ÄtSLi ä 4 «»,,»»..77-«,,«»«, ^ > ■ W WWW .1 . ■ «*»w«ic6wgMan »Ulbm kn C*nn> a. jrnn- ^ ▲ W^M W ▲ ^4 ^W> r»:S W< «,» h»«<« «tä-e M lAtfl I ntfi J11 itiftT gs" f - f »UU MÄMl. LZ «VsM % > %_ . W ditMlnucl nraiicsinl» IWWl laffnt-annt« S*.** | ^^_yUt« A» V» «X»cfr««l Ar. »4 Mt, Kamst-«, »«n 23. Aovtmiier l»12. 37. Zayrgan«^ Adris und SrutWum. B»m LandtagSabgeordnelen Dr. Franz Perko. Durch den Opfermut dkr Balkanvölker, dir schla^ertigleü und Tapferkeit dkr Bulgaren »st die europäische Türkei niedergerungen; vor ollem werden den Balkanflawen die Früchte des Sieges in den Schoß fallen. Hoffentlich braucht Oesterreich-Ungarn die unendliche Großmut der Jahre 1908/1909 und 1912 nicht bitter zu bereuen ; nur die bis an die Grenzen der Selbstachtung reichende Langmut und Friedensliebe dieser Großmacht hat den Balkanslawen die Vernichtung der Türkei ermöglicht. Die Losung „Der Balkan den Balkanvölkern", unter welcher die vier Verbündeten den Feldzug er-öffnet un) die österreichischen Slawen kräftig ihre Unterschrift gefetzt haben, soll für die Albaner nun-«ehr keine Geltung besitzen. Daß die serbischen SönigSmörder von einem bis an die User der Adria reichenden Grvßserbien träumen, daß Älosac in Belgrad gleich anno 1909 den nackten Hochverrat lob», daß Kramarsch die verzwicktesten Rrdewendun-gen gebraucht, um die so schnell geänderte Haltung mit dem auch von ihm versochtenen Schlagwort in Einklang zu bringen, daß selbst der gerechte Masar» schik den Albanesen das Recht auf Autonomie abzn-sprechen beginnt, daß die freiheitsschillernden Sozi ein ganzes Bolk einer neuen Knechtschaft zu opfern bereit sind, daß die internationale Kapitalistenpresfe wie die absoluten Friedensschwärmer die BedeutungS-loflgkeit der albanesischen Frage langatmig zu er-Härte» versuchen, daß Engländer. Franzosen und Russen in der Berwässerung wacker sekundieren, ist nicht weiter verwunderlich. Daß aber die weittragende Bedeutung dieser Angelegenheit auch von deutschnationaler Seite unterschätzt wird, zeugt von einem bedauerlichen Mangel an politischer Voraus-ficht, wie er unter andere« Kulturvölkern nicht zu finden ist. An und für sich könnte das Schicksal der Al-baner dem Deutschtum gleichgiltig sein, weder Sympathie noch Gerechtigkeitsliebe lassen die Deutschen die Errichtung eines selbständigen Fürstentums Al-banien fordern, sondern der Wille zur Macht, die Sorge für die Zukunft. Den Serben darf in keiner Form eine derartige Stellung an der Adria einge-räumt werden, woraus sich eine Abschnürnng der Donaumonarchie vom mittelländischen Meere ent-wickeln könnte. Leider wurden die deutsche» Kulturposten in früheren Zeiten nicht planmäßig verteilt, noch in Verbindung mit der Hauptmasse des deutschen Volkes vorgeschoben. Allei ward dem blinden Zufall, dem augenblicklichen Dränge überlasse». Im 19. Jahr-hundert begann das erwachende Nationalbewußtsein der Westslawen selbst die wenigen Brücken zwischen den deutschen Sprachinseln zu zerstören. Endlich l>at in den letzten Jahren das weliumsegelnde Albion, den ungeheuren Wert der Seegeltung den Deutschen schlagend vor Augen führend, den Blick der deut-schen Hauptmacht vom Lande nach dem Meere ab-gelenkt. Trotz oder vielleicht infolge feines Kolonien-mangels hat das Deutsche Reich in 40 Frieden», jähren eine Produktion von Jndustrieartikeln und einen Welthandel zu entfalten verstanden, die den englischen Krämerseelen immer unbequemer werden. Daher die steigende Eisersucht der Bettern jenseit» des Kanals, daher der unermeßliche Brotneid, wel-eben die wenigen aufrichtigen Angelsachsen vergeblich einzudämmen versuchen. Das Deutsche Reich muß unter allen Umständen daraus gefaßt sein, daß es in Stunden der Gefahr von der stammverwandten englischen Nation überfallen wird, muß mit der Möglichkeit rechnen, daß nach Vernichtung der deut-fchen Flotte englische Panzerkreuzer die Nordsee und damit alle Meere dem Deutschen Reiche versiegeln könnte. Wenn nun die ziveite Aussalls- und Einfuhr-pforte an der See, die Adria. dem Deutschtum ebenso verschlossen werden würde, wenn es in e»>em gewaltigen Ringen der Tripelentente im Bereine mit den Balkanslawe« gelänge, die mitteleuropäischen Kaiserstaatrn von allen Meeren und Landern abzu-schließen, was unter Zuhilfenahme Jtalieiu» im Be-reiche der Möglichkeit läge, dann könnte der Hunger den deutschen Heere» selbst die siegreichen Waffen entwinden, dann wäre der Traum Eduards erfüllt, dann wäre der Ausstieg des deutschen Volkes auf lange Zeit gehemmt, wenn nicht für immer unier-bunden. Diese schweren Gefahren drohen dem Deutsch-tum, drohen aber auch Habsburg und Hohenzollern, sosern sie nicht fest bleiben sollten; diese Gefahren beschwört aber auch der TrialiSmuS in jeder Form heraus. Die Bildung eines großen Südslawenreiches innerhalb oder außerhalb der schwarz gelben Grenz-pfähle, die Schaffung eines StaaieS, der die Adria von Osten her umspanne» würde, können die Deut-schen niemals zulassen, ebenso wenig die Magyaren wie die Rumänen; in diesen Belangen laufe» die Interessen dieser Völker gleich, woraus sich Bundes-Möglichkeiten für die Zukunft ergeben. Eine Sicherung durch die bloße Macht wäre aber auf die Dauer nicht hinreichend. Ihr zur Seite muß die Kolonisation der Südabhänge der Alpen treten. Der so wichtige Hafen Trieft würde eine Beut« der Slawen werde», wenn nicht die Deutschen die Sprachgrenze bis an die Adria vor-zuschieben imstande fein sollten Diese großen Zu-kunftSausgabtii könnten durch eine zielbewußte deut-fche Gesamtpolitik gelöst werden, sojern eS nur ge-länge, außer den »öligen Milliarden die ackerban-treibenden Deutschen aus Ungarn, aus Rußland, auS Galizien, insgesamt über vier Millionen deut-scher Seelen, deren Nachkommen inmitten fremder Völker unter allen Umständen dem sicheren nationalen Untergange geweiht sind, an die östlichen und süd-lichen Sprachgrenzen des Deutschtums in Mittel-europa zu verpflanzen. Diese fernen Ziele deutscher Kultur- und Macht-Politik werden von wenigen erkannt. Darum auch die große BerständniSlosigkeit, mit welcher mancher Deutsche an der albanischen und großserbischen Frage, an den trialistischen Träumen der Süd-slawen achtlos vorbeigeht. Infolge der mangelhaften Erleni.tnis dieser Zusammenhänge, welche im geg-nerischen Lager weit besser eingeschätzt werden, hätte den Deutschen in dem großen europäischen Kriege die nationale Begeisterung gefehlt, was einen nicht zu unterschätzenden moralischen Nachteil in sich schließt. Zweifellos werden die EinkreisungSversuche, wenn auch in anderer Form, immer wieder auf-tauchen. Der Wellenbrand, der einmal um die Vor-Herrschast in Europa entbrennen und der für die nächste Zukunft noch immer nicht verhütet zu sein scheint, wird auch über den Besitz der Adria die endgiltige Entscheidung sällen. Es wäre gut für das Deutschtum, wenn Oesterreich in der einstigen großen Auseinandersetzung im ersten Treffen stünde, weil im umgekehrten Falle die Zusammenarbeit und der AuSgang zweiselhast wären. Eine der wichtigsten Ausgaben in den kommen-den Friedensjahren muß es werden, daS Denlschlnm nicht nur militärisch, sondern auch moralisch und kulturpolitisch zu rüsten, auf daß die Deulschen Mitteleuropas einsehen lernen, daß es sich in jeder großen europäischen Verwicklung um die Zukunft des Gesamideutschtums, um die Zukunft des Habs-burger- und Hohenzollern-Staates handelt. Die Ostmarkdeutschen sind schon einmal aus losen Kulturposten unter der Führung der Habs- burger zu einer Knlturmacht gewachst». Dieser Werdegang wurde durch die Lösung von dem Mutter-lande unterbrochen. Die Schatten von Königgrätz, die slawische Ziffer und deutsche UaUrlafsungSfüll-den haben die innere Politik Oesterreichs in Bahnen gedrängt, welche dem Deutschtum schwere Wundeu zugefügt haben. In den Zeiten der AnnexivnSkrife und vor allem in diesen Tagen mußten die Macht-Haber Oesterreich-Ungarns klar erkennen, daß ein sester Verlaß für Krone und Reich nur bei denen zu finden ist. welche den Staat geschmiedet habe». Möge diese Erkenntnis endlich zum dauernden Durchbruch kommen, mögen die Ostmarkdeutschen ihre ge-schichtliche Bestimmung erkennend handeln, danv kann noch einmal aus deutschen Kulturposten eine einige, unüberwindliche deutsche Kulturmacht bis an die Gestade des Mittelländischen Meeres erstehen? Ein gefährlicher Ratgeber. Der südslawisch - dalmatinische Abgeordnete Smodlaka hat in der österreichischen Delegation eine Rede gehalten, die für die politischen Absichten der Süd slawen der Monarchie von großem Interesse ist. Der genannte Abgeordnete suhlte auS: „Wir achten die Heiligkeit des nationalen Pnn-zipS und wünschen alle» Völkern. da'Z sie Herren im eigenen Haufe find, aber wir wünschen eS nicht nur den Albanern, sondern auch den anderen ge-knechteten Nationen, in erster Reihe unseren Slo-waken und Rumänen, Kulturiiationen, denen man die Kulturmittel geraubt hat. Wir haben dabei immer an die mazedonischen Resormen gedacht; aber so wie dort keine Reformen seitens der Türkei haben platzgreisen können/ so kann auch unser Mazedonien nicht reformiert werden. Wie in der Türkei die Arnauteu immer die Reformen für Mazedonien »er-weigerten und bei der Psorte noch größeren Ein-fluß hatten als die OSmanen, so haben auch wir in der Monarchie unsere Arnauten, die die Serbo-kroaten nicht zufriedengestellt sehen wollen. Es ist die Lebensfrage der Monarchie, diese Arnautenmacht in Oesterreich zu brechen. Wir glaubt», dasselbe Recht aus ein nationales Leben zu haben wie die Albanier und mit größerem Rechte in der Monar-chie für die Scrbokroaten das verlangen zu können, was die Albaner von Europa verlangen. Welcher Geist im Süden der Monarchie herrscht, beweist die große Zahl Freiwilliger, die mit ihren Brüdern gegen die Türken kämpfen, und die Hundcrttausende von Kronen, welche die armen Völker ihren Brü-dern schenken. Im freien Serbien liegt keine Ge-fahr für die Monarchie. Jetzt nach der Zerstörung des türkischen Reiche« müsse man auch der magyari-schen Vorherrschast ein Ende setzen. Das Schreck-gespenst des Panslawismus ist gar nicht vorhanden. Die Verhältnisse in Bulgarien und Serbien sind im Vergleiche mit den Verhältnissen in unseren süd-slawischen Ländern viel bessere. Der Kurs der öfter-reichisch-ungarischen Politik wird aber immer ge-jährlicher." Klar und rund zeichnet sich in diesen AuSsüh-rungen die Politik der Sübslawen in Oesterreich ab. Bereits ein früherer slowenischer Redner hatte in der österreichischen Delegation erklärt, daß, nachdem nunmehr die Herrschaft der Türkei gebrochen und die Slawen des Balkans wirklich frei geworden sind, auch die Herrschaft der Deulschen und der Magyaren in Oesterreich Ungain beseitigt werde. Der Delegierte Smodlaka war aber vorsichtiger. Er ist genau der-stlbtii Anficht, wie der andere südslawische Redner, allein als kluger Taktiker will er den Kamps gegen Seite 2 Deutsche Macht Nummer l>4 zwei Fronten zu gleicher Lei«, gegen die Magyaren und die Deutsche», vermeide« und macht deshalb den Deutschen Oesterreichs den Borschlag, mit den Eüdslaivc» zusammen die Magyaren niederzuringen, und Dr. Smodlaka ist in dieser Beziehung guter Hoffnung, denn die Deutschen seien ja — wie er meint — zu einem Ausgleiche mit den Slowenen bereit, das heißt er glaubt, daß sie kampflos den ganzen Süden der Monarchie samt Trieft den Süd-flawen überlassen werden. Für ihre Wafftcrreich und Deutschland. Natürlich ermu-tigt dieser ganze panslawistische Klüngel die Serben in ihrer sinnlosen Hetze gegen Oesterreich, wobei die in Rußland lebenden Serben vielfach die eigentlichen StimmungSmacher sind. Mit denselben Mitteln wie von Norden her der russische Panslawismus. arbeitet von Süden her die panserbijche Agitation. Während aver Rußland sich künstlich mit Hilfe des rollenden Rubels La»d»leute in Galizien zu züchte» sucht, hat Serbien den Vor-teil au? österreichisch ungarischem Staatsgebiete acht Millionen Südslawen vorzufinden, die ein Versuchs-objekt der antiösterreichischen Propaganda bilden. Die jüngste anliösterreichische Demonstration in Agram, wo junge Sportleute und Studenten Rufe „Nieder mit dem morschen Oesterreich! ES lebe Peter, der König von Kroatien!' auSgestoßen uns die Kriegs-lieber der Balkanftaaten intoniert haben, sowie end-lich die höchst verdächtige turbulente Obstruktion der Slawen im österreichischen Abgeordnetenhause sind Indizien dafür, daß bereits durch die panferbische Agitation in Oesterreich. Ungarn eine sehr gefährliche Stimmung erzeugt ist. Daß auch die Tschechen die Siege der Balkanftaaten über die morsche Türkei wie Siege des gesamten Slawentums über den Germanismus anlegen und den Bulgaren und Serben wie „Befreiern vom deulschen Joche" zujubeln, braucht nicht wunder,unehmen, zumal ja »och immer der „Rufsenfreund" und .MoSkaupilger" Kramarich ihr geistiger Führer ist, und der „Lerdenagent" Klofac die Spionagedienste zwischen Wien und Belgrad besorgt. UeberhauPl hat sich des gesamte» österreichischen Slawentum» infolge der Balkanstege, an denen eS so Unschuldig ist, wie wir Deulschen an den Nieder^ lagen der Tüikei, eine gefährlich „gehobene Slim-mung" bemächtigt, die es den Deutschen in Oester-reich immer schwerer macht, mit diesen slawischen Zeitgenossen friedlich zusammenzuleben. Es ist kein Zweifel, wir stehen vor einer pan-slawistischen Hochflut, die an sich schon viel größere Gefahren sür daS gesamte Deutschtum in sich birgt, wie der mehr formalistische Streit um Albanien und einen serbischen Adriahasen. Pvlitischc Rundschau. Hans Kudlich — 90 Jahre. Hans Kudlich. der österreichische Bauernbefreier, trat kürzlich sein SO. Lebensjahr an. Eine befreiende Tat im wahren Sinne dcS Worte» war es, als vor nunmehr 64 Jahren im österreichischen Reichsrat der Antrag auf Aufhebung sämtlicher Spann- und Frondienste, sowie aller auS der Erbnntertänigkeit herrührenden Gerechtsame gestellt wurde. Was in Preußen größtenteils durch die Stein-Hardeiberg-sche Gesetzgebung im Jahre 1308 erreicht wurde, das brachte wie mit einem Zauberschlage em Mann für den Bereich der österreichischen Monarchie zustande. ES war dies der Abgeordnete für Jägern-dors und Tefchen in Oesterreich-Schlesien, den seine Heimat, nachdem er kaum das wählbare Alter er-reicht hatte, als ihren Vertreter in die hohe Körper schaft deS nach Wien einberufenen ReichSraleS entsandt hatte. Selbst eines Bauers Sohn, hatte sich Hans Kudlich aus des Vaters Rat und vermöge seiner angeborenen Befähigung unter Entbehrungen aus dem Elend des damals noch unter seinen Robot lasten seufzenden Bauers herauf- und hinansstudierl In eine freiere Lebensstellung gelangt und von seinen LandSleuien zum Volksvertreter auSerkorer, verlangte er am 25. Jüli 1848 in flammende» Worten die Aufhebung dieser schreienden Ungerech tigkeit. Sechs Woche» daraus, nach einer Debatte, die von beiden Seiten anf das leidenschaftlichste geführt wurde, sollte der junge RetchSratSabgevrdnele seinen zweiten Antrag nicht nur zum Gesetz erhoben, sondern auch von dem eben großjährig gewordenen Kaiser unterzeichnet sehen, nm damit in der Geschichte der 48 er Bewegung nnd der FreiheitS bewegnng überhaupt fortzuleben. Allerdings lohnte fein Vaterland zunächst ihm, wie fo manchem ideal begeisterten Freiheilshelden jener Tage, mit schnödem Undank. Als die Reaktion wieder siegreich ihr Haupi erhob, mußte er, als „Hochverräter" zum Tode ver urteilt, fliehen und die ganze Bitterkeit der Verbannung erkennen lernen. In verhältnismäßig kurzer Zeit gelang es ihm jedoch, sich in der „Neue,' Welt" eine angesehene und gesicherte Lebensstellung zu verschaffen. Im BerwaltungSkörper von New-^>ork spielte Kudlich jahrzehntelang eine hervorragende Rolle. Lvn der allseitigen Beliebtheit des ManneS, der sich »ach einem Menschenalter angestrengtester Arbeit im Dienste der Allgemeinheit ins Privatleben nach dem nahen Hoboken zurückgezogen hat, legte die Feier des 70. und 80. Geburtstages beredtes Zeugnis ab Kudlich ist, nachdem der Freiheitskämpfer Genera! Siegel, ferner Ollerndorfer, der Begründer der .Neu-Dorker HandelSzeilung" und zuletzt (1906) der berühmteste „Bürger" zweier Welten, Karl Schurz, dahingegangen ist, der bekannteste Deutsch Amerikaner. Die Vorfälle in Dalmatien. Der Geist der südslawischen Bewegung tritt a« deutlichsten in den Demonstrationen zutage, die zu der Auslösung deS GemeinderatcS von Sebenico und von Spalalo geführt haben. Die südslawischen Ab geordneten, die kürzlich beim Minister deS Innern wegen dieser Maßregel Beschwerde führten, stellten die betreffenden Vorgänge allerdings als gänzlich harmlos hin. Sie stellten durchwegS in Abrede, daß eS zu antipalriotischen Kundgebungen gekommen sei. wenn auch möglich sei, daß der eine oder andere Ruf in der Maffe laut geworden wäre. — ES gehörte zu dieser Behauptung geradezu eine eiserne Stirne, denn in der Tat handelte eS sich nicht „um einen oder den andere» Ruf aus der Maffe", |m dern der Bürgermeister von Spalalo, Kalalinie, wer cd, der bei der Kundgebung in Spalato folgende» sprach: „SpallUriner! Der Traum unserer Alten be wahi heilet sich! Der Halbmond sinkt vor de» Kreuze und unser Volk r elbet sich in Westeuropa an. Das Trauerlied deS VidovtageS (dieses Lied besingt die serbische Niederlage aus dem Amsel-selbe) siecht hin und an seine Stelle tritt vom Schwarzen Meer bis zur Adria das neue Lied des Sieges nnd Ruhmes und hebt dadurch die Herzen der Millionen zu neuem Leben empor, zu neuem Leben, das die ganze Balkanhalbinsel in sich zusammenfaßt und auch uns in ihm Treu den Traditionen unserer Väter begrüßen wir Kroate» die Stimme unserer nationalen Aufer stehung mit Begeisterung. Die Opfer unserer Blutsbrüder, Serben und Bulgaren, und mit ihnen die vereinigten Griechen, segnend, blicken wir hoffnungsvoll in die Zukunft." AehnlicheS ereignete sich in Sebenico. Da die Kundgebungen in den beiden genannten Städten v»n verschiedenen Parteien, nämlich von der dernvkrati-schen und von der klerikalen Rechtspartei, ausgingen und der Bürgermeister von Spalalo ausdrücklich im Name» der Kroaten sprach, läßt sich auch daS Mär chen nicht mehr aufrecht erhalten, daß nur die Serbe» autiöstcrreichisch, die Kroaten aber gute Patrioten seien. Ruuour 94 getrijaj* Ein Deutscher Volksrat für Oesterreich. Die Erörterung über die Stellung der Deut-ichen zu dt» Balkanvorgänqen und deren Einfluß aus die künftige GestaUung der Monarchie Hai einen Gedanken inS Leben gerufen, der in den weitesten deutschen Kreisen großen Anklang findn. Herren-hanS» itglied Minister a. D. Dr. BaernreUher, der al» he,vorragender Kenner der deutsch tschechischen Streitfragen und der Bolkanangelegenheiten geschätzt wird, hat angesichts der Frage, welche Konsequenzen die Deutschen Oesterreichs aus der geänderten Sach-lag« ziehen sollen, die Anregung gegeben, wonach die führenden Männer aus allen Teilen Deutschster« reich», und zwar nicht nur die führenden Abgeord-neten, sondern ein weiter Kreis, der alle Schichten »er Bevölkerung, alle Parteien und auch alle nicht unmittelbar politisch tätigen, geistig arbeitenden Deut« schen umfaßt, zu dieser Frage Stellung nehmen sollen. Diese Anregung haben sich bereits weite Kreise zu eigen gemacht. Man hofft eine infolge-desfen für eine spätere Zeit einzuberusende große .Konferenz zu einer ständigen Einrichtung auszuge-stalten, zu einer Art Deutschen VolkSrat für daS gesamte Deutfchisterreich. Der Balkankrieg. Die Waffenstillstandverhandlungen sind noch nicht abgeschloffen So viel ist sicher, daß der Widerstand der Türken immer fester wird und den Bulgaren recht viel zu schaffen gibt. Seit einer Woche hö« man nichts mehr von Erfolgen der Balkanvölker, wenn auch die Niederlage der Türkei besiegelt ist. Adrianopel und Skutari sind noch immer nicht er-obert. Die Serben sind bi» zur Adria vorgedrungen und haben Alessio besetzt. Durazzo dürfte in einigen Tagen in ihre Hände fallen. Die Hafenfrage ist da« durch verschärft, daß in dem Abkommen der Balkan-staaten Seibien der Zugang zum Meere zugesichert ist. Unter dem Drucke der Verhältnisse hat nun die serbische Regierung eingewilligt, daß ein Kommissär unferei auswärtigen Amtes nach dem Verbleibe des verschollenen Konsuls ProhaSka Umschau hält. Trotz-dem ist die Lage sehr ernst. Aus Stadt und Land. Abgeordneter Marckhl Ehrenbürger von Schönftein. Aus Schönstein wird uns ge-schrieben: Die Stadtgemeindevertretung hat in ihrer Sitzung vom 24. Oktober den einhelligen Beschluß gefaßt, ihrem verdienstvollen ReichsralSabgeordneten Herrn OberlandeSgerichtSrot Richard Marckhl das Ehrenbürgerrecht zu verleihen. — Eine Deputation unter Führung deS Bürgermeisters Herrn Gewerken Franz Woschnigg überreichte am 20. k. dem Ge-feierten in seiner Wiener Wohnung das Ehre»-btrgerdiplom, dankte ihm für fein bisheriges Wirken und bat gleichzeitig, auch weiterhin die gleiche auf» opfernde Fürsorge seinem Wahlbezirk« anged«ihen zu lasten. — Gerührt dankte der Herr Abgeordnete für die ihm zuteil gewordene Ehrung und versicherte der Deputation, wie bisher seiner Pflicht als Reichs-ralSabgeordneter nachzukommen, für das Wohl seines Wahlbezirke? nach besten Kräften zu wirken und im besonderen feine Aufmerksamkeit und Fürlorge der Stadt Schönstein, deren Bürger er nun in so ehren-voller Weise geworden, zu widmen. Belobung des Korpskommandos. Im Korpskosmandobesehl vom 19. d. wird verlautbart: „Oberst Josef Krasser, zum Kommandanten des In« lanlerieregimentes Nr. 13 ernannt, scheidet nach 17'/, jähriger hervorragender Tätigkeit aus den Reihen deS Infanterieregimentes Nr. 87 und somit aui dem Korpvdereiche. Ich nehme die TranSferierung dieses vorzüglichen Stabsoffiziers zum Anlasse, um dem» selben für feine erfolgreiche Tätigkeit die belobende Anerkennung deS KoipSkommandos auSzusprechen." Oberst Krasser war durch mehrere Jahre alS Er-gänzuiigSdezirkskommandant in unserer Stadt tätig und genoß dank seines liebenswürdigen und kon-jilianlen Auftretens allgemeine Wertschätzung. Ehrung. Dienstag vormittags überreichte in Graz eine Abordnung des Deutschen Gewerbebundes in Cilli durch den Obmann Herrn Josef Jicha und dem Obmannstellvertreter Herrn Johann Koroschetz den um die Förderung der Jntereffen deS deut schen Handwerkerstandes verdienten Landtags- und Re ichs-ratsabgeordneten Einspinne? das Ehrendiplom. Entsendung in einen Schulausschuß. Die Slatthalierei hat den Diiektor des l k. Staats-ftymnasiuniS in EiUi Herrn Regwungsral Klewens Prost zum Vertreter der Unter« ichtsverwallung im ^chulausjchuffe der gewerblichen Fortbildungsschule in Cilli ernannt. Steiermärkischer Landtag. Wie bvifi „Grazer Tagblatl" mitteilt, wird der steirisqe Land-tag — wie auch einige andere Landtage — im Dezember, wahrscheinlich zwischen Weihnachten und Neujahr, zu einer kurzen Tagung zusammentreten. Die Regierung will dem Landtage die Gelegenheit bieten, den LandeshanShalt wenigstens provisorisch in Ordnung zu bringen. Sollte der Landtag daran durch die Forldauer der slowenischen Obstruktion — wie kaum anders zu erwarten — gehindert werden, so wird die im Jänner vertagte zweite Session des Landtages geschloffen werden. Man macht in mag-gebenden Kreisen kein Hehl daraus, daß die Schlie-ßung der Session nur das Vorspiel der Auslösung des Landtages sein wird, obwohl die klerikalen Ab-geordneten nach wie vor wegen der befürchteten MandatSverluste eine derartige Maßnahme zu ver» hindern oder wenigstens möglichst weit hinauszu-schieben trachten. Sollten in der äußeren Politik Ereignisse eintreten, die eS geraten erscheinen ließen, die parlamentarischen Körperschaften sür einige Zeit ganz auszuschalten, würde natürlich auch der steiri-sche Landtag im Dezember nicht zusammentreten. Dom Deutschen Dolksbund für Steier mark. Der Deutsche VolkSbund für Stt'ermark nimmt schon zu Beginn seiner Tätigkeit eine Ent-Wicklung, die zu den schönsten Hoffnungen berechtigt. Täglich laufen aus allen Teilen Sleiermar!« und au« allen Gesellschaftskreisen Beitrittsanmeldungen ein. Auch für die Versammlung gibt sich lebhaftes In-te'ejse kund. AuS allen Teilen des Landes laufen Ansuchen um die Abhaltung von Wanderversamm-lungcn ein. Vorn Deutschen Volksrat sür Untersteier-ma»k wurden alS Vertreter der Stadt Marburg im Bundesrate die Herren Rcichsralsabgeordneter Hein-rich Wastian und RechtSanwalt Dr. Lorber genannt. Die Ausnahme dieser Herren wurde in der letzten Bundevleitungs-Sitzung unter Beisall einhellig be-schlössen. Evangelische Gemeinde. Morgen Tonn-tag findet in der Ehriituskiich« um 10 Uhr vormittags der öffentliche Gemeindegoilesdienst, um 11 Uhr ein KtndergotteSdienst statt. Am Montag abend treffen sich Glaubensgenossen im Sonderzimmer deS Hotel Eizherzog Johann. Am DienStag nachmittag um 4 Uhr ist im Gemeindesaale eine Nähstunde deS Evangelischen Frauenvereins, in welcher Pfarrer May einen Vortrag hallen wird über „Wie sollen wir unsere Kinder strafen?" Am nächsten Samstag um 5 Uhr nachmittags Versammlung deS Mädchen» bundes mit einem Vortrag über „Die Wissenschaft im Lichte der Ethik". Heute Herbstliedertasel des Cilli« Män-nergesangvereines um 8 Uhr abendS im kleinen Saale deS Deutschen Hauses. Benefizkonzert. Sonntag den 1. Dezember findet im Deutschen Hause das erste Benefizkonzert des Musikdirektors Herrn J.C.Richter statt. Die Vor-tragsordnung enthält unter anderen Novitäten von heimischen Komponisten, wie Rieding: Ungarische Rhapsodie für Violine mit Orchester, ein von Direk-tor Richter zusammengestelltes Potpourri auS Dr. FreybergerS Operette „Fatal"; einen sehr effektvollen Walzer von Eduard Jnterberger; Fantasie auS der Oper „Der fliegende Holländer" von R. Wagner; Szenen auS der Oper „Der Evangelimann" von Kienzl; Rossini» „Tell Ouverture"; „Junge Mäd-chen tanzen gern", Walzer aus der Operette .Der Frauenfnsser". Mehrere heimische und auswärtige Dilettanten haben bereitwilligst ihre Mitwirkung zu-gesagt und wird außerdem die vollstän»ige Cillier Musikvereinskapelle durch Musiker von Graz und Marburg verstärkt sein. Am 12. 12. 12 Weihnachtsfeier des HauS-orchesters deS Cillier Männergesangvereines im Deut« schen Hause. Alles Nähere nächste Nummer. Cillier Turnverein. Die Julseier des Cillier Turnvereines findet nicht, wie irrtümlich be-richtet wurde, am 15., sonder» schon SamStag den 14. Dezember statt. Bei derselben wird Herr Land-tagSabgeordneler Dr. Eugen Negri in liebenswürdiger Weife die Festrede halten. Don unserer Schaubühne. Mittwoch den 27. d. gelangt die Lustspielneuheit „Die fünf Frank-surter" von Karl Rößler zur Erstausführung. Dieses lustige Werk geht in einem wahren Siegeszuge über alle deutschen Bühnen und ist überall ein Zug- und Kasfeustück ersten RangeS. Der Erfolg des Stückes dürfte sich auch in Cilli einstellen. MLnnergesangverein Liederkranz. Zu m selben Lokale einen öffentlichen Vortrag über den Zufammenbruch der Türkei hallen. vorfichtsmahregeln gegen die Ein-schleppung der Cholera. Anläßlich des ge-häuften Auftreten« von Cholerafällen in Konstantinopel und Umgebung hat der Minister des Innern die Ueberwachung des Reifeverkehres sowie des WarenoerkehreS aus der europäischen Türkei neuer-dingS angeordnet. Desgleichen hat die Eeebehörde in Trieft die erforderlichen Schutzmaßnahmen^ gegen-über Herkünften aus türkischen Häfen getroffen. Verhaftung eines Schwindlers. In Hrastnigg wurde am 20. d. der Studierende Rolf Baeran aus Brünn wegen Zechprellerei durch die Gendarmerie verhaftet und dem KreiSgerichte Cilli eingeliefert. Er wird auch beschuldigt, dem Beamten der Agramer Zichorienbank Josef Oblak einen Be-trag von 509 Kronen herausgeschwindelt zu haben, indem er angab, daß er von Bavon von Branyczany, bei dem er als Hauslehrer tätig war, ein Guthaben von 12.000 Kronen zu fordern habe und diese« Guthaben dem Oblak zedierte. ES stellte sich heraus, daß dieses Guthaben fingiert war. Baeran, der vor einigen Jahren auch in Cilli als Hauslehrer be-schästigt war und sich auch als Doktor der Philosophie ausgab, flammt auS einer angesehenen Brünner Familie und ist ein Bruder des mährischen Land-tagsabgeordneten Baeran. Nach vier Iahren eines Einbruch«» überwiesen. Man schreibt auS Drachenburg: Im Jahre 1908 wurden dem Besitzer Anton Hrastnik in Repuk von einem Einbrecher 800 K. gestohlen. Als Täter nahm man eine.i Besitzer in der Umge-bung in Haft, der aber nach längerer Zeit, als uch seine Schuldlofigkeit herausstellte, wieder enthaftet wurde. Kürzlich kam eS zwischen den BesitzerSltuten Franz und Helene Zebic in Laakdorf zu AuSein-anderfetzungen, in deren Verlauf die Frau ihren Mann des Einbruchsdicbstahl» bei Hrastnik beschul« digte. DieS kam auf Umwegen zur Kenntnis der Behörde. Brand. Am 17. d. früh brannte die dem Johann Petras gehörige Bretterfäge in St. Peter ftn Sonntale samt dem dabei lagernden Holz nieder. Der Brandschaden wird auf mehrere tausend Kronen be-ziffert. dem eine Versicherungssumme von 2000 K. gegenübersteht. Das Feuer kam in der Kammer zum Auibruche, di« der Säger Franz Bertacnik bis zum Vortage mit feiner Familie als vorübergehenden Wohnraum benützt hatte. Jagd auf Wildschützen. Im Jagdreviere Kozuh in Trennenberg wurde schon feit längerer Heil wahrgenommen, daß darin Wilddiebe ihr Un-wesen treiben. Am 18. d. gelang es nun dem Jagd« auffeher, die Baueissöhne Michael und Franz Po-dergais auf frischer Tat zu ertappen. Sie hatten be-reits eine Jagdbeule von zehn Fasanen und Red-hühnern gemacht. Sie schössen auf daS Aufsichtßor-gan und als sie sahen, daß ihre Schüffe das Ziel nicht erreichten, flohen sie, da sie keiue Munition «ehr hatten. Seite 4 C«J» Rummer 94 Schaullühnr. .,All. Wit n". Operette in drei Akte» von Griitav Kadeldurg und Julius Wilhelm, Musik »ach Moiivcn von Josef Lanner. Der alte Lanner mit seinen frischen ewigjungen Weisen in einer — Op ettcnnovitätl Es klingt fast paradox und doch ist t»er Gedanke ein sehr glücklicher. Diese prächtige Mn>lk kann selbst durch die dümmste Handlung nicht uma. bracht werden. Alle, die am Mittwoch unser Thäter bis zum letzten Platze füllten, gerieten durch die liebe Lannersche Musik in eine so frohe Stimmung, daß sie über die Zumutungen der Handlung nur sehr vergnügt und herzlich lachten: es war ei» U»i rhaitungeabrnd von seltener Güte. Im Mittel« pu> kl des ZntercsjeS stand die Darstelle»in der Lini Stöckl, Fiäulein Hedi Lambauer, die in köstlichem Lied und Spiel von Uebermut und Lustigkeit sörm-lich übersprudelte und die Zuschauer wiederholt zu stürmischem Beisall hinriß. Der glänzende Erfolg, den diese so sympathische Künstlerin erzielte, hätte nichts eingebüßt, wenn sie etwas weniger verschwen-derisch mir den mittleren Partien ihrer anmutigen Ge-talt agiert hätte. Ihr Partner, Herr Rolf Berko (Franz Stelz«), stellte sich mit sicherem, lebhaften Spiele ebenbürtig an ihre Seite. Ene der besten Figuren deS Abends war Herr Twerdy (Nußberger), der es vorzüglich verstand, fein drastilches Spiel in den Grenzen des Möglichen unv wirksamster Komik zu halten. Die Herren ZoreS (stöckl) unv Felix (Graf) sowie Fräulein Falkenstein (Gräfin Philo-mene) spielten sehr brav. Prohaska (Herr Grüne) wurde mit lebhaften Zurufen „Da ist er jal" vom Publikum freudig begrüßt. Die vorzügliche Aufführn» g ist nicht zuletzt ein Verdienst deS Herrn Musik-ltitecs Zosef Hager sowie der Regie (Herr Äerko). Da» Haus war ausverkauft. «JfosiM und Dichtung im öfter-reichischen Formärz (Schluß.) Mit ähnlicher Unreife standen die politischen Dichter des Bormärz den sozialen Problemen gegen-über, die sich nicht mehr übersehen ließen. Trotz aller Bemühungen der Regierung, die materielle Wohlfahrt der Untertanen zu fördern und dadurch die Aufmerksamkeit von den politischen Fragen ab-zulenken, spitzten sich die sozialen Verhältnisse in den letzten Jahren vor dem Ausbruche der Revolu-tion immer mehr zur Katastrophe zu. Die Lage de-> Bauernstandes war unerträglich. Das Handwerk litt unter den veralterten Zunsteinrichtungen, die es unfähig machten, mit der emporstrebenden In-dvstrie zu konkurrieren. Die Industrie fand sich ihrerseits wieder durch die beständige Bevormundung von ob«» und den Mangel an Verkehrsmitteln ge« hemmt. Es bildete sich ein Arbeiterproletariat, dessen Lage jammervoll war. In England und Frankreich war man schon zu Ansang des Jahrhunderts aus diese Verhältnisse aufmerksam geworden und in Frankreich wurde Saint-Simon im zweiten Jahr« hundert zum Begründer der ersten sozialistischen Theorien. In Oesterreich traten diese Probleme erst in den Vierzigerjahren, in denen eS schon zu ver« einzelien Arbeiterrevolten kam, gefahrdrohend hervor und finden fofort ein Echo in der Dichtung. Aus dem Gefühle tiefsten Mitleids mit den „Enterbten" entstanden Alfred Meißners sozialistische „Gedichte" (1845 sf.) und Karl Becks „Lieder vom armen Mann" (1846). Grausige Bilder städtischen und ländlichen Elends werden entrovrsen. Daß aber die Proleiarisierung breiter Bevölkerungsgeschichten durch ein eherne« Gesetz herbeigeführt werde, das kein Emzelwille aufheben könne, dafür mangelte den Dichtern das Verständnis. Beck war ganz ernsthaft der Meinung, daß alles Elend durch etwas Opfer-Willigkeit der Reichen aus der Welt geschafft werden könnte und widmete seine „Lieder vom armen Mann" ironisch dem Hause Rothschild, um es an seine Pflicht zu mahnen. Es ist bekannt, daß die Prole« tarier im Jahre l848 auch in Wien schon eine ganz ansehnliche Rolle spielen; aber man lese das „Pro-letarierlied' dieser Sammlung, und man wird staunen, wie harmlos-gemütlich, wie wenig klaffen« bewußt der Proletarier des Vormärz feine Lage auffaßt. Mit dem Elend des ländlichen Proletariat« — und in der Zeit der Robott kann man wohl von einem solchen sprechen — besaßt sich nur Karl Beck, und er denkt nnr an den ungarischen Bauer. Wie ein vergewaltigter „Untertan" an seinem Gutsherrn Rache übt, um dann selbst elend zu Gründe zu gehen, hat er in dem Verschen „Jankä der Roßhirt" (1841) dargestellt. Sonst sanden die Bauern unter den städtischen Dichtern keine Sprecher; zum Glück erstand ihnen 1848 in HanS südlich ein Bauernsproß, der ihre Sache in wirksamer Prosa führte. Es interessiert vielleicht in den Tagen nie enden-wollender Diskussionen der Dienstpragmatik zu hörui, daß anch die Beamtenfrage schon im Vormärz als bittere Kalamität empfunden wurde. Ein Lied „Was ist ein Beamter?" aus dem Jahre 1848 könnte mit geringen Aenderungen des Zeitkolorits heute ge-schrieben sein. Schroff, wie heute, stehen sich in der politi« schen Lyrik des Vormärz die Meinungen über die Judknfrage gegenüber. Im Sinne der Zeit ist die Judcnfrage für die liberalen Dichter eine reine Prinzipienfrage. Es fiel ihnen gar nicht ein, die Juden von den übrigen Deutschen zu scheiden; ja, seine besonderen Schicksale umwoben dieses Volk mit einem romantischen Schimmer. Der „Juden-schmerz" ist, wie etwa der Polenschmerz, ei» hoch' poetisches Motiv, das auch nichtjüdische Dichter er« greif». Aber anch der Standpunkt des Aittisemitis-muS findet unter den politischen Dichtern des Bor-märz einen Vertreter, wenn auch nur einen ein-zigen; es ist Sebastian Brunuer, der streitbare Kooperator von Altlerchenfeld, der einzige bedeutende Vertreter der konservativen Prinzipien, der es als seine Lebensaufgabe betrachtete, nachzuweisen, daß die liberalen Ideen zur Zerstörung jeder Autorität und daher geradenwegs zur Anarchie führen. Die Anwälte dieser verderblichen Ideen sind ihm eben die Heimallosen Juden, die es darauf angelegt haben, die christlichen Völker auSzusaugen und zu ruinieren. Diesen Standpunkt verteidigt er mit einem unge-mein derben, aber mitunter scharf treffenden Witz. Seine urwüchsige Grobheit sticht von der virtuosen-haften Eleganz der liberalen Dichter seltsam ab. Auch wer seine Ansichten ganz und gar nicht teilt, wird zugeben müssen, daß seine Kritik oft tief schürft. Er darf im Bilde der politische» Lyrik deS Vormärz nicht fehlen Es ist das eigentlich Charakteristische an dieser politischen Lyrik, daß jede Frage unter dem Gesichts-winkel einer allgemeinen „Idee" betrachtet wird. Das gibt dieser Dichtung einen Zug von hoch-fliegendem Idealismus, der bei aller Unreife in der Beurteilung rein praktischer Probleme auch heute noch erhebend wirkt. Diesen Männern war der Kamps gegen eine bestimmte RegieruuzSform eben nicht eine praktische Augelegenheit, die man nüchtern behandeln muß, sondern eine große Menschheits-frage, eine Episode in dem uralten Kampf des Lichtes gegen die Finsternis, und sie selbst fühlten sich dadurch geadelt, daß sie Kämpfer sür das Licht sein dursten, Genossen aller großen Reformatoren der Geschichte. Dieses Gefühl gab ihren Reden und Dichtungen einen stolzen Schwung Daß daS Licht schließlich über die Finsternis siegen müsse, war ihnen keine Frage, und man kann es verstehen, daß die Harthörigkeit der Regierung sie zu immer wilde-rem Radikalismus trieb. Viele mußten vor der Zensur ins Ausland flüchten. Im Exil wuchs die Erbitterung. Von der vertrauensvollen Bitte um Reformen schritt man fort zu Forderungen und immer deutlicheren Drohungen. DaS Gefühl, daß eS zur Revolution kommen müsse, war allgemein, denn die Dichter ollee Parteirichtungen prophezeien sie, viele glauben den völligen Untergang Oester-reichs nahe. Einzig und allein die Regierung blieb ahnungslos. Die gleiche Entwicklung läßt sich dann im Revolutionsjahr selbst beobachten. Als die Re-gierung Miene machte, die gegebenen Versprechungen zurückzuziehen, schlug die Mäßigung der Märztage rasch in einen verhängnisvollen Radikalismus um. der nur in der Forderung der demokratischen Re« publik Genüge fand, ohne sich darüber Bedenken zu machen, ob für Oesterreich mit seinen zahlreichen und aus verschiedenen Stufen der Kultur stehenden Nationen die StaatSreform oder Republik über« Haupt denkbar fei. So verloren die Männer der Revolution den Boden der Realität nnter den Füßen und gaben der Reaktion die erwünschten Handhaben. Ein einziger unter den österreichischen Dichtern erkannte die Gefahr dieser Art deS politischen Denkens: Grill parzer, der auch hier um mehr als Haupteslänge über die Masse emporragt. Ein leiden« schaftlicher Patriot, hat er alle politischen Schick-schale seine« Baterlandes mit scharfem Blick ver« folgt und den wechselnden Stimmungen und Ge-danken gern dichterischen Ausdruck gegeben, ohne sie aber bei seiner eigentümlichen Scheu vor der Oeffcntlichkeit und — man muß es auch sagen — bei seiner Mißachtung gegen das Durchschnitts-Publikum d.m Druck zu übergebe». Er haßte das „System'" nicht nur, weil eS schlecht war. sondern weil es ein System war, und ein System die» jeuigen, die daran glauben, blind für die Bedürf-nisse der Wirklichkeit macht. Dem „Prinzip" der Legitimität zuliebe gab Metlernich die wichtigsten Interessen aus dem Balkan und im deutschen Bunde preis, ein „Don Qnixote der Legitimität", wie Grillparzer ihn nennt. Die Liberalen aber dachten in ihrer Art nicht minder doktrinär als Metternich nnd Grillparzer hat sich mit ihnen nie identifiziert. Eindringlich warnt er in dem Gedichte, in dem ee die Märzbewegung begrüßt, vor blindem Doktrinarismus. Seine Stimme verhallte, die radikalen Theoretiker gewannen die Oberhand und Oesterreich schien in Trümmer zu gehen. Da trat der Dichter abermals aus feiner Vereinsamung heraus und mahnte in dem machtvollen Aufruf „An Feldmarschall Radetzky" zur Einigkeit und schleuderte ein Verdammniigsurteil gegen die blindwütiger. Radi kalen. Er mußte dulden, daß man reaktionär schall, was eine Mahnung war, sich aus die Pflicht der Selbsterhaltung zu besinnen; daß er mit den Reak-tionären nichts zu tun haben wollte, hat er in Wort und Tat vorher und nachher unzweifelhaft dargetan. Doch dauerte es noch lange, bis die Deutschen Grillparzer« Mahnung, reale Politik zu treiben, statt PhantaSmen nachzujagen, verstanden und befolgten. Vermischtes. Der Balkankrieg und die Pariser Schneider Der Krieg der Balkanvölker hat auf die Pariser Mode einen bösen Einfluß ausgeübt. Seit dem Abbruch der diplomatischen Beziehungen befinden sich die großen Schneiderfirmen in peinlicher Verlegenheit, da sie beim besten Willen die Aufträge ihrer vornehmen Kundschaft nicht aussüli re» können. In normalen Zeiten sind nämlich »>ii der Seine gegen 4000 Zuschneider und sonstige Künstler der Nadel beschäftigt, deren Wiege in Bul garieu oder Serbien gestanden hat. Infolge der Mobilmachung sind sie nun alle in ihre Heimat ab gereist und die Parifer Meister haben das Nachsehet» Ihre Gehilfen sind unterdeffen als Kriegshelden in Uesküb eingezogen oder befinden sich auf dem Wege nach Konstantinopel. Die Langlebigkeit der Balkanvöl-k e r. Nach einer in der „Libertö" veröffentlichten Aufstellung lebten am 31. Dezember 1911 in Europa mehr als 7000 Personen, die das 100. Lc benSjahr überschritten hatten. Wie auS der nach stehend mitgeteilten Einzelstatistik erhellt, sind Nxbei die hochkultivierten wohlhabenden Länder am ungünstigsten gestellt. Die Führung in der Zahl der Hun-dertjährigen hat Bulgarien mit 3888, es folgen Ru-mänien mit 1704 und Serbien mit 573. Demgegen über zählt Spanien 4l0 und Frankreich 213. Es folgen Oesterreich Ungarn mit 113, Italien mit 97, England mit 92, Rußland mit 13; Deutschland, Belgien, die Schweiz und die skandinavischen Staa ten stehen weit zurück. Ja, Dänemark hat über Haupt nur 2 Hundertjährige auszuweisen. Man sieht daraus, daß die Balkanstaaten, wo Kriege und MenscheuschlSchlereien von jeher zur Tagesordnung gehörten, in Europa den Boden bilden, der die be-gründetste Aussicht auf Erreichnng eines hohen Alters bietet. Der türkische Beamte. Ein prächtiges Seitenstück zu dem türkischen Bauern, von dessen rührender Anspruchslosigkeit kürzlich zu lesen war, bildet der türkische Beamte. „Adschiletme!" („Nur nicht eilig!") In sast unnatürlicher Ruhe, stunde,, lang auf dem Diwan kauernd und in den blauen Dunst seiner Zigarette starrend, kann man ihn über< all im wunderlichen Lande deS Propheten beobachten. Dann wieder schwatzend, ruhmredig gestikulierend, und — arbeitend. Aber nicht lange! Ich hatte auf dem deutschen Konsulat in Konstantinopel — so schreibt ein Leipziger — meine in französischer Sprache ausgefertigte Anweisung auf einen türkischen Reisepaß in Empfang genommen und be-gab mich damit zur türkischen Hauptpolizei in Stam dul. Bor den Toren dieses alten Gebäudes riß sich ein halbes Dutzend höchst fragwürdiger Gestalten um mich, um mir gegen einen kleinen Backfchifch das „Tezkere" zu besorgen. Ich hatte aber keine Nov.»;t §4 Ifuirdte Wacht *t o Neigung, mein wertvolles. französische» Dokument aus der Hand zu geben mit) snchle mir mit achtungsvoller Geduld selbst die Ausfertigungsstclle. Da saßen sie nun, die EffeudiS. aus niedrigen Schemeln, den Fez keck aus dem kurzgeschorenen Haupte, in ihrer Uniform wie preußische Eisenbahnschaffner, und — rauchten, während ihr unaufhörliches (äe< schwätz den kahlen Raum erfüllte. Einige schrieben, das Papier mit dcm linken Handteller auf den Kuien stützend, mit einem Federkiel ihre türkischen Kräbenfühe. Ich gab meine Anweisung ab, ließ »ich auf einer grüngestrichenen Bank nieder und wartete ... wartete, auch mit unnatürlicher Ruhe. Endlich hörte ich in dem Stimmengewirr einen Raum, rufe», den ich mit einiger Phantasie für mei° »en übrigens gut deutschen Familiennamen halten konnte. Ich war glücklich, einen leicht auszusprechen-Den Bornamen zu besitzen, sonst hätte die Festste!» hing meiner Identität noch eine Weile gedauert, so bezahlte ich aufatmend und ging, während der Kawedschi (Kaffeesieder) bei den srendestrahlenden Beamten von neuem duftenden Mokka herumreichte, den sie andächtig schlürften. Nach der Meinung der Türken stammt die Eile vom Satan. Daher fagt der strenggläubige Muselmann: „Adschilitme!" — „Nur nicht eilig!" Ein Dumadeputierter als Räuber-hauptmanu. Die Petersburger Geheimpolizei verhaftete vor einiger Zeit den ehemaligen Deputierten der zweiten Duma KuSnezow, nachdem festgestellt worden war. daß KuSnezow der Hauptmann einer Einbrecher» und Diebesbande in Petersburg war, die in'großem Stile operierte Der unlängst ausge« führte Einbruch in das Hauskontor des Grafen Slraganow, wobei 80.000 Rubel geraubt wurden und umfangreiche Diebstähle in den Kronverwal-luiigskassen sowie in Privathäuseru werde» Kusne-zow und seiner Bande zur Last gelegt. KuSnezow war in der zweiten Duma Deputierter deS Bauern-gouvernements Troer. Außer ihm wurde ein Teil feiner Bande verhaftet. Die geduzten Dienstmädchen. In Frankreich ist es Mode geworden, wie auch vielfach in Wien, die Dienstmädchen zn duzen. Manrice Prax macht diese Mode im „Matin" zum Gegen-stand einer drolligen Plauderei: „Die jungen Damen, die man Dienstmädchen nennt, sind nicht zufrieden," schreibt er. „Sine neue Mode, eine böse Mode, die der längst verflossenen Zeit der Unkultur und der Sklaverei würdig ist, fugt ihnen jeden Tag einen tödlichen Schimpf zu: ihre Herrinnen dnzen sie... Wohlverstanden: sie erlanben sich eine solche Ver-traulichkeit nicht etwa aus Freundschaft und nicht im Verkehr mit alten Dienerinnen des Hauses, die fast zn Freundinnen und Vertrauten geworden sind. Nein? Die jungen Dämchen der guten Gesellichast halten es gegenwärtig für schick, zu ihren Zofen und Dienstmädchen „du" zu sagen. Ei, ei! Leben wir nicht in einer Republik? Aber man nennt Re« publik heutzutage ein Laud, in welchem die Salons Empire, die Speisezimmer LouiS XVI., die Bilder Louis XV., die Schlösser Louis XIII. sind. Auch die Dienstboten sollen fortan Louis XVI. oder gar Louis XI. werden. „Nichtsnutz, Schmutzfink, Sklavin," sagt die neunzehnjährige kleine Gräfin, ..bring' mir mein warmes Wasser . . ." Und das gut erzogene Dienstmädchen muß antworten: „Sofort, gnädige Lira» . . ." Und dann hat sie in der höflichsten Weife den Befehl auszuführen. Ach! Liebste, es ist so amüsant, seine Dienstboten zu duzen! Die Dienst-mädchen aber wollen gar nicht in Frankreichs Ge-schichte so hoch aufwärts steigen; ihr kleine» Jahr« hundert, das zwanzigste, genügt ihnen, und sie sind der Ansicht, daß ihre Herrinnen zu ihnen sehr gut ..vouS" sagen könnten, wie zu ihren kleinen Pint« schern oder zu ihren siamesischen Katzen. In den vornehmen Stadtteilen habe ich mich lange mit den .innen Dienstmädchen unterhalten. Und ich habe sie richt geduzt, weil ich ein viel zu höflicher Mensch bin . . . „Wir find untertänig," sagten mir die bescheidenen Dienstmädchen. „Wir wissen die Distanzen zu wahren, wissen, was sich schickt, und sprechen, um unseren Herrinnen unseren Respekt zu zeigen, zu ihnen immer nur in der dritten Person. Aber warum müssen wir unS duzen lassen?" Eine große Frau, mit einem Anflug von Schnurrbart und stark wie ein Türke vor dem Kriege, sagte zu mir: „Ich bin dreißig Jahre alt, mein Herr. Und ich trat gestern in die Dienste eines Weibchen« von achtzehn Jahren, das soeben erst von der Hochzeitsreise zurückgekehrt ist. „Ich will Sie nehmen, mein Kind," erklärte mir das Kleinchen, „aber ich sage Ihnen bald, daß ich Sie zu duzen gedenke." Und sie sagte schon ein paar Minuten später zu mir »du": „Hierher komm', tu' daS, bring' mir da» ..." Das mag das Frauchen sehr amüsiert haben; mir aber ist eS peinlich . . Ich beschloß, die armen Dienstmädchen zu rächen. Und als gestern abends die kleine Gräfin von Sanzmon in meiner Gegen-wart ihr Dienstmädchen duzte, sagte ich ganz unbe-fangen: „Sie haben jetzt wohl Verwandte als Dienstmädchen, teuerste Gräfin?" — „Wieso? . . . Wie meinen Sie das?" fragte die Gräfin, indem sie vor Zorn oder Verlegenheit errötete. — „Ach! ich meinte nur so!" erwiderte ich. „Wenn dieses Dienst-mädchen nicht eine Ihrer armen Basen oder eine Ihrer Nichten wäre, würden Sie sich wohl kaum erlauben, es zu duzen . . . Dafür sind Sie doch viel zu gut erzogen . . N«r fl.i roll rf rxrMu X? — «lern ri« irr — «i. Kenn» .« hei» •Im SMWbfcn Verinürens verträgst So gut und heilkräftig der gewöhnliche Lebertran an und für sich unbestritten ist. so kann doch nicht geleugnet werden, dass die Mehrzahl der Menschen, und zwar Kinder wie Erwachsene. ihn seines Geruches und Geschmackes wegen einfach nicht nehmen können. Scotts Lebertran - Emulsion hingegen, worin die Eigenschaften und Werte des Lebertrans noch durch Zusätze verbessert sind, wird von den meisten Metischen ohne weiteres gern genommen und auch bei längstem Gebrauche gut Dreimai täglich Scotts Emulsion längere Zeit regelmässig genommen, verwandelt blasse, keine rechte Exslus. zeigende Kinder in muntere, fröhliche Gesehöpfchen. Bf""1 Etata«! vrrl-iiic -\-n ausdrücklich Scotts Emulsion. E» Ist die Marke «Seot; wclcbe, seit Ober 35 Jahren eiruciülui. für die CQtc and Wirkung Hirjcl. P»i» // Blätter zur Unterhaltung nnd Belehrung für Haus und Familie. $0Kaia<<30riIag< bet „Deutsche» Wacht" in Eilli. Nr. 47 .Di« ©Abwarf erschein! jeden Sonnmg als unentgeltliche Beilage für die &i«> der ^Deutschen Wachte — Sinieln ist „Die Südmart" nicht käuflich tAachdrmt verdaten.) Ver Wegimentsöall. „Gestatten. gnädige» Fräulein, daß ich Sie am Ballabend abhole? Ja? Tausend Dank. Welche Blumen darf ich Ihnen bringen? Rosen? Stosen ist Ihre Liedlingsblumc? Punkt 8 Uhr weide ich mit dem Wagen vor'ahren. Also ans Wiedersehen, mein gnädig»« Fiäulein, — auf ein nohcs Wieder, sehen 1" „Süßes, liebes Ding," flüstert? Leutnant vou Gerlach im Weiterschrciten, »ud im Gcistc fall er Ilse Wernau in ihrer rosigen Verwirrung, bev hol* den Unberührtheit ihrer siebzehn Lenze. Ihr Pater, der Major Werna», war sei» Voi-gesetzter gewesen; der Tod hatte ihn heimgeholt, noch bevor sein Töchterchen erblüht war. Leutnant von Gerlach war der Maitre de plai-sir der diesjährigen winterliche» Tanzsaison, der ersten sür Ilse Wernan und der Zusall hatte eS gefügt, daß Gerlach ihr erster Tänzer gewesen. Und hierbei war eS dem Verwöhnten und Franenkenner passiert, daß er sein He»z an das junge Kind ver> loren. Wenn er die» jetzt bedachte und erwog, daß der verstorbene Major Wernau ihm sehr wohlgesinnt gewesen, daß die Frau Major liebenswürdig gegen ihn war nnd die Verhältnisse bei Wernaus die be-sten, was bei ihm alle.ings, da er selbst reich »var, nicht in Betracht kam, so braucht: er nnr die Hand auszustrecken, sich das Glück einzuholen, denn daß er Ilse gefiel, da« las er ihr ja von dem süßrn, kindlichen Gesicht Aber daS genügte ihm nicht. Obgleich leicht-lebig und lebenslustig, stellte er an die Ehe doch j,emlich hohe Forderungen, Würde das flüchtige Ge« sallcn, das er vielleicht in dem jungen Mädchenhcr« zen eriveckt, ausreichen sür ein ganzes Leben? Nur keine enttäuschte Fran, die ihr Herz viel-leicht zu spät entdeckte, sein eigen nennen. Was wußte Ilse Wernau denn schon vou Lieb«? Ja, wenn er erproben könnte, wie tics ihr Gefühl sür ihn wurzelte? Aber wie nur, wie? „Gerlach, sind Sie's? FamoS, daß ich Sie treffe!" rief in diesem Augenblick eine Stimme. Sich umwendend, sah dcr Leutnant den Flicgeroffizier, Leutnant Heilbeck, dastehe». Heilbeck, der jüngst mit seinem Eindecker den Weltrekord sür die größte an einem Tag zurück-gelegte Strecke geschlagen, war ein guter Bekannter Gerlach« ; lächelnd schüttelten sie sich jetzt die Hände. „Heraus mit der Sprache, Heilbeck! Galt das Prädikat eben meiner Person, oder irgend einem Hintergedanken", sprudelte Gerlach. „Sie haben ein schneidige« Ahnuugsvermögen, Gerlach! Na also, daß mein Flugzeug brillant fliegt, ist ja bewiesen, und Sie hatten ja Lust, 'mal mitzufahren. Sonnabend steige ich wieder auf —." „Sonnabend — den zwanzigsten?" „Stimmt." „Da haben wir RegimentSball —." „Wird auch ohne Sie gehen — „Fehlgeschossen. Ich bin Vortänzer „Das Amt übertragen Sie einem andere». Uebtrlassen Sie es den Kameraden, im Tanz dahin-zufliegen — fliegen Sie nur mit mir in die Luft ha, haha!" Ein heranfausendes Auto übertönte die Ant-wort Gerlachs . . . In den behaglich anSgestatteten Wohnräumen der verwitweten Frau Major Wernau brannte da« Gaslicht und bestrahlte Ilse« schlanke reizende Ge-stalt in dem dustige» «leid von Seidengaze. Enl^ zückend natürlich hängt ein Büschel Moo«rosen an dem Ausschnitt des Kleide«: ein feine« Goldkettchen um den blütenjnngen Hals, da» ist dcr einzige Schmuck, den Ilse trägt „Deine Jugend ist Dein i schönster Schmuck. Kind, — die Juwelen überlaß 2 betn reiferen Alter . . hatte die Majorin ent-schiede». „Gnädige» Fräulein sehe», reizend a«»!" ver-sicherte die Jungfer. „Nun noch Handschuhe und Fächer . . und eilfertig huschte da» Mädchen in JlseS kleine» Boudoir, die Gegenstände zu holen. „Und — seine — Rosen," flüsterte währciid« de« Ilse, und ein süße«, erwartungsvolle» Lächeln umspielte ihren Mund. Ob „Er" sie anch reizend finden würde? ES war ihr. als hätte sie sich einzig nur für Gerlach geschmückt. Mit seliger Ungeduld hatte sie die Tage und Stunden gezählt bis zum Ball, Und nun, da nur noch zehn Minuten an der Zeit fehlten, wo der Leutnant eintreffen würde, nun schlug ihr da» Herz, al» gelte e» einer wichtigen Entscheidung. O, sie dumme» Ding I Ein paar won-nige Ball stunden und dann ? Dann würde ihr da« Herz vielleicht ebenso wehe tun, wie der Hilde Denk-wart, welche der Oberleutnant Laschkow so ange-schwärmt hatte, und der dann plötzlich abgeschwenkt ivar nnd sich ml« der reichen Bankierstochter verlobt hatte —. „Ilse, bist Du fertig? SS schlägt acht, «er-lach wird gleich hier fein." »Ja, Mama.' Die Majorin war in« Zimmer gerauscht. Sie war eine stattliche Vierzigerin, der die grauseidene GesellschastSrobe vorzüglich stand. .Mutti/ — Ilse drückte ihre heiße Wange an die Mutter — „ich bin so aufgeregt, — Du glaubst gar nicht wie — .Ballfieder. Liebling. Uebrigen« siehst Du rei* zend au». Mauerblümchen wirst Du jedenfalls nicht sein. Minna — da» Spritzflacon!" Die Jungfer brachte e». Während die Majo« nn Hände und Arme parfümierte, und darauf die langen weißen Glace» überstreifte, flog ihr Blick zur Stutzuhr. ..Schon fünf Minuten nach. Wo nur der Herr Leutnant bleibt —." Auch sie wac erregt, wie jede Mutter, die ihre Tochter auf den Ball führt Zudem war sie selbst »och in einem Alter, wo Frauen noch eine Rolle spielen in der Gesellschaft. Die Ballmutter läßt sich schwer mit dieser Rolle vereinen. Dazu würde noch die Rolle der Schwiegermutter kommen, — Leut-»ant von Gerlach schien ja ernstliche Absichten zu habe». Vielleicht würde e« heute bereit» zur Entscheidung kommen. Da» schien in der Tat so, nur in entgegenge-setzter Weise, al» die Majorin gedacht. E» wurde zehn Minuten nach, e» wurde einviertel nach acht Uhr — Gerlach kam nicht. Die Majorin war einsach sprachlos; sie wußte nicht, wa« sie von dem Leutnant denken sollte; sür ein derartige», unerhörtes Betragen gab e» Worte überhaupt nicht. War e« denkbar? Gerlach blieb au»? Ohne Entschuldigung? Er ließ die Frau und Tochter seine» ehemaligen Borgesetzten nicht nur war ten. — er ließ sie im Stich! Ilse fieberte bereit». Mit glühenden Wangen und tränendunklem Blick lauschte sie hinter dem Fenstervorhang auf jeden Wagen, der sich näherte und zuckte zusammen, sobald ein Räderrollen hörbar ward. Weshalb kam Gerlach nicht. Ilse war keine von den Stolzen, Trotzigen, die empört sich abwenden, sobald sie sich beleidigt fühlen. Ilse» zärtliche» Gemüt suchte und sand tausend Entschuldigungen sür den Wortbrüchigen, sand Gründe, die sein Kommen verhindert haben konnten. Schreckensbilder erstanden vor ihrer errege ten Phantasie. Am Ende war der Leutnant mlt dem Pferde gestürzt, lag bewußtlos. — denn nur sv konnte e» sich erklären, daß er auch nicht hatte ab sagen lassen. O mein Gott, welch' anallvolle Minuten! Wie würde das enden? Wenn doch die Mutter wenigsten« spräche! Jetzt tat sie e«. Sie befahl der Jungfer, eine Droschke zu h» len. Auf den Wangen der Majorin brannten zwei rote Flecken, al« sie zurückgerauscht kam. „Unerhört!" stieß sie hervor. „Gerlach muß den Beistand verloren haben — „Mama, er — „Schweig! Allein die Blamage vor den Dienst' boten! Und der Ball hat längst begonnen, wen« wir hinkommen! Nun wirst Du am Ende doch noch Mauerblümchen! Laß Dir nur um de« Himmel» willen nicht» merken, Ilse, verrate zu niemandem, welche Niederlage wir gehabt!" „Laß »in« Hierbleiben, Mama I" flehte diese, „Nein, da» würde zu Gerede Veranlassung geben, würde die ivahre Ursache vielleicht an» fischt ziehen Ein lieber Besuch hat die Verzögerung ver ursacht — sagst D«: wenn Du befragt wirst, Der Herr Leutnant von Gerlach existiert für »n» nicht mehr.--Nimm Dich zusammen. Ilse. — ich höre den Wagen vorfahren." E» war ein Blick de» Mitleids, den die Jung fer der davonrollenden Herrschaft nachsandte. „Na. die Bornehmen haben auch nicht wenig Aerger ein» einznschluckeu . . ." murmelte sie. Kaum war der Wagen im Äbenddnnkei ver 3 schwunden, al« bei Wernau» tiite Ordonanz aiemlo« anlangte und stürmisch die Klingel zog. Jubelnde, prickelnde Walzerklänge. Die Polo« naise war vorüber; jetzt drehten sich die Paare im Dreivierteltakt. Strahlender Lichterglanz umspielte die Marmor« faulen de« Saal« und alle die jungen, erhitzten, in Lebenslust strahlenden Gesichter. Die blitzenden Uni-formen, die eleganten und dnstige« Toiletten. Dazu Blumen- und ParsÜmduft, Lache» nnd Scherze» und Fächcrwehen. Es ist immer so ziemlich da«-selbe Bild, solch ei» Ballsaal, aber auch immer die« selbe Lust, wo junge Herzen schlage» und jimge Augen lachen. „Herr Oberleutnant Laschkow ist heute Bor« tänzer," belehrte der jüngste Leutnant seine Tänzerin, Ilse Wernau. die er nach ihrem Eintritt in den Saal sofort engagiert hatte. Mauerblümchen war Ilse also nicht geworden, aber der Glanz in ihren Augen hatte etuw« Strenges, Strahlende«, wie von ungeweinten Tränen. Doch ihr Mund lächelte, — es lernt sich schnell unter frohen, beobachtenden Augen, die MaSke des Frohsinn« zu tragen I Die Mutter, die ja Meisterin in der Berstellungskunst war, brauchte nicht z» bange», — niemand sollte ahnen, wie e« in ihr aussah. Und Ilse brachte eS sogar fertig, in diesem Augenblick zu lächeln, und ihre Stimme klang völlig harmlos, al« sie entgeg-nete: „Oberleutnant Laschkow? Wie kommt da«? Bortänzer war doch sonst der Herr Leutnant von Gerlach?" Ihr Tänzer schlug etwa« geziert die weifjbe-handschuhte» Hände ineinander: „Wissen gnädige« Fräulein denn noch gar nicht — ? Richtig, gnädige« Fräulein «rasen ja leider verspätet ein. Leutnant von Gerlach ist . . . Armer Kamerad.* „WaS ist mit ihm?" Ilse meinte, ihr Herz stehe still bei der Frage. Dcr junge Leutnant hob die Schultern. " „Genau bin ich selber nicht orientiert. Die Ge» schichte schwirrte ja gerade durch den Saal, al« gnädige« Fräulein eintraten. Und da —der Sprecher legte seine Hand ausS Herz —. „Ueber Ihrer Gegenwart, gnädiges Fräulein, versäumte ich, den Schluß zu hören.* »Ist Herrn vo» «erlach ein Unglück passiert?" Der junge McnSjünger streifte mit einem forschenden Blick seine Tänzerin: Zum Stix, der reizende Käfer schien sich ja sllr Serlach riesig zu in-teressieren I „Ein Unglück? Ich glaube ja. Leutnant von Gerlach soll mit dem Fliegerofsizier Heilbeck auf dessen Eindecker aufgestiegen sein —.* .Heute ?" „Gewiß — „Und Leutnant von Gerlach wußte doch, daß er Ballpslichten hatte —" stieß Ilse hervor. Wieder streifte ihr Tänzer sie forschend. „Dagegen ließe sich sage», daß Leutnant Ger-lach diese Pflichte» Laschkow übertragen hat. Aber — äh. wie ist denn da«?" unterbrach sich der Sprecher nnd tippte sich aus die Stirn — .Lasch» kow soll doch erst in zwölfter Stunde eingetreten sein? Demnach wäre ihm der Austrag erst dann geworden! Und dann ist da« Unglück doch auf der Rückfahrt von Marburg passiert, bei der Landung hier." „Ein Unglück? Welches Unglück I?" „Infolge einer zu scharsen Wendung ist ein Flügel gebrochen. Das Flugzeug soll in der Nähe der Ballonhalle etwa 50 Meter gefallen und Gerlach herauigestürzt sein — .Ist er tot!?" Zwei kleine bebende Hände umklammerte» den Arm de« jungen Leutnant«. Alles um sich her ver-gessend, blickte Ilse mit Augen, die verzehrende Angst spiegelten, zu diesem aus. „Ob Gerlach tot ist? Ich — ich weiß — nicht — ich glaube. Aber gnädige« Fräulein scheinen sehr erschrocken ... Ich bin untröstlich, wai ich ange-richtet !" «Ich kann Unglücke nicht gut hören, erklärte Ilse, sich gewaltsam beherrschend. „Wünschen gnädige« Fränlein vielleicht in drn Wintergarten zu gehen? Dort ist Ruhe." „Ach ja . . ." Dankbar sah sie ihn an. „Aber bitte, lassen Sie mich allein gehen — verleihen Sie, Herr Leutnant, aber — ich — ich erhole — mich — am ehesten, wenn ich mit mir — allein bin." Einem anderen sollte e« gelingen, e« dahin zu bringen; ohne ihn hätte Ilse, die kleine, liebende Ilse Wernau, ihre Fassung schwerlich wiedergefunden. Sie entsann sich später dunkel nur, wie sie in den Winterga'teu gelangt war. Vorüber an all Dui lachenden, plaudernden Menschcngruppen, an dem Schwärm der Tanzenden »nd den Walzerklängcn, die in diesen Minuten heißer HerzenSnot schmerz-haft ihr Ohr trafen. Nun, da sie die Gewißheit hatte, daß Gerlach ein Unglück geschehen, daß e? vielleicht gar tot war, nun erst wußte sie e«. wie sehr sie ihn liebte . . . Wurde da nicht eben sein Name genannt? Und nun ein Schwirre», ein Ueberbieten von Stimmen? 4 Aber »«in, das war sicher alles nur eine Einbildung ihrer erregten Sinne . . . Während sich hinter Ilse die Tiir des Wintergartens schloß, entstand im Saal eine Bewegung. Freudige Ausrufe, frohes Erstaunen und Glück« wünsche wurden laut. Der also Empfangene aber erstand es, sich den Anstürmungeu zu entziehe« und den Wintergarten zu erreichen, wo er Ilse Wernau hatte verschwinden sehen „Gnädiges Fräulein — Fräulein Ilse, können Sie mir verzeihen? Die Ordonanz. »oelche ich mit meinen Blumen und meinem Billet, das meine Ab-Haltung enthielt, zu Ihnen sandte, hat sie nicht mehr angetroffen! Ilse — liebe, liebe Ilse, was ist — ?" Wie entgeistert starrte sie ans Gerlach, der ge-fund nnd frisch vor ihr stand —. „Sie sind gar nicht tot — Sie leben!? Nun ist alles, alles gut!" Tränen erstickten den Jubelruf. Er fand ein Echo aus Gerlachs Munde. Der Leutnant erriet den Znsammenhang — die Prol>«, ob Ilse ihn ernstlich liebe, hatte der Zufall glänzend durchgeführt. Nicht zart und werbend — stürmisch, wie sein HerzeuSjubel es gebot, zog et sie an sich. „Ilse, liebes geliebtes Mädchen, wie konntest Du nur glauben, daß ich heute, wo ich Dich doch abholt«, heute, wo ich mir das Jawort von Deinen süßen Lippen holen wollte, eine Luftfahrt machen würde? Mein Better Gerlach auS Marburg ist von dort mit Heilbcckc- Eindecker hierhergefahreu, Leider ist dermalme Kerl bei der Landung schlecht davou-gekommen. Nach dem Absturz verlangte er, in dcr Meinung, sterl>en zu müssen, nach mir, letzte Grüße auszutrag«». DieS war gerade zu dcr Zeit, als ich Dich zum Ball abholen wollte. Ich sandte daher die Ordonanz, denn dem Ruf deS Berunglücktcn mußte ich doch folgen. Gottlob ist eS mit Gerlach nicht so schlimm, al« eS zuerst den Anschein hatte, — der Arzt hofft ihn durchzubekommen . . . Und nun, Ilse, Geliebte, bestätige mir, wa« Deine Worte mir verrieten — daß Dn mich liebst, und daß Deine Liebe stark genug ist sür ein ganzes Leben . . Im Saale rauschten die Klänge, jubelten die Geigen ... Die zwei im Wintergarten aber lockten die Töne nicht. Sie kosteten ein Glück, daß süßer war als Walzerklänge. . . vermischtes. Eine klassische Anekdoteuerzählerin. Helen Mar hat in England de» Rnf, die beste Anekdvtenerzählerin zu sein. Unzählige haben über ihre Geschichten gelacht; auch König Esuard gehör: zu ihren Verehrern und ihre humorvoll trockcuc Art gilt alä klassisch Die Creme ihrer Geschichten ver öffentlich» sie nun soeben in einem Buche, das den Titel trägt: „Darf ich Ihnen eine Geschichie er zählen?" Sie glanbt zwar, daß die feinste Blüte des HumorS in dieser schriftlichen Mitteilung ver loren geht, doch bleibt noch genug Koniit übrig, wie einige Proben beweisen mögen: Zn einem Salon spielt man Gesellschaftsspiele und eines dieser Spiel« besteht darin, daß jeder ein Gesicht zieht; der. der das sauerste macht, soll den Preis erholten. Nach-dem jeder seine Züge in tiefe Falten gelegt hat, fagr schließlich der Preisrichter nach eingehendem Studium zu einer Dame: „Ich denke, meine Gnädige, Sie huben den Preis gewonnen." „O," entgegnete diese, ich habe ja gar nicht mitgespielt." Eine Da . e lädt ihr« 25 Freundinn,« zu einem Picknick ein und bittet jeden Gast, das Nutzloseste mitzubringen, wa« er besäße. Die 25 Damen kamen sämtlich mit ihren Männern ... — I« der Kirche dehnt der Geist-liche die SvnntagSprcdigt besonders lang aus. Jeder hofft, nun wird er aushör««, aber er redet immer weiter. „Und nun. lieb« Gemeinde, kommen wir zu den Propheten. Da gibt es die großen Propheten nnd die kleinen Propheten . . . Zum ersten wollen wir von den große» Propheten sprechen." Und er spricht, spricht und spricht. „Und nachdem wir mit den großen Propheten zu E»pc sind, kommen wir zu de» kleinen Propheten." Und er spricht und spricht und spricht. ..Und da wir mit den großen und kleinen Propheten fertig sind, kommen wir zu Im> miaS. Welchen Platz, so frage ich, soll Jeremius haben?" Da schallt eine Stimme aus dem Hinter-gründe: „Ieremias kann ruhig meinen Platz habe«, ich gehe jetzt »ach Hanse." — Eine wirkliche Begebenheit und keine erfunden« Geschichte ist da» Tele-gramm, das ein englischer Aristokrat an einen b«-rühmt«» Arzi geschickt hat. ES lautete: „Meine Schwiegermutter ist a» der Pforte des Todes. Kommen Sie rasch und bringen Sie sie durch." Schrifttum. WcihnachlShandarbeiten finden unsere Leserinnen in «in«r außerordentlich reichen Auswahl in dem jetzt zur Ausgabe gelangend«» Heft 8 der bekannte» Zeitschrift „Das Blatt der Hausfrau". Neben dem HandarbeitSteil enthält das Heft auch hübsche Modelle für Blusen, Schöße, Mäntel und Kinder-kleider. — Für die neu hinzutretenden Abonnenten ist in diesem Heft das Bilderprcisausschreiben wieder-holt, durch welches künstlerische Weihnachtsgeschenke kostenlos erworben werden können. DaS Heft schließt mit einem reichhaltige» UuterhaltungSteil. „DaS Blatt der Hausfrau" ist in jeder Buchhandlung erhältlich für 24 Heller wöchentlich oder für drei Krone» vierteljährlich vom Verlage Wien 1., Rosen-bursenstraße Nr. 8. I2ur 3 Kronen monatlich! .Unser BoU wird ihn ewig lieben. Hai er doch einst, die Knochen voll Mark. Herrlich den Kampf um Rom beschrieben." Arno Holz. Soeben erschienen ftlif Mus IBcrlir Sämtliche Romane, Erzählungen, Dichtungen und Dramen Neue wohlfeile illusiricrtc Gesamt ausgabe in 2 Serien, insgesamt 16 elegante Leinen bände. Jede Serie umfaßt 8 elegant gebundene (je ca. 650 Seiten starke) Bände, preis pro Serie K 3N40. Inhalt: I. Serie (8 Bände): Et» Kampf am Rom. 2 Bände. «iffKla. SttiS«. gditlM. Die Vaiaver. Clodovech. Die schlimmen Nonnen von PoitierS. ?redigundi«. Gelimer. Sigwalt und Sigridh. Stilitho. Lustspiele nnd Qpcrudichtungen. Trauerspiele: Sühne — Markgraf Rü- diger — König Roderich. Schauspiele: Ztaldenkunst — Deutsche Treue. Dichtungen: Die Amalungen — Harald u. Theano — Rolandin — Fünfzig Jahre. Walhall. II. Serie (8 Bände): Julia» der Abtrünnige. Vom Chiemgau. Ebroin. Sümpfende Herzen: Reinhart »nd Fattne — Au« der Bendö« — Ernst und Frank — Bhüat Sott auf die längere Zeit. Bis zum Tode getreu. Weltuntergang. Was ist die Liedc 1 Stiruir. Sind Götter? Qdhins Trost. Die Kreuzfahrer. Am Hofe Herrn Karls: Die Freibitte — Der Liebe Maß — Ginhart und Emma — Herrn Karl« Recht. Herzog Ernst von Schwaben Meine welschen Ahnen. OdhiuS Rache. Friggas Ja. Die Finnin. Der Vater und die ?Shue. Gedichte, valladen. Kaiser Karl und seine Paladine. Hm dritten Januar «912 ist f eltx Dahn nach fast 78 jähriger Grdtnwandtrung eingezogen in CQalhall, das er in vielen feiner zahlreichen Schöpfungen mit heiBer Poetenlihnfucht umwarb. DQit feinem Damen wird für immer unlösbar verknüpft bleiben die Erinnerung an eine von dichterischem Seifte verklärte Grfcbließung der gewaltigen Schätze, die das altgermanilche Volkstum uns darbietet. — Der seinerzeit beispiellose Krfolg seines Romanes „Kn Kampf um Rom' M begeisterte den tatenfrohen Dichter zu einer stattlichen Reihe leiner weiteren Romane aus der wechfelvollen Zeit der Völkerwanderung, lieber leinem Lebenswerke, das ibn ein gütiges Schicksal vollenden ließ, stand als beller Leitstern feine treue deutfchvölkilchc Gesinnung, welche keiner reiner und größer empfand, als er Das Kommen und Geben ganzer Völker, ihr gewaltiges Kämpfen und Ringen um Existenz und Herrschgewalt, ihr heroisches, faft titanenhaftes Crotjen, mit dem sie Ueber jubelnd und begeistert in den Cod gegangen, als dem verhaßten Sieger sich zu unterwerfen, hat nie ein Dichter mit solch imposanter Kraft der Anschauung und so hinreißender Wucht der Empfindung vor die Seele des Lesers geführt, wie felir Dahn. Seine Liebe zum Deutschtum ist ech», alles fühlen reich und echt war, was in felix Dahns heißem herzen loderte. Trotz aller stürmenden Begeisterung verlor aber Dahn nie den Boden der Wirklichkeit unter den süßen, und »s ist vielleicht fein höchstes Verdienst, daß er es. wie wenige, verstand, die dichterischen Schätze der Vergangenheit mit den brennenden Zeitfragen der Gegenwart zu geschlossenen Kunstwerken zu vermählen. 6r war einer der besten des deutschen Volkes, für dessen Ghre und Ansehen er kämpfte. fein Dabns weltbekannte historische Romane bilden eine unvergleichlich genußreiche Lektüre. CQar der bisherige teure preis feiner Werke für die meisten feiner Bewunderer ein Hindernis, diefe kostbaren Schätze deutscher Literatur zu erwerben, so wird diese von den Deutsche» in allen Landen mit Sehnsucht erwartete wohlfeile und dennoch schön und vornehm ausgestattete, illustrierte Ausgabe überall, wo die deutlch« Zunge klingt, umso mehr mit freuden begrüßt werden. Die neue wohlseile illustrierte Gesamtausgabe von feli* Dahns Werken umfaßt 2 Serien zu je 8 elegant gebundenen Bänden. Der preis jeder dieser beiden Serien beträgt nur 38 KrONCIl \0 Heller, während die bisherigen Einzelausgaben zusammen 228 Kronen kosteten. Die prachtvollen Vollbilder der ..Wohlfeilen Gesamtausgabe" stammen von bedeutenden zeitgenössischen Künstlern. Jeder Band dieser neuen Ausgabe hat einen Qmfang von ca. 650 Seiten. Gegen monatliche Teilzahlungen von nur 3 KrOtlCtl sofort komplett zollfrei zu beziehen durch: Karl Block, Buchhandlung, SpezialVertrieb von „felix Dahns Merken", BfCSlaU I, Bohrauerstrasse 5, Bitte *»*g4tel tiI toi m\ mm sy w oämt fi|! B ?>vM M fife «i Verkleinerte Hbbildung. Jeder Band ist 19 cm. hoch, >Z cm. breit und ca. 650 Seiten stark. selix Dahns Aerke Sämtliche Romane, Dichtungen und Dramen Heue illustrierte wohlfeile Husy«»be. In 2 Serien, insgesamt 16 elegant« Leinenbände. -Jede Serie umfaßt 8 elegant gebundene (je ca. b&o Seiten starke) Bände, preis pro Serie 3N Kronen 40 Heller. jd> liefere sämtliche 16 Bände Tofort komplett zollfrei gegen monatliche Teilzahlungen von WUT 3 KrOTICH ♦ Der preis wird durch die Ratenzahlungen nicht erhöht. (Erlagscheine der postsparhasse, mit denen die Zahlungen vollständig kostenfrei geleistet werden können, werden jeder Sendung gratis beigefügt. Zu Bestellungen wolle man sich des nachstehenden Bestellscheines oder der angehefteten Bestellkarte bedienen. Karl Block, Buchhandlung, Spezialvertrieb von „Felix Dahns Werken", Breslau I, Bohranerstratze 5, (am Hauptbahnhof). | im Kuvtrt tinjustniui. Der Onterzcidwete bestellt hiermit laut Prospektbeilage in der -----------------— _______________________________________________________________________________________ Zeitung bei der Buchhandlung Karl Block. Breslau I. Bohrauerstr. 5 (am Hauptbahnhof) unter ?lnerkennung deren fcigen-tumsrechts bis zur Begleichung: Felix Dahns Werke (Sämtliche Romane, Erzählungen, Dichtungen und Dramen) Heue illustrierte, wohlteile (iesamtaussabc in 2 Stri«n (16 kock«>»,an>» C,e3 b>«» ZU duTdi1tr«id>tn.) Preis pro Serie elegant gebunden 38 Kronen 40 Heller wünscht Zulendung sämtlicher Bände sofort zollfrei und zahlt monatlich ! fffSIten durch poftlparkasscn-6rlagscheine, die kostenlos zur Verfügung gelicllt werden. 6rf. llunjsort für Oesterreich: CQien, für Ungarn: Budapest. Ort (Post) und Datum: ......................-..................................—.................................. Dame und Stand:,------—----------------------------- ---------------------------------------------------------------- --------------- m Jfommn S4 Deutsche Macht Seite 7 »«»»»» 1» » 991 » 9»99«99»»»a#9_ : °;:"Z Y oghurt P-I SV"': 4 Heilmittel wird heute allgemein anerkannt. c * L.uea Sie «1<* tKirlieb 1-2 Fl.when * 80 Heller I« Ihre Woknan* -^ xiütellfD durek die MllchwIrtÄchift ^ Karl Petnödk, Cilli, Freienberg. Sie kaufen Kaffee,Tee,Kakao, Schokoladen gut und billig M Brüder Kunz Niederlage CILLI Ringstrasse- Gothaer Lebensversicherungsbank Hut' Gessfiiseitlgkelt. Anfang Dezember 19U: 6««Und an eigentlichen Lebensversicherungen . . . 127o Mill. Kronen Bank\ ermOgen.............." Bisher ansgetahlte Verichernngs-umnien.....' •• „ gewährte Dividenden .... .... 33-t » r Alle Ueberschüsse kommen den V.Taichernn^snehmern anrate. Die besonder« günstigen Veraicberuagibedingaugen gcw&'.tren u. d. Un verfall barkeit, Unanfechtbarkeit, Weltpoiice. Proipekte nnd Aaskunst kostenfrei durch den Vertreter der Bank. August Pilftter^ Sparkassebuch'salter in CiHi. Grösste ftchuh-Nierierlage Cilli, Herrengasse 6 G Reichhaltiges Lager in Herren-, Damen- u. Kinder-Schuhen eigener Erzeugung iu tadelloser Ausföbrung, sowie auch grosses Lager in fertigen Schuhen in allen Grössen und Preislagen von den bestrenommiertesten Schuhfabriken. Filz- u. Hausschuhe, Sandalen in jeder Art. Schahmachermeister Johann Berna, Haupt »eeebift: /"VII* Niederlage: Herrengasse 6 Cllll Grazergaaae 15 Telephon Nr. J> «/II. - Telephon Nr. 87/\ III. Anfertigung von Bergsteiger- und Touristenschuhen nach Goiserner Art zn den billigsten Preisen. Zuschlagfreie Kriegsversidieriing gewährt die Stuttgarter Lebensversicherungsbank a. G. (Alte Stuttgarter) Bankfonds Ende 1911 448 Mill. Kr. Reserven für den Kriegsfall rund 59 Mill. Kr. Auskunft erteilt; AntOIl PatZ, Sparkasse-Sekretär. Unser modernst eingerichtetes Spezial - Fabriks - Etablissement steht seit 40 Jahren an der Spitze der Pressen-Fabriken und geniesst in Fachkreisen den besten Ruf« Verlangen Sie Spezial-Katalog Nr. 412a über Wein und Obstpressen, komplette Mosterei-Anlagen, Hydraulische Pressen, Obst- und Trauben-MQhlen, Trauben-Rebler, Abbeermaschinen etc. Ueber 700 Medaillen nnd erst# Preise etc PH. MM» & C! Spezlalfabrlk für Maschinen zur Weingewinnung und Obstverwertung Wien, II. Taborstrasse 71 1500 Arbeiter. Vertreter erwisctt Die Mehlspeisen Lnd ein wichtirer I»ll dir meaechliehen Knhrun*. Out nbtnlMi ei.t-bullen »i» Milch, Fr«. Mehl, F.lrr, Zucker, nl.o die fttr d.n miuck-'lichtn Orrenl.mtie nn«wendlfen Hlhrmlttel t» wohleehmecheoder Nr«. Sie lind i» vielen rillen, mpbeeonder» «r Kinder den neteehepelMB oder den «•»ummengeieliten Oerlchlen rouuiieben Xnr hnben ele leider h»uB« den Xuhtell. dnee »ie «kwer TerdnuUeh Ind und Tan einem «hwnohen Mefen tmeheenndece wieder Ton Kindern, nicht *ut rcrlrngen werd:» M.n hnnn dle«em üehel. nnd beute Jedoeh leicht abhelfen, indem a» keine lfehlepeleea, keinen Oufihnpf, keine Bäckereien mehr ohne «ln«> Zuiet» eoe Dr. Oetker's Backpulver herttellt wm heute »ebon ton fielen Millionen Hauefrnuen bekeriict «ad (tSbt wird. Die Anwendung Ist klnderleleh« und nach Dr. Oetker'e Reiepten, die ffrnlie »ernbfolft werden, Jede» MitftUnftn MBfMehloasen. Dr. Oelktr1« Bsrkpaiver Ist ml Kex«-pt«ii tbrrsll YtrrftNg. Mai aehte daranf, die erkiea Fabrikate Dr. O e t k e r aa erkalte». Vollständig von A—Z ist erschienen Sechste, ganzlich neubearbeitet« , . und vermehrte Auflage tO Bände In Halbleder geb. zu Je 10 Mai*, < Prospekte u Probehefte liefert jede Buchhandlung Verlag de* Bibliographischen Institut* In Leipzig ISind Lung*enleiden heilbar? Diese äusserst wichtige Fraee beschäftigt wohl alle, die an Asthma, Lungen-, Kehlkopftuberkulose, Schwindsucht, LnngenspUie«-' ii « Vorceiiioimnnc lnntre bestehende Heiserkeit leideu und bisher keine Heilung fanden. Alle derartig Kranken erhalte» Katarrh, veraltetem Husten, Verschleimung ^nge bestenenfle jmimhik^ ^ ^ Herrn Dr. med. Guttmann, Cnefarzt der Finsenkuranstatt von uns WW" TO,,ständlg um^®. ® hellhnr'" neb^t einer Probe unsres bewährten di&'etischen Tees. Tausende, die denselben bisher gebraucht Ibfr das Ihem»: s8lnd Lungenleiden ei .1., Djäletikum bei Lungentuberkulose (Schwindsucht), Asthma, chronisch»» knben, ,pr«i.« ihn. IPteM-sch. Aerfe hebw, d«e. ,r b«ttbt aus Llebersihen Kriutcrn, .«ich. Bronchial- und Kehlkopfkatarrh ge >r' l «KstriaMA« sind D^r Preis ist so billig das?« er auch von weniger bemittelten angewandt w^rd,j® laut j^L RJslko seinerseits Gelegenheit 7.» geb™, den Tee zu versuchen und ihm Aufklärung über die Art seines Leidens umsonst und portofrei zn Obersenden. Man schreibe eine Postkarte mit genauer Adresse an Puhlmann A. so. Berlin 868, MOggelst. Seite 8 Deutsche Wacht Nummer 9-t Rindsuppe-Würfel der Komp- LlCblQ sind Qualitäts-Würfel. Ihr feiner, nicht aufdringlicher Geschmack, der aus der Verwendung besten FLEISCHEXTRAKTES resultiert, zeichnet sie vor aUen anderen Fabrikaten aus. Preis £> h das Stück. llerdf'alirik II. Üoloseus w«1m, Obcrö«turreich, ■ und Lniamnfaf KhLfkeii «»ähertroff«»» H»4« (a Kisea, «ma», Porsella«. Majolika ^Haltungen, IluteU, RetUuralfoncn ••©. Dampfko«hanlagen, Qaakockfr- and UinUirdf, Ab Oft* i ftr Haa » hal tun gc □, W__| I sowie liim bf |)Nacrhi'inidAfrn Kl baalekaa dar*h Jade Etnenkandlaafr. wo nickt, direkter Vemand. Man ▼erlanf« .OrlRlüftl-and wette minderwertig* Fabrikate anrtlck. Kalalag» k»»t«nl«>» Meine Frau und jede vernünftige und sparsame Hausfrau verwendet anstatt der teuren Kuh-, Koch- oder Tafelbutter die bessere, gesflndere, nahrhafte, ausgiebigere und fast um die Hälfte billigere „Unikum"- Margarine Ueberall zu haben oder direkt bestellen. Vereinigte Margarine* u. Butterfabriken Wien, XIV. Diefenbachgasse 59. III yisiikarten liefert rasch und billigst Vereinsbuchdruckerei Qeleja III W Vorne sersdf F*con Mieder- Spezialitäten auch für stärkere Figuren beliebige örOgseu lagernd. Die stärkste Dame erscheint schlank durch das Tragen des neuen Re form - J?I I eile rm Zu haben im Warenhause Johann koss, Cilii KftYSER Vollkommenste |der Gegenwart! xr QT7CIA1» Bogenschiff M». C l V övl iSchwlBgschifr TOf-j y a. rückwirt« nahend) Kayser Ringschiff Kaysei' Central siufarttudci Kunststickerei sehr jeeigiet Singer Nähmaschinen schon yod 65 K aufwärts. Grosses Lager bei Anton Neger Ä Cilli Gri»«« Reparatur- Werk«t*tt« für all« Sy-teme, fachmännisch gut and billig. Sämtlich« Bestandteile, Nadeln. OeL, Schiffchen etx. sowie auch siwtiiehe Pahrradbentandteile. — Kntrnxuhluncpit. Realitäten - Verkehrs -Vermittlung der Stadtgemeinde Cilli. Ländliches villenartiges HaUS mit 2 Wohnungen Ziinmer, Küche samt Zubehör; Acker, Gnrteu. Weinheeken und Obätbäuine. «owie Wirtschaftsgebäude, ausgezeichnete rrtrairuläbige Weinfechsung. Sehr pr*i»würdig. Stadthaus in Cilli» «*■- stockig, mit Vorgarten und Grnnd-stückcn, die sich vorzüglich als Baugründe eignen, enthaltend 4 gißssvre Wohnungen samt Zubehör, Wasserleitung u. s w. ist mit den Grundstöcken oder ohne de, selben preis-«i Ordig tu verkaufen. Die Grundstücke werden auch mich Ausmaß ohne dem Hause abgegeben. Sehr schönes Landgut im Sanntale, an der Reich«» ütraasc 3 km Ton Cilli entfernt, bestehend aus einem komfortablen ein-stückigen H«-rTenhttiise mit Veranda, einem grossen Wirtschaftsgebäude, 8tallangen, Wagit Gemüsegarten und kleiner Parkanlage ist in Neu-Letnberg nächst Bad Neubaus billig zu verkaufen. Wasserleitung im Ilanse, U->iehliche Gelecehheit fttr Jagd und Fischerei. Villenartiges Geschäftshaus mit acht Zimmern, Küche und Garten in der unmittelbaren Näh« von Cilli, nebst Baugrund, ist sofort preiswftrdig su verkaufen Eine Realität bestehend «» Wohnhaud, Wirtschaftsgebäude und Scheuer mit */4 Joch grossem eingebaut! ten Gemüsegarten sowie I Joch Wiese, 10 Min vom Kurorte Rohits.-Ii-Sauerbrnnn entfernt, zn v.-rkaufen. Ein Besitz io der Nähe von Cilli, bestehend aus 8 nebeneinander-stehanden Wohnhäusern mit eingerichtetem G->t'.iiu; und Tabaktrafik, sowie Grand im Fl&chenmasse von I h 47 a und Garten ntbit 2 Kühen und 3 Schweinen ist «vg»n Uebor-siedlung sofort preiswert *n verkaufen. Sehr nette Villa >» d.r unmittelbarsten Nähe von Cilli, ein Stock hoch, mit 17 Wohnrinmeu, vzbxt grossen Garten, reisend« Aussicht, ist sofort preiswert tu verkaufen. Weingartenrealität in der Gemeinde Tilchem, mit Wohnhans. Stall, Presse, Hol tilge, Schwein e-stall, 2 Joch Bebengrund nebst grosser Wiese. Preis 5500 1L Sofort verkäuflich. Neues einstöckiges WohnhaUS mit schönem Gemüsegarten in der Stadt Bann a. Save ist wegen Domizilwechsel sofort preiswürdig xu verkaufen. Villa Wohnhaus in reisender Lage. I Stock hoch mit 2 Wohnungen xu ie 3 Zimmer, Btdeiiumer Dien.it-totenzimmer arid Zug«hör. I Mi:i-sardenwohnung mit i Zimmer und Küche nebst Zub«hOr. Garten. Sehr preiswürdig, weil Versinsung gesichert. Weingartenrealität, herrlich gelegen, am Isiisbeig ob Cilli, b stehend aus 21/, Jocn Weingarten, durchgehend, Amerikaner- Beben, 4 Joch schlagbaren Wald. 2*/, Joch Wiese etc. Herrenhaus mit Winterwohnung. 2 Stellungen, Uolslige und Heuhütw ist unter sehr günstigen Be- dingungen sofort zu verkaufen. Ausserdem sind auch vield prHs würdige Realitäten and Geschäfte zn verkaufen. Zu kaufen gesucht: Ein Landwirtschaft- Ein kleines Anwesen licher Besitz in d«r Grösse bestehend ans einem gut erhaltenen von 15-20 Joch irnchtbaren Bodens, Eiufamilienhause nnd 2-3 Joch mit gut erhaltenem Hause. Garten. Auskünfte werden im Stadtamte Cilli während der Amts- standen erteilt. •Kummer 94 Deutsche Wacht Seilt 9 zur Pelz-Saison! Beehre mich dom hohen Adel and einem geehrten p. t. Publikum mein reichhaltiges Lager von nur modernem u. echtem Pelzwerk wie: Stolas, Muffe, Kappen. Herren- und Damen-Handschuhe, Sporthüt« etc. anzuempfehlen. — Auch führe ich alle Arten M- and Uniform-Kappen, sowie sämtliche Uniform-ArtikeL I «moderne» Pelzwerk aller Art wird auf das modernste um fassoniert und deren Reparaturen billigst berechnet. Weisaea Pelzwerk wird zum Putzen übernommen. Reisepelze nnd Fassäcke werden siegen mausiges Ent-geld ausgelieben. Rohe Marder- und Fuchsfelle, sowie Hasenfelle werden zu den höchsten Tagespreisen gekauft. Eigene Erzeugung t Exakte gute Arbeit! Kürschner-Geschäft Cilli, Grazeryasse 5. * A-r A «» HE. Fröhlich, Die Nälimaschiue des 20. Jahrlinnderts. Man kaufe nur in unseren Läden ::: oder durch deren Agenten. ::: Singer €o. Nähmaschinen Ad. Ges. Cilli« Grazerfisas^e 33. Liege-, Sitz- und Sportin grösster Auswahl und zu billigsten Preisen im Warenhause Joh. Koss, Cilli. BllUgatws «nd hestwlrkemdes Abführmittel PHILIPP NEUSTEIN PILLEN yCRZUCKCRTCI ABFÜHREN DC (\ruRlrlnn Kllunbrlli-Pillrn.) Allen ähnlichen Präparaten >n jeder Beziehung vorzuziehen, sind diese Pillen frei Ton allen »ch&dlichen Snb«t>tnz*n, mit grönstem Erfolge angewendet bei Krankheiten der Unterleibaorg&ne, geuommeii. Eine Schachtel, 15 Pillen enthaltend, kostet 30 h, eine Bolle, die 8 Schachteln, also 120 Pillen enthält, kostet nur 2 K. Bei Voreinsendung ron K 2-45 erfolgt Frankozasendang I Ilolle Pillen. U/nrnnrn I ^'or Nachahmungen wird dringend gewarnt. Wf al iluliy . »lan verlange.Philipp Neusteing abführende Pillen**. Nor echt, wenn jede Sch&cht-I und Anweisung mit unserer gesetzlich protokollierten Schutzmarke in rot-schwarzem Druck «Heiliger Leopold" and Unterschritt Philipp Neimteins Apotheke, verseben ist. Unsere handeligeriehtlich geschützten Emballagen müssen mit unserer Firma bczeichnnt sein. Philipp Neusteins Apotheke zam „Heiligen Leopold", Wien, I„ Plaukenguse ti. Depot in cnu: Mai Bausctier und Apotheke „zur Barialiilf' Otto Schwarz! & Camp. FriedrichWilhelm Preußische Lebens- und Garantie-Versicherungs-Aktien-Gesellschaft zu Berlin Gegründet 1866 Direktion für Oesterreich Wien I, Kärntnerring 17 Neue Anirlhfe wurden eingereicht In 1901: K. 7ÄOOOOOO 1903: K.83 OOßOÖO 1905: K. 110000000 1907: K. 139000000 1909: K. 151000 000 1911: K.205Oft; 000 3 Millionen Versicherte VorAbschlufc einer Lebensversldierunit versäume man nicht, unsere Prospekte elnzufordero-Voi-Uebernahmc einer stillen oder offiziellen Vertretung verlange man imiereöeuin£ust£en. Sekretariat für die Alpenländer: Graz, Blumengasse 7. Einfuhruiiffspreise ! ! Grosse kräftige Herrenhemden K 1*30, gestrickte Herrenwesten grau mit gTünen Besatz K 2*60, schöne Knabenwesten K 1*80, weite Flanellfrauenhemd-n K 1*10, kräftige, weiss« Frauenhemden K 1*—, starke Männernnterbosen, weiss und blau K 1*10 Kinder-Trikotanzflge alle Grössen 80 Heller, starke Herrensocken per Dutzend K 3—, schwere Frauenstrümpfe per Dutzend K 4*—, echtfarbige Taschentücher per Dutzend K 1*50, Wintertrikothemden mit Doppelbrust K 1*20 und alle Artikel tief unter dem Preise. Grösste Wirkwaren- und Wäsche Manufaktur Adolf Zucker in Pilsen 723. Verosnd per Nachnahme. - N rhtpaosendes nehme cnrSek. WWMW»W»WW HHTIIT! wamm W» M»W» ■BHR — H£ TVucksorteri Verrinsbuchdruckerei u ..„.........„Cclfja" Cllli m Knorr-, Hafermehl und .Reismehl sind unvergleichlich tür Kinder- und Krankennahrung, weil sie nach wissenschaftl. bewährten Grundsätzen aus sorgfältig gewählten Rohstoffen hergestellt werden die beste ScMpssta der Well Aicti Erzeugung der kisherigei weltfaerfihmtea Wichse ohne VitrielÜ. St. Fcrnolendt, Wien 111 k. u. k. Hoflieferant. Fabriksbestand 80 Jahre. PALMA EekfTCamerie- ». Hllarlus strasse. Dachdeckungs- u. Seite 10 Uftttsrtif litt'* summst 94 Schmieren Sie Ihre Schuhe zum Schutz vor Nasse and Erkältung mit Lanolin-Lederfett. Zu haben in der Drogerie Fiedler, gelb und schwarz in Dosen zu 50 und 90 Heller. s cbulschürzen Zu kaufen «» Millionen » JßrJst- jj, UlN 'i >i gebrauchen flffien billigst in grösster Auswahl im Warenhaus Johann Koss» Cilli» zerkleinertes Brennholz Hartes Buchenholz (LeiM enabfallhols) eine grosse zweispännige Fuhre K 26, «ine halbe zweispintiige Fuhre K 14, zum Haus gestellt. Weiches, zerkleinertes Brennholz eine grosse zweispäunige Fuhre K 16, eine halbe zweisp&nnige Fuhre K 9, zum Haus gestellt. Weiches Unterzündholz sogenanntes Spreisaelholz. in zirka 1 Meter langen Hunden ä 40 Heller per Bund ab Lagerplatz. Weniger als 10 Bunde werden nicht abgegeben. Grössere Partien von 50 Bunde an, werden zum gleichen Preise anch zum Haus gestellt. Solauge der Vorrat reicht zu haben bei Josef Jarmcr, Dampfs&gewerk, Bau-ond Schnittholz-Handlung, Cilli. Verdienst 1-4 K Mflich ». •tiiidir d»frh letehM, hnllobl* girlek*rei im H«lm »I« 8ek»»ll»fflckm»- •ckine .ru«Eilkib4l*. «»errekik« »Ulnila«. pr«k-ttMb osd 4*u«rtuft (gUhUrJüön«: frlernuiu l«kok< und prali«. 0»r»«tl«rl «U«ror« dauernd? ArtMilMbonh»«. Prospekt *r»lii. ünlMMbwioj nr Fördern«* der Ueliiutriekerei Huri W o I T, VI»». VII., Huri«hilf«r«irM»«i Nr. 82. Jeden Donnerstag grosser Restenverkauf zu sehr billigen Preisen im Warenhause ,1» wird eine Landwirtschaft oder ein Gas thau 8 wo wenn möglich auch Grund dabei ist. Es müssen gut erhaltene G*bäude sein und nicht weit von der Bahn. Es wird ersucht den Preis und alles Nähere bekannt zu geben. Zuschriften sind zu richten an Herrn Johann Aigner, Graz, Mandellstrasse ?. 18978 J. Fiedlers Drogerie |6100 empfiehlt: Tannozon, ü» piu.-ehehfn so b. Mit 2 Liier WftseT gemischt xnm zeratiu-.Ip.'i.iur Luttdiwinfektion. Metayer, hmorngemWs sehr a»- genebm zu nehmend«« Kräftigungsmittel .j-ttnit Pleiicbiaft K 4*—. Bioglobin iti Flaschen zu K 2-— und K 3*50. Weinkopsi t>< kintiion Alpcnkräutßr-Franzbranntwein i„ k i-u.k > so. Vewchiedeii« Hustenbonbons ri: von Kaiser Köff-rle, Wolf (Fencbel-bonbons), Zirbelkiefer- und Menthol-Euca lypttuboubons, Sodemr-, Vald» , Spit*-wegerich- und Andorn-P«*tillen, Menthollukritten, Mignon-Ttieaterrelteln. Kutklutigi*, moderne P«irfuni6ri8n <}c» In- nml Ausland-».". Alleinverkauf d er weltbekannten Frzeog nisse von Schuhwaren der Firma F. L. Popper, Chrudim im Warenhause | Heiserkeit, Katarrh Berschlei-munq. ^trampf- ». »euchhuite«. tsrsmellen mittler,,.3 Tannen'.' not. teul. Zeua-niye o Aerzten | und Prwaien peibü flen oen sicheren Eriol^. flcuftcrft bekömmlich« trab wohlschmeckende ©onbonä. I Paket 90 und