MARBURGER ZEITUNG AMTLICHES ORGAN DES STE IRISCHEN HEIMATBUNDES .^.«Marr. srn, rva- r'K^'i 4?:"; ^•■v.v:xv'rgr..a.r./ca-ii N''- — 84. Jahfjang_Marburg-Drän, Freitag, 18, Februar 1944 Einzelpreis 10 Rpl Nur tiefste Verachtung für die Lügner Erklärung des Generalfeldmarschalls Kesselring zum Kulturverbrechen von Monte Cassino „Eine kulturlose USA-SoldatesIca zerstörte in ohnmächtiger Wut eines der kostbarsten Baudenkmäler Italiens - Im Innern des Klosters und in seinem ganzen Umkreis keine deutschen Verteidigungsanlagen oder Truppen oder Kriegsmaterial" dnb Rom, 17. Febniar Der 'Oberbefehlshaber der in Italien käjnpienden deutechen Truppen, Gene ralfeldmarechall Kesaelränq, gibt zu dem barbarischen britisch-amerikaniBchen Bombenangriff auf altehrwürdiqe Ab-ted Monte Cassino foi{]ende Erklärung ab; 1. Am 15. Fflbniar 1944 In der Zeit von 9.30 bis 10 Uhr haben meihrer« W*]len engreifender viermotoricer anqlo-«inerl-kaniecher Kampfflugzeuge xahlreich« Bomben auf die Abtei von Monte Ca«#i-no, da« Stammkloster de« Benediktinerordens abgeworfen. Hierbei ist das Kio-■tei vollständig zerstört und eine große AnZrihi der Kloereits am 15. Januar durch feindliche« Artilleriefeuer starke Beschädigungen erbtten. 2. !>!• feindliche Führung behauptet, den Angriff zur Vernichtung der im Kloster befindlichen deutschen Truppen und Verteidigunqeanlagen geführt zu haben, Demgegenüber stelle ich eindeutig fest: Als der Vatikan vor einigen Monaten durch Vermittlung der deutschen Botschaft heim Heiligen Stuhl an mich mit der Bitte herantrat, dn« Kloster Monte CasAino nicht In die Kampfhandlungen einzubeziehen, habe ich diesem Vorschlag sofort unter der Voraussetzung Xfugeetimmt, daß auch die Gegenseite «ich •ntsprechend verhalt«. Tch hat>« darauf-blB ▼•rboten, daB deuttcjie Soldaten da« Kloater sowie seine n&hare Umgebung betreten. Die strikte Durchführung dieses Befehls Ist durch die zuständigen TruppenfOhrer und besonders eingesetzte Absperrposten der Feldqendnrmerie ständig überwacht worden. Selbst.von der Erlaubnis, im Notfall Schwerverwiuidete vorübergehend im Kloster unterzubringen, ist bis zur Bombardierung kein Gebrauch gemacht worden. Dagegen wurde zahlrei-chrn italienischen Flüchtlingen gestattet, sich in den Schutz des Klosters zu begeben. Am Anqrlffstage befanden dich daher mehrere hundert Flüchtlinge in der Abtei, die im Vertrauen auf die Heiligkeit dos geistlichen Bezirks und seine Neutralisierung das Kloeler als Asyl auf-getHicht hatten. Um die in dem Kloster befindlichen unersetzlichen Kulturwerte, insbesondere die Bibliothek auf alle Fälle sicherzustellen, ist bereits vor längerer Zeit ihre Überführung durch deutsche Truppen in die Vatikanstadt vorsorglich duichgeführt worden. 3. Die Behauptung, daß da« Kloster tum »stärksten Arlillerie-Sperrfort der Welt« ausgebaut worden sei, ist eine ungeheuerliche Zwecklüge. 4. Auch die weiteren Behauptungen, daß die Abtei und das zu ihr gehörende Gelände zu sonstigen militärischen Anlagen — Maschinenqewehrständen, Artil-leriebeobachtungsstellen usw. — benutzt oder ausgebaut worden sei, sind frei erfunden Tadsachlich befand sich seit dem Abtransport der Kulturschätze kein deutscher Soldat mehr innerhalb de« Klosters Monte Cassino, so daß weder der Beschuß der Abteigebäude durch amerikanische Artillerie am 15, Januar noch der Luftangriff vom 15, Februar irgendwelchen militärischen Schaden anrichtete oder auch nur einen deutschen Soldaten verwundete. Betroffen wurden lediglich die noch im Kloster verbliebenen Mönche und die italienischen Zivilflüchtlinqe. 5. Die Tatsache, daß sich im Klo«terbe-rei(Ji kein deutscher Soldat aufgehalten hat. wird durch die nachstehenden •chriftlichen Erklärungen erhärtet: a) Der Abt des Klosters Monte Caesi-HO, Bischol Gregorio Diamare, erklärte: »Irh bescheinige auf Wunsch, daß «ich im Kloster von Monte C'assino kein deutscher Soldat befand oder sich befindet, 15. Februar 1944. — Gregorio Diamare, Ciscovo Abate di Monte Cassino.« b) Der Verwalter der Abtei von Monte Cassino. Don Nicola Cleraenti un'd der bischöfliche Delegierte des Verwaltunqs-büros der Diözese von Monte Cassino, Don Francesco Salconio, erklärten: »Don Nicola Clementi, Verwalter der Abtei von Monte Cassino und Don/ Francesco Salconio, bischöflicher Delegierter des Verwaltungsbüros der Öiözese von Monte Cassino, die sich vom Bombenangriff vom 15. Januar a^rettet, hfben, durrh den die gesamte Abtei zerstört wurde, erklären, daß im Innern de« Klosters und in seinem ganzen Umkreis keine deutschen Verteidigungsanlagen oder Truppen oder Kriegsmaterial irgendwelcher Art vorhanden waren. Ifl. Februar 1944. Don Nicola Clementi, Verwalter der Abtei von Monte Cassinoi Don Francesco Salconio, bischöflicher Delegierter des Verwaltungsl>üros der Diözese von Monte Cassino.« 6. Nach der nunmehr erfolgten Vernichtung dei Klosteranlagen ist die Ein-beaiehung des Klosters Monte Casdlno in die deutschen Verteidigungsanlagen eine militärische Selbstverständlichkeit. 7. Die päpstliche Residenz Castel Gan-dolfo, die gleichfalls von anglo-amerika-nischen Bombern angegriffen und schwer be«chädigt worden ist und wobei über fünfhundert Personen, darunter 16 Klo-sterschwestem getötet wurden, ist niemals durch deutsche Truppen belegt gewesen. Die Exterritorialität dieses Gehievtes Ist ganz besonder« geachtet worden. 8. Idh stell« somit als der verantwort-Idche Oberbefehlshaber in Italien fest; Eine kulturlose amerikanische Soldateska hat in ohnmächtiger Wut eines der kostbarsten Baudenkmäler Italiens «innlos zerstört und italienische Zivilflüchtlinge — Männer, Frauen und Kinder — durch Bomben und Artilleriefeuer erschlagen. Damit ist wiederum erwiesen worden, daß die angelsächsische und bolschewistische Kriegführung kein anderes Ziel kennt, al« die ehiwürdlgen Zeugen der europäischen Kultur zu vernichten. Für die zynische Verlogenheit und die scheinheiligen Erklärungen, mit denen die angelsächsische Führung die Schuld dafür mir und raeinen Soldaten zuschiebt, kann ich nur die tiefste Verachtung zum Ausdnick bringen. gez. Keesetrinq, Cieneralfeldraarsohall »»Keine Rficksicht auf Kulturdenkmäler" Aufschlußreiche Oberhausdebatte über Monte Cassino tc Stockholm, 17 Februar Di« von einigen Mitgliedern des englischen Parlament« geübte Kritik an der Zerstörung des Klosters Monte Cassino durch engHsch-amerikanische Bombenangriffe veranlaBte die Regierung, ihren Standpunkt im Oberhaus am Mittwoch durah Lordkanzler Viscount Simon ver-teiddgec xu lassen. Simon tat es l&cber-Udi «l>, kgendwvloh« ROcksichtnahm« atif KalttirdenknSler «u nehmen. Er verlas dabed ednen Brtef des britischen Ministerpräsidenten WInston Churchill, der ausdrücklich als Antwort des Kriegs-kabinetts bezeichnet ist und in dem es heißt: »Die Notwendigkelten dos Krieges müssen bei einer Betrachtung über besonder« kulturelle und historische Wer- ke beherrschend im Vordergrund stehen.« Dem Standpunkt der Regierung pflichtete der Oberhausvertreter Lord Lathdm bei. Der Lord rückte bei dieser Gelegenheit nachdrücklichst von den kürzUchen Erklärungen des Bischofs von Chichester ab, der im Oberhaus eiive Respektierung des grundlegenden Unterschieds zwischen militärischen und industriellen Zielen der Artillerie und bei den Luftangriffen gefordert uihd sich gegen die Zerstörung ganzer Städte mit der Begründung ausgesprochen hfltte, daß Städte nur in Einzelfällen militärische und industrielle Ziele besäßen. Lord Latham antwortete darauf, er könne der Theorie »Kultur über alles« nicht beipflichten. Möglichkeit, sich in Sicherheit zu bringen, die Mönche und die nach einigen Tausenden zählende Menge der Flüchtlinge glaubte auch nicht an einen Angriff, da sich im Kloster nicht ein einziger deutscher Soldat befnnd. Als sich die amerik16 sowjetische Panzer, Feindliche Gegenangriffe wurden hier und westlich Tscherkassy abgewiesen. Bei Witebsk nahm der Feind seine von Panzern und Schlachtfliegem unterstützten Durchbruchsversuche wieder auf. Unsere tapferen Grenadiere errangen, hervorragend von Artillerie und Wer-fereinheiten, Tigern, Sturmgeschützen und Schlachtfliegem unterstützt, nach harten Kämpfen erneut einen vollen Abwehrerfolg. Zwischen Ilmen- und Peipus-See und bei Narwa führte der Feind zahlreiche Angriffe, die in schweren Kämpfen und unter hohen Verlusten für die Sowjets abgewiesen wurden. Dabei vernichteten unsere Truppen in einem Abschnitt zwei feindliche Bataillone. In der vergangenen Nacht führten sowjeti- sche Flugzeuge erneut einen schweren Angriff auf die finnische Hauptstadt Helsinki. Finnische Flakartillerie schoß acht feindliche Flugzeuge ab. Södlich Rom haben unsere Truppen die Angriffe zur weiteren Einengung des feindlichen Lnndekopfes von Nettuno wieder aufgenommen. Ein mit Panzerun-terstützunq qefilhrter feindlicher Gegenangriff südöstlich Aprilia wurde unter hohen Verlusten für den Feind abgewie- sen. Im Abschnitt von Cassino griff der Feind erneut mit starken Kräften unsere Stellungen an. Seine Angriffe scheiterten in harten Abwehrkämpfen. Unsere Küstenartillerie bekämpfte lebhaften feindlichen Schiffsverkehr In der Bucht von Gaeta mit guter Wirkung. An der adriatischen Küste wurde durch emrn Stoßtrupp ein feindlicher Stützpunkt ausgehoben, Gefangene und Beute eingebracht. Das Eichenlaub zum Ritterkreuz dnb Führerhduptquartier, 17. Februar Der Führer verlieh am 8. Februar das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuze« an Hauptmann Günther Hilt, Bataillonskommandeur in einem Ulmer Jägerregiment, als 3a6. Soldaten der deutschen Wehrmacht. Aus eigenem Entschluß führte er sein die sowjetischen Stellungen und drang in ein zu einem last uneinnehmbaren Stützpunkt ausgebaute« Dorf ein Beim Sturm in vorderster Linie wurde er schwer verwundet. Erst nachdem er sein Bataillon zur Abwehr gegliedert hatte und die weiteren Vorstöße der Sowjets blutig zusammengebrochen waren, ließ er sich zum Verbandsplatz zurückbringen Dank seines Nachtangriffes konnte das Nach- Bataillon nachts durch unübersichtliche« i barregiment am folgenden Tage die Ort-Gelände und schwer passierbares Sumpf- i schaff einnehmen. gebiet und traf die Bolschewisten aus einer von ihnen nicht erwarteten Richtung. In kühnem Angriff durchbrach er Hauptmann Hilt ist am 23. März Ifllfl als Sohn eines Fabrikanten in Stuttgart geboren. Bild: soundsoviel Menschen eifrig, was alles zerstört sei. absichtlich die Wehrmachtberichte über Luftangriffe stets nur ganz lakonisch berichten, die Zeitungen niemals veröffentlichen, was im einzelnen zerstört sei, das Photographieren von zerstörten Teilen streng verboten ist, alles, damit der feindliche Nachrichtendienst nicht weiß, was nun die Flieger wiritlich getroffen haben, so daß sie beim nächsten Male dann die noch unversehrten Teile angreifen könnten — müssun die Schwut-zer in der bahn und wo immer viele Menschen beisammen sind, alles l'.ucht-fertig heraustratschen, was sie wissen. Der feindliche Agent braucht gar nicht an die Schadensstellen zu fahren, wo er »ich vielleicht verdächtig maciien konnte — er hört es brühwarm im ersten besten Zug Nehmen wir also an, Frau A. erzählt im Abteil der Vorortebahn oder in dei Straßenbahn laut, »o daß auch die nächsten Sitznachbarn es hören können „Ach, in unserer Straße sind ja ein paar Hauser wirklich kaputt, aber da;-große Institut, wo die und die wichti gen .Arbeiten gemacht werden — Sic verstehen schon, man darf nicht darübci sprechen —, hat zum Glack gar nicht-abbekommen. Ein bißchen Schaden am Dach, das ist alles." Was tut nun wohl der feindlichi Agent? Er fährt selbstverständlich in die betreffende Straße und überzeugt sich, daß das Institut noch steht — und auf einem der vielen Kanäle des feind liehen Nachrichtendienstes läuft die In formation hinaus. Von der feindlichen Nachrichtenstelle geht sie an den britischen oder nordamerikanischen Bomberverband — und beim nächsten Fliegerangriff kracht und prasselt es in der Straße, denn diesmal soll nun das qp-! suchte Institut vernichtet werden i Unter den Toten die man am näch-! sten Morgen verbrannt, verkohlt, er-1 stickt ans dem Keller ihres Hauses her-I auszieht, ist auch Frau A Das iiat sie j mit ihrem Geschwätz fertig bekommen, j Sie hat sich selber mit ihrer Schwat?-' haftiqkeit die feindlichen Flieger in ihre Straße bestellt. Und sie hat es bis zui letzten Minute in ihrer I.eichttert'nkeH gar nicht qpahnt Sip hat es wahrlich nicht hös acmeint Wthrsrheinlich war sie froh darüber, daß der FelnH zui'ächst das bedeutsame Institut nicht getroffen hat. Aber sie hat oesrhwat7t hat verraten . . Versuchen Sie einmal, aus einem Bahnbeamten etwas über die Trnnsnorte heraus7ubekommen, die über seine Station laufen. Er sagt nichts. Fr hält den Mund ür ist Beamter und weiß, was seine Pficht ist Wenn nur alle Leute, die auf der Bahn fahren, auch so vernünftig wären Herr B aber ist nicht so vernünftig. Zufälligerweise fährt durch die Station, wo er gerade Aufenthalt hat, ein Zug mit Soldaten in deutscher Uniform, aber mit einem besonderen Wappenschild am Ärmel. Er geht heran, stellt fest, daß es Freiwillige aus X. sind Irgendwann hat •i ein paar Wörter Uirer Sprache aufge- MARBURGER ZEHUNG •chnappt und knüpft eine Unterhaltung an. Das ist al es noch oii'glich und ge wtß nicht Vfrkehrt. Er sugt ihnen ein paar freundliche Worte — diese braven KamL-rariim iidtjf;n es wirklich verdient. Dann aber tT.Mhlt er es voll Freude beim Friseur, im Büro/und noch an ein halb Dutzend «ncJeren Stellen — „Wissen Sie •chon, gestern kam ein ganzer Transport FreiwiJliqer aus X durch, die nach Osten gingen." Der feindliche Agent kriegt e» irgendwann auch zu hören, denn solches Geschwätz kommt mit Sicherheit bei ihm «n. Vielleicht kann er nicht viel damit machen — aber er gibt die Meldung unter anderem auch durch. Im feindlichen Naclirichtendienst aber, wo die Meldungen sich häufen und zusammengestellt werden, ist es ein Steinchen unter zahllosen «m soundsovielten Transport von Freiwilligen aus X auf Bahnhof snimriso hoobarhtet'— viele kleine Stfinchnn nrhen ein Geb^iude, viele Ein-7elinforfn tinnf'n ein Gosamtbild. H^rr B. bat keine Ahnunn daR er mit seiner Wicliti(iMio''r.i in W'iklichkeit den felnd-llriren Nrchrichtendienst gefördert hat. Fr knni ir allfs machen, die Freiwilligen hcfrTi'ß"n. ihnen seine Zigarren und Zigaretti-n schenken, mit ihnen reden und sich 'reuen, daß wir so gute Kameraden haben — aber er mußte seine Klappe halten, Und die hielt er nicht. Weit entfernt auf einem Truppenbnhn-hof des Ostens erfolgt ein überraschender Fliegerangriff auf die dort durchlaufenden Transporte. Herr B. hat keine Ahnung, daß er In Wirklichkeit diesen Angriff ausgelöst hat, er ganz allein mit seiner leichtfertigen Geschwätzigkeit. Der schwarze Mann schaut jedem ein-lelnen über die Schulter und horcht, was er wohl sagt. Dieser schwarze Mann Ist der Feind. Der Feind hat keinerlei Mitleid, denn «r iit der Feindl Er lauert auf Irgendeine Schwiche, dia wir um geben, auf Jede Information, dia ar uni entlocken kann, um um dann n ichA-dlgen wo er kann, mit Bombergaschwa-dern und brennendem Phosphor. Der Infanterist im Winterkampf Bedingungen uer Abwehr und des An^^ritts im Ostwinter — Die Hauptlast trägt der Grenadier / Von M'ajor Ernst, Oberkommando det H««ret Die Erfahrungen der beiden letzten Winter im Osten haben gezeigt, daß die Infanterie ira Winter noch mehr als im Somnier die Hauptlast des Kampfes tragen muß. Sie allein führt im Winter im Angriff und in der Verteidigung die Ent-«chaidung herbei. Währei^d im Winter nicht nur die Artillerie ,sondern auch die Panzertruppe weitgehend straßengeljun-den ist, muß die Infanterie in der Lage sein, mit allen ihren Waffen abseits von Straßen und Wegen zu kämpfen. Daß sie dies kann, hat «ie in zwei Wintern im Osten hervorragend bewiesen. Der Schwerpunkt aller Kampfhandlungen liegt im Winter naturgemäß an der großen Straße Hier konzeninert sich der Kampf um Städte und Siedlungen, die Mittelpunkte des Verkehrs sind und Unterkunftsmöglichkeiten bieten. — Det Kampf kann aber nicht nur auf schmalem Raum ausgetragen werden. Umg<>hungfl-unternehmungen abseits Her großen Straßen müssen im Angriff den an der Straße verstärkten Widerstand des Feinde« brechen, in der Verteidigung eine Umfassung oder einen Flankenstoß verhindern Winterbeweglichkeit Hierzu wird von der Truppe ein großer Grad von Winterbeweglicheeit gefordert, Mit Schi und Schlitten ausgerüßtet, wird die Infanterie diesen Forderungen gerecht. Eine Ausrüstung mit Schi ist jedoch nur in beschränktem Umfang für besondere Schi-Truppen, Spähtrupp« und Jagdkommandoa m&qllcfa. Schilechni-schaa Können lat dabal dia Vorausaet-Eunq, Übunfi im Kampf a\ii Schi die Vor-bodingunq rär ainan arfolgraichen Bln-»ati. Von der Schi-Truppe wird verlangt, daß oie im Hoch'winter in der Lage Ist, Am Südfeil des Atlanfikwalls Besichiigungsreise Rommels — Allen Anforderungen gewachsen dnb Barlin, 17. Februar Im Rahman des ihm Tom Führer ga-•tellten Auftrages, die gesamten Befa-Btlg^lngsanlagan und den Verteidigungs-xustand im europäischen Westen zu überprüfen, besichtigte Generalfeldmar-schail Rommel in diesen Tagen den südlichen Teil des Atlantikwalis. Nach einer Besichtigung der Verteldi-gtingsanlagen am Golf von Lyon führte die Fahrt des Generalfeldmarsrhalls an den Pyrenäen entlang zum südlichsten Punkt der deutschen Westfront an dia französich-spanlsche Granze bei Hen-daye-Irun, wo dar Marschall auch dem deutschen ZollgranKachutz an dar bekannten internationalen Brücke ©Inen Bfsurh abstattete. Anschließend inspizierte Generalfeldmarschall Rommel die tielgestallelten Anlagen des Atlantik- walls an dar Blacaya-Küata. Sain bason-daras Interasae galt dan »tratagisch wlch-tigstan Punkten, lu danan vor allam dia PluiSmflndungan und dia Hafanatidta das südwastlichen Frankreichs zAhlan. Beim Besuch zahlreicher schwerar und schwerster Küsten-, und Eiaenbahn-battehen sowie bestimmter Stützpunkte In der Tiefe des Atlantlkwalls konnte sich der Generalfeldmarschall von der technischen Vervollkommnung der Anlagen sowie dam guten Ausbildungsstand der Stützpunktbesatzungan und dar taktischen Rasarven flbarxaugen. In längeren Besprechungen mit den Jeweiligen Abschnittskomandeuren erörterte der Marschall die Einaatzmöglichkelten. Inagesamt ergab die Besichtigung, daß auch dieser Teil des Atlantikwalls, die Biscaya-Küste, allen kommenden Anforderungen gewachsen sein wird. Die „F13 — Anneliese" Vor 25 Jahren: Anfänge des Luftverkehrs Dp Amerikanpr wollen heute der Welt pinindfn, alle Errungenschaften auf rlpin Gebiet der Luftfahrt kämen von ihnon. Boi ihnen «ei alles erkundet und erprobt und ihre Wissenschaft hätte die ClriinditK!! n zu dein gesrhaften, was die Mi'nsclihoit anerkonnf und bewundert. Alii'r cliis stimmt nicht, denn alles, was Amerika erreicht hat, — auch in der L h! .hit — nchl auf Vorarbeiten und ' verzichten konnte. Crfoiric in Europa zurück. 1919/20 lief^ es h tuirh in den UF.A. nicht mehr verheimlichen. daß man in Europa das Flugzeug m (Ion Dienst dar Pofit und des Luft-r'-HS"ve'ki^hrs gestellt hatle, daß regelrechte Luftstrecken bestanden und daß in dem dicht besiedelten Vlitteleuropa trotz bPinefi gut ausgebauten Boden-verkohrsnet/es der Luftverkehr bald ein unbedingtes Rediirfnis wurde. fn den .lunke s-Werken war trotz des unqlü^ K.1 rhen Kriegsendes im November 1M18 unentwegt weitergearbeitet wor-d'^n. Dfift war bereits 1919 ein Ganz-metall-Kcibinenflug/eag im Werden, das mit alien damals bekannten Baugrund-satzen brach und etwas AiiRergewöhn-hches darstelite ü.is neue Muster t'ug die Br/p ' hiiunq F 1 t und war nach den Junkers-B.iuqrMiiils.it/.on als reine« Ver-kehrsllugzeiui entwickelt worden. Schon bei den Versuchsflügen hatte sich die P K1-"Anne.iese« als ein ganz 1 übe'rag' iidos Flugzeug erwiesen. Darum mußte mit d'rser Maschine etwas Be- j wmderes unternommen werden. Mi n i ging also noc h im Jahr 1919 daran, einen Hohenwfcltrekord aufzustellen, ein Flug, an dem acht Personen teilnahmen. Als bereits 5000 Meter erreicht waren, stieg die F 13 trotz ih'er starken Belastung we-iter In nur 85 Minuten wurde eine Höbe voll 6750 Meter erreicht! Der alte V/ellrekord war um viele tausend Meter überboten worden. Auch in AineMka erfuhr man von dem Höhpnreko'-d und beauftragte als Lu(t-f<»hitsachverständifi?n Mr John Larsen, sich neue Flug'eug in Deutschland an/usehrn Das Ergeltnis seiner Besichtigung fi'ifjip er in einem nusfi'hrlirbnn Bericht nach Wishingtnn zusammen und die USA erwarben gleich 23 Stück vom Muster F 13. Was aus dieser Maschine h'»raufi7u-holen w?r, lag aaf dr-i Hand. In den USA wurde 7unärhst ein großer Non-stof) Flug (Flun ohne Aufenthalt) über 1900 km .inneset7l, Nnrh 12 Stunden und 1.3 Minuten bitte die F 13 ihr 7'el erreicht und dnmit e'ne Strecke bewältigt, die bish- r in den USA von keinem Flugzeug im Ohnehaltfhiq überhrürkt worden war. Weitere Fernfluge folgten. Im Jahre 1920 meldeten die nmerik m'srhpn Zeitungen; »Gan7metailflug7euge erreichten die amerikanische ParÜikküste!« Man wurde immer zurückhaltender mit der Erwähnung des deutschen Ursprungslandes, und die amerikanischen Agitatoren taten alles, um die Junkers-Flugzeuge zu amerikanischen Erzeugnissen 7u stempeln. Das schafft aber die Tatsache nicht aus der Welt, daß der Luftverkehr in den USA. während der schwersten Zeit des Aufstiegs auf die Mitwirkung der deutschen Junkers-FIugzeugentwicklung nicht in jedem GelänArt aich auf längere Dauer schnell zu bewegen und wendig zu kämpfen. Sie muß den Kampf unabhängig von Ihren Fahrze^ugen unter Umstanden sogar unm Schnee schwer in Stellung zu bringen und zu bedienen, schon allein die Kälte erschwert die Handha-buriig der Waffe. Eine Unteratützung durcl) Sturmqeachütze oder Panzer iat nur bad geringer Schneeiaqa mögU(ii, ei- ne UntarstUtzuag durch Artilleri« nur, solange sich dar Kampf rfeumllch in der Nähe eines Gel&ndes abapielt, in welchem die Artillerie noch in Stellung gehen kann. Bei seht tiefem Schnee muß oft sogar auf die schweren Infanteriewaffen verzichtet werden. Der schneidige, wetterharte Stoßtruppkämpfer erzwingt dann mit dem Gewehr, der Maschinenpistole und der Handgranate allein den Erfolg. Die Tarnung Beaondera wichtig ist dl« Tarnung, da auf den weiten weifien Fltchan lade Ba-wecung «cJion von weither erkannt werden kann, da selbst der Wald im Winterkleid sich nicht schützend vor den angreifenden Infanteristen stellt. Deshalb wird Im Winter teder Soldat, der aich den Augen des Feindes zeigen muß — und da« ist in erster Linie der Infanterist — mit einem Winterkampfanzug ausqe-TÜstet, der nicht nur gegen die Käilte schützt, sondern gleichzeitig eine vortreffliche Tarnunq im Schnee ermöin vordersten Graben der schwerste und aufreibendste Dienst, der vom Soldaten gefordert werden muß. Und ist erst der Feind in dichten Wellen auf Sturmeot-fernung herangekommen, dann müssen trotz Kälte, trotz Eis und Schnee die Waffen bedient werden, die nur bei dauernder sorgfältiger Pflege für den Infanteristen Hilfe Im entscheidenden Augenblick sind. Die Länge der Front im Osten und die Notwendigkeit, an entscheidenden Punkten genügend starke Kräfte bereitzuhalten, läf^t aber nicht überall den Bau und die Besetzung eine« durchlaufenden Kampfgrabens mit Stellungen für die Waffen und mit Unterständen zu. Stützpunktartige Verteidigung Wette FlSchen müssen von der Infanterie In stützpunktartlger Verteidigung allein beherrscht uiwi gesichert werden. 20 bis 30 wetterharte, eiserne Männer aind in diesem Stützpunkt oft wochenlang ganz allein auf sich selbst angewiesen, müssen allein Ihren zu einer kleinen Festung ausgebauten Ort oder das Gehöft gegen einen vielfach überlegenen Feind halten. Ist as dem Feind aber dann einmal gelungen, im Dunkel der Nacht, bei Schneesturm und Nebel durch die Kette dar Stfltzpuakte durduualckem, dann mQaaen dlaae Minner aua eigenem Bnt-schluB heraua aus Ihren Bunkern zum Amiriff antreten und den eingedrungenen Feind wieder zurückwerfen oder la schneidigem Zupacken vernichten. So lebt und so kämpft der deutsche Infanterist im Winter Im weiten Osten. Auch In diesem Winter wird der Anaturm daa Feindea am Einaats dea deut-achen Soldaten lerschallen. Bewährung der finnischen Frauen Hervorragende Leistungen im Hilfs- und Rettungsdienst Ähnliche Pionierleistungen für die Weltlufttahrt wie in den USA. wui'den von der F 13 gleichzeitig in Südamerika und dann nicht nur in Europa, sondern auch in Asien und Afrika vollbracht. Während der zehn Jahre von 1919 bis 1929 hatten sich aus dem Einsatz der F 13 und der von Junkers daraus weiter entwickelten Flug-ieugmuster die Grundlagen des Luftverkehrs im Ausland überall dort herausgebildet, wo sich heute der LISA.-Imperialismus zur Luft rücksichtslos mit Gangstermethoden hineindrängt Der Sieg der Luitverkehrsidee in dller Well bleibt damit ein deutsches Verdienst, dean die Jonkers-Werke ren nicht nur die Erbauer dieses ersten leistungsfähigen Verkehrsflugzeuges, sie waren auch zu einem Unfernohnien ge-worderi. das damals von sieh aus Luftverkehr betrieb und Luftverkehrsge^^ell-fichaflen in fremden Ländern qiündete. I>ese großartige Entwicklung bpqann vor 25 Jahren mit dem Rekordfl ig de-- lun-kers F 13-»Anneliese« und führte srhl'eft-llch über die weltberühmte Ju 52 ziirp viermotorigen Großverkehrsfluq/.eug Ju 90 — beides bewährte Baumuster, die auch als Transporter unserer Luftwaffe in diesem Krieg gewaltige Leistungen vollbracht haben. rd Helsinki, 17. Februar Bei den AufrSumungsarbeiten nach dem Terrorangriff der bolachewistischen Luftwaffe auf Helsinki und bei der freiwilligen Evakuierung dar Stadt haben aich die finnischen Frauenverb&nda (Lottaa) beaondera auagesalchnat. Der Binaati der Lottaa im Luftachutidlenat lat veratirkt worden. In den groAaa Öffentlichen Lufti'chutiTlumea' tun Sa« nltätslotten Dienst' Dia Versorgung ^der Evakuierten-Züge liegt in der Hand von Verpflegungslotten, und ei zeugt von der hervorragenden Organisation der Lottabewegung, daß es innerhalb weniger Stunden möglich war, selbst im Norden Finnlands an der Grenze nach Schweden die Ver|1flegung von tausend Kindern zu organisieren, die nach Schweden in Sicherheit gebracht worden sind. Eine besonders schwere und verantwortungsvolle Arbeit leistete die Bereit-schafts-Orgonisation, die in den letzten Wochen stark angewachsen ist und überall eingesetzt wird, wo umfangreiche Ordnungs- und Säuberungsarbeiten erforderlich werden. In Helsinki sind ihr in der Hauptsache die Räumungsarbeiten in den ausgebombten Häusern übertragen worden, da es an männlichen Arbeitskräften fehlt. Viele Hunderte von Bereitschaftsfrauen nahman Hacke, Beil und Spateni sie haben verschüttete Kaller und zerstörte StraBan geräumt und groAa Mengen von Hausrat geborgen und sichargaatellt Schulkinder wurden lu diesem Zweck eingesetst und haben sich hervorragend bewihrt. Bin anderes Arbeitsgebiet wurde daa weiblichen Mitgliedere dar AkA^to®** sehen Karelian-Geaallschaft abertregen. Bis tu 20 Stunden flgllch'slhd liia Im Bahnhofsdienst eingesetst worden, haben Alte, Kranke und Mütter mit kleinen Kindern betreut und dafür gesorgt, daß der Abtransport zweckmäßig und reibungslos vonstatten ging. Ja nach Bedarf sind die Frauen all dieser Organisationen auch zu Hilfsarbeiten, Reise-vorbereitungen und bei der Begleitung von Kindern und hilfsbedürftigen Personen aufs Land und bis nach Schweden eingesetzt gewesen. Dia finnischen Frauen haben ^urch diesen Dienst an der Allgemeinheit ein übriges Mal gezeigt, daß sie im Lebenskampf ihres Volkes kameradschaftlich an der Seite der Männer stehen und bereit sind, gemeinsam mit ihnen die Zukunft der Nation zu sichern und die Lasten zu tragen, die der Krieg der Allgemeinheit ] auterlegt. SchulmSdchen in Washington Erschütternde Feststellungen eines amerikanischen Blattes rd Lissabon, M. Februar Die verheerenden Zustände, die in der amerikanischen Jugend sich entwickelt haben und zur ernstesten Gelährdung der amorikanisrhen Volksgesundheit führen, werden in der USA-Zeitung »San Francisco Examiner« dargelegt. Der Washingtoner Korrespondent des Blatte« veröffentllchf einen Bericht über die moralischen und gesundheitlichen Verhältnisse in der Bundeshauptstadt. Er erklärt darin wörtlich: »Ganze Scharen von Schulmödthen zwischen 13 und 1.5 Jahren müssen von der Teilntihme am Schuhmlerricht entbunden werden, da sie schwanger sind. Zahlreiche andere Mädchen im gleichen Alter sind bereits vom Schulbesuch be-fieit worden, um ihre unehelichen Kinder zu betreuen. Geschlechtskrankhelten breiten Mch rapide unter den Schulkindern aus. Das sind nur wenige von den erschreckenden Tatsachen, die der Chefarzt der Washingtoner Schulverwaltung, Dr. Murphy, vor einem Schul-Ko-mitee darlegte.« Im Laufe des letzten Schuljahres mußten, wie das Blatt weite.'- mitteilt, allein in einem Stadtbezirk l3!^Schülerinnen unter 15 Jahren wegen Schwangerschaft und unehelicher Mutterschaft die Schule verlassen. Fast die Hälfte der gesamten unehelichen Geburten in Washington entfällt auf junge Mädchen zwischen 13 und 19 Jahren. Ebenso erstaunlich sind die Zahlen über die Ausbreitung der Geschlechtskrankheiten unter schulpflichtiger Mädchen. Bei der Untersuchung eines Schulinstituts wurde festgestellt, daß 20 v. H. der dort im Internat untergebrachten Jungen Mädchen syphilitisch verseucht waren. Auch in den Internaten anderer Schulen hat man Ähnliche Feststellungen machen müssen. Explosion in der Tennishalle Schwedens Könii* wollte gerade zu seinem Lieblingssport Notenfiltcher RooseTclt dnb Berlin, 17, Februar Wie Reuter meJdet, gab Roosevelt am Diensteg auf einer Prseeekonferenz bekannt, ei würde nicht im geringsten überrascht aein, wenn die USA bereits deutsche Banknoten fOr den Gebraueta auf dem Kontinent Europa drucken. Bs bedarf keiner besonderen Faetstel-kinfl, dai das deutscha Volk sbensowe-nlg flberraecht ist, wenn Roosevelt Sick BUB SMcki eis BanknotsnfAlscher entlarvt, aachdeiB er dan Mord an Frauen una Kindam und die ZerstAmnQ aneraetsU-Cber europAiecher Kujturwerte UaqsL offenkundig predigt. Niemand sollte daher aber auch überrascht sein, wenn eines Tages USA-Piloten und Soldateh mit gefälschten deutschen Banknoten gefangengenommen würden und deshalb an den Galgen kämen. Es wäre das eine umso größere Selbstverständlichkeit, als in Deutschland auf eine solche Art von Bankno-tenfälschung die Todesstrafe steht. Unsere K urzm plf^jmfgp'n kd Prof. Willy Jttckel gestorben. Als eine« der Opfer der letzten britischen Terrorangriffe auf Berlin schied der bekannte Maler Willy Jäckel, Mitglied der Preußischen Akademie der Künste, nui dem Leben. Durch seine Zeichnungen und Ölgemälde, vor allem aber als Meister des Pastells, hatte sich Willy Jäckel, der 56 Jahre alt geworden ist und aus Breslau stammte, schon seit Jahrzehnten einen Namen gemacht. dnb FUnf Abschlisse In einer Nachtstunde. Bei dem britischen Terrorangriff auf Berlin in der Nacht zum 16. Februar schoR Hauptmann Erhard Peters, Staffelkapitän in einem Nachtjagdgeschwader, innerhalb einer Stunde fünf viermotorige Bomber ab. dnb Sein eigener Reklamechef. General Montgomery, der am Mittwoch in London ein Wohltätigkeitfikonzert besu chen sollte, sandte ein Telegramm, er sei »zu sehr mit der Invasion beschäftigt«, um kommen zu können Wirklich mit der Invasion oder mit der Erfindung von Reklamemeldungen über die'*es Thema? tc Die Grippe In der Schweiz. Nachdem die Ostschweiz schon seil längerer Zeit ein beunruhigendes Ansteigen der Grippefälle zu verzeichnen hat, greift die Grippe nun auch auf die Westschweiz über. Besonders zahlreich sind die Erkrankungsfalle im Waadt-Land, wo wegen der Ansteckungsgefahr In den Städten Algle und Yverdon die Krankenhäuser für alle Besucher geschlossen wurden Die gleiche Maßnahme wurde, wenn auch zum Teil nur vorübergehend, in einigen Krankenhäusern von Ba^r.! rd Stockholm, 16. Februar Die Stockholmer Presse berU htete am Montag in sensationeller Aufmachung über eine rätselhafte Explosion in der Königlichen Tennisballe in Stockholm, wo über Nacht große Verheerungen angerichtet wurden. Die Schaden we'den auf 100 000 Klonen gesfhät/t. Die Halle mußte geschlossen worden. Da» stattlirhe Gebäude, das von König Gustaf erst vor kurzer Zeit eingeweiht wurde, erlitt bereit« bei seinem Bau eigentümliche Mif^geschicke, u. a. brach ein Brand au«, der damals Sabotaqever-dacht hervorrief Der »Nva Dagllgt Alle-banda« zufolge wird auch .diesmal die Möglichkeit von Sabotaae untersucht. Der König hatte am Sonntagvormittari in der Halle Tennis spielen wollen. Diesmal wird eher Maschinendefekt als Sa- botage dngenommen und Uberdruck In den Warmwdsserleltungen und Kesseln als Ursache vermutet. Man will jedoch dii« Ergebnis einer Untersuchung abwarten, deren Dauer auf ungefähr eine Woche veranschlagt wird. Die Feuerwehr ist der Ansicht, Sabotage sei zwar nicht unmöglich, aber es bestehe kein Anlaß, dergleichen zu unterstellen. Techniker meinen, falls ein Sahot^uT die Finger im Spiel gehabt haben sollte, hätte er die Schwächen der Heizanlagen sehr gut kennen müssen Explodiert ist der große Warmwasser-behält« im Kesselraum, und zwar mit gewaltiger Sprengwirkung. Die Verwüstungen an Ort und Stelle bieten ein Bild als wenn eine Bombe explodiert wäre. Das ganze Gebäude schwankte. Die Feuerwehr entdeckte nachträglich. daß eine zweite kataatropUale Explosion . „r„riffon mit knapper Not vermieden worden ist. "".1 n,, Durch die erste Explosion war nämlich ein Stahlflasche mit Azetylen schadhaft geworden, und das ausströmende Gas drohte bei seiner Entzündung die ganze Halle zum Einsturz zu bringen. Angriif auf Hammerfest tc Oslo, 17, Februar Die norwegische Stadt Hammerfest, die nördlichste Stadt der Welt, wurde, wie am Mittwoch bekanntgegeben wurde, in den Abendstunden des 14. Februar von britischen Flugzeugen angegriffen. Ea handelt sich nach amtlicher Mitteilung um einen Störangriff, bei dem militärische Ziele nicht getroffen wurdon, wohl aber nonveglsche» Eigentum. Zwei Häiwer wurden zerstört und in einer Kirche ein Brand entfacht. Ferner wur-i den zwei norwegische Küstendampfer versenkt. tc Ausgedehnte Buschhränd« wüten in verschiedenen Genende.n .^ustralions. In der Nähe von Gippsland im Bundesstaat Viktoria wurden, wie am Donnerstag aus Canberra berichtet wird, bi6her 2.'i0 Farmerhäuser und 1000 Vorratshäuser vernichtet dnb Der Dollar In Venezuela. Der nordnmerikanischn Industrielle Kavs"r (Schiffssarg-Kayserl und eine Gmpne von Venezuelanern teilen mit, daß rlle Verhandlunoen zur Anlage »hetrÄrhOi-chen« USA-Kapitals für dio »Entw'ck-lungi Venezuela} beendet seien. Orurk u Varlag Marburqai VprUg* u Drorker«) Gel m b VcrlognUitung 6<|on BAumnArlnri HaupttrhrllllttluDg Anton '1er»«"h«rk hfirle tn M'trhiiro n i< Ot^ii Rwrlnwi«» K Zill Zeil 'Ol Anielgen dif PinislUtt Ni f *nw 10 /^pTli 1043 gOltIg Aunfnlt U«(i»ning rtf»» Blnttaii b«t hfth»r«i Ifwult ort«»i netr1^h««lftrnnn gibt kainw Anapruch nuf Kttrkrahltinq da« BoriiQt fSldM MARBURGEK ZEITimO Fr«iU|, 18. Februar 1944 * Nr. 49 # Seite 3 HtihtdHiilii Rufidstköu Mehr als jemals zuvor! Ich kenne sie schon lange, die junge Frau mit ihren drei flachsblonden Kindern, die in meiner NachbarschaU wohnt. Ich kenne auch ihren Mann, der als Soldat im Osten geeitsplätzen. an denen die Tränd'g stert. Mit wachspnder Ergriflenheit lauschten die Frauen, als der Gauleiter, der eben erst von einpm Besuch in don am schwersten betroffenen Städten 7urück-gekehrt ist, selbst noch tief unter dem Eindruck erschütternder Bilder und fjp-schehnisse stehend, Beisnir-Ip unheHg-.a-schmückl, still, oft nächtelang, gesoiqt Widerstands- und Iphrnswillens an- und ihm dennoch in ihren Briefen d e führte und davon hrrichiete, wip Mpn-Sorgen abgenommen hat, um ihm die ' schm, dip in einor Nacht ihr gaiiyps Kraft zu gehen, die ihn Heldenl.ilen voll- "n'' vorloren hfltpn. mit vpr- weriipn sr»lltp, diese Stadt /ii vt-rlcMdigen wie pine rps1\ing. ,,Noch nie lint", so srhlf">f< finr (ictiilpi-ter, „pin^fann an der Snit/p (irr Nation gestandpn. dpr so qanz Inkarnation des Mannes'iims ist, noch nie hat ein gan-Tp', Volk mit seiner Fraiiens* haft emf m Mannp so beditiminq^loi GoV^lgsrhiift gploiclpt, l'nd wpnii pint"al fJosz-riirMp iil)pr rlipse Zeit rf(>srhrtrbon wird, dann soll PS he^Pnn; ,Ms das d.-iitsche Vf)ik in gioPier Not wnr und rils ps in seiner IrZ T hH K ?' Mutterschaft versagt ge- vom Schicksal nich beugen zu hissen. | hiiebrn ist. die dafür ui:l g m/er Hingl^^e Bereitschaft der Grazer ihre Willenskraft in ihren Bc n.f verströ- bripgpn ließ. Auch den Frfuien, denen ! Trotz sofort wieder an die Ar- Ifand laq, nh O'irtipa bpslplu-n lileiht, Der inneren Frauen, gerade in der schicksalsentscheidenden Zeit dieses Krieges tapferen Herzens dem Ruf der Führung zu folgen, gab die Kreisfrauenschaftslciterln Lina Rupp in ihren Begrüßungsworten Ausdruck. Die Gefahr der Überraschungen gebannt All sich der Gauleiter nun an dis men oder ihre aufgestaute Mütterlichkeit der Pflegt verwundeter Kriege, und der Betreuung mutterlos geworden-^-r Kinder widmen, bekundete der Ganlpiter tiefpn Dank und Verehrung. An die Zeit, in der einst um die Heimkehr unseres Gaues ins Gro(k1<>utsche Reich gekämpit werden mußte, erinnert® der Gauleiter an jene harte Zt*-it, in der l)Pit gingon, ntn mit ihrem Schaffen d 'ii Sieg erzwingen ?.u helfen Mit dem fiaij. leitrr fühl'pn sich — g<'rade im tif<'pn inneren Miterlebon des Leides, das die Frauen in d^n so hart geprüften "^'irtdlen üherslpHeri rnndten — die Grazer Ff^anen glürklirh, daß es rec>it7eitlg apliinnen da wplirte PS sich und dris dpiittrhp Schwort war vimstrahlf ^•(1m Hlanz dof Rul">ms." F'^'inn sf)!! pt. .ihci auch gieitli-/pj'in heiPiPn: .,t!nd danohon stand, iim-ieurhlet vrm stiller Opferberpitsrhaft, dip deutsche Fran. "nd wpnn «^ip nicht fipwpcpn wäre hatte dpr Sipg nicht er- Prauen wandte, die seinen Ausführun- fH« Frauen beste Kameraden waren, un-gen mit gespamiter Erwartung entgegen- Ipt Todesverachtung im wahrsten Sinne sahen, fand manches Rätselraten, das sich nach der Ankündigung der Großkundgebungen hie und da ergeben hatte, ein befreiendes Ende. Die Gerüchte um ängeblich geplante neue einschneidende Maßnahmen und Forderungen zerrannen in ein Nichts, da der Gauleiter feststellen konnte, daß zum überwiegenden Teil bereits geschehen ist, was zur Sicherung der Bevölkerung getan werden mußte, und zwar so rechtzeitig, daß die Gefahr von Überraschungen gebannt werden konnte. Blieben also auch in dieser Versammlung „Überraschungen" aus, so erkannten die Frauen doch bald die größere und tiefere Bedeutung einer Stunde, in der des Gaues erster Hoheits* trAger vor sie hintrat, um zu ihnen von den Sorgen und Plänen der Führung zu sprechen und sie zur Mitarbeit aufzurufen, um ihnen volles Verstehen des letzten Sinnes ()es gewaltigen Ringens tu vermitteln und sie zu bitten, Helferinnen des Führers zu bleiben, wie einst In den Zeiten des Kampfes um den Sieg der nAtionalsozlallstlschcn Idee und um die Helmkehr ins Reich. Mit Ehrfurcht und Ergriffenheit wür- des Wortes, in der das Ringen einer Familie zum Glauben an den Führer oft ' der sorgL Ich weiß ferner, daß für Hun- | digte der Gauleiter die' Haltung jener derttausende von Müttern und Kindern, Frauen und Mülter, die in diesem Kriege von Kranken und Notleidenden in glei- | wieder so unendlich viel Leid und so eher liebevollei Welse gesorgt wird. — Deshalb gebe ich am kommenden Sonntag mehr als jemals zuvorl Und du, mein lieber Volksgenosse, was tust du am kommenden Sonntag, am Opfersonntag des deutschen Volkes? —t. schwere Sorgen zu tragen haben, die bitter mit sich ringen müssen, um trotz allem Schmerz wieder ein tapferes „Ja" zum Leben sagen zu können. Höchste Verehrung und Achtung bekundete er als deutscher Mann der deutschen Frau, Das erste Auftreten der Pettauer Kleinsten Kinder spielen und singen für ihre Eltern • War das ein Gewimmel am letzlen ist, Tnnspnde von Müttern und Kindern ' runqen worden krinnen!" Ein guter Kamerad öinij von uns Abschifed von SA-Standartenführer Sepp Egjier M(.>nl.rt(|, 14, Feliiudr, wdr ein luiuer- Leiter des Fuhiunq-,amtt'S II eine iu,itheri,t>hlild,tipn war angetreten, um »ihrem« Standarten- dps Führers zeigte dessen Opffrtori rtUp führer ras letzte Geleit zu (leben, ein Zei- Kameraden verpflirh'pt mm pr«;» rp, hi rhcn welcher Beliebtheit sich Obersturm- i ;,np Kraft einzu<:et7Pn »lii der, F-ikK.i q. b'iniilüh.er Enger in allen Kreisen der j Sodann vpr'ihschieclo'e «trh de K p s- »en Krieg nicht verlieren können, weil B< \'ölkeiung Anderhurqs erfreut halte. j fiihrer mit hpwenpnden Wnrtep von, cei- diesmal die Fleimat nicht vertagen w rd ersten Stock der Dienststelle war i nem eng'^ten M'tarheiter und br-, on we ® Jahre 191fl. Und die Fraur?n, j (jg, Leichnam in einem Blurnenhain auf- | Freund Während unfpr f'iimpfpm mi- von deren mnerer Stärke in eo entichel- i qphnhrt und nahezu eine Stunde lang , melwirhel der Tote der HeimatP'de ü'^er- en ein Maße die Stärke der Heimat- ■ 7t>qen SA-Fiihrer, Wehrmanner, Männer, ! qeben wurde ertftntp" dis Lied vf.m nvi- front abhängt, echenkten dem Gauleiter Frauen und K nder an dem K.itafalk vor- ' 'en TCampraden und dir FhieTiia'vp" hi- gerade im Bewußtsein ihrer Aufgabe in ih en Staiidarteiitiihrer noch ein- I ren rle' lel/tp cotdof rh.i n \i h der Volksgemeinschaft aut das willigste ^ ^nal /ii -Heben. Ihn l'h loim orte sich i dp Kran/rreilfMirniin" h n' --■ d r 'r-,.r- >ehor. als er ihnen rlie llnveime dbar- ('er lUipusunle I iriiUM/iig. vorrin der | ''r fiei' K!ön(|p ''p' 1 k ,lni ' lüou keif dieses Krieges Irot?. der Fr'edennbe- , Mus'Vzuq i c SlaedfiiU; t'iili-OsI, (lab n- | ntfene f'r b niuhungen des Fühlers sc h Iderte rlfM ifliien.s u m \o! pniei uuü''>( rti( h- i vor Augen führen, daß dre deu'srhe Volk heute ausgelöscht wä'e, w"nn d°r Führer nicht am 30, Januar 1133 d'e Macht ergriffen hätt«^, DieErfüllunq derPfllcht allein genflgt nicht Stärkste Zustimmung unterstrich die Feststellung des Gauleiters, daß wir die- Dift Führung we^fl, wie der GauleMer hären ke hc vrni Kumi Mfci'iern, an die »letonte, daß sie viel verlangt, wenn sie | „fh dann die T.' ler m.t den sterblichen I Ubenesten de*, tjü/nlrilh r>fihing*":un'ie-! nen anschlössen, linier den F'cimilienun-gehörigen dt^ Verblichcnfn sah man dann /,ahUc>-;e SX-Fiihrcr, i)nlit.sche Leiter «iowie .Aluirdniu'.iicii von Failfi und Wehrniachl iin d c s.di drinii nithezu i .e gi's. mle Bew onn'.'r.m Irdt .Andcrbiirtir ,p , I durchringen, in dem die Völker äuf ih- Uer Lohn für die gezeigte Leistung | Richter int. Die ErkenTitnis, daß gerade tauer Kindergruppen die Liltern eingeladen hatten, damit sie sehen könnten, was ihre Kinder an den Heimabenden treiben, und was sie alles an Singen ________ .........„„„ und Tanzen gelernt. Die Mütter fanden i dazu gehört: Einem stolzen Könln" einer blieb auch nicht aus. Denn zum Abschluß dieser Krieg nicht zu vermeiden w^r, kam noch der gro^ Kinderfreund, Kas- erhärtete der Gauleiter noch mit d-m per Larifari, zu Wort, mit allem, was Hinweis darauf, daß in diesem Jf.h'-hnn-kaum Platz unter dpr nmR«... fr^hu^i „ gehört: Einem stolzen König, einer rfert der Jude im Osten in Gestalt d~5 Jfuü". Hexe, einen bösen Zauberer I Bolschewismus seine Weltherr^rh .fts- pläne verwirklichen will, während gleichzeitig deine Macht im kapitalistischen und phitokratiechen West-n, in England und In den Vereinigten Staaten In Erscheinung tritt und daß sich von beiden Seiten her die gleicfie Macht jetzt verbünde! hat, um da« einzige H'ndern's der jüdischen Weltherrschaft, d >ß deutsche Volk, vernichtend und damit todlich zu treffen. Als Mann. de> selbst Soldat gewesen ist, wies es der Gauleiter weit von sich, den Krieg mit «einen Schrecken zu idealisieren, aber gerade au« dem soldatischen Erlebnis konnte er auch den Frauen den tWsten Sinn der Tanferkelt nahebrlnq^n, die nicht darin besteht, daß man lachend «chen Frauen diesen Krieq, so furchtbar er auch geworden sein mag, als großes weltumstiirzendes Natiirereinnis bejahen lernen, nachdem er unvermeidbar geworden ist. Es genügt nicht, daß rnfin se'ne Pflicht erfüllt, man muß sich zu der inneren Bejahung ^ ( srhloll. Den S'hhiß biidelen die geriide .. ... nicht im E'u^nl/. stff.endrn Manuor der VVehrmannschdit, Am oitenen Gr.il)p, vor dem d'e Fahnenträger der Wehlmfinntichatt und s suMkien sich die Fahnen j /um letzten Vlale übei dem Grabe, wehrend das Lied vom »Guten Kanu'-raden-i eiklang. Mit den Liedern der Nation nihm man Abschied von einem vorbildlichen Soldaten. Das letzte Geleit Betsetzung ues Parteigenossen Ailred Büsbach, Rann Dei Leiter des Fiihrungiamtes 11 der Kteisiührung Rann, Tg, Dipl.-Ing Alfied Busbach, der an der Spitze seiner Alarmkompanie den Heldentod fand, wurde am 16 Febiuar am Heldenfriedho; in Rfinn heigeset/t. Dei Tote war im Kreishaiisi aulgebcdn: Ehrenabordnuugen sowie der alte Gott- höclifilos geopfert h-iiien HeMduler« cie-düchte er dos Gefrr'.ten Jn:.-.(he dem noch nach dpm Tode für se n fdp eres Verhalten diSS Eibcrne Kreuz II K!sn-gen zu müssen Dei fiit dpp 2'' '"oi rrar anqekündigle Huoo-H'oll-Abenil fii den sf hon qiöHlPs Iiileres^r hi>' rs(hl is auf dpn Iii Mäv/, do'i Cpburts'aq de- \lei- scheer Wach^uq hielten am Sarqe die i siers vorlegt Ehlenwache Die Krän/p des Btrndpsfüh* Jg. Walter Roßmann mit 115 Punkten. ; An flßi" Spitze der Trifailer Lehrlinge ! lers, des Kieistüh'ers, dri Wehrmarh , Bei der Abnahme der Prüfungsarbei- . steht Jg. Hermann Kolar mit 110 Punk- j der W'aflen det Gottschoei Volks-ten konnte der Wuttkampfleiter, Pg. Ing. ten und Jg. Johann Teusel, ebenfalls j gruppe, der Amtslrager und Ortsgrup-urahmann, mit Stolz so manche schone | mit 110 Punkten. Die Trifailer Jungen , pen s^wir der vielen Angehöriopn und Präzisionsarbeit unserer Nachwuchsar- llche Flaggenhlssung eröffnet, worauf ' heiler vorweisen. Am Nochmitlrtg wiir der stellvertretende Belriebsführer, P«. '........ Kurt Gröger, zu den Lehrlingen sprach. Er wies dabei auf die Bedeutung des Kriegsberufswettkampfes hin und richtete an die Jungen die Aufforderung, ihr bestes Können zu zeigen. Anschließend begannen die praktischen Prüfungen: Moißelübungen, Fell- imd Paßühungen, Elektroschwelß- und Drehübungen, db-gestuft nach den verschiedensten Leistungsklassen und Arbeitszweigen — es waren Elektromechanlker, Bnuschlosser, den die theoretischen Prüfungen abne-nommen: Berufskunde, Deutsche Spraclie und Rechnen, und zum Abschluß heant-worfele jeder Lehrling fünl weltanschauliche Fragen. Das Wettkampfergebnis war auch diesmal ein im Durchschnitt beachtliches. Auf jeden Lehrling kommen 97 Punkte von 120 erreichbaren. In der Leislungs-klassp I führte der Jg. Willibald Klöckl mit ino Punkten, In der Leistungsklasse II der Jg. Alexander Sluga mit 115 Punk- waren auch besonders durch ihre stramme Haltung angenehm aufgefallen. Die FInggeneinholunq und eine kurze Ansprache des Betriebsführers beendeten den Wettkampf. Die Leistungen der Lehrlinge sind eine stolze Willenskund-gebimg der unterstelrischen Jugend, dl» Tradition deutschen Arbeitertums würdig zu übernehmen und weiterzutragen. Und daß das so ist, dürft« sowohl für den Betrieb als auch für die Mitarbeiter des Arbeitspolitischen Amtes der schönste Lohn sein, der ihnen für ihre Mühen zuteil werden konnte pen s^wir rter vielen Angehöriopn und Fieunde schmückten dpii nnit ner Ma-kenkreuzlahne bederkten Saig Im Minteigrunde leuchtete dis mil fannengriin gerahmte Eiserne Kreuz. \eiies ans H»>rlienc(ig. Tie: bi-^Hia-iq« OMshaiipinJiihrei Kamer,t.| .Kikob l\o. waisrh, übi^inahm das ^.'b runqs.iint L D.is \'e:wait'.mnsimt leilPi Kö ■-'p'-ad VJ.nx W'SMck 7um f^-Sliaue-nliihrer viiide Kameitid Fcdnumd Pi is hek be ufpn — Fiii Füb;i>; inui h f inden den fleldeniod an dei Ost'rnn» du» Kameraden Siegtripct Sdotit/ nin mn Nach einem feierlichen Sprinh und Cinrensrhek an dpi Südliont .loh>riM dem Lieblingstiedp des Gelallenen ge- ; wafsih. — Im R, hmen einer Wehrin ■( ht- sungen von der Mädelsingschar, sprach , veranslaltunci qnstierte in H'^fh"Moqq der Freund und langjährige Mitarbeiter ' das Gia^:ei Landest he.der Zu \ pian- des Toten, ff-Mann Richanl Lackner. sfaUunq wai nui Ii d.e lievölkeuinf) qe- tiefempfundene Abschiedsworfe Sodann laden Es wurd» dd-» lustcp ol -7H-is'hen wurde der Tote zu Grabe geleitet. | Slultgnrt und München oprinben das Der Trauerzuq wurde durch mehrere don Schauspielern reichen Heilall br.n h- Formationen eröffnet. Hinter dem Saige 1e, — Vom 1. bis 10, Februar wurden folgten die Angehörigen, geleilet vom m der Ortsgruppe viei Kindel geboten. Wir bekondcn nitl unserer Spende am Oplersonnlaü unseren Willen mm Endstea l Seite 4 * Nr. 49 * Freitag, 18. Februar 1944 MARBURGER ZEITUNG Totenfeier für PjJ. Otto Wamberger Infolge Herzsclilage» «tarb am Sonntag, 13, Februar einer der aklivslrn Vorkämpfer der nationalioitallBtischeii Bewegung In der Steiermark, Partelge-no*!>« Otto Wamberger, Träger des Goldenen EhrenAbzeichetu der Partei. Im Auftrag des Gauleiters legte bei der Totenfeier am Mittwoch in der Grarer reuerhfille Gauobniann Weißenstelnpr eineti Kranz nieder Bei der Totenfeier, der viel«! Kameraden von der Alten Ciardc, u a. Gaupropdqandaleiter Fisrhtlnschaft ..Kraft durch Freude" Im Gau Steiermark. Die Gauwaltung der Dpu'srhen Arbeitsfront verliert in Wam-herfT^r einen ste^s ein?at7bpreiten und fltMl\igen Mitfirbeiter. LanH«>s^^aiid'rektor i. R. GeoT^ Eichkitz ^f^^storbcn Iii Graz ist der wirklicho Hofrat und I intlesbandirektor in Ruhe, Diplom-Inge-nu'ur Gforg Eichkitz, im Alter von 69 Jahren gefitorbf^n. flnfrnt Eichkitz wnrde am 25. Juli 1C7.5 in Schleinitz bei Marburg geboren und besuchte die Staats-oherrealsrhule in Marburg sowie an-n-hlleßend d e Tcchn.sche Hochschule in Graz. Cr diente beim Infanterie-Regiment Nr. 7 al« EinjAhriger und trat am 15. Juli 139^) In die Dienste des Lande«bau-Hmt(^ in Grnr. Am 1. Januar 1*123 wiirde er TTum Landesbaudirtitor ernannt, im August 1935 trat er nach 36i{lh-iger Dienstzelt in den Ruhestanfl, Hofrat Eichkitz war schon als Ferlal-techniker bei den Vorarbeiten für die Pftßnltz-Recprlierunti tfltig, wAhrend seiner langen Dienstzeit arbeitete er vor-rugsweipe in der Abteilung für Straßen-und WiÄPerbau. Sein Hauptarb^'Uegeblet bildet« «t«ts die Unter^teJe.Tnark, in der unter «einer Mitwirkung dl« «rstan größeren BiseobetonbrOcken aufgeführt wurden. Als Baudirektor widmete »r t®lne Arbeitskraft In erstftr Linie der Ausge«tal-tupq des steirlschen StraRenwesens, wo-h«! sich besondere Verdienste um den Piu der PnckernstraPp und der Ges^use- Kreisführer Dorfmeister vor seiner Jugend Vielseitige WochenendschuIun({ des Bannet Cilli Dieser Tage kamen die Gefolgschaftsführer- und Führerinnen der Mtidelgrup-pen des Öannes Cilii der Deutschen Jugend zu einer Wochenendschulung im Haus der Jugend zusammen. Den festlichen Auftakt bildeten der gemeinsame I Besuch des 5. Symphoniekonzerles, das j den Jugendführern- und Führerinnen, die I teilweise aus den entlegensten Orten des ; Kreises angereist waren, zu einem sel-tenPH Erlebnis wurde. Der Samstag war ausgefüllt mit .Arbe'tsbesprechiingen, qf'-; meinsamem Singen und einer Spoit-j stunde. Den Höhepunkt des Tagps bildete die Arbeitsgi^meinschaft mit dem Kreisfiihrer, Hauptbannführer Dorfmeister, über weltpolitische Fragen. In einmalig klarer und packender Weise vermitteile er seinen begeisterten Zuhörern einen Überblick über die politische Lage und gab Ihnen damit das Rüstzeug für Ihren Führungsauftrag In den Einheiten. Mit dem Heimabend „Unsere Weltanschauung" vom Führer des Stammes Clin gestaltet, wiirde die Arbeitsgemeinschaft erlebnisreich unterbaut. Am Sonntag versammelten sich die Teilnehmer im Festsaal des Kreishauses zu einer Morgenfeier. AnBchlleßend wurden vom Bannführar und der Bann-niädel führerin an verschieden« Führer und Führerinnen sowie Einheiten für gute Leistungen oder vorbildlichen Wn-satz Preise verteilt, so auch die vom Krt'isführer gestifteten Preise für die erfolgreichsten Einheiten in der Werkarbeitsaktion. Desgleichen wurden die Siegpr und Siegerinnen bei den unter-steirisch^n Skimelsterschaften in Murau ausgezp'chnet und schließlich erhielten«, die Toilnehmer am großen Sommerzelt-laqor der Deutschen .lugend 1943 In Pra-gerhof den vom Bundesjngendführer gestifteten Gedenkarmstreifen ,,Pragerhof 1943". Am Vf)rmitfHg wtirde der Dienstplan für den kommenden Monat durch-besprochen. Dabei hatte die Führerschaft Gf'iegenheif, persönliche Erfahnmgen auszutauschen und tu den aktuellen Fragen Stellung zu nehmen. Am Nachmittag klang dl« Wochenendschulung mit einer fröhlichen Slngitunde tut. Straße erworben hat. Ff>r den Neubau der Eisenbetonbrückp über die Woglel-na bei Cilli, den Bau der Mur-Brücke bei Radkersburg und noch bei verschiedenen Gelegenheiten wurden ihm besondere in- und ausländische Ehrungen zuteil. Bei unserem Mäde!wi>rk Schulungslager des Bannes Marburg-Land Im Ras.ter Jugendheim fand ein Schu-hu'.g-slager für Führeranwärterinnen dos Mädelwcrkes der Deutschen Juqenrl des B^tnnrs Marburg-Land statt. Schnell wuchs man hier br-radlcernhiirg führte seinen ersten dies-iiihrigrn I Inhnnachmittag durch Krcis-frau Pgn. Horma Bouvier, dankte ein-qanrrs den Frauen für die bisher gel^i-stpte Arbeit und umriß die wesentMch-eten Anfo^^b^'n der nSch^t^n Zeit. Im Rah-pifn dieses Helmnachmlttags Wirde du''ch d'e Laidrn clgruppe Abs'a] d'"«s humor'stische S'ü^k »Die Müllerin iind 'hr Soldat ' zur .A.'*ffiihrunn gelracht. Die Spi'-'ln'-unpe wu^de durch reichen B?i-fnll für d e qew^ihrten Stunden der Er-h"IiiTig urd Erheiterung belohnt. Todesf.l'le. In Marburg verschieden: Der Ö^i^hrig" Wilch'er Josef Hirsrhmann au'-, de"- Kärntnorslraßo n4| die R'lShriqe Private . M-iria Si'hulz geborene B^n^sch-ko und die •lOjährlge Private Amalia Weiß — Tri GurVfelri starb im Alter von fln .Jahren der fJerichtsoffizial 1. R Franz Miigditsch — In Cilli i-it der Reichshah-ner Alois Kratschun gestorben. — In Bumndnrf hei Marburg starb der 70-iährigo Geflüoel^chlSrhter Anton Pom-n'fr, — Ir\ t!er Uhlandqasse 4 In Marburg verschied die 32|Shriqe Relchspo«!-»i'haffneregattin A.n#Tela Skrabl (ffh Fiedler — In Trifall ist die Haus- und Reall-tftteTibe«it7er'n Berta Lamper geb. Go-riTipp gestorben. Wir vfirdun'^pin vom 13. h'S 19. von tiis F Uhr! Wieder eine Sonderzuteilung SüBwarM Iflr Kinder and Jaii«odllcli« Dar RelchttraAhninQsinini«t«T gdbt kannt, daß «inheitlich Im ganzMi Rslcfa»-gebiet sowl« In den Gebl«t«n d«r Ch«fc d«r Zlvilverwaltuna*n den Kind«rn und Jugendlichen bli ru 14 Jahren Je 125 g Süßwaren ziK|e«telIt werden. Di« Abgabe der Süßwaren erfolgt auf Ahqtebe de« Einzelabschnittes N29 der rosa Nihnnlt-telkarte 59, bei landwirtechaftlichen Selbstversorgern auf besondere Berechtigungsscheine. Zeitpunkt und Einzelheiten der Abgabe werden von den Emähmngs- ämt^rn örtlich geregelt. * Unfälle, Der 48)yirl4e Schloss«rgehllfe Franz Michelitsch aus Mallenberq atürzte vom Fahrrade und zo** Ohtn'ich« Gcri«tx. 11—II.SO: Klelntl Konzert, 11.30—12; ItnndwrrlterÜFdrr iind Mir* seile. Fin Chor und ein Mutikzui; dei RAD, 12.S5 —12.45: Der R^rkhl nir Lnje. IS—15.10: Op«m-vnripicle und Velkiwcixen. 13.30—14: Sa!Utcn> muaik. 16—17: SehÄnf KIHntft aui Op«r und Kon-*er4. 17,15—18.30: ».t*. wenn die Miulfc nlciil wllr'«, linterhallunf aun H«mburil. 18.30—H: Dtr 7eitiiplefjcl. H.t5—19.30: FrnnthericM«. 1^,45—Mi Dr. Cnehhcit-Aufiitz: * Dlt EnticheidiinH flb«r I.phen tind Tnd>. 20,IS—21: Operttttn-, Tontilm-und Untcrhillnnjimuiik, II—2}| VolkltflnllstiM AhfndVoni«#!. D«nttrk*MdMB4«rt tl.lf—M.Mi K»aa art wM dorn Orchsattr dat Tliaatan SDai Gahtlmnia«. II—Iii Abtndkoiiiart dta Frankfurlar Rundfnntiorahctiarai Baalhavaa, Morart. I,eilun|{ Olln FricIchAflar ■tili Hanl M4I-I«r-Krev. Sport und lumen Schimeister starten in Cilli Aa Sonntag Langlauf und Torlaol Dl« ersten unteratsiriachen Meiater-schaften im Scliilauf, die am Sonntag, den 19. Februar, im Gel&nde von DIU zur Ausrichtung koonmen, werden, wie alles darauf hindeutet, sich zu einem kampferfQllten TreJfen großer Könner von fern und nah gestalten. Die Kämpfe, die ausechlieSlich am Sonntaq zur Abwicklung gelangen, eröffnet um 9 Uhr ein Langlauf über 10 Kilometer mit dem Start und Ziel bei der Cillier Hütte. Um 11.30 Uhr wird auf der bekannten Ab-fabrtsroute Doetberg—Cillier Hütte ein Riesentorlauf auegetragen, der eine willkommene Zusammensetzung von Abfahrl und Torlauf brlntjen wird. Das Nennungs-ergebnl« scheint alle Erwartungen zu übertreffen. Außer der vollzfihligfn heimischen Schifahrergarde werden bekam te Größen, wie Krallinger aus Salzburg Leutnant Ehrenfried aus Graz, Huß au< Mürzzuschlaq, PratscheJc und Knlflc au^ ABlliKi u. a. m. an den Start gehen. Auel Reichafadiwart Blldetedn hat s«is Ein treffen In Auasicht gestellt. Um das FußballpHmaf der Untersteiermark Gledchzedtiq mit der Gauklasse werdcp auch In der unteretelrlachen Fußballkla«-ee am 19. März dne MeisterHdhaftskAmpfe wieder aufgenommen. Die Rückspielf werden an fol-genden Terminen durchge führt: 19. MÄrz: BSC Westen I — BSG Tri fflH II, Sportgemeinschaft Bichtal I — Rapid Marburg II, SG Cilli II — Reiche bahn Marburg 11, spielfrei SG Gdlingen I 26. März: SG Hdlingen I — BSG We «ten I. Rapid Marburg II — BSG Trifii! II, Reichsbahn Marburg II — SG Eichtal I, 6pf<»Ifrei SG Cilli II. 2. April: BSG TrfTail IT — SG Cilli 11 SG Edlingen I — Reichibahn Ma'hurg II, BSG }A^P€tpn I E SG Eichtal l, spielfrei Rapid Marburg II. 9. April: Rapid Marburg II — BSG Westen I, Reichsbahn Marburg II — BSG Trifall II, SG Cilli II — SG Edlingen I, spielfrei SG Eichtal 1. 16. April: SG Edlingen l — Rapid Marburg TT, SG Eichtal l — BSG Trifall II, SG Cilli II — BSG Westen I, spielfrei Reichsbahn Marburg II. 2.1. April: Reichsbahn Marburq II — Rapid Marburg II. SG Edllnaen 1 — BSG Trifflü II. SG Cilli II — Sn Eichtal I, spielfrei BSG Westen 1. .10, April: Refchfthahn Marburg II — BSG Westen I, Rapid Marburn II — SG am II, SG Eichtal I — SG E m nicht zu schlagen war. DAS GLÜCK VON LAUTENTHAL 15 ROMAN VON PAUL ERNST Die Fremde wurde wach durch Ge-r^^iisch im Haus Sie sah zum Fenster, drt stttnd diflu3en die Sonne schon hoch, fi.e spr-ing aus dem Bett, wusch sich ttnd kleidete sich an. AI« sie in das Wohniitumer trat da empfing sie der Pfarrer mit freundlichem LÄcheln, Indem er, ihr beide Hflnde reichend, auf sie zuschritt »Nun, mein allergnädigstes Fra«-lem, ich brauch« nicht zu fragen, wie Ihr geruht habt • Auch die Pfarrerin reichte ihr fieundllch die Hand, und so setzte Kch die Fremde zum Frühstück, Indessen das Ehepaar mit Enttchudlgun-gp'H lieh entfernte und Jedes an seine Atbeit ging. Ntich dem Frühstück stieg sie denn nun wieder lu Ihrem KÄmmerchen, bitlt« die Laute und ging In den Garten, Sie ging zwischen d»»n Beeten auf und ab, spielte und sangi und endlich trat sie auf die groRe steinerne Schnecke) mit einem Fuß hielt sie sich In der Si hwebe, der leichte Prtlhllngswmd wehte Ihr Hnar fort und Lautenband, und sie inng; »SchAnt Lieb, du bist jatit bunden .Stark an das t^nrrenseili .Spann du den Kloben hesser auf, Und fang ein andre Närrin drauf, Ich werd dir nicht zuteil.« Aber als sie den letzten Vers sang, dri rollten ihr zwei nmde Trtinen über die Wangen hinunter, sie sprang von der Schiieckc herab und behielt die Laute in der bringenden Hand Als sie auf der Schnecke gestanden und gesungen hatte, da war es gewesen, daß Kurt im Vorübergehen sie gesehen hatte wie em Mhrchen und dieses Bild eines harmlosen Glückes war nun In seiner Seele und wirkte in ihr. Indessen fiber dieses In Lfiu»en'hil ge-•' hdh, hatte in Langelsheim Thilo von Uslar viele Gesnrärhe mit seiner Mutter über die Fremde, Er fragte nach der ganzen herzoglichen Verwandtsrhaft, um ru erkunden, wer wohl das PrÄuleln von Glück sein konnte) aber lelne Mutter wußte nicht mehr so genau Beficheid, sie glaubte auch nicht, daß die Fremde eine Prinzessin war, und hielt sie eher für eine Hofdame freilich für eine von den vornehmen. Er fragte seine Mutter auch, was sie an der Fremden beobachtet hatte er sprach ÜÄer ihre feine Art zu iltxen, zu gehen und zu stehen. Wenn sie etwas nahm, dann grltf sie nie grob mit der ganzen Paust iQ, sondern nur mit diei, oft auch nur" mit zwei Fingern. Noch nie hatte er so schönes dickes, braunes Hfiar gesehen. Wenn sie in dei Sonne stand, dann war es. als ob einzelne Funken in dem Haar aufblitzten. Endlich wurde Frau von Uslar unwirsch. Sie sagte- »Du haut deine Braut, die ist ein gutes MSdchen, und der hast du dein Wort geiß ja nicht, wie ich ih'- he!fr>n soll daß sie bei ih'cm Eigentum bleibt.- So sattelte er denn sein Pferd und setzte sich auf und ritt fort und kam nach Lautenthal. Hier abei kam er an als das FrAuleln von Glilck noch nachdenklich im Garten stand und die Laute In der hängenden Hand hielt, Er ritt auf dem Wege am Garten und sah von seinem Pferd herab) d« grüßte er sie und sie raffte sich zusammen und dankte ihm zierlich, und ein verschmitztes l.flcheln huschte über ihr Gesicht ~ Schnell stieg er vom Pferd herab und lehhte sich über den Gartenzaun, Das sah die alte Pfarrorsmagd durch das Fenster und kniirrte: »Den jungen Mann hat sie nun am Narrenseil; dfis sieht man doch; einr» Hexe ist sie.« Der alte Diener d*»r Fremden aber saß In der Küche auf einem hölzernen Stuhli er hatte seine weißwollnen dicken Strümpfe über die Hose gezogen und war ohne Schuhe und hatte die Beine lang ausgestreckt zu dem fröhlich knisternden und knackenden Herd. Das Geknurr der Magd hatte er nicht verstanden! ihm war auch gleichgültig, was sie sagte; aber er dachte sich wohl so, was sie nesagt hatte So sprach er hinter seippTTi h^Pftenden SchnauT^inrt vor: »In mein allergnädigstes Fräulein find viele verliebt. Aber freundlich gegen alle, mehr nicht, Und freundlich muß der Mensch sein, du altes Gerippe. Und wem unser Herrgott Schönheit verliehen hat, der muß doppelt freundlich s«la, denn dAmit verdient er sich, daO er so schön Ist,« Thilo hatte Inzwischen das FrÄulein In ein Gnspr^ich verflochten, das nicht sehr inhaltsreich war; er selber führte es etwas stockend, denn eg fiel Ihm Immer nicht recht ein, wie er etwas Torbrlngen konnte, durch das es weiterging, wSh-rend sie mit gel&uflgem Zünglein plauderte und schwatzte und dabei ganz harmlos und arglos tat. Er sagte, daß er habe dem Herrn Pfarrer seine Au^wa^ tung machen wollen, aber der studiere wohl. Und wie nun das Gesprich welterging und er fühlte, daß er es erigent-lieh abbrechen mußte, da sagte er, er wolle nun weiterreiten, denn er sei doch neugierig wie die Geschichte mit dem Nfühlknappen geworden sei, deshalb wolle er das Tal aufwArts reiten bis zur Lautenmühlei tind als er das gesagt hatte, aus bloßer Verlegenheit, denn er hatte eigentlich an den guten Müllbr gar nicht mehr gedacht, da kam er auf einen neuen Gedanken, und er fuhr fort, ob es nicht dem allergnidlgsten Frfiulein Vergnügen machen werde, mitzukommen und sich gleichfalls nach dem guten Burschen unuueehan. Da huschte wieder der schelmisch« Zug Ober des Priulelns Gesicht, und sie sagte zu und sagte dann, sie müsse nur der Pfarrerin Mitteilung machen und Ihrem Diener Anweisung geben, das Roß zu satteln. ' Mit diesen Worten ging sie schnell tns Haus Sie stieg nuf Ihr Zimmer und hängte die Laute an ihre Stelle, und als sie die obere Treppe wieder herunterkam, da traf sie auf die Pfarrerini die hatte Spiel und Gesang im Garten gehört, und da hatte tie weinen müssen. Nun waren ihre Augen noch ganz verweint. Das FrAuleln tat, ala bh sie davon nichts merke, und erklärte ihr freundlich, daß sie einen kurzen Ritt mit Herrn von Uslar machen wolle und zum Mittagessen um elf Uhr wieder pünktlich zu Hause sein werde, Herr von Uslar stand mit seinem Pferd, das er hielt, draußen auf der Straße vor der Haustflr und grüßte zum Fenster hlnaul als die Pfarrerin hinausblickte. Das Fräu lein aber gab dem Diener ihre Befehlf und ging hinaus zu Herrn von Uslar und bald kam auch der Diener mit dei beiden Pferden. So ritten denn die zwe talaufwArts mit Schwatzen und Lache' und hinter Ihnen der ehrbare Diener b steifer Haltung. Die Dienstmagd war schnell aus de Küche In die Stube gelaufen und hattf da hinter dem Fenstervorhang ge lauscht) nun die Drei abritten, öffnetr sie das Fenster und sah Ihnen nach S' murmelte: »Und das lasse ich mir nich nehmen, sie ist eine Hexe, und der alt Kerl mit dem langen weißen Schnurr hart ist Ihr Hexenmeister, und den tuti gen Herrn von Uslar hat sie verhext: man sieht Ihm Ja Im Rücken an, wie rerllebt er In sie Ist, trotzdem er so eine schöne und reiche Braut In Gittelde sIt xen hat.« Inzwischen aber war auf der Lauten mOhle auch allerhand qeschehen. nach dem Franz Bacher, den Stock im Krelsr schwlnnend und scheinbar harmlos pf"i "fend efnnezngen war man Vom tiefsten Schmerze gebeugt, geben wir bekfinnt, d«ß mein Innigstgeliebter, treubesorgter Gatte, unser Bruder, Schwager und Oiikel Pg. Willi Stanopa Gruppenffhrer In einer Alsrmkompanla am Samstag, den 12. Februar 1944, Im blühenden Alter von 14 Jahren, Im Kampfe gegen Banditen für den Führer und »eine geliebte Heimat gefallen IsL Die Beiisfitzung unseree tomen Unvergeßlichen findet Fredtag, den 18. Febiua.!, um IQ Uhr, auf dem Städtischer Friedhofe In Drauweiler statt. Marburg/Drau, Römerbad, Wien, Graz, den 17. Februar 1944. In tiefster Trauer: Valerie Stanoga geh. Braunlgg, Gattini Hermann, Anna, Mltzi, Justl, Paula, Grete und I.ene, Geschwister) Martin, Toni, Walter, NIko und Gotlfrled, Schwäger) Familien Braunigg und Zechner. 1331 lldrt und schwer traf uns dJe traurige Nachricht, daß unser gnllebter Gatte, Sohn und Neffe Alois Mrak Wehrmann am Samstag, den 12, Fobruaj 1944, im Alter von 33 Jahren, gefallen Ist. Lieber Alois, wir werden Dich nie vergessen! Du wirst In imseren Herzen welterlebenl Die Beerdigimg findet am Freitag, den 18. Februar 1944, um 16 Uhr, am Städtischen Friedhof In Drauweiler statt. Marburg/Drau, den 17. Februar 1944. In tiefster Trauei\ner8tdct, 24 Februar, verllngort. Oliv Holznirtnn, Woll Albarh-Betty, Han« Oldi^n, Otkar Slnid und R«don Cflrl. FQr Jugendlich« iintpi 14 Jflhreu nimi laq^-ldSAfn I Wir («Igpn In Sondfrverannlallangen: Sonnldg vornnUmr um 10 Uhi Mnntflfj um 12 45 Uhr- Aus aller Welt •In« Serie ichon^ttQr Kuiturlilme. Künstler d«r Pullta, Wlldwasier der Drlnn, englische Kanalinseln, Winter-mite durch Südmaudsrhurlen, unter dnr Tropensonno Javai, In einer rhincAlsrhnn Stndt. PAi Jafandllrfee taoelaitteDl ESPLANADK So .■« IS IS, W W <9 4S Uhi Wo I;. I? 10, 10 4S Uhi Varlhi(«rl bli Ind. Sonnlng Ein Mann mit Grundsätzen? Hui SAhnker, Gllle Mayrrholer, M.irla Koppenhiler, Lola Mflihel, Unula Herking, Llie Lesku, Emit Waldew und Frlti Oderoar. — Bin etegnnter, h(>iterer Tarra-Pilm Im' Rahroen einer prachtvollün Ausstattung Pli iatm41lc>i« iPtei Ii Jibraa alchl lagelatMal Ltchtapicle Bmnndorl_ PniUf, II. n lt.4S Uhr, ftaastafl, II. vm tT.M und II.4S Ohr, loiintaf, M. Februar um 15, 17.30 u. 10.IS Uhr Der ewige Traum mit Lais Traaker. Ffir Jugendllcli> anter 14 Jairen nicht zugpUssen! Burg-Lich'spiele Cilli Wo IT n. 11.30 un. So 14..m 17 u 18 «0 Ubi Vm PralUf, II. bli Donnarslag, 14. Febniaf KAU ICIAIFER mit leiuem Eliballatt In Der weiBe Traum omj ■•UiMaa, WoU Albaca-Iattr. Oakai Mm «*4 ImbU Call. — Mlrchaohalta Ucbikaikadan, dimo-lüKbar Paitaachtaapuk, ein betchwingtar Raigan auf ■Blagalndaa Bis, und am Rande dieser glltiernden Bltravua iwal glOckllche Mensrhen — deren Harzen lieh gefundfo Plr Japendllchr anter 14 Jahrrn alchl togelasien Metropol-l.ichtspielc Cilli_ Voa Frallai, Ii. bis DuDDerttag. 14. Februar P e t e r 1 e ■It Jm Mlcftal, MIm Aallafler, Qabrtala lalaailUac, Alfeaft Jaaichah, Kl. Ladwlg Melaf. — Splallaltungi Jo« Sticht. — Plr Aiaadllch« alckl ngalaiiaal Lichtspieltheater Gnrkicld Praltat. II.. Siniitag, II. und Sonatag, 10. Februar Altes Herz wird wieder jung mit EMIL JANINGS, Maria Landrock, Viktor da Kawa, Will Dohm, Hamid PauUen u. a POr Jugendliche unle. l< Jrfhrrn nirhl tugflasienl Samilag, 10. u. SoiinlAf], 20. Tihruar (l<>r MAnhenlllm „DFR GEsriCrELTC KATDB" MÄrchenvorlÖhnmgen um Ifi .W Uhr Tonlich^spieW r>f»"tscl?€S Haus P e 11 a ti Freitag, II. um 1').45 l'hr, SrimtUg, 10. um 17 10 und 19,45 Uhr, SonnUg, 20. I-chrudr iim l:v 17 10 u, IU.45 Uhr FRASQUITTA mit Hans Moser, Heim HUhmdiin uiid Roll Cdrl. Für lugvndllrhe nlrhi lugrUssfOl Ton-Lichtspißle Staditheater P e 11 a u l'rell.ig, IB., Samslag, 10., Scinnliig, 20. und Monljg lt. rel>ruar Willi PorsI, Carola Mnhn. Pdul Hör-biger unil HpII Finkpiizellcr im Piln ,1.iobc tu Hof Königswalzer (Cafe Tomasoni) FQr Jugendllihe /tigi'ldssenl rraltiig. Samstag und Monlttcj um 14 :iO Uht, SinMMaij um 9.10 Uhr .higondvor^lellunqcn mit voUsMri(hyt>m Programm I Zu dllen ilbrifloii VotslolhinfiP'i worden .lufiendlichp wogen PUtrinangel nirhl luycltiünni! Licnlsp'eltlT^ptrt TrÜail Von Freitag, IB. bis Mnnlag, 21. Fi'brunr Ich werde dich auf Händen tragen nul litii* t'liik%!Undllri.a nirhl >iiqi-l Arbeiliamte« aingehnlt WKrd«n TÜchtigi, nette Köchin u. Serviererinnen werden aufgenommen. Zuschr. unt »Smson 1944f ig dla iM. Z.e.___431-9 Maschtnanwlrtar zur Pflega und Instaikdhaltuao unserer Maschinen tind Anlafien sudit Molkerei Marburg, Teqetthoffstraße N^^l^____________12.';9-6 Lehrling wird «ot. aufo'^nommen — Tischlerei, Ma.burq-Di uu, Kärntnerstraße 39. 1292-6 Altere Kdrhin txler Wlrtschaf- tprin mit Kochkenntnlsscn (ev, Pensmnistenehepaar) auf Landgut Nahe Marburgs n«;ucht. Wwien öfterer Abwesenheit d. Besitzer, Vertrauenswürdiqkeft I erforderl. Anträqe unt. »Ruhige I Dauerstelhinq 1310f an die »M. ____ _ 1310-6 I Lehrling od. Lehrm8drhf>n mit , gule' Schulbildunq yird aufgenommen. Vlodewarenhaus C. Rüdefeldt, Marburg-Dr., Herren-I gj^sse 4-6 __ _ 12fM-6 Suche eine Hdtisschnciderin f. 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Zimmer Angebole unter Drin-tjend 12.'i4 ( an die »M Z «, Mniburg-Drau. r2;)4-8 * Im Btnsali gegen landfremdes Baiuttten-getindel gaben folgende Männer der Standorte Marburg-Stad< der Wehrmannichaft ihr Leben- Leben GoHlried Wehrmnnnschalts-Truppfllhrer Kitek Max Wafcmaaeschalts-Otwrscharftlhrer Stanoga Wilhelm WakTmaBBSchalts-Rottenrahrer Kcbritsch Alois Wehrmannschafts-Roltenfllhrer Tomaschitz josci V/elirmann Pleferschck Bartholomäus Wehrmann Mrak Alofs Wehrmann Blaschiiz iVoman Wehrmann Ihr Heldentod ist uiis ew.qe Vcrplliclitunfi. Wir verabschiedon uns von den loten Krtinniadeti am Freilag, den 18. Pehrudr 1!M4, um 11) Uhr, ituf dem Friedhof in Diauweiler, Marburg-Dr,, ("eu 18. Fehniiir 1914 STEIHISCHHR IIFIMATRUM), Kreisführting Marburg-Stadt; S t r o b 1, Kreisiührer. STANDARTE MAllHUHG-SUdt der Wehrmaiinsc halt. • Kohlhflchrr, S.'\-Obersturmhannliiliier. 5J1 DER BEICHSMIMSI h« FCR RÜSTUNG UM) Ki:if<';SPR'')-DUKTION Chel f msDort-wesent» Beilin "^W IK .AI-sf-nstr 4 I«; cIm I ü rtl, sucht- Kififlt.ilri ■ Anlei Illings, Kli Me st! ■ I f| f i^nd Werkel kim Pei-u ; Kofi« u Fleis« ner Su>n , y| -.tpinen, Kontorisunnen Ko' hi'inen u. sonst Einfi#*t7 wf'tfjrhf ndst nach W.in6(h 189 ■! vi ■ "f'iSTi'.-.r V/ER^ä KRAfTi-AH.'tER bei d«n TrnnsporIeinh«lten Speer Koj'«nto*i»t A'j^hilrtrj'ic Voibildlidm but'euui y Maldung bei aNun Aroeil: -nilern Der Rdlchimlnlitf^r 'ur Küitunn u. Krt«qt|i«cr»| Tausche 7'irmer, K(Uhe, Kahlnett, mit Harl-n i'sulnrf gegen Z iiimi r v i)dei auch gioßi'ie V\'oh -x 'n de Stadt, Aiv/ul'I rofl^sp Nr. 6, bei Klitsf hfk 1289-9 FunH^? - Vo'liistc WeiÄ« Taube zuqcliooen. — Goetheetr, 22, III-7, 8, Mirtrirq Drau. 1313-13 Grauer Hund entlcni i^ i, .'^bzu-geb. gecien gute Bi ' ünunq bei Dr. Thalnui.nii nn V'-.'i .iigartei, Grazerstrarte 121 '^l.nh'irn-Dr ______1315-13 Schwarze Ledergeldtütche mit 160 RM imd einigen P ipieren ▼arloran. Abzug«*).; Mauritb^h. PraustaudnerstraAe 46, Drau- wadiler. _125'6-13 §ratm«T, Hnker Damenhalb-srhuh wurds verloren Ab'/u geben gegen Belohnung bH ScJiischko, Rogeis 28, Kölsch 1295-13 Ji In tiefster Trauci geben wir die tiaurigi-' Nachiicht, rl.ili unboi uiivtirgoftlichet Gatte, Vater und Sohn Max Kitek Wehrmannsrhafls-Obersc harlübrer am Dienstag, deu 15. Februar 1944, im Emsati ge fallen ist. Die Beerdigung findet Freitag, den 18. Februar, um 16 Uhr, auf dem Stadtischcsn Friedhofe Ir Drau-weiler statt. Marburg/Diau, Wölling, Poltsrharh, Fiankreirh. den 17. Februar 1944 In liptstpr 1 rrtuor; Chrisline Kitek, Gattin; Walter und Ma\. Kindel; Ernst und Anna, Eltern, und alle ühriqen Veiwandlen Tausche Srhiaf/inmpr geqen Leica odp'" f 7 _ iif ft unter »Schlaf ■ mni'M .in di® Verw. d M Z. '1 ;*itirn-Drau. 1 jc,ri i Deutsclien K lot'ifiii}if,ipgi*r, (.i w,, iift—'jao V. -.0 , -d elektr. Korhei ti(iingei ili''- isch.-M . -l.;03 14 ' iodoi Mol' KJc'rr haben tri et' ' MARf^ri-'' .| K ! n \i p <> rrf * Wir geben die trauriqe Nachricht, difl mein herzensguter Gatte, unser bester Vater, Herr Johann Lorenischitsch Besitzer nach lanqem, schwerem Leiden am 22 Januar 1'Ml in Graz uns für immer verlassen hat. Kirchberci, den 29. Januar 1944. In tiefster Trauer; Gallin und Tochter, sowie alle übriqen Verwandten 1318 u Hl ^ iff ff kr J' Das * Inyti ilcrvo» •. Frhii iuil> ir lu'ii ■' , 20 .. NS.-RauVkir tti; S; i f v Oruekiort(*ti ■ V rii F ' . * ' if rk Seite 6 * Nr, 49 ♦ Frelta|, 18. Februar 1944 MARBURGER ZEITUNG Ein Marienkäfer — 320 Meter lang Dr. Martin Rikli dreht einen Film über das Elektronenmikroskop Wer in den letzten Jahr; n fiiifmork-«ftm die dfutsche Fresse qelescii od» r zumuicleit (1> Leiie te(hiiist.hp Enlwick-Kinq dufqpMhlossRii vprfolqt hdt, wird cicher von der Ertin(iun(7 des Eloitlroncn-mik.;oäkopss w UiP Verci.oßeiunqs- fiihigkeit dicsrs neuen Anr>ti.atpb hnt far den Laiph iinvorstpllbdre AusnidUo, ja, die V enjTöRprunq einw, Lichtni k'-uskn-pes, liip jeder sicher schon einmal st.iii-nrnd cirsehen h'il, in.]c ht sriion D.nn Mnsenm aiif-qpstellt werden. Zwei braunqeschminkte M.inner machten sich an ihnen zu schaffen, die uns a:« D'. Kiioll und Dr. Ernfit Riiska, die Erfinder de« Mikroskope«, vorqpstellt wurden, llnsere anfärqliche Meiniinq, es handele sich um Schaui-;pie-ler, wich einem besonderen Interesse, da« aich noch verstärkte, als file uns /'■eiindlich in die Hehpimn'sse ihres Apparates einriiweih -n ver.iuchten nnd als wir obendrein erluhren, ora" auf der Leinwand Uraufführun{i des UFA-Filttis »Nora« in Salzburj^ »Nach Motiven des Schauspiels von Henrik (bsen^ — so kennzeichnen die Drehbuchoutoren Harald Braun uiul .la-CDi) Geiß ihren »Nora^-Filni und ^el.nn sich damit deutlich, wenn sie auch ih:e Verwurzelung im Ibsenschen Thema be kuiiJen, von dem Drama Ib'^ens ab .So muß es auch sein, denn jeder Film und jedes Drama gehen aus ihrer inneion Natur heraus verschiedene Weoe. Dtts Diuma will Verdichlunq, der Film will epischn Hntfaltunq. So wird das was Ibsen zusammendrängt wobei die Vorgeschichte In seiner berühmten analytischen Art durch den Dialog erläutert wird, von dem Spielleiter dns Ufa-Films, Harald Biann, in seiner ganzen Breite flufrierollt, Braun beginnt damit daß er Nora und Ifelliiidr inniilten iler niu>ndlichkeit rl'n Moerlaiidschaft zeiqt, und er schließt damit, (Ktß er sie wieder aus der Enge der Zimmer in diese Weite der N.itur /.ii-nirkfiihrt Dtis sind nicht bloß Vor-wänrle zu srhnnen Aufnahmen, sondern das muß auch als der Versuch gewertet werden, Nora und Hellmer aus dem l (»ndschaftlirben heraus zu erklären: di« Frdii q.m? -ils flesrhopl riec; scbv/eben-den Himmels über Meer und Land, den Das Trifailer Symphonie-Orchester Zu seiner bevorstehenden Konzertrei.se Unter Leittinq von Musikdirektor Kon- Manu voll der Zuverlaßiqkeit, aber auch Starrheit jener Menschen, die gewohnt Sind, mit den Elementen zu kämplen, Braun gilit Nora auch sonst Weite; er lost das Puppenheim aus der kleinbürgerlichen Enge, er siedelt es innerhalb friößrrer lebensverhältnisse an. Indem Nora voi uns ohne Kindel erscheint — im Gegensatz zum Drama — ist ihrem Wesen yege lüber Hellmer nile program-malisfhe Schärte und Überspitzung genommen. Noras Eilebnis wird ins allgemein Menschlicht; gerückt. Im Leid ler- j nen sie und Hellmer erkennen, daß ein Nebeneinanderleben noch keine Ehe ist. Durch die Erf.ihnmg des Lc des werden beide erst fü' die Fbp teif. Ibsen meinte ja etwas linll' 1-ps, wenn er Nora voin Wunde'baie I spiocbeii mid HeümiM d"e- ' SPS Wort am Sflmiß dok Drflma.s w'e- , d^iholen laßt ll'-^'n set/t hinter dis Wunde'büie .in d's e alr, hohe Ide? (ilfUibte, lür d'< \\ II kli( hl,c t ein FY-Trif ' '/elclien. Dpi Hilm lä'' diese-. Wuntler-bare vor uns als Moiilirlikeif als Ge-oerwart erstehen. ! Die qrühlorische Unerbittlicbkeil Ib- I snrs lös! flei Film ins Musik.d sclie auf. i Nfa'k I o'h=tr finde' df^tür Imme' den iPrhi-Mi Ton snwrh! 'n Melodischen, 1 das e aus der Lands hafl h<^rausklin- ' qen läßt, wie auch in d^r (bitTn^Mirichen j ( bfiral'te'-isM.'runt) des (leschehons drirrb 'io" r"Usik.ili<;fhe" .^I1'.■'I'•||^ ^ ' ivf-n U'l-r rli lipflel lö Hip \'or.' f;r|i' ne Töne ('es Spiolp iipfi Srhw^lienden des . rail Stekl unternimmt d it, Trifader Sym-phonie-Orchetiter, auf Einladung der NJ)G »Kraft durch Freude« Gauwaltunq Graz, vom 19. bi« 2fi. Februar eine Konzertreifrie In die Obersteiermark Durch das unermüdliche Wirken des verdienstvollen Leiters der lrifa;ler Mii-biksrhule ist gerade die Vlusik heute bereits zu einem der ersten tr^^ hungsrnit-tel der TriJaiier Bevölkerung geworden. Dabei muß ausdrücklich belont werden, daß die Musizierenden diosf« Kreise» s'ch fast nur aus den Re'hen der unter-sleirit.chcn, d. h. der Trildiler, Eichl;iler und Edlinger fiergmänner zusarnme.ifipt-zen, die trotz ihrer schweren und harten Aibeit, die Freude und Beqeistorung an der edelsten Kunst nicht verloren haben. Gewiß kommt den Bestrebungen dei Lei-tuncj der Musikschule in Trifail das geradezu erstaunlich entwickelte musikalische Gefühl der Bevölkerung entgegen. Aber dies allein würde nicht ausreichen, die Arbeit auf jener breiten Basis aui-ninehmen und vorzutreiben, wie es der Fall ist, wenn nicht dt: Trifailer Bergmann mit seiner starken Musikalität auch die Beqeisterunq, sie zu pflegen, verbündet. So war e«s möglich einen Männerchor, der sicherlich zu den besten der Unterstoiermark 7dhlt, und neben den versrhii'ilenen anderen Musikge-meinschaften vor allem ein S^Tnphonie-orrhester zu gründen, das sich unter der pprsönlichen Leitung von Konrad Stekl In rastloser .Vrbeit ein durchaus beachtenswertes Können anqeei<-met hat. Der Weg von den Anfängen des Orchesters, über die Besch,iffunq der notwendigen Instruinpnte, die F'^iqdbe der hartarbeitenden Perqarbeitpr für die Pro- ben bis z.ur Beherrschung dei ein/elmn Orchesterstücke und zur ersten Großaulführung am Jahrestag dei Gnindung d'^s Steirischen Heimatburde« im Jahre t?>42, wo es mit der Eqmont-Ouverture erstmalig in FÄCheinunq trat, war sfhwcr. Aber von nun tat sich das Symphonie-Orchester jährlich in rwei großen Konzerten, die ein wachseride« Können zeigten, regelmäßig hervor. Die Bewährung wurde foTtfiesetzl in einem Gernt'in-schaltskonzert in Trifail und C'illi, mit der Aufführung bei den Marburger Kulturtagen und verschiedenen weiteren größeren Veranstaltungen in Trifiirl selbst. Daß sich unser Sympbonieo.chp-ster auch außerhalb unsTes Kreises An-prkpnnung erwnth, beweist seine Verpflichtung zu einer Konzertreise durch d e übrige Steiermark. So tr.tt nun eine Musikgemeinsrhalt ihre erste Konzertreise an, die sowohl in bezug auf ihren Weg als auch auf ihre Zusarnmenfirfzunq etw'Js ungewöhnlich ist; Nicht unter der segnenden Krait eines tiefen Friedens gegründet, sondern in der Zeit def härtesten Krieges der Geschichte, nicht aus Männern zusam-meng. setzt, deren Mitwirkung Beruf ist, sondern aus Berginänni-rn, die nach ihrer harten und schweren .Arbeit, ansiatt sich der wohlverdienten Rrhe hinzuqeben, zu den Orchf'Sterproben f-llen, um anderen sorgenbeschwerten Menschen Freude zu berei'enl Wir sind der Uberzeugunn. d iß eip^m solchen Orr bestPr, dis se n Hntstrh'^n ausschließlich dem Idealismus eines unermüdlichen Musikdirektors und seiner musikfreud'gen Gefolqschift verd «nkt, auch in H'nVnnft der Frlnig nicht vo^. saqt bleiben wird. Heribert F:hp'hn'1'i iT''gen ' e ;(r'. cib der Führung der Episodengestalten geht der Nora-Film vielfach eigene Wege, So bekommt Hellmer eine Mutter, und diese stellt sich als die Jugendliebe des erpresserischen Gläubigers heraus, dem Nora einen Schuldschein mit gefälschter Unterschrift anvertrdute Der tragwür-dige Ehrenmann ist im Film kein kleiner Angestellter mehr, sondern ein Pfandleihbfisitzer »md Bankmann, der m" aller Macht nach oben will, um ein .hiftendvergohen auch in seinen letzten Spuren noch zu lügen. Der Erpresser •wöchsl bei Carl Kuhlmann zu unheim-Hfh?r Kälte und Einsamkeit an Der Dr, Rank erhält durch Gustav Dießl elegische Haltung Franziska Kinz macht die Mut ler Hellmers glaubhaft Aus den übrigen Darstellern prägt sich besondeis Bruno Flübner als dns spukhafte Fakto-liit" do Pftindle'hers ein Im Zoirhen oir>er großen Premiere cfing ioi Snlzbiirge Festspielhaus die l'rauiiribrung des Films vonslalten, einge-teiipt vom Mozarteum-Orchester, das unter Willem van Hoogstraten »Ases Tod« von nrleg spielte. Eine .Ansprache des Gaupropagandalei-tprs Dr. Wolff und die Anwesenheit des G.mleilers und Reichsstat thalters Dr Schee' an der Spitze eines nufnahme-bereilen und bege'sterungsfähigen Publikums, das die persönlich anwesenden Hanntdarsteller I.nisr Ullrich imd Franziska Kinz mit herzlichem Beifall auszeichnete, gaben dieser Uraufführung ev'itp-1 I. pSo, I '.Misamrnen mit der musikalischen Um- ii'ciiin (Ip^; McU- niei et Viel« vprc/ihnlich Jun(|enh »l'es In idhmiing das Gepr^icie, Oikor Maurui Fonlana Neues vom alten Fulenspiegel Zur Geschichte eines berühmten Volksbtiches In rinoi Vortrigsreihe, die der Er-läul(*ii:n<( des bitiu.is-hwuiqisr!i?n ^n-le K an dci Literatur galt, sprach dpr «".i'^fliichtspi ofesfior der Technischen Hochschule Dr Rylofl über den »Eulen-(»pitgel . Diesv's Volk.sbiich. das eine von kei-n«'m anderen Buch erreichte Verbre.tunq über alle Weltteile genommen hat, ist Der Eulenspiegel de« Volksbuche« wurzelt einerseits lest in seiner Zeit, in der die Neuzeit sich vom Miltelalter scheidet. Er Ist Träger der robusten, kraftvoll-derben Lebensfreude des deutschen M ttelalters und gleichzeitig der erste Inrlividualißt, der mit atzender Satire gegen verfallende Lebensformen kämpJt. Er ist ein Mensch in seinem ein Anltil. den Braunschweig zur Welt- i Widerspruch und die Verkörperung der litiiuitur gegeben hat. bulensp egel ist echter Niedersachso. wie die erste Aus-gaiie erkennen läßt, die uns erhalten gebliehen ist und die 151,5 in Straßburq herausgegeben WT.irde. Sie Isf zwyr in H(n hdi utsch gehalten, muß aber auf eine riiedcrfioutsrhe Vorlane zurückgehen, denn viele der Wortspiele sind nur aus dem Plattdeutschen zu eiklären. Nahe liegt der Schluß, daß auch das Urbild dos Eulenspiegels ein Braun-achweiger gewesen ist. Ein Mann dieser vollsaftigen Lebenafülle wird aber kaum gelebt haben. Dahingegen dürfte es ein Urbild in Gestalt eines landfahrenden 1 Gnik!(>rs einmal gegeben haben F' ist I nHi'iliih daß er auch tat sächlich Eulen-I spi( gel hieß; <|pnn d e*;er Nnr^ie kommt m mittelallerl chen Braiinsc hwelg als Ftimilienname vor. Zudpni konnte der 1 Verfrsser Vorbilder für diese echt nie-I dersächsische Gestalt zur Genüge in I (XUlalen finden; sie leben dort auch noch heutp. aus tiefster Tracjik geborenen Weltironie, gortuiezu Gegenpol in einer Linie mit dem ernsten Wahrheitssucher Faust, Wie dieser, wird auch Eulenspiegel zum Mythos, Merkwürdigerweise hat Niedersachsen nach den ersten verlorengf'gan-genen Ausgaben überhaupt keine Eulen-•'piegel-Ausgaben mehr hervorgebracht. Erst qeqen Ende des 19 Jahrhunderts be-teiliqt die Heimat Fulensp'egels sich Wieder an der Fülle der Neud'chiungen. D-ihingerren blieb Niedersachsen das Land, in dem der öulenfir; und irhn'rff IVie faßt da If'InJ. der ilurrtwride. Has Schnccfieili'ihcr her! crjc/ii'unr/cn iif di(f Und prüre £j e'll der Flu/], der fl'-ch.ende, /m Schneefeld nafi und kalt. H'ohl dem, der nun zufrieden iii Und innerlich tich hcnnl! Dem Xi>arm ein Hert heschieden n(, Dai heimlich loht und brennt! H'o, iraitlifh sich drrn ichmiegcnJ, ei nie wache Seele schürf, hin perlend nie versie^rndei Cedanlenhrauxi'erk rithrf! Gottfried Keller Die gerettete Braut Von A. Bang Weinend kommt die schöne Zurlzza zu Nasreddin. »Hilf mir, Hodsrha«, bittet sie. »Mein Vater hat mich im Rausch dem häßlichen Jussuf zum Weihe versprochen. Wohl reute es ihn, gle ch da er nüchtern wurde, aber ein Versprechen muß man halten, sagt er, auch wenn es im Rausch gegeben w^lrde.« »So ergpht es jenen, rlie Allahs Gebot mißdchten«, sagt Nasreddin zornig »Wa- rum trinkt dein Vater Wein, den Allah verboten hat, recht geschieht ilimf" »Hodscha, e« handelt sich nicht um meinen Vater, sondern um raich, ich soll den häßlichen Jussuf heiraten,'! »So ht:irate ihn, du wirst es gut bei ihm haben, er ist reich,« »Ich liebe einen anderen", gesteht Zu-rizza beschämt. »Also so steht e« um dich!« Nns'eddin lacht, »Wann soll Jussuf kommen, um dich ru holen?« »Schon morgen, Herr.« Nasreddin überlegt. Dann «aqt er: »Um deinetwillen will ich helfen, führe mich zu deinem Vater,« * Im Hanse der Braut läßt der reiche Jusüuf ein üppiges Mahl richten. Zuriz-zas Vdter hat sich jedoch ausbedungen, nur seine ganz nahen Verwandten sollen geladen werden — und der Hodscha Nasreddin. Nasreddin wird an der Hochzeitstafel ein Platz neben zwei häßlichen Weibern angewiesen. Die eine ist alt, die andere noch älter »Oh, das gute EsBenl'« Nasreddin reiht sich vergnügt die Hände, als der Lammbraten aufgetragen wird. Er will gleich nach einem mächtigen Stück langen, aber seine Nachbarin links kommt ihm zuvor. »Du brauchst nicht das Beste!« sagt »ie heftig. "Auch recb'«, sin' Nnsroddin und greitt n'i'h einom nn<|pren Bissf^n, ab»r den entwendet hm die Nachbarin rechts. Em (iritlrisnial versucht Nasreddin an die Brtteiisrhüssel heranzukommen. Indessen ist jodoch die linke Nachbarin mit ihrem Stück fertig geworden. Wie hdt sie das nur fertig gebracht, in so kurzer Zeil ein so großes Stück zu verschlingen' fragt sich Nasreddin, Aber ihr Teller ist leer, darum nimmt sie des Nasred-dms vollen Teller und sie nimmt ihm auch die Gabe! und das Messer fopt. »Damit endbch Ruhe vor dir istl« «agt «le. Und di« Nachbarhi rechts bekundet Ihren Beifall durch laute« Schmatzen. »Wer sind diese fürchterlichen Weiber?« fragt Jussuf, der Brflutigam. »Ich habe «Ie noch nie gesehen?« »Das glaub ich schon«, antwortet Zu-rizzas Vater, »für gewöhnlich halten sie sich nämlich im Hanse verborgen, denn «le und auch ich hatten Furcht, der Anblick der beiden würde jeden Mann abschrecken, der um Zurlzza freien will. Nun aber hat sie ja dich, lieber Jussuf 1« »Was haben die beiden mit meiner schönen Zurizz.a zu schaffen?« fragt Jussuf erschrocken. »Die sind ja die nächsten Verwandten meiner gellebten Tochter«, antwortet Zu-rizzas Vater rasch. »Die eine ist die Mutler, die andere die Schwester meiner verstorbenen Frau. Die beiden haben Zurizza aufgezrxien und geschworen, sich Im Leben nie von Ihr zu trennen.« »Heut?« werden sie es doch tun müs- I »Wanim heute?« fragen • die beiden j Weiber gleichzeitig. »Weil Zurizza heute mir In mein Hau« i folgen wird«, antwortet Jussuf. I »Das werden wir ja auch!« rufen bel-' de wie aus einem "Mund. »Was, ihr wollt mit in mein Haus?« »Freilich, das wollen wir und das werden wir«, satrt die Alte rechts, und die Alte links nickt eifrig mit dem Kopf, »Da« wird nimmermehr geschehen I« •chrelt Jussuf. »Kortun, Zurizza, wir gehen I« Aber »chon «ind dl« beiden Alten neben Zurlzza, Man hätte ihnen diese Behendigkeit gar nicht zugetraut »Wir trennen uns nicht von Zurizza«, kreischen sie, »sie ist ein Stück von uns selber« Dem Jussuf stehen die Haare zu Berg, Zuriz.zQ, die Schöne, wird einmal sein wie diese beiden Hexen? Dann werde ich mit dreien von dieser Art in meinem Hause leben müssen? Er weiß nicht, wa« er machen soll. Da kommt Ihm plötzlich ein'guter Einfall. »Ich bleibe unbeweibt«, ruft er, macht kehrtum und läuft davon. Zurlzza fällt dem Nasreddin um den Hals; ihr Vater schüttelt ihm kräftig beide Hände Dann tischt man dem Nasreddin Speise und Trank auf — er hat ja bieher hungern müssen — und die beiden Alten, die überhaupt nicht mit der schönen Zurizza verwandt sind, können sich Picht gen\tg daran tun, den yrn'fnTi 71] hpHIPHOn. Die Sudetenbühne Vor zehn Jahren, dnidinjs 1934, unternahm die von Walter Heiiirich mit Unterstützung der großen sud'itendeutichen Schutzverbaiide gegründete Sudeten-bühiie ihre ersten Ausfdhrlen in die Landschatif.n dt-s Sudeleiigaues, Dieses volk ideutsche Kampftheater war mitten in einer Zeil ins Leben gerufen worden, in der sich die meisten Bii:t'ien des Siidetonlandes unter jüdischem und antic.eutschem EinfUifl immer mehr von ihrer Aufgabe, deutscher Kultur und Kunst zu dienen, entfernt hatten, Unter heute kaum mehr vorstellba-ren, wirtschaftlichen Schwierigkeiten setzte sie .<^ich als Volksbühne in bestem Sinne des Wortes durchi sie brachte einen Spielplan, der damals seinesgleichen suchte: Schiller, Goethe, Hebbel, Shakespeare, Grillparzer, Eichendorff, Nestroy, Hauptmann. Kolbenheyer waren ihre Dichter, und auch die Stücke, die mehr der Erheiterung als der Erhebung dienten, ließen nie den künstlerischen Wert und den guten Geschmack vermissen. In allen Städten des Sudetenlandes wurden die Aufführungen zum Ereignis. Als die Sudetenbühne in der Kampfzeit mit dem ,.Wilhelm Teil" reiste leistete sie auf dem Gebiete der Kultur und mit den Waffen des deutschen Gci-1 stes politische Arbeit erweckender unr' tief wirkender Art. i Der wachsende politische Druck auf I das Sudelendeutschtum zwang nach zvreleinhalb Jahren einsatzfroudigsier und vorbildlichster Arbeit zur Auflösunr der Sudetenbühne. Im Sudetengau wirt' I ihr Wirken unvergessen bleiben; Ibi ; Schöpfer und Leiter Walter Hei^ricl wurde 19^3 vom Gauleiter Konrad Hi'n lein zum Intendanten des Theaters d'' Gauhöuptstadt Reichenberg berufen »Mncbeth« in neuer Überselzui); Die Städtischen Bühnen in Freiburg Br. legten einer Neuinszenierung V"i Shakespeares ,,Macbeth" die Übertragung von Hedwig Schwarz zugrunde die bereits einige Werke Shakespeaiet^ mit gutem Erfolg übersetzt hat. Vor einigen Jahren brachte Freiburg die ,,Mari für Mafl"-Bearbeilung von Hedwig Schwarz Wie dort, so kann man auch hier die Absicht der VJborsetzerin, modernem Sprachgefühl ohne Vergr'walü- , gung des schöpferisch-dichterischen C'.o-hdlts gerecht zu werden, als durchweg geglückt bezeichnen. Darüber hinaus sind die Szenen geschickt disponiert und den Erfordernissen der Bühne verständnisvoll angepaßt worden, Adolf Eiclen.i Deutschlands größte kunstgeschichtliche Foto-Sammlung Die photogrnphische Sammlung des kunstgeschichtlichen Instituts der Uni-versltöt Marburg a. d, Lahn ist niil ihren 18 000 Negativen im Ldule des Krieges zu der größten kunstgeschichtlichrn photoyraphischen Sammlung Deutschlands ausgebaut worden. Die Sammlung umfaßt Lichtbilder der Architektur, Plastik und Malerei. Sie diente ursprünglich iiur Lehr- und Studienzwecken. Sehr bald aber wurden die reichen Schätze der Sammlung auch einer großer .^n Öffentlichkeit erschlossen und künsl r»-risch hochwertige Abzüge an Schuk n, Museen und auswärtige Kunstinstit\ilr ebenso wie dn private Sammler abgegeben. In den letzten Jahren gingen viele Städte, Wehrmacht- und Parteidi'.'nst-stollen dazu über, Lichtbilder zum Ausschmücken ihrer Dienststellen zu erwerben. Die einmalig hochwertige Sammlung hat In letzter Zelt auch dadurch hpstuidere Bedeutung erlangt, daß oft allein aus ihren Beständen den Städt» n Lichtbilder ihrer von feindlichen Bombern zerstörten Kunstschätze geliefc rt werden können Als Aufnahmeanpara' diente die sogenannte ,,Marburger K none", eine Kamera mit besonders str kern Objektiv. Neue Illustrafionen zu Grimmschen Märchen Der Ministerialdirektor de« Badisch n Ministeriums für Kultus und Unterrlcli' Karl Gärtner, hat nach genau rediqlo'-tem Urtext die Märchen der Gebriid Grimm zusammengestellt, die für d' r Schul- und Hausgebrauch in Baden U" Elsaß herauskommen. Zu den ersten beiden P.inden hat der Karlsruher Kunsfm i ler Willi Huppert .34 Illustrationen go schalten, die augenblicklich im Ba