„/ttihtit, Wihlft«»», str Illlt " Str. tSS. Tovntag, RV. Ntovember t8v?. VI. Jahrgan« Die ^Marburger Z-ituiig" erscheint jeden Sonntag, Mittwoch ttttd Kreitag. Preise — fitr Marburg: ganzjährig k fl., halbjährig 3fl.. vierteljährig I fl. 50 kr; sitrSttsteNung ins Hau» monatlich 10 kr. — mit Postversendung : ganzjährig 8 fl., halbjährig 4 fl., vierteljährig st. Die eiu Mal gespalteue Garmoudzeile wird bei einmaliger Einschaltung mil 10, beizweuntillger niit lb, bei dreimaliger mit Z0 kr. berechnet, wozu für jedesmalige Eiuschaltung L0kr. IuserateU'Stempelgebiihr kommen. ^i»i .jli'jchicht? des Tages. Kaum ist dkrKniikr mit Frei Herrn v. Neust nach der Hauptstadt dtS RtichtS zurückgekehrt, so beschäftigen sich die Wiener Zeitunq", lvtel^cr mit der Bertheilung der Minifterstellen an die oft genannten Mitglieder deS ReichsratheS. So getviß eS nun ist. daß die Krage der Neubildung des Ministeriums abermals aus die Tagesordnttng kommen muß. so steht doch, nach Lage der Dinge, jetzt der förmliche Abjchlnsi der Ausgleichsverhandlung mit Ungarn damit im innigsten Zusammenliulge, und «vir haben nun zu gewärtigen, daß der Reichsrath sogleich die einschlägit^en Gesetzentwükfe aus die Tages« ordnung sk^en wird. Mittlerweile lvird wohl aber auch der ungarische Reichstag nch dcniilbcn Gesetzen zuwkndtn. Während dir '^er-hastete bekommt einen VerwelS. daß er sich verdächtig gezeigt und dadurch der Behörde unnütze Mühe und Kosten gemacht habe." Der Polizeidirektor lächelte. „Den gewöhnlichen Leuten gegenüber muß allerdings die Ehre der Behörde gewahrt tverden; aber hier —. Zudem hatte ich Sie vorher ge-warnt, sich nicht ju kompromittiren. Jedenfalls verlangt eS Her Gesandte. Der junge Graf selbst wollte freilich nichts davon wissen. Sie möchten denn eine Flasche Champagner mit ihm trinken wollen. —- Der ReferendariuS ging sehr kleinlaut und niedergeschlagen. Allein schon nach drei Tagen konnte er desto tiiumphirendee z» seinem Borge« setzten zurückkehren, der seinerseits, wenn auch gerade kein langes, doch ein sehr nachdenkliches Gesicht machte. ..Der Gras Zilly ist fort. Herr Polizeidirektor?" ,.Ja. Herr ReferendariuS " ..Verschwunden? Plötzlich 7" „Hatten Sie vielleicht vorher Kenntniß von seinem Verschwinden gehabt?" ^Nicht die geringste." „WaS halten Sie vo» der Sache?" „!)ch habe de« Mensche» nie getränt. Herr Direktor. Dieses plötzliche Erscheinen, dieses Nenommire» M't dem stehenden Tdaler für die Droschke nnd dem Dukaten für eine Tasse Kaffee. dieseS Heranlirän-.en an die Gardeoffiziere, unseren beste« Adel — daS Alles war mir von Anfang aa verdächtig. Dazu jene nächtliche Bes,egnnng nnd Unterredung in der Iudenftraße ! Und diesen Menschen habe ich. hat ein Beamter um Verzeihung bitten muffen! Ich hatte eine Ah«>»g seines plötzlichen Wir müssen auch der ertvähnten Petition alle und jede Giltigkeit absprechen, sie mag noch so viele Unterschriste» und Kreuzzeichen tragen. denn nur »vir. die unterfertigten Gemcindc Vertretungen, sind allein die gesetzlichen Vertreter der Gemeinde, nnr wir allcin geben den Wünschen der Gemeinde den tvahren Ausdruck, alles Gegentheilige ist durch Heuchelei und Sch»vindel erschlichen. Wir bitten daher. daS hohe Abgeordnetenhaus »volle auf dem betre-tenen Wege verharren nnd sür Anfhebung deS Konkordats und Trennung der Schule von der Kirche mit allem Nachdrucke wirken, tvobei »vir uns der Hoffnung hingeben, daß die dem holien Abgeordnetenhause schon über-reichten und zweiselSohne noch folgenden ähnlichen Kundgebungen die 25 hochwürdigen Herrn bald überzeugen »Verden, daß der von ihnen verachtele kleine Bruchtheil der Bevölkerung eben nur jener «st. der aus ilirer Seite steht." Vermischte Nachrichten. (Französische Gewerbeschule n.) Ii» Frankreich bestehen jetzt einem Berichte deS Prof. Ezner zufolge mehr alS 24.000 Gelvcrbs-Zeichknschulen. von denen 1300 dem weiblichen Geschlecht gewidmet sind. Die Stadt Paris hat seit vier Jahren mehr als 800.000 Franken sür diesen Unterricht ausgegeben ; ihre Schulen sind von 8—9000 Zöglingen besucht. Im Uebrigen gründet man in Fiankreich sür alle möglichen Richtungen Gewerbeschulen; so besteht eine Uhrmacherschulc in Besanyon, eine Weberschule zu Mühlhausen. eine Schule sür Bewässerung und Entivässerung in Lesaudeur, vier Schulen sür die Eisenarbeiter deS Creusot und ander,. (Berka ns der italienischen Kirchengüter.) Florentiner Blätter geben bereits genaue Recheuschaft von dem Erfolge deS beftounenen Verkaufes der Kirchengüter. ES zeij^t sich da. daß bereits 262 Lose verkauft »vurden. Der SchätzungSpreiS ivar 2 017.028 Franken, der Erlös nicht weniger als 3.301.893 Fr. Ein B lvei». um »vie viel glänzendere Ergebnisse sich noch erzielen lassen, wenn diese Verkaufe nicht in eine politisch so ungünstige Zeit fallen. Und dabei ist in Erwägung zu zieheii, daß die klerikale Partei sehr heftig gegen den Kauf der Güter »vühlle. und dennoch überstieg der Erlös den AuSrufspreiS um 50 (Fromm) Aus Straubiug in Baiern »vird berichtet: DaS liiesigc Schwurgericht verurtheilte dieser Tage den Bauer^sohn Schinidt ivegen Mord- und Raubversuches zu 20 Jahren Zuchth.,uS. Der Verlirtheilt^'. nachdem er seinerseits AlleS gethan. um sein Opfer zu tödten, eilte n.,ct) vollbrachter That nach dem berühmten Wallfahrtsorte Altötting und opferte dort (aktenmäßig!!) daS Mordwerkzeug, sein iin Griffe stehendes Meffer. der Muttergottes, indem er eS hinter eine Gedenktafel steckte. (Aus dem Jahresberichte der Bud weis er Handels-und Ge Werbekammer) ersehen wir, daß auch in diesem Kamtner-Bezirke die Verarmung deS GeiverbestaadeS iinmer ivciter um sich greift, so daß dem Geiverbetreibendeu selbst die auf dem flachen Lande niedrig bezifferte Erwerbsteuer unerschivinglich wird. Obwohl die Geiverbeschulcn ein dringendes Bedürfniß sind, scheitert die Einführung derselben dennoch an dem Mangel der nöthigen Geldmittel. (Steierische ES kom p te bank.) Um da» Stammkapital der steierischen ESkomptebank zu vergrößern, »vird dieselbe 1500 Aktien zu Z00 fl. neu hinauSgeben. Die Zeichnung findet Ende dieses MonatS in Graz, Marburg. Laibach und Klage»»surt statt. Marburger Ärrichtc. (Politische Bildung der Konkordats Freunde.) Unter den Gemeindevorstehern, von »velchen die Nerwalirung gegen die Schleichereien der Konkordatsfreunde ausgegangen, befiildet sich auch Herr Alois Weingerl in Pößnitzhofen. Als dieser am 1. November nach dc,n Bersch»vindenS. Aber ich habe auch eine Ahnung, daß ich ihn noch ein-mal »viedersinden werde." „Sie stimmen also mit den Perinnthungen deS österreichischen Ge« sandten überein?" „Darf ich fragen. »vaS dieser vermuthet?" „Daß der Graf ZiUy noch in Berlin sein müsse." „Der Gras? Man hält ihn noch sür einen Grafen?" „Der Gesandte hat sich nicht darüber ausgesprochen; er hat bean« tragt, sehr genau «ad sorgfältig auf ihn ^ vigiliren, ihn im BetretnngS-falle zu verhaften nnd sofort ihm. dem Gesandten. Nachricht davon zu geben. UebrigenS soll die ganze Ant,elegenlieit geheim bleiben; nnr die vertrauteren Polizeibeamten sind deshalb davon in Kenntniß gesetzt, und indem ich auch Ahnen diese amtliche Mittheilung mache, muß ich um die strengste Verschiviegenheit bitten." „Was mag diese ungetvöhnliche Diskretion zu bedeuten haben?" „Ich denke, ein unaeivöhnlicheS Verhältniß." ,.AH. dirse Gardeoffiziere haben mit ihm Verkehrt, manche ftlastt>e Ehamp.igner ans seine Gesundlieit mit ihm getrunken, viellcicht auch »nit ihm gespielt; daS könnte kompromittirend iverden." „Gespielt nicht." versicherte mit Entschiedknlieit der Polizeidirektor. Der PolizeireferendariuS lächelte fein, als iv.nn er. obgleich Neuling in dem F'che. doch schon mehr wisse, als er nur wiffen sollte. „Wir dürfen nicht alle Spielliöllen in Berlin kennen. Herr Dirtktor." .,Sie tvissen Bescheid. Dem Gesandten ist sehr viel on der Habhaft-werdung deS Menschen gelegen." ..Ich werde mir alle Mühe geben " Dieses Gespräch faud in dtM Polizeipräsidium ia dem Gefch^istS bureau deS Poliz,idirektorS statt. (Fortsetzung folgt.) Gottesdienste mit einil^en Nachbarn und Mitgliedern des Pößnij^hofer GcmeindeauSschusscs aus dkM KirchplaKe in Iahring stand, kam der Gcmrindtvorstkher von Waii^en. der zuglrich Kirchenprobst der Jahringer Pfarre ist. und salbte: „Ihr habt auch unterschrieben ? Wollt Ihr die Geistlichen verjagen, den Papst verj., gen ? Ist daS schön ?" Die Entgegnung des Herrn Alois Wtingerl war offen und entschieden, und hören lvir. daß er gesonnen ist. den gerichtlicht» Wcg zu betreten. (W a h l umt r i eb e im Gebirge.) In einer Landgemeinde deS Marburger Bezirk.S. in welcher zugleich der Pf.'ru)rt liegt, fanden am 4. d. M. di^e Gemeindeivahlen statt. TngS zuvor vereinigten sich mrhrere Wähler zu ciner Besprechung, bei welcher Einer derselben von dcr Ncnwahl drS bisherigen Vorsteher» warnte, da derselbe. sallS er nochmals gewählt würde. Anspruch aus eine Pension hatte. Mehrere Anwesende wurden durch diese Eröffnung nicht iiberrascht. sondern erklärten, hievon auch schon gehölt zu haben und so schr eS ihnen leid sei. den bisherigen Borsteher entbehren zu müssen, so sei eS doch ganz unthunlich, bei dem ohnehin empfindlichen Steuerdruck die Gemeinde noch mit einer solchen Pension zu belasten. Tiohdem ein mit dem GemeindegeseK vertrauter Wähler sowohl bei der Besprechung alS unmittelbar vor der Wahl die Nichtigkeit und Böswilligkeit des GeiüchteS bewies, fiel der Gemeindevorsteher im zweiten Wahlkö.per dennoch durch ; er wurde jedoch im ersten Wahltörper mit grosier Mkhrh.il in den AnSschup geivählt und hat Aussicht, wieder zum Gemeindevorstelnr erkoren zu werden. Dieser Gemeindevorsteher, dessen Pensionirung man slirchtet. ist ein ehrlicher, schlichter Bauer, 1)tr bei sonst zwar mangelliaster Schulbildung doch deS LesenS und Schreib«nS kundig ist und sich besoildtis durch eine rasche und richtige Auffassungsgabe auszeichnet. Frkisi«nig und ein Frennd wahrer Freiheit und Ausklärung, steht er jedoch mit einer gewissen P.^rtei nicht auf gutem Fuße, da rS ihm nicht gegeben ist. llnrecht silr Siecht und Druck sür Freiheit zu heilten, was ziemlich klar zeigt, n ^'her die ^<üge von der PenstonSsü^iigkei! stammt. Daß man eine Partei, tie sich nicht entblödet, zu solch' erbärmlichen Mitteln zn greisen, uni sich eincS unbequemen GemeindevorstlherS zu entledigen. Nicht so au de«i Pran»^rr stellen darf, ist zwar kein „heiligcs", aber doch imrner ein rcchteS Kreuz. (K t g c n d s Konkord a t.) Die OrtSgemeinde Bösenivinkel am Ba.ijtr l,at lu dn Sitzung vom 6. November einstimmig beschlossen, nachstehende Avressc dnrch den Abgeordu»ttN Lohninger überreichen zn lassen: „Hohes Abgeort'netenhauS! Aus allen Richtungen und Theilen der Monarchie, von Stadt-, Markt- und Landbewohnern, von Alt und 3ung. hohtN und nieder» Ständen lass.n sich die Äimmen in Betriff der Aufhcbuug des Konkordates und Trennung der Schule von der Kirche veruehmen. und Alles seufzet unter dem Drucke deS geistlichen JocheS nach Bejreiuug. Streben selbst die civilisirtesten. »vissenschasllich - gebildetsten und erfahrensten Bewohner der Städte und Märkte nach Aufhebung deS Konkordates — waS soll nun der einfache und schlichte Beivolincr deS flachen Landes v^'n demselben GuteS zu erwarten haben, wo die Geistlichkeit ohne Beschränkung und nach Willkür daS Feld nur für sich zu erweitern sucht und das Landvolk behandelt, als gehörte eS nicht zu dem Stande, von welchem sie (Geistlichkeit) g'ößtentheilS selbst abstammt. Egoismus. Äntokratie und Eigennutz ist bci derselben an der TageS Ordnung; sie läßt ohne Plan und ohne den Konkurrenz-AuSschuß zu fragen, Bauten. Erweiterungen der Kirche vornehmen, geliahrt Mit dem Kirchenvermögen, als wenn solches ihr Elgenthum wäre, ohne RechnungS« legung, veranstaltet unter der Woche nach ihrer Willkür daS schon ost strenge untersagte Pöllerschießen, leitet den Schulunterricht derart zweekloS, daß wenn der Schüler nach 4—5 jährigem Schulbesuche austritt, er nicht in der Lage ist. einen einfachen Brief zu schreiben;— an Rechtschreibung, jchristliche Aussätze. Geschichte oder Geographie und andere nützliche, deu Wolilstand des Landes sördernde Gegenstände. alS: Wieslnkultur. Ackelbau, Baum-, Vieh- nnd Bienenzucht u. s. w. ist gar nicht zu denken, weil die sür die Jugend so kostspielige und unersetzt^are Zeit durch zwecklose Vorträge leicht entbehrlicher Gegenstände vergeudet wird. Die Geistlichkeit macht Einwendungen gegen Gemeinde «Beschlüsse, so zivar. daS eine schon vor zivki Jahren an den hohen Landes-Ausschuß gerichtete Biltlchrist um Einführung deS getnischt^n llnterrichteS (d. h. in deutscher und slovenischer Sprache) für vie zweite und dritte Klasse biS zur Stunde unbeiücksichtigt blieb. Man kann sich nichts anderes denken, als daß es darauf abgesehen, der Gemeinde nur Schaden zuzufügen, die Wissenschaft zu unterdrücken und die Wißbegierde iM Keime zu ersticken. Aus diese Art ist soivohl die Autonomie. alS daS Wohl und Interesse der Gemeinde gesahrdet und »vir sehen uns zur ehrfurchtsvollen Bitte aenöthigt; Ein hoheS Abgeordnetenhaus gernhe unsere «aterthänigste Petition gütigst zu berücksichtigen, die Aushebung des Konkordates «»d Trennung der Schule von der Kirche gnädigst zu veranlaffen." (Zn der Sitzung de» Gemeindeausschusses »oin 7. November) übernahm ivegen Erkrankung teS Herrn Bürgermeisters der Stellvertreter desselben. Herr Bautalari die Leitung der Berhandlun-gen. — Hcrr Marko stellte die Anfrage, mit »velcher Bcwtlimuna von klNiM Hausbksitzer in der Burggaffe btoS a« der Seite skiN s HauftS der Kanal gebaut werde und ob die Bewilligung unter der Bedingung ertheilt ivorden. daß !>ieser Hausbesitzer bei der Führung dcS Kanals durch die Mitte der Burggasse seinen verhältnißmäßigen Antheil zu tragen habe. Herr Bankalari versprach die Antwvlt in der nächsten Sitzung zu gebeu.— Hcrr Heinrich Demscher erhielt die Bewilligung zur Ehe. — Hcrrn Iurgs ivurde die Vergütung für das Ausziehen der Uhre» auf dem Stadtpfarr-thurme und auf dem Thuime deS SiathhauseS von 50 fl. auf 80 fl. er-höht und der städt. Polizei ei» Theuerungsbeitrag von 10 kr. täglich für den ?.^tann. linsttveilen auf drei Monate. beiviUigt. — Dem städtischen jtapcUmlisler Herrn Bartelt ivurde die Stelle gekündigt »vegen Nichter-süllung seiner BerbindÜchkeiten. — Die Zahl der Unterstützungßgesnche belies Iich auf acht: der Halste ward entsprochen. — Die erledigte Pfründe im Bürgerspital ivurde der Fron Ioslpha Wagner verliehen. (In der letzten Sitzung der landivirthschaftlichen Filiale) wurde mitgetheilt. daß sich in Lembach. HauS am Bacher. Radisell, Luttenberg und in anderen Weingebirgen die Traubenkrankheit gezeigt. Der Obmann. Herr Dr. Mulle, sprczch über die Gegenmittel und führte an. daß sich in Italien die Schivefelung beivährt habe; die Italiener gebrauchen dieses Mittrl dreimal im Jahre: im Frühling, wenn sich die Tranbe zeigt — nach der Blüthe und wenn die Beeren erbsen-gros; geworden. Herr Miille wird im nächsten Frühjahre die Werkzeuge zum Schiveseln auS Italien kommen lassen; nach dem Muster derselben zu arbeiten, sei unseren Handwerkern leicht. Mitglieder der Filiale wollen il^re Beobachtungen zur Kenntniß der Versammlung bringen. — In Be-treff der Weinbauschule erklärte Herr Mulle, der LandeSausschuß befinde sich nun im Besitze drS Filialentwurses über den Lehrplan und die Lehrmittel ; es scheine jedoch, dieser Ausschuß betrachte den Ziveck der Anstalt von einem Vit! zu niederem Standpunkt und dürfte schwerlich mehr als eine Schule sür Winzerknaben beantragen wollen. Herr Dr. Mulle hält für nothlvendig. daß die Bezirksvertretungen und Filialen südwärts von der Hauptstadt deS Lande» ihren Willen durch die That bekunden und Freiplätze sür eine Weinbanschule gründen: der Landesausschuß und der Landtag könnten dieser Aeußernng der öffentlichen Meinung nicht widerstehen. Nach dem Antrage deS Obmanns wird die Filiale einen solchen Freiplatz stiften. (Be r e in s l e ben.) Dem Berichte, ivelcher in der Hauptversammlung des Männergesangvereins erstattet worden, entnehmen wir, daß dieser im verfloffenen Jahre 38 ausübende. 244 unterstützende und 5 Ehren-Mitgleder zählte. Die Einnalzmen beliesen sich ans 1177 fl. (658 fl. Zahlungen der unterstützenden Mitglieder. 120 fl. Zahlungen der ausübenden Mitglieder, 313 fl. Einnahmen von Kränzchen und Konzerten u. s. w.) Die Ausgaben betrugen 607 fl. (darunter 125 fl. ZinS für die BcreinSstnbe. 45 fl. sür Musikalien, 109 fl. sür Drucksachen, 107 fl. für die Musik bei Kräiizchen und Konzerten. 56 fl. ftr den Ehormeisier.) In der Kaste blieben 369 fl. Außerdem besitzt der Berein noch Werthpapiere im Betrage von l70 fl. Da» Archiv zählt 400 Nummern. Als Leiter des Vereins lvurden in der Hauptversammlung gewählt: die Herren: Dr. Perko (Obmann), Stopper (Schriftführer). Brava und Pöschl (Chormelster). Hohl (Kassier). Ueberschwinger (Archivar), Ruhri. Brambeeger und Proßinagg (Ausschüsse). Mit den Vorarbeiten für daS steiermarkische Sängerfest, welches im nächsten Jahre hier stattfindet, ist ein Siebncr AuSschnß beauftr^t »vorden; derselbe besteht auS den Herren: Dr. Perko. Dr. Reiser, Marko. Ruhri, Stopper. Reichmaier und Simonitsch. (Einbruch.) Mehrere Gauner haben neulich die Kaplanei in Kölsch erbrochen und 5 Röcke, 2 Talare. 2 Paar Hosen und 14 Hemden im Werthe von 200 fl. gestohlen, irährend der Eigenthümer sich im Psarrhose befand und daS Nachtmahl einnahm. (Die G esel lschast der Bolzschützen) hat vorgestern die Herren Pkrko und ErHardt zu Schi^enmeistern. die Herren: Janschitz, Bankalari und Albensberg d. j. zu Schützenräthen erwählt. Die Hebungen findtn Montags und FreitaB im Speisesaale deS Kasino statt. (D i e W e i n l e s e) ist nun in allen Rieden beendet und stellen sich die Preise verschieden: Koloser werden um 4 fl. Wurmberaer um ö fl.. Marburger um 5 bis 6 fl.. Tresternitzer, Frauheimer. Gauritscher, Sant!^ berger um 6fl., Radiseller. Pettauer Stadtberger, RadkerSburger um 7 fl. Lutienberger um 7 bis 9 fl. der Eimer verkaust. (Zur Gesundh titSpflege.) Die von der Malzprodukten-Fabrik zu WilhelmSdorf bei Wien neu erfundenen Malzeztrakt-Chokolade, welche in Wien anstatt deS erhitzenden Kaffee'S oder Thee'S und verstopfender Chokoladen schnell ein schr beliebtes Getränk geworden, soivie die von Dr. J. Flor. Heller, Professor an der Wiener Klinik, bestens empfohlenen Malzextrakte und Malzextrakt-Bonbons derselben Fabrik sind nun anch in Marburg, und zivar bei F. Kolletnig. Tegetthof-Straße. ^u haben. (Der kaufmännische Verein) wird am DienStag seine Monatsversammlnng abhalten. (Die großeu GasthiZfe nnferer Stadt) werden nun bald um einen vermehrt werden^ Herr Wohlschltlger. der stchs Jahre lang die Pachtwirthschast auf dem Südbahnhose betrieben, hat in der Nätie deS-selbkn ein stattliches, zwei Stock hoheS Gebäude mit z-veiundzivanzig Ziinmeris aufgeführt und sind die Arbeiten bereits so weit vorgerückt, daß heute Vormittag drei Zimmer im Erdgeschoß zur Bewirthung der Gäste tköffnet werden. Im nächsten Frühlinge iverden die Wohnungen im ersten und zweiten Stock zur Beherbergung der Reisenden mit ganz neuer Einrichtnng vollendet und soll zu Ostern die eigentliche Eröffnuna deS Gasthofes stattfinden. Letzte Post. - I-isbrNee-r hah,« t» einer zahlreich,« UerLa««l»»G ^«eZ«fti«««»D4«»ress»a« h«s «bge»rh«ete»ha«s «it gleichzeitiOer «tißtra»,«s gegen »te »entsch,tir-Iift»en «ei^- rSttze »efchlsffe». ^^^ler »»« Oesterreich ssll »»« ^aris abgereift fei», »h«e ^kii^te Derbindlichkeite« Mb»r»»««eW z« habe». verbleide» i» «»«, dis die pilpftliche» «ei^Arde» »e» »rga»ifirt w»r»,». Vt«gefa»dt. Geehrte Redaktion! > Gestatten Sie mir. daß ich aus den Artikel „zur Gesundheitspflege in Marburg" in Nr. 134 Ihres geschätzt«n BlatteS mir eine Erivide-rnng erlaube. Sie haben nämlich die Belzauptung onfgestellt. daß Oesterreich dkM Grundsatze huldige und duS Gesetz normire. daß für eine Be-völkerung von je 3000 bis s4000 Seelen «ine Apotheke bestehen soll; ie sind jedoch die Ansührung d eses Gesetzes 'chuldig geblieben, «ir ist wenigstens auch kein solches bekannt. Eie bemerken ferner, daß schon vor acht Iahren das Gesuch der Bewohner der Grazer Vorstadt um Errichtung einer Apotheke daselbst abschlägig beschieden worden sei. Ich glaube, diese Abweisung wird wohl nicht unbegründet aewelen sein, und hieraus geht sicherlich nur der Gegenbeweis für Ihre Vehauptung hervor, weil es sich schon damals herausgestellt haben muß. daß eine dritte Apotheke für Marburg überflüssig sei. Meines Wissens ist bislier noch kein gall vor. gekommen, daß Hilfsbedürftige unbefriedigt eine der beiden hier befindlichen Apotheken verlassen l>atttn und Sie tverden de« Beweis, daß die Bahn» Verwaltung, welche gleichfalls stets pünktlich befriedigt wurde, eine eigene Apotheke für die Magdalena Borstadt wünsche, wohl schwerlich zu liefern im Stande s in. nachdem dieser Wunsch noch nirgends Ausdruck gefunden hat, und ich glaube, daß eine unparteiische Erhebung des dermaligen Sachverhaltes sicherlich den Betveis liefern würde, d«ß die beiden hier bestehenden Apotheken für die Bevölkerung um so mehr zureichend sind, als gegen dieselben von Seite des Publikums keine Klagen laut geworden j^ad. Marburg am 9. November 2867. Einer, der von beiden Apotheken oftmals und stets zur Zufriedenheit bedient wurde. (613 d Die Gesellschaft der Bolzschützen bechrt sich sämmtliche ?. Mit« glieder des Casino Bereines zur gefälligen Theilnahme an dem Montags und Freitags stattfindenden Schießen höflichst einzuladen. BeitrittSerklä' rungen können täglich bei Herrn Schützenrath Ed. Ianfchitz abgegeben werden. Die Verei«sleitu«g. Marburg. 9. November 1867._ In Sarl Schmelzer s GeifenAederei sowie dessen Aittale kosten von heute ab: Argantkerze« . . vn xros Pf. 34 — vn Pf. 3K Segoffene Kerze« „ „ ZL — „ ., 34 Kernseise . . „ „ S4 — „ „ Sk 609)_netto Eaffa.__ 614) Dienstag den 12. d. M. in Herrn Kartin's Saale: Atsellsthafls-Al^ead. A. R. Mehrere tausend (S1Z Im Gasthause „zur Mehlgrube" ist et« süßer Weinmoft vom St. Peterer Gebirge ä 2V kr. ««d ei« «och viel besserer Viekerer (Rovemterlese) a 38 kr. pr. Maß zu haben und man ersucht um zahlreiche« Zuspruch. 606) o. ßwdZAink. Witdererößntng der „krüd". S94 Indem ich für den zahlreichen Be^ch. mit welchem daS ?. 'I'. Publikum in den Sommermonaten die „Grub" beehrt, höflichst danke, mache ich zugleich bekannt, daß die Lokalitäten derselben während zwei Monaten auch für den Winter hergerichtet worden sind. In der unteren Halle wurde ein Bretterboden gelegt, der ebenerdige Eingang zum Saale im ersten Stock ist durch eine neue Wand gegen die Kälte ge« schützt. Die Lokalitäten eignen sich nicht allein vortrefflich für den Be-such einzelner Gäste, sondern auch für ganze Gesellschaften. Tanzkränzchen. Bälle, musikalische Produktionen u. s. w. Die Eröffnung hat am 3. November stattgefunden. — Mit der Versicherung, durch gute Speisen und Getränke, villigen Preis nnd prompte Bedienung die fernere Zufrie-enheit meiner geehrten Gäste verdienen zu wollen, lade ich ergebenst zum Besuche ein. Marburg, 7. November 1867. Nr. 5111. Kundmachung. (ö98 Die in den letzten Jahren am Martini Tage, d.i. am 11. November gtlegenheltlich des Einsammelns von sogenannten Martini Wein durch Gesellen und Lehrjungen hierorts vorgefallenen Ezzeffe bestimmen daS Stad^emeindeamt zur Veröffentlichung zu bringen, daß dieses Martini-wein Einsammeln gesetzlich nicht erlaubt ist und somit als ein Unfng in Hinkunft nicht mehr geduldet werden kanu. Uebertreter dieses Verbotes haben die Abstrafung nach K. 47 deS Gemeinde Statutes für die Stadt Marburg zu gewättigen. Vom Stadtamte Marburg am 4. November 1867. Der Bürgermeister: A. Tappeiner. P. Kunden unter meinem Na- Ich ersuche alle meine geehrten ^ men Niemanden sogenannten Martini Wein verabreichen zu wollen. 599 Franz Volaee?, Schloffermeister. g. 11073. Edm. (611 Vom k. k. Bezirksgerichte Marburg wird bekmnt gemacht: Es sei über Ansuchen des Herrn ThomaS Stella jun. die freie gerichtliche Ber- l. l.. it steiaeruna der von ihm am 19. Juni d. A. auS dem Thomas Stella'schen nM Mnt» Rwittüt Ulb. Rr. 119.121'/, «ud 121» »ck Schlnm». M-Iler. Tw-rmla und Suted'I. sind v«t s^erngttm nev» ,qon'»...... ». -.»« «k. a Äa» ss« gebrockten Äepfeln zu verkaufen. Änton Kaufman». Fossil' Ktoxvr, (603 Fütd. ck lhit. Dsttsr zc.. wohnt in der A0l»O» 1. Stock, und ordinirt wie bisher taglich von 1— Uhr Nachmittag. ^ Eingang zwischen Cafö Pichs und Trethan schem Hause. Mchemem-Lizitatioll. Am 19. November 1867 Vormittags um 9 Uhr werden im Kir-chenkeller zu St. Leonhard am Bachern IRR Ttartii» und Nachmittags um 1 Uhr im Kirchenkeller am Sliunik )u Kötsch IS Starti», dann Tags daraus Bormittags um 10 Uhr im Kirchenkeller in Tepsau V Etartin Kirchenweine heuriger gcchsung sammt Gebinde gegen sogleich bare Bezahlung im Lizitationswege verkauft. Kirchenvorftehung zu Kötsch am 4. November 1867. (t^l^ bestehend aus der Ackerparzelle Nr. 209 im Flächenmaße pr. 6 Joch 558 Q. Kl. u. z. nach dem Zerstückungsplan^ bestehend auS der Unterparzelle Nr. 209 k mit 1 Joch 558 Q Kl. iÄ AuSrufspreise pr. . . 650 fi „ 209 b „ 1 - „ „ „ .... 500 fl. ,, 209 L „ 1 ,» „ „ „ . . 500 l. „ 209 <1 „ 1 „ . 500 I. ,, 209 H ^ " »» » »» ' 500 I. „ 209 ^ »» 1 », », »» »» bewilligt und die Tagsatzung zu deren Bor«ahme ans de» HS. Vto-ve«ber d. I. Vormittags vo« 9—12 Uhr a« Ort «nd Stelle der Realität in der Gemeinde Kärntnerthor am Montebello Hügel angeordnet Vörden. — Jeder Lizitant hat vor dem Anbote ein 10 Vadium zu Wein-Lizitatiou. (589 Am 12. November d. I. werden die heurigen Kirchenweine, zwanzig Startin. in Ober St. Kunegund lizitando hintanget^eben. Kirchenvorftehung Ober St. Kunegund am 2. November 1867. Weinlizitation. Am 11. November d. I. Bormittags 9 Uhr werden bei dem Wein-garten des Pupillen Eduard Wohlshardt in Koschack 25 Startin Vei»e dießjähligrr gechsung. in neuen Halbgebinden liegend, gegen gleich baare Zahlung versteigert, wozu Kauflustige höflichst eingeladen werden. Händen der Gerichtskommifsion zu erleg,« und es können die Azitations« bedingniffe hiergerichtS eingesehen werden. K. k. Bezirksgericht Marburg am 10. Oktober 1867. Nr. 11884. EdM. (607 Nr. 7S22. Editt. (600 Wegen rückständigen l. f. Steuern u«d Grundentlastungs Gebühre« zc werden Weine heuriger Aechsung sammt Gebunden, «nd zwar: am 18. November l. I. Bormittags von 10 bis 12 Uhr zwei Startin der E;ek«tin Josefa Heller. Grundbksitzerin in St. Sgidi gehörig, dann an diesem Tage Nachmittags von 2 bis 5 Uhr virr Startin dem Johann Poschauko, Grundbesitzer in St. Eaidi. ferner am 19. November 1S67 Bormittags von 10 bis 12 Uhr fünf Startin des SxekutlN Simon Purgoi; endllch am nämlichen Tage Nachmittags vo« 2 bis 5 Uhr fünf Startin de» lZrckut n Z^kob Drosg. beide Gr««dbefitz«r i« der Gemeinde Ober-^akobsthal. im exekutive« Verst.igernngswege a» de« Meistbieteaden gegen gleich baare Bezahlung, jedesmal an Ort »nd Stelle verünßert werde«. ^ ^ Kauflustige werden hiezu mit dem Bemerken ei«gelade>. daß oie Weine «nter dem Schätzu«gswer!he nicht hintangegeben werde«. K. k. Bezirkeamt Marburg am 2. November 1867. Der k. k. BezirkSvorfteher: Arailza. Nachdem zu der in der Exekutionssache der Maria Tschernko gegen Johann Loppitsch in Skoggen pto. 50 fl. s. A. mit Edikt vom 7. August l. I. 3 7170 auf den 22. Oktober l. I. anberaumten ersten exekutiven geilbietung der Realität Urb. Nr. 4/140 Gilt Skoggen zu Hausam-bacher Niemand erschienen ist, so wird am 19. November l. I. Bor-mittags von 11 bis 12 Uhr hier bei Gericht die zweite Keilbietungs-Tagsatzung stattfinden. K. k. Bezirksgericht Marburg am 24. Oktober 1867. Unter Garantie ste Me «ahmt >«d licht vttltßtie W>«e F»r Herre«. Hosen von Ist. 70te. Nocke „ Z „ 50 „ Gattien Krügen ^ - ,. so „ »e M««h»«. Gr D««e« -si. i^6kr. - 2' bi» .'i ll. sotr. S . so ^ ^ .. 50 « .«rä verkaufen wir. bi« ll ft. — kr. Silet von „ »5« „ Hemden ,. ^ 1 90 „ Socke» . .. ^ ^ ,. Kleider zu et^nfalls billigen Preiftu. ________ Pelzwerk, und z»var: M»sie vo« 4 ft. 8«) kr. biß ft. Salon-ikäge» von 1Z fl. bi» L0 ft. Voar von ft. 7V kr. di« 7 ft. Manschetten zu 1 ft. 4V kr. KRe WeiiSibe«. Aarnituren (schwarz-weiß-gesteckter Muff sammt Kragen) zu s» ft. 50 kr. «uffe. diverse, von l ft. 90 kr. aufwärt». Hauben zn 1 ft. 50 kr. Bestellungen auf Herren- und Knaben Kleiber werden unter Znficherunß b«r reellftttt nnb promptesten Vedieaung angenommen. — Stoff« liegen in großer Aus-Wahl vor. Unser Zuschneider ist sehr geschickt. Herrengaffe. im Payersche» Hause, i« Msrhurß »17 der zi!i«Ie der ki« k^sniiiena« von 8. 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