Mchrr Taalilatt. ‘Kcbaction und Txprdition: Bahiihofgafle Nr. tb /% —- nAA ■»räaumeiationeeittle: _ „ . 3n|«itteii«fiteift: «tie- „-i< Nr. 290. ÄÄ»»: Donnerstag, 18.Dezembcr1879. - Morgen: Nemesius. «V) 12. Jahrg. ^ Tlil bcv 'ßoft: @aniiä6r. H. li u " ' teigen M« 6 Stil« SO ht. ^ Ein Ihcueres Pflegekind. Nur acht Millionen Gulden werden im gemeinsamen Budget für die Occupation Bosniens und der Herzegowina verlangt. Nur acht Millionen — und überdies wurde dieses Erfordernis bloß als außerordentliche Ausgabe in das Heeres-budget eingestellt. In diesem Sinne müssen die Beruhigungsversnche der osficiöfen Schönsärber lauten, welche ja auch den Sieuerträger über die Steigerung der präliminierten Bedürsnisse des gemeinsamen Staatshaushaltes pro 1880 um 5®/10 Millionen mit der Bemeiknng trösten zu können glauben, dass die Steigerung bloß deshalb vorhanden sei, weil die BedeckungSpost „Zollgefälls-Überschüsse" um 58/10 Millionen niedriger angenommen wurde, als im Vorjahre. Dass es im Grunde genommen für die Finanzwirtschast ganz gleichgiltig ist, ob ein Distcit infolge der Erhöhung der Ausgaben oder einer Vnminderung der Einnahmen entsteht, scheint man entweder nicht rinzusehen, oder nicht emsehen zu wollen. Nicht minder belanglos ist es für die Zif. fernspiache des Budgets und den Säckel des Steuerzahlers, wenn den Erfordernissen sür die bosnische Occnpatwn der Charakter einer außerordentlichen Ausgabe beigelegt wird. So wie diese Post im jüngsten gemeinsamen Budget figuriert, wird sie auch in alle» folgenden Jahren immer mit den gleichen Ansprüchen an Oesterieich herantrelen, da nach der nunmehr bereits ei folgten Reduktion der Occupatiousaimee keine Aussicht vorhanden ist, die Occupatioiiskosten noch weiters herabzudrücken. Allerdings haben dieselben im lausenden Jahre 30 Millionen betragen. Aber mau darf eben nicht vergessen, dass im Jahre 1879 in Bosnien noch vieljach ein Ausnal,ms,instand herrschte, dass die Stimmung in vielen Schichten der Bevölkerung noch nicht darnach angethan war, um die kriegerische Occupation in eine mehr friedliche Sequestration verwandeln zu können, und dass in eben diesem Jahre die Durchführung zahlreicher und kostspieliger Siraßenbauten und ähnlicher Investitionen ganz außerordentliche finanzielle Opfer erheischte. Nunmehr sind an die Stelle dieser Ausnahmszustände ruhigere Verhältnisse getreten, und das, was wir im nächsten Jahre zur Deckung des militärischen Theiles der Occupation zu zahlen haben, wild von nun ab Jahr für Jahr im gemeinsamen Budget fortgeführt werden müssen. Wir führen diese Erwägungen an, nicht etwa um an den vollzogenen Thatsachen der Occupa-tionspolitik eine billige Kritik zu üben. Ein solches Beginnen wäre eben so fruchtlos und nicht minder thör icht, als wenn man von Oesterreich verlangen wollte, es solle jetzt, nachdem es die Occupation mit so großen Opfern an Gut und Blnt durch-geführt und in Bosnien geregeltere Zustände geschaffen habe, seine Truppen aus dem Lande zurück-zikhen und den Slaven Bosniens und der Herzegowina das souveräne Recht der Selbstbestimmung über ihre fernere Zukunft eiwäumen. Doch können wir angesichts der dauernden Belastung, welche das gemeinsame Budget durch die Occupation Bosniens erführt, nicht umhin, darauf zu Veriveifen, dass die wirtschaftlichen Vortheile, welche man uns von der E> Werbung eines Hinterlandes für Dalmatien versprach, bis zum heutigen Tage rückständig sind. Wir glauben auch nicht daran, dass die Herstellung der Eisenbahnlinie in der Richtung Mitroviza-Salonichi den österreichischen Handel mit einemmale die Marktplätze des südlichen Theiles der Balkan-Halbinsel erschließen wird, zimml England schon hinlänglich dafür gesorgt hat, sich von den Hafenstädten aus den Weg in das Innere des Landes frei zu halten. Aber was wir verlangen können und was wir ange sichts der Ausgaben Oesterreichs für Bosnien zu fordern berechtigt sind, das ist die Erfüllung des Wunsches, eS möge von Seite der Staats» regierung dafür gesorgt werden, dass Bosnien als Pflegekind Oesterreichs bald in den Stand gesetzt werde, ebenso selbstlhätig für seine Bedürfnisse aufzukommen, wie das in größerem oder geringerem Grade ja auch bei de» übrigen Krön-ländern der Monarchie der Fall ist. Es wäre eine ungerechtfertigte Härte, wenn man den neu hinzugekoinmeneu Gebietstheilen alle um ihretwillen gemachten Ausgaben als rückzahlbare Schuld ausrechnen wollte. Ein solches Guthaben Oesterreichs existiert nur der Pforte oder überhaupt jener Macht gegenüber, welche die Herausgabe Bosniens verlangen würde. Dem Pflegekinde als solchem kann Oesterreich keine Erziehungskosten abverlangen, aber eS liegt im Interesse des übrigen Staatshaushaltes, dass der Pflegling nicht zum finanziellen Ruin für die Übrigen Familienglieder werde und dass mnn ihn je eher um so besser daran gewöhnt, seine Bedürfnisse durch eigene Arbeit zu decken. Der gemeinsame Staatsvoranschlag. Vorgestern fand die erste Sitzung der Delegationen statt. Was de» Parteistandpunkt der österreichischen Delegierten andelangt, so befinden sich, Dank des Ausfalles der Wahlen des Herrenhauses , die Mitglieder der Verfass»ngspartei in einer allerdings nur schwachen Majorität. Dem entsprechend trug bei der Präsidentenwahl Ritter v. Schmerling über den von den Autonomisten kandidierten Fürsten Czartorisky den Sieg davon, und wurden auch die W»hlen in die einzelnen Ausschüsse zu Gunsten der Veisassnugspartei entschieden. DaS Feuilleton. Janos und Jonas. (Eine Erzählung aus Tirol von Adolf Pichler. (Bortfcpung.) Der Müller stand zuerst wie versteinert, dann pürzte er über Vroni, welche Franz auf die Bank gelegt. Die Käuferin rannte mit einem Büschel aromatischer Kräuter ans der Thüre, um sie vor ihrem Gesicht anzuzünden. „Was treibt Ihr denn?" unterbrach sie Franz abwehrend, „sie athmet noch, erstickt sie nicht mit Euerem Rauch." Der Müller starrte ihn ungläubig an, da regte sich Vroni und schlug die Augen ans, sie schaute im Kreis herum, ohne jemanden zu erkennen, und schloss daS Auge wieder. Ein paar Tropfen Melissengeist, welche die Häuserin auf ihre Lippen träufelte, erweckten sie Wieder. Franz stand vor ihr, über ihre Züge glitt jene- unbeschreibliche Lächeln seligen Verständnisses, der schönste Strahl aus dem Morgenrolh des Paradiese-, welchen rin milder Engel den Menschen Sie reichte ihm die Hand und sagte mit leiser Stimme: „Ich danke dir!" „Und ich danke Gott", rief er feurig, „dass er mir das Glück gönnte, dich zu retten!" Sie konnte sich langsam ansrichten; unterstützt vom Vater und der Häuserin wankte sie dnrch die Thüre, das Haupt gegen Franz gewandt. Er fühlte, dass er vorläufig überflüssig sei, und gieng sinnend gegen Zidan. Als sich Vroni ganz erholt, verließ sie der Müller und stieg in seine Kammer. Dort traf ihn die Häuserin in der Ecke; die Arme bewegungslos auf den Tisch gelegt, schien er in traurige Gedanken versunken und sie gar nicht zu beachten. „Du bist mir der Rechte", begann sie unwillig, „oder besser, du bist halt, der du bist, sonst' thätest du dich schämen. Ohne ein Wort des Dankes lässt du Franz vor der Thüre. das ist denn doch ein bisechen zu wenig!" „Ihm danken?" begann er, „ich zahle einige Messen zur Ehre GotteS, und ist er ein rechter Ehrist, so zahlt er auch ein paar, dass ihm der Schutzengel ans dem Wasser geholfen. Ihm danken? Hab' ich nicht gesehen. waS sie sür zärtliche Blicke fietauscht ? Ich weiß, was nun kommen wird; er reit um sie, und ich, ich werde allein bleiben, ganz allein und verlassen." Eine Thräne füllte sein Auge, er wischte sie mit dem Hemdärmel weg, stand aus und trat, der Häuserin den Rücken kehrend, ans Fenster. „Und warum soll sie den Franz nicht heiraten?" fragte diese. .Schau", redete er über die Achsel zurück, „ich habe daS Vronele lieb, und in der Ehe gibt'S oft bittere Blocken zu veikiefeln. Die Männer sind manchmal grob und schlecht." „Denkst du vielleicht daran, wie du eS ihrer armen Mutter gemacht? Der Franz ist kein solcher Zoch wie du!" „RochuS wär' mir doch lieber, er hat einen schönem Hof und mehr Geld in der Truhe." „Und wär' er rin Ducalenmännlein, sie mag ihn nicht, das weißt du längst. Lieber trägt sie gegerbtes Leder an den Füßen, als auf dem Rücken!" „Ach Gott, dass die Geschichte gerade jetzt auSbrechen muss!" „WaS recht ist, ist recht zu jeder Zeit. Du brauchst nicht zu sorgen. Vroni ist brav und Franz auch, sei froh, dass du eine Stütze in Alter hast!" .Du kennst mich ja," sagte er ausweichend, „lass mich's überlegen!" Sie kehrte an Vroni« Bett zurück. wichtigste Ergebnis der ersten Sitzung ist jedenfalls die Bekanntgabe des gemeinsamen Budgets, welches ein unbedecktes Erfordernis von 108.529,592 fl. auSwciSt, wovon 103.998,024 fl. auf das Ordi-narinm, der Nest auf das Extra-Ordinarium entfallen. Im Vergleiche mit der Bewilligung für das Jahr 1879 ergibt sich eine Steigerung des Erfordernisses um 87,772 fl.; eS stieg nämlich daS ordentliche Erfordernis um 432,176 fl., während sich daS außerordentliche Erfordernis uni 344,404 fl. verminderte. Von den einzelnen Posten weist zunächst das Ministerium deS Aenßeren ein dem Erfordernisse der Vorjahre ziemlich gleichkommendes Ausgabenbudget mit 4.159,490 fl. auS. Im Ordinarinm dieses Budgettitels findet in der Rubrik „Diplomatische Auslagen" durch die Uebernahme der Losten für dir diplomatischen Missionen in Rumänien, Serbien und Montenegro auS dem Extra-Ordinarium eine Erhöhung der Erfordernisse uni 70,000 fl. statt, während dafür die im Budget des Vorjahres im Extra-Ordinarium angesetzte» Kosten für die diplomatische Vertretung in Bukarest, Ce-tinje und Belgrad entfallen. DaS ordentliche Erfordernis dcS Heeres.? ist für das Jahr 1880 mit 90.075,198 fl. prälimi-niert. Für das Jahr 1879 war dieses Erfordernis genau in derselben Weise bewilligt. Bei der Einbringung des Budgets für das Jahr 1879 erklärte der KriegSMlnister, er habe das ordentliche Erfordernis deS Heeres nur dadurch mit 90.236,307 Gulden präliminieren können, dass er durch administrative Verfügungen, welche jedoch nur für 1879 möglich seien, einen Betrag von 2 2 Millionen in Ersparung gebracht habe. DaS vorliegende Budget zeigt, dass diese administrativen Maßnahmen denn doch auch für das Jahr 1880 durchführbar sind, ja dass denselben auch ein noch weiterer Umfang gegeben werde» tonnte. Infolge deS neuen EinquartierungSgesetzeS resultiert ein Mehr-erforderniSan UnterknnftSanSlagen mit 1.864,614fl., welches jedoch dadurch eine Verminderung erleidet, dass der erhöhte Wert der Naturalunterkünste im Betrage von 303,866 fl. in Abzug gebracht wird. Als Mindererfordernis führt das Expose der Kriegsverwaltung auch die Summe von 2.003,466 fl. auf. Dieselbe resultiert daraus, dass die Krieg-Verwaltung, erklärt, sie habe, um die Grenze der Dotatiousbeschlüsse für das Jahr 1879 einhalten zu können, infolge administrativer Maßregeln. welche für daS Jahr 1880 in Aussicht genommen sind, daS Budget um 4.226,672 fl. redu-ciert; da von dem ordentlichen HeereSerforderniS Den weitern Verlauf taun sich der Leser bereits vorstellen. Franz warb förmlich um Vroni, der Alte sagte knurrend zu, weil ihm Gertraud warnend vor der Seele stand, doch suchte er die eirat hinauszuschieben, so lange als möglich, ndlich war der Tag angesetzt, er konnte ihn nicht mehr verlegen; Da saß er einmal in Sorge» vertieft auf seinem Bett, nebenan flackerte ein Oellämpchen. „Am Ende verlässt mich (Brett auch!" seufzte er und sann neuerdings nach. Plötzlich erheiterte sich sein Gesicht, er schlüpfte in die bocklederne Hose, warf ein Leintuch über die Schultern und ergriff die Lampe. Hüstelnd stieg er zu (Bretts Kammer empor. „Sitzt dem Alten wieder der Geizteufel im Genick?" dachte sie, als sie das Klappen der Schlappschuhe hörte. Leise drückte er die Klinke auf und trat, wie der Tod auf PlattnerS Bild im neuen Friedhof zu Innsbruck, vor ihr Lager. „Bist du verrückt, Atter?" rief sie staunend. „Gewiss nicht! aber eS ist mir ein guter Einfall gekommen. Ich will kein Wörtlein mehr gegen die Hochzeit mit Franz-sagen, aber vorher selber heiraten." Die Häuserin drückte sich erschrocken an die Wand, denn sie glaubte- nicht- ander», atl et sei närrisch geworden. für daS Jahr 1879 als Ersparung von den für daS Jahr 1879 in Aussicht genommenen administrativen Maßregeln nur 2.223,206 fl. in Abzug gebracht wurden, so resultiere durch den höheren Abzug des Jahres 1880 ein Mindererfordernis in der oben angegebenen Ziffer. DaS außerordentliche HeereSerforderniS für daS Jahr 1880 ist mit 3 579,333 fl. veranschlagt, während es für 1879 mit 3.577,862 fl. bewilligt wurde. Die wichtigsten Posten, aus denen sich dieses außerordentliche Erfordernis zusammenfetzt, sind: Beschaffung von verstärkten Gewehr- und Carabiner-Patronen, zweite Rate 1.285,000 fl, ferner 100.000 fl. zur Beschaffung von normalen Festungs-geschützen und 250,000 fl. sür Verfnche zur Erzeugung stahlbrouzener Kanonenrohre von großem Kaliber. Die beiden letzten Posten waren schon für 1879 präliminiert, wurden aber von den Delegationen gestrichen. Die übrigen bedeutenderen Posten des Extra Ordinariums betreffen zumeist) Bauten, darunter: Ergänzung der im Vorjahre teilweise bewirkten provisorischen Sicherung der Festung Krakau 100,000 fl., Instandhaltung von provisorischen Befestigungen zur Sicherung der Landesgrenzen 100.000 fl, Neubau einer Kaserne in Szegedin. (Gesammterfordernis 400,000 fl.) erste Rate 100.000 fl., Ergänzungen der Befestigungen von Pola (Gefammterfordernis 600,000 fl.) erste Rate 200.000 fl., Zu- und Umbauten im Garnisonsspitale Nr. 1 in Wien >00,000 fl.. Ameliorierung der Militärgebäude 300.000 fl. Für die Herstellung einer neuen Specialkarte der Monarchie erscheinen 389,255 st. eingestellt. Die Gebüren der Super-numerären betragen 170,000 fl. Das Präliminare der Marine beträgt im Ordinarium 7.807,802 fl., im Extra-Ordinarium 900,350 fl. Dvin gegenüber steht eine eigene Einnahme von 90,000 fl. Das gesammte Netto-Erfordernis der Marine beträgt somit 8.618,202 fl. gegen das Erfordernis des Jahres 1879 mit 8 619,780 fl. Die dem Voranschläge beigegebene Liste des FlottenbestandeS weist auf: 11 Panzer-ff'iffe, 8 Korvetten, 12 Kanonenboote, 4 Avisodampfer. 2 Dachten. 3 TranSportdarnpfer. 1 Werk-stättenjchiff und 2 Monitors. Der Voranschlag deS gemeinsamen Finanzministeriums zeigt im Vergleiche zum Vorjahre ein höheres Netto-ErforderniS um 1813 fl. In dem Stande der Fonds, welche vom gemeinsamen Finanzministerium verwaltet wurden, haben sich bereits im Vorjahre wesentliche Aenderungen ergeben. Der Militär-StellvertreterfondS ist fast vollständig verschwunden, bis aus die reservierten 612,450 fl in „Ja, das will ich," fuhr er fort, „und zwar dich! Sonst läufst du mit auch noch durch, und wen Hab ich dann? Sag ja, und die beiden Jungen mögen sich acht Tage nach unserer Hochzeit haben und kriegen sich so um^vierzehn Tage früher, als eS bestimmt." Sie setzte sich auf. „Meinetwegen!" sagte sie, „wenn du'S nicht anders thust. Du ersparst dann ineinen JahreSlohn, und daS hast du wohl auch schon berechnet?" Der Alte schwieg verlegen. Sie fuhr fort: „Ich will dich heiraten — aus Mitleid für dich und aus Lieb zu Brom. Kannst beim Pfarrer alles in Ordnung bringen. Jetzt pack dich aber durch'S Zimmermanns Loch hinaus, eS will sich doch nicht recht schicken, dass ein Witwer zu seiner ledigen Häuserin deS Nachts auf die Stube schleicht." Er wandte fich§zum Gehen, trat aber noch einmal an ihr Bett: „Du weißt nicht, wie oft ich an Gertraud denke , und welchen Kummer ich ihretwegen trage. Hat sie dir nie geschrieben?' „Keine Zeile!" „Du lieber Gott! Vielleicht: steckt sie in Elend und Jammer." „Das glaube ich nicht; Sie schreibt nicht, weil sie sich nach- dem schönen Abschied , bett br Notenrente, deren Zinsen für die Gebüren der Armee-Freiwilligen bestimmt sind. Aus dem In-validenfonds. au« welchem der letztere Voranschlag noch eine eigene Einnahme der Kriegsverwaltung int Belaufe von 50,000 fl. auSwies. fließen heuer den eigenen Einnahmen des Heeres nur mehr 4900 fl. zu. Im LegitintationSansschnffe wurde vom Referenten Dr. Knsy der dem hohen Hause zu erstattende Bericht über das Untersnchnngsergebnis in der Wahlaffa^re Ofenheims vorgelegt. DarauS ergibt sich, dass zwar das Gerücht, Herr v. Ofenheim habe den drei Wahlstädten Radautz,. Sereth und Suczawa für den Fall feiner Wahl ein unverzinsliches Darlehen von 150,000 fl. Angeboten, unbegründet sei. dass aber gleichwohl von Wahlagenten der Versuch gemacht wurde, die Wähler durch Gründung eines Vorschussconsortiums zu gewinnen, für welches von den Anhängern Osenheims namhafte Beträge gezeichnet oder doch in Aussicht gestellt wurden. Besonders belastend lautet die Aussage des Bezirkshanptmannes Keschmann von Suczawa, welchem von einem Wahlagenten 5000 fl. in Notenrenten als Schweigegeld, beziehungsweise dafür angeboten wurden, dass er nicht gegen die Wahl Ofenheims spreche. Weiters sagten aber noch vielt Wähler aus, dass man ihnen für ihre Stimme z» Gunsten Ofenheims Geld in verschiedenen Beträge» von 3 bis zu 300 fl. augeboten oder selbst gegeben habe. Allerdings waren alle Diese Bestechungsfälle derartig eingeleitet, dass dabei Herr v. Ofenheim nicht in den Vordergrund trat und das Ganze den Charakter einer von seinen Freunden eingeleitete« Wahlagitation trug. Doch wurde in Anbetracht dieser Unzukömmlichkeiten vom LegitimationSauS> fchuffe der Beschluss gefasst, im Abgeordnetenhaus« die Ungiltigkeitserklärung der Wahl OfenheimS zu beantragen. * * * In offieiösen Petersburger Korrespondenzen wird der vergebliche Versuch gemacht, die nihilistische Bewegung als eine lediglich gegen den Besitzstand gerichtete Propaganda zu brandmarken. Die bisher bekannt gewordenen Veröffentlichungen k-er Nihilisten stellen bekanntlich nur die Befreiung deS russischen Volkes von dem bisherigen Drucke als Ziel ihrer Bestrebungen hin. Erst kürzlich wurde in Petersburg eine nihilistische Proklamation verbreitet, Welche die Einberufung einer Volksversammlung aus Grund des allgemeinen Stimmrechtes fordert. Eine Art Proklamation soll auch den Mitgliedern deS diplomatischen CorpS in PeterSbUttz von ihr genommen, nicht traut; gieng' eS ihr Schlecht, so würde sie ihr mütterliches Erbe einfordern." „DaS ist wahr!" antwortete er, „du hast recht." Et verließ die Kammer. Zum erstenmate sprach er heute von Gertraud, obwohl diese bereits drei Jahre auS dem Hause war. Gretl wusste nun, dass ihn die Vorwürfe des Gewissens und der stumme Schmerz weich gebeizt, und hoffte daS beste. Sie heirateten, und acht Tage darauf Brom und Franz. — Als Vroni entbinden sollte, ließ der Müller einige Messen lesen. Man legte ihm ein Knäb--lein, daS allsogleich die Wände tapfer anschrie, in die Arme, er machte ihm ein Kreuz, dass ihm die Hexen nichts anhaben könnten, und sagte nach einer Weile traurig zu Gretl: „Meinst wohl, ob die Gertraud auch so frische Buben hat?" DaS geschah im Sommer; die Tage de» Alten waren gezählt. Seine Füße schwollen a», nur nach mehrmaligem Athemholen konnte er den obmv Stock deS Hauses ersteigen ; die Blätter am Ahornbaum neben bet Mühle vergilbten und sielen afy er musste sich zu Bett legen. DK Arzt von Mieder- besuchte ihn täglich, er wurde $ng*fdifititfli' feiö. Dieselbe hat die Form eines Journals unter dem Titel: „Der nationale Wille", and dürfte wohl die Forderungen enthalte«, welche die Nihilisten an die ruffische Regierung stellen. * * • Aus London wird vom 16. Dezember telegraphiert : Militärs sowohl wie die Regierung, am meisten aber daS Publicum sind höchst beunruhigt über die Wendung der Dinge in Afghanistan. Entweder waren die früheren officiellen Berichte unrichtig, oder die Feinde erhielten inzwischen große Verstärkungen und RobertS erlitt eine bedeutende Schlappe, welche ihn zum Rückzüge zwang. Ge-Kern noch hieß eS, die Engländer hätten die Feinde «on den Höhen, welche den Balahiffar beherrschen, vertrieben. Heute ist Kabul in Händen Muhamed KhanS, jene Anhöhen und der Balahiffar sind auf. gegeben und Roberts innerhalb der CantonnementS von Sherpur belagert. Ob diese verschanzt sind, ist ungewiss. Roberts selbst meldet, die Feinde avancieren tu großen Massen. Ob die Brigaden von Gundamuk und Dschellalabad durch Schnee und Feinde zeitig zum Entsätze ankommen, bleibt jetzt die wichtigste Frage. Die Stimmung hier ist umsomehr erregt, weil man zu den officiellen Depeschen kein Vertrauen hegt. Hoffentlich besitzt Roberts genügend Proviant und Munition, allein da» Futter für Pferde mangelt gewiss. Ganz Afghanistan von Kohistan im Norden bis Maidan im Süden scheint wieder im Hellen Aufstande zu sein und die Insurgenten Unter geschickter und fana lischer Leitung zu stehen. Die Truppen im Ko ramthale und in Kandahar können Roberts nicht Hrlfen. da sie in den eigenen Bezirken die Ruhe und ihre Sicherheit erhalten müssen. Allein zwischen Khyber und JnduS befinden sich 17,000 Mann Truppen. Kandahar soll durch Ayub Khan gefährdet sein. Die letzten Nachrichten von Roberts lauten, er verlor gestern eine Kanonr, die Feinde seien 30,000 Mann stark, doch hoffe er, die englische Macht wieder herzustellen. falls er Äerstärkung erhalte. vermischtes. — Neue Attentate in Russland. In Ären eingetroffene russische Blätter berichten über zwei neue Attentate, von denen das eine in Moskau, das andere aber in Petersburg stattgefunden hat. lieber das erstere melde» die Moskauer „Rns-kija Wjedomosty": „Als am 9. d. der Generalgouverneur Fürst Dolgorukow, auf einer Spazierfahrt begriffen, in eiueM geschloffenen Wagen über die schwächer und schwächer, ein Fieber gesellte sich zur Engbrüstigkit; die Lage wurde bedenklich und verschlimmerte sich, als die warme Witterung mit heftigem Schneegestöber wechselte. noch mehr. Franz holte im Einspänner den Dr. Lanner von Innsbruck. Dieser ließ sich vom Arzt die Symptome aufzählen, untersuchte den Kranken, blieb eine Weile nachdenklich, die Hand am spitzen schwarze» Bart, stehen und wandte sich dann, die Brauen leicht emporziehend, leise an den College»: »Was geben wir ihm etwa?" Dieser zuckte die Achseln. Der Doctor er* 9CV*ff ein Blatt Papier und verschrieb Moschus. Aufmerksam und ängstlich beobachtete der Kranke jede Bewegung. „Es steht wohl schlecht mu mir?" begann er zagend. .... »Gut freilich nicht," erbitterte Lanner, „alt l.tio Ihr auch." „@o muss ich abkratzen?" seufzte der Müller erschrocken. . 4 s°g' ich nicht : Ihr könnt noch hundert Jahrk alt' weiden f» Ihr mögt jedoch an die ttor /etzten Dlntzr benfiht. morgen ist ohnehin Allerheiligen; wo er der Brauch ist, zu beichten «nd commumcieren-.thut e« auchl* „In (Bottei Namen." Ä'-nsetzmrg Obuchow'sche Brücke fuhr, gieng plötzlich unter den Rädern der Equipage eine Petarde loS. Ein Splitter des GeschoffeS traf den auf der Brücke lehnenden Bauer Taraffow derart, dass derselbe zusammenstürzte und in ein Spital geschafft werden musste. Als man die Stelle, auf der die Explosion stattfand. untersuchte, fand man eine ganze Dynamitladung, die mit der zerplatzten Patrone in Verbindung war. — Einen unglücklicheren Ausgang nahm daS Petersburger Attentat, welches am 10. d. stattfand, jedoch unbekannt gegen wen gerichtet war. Anch Hier wurde Dynamit in die neue Alexander-faiücke gelegt. Die Explosion fand aber erst statt, als ein Pferdewaggon die gefährliche Stelle passiert Hatte. Infolge der Explosion wurde ein Loch in die Brücke gerissen und die Pferdebahnschienen auf die Seite geworfen. Hiebei wurden drei Passanten gesoffen und gefährlich verletzt." Local- und provinM-^ntzelegenheilen. — (Schlechter Witz oder traurige Wahrheit?) Zu de» vielfach cursierenden Gerüchten, dass es die Regierung daraus abgesehen habe, dem LandeShauptmanne Kaltenegger seine Stellung als Vorsitzender des Landesansschnsses und des Landtags zu verleiden, ist in den letzten Tagen eine neue Version getreten, von welcher nunmehr auch Wiener Journale Notiz genommen haben. Es heißt nämlich, dass man bereits über die Person deS künftige» Landeshauptmannes im reinen sei und dass man niemanden anders, als den Landtagsund ReichSrathsabgeordneten Dr. Poklnkar für diese Stelle in Aussicht genommen habe. Wir zweifeln durchaus nicht daran, dass Dl. Poklukar als Strohmann für Vater Bleiweis ganz prächtig auf feinem Platze wäre. Aber tatsächlich könnte wohl der slovenische» Partei kaum ein schlechterer Dienst geleistet werde», als wen» ein Mann von der politischen und socialen Bildung Poklnkars zu einem solchen Amte berufen würde. Oder sollte die nationale Partei wirklich ans den verzweifelten Einfall gekommen sein, sich durch die Candidierung Poklukars, dessen Verdienste als Äeichsrathsabgeord-»eter wir an anderer Stelle würdigen, in den Augen der Mitwelt gründlich lächerlich zu machen? — (Schwurgerichtssessionen.) Im kommenden Jahre werden beim Laibacher Landes-gerichte und beim Rudolfswerter Preisgerichte vier Schwurgerichtssessionen ab§ehalte» werden, von denen die erste (bei beiden Gerichtshöfen) am 16. Februar, die zweite am 18. Mai. die dritte am 16. August und die vierte am 15. November beginnen wird. — (Ein sloveuisch eS Amtsblatt.) Im „Slovenski Narod" spricht ein Korrespondent „Bon der Save" de» Wunsch aus, es möge ein Theil all des Bösen, welches die amtliche ..Laibacher Ztg." den Slvvenen znsügte, dadurch gut gemacht werden, dass daS Amtsblatt auch in slovenischer Sprache erscheint. Doch scheint dieser Wnnsch nur Hervor-gekehrt worden zu fein, um daran die Aufforderung an alle Advocaten. Notare und Beamten knüpfen zu können, sich immer und überall der slowenischen Sprache zu bedienen. — (Der Hiesigen evangelischen Gemeinde) steht ein schwerer Verlust bevor. Herr Pfarrer Schack, als gediegener Kanzelredner bekannt. erhielt vor einigen Wochen die Einladung, in Wien an der dortigen reformierten Dorotheer-kirche eine Probepredigt zu halten. Dieselbe hatte den Erfolg, dass Herrn Schack von der Wiener Gemeinde mit weit überwiegender Majorität gestern die erledigte Pfarre verliehen wurde. Von neunzehn Bewerbern waren nur der frühere dortige Pfarrer, der sich wieder um die Stelle beworben hatte, und Herr Schack in die Wahl gezogen worden, in der letzterer Sieger blieb. — Kommenden Sonntag nachmittags 5 Uhr veranstaltet der Frauen* verein, wie alljährlich, im evangelischen Schulhause eint Ehnstbaumfeier für die ärmere Schuljugend. £ii welcher Eltern und Schulfreunde freundlichst ein» geladen find. — (Dr. Poklukar und die Grunz» steuerregulierung.) Der krainische Volk»--vertreter Dr. Poklukar hat sich jener Partei jM SteuerauSfchusie angeschloffen, welche den Polen zu« liebe die Grundsteuerregulierung so lange als mög« lieh hinausschieben möchte. In der letzten Sitzung deS SteuerauSschuffeS hat nun der Leiter des Fi- nanzministeriums. SectionSchef Chertek, dem Herrn Volksvertreter einige Dinge vor Augen gehalten, welche gewöhnlicher Anschauung nach völlig genügen könnten, um Dr. Poklukar aufzukläre«, dass die Grundsteuerregulierung nicht etwa die Ausgleichung zwischen den Steuerträgern de», selben Landes, sondern vielmehr den Steuerausgleich zwischen den verschiedenen Kronländern anstrebe, von welchen manche derzeit mehr leisten, als fi« vom Standpunkte der Billigkeit ans zu leiste» hät» ten. während wieder andere Provinzen zu wenig besteuert erscheinen. Nachdem nun Dr. Poklukae als krainischer Abgeordneter wissen sollte, dass sich unter den Ländern der ersten Kategorie unser Krain befindet, wird er hoffentlich auch begreifen, das» sich ein krainischer Abgeordneter, welcher für die Verschleppung der Grundsteuerregulierung agitiert, geradezu eines Verbrechen- gegen den Wohlstand seiner Wähler schuldig macht. Zur Heimatskuude. (Kaiser Josef II. und die Mönche.) EinRobertCura l t. CistercienserpwfesS in Sittich, im Jahre 1781 im Lilienfelderhause in Wien als Profess des Klosters Schlierbach, wendete sich an den Minister Grafen Kaunitz mit einem Promemoria uud bat um eine Lehrcrstelle in geistlichen Rechten'. Kaunitz schrieb hierüber an Kaiser Josef am 5. September 1781: „Es hat sich ein gewisser Cistercienser-Ordensgeistlicher Namens Robert Guralt bei mir melden lassen. Dieser Guralt ist der Verfasser eine» Werkes unter dem Titel: „Potestas ecclesiastica brevi compendio sed metbodo nova exposita", welches soeben in lateinischer Sprache, auch zugleich in einer deutschen Uebersetzung, hier (in Wien) gedruckt wird und van der hiesigen Büchep-Eenfur«--commission eine sehr rühmliche Druckerlaubnis' erhalten hat. Dieser Mann besorget wegen eben diesem Werke sehr harte Verfolgungen von feinen Obern, die er nach Ausweis der mir vertraulich eingereichten Anlage nur allzusehr schon erfahren hat. Er ist mir als ein sehr wohlgesitteter Christlicher ooit seltener Belesenheit und Gründlichkeit und sein Werk als ein gelehrte- Product augerühmt worden, welches über die geistliche Hierarchie und bereit wahre Grenzen die richtigste und auf die evidenteste Art erwiesenen Grundsätze enthält." »Da nun dieser Mann nicht mir zu mehreren derlei Ausarbeitungen, sondern auch z» irgend einem Lehramt des Toris canonici auf einer Universität oder sonst zu einer ähnlichen Bestimmung als ein sehr wohlfeiles meuble zu gebrauchen wäre, so scheinet er mir einer besonderen Rücksicht und de» allerhöchsten Schutzes allerdings würdig zu fein." „Nachdem es aber hauptsächlich darauf ankommt. dass derselbe inzwischen, bis sich eine Gelegenheit ergibt, ihn irgendwo als Professor oder sonst anzustellen, von der unmittelbaren Dependenz und Bedrückung seiner Obern gezogen und in Stand' gesetzt werde, seine Studien und Arbeiten ruhig zu continuieren, so könnte er in dieser Zwischenzeit bei der hiesigen Eensursconimission mit gutem Nutzen und zugleich ohne mindeste Beschwerung de» aerarii gebraucht werden." „Der Prälat von Sittich (dieser war ein 8a* ron Tanfferer. Curalt hatte nämlich in seinem Promemoria an den Fürsten Klage geführt, das- er seine Verfolgungen einem Bruder des Prälaten, der Ex-jesuit war. zuzuschreiben habe), au» dessen Kloster er nach Schlierbach relegiert worden, gibt für ihn actu in dem hiesigen Lilienselderhofe, wo er sich dermale» mit Erlaubnis deS Prälaten von Schlier» bach befindet, um die Lorrecture» seine» Werte» 'besorgen zu können. 200 fl. Kostgeld «»' tm aber unt auf einen allerhöchsten Befehl für den Prälaten von Sittich, dass er den Ordenspriester Curalt bis auf weiteren Befehl in dem hiesigen Lilienfelderhofe noch ferner belassen, dnS Kostgeld von 200 fl für ihn bezahle» und ihm zugleich für seine Kleidung und übrige kleine Nolhdurst 150 fl. verabreichen soll, als mit welchem Curalt versorgt zu sein und zugleich bei der Bücherconcurs-rommission Dienst leisten zu wollen sich erklärt hat, wobei zugleich sei» Prälat wegen dieser Abgabe sich nicht im geringsten beschweren könnte, nachdem er ihn selbst nach Schlierbach religiert hat und der Prälat den jährlichen Unterhalt eines Geistliche» gemeiniglich ans 400 fl. anzuschlagen pflegt." Der Kaiser erwiderte eigenhändig: „Mönche müssen in ihren Klöster» verbleibe» und unter der Subordination wie die Soldaten gehalten werde», wann sie ja was nütze sein sollen, da nun nebst diesen der Staat jeden vor ungerechter Verfolgung beschützet, so kan» dieses dem Supplicanten bedeutet werden, sonsten aber kann ich feine Anstellung bei der Büchercenfnr nicht beguehmigen. Joseph." Kaunitz gab sich mit der abschlägige» Antwort des Kaisers nicht zufrieden. Er machte am 5ten Oktober 1781 eine neue, fünf Foliojeite» lange Ein-gäbe an den Kaiser. Er ersuchte de» Kaiser: Er möge befehlen, dass Curalt bis zur Vollendung des Druckes seines Werkes und der Herausgabe der deutschen Uebersetzung im Lilienfelderhofe zu Wien verbleiben und von seinem Prälaten nicht abberufen werden dürfe. „Ich kann, sagt Kaunitz, Euer Majestät pflichtniaßig versichern, dass dieses Werk mit ebenso vieler Gründlichkeit als Freiinüthigkeit verfasset, auch vorzüglich dazu geeignet ist, um dvm ganzen in- »nd ausländischen Publicum de» Gmnd, die Gerechtigkeit der bisherige» und noch weiters «folgenden allerhöchsten Anordnungen in materia ecclesiustica überzeugend darzustellen, auch die dagegen nur allzusehr und allgemein eingewurzelten Borurtheile ausznrotten. Ich sehe also für fehr erwüuschlich an, dass dieses Werk in einer guten deutschen Uebersetzung dem Pnblico mehr bekannt und brauchbar gemacht werde." Dem „sehr geschickten Verfasser" soll demnach der Aufenthalt in Wien gesichert werden. Cnralt sei schon verfolgt worden, „weil man ihn in Verdacht gehabt, dass er ait so einem Werke arbeite und ganz andere Grundsätze vertheidige als diejenigen sind, die unter den Mönchen fast allgemein herrschen." Kaunitz legt gleich ein vollkommen fertiges Handlnllet zu diesem Zwecke bei, welches, an den Grasen Blü-megen gerichtet, alles in Bezug aus Curalt befiehlt, was Kaunitz vorschlägt. Josef schrieb jedoch eigenhändig ans die Vorstellung des Fürste» Kaunitz Folgendes: „Von meiner schon erlassenen Resolution kann ich nicht abgehen, wird er gekränkt, so solle er sich beschweren, im voraus aber dieses BiÜet unnütz. Joseph." (Brunner, der Humor in der Diplomatie und Negierungskunde des 1K Jahrhunderts. «Bien, 1872. 2. Band, S. 189 bis 192.) Lebensmittel-Preise in Laibach am 17. Dezember. Weizen 10 fl. 8 kr., Korn 5 fl 63 kr., Gerste 4 fl. 66 tr., Hafer 3 fl. 9 fr., Buchweizen 6 fl. 20 fr., Hirse 6 fl. 4 tr., Kukuruz 6 fl. — fr. per Hektoliter; Erdäpfel 3 fl. 5 kr. per 100 Kilogramm; Fisolen 9 fl. — tr. per Hektoliter; Rindschmalz 90 fr., Schweinfett 70 fr., Speck, frischer 44 kr., geselchter 66 kr., Butter 70 kr. per Kilogramm; Eier 31/* fr. per Stück; Milch 8 fr. per Liter; Rindfleisch 68 tr., Kalbfleisch 48 fr., Schweinfleisch 42 tr., Schöpsenfleisch 36 fr. per Kilogramm; Heu 1 fl. 78 tr., Stroh 1 fl. 60 kr. per 100 Kilogramm; hartes Holz 7 fl. 60 tr., weiche- Holz 6 fl. — kr. per vier E.-Meter; Wein, rother 20 fl., weißer 16 fl. per 100 Liter. Theater. heute (ungerader Tag): Boccaccio. Operette in 3 Acten von Zell und (Benfe. “■ - ^>uppt. Witterung. Laibach, 18. Dezember. Morgens Nebel, starker Höhenreis, schwacher NW. Temperatur: morgens 7 tlbt — 14 8 , nachmittags 2 llbt — 112* 0. (1878 - 2 6"; 1877 - 6 3" C.) tiaamtetet im Fallen, 746 71 Millimeter. To# gestrige Zaueemittcl der Temperatur — 13 4«, um 119° unter dem 'Jiormale. Wiener Börse vom 17. Dezember. Staat»" fcfiuld. War. Vatierrentc 6ilbcrrcntc Leibrente ^taatflloje, 1854. . . „ IttHO. . . , 1860 AU 100 st. , 1864. . . 68 75 70 40 8095 12.» -131 — 134 7fS l'6'-.0 «8 85 704n 81 0-, 12 . 5t. 131-2: 135-167 — Ärundentfulluafl»- AUiyutiuuc». Kalizien fciebcnburfltu . . . Jemeier Banar . . . Ungarn i i m 963" 8.0 87-5. 88-0« Ander« öffeniliü« Anlehea. Lonau-Regul.-Lose . Ing. Pramienaniehen Wiener Anleben . . . .13 50 l0o-75 U9 X5 113 7 107 — 119 40 ttetien v. Üuuk«a. 6 ebitanflult i.H.u.E». itationalbanf 281 8 v47 281 4L 848 üetien o. 5Lran»p»rl-Uuialij. Ä.utr-i'uDttM^b Veuibet^ ‘ '»^cnioiui^ -tfiout>»va»e!cuia>aft . . 14V— :91 -178-25 ySoft 58 25 241 60 14** 25 0*9 - 141 50 593 — 178-75 23 0 158*60 241 7o 46 .0 63 IlordweNdavu . . Rudols-'^ahn . . BtaatSbabn .... Siibbabn........... Nng. »torboübuhu pkuaitbriel«. Bobenerebitanstall in «Kolb........... in ötterr. Wahr. . Wationalbanf .... Ungar. ÖobcnftcMT PrioritäU~$l>!ei|. vhifabetbbabu, l.ifu. -Verb.^iorbb. i. 6ilbt .vianz->)osepb-Badn tfrolH.Ä i'ubtptgb.l.ti Ce ft. Norbweü Bao ciebenbiirg« Bad« £tatit»babn, 1. &m. LÜdbabn * 3 Perz. * 5 , $)riouf(ofe. <3 ebitlofe.......... Hubvltelofe . . . Dukaieu........... 20 tjrvanctf . . . . u t. Meichsmark Uber............... 45ßo 44' 0 .68 7 » 50 .33 H8--10 2 10, tfu Ware 146 - 14fr— 268 25 79 7. 133 50 im Mi 100 f>(: 101 80 ioi 3i/jio: f:# 106 25 95 hO 102 5U H6 60 74 50 ICH 50 U9 — Or25 79 ~ .3 2.i *6 85 106 50 »6 -103 — »7'— 7475 »9 — il«*11 102.60 179 rQ «8 7.) 116 80 Spitzwegerich-Saft. Dieser unschätzbare Saft dient als Heilmittel für Brust, und Luiinenleiden, Bronchial-Ver-schleiiniing, Husten, Heiserkeit ic. Eine große Flasche fanintt Anweisung kostet 80 kr., eine kleine Flasche sainmt Anweisung 60 kr. Depot für Ära in bei Victor t. Trnköezy, Apotheker „zum goldenen Einhorn" in Laibach. RathauSplatz Nr. 4 (672-16 -7 Neu ^ Aufenthalt unr bis zum 23. 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