MARBURGER ZEITUNG AMTLICHES ORGAN DES jVerte* aid Maitara t. i. Dra«, BadgMM Nf. C. F^twrfi Nr. IMV, V-M, 3S-M. Ak II Oh> (llgllch auA« S«aitag) tat dl« Scbrlltleitung nur auf Fem ruf Nr. 28 AT arrcichbar. UoTnUngt« Zuirhiiftaa ward«a lücbt rtrkgwandt Btl almtltdiaii Anfrage Itt dai Rflckporto bclrulagea, Poitich«ckkonto Wien Nr. M.60B. CMchan»it*U«n In aiH. MarktpUti Nr. 12, Pammf Nr. V, and !■ Pattan. UngartoryaiM Nr. 1, Peramf Nr. II. STEIRISCHEN HEIMATBUNDES 11,1 Rf' PottMltoagagabflhri MMtBA IM t,ll LlafaruBO tan Strctfbaad nrtf'teh futtot M Abhol— !■ dar QaacMflaalana IM l:-~ Altraldl duirh Foil BonatUck llM 1,10 (atnicbl. It.l tpf Poataaitnnfltgabfllir) nd M tyf Zaatall- dat. faMhr. liatalBiuimara wardaa avt 9*9«e 4 1,10 (atnicbl. lt,l tpf Poataaitnngtgabfllir) nd M VoralBtafid uBg da« ItnzelpraltM rad 4ar PortaaudagaB iii) Nr. 180 — 83. Jahrgang Narbnrg-'Drati, Dienstag» 29. Jani 1943 Einzelpreis 10 Rpf Vertrauen in die Zukunft Das Geld Gradmesser der Leistimg — Doppelte Chance der Kriegssparer — Unsere Währung ist stabil — Eine Rede des Reichsministers Funk Berlin, 28. Juni Anläßlich einer Feierstunde der Spar-Icdue der Reichshauptftadt sprach Reichiwirtschaftuninlster Funk über daf Sparen im Kriege in seiner Bedeutung für die Sicherung der Kriegsfinaniierung ■nd als Grundlag« für den sozialen Aufstieg des Volkes. Der Minister trat cunAchst d«m törichten Geschwätz ron »überflüssigem« Geld und der verhAng-niivollen Einstellung, daß »Geld keine Rolle spiele«, entgegen. Das Geld sei der Gradraeuer für die Leistungen des ein-■einen wie der Volksgemeinschaft. Das Geld sei der einzig brauchbare Mafistab für die Messung der Produktionskosten, für Lohn und Preis, und gerade in einer auf Leistungslöhnen und Leistungsprei-•en aufgebauten Volkswirtschaft müsse •uf eine gesunde Geldpolitik entscheidender Wert gelegt werden. Gegen den Tauschhandel So erklärlich das Tauschen von Gebrauchs- und Genußgütem in Zeiten starker Warenverknappung sei, so müsse der Tauschhandel dennoch bekämpft werden, weil durch ihn, wenn er organisiert auftrete, die festen Wert-relatlonen aufgehoben und der Glauben an den Wert des Geldes untergraben werden könnte. Deshalb habe Jeder Volksgenosse die Pflicht, dem Tauschhandel wegen seiner demoralisierenden und schSdiichen Wirkungen entgegenzutreten. Durch das Sparen sei ein natürlicher sozialer Aufstieg möglich, indem es Jedem die Möglichkeit erö(fne, Wohlstand und Lebenshaltung oder die seiner Nachkommen kraft eigener Leistung zu steigern. Der so sparende Mensch diene der Volkswirtschaft als Ganzem. Durch dauerndes Sparen durchflute ein immerwährender Strom von Ersparnissen die Wirtschaft. So wie ohne Arbeit keine G«ter «ntstehea^ könnten und wir ohne Arbelt verhungern müßten, so müßte unsere moderne Wirtschaft ohne Sparen verkommen. Kriegsfinanzierung durch Sparen Dia Erfordernis des Sparens trete am deutlichsten in der Frage der Kriegs-iinanzlerung zutage. Schon in den Friedensjahren seien bei dem stark gestiegenen Volkseinkommen die Steuereinnahmen des Reiches so hoch gewesen, daß die Aufbringung eines wesentlichen Teiles der Kriegskosten auf dem Steuer-wpga gesichert gewesen sei. Durch die fortgesetzte Zunahme des Volkseinkommens und Einführung vor Krieqszu-* Schlägen zur Einkommensteuer und auf gewisse Verbrauchssteuern sei das Steueraufkommen des Reiches inzwischen weiter stark angewachsen. Etwa die Hälfte der gesamten Reichsausgaben könnten heute durch direkte Einnahmen, vorwiegend Steuern, gedeckt werden, Wöhrend der Steueranteil im letzten Weltkrieg nur 13 v. H betrug. Niemals aber könnten die Staatsaus-gahen im Kriege durch Steuern allein gedeckt werden. WürHe man es versuchen, so müßte man dprart rigoros vorgehen, daß dem einzelnen praktisch nichts weiter bliebe als das, was er zum notwendigsten Lebensunterhalt an Geldmitteln brauche. Dann hörte aber jedes Streben des einzelnen auf und würde erlahmfin und schließlich abgetötet werden. Niemand würde sich um seiner Ztikunft willen noch Entbehrunqen zumuten, niemand sich um sein Vorwärts- kommen sorgen, niemand das äufierste an Leistungen aus sich herausholen wollen, wenn Ihm nichts winke als eine Staatsrent«, die auch seinem trägeren Nachbarn In den Schoß fall«. Kein« SoDdersteaer auf Spirguthaben Der Minister führte welter aus, die Kriegsgewinne müssen auf das schärfste besteuert werden und Steuern, die zur Sicherung der Kriegefinanzierung und geordneter Staatsfinanzen notwendig seien, dienten auch der Sicherung der Währung und der Werterhaltung der Sparguthaben. J« stärker sich das Einkommen erhöh«, umso höh«r müsse auch die Besteuerung werden. Aber es denke niemand daran, die Sparguthaben mit einer Sondersteuer lu belegen. Auf der anderen Seite würden aber diejenigen durch steuerpolitische Maßnahmen stärker an die Kandare genommen, die trotz wiederholter und eindringlicher Hinwelse ihre zur Zeit nicht benötigten Mittel dem regulären Geld- und Kapitalmarkt und damit der Sicherstellung einer gesunden Kriegsfinanzierung entzögen. Aus der Hilfestellung des Sparen«, die die Finanzierungsaufgaben entscheidend erleichtere, ergebe sich die selbstverständliche Konsequenz; »Wenn der Staat die Ersparnisse des deutschen Volkes in Anspruch nimmt, dann hat er auch die Verpflichtung, dem deutschen Volk den Wert seiner Spargelder zu erhalten. Sie alle kennen den Weg unserer Finanz-und Währungspolitik mit dem unverrückbaren Ziel der Stabllerhaltung unserer Währung. Diesen Weg werden wir konsequent und geradlinig in Krieg und Frieden we^itergehen. Gleichbleibende Lebenshaltungskosten Der Minister verwies dann darauf, daß in Deutschland die Großhandelspreise und Lebenshaltungskosten seit Kriegsausbruch nur um einen Bruchteil angestiegen seien, im Gegensatz zu den Steigerungen in England und den USA, die bis zu 54 V. H. seit Kriegsbruch batrügen und in letzter Zelt zu schweren Lohn-kämpfen und Streiks geführt hätten. Die verstärkte Noteoihortung, »ine In Kriegszeitern allgemeine Ersctieiming, sei vom w8t»rungspolitlschen Standpunkt nicht beunruhigend. Man könnte sie geradezu als «inen Beweis des Vertrauens in die Sicherheit unserer Führung ansehen. Es wäre allerdings besser, wenn der Notenhamsterer diesen Vertrauensbeweis durch Einzahlung d«s gehorteten Geldes auf ein Sparguthaben sldhtbar werden ließ. Abgesehen davon, daß er so für sich die Gefahr eines Abhandenkommen« und den Zinsverlust seiner Ersparnisse vermeiden könne, würde er damit auch für die Zukunft klüger handeln. Denn es könnte möglich sein, Haß der Staat den Notenhamsterer, ebenso wie die Sachwertläger, steuerlich besonders hart anfasse. Hilfe auch für den Mittelstand Es sei selbstverständhdh, daß die nationalsozialistische Regierung es als ihre Pflicht betrachte, dem Mittelstand durch eine positive Mittelstandspolitik ihre Wertschätzung und Anerkennung praktisch zu bev/eisen. Gewiß müßten im gegenwärtigen Existenzkampf viele an sich berechtigte Einzelwünsche zurückstehen. Wenn es z. B. in der Rüstungsproduktion entscheidend sei, mit dem geringsten Aufwand den höchsten Nutzeffekt zu erreichen, dann könnte es nicht ausbleiben, daß von der Stillegungsaktion gerade die gewerblichen Mittel- und Kleinbetriebe besonders hart getroffen würden, obwohl es weitgehend gelungen sei, auch diese Betriebe für die Rüstung zu aktivieren. Es handle sich bei den Stillegungen nicht um grundsätzliche Maßnahmen. Der Staat lasse sich die Erhaltung der Klein- und Mittelbetriebe und ihre verstärkte Einschaltung in das Wirtschaftsleben nach Kriegsende sowie die Besedtiguog der bei diesen im Kriege eingetretenen unvermeidlichen Schäden besonders angelegen sein. Das gelle in gleicher Weise für die Industrie, wie iür Handel und Handwerk. IMe deutsche Arbeitskraft sicherste Währung des Deutschen Reiches Die Schaffensfreude und Arbeltskraft des deutschen Menschen bietet Gewähr, daß die im Kriege angestauten Spo'gel-der ohne Wertminderung in der Friedenszeit gütermäßig wieder belogt '.Verden könnten. Der Kriegssparer habe eine doppelte Chance. Er sichere seine Zukunft durch den Besitz von Kapital und werde mit seinem ersparten Gelde nach dem Krieg besser, billiger und mehr kaufen können als heute. Denn es werde wieder ein gesunder Leistungswettbewerb aufleben, der sich einerseits in Qualitätsverbesserungen und anderseits in niedrigen Preisen auswirken werde. Der Wert der Sparguthaben werde somit nicht nur gesichert sein, sondern auch eine fühlbare Erhöhung erfahren. Und so wie die Sparer vertrauensvoll in die Zukunft blicken könnten, so könnten es auch die deutschen Sparkassen. Wer spare, habe Vertrauen in die Zukunft. Und im Vertrauen liege die stärkste Kraft unseres Volkes begründet. Vertrauen und nationale Disziplin seien die, Grundpfeiler, auf denen die Sicherung unserer Währung und damit auch die Sicherheit der Sparguthabon des deutschen Volkes beruhen. Welikije Luki im Kampfgeschehen Sowfetangrilfe abgewiesen — MiBglttckter Angriff auf deutschen Geleitzug Führerhauptguartler, 28. Juni Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Ortliche Angriffe des Feindes im Raum östlich Demldoff und bei Welikije Luki wurden abgewiesen. An den übrigen Abschnitten der Ostfront verlief der Tag im allgemeinen ruhig. Tages- und Nachtangriffe der Luftwaffe richteten sich gegen Eisenbahnziele im rückwärtigen Gebiet des Feindes. In den Nachmittagsstunden des 27, Juni griff ein Verband von sechzig britischen Kampf- und Jagdflugzeugen ein deutsches Geleit im Seegebiet von Scheveningen an, Der feindliche Verband wurde zersprengt und neun Flugzeuge abgeschossen. Der Geleitzug ist mit geringen Beschädigungen in seinen Bestimmungshäfen eingelaufen. • Schweres Ringen an der Ostfront Berlin, 28. Juni Die wechselvollen Kampfe südwestlich Welikije Luki hielten auch am 26. Juni in unverminderter Härte an. Der I Feind, der mehrmals von einigen Panzern unterstützt, in Bataillonsstärke an- Im Sumpfgeblet des Kuban-BrUckenkopfes Da sich bei dem sumpfigen Boden im La gwiengebiet des Kuban-Brückenkopfes Bunker und Kampfstände nicht in die Erde hineinbauen lassen, weil schon nach dem zweiten Spatenstich das Wasser hervortritt, müssen die Stellungen gut getarnt über der Erde angelegt werden griff, wurde im zusammengefaßten Feuer aller Waffen zerschlagen. Die deutschen Grenadiere schössen etwa 90 auf Kampfwagen aufgesessene sowjetische Schützen von den Panzern herunter. Die Bol-schewisten versuchten mit allen Mitteln und ohne Rücksicht auf Verluste, örtliche Erfolge zu erzielen, wurden jedoch überall abgewiesen, Wolkenbruch-artiger Regen hatte die Nachschubwege so stark verschlammt, daß sie für die Kraftfahrzeuge nicht mehr befahrbar waren. Waffen, Gerät und Verpflegung mußten mit Panjewagen oder sonstigen bespannten Fahrzeugen und Tragtierkolonnen vorgebracht werden. Umso höher sind die Leistungen der deutschen Soldaten zu werten, die nun schon mehrere Tage und Nächte in schwere Nahkämpfe verwickelt sind und die deutschen Stellungen mit aller Entschlossenheit verteidigen. Zum britischen Luftangriff auf deutsches Geleit In den frühen Morgenstunden des Sonntags wurde ein deutsches Geleit im Seegebiet nördlich Texel durch britische Aufklärungsflugzeuge gesichtet. Gegen 15 Uhr erfolgte der feindliche Luftangriff, an dem sich etwa sechzig Flugzeuge, darunter 42 Bomber und zahlreiche Jäger, beteiligten. Der Bomberverband flog das Geleit von Steuerbord an und eröffnete den Angriff, während die Jäger sich auf der Backbordseite hielten. Durch das konzentrische Abwehrfeuer der deutschen Sicherungsstreitkräfte, das den in Kellformation in niedriger Höhe ankommenden feindlichen Flugzeugen bereits auf mehrere tausend Meter Entfernung entgegenschlug, wurde dpr Verband noch vor Erreichen seines Zieles zersprengt und so unsicher gemacht, daß die zahlreichen von den Beaufighters abgeworfenen Spreng- und Brandbomben wirkungslos ins Wasser fielen. Lediglich auf einem Sicherungsfahrzeug entstand durch eine Brandbombe ein Feuer, das jedoch sofort gelöscht werden konnte. Schon in der ersten Phase des Kampfes waren zwei britische Flugzeuge brennend abgestürzt. Im Verlauf des Kampfes fielen noch sieben weitere feindliche Flugzeuge dem Abwehrkampf unserer Sicherungsstreitkräfte zum Opfer. Als der feindliche Verband nach seinem erfolglosen Angriff obdrehte, konnten unsere Besatzungen beobachten, daß mehrere britische Flugzeuge lange Rauchfahnen hinter sich herzogen. Außer einer geringfügigen Beschädigung durch Bord-wuffenbeschuD und einem Leichtverletzten auf einem Sicherungsfahrzeug erlitten weder die Transporter noch cPh Geleitfahrzeuge irgendwelche Schäden oder Ausfälle. Das Geleit erreichte vollzählig seinen Bestimmungshafen. Die britische Luftwaffe hat mit diesem wiederholten Versuch, ein deutsches Geleit anzugreifen, eine neue, schwere Niederlage erlitten, die sie mit dem Verlust von mindestens neun Flugzeugen bezahlen mußte. Amerikanischer Filegergenera! beim Angriff auf Kiel abgeschossen Madrid, 28. Juni Das Kriegsministerium der USA gab amtlich bekannt, daß General Nathan Bedford Forrest, der Führer der Bomberstaffel, die am 13. Juni einen Angriff auf Kiel unternahm, von diesem Fluge nicht zurückgekehrt ist. Der italienische Wehrmachtbericht Rom, 28. Juni Der Italienische Wehrmachtbericht I gibt bekannt; Ein italienischer Flugzeugverband griff die Hafenanlagen von Biserta und in Hafen liegende Schiffe wirksam an. Gestern nachmittag wurden von der feindlichen Luftwaffe Bomben und Sprengkörper auf Gerbini (Catania), deren Bevölkerung einige Verluste erlitt, sowie in der vergangenen Nacht auf Reggio Calabria und einige kleinere Ortschaften der Provinz abgeworfen. Die Schäden und Opfer werden noch festgestellt. Stolzes Versenkungsergebnis Rom, 28. Juni Seit Kriegsbeginn bis heute haben italienische U-Boote insgesamt 210 feindliche Kriegs- und Handelsschiffe versenkt. * Gedenken an Balbo Rom, 28. Juni Zum Todestag von Luftmarschall Italo Balbo, der am Montag in Ge(jei)kfciern in seiner Vaterstadt Ferrara unter Teilnahme hoher Vertreter von Staat, Partei und Wehrmacht begangen wird, schreibt Stefani: »Drei Jahre sind seit d<^ Tage vergangen, an dem das unbesiegte Flugzeug des Ozeanbezwingers an der Felsküste östlich Tobruk zerschellte. Die Gestalt des Mannes, der in sich die Tugenden des modernen Italieners vereinigte und dessen tatenerfülltes, stets von großer Vaterlandsliebe getragenes Leben auf erhabene Art und Welse endete, lebt im Herzen aller Italiener weiter.« An den Gedenkfeiern für den Marschall und für die mit ihm gefallene Flugzeugbesatzung werden u. a. Parteisekretär Minister Scorza, die Quadrum-virn de Bono und Vecchi, Afrikaminister Teruzzi und Kammerpräsident Grandi teilnehmen Am Abend hält Minister Scorza eine Gedenkrede. USA — Englands Rivale Vo« Vlie«dnlr«l LQtiow Von mittelbaren Wirkung«^ d«s Prachtraumkrieges war schon oft di« Red«. Wir denken an dis Preisgabe der g westatlantischen Kolonien Großbritanniens gegen 50 alte amerikanisch« Zerstörer, an die Beeinträchtigung der überseeischen Kriegführung wegen Mangels an Schiffen, an die Herabtetzting des Nutzungsgrades des Frachtraums durch das Geleitzugverfahren, an die Verzögerung der Herstellung *on Kriegsgerlt wegen Mangels an Transportmitteln, an die scharfe Rationierung von Lebensmitteln in England und anderes. In lets-ter Zeit sind noch weitergehend« schwerwiegend« Folgen aus den Wirkungen des Frachtraumkriege« zu verzeichnen gewesen. Sae seien im folgenden kurz angedeutet. Bekanntlich besaß England Ms 19i39 die größte Handelsflotte der Erda. Si« beförderte vor 25 Jahren die Hälft«, im Jahre 1938 schätzungsweise etwa zwei Fünftel des gesamten Überseehandels der Erde. Sie war etwa zweieinhalbmal so groß wie die der Vereinigten Staaten und auch verhältnismäßig modemer als die nordamerikanische. Durch den jetzigen Krieg hat sich viel daran geändert. Von Kriegsbeginn an bis Ende April 1940 haben die Voreinigten Staaten 188 alte, nach Friedensbegriffen nicht mehr rentable Handelsschiffe mit 713 000 brt Raumgehalt verkaufen können, davon 75 an Großbritannien und Kanada. Di« schweren Verluste, die der Frachtraumkrieg der britischen Handelsflotte zufügt«, konnten durch Neubauten auf britischen Werften nicht annähernd ausgeglichen werden. Auf Kosten der britischen Handelsflotte wuchs die nordamerikanische, deren Werften seit 1942 fünfmal 60 viel Schiffe bauen können als di« englischen. Man sieht also die Zelt herannahmen, in der das Stärkeverhältnis der britischen zur nordamerikanischen Handelsflofte umgekehrt sein wird wi« 1939, d. h. in der die Vereinigten Staaten rweieinhalbmal so viel Frachtraum besitzen werden wie Großbritannien, und zwar neue, nicht veraltete Srtiiffe. Von der einst mächtigen englischen Indienschiffahrt Ist nur noch ein geringer Bruchteil übrig gebliehent auch In den südamerikanischen Häfen Ist die britische Finge nur noch spärlich vertreten. Dazu kommt, daß Großbritannien wegen der Schiffsraumknappheit seine Dominien angeregt hatte, Schiffe zu bauen und sich hierfür eigene Industrien zu schaffen. Daraus aber entstand ein neuer Wettbewerb für seine Schiffahrt. In dieser ganzen tTberfltVgelung der britischen Handelsflotte durch ander« Mächt« nun ist eine ernste Gefahr für England enthalten, einmal politisch, weil die Sicherheit des Weltreichs auf seiner leistungsfähigen Flotte, und swar nicht nur der Kriegs-, sondern auch der Handelsflotte, beruht. Femer drofat von defs Rückgang der Handelsflotte «in« wirtschaftliche Gefahr für England. Denn Großbritannien hat bekanntlich schon seit längerer Zeit dem Wert nach mehr Waren eingeführt als ausgeführt. Daraus erwuchs in jedem Jahr ein« Schuld an das Ausland, die sich z. B. 1937 auf 432 Millionen Pfund belief. Sie wurde zu fast einem Drittel gedeckt durch die Gewinn« aus der Schiffahrt, die 1937 130 Millionen Pfund ausmachten. Schätzungsweis« sind diese Gewinne Im Laufe des jetzigen Krieges auf wenig mehr als ein Drittel zurückgegangen. Dieser Rückgang wiederum ist um so bedenklicher, als eine andere, und zwar die wichtigste Einnahmequelle zur Bezahlung d«s Einfuhrüberschusses, zu etwa 60 % versiegt ist. Die Eirmahmequell« bestand in den Zinsen aus dem im Ausland angelegten englischen Kapital, aus denen beinahe die Hälfte des Einfuhrüberschusses bezahlt werden könnt«. Diese Einnahmen sind, wie gesagt, auf etwa 2 Fünft«! ihrer früheren Höhe zurückgegangen, weil die Kapitalanlagen als Bezahlung der Krieqs-leistungen, vor allem an die Dominien, preisgegeben werden mußten. England ist also aus polltischen und wirtschaftlichen Gründen gezwungen, auf den Bestand einer starken und leistungsfähigen Handelsflotte aurfj in Zukunft großen Wert zu legen. Es sieht sich aber in diesem Bestreben J« länger desto mehr behindert und zurückgedrängt durch die Vereinigten Staaten, die unverhüllt und wiederholt den Anspruch angemeldet haben, die größte Handelsflotte der Erde zu besitzen. Man könnte vielleicht der Meinung sein, dieser Anspruch ließe sich einer anglo-amerikanischen Wirtschaftsgemeinschaft zuliebe auf ein für England erträgliches Maß herabschrauben. Einer solchen Lösung stehen indessen die Sorgen der Vereinigten Staaten im Wege. Es ist ihnen in den Friedensjahren bekanntlich nfcht gelungen, die zeitweise auf 17 Millionen Menschen angewachsene Arbeits-losenjiahl zu beseitigen oder auch nur ansreichmd zu senken. Der Mißerfolrf auf diesem Gebiet ist ein Grund für die Kriegstreiberei der Regierung in Wa- Seite 2 * Nr. 180 * Dienstag, 29. Jun! MARBURGES ZETTUNO fhlngton gvweten. Pflr di« Zukuaft will diese deslialb die Warenaukiuhi auf das Doppelte bU Dreifache des Vorkriegs-•tandee steigern und sich eine dement-iprechend starke Handelsflotte schaffen. Denn es gilt als unbestreitbare Tatsache, dafi »ein« Handelsflotte unter der Fiaqge des exportierenden Landes eine der Hauptwdffen für die Vergrößerung des auswirtigen Handels« Ist. Diese Erfahrung ist in der Vergangenheit gerade am Beispiel Englands immer ■wieder gemacht worden. Daraus folgt, daß, auf längere Sicht gesehen, die Be-•trebungen der Vereinigten Staaten und Großbritanniens, ihre Handelsflotte zu entwickeln, in unvereinbarem Gegensatz stehen. Führende Zeitschriften in beiden Ländern geben dann auch zu, daß noch kein Weg zur Lösung dieser Frage gefunden worden Ist. Die Schärfe der Spannung auf dem Gebiet des Schiffbauwettbewerbs erzeugt naturgemäß auch eine Zwiespältigkeit in dem Ersatzbau für versenkte Schiffe. Det Verlust von 31 Mill. brt durch den Frachtraumkrieg der DreierpakLmächie hat zu dem Entschluß geführt, ohne Rücksicht auf Solidität und Geschwindigkeit möglichst viele Schilfe in möglichst kurzer Zeit zu bauen. Als Großbritannien 1939 seine Femblockade gegen Deutschland aufrichtete, sprachen seine Staatsmänner bekanntlich von einem bequemen Krieg. Aus ihm aber ist dank den Erfolgen unseres Frachtkrieges eine Abhängigkeit Englands von den Vereinigten Staaten geworden, die dem Bestand de« Weltreichs gefährlich ist. Diesen Erfolg, dessen Auswirkungen unabslehbar sind, h^ben wir unserer Gegenblockade gegen Großbritannien zu verdanken. Heuchlerisches England Stockholm, 28. Juni Der Bischof von Chelmsford, Dr. Henry Wilson, benutzte eine Veranstaltung aus Anlaß der Wiederkehr des Tages des Kriegsbeginns Im Osten, um für den Bolschewismus und seine GPU-Henker den Segen Gottes zu erflehen. Der Bischof prägte dabei folgenden Satz: »Wir grüßen euch Bolschewisten, wir heißen euch willkommen, wir danken euch, wir gedenken eurer in unseren Gebeten und wir flehen den Segen Gottes auf das bolschewistische Volk und «einen großen Führer Joseph Stalin herab.« Seitdem sich die englische Plu-tokratle völlig In die Hörigkeit des Bolschewismus begeben hat, hält es die englische Hochkirche offenbar für ihre Pflicht, die Sowjets ihrer Sympathien zu versichern. Wenn es uns nach der bisherigen Einstellung der englischen Bi-ichöfe und Prieste# auch nicht wel'.er flberrascht, so beweist die Erklärung des Bischofs doch von neuem, daß sich die englische Kirche voll und ganz mit den bolschewistischen Verbrechern und Mas-ienmördern identifiziert. Kozielsk bolschewistische Richtstätte Endlofe Kette der Moskauer Greueltaten — Ein offenes Geständnis Smolensk, 26. Juni In den Akten der Hauptverwaltunq für Staatssicherheit (GPU) in Smolensk wurde ein sehr interessanter Bericht gefunden, der unter »streng geheim« am 6 August 1940 unter dem Aktenzeichen Nr. 39 von dem Leiter der besonderen Abteilung des NKWD-Lagers Kozielsk, Unterleutnant der Staatssicherheit Sta-rlkowltsch, an den Leiter der Hauptverwaltung für Staatssicherheit für das Gebiet Smolensk, Hauptmann Kuprija-now, erstattet wurde. In dem Bericht wurde besonders darüber Klage geführt, daß man nach dem Abtransport der 12 000 polnischen Offiziere zur Erschießung bei Katyn Im Lager Kozielsk die Spuren dieser Offiziere nicht genügend beseitigt habe, so daß die neuen Insassen des Lagers sofort hätten feststellen können, daß In dem Lager kriegs-gefangene polnische Offiziere untergebracht waren. Genosse Starlkowltsch schreibt n. a.: »Beobachten sie die strengste Gehelmhaltung entsprechend meinen Hinweisen«, Ich würde sagen, daß gegen die Frage der Wahrnehmung der Gehelmhaltung in unserem Lager seit dem Tage der Ankunft dieser Gruppe in das In-temlertenlager verstoßen worden ist, Wenn Jetzt — wie der Lagerleiter Ko-roljew mir erklärte — die Aufgabe darin besteht, daß die Internierten nicht wissen sollen, wo sie sich befinden, dann kann man mit aller Gewißheit erklären, »sämltiche Internierten wissen, dafi sie in Kozielsk, Gebiet Smolensk, sind und daß sich In diesem Lager vorher Kriegsgefangene befanden. Als Bestätigung dieser Frage kann ich anführen: Die ankommenden Transporte der Internierten hielten neben dem Bahnhof und beim Verlassen der Waggons konnte man die Bezeichnung der Eisenbahnstation sehen. Während des Marsches von der Station Kozielsk zum Lager kamen sie durch die Stadt und lasen allen Firmenschilder, auf einigen von ihnen war die Bezeichnung der Körperschaft und der Name des Gebietes lu sehen. Die Lagerkommandantur hatte nach Abfertigung der Kriegsgefangenen dla von diesen stammenden Inschriften verschiedener Art nicht abgerieben oder überwelßt und so erfuhr ,diese Gruppe Internierter beim Lesen dieser Aufschriften sofort, daß hier Kriegsgefangene untergebracht waren. Es muß bemerkt werden, daß auch unter dem Personnlstand Fälle von Nichtbeachtung der Schweigepflicht des Lagers vermerkt sind. Im Juli Äußerte In einem Gespräch zwischen dem Wacht-mann Andrjuschkln und einem Internier-I ten auf die Frage des letzteren, was hier vorher gewesen war, Andr)utchkin — Kriegsgefangen«. Weiter heißt es in dem Bericht wörtlich: »Die Internierten interessieren sich für den Turm neben Baracke Nr, 15, dort war früher der Karzer und auf den Wänden befinden »ich verschieden# Inschriften, deren Inhalt bestätigt, daß sich hier früher Kriegsgefangene befanden, die auf ihre Aburteilung warteten. Sie fanden auch in der Holzwand kleine Löcher, die von Kugeln nach durchführ» ter Erschießung übrigblieben. Man hätte die Bretter auswechseln müssen. Aus den Inschriften an den Wänden haben die Insassen Abschledsnachrichtfen pol-nischej Offiziere herausgelesen, wie der Spitzel Smirnow meldet. Uber alle diese Tatsachen ist die Befehlsstelle des Lagers von mir unterrlchtef worden.« Die polnischen Offiziere ahnten also das grausige Schicksal, das ihnen von ihren Jüdisch-bolschewistischen Henkern beschieden war. Schon vor dem Abtransport kratzten sie Abschiedsnachrichten in die Wände Ihres Gefängnisses. ,Geheimnisse' um Nordafrika Berlin, 28. Juni Als zwischen den siegreichen Achsen* mächten und dem geschlagenen Frankreich Wafft^nstillstand gesdhlossen wurde, verpflichtete sich dde französische Regierung zur genauesten Einhaltung der hierbei getroffene« Bestimmungen. Diese erstreckten sich sowohl auf das französische Mutterland wie auf dessen Kolonien, Die Achsenmächte hatten sich bekanntlich so entgegenkommend gezeigt, daß sie den Franzosen die zur Verwaltung und zum Sdiutze ihrer überseeischen, vor allem der nordafrikanischen Gebiete -erforderlichen Mittel beließen, darunter ausreichend starke und entsprechend bewaffnete Streitkräfte, die nicht nur in der Lage sein sollten, die Ordnung aufrechtzuerhalten, sondern auch Nordafrika gegen etwaige Angreifer zu verteidigen. Dabei war es eine Selbstverständlichkeit, daß die Waffensüll-standskommisslonen der Achsenmächte die Durchführung dieser Bestimmungen überwachten, wobei Vlchy versprach, diese pflichtgemäß und loyal zu unterstützen. Inzwischen hat sich Jedoch herausgestellt, daß diese^Zusicherungen zxmi Teil nicht eingehalten worden sind, indem nämlich die verantwortlichen Instanzen der französischen Regierung in Nordafrika vielfach die Waffenstillstands-komlssionen systematisch hintergingon. Algerische Zeitungen plaudern heute aus, daß überall geheime Waffenlager eingerichtet worden waren, daß man neben der regulären Armee eine getarnte Italiens Entschlossenheit nicht erschüttert Der Kampf wird bis zum Endsieg der Achsenmächte getUhrt Rom, 28. Juni Die bedeutsame Tagung des Direktorium» der faschistischen Partei unter Leitung de» Duce und die klare, unmißverständliche Sprache der von Minister Scorza bekanntgegebenen Zahlen über die Stärke der faschiBtischcn Partei und ihrer Gliederungen sowie lion Beitrag des Faschismus in diesem Krieg um die Ellstenz des It/iilcnisehen Volkes, beherrsch* das gesamte Bild der italienischen Presse. Das halbamtliche »Glor-nale d ltahat bringt die Kundgebung des Parteidirektoriums mit der allgemeinen kämpferischen Lage Italiens und den verschiedenartigen feindlichen Angriffen in Zusammenhang. Getreu dem von Churchill gegebenen Logungswort, Italien wie einen Esel, teils durch Stock' hiebe, teils durch das Vorhallen einer Mohrrübe, zu lenken, versucht der Feind durch die nun schon 8 Monate währenden Terrorangriffe aus der Luit und durch die glelßnerlschen Versprechungen seiner Agitation, die innere Front Italiens zu zerschlagen. »Giornale d'Italia« Btellt Jedoch fest, der Widerstandswille Italiens und die italienische Entschlossenheit, den Kampf bis zu seinem Ende durchzustehen, seien nicht im leisesten erschüttert worden. In gleicher Weise habe das Italienische Volk a'le Versuche, die Massen des Landes,von ihrer Führung zu trennen, zurückgewiesen. Dia feindliche Aufforderung an die Italiener, zu kapitulieren, aber »teile eine äußerst schafllose Beleidigung der italienischen Intelligenz und des männlichen Ehrgefühls'der Italienischen Nation dar. Erstens betrachteten sich die Italiener durchaus nicht als geschlagen. Der Krieg müsse erst In Europa durchgekämpft werden. Hier aber habe der Feind noch nirgends Fuß fassen können. Wenn er dies versuchen sollte, werde er da» erbärmliche Ende dieses Unternehmens erleben. Zweitens seien die Italiener geistig und rüstungsgemäß voll kriegstüchtig Die afrikanischen Verluste seien rasch aufgefüllt worden. Italien sei heute In höherem Maße kampfgerüstet als am 10. Juni 1940. Drittens seien die Italiener entschlossen, die Voraussetzungen für die Sicherheit ihrer Bedürfnisse, zu leben und zu arbeiten und an dem zivilisatorischen Fortschritt teilzuhaben, zu schaffen und ihre nationale Sicherheit und Freiheit sowie die Gerechtigkeit unter den europäischen Völkern herbeizuführen. Viertens sei es den Italienern durchaus klar," daß sie durch eine Flucht von Innen aus dem Krieg, — die sie niemals vollziehen würden — Kriegsraum zwischen zwei Kontinenten Der Kanal von Sizilien Wie der Knn=ü zwischen der europäischen Atlantikküste und Großbritannien, so Ist auch der Engpaß des Mittelmeeres, der Kanul von Sizilien, ein vitales Zentrum militärischer Auseinandersetzung zu Wasser und in der Lufl In den Gewässern dieses Kanals, luch Straße von Sizilien genannt, wurden Jene siegreichen Geleitzugschlach^en gegen den britischen Feind ausgetragm, die im Zusammf?nhang mit der Nach-ichubversorgung seines Stützpunktes Malta im Jahre 1942 von den See und Luftstreitkräften der Achse im Mittelmeer geführt wurden. Durch den Engpaß von Sizilien Seetransporte nach dem östlichen Mittelmeer zu bringen, gehört von Anbeginn des Krieges in diesem südlichsten Abschnitt Europas zu - dem militärischen Kernproblem des Gegners Auch die zahlreichen deutsch-iatllenl-schen Lutfangriffe gegen Malta haben sich Im Bereich Jener Angilffsiadien abgespielt, die an seinem östlichen Ausgang den Kanal von Sizilien berühren in ganz besonderem Mafle ist er ge-genwätlg das Luftkrlegszentrum zwischen den anglo-anrerikanlschen und den Frontstellungen der Achse. In seinem Bereich kommen, wie der OKW-Bericht mehrfach In den letzten Tagen meldete, vor allem Im Umkreis von Pan-tellerla deutsch-italienische Kampfhandlungen gegen die Transport- und Begleittonnage des Feindes zur Wirkung. Die Straße von Sizilien trennt das nördliche Tyrrhonische Meer, das sich im Osten Sardiniens bis zu der Italienischen Küste etwa zwischen Neapel und Messina hinzieht, von dem Sizillschen Meer südlich der Insel Sizilien und der afrikanischen Küste. An ihrer schmälsten Stelle — zwischen dem tunesischen Kap Bon und der südwestsizilisrhen Küste mißt sie l.'iO km. Ihre Meerestiefe erreicht Maße bis zu 1000 Meter. Seine natürliche Einmündung In den Kanal «wischen zwei Kontinenten nimmt das Mittelmeer schon von Westen her aus der Verengung, die zwischen der Insel Saidinien und Nordweslafrika gegeben <ton Cerichark, i. ZI. In Urlii»ih, •tellv. Haiiptschrlftlelter Robert Kratiert, all« In Marburg a. d. Drau, Dadgaiia 6. Zur Zelt (Or AnxaigoD dl« Prelsllit« Nr. S *om 10. April 1943 gültig Auifall dar Ueferung des Blattet bei höriger Gewalt oder Belrleb*ilflrunfl gibt keinen Ansprurti auf Rütkzabluog des Bazugi* ' «aldM. MARBURGER ZEITUNO Dienstail. 29. Junf * Nr. 180 * Seite 3 UßiUiOtUtliB ffiilirfiyffrtfti Leute, die es besser haben Dafi ander« Leut« •■ besser haben als man selber, ist so gewesen, solange die Welt steht. Dds ist bei der Arbeit so, bei der Verteilung der irdischen Güter und noch viel mehr bei den kleinen und großen Sorgen und Lasten, ohne die kein Mensch durch das Leben kommt. Daß das so ist und daß wirklich jeder mit einem kleineren' oder größeren Päck* chen auf seinem Lebenswege beladen wird, sehen wir nur bisweilen nicht ein. Jedem ergeht es so, daß er bisweilen etwas seufzend auf seinen Nebenmen-tchen blickt und sagt: »Der hat es gutU Er hat es, so glauben wir, deshalb gut, weil er gerade die schwere Arbeit oder Last, die im Augenblick auf uns selber liegt, nicht zu tragen hat. Aber wie falsch wäre es, deshalb zu schließen, daß andere nun ein tinbeschwertes, so viel leichteres Leben hätten! Niemals bringt es uns auf iinserem eigener^ Wege vorwärts, wenn wir die' eigenen Lasten gerade gegen Menschen abwägen, die es im Augenblick vielleicht leichter haben. Merkwürdigerweise kommen nur wenige Menscheti darauf, auf diejenigen zu T)Ucken, die sich tapfer und ohne ein Wort der Klage mit einem sehr viel schwereren Schicksal abfinden und die uns in so vieler Beziehung Vorbild und Ansporn sein könnten, Sollten wir nicht zum mindesten im Blick auf sie uns dankbar bewußt werden, daß die eigene Last vielleicht doch noch etwas leichter lu tragen ist? Vor allem aber wollen wir einet nie ^ vergessen: es gibt kein Leben, dem die aus Sorgen und Lasten ganz erspart blieben. i Kierberg die einen rechten Beinbruch Bei dem einem kommen sie früher, bei ^2 Jahre alte Gemeinrie- Vortraf te Markwgw Tcgctthott-Gfmnasium. Im Festtaal des Tegetthoff-Gymnasiums, Tegetthoffplatz 1, spricht heute um 20 Uhr Schaukpieler Peter OtteQ, Graz, im Rahmen eines Elternabend« Werke deutscher Dichter. Die Freunde des Gymnasioms sind herzlich eingeladen. Reichssender Wien besucht die Roseg-gerausstellung. Der Reichssender Wien mit den ihm angeschlossenen Sendern überträgt am !. Juli von 11 bis 11.15 Uhr eine Reportage über die Roseggerausstel-lung der Steirlschen Landesbibliothek. Zwillinge In SttBenberg. Nach der Geburt der Zwillinge des Parteigenossen I Mittendorfer im März dieses Jahres hat | jetzt auch die Vorarbeiterin der Papier- I fabrik, Amalie Dolinschek, zwei stram- | men Jungen das Leben geschenkt. j UnlAlle Im Kreis Cllll. Der fünfjährige Franz Koroschetz aus Cilli lief in der | Grazerstraße geradewegs in einen fah- | renden Kraftwagen und erlitt schwere Kopf- und Fußverletzungen. — In Bischofdorf fiel die 64jährige Antonie Jur- | scha auf der Straße hin und zog sich einen Unterarmbruch zu. — Beim Holzhacken schlug sich der 26j8hrige Stanislaus Kaschuba aus Leutsch mit der Hacke so fest auf den rechten Fuß, daß er eine schwere Verletzung davontrug. Der Fuhrwerkbesitzei Franz Deschmann führte einen Möbeltransport von Leutsch nach Laufen. Er fiel unverhofft vom Wagen und blieb mit einem Fußbruch Hegen. Das Deutsche Rote Kreuz leistete in allen Fällen erste Hilfe Unfälle. Vom Fahrrad stürzten; Das ISjiihrige Pflichtjahrmädchen Maria Se-beiz aus Brunndorf bei Marburg, das sich den linken Arm brachi die 8 Jahre alte Das Hohelied vom Edelweiss dem anderen Später, und die einzige und letzte Frage bleibt doch immer die wie wir damit fortig werden. Unsere Zeit Ist eine harte Lehrmeisterin. Es ist gut, wenn wir rechtzeitig aus Ihr lernen, die angestellte Karl Pischorn aus der Untet* rotweinerstraße in Marburg, der sirh Verletzungen am Gesicht, Schulter und Händen zuzog. — Der 30jährige Telegrafenarbeiter Änton Spreitz aus Brunndorf kleinen Sorgen und Nöte des Alltags s^jj^zte beim Heimgange über eine Bö-nifht schworer zu nehmen als sie sind | und erlitt Verletzungen am rech- und sie abzuschätzen an dem gewnlti- j bmch sich gen Geschehen unserer Zelt und an dem j 5jährige Arbelterssöhnchen Marian schweren Leid, das heute so viele Men-1 corinschek aus Raßdorf, sehen tragen müssen, Gerade dann wird unser Blick klar und nüchtern die eigenen Lasten erkennen, die zwar oft noch schwer genug sind, aber die wir doch fragen können, wenn wir uns aanz hineingestellt fühlen In die große Schick-salsgemelnschnft unseres Volkes, und die wir traaen müssen, um den l.ebens-kampf unseres Volkes tapfer mitzukämpfen. EK II für tapferen Unlerstelrer. Dot ff-Rottenfiihrer Alois Pawaletz aus Thesen bei Marburg, derzeit an der Ostfront, wurde für sein tapferes Verhalten im Kampfe bei Charkow mit dem EK TI und Sturmabzeichen ausgezeichnet. TorlesfMIIe. In Marburg starben: Dei 51jährige Zurkcrbäcker und Innungs-meister Hans Pelikan, dessen Leichnam zur Einäscherung nach Graz überführt wirdi die 83 Jahre alte Auszüglerin Jo hanna Golin aus Zellnitz a. d. Draui die 70jährige Besitzerin Rosa Rebernag «"M rfowcs"cn seinrd^''"her7ncbcn' KTan^zau- Symphonische Gastkonzerte in Pettau Am kommenden Donnerstag. den 1. Juli, veranstaltet das Amt Volkbildunjj fjemeinsam mit der Intendanz des Mar-bur([er Stadttheaters im Arkaderhof der KreisführunjJ Pettau zwei liroßc symphonische Gastkonzerte, — eins nachmittaj{s um 16.30 Uhr für die Schulen, eins um 20.30 Uhr abends für die fibriiJc Bevölkerung, —- die vom Orclicslcr des MarburiJer Stadttheaters und dem Kulturorchester des Steirlschen Heimatbundes, insgesamt un|{cfähr 80 Inslrumenlalisten. durchgeführt werden. Trotz der bekannten reichen Musiktradition des uralten, schönen, rebenhügelumgürteten Draustädt-chenA wird Pettau doch wohl kaum je früher einmal einen so großen Instru-mentalkörper bei sich zu Gast gehabt haben und daher a^ch kaum in dor Lage Steirische Jungen bei den Einzigartig sind die Leittungen, die unsere Gebirgsjäger in diesem Kriege vollbracht haben Ihre stolzen Ruhmettaten bleiben für immer mit den Namen Narvik, Kreta, Elbrus, Tunis und vielen anderen verbunden. Wo immer es galt, die*Tüchtigkeit, die Schlagkraft und die hohe Kampfmoral des deutschen Sold» ten unter Beweit zu stellen, pb im einsamen rauhen Norden, in der brennend heißen Sonne des Südent oder in der zerklüfteten kaukasischen Eiswelt, da waren es die Gebirgsjäger, die dem Feinde die härtesten Schläge versetzten. Welcher deutsqfie Junge hätte nicht tchon den brennenden Wunsch in sich gefühlt, mit In den Reihen dieser Tapfersten der Tapferen zu stehen? Keine größere Freude konnte nun unserer steirlschen Jugend, Offiziersbewerbern des Heeres und Schülern höherer Lehranstalten des Gaues Steiermark, bereitet werden, als einer Einladung einer Gebirgsjägereinheil nach Leoben folgen zu dürfen, um als Gäste deren Kampfübungen beizuwohnen. Auf dem Dbungsfeld wurden die jugendlichen Gäste vom Kommandeur der Gebirgsjägereinheit herzlichst begrüßt und nachdem tle ihren »Feldherriihü-gel« bezogen hatten, wurde es mit einem Male auf dem weiten Gelände lebendig. Gut getarnt arbeiteten sich die Gebirgsjäger an eine stark ausgebaute feindliche Bunkerslellung heran In das Peitschen der Gewehrschüsse mischte sich das Knattern der Maschinengewehre, Leuchtkugeln zischten zum Himmel empor, Handgranaten explodierten, Detonationen geballter Ladungen machten die Luft erzittern. Nebelschwaden hüllten das Kampfgelände ein und im Rduch und Kampfeslärm sah man, wie sich flip Gruppen gegenseitig unterstützend, das Drahthindernis beseitigend, bis an den Bunker heranarbeiteten und diesen letzten Endes außer Gefecht setz ten Ein aufregendes Spiel, ganz dazu angr>lün, die großen Anfordorungen. die an eine solche Unternohmunq gestellt v/erden, trefflich zu veranschaulichen. .\hei noch war der Kampf nicht zu Ende Die Hegnet wollten den Gebirgs- Gebif^sjägern zu Gast jägern den Erfolg streitig macnen, darum stießen tie mit ttarken Kräften zum Gegenangriff vor Erneut rauBte das Kampfgetümmel auf, doch im zu sammengefaßten Feuer brach der teind-liehe Stoß zusammen. Jede einzelne Phase dieses spannenden Kampfes wurde von Offizieren den begeisterten Zusehern erläutert. Der F.r-stürmung eines Bunkers folgten andere Gefechtsübungen, so u, a, das Vortra gen eines Angriffes, bei dem js g.ilt. auch vorbrechende feindliche Panzer zu vernichten. Im Anschluß an diese Kampfphase gab ein mit EK I ausgezeichneter l>Pan-zerknacker« eine kurze Schilderung, wie es ihm Feldzug am Wolchow-Brücken-kopf gelungen war, einen feindlichen Panzer zu vernichten. Anschließend wurde der Jugend ein Film vom Kampf unserer Gebirgsjäger im Osten gezeigt. Nach einem mit großem Appetit eingenommenen Mittagessen aus der Truppenküche wurde eine Waffenausstellung besucht, in der man alle Waffen unserer Gebirgsjäger kennenlernen konnte. Gerade angesichts dieser vielen Spezial-waffen trat einem die Vielseitigkeit der Aufgaben der Gebirgsjäger wieder vor Augen Am Frühnachmittag wurde eine nach neuzeitlichen Grundsätzen ausgebaute Stellung auf einem Truppenübungsplatz besichtigt. So war der Tag für alle Besucher ein erlebnisreicher tag geworden. Vom Nachwuchsoffizier des Gaues Steiermark, Hauptmann Angerer, herzlichst verabschiedet, verließen die Jungen die Bergstadt Leoben mit dem noch größeren Verlangen, recht bald auf Rock und Mütze das stolze Edelweiß, das Svmbo! der Gebirgsjäger tragen zu dürfen Rntter mwchtea Streich- und Biasorclieftter) der Mutikgemeinschaft Polstrau unter Leitung von Gasperl und Steuer-lieder, gespielt von einem Mu^ikguartett (Riedl, Gdsperl, Stössel und Hobel) wie auch Musikstücke von einem Trio aui Ohrisch und Musik- und Gesangsolos, vorgetragen von dem Akkordeonkünstler Billig, Frieddu, Riedl und Albme Nemetz, eifreuten die PoJstrauer. Nicht minderen Anklang fanden die Vorführungen von Kunstmaler Kurz unti die humoristischen Darbietungen der Komiker Max und Paul und die Zahnbehdndiung durch Dentist Weirauth. Ein ländlicher Einakter »Das verlorene Kragenknöpfl«, ferner Tärue (ausgeführt von der Deutschen Jugend), Stf irerlieder und sonstige Volkslieder der Singgtmeinschaft Polstrau, unter Leitung von Fräulein Ballaui lösten sich in ununterbrochener Folge ab Der Abend kann in jeder Beziehung als gelungen gelten, was auch die zalilrei-eben Besucher durch reichen Beilall zum Ausdruck brachten. Vorspie^stunde der Kreismusikschule Cilli Heute, Dienstag, den 29. Juni, findet um 19 Uhr im Festsaal des Kreishauscs auf dem Kaiser-JoscI-Platz eine Vorspielstunde der Kreismusikschule statt. Die besten Schüler werden dabei zeigen, was sie während des zweiten Schuljahres der neuen Musikschule erarbeitet haben. Auf der Vortragsfolge stehen Stücke für Soloinstrumente, Gesang, Gruppenmusi-zieren und das Bannorciiester wird Steirische Tänze spielen. Der Eintritt ist frei. Bunter Abend in Polstrau In Polstrau gelangte am 26. Juni Im Rahmen des Steirischen Heimatbundes ein Bunter Abend zur Durchführung. Das Programm, das über die Bühne rollte, machte den Mitwirkenden alle Ehre. Schmissige Musik einer Kapelle (go- Für Tabakwaren nur d^e Tagesabschnitte Vereinzelt ist die irruje Aiiffdssurnj verbleitet, daß Tabtikwaren auch dut die am Unken Rande der Tdhakkontroükdr-ten befindlichen Abschnitte mit römischen Zahlen abgegeben weiden. Gültig zum Bezun von Taba!.wuren sind nur die Tagesabschnitfe der Tabakkontrollkarten. TrafikiiiUen, die auf die Abschnitte mit römischen Ziffern Tubakwaien abgeben und Verbraucher, die auf diese Abschnitte Tabakwaren beziehen machen sich strafbar. Jutta Rüdiger im Unterland Pragerhof und das Arbefterstörhterchen , ,wichen Apparat aus Maria Reich aus Wachsenberg. , fassen Ps j.f Neuer OrlsgruppenfUhrer in SUBen- daher zu''cr\vnrtcn, daß die beiden Gast- berg. Beim großen Dienstdppell der Ortsgruppe Süßenberg, zu dem Kreisführer Nemetz erschienen war, wurde der neu ernannte Ortsgruppenführer Kröll Josef in sein Amt eingeführt. Der Krpistühier dankte dem scheidenden Ortsgruppenführei Mayerhofer für seine Arbeit Dei neue Ortsgruppenführer bedankte sich fiii das Vertrauen und forderte sein^ Mit irbeitei auf, ihm bei dei Ariieit treu und aufopferungsvoll zur Seite zu stehen.. Appell der Parteigenossen In Ober-radkersburg. Die Parteigenossen aus dem Kreis Luttenberg fanden sich arrK Freitag, den 2.^. Juni, zu einem Appell in Oberradkersburg ein, der sich zu einem eindrucksvollen Bekenntnis zur politischen Arbeit in der Untersfeiermark gestaltete. Kreisführer Nomet?, ging dabei auf die geschichtliche Entwicklung der Untersteiermark ein und umriß In klarer Gedankenführung die Fnlgeruimen, die für die politische Arbeit daraus zu ziehen sind. Lustiges Allerlei in Luttenberg. Die Arbeitsmänner, die ihr Lager in Zween bei Luttenberg aufgebaut haben, haben nicht zuviel gesagt, als sie auf den Plakaten ein paar lustige Stunden versprachen Bei ausverkauftem Snal rollte vor den Aiujon dei zahlreichen Zuschauer ein buntes Programm ab, von lustigem Allerlei mit musikalischen Eln-lane eines RAD-Musikzuges Die außerordentlich gu'e Beteiligung an dieser Veranstaltuna beweist neuerdings, daß sich unsere Arbeiiejuännei einer großen Bnlirbtheit bei dor .Bevölkerung erfreuen. Wir verdunkeln Im Juni von 23bls3Uhrl konzcrtc von der musikliebenden Bevöl kerung des Kreises Prltau als ein besonderes musikalisches Ereignis von geradezu festlichem Gepräge gewürdigt und durch einen entsprechenden Besuch ausgezeichnet werden Oas bei aller Gediegenheit doch durc'^aus Hebenswürdig-••oikR''1m1ichc iird alHrmcinvcrstiindUch? Prolramm enthält Mozarf's verhSltnis-selten gespielte, entzückende Ulc're Symphonie in A-dur Nr. 29. in Her alle guten Geister Mozart'scher Anmut und 'Heiterkeit lehcrdtg werden, ferner Karl Maria von Webers immer wieder gern-(«chRrtc. gcist- und temperamentsprühende, bei aller •klassischen* Formgebung doch von urromantischem Atem durchwehte »Ohcron«'-Ouvcrtüre und ein modernes Werk des in Deutschland längst akUimatisierten Holländers Brands-Buys (»Poetischer Spaziergang«), in seinen sechs kurzen, feinpointierten und -instrumentierten, irgendwie an Debussv erinnernden Sätzen auch für musik^Hsche Feinschmecker ein wahrer Ohrenschmaus Den festlichen Abschluß bilden Liszts dramatisch-packende, in einem feurigen GuO hingeworfene, in ihrem kärnn' ferischen Vorwurf höchstzcitgem&fle Präludien«. In der Leitung der beiden Sym-nhonie''onzerte teilen sich der verdienstvolle Opernkaoellmeis'er des Marburif hin, clnß die Pächter — die in Enjilnnd meist das Land bestellen — b'shcr \icl tu hctiucm ijcwirtschaftet hätten, Erst während des KricjJes hätte sich g»>>:eitn noch mehr aus dem Acker hc»'auÄZ\iholcn i«t Hie f^cjjicrung müsse d?für sorilen, dal auch später unter keinen Umständen bei den Bauern wieder Miißiöijanö und Faulheit einreißen. Unter dem Vnrwand. um die englische »Nah-rrntfsfre'lieil bc^orfit zu sein, arbeiten die I,!>pdlo'rls auf eine staall'che Antrei- Kriegi Einfuhr verlassen müsse. Drei Denkschriften spiegeln somit weitgehend neuralgische Punkte des englischen Wirtschaftslebens wider, verschlimmert durch das sinkende Ansehen der liberalistischen Wirtschaftsmethoden. Man spürt, daß die Welt von 193') nicht mehr zurückkehren wird, aber bei jedem reformerischen Schritt muß man acht geben, nicht die amerikanischen Freunde zu verletzen, die ihre eigenen, und zwar sehr widerspnichivollen Meinungen Aber die Nachkriegtwirtschaft haben, aber nicht dulden, daß die Engländer auf eigene Faust Pläne entwickeln. Der Ausgang der englisah-amerikanischen Auseinander* Setzung um die zukünftige WShrungtpo-litik hat bereits bewiesen, daß Washington rücksichtslos London den Mund verbietet. Als zweiter Besserwisser mischt sich zusehends Moskau ein, nachdem die Londoner Presse unvorslihtig genug war, den britischen Kommunisten nach Auflösung der Komintern ihre Harmlosigkeit zu bescheinigen, Szl SPORT UND TURNEN Die Ergebnisse der Sommerkampfspiele Ciltl Im Zelchra d«r Dcnttclieii Jngcnd Anerkennendes Wort für die Betriebsjugend Beispiele vorbildlichen Kriegseinsatzes nicht wie- Was viele Jugendliche heut« im Be nifsleben schaffen, Ist wahrhaftig dei Annrrkennung wert. In einer Mdschinen-und Motorenfahrik stellen die Lehrlinge ans dem 3 Lehrjahr Sthiffspunipen, Hlek ermöon der zur Gewiß berpol'tik hin. die dem Groß(Jrnndbesitz i tromotoien usw her, als waren sie be- " ' ■ reits erprobte Gesellen. Ja, es ist selbstverständlich, daß sie im dritten Lehrjahr schon gute Facharbeiter sind. Nach sechs, sieben Mnnnten Lphr7eit können sie be-lind Anycioereicn ' reits konipliziei te Zeichnunrien lesen. hr,l wcrde.>de„ f""!;!. wAll , Si. sfohpn jn Bohr, Fräs- und SchlrK- fiMilf mflsfhinpn und leirion früh. In lausends-W"d n,<« Sor,c lalll d,c '"»Y" ,rl Mimm<.tor!,onaulgk,.it zu arbolten. aus dem berliaus im aus y I8jährige deutsche Kolonnenfuhrerin c.tv n.dit schlafen. | ^ oitarbeitennnen an, prüft die Nie- ischer f^cichltim ist da in^e. l u t' ten, die dio Fremdarbeiterinnen unter stattdessen ihrer Anleitunq in die Rehantunq dor den entstanden, deren Tilgung und Ver- zinsung von den USA na^ch dem Kriege .Lehrlinge« die Arbeit ordent- grfordert werden England sucht deshalb warben Hnhei muß mnn wissen, einen Teil seiner Schulden aut die Uo- miricn abzuwälzen ^V'ln lobt in dieser Beziehung Kanada, das schon zum zwei-trn Male aus seinen enormen Kriegsge-winften dem Mutterland eine Spende von einer Milliarde Dollar gemacht hat Die englische Meinung geht nun dahin, daß die anderen Dominien einschließlich Indien sich ein ReiFiiiel nehmen sollten. Fs S''ärc diicb unerhört, daß sich diese Dominien am armen englischen Mutterland mästen, indem sie sich ihre Liefc-Mingen unentwegt hezMlilen lassen, mit dem Erlös ihre alten Schulden in England tilijen und obendrein noch Forderungen gegen London anhäufen. Man klagt das widerspenstige Südafrika und das gleichgültige Indien an. ohne zu be denken, daß der englische Reichtum genau durch die Umkehrung des Falles entstanden war, nämlich -nevleve rasch einen Be(|rüßungskuß ge-' ben. Sie aber wehrte Mchelnd ab und I meinte; »Nicht hier Im Büro...« Ihr Lächeln jedoch war etwas krampfhaft, fiel mir sofort auf, obwohl ich im allgemeinen nicht viel Talent zum Othello besitze und bisher im Leben auch kaum in Versuchung geraten bin, es bei mir zu entdecken. Allein ich schob auch diese übrigens nur hauchzarte Regung beiseite mit dem festen Willen, über den ich In derlei Dingen immer verfüge, mir da« Vergnügen, das mir heule noch bevorstünde, durch gar nichts stören zu lassen. Und so fragte ich unter allerlei Scherzen, um wieviel Uhr genau ich denn nachmittags bei ihr daheim vorsprechen dürfe. Tja, meinte pie und runzelte gequält die Stirn, heut' ginge es nun leider doch narlit, so ein dummes Pech, sie hätte das nicht voraussehen können aber es sei nun mal so, sie käme aus dem Büro nicht foil. Ilm, sagte Ich, und unter meiner Freude tat sich jäh eine Falltür auf, und sie purzelte ins Bodenlose. »Das ist aber schade«, brummte ich und wak-kelte mit dem Kopf, »wirklich schade . . , Und dabei habe ich mich —« Nein, Ich war tatsfichllch ehrlich betrübt. Sie sah mir das an und guckte ganz unglücklich, sie schien wahrhaftig keinen Auswejizu finden, Also verabschiedete ich mich schweren Herzens und sagte: »Dann eben auf Wiedersehen heut' flbeiul bei Lucienne . . .• 7. WEIL DER MOND SCHIEN . . . Ich ging die paar Türen weiter zu Lu-cienne. Wieder kam Hunter heraus, im Kielwasser der Platinblonden, es war schon wie Hexerei, »Tag, Lucienne«, sagte Ich, »wie geht es Ihnen?« »Ach schlecht«, sagte die kleine Lucienne mit saurer Miene und wiegte den Kopf, »nur Ärger im Geschäft, muß den Abend heute leider abblasen.« »Nanu«, sagte ich jetzt aber geradezu bestürzt, »was ist den los?« »Nachtdienst, mon eher ami«, sagte sie und schielte mit dem Ärger eines Clowns in eine Ecke, »Nachtdienstl Die Kollegin, mit der ich sonst abwechsle, ist plötzlich erkrankt . . .« Potz Blitz und Donnerschlag, das war aber doch ~ da fahr' einer aus der Haut! In plötzlicher Wut über den so völlig unerwartet verpatzten Tag sagte ich kurz Adieu und ging. Draußen fiel mir voll Freude ein, daß ja dann Genevieve heute abend frei sei. Also gleich wieder hin zu Genevievel »Hallo, Genl«, rief Ich, und war wieder ganz der alte Ubermut. »Der Abend bei Luclenne fällt doch heut ins Wasser. Da fragt nicht einmal Zeus mehr: was nuni« »Ach«, seufzte Genevieve und saß fast so da wie eine Ziehharmonika, der die letzte Luft ausgegangen ist, »Pierre« — sie halle mich Sonntag zu ihrem »Pierre« ernannt, obwohl ich ganz anders heiße: Frank; aber das, hatte sie gesagt, erinnere sie zu sehr an Geld — »Pierre — wie soll ich dir das erklären?« »Na«, sagte ich, und die Wut stieg mir wieder hoch, dtiß ich glaubte, ich platzte, »die Erklärung genügt mir jal Oder glaubt ihr, ich bin dumm?l Da slerkt doch Munter dahinter!« »Ja, l'it»rio\ sagte sie begflilgend und preßte die Hände zusammen, »aber laß es dii erklären . , . .« »Na los, was gibt's da noch zu er-klärenl« Sie holte tief Atem — so, als fiele ihr das, was sie mir nun eröffnen mußte, furchtbar schwer. »Damals«, begann Sie langsam, »an den Samstagabend — nun, Pierre; du weißt, da hab' Ich dich ja noch nicht gekannt —« »Weiß ichl Weiterl« »Da saßen wir doch im Park hinter dem Schloß — und der Mond schien —« »So? Der Mond schien?« Mich packte wieder eine gräßliche Wut, »Ach ja, der Mond schien — und Irh hatte ein bißchen viel getrunken — und alles da draußen bei euch war so schön, so ungewohnt. Ich komm' doch sonst nie aus Paris- hinaus, und dann unter lauter Soldaten, richten Männern —-« »Soldaten!« sagte ich höhnisch. »Diese Stabshyänenl Hast du 'ne Ahnung, was Soldaten sind!« »Ach, Pierre«, sagte sie verzweifelt, »ich sagte dir doch, daß ich dich damals noch nicht kannte . . . .« »Ach wasl«, erwiderte Ich ärgerlich, »ich meinte ja nicht mich!« Da hob sie langsam den Kopf und schaute mich mit leisen Vorwurf an. »Pierre», sagte sie, »soll unsere Unterhaltung so weltergehen?« »Dann • erzähl' schon . . . .« Sie senkte wieder"^ den Blick. »Ja, da gibt es eigentlich nicht viel mehr ru erzählen.« Abermals würgte mich die Wut. Ich glaube, ich war nun so weit, daß Ich hätte, im Burgtheater als Othello auftreten können! Doch Ich schluckte meinen Grimm hinunter. MARBURGER ZEITUNG Dienstag. 29, Juni * Nr. 180 ♦ Seite 5 Uatersteirische Leichtathletikmeisterschaften Am 3. und 4. Juli in Cilli Cilli, die sportfreudige Stadt am sonnigen Sannknie, wird am 3. und 4. Juli wiederum der Schauplatz großangelegter Sportwettkämple sein. Diebmal treten die untersteirischen Leichtathleten zu ihrem Meisterschaftskampf an, der sowohl für Männer pIs auch für Frauen ausgeschrieben ist Außer den Leichtathleten von Cilli werden Wettbewerber aus Marburg, Pettau, Rann, Trifail, Gurkfeld, Brückl, Rohitsch Sauerbrunn usw. am Start erscheinen. Angesichts der emsigen Vorbereitungen, die überall im steirischen Unterland getroffen werden, ist mit einem eindrucksvollen Ablauf dieser großen leichtathletischen Leistungsschau zu rechncn. ^Krankengymnastik und Verwundetensport Anstelle dei früheren Medikomechanik werden heute Sport und Gymnastik zur Wiederherstellunjt von Verwundeten und Kranken im Heilplan der Lazarette angewandt. Ihre Heilerfolge haben dazu ]{e* führt, daß o4t schon in den ersten Ta(ien nach der Operation mit Gymnastik im Krankenbett befjonnen werden kann. Durch sie soll nicht nur einer Verkümmerung der Muskulatur, des Kifbrpels, des Knochens und anderer Gewebe vor((ebeuj{t, sondern darüber hinaus der Heilungsvor-gang beschleunigt werden. Kftrpers&fte und Stoffwechsel werden durch Bewe^ng und Übung gebessert und gesteigert. Dies trifft besonders für die Behandlung von inneren Krankheiten zu. Kurz gefaßt darf man sagen: Üben stSrkt, Nichtflben läßt verkümmern, Überanstrengung schwächt. Den Grund für das Arbeitsgebiet hat die Heerei-Sanitäts-lnspektion im ersten Weltkrieg gelegt; damals nannte man es bescheiden Sport für Kriegsbeschädigte. Inzwischen haben die Ä.rzte die wissenschaftliche Grundlage so vervollständigt, daß der »Verwundetensport« heute allgemein anerkannt ist. So fand er auch Eingang in die Lazarette der anderen Wehrmachtteile, Auch mit der Fortbildung geeigneter Lehrkräfte wurde begonnen. Die Ausrichtung der Sanitätsoffiziere in den einzelnen Wehrkreisen der Heimat wurde planmäßig durchgeführt Sonderlehrgänge im Schwimmen, Rudern und Schilaufen rundeten das Arbeitsgebiet ab Die Wehr- macht hat sich dabei auch der Förderung durch die Deutsche Arbeitsfront, die NSG-Kraft durch Freude, den Reichsverband Deutscher Tum-, Sport- und Gymnastiklehrer und den NS-Reichsbund für Leibesübungen erfreut. Der verstorbene Reichssportfflhrer hat der Durchführung des Veriehrten-Sport-abzeichens seine volle Unterstützung geliehen und im engsten Einvernehmen mi der Wehrmacht die Bedingungen ausarbei ten lassen,* nach denen die Verwundeter die neue Sportauszeichnung erwerbet können. So ist der Sport in der Wehrmacht heute ein unentbehrlither Teil der Lazarettbchandlung geworden. Neue Hochleistungen im Modellflug Mit drei neuen Modellflug-Höchstlei-stungen, die der Korpsführer des NS-Fliegcrkorps nach sorgfältiger Prüfung der Unterlagen anerkennen konnte, wurde das Flugjahr ■ 1943 verheißungsvoll eröffnet. Der HJ-Rottenführer Gerhard Lipin-ski aus Hannover jifar dfbei gleich zweimal erfolgreich. Mit seinem Benzinmotor-Flugmodell von 1,90 m Spannweite, ausgerüstet mit einem Kratzsch-Motor von 10 ccm- Hubraum, gelang ihm anläßlich eines Übungsfliegens ia der Vahrenwalder Heide ein Streckenflug von 33,9 km. Dasselbe Flugmodell, diesmal mit Schwimmern ausgestattet, benutzte er, um in der Klasse der Wasserflugmodelle mit Ver- brcnnungsniotur mit einem Fluge von 25,150 km die erite anerkaant« Strtcken-leistung tu schaffen. Alle Anerkennung verdient auch die Flugleistung von 2650 m Strecke, die der Hitlerjunge Egon Richter aus Wiesbaden anläßlich eines Modellflugwettkampfes mit seinem Gummi-Motor-Wasserflugmodell erzielte. In 300 m Höhe über der Startstellc ging es »auf Strccke«, verfolgt von den ModelHlug-Leistun^sprüfern, die die I.andung aus nächster Nähe beobachten konnten. Bei diesem Flugmodell handelt es sich um einen Nachbau des erfolgreichen Wasserflugmodells »H 5« von Hermann Hebel, das damit zum vierten Male zu einer deutschen Modell Ilug-Höchstleistung verhalf. nie stelrischcn Gaumeisterschalten in den Sommerspielen wurden am Sonntag in Graz ausgotrarjon. Im Faustball dor Männer fiel der Sieg an DTB Kapfcn-borg, während boi den Frauen der ADTV Graz erfolgreich war, der auch im Frauon-Knrbball siegreich blieb. ,In Graz schlug Sturm In einem Freundschaftsspiel die Mannschaft von Postsport mit 14:1 (5:0), Die Begegnunrj Sportklub—LSV Graz schloß 1:1 (1:1) unentschieden. Geländelauf In Mlttsommernncht. In Oiinasvdra in Lappland, bekanntgewor- den durch die dort stattfindenden Schi-wettkanipie, wurden m der taghellen Mittsommercacht zum 24. Juni bei bestem Wetter im Rahmen einer Sportveranstaltung Geländeläufe der deutschen und finnischen Wehrmacht durrh-qeführt. Vor mehr als 3000 Zuschauem, njeist deutschen und finnischen Soldaten, gewann M Saarenpaeae den 6000 m langen Wettbewerb in 21:03 gegen seine Landsleute Vaeinoe Posio in 21:05 und Hartikka in 21:23. Wir hören im Rundfunk Dlenit«!, 29, Jaal Rcichsaendert 12.3S—12.45: Der Bcricht -.»ar Laf«. 14 tS—15; Untcrlialtunf mit Mai Schftoherr, IS bis 1510: F.rich BlSrti hal ipiell auf. 15. JO—16; Trenkner, Drieich, Morgenroth (Ijruieittichf So-liitrnmuaik). 16—17: Kleinct Konzert. 17,15—18; MunikBliache Kurrweil. 18 -18.30! »Der Fr'^hlich-keit die Türen aull« (H.l-Mu«ik). 18.30— 19: Der /eitspicgcl, 19.15 19.30' Frontberictite, 20.15 hu 21i Schubert, Havdn (Kammermutik und Orchf-iler). 21—22; Wiener l'ntrrhaltunjaweiaen. DeutBchlandieoden 17.15-18.30: Schubert. Mo-lart, StrauU. 20.15—21: Muiik für» Herx 21—22; »Eine Stund« tQr dich« mit dem Deutlcheo Tanz-und Unterhaltun(I«orche*lcr u. a. Sender Alpeni 6.15—7: Beichwtnijter Morgen, 19,15—1<> 45. Di'ut*che Volksweisen in I.icd und Tanz, 23— 24: Di« klinfendr Brück«. Da* klin-ficnd« Kaleidntkop. UNTERSTEIRISCHE LICHTSPIELTHEATER MARBURG-DRAM | BUWC-LICHTSPIEtE Hcuta IS. 18.30 20 45 Uhr Pcmnit 2219 Sie waren sechsl Schöne Frduen undurchglchticie Männer — datwlsrhen ein Detektiv dei d'e verwirrten FSdon dieses Kriminairalle« überlegen ordni^t. Wor l*t der Mörder? •— Erit die leirtcn 10 Meter des PilmcK lösen da» RHtsel dlpsn» »pannonden Krlminnlgoachicht«. Fttr Juoendllrhr nl< hl zugelaosenl C cm A il A flh C Wo lA. 18 30, 20.4.^ Uhr C 3 K 1.^ Ii ^ if l: So 13 45. 16, 18 30 20.45 Uhl Sommerliebe Ein Wlan-Film mll WInni« Murkui, O, W. Fiichm, Siegfried Breuer, loUe Lang, Haas OMen, Hedwig Blelbtreu, SutI Nlreletll — Heitet und unbeschwert von großen Problemen mit kleinen komischen Eplao-den. über auch voller apa .nendet Situationen «chlldert dieser Wlen-I'llrn eln^ z-irte Llebesgaichlchte auf der alten österreti'hischcn Donaiitnonorrhl« um 1909, FUr Jugrodllche nicht lugclassenl Lichtspiele Kadettenicliule Dl*nstag, !•., MKlwoch, 30. Juni, Donnerstag, 1. Juli — täglich ura 19 Uhr - ein heiterer Ula-Fllm So (befällst du mirt mit Gustl Hubei. — FFi Jugendliche nicht lugelaHnl Burg-Licktspiele Cilli SachsenlelderitraRe Bit 1. Juli Du gehörst zu mir Ein Ula-Film mit Whote 35 Rpl hei Zuscnduiiij diirrh Po«1 oder Rdten 7u Rpf AiisKunftn^obithi (flt An/nl-(jph mit doir' Vormeik .Auskunft in de Verwaltung odei Gpsrhaft»-slflte 20 kpl An/< ifTPn-Anniil'iiiPsrhItiR Am Tdqp vor r.ririPti um Ifi Uhr Kipine An/n|()pn wprf^pn niir ^eopn Vorctnsrndiinq de» Re-trnqps (niirh gOlttqi Biipfmarkenl aiifqpnommpn Mindysltiehühi für ein# Kleine AnTPiqe 1 RM Zu kaufen Jjesucht Kaffeehausköchln mit guter Praxis sucht Strlle ab sofort Brauchbare Schrelbrnasrhine Zuschr, an die Verw. des Bl. ^dringend zu kaufen oder gi-nen unter »Ehrlich und flink«. Von nun an wird der Herr Poiizeldlrektor von Marburg fttt einen entsprechenden Überwachungsdienst sorgen. Per-sonen, die «ich Flurdiebstahl und Feldfrevel zuschulden kommen lassen, werden einer strengen Bestrafung_zugeführt. Außerdem werde Ich den Betreffenden die Klelntlere ent-gchädlgmigsloa wegnehmen lassen. i Ich bitte also alle Kleintierhalter im eigensten Interesse, Ihre Kleintierhattung auf das MaT einzuschränken, das sie in erlaubter Weise mit Futter versorgen können, jede unerlaubte Futterentnahme auf fremden Feldern und in fremden GHr'en zu unterlassen. Sollte dieser woMnemelnte Aufruf nichts fruchten, so werde Ich zu meinem Bedauern gezwungen sein, Id' die Kieintferhallung in Niarburg überhaupt zu verbieten. 207 Marburg, am 22. Juni 194'j. KNAUS Armhanduhren, Schweiznr Miir-ke, zu tauschen grsut ht. Anträge unter »R. P.« an die Verwaltung. 718-4 Maschinist und Lokführet sucht passende Stelle. Zuschr. unier Maschinist an die Geschäftsstelle d. »M. Z.«, Cilli. I____ 2U-S Junger Mann, 34 Jahre, sucht Stelle bei einer Landgemeinde als Kan/leikraft. Deulsrhe Sprache iu Wort und Schrift. Zuschr an die Vi-rw. unter »Nr. 25«.___719-.5 .Suche Stelle als Vvirtschafterin auf ein großes Gut. Zusrhrifton an die Verw, der »M. Z.« unter »Verläf^lirh 26«. 721-5 720-5 OHcne Stellen Vot Fln^tpllonq ron Arhpitskrai-ten miiT die Zustimmung de« rn-«lAndlqen Arbi-It<;'imlp« elpgphnlt werden. Er£lchtjrin, welche auch irn Haushalt mithilft, sowie perfektes Stubenmädchen für Selbst-versorgerfomilie Nahe Cilli, gesucht. Anträge unter »Lmd-sitz an die Verw. 271-6 Frl-ieurgehllfe wird aufgenommen Friseursalon Taut? Richard, Sophienplatz 5. 600-6 Packcrlnnen zum Parken von Garn u Textilerzeugnissen t d. Postversand gesuc?it Leichte, saubere Arbeit, für die auch Halbtagskräfte Beschäftigung fimien können Vorstellung erbeten bei Anton Pinter, Zwirnerei, Thesen, Siegfried^traße 20. 23'^.fi 7u f'opitcb* Marjazln oder Lagetraum zu niielen gcsucht. Anrufragen !fl der Verw des Blattes. —P Möblierte Zimmer suchen wir dringend für Angestellte unseres VeilfTges. Angebote unter »Ddiiermieter« an die Verw d, ni_____8 Suche Hausmeisterstelle oder leeies Zitumer. Thea Baur, Peilenstem bei Drachenburg. _____ 272-8 Junger Mann sucht möbliertes Zimmer, Stadt oder Land Zuschriften an die Verwaltung des Blattes unter »Nr. 24*. 72:^-B Wohrungstausch Tausche llausmeisterel im Flutteiblock gegen Zimmer und Küche. Bismarckstraße 10. 724-9 Heirat Altere Köchln, selbständig, wird für Ilerrschaftshaus gesucht. Baldiger Eintritt erwünscht. Woscbnagg, Itaus-Sciiocco, Schönstein bei Cilli. 722-6 Bekanntmachung Uber die Einführung namentlicher Meldung versichcrungs-plllchtiger Arbeitnehmer Mit Wirksamkeit vom 1. Juli IÜ4H wird im Zusummeuhang mit der Emtunruny üei Arbeitsbuchpllicht lu der ijuter-sleiermark die bisaui nur tur in dei Land- und Foistwirtsctiaft beschäftigte Arbeitnehmer bestandene Meldupllicht aui Angehörige aller Uerufsyruppen ausgedehnt. Es sind somit erstmalig alle am iMichtage 1. Juli 1943 in einem verslcherungspilichtigeu BesLliailigungsverhältnis stehende Arbeiter und 'Augestellte binnen U laijen unter Verwendung der bei der Dberleltungsstelle iilr Sozialversicherung in Marburg/Drau sowie deren kreis- und Auliendienstsleiien erhältlichen amtlichen Vordrucken namentlich anzumelden. Die Meldung ist in zweifacher Auslertigung (üuichschrilt) zu erstatten. Die Zweitschrift gilt als Arbeitsbuchanzeige In der Folge sind die An- und Abmeldungen spätestens drei Tage nach Beginn, bzw. nach Beendigung eines versicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnisses vorzunehmen. Die Unterlassung oder verspätete Erstattung der Meldung zieht die Verhängung von Ordnungsstraleii nach sich. Die zur Vornahme der Meldungen verpflichteten Dienstgeber weiden besonders aufmerksam gemacht, daß die Sozialversicherungsbeiträge unbeschadet der früheren Beendigung eines Dienstverhältnisses jeJenfalls bis zum Tage der erfolgten Abmeldung zu entrichten sind. Die Meldepflicht erstreckt sich auf alle zur überlritiings-stelle für Sozialversicherung in Marburg Drau versicherungszuständigen Personen. Dies gilt auch für Arbeitnehmer, die von der Kranken-, Arbeitslosen- oder Rentenversicherungspflicht befreit und lediglich untallversicherungspflichtig sind. Der Unfallversicherungspflicht unterliegen ausnahmslos alle in einem Beschäftiqungsverhältnis stehende Arbeiter und Angestellte. Von der Meldepflicht ausgenommen sind ledigMcb die wegen nur geringfügiger Boschäftigunq oder unständiger Gelegenheitsarbeit versicherungpfreien Personen Die Bestimmungen über die Pflicht zur Vorlage von Lohn-und Beitragsnachweisungen werden von dieser Anordnung nicht berührt - 203 Marburg, den 25. Juni 1943. DberleltungsMelle für Sozialversicherung Marburg Drau Der geschäftsführende Leiter: gez. T s c h e I i g In tiefster Trauer gehen wir die traurige Nachricht, daß unsere Hobe, gute Mutter und Großmutter, Frau Maria Reich ^eh. Kodre am Sonntag, den 27. Juni 1943 noch langem, mit Geduld ertragenem Leiden entschlafen ist. Die Beerdigung dor liehen Toten findet am Dienstag, den 29. Juni 1943, um 15.30 Uhr, in Drauweiler statt. M a r b u r g D r a 11, den 2H. Juni 1943. In tiefer Trauer; Anna und Edeltrude, Töchter^ Familien Kirchhoff, Robnik, Dr.-Ing. Schmidl und Stark. 732 Wir siK hcn nettes, lustiges .Mädel füi unsere Sonntagsaus-fliii|o. Nur ernstgemeinte Zu-schnfton erbeten an die Verw. des Bl unter »Wir wären gerne vier«. 72.5-12 Fupflc - Verluste .Aug', ngläser am Donnerstag ^ verloren. Abzugtjben gegen ^ gute Belohnung in der llorst- Wessel-Stia'le 3-11, Tür 5. h _733-13 ^ ^fhwiirrlackiertes Herren- g Steyr-Waffi-nrad«,, fast neu. ^ veifkiestreifte Felgen und Kot-jj si hüizer, Sonntagabend abhan-^ len gekommen. Meldungen an ^ iie Poliyoiw.iche orler Gendar-B rneiie gegen gute Belohnung. I? ■ _ ^____726^13 |i Chrom-llerrenuhr, Marke Silva-P na, mit Sportkette und Kom-^ paß, Inschrift »Milan Stefano-P vir, Beogtad auf dem Wege y vom Geschäft Berdals, Vik-S fringhofq.isse, bis ,^dolf•Hitler-M Platz am Samstag verloren ^ rarh 1R Uhr .^b/nneben gegen Belohnung von RM 150.— bei ^ R. Tinnauer, Marburg, Tfluris-kerstrnße 5. 727-13 Verschiedenes Verordnungs- und Amtsblatt des Chefs da Zlvllverwaltung In der t^ntorstelormark YOlff» <7. |ui^ 194) Ift •Tirhlenen. * Auf dem Inhalt' Verordnung Aber den weiteren Ainbnti der riprlcht«- oryanl^atio>i und der Rorhtüpllcqe In der Uniprstplermnrk. Elnielprelt 10 Pfennig rrhUllllch heim Schdiler der Marburger Verlags- u. Druckerei Cos. m. b. H. Narbiirq Drau, Ba«lqa«se 6 hp| den GeschÄflsslpllen der „Morbingpr Zeitung" IN CILM. Marktpiat7 12 (Fernruf 7) IN PETTAU Ung«rtorqdssp. Herr r.eorfi Plrhler und bei den «uniitigen Vprknufsslellen . Bpriig^preli; Munfllhth RM 1,25 (^tclü Im vornii« Tfllilburj. Tieferschüttert geben wir Nachritht, daß mein lieber Manu, uiiser herzensguter Suhn und Bruder, Herr Hans Pelikan Zuckerbäcker und Innungsobermefster uns nach kurzem, schwerem Leiden am Sonntag, den 27, Juni 1943 im Alter von 51 Jahren für Immer verlassen hat. Die Bestattung findet Mittwoch, den 30. Juni, um 17 Uhr, in der Feuerhalle Graz statt. Marburg Drau, Graz, Wien, Belgrad, San Jos6, Cal., den 28. Juni 1943. Grete Pelikan, Gattim Maria Pelikan, Mutter, Roman, Karl, Hubert und Ptanz, Brüderi Ilermlne Weslack, Schwester, im Namen aller Verwandten. Wir werden unserem lieben Chef stets ein ohiendes Gedenken bewahren. Die Gefolgschaft der Firma Pelikan. Unser lieber Kamerad unrl Mitarbeiter Hans Pelikdu, Obermeister der Konditoreninnung Marburg. hat uns für immer verlassen. Er war seit dem Umbrüche 1941 als I laiulwerkspionier in unserer Mitte im Aufb.iu des Il.mdwerks in der l'ntersleiermark tätig. Sein Name und Geist wird stets bei uns weiterleben. Innting des Kondllorenhandwerks In der Unter-steierni.irk, Silz Marburg Drau. Kreishandwerkerschaft Marburg/Drau 274 Wer koloriert mir die Vergrößerungen 18''24 fortlaufend (Heimarbeit) Lichtbilderkunst-handel Franz Leban, Marburg-Drau VII, Friedhofgasse 29. 728-14 Fast neuer Volksempfänger wird gegen Damenfahrrad mit Aufzii.hlung eingetauscht. Adr. in der Verw^____730-14 Tausche Perslnnerkragen ne gen Damenstrandhose. Adr. Verw. 729-14 !9er SfadfDian und das Strasrnpprzelrhnls van Marburo/Drau 2. Autlage (fit in allen einschlägigen Geschäften und beim Schalter des Verlages ier »Marburger Zeitung* tum Preise von RM l.— erhSltllch Seite 6 ^ Nr. 190 • TMenttaf. 39. Juni I / MARBtmCER ZETTUNO Feierstunden für Peter Rosegger •Weltliche« Requiem« von Sepp Kosegg von Hugo Wolf Peter Rotegger ehren heißt »einem Gedächtnis leben) Die Feierstunden, die in der Steiermark zum Gedächtnis ihres größten Sohnes in diesen Tagen abge halten wurden, trugen durchweqs di^ vet Merkmal an »kh. Ein sinniger Zm >-WpU-lichen RequiemA zu uns, diis Herrninn von Schmeidel mit aller Sorgfilt und rnch Überwindung virlpr Mähen zum wahrhaft festlichen Erlchni« ne.staltel hfit. Dris siebenteilige Werk dessen mu-■ikalischo Sprache schlichte Innigkeit in den Chorstellen, jedoch eine ekstatisch inbrüstige Gebärde im Orchesterpart offenbart, ließ uns die Seele eines Gottsuchers im Rcche der Töne schauen, dessen Vorbild, der eigene Vater, die^m Werk tiefster und echtester Sohnesliebe von Segen «prlcht. Die Grazer Städtische Chorgemeln-schaft, der Grazer Männergesangverein und «ein Frauenchor, Mitglieder des Oparnchore®, der Kinderchor St. Petei fSepp Montbergfr) und das Städtische Orchester, sie alle haben sich unter Professor von Schmeidels Leitung mit Hingabe and Begeisterung In den Dienst dieses einmaligen Werkes gestellt, das In seinem ganzen Wesen auch eine Kantate der Lehensschau genannt werden könnte. Aber auch die Solltiten: Maria von Bartsch (Sopran), Isolde Riehl, Wien (Alt), Josef Janko (Tenor) und Hermann Juch (Baß) fügten sich mit ihren prächtigen Stimmen als fönende Grat« der chorischen Massen vor7flgllrh ein und gaben dem Werk sein solistisrh reiches Profil. An der Orgel waltete Kapellmeister Dr. Robert Wagner mit si cherem Gefühl für die tragende Gewalt der Orgelstimmen Der spontan ausbre- ■r — Neuinsicnierung »Der Corrcgidor« Im Grazer Opernhaus chende Dank des Publikums für alle Mitwirkenden und nicht zuletzt auch für den anwesenden Komponisten verwandelte sich schließlich in eine ergreifende Huldigung für Peter Roseggerl Der Gauleiter und Reichsstatfhalter Dr. Siq-fried Uiberreither an der Spitze vieler Ehrengäste, darunter euch die Vertreter des heimischen Schrifttums, die zu Mit-trtg an der Gedenkstunde am Grabe des Dichtcrs in Krieglach teilgenommen hatten, zeichneten die .Aufführung ans. Der Kulturkundgebung im Stefanirn-saal am Sonntagvormittag, deren Mittelpunkt die große, von tiefer Verpflichtung und Liebe zeugende Rede des G'TU-leiters bildete, die wir in der gestrigen .\iisgahe veröffentlicht haben, folgte am Abend im Opernhaus die festliche Neuinszenierung von Hugo Wölls, des Unter-steirers, wundervoller Meisteroper »Der Corregidor«. — Ein Ereigni.s in der Grazer Theatcigeschichte, dessen Spuren nimmer verwehen werden, wurde zum festlichen Abschluß der Roseggergedenk-tage, deren tieferer Sinn eben auch darin zu erblicken ist, daß die verantworlH-chrn Stellen ihr Möglichstes taten, im Sinne Peter Roseggers kostbares Kulturgut der Nachwelt zu erhalten, um durch eine würdige Form ihm die bleibende Stätle zu sichern. Mit der Aufführung des »Corregidors« wurde diese Absicht voll und ganz erreicht. Aber noch mehr; die immer wieder an ihren textlichen Schwächen kränkelnde Meisteroper Hugo Wolfs scheint damit dem Spielplan der Grazer Oper endgültig gewonnen zu sein, nicht daß wir damit einer Abnützung des herrlichen Werkes durch all-zuoite Aufführung das Wort redeten, vielmehr glauben wir den Simi dieser Aufführung so m verstehen, daß die Splelbarkeit dieser Oper nunmehr auch für die Grazer Bühne klar und eindeutig erwiesen, und somit ihr die vornehme Pflicht auferlegt ist, dieses köstliche Gut steirischer Eigenart von nun an in Treuen zu pflegen. Dank einer, von allen Kräften geförderten, von Liebe und Verantwortung getragenen Wiedergabe, deren künstlerisches Ergebnis tief befriedigte, (Spielleitung Intendant Dr. Rudolf Meyer) am Pult Opernchef Romanus Huberhis) konnte diese einmalige Partitur zum klingenden und schtiubaren Leben erweckt werden. Aus jahrzehntelangem Schlaf hat sie, so ist es doch wohl, der Genius Peter Rospggprs ans Licht gehoben. Damit Zweite Serenade in Graz Diesmal machte auch das Wetter mit und der schöne Arkadenhof des Landhauses war ein idealer Freiluftkonzertsaal, in dem die vier Kammermusikin-strumente noch an Leuchtkraft des Tones und Fülle der Klangstärke gewannen Das Grazer Fiauenstreichquartett hatte sich ein Divertimento Mozarts, (K. V. 136) eingangs erwählt und damit von Anbeginn jene Stimmung her-vorgf'rulen, die für Serenaden unerläßlich ist: Mozart nahm uns mit Zauber-linden die Sorgen des Alltag» ab, Btimmtc unser Gemüt besinnlich froh und hei^ es zu daß auch der abendliche S< bwalbenschrei wie eine musikalische Floskel sich seinem Werk anhängte. CiespieU wurde dos jugendliche Werk mit stinimungsgesättigter Nachempfindung, voll Schwung und Wärme. Den Mittelteil bildete Josef Roegers Quartett g-moll, Werk 105, ein von blühender Melodik getragenes, im le bendigen Fluß vorüberziehendes Poem, von echt musikantischeui Duktus. Motivisch feingliedrig bestach das Andante durch seine klarempfundene Innigkeit ebenso, wie das finale elegico (molto Hllegro) von impe.tuoser Klangfreude sich zum formal schön geschlossenem Gan zen rinulete. Ein Werk, das vom Publikum mit »ichtlichem Interesse aufgenommen wurde und vor allem den Ausführenden, Lotte Krisper-Leipert (Geige), Hella von Königshrunn (zweite Geige), Margret Wessel-Spring (Bratsche), und Rudolf Stepnitzka, der für die verhinderte Cellistin Pelikan eingesprungen war, dankbare Aufgaben stellte. Die Der Bleistift Von Hans Auer Tra Rinnsal der Straße lag ein Bleistift. Ein ganz gewöhnlicher Bleistift, also nicht etwa ein schönes Exemplar, farbig, glänzend und zierlich spitz, wie man sie in den Auslagen sieht, sondern unbeholfen zugeschnitten. Und ein Kind spielte auf der Straße, abseits der anderen Kinder, die es immer hänselten und höhnten, weil es einfaltig war. Da fand PS den Bleistift, nahm ihn zur Hand, las einen Fetzen Papier auf und setzte sich auf eine Bank. Dann begann es zu kritzeln, das heißt, kreuz und quer verrückte Striche zu ziehen, wir« es ein Kind ehen tut. Aber da wurden plötzlich wunderschöne Blumen und Girlcinden daraus, die Hände des Kindes zogen mit dem Stift märchenhafte Gi^bilde auf das Papier — Wolken und feltsnme Ungetüme, Sterne und Blüten. Beglückt lief es zu den anderen Kindern, um ihnen zu zeigen, was es geschaffen hatte. Und die Kinder drängten sich um da» kleine Mädchen, das sie immer verspottet halten, bewunderten die Zeichnungen und bekamen eine große Scheu vor diesem Mädchen. Der Bleistift aber blieb vergessen auf der Bank liegen. Ein junger Mann mit sehrjsuchtsvollem Herzen — er litt schwer an der Qual einer Liebe — kam des Weges, blieb einen Augenblick stehen und setzte sich dann auf die Bank. Nie hatte er vermocht, dem Mädchen, das er liebte, seine Liebe zu gestchen. Nur sein Herz war erfüllt von dieser Liehe die Worte, sie auszusprechen, hatte er niemals finden könneo. leuchtend bunten Blumengrüße am Schluß, umrandet vom piasselnden Beifall bildeten auch einen optisch anziehenden Akzent. Die Pause gab Gelegenheit, das bunt-lehendige Bild der Zuschauer von der Höhe der Arkaden aus zu betrachten. Man wurde zu Vergleichen angeregt und es ergab sich bei flüchtiger Zählung, das ungefähr ein Fünftel der Anwesenden Männer, daiunter viele in Wehr-machtsuniform, die übrigen vier Fünftel Frauen waren, die zusammen wiedei alle Alterssluten vertraten. Beweis, daß gute Musik heute eine wichtige Aufgabe erfüllt, und daß gerade die abendlichen Serenaden vielen arbeitsmüden Menschen zum Labsal und seelischen Jungborn geworden sind. Den Beschluß bildete Franz Schuberts op. posth. g-mull das in aller Sinnenseligkeit und Klangtrunkenheit ein tiefes Bekenntnis des Meisters zur Lebens-hejahung bildet. — Wie graziös erklang das Alleqro con brio, wie durchsichtig zart das wundervolle Andante) das Menuett jedoch war mehr dem Scherzo angenähert in semer »geraubten Leben-digkeitn, und das Allegro am Schluß ließ Volksklänge In die Struktur des musikalischen Bildes meisterhaft einfließen. Auch hiebel erwies sich die Qualität des Frauenstreichquartettes auf bemerkenswerter Höhe, nicht zuletzt auch im kammermusikalisch fein dynamisierten Zusammenspiel. Auch diese zweite Serenade war ein voller Erfolg. Kart Hildehrani Malzak Da erblickte er den vergessenen Bleistift und, überwältigt von dem Verlangen nach der Geliebten, begann er, an sie zu schreiben. Und seine Sprache floß nun dahin wie ein FluB, In dem sich der klare Himmel und alle Sterne spiegeln. Es wurde ein Jauchzender Liebesbrief, In Jedem dieser Worte schlug sein Herz — und das MSdchen erhörte ihn. Den Bleistift warf er achtlos fort, einem Mann, der just vorbei kam, vor die Füße. Der Mann hob Ihn gedankenlos auf. Er war voll Haß und Zorn gegen sein Weib, das er einer Verfehlung wegen von Haus und Hof gewiesen hatte. Er lief in eine Schenke, um seinen Gram zu ertränken. Dnrt fiel ihm der gefundene Bleistift ein und in seiner heißen Wut beschloß er, seinem Weib einen letzten, bösen, bitterbösen Brief zu schreiben. Aber — als er den Stift nun zwischen den Fingern hielt, ^konnte er nichts anderes srhreibep als diese Worte: »Komm wipder zu mir. Ich verzeihe dir —« Don Bleistift, der auf dem Tisch liegen geblieben war, warf die Magd auf den Müllhaufen. Ein Mensch zog des Weges, ein elender, zerlumpter, schmutziger Mensch, ein Dieb und Strolch, den seine Heimat ausgespiecn hatte In seinem Gesicht lagen die Furchen des Grauens und Lasters. Mi! irren, hungrigen Augen durchsuchte er den Müllhaufen nach Abfällen. Er stöberte mit seinem Stock darin herum. Er stieß auf den Bleistift und nahm ihn zur Hand. Da wurde Ihm ganz seltsam zu Mute, er starrte den Stift an Sommer im Kolloscr Land Anfnuhmpr Sipftpn-l.trhtltild Gr«! aber haben auch die Roseggerfeiern ihren eigentlichen Schwerpunkt erhalten, dessen Bedeutung erst in der Folgezeit ganz erkannt werden wird. Das edle Gespinst der Töne, das Hugo Wolf in seinem Corregidor zu einem Wunderwerk polyphonen Klangzaubers mit seinen Meisterhänden gewoben hat, weckte auch die besten Krälte aller Beteiligten zu einer wahrhaft festlichen Tat. Voran der Müller Lukas Rudolf Großmanns, dessen elementare Kraft als Sänger und Gestalter zu vollster Wirkung gelangte. Ein Kerl voll Saft und Kraft und jenem Humor, der in den Tiefen noch leuchtet, wurde vor unseren Augen Gestalt. Ihm zur Seite, die feinglied-rlge, stimmlich ausgezeichnete Fras-quita Erika Pirsrhis, eine glückliche Ergänzung, denen sich als Dritter im Bunde Josef Janko, gesellte, der dem Corregidor nicht nur die dramatische Gewalt seiner nie ermüdenden Tenorstimme lieh, sondern auch durch die feine Zurückhaltung in der sorgsam abgestimmten Maske den Dorf-Don Juan zum hineingelegten Schwerennöter machte, dessen Entdeckung am Morgen schließlich, so nehmen wir an, nach dem Falten des Vorhanges noch zu einem Fest im Dorfe führen muß... Wie überhaupt der Lust-splelton dieses Werkes auf das Beste getroffen war, dessen klasische Losgebun-denheit und dionysische Turbulenz der thematischen Gedanken unerreicht ist. Neben den Hauptdarstellern müssoii aber auch die Nebenrollen genannt werden, die diesmal Wesentliches zum Gelingen beitrugen: Alfred Schütz als Alkalde, ein würdiger Intrigant und Zecher, der Gerichtsbote Walter Königs, eine drastische Vollfigur, Manfred Pe-Iris köstlicher Repela ebenso, wie Anna Bargos Corregidor« und Marie Reiningers Diienna Manuela, sie alle waren Gestalten von nachhaltigster Wirkung. Eine nicht zu übersehende, stimmungzeugende Rolle kam den Bühnenbildern Hans Hamanns zu, die ein gefälliges Phantasie-Spanien rnit leuchtend farbigen Kontrasten vor die Sinne zauberten. Den Chören, die, am Maße des Werkes gemessen, erhebliche Schwierigkeiten beinhalten, wurde Hanns Haas mit gewohnter Präznsion gerecht. Am Schluß gab es einen Begeisterungsjubel wie ihn das Opernhaus selbst bei Premieren nicht immer erlebt. — Der Aufführung wohnte Gauleiter und Reichsstatthulter Dr. Sigfried Uiberreither mit zahlreichen Vertretern von Partei, Staat und Wehrmacht sowie die geladenen Ehrengäste bei. Kurt Hildebrand Mafzak und gab die Suche nach seiner Jämmer liehen Nahrung auf. Und er schrieb — nach langen, ach wie langen Jahrenl — einen Brief an seine Mutter in das Dorf, wo er geboren war. »Liebe Mutterl« schrieb er, »ich führe ein herrliches Leben und wohne In einem gläsernen Palast und rundum ist alles voller Blumen. Ich trage Kleider aus Seide und in meinen Säcken sind immer Goldstücke. Ich habe das Beste zu essen und zu trinken und alle Leute ziehen tief den Hut vor mir, weil ich so reich bin. Das schönste Mädchen des Landes aber, liebe Mutter, ist meine Fiaul« Der Brief hat die letzten Tage der alten Mutter im Dorf hell und klar gemacht. Sie trägt ihn am Herzen und zeigt ihn allen Nachbarn. »Seht doch, seht. Ich habe es immer gewußt, mein Sohn wird glücklich und reich. Und ihr habt ihn einen Dieb und Strolch geheißen. Jetzt aber ziehen alle Leute tief den Hut vor ihm, er wohnt in einem gläsernen Palast, in seinen Taschen sind Goldstücke und er hat die schönste Frau im Land!« Und das war vielleicht da« Schönste, was diesem kleinen, unscheinbaren Bleistift gelang. to — Denn es hatte ihn — ein Dichter verloren... 100 Jahre Lichtpause Der deutsche Erfinder J. F. W. Herschel Vor 100 Jahren etwa bpganr^ man nach 400jähriger Pause den Kölner Dom zu Ende zu bauen, der bis dahin aus dem zerklüfteten Gebirge des Chores bestanden hatte und dem einsam ragenden helmlosen Wesiturm. Man konnte dabei den Riß der VVestfassade benutzen, der Jahihundettelang als verschollen gegolten hatte Ohne solche Risse konnten auch die Architekten des Mittelalters nicht auskommen Das von diesen Plänen Kopien gemacht wurdea, ist auch atwunehmen. In mühseliger Arbeit wurden sie nachgezeichnet, indem man sie liniengenau auf durchsichtigem, auf das Original gelegtem Papier nachfuhr. Solche Kopien brauchten viel Zeit. Aul der Suche nach einem billigen Kopierverfahren für fotografische Platten erfand vor hundert Jahren der deutsch-blütige John Frederik Willlara Herschel, selbst Physiker und Astronom wie sein großer In Hannover geborener Vater, das negative Blaudruckverfahren (die Cyanotypie), das er in den »Phllisophl-cal Transactions« beschrieb. Lichtdurchlässige Vorlagen wurden getreu kopiert, wenn man sie auf geleimtes, mit bestimmten Lösungen von lotem Blutlaugensalz, zitronensaurem Elsenoxydammo-nlak und destilliertem Wasser präpariertes Papier legte und sie dann dem Licht aussetzte. Rasch hatte man gefunden, daß dieses Verfahren, das eigentlich ursprünglich einer Liebhaberei diente, das geeignete Mittel war, Werkzeichnungen zu vervielfältigen, die die schnelleblger gewordene Zeit benötigte. Da genügte selbst das Herschelsche Blaudruckverltihren nicht mehr. Denn das Wässern der Stücke, das in kaltem Wassel erfolgte und auf der Waschlelne endete, war aufhaltsdm, der Arbeitsvorgang also umständlich. Zudem ergab das Veridhren negative Bilder, weiße Linien auf blauem Grund, wobei bei starker Beanspruchung das Weiß leicht beschmutzt und ungenau werden konnte. Das Verfahren wurde verbesbert, die positive Blaudruckpausc entstand. Sthließ-llch wurde das positive Trockenverlah-ren erfunden. (Entwicklung mit Ammo-niakgas), in dem die Kopie maßgetreu in der richtigen Ansicht gegeben und der aufhaltende Umstand der Bewässerung vermieden werden konnte. Hundert Jahie, nachdem dei Kölner Dom aus mittelalterlichen Originalpläncn seine endgültige Gestait bekommen und Herschel sein modernes Kopierverfahren erfunden hatte, wurde in kürzester Zeit das großartigste Verteidigungssystem der Weltgeschichte, der Westwall, geschaffen. Bei seinem Bau war das Trok-kenverfahren In der Vervlellältigung der Werkzeichnungen eine wesentliche Hilfe. Allein bis 1938 waren 160 000 Originalpläne aus dem Technischen Büro des Generallnspektors zu den Baustellen hinausgegangen, vervielfältigt bis in die Hände des letzten Baumeisters gegeben worden. Dieser Westwall abet Ist Im Grunde die Voraussetzung für die Entwicklung der neuesten Geschichte ge-i worden. Der Weltsinn geht geheime j Wege. Eine Liebhaberei machte Geschichte und Zivilisation zugleich. I Heinrich Reichert Volk und Kultur Alles weisst du ? Von ikivo Radvan »Alles weißt du?« Die Männer, die auf den niedrigen Bänken längs der Wand mit untergeschlagenen Beinen vor ihren Kaffeekannen »Rausch und Reife« nennt sich ein Gedichtband Rainer Schlössers, des Reichsdramaturgen, das die lyrische Ernte des Dichters aus zehn Jahren seiner Schaffens sammelt. Deutsche Klassiker auf Italienisch. Der italienisch« Verlag Garzaiiti gibt in seiner Sammlung »II fiore« eine Auswahl aus Lessings Werken in der Bearbeitung von Severino Filipponi und eine Auswahl aus Brentano und Eichendorff in der Bearbeitung von Alessandro Pel-legrini heraus. Unter dem Tile! »Gelsleserbe au« Schwaben« werden (im 1. F. Steinkopf-Verlag, Stuttgart) in von OUo Heuscheie herausgegebenen Prosastücken saßen, horchten auf. Wenn Nasreddin so fragte, hatte er einen Schabernack vor. Nureddin aber, den er gefragt hatte, strich selbstgefällig über seinen Bart und sagte; »So ist es, ich weiß alles«. »Weißt du auch, daß in der Stadt ein Haus eingestürzt ist?« fragte Nasreddin nach einer Welle. Nureddin lachte. »Das weiß ich schon seit einer Woche.« »Jedoch, es geschah erst gestern«, sagte Nasreddin freundlich. »Auch das weiß ich. Aber als ich vor einer Woche in der Stadt war, sah ich mir die Sprünge und Risse im Gemäuer des Hauses an, und da wußte ich, wann es einstürzen würde.« Di« Männer auf den Bänken schwiegen, und Nasreddin sah nachdenklich vor sich hin. »Weißt du, daß Alischas Kuh ein fünf-belniges Kalb bekommen hat?« fragte er nach geraumer Zeit. »Das weiß ich schon seit einigen Tagen«, erwiderte Nureddin. «Heute früh Ist es zur Welt gekommen«, sagte Nasreddin freundlich. »Das weiß ich wohl. Aber als ich vor ein paar Tagen die Kuh abtastete, da konnte ich deutlich die fünf Beine des ungeborenen Kalbes im Mutterleib zäh-len.« »Hm«, sagten die Mfinnert Nasreddm aber schwieg. Da gesellte sich noch einer zu Ihnen. Er hielt einen Brief In der Hand. »Mein Sohn schreibt«, sagte der Mann, noch fn der Tür der Schenke, »er sei Doktor geworden.* »Hast du auch das schon gewußt?« fragte Nasreddin den Nureddin. schwäbischer Dichter, Denker,' Gelehrten und Erfinder die großen geistigen Leistungen des .Schwabentums in den letzten zwei Jahrhunderten dargestellt. Max Dreyer, dessen letztes Werk, das Schauspiel »Die Schwestern«, einen großen Erfolg im Staatstheater in Krakau erzielte, hat ein aktuelles Drama »Mül-ter« beendet, das im Bühnenvertrieb im Zentralverlag der NSDAP erscheint. Eine neue Buchreihe »Europäisches Theater« gibt Prof. Dr. Carl Nießen neben der bisher schon von ihm betreuten Serie »Die Schaubühne — Quellen und Forschungen zur Theatergeschichte» heraus. Als erster Band werden »Die Anfänge des bulgarischen Theaters« von Dr, Krestu Mlrsky erscheinen, , »Freilich, gestern schon. Da traf ich 1 nämlich in der Stadt einen, und der er-I zählte es mir. Schau nur in deinen Brief«, — Nureddin wandte sich dem zuletzt Ge-j kommenem zu — »und du wirst sehen, daß dein Sohn den Brief schon gestern j geschrieben hat.« »Das stimmt«, sagten die Männer in ' der Schenke, als der Brief von Hand zu Hand gegangen war, »das Datum Ist von gestern.« »Ja, alles weißt du«, hub Nasreddin endlich wieder an, und diesmal klang Bewunderung in seiner Stimme mit. »Ja, alles weiß ich«, bestätigte Nureddin. »Vielleicht aber gibt es doch etwas, was du nicht weißt«, begann Nasreddin nach einer längeren Pause wieder das Gespräch. »Ich etwas nicht wissenl Dem zahle Ich dreißig Zechinen, der mir etwas erzählt, was ich nicht weiß.« Nureddin blickte die Männer herausfordernd an. »Dreißig Zechinen zahlst du dem, der dir etwas erzählt, was du nicht weißt?« Nasreddlns Stimme bebte vor Hochachtung. »Wahrhaftig, das tue Ich. Nureddin hält Wort, und ihr alle seid Zeugen, daß die Wette gilt.« Nasreddin kraulte sich seinen langen Bart. »Dann weißt du also, daß du mir zwanzig Zechinen schuldest.« »Was? Ich sollte dir armen Schlucker etwas schulden? Davon weiß ich gar nichts!« »Habt Ihr alle gehört!« Nasreddin wandte sich an die Männer. »Nureddin weiß etwas nicht. Nun darf er dreißig Zechincn bezahlen, um die «r gewettet bat.«