(Poitnitn pUfana , ,{o«oTinH Deutsche Zeitung Organ Kr die deutsche Minderheit im Dravabanat «chrtstleitung und Verwaltung : Preiiernooa uiua 5, Telephon Rr. 21 (inteturban) t » tj u gsp rti Je sät das Inland : vierteljährig 40 Din, halbjährig 80 Din. ganz-«»«jndigungen werden in der Verwaltung ,« bUligsten Gebühren entgegengenommen f jührig lkv Din. Aiir da, Ausland entsprechende Erhöhung. Einj.Inummer Din l'SO Erscheint wöchentlich zweimal: Donnerstag früh und Samstag früh mit dem Datum vom Sonntag_ Nummer 58 Celje» Donnerstag» den 20. Juli 1933 58. Jahrgang Tagesschau An dem Donnerstag, den 2t). d. M., in Beo grad stattfindenden Landeskongreß der Jugoslawisch Radikalen Bäuerlichen Demokratie sollen 910 Ver-tret« der Beznlsorganisotionen der Partei. 439 Ban-schaftsräte, 62 Senatoren und 250 Abgeordnete teilnehmen. Vertreter der Privatbeamten haben beim Innen-minister die Gründung einer „Partei des arbeitenden Volkes" angesucht. Der Führer der sozial-ethischen Bewegung in Sarajevo, Dr. Milenjko Vidooic. will eine eigene Partei unter dem Namen „Ethische Partei" gründen. In Paris ist im 62. Lebensjahre der. gewesene Minister für Sozialpolitik. Staatsrot Dr. Cedo Mi° hajlovic, Präsident der Vereinigung der Auslands-presse in Jugoslawien, infolge einer Blutvergiftung plötzlich gestorben. Der Abschluß eines Wirtschaftsabkommens zwischen Oesterreich und Rußland steht bevor. Der russische Außenkommissär Litoinvw will innerhalb seines diplomatischen Reiseprogramms demnächst auch Wien besuchen. In einer in Leipzig gelegentlich eines gewal-tigen Treffens der sächsischen NSDAP vor Hundert-tausend Menschen gehaltenen Rede erklärte Reichs« kanzler Adolf Hitler.' „Heute führen wir das ganze Volk und deshalb erwächst uns die gigantische Auf-gäbe, die Millionen Menschen, die innerlich noch nicht zu uns gehören. zu Soldaten unserer Welt anschauung zu erziehen." — Der preußische Ministerpräsident Göring hat verfügt, daß mit sofortiger Wirkung der Gummiknüppel von der Polizei im Straßendienst nicht mehr getragen wird. Nur die Überfallkommandos bleiben in der bisherigen Weise mst dem Polizeiknüppel ausgerüstet. — In einem Wäldchen bei Frankfurt ist der seinerzeit aus der Nationalsozialistischen Partei ausgeschlossene. aus der Borheimer Affäre bekannte Dr. Schäffer er-mordet aufgefunden worden. Die Täter sind vor-läufig unbekannt. Henderfon, der Vorsitzende der vertagten Ab-rüstungskonferenz, bweist die europäischen Hauptstädte, um das festgefahrene Abrüstungsproblem wieder flottzumachen. Er weilte Montag und Dienstag in Berlin, von wo er sich nach Prag begab. Hen-derson ist überzeug«, daß die Unterzeichnung des Viererpaktes günstige Folgen für die Abrüstung«-konferenz, die am 16. Oktober d. I. fortgesetzt werden soll, haben werde. Der Präsident der Abrüstung?-konferenz wird auch tn Beograd erwartet. Die Budapester Polizei hat nach langen Nach-forschungen die Mitglieder des geheimen kommunistischen Generalsekretariats ausfindig gemacht und verhaftet. Die ungarischen Kommunisten standen un-mittelbar mst Moskau in Verbindung. In Budapest starb in der Nacht auf Montag die Gattin des ungarischen Ministerpräsidenten Gömbös an Herzlähmung. Der jugoflavische Ge-sandte in Budapest hat dem Ministerpräsidenten Gömbö» das Belleid ausgesprochen. In der^Sozmliftischen Partei Frankreichs kam es auf dem >n Paris abgehaltenen Parteikongreß zu schweren Gegensätzen zwischen dem rechten und linken Flügel. Man rechnet mst einer offenen Spaltung der Partei. In der französischen Akademie der Wissen-schaften machte Professor Calmette die aufsehen-erregende Mitteilung, daß es gelungen sei, die Krebs-krankheit durch schwache Dosen von Cobra-Gift er-folgreich zu bekämpfen. Das italienische Ozeangeschwader des Generals Balbo ist Sonntag nachmittag in Chikago glatt gelandet und wurde von eineinhalb Millionen Menschen begeistert empfangen. Die Ueberquerung des Ozean» mst einer Flotte von 24 schweren Produktive Bekämpfung der Arbeitslosigkeit Das deutsche Beispiel In Ljubljana fand am Sonntag eine po-litische Versammlung der Ortsorganisation der Jugoslawisch Radikalen Bäuerlichen Demokratie statt, an der von Seiten der Regierung Minister für Sozialpolitik und Volksgesundheit. Ivan Pucelj, teilnahm. Der Minister sprach ausführlich über die innen-und außenpolitische Lage und führte u. a. aus: In einer Zeit, da alle wirtschaftlichen, sozialen und moralischen Werte vernichtet sind, ist e? not-wendig, alte erprobte Wege zu gehen. Auf der Ab-rüstungs- und der Weltwirtschaftskonferenz möchte mancher gerne anderen Rechnungen aufbürden, selbst aber möglichst viel Vorteile herausschlagen. Mit allen diesen Konferenzen werde aber nur ftuchtlos Zeit vertan. Unsere Regierung habe in den letzten drei Monaten über hundert der hervorragendsten Fachleute, Wirtschaftler, Publizisten und Professoren zu Rate gezogen, wie man der Wirtschaftskrise bei-kommen könnte: schließlich stellte sich jedoch heraus, daß die ganze Kunst darin liegt, doppelt spar-sam und fleißig zu sein, um sich seine Eri-stenz zu erhalten. In diesem Zusammenhang kam der Minister aus das Arbeitslosenproblem zu sprechen, das vor Einbruch des Winters einer grundsätzlichen Regelung bedarf. Die Gesellschaft sei verpflichtet, ihren Mitgliedern Arbeit zu geben. Die Arbeitslosenunterstützungen hätten selbst reiche Länder wie England wirtschaftlich schwer geschädigt. — In Jugoslawien würden die Mittel zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit durch die Schaffung eines be-sonderen Baufonds aufgebracht werden. Das A r b e i t s l o s e n pro bl em müsse auf produktive Weise gelöst werden. Die Straßen im Lande seien schlecht. Wenn ausländische Touristen die jugoslawischen Grenzen überschreiten, so erkundigen sie sich — nach den Worten des Ministers — zunächst nach dem kürzesten Weg, auf dem sie wieder aus dem Lande herauskommen könnten, weil sie sich vor unseren Straßen fürchten. Wenn ein Baufond von 200 Millionen Dinar aufaebracht werden könnte, wobei auf die Drau-banjchaft rund 20 Millionen entfallen würden, so ließen sich die Straßen mit diesem Kapital in Ord-nung bringen und damit könnte gleichzeitig den Arbeitslosen auf produkttve Weise geholfen werden. Freilich müßten dabei die Staatsausgaben auf ein Mindestmaß beschränkt werden. Eine weitere sehr erfreuliche Nachricht in der Frage der internattonalen produktiven Bekämpfung der Arbettslosigkest, wobei auch Jugoslawien be- rücksicht erscheint, liegt aus London vor. Eine Dele-gation des Genfer Internationalen Arbestsamtes hat nämlich den 'Ausschüssen der Weltwirtschafts-konferenz eine umfangreiche Denkschrift unterbreitet, die sich mit Projekten großzügiger internationaler öffentlicher Arbeiten, haulsüchlich Straßen- und Bahnbauten befaßt und auf einer Elitschließung fußt, die der Völkerbund am 24. September 1932 Sefaßt hat. Von der für die Finanzierung dieser lrbeiten vorgesehenen Gesamtsumme würden auf Jugoslawien 378 Millionen Schweizer Franken, d. s. rund 5.25 Mi l-liarden Dinar entfallen. Leider erfährt man aus London nicht, wie man die veranschlagten Geldmittel für diese Riesenprojekte aufzubringen gedenkt. Der jugoslawische Delegierte auf der Welt-wirtschaftskonserenz, Ivan Mohorir, begrüßte diesen Plan und betonte, daß die Durchführung öffentlicher Arbeiten gerade in den oft- und süd-osteuropäischen Agrarstaaten überaus notwendig und dringend sei. In Jugoslawien müsse vor allem das Straßen- und Eisenbahnnetz für den internationalen Verkehr ausgebaut werden. Im weiteren unterstrich Herr Mohoric die Notwendigkeit eines internationalen Telephonkabelnetzes über Jugoslawien und den Balkan nach dem Orient. Die Erkenntnis, daß die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit, die ohne Zweifel heute das Problem der kritischen Westwirtschaftslage darstellt, nur auf produktive Weise zu lösen ist, beginnt sich erfteulicherweise immer mehr Bahn zu l rechen. Das deutsch« Beispiel ist hier unverkennbar! Wir haben wiederholt unsere Stimme erhoben und darauf hin-gewiesen, daß man mst bloßer zersetzender Kritik und politischer Greuelsucht den lebendigen auf-bauenden Kräften, die gegenwärtig im Reich am Werke sind, nicht gerecht wird. Heute bekennen sich bereits maßgebend« Persönlichkeiten des Auslandes, die bisher dem neuen Deutschland gegenüber eine nega-tive Haltung einnahmen, zur gleichen Ansicht. Man beginnt von Deutschland zu lernen. Will man die oben angedeuteten Pläne also einer der Westwirt-schaft wie den vielen Millionen Arbeitslosen in der Welt nützenden Verwirklichung zuführen, so wird man in nächster und fernerer Zukunft wohl nach Deutschland hinüb«rblillen müssen. Wasserflugzeugen ist eine bisher einzig dastehende flugtechnische Leistung. Der amerikanische Weltflieger Willy Post durch-flog die Strecke Neuyork—Berlin in der neuen Rekordzeit von 25 Stunden. Diese Leistung ist umso bemerkenswerter, als der Flieger einäugig ist. Oberst Lindbergh brauchte 1928 für die erste West-Ost-Ueberquerung des Ozeans auf der Strecke Neuyork— Paris 33 Standen! Besonders interessant ist der Flug dadurch, daß Post einen automattschen Lenk-apparat benutzt, der den Namen „Robott" trägt und d«n Piloten bei der Steuerung des Flugzeuges erheblich enttastet. Während General Balbo und Willy Post großes Flugglück haben, stürzten die kürzlich zum Nonstopflug Neuyork—Kowno aufgestiegenen litauischen Flieger Darius und Girenias bei Berlin tödlich ab. Die Abstammung Adolf Httlers Die Wiener Heimwehrblätter „Oesterreichisches Morgenblatt" und „Oesterreichisches Abendblatt" haben in den letzten Tagen eine lange Arttkelserie veröffentlicht, in der sie auf Grund angeblicher Doku-mente nachzuweisen versuchen, daß die Großmutter Adolf Hitlers, Johanna Pöljl, geborene Hitter, von einer jüdischen Familie dieses Namens abstammen soll. Die „Reichspoft" teilt heute mit, daß sie sich an die zuständigen Stellen (gemeint sind offenbar die katholischen Pfarrämter in Braunau und Spital) mit dem Ersuchen um eine Ueber-prüfung dieser Angelegenheit gewendet und die Mitteilung erhallen hat, daß Johanna Polzl, 1 geborene Hütler (nicht Hitler) zu der erwähnten üdischen Familie in keinerlei verwandt-chaftlichem Verhältnis gestanden ist. Seite 2 Deutsche Zeitung Nummer 58 Frankreich und England lernen Deutschland begreifen .Deutschland einiger und stärker denn je" In der „Victoire" knüpft Hetpe an die Aus führungen Hitlers an, wonach die Revolution als beendet betrachtet werden und nunmehr einer Evo-lution Play machen müsse. Das Blatt bezeichnet die nationalsozia« listische Revolution als die unblutigste, die die Geschichte je gekannt habe: Hitler habe sich als ein wahrer Staatsmann erwiesen. Wenn er, was sehr wahrscheinlich sei, in der Außen-Politik dieselbe Vernunft und Mäßigung an den Tag lege, wie er dies in innerpolitijchen Angelegen-heiten tue, so werde die notwendige Revision des Versailler Vertrages ohne besondere Schwierigkeiten durchgeführt werden können. Deutschland sei von zwei marxistischen Parteien vergiftet worden, von denen vor allem die Sozialdemokratie die Gemeinde- und Staatsfinanzen einer dauernden Plünderung unter-worfen hat. Das Verdienst Hitlers sei es, die moralische Einheit wieder hergestellt und dem Lande zum mindesten für einige Jahre den inneren Frie-den, Ordnung und Ruhe, sowie geregelte Ar-beitsmöglichkeiten wieder gegeben zu haben. Er habe die nationale Disziplin in einem Augenblick wieder hergestellt, in dem Deutschland Ordnung und Ruhe brauche, um sich langsam wieder emporzuarbeiten. Deutschland sei heute unter einem volkstümlichen Führer moralisch eini-ger und stärker denn je. Die „Times" warnen vor weiterer Unter-drückungspolitik In diesem Zusammenhang ist weiter eine Aeußerung des englischen Politikers Lord Noel Burton interessant. Er führte kürzlich in den „Times" aus. daß diejenigen Mitglieder des eng-lischen Unterhauses, die jetzt für eine deutschfeindlich« Politik einträten, ihre Meinung wohl korrigieren müßten, wenn sie das heutige Deutschland besuchen und daran denken würden, was Deutschland seit dem Kriege durchgemacht habe. Jede Politik, fährt Lord Burton fort, entHalle ein Risiko. Aber die Politik fortgesetzter Unterdrückung, verbunden mit der Nichterfüllung unseres (d. h. der Entente, Anm. d. Schrift!.) ausdrücklichen Abrü-stungsversprechens ist sicherlich die riskanteste. In der gleichen Nummer kritisieren die „Times" in einem bemerkenswert scharfen Leitartikel die Hai tung der englischen Arbeiterpartei gegenüber dem neuen Deutschland. Die Arbeiterpartei greife die na-tionalso^ialistische Regierungsform mit ungeheurer Heftigkeit an, vergesse jedoch dabei, daß schon seit 15 Jahren eine andere Diktatur, gemeint ist die sowjetrussische, in Europa bestehe, die für Grausam-feiten verantwortlich zu machen sei. die alles über-treffen, was in der Welt bisher passiert ist. „Hitler einer der größten Männer des Jahrhunderts" Schließlich sei noch eine interessante Erklärung Lord Rothermeres wiedergegeben, der auf dem Heimwege von seinem mehrtägigen Aufenthalt in Deutschland in Kopenhagen dem Vertreter der „Po-litiken" ein Interview gewährte, in dem er Hitler als „einen der größten Männer des Jahrhunderts" bezeichnete. Er leiste gute Arbeit nicht nur für Deutsch-land, sondern für die ganze Welt. Hitler habe Deutschland eine neue Seele eingehaucht und ihm beispielhaft für die übrige Welt Glauben an die Zukunft und Vertrauen in die eigene Kraft gegeben. Die evangelische Kirche Deutschlands geeint und neu versaht Nach einer dramatischen Entwicklung, die sogar die Einsetzung von Staatskommissaren und den Rücktritt des designierten Reichsbischvs» von Bodel-schwingh mit sich brachte, ist der Neubau der „Deutschen evangelischen Kirche" gelungen, vom Staat bestätigt und durch die Zurückziehung der staatlichen Kommissare der Kirchenkonflikt beigelegt worden. Damit find die 2« evangelischen Landeskirchen Deutschlands in einer einzigen und einheitlich ge-führten Kirche kraftvoll zusammengefaßt. An ihrer Spitze wird der lutherische Reichsbischos stehen, neben ihm das oiergliedrige geistliche Ministerium und der weitere Kreis der Nationalsynode aus 4V erwählten und 20 berufenen Mitgliedern aus allen Bevölke-rungskreisen. Wie kam es zu der schnellen Einigung? Hat sich die Kirche dem Druck des Staates gebeugt? Ist es dem Staat gelungen, auch die evangelische Kirche gleichzuschalten und zu einem gefügigen Werk-zeug seiner Politik, zu einem Propaganda,nstrument seiner nationalsozialistischen Weltanschauung zu ma-chen? Immer wieder wurde behauptet, daß dieses Damoklesschwert über der Kirche hänge. Oder waren vielmehr jene Aussprüche maßgeblicher Männer ernstzunehmen: „Die Rechte der Kirchen sollen nicht angetastet werden" (Hitler), „Kirchliche Glaubens-sätze werden vom Staate nicht angegriffen" (Kultusminister Ruft), „Die werdende Kirche muß eine Kirche mahrhaft evangelischer Gewi»ensfteiheit wer-den" (der Beauftragte Hitlers, Ludwig Müller)? Die Kirchenverfassung gibt die Antwort: Die Kirche ist keine Staatskirche. Sie ist so frei wie es keine bisherige Kirche Deutschlands war. Sie hat sich von aller Politik frei zu halten. Ihre Grundlage sind die Bekenntnisse der Reformation, über ihnen steht eine einzige Autorität: die Heilige Schrift. — Ferner: die Kirchenverfassung enthält keinen Arierparagraph. Nicht Blut, Rasse, Volkszugehörigkeit, sondern allem der Glaube ent-scheidet über die Gemeinschaft an Sakramenten und Gottesdienst. Aus dieser Behandlung der evangelischen Kirche mag man das wahre Gesicht des Nationalsoziali»-mus erkennen. Diese Kirchenverfassung ist kein Kom-promiß, sie ist nicht das Dokument einer Berge-waltigung der Kirche durch den Staat, noch der Beweis dafür, daß die Macht des Staates an der Kirche zerbricht, sondern Staat und Kirche haben sich gefunden in dem Dienst am Volk. Darum konnte die Verfassung ohne Kompromiß, in völliger Ueber-einstimmung und in klarer Abgrenzung der selbst-verständlichen Eigenart und des Eigenrechtes der Kirche erbracht und bestätigt werden. Warum aber dann zuerft Staatskomissäre in Preußen, Beurlaubung von Konsistorialräten und Generalsuperintendenten. Auflösung der kirchlichen Vertretungskörper? Zunächst: die alten Kirchen-führer konnten das angeschlagene Tempo des jugend-lich erneuten Staates nicht durchhalten, dadurch drohte ein Riß zwischen den Kirchenführern und dem Teil des Kirchenvolkes, das auf rascheste Kirchenerneuerung drängte, zu kommen. Sodann: jene fast ausnahms-los deutschnationalen Kirchen führer befürchteten tatsächlich eine „Gleichschaltung" der Kirche, eine Po-litifierung der Kirche, den Eingriff in die kirchliche Substanz, eine Aenderung der Kirch«n!ehre. Darum sträubten sie sich gegen die Reform, lehnten die Mit Wirkung des Staate», die nichts fein wollte und sollte als „Hilfe zur Selbsthilfe" ab und ließen sich zu ungesetzlichen Maßnahmen verleiten. Und dies gerade in dem Augenblick, als die Parteien der Sozialisten, des Zentrums, der Deutschnationalen zerschlagen wurden. Damit erweckten sie den unklu-gen, ja gefährlichen Anschein, als wollte die Kirche der Zufluchtsort für eine nationale Opposition wer-den. Darum griff der Staat so hart zu. Und schließ-lich brauchte das Deutsche Reich bei den Schwierig-leiten der Konkordatsverhandlungen ein Droh- und Druckmittel gegen die römische Kirchendiplomatie. Aber der Wille des nationalsozialistischen Staates deckt sich mit dem Willen der evangelischen Kirche: dem deutschen Volke inmitten seines Kämpfen? und Schaffens eine Stätte zu geben, wo das Volk nicht mehr dem Menschlich-Allzumenschlichen, sondern Gott begegnet und dann seines gottgegebenen Le-bens erst recht froh und seines gottgewiejenen Weges gewiß wird. So konnten der nationalsozialistische Staat und die evangelische Kirche, ohne sich etwas zu vergeben und ohne ihrem eigenen Wesen untreu zu werden, leicht und freudig Frieden schließen. Die radikalen Freund« und Feinde des Nationalsozialismus aber werden sich aus diesem bedeutsamen Geschehen über das wahre Wesen und Wollen dieser Bewegung neu belehren lassen müssen. — „ - VpJißjOten Zur ist dieser Zahn, wenn er nicht sofort gefüllt wird. Ein Speiserest hat steh zwischen den Zähnen zersetzt; es bildet sich Milchsäure, die den Zahnschmelz zerstört. Ein kleines Loch im Zahn ist die Folge. Tägliche Pflege mit der stark reinigenden Chlorodont-Zahnpaite schützt die Zähne vor frühzeitigem Zerfall, erhält sie gesund u. macht sie blendend weett. Taft» Dia. grame Tube Din. IX- neuen Ernte Wie man den Arbeitslosen helfen könnte Die ziffernmäßig in Jugoflawien leider nicht er-faßte Arbeitslosigkeit ist namentlich in den In du-striebezirken Sloweniens sehr fühlbar geworden. Die jüngsten Vorkommnisse in den slowenischen Kohlenrevieren, wo Tausende von Berg-arbeiterfamilien schwerste Not leiden, geben zu den-ken und haben auch schon die maßgebenden Stellen veranlaßt, die Lage an Ort und Stelle prüfen su lassen und Maßnahmen zu erwägen. Auf welche Weise man den notleidenden Bergarbeitern helfen will, ist jedoch noch nicht bekannt. Im nachstehenden legen wir einen Vor" schlag dar. der sich enge den Jdeengängen an-schließt, die wir schon wiederholt an dieser Stelle aufgezeigt haben. Da der Staatsapparat naturgemäß zu schleppend ist, um die unbedingt erforderliche Hilfe rasch zu bringen, so wäre es notwendig, daß die örtlichen Verwaltungskörper im eigenen Wirkungskreis eingreifen. Unser Vorschlag lautet dahin: Eine Getreidegemeinde in der Wojwodina sollte — natürlich mit staatlicher Bewilligung, die umgehend einzuholen wäre auf die Ackerfläche einen Ab-gabenzwang von einigen Prozenten der Getreide-ernte auslegen und diesen Getreidezehent in S l o-w e n i e n liegenden Verwaltungskörpern im Umwusch gegen Straßenbaumaterial anbieten. Für den Transport des Getreides wie des Straßenbau-Materials wären natürlich billige Ausnahmstarife zu erbitten, wobei auch der Wasserweg, namentlich für den Transport des Baumaterials, zu benützen wäre. Die Gemeinden in Slowenien könnten mit dem aus der Wojwodina erhaltenen Getreide Arbeitslose in Schottergruben. Zement- und Kolkwerken wie auch in Kohlenwerken beschäftigen, indem sie ihnen statt der den Staat ungeheuer belastenden Arbeit?, losenunterftützung Naturall ohn geben würden. Die Wojwodina-Gemeinden bekämen für ihre Ge-treideabgaben als Gegenwert Baumaterialien und könnten damit ihre Straßen in Ordnung bringen, die viel zu wünschen übrig lassen. Die Wojwodina verfügt nämlich nicht über das nötige Hartmaterial für Straßenbauten und käme auf diese Weise ohne namhafte Kosten zu gut unterbauten Verkehrswegen. Wer die weichen, grundlosen Straßen in der Wojwodina kennt, kann ermessen, welche Förderung der Verkehr durch eine gründliche Fun-damentierung der Straßen erfahren würde, womit selbstverständlich eine Belebung der Gesamtwirtschaft Hand in Hand ginge. Der sichtbare Vorteil wäre wohl auf Seite der Wojwodina, wo die Verbesserung der Straßen eine dauernde Werterhöhung bedeuten und somit den zu leistenden Zehent ohne weiteres rechtfertigen würde. Die Gemeinden in Slowenien hätten zwar lediglich die Arbeitslosenunterstützung gespart, doch kommt dies schließlich auf ein ähnliches sichtbares Ergebnis der Kapitalsvermehrung hinaus wie die Straßen-bauten. Die Lage der Landwirtschaft in der Schweiz ist infolge des Preissturzes und der hohen Dar-lehenszinsen katastrophal. Die Schweizer Bauern-schaft hat nun einen scharfen Kampf gegen die Re-gierung aufgenommen. Nummer 58 Deutsche Zeitung Seite 3 Unterzeichnung des Viermächtepakts in Rom Frankreich hat Bedenken In Rom wurde Samstag mittag, wie er-wartet, der „Viermächtepakt" von Mussolini sowie den Vertretern Deutschlands, Englands und Frank-reichs feierlich unterzeichnet. Für Deutschland zeichnete der frühere deutsche Gesandte in Beograd, Bot-schafter Ulrich von Hassell. Damit ist Mussolinis Plan des Zusammen-fchlusfes der vier maßgebenden europäischen Mächte wenigstens für vorläufig zehn Jahre verwirf-licht 'worden. Die Aufnahme dieses bedeutsamen Vertragswerkes ist im allgemeinen befriedigend. Bedenken schwerer Art tauchen lediglich in Frank-reich auf, das befürchtet, daß es dadurch in eine für die Leitlinie der französischen Europapolitik un-angenehme Stellung zur Revision der Friedens-vertrüge gedrängt werde. Die „Action Fran^aise" befürchtet sogar eine schwere Schädigung Frankreichs und meint, der Viermächtepakt sei der Ansang zur Lockerung seiner Beziehungen zu den Freundes-staaten. Man solle sich nicht wundern, wenn diese entsprechend der Erlahmung Frankreichs neue Kombi-nationen auf eigene Faust versuchen würden. Am freudigsten wird die Unterzeichnung des Viererpaktes naturgemäß in Italien begrüßt. Man sieht dort in der Förderung, die Reichskanzler Hitler diesem auf der Initiative Mussolinis be-ruhenden Vertrag von Anfang an angedeihen ließ, einen der Hauptgründe für den glücklichen Ab-fchluß der mühsamen Verhandlungen. Die Londoner „Times" weisen als erste maß-gebend« Stimme Englands zum Biermächtepakt besonders darauf hin. daß sein erster sichtbarer Er-folg in der Annäherung zwischen Frank-reich und Italien zu liegen scheine. Zur Frage der Revision erklären die „Times", es fei nicht zu leugnen, daß die Regierungen der Kleinen Entente und Polen gegenwärtig nichts von der Revisionsfrage wissen wollen. Die Berliner „Deutsche Allgemeine Zeitung" meint, die Frage, ob der neue Pakt wertlos fei oder nicht, hänge nicht davon ab, was die Fran- Sojen heute von ihm denken, sondern davon, was urch ihn geschieht. Sollte jemand sich mit dem Ge-danken tragen, auf Grund der wirtschaftlichen Bestimmungen des Paktes etwa die Donaufrage aufzu« rollen — was auch die Beweggründe und die Hintergründe eines solchen Planes sein mögen — ihn als eine Drohung zu empfinden, den Gefallen könne Deutschland wirklich niemand hm. Der IX. Europäische Nationalitäten-Kongreß Vom 14,-16. September in Bern. Soeben hat in Wien unter Vorsitz des ehemaligen slowenischen Abgeordneten im italienischen Parlament, Dr. I. Wilfan, der Ausschuß und der Rat des Europäischen Nationalitäten-Kongresses getagt. Vor Beendigung der Be-ratungen wurde einstimmig die folgende, für die OeffenUichkeit bestimmte Erklärung angenommen: „Der Ausschuß hat beschlossen, daß der dies-jährige Kongreß im September in Bern stattfinden soll. Die jüngsten Ereignisse auf nationalitätenpo-litischem Gebiet sind naturgemäß ebenfalls Gegenstand der Besprechungen gewesen. Es erwies sich, daß alle Volksgruppen nach wie vor an den seit acht Jahren vom Kongresse vertretenen Grundsätzen festhalten und daß die Solidarität der nationalen Gruppen Europas unerschüttert ist." Mittlerweile ist der genaue Zeitpunkt des Kon-gresses auf die Tage vom 14.—16. September d. I., also wie in den früheren Jahren auf die Zeit vor Beginn der Bölkerbundoersammlung, fest-gesetzt worden. _ Volksdeutsche Künstler gegen Dollfuh Hans P f i tz n e r, einer der bedeutendsten Ton-meister der Gegenwart, hat seine Mitwirkung an den heurigen Salzburger Festspielen abgesagt, mit der Begründung, daß er sie mtt seinen volks-deutschen Gefühlen nicht vereinbaren könne. Pfitzner bekennt sich voll und ganz zum neuen Deutschland und demonstriert mit dieser Haltung eindeutig gegen das Dollfuß-System. Aus denselben Gründen hat auch Frau Anna Bah r-M i l d e n b u r g, eine große deutsche Sängerin, die Gattin des Dichters Hermann Bahr, ihre künstlerische Betätigung bei den Salzburger Festspielen abgelehnt. Aus Stadt und Land I. M. die Königin in Ljubljana. Von ihrem Sommersitz in Bled kommend, traf I. M., Königin Maria am Montag mit dem Prinzen Tomislav im Kraftwagen in Ljubljana ein, wo die Herrscherin Einkäufe besorgte. Ihre Majestät wurde von der Bevölkerung überall freudig begrüßt. Berichtigung. In dem Aussatz« „So frisch blüht sein Atter, wie greisender Wein", den wir in unserer Ausgabe vom 16. Juli zum 75. Geburtstage Dr. Julius Kugy s veröffentlichten, ist uns ein Irrtum unterlaufen. Der Geburtstag Dr. Kugy's ist nämlich nicht der 18. sondern der IS. Juli. Die Tüchtigkeit der Donauschwaben. Aus Berlin wird gemeldet: Reichslandwirtschasts-minister Darre gab der Presse eine Erklärung über die Maßnahmen zur Hebung des Bauernstandes ab. Als Beispiel für die Zähigkeit und Tüchtigkeit des deutschen Bauernstandes erwähnte er die Schwaben, die in Ungarn, Südslawien und Rumänien sitzen. Dieser deutsche Bauernschlag habe sich in 100 Jahren zahlenmäßig versiebenfacht und auf dem Gebiete der Landwirtschaft schönste Leistungen gezeigt. Groher Erfolg Mestrovic' in Prag. Der weltberühmte jugostawische Bildhauer Ivan Mestro-o i c veranstaltete in den Räumen des Prager Sommerschlosses „Belvedere" eine Ausstellung seiner Werke. Die Ausstellung, die am Sonntag geschlossen wurde, war ein voller Erfolg: sie wurde von Über 42.000 Personen besichtigt. Verbot der Bau- und Kreditgenossen-schaften, die ohne Kapitaldeckung arbeiten. Der Banus der Draubanalverwaltung hat eine Ver-ordnung erlassen, durch welche die Ausnahme und Werbung von Mitgliedern jenen Bau- und Kredit-genossenschaften, die verzinsliche oder unverzinsliche Darlehen ohne Kapitaldeckung gewähren, wobei die Auszahlung dieser Darlehen von der Mitglieder-zahl und der Zahlungskrast aller Genossenschaft^ Mitglieder abhängt, bis auf weiteres verboten wird. Die Statuten und die Geschäftsgebarung dieser Ge-nossenschaften werden amtlich überprüft, da die jetzige Art der Geschäftsgebarung volkswirtschaftlich schädlich ist. Uebertretungen dieser Verordnung, die mit dem 18. d. M. in Kraft getreten ist, werden mit Geld-strafe von 10 bis 1000 Dinar bezw. Arreststrafe bis zu 20 Togen geahndet. Riesenfeuer in einer Ziegelei. In Dvorska vas bei Begunje (Oberkrain) ist die dortige große Ziegelei, deren Eigentümer der tjchecho-slowakische Staatsbürger Felii Schindler war, völlig abgebrannt. Der Schaden geht in die Millionen, ist aber zum größten Teil durch Versicherung gedeckt. Die Brandursache konnte noch nicht festgestellt werden. Grohfeuer in einer staatlichen Seiden» fabrik. In der staallichen Seidenfabrik in Novisad wütete ein Großfeuer, dem 130.000 kg Seidenkokons zum Opfer fielen. Ein großer Teil der heurigen Seidenkokonproduktton ist vernichtet. Der Schaden wird auf über zwei Millionen Dinar geschätzt. Es dürfte sich um Selbstentzündung infolge Ueber-hitzung von Seidenabfällen handeln. Ueber 100 Millionen Steuern hinterzogen. Wie aus Novisad berichtet wird, ist man dort großen Steuerhinterziehungen auf die Spur gekommen. Es handelt sich um Steuerabschreibungen, die auf Umwegen erreicht wurden. Der Gesamtbetrag, um den der Staat geschädigt erscheint, soll 100 Mil-Iionen Dinar übersteigen. Die Untersuchung ist im Zuge. Man rechnet mit zahlreichen Verhaftungen. Ljubljana wird internationaler Flug-Hafen. Mtt 1. August wird Ljubljana internat. Flughafen. Auf dem Felde bei Maria devica u polju (Bahnhaltestelle), das sich als Flugplatz vorzüglich eignet, find zu diesem Zweck zwei Hangards erbaut worden. Zunächst wird Ljubljana in den täglichen Flugverkehr Zagreb—Skoplje eingeschaltet. Vorgesehen sind weiters Flugverbindungen mit Zagreb, Beograd, Susak, Wien und Prag, sowie Bukarest. Versuchs-weise wird auch der tägliche Flugverkehr auf der Linie Ljubljana —Klagenfurt aufgenommen werden, womit der Anschluß an die Fluglinien Salzburg— München und Salzburg-Prag gegeben sein wird. „Ljubljana im Herbst". Die Ljubljanaer Messe veranstaltet vom 2. bis 11. September l. I. ihre Herbstausstellung „Ljubljana im Herbst". Im Rahmen dieser Veranstaltung findet ein Landes-wettbewerb der Harmonikaspieler statt. Neues Schulschiff. Der Verein „Adria-wacht" hat unserer Kriegsmarine ein neues Schul-schiff gespendet, das den Namen „Jadran" trägt und auf einer deutschen Werst erbaut wurde. Das Schiff ist, aus Hamburg kommend, am Sonntag in die Bucht von Kotor eingelaufen. Im Winter recht heih, im Sommer gekühlt! Ein wahrhaft billiges Kafieegetränk: Kachrein«-Kneipp mtt Echt Frank. — Nahrhaft, bekömmlich und wohlschmeckend! Celje Großes Interesse für den Bunten Abend Die Veranstaltung findet Samstag den 22. d. M. im Saale und im warten des Hotels Sloberne statt. Für den Bunten Abend, den die Ortsgruppe Celje des SchwäbischDeutschen Kulturbundes am Samstag dem 22. d. M. im Saale und im Garten des Hotels Sloberne veranstaltet, bekundet sich reges Interesse. Die Vortragsfolge ist ab-wechslungsreich, sodaß der Abend sehr gemütlich zu werden verspricht. „Die Lustigen Vier aus Celje" werden, wie immer, auch diesmal sicherlich die Zuhörer ganz auf ihrer Seite haben. Heitere Prosa wird die Sttmmung zweifellos noch steigern und zu einem zugkräftigen modernen Einakter Hinüberletten, in welchem Frau Maria Unger-Ullmann und die Herren Dipl.-Ing. Edmund Unger-Ullmann, Dr. Ferdinand Hribovschek und Helfried Patz Gelegenheit haben werden, ihr schauspielerisches Talent zu be-weisen. Die Regie hat weiters nicht Mühe und Kosten gescheut, für eine Sondernummer einen Herrn aus dem Reich kommen zu lasten, der u. a. einen modernen Schlager in Celje uraufführen wird. Eine Serie pantomimischer Tänze wird die Vor-tragsfolge effektvoll schließen und zum allgemeinen Tanz überletten, an dem sich hoffentlich jung und alt beteiligen werden. Die einzelnen Vorlraos-nummern werden durch eine geistvolle und launige Conference verbunden, die in bewährten Händen liegt. Der Abend findet bei gedeckten Tischen und freiem Eintritt statt. Beginn 20 Uhr. Die Arbeitszeit bei der Arbeiter» krankenkaffe in Celje erstreckt sich seit Montag, den 17. d. M. an Werktagen von 7 bis 13 Uhr 30 M, an Samstagen von 7 bis 13 Uhr. Tag-dienst an Werktagen von 17 bis 1» Uhr.' Neue Polizeivorschriften. Die Polizei-direktion Celje hat neue Vorschriften betreffend den Straßenverkehr und die Hausordnung erlassen. An Straßenkreuzungen müssen von nun an Rad- und Motorradfahrer ihre Fahrtrichtung durch ein Zeichen mit der Hand (wie die Kraftwagenfahrer), Kutscher durch ein Zeichen mit dem Peitschenstiel dem Ver-kehrvschutzmann anzeigen. Das Stehenbleiben an Straßenkreuzungen, auch auf den Gehsteigen, ist für Fußgänger verboten. Wäsche, Kleider und Bettzeug dürfen nicht an den Fenstern gelüstet oder durch Fenster entstaubt werden. Das Klopfen von Teppichen, Kleidern usw. in Höfen, Wohnungen oder wo immer ist nur in der Zeit von 7 Uhr früh bis 8 Uhr abend gestattet. Fleisch darf in Läden nicht so aufgehängt werden, daß es auf die Straßen hinaus ragt oder gar vor dem Laden hängt. Hunde dürfen nachts nur in Begleitung einer Person auf die Straße gelassen werden. Das Treiben von Vieh durch die Straßen ist nur paar-weise gestattet, wobei für jedes zwette Paar Vieh ein Treiber beizustellen ist. Stromausschaltung. Sonntag, den 23. d. M, von 11 bis 14 Uhr wird der elektrische Strom für CeljeStadt und Umgebung ausge-schaltet. Selbstmordversuch einer bekannten Ar-tistin. Die bekannte Artistin Christine M l i n a r i i aus Celje, die im vergangenen Jahre in unserer Stadt als Seiltänzerin auftrat, hat am Dienstag abends im Maiimir-Park in Zagreb, wo sie mtt Ljubljanaer Artisten auftrat, in selbstmörderischer Ad-ficht Lysol getrunken und wurde in bewußtlosem Zu-stände aufgefunden. Man brachte sie ins Kranken-baus. Ihr Zustand ist sehr ernst. Unstimmigkeiten mtt dem Letter der Artistentruppe wegen der Aus-zahlung des Gehaltes sollen das bildhübsche zwanzig-jährige Mädchen in den Tod getrieben haben. Benzinerplosion. In der Wohnung der Hausmeisterin Helene Sudar, im Gebäude der Arbeiterkrankenkasse in der Vodnikova ul., trug sich eine schwere Benzinerplosion zu. Der 28-jährige Tischler Franz Aubrecht aus Gaberje kochte auf einem Herde eine Mischung von Benzin und Wach», um Bodenwachs zu gewinnen. Dabei ent-zündete sich die überhitzte Mischung und Aubrecht erlitt im Gesicht, an Händen und Füßen schwere Brandwunden. Auch Frau Sudar, deren Kleider Feuer fingen, trug Brandwunden an den Seite 4 Deutsche Zeitung Nummer 08 Händen davon. Hausbewohner eilten den Verletzten, zu Hilft. Aubrecht mutzte ins Krankenhaus gebracht werden. Tödlicher Sturz vom Baugerüst. In So. ctristof bei Lasko stürzte der -jährige, aus Loz bei Marijagradec gebürtige Maurer Johann Baumkircher bei der Arbeit von einem schadhaften Baugerüst und erlitt einen Rückgratbruch sowie andere schwere Verletzungen, denen er in Celje im Krankenhause erlegen ist. Jugendliche Einbrecherinnen. In Ja-vodna be, Celje wurde in die Wohnung der Ar-beiterin Franziska Erjavec eingebrochen. Die Polizei stellte fest, dah den Einbruch zwei minderjährige Mädchen, die 20-jährige Paula P. und die 18-jährige Walli S. aus Zavodna verübten, die mittels Nachschlüssels in die Wohnung eingedrungen waren. Die Mädchen wurden dem Gerichte übergeben. Maribor Amtseinführung des neuen Fürst-bischofs. Der neue Fürstbischof der Mariborer Diözese, Dr. Tomazic, wird in Kürze feierlich in sein Amt eingeführt werden. Der bischöfliche Thronsessel in der Domkirche wird aus diesem Anlaß renoviert. Falscher Verdacht. Im Juni wurden, wie wir seinerzeit berichteten, von der Beograder Stadt-Verwaltung mehrere Personen, darunter der Mariborer Zahntechniker Jaworek, unter Spionageverdacht verhaftet und dem Staatsgerichtshofe überstellt. Herr Jaworek erschien durch eme unglückliche Verkettung von Umständen in diese Angelegenhei'. mit der er durchaus nichts zu tun hatte, verwickelt. Run ist er, wie zu erwarten war, als vollständig un-schuldig befunden worden und bedingungslos freigelassen worden. Herr Jaworek traf am ver-gangenen Samstag in Maribor ein und wurde am Bahnhof von seinen Freunden herzlich empfangen. Die Staatsanwaltschaft hat keinen Grund gefunden, gegen den Bedauernswerten, der unschuldigerweise fünf Wochen Untersuchungshaft ertragen mußte, die Anklage zu erheben. Rechtsanwalt Dr. Karl Kieser aus Maribor hat Herrn Jaworek vertreten. Murregulierung. Am 22. d. M. werden bei der Draubanalverwaltung in Ljubljana die Arbeiten für die weitere Murregulierung vergeben. Die Voranschlagssumme beträgt 879.800 Dinar. Während der Mariborer Festwoche werden in den Mariborer Gastwirtschaften Einheit»-preise gelten. Fremdenverkehr in Maribor. Vom 1. bis zum 15. Juli wurden insgesamt 605 Fremde beim Meldeamt der Polizei gemeldet. Davon waren nur 147 Ausländer, unter welchen sich 52 Personen aus Wien und 22 Personen aus Graz befanden. Schlutzprüfuugen und Schulschluhfeier am Einjährigen Handelskurs Ant. Rud. Legat in Maribor. Die Schlußprüfungen fanden Ende Juni statt und zeigten folgendes Ergebnis: Von 22 Kandidaten und Kandidatinnen legten die Prüfung ab: mit Auszeichnung 1 (Rosa Sreö aus Beltinci), mit sehr gutem Erfolge 10, und zwar Irmhilde Bizjak (Maribor), Josef Burja (Bled), Therese Hlede, Erna Kotzbeck, Maria Ladra, Vinko La5ic, Aloisie Prah, alle aus Maribor, Ella Na-mestnik (Beograd), Rosa Papez (Pvbrezje) und Josef Semmelbauer (Hoie); mit gutem Erfolge 6. und zwar Zmago Angleitner, Maria Kontoncnik, Josefine Kugy, Anna Mohner. Franziska Uranjek, alle aus Maribor, Franz Toric (Ormoz). Fünf Kandidaten erhielten Nachprüfungen. Ganz zurück-gestellt wurde niemand. Die Ergebnisse können daher als gut bezeichnet werden. Bei der Schlußfeier hielt der Direktor und Inhaber der Anstalt Herr Anton Rudolf Legat eine schöne Rede, worauf ein Ab-solvent und eine Absolventin im Namen der Klasse dankten. Hierauf sprach noch ein Professor einige zu Herzen gehende Abschiedsworte. Abends fand im Kaffeehause „Promenade" ein sehr gut gelungener Kommers statt. Ttrahendurchbruch. Aus Maribor wird uns berichtet: Einem lang gehegten Wunsche der Bevölkerung des IV. Bezirkes entsprechend, ist un-sere Stadtgemeinde heuer daran gegangen, die Smetanova ulica mit der Oroznova ulica zu ver-binden. Die der Verbindung im Wege stehenden Grundstücke sowie da» Zidansek'sche einstöckige Wohnhaus wurden erworben und der Straßenbau in Angriff genommen. Die Abräumungsarbeiten sind so weit gediehen, daß das noch im Wege siehende ebenerdige Wohnhaus in der Stroßntaier-jeva ulica Nr. 7 an die Reihe kommen muß. Dieses Wohnhaus gehört zwar der Stadtgemeinde, aber die Sache hat einen Haken. Das Haus ist nämlich eine Stiftung der Mutter des verstorbenen Allbürgermeisters Dr. Schmiderer. Frau Maria Schmiderer, die verhältnismäßig früh Witwe wurde, war als große Wohltäterin bekannt. In ihrer karitativen Tätigkett stiftete sie auch das Haus Stroßmaierjeva ulica 7 für arme Dienstboten, die infolge ihres Alters ihre Arbeitsfähigkeit eingebüßt haben. Als Letterin eines großangelegten Landes-Produktenhandels erwies sie sich auch als tüchtige Geschäftsfrau. Das von ihr wie ihren Altvorderen erworbene Vermögen verwaltete sie jedoch keines-wegs engharzig, sondern gab den Armen immer mit vollen Händen. Als vor vielen Jahrzehnten der Orden der Schulschwestern nach Maribor kam. trat Frau Schmiderer dem Orden die Gründe in der Stroßmaierjeva ulica um einen ganz gering-fügigen Betrag ab. Nun soll das Stistungshaus Stroßmaierjeva ulica 7 abgetragen, die darin woh-nenden Stadtarmen aber sollen anderwettig unter-gebracht werden. Dies geht aber nicht so ohne-wetteres, denn da muß noch das Banalamt die Bewilligung hierzu erteilen. Ein Ansuchen der. Gemeinde ist bereits abgegangen. Die Erledigung muß natürlich abgewartet werden, daher erklärt sich nun auch die Venögerung beim Straßenbau. Die Bewilligung zur Abtragung dieses Stiftungshauses wird zweifellos erteilt werden, doch dürften Banal-Verwaltung und die Nachfahren der Stifterin darauf bestehen, daß die Bewohner vollkommen gleich-werttg untergebracht werden. Der Gehsteig dieser kommenden neuen Verkehrsader wird, falls die Arbetten keine Unterbrechung erleiden, dieser Tage fertiggestellt sein. Schon allein damit wird der Be-völkcrung des IV. Bezirkes ein großer Dienst er-wiesen sein. Bis dann der neue Straßenzug. der vom Slomskov trg durch die Oroznova ulica in gerader Linie in die Smetanova ulica führen wird, seinen Anschluß an die nodf Körnten führende Reichsstrahe erhalten haben wird — es handelt sich bekanntlich dabei um ein verhältnismäßig kleineres SKaßenstück, das da noch fehlt — werden die dort noch vorhandenen Baugründe eine wesent-liche Aufwertung erfahren, da diese Straße einen starken Verkehr aufweisen wird, was die Geschäfts-weit zum Bau von Geschäftshäusern anregen dürste. Ptuj Sorgen der Gemeinde Ptuj. Die Schulden der Stadtgemeinde Ptuj betrugen Ende Juni l. I. 419.730 Din, die Forderungen 574.700, die Dubiosen 248.000, das Guthaben 326.700 Din. Da der Ertrag der Gemeindeumlagen zurückgegangen ist, muß von größeren Investitionen abgesehen werden. Auf einer außerordentlichen Gemeinderats-sitzung wurde beschlossen, für dringende Arbeiten eine Anleihe von 100.000 Din aufzunehmen. Sport Fuhballsport in Celje Athletik T. K. : Militärteam Celje Sonntag. den S3. Juli. um 18 Uhr findet auf tan Sportplatz Felsenkeller zwischen den Athletikern und dem Militaneam ein Freundschaftsspiel statt, das guten Sport bringen dürfte, da da? Militärteam ganz hervorragende Spieler au» sehr guten Mannschaften Jugoslawien« ausweist, die in ö«lje »um Militärdienst eingeteilt find. Dem Können dieses TeamS nach zu schließen, ist mit einem Sieg desselben zu rechnen. Die Athletiker werden sich jedenfalls sehr an strengen müssen, um diese» Treffen mit einem ehrenvollen Ergebnis abzuschließen. S. K. Celje : 6. K. Jugoslavija Die zweite Runde um den Pokal des M. O. wird Freitag, den 21. Juli, um 18 Uhr l.'> Min. auf dem Spiel-plaß Glacis auSgetragen. C«lle. Sft Ookovec : öfl Celje t : 0 <0 : 0). Qualifikationsspiel. Der Sieger SK <^>kov« kommt in die Unter-verdandSliga. Olympischer Tag in Maribor. In Maribor fand ain Sonntag em Olympischer Tag statt, den der örtlich« Olympische Ausschuß veranstaltete. Neben leichtathlenschen Wettkäinpien wurde ein Fußballturnier ausgetragen, das folgende Ergebnisse hatte: Svoboda : Maribor 1:0 (1:0); Rapid : Eisenbahner 2:2(1: 1); Svoboda : Eisenbahner 2 : 2 (1 : 1). Leichtathtetische Mettlämpfe in Lftlbljana. Am SamStag und Sonntag fanden in Ljubljana leichtachletische Wettkämpfe statt, an denen a»S Eelje Herr Elnanuet Gor-Icheg vom Skiklud Eetje teilnahm, der für die Farben des Ljubl>anaer SK Primorje startete, da der Tkiklub nicht dein Leichtathletischen Unterverband angehört. Herr Gorscheg er-zielte sehr schvne Leistungen. Er -wurde im ibW-Meter Lauf in der Zeit « : SS Erster und besetzte im 5>00v-Mtter-Laus in der Zeit 1« : 50,4 den zweiten Platz. Wirtschaft u.Berkehr Insolvenzen. Im Juni l. I. wurden in Iugostawien 20 Konkurse und 9 Ausgleichs»«!-fahren angemeldet. Davon entfielen auf die Drau» banschaft 3 Konkurse und 2 Ausgleiche. Natürlicher Obstbranntwein verzeh» rungssteuerfrei. Die Steuerabteilung des Finanz-Ministeriums hat den Finanzdirektionen auf Grund des K 68 des Gesetzes über die staatliche Ver-«hrungssteuer eine Erläuterung zukommen lassen, oerzufolge natürlicher Obstbranntwein (Destillate au» Obst, Wein, Weintrebern und Weintrauben), welcher die charakteristischen Merkmale des Obstbranntweine» trägt, verzehrungsfrei ist, auch wenn er über 35 v. H. alkoholhaltig ist. Sogenannte neutralisierte Destillate, die diese Merkmale nicht haben, s gellen hingegen als Sprit, für den 24 Dinar Verzehrungs-steuer je Hektolitergrad zu entrichten ist. Die Gefellfchaftssteuer. Die Steuerab-teilung des Finanzministeriums hat die Finanzdi-rektionen aufgefordert, bis Ende August I. I. die Steuer für die zur öffentlichen Rechnungslegung verpflichteten Gesellschaften zu bemessen. Auf Grund dieser Bemessung wird die Steuer innerhalb der gesetzlichen Frist zu entrichten sein. Zufriedenstellender Ernteertrag. In der Wojwodina. dem Hauptgetreidegebiet unseres Landes, wird durchschnittlich mit einem mittelguten Ernteertrag gerechnet, abgesehen von jenen Gegen-den, die vom Hagel heimgesucht wurden. Da aber diese Flächen nicht allzu groß sind, darf man im allgemeinen von einer ausgiebigen Ernte sprechen. Der Präsident der Novijader Produktenbörse Dr. Gedeon Dundjerski schätzt die Weizenernte auf rund 24 Millionen Meterzentner (3.5 Millionen Kat.-Joch Anbaufläche, Durchschnittsertrag 7 Meterzentner je Joch) und bezeichnet sie der Qualität nach als vorzüglich. Wie das Beograder Blatt „Vreme" be-richtet, soll die Regierung beschlossen haben, etwa die Hälfte der Weizenernte für den privaten Handel freizugeben, während die Prio. Ausfuhrgesellschaft die andere Hälfte auf Grund von Vorzugszöllen nach der Tschechoslowakei, Oesterreich und nach Frankreich aussühren soll. Die Nationalbank soll die Finanzierung dieses Ausfuhrgeschäftes beretts übernommen haben. Schweinekontingent für die Tschechoslowakei. Für den Juli l. I. wurde Iugostawien von Setten der Tschechoslowakei ein Schweine!ontin-gent von 2000 Stück eingeräumt. Dazu kommt noch das noch nicht ausgenützte Maikonttngent von 4000 Stück, das auf die nächsten Monate aufge-teilt werden soll. Hopfenbericht aus Haler, vom 18. Juli l. I. Durch das anhaltend heiße Wetter und ver-einzette ausgiebige Gewitterregen konnten sich die Hopfenpflanzen allgemein sichtlich verbessern. Die vorgeschrittenen Anlagen blühen durchwegs, was auf den später geschnittennen und zurückgebliebenen Feldern noch nicht zutrifft. Durch diesengünstigen Umstand wird letzteren eine verlängerte Möglichkett zum weiteren ZLachstum und zu besserem Ausgleich gegeben. Die Hopfenpflanzen sind durchwegs gesund, frei von tierischen Schädlingen und versprechen bei einem Mittelertrag ein hochwertiges Produkt. Un-sere Prio. Agrarbank hat der Savinjska posojilnica (Sanntaler Vorschuhverein) in Haltt einen kurz-friitigen Barkredit von Din 500.000°— gewähch, welcher an die Hopfenbauern zur Finanzierung der Pflücke begeben wird. Vk. Komfortable Wohnung im Zentrum der Stadt, bestehend au» ».< Zimmer u. Kabinett mit allem Zubehör, Balkon, eigene Zentralheizung, warmes und kaltes Wasser, zwei separierte Einginge, besonders geeignet für Arzt oder Advokat, zu vermieten. Eventuell werden auch nur 4 Zimmer samt Zubehör abgegeben. Anfragen Kazlagova u1. 8a. Schöne Wohnung bestehend ans 5 Zimmern, Dienstboten-, Badezimmer, Zubehör, im Zentrum der Stadt, sofort äusserst günstig zu vermieten. Anfragen an die Verwaltung des Blattes. 37&80 Trucker, Verleger und Herausgeber: Bereintduchdruckerei „Qtlcja" in Celje. — Verantwortlich für den Herausgeber und verantwortlicher Schriftleiter: Dr. Ferdinand Hribovschel >n Celje. ZSr die 7 ruckere, verantwortlich: Guido Schidlo in Lelje.