PtannmttaliOM - Prcilk Zitr Laibach •anudOna . . . tt ft. — tx. Haldjahrig . . . 3 „ — , Siericljahri,. . . 1,5«, «»natlitf) . . . _ . 5u , Mit der Post: •enilatng . . . 9 ft. — It. Halbjahrig . . . 4 „ 50 „ *iettel(e6rifl. . . i „ 86 . Laibacher Wi Zuftellung me Hau» eiertcl-85 tr., monatli* 9 ft. Sinjelnc Stummctn 6 ft. Tagblatt. Lnonime Mittheilungen roerben nichl berUcksichtigt; Manufkripte nicht zuriickgesendet. Ktbaktieat Bahnhofgaffr fit. 1SX. Lrpkdition neb 3nf«a,tn finnan: »ongretzploy Nr »1 (Buchhandlung eon 3.». f»«inma#r 6 F.Bamberg). 3nftriiou»prtift: Itit die eiulpaltige Petit,ei,e 3 h 6ei zweimsliger Einlchaltung k 5 kr. dreimal & 7 ft. 2nsertio»«I>em»el jcbcemal so ft Lei grijtzeren Onfetaten unb fifteen Sinschaltimg entsprecheuder Watatt. Nr. 277. Freitag, 3. Dezember. — Morgen: Barbara. 1869. Regelung des Klosterwesens. Anlatzlich der Nachricht, dah der Krakauer Ge-richtshof in der Angelegenheit der Barbara Ubryk einen Ablassnngsbeschlutz gefaht Habe, bringt die „W. T." einen Artikel, dem wir folgendes ent-nehmen: Die Krakauer Klosteraffaire, rotgttt Welch« so vieler Staub aufgewirbelt rourbe, ist in die-srm Staube zerronnen. Konstatirt unb unbestritten ist, batz bie Nonne Barbara Ubryk im Kloster ber Karmeliterinnen ;u Krakau in einem unbeschreiblich verwahrlosten Zustanbe, eingesperrt in einer ekelhaft schmutzigen, finsteren Zelle aufgefunben wurbe. Die Sffentliche Meinung war bariiber im hochsten Grade empSrt; die' Untersuchung gegen die Oberin des Kloster« unb ihre weiblichen Adjutante,, wurbe mit groher Schnelligkeit unb Strenge eingeleitet; dem betressenden Kloster wurbe com Mimsterium die Staat«subvention eutzogen. Unb was ist bie Folge alles dessen? was hat ber kreihende Berg geboren? Nicht einmal einc Mans, benn iibereinstimmenden Nachrichten zufolge wurbe bie Untersuchung gegen die angeklagten Nonnen eingestellt. Barbara Ubrik ist fur unheilbar wahnsinnig erklart, unb wenn bie Karmeliterinnen auf ihrem Schein bestehen, wirb Man ihnen am Enbe noch die Ungluckliche;ur fer-neren Pflege wieder nbergeben miissen. Es regt sich nun die forage, ob die offentliche Meinung, die vox populi, in diesem Falle wirklich so sehr irre gegangen sein sollte, als sic die Snhne ffit die der eingesperrt gewesenen Nonne zn Theil gewordene Behandlung mid die Aushebung der KlS-ster oder mindestens die dem Rechtsstaate entspre-chende Regelung des Klosterwesens so sturmisch ver-langte. Wir find anch Heute noch weit entfernt davon, diese Frage zu bejahen. Wir wissen wohl, welche Achtnng wir einem richterlichen Beschlusse schuldig sind; anch ist es nns wohl bekannt, dah jenes Sistem ber „Vertuschung," welches dereinst in Oefterreich so eifrig geiibt wurbe, wenn es sich um privilegirte Klassen oder Personen handelte, heute nicht mehr in Anwendung gebracht wirb. Von welchem Motive aber immer das Krakauer Gericht geleitet worden sein mag — die Lsfentliche Meinung, die vox populi hat ouch diesmal nicht geirrt. Wurbcn die Nonnen von Konkordatswegen, auf Grund ihrer Ordensstatute, der Klosterregeln freigesprochen, so hatte man daS Recht, die Beauf-sichtigung der Kloster von Seite des Staate«, oder besser, die Aushebung ber Kloster, in welchen so Verabscheuungswurbiges oorgeheii kann, ohne dah bet. Staat sein Veto einzulegen verrnag, zu begeh« re,,. Haben die Nonnen aber nichts begangcn, was fie in den Stugen des Krakauer Gerichtes kornpro-inittiren konnte, so haben fie doch moralisch gefehtt, fie haben ber HumanitSt in« Antlitz gefchtagen, in-bent fie eine ungluckliche trante Schwester burch zwanzig Jahre bent ©enbe ber Nacktheit unb be« Schmutzes, alien Schrecken der Finsternitz unb ber Einsamkeit iiberliehen, ftatt fie nachfichtig unb liebe-voll zu pflegen. Der Bischof Don Krakau fotgte einer ernsten, eblen Negung, als er ben Nonnen beiin Anbkick der Barbara Ubryk zurief: „Jhr seid keine Weiber, sondern Furien!" Nur das Kloster-leben aber verrnag daS weibliche Her; in solchem Grade zu verharten, unb deshalb war bie Bolks-ftiimne abetmal Gottesstimrne, als fie be, der Schreckenskunde aus Krakau in den Ruf ausbrach: Weg mit den KlSstern! Entwurs dm Religionsgesetzes siir Ungarn. Minister Eotvos Hal ben (Sturourf eine« Re-ligionsgefetzcs vollendet, welcher jctzt voin Minister-rathe bcrathen unb bann sosort bein Reichslage vor-flclegt werbcn wirb. Dcr Gefetzenlwurf besleht auS 13 Punkten: 1. Jeder kann fcincn Glauben frci bekennen unb demfelben tiluebrutf geben; niemanb kann zu einer religiiifen Hanblung gezimmgen roerben. 2,en« Die AuSiibung politifcher unb burgerlichcr Rechte ist vom GlaubenSbekenntniffe unabhtingig. 3. Die Religion kann nicmanbcn von biirgerlichen Pflich. ten unb von ber Kornpetenz bflrgcrlichcr Gerichte enthebcn. 4. Die Bekenner einer Religion fdnnen sich zu religiiifen Korporationen obcr Kirchen ver-einigen unb biefe outonom leiten. 5. Der Staat ubt ba« OberanfsichtSrccht fiber a lie Kirchen. 6ten« Die Kirchen finb untereinanber unb im Verhiiltmsse zum (Staate gleichgestellt. 7. Der Uebertritt von einem Befenntniffe zu einem onbern ist sreigestellt. 8. Das Institut ber fakultativen Zivilehe wirb burch ein Spezialgesetz, Welches fpater erfolgt, nor-mirt. 9. Kimben folgen ber Religion be« Vater«, bie TSchter jener ber Mutter. 10. ZivilstanbSre-gister roerben ncben ben kirchlichen Matriken einge-ffihrt. 11. ZivilfriebhSfe haben nebcn ben ton« fefsionellen erriditet zu roerben. 12. Die Aufhe-bung allcr entgegenftehenben Verorbnungen unb Gesetze roirb ausgcsprochen. 13. Die Minister be« Kultu«, ter Justiz unb be« Jnnern roerben mit ber AuSfiihrung biefes Gesetze« beauftrogt. Politische Rundschau. Laibach, 3. Dezember. Ueber bie balmatinifche Angelegenheit liegen anch heute keine weitcrcn Nachrichten vor. Die „Wehr-Zeilung beftdtigt, batz nicht baron gebadjt roirb, nunmehr daS Kommanbo in Dal-matien bem FML. Robich zu iibertragen, unb ver-fichert, GM. Gras Auersperg fei roeber urn Ent-hebung von feinem Posten eingtfommen, noch Habe man bie Absickt gchobt, ihn zu cntfcrnen. In einem i'eitartitil verfucht basfelbe Blatt eine Ehren-rcltung ber jUngften Operationen in Dalmatien. Ieuill'eton. Das Floreutiuer Quartett. Jn wcnig Tagen roird Laibach in fcincn Maucrn Siiustler beljerbcrgcn, die in ihver Gcsaminihcit tinen fcurig glanzcnben Slern auf bem roahvlich nicht sparlich beleuchtetcn Knnsthirnmcl bilben, unb dessen Erscheinen die allgemeinfte Bcrounberung roach tief. Es finb seit dem jluftauchen dieses FSnomenS bereits iiber zroci Jahre verfloffen, unb nicht ver-tingcrt hat sich fcin I'icht, nicht matter gcroorben ist sein Glanz; im ©egentheile, Strahl sugt sich »n Strahl um ben golbenen Kern, unb in flam-Mender Pracht steht es da, angeftount, berounbert, unerrcicht. Wer, im Bcrlause ber lctztcn zroci Jahre, hlitte nicht von ben gi otzartigcn Seiftungen be« Flo-rcntiner Quartette gchbrt oder gelcfen ? Gcroitz, niemandcm ist bicser Name sretnb, unb eben so gc-witz hat sich jcbes funstsinnige Gemiith barnad) gc-sehnt, Gelegenheit z„ haben, die unmittclbarm Sin-drLcke ber Leistungen biefe® Wunbcr-Doppelpaare« iu cropfangcn. Dicfc ©elegcuhcit ist un« in Balbe geboten, unb beniitze fie jeber, in bessen Bnist bie Viebe roach ist fur bie ebelste ber Kunste, dessen Herz empfanglid) ist fiir ben lebensroarmen Obem ber; gottlichcn Tonkunst, dessen Sinne noch nicht bis! zur Gleichgiltigkeil gegen allcS SchSne nnb Srha-1 bene abgestumpst finb. Schon bie autzerliche Be-1 trachtung biefes Quarletts flsht inf of orne Jntercsie! ein, als es bie Trager zrocicr Volksgmppcn, ur-spriinglich nach Sprachc, Sitte. Temperament, Fiih-iung, Berouhlsein, knrz nach allem materiellen unb geiftigen Hinblicke als cntgcgengesctzte Pole zu ein-anber gcstcllt, hier zu einem funstbruberlicben Bunbe vereint. Man stelle sich ben beutschen unb ben ita-licnischcn Siiben, als einen kunstlerischeN Bruber-bunb, dessen Strebeziel sich in ben Wortcn: „beutsche Kunst unb beutsche Kunstmcrfe" wohl am biinbigsten zusammenschlietzen Itičt, vor. Man erfaffe ben ein-stimmigen Wrrbcprozctz biefes jctzt so cngen BnnbcS ! ES ist ber im engern KrciS gefiihrte heitzc Kampf zweier GcisteSgcroaltcn. Jebe bcrfclben glaubtc anfanglich unbebingte Herrfcherin zu fcin, jebe Unfehlbarcs hinftcCen zn kvnnen. Die tint stutzte ihr vermeintes Recht auf einen ihr angtborntn, in allts, was tigtntlich ®ei» stcslebcn hcitzt, vertiefte,, Ernst; fit gloubte sich berufen zu fonnen auf cin ihr angeborncs gciflige« Starnrngut, auf baS Jneinanberocrroachfcnfein von Vcrstanb, Bcninnft, Herz, Gemiith in bem all-einenben Sorte unb Begriffe: ©cist. Die anbere Partei glaubtc ihren hiuroicber ebenfalls com Haufe uberfommencn Seibenfdiaftebrang, ihren fanguinifchen Feucreifcr fur alleS Hehre, Schone unb Grohe gclttnb machtn zu kLnntn. Der einen Partei mag es urfpriinglich an rafchcr Erregbarteit, ber anbern roiebcr an ber Kraft ruhigen, befonnenen ErroiigcnS unb EingehcnS gemangelt haben. Unb nun enblich vergegenroartige man sich biefe anfSnglich fchroff von einanber getrennten Selbste, verfLhnt in bem Glauben an bie eroige Religion be« SchSnen unb ein* anber eng vermalt! man stelle sich bicfelben Wc-fen vor, roie fie jetzt A He fflr Eine«, far die Kunst unb fur ba« Kunstwerk, unb wieder EineS fflr Alle im Jntereffe eben bcrfclben Kunst unb eben dkSfel-ben Kunstroerkes leben nnd roirken! Man fche, roie sie nach langem Kampfe enb* lich ihr Zcntrum, das Wahre im SchLnen unb das SchSne im Wahren, gtfunben haben, um diesem ketzten all ihr KSnnen, Streben unb Wirken zeit Die Expedition nach Dragalj Habe ihren Zweck voll-lommcn erreicht. Die Sffentliche Meinung ist on« derer Ansicht hieriiber. Man hvrt bereitS von einigen Interpellations, die im A bgeordn eten house eingcbracht werden sollen. Rechbauer wird die EntwoffnungS-frage anregen; eine Anzahl liberaler Abgeordneter ou6 Steiermark, Karnten und OberSfterreich werden den Justizminister frozen, ob er gewillt sei, bold eine Vorloge betreffs AuSdehnung der Schwur-gerichte ouch ouf pvlitifchc (nicht durch die Presse begaiigene) und gemeine Verbrcchen einzubringen. Aus Prag wird der „N. Fr. Pr." telegra-firt, dah Dor der Abreise des Erzbischoss nach Rom eine K onferenz zur Erzielung eines einigen Bor-gehens des bShmifchen KleruS auf dein Konzile statt-fand. Die Majoritiit der Verfammlnng sprach sich gegen daS UnschloorkritSdogmo aus. AUfoUigc Pcti-tionen uni Kirchenrefom im czechischen Sinne, werden ouf dem Konzile vom bohmischen KleruS bekampft werden. Die ZustimmungserklSrungen zu dec Aoressc des bShmifchen Landtages mchien sich iu er-freulichcr Weife. Einer jiingst vou den bohmischcn Gemciliden erlassenen Kumulativabresse an das Ge-fommtlninistmum entnchmcn wir foljjcnde Stellen: „Ticf btflagcn miihlcn wir es," hciht es bat in, ..wenn mit de n Gcgiiern der Beifafsung tibtr die-sclbe, ilber den grohen Theil Ocr BevStkeiung, der hinlcr ihr stehl. hiuiveg veihanbelt, das ton* ftitiitionelJc Lebcn unseres Baterlandes wiedcr in Fra^e gestcUt, und daS kaum neugcstaiklc Oesterreich abermals dm Gefahren und SBirrcn ciiicr rungSpvlitik preisgegeben wurde. Tief vcklagen miitzten wir eS, wenn bie iticrfaffting, die wir nicht im leichtcn Kampfe errungen. g sturzt, wenn durrt) fortgcfctztt Oktioyirungen das Rcchtsbewnhl-fein dcs BolkeS, der Glaube an die Unocilctzlich-keil bte GcsetzeS, baS iBcrtvaucn ouf bic Zukunst Ocsterreichs unttrgroben, v^nichiel miivbe. Nicht ein zcrnffencS, in Atome zcisetzles, n ur cin cini* ar« unb freies Oesterreich gibt im6 die Zuverfichl, dah cS alle Schwierigkeiteu, bic sich ihm entgegen-ftcUcu, tibcrroinbcn wirb." WoS bie bairifche Minister kr ife anbc-trifft, so gewinnt eS immer mehr beti Anfchein, botz Furst Hohenlohe im Kobinet unb an ber Spitze bcs KobinetS bleibcn wirb. Die Ultramontanen jelbst wollen, wie sich jetzt herauSstellt. seinen Rucklritt nicht, točit er cin Feinb ber Berpreuhung BaicrnS ist, und sir wollen sich. sagen sie, damit begniigen, dah der Minister des Jnnern unb ber KnltnSmini ster aus bem Kobinete auSscheiben. Die „Allg. Ztg." ist ber Ansicht, dah bie Sttllung bes Minister« Hohenlohe zu ber tunftigen Abgcordnelenkam-mtr fcitte allzu schwierige werben wurbe, benii beibe, Leben S als Prirster der Kunst darzubringen. Es ist in biesem viereinigen Bunde so recfct ei^entlich je ner Kunstlergeist vcrtrelen, ber baS Ganze zn oberst unb znletzt stclll, unb der daS Einzelne lebiglich als bienenbeS Anschlutzglicd an bas kunstlerisch grotze Ganze belrachtct, aber eben deShalb bies letz-tcrc um so glanzvoller unb cinbrtnglidjcr hervorzuhe-ben im Stande ist. Solchen Geistcs noti spielt daS Florentiner Quartett eine lange Reibe von Tonwerken der verschiedensten Meister in HSchster Bollendung der materiellen, ols auch poetischen Technik. Dah die Kunstreisen Becker's unb seiner Quartett-Genossen einem wahren Triumf zu ver-gleichen, ist nach bem gesagten rooht lcicht begreif-lich; eS herrscht in ber That nur Eine Stimme fiber ihre Vciftungen: die ber Bewunberung, ber ollgemeinsten, unbcbingteftcn Bewunberung. Unb so schlichen wir denn, und gloubcn, iiberzcugt sein zu bfirfen, datz Laibach's Bewohner biesem Kunst-lerbunde jene Wfirdigung nicht vcrsagen werden, bie ihm allerorts in vollstem Matze zu Theil wurbe, zumal viele nur bies Eiuemal Gelcgenheit haben werden, bas bcriihmte „Florentiner Quartett" zu HSren. ber Minister unb bie Kammer, fcictt einig in ihrem Wiberstanbe gegen ben Eintritk BaiernS in ben norbbeutschcn Bund. Slu« Spanien liegt uns heute bas von Emilio Eastelar versotzte Manifest ber republitanU schcn KorteS-Mitglieber seinem doUcn Wort-lautc nach Dor. Es ist cin ziemlich umfangrcichcs Aktcnstilck, welches ben Wicbcrcintritt ber republika-nischen Abgeorbneten in bie Kammer cingehcnb mo-tivirt. ES wirb barin ocrfunbct, bah bic Unter-zcichner, vierzig an bcr Zahl, auf alien gesetzlichen Wcgcn bic Republik herbeizufuhren suchen werden. Sollteu obet ihre Bestrebungen sruchtloS sein, batin werben sie, ohne auf ben 9iamcn Rcpublifancr zu verzichten, barauf antrogen, batz die Wahl des Ko-nigS mitielst PlebiszitS vollzogen wcrbe. Zur Tagesgeschichte. — Bci der Ziehung der BicrunbscchS-zi ger-Lose am 1. b, M. fict der Hauptlreffer auf Serie 2156 Nr. 39. Die Itbrigen gezogenen Serien stud: 1761, 1629, 2156, 348, 753, 1657, 2498. — Das Reichs g ericht Hat sich in der ©ache des Bischoss Rudigier siir inkompetent erkldrt. Bekanntlich wollte ber Pralat die dem ReligionSsonb als rechlmiitzigem Besitzer znrlickerstatteten Revenuen der ©liter Garsten unb ©tein! revinbiziren. — Sozial-demokratisch. Aus Prehburg wird dem „Wdr." mitgelheilt, dah iiber Veranlassung des Obmannes bes dortigen sozial-demokratischen Ar-bcitcr-BilbungsvcreineS sanimtliche Mitglieder des ge* nannten Bereines sich verpflichteten, keinen Juden in ihrer Milic zu duldeit. Es rourben auch roiiIlich sdmnutiche Juden aus dem Bereine auSgeschlossen. — Aus Caltaro, 24. November, wird gemel-bet: Heute rourben hier die Leichcn der vicr bci Zag-vozdak gefattenen Osfiziere bes Regimentes Albrecht zur Erde beftattct. Die Leichen waren furchtdar oerstlim-melt. Major Fritsch hatte ben Hals burchschuitten. Diese Operation war, wie dessen OffizierSdicner er-zahlt, der ihn als LZerwundcten inič sich schleppen roollte, beirn Heranriicken von Jnsurgenten aber ver-lassen muhte, an beni noch Lcbcndcn unb Wehrlosen voll-zogen iDDtben. An Oberlieutenant Urbanooicž’ Leiche sehlten Nase, Lippen unb ft tun, desgleichen der Ubrigen zwei Osfiziere. Die Leichen roareti auf Wunfch dcs Offizicrskorps voin Regimente Albrecht hierhergebracht worben, urn zusammen mit den bereitS beerdtgten Oberlieutenant Rinek unb Hauptmann Najchte in eine Grnft gelegt unb mit einem entsprechenben Gradbenk-niat versehen zu werden. Die Witwe bes Major Fritsch, eine juuge, liebensiviirdige Dame von 25 Jahren, ist mit ihrem Kinde bereits zu ihren Eltern nach SlBicit zurllckgekehrt. Lokal- unb Provmzial-Angelegenheilen. ifotfll - Chronik. — (Ihre Majestat bie Ka-iscrin Elisabeth) besinbet sich noch immer in St. Peter mit ihrem sammtlichen Gesolge eingeschneit, unb es ist feine Anssicht vorhanden, dah Ihre Majestat vor Ende dieses Tages ihre Reise nach Triest wird sortsetzen konnen. Gestern rourben auf telegvafischem Wege Lebensmittel s lir den unfreiroiUig in St. Peter feftgehalteneu faifer-iichen Hof requirirt unb sinb folche auch noch spat Abends dahin abgegangen. — (Die silharmonische Gesellschaft) veranstaltet kommenden Sonntag N a ch m i 11 a g s Halb 5 Uhr ihr zroeites Gesellschastskonzert, welches ein sehr interessantes Programm enthalt. Zur Auf-flihrung kommt ein uachgetaffenes Wcrk Franz Schuberts: „Ouverture in itatienischem ©til" siir grohes Orchester, hier noch nie gehort. Fenicrs die grohe A-dur-Simfonie von Felix Mendelssohn - Bartholby, roelche bei ihrer ersten Auffiihrnng hier vor mehreren Jahren anherordentlichen Ersolg hatte. Auhcrdem haben Frl. Alizar, sowie Frl. Rubesch unb Herr Meden ihre Mitwirkung zugesagt, so bah roir also einem genuh-reichen Abenb, eigentlich Nachuiittag, entgegen jehen konnen. — (Die freiroitfige Feuerroeht) Hat sich (onftituirt. Zu biesem Ende roar gestern Abends Bcrsammlung itn Klubbzimmcr dcs Kasino's, an wel-cher an 50 Mitglieder theilnahmen und die Statute« zur Berathnng vorgelegt routben. Bei einigen Punktcn roar die Debatte sehr lebhast unb rourben auch inehrete Slbonberungen beschlosien. — (Florentiner Quartett.) Es find seit gestern bereits sammtliche Cerclesitze vergriffen, roer also noch keinen Platz sltr sich besorgt hat, sauiite nicht, ba auch die Sperrsitze balb das Schtcksal der Cerclesitze theilen roerden. — (Ranbansall in ber Grodischa. Eine Weibsperson, bic am 28. v. M. Abends in ber Gradischa der Kausmanns-Gattin St. den Pelzkragcn gcwaltsam zu entreisjen vcrsuchtc, rourbe durch die nta< gtftratliche Sicherheitsbehbrbe in ber Person einer am selben Tage von Untcrtrain hierher zugercisten lieder-lichcn Dime eruirt und der Strasbehorde eingeliescrt. — (PuS beni nation a l e n Lager.) Wie unversohnlich unb gehaffig die nationalen Fllhrer obet deren beorberte Organe bei jcbent Anlassc austreten, beiDcist sotgenber Fall: Der Laibacher Magistrat stellte an den slovenischen Turuvcrcin „Sokol" die Ansrage, ob betfclbe gejoitncn ware, ber sreiwilligen Feuerwehr beizutreten. Der AuSschuh beS genannten BereineS lich nun bic Mitglieder aus ben Tuniplatz komtncn, ohne vorher denselben den sraglichen Dis-kussionspunkt betannt gegeben zu haben. Als nun cine geniigenbe Anzahl Sokolistcn bcisammen war, cr-griss ein beorderles Organ der Bolksfllhrer das Wort, uni den anwesenden Mitgliedern im echten, gewohn-tcn Janlschberger Stile, die Gefahren auseinauber zu setzen, in die sie sich begeben wtlrbcn, wenn sie, bent liberalen Gemeinberathe solgenb, mit den „Nemschkn-tarji" Hand in Hand gehen wtirdcn. Es sei zwar eine schbne Idee, so cine sreiwillige Feuerwehr, nur lann und barf sie nicht von liberalen Mtiiinern cut-worsen unb ausgestihrt werden, das alles mnh uns gehoreu, wir sinb bie VolksbeglUckcr, roir biejentgen, bie auch ohne die „Nenischfutarji" Feuer loschen kbn-nen. Wir trden also, beaiitragt schlichlich der Reb« ner, der sreiwilligen Feuerwehr nicht bci. StUrmische „5ioio" unb „Dobro" solgten bieser herrlichen, trine Bersohnlichkeit athineuben Rebe. Als sich daraus Handelskammerprasident Supan erhob, urn bie schone Tcndcnz einer sreiwilligen Feuerwehr, dieses gemein-nlitzigen Institutes, in warmen Wortcn zn besprechen unb zum Beitritte anzueifern, babei auf bie Dieten jugenblichen Kraste des Vereines „Sokol" hinwrisend, rourbe er von ftetcrn Zischcn unb Murrcn, welches man aus einer gewissen Seite besonbers beitierfte, nn-terbrochen, unb schlichlich ob seiner versvhnlichen Hal-tung beinahe ausgelacht. NotUrlich rourbe beschlosien, die Ansrage des Magistrals ablehnetib zu beantwor-ten, unb zur sreiwilligen Feuerwehr ,,ntdit" beizu- tretcn. —----------— DaS also ist der Weg, ben die liationaleu Ftihrcr zur Bcrsohnung anbahnen? Das also ihre stets king berechnende Politik, die juiige Welt selbst in genieinntitzigen Sachen zum Parteihah aiizusachcn ?!! Ja, man treibt ben nationalen Fanatismus so writ, dah man der Jngend ge-radezn verbielet, Vereinen beizntreten, deren Tendenz nur Menschensremidlichkeit unb gemeinniitziges Wir-ken ist!! Doch wir zweiseln nicht, dah auch hier mit ber Zrit eine bessere Ueberzcugung Platz grcisen wcrbe, so wie bie slovenische Universitatsjugcnb be-reits iiber die Tendenzen ber Volksstihrcr sich klar ge-wordcn ist unb trotz der Strasprebigt eines „Triglav"-kumpans sich tein X stir ein U con ihnen ccrniaten liiht. Nur Uuitehr unb Bcrsohnung kann zum Zielc slihrcit. — Nicht lange roird die Zrit auf sich war-ten lasscn, wo das Volk, dcs unscligen, Hadcrs nittbe, biejenigen eerachten wirb, bie sich ■ Hetite als Volks-begliicter geriren. — (Der hiesige kath olische Vcrein zcihlt 1221 Mitglieder, darunter 377 Gristliche, 375 Laicn mdniitichcn unb 469 roeiblichen Geschlech-tes. Savon boniijiliren 556 iu Laibach, die Iibri-geit 665 find ini Sande vertheilt. Die Jahresein-fiinste betrngen im verslossenen Bereinsjahre 2037 ft., davon entficleu auf die Beitrcige ber Mitglieber 1216 ft., auf auherordentliche Beitrage 234 si., ferncr wars fcer Verkauf der Broschlire iibcr die Seknndiz Papst Pius IX 112 ft. ab. Die Absendung der Adresse an den Papst ver-ursachte einen Kostenaufwand von 135 fl. DerVereinSauS-schuh besteht aus: Graf Wilhelm Wurmbrand, Vorstand; Dr. E. Costa, Vorstanbstellvertreter; Dr. (lebalet unb Flih, Sekretare; Dr. Sterbenz, Bibliothekar; Mathias Gerber, Kafsier; Lehrer Moknik, Protokollflihrer. — (6in groher Seeadler Haliaetus al-bicilla) wurde dieser Tage in St. Martin an der Save von einem Forstheger erlegt. Der Vorstanb der Jagdgesellschast, in deren Revier fid) dieser fiir die Urn* gebung Laibachs seltene Raubvogel zeigte, Herr Dr. Ritter v. StLckel, hat denselben dem krainischen Lan-deSmuseum Uberlafsen. Es ist dies tin altes Mann-chen von einer Flugweite von 6 Schuh 18 Zoll. Aus bent Gerichtssaale. Ein Glaubenbkifcrer. Johann Koprivnikar, Kooperator in St. Georgen hei Krainburg, einer jener Glaubenssanatiker, welche die Kanzel irn auSge-dehniesten Mahe zn mahlosen Demonstrativne« gegen die Regierung mihbrauchen, hielt bald nach dem Er-scheinen der bekannlen papstlichen Enziklika cor seinen Psarrinsasien Borlrage liber die Staatspolitik, die Staatsgrundgesetze, wobei er die Thatigkeit der Beholden einer irrefllhrenden Kritik unterzog, auch den Gemeindevorsteher von St. Georgen, Herrn Joh. Mahl, welcher als wahrer konstitutioneller Staatsblirger, in-soweit eS in seinen Krasttn liegt, in der Gemeinde aus strenge Beobachtung der Gesetze dringt und alle AuSschreitungen, mogen sie von welcher Seite immer touinten, innerhalb der gesetzlichen Schranken zuruck-znweisen bestrebt ist, auf eine Weisc zum Gegenstande seiner Predigten machte, bah defsen Stellung derart gesiihrdet geworden, bah jeder Anordnung desselben Hohn gesprochcn, jedem gemeinnlltzigen Anstnnen desselben teiite Folge gegeben wurde. In Folge dieses Treibens sah sich der Gemeindevorsteher endlich genii-thiget, die emsprechende Auzeige an die politische Be-HLrde zu machen und nm die Versetzung des Kaplans von St. Georgen zu bitten. K. blieb trotzdem auf feinern Posten, es wurde jedoch gegen ihn die stras-rechtUche Unlersnchung wegen VerbrechenS der Storung der offentlichen Ruhe und Ordnung eingeleitet und Mittwoch die Schlutzverhandlung angeordnet. I. K. hat sich vor einem Dreirichlerkollegium Aorsitzenber LGR. Schmidt, Miteotanten LGR. Ka p rez und LGR. Je u n iker) zu verautworteu. Als offenllicher Anklager fungirt der k. k. Staals-anwalt-Substiiut Dr. Lei tma i e r, als Veriheidiger des Angeklagten der Vizeprasibent des katholischen Vereins Advokat Dr. E. Kosta. Wir entnehmen der Anklage, bah Johann Koprivnikar laut der beschwornen Aussage des Johaun Mahl eiitige Zeit nach dem Erscheinen der interkon-fessionellen Gesetze in einer beitn FrtihgolleSbienste abgehalienen Predigt diese Gesetze besprochen und hie-bei 9iachftehenbc6 gefagt Hat: „Naši ministri niso naše katoliške vere, zato pa pri nas tako gre, da gre vse zoper vero, so cerkvi odvzeli cerkvene postave, to je konkordat, — da se cerkev od šole loči in da bo burgermajster za naprej po-ročval — prekleli so sv. oče papež dunajski zbor, prekleli so ministre, prekleli so tudi cesarja zastran poterjenja in upeljave tih novih zadev in postav.11 (Unfete Minister haben nicht den katholischen Glaubeu, baroni geht es aber auch bei uns also zu, dah alles roiber beti Gtauben ist, der Kirche wurde die Gesetzgebung in firchlichen Angele-genheilen gcimmitten, bas Konkordat bejeitigt, die Kirche roirb von der Schule getrenut, die Biirgerrnei-fter roerbett in Zukunst die Trauung vornehmen. Ner-stucht Hat der Papst, unser h. Vatcr, den Wiener Reichg rath, verslucht die Minister, versiucht auch ben Kaiser wegen der Sanktion und Durchsiihrung dieser nenen Gesetze.) Schliehlich sprach er mit erreg--ter Stimme: „Odvežem vas, ljubi moji, iz tega kraja od pokoršne proti cesarju v tih novih zadevah in poterjenih postavah.11 (Jch entbinbe Euch, liieine Gcliebien auo dieser Gegeud, vom Ge-horsam gegen den Kaiser in diescn neuen Angelegen- Heiten und in ben fanftionirten Gesetzen.) Desgleichen bestatigt ber Zeuge Mathias Gollob aus St. Georgen eibtich, bas Koprivnikar bei bieser FrUhprebigt von ber Bebrohung bes Glaubens gesprochen unb ilber bie eingeslihrten Gesetze in erregtent Tone bie obigen Worte ausgesprvchen Habe. Erwagt man nun, batz K. von ber Kanzel aus bie Gesetze, ben Reichsrath, bie Minister unb ben Kaiser verslucht unb ben Zuhorer offentUch bes Gehor-fams in Bezug auf biefe Gesetze entbunben Habe, — erwagt man weiter, bah K. wissen muhte, dah seine Worte bei ber versaimnelten Menge um so un» bebingteien Gtauben finben roerbett, als sie Don ge-weihter ©tdtte unb von bem Priestct als BerkUnbiger bes Evangeliurns gesprochen worben, bah bemnach biefe Worte vollkorninen geeignct roaren, die versarn-meite Menge zum Hasie gegen die Person des Kaisers, der als tnit dem Fluche des Papstcs belastet hingestellt wnrbe, unb ben Reichsrath auszureizen unb die bahin gerichtete Absicht be« Sprechers nnhwendig gefotgert werden mug; — erwagt man ferner dah in den Worteti: „Jch entbinbe (Such von biefer Statte aus bes Gehorsams gegen biefe Gesetze" eine birekte unb beutliche Aufforberung zum Ungehorfam gegen Gesetze liege: — so liegt es auher allem Zweifel, bah im vor-liegenben Falle ber objektive Thatbeftanb bes nach § 65 lit. a unb b St. G. gearteten VerbrechenS ber Storung ber offentlichen Ruhe unb Orbnung vorliege. In fubjektiver Leziehung gesteht K. ein, furze Zeit nach bem Erscheinen ber Enziklika in ber Sonntags-prebigt bas Dogma in Betreff ber Ehe behandelt und damals gefagt zu haben: , .prekleli so svete oče papež postave, ktere so bile 25. Maja sklenjene,11 hingegen will er sich nicht erinnern, gefagt. zn haben : „prekleli so dunajski zbor in ministre11 und stellt entfchieden in Abrede die Worte: „in tudi cesarja.11 Auch lengnet er, von ber Kanzel herab bei jener Pre-bigt bie Zuhorer bes Gehorsams gegen bie erwahn-ten Gesetze entbunben zu haben. Erwagt man jedoch, dah die Zeugen Joh. Mahl unb Mathias Gollob, bie ben objektiven Thatbeftanb begrilnbenben Umstdnbe in voller Freiheit ausbriicflich, beutUch unb besttmmt aus Grunb eigener Wahrneh-tnung bezeugt haben, dah biefe Ausfagen burch das Gestandnih des Angeklagten theilweife bestatigt merbeti, dah teiner der iibrigen in ber Borunterfuchung ein« vernonimenen 13 Zeugen, bie' iibrigen« befangen unb rilcfhaltig ausgefagt, bie Wahrheit ber entfcheibenben Angaben birett toiberfpricht, biefelbeit cielntehr nur augeben, sich ait bie infriminirten Aeuhcrungen nicht ju erinnern: — so kann bie GlaubroUrbigfeit ber Aus-fagen ber beiben Belastungszeugen um so roeniger be-kampst werden, als bie,'e Zeugen einsichtsvolle, intelli-gente uub burchweg lojale Staatsblirger finb, welche jeber nationalen Wiihlerei fern stehen unb sich einefl ausgezeichneten Leumunbes erfreuen. Johann K. crfcheint bemnach auf Grunb ber Aus-fagen biefer beiben Zeugen bes oben qualifijirten Ber-brechens rechtlich befchulbigt. DaS Beweisversahren roirb mit Einvernehmung bes Angeklagten erbffnet. Derselbe leugnet, von ben Miniftern unb bem Kaiser gesprochen zn haben. Er Habe nur gefagt : glejte, postave ki so zdaj poterjene, so od papeža preklete, molite do bo bolje. Auch Habe er nicht zum Uugehorsam gegen bie Gesetze aufgeforbert, fonbevrt nur seine Pflicht erflittt unb bas Volk belehrt. Vorf.: Fiir den Fall, dah jemand auf der Kanzel die Worte (oben gitirte) sprechen wiirbe, hiel-tett Sie Herr Angcklagter, es flit Recht ? Ang.: Jch Habe biefe Worte nicht gesprochen. Jener ber biefe Worte gesprochen Hat, svll sie auch begriinben. (Der Vertheibiger nieft mit bem Kopše bem Angeklagten zu.) Vorf.: Jch muh benterken, datz Beisalls- uub Mitzsallsbezeugnugen nicht eriaubt finb, unb sollten sie auch mit dem Kopfuicken geschehen. V e r t h.: Jch protestire gegen solche Frage-ftellung und behalte mir vor, mich biesbezttglich in ber Berusungsausfiihrung zn befchmeren. Bille biefe Erklarnng zu Prolokoll zu nehrnen. Vorf.: Mir steht die Fragestellung zu f Sie haben dagegen nicht zu protestiren, ich »erbiete mir bie«. Das Vefchročrberecht steht Jhnen in ber Seru* fung zu. Der Vorsitzende wiederholt hicrauf die Frage, der Angeklagte ontroortet ausweichend. Sohin werden die Zeugen Johann Mahl, Mr-germeister in St. Georgeu, unb Mathias Gollob, Hans-besitzer in St. Georgen unb geroefener LandlagSabge-ordneter, einvernommen. Beide Zeugen roieberholeit ihre in ber Vornnter-fuchung abgelegten AuSsagen. Bemerkenswerth ware, hervorznheben, bah die beiben Zeugen unb ber Ange-flagte intime Freunbe geroefen roaren. Alle brei be. theuerten heute, einanber nicht feinbfelig zn fein; Mahl bemerkt biesbezUglich, bah in Folge ber diver-girenden politischen Anfichten, die er unb ber Angeklagte besitzen, bie Freunbschafl erkaltet fei, unb roeil K. offen auf ber Kanzel gegen ihn agittrt unb die Gemeindeinfaffen gehetzt habc. — Zeuge MathiaS Gollob aber gerieth bei feiner AnSfage in heftige Anfregnng unb itber feine • Wangen ergoffen sich Thrancn. LGR. K a p r e tz: Wollen Sie nnS fagett, was ist bie Urfache Jhrer Anfregnng? Zeuge: Jch bin aufgeregt, roeil ich, urn rente Wahrheit zu sprechen, gegen meinen geroefenen beften Freund sprechen muh. (Der Zeuge unb ber Angeklagte roeinen.) V ors.: Wo roaren Sie roahrenb ber Prebigt in ber Kirche? Zeuge: Jch war bei ber Kanzel in ber Sa-kristci, ich Habe bie Worte beutlich vernomnien. Es roaren noch mehrere andere in ber Sakristei. Vorf.: Hat ber Angeklagte die ihnt unterteg« ten Worte roirklich gesprochen, unb haben Sie biesbe-jliglich volle Wahrheit auSgefogt, haben Sie sich viel-leicht geirrt ? Zeuge: Rein! Jch habe bie volle Wahrheit gefagt. Vorf.: Haben Sie gehort, bah der Angeklagte gefagt hat: Odvežem vas iz tega svetega kraja etc.? Zeuge: Jch roeih, dah er gefagt: od tega kraja, ob svetega, roeih ich nicht. Vorf.: Wie roaren die Predigten geroohntich befchaffen ? Zeuge: Anfrichtig gefagt, bie meisten Predigten roaren politischen Jnhaltes; balb rourbe ilber bie politischen Behorben, balb Uber bie Gerichte u. s. ro. losgezvgen. Jebesmal wurde auch bemerkt, bah ber Glanbe in Gefahr fei. Vorf.: Wie kommt eS, bah bie anberen Zeu- gen, bie auch in ber Ktrche waren, an bie Worte be« Angeklagten sich nicht zu erinnern wissen V Zeuge: Jch kann rnir bas nicht recht er-klaren, ich glanbe, bah bie Lente bie Wahrheit eerheim* lichen, aus welchem Grunbe, roeih ich nicht. LGR. Jenniker: Glanben Sie, bah bie Zeugen gewonnen worben finb fur ben Angeklagten ? Zeuge: Jch kann bas nicht beweifeit. LGR. Jenniker: Haben Sie babnrch viel Schaben gclirten, bah Sie die Wahrheit ange-geben ? Zeuge: Ja! Man spricht alles mogliche von mir, bah ich Protestant geroorben bin, bah man mich nicht als Pathe zur Tanfe nehmen barf u. f. ro. Der Angeklagte blcibt bei feiner Verantroortung. Hieranf roerbett aus Wunsch bes Angeklagten fllttf Zeugen einvernommen, deren Anssagen jedoch ohite roefentlichen Juhalt find. Nachdem hicrauf mehrere Zeugenaussagen, die Enziklika, kirchliche Berordnnngsblattcr, das Lenmund-und Verinbgenszenguih des Angeklagten unb ber Zeugen uorgelesen roorbcn, roirb bas Beweisversahren fiir gefchlofsen erklart unb es erhalt ber SSertreter ber Staats-auwaltschast das Wort zur Stellung des Schluhantrages. Dieser halt die Anklage in votlem Umsauge ans-recht und bcantragt Schuldigerklarnng des Angeklagten auf Grund der befchrooreneit Aussagen der Joh. Mahl unb Mathias Gollob. Die Strafe fei gemafj § 65 St. G. mil ichioercm Kerker von 6 Monaten bis zu einem Jcchre ansgemeffen. ©rschrocreub fei die grohc Gefiihrlichkeit der Handlung mit RUcksicht auf den Orl, den Sprecher und das Auditorium; mildernd das theilweise Gestandnitz, das unbeanstandete bisherige Vorlebcn und der Unistand, dah die Endabsicht nicht eine verbrecherische gewesen. Die zunachst liegende bose Absicht, namlich auf-zureizen, ist jedenfalls dagewesen; allein die Endabsicht, aufzureizeu, Habe der Angeklagte nicht gehabt, vielmehr er war im Jrrthume befangen, dah der Glaube unter-drtickt und in Gefahr sei. Er (bet Staatsanwalt) Habe daher die volle Ueberzeugung, datz der Angeklagte sich in Hinknnft ahnliche Ausfalle nicht mehr erlauben werde, und beantrage die geringste gesetzliche Strafe von einem Jahr schweren Kerker und die Anwendung des auher-ordentlicheu Milderungsrechtes uach § 54 St. G. Der Angeklagte, befragt, ob er etwaS darauf zu erwidern Habe, bemerkt: Er Habe gegen die staatlichen Gesetze nicht anfgereizt und sei loyal. Die staatlichen Gesetze anerkenne er uur dann, menu sie den lirchllchen nicht widerstreiten. Widerstreiten sie, dann musse und werde er Rom mehr gehorchen als Wien. (Dr. Leit-maier: Jch bedauere.) (Schlnh folgt) Wilterung. Laibach, 3. Dczember. Nachts Sckneefall, in alter frill) tjeiter, spater zuneh-mende Bewblknng. Vormittags Schneeflocken. Wiirme: Morgens 6 Uhr + 0.4", Nachm. 2 Ubr + 1.7° (1868 -u 3.0", 1867 + 2.0"), Barometer 321.38'“. Das geftrige TageSmittel der Warme — 0.6" um 1.6° unter dem Normale. Der geftrige Siiederschlag zu Staffer aufgeliiSt 10.36"'. Gedenktafel fiber die am 6. Dezember 1869 stattfindenden Azitationen. 1. Feilb., Jakopic'fches Haus Nr. 23 Krakauvorstadt 1956 ft. 70 Jr., Tirnainvatd 783 ft. 60 fr., LG. Laibach. — Limitation roegen Wiederbesetznng 6eS Tabak-Subverlages in Jdria. Kredit 700 ft. Kaution 700 ft. Schriftl. Dfferte an die Finanzdirektion Krain. — 3. Feilb., Roget'sche Neat., Raka, BG. Egg. Z" Wiener BSrse bow 2. December. Augekommene Fremde. Am 2. Dezember. Stadt Wien. Dereani, Kaufm., Seifenberg. — Knoll, Bahnbeamte, Ratteg. — Horoviei, Reifender, Warschan. — Ballerin, k. I. Oberst, Ftinfkirchen. — Waller, jtfm., Wien. — Putzger, Kanfm., Briinn. — Ambrožič, Be-sitzer, Reisniz. — Wenig, Reisender, Briiini. — Hcdwi-ger, Brttmi. — Braun, k. k. Hauptmann. — fttljdier, k. k. Lieutenant, Wien. Elefant. v. Redange, Mauring. — Heger, Taubstum-men-Direktor, St. Pvtten. — Dr. Lux, Professor, St. PLlten. — Reichhart, Linz. — Prešern, Besitzer, Kap-pel. — Jnng, Miinchen. — Mannhardt, Unterfrain. — Kapadopnlo, Handetsmann. — Will, Mannheim. — Waldbaum, Banunternehmer, Graz. — v. Aneufet, l. k. Obertieutenant, Wien. — W. F. A. ge Ryk, Amsterdam. — Megeling, Amsterdam. — Stanpitd, Manchester. — Kentzfck, Manchester. — Weth, Berlin. — Wrede, Privat, Wien. — Beer, Kanfm., Wien. — Graf Wilczek, Wien. — Graf Katnoly, Wien. — John Milborne, Wien. — Kret, Wien. — Neljen, Wien. — <£. H. Hell, Wien. — Jenny Hell, Wien. — Wagner, k. 1 Hofrath, Wien. Itaiser von Oesterreich. Kristaniii, GLrz. — Kozel, Radote. — Bar. Gruber, Hofhebamme, Wien. Staatafonda. 5t>erc. ifterr. ®abt. , bto. Rente, 6(1. P-v. bto. bto. oft.in Eilb. I'ofc eon 1864 . . J Lose eon I860, game tofe eon i860, Fiinft. Priimiensch. e. 186* . OrundentI.-Obl. eteicrmart ju 5 p6t. itSmtcn, Stain u. ft»ftcntanb 5 „ tlngatn . . ju5 „ fit oat. u. Slav. 6 „ 6te6en6iltg. „ 6 „ Aotlen. Matlonaltant . . . Srebitanflalt . . . n. 8. 68com»tc=i8cf. Knglo«oftcn. Bank . Oest.Bodeitcred.-A. . Ocst. Hypoth.-Ban! . Bteiet. tt»comrt.=8t. Rail. tzerb.-Norbb. . Slibbahn-Bklkllsch. . »ail. EIi,»beth-«ahn. Larl-Lubwig-Bahn gicbenb. tti(tnbabn . Raif. granj’Oofcfei.. ftilnft.»$arder eifilb-gium. Bahn . Pfttndbrlefe. Station. 8.8B. ocrlo»b. ting. Bob.-Erebilanft. Allg.ost.Bob.-Lrebtt. bto. tn 83 3. riftfj. . ®elb 59.95 I no.- I 95.75 101.50 117.25 ware 60*05 09. »5 90.50 96.-102.-117.50 91.50 »S.— 86,—i 94,— 79.5(1! 79.75 83.25 83.50 75.50! 76.- @44.50 168. 181.- 176.50 168,75 93.50 93.80 90.75 91.50 107.50 l(»h.— 89.50 90.— Nikolai- nnd Meihnachl^-^eschmkeil empfiehlt der Gefertigte dem p. t. Publikum feitt grotzeS Lager von Zucker-, Tragant-, feinste Chokolade- und Chateaunage-Waaren, foime attdi eine grotzc Auswahl Bonbons, Backereien und alle Gattimgen ]j0T Extra-Weine mit dem Bersprechen einer reettcn Bebicnung. (425) __________Balthasar Kapretz. (SrebitlOOfl.il. *B. . Don.-Dampss(t.-n«thaler . . . 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MiitiUa-tellev, Meuenelier, Iiiittenbericer und Blister Ausbvueh; — Liqueure und $ p i r i t » o s e n i lil<|ueur «1* Ananas, Anisette, Cumin, Curasao, Tl„-raseliino, Oriuixe, Bose, Pernico, Vanlirlla, Allaseli-iittniinel, Alpen-Urauter-SlaKenlliiuetir, Arak de Batavia. Coguar, Bo|ipel-Bltter, ExtraUt-Absintlie, i'runx- und l»lay;erbraiintweln, Jaattltrank, lilosterieeist, liirseli-und H.unnieelwaswer, Ulistra, Punseli-Kssenz, Bostojiseliin, Bum Muba-und I’einst Jamaika-, Sfrniler Sllvovitz. Wnrliliolder und IVeichselteeist; — S ft d f i* ii e le t e i llittteln, Smirnaer Felgen, iflandeln, Hrachmanileln, Haselnttsse, ifl»iuga-Trauben, Oraiijcen, Mmonlen, Htosinen, Pljgnolien, Plstazien, PIV*fTeroni, Ha|iern und Wiiven, Znalmer ftnrken, Iflaroni; — 14 and ■ tens Araneini, Cedri, Giirzer Obst, Frilehten- und Gersten-Zneker, Betti*- und Maizlionbons, Malz-Cliokoiaden, Slalzextrakt und Katarrlt-Xeiteln; — edit Meapolitaner und fiiirzer Hlakkaronl, so wie feine Wiener llelils|ieisen < beste nngariselie und Veroneser Salami auch Morta-della; - I'etten Emmentlialer-, Eromaite de Brie-, de Neueliatel-, Eyda-mer-, Liinburger-, Priniseu-, ISroyer-, (Gorgonzola-, Straehlno- und Par-meMtin-Bttse; — Aalllscke Plekel-, Jagrer-, Hollander- und seliottlselie llaringe, Sardellen, Siardlnen, russ. Sardlnen, Thiinfflseh, Kaviar, 14 rebsseliweil'el, Champignons, »rune elnjteleirte Erbsen, Trttll’eln, I’ran-z.Ksisehen und Rremser Kenl's — Apollo- und Milly-, Tal'el-, 14irehen- und 1Wagen-Kerzen; Apollo-, Cocus-, venet, ©el-, JHandel- und Glycerln-Sell'e < edit amerikanisdiew Petroleum; alle Grossen und Qualitaten Bade-und Pferdesdiwamme, so auch Borkstttpsel $ — Far ben: I'arbwaaren, Copal- und llamar- Lack, Eirnlss, Borst- und llwar - Plnsel, Wand-und Bodenabstauber, Beisbflrsten, Butlen* und Blllardbesen, Ulttller- und Hftdien-Bartwische, sowie alle in ihr Fach einsclilagenden Artikel zu billigstenPreisen unter Zusicherung reellster Bedienung. (416—2) ffier!eg*r tint fiir tie Redaltion verantwortlich: Ottomar Bamberg. Druck von Jgn. v. Kleinmayr & Fed. Bam berg in Laibach.