulden, 104 Ballgesellschaften 768 62 Mill. Gulden. 34 Eisenbahn-Unternehmungen 273 55 Mill Gulden, 39 Ler sicherungöunternehmuugen 81-30 Mill. Gulden, 23 Bergbauunrernehmungen 44-46 Mill. G.iloen, 8 Schiffahrlsunternehmungen 4l 50 Mill. Gi'lden, 18 Hotel- un" dgl. Unternehmungen 39 78 Mill. Gulden. Nach den Jahren vertheilt entfallen auf die im Jahre 1867 concessionierten 26 Gesellschaften 79-35 Mill. Gulden, auf die im Jahre 1868 concessionierten 32 88-26 Mill. Gulden, auf die im Jahre 1869 coiicessionierten 141 517 22 Mill. Gulden, auf die im Jahre 1870 concessionierten 101 156 35 Mill Gulden, auf die im Jahre 1871 concessionierten 175 361-80 Mill. Gulden, auf die im Jahre 1872 concessionierten 376 1788-72 Mill Gulden, auf die in den ersten vier Monaten 1873 concessionierten 154 1003-86 Mill. Gulden. (Schluß folgt.) Politische Rundschau. Laibach, 7. Jänner. Inland. Die parlamentarischen Ferien, welche mir Ablauf dieser Woche zu Ende gehen, benützte Dr. Herbst zu gründlichen und sehr umfassenden Studien über den Entwurf einerzwischen Oesterreich-Ungarn und Rumänien abschließenden Zoll- und Handetsconvention. Der betreffende Vertrag ist tnkannllich dem wirthfchaftlichen Ausschüsse zur Vorberathung zugewiesen. W>e in parlamentarischen Kreisen mit Bestimmtheit verlautet, ist Dr. Herbst entschlossen, dagegen zu sprechen, daß dieser Vertrag die Zustimmung des Parlaments er- auf der wiener Ausstellung), einen 52,000 schweren Stahlblock darzustellen. Derselbe, ursprünglich in chlindrischer Form gegossen, wurde mittelst eines ungeheueren Dampfhammers in seine Form gebracht, um gleichzeitig die Schmiedbarkeit desselben zu prüfen. Die Vervollkommnungen, zu welchen die von Krupp ausgebildete und weiter entwickelte Technik führte, haben einen großen Einfluß auf das neuere Geschützwesen gehabt. Hatte auch bereits der Feldzug von 1859 in Italien der gezogenen Kanone Geltung verschafft, so traten doch noch andere Anforderungen, wie z. B. die vermehrte Tragweite, Präcision, Be-weglichkeit, Rasanz der Flugbahn und Geschoßwirkung an den Constructeur heran. Der Erfüllung dieser Bedingungen wurde von jener Stelle her zum nicht geringen Theil die Bahn gebrochen und dadurch der Principienstreit über die Herstellung eines zweckmäßigen und leistungsfähigen Artilleriematerials zu einem gewisse» Abschlüsse gebracht. Als das Resultat des selben kann man die Thalsache bezeichnen, daß an die Stelle des englischen schmiedeeisernen Vorder. ladungSgeschützeS der deutsche Gaßstahlhinterlader mit eiserner Lasetiieruug tra;. Das Charakteristische an den der Krupp'schen Fabrication entstammenden gro ßen Feuerwaffen ist, daß sie durchweg Hinterlader mit sogenanntem Rundkeilvcrschluß sind. Die großen Kaliber bestehen aus einer stählernen, von zwei bis drei Ringlagen umsaumten Kernröhre, die kleinen werden aus einem Stahlblocke hergestellt; man hat ie in oer letzten Zeit auch mit Ringen umzogen, um ihre Widerstandsfähigkeit mit Rücksicht auf die durch die weilen Entfernungen und die Widerstands fähigen Ziele nothwendigerweise gesteigerten Ladungen zu erhöhen. Das Aufziehen der geschmiedeten Stahl ringe erfolgt dabei in erhitztem Zustande. Neben der Erzeugung der Geschütze ist auch die Anfertigung der dazu gehörigen eigenthümlichen Geschosse eine wich tige Aufgabe der essener Industrie. Unter denselben nehmen die Stahlgranaten, zum Kampfe gegen Pan zerdeckungen bestimmt, eine hervorragende Stelle ein; ihre Herstellung und Zusammensetzung ist ein heimnis der Erfinder. Krupp hat Vas Verdienst, den Gebrauch des Gußstahles auf Gebiete ausgedehnt zu haben, auf welchen er bisher als Arbeitsmaterial noch völlig unbekannt war. Durch die Richtung welche er der von ihm geleiteten Industrie gegeben durch die Qualität der Erzeugnisse hat er sein Etablissement zu einer Hauptstätte deutschen Gewerbe fleißes gemacht. halte. Der Minister des Aeußern, welcher von dieser Absicht des Führers der Verfassungspartei Kenntnis erhielt, soll hievon nicht eben angenehm überrascht worden sein und sich dahin ausgesprochen haben, es sei ihm neu, daß Zoll- und Handelsverträge im Äbgeordnetenhauie gemacht werden, worauf Dr. Herbst erwiderte, er hoffe dem Grasen Andrassy den Beweis zu führen, daß Mitglieder des diesseitigen Abgeordnetenhauses und gewiß auch des ungarischen häufig von Zoll- und Handelstractatcn mehr als Diplomaten verstehen. Aus Tirol wird eine neue Glaubenseinheits-Agitarion signalisiert. Freiherr v. Giovanelli benützt die ihm durch seine Mandatlosigkeit zugebole stehende Muße — wahrlich nicht eum äiAmtatö! — um die Hetze gegen die Z'lassung der protestantischen Gemeinden in Tirol zu schüren. Die tiroler Schwarzen beabsichtigen, so viel bisher verlautet, beim Zusammentritt des Landtages einen solennen Protest loszulassen und dann zu striken. Auf ausdrücklichen Wunsch des Monarchen finden die Bank- und handelspolitischen Verhandlungen in Pest unter den Auspicien des Grafen Andrassy statt. Die beiderseitigen Minister traten in dessen Wohnung zusammen. In wohlunterrichteten Kreisen wird bestimmt versichert, daß die >'isher im Schöße der ungarischen Negierung vorhanden gewesenen Differenzen, wobei der Handelsministec der Trennung des Zollgebietes zuneigte, beseitigt und daß zwischen den beiderseitigen Regierungen die Emheit des Zollgebietes principiell festgestellt worden sei. Ungarn wünscht Concessionen bezüglich des Imports für Woll- und Baumwoll-waaren, will dagegen die Interessen der österreichischen Industrie lhunlich fördern. In den ersten Conferenzen beider Regierungen fanden nur Pourparlers über die Zollpolitik statt. Die Banksrage war noch nicht auf der Tagesordnung. In Ungarn ,chwelgt man unterdessen schon im Vorgefühl: der eigenen Zettelbank, die man um keinen Preis fahren lassen mag. Wie man dem „N. H " versiLert, werden bereits für die zukünftige ungarische Nationalbank die Lokalitäten gesucht. Als präsumtiver Direktor der Bank wird Paul Moricz genannt. Wenn sich dies bestätigen sollte, so wäre die Absicht, in welcher Graf Lonyay sein dickes Buch über die Bankfrage geschrieben, schlechterdings ohne Belohnung geblieben. Dem genannten Blatte zufolge soll ferner die Absicht bestehen, eö in dem die Gründung der ungarischen Narionalbank betreffenden, im Verlaufe dieser Sitzungsperiode der Legislative zu unterbreitenden Gesetzentwürfe auszu-prechen, daß die Beamlen und der Tireciionsrath der Nationalbank vom Jncompalibililätsgesetz ausgenommen werden sollen. Ausland. Die Eentralisation des deutschen Eisenbahnwesens stößt auf den Widerstand sämnulicher süddeutschen Staaten. Man konnte annchmen, daß die badische Regierung ich dem Plane noch am geneigtesten zeigen wü>-de, da die badische Siaatsbahn durch die Concurrenz der parallelen elsässer Linie in ihrer Ertragsfähigkeit seit einigen Jahren bedeutend geschädigt worden ist; nichtsdestoweniger weist, wie die „Karlsruher Zeitung" miltheilt, auch Baden das Ansinnen zurück, seine Bahnen an das Reich zu verkaufe». Da die Opposition gegen das reichSkanzlerische Project von den hitzigsten national-lib-ralen Blättern bereits als Reichsfeindlichkeit gebrandmarkt wurde, dürfte nun selbst das so gut deutsche Ministerium Jolly den Reichsgegnern zugezählt werden. In Baiern dauert der kleine Krieg zwischen den Ministerium und den Klericale» sort. Anlaß zu neuer Aufregung in den Kreisen der letzteren gibt die Weigerung des Cultusministers, ein um das Dogma von der päpstlichen Unfehlbarkeit vermehrtes und von dem Episkopat empfohlenes Religionsbuch auf die Liste der erlaubten Lehrbücher zu stellen. Herr v. Lutz bleibt konsequent bei seiner Anschauung, daß das ohne Placet von den Bischöfen publicierte JnfallibililätSdogma für den baierifchm Staat keine Geltung habe. Die Wahlperiode für die französischen Senatorenwahlen ist bereits im ganzen Lande eröffnet, und beeilen sich demnach auch alle Parteien, ihre Vorbereitungen zu treffen und ihreCandidaten zu bezeichnen. Herr Buffet, welcher seinen Wählern erst bei den Depulienenwahlen gegenübertreten wollte, hat sich nachträglich entschlossen, doch für den Senat zu candi-dieren. Sechzig Notabililäten des Bogesen-Departe-mentö, darunter mehrere General und Arrondis-fementSräthe und einige Maires, patronisieren eine konservative Senatoren Candidaten-Liste, auf der sich neben Grandjean und Mougeot auch Herr Buffet befindet. Die repubtikanischcn Journale bemerken nicht mit Unrecht, daß der conservaiive Aufruf nur von dreizehn Generalräihen und von dreizehn Arron-disfementsräthen unterzeichnet ist, wah end das Lo gesen-Departemcnt dreißig Gmecal- und fünfundvierzig Arrondissementsrälhe zählt. Der „wahrhaft liberale" Minister des Innern, wie Buffet in dem Ausrufe genannt wird, hat somtt nicht viel Hoffnung, von seinem Heimatsdepartement in den Senat gewählt zu werden. Wie dem „Pester Lloyd" aus Wien mitgetheilt wird, hat Graf Anvrassy einen Tag vor seiner Abreise nach Pest die Botjchafier Englands und Frank reichs, sowie den Gesandten Italiens empfangen und bei diesem Anlässe diese Gesandten in die Details seines Reformvorschlages eingeweiht. „Der Minister konnte versichern, daß die Cabinette von Petersburg und Berlin sich mit dem Entwürfe des Rundschreibens, das von Wien aus an die anderen Signa-tarmächte erlassen wird, vorbehaltlos einverstanden erklärten." Das Blatt erwähnt noch, daß am 2. d. M. dieses Rundschreiben nun auch ofsiciell an die Garan tiemächle expediert »vurde. Das „Journal de Paris" verspricht dem Schriftstück in Paris eine sympathische Aufnahme, und die „Französische Correspondenz" fügt die Mitteilung hinzu, daß unser Botschafter in Paris, Graf Apponyi, gleichzeitig von hier aus angewiesen wurde, die Abschrift des Rundschreibens den Fürsten Hohenlohe und Orlofs mitzutheilen und sich mit diesen behufs gemeinsamer Befürwortung der Note beim Versailler Cabinet ins Einvernehmen zu setze». Aus New - Norx wird unterm 1. d. per Kabel gemeldet: „Das eintretende Centennial Jahr der amerikanischen Unabhängigkeit wurde um Mitternacht in den ganzen Bereinigten Staaten mit gro ven Freudenbezeigungen gefeiert. Salut Salven wur-n gelöst und im ganzen Lande fanden Jllumina-lionen und festliche Aufmae statt." Zur TlWSgeschichle. Wiener Communal-Lose. Bei der am 3. d, M. stattgefundenen Ziehung der wiener Communal» Lose machte die Commune wieder Ven Haupttreffer mit 200,000 fl,, die zwei Nebentreffer mi, 10,900 fl., vier Treffer mit 100 > fl. und neun Treffer mit 400 fl. Dagegen entfielen auf die im Publikum circulierenden Lose der erste Nebentreffer mit 50,000 fl., ein Treffer mit 1000 fl. und drei Treffer mit 400 fl. Es ist erklärlich, daß die Com- mune gegenwärtig noch bei jeder Ziehung mehrere Treffer macht, da sich vorläufig noch zwei Drittel sammtlicher Lose in ihrem Besitze befinden. — Der Papst und der Herzog von Modena. Als jüngst der Herzog von Modena starb und die Zeitungen meldeten, er habe testamentarisch alle seine Erben verpflichtet, dem Papst alljährlich „bis zum Siege der guten Sache" drei Perzent ihres gesammten Einkommens zu bezahlen, beglückwünschte, wie man der „Nat. Ztg." ans Rom schreibt, ein Cardinal den Papst zu dieser „für ewig sicheren Rente" des heiligen Stuhles. Der Papst ^ckte die Achseln und erzählte dem Cardinal als Antwort sorgendes Geschichten : Der Herzog von Mod hielt beim Papste einen Geschäftsträger, der ein Prälat war und jeden Sommer, »l-ich anderen Diplomaten, eine Reise ins Ausland machte. Kam nun der geistliche Diplomat nach Nom zurück, so stellte er sich pflichtgemäß dem Papste vor und überbrachte ihm die ehrerbietigen Huldigungen des Herzogs. Ein Jahr oder zwei Jahre machte der Papst keine Bemerkung hierüber; ein andermal sprach er leichthin von dem kolossalen Ver-mögen des Herzogs. Und wieder kam nächstes Jahr der geistliche Diplomat, nm die Huldigungen seines Herzogs dem Papste auszurichten. Nun wurde der Papst ungeduldig. Er höre, sagte er, jedes Jahr dieselben Versicherungen, aber, und hier machte er die Fingerbewegmig des Geldzählens, er sehe gar keine Bethätigung dieser Ergebenheitsbetheuerungen. Der Diplomat konnte sich des Lächelns nicht erwehren, aber der Papst redete sich so in den Zorn hinein, daß er dem Diplomaten geradezu sagte, er möge ihn künftig mit diesen heuchlerischen Bethcuerungen ohne Bethätigung ver-chonen. Natürlich berichtete der Geschäftsträger den Vorsall einem Herzog, der von da ab jährlich — 1000 Scudi zum Peterspfennig beisteuerte. Wer im Leben so sparsam war, 'chloß der Papst, werde auch im Tode nicht splendid, deshalb halte er jene Nachricht für eine Zeitungsente. — Das Vorurtheil gegen Blasinstrumente. Ein französischer Arzt, Dr. Burg, hat ein kleines Buch veröffentlicht, in welchem er die Ansicht bekämpft, daß das Spielen von Blasinstrumenten Personen mit schwacher Brust absolut schaden müsse. Er behauptet vielmehr, die Beobachtung gemacht zu haben, daß Personen mit schwachen Lungen in Jnstrumenleiifadriken durch häufiges Probieren von Blasinstrumenten so sehr erstarkten, daß sie von allen Lungenkrankheiten verschont blieben. Dr. Burg erzählt, seine Mutter sei an der Lungenschwindsucht gestorben, wie acht ihrer K>nde>.. Nur drei hätten sich gekrästigt^ und zwar durch das Spielen von Blasinstrumenten. Er verordne insbesondere brustschwachen Kindern das Blasen von Trompeien und habe damit schon sehr häufige Resultate erzi?lt. Bei Erwach, enen, welche Blakinstrumente spielen und brustkrank werden, rühre dies immer von anderen Ursachen, insbesondere vom übermäßigen Genuß geistiger Getränke, her. Kinder-trompeten sind also als Geschenke sehr zu empfehlen — nur nicht für die Ruhe im Hause.__________________________ Mal- und Provinzilü-AnlMegenheitm. — (Bercinsabend des Lehrervereins.) Der vorgestrige Abend im Clubzimmer des hiesigen Lehrer-bildnngrvereins war vonseite des männlichen und weiblichen Lehrpersonals gut besucht und bot vielfache geistige Anregung Dle Discussion leitete der Bereinsvorstand Herr Proseffor Linhart. Gegenstand der Verhandlung bildeten die Schulsparkassen. Eingeleitet wurde die Debatte durch einen Bortrag der Lehrerin Frl. Marie Fr ö h l i ch, welche sich im Principe gegen das Institut der Schulsparkassen aussprach. Daran knüpste sich eine lebhaste Debatte für und gegen das Institut, an der auch Herr Schmiedl insofern regen Antheil »ahm, als er für die Waldherr'fche Schulsparkaffe, daher vieero pro äomo sprach, weil er bei Errichtung dieser Schulsparkasse dadurch betheiligt war, daß er dem Instituts-Vorsteher an die Hand ging. Der Bortrag des Frl. Fr. aus dem mit Umsicht gesammelten Materiale über Schulsparkassen gipfelte bei aller Anerkennung der Nützlichkeit dieser für Oesterreich neuen Institution, in dem Scbluß-antrage: die Schulsparkassen seien, oen verschiedenen Lokalverhältnissen angemessen, einsührbar, auf deren Errichtung im Üronlande Krain jedoch, namentlich in den Volksschulen, vorläufig nicht einzugeh^n. Dieser Antrag wurde kräftig bekämpft uud sosort vom Professor Linhart in engerer Weise dahin modificiert, daß der Errichtung der Schulsparkaffen nicht entgegen zu treten sei, wol aber es der Einsicht jedes Klassenlehrers zu überlassen wäre, ob und wie weit er die Einführung für zweckmäßig halte. Trotzdem dieser engere Antrag vielfach unterstützt wurde, blieb er doch schließlich in der Minorität. Unsere vortrefflich redigierte „Schulzeitmig" wird demnächst über diesen geistig anregenden Abend ein näheres, nebst einem interessanten Aussatz für die Schulsparkassen aus geübter Feder bringen. Die Mittwoch-Ver-einsabende des Lehrerbildungsvereins werden aber je weiter, je mehr prosperieren, wenn sie in so lebendiger, anregender Weise wie der letzte, verfließen. — (H um a n i t ä t s ac t.) Herr Valentin Pleiweis in Wien betheilte auch Heuer zu Weihnachten 24 arme Schulkinder — 12 Mädchen und 12 Knaben in Krainburg - mit vollständigen Anzügen, überdies 6 verarmte Bürger mit Geldspenden. — (N a ch rn s.) Auch die „Grazer Ztg." widmet dem verstorbenen Freiherrn Nikomed v. Rastern einen ehrenvollen Nachruf. Das genannte Blatt fügte dem Nekrologe nachfolgende Bemerkung an: „Der Umstand, daß Freiherr v. Rastern der liberalen Partei angehörte, veranlaßt? das Partei-Organ „Slov. Narod" in Nr. 295 die Nachricht von dem Ableben des Baron Nikomed Rastern mit der hämischen Bemerkung zu bringen, er sei ein sehr schweigsames Mitglied der Landesstube, aber auch ein entschiedener Feind der slo-veniscben Nationalpartei gewesen und es als eine besondere Eigenthümlichkeit hervorzuheben, daß ?r der einzige jahrelange Abonnent der norddeutschen „Weser-Zeitung" gewesen sei, welche er gewissenhaft täglich von Zeile zu Zeile durch» gelesen habe. Diesem freundlichen Nekrologe mit dem höchst läppischen Beisatze bezüglich der Zeitungs-Lectüre wollen wir nur entgegensetz?», daß Freih. Nikomed von Rastern zwar allerdings kein Landtagsredner war und daß staatsmännische Studien und Fertigkeiten überhaupt nicht sein Fach und Streben waren, daß er dagegen, ganz absehend von seiner cousequeuteu Haltung im Landtage, als Botaniker großartiges geleistet hat; als solcher mit vielen Naturwissenschaft-lichen Vereinen des In- und Auslandes in Verbindung stand; daß feine schön geordneten Herbarien, in welchen die Flora nicht nur von Krain, sondern auch von den Nachbarländern vertreten ist, so reichhaltig sind, daß wir voraussetzen und hoffen, es werden diese Sammlungen nun nach seinem Ableben in gute Hände kommen und dem Lande erhalten bleiben. Wir dürsen daher den Siaatsmännern des „Slov. Narod" gegenüber mit Beruhigung aussprechen, daß dem Freih. Nikomed v. Rastern in Krain als tüchtigem Botaniker ein ehrender Nachruf gebühre und der sicheren Erwartung Ausdruck geben, daß seinem Namen neben jenen der anderen als Botaniker gefeierten Krainer ein dauerndes Angedenken im Lande verbleiben werde." — (Erben werden gesucht.) Herr Cajetan Materne ist in Pettau mit Hinterlassung eines bedeutenden Vermögens gestorben. Die angeblich verschollenen Geschwister der Chirurgensgattin Frau Katharina Materne, geb. P a n o s ch aus Laibach werden aufgefordert, sich beim k. k. Notar Franz Radoschegg in Pettau zu melden. — (Südbahn.) Wegen heftiger Schneeverwehung und fortdauernden Sturmes mußte der Zugsoerkehr in den Slrecken Neusladt-Kanifcha, Kanischa-Stuhlweißenburg und Stuhlweißenburg-Uj-Izöny eingestellt werden. In der wien-triester Strecke kamen auf dem Steinfelde und am Karste neuerdings Störungen vor. — Der gestrige Schnellzug wurde nur von Gruz abgelassen. Wie man uns vonseite der Süd-bahnverwaltuiig mittheilt, wurde auf der Strecke Wien-Gloggnitz der Personen- und aus der Strecke Pragerhos-Kanischa der Gesammtverkehr heute früh wieder eröffnet. — (Partie nach Veldes.) Sonntag veranstalten einige Mitglieder des AlpenvereineS einen Ausflug nach Veldes, und werden diejenigen Herren und Damen, welche sich daran betheiligen wolle», ersucht, dieS Samstag Nachmittag in der Buchhandlung Kleinmayr L Bamberg anmelden zu wollen, damit in Veldes ein gemeinschaftliches Mittagmahl bestellt werden kann. Abfahrt erfolgt Sonntag früh 4 Uhr. — (Zur Theaterfrage.) Das Theatercomite hielt gestern in den Apartements des Herrn Landeshauptmannes Dr. R. v. K a l t e n e g g e r im Beisein des Landesausschußmitgliedes Herrn Dr. v. Schrei) eine längere Berathuug inbetreff der Wetterführung des Theaters. DaS Theatercomite übernahm die schwierige Aufgabe der weiteren Theaterleitung unter dem Vorbehalte, das Theater, falls die Garantiesubscriptionen und Tageskasseergebnisse nicht ausreichen sollten, nach vierzehntägiger Kündigung jederzeit schließen;u können. Der Fortbestand unserer deutschen Bühne hängt demnach von dem ergiebigen Eingänge der Snbscrip-tionsbeträge und von einem recht zahlreichen Theaterbesuche ab. Wir appellieren neuerdings an die Unterstützung und den regen Kunstsinn des hiesigen theatersreuudlicheu Publikums. — (T h e a t e r i! ri t i k.) Z» wiederholteumalen wurden wir um Wiederaufnahme der Berichterstattung über die hiesigen Theatervorstellungen, namentlich gestern von den hervorragendsten Vertretern unserer Bühne ersucht. Nachdem uns vonseite der nenen Theaterleitung die Versicherung gegeben wurde, daß ähnliche Vorkommnisse, wie solche unter Schwabe's Direction beliebt wurden, von der Bühne fern-gehalten werden würden, finden wir leinen Anlaß, mit der Berichterstattung weiter zurückzuhalten, sondern werden die Theaterreserate, sowie die üblichen Theateranzeigen in Hinkunst wieder regelmäßig bringen. Das Theater-Repe r t o i r signalisiert: SamStag den 8. „Blaubart;' San«. tag den 9. „Mönch und Soldat;" Montag den 10. Slo-venislbe Vorstellung; Dinstag den 11. „Drei Hüte" (neu) ; Mittwoch den 12. „Flotte Bursche" und „Jugendliebe;" Donnerstag den 13. „Ein Leben des Glanzes und der Lüge." Benefice des Herrn Jank; Freitag den 14. „Ein Glas Wasser." — (Die neue Maß- nnd Gewichtsordnung) setzt alle Gesellschastslreise in fieberhaste Bewegung. Der Verlaus der ersten Tage in dieser Woche erbrachte den Beweis, daß es »och viele Personen gibt, welche von der eingetretenen Aenderung der Maß- und Gewichtsordnnug gar nichts wußten oder vielleicht nichts wissen wollten. Findet doch die neue Maß- und Gewichtsordnung sogar in gewerblichen und intelligenten Kreisen unfreundliche Ausnahme Dabei werden noch fortwährend die unglaublichsten Verstöße lind Verwechslungen mit den so einfachen Bezeichnungen begangen. Man verlangte in den zuletzt abgewichenen Tagen Fleisch ur-d Spezereiwaren uach Meter», man forderte ein Kilo Bier; eine Köchin begehrte zehn „Telegramme" Mehl. Bei einem Theile des Publikums zeigt sich ein angst liches'Mißtrauen gegen die neuen Maße und Gewichte, gegründet auf Furcht vor Uebervortheilungen. Das Marktcom misfariat wird^in der ersten Zeit eine riesenhafte Thätigkeit ans dem Marktplätze zn entwickeln haben, um das Publikum, Verkäufer und Käufer, zu belehren, um erstere zu überwachen und letztere vor Bedrückung zu schützen. Es dürste immerhin eine geraume Zeit dauern, bis die praktische Dmtsührung der neuen Maß und Gewichtsordnung in Fleisch und Blut der Bevölkerung übergegangen sein wird. — (Aichnng der Biertransportfässer.) Zusolge einer Minist-rialverordnung werden einige Bestimmungen der Verordnung vom 28. Juli l. I. betreffend die Größe und die Aichuug der Biertransportfäsfer und die Zulässigkeitsdauer der zur Zeit in Verwindung stehenden Biertrans-portfässer abgeändert, und zwar wird die in der obcitierten Verordnung auf ein Jahr festgesetzte Giltigkeit des Aichstem-pels der Bierfässer bis aus Weiteres aus zwei Jahre ausgedehnt. Dieselben sind nach jeder Reparatur, welche eine Veränderung des Rauminhaltes zur Folge hat, einer neuer-li»en Aichung zu unterziehen. Das Zugeständnis, daß die bisher im Verkehr befindlichen Bierfäfsrr von 1 und 2 Ei-mern Inhalt auch noch nach dem l. Jänner 1876 auf die Dauer ihres Bestandes im öffentlichen Verkehre verwendet werden dürfen, wird auf alle bisher im Verkehre befindlichen Größen von Bierfässern ausgedehnt. Die Aichung von für den Export bestimmten Fässern in anderen als den in der erwähnten Verordnung vorgeschriebenen Größen kann über Einschreiten der Interessenten von der k. k. Normalaichungs-commission bei den betreffenden Aichämtern veranlaßt werden. — (Ein Gaunerstückchen) eigener Art wird unS aus Krainburg berichtet. Am letzten Wochenmarkttage, Montag den 3. d. war ein Händler aus dortiger Gegend in eines der renommiertesten Geschästslokale getreten mit der Bitte, ihm eine Fünsziggulden-Note zu wechseln. Der Prinzipal nahm ihm dieselbe aus der Hand, entfernte sich damit in seine Wohnung im oberen Stockwerke und übergab hier seinem Dienstboten 50 fl. kleine Noten mit der Weisung, dieselben dem im Geschäftslokale warten-den Eigenthümer zu überbringen. Unten angekommen, fragte die Magd, wer hier di>: SO fl. zu erhalten habe. Während nun die Aufmerksamkeit des rechten EigenthUmers anderweitig in Anspruch genommen war, benützte ein anderer im Laden anwesender Mensch den Moment und ließ sich das Geld auf die Hand zählen. Als dann der Händler sein Eigenthum verlangte, war der Gauner bereits verschwunden, und trotz aller Rührigkeit der Gendarmerie und Polizeiwachmannschast konnte derselbe bisher nicht zustande gebracht werden. Später stellte es sich heraus, daß derselbe ein armer Hasenbinder und aus der Gegend von Zirklach zu Hause ist. — (Der ärztlich eBerein inLaibach) richtet zwei Petition-". an beide Häuser des österreichischen Reichs-rathes; die erste spricht sich gegen die geplante Wiederherstellung der chirurgische» Lehranstalten, die zweite gegen die Einsühruug des BerusSzwanges aus. Bride Petitionen werdcn durch den RcichsrathSabgeordnelen Dr. Vcsnjak überreicht Werden. — Der genannte Verein faßte den Beschluß, behusö Einbringung der ansstehendm ärztlichen Forderungen eineu ständigen RechtSsreund aufznstelleii. Herr Dr. M ofch 6 hat sich zur Ueberuahme dieser Stelle bereit erklärt. — (T urnerkneipe.) Die regelmäßig jeden Samstag abends nach der Uebnngsstunde statifindende gesellige Turnerkneipe findet von morgen an im Casino (Club-zimmer) stait. Der Wichtigkeit der zur Besprechung gelangenden Gegenstände halber ist eine recht zahlreiche Betheiligung dringend erwünscht. Begwu um 9 Uhr. Als unterstützende Mitglieder der laibacher freiw. Feuerwehr leisteten den Jahresbeitrag pro 1876: Herr Anton Samaffa.......................mit 10 fl. „Fd......................................2„ „ Carl Pucher............................ 5 „ ___________________(Wird fortgesetzt.)__________ M»„esenSct Wie verhält sich der neue Bierpreis zu dem alten? I Lite, ist soviel als 2°/« n»d Seidel, d. H. soviel als 2>"/i, Seidel. ^ Liter ist also soviel als 1'"/„2 Seidel, also uni "/,2 weniger als ein Krügel, als 1 l/z Seidel Da wir nun sür Liter ebensoviel zahlen als für !>/, Seidel, für ein Krügel, so zahlen wir das Bier um Seidel zn thener. Bestimmen wir das genauer. Der wievielte Theil sind Seidel von einem Krügel, d. h von I'/s Seite! ? «6/, — >«, also der 16. Theil, d. H. ich bekomme jetzt den 16. Theil des früheren Maßes weniger, muß aber soviel bezahlen, als wenn ich dieses Sechzehnte! auch erhalten halte. Kurz: So ost ich 16 Kreuzer bezahlen muß, zahle ich einen Kreuzer zu viel. Wenn ich !ür 32 Kreuzer Bier trinke, hat mich das neue Maß um 2 Kreuzer gebracht, ich biu nur 30 Kreuzer schuldig. Was solgt daraus? Daß man entweder Gastwirth werden, oder keine Trinkgelder mehr zahlen soll._________________________________________________ Witterung. Laib-ich, 7. Jänner. Morgens Nebel, später theilweise Äusheiteruug, nach-mittags ganz bewölkt, schwacher NW. Temperatur: mor gens 7 Ubr — 166", nachmittags 2 Ubr — 10 0" 6. <1875 -j- 2.5»; 1874 -s- 0 2" 6.) Barometer im Steigen 740 98 wm. Das vorgestrige TageSmittel der Temperatur — 12 5°, Las gestrige — 9'5° beziehungsweise um 9 7-und 6 7" uuter dem Normale. Ängetommene Fremde am 7 Jänner. Hotel Ttadt Wien. Koncilja, Lehrer, Gottschee. — Herz, Ksm., Wien Hotel Elefant. ErZen, Steueramtsadjunkt, Loitsch. — Ott, Linz. — Stöhr, Hof. Fantoni sammt Frau, Gono-bitz. — Sziraky, Szegedin. — Gregorii, Bes., Gurkfeld. — Hituik, St. Peler. Baierlscher Hof. Franceschi sammt Frau, Divazza. — Tomsik, k. k. Lieut, Karlstodt. Mohren. Groß, Bergmann, Leoben. — Cuk, Holzhändler, Krain. — Preiset, Glashändler, Wippach. — Welte, k. k. Oberlieut,, Laibach. ^______________________________ Verstorbene. Den 3. Jänner. Anton Pevc, Arbeiter, 31 Jahre, Civilspital, chronische Lungentnberculose. Den 4. Jänner. Franz Livcel, Arbeiter, 46 I., Civilspital, Gebirnerweichung. — Johann Jaklik, Arbeiter, 60 Jahre, Civilspital, Lungnibrand. Den 5. Jänner. Gertraud Dresar, Justitutsarme, 75 I,, Bersorguugshans Nr. 4, Wassersucht. Den 6. Iänuer. Anton Ferlinz, Privatier, 81 I., Polanavorstadt Nr. 4, Altersschwäche. — Ferdinand Müllerei, Locornotivsührer, 46 Jahre Kapuziuervorstadt Nr. 7, Lungen-entzündulig und GesichiSroihlauf. Lebensmittel-Greise in Laibach am 5. Jänner. Weizen 8 fl. 30 kr., Korn 5 fl. 65 kr., Gerste 3 fl. 70 kr., Haser 3 fl. 60 kr., Buchweizen 5 fl. 42 kr., Hirse 3 fl. 70 kr., Knkurutz 4 fl. 85 kr. Pr. Hektoliter; Erdäpfel 3 fl. 40 kr. pr. 100 Kilogramm; Fisolen 7 fl. — kr. per Hektoliter; Rindschmalz 1 fl. — kr., Schweinsett 82 kr., Speck, srischer, 60 kr., Speck, geselchter, 78 kr., Butter 80 kr. per Kilogramm; Eier 2*/, kr. per Stück; Milch 8 kr. per Liter; Rindfleisch 48 kr., Kalbfleisch 50 kr., Schweinfleisch 82 Ir. per Kilogramm; Heu 2 fl. 80 kr, Stroh 2 fl. 30 kr. per 100 Kilogramm; barres Holz ö fl. -- kr., weiches Holz 6 fl. — kr. pr. vier O.-Meter; Wein, rother 22 fl. 50 kr., weißer 20 fl. Pr. 100 Liter. Gedenktafel .wer die am iO. Jänner l.876 stattfindenven Acitationen. 3. Feilb., Ponsche'sche Real., Grdb. Commenda Laibach, LG. Laibach. — 3. Feilb., Koprivc'sche Real., Laibach, LG. Laibach. — 3. Feilb., Mnruik'sche Real., Adergas, BG. «rain-burg — 3. Feilb., ZniderDli'sche Real., Bründl, BG. Gurkselb. 2. Feilb., Dkzmaiiu'sche Real., Auritz, BG. Rad-mannsdorf. — 2. Feilb., Kürschner'sche Fahrniste, Laibach, LG. Laibach. — Relic. Skrabole'scher Real., Graseubrunn, LG. Laibach. — Reass. 3. Feilb., Facja''che Real., Jakoboviz, BG. Loitsch. — 1. Feilb., Petric'sche Real., Planina, BG. Loitsch. Für die vielen Beweise inniger Theilnahme an dem Verluste unseres theuereu Kindes, als auch für die Betheiliguuc, bei der Bestattung desselben, sagen wir tiefgerührt uusern herzlichsten Dank. Carl und Caroline Tschnrn. Schwindelei. Unter Vorweisung eines mit gesälschten Unterschriften verfebeueu Bogens erfrecht sich ein obscures Jndividium bei den p. t. Kaufleulen in Laibach Neujahrsgeschenke „für Rudolfsbahnbedienstete" zu sammeln. Man bittet im Betretungsfalle um Festnahme deS Schwindlers und Uebergabe desselben an die k. k. Gerichte. Der Stationsvo^stand: Kavänslr. Etwa 300Kilo lllltSiimcmrn werden ülö abgegeben (im ganzen oder auch partienweise! von der C. Schmidts Handelsgärtnerei ^u!. Dürr, Laibach, Karlstädtervorstadt 24. Einladung zur öö.^llllpi- zugkeick Ill^Mve^lllllll^UNg des konstitutionellen Vereines, welche am 7. Jänner l. I. um halb 8 Uhr abends im Clubzimmer der Casino-Nestauratio» abgehalten wird Tagesordnung: 1. Ansprache des Obmanns. 2. Erstattung des Jahres-, Geschäfts- und Rechenschasts-berichtes. 3. Bericht über die Thätigkeit des Schulpfeunig-LomittS. 4. Anträge von Mitgliedern. 5. Neuwahl des Ausschusses. (811) 4-4 Wiener Börse vom 5. Jänner. Lose von 1854 . . . . Lose von 18S0, ganze öose von I8S0, Fünft. Prämien!». ». 1864 . 0rliaüvQt.-0d1. Siebenbürg. Ungar» Mottos. Knglo-Bank . . . . Sreditanstatt . . . Depositenbank. . . EScomvte-Anstalt Franco-Bank . . Handelsbank. . . ^ationatbank . . Lest. Bankaesells. Union-Bank. . . BerkehrSbank. . . . Msöld-Lahn . . Karl Ludwigbahn . »ais. Elis.-Babn jkais. Fr. J°ses»b Staaliib-Hn . . . Südbahn.......... Geld Ware 69 40 69-5,0 7» 80 73 90 106 50 1. 7- 1,8-10 112 30 118 50 118 75 133. - 133 25 79-75 80-25 80'-- 80 50 96 75 97-— 196 196 25 127-50 128 50 695 - 705 — 29 75 ^0-25 48 - 48 50 K92'-- 8V3--- 171 - 172- 76 50 76-75 78 50 78 75 119 — 119 25 2-.)4'- 2»'4 2i 164 50 165-- 152 152-50 298.- 299' - 116- 116 50 I'kLQclkrivko. Allg. öst. Bod.-Credit. dto. in 3» I....... Nation, ö. W........ Nng. Bod.-Creditanst. ?rtoritLts-0KI. Franz Iosesi-Bahn . Oest. Nordwestdahn . Siebenbürger . . . . Staatsbahn.......... Südb.-Ges.zu SIX> Fr. dto. Bons I-o»o Credit - Lose . . Rndols« - Lose . Geld wate I00-—1V0-5» 8g 75 ^ovk». (3Mon.) Augsb.roon. südd.W Franks. IOC Mark. . Hamburg „ „ London io Psd. Stert. Pari« iOIi Franc» . . »lÜHTSQ. Kais. Münz-Ducaten SO-FrancsMck . . . . Preuh. Kassenscheine. Silber . . 8« SV 851« 94.75 SS — 69 S0 I4S 50 107-Li4 — 182 1» so 55-55 55 55 55 70 IIS 50 45 15 5-SS g-I» 104-10 90'- se-8o 85.»» 95-— 98-50 69 5» I4S-— 107-5» SS5-- I«2»» 14- 55 5» 55 «5 55 80 IIS-SS 45-IS 5»4 9-11 104 25 Telegraphischer Curskericht am 7. Jänner. Papier-Rente 69 55 — Silber-Rente 73 95 — 1860er Ataats-Anlehen 112 30 —Bankaktien 902. — Credit >92 — — London 114 30. — Silber i05 — — K. k. Münz-vucaten 5 40. 20-Francs Stücke 918. — 100 Reichsmark 56.80. Druck von Jg. v. Skeinmavr » Fed. Bambrrg. Verleger Ottvmar Bamberg. Für die Redaktion verantwortlich: Franz Spitaler.