pcänumrralion» - Jlrrift: Für Laibach: Ganzjährig . . . 8 fl. 40 tr. Halbjährig . . . 4 „ 20 „ Vierteljährig. '1 „ .10 „ monatlich . — „ 70 „ M i r der Post: Ganzjährig . . 11 fl. — kr. Halbjährig . . . 6 „ SO „ Vierteljährig. . . 2 „ 76 „ Für Zustellung in« Hau« viertel jährig 25 It., uwnallich 9 Ir. einzelne Nummer» 6 tr. Laib ach er $tm mnx Mittheilungen werden nicht berücksichtigt; Manuskripte nicht znrückgeseiidet. Nr. 248. Samstag, 28. Oktober 1871. Morgen: Narzissus. Montag: Älaudins. Redaktion Bahnbofgafse Nr. 132. Lkpedition uni 3nfttalta-ßurcan: »vngrejjplatz Nr. 81 (Buchhandlux, von 3. v.KleinmaNr^F. Bamberg) 3nft(lion»pr«ft: Kür die einspaltige Petitzeile 3 fr uci zweimaliger Einschaltung 4 51t dreimal i 7 tr. Jnfatiraeficutpe'l jedesmal so fr. Bei größeren Inseraten und dltcrci Einschaltung entsprechender Rabatt. 4. Jahrgang. Abonnements-Linladung. Mit 1. November 1871 beginnt ein neues Abonnement auf das „Laibncher Ta^blatt." Bis Ende N o v e m b e r 1871.: Für Laibach - ..........................70 fr. 3)!it der Post...........................9b kr. Bis Ende Dezember 1871: Für Laibach..........................1 fl. 40 fr. Mit der Post.........................1 fl. 90 fr. Für Zustellung ins Haus monatlich 9 kr. Aus das „Laib. Tagblatt" kann täglich abonnirt werden, doch muß das Abonnement immer mit Schlusz emrs Monates ablaufe»._______________ Der Sieg von Recht und Gesetz. Wie nach einem schweren beängstigenden Traume kann der österreictische Patriot endlich wieder frei anfathmen und sich der günstigen Wendung freuen, welche die .Geschicke des Vaterlandes nehmen nach langem, gefahrvollem Ringen. Durch den ausdrücklichen Befehl des Monarchen, das Antwortsreskript an de» böhmischen Landtag im Sil»«: der RÄchSmini-ster, denen der Staatsgedanke noch nicht abhanden gefommen, zu beantworten und die Urheber der unheilvollen Krisis mit ihren Anschlägen auf den verfassungsmäßigen Weg zu verweisen, ward ihrem Attentate auf Verfassung und Reich Einhalt gethan, der schlau angelegte Ueberrmnpelungsversuch vereitelt und eine Politik verdammt, die es daraus abgesehen hatte, aus Oesterreich einen Tummelplatz feudal-klerikaler Gelüste und nationaler Leidenschaften zu machen. ll"l—...MI. I .................... ag-lJljl.WJBBJJtBIT-'* Feuilleton. Un coup diplomatique. Skizze von S ch w e iger-Lerchenseld. Liebste, süßeste Hedwig, geben Sie sehr acht, kS ist eine hochwichtige Geschichte, und wäre sie während des preußisch-französischen Krieges nieder-geschrieben worden, der Friede hätte ganz anders Ausfallen müssen. Ein politisches Stückchen also, theuerer Ernst? Ja, die Politik wurde ja für die Weiber erfunden, der ewige Ministerwechsel ist im Grunde nichts weiter, als eine Rückwirkung weiblicher Launen. Wenn unsere gefallenen Engel Kopfschmerzen oder andere diplomatische Krankheiten haben, werden die Landtage vertagt und die verschiedenen Exzellenzen hüten das Zimmer, um — ihre wässerigen Reden auswendig zu lernen. Aber Austria hat den Stockschnupfen und die erfinderischesten Apotheker können mit ihr — nicht fertig werden. Und was soll es mit England? frug Hedwig, indem sie ihr kleines Köpfchen mit den dunklen, sehnsuchtsfeuchten Augen auf eine Hand stützte, und erwartungsvoll der Diuge harrte. Schon jetzt ist durch die Indiskretion des ministeriellen Organes, das in seinem Uumuthe über die gescheiterten Anschläge aus der Schule schwatzt, so viel klar, daß es auf eine großartige Verschwörung angelegt war, nicht bloö in Westösterreich die Verfassung mit Hilfe der Czechen und ändern Slavenstäinuie zu stürzen, sondern, „was die guten Deutsche» nicht spürten, was die Gehirnverhärtungen der Herren Doktrinäre nicht merkten," der Föderalismus sollte die Ueberwindung des Dualismus, die Anbahnung der Wiederherstellung der einheitlichen Gefammtmonarchie sein. Das Komplot mit dem geplanten dreifachen Berfaffuugsbruch war fertig, alles von der finsteren Baude bis ins einzelnste vorbereitet, um das Reich in unabsehbare Raßenkämpfe zu stürzen und dein sichern Untergänge entgegeirzu-fühven. Nun, nach diesen.Enthüllungen der Preß-söldlinge im Momente, wo sie ihre Herrlichkeit dahiii-schwinden sehen, wird cs auch begreiflich, warum man die Abmachungen in solch ein tiefes Geheimniß hüllte, daß selbst die Reichsntiuister bis zum letzten Augenblicke nichts davon erfuhren und es nur einem glücklichen Zufalle zu verdanken ist, wenn eS vor dein Hereinbruche der Katastrofe noch gelang, die Zettelui'gen des schwarzen KomplotS zu zerreißen. Nun wird man cs auch erklärlich finden, warum man den flagrantesten Bersassungsverletzuiigen zum Trotz Tag für Tag der Weit verkünden ließ, das Ministerium wahre ängstlich den Boden der Ber-faffuugSmäßigfeit; eS war ja alles darauf berechnet, den Staatsstreich, das Attentat auf die Berfasfungs-rcchtc des Volkes diesmal mit den Formen einer geheuchelten Gesetzmäßigkeit zu umkleiden und ihm so die Sanktion des Monarchen zu erschleichen. Mit welchem Namen die Geschichte Oesterreichs einst die Männer beehren wird, die zu solchem Frevel ihre Hand geboten, wollen wir für heute unerörtert lassen. Das Aergste ist überwunden, aber ungestraft macht man solche Experimente in einem ohnehin zerrütteten Staatswesen nicht; 'die nächste Zukunft birgt eine Fülle von Gefahren und zu lösenden Ausgaben in ihrem Schöße. ES wird einen harten Kampf geben, um die Gegner, die schon vorweg ihren Triuinf gefeiert, die mit übermiithigem Hohne uns schon ihr „vae victis“ zugerufen, nach der unerwarteten Niederlage zur Ordnung und tu die vom Gesetze gezogenen Schranken zurückzuweisen. Und erst das Ansehen des Staates, wie arg geschädigt geht es aus diesem Streite hciuor! Ungehemmt und unberirrt durften jahrelang die politischen Leidenschaften einer herrschsuchtigen Bande von Verschwörern gegen Reich und Verfassung wühlen, Recht und Gesetz untergraben, den gebildetsten Theil der Bevölkernng verhöhnen und des Hochvcrraths anklagen. Was anders konnte die Folge sein, als daß sie alsbald die Rolle einer Macht im Staate zu übernehmen sich vermaßen und dem Reiche schmähliche Gesetze und Bedingungen oorschrieben, wofern es noch den Anspruch erhob, sein Dasein zu fristen. Nur dieses arg geschädigte Ansehen der obersten Staatsmacht macht es erklärlich, daß mit Zumuthun-gen von der Monstrosität der czechischen Fundameii-talartikel Leute an das Staatsoberhaupt herantreten durften, denen in jedem ändern Staate als Hochverräter der Prozeß gemacht würde. Ja, es war schließlich so weit gekommen, daß die cinmüthige Opposition der bisherigen Träger des Staatsgedan-k.us nichts mehr fruchtete, daß die verschiedensten Faktoren und die mannigfachsten Elemente, die bedrohten Staatsinteresfeu dies-und jenseits der Leitha Was es soll? Ein kleines Reneontre mit einem englischen Diplomaten oder einer englischen Diplo-matin, wie Sie es haben wollen, liebste Freundin. Die englische Politik hat sich seit jeher durch ihre dicht verschleierten Geheimnisse ausgezeichnet, der Nebel, der auf der Weltstadt brütet, läßt uns stets Gespenster sehen, die nicht vorhanden, und wenn die Indier heute einen warmen Sommertag erleben, der jene kalten Wolken zertheilt, so sind sie wieder frei. Hedwig seufzte. Nun, ich sehe, die Introduktion dauert Ihnen zu lange, sie dünkt Ihnen eine ganze Tell-Quver-türe, wir wollen rascher fahren. Es war zu Brunneck. begann Ernst nach einigem Nachsinnen, einem kleinen tiroler Städtchen, als ich zuerst mit den Künsten der englischen Diplomatie bekannt wurde. Der Sommer lächelte auf allen Bergen, leichte Wolken jagten im tiefen Himmelsblau und schwere Landauer über die staubigen Straßen. Die Zugvögel der Residenzen waren im Wandern begriffen und manche kleine Schwalbe flog nach den kühleren Gegenden der Alpen, mancher sentimentale Storch nach den Sommerfrischen und Mineralbädern, um einem oder dem anderen aristokratischen Stammbaume gerecht zu werden. Ernst! unterbrach Hedwig leise erröthend. Lassen Sie mich gefälligst ansreden. Ich wohnte im Gasthause „zur Post," dem komfortabelsten im kleinen Städtchen, und die stets gefällige Besitzerin, Frau v. Grebmer, Gemalin des tirolischcn Landeshauptmanns, wies mir ein Zimmer der Gassen-fronte an, um meiner üblen Gewohnheit, dem unausgesetzten Kokettiren mit den durchreisenden Schönen, besser nachkommen zu können. Böser Mensch! Es ist bei weitem nicht das böseste, doch nur Geduld. Eines Abends nun, als die Sonne bereits gesunken war und blaßrothe Schleier auf den höchsten Matten lagen, rollte eine schwere Reise-Chaise heran, um vor dem Portale des Gasthauses zu halten. Ich neigte mich weit über die Fenstert)vi'v stung und spähte nach den Insassen. Ein ältlicher Herr mit spärlichen grauen Haaren und dünnem, kurzem Backenbarte, stieg zuerst durch den geöffneten Schlag, dann breitete er die Arme aus, um ein kleines, niedliches Geschöpf in Empfang zu nehmen, so gentil, wie ein Amor aus Zuckerwerk, doch gewiß viel, viel süßer. War sie schon, diese gentile Zuckerfigur? frug Hedwig mit einem spitzen Mäulchen. Ich bitte Sie nochmals, süßeste, allersüßeste Hedwig, mich nicht zu unterbrechen, ich werde alles berühren; es wäre ein Verstoß gegen den Bau einer sich zu schwach erwiesen, um den Strom dieser unseligen Politik zu staue», so daß es zuletzt rein dem alles Maß überschreitenden Uebermuthe und der heißhungrigen Unersättlichkeit der Gegner zu danken ist, wenn die richtige Erkenntniß der Gefahr an maß* gebender Stelle endlich doch zum Durchbruch gelangte. Politische Rundschau. Laibach, 28. Oktober. Znlaud. Am Donnerstag empfing der Monarch den Grafen Hohenwart, um von demselben das Entlassungsgesuch sämmtlicher jetzigen Räthe der Krone entgegenzunehmen. Der Kaiser hat dem Wunsche der Minister sofort entsprochen und deren Enthebung vom Amte genehmigt. Des Grafen Hohenwart Entlassung soll in verbindlichster Form unter Anerkennung seiner ausgezeichneten Dienstleistung und unter Verleihung des Großkreuzes des Leopoldordenö erfolgen. Bis zur endgiltigen Bildung eines neuen Kabiuetes führen natürlich die bisherigen Minister die Geschäfte fort. lieber die Bildung des neuen Ministeriums, dem die schwere Aufgabe werden soll, die Erbschaft des abgetretenen zu übernehmen, gehen die bisherigen Nachrichten auseinander. Bis jetzt scheint noch keine Entscheidung getroffen worden zu fein, wenn auch der Präsident des Herrenhauses, Ritter v. Schmerling, bereits zweimal vom Kaiser empfangen wurde. In den Kreisen der verfassungstreuen deutschen Abgeordneten glaubt man, die leitenden Männer deö neuen Ministeriums würden dein Herrenhause entnommen werden. Man findet dies durchaus zweckmäßig für die gegenwärtige Lage, vorausgesetzt, daß einige erprobte Berwaltungskräste beigezogen würden. Auch für einen Polen soll im künftigen Ministerrath noch ein Sitz Vorbehalte» sein, aber jedenfalls darf dieser Pole nicht mehr der edle Sarmate Gro-cholski sein, von dem es übrigens charakteristisch ist, daß sein Name schon seit Monaten gar nicht mehr genannt wird. Von Interesse ist es, die Haltung der ministeriellen Organe im Momente dieses unerwartete» Szenenwechsels zu beobachte». „Abendpost" und „Wanderer" haben die undankbare Arbeit, dcn Eze-chen und ihrem Fundamental.Blödsinn die denkbar beste» Seite» abzngewinnen, eingestellt u»d hülle» sich vorläufig iu düsteres Schweige». Schäffle's Organ schlügt »och wie krampfhaft in dcn letzten Todes-zncknttgen um sich. Vou den Provinz-Journale» stehe» die czechischen bereits unter dem vollständigen Eindrücke der vollzogenen Wendung. Wir halte» es für überflüssig, die betreffenden Drohungen hier wiederzugeben; nur eine und die andere Erzählung, wollte ich sogleich mit der Zartheit der kleine» Füßchen meiner schöne» Fremde» beginne», ohne vorher ihre nationale Abkunft zu fixiren; dies schien mir im Grunde nicht so absonderlich schwierig, das ganze Exterieur stimmte luit englischen Zugvögeln, überein und ich erwartete mit Ungeduld die Stunde des Svuper's, um die kleine Blondine in den Kreis meiner Plauetenbeobachtungen zu stellen. Sie erschien mir wie ein netter Fixstern, dcn das Teleskop meiner Seele entdeckt, doch leider war es, wie ich später bitter erfahren mußte, nur ein un-ausgebildeter Komet, der auf seiner parabolische» Bah» so rasch verschwand, als er aufgetaucht war. Ich faß schvu über eine Stunde an der lange» Tafel, de» dritte» oder vierte» Sitz von obenan, Freund Lnkacö, Ingenieur der Pusterthalbahn, ein aufgeschossener brauner Ungar, dicht an meiner Seite; die Zeitungen waren eben angekomAcn und Macs bedeutete mir mit eruster Miene, es werde zwischen Frankreich und Preußen Krieg geben der Horizont sei umwölkt. Lassen Sie das, Freund, antwortete ich lächelnd, es dürfte uns heute Abend noch eine Sonne auf-Qchen, die die Herze» wunderbar erhellen wird. Abends eine Sonne aufgehen? Wie ist das möglich ? Es wäre ja gegen alle Gesetze der Mathematik, der Astronomie! Bemerkung ist von Juteresse, weil sie auf den Geist, iu welchem die Ezecheu in die sogenannte Ausgleichs-Aktion eingetreten find, grelle Schlaglichter werfe». So läßt sich der „Pokrok," das spezielle Organ Rieger's, folgende Bekenntnisse entschlüpfen: „Bekennen wir cs nur, daß wir deu Ausgleich mit Böhme» am allerwenigsten nach Metz und Sedan erwarteten. Das Ministerium vom 7. Februar war auch für uns ein Ministerium der lleberraschxng. Wir trauten la»ge nicht unseren Angen, und erst als immer mehr und mehr Wirklichkeit schien, was wir sahen, als die ministeriellen Blätter uns immer mehr und mehr versprachen, da riese» wir: Endlich!" Und schließlich versichert der „Pokrok," daß Graf Hohenwart alles proprio motu gethan. Das andere czechische Blatt, die „Narodni listy," gelangt in seinen Betrachtungen zu dem Schlüsse, daß „künftig nur direkt mit der Krone zu unterhandeln fei; die Verhandlung werde da»» gleich von bindende» Garantien begleitet fein." „In der Entscheidungsstunde" überschreibt „Narodni listy" ihren Artikel, „Gescheitert" ruft „Pokrok" aus und die „Politik" sieht bereits de» „Absolutismus" über Oesterreich walten. Den Vorrang verdient jedenfalls das jnngezechische Blatt, dessen Artikel in seinem Eingänge an die Erstlinge eines längst verschollenen czechische» Dichterleins erinnert, der da schrieb: „Jest noeno a vejrno a po lesich netopeyrno.“ „Es ist b« nächtlich und uhulich, Und in beit Wäldern' fledermäuslich." Damit ist die Situation gekennzeichnet, wie sie die Czechen auffassen. Das feudale „Vaterland" läßt sich —getäuscht in feinen Erwartungen — über die Krise also aus: „Es dürfte ein Ministerium von so- genannten „gemäßigten Verfassungstreuen" ernannt werden. Die föderalistischen Abgeordneten würden in diesem Falle voraussichtlich nicht im „Rcichs"-vath erscheinen, wodurch derselbe beschlußunfähig wird. Es bliebe nt so nichts übrig, als direkte Rcichö-ralhöwahle» auszuschreibe», wodurch allerdings mit knapper Noth ein beschlußfähiger „Rcichs"rath her-gestellt werde» dürfte. In demselben würden Böhmen, Mähren, Galizien, Kram, Tirol durch die eklatantesten Minoritäten repräsentirt sei». DaS System der parlamentarische» Fiktionen würde einen Triums feiern, der zur allgemeinen Belustigung in trüber Zeit bienen könnte. Die Völker Oesterreichs werden zur Verzweiflung gedrängt werden, aber Graf Bettst wird Theater- und Konzertproduktioueu arrangiren ; Alois Anton wird Erzbischof von Wien; die Börse wird die Emissionen laneiren, welche in Allerdings, wendete ich ein, leider hat das Herz ‘eine eigene Mathematik, die in den meisten Gesetzen von der wahren Wissenschaft abweicht; nur iu drei Satze» assimiliren sie sich: in der Lehre vom „unendlich Kleinen," im Gesetze der Gravitation uud im — Dividireu gerader Zahlen, wobei, wie miin-niglich bekannt, kein R c st bleibt. Ich hatte kam» die letzten Worte ausgesprochen, als die kleine Blondine mit ihrem Vater ■ oder Mann ? — hereintrat und mit lieblicher, graziöser Verbeugung in schräger Richtung mir gegenüber Plan nahm. Der Alte ließ sich auf der Höhe der Tafel nieder. Das also ist die Sonne von Austerlitz? lispelte Lukacs. Nein, es ist die Sonne Alt-Englands, antwortete ich mit innerm Entzücken. Nun ins Gefecht, wendete ich sodann ein, feine Haud unter dem Tische drückend. Meine Vermnthuug war eine vollkommen begründete, nnd ehe ich noch Zeit fand, meine Angriffs-kolouttc» in Bewegung zn setzen, glitte» die eckige», unerquicklichen Worte der Nebelsprache wie »»gefügige Schottersteine über die Rosenlippen der kleine» Schönen. Mir trat einen Augenblick der Angstschweiß auf die Stirne, ich harrte nur noch a»f de» Augenblick, wo er oder sie den Kellner rufen würde, den Portefeuilles der Bankdirektionen ruhen, uttb Wien wird auf den Ruinen des Reiches tanze». 3lt das nicht eine herrliche Perspektive für den nächsten — Fasching?" Dagegen begrüßt der „Volksfreund" von seinem. Standpunkte aus die neue Wendung der Dinge mit großer Befriedigung. „Der Ausgleich mußte scheitern," sagt das Orga» des Wiener Kirchenfnrsteu, „denn man trieb denselben nicht wie eine ehrliche Arbeit, sonder» wie eine dunkle Verschwü -r u n g. Nicht treubewährte Patrioten, sondern ehrgeizige Jntriguanten, nationale Demagogen warnt es, mit denen man über die Konstituirung Oesterreichs berieth. Was das schlimmste ist, mau scheute sich nicht, die geheiligte Person des Monarchen in ganz unverantwortlicher Weise hineinznzieb.cn und der SUique gewissermaßen das kaiserl. Wort zu verpfänden. So mußte es kommen, wie es gekommen ist." Die Führer der Nationalpartei in K r oa t ie it sind bekanntlich eifrigst bemüht, sich von dein Vorwurf, daß sie wenigstens indirekt uud moralisch einen Theil der Verantwortlichkeit für den Rakovicaer Putsch z» tragen haben, möglichst rein zu waschen. Sie begnüge» sich aber nicht hiemit, sie beschränke» sich nicht allein auf die Beiheiicnmg ihrer Schuldlosigkeit und auf die Versicherung, daß zwischen ihnen nnd den Starcevicianer» kein intimeres Verhältniß als zwischen Feuer und Wasser besteht; sie thitn noch mehr, und eben deshalb deö Guten zu viel. Mit imposanter „Kühnheit" beschuldigen ihre Organe die kroatische und ungarische Regierung, daß dieie mit Kwaternik unter einer Decke gesteckt seien und den Putsch in Rakovica an gezettelt haben. Nun müssen sie es sich denn auch gefallen lassen, wenn die Angegriffenen sich nicht mit der Zurückweisung dcr perfiden Insinuation begnügen, sondern dadurch, daß sie durch ihre Organe den Schleier lüsten lassen, welcher gewisse kompromittirende Verbindungen verhüllt, den vorwitzige» Gegnern zu verstehe» zu geben, daß sic mehr wissen, als sie bisher sagen ließen, und daß sie in geeigneter Zeit mit noch weilergehenden und interessanteren „Enthüllungen" zu dienen in der Lage und bereit seien. Als ein solches beachten«-wcrthcs Memento erscheint uns die folgende Stelle, welche wir einem gegen die „Zukunft" gerichteten polemischen Artikel der „Agranter Ztg." entnehmen: Dieselbe lautet: „Was wir von Kwaternik wissen, ist nur so viel, daß er als Protegä Stroh-mayer'S aus der Schweiz »ach Kroatien gerufen wurde, daß er auf dem Bischofssitze zu Diakovar lange Zeit Gast uud Intimus des Bischofs war; 10T Fsrtsk1'»nnst in der Beilage. um das Souper zu begehren, welcher hochwichtige Moment mit das Geheimnis; verrathett sollte, ob sie deutsch spräche». Er kam, der alte frug — englisch; der Garyon machte ein dummes Gesicht, die Kleine frug — englisch, dcr.Garden machte ein noch dümmeres Gesicht. Der Alte erhob sodann zwei Finger und murmelte zwischen de» Zähne»: „Beefsteak!" Dies schien jenen zu befriedigen, uud gefällig lächelnd hüpfte er zur Thüre hinaus. Mich aber befiel eine unendliche Trauer; sie glich der Ableitung der Cardau'schen Formel, mit der ich drei Folio-Seiten vollgeschmiert, unt ans — kein Resultat zu kommen. Die schöne Miß war also eine Stockengländerin, wie wäre es mir da möglich gewesen, eine Annäherung zu bewerkstelligen? Tacitns hat über die Germanen geschrieben., wie aber ein verliebter Germane mit einer schönen Alt-gelsächsin „anbinden" solle, darüber berichtet der einseitige Gelehrte nichts. Auch Karl Vogt, der sogar über Affen und Affenmenschen geschrieben, schweigt über eine derartige Lebens-Situation. Alles Wissen ist Stückwerk; ich fühlte dies nie deutlicher, als in diesem verhängnißvollen Augenblicke. Allein uuthätig wollte ich dennoch nicht bleiben, uud so begann ich, ein neuer Salomo, die Reize der blonden Sulamith zu loben, und zwar utigenirt, mit Beilage zum „Laibacher Tagblatt" Nr.: es ist notorisch, daß er die politischen Aktionen des Bischofs durch eine Periode leitete, und daß es unmöglich wir wissen können, ob er nicht auch als Werkzeug dieses Mannes bei der Partei StarkevicS fungirte. Konstalirt ist bis nun beim Rakovicaer Putsche, daß selber der Borläufer einer allgemeinen Schilverhebung sein sollte, konstatirt ist, daß voriges Jahr „Bratlik," der Vorgänger des „Obzor," unter der allgemein bekannten Chiffre M. in einem glühenden Artikel bedauerte, nicht mit 1000 Rothkäppleru Agram überrumpelt zu haben," ein Plan, der auch der Rakovicaer Empörung zu Grunde lag, und konstatirt ist, daß ein Organ der Südslaven, die „Zukunft" selbst, in ihrer Nummer vom 12. Oktober, freilich als sie von den verlorenen Chancen des Aufstandes noch keine Ahnung hatte, wörtlich schrieb: ■ „Damit ist keineswegs gesagt, daß, wenn die Exzesse irgendwie festeren Bestand gewinnen, nicht am Ende viele Anhänger der nationalen Partei sich der Bewegung an-schließen dürsten" . . . Ausland. Die ministerielle Berliner „Pm.-Corresp." bejchästigt sich setzt gleichfalls mit Herrn Benedetti und seine» Enthüllungen. Sie sagt unter anderem: „Es gehört zu deu bezeichnendsten Er- scheinungen der neuesten französischen Geschichte, daß an der Katastrosc, die über das Land gekommen ist, kein Staatsmann, kein Feldherr, keine politische Partei irgend einen Antheil der Schuld auf sich nehmen will, während doch ein unbefangener Blick auf die Entwicklung der letzten Jahre die lieber-zeugung gewährt, daß die Verschuldung eine allgemeine und gemeinsame für die Regierung, für alle Parteien und alle Politiker gewesen ist. Der völkerrechtliche Frevel, durch welchen der jüngste Krieg von Seiten Frankreichs heraufbeschworen worden ist, ist noch niemals überzeugender feslgestellt worden, als es jetzt durch die Mittheilungen des unmittelbar beteiligten französischen Diplomaten geschieht. Wenn noch irgendwo ein Zweifel über Frankreichs alleinige Schuld an der Heibeisührnng des jüngsten Krieges hätte bestehe» könne», so wird »ach Benedetti's Selbstbekenntnisse» über die Weisungen, die er von Paris erhalte», und über die Art, wie er die ihm znge-tvieieiie, wenig ruhmvolle Rolle ausgeführt hat, kein solcher Zweifel mehr möglich sein; diese Mitthei-lungcn kommen thatsäch ich einem unumwundenen Geständnisse der frevelhaften Absichten Frankreichs gleich." Die Reise des rot Heu Prinzen durch Frankreich scheint sehr a»ge»ehm gewesen zn sein — Napoleon'sche Sympathie» sind ihm keine begegnet. Der „Allg. Ztg." schreibt man: „Jerome Bona- parte mußte zwischen Lyon und Balencc wie ein ziemlich lauter Stimme, da ich ja überzeugt war, sie verstünde kein Deutsch. Mein ästhetischer Geschmack ließ mich in das kleinste Detail ihres Ge-sichtchens eindringen und an Farben verschwendete ich hiebei, als wäre ich ein Schüler Achenbachs oder Makarts gewesen. Ich sprach von den goldenen Füdchen, die wie Sonnenstrahlen von ihrem Scheitel niederflößen, von den Türkissen ihrer An gen, von den ananas-süßen Lippen, zu unvergleichlichen Küssen geschaffen, von der vornehmen, durchsichtigen Blässe der zartgeäderten Wangen, von Prinzessinnenhändchen und dem märchenhaft schonen Halse mit der reizenden nachbarlichen Hiigellaudfchaft. Hedwig senkte in diesem Momente die Augen. Ich ha"e alle Dichter ihrer wahnsinnigsten Bilder beraubt, um meinem Enthusiasmus für die Kleine Luft zu machen. Lukacs lächelte zu allen Bemerkungen und sagte, eö fei schade, daß sie nicht verstanden würden. ES war in der That schade und hätte das blonde Kind nur im entferntesten geahnt, wie sehr sie mich begeisterte, mir wären der süßen Blicke mehr zu Thcil geworden als so. Die eilste Stunde entführte uns das englische Paar, ein holder Blick, es war vorbei. Ist das das Ganze? srug jetzt Hedwig leise. Roch nicht. Die Nacht brachte ich mit heißen J48 vom 28. Oktober. verpestetes Thier reisen und in Marseille sich nicht minder verstecken. Um ihn gegen das empörte Publikum des Bahiizugeö zu schützen, mußte sein Wagen durch mehrere Frachtwagen von dem Personenzug abgesondert werden. Ans allen Hauptstationen war eine zahlreiche Gendarmerie zu seinem Schutz ausgestellt und es wurde ihm verboten, sich am Wagenfenster sehen zu lasse». Es bestärkt dies die Wahrscheinlichkeit, daß die Regierung bei einem bona-partistischen Straßeiiskaudal insbesondere Mühe haben wird, die Bolksjnsti; abzuwehreu." Daß diese Schilderung nicht übertrieben ist, beweist der Bericht eines französischen Provinzblattes, der „Reveil du Dauphine." Darin wird erzählt: „Der Prinz ■Napoleon hat kürzlich um 3 Uhr Nachmittags de» Bahnhof von Gre»vble passirt. Er kam über Cham-bery von Genf und begab sich nach Marseille. Zwei schwarzgekleidete und dekorirte Personen begleiteten ihn. Von feinem Eintritt in Frankreich an und während der ganzen Dauer der Fahrt hörten, wie ein Augen- und Ohreuzeuge versichert, die Mitreisenden nicht ans, ihn mit den heftigsten Schimpf-reden und len Ausbrüchen ihres Unwillens zu verfolge». Die Frauen, wie immer in solchen Fällen, zeichneten sich auch diesmal durch ihre besondere Hartnäckigkeit ans. Der Prinz hatte sich klugerweise in seinen Wagt» zurückgezogen; aber die in Grenoble aus dem Zuge gestiegenen Reisenden stellte» sich vor die Waggonthüre uud schleuderte» ihm die beleidigendste» Apostrose» zu." Ein hübscher Empfang! Der Exkaiser der Franzosen scheint in England eine Art Melkkuh für neuigkeitsbedürftige Zeitungs-Korrespondenten geworden zu fein. Außer der großen von der „Times" veröffentlichten Unterredung des einstigen Herrschers mit einem Mitarbeiter des EityblatteS bringt gleichzeitig auch die „Excter und Plymouth Gazette" eine» längere» Bericht über eine Unterredung eines ihrer Bericht-erstattet mit dem Exkaiser der Franzosen. Auf die Bemerkung eiueS der Unterredung beiwohnenden eifrigen Anhängers des Kaiserreichs: „Ich hoffe cS zu erleben, (Sure Majestät wieder auf bei» Throne Frankreichs z» sehen," erwiederte der Kaiser lächelnd und achselzuckend: „Es ist keine beneidenswerte Stellung. Frankreich zu regieren ist eine große Schwierigkeit. Jede drei Personen, denen mau begegnet, haben drei verschiedene Ansichten über Politik. Die Franzosen sind zu sehr getheilt." Mit Aufmerksamkeit lauschte der Kaiser der Bemerkung, daß sich in England der Eindruck geltend mache, er habe den letzten Krieg mit Preußen weit ernster als seine Minister oder die Nation im Ganzen LiebcSti'äumen zn, und es fielen kaum die ersten Sonnenstrahlen in mein Zimmer, als ich mich ankleidete, um sodann im großen Saale das Frühstück zu nehmen. Da öffnete sich die Thüre und die blonde Miß hüpfte seelenvergnügt herein, wie ein leichter Morgenwind — verführerisch schön. Als sic meiner ansichtig wurde, senkte sie die Augen, meinen Gruß durch eine leise Verbeugung erwidernd; dann rief sie den Gar?on, um das Fremdenbuch iu — deutscher Sprache zu begehreu. Ich hatte das Gefühl, als wäre ich vom Dschu-malary ins Thal des Brahmapulrah gefallen, alle meine Pulse stockten, wie ein erschüttertes Uhrwerk. Der Gar^on kam, sie schrieb einiges in das Buch, daun nickte sie lächelnd und eutflattcrte in den bereit-stehenden Reisewagen. Nach einigen Sekunden erhob ich mich und griff mechanisch nach dem Fremdenbuche, um folgendes zu lesen: „Mstr. und Mß. Chesterspeak aus Nero-Castle, von Brunneck nach Ampezzo; — Logis toiiv fortnble, Küche gut, — Gesellschaft äußerst liebenswürdig!" — Quel coup diplomatique! In der That! lispelte Hedwig. Schlauer als Castlereagh, als Palnterftou, aber — kokett, antwortete Ernst lächelnd. Die kann es mit der Seit zn einem weiblichen Bismarck bringen. — aufgefaßt. Ohne dies zu widerlegen, erwiederte Se. Majestät, daß außer ihm alle zu glauben schienen, sie würden in 14 Tagen in Berlin einmarschiren. Bon Anfang an ging alles krumm und die Ursachen der Kalamität sollen nun bekannt werden. Er sei gegenwärtig mit dem Berfaffen der Geschichte jener Ereignisse beschäftigt, da, wie er glaube, eine wahre Erzählung der wirklichen Thatfachen für Frankreich und Europa von Interesse fein würde. Im weiteren Berlaufe der Unterhaltung sagte er, daß er Algier als eine schlechte Schule für die französische Armee betrachte. Dort hätte sie undisziplinirte, schlecht bewaffnete Truppen ohne Artillerie zu bekämpfen, und im Konflikt mit ihnen wäre sie daran gewöhnt gewesen, verhältnißtnäßig leichte Siege davonztttragen. Ganz anders sei es, wenn man Armeen wie der preußischen gegenüber zu treten habe. Auf eine Bemerkung, ob cs nicht besser gewesen wäre, wenn Frankreich und England den Angriff Deutschland-auf Dänemark vereitelt hätten, erwiderte der Kaiser: „Frankreich war damals in einer schwierigen Lage; es hätte Oesterreich und Preußen zu de» kämpfen gehabt."_______________________________________ Zur TageSgejchichte. .— Dem „Ung. Lloyd" wird aus Wien geschrieben : „Erzherzog A l b r e ch t, der nach dem Süden abgegangen ist, um den Mont-CeniS-Tunnel zu besichtigen, wird vor Ende Dezember nicht zurückkehren. Nachdem der Erzherzog ein eifriger Verfechter des Ministeriums, als diese« ins Amt getreten, war, wendete er sich späterhin ganz von demselben ab, enthielt sich aber konsequent jeder Einflußnahme auf die politischen Verhältnisse. Erst vor zwei Wochen versuchte Se. kaiserliche Hoheit feinen ganzen Einfluß gegen das fiabinet Hohenwart geltend zu machen. Bis hieher berichte ich nach einer stark verbreiteten Version. Was später vorging, wissen nur die höchsten Kreise, doch läßt sich aus der Thaisache, daß der Erzherzog in dieser Jahreszeit eine weite Reise an tritt, vieles schließen." —■ Dem „Pester Lloyd" wird aus Wien geschrieben, die Czechensü hrer seien zuletzt noch mit einer kühnen Flankenbewegung hervorgetreten, darin bestehend, daß alle Prinzipalfrag:n offen bleiben, gar kein Reskript an den böhmischen Landtag ergehe, sondern dort einfach die Wahlen für den Reichsrath vor-genommen werdc». sollen, wo den Föderalisten natürlich die Majorität gesichert wäre. Auch dieser Schachzug sei mißlungen. — Ans Jud enbnrg schreibt man der „Tagespost" : Ein hochwichtiges Ereigniß setzt unsere ge- sammle Gegend in Ausregung. Die Fortsetzung des Fohnsdorfer Kohlenflötzes ist durch Bohrungen in einer Das Blut des heiligen Januarius, das am Todestage des Märtyrers, am 19. September, noch immer flüssig erscheint, ist eine der abergläubigsten Erscheinungen unserer Zeit. Der ver-chrteste Heilige der Neapolitaner ist der berühmte Bischof von Bcnevent, Januarius (San Gennaro), der den Märtyrertod am 19. September 305 zn Puzzeoli starb. Jannaris — dessen Name mit dem Monatsnamen, der sich vom altrömischen Gott Janus ablcitct, in durchaus feiner Berbindung steht — ward während der Christo,Verfolgung unter Diokletian in den Kerker geworfen und spater wilden Thicren vorgeworfen, die den Heiligen nicht aurühr-teit, weshalb er enthauptet wurde. Bei der Hinrichtung soll eine Frau aus Neapel das Blut des Januarius aufgefangeu haben. Dieses Blut, das in einer prächtigen Kapelle der Kathedrale Neapels aufbewahrt wird, wird am 19. September flüssig, indem man es dem gleichfalls aufbewahrten silbernen Haupte des Heiligen und dessen silberner Büste, die sich auf dem Hauptaltar befindet, nähert. E ne Beschreibung dieser Feierlichkeit geben wir nach einem zuverlässigen Gewährsmann hier wieder: Das Blut des Heiligen befindet sich in einer gläsernen Kapsel, welche zwei gläserne Fläschchen, ein größeres und ein kleineres, in sich schließt. In Tief- von 130 Klaftern und damit die Thatsache kon statirt, daß unser Murboden ein Kohlendecken von fast zwei Ouadratmeilen Flächenausdehnung repriisenlirt. Die große, regelmäßige Ablagerung vorzüglicher Schwarzkohle ist von unabsehbarer Wichtigkeit für die Entwicklung der obersteierischen Eisenfabrikation. Der bekannte Montaningenieur Eggenberg hat die Bohrungen angeregt und eingerichtet. Freudig sehen wir nun der Zeit entgegen, in welcher eine mächtige Industrie von unserer Gegend Besitz ergreifen wird. — EifenkProduktion und Verbrauch. Daßlidie einheimische Eisen-Industrie ungeachtet aller Anstrengungen noch lange nicht den riesigen Bedarf, namentlich für Eisenbahnbauten zu befriedigen im Staude ist, geht aus der Zunahme des Imports der bezüglichen Artikel deutlich hervor. Derselbe hat in den letzten Jahren ungeahnte Dimensionen angenommen, Im ersten Semester der nachfolgenden Jahre gelangte» zur Einfuhr: Eisen Eisenwaaren 1861 124.053 Zollzentner 17.194 Zollzentner 1867 77.084 „ 17.513 1868 1,530.161 „ 50.453 1869 3,184.985 „ 186.196 1870 3,321.040 „ 368.130 1871 3.082.535 .. 214.372 Da im Laufe des Jahres 1870 zirka 600 Meil. Eisenbahnen im Bau und 212 Meilen Bahnen dem Berkehre übergeben wurden, im Jahre 1871 dagegen 650 Meilen im Bau und im ganzen nahezu 300 Meilen eröffnet werden dürsten, die Eiseneinfuhr aber dennoch abgenommen hat, so muß mit Grund ver-muthet werden, daß die einheimische Erzeugung im lausenden Jahre eine ganz außerordentliche Höhe erreicht hat. — Nach einem dem „Wanderer" aus Triest mitgelheilten Schreiben, das von einem Manne des Gefolges der Kaiserin Charlotte herrührt, wären die letzten Nachrichten über die Verschlimmerung des Zustandes der unglücklichen Frau übertrieben gewesen, es sei zwar momentan eine Verschlimmerung eingetre-len, aber nach vierundzwanzig Stunden wieder gehoben worden. Das Bett habe die Kaiserin bisher wenigstens krankheitshalber nie hüten müssen, und, wie gesagt, erlitten ihre gewöhnlichen Spaziergänge nur an dem obenerwähnten Tage eine Unterbrechung. Worin sie sich aber stets gleich geblieben ist, sei, daß sie mit einer fieberhaften Aengstlichkeit ihre Briefschaften bewacht, zu deren Aufbewahrung sie sich ein eigenes Pult diesem Fläschchen liegt eine bräunliche Masse; die Kapsel hat vollkommen die Gestalt einer Wagen-lalerne, ist in Silber gefaßt, oben mit einer silbernen Krone, unten mit einem silbernen Griff, der eine Glasröhre enthält. Die Fläschchen liegen unter Glas. Nach dem feierlichen Hochamt, das der Erzbischof abhält, treten acht alte Weiber aus dem Volke an den Altar. Diese, die Verwandte des heiligen Januarius (paveuti di San Gennaro) heißen, beginnen in lateinischen und italienischen Gesängen und Sprüchen den Heiligen anzurufen, daß er das Wunder geschehen lassen möge. Die Büste des Heiligen steht, mit der Bischofsmütze bedeckt und mit einem reich von Perlen und Edelsteinen glänzenden Mantel bekleidet, auf dem Hochaltar; unter derselben ein kostbares Kästchen, das seinen Kopf verschließt. Diese Büste wird nun mit dem größten Eifer von den acht Weibern, deren jede drei Dukaten dafür erhält, angerufen, angefleht, angeweint und angetobt, daß das Wunder vor sich gehen möge. Unterdeß wird die Kapsel von dem Priester mit einem Licht, um gegen dasselbe den Zustand des Bluteö stets beobachten zu können, zum Küssen hin-und hergetrageu. Die Stimmen der Weiber werden immer wüthender und heftiger, je länger der Verzug dauert. Endlich — etwa tun drei Uhr Nachmittags — gibt der Priester das Zeichen vom Altar, daß das Wunder erfolgt sei (il miraccolo e fatto). Das Volk wird nun ganz ansgelafsen und stimmt in rauhen Tönen eine Art Tedeum an, während die bezahlten Weiber ein Freudengeheul er- anfcrligen ließ, und besondere Aufmerksamkeit einzelnen Briefen schenkt, die sie, wenn ihr Gedächtniß nicht gestört wäre, auswendig kennen müßte. Alles, was auf die großen politischen Ereignisse Bezug hat, bleibt ihr verborgen. — Berliner Blatter bringen folgende hübsche Geschichte: „Eine Priese gefällig, Herr Professor?" fragte der Obervogt. — Bin so frei. öergelt’S Gott sünsmilliardenmal!" erwiderte der andere. Wie viel mag das wohl geben? Man macht sich schnell an die Rechnung und bringt 10.000 Zentner herans. ES erheben sich Zweifel; also wird der Apotheker beauftragt, der Sache mit seinen feinen Wagen auf den Grund zu gehen. Am ändern Abend berichtet er; sechs gewöhnliche Prisen Schnupftabak wiegen ein Gramm, also geben fünf Milliarden Prisen 16.666^/, Zentner. — Im deutschen Reichstagsgebäude zu Berlin wird alleö mit Dampf betrieben. Vor der Eröffnungsfeier im weißen Saale erblickte man an Den Wänden des Lichtkorridors vor der Garderobe noch teere Flecke; als die Abgeordneten aus dem weißen Saale zurückkehrten, waren an ihrer Stelle Medaillons angebracht, von denen dasjenige links, der Uhr gegenüber, das Bild Schiller's trug; daran reiht sich das Bild W. v. Humboldi's mit dem Denkspruch: „Meiner Idee nach ist Energie die erste Tugend des Menschen." Rechts neben Humboldt erblickt man das Bild C. M. Arndt's. Zwischen den beiden Eingängen zum Sitzungssaale sind die Medaillonbilder des Freiherrn von Stein und Scharnhorst's angebracht, von denen letzteres als Devise den § 1 des alten Scham» horst'schen Wehrgesetzenlwnrfes trägt: „§ 1. Alle Bewohner des Staates sind geborne Vertheidiger desselben." Zwischen dem Eingang rechts und dem Korridor rechts erblickt man die Bilder Mathy's und Dahlmann's, während unter der Uhr das Bildniß Fichte's mit der Devise: „Auch im Kriege und durch gemeinschaftliches Durchkämpfen desselben wird ein Volk zum Volke" zu sehen ist. — Ein Pröbchen vom Style der kaiserlichen Presse liefert folgende Auslassung des „PayS" gegen den Polizeipräfekten von Paris, den General Valentin: „Herr Präfekt und aller Kaiserlicher! Verzeihen Sie mir, wenn ich, wie das Lamm der Fabel, komme, um die klare Welle zu trüben, in der Sie sich kühlen ; aber ich empfinde das unabweisbare Bedürsniß, Ihnen von Skrupeln zu sprechen, die in Betreff Ihrer in mir anssteigen. Zur Zeit des Anderen hatte ich sehr häufig das Vergnügen, Sie in den Tnilerie» zu be- heben. DaS Blnt selbst, eine dnnkelrothe Masse, ist nun in eine Art von Auflösung übergegangen und selbst einzelne Tropfen, die wie Honig oder Wachs fließen, sind sichtbar. Wird das Blut nicht flüssig, so wird cs von den Priestern so dargestellt, als drohe dein Lande ein Unglück, als verdiene das Volk diesen Gnadenbeweis nicht und müsse sich erst bessern. Eine große Rolle spielt dies Blut in der Geschichte der Pest, der Ausbrüche des Vesuv, der Teuerungen rc. Oft ist das Fließen des Blutes mit Waffengewalt den intrignirenden Priestern abgezwungen worden; auch nach der Okkupation Neapels durch die königlich italienischen Truppen haben die Priester, die sich erst hartnäckig weigerten, ans Befehl der Regierung die heilige Komödie in Szene fetzen lassen müssen. Ganz aufgeklärt ist übrigens der Hergang doch noch nicht. 9)fan meinte eine Zeit lang, die Erscheinung werde durch Infusorien bewirkt, durch rolhe kochenilleartige Thierchen, indcß scheint doch eine andere chemische Manipulation hier zu Grnnde zu liegen, um die wohl der Erzbischof von Neapel, der den alleinige» Schlüssel zum Wandschrank hinter dem Hochaltar hat, am besten wissen mag. So viel ist sicher, daß während des Weibergeheuls der administrirende Priester, von Chorknaben und Klerikalen uiugeben, den Rücken dem Volke zuwendet, um mit den Armen der diese Umgebenden, die von den Chorgewändern umhüllt sind, einen undurchdringlichen Halbkreis um sich schließen läßt, in dem wohl „das Wunder" designirt wird. merken. Sie waren der beharrlichste dieser Wschen Offiziere, die uns zu Grunde gerichtet haben, geschwächt, w>e sie waren, vom Antichambrireit und vom Rückenkriimmen. Sie waren der Oberst des edlen und tapferen Regiments der Garde von Paris, und um diesen beneideten Posten zu erlangen, schreckten Sie selbst nicht vor mehrmaligem Kuraufenthalte in Vichy zurück, Sie hofirteii sogar die kranken Nieren des Kaisers. Man sprach unter uns nur von Ihrer schwer zn mäßigenden Hitze und der ehremverthe Herr Pietri fragte sich mit tätlicher Unruhe jedesmal, wenn Sie aus die Straße herabstiegen, was wohl aus Ihrem übermäßigen Eifer entspringe» könne. Der Republikaner im allgemeinen flößte Ihne» eine unübcrsteigliche Abneigung ein. Sie hatten nichts rotheS an sich, nichts, selbst nicht einmal die Hosen, denn Sie trugen die blauen der Gendarmerie. Gegenüber dem Tyrannen, dem wir zusammen dienten, thateit Sie es uns allen zuvor an Ergebenheit, an Eifer, an Hingebung, und raffinirter, als der famose Brigadier des Liedes von Radaud, warteten Sie selbst nicht einmal daß leiseste Geräusch ab, um auszurufen: „Sire, vous - avez raison! “ Lokal- und Provinzial-Angelegenheiten. Lokal-Chronik. — (Der krainische Landesschulrath) beschloß, den Zeichnenunterricht an der k. k. Lehrerund Lehrerinnen-Bildungsanstalt in Laibach dem Professor an der k. k. Oberrealschule, Franz Globofnik, gegen eine angemessene Remuneration anzuvertrauen und die Direktion zu beauftragen, zur Uebernahnie des französischen Sprachunterrichtes an der Lehrerinnen-Bildungsanstalt Fräulein Anna Bold zu berufen. — Die Lehrerstelle an der Volksschule in Predaßl wird dem Bewerber Jakob Menzinger, derzeit Lehrer in Dornek, verliehen. Ueber den Bericht der Oberreal-schul-Direktion wegen Ermächtigung zur Vornahme einiger Aendernngen im Lcklionöptane pro 1871/2 wird beim hohen Ministerium für Kultus und Unterricht die Auflassung des italienischen Sprachunterrichtes in der 1. und 2. Klasse und dagegen die ausgedehntere Pflege der deutschen und slovenischen Sprache, dann die sofortige Obligaterklärung des italienischen Sprachunterrichtes für alle Schüler von der 3. Klaffe auswärts, ferner die Theilung der zweiten Realklaffe in 2 Parallel-Abtheiluugen zu beantragen beschlossen. — Schließlich wird Anion Kokalj zum ZeichnungSaffisten len für das Schuljahr 1871/2 bestellt. — („Der Herr prüft die Seinen.") Frau Agnes Schack, geb. Klu m b, Gattin des hiesigen evangel. Pfarrers Herrn Otto Schack, wurde vorgestern zu Grabe getragen; ein außerordentlich zahlreiches Gefolge gab ehrenden Andenkens der Verstorbenen das Geleite zur letzten Ruhestätte. Der würdige Gatte, Pfarrer Schack, wurde letzter Zeit hart geprüft: cs starben ihm zwei Kinder, dann die Gattin, und er selbst liegt, nachdem er sich von der im Sommer iiberstait» dener schweren Krankheit kaum erholt hatte, neuerlich krank darnieder... — (M i l i t ä r - Veränderungen.) Aus dem Ruhestande des k. k. Heeres wurde der Lieutenant Herr Wilhelm Edler v. Lehmann (Domizil: Laibach), in den Stand des frainifchen Landwehr-Bataillons Laibach Nr. 23 übersetzt. — (Sl oven ische N in ion al - Druck er ei.) Wie „Slovenski Narod" mittheilt, beabsichtigt die erst vor kurzem in Marburg gegründete Naiioual-Druckcrci sammt dem „Slovenski Narod" nach Laibach zu übcr-siedeln. Man will aus der bis nun nur den Herren Tansic, Rapoc und Skaza gehörigen Truckern ciu Aktien-Unlernehmen machen, aus einem Kapital von 50.000 fl. in 500 Aktien zu 100 fl. Bisher sind 20.000 fl. Aktien bereits gezeichnet und wird eö ohne Zweifel gelingen, die ganze nothwendige Summe auszubringen. Wird der Plan realtfitl, so erscheint der „Slovenski Marod" in Laibach als „Tagblatt" und will die Druckerei durch Herausgabe eines bclletrischen Blattes, sowie durch Heranziehung der Druckarbeiten I der „Matica Slovenska" allen Buchdruckern Kontur» renz machru. Dir Prrvaken, am allerwenigsten der Vize-Präsident de« fatl)o(tsd)en Beding, 2)r. CS o ft a , betrachten diese projefiirte Uebersiediung eines täglich erscheinenden BiatteS nichts weniger als wohlgefällig Dr. B l e iw e iS und seinem Busenfreunde Dr. Costa genügt für die ganze slovenische Nation die „Nooice," welche wöchentlich nicht mehr als einmal erscheint. Jeder nach ihren Begriffen anständige Slovene h.it mit dem Lesen der „Wooice" mehr als genug. Weiter braucht er sich um Politik nicht zu kümmern, das besorgen schon Vleiweis und Costa! — (Nationaler lieber mut H.) Ein nette« Stückchen „wahrhaslen Oesterreicherihums wird der „Pr." aus Triest berichtet: Unsere Kriegsmarine hatte in der dortigen Ausstellung für Industrie-, Gewerbe-, Landes- und Forstprodukte unter anderen Objekten auch das Modell der „Lissa" ausgestellt, das in der Marineansstellung zu Neapel die verdiente Aus merksamkeit der Fachmänner erregt hat. Man hatte dort das Modell nur unter dem allgemeinen Titel Kaseuia'tschtss der österreichischen Kriegsmarine sizn-riren lassen, um das Nationalgefühl der Italiener zu schonen. In der Heimat dagegen sielen solche Ruck sichle» fort. Das Modell erhielt die für das Schiff bestimmte Aufschrift: „Lissa, 20. Juli 1866." Das empörte die Ausstellungs Kommission in Triest. Man protestirte gegen diese Aufschrift. Sie beleidigte das italienische Triest. Energische Demonstrationen stünden bevor, wenn die Aufschrift nicht entfernt werde. Recht so. In Oesterreich müssen Erinnerungszeichen österreichischer Siege verschwinden, damit ein paar Jtalia-Nissimi nicht dadurch beleidigt werden. Aber zum Glücke hat man ihnen doch noch nicht den Willen gethan. Die Lösung, welche diese staatsrechtliche Frage gefunden, schmeckte gar nicht »ach Ausgleich. Die Marine beschwerte sich beim Statthalter gegen die Zumuthung des Triester Au?stellungS-Komitees. der dem letzteren seinen Standpunkt in bündiger Weise klar machte. Die Folge davon tu.ir, daß zwei der ärgsten Protestanten ans der Kommission austraten. Das Schiff behielt seine Aufschrift, und die angedrohten Demonstrationen unterblieben. — (ZflCrttcr.) Die gestrige Reprise von Sofla'd „Wir Demokraten" ging vor nur äußerst schwach besuchtem Hause in Szene. Um die Darstellung machten sich vor allein Frau Paulmanu und Hr. Schlesinger verdient. Auch Herr L u n g , wie die Vertreter der Nebenrolle», entspräche» ihrer Aufgabe. Auf allen lastete jedoch sichtlich der deprimirende Eindruck der trostlosen Leere deS Hanfes, u»d litt selbstverständlich auch die Darstellung sehr merklich darunter. Wir vermissten au ihr jene Munterkeit und Korrektheit, die wir bei der 1. Vorstellung bemerkt hatten. Wirtschaftliches. Die Anfertigung eines guten Sauerkrautes. Das „Wochenblatt für Land- und Hauö-wirthfchaft" enthält nachstehende, den Hausfrauen zu empfehlende Mittheilung von K. Schneider: Die verschiedenen Kraut- und Kohlarten sind meist verhält-nißmäßig sehr reich an nährenden Stoffen, namentlich an Eiweißstoff, und enthalten außerdem beträchtliche Mengen an Zucker und anderen löslichen organischen Stoffen. Wird das Kraut zerschnitten und unter Zusatz von Salz eingeftampst, so tritt sehr bald eine milchsaure Gährung ein, wodurch nicht nur die Schmackhaftigkeit, sondern auch dessen Verdaulichkeit sür den menschlichen Organismus erhöht wird. 3>t »eueren Schriften wird häufig die Behauptung aufgestellt, daß ohne Salz eingelegtes Kraut eine viel angenehmere Säure bekomme, als das mit Salz. So viel ist gewiß, daß Kraut ohne alles Salz eilige* legt, nicht nur sehr gut säuert, sondern auch noch milder und zarter schmeckt, als das eingefallene. Ob sich aber das ungesalzene Sauerkraut so lange hält, als das gesalzene, das ist eine andere Frage. Denkbar wäre es allerdigs, daß die im Sauerkraut sich bildende Säure das Krant vor dem Verderben schütze; wir werden indessen immer rathe», erst einen kleinen Versuch zur Probe zu machen und erst dann, wenn sich die Behauptung im Kleinen bewährt hat, auch größere Massen auf diese Weise zu behandeln. Soll das Sauerkraut gut werden, so darf es jedenfalls nicht zu stark gesalzen werden, denn zu viel Salz macht es zähe und hart; auf ein Schock Kohl mittlerer Größe genügt eilt Pfund Salz. D/>S Einhobeln des Krautes maß sobald als möglich geschehen, so lauge dasselbe noch im volle» Safte ist, denn solches Sauerkraut hat nicht nur einen besseren Geschmack, sondern es kocht auch viel rascher weih. Nachdem der Kohl möglichst sein unO laug gehobelt morde», wird derselbe partienweise lose und behutsam so lange mit Salz gemengt, bis er feucht geworden ist, dann wird et mit flacher Hand sanft, aber so fest als möglich in das mit Salz bestreute Faß gedrückt. Das Einstampfen mit Stößeln oder mit der geballte» Faust ist zu verwerfen, weil dadurch die Nudeln ganz zerrisse» und zermalmt werden und das Sauerkraut kein so schönes Ausset/cn hat. Das Eintreten mit den Füßen, wie es iit manchen Häusern noch üblich ist, ist unappetitlich. Das feste Eindrücken des Krautes i|t beim Einmachen jedenfalls die Hauptsache, damit alle Zwischenräume statt mit Luft, sich mit Saft ausfüllen. In manchen Gegenden pflegt mau beim Einlegen dcö KrauteS fchichtemveife ganze Weintrauben oder Äorödorfer Slepfel dazwischenzulegen, wodurch das Sauerkraut einen sehr guten und feinen Geschmack erhält. Andere geben statt der öfter üblichen Zathat von Kümmel Dillsauien, Manche nnzerstoßene W^chholderbeercn und dergleichen. Muß man sich zum Einlegen des Sauerkrautes neuer Fässer bedienen, so müssen diese nicht nur zuvor durch Auswässern vom Holzgeschmack befreit, sondern auch mit Essig eingerieben oder mit Sauerteig auSge-schtnierl werde», um dadurch die Gährung zu befinden. Am besten eignen sich zum Kranteinlegen Weinfässer, auf denen weißer Weilt gelegen hat; in Fässern, worin rother Wein gelegen, bekommt da« Sauerkraut eine garstige Farbe. Fässer die schon zum Einlegen gedient haben, müssen früher sorgfältig gereinigt und mit heißem Wasser ausgebrüht wer den; in solchen zu stark gesäuerten Gesäßen tritt sehr leicht eine Uebetsäuerung des neuen Sauerkrautes ein, so daß dieses bald den widerlichen Geschmack von altem Sauerkraut annimmt. Sollte das Faß nicht <3ä»re genug haben, um die Gährung gehörig zu fördern, so muß man etwas Weinessig oder mit Salz und Sauerteig versetzten und verdünnten Landweiu und Brühe von anderem gesunden Sauerkraut auf das Kraut gießen. In größeren Fässern wird dag Sauerkraut immer besser als tu kleineren, weil sich in jenen die Säuerung regelmäßiger entwickelt und das Kraut eine längere Dauer hat. Droht Sauerkraut zu verderben, indem sich dasselbe auf der Oberfläche mit einem Pilz von stinkendem Schimmel überzieht, der sich immer wieder erneuert und endlich dem Kraule nicht nur den Schimmelgeschmack gibt, sondern auch dessen Verderben veranlaßt, so gießt man auf die über dein Kraute stehende Brühe langsam ein ©eitel Branntwein und wiederholt dies tut Anfänge jedeSmal, fo oft man Kraut ans dem Fasse nimmt. In der Regel braucht man diesen Zusatz nicht öfter als viermal zu wiederholen. DaS so behandelte Kraut soll sich nicht nur vortrefflich halten, sondern auch einen angenehmen weinigen Geschmack annehmen. Bittern uiv Laibach, 28. Oktober Gestern Abends Regen. Heute geschlossene Wolkendecke, schwacher Nordostwind. Wärme: Ävrgmü 3 Jalire, in der Stadt Nr. 209 an Entkräftung. — Dem Herrn Andreas Schreyer, Handelsmann, fein Sobu Julius, alt 10 Jahre, in der Äapuzinervorstadt Nr. !» a» der Litngentubertulose. Augekommene Fremde. ' Am 27. Oktober. Elsner, k. k.Hofra'h, Wien. — Musquitter, Äkin. Kanischa. — Kay,'er, Kfm., Livorno. — Reichenberg, Kfm., Wien. — Woratscheg, Scbiiuliitbe, — Paternjoner, Kfm., Kremser, Wien. — Hertinger, Württemberg. — P.'tges, Reifender, Wien. MoHren. Awelsfeld, mit Sohn, Siffek. Stuilt Wien. Prohaska, Kfm. Wie«. — Puntschert, Privat, Klagenfnrt. -- Fink, Kwis, Kanflente, Graz, llnlerlaciiet* llof. Rohde, Lüdet. — Bartoliui, Private, Graz. Heute: Der Troub„d»»r. Große Oper in 4 Abteilungen, nach dem Italienischen des I. Cammerauo. Fräulein I u li k als Gast. Morgen: Dir rothe t'iesct. Charaktergeinälde mit Gesang in ti Abtkeil»»gen mit? einem Vorspiele. Montag: Wl» Peliku». Schauspiel in 5 Akten Wiener Börse vom 27. Oktober. 57 90 18— 92 - 9J.50 5v • (i8 10 9325 l.,0 i1) 118, 99.70 [Staatsfonds. N'er^.Nente, öst.Pav. bco. bto. öst.inSilb. Me von 1854 . . . ^ose von 15(50, ginne; lO(;.*o vOfe vo?. 1860, Fünsk. i >5. o örämirnsch. v. 1861 " ' Orandontl.-Obl. 1 )n 5 pÄi. üiirnten, Kra'.u c. Käfteulanb 5 * Ungarn . . zu 6 * ftYoat. u. S!iv. 5 „ 6tebenbürfl. „ 6 „ Aot.lctn, ftaMonalbani . . , Union - Bank . . . erebttanfialt . .. . vi. Ö. «Löcompte-'G ?uglo^österr. Bank . öett. Bodencred.-A. . öcl. Hypsth.-V.'.r.r Stei^r. EScomvr.-D». 240.—! — Kranko - Austria . .! 120.10 .'202v tkais. fferd.-'/iordb. .! xinj aus Lübbahn-Oeiellsch. .1 )V2 93 198.- -3atf. ElisüdLth-Bahu. >4. i. - -1 *44.25 fi? 2'.l-t!udwiq-Bah?. 125s. VS! Ub9.60 Kiebenb. Eisenbahn. 171.50 »72.— Staatsbabn. . . . 38i.r0 S^).— Raii. Fran^ J.)sesgb.. üü7.5ö y(7 76 ^ÜnfL.-Bar^ser E.-B. 174 175 <'kLsd-Fium. Babrr „'ist -- i8i ri2. — 93.— 85 75 86 - 8,1.25 80. LU 87 7j 88 - 74. 74.5l) «7 J. — 774 — 258.— 25 *.25 S93 10 2»S.Z< ,4 -. 95 - i.f6 60 1556 6f- tii* — 270.— ! Geld Store l7est. Hypvth.»Baur. —93 50 Litibb.-Gzs. zu 500 25 Äieb.- B.l200N. ö.W.) t-8 Lr! *-8 50* Ltaatsbahn pr. Stück l38.~jia* ~ S-taatSb. pr. St. 1867 137. -ji3r.— ürudolsöb.l300fl.ö.W.) w> 40 -.0 6J Fran.r Jos. (2Ü0fl.G.) 9-».— Lose. L-edtt 100 fl. v. W. . 185. \d 100 fl. CM. . .• —, •Lvielter 100 fl. EM. . 120 bto. 50 fl. ö.W. .l 59 sener . 40 fl. ö.SB, 52 Salm . ^ 40 „ 40 Palffy . „ 40 „ 27. ^larü . , 40 , 1 86 St. Mnoist,, 40 * S t Winbisch>p'ätz 29 „ 23 Walbflein . yt; A , 19 Keglevich . 10 „ 14 186. - 9B — 121 50 6i). - 3.1 — 41 50 I RudvlsSstisk. lOä.fJ.' 1 Wooiia jl(3^ot:.} ■ '^ugSb.lOOfl.sübd.M.'i00 fVranff, 100 fi„ „ „ j K',0, tilonbou 10 iif. tötevlJiiH Paris 100 fcanct , 45 88 — —j L2 — 50j XI — - v-o M HO 1 ’<• . 0 — JJ^.'O iü ■ . 0 I iE&nTifiTA. Nation.S.W. oerioSO. 88.15; 89.- • jic-ris.^ncateav 5 67 | 5 uu 2job.-($rebit.inft. b7 50 88 'Vv fVTan.>^v>: . . . -j 40s & 4i> rlllg.öst.Bod.-Lrrdlk. 105.-Ii05.5f1 , 77 - 17;* dto. :u ss^.rrtSz. . »ö 2>| 86 c(-| vi'ber . . . .'ns - Vit 2S Telegrafischer Wechselkurs vom 2 “t. Oktober. 5perz. Rente Lsterr. Papier 57.90. — Sperz. Biente öftere. Silber 67.90. — 1860er Staaisanleben 100 ‘25. —-Bankaktien 781. — jirebitaktien 291,20. — London 118.10 — Silber 118—. - A. k. Münz-Dukaten 5 67. — ‘Jln poleonsd'or f).39‘/,. Flir die außerordentlich zahlreiche Begleitung meiner am 23. Oktober verstorbenen, innigftgelieb teu, unvergeßlichen Mutter Maria Bhtllcr zu deren letzten Ruhestätte sage ich im eigenen, dann im Namen meines Ehegatten und meiner Kinder allen Teilnehmern, besonders den geebr ten Beioohuern 9IenmtirttlS meinen tiefgefiihl testen Dank. Neumarktl, 25. Oktober 1871. (505) eVSarie Oeu. Ein tüchtiger Kommis, lernter Nürnberger, kann sofort eiittreten bei (ölt)—l; ____________________________& Pi aller. Die Gartenlaube. (509) Nr. 12. Inhalt: Da» Haidepriuzeßchen. Erzählung von E. Marlitt. (Fortsetzung.) — Die jüngste „Königin der Instru mente." Bon Dr. H. Langer. Mit Abbildung: Die neue Orgel im Schweriner Dom. Stach der Natur auf.te-nominell von E. S. — Briefe eiueS Wissenden. Zweiter Brief: Enlenbnr'g, Milhler, Adelheid, Ätoltke's Schweigsaai-feit. — Unter den Wellen de4 Niagarafalles. Von C. Vö-wenherz. — Die Sühne durchs Leben. Bon Gottfried Kinkel. (Schluß.) — Blätter und Blüthen: Streifzüge eineü Feld mal er s. 111 Mit Abbildung von Chr. ©eil in Düsseldorf. — Die letzte Reife. Gedicht von Fr. Hfm. Mit Abbildung von Beugt Nordeuberg iu Düsseldorf. Zahnarzt A. Paichel ans Graz vrdinirt aus der Zahiiheilkunde und Zahntechuik nvch de» ganzen Monat November von 9 bis IS und 2 bis 5» Uhr im Zelinovich'schen Hnnse, ©teinaücc 9ir. 37,im 1. 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Indem ich höflichst bitte, hievon Kenntniß zu nehmen, und zugleich ersuche, das meiner Borbefitzeri» durch eine lange flieihe von Jahren iu so reichem Maße geschenkte Vertrauen nunmehr auf mich und respektive meine Anstalt übertragen zu wollen, glaube ich die Versicherung gebe» zu können, daß ich durch die vorzüglichste» fotografischen Arbeiten das in mich zn setzende Vertrauen zu rechtfertigen wissen werde. Durch meine mehr als zehnjährige Thätigkeit in den ersten fotografische» Ateliers Wiens diu ich mit den nene,ien Erscheinungen und Fortschritten in der Fotografie vollkommen vertraut, und erlaube mir namentlich auf die bisher in Laibach noch nicht ntmefertinte», in ®ien so beliebten Glacti-Bilder aufmerksam zu machen, welche in meiner Anstalt in vollständig kristallischer Reinheit angefertigt werde». Hochachtungsvoll Wilhelm Steidel, (502—1) Fotograf aus Wien. mit 5000 (juldcn entfiel in unserer Spielgeseüschnft Nr. ans das 1854er Los Serie 996 Nr. 1. Die p. t. Teilnehmer dieser Gesellschaft in Laibach und Umgebung können schon jetzt die am 2. Jänner 1872 erst zahlbaren Gewinnste gegen 6perz. Zinsenvergütung bei unserem Vertreter Herrn A. JEf ettellieiin, derzeit „Hotel Elefant“ Nr. 17 in Laibach, beheben. Gleichzeitig empfehlen wir unsere beliebten Kombinationen aller Gattungen Lose gegen Ratenzahlungen. sowie gezogene Serien der 1860er Lose, welche am L. November sichere Treffer machen müssen. Bankhaus Nyitrai & Comp,, 066)—1) Wien und Pest. Druck ton ygn. v. kieiumogt a bcd. ibamberq in raivaq. Berleger und für Die Stedottion verantwortlich: Ottomar vamverg.