Schriftlei tiwg; Kr. 5. KckMn *». tl, butnrttm. iUgIM(aU »» ». ftun- tt* m II—u Dti »m 9 iu»HU(IKU BR»cs *Ut: MKlilfc «■-I*8*0*0 ai«t »nUMttet maait Mt Mnaaliang »,,»» >, bc* hütgfl '«« (Jfiu* ««tihl»» otna. 9M Bk» rtSolinam ViHi ■ IM« .£«•!*« B>dt' cr1a«rJ et« si» Ctv»iMm R*latl(4 ....!»■_ Werten»*» •onijatni . , . . E u— MM «atlon» Rftlferc M Mt «tci;»q Mttzttzon, «trVniun n«-chlacht siegreich abgewehrt und erst in den letzten i« kühnen Gegenangriffe dem Feinde bei Ja-miano ein« schwere Niederlage zugefügt. Diese bewundernSwerten Taten unserer Helden am Jfonzo müssen für die Bevölkerung im Hinter» lande ein mächtiger Ansporn sein, durch weitere Zeichnungen für die sechste KriegSanleihe mit allen Kräften zur Vcnnd.^ung des Reiches beizutragen. Großes hat Steiermark bereit? für die sinan-zielle Kriegsrüstung des Staates geleistet, noch Grö-ßereS müssen wir eingedenk de» aufopfernden Helden-mute« unserer Söhne und Brüder im Felde an-streben. Ich fordere daher die Bevölkerung Steiermark» sowie alle Körperschaften und Kreditinstitute de» Lande« auf, alle Kräfte zusammenzufassen und durch weittre Zeichnung der sechsten KriegSanleihe, die ja kein Opfer erfordert, sondern eine vollkommen sichere und hochverzinsliche Kapitalsanlage darstellt, ihr Möglichstes zum Enderfolge beizutragen. am 7. Juni 1917. Der k. I Statthalter: Clary. Die Kriegsziele Deste» reich-Angarns. Da» Ziel des Kriege» ist für Oesterreich-Ungarn grundsätzlich dasselbe wie für daS Deutsche Reich und die anderen Mitglieder deS mitteleuropäischen Weine Areundin. Kürzlich erhielt ich nach längerer Pause wieder ein Schreiben von meiner lieben Freundin. Es ist zwar nicht allzvost, daß unsere Briefe her und hin fliegen, aber in beinahe regelmäßigen Pausen kommt ein Schreiben, welche» mich immer erfreut, sobald ich nach dem Poststempel schaue, der mir die Gewißheit birgt, daß diese» von Berta ist. Denn ich habe Freundinnen, zwei von diesen besitzen fast die gleichen Schristzüge — sobald ich einen Brief erhalte, pflege ich gleich den Poststempel zu entziffern, der meist patzig und verschwommen aus» gedrückt ist. So war eS auch heute mit dem besag-ten verwischten Stempel „Seefeld". Mit Freuden öffnete ich daS rosa Brieflein und la« folgendes: Meine beste Freundin! Wieder längere Zeit, daß ich dir mein verspro« chene» Schreiben, welche» dich gewiß interessieren wird, sende. Mama lag wieder krank darnieder, die Gicht packte sie diesmal arg, ich war so in Sorge und tat mit Hilse uaserer alten Trine alle», um ihre Schmerze»» irgendwie zu lindern. Nun nach vielen Reiben und AlleSmöglichen war doch nach und nach Mama wieder soweit her-gestellt, daß sie im Lehnstuhle, der in unserem schö-nen Erker gestellt wurde, drinnen sitzend den größ- VierbundeS: Verteidigung gegen die übermächtige Koalition der Gegner und Sicherung gegen künftige Angriffe. Auf welchen Wegen diese» Ziel erreicht werden kann und soll, darüber scheint in Oesterreich — wie den ,M. N. N." au» Wien geschrieben wird — im großen Ganzen Einmütigkeit zu bestehen. Gegenüber Rußland versolgt Oesterreich-Ungarn wie schon Gras Ezernin de» öfteren und erst jüngst wieder Kaiser Karl in seiner Thronrede verkündet hat, keinerlei territoriale Bestrebungen; die Verkür-zung der österre'chischrusiischen Grenze, die von der Errichtung des Königreichs Polen erhofft wird, würde als fühlbare militärische und finanzielle Er-leichterung empfunden, ohne daß damit der Handels» verkehr mit Rußland irgendwie beeinträchtigt wer-den sollte. Was die Sicherung der LoodeSgrenzen nach der italienischen Seite betriff», so hat der Krieg die Bedeutung Tirol» und Friaul» so in den Bordergrund gestellt, daß e» über die Behauptung und nötigenfalls strategische Abrundung dieser Lan-deSteile heute keiner Erörterung mehr bedarf. Der Traum der italienischen Jrredenta ist durch die zehnte Jsonzoschlacht endgiltig erledigt. DaS ZukunstSproblem der äußeren Entwicklung Oesterreich-Ungarn« liegt im Südosten der Mon-archie: Die Donauftage, die Balkanfrage und da» Adriaproblem sollen durch den Frieden, der diesem Kriege folgt, so geordnet werden, daß Oesterreich-Ungarn militärisch gesichert ist und zugleich wirt-schaftliche EntwicklungSmöglichkeiten erhält, die ihm ruhige Fortarbeit und ausreichenden Ertrag gewäh-ren. In Oesterreich-Ungarn will niemand da» Adria-tische ^eer zum „Mare nostro" machen, wie e» in Rom und Mailand täglich verlangt wird; aber die Freiheit der Schiffahrt in der Adria ist für die österreichisch-ungarische Volkswirtschaft eine so über» ragende Grundnotwendigkeit, daß ihre Sicherung nicht nur aus dem Papier gewährleistet werde» darf. Darum wird zum Schutz von Cattar« die Einver-leibung de» Lovcenmassi» gefordert, da» für Monte-negro entbehrlich, für die unten liegende Hafenstadt aber, wenn es in fremden Händen bleibt, eine stän-dige Drohung ist. Die italieniiche Festsetzung in Ba-lona, womit der AuSgang au» der Adria für alle Zeit unter die Geschütze eine» eiferfüchtigeu Nach- ten Teil de» Tage» verbringt. Und zusehend nehmen ihre Körperkräfte wieder mehr aus, denn heute war Mama schon recht guter Laune und la» selbst die Zeitungen.-- Wa« dich eigentlich am meisten interessieren wird, da» kommt erst jetzt! Stelle dir vor, ich erhielt einen .langen Brief von Berthold' I Al» ich diese» Schreiben eingehändigt vom Postboten erhielt, wußte ich nicht recht, soll ich die» se» Schreiben annehmen oder mit „nicht angenom-men" retour senden. Aber der Postbote, als hätte er meine bedanken erraten, war auch schon draußen, so eilig machte er sich aus dem Staube. So öffnete ich anfangs noch unschlüffig doch „feinen Brief" und will dir den Inhalt mitteilen. Mein teure» Herz! Du wirst e« mir wohl kaum verzeihen, dieses lange Schweigen, da» schon zwei Jahre währte. Zu deinem Geburtstage vor zwei Jahren schrieb ich dir, aber ich bekam keine Antwort auf dashin — eS kann auch fein, es war noch ansang» deS Krie-ge», die Briefe waren offen gesandt und in dieser stürmische.: Zeit — wird, wie ich es nach allem annehme, „dieser Bries* in Verlust geraten sein. Denn zuvor berührte ich oft den Punkt meines Geschäfte», welche» infolge der damaligen Verhält-nisse immer mehr ins Stocken geriet — und ich zahlungsunfähig den Laden schließen mußte. barn gestellt würde, kann Oesterreich-Ungarn nie dulden; da» Ziel seiner Politik ist ein autonome« Albanien im engen Anschluß an den Bund der Mittelmächte, gestützt aus die Nachbarschaft und die Hilse Oesterreich Ungarn« und Bulgarien». Die Entwirrung deS Balkanknoten«, die mit der Offensive Mackensen» im Herbst 1915 angebahnt wurde, ist wohl die schwierigste Ausgabe, die sich der österreichisch-ungarischen Diplomatie in der kommen-Zeit bieten wird. Nachdem Bulgarien die Angliede-rung der Dobrudscha und de« westlichen, bulgari-schen Teile» von Serbien bereit» offiziell im Rah-men seiner politischen Ziele gestellt hat. wünscht man in Oesterreich-Ungarn mit der neuen Balkan-vormacht durch eine gemeinsame Grenze verbunden zu werden, der zugleich die Lösung des Donau-Problems zugute kommen soll. Die Schiffahrt aus diesem Strom, der für die verbündete Monarchie die Wichtigkeit einer Lebensader besitz», soll bis züm Schwarzen Meer der Feffeln entledigt werden, die ihm die ränkevoll» Politik Serbien« und Rumänien» bisher aufgelegt hatte. Die große mitteleuropäische Verkehrsstraße darf nicht mehr in ihrem wichtigsten Teil der Spielball neidischer Kleinexisteazen sein, die in fremdem Solde der österreichisch ungarische« Monarchie die Entfaltungsmöglichkeiten beschnitten: der Freiheit der Donau kommt für Oesterreich-Ua« garn dieselbe Bedeutung zu, wie für Deutschland die Freiheit der Nordsee. Die kurze Uebersicht über den Komplex der KriegSzielsorderungen, die gegenwärtig in der Dop-pelmonarchie besprochen werden, wäre nicht erschöp-send, würde nicht auch der Wunsch verzeichnet, daß die Gegner beim Friedenschluß auch in finanzieller Beziehung der Monarchie so weit al» möglich die Schäden ersetzen, die ihm der ruchlose Ueberfall ge» bracht hat. Da» Kriegszielprogramm Oesterreich-Ungar«« kann und soll keine einseitige, isolierte Politik in sich schließen. Da» Blut der verbündeten Heere ist aus nahezu allen Schlachtfeldern gemeinsam vergessen worden und dieser Kitt allein schon würde ge-nügen, um die Mächte de» Bierbunde», namentlich aber da» Deutsch, Reich und Oesterreich Ungarn, io zusammenzuschließen, wie e» d!e gemeinsame Not und die gemeinsame Aufgabe gebieterisch fordern. Ich nahm an, du seiest von der Sache vielleicht von einer Seite unterrichtet worden. Beinahe kaum konnte ich mich au» der sehr verworrenen Sache herausziehen und rechtfertigen, — „ohne Existenz» wie mit einem Schlage wie ich war, wolltest du »ich ohne weiteren Schreiben freigeben! Die vielen G«fchäft»sorgen verscheuch!»» mir manche Stunden nacht» meinen Schlaf, so entschloß ich mich, dir doch alles ausrichtig zu zergliedern und schrieb dir einen ausführlichen Brief. Auch auf diese» Schreiben bekam ich nicht einen Federstrich von dir zurück! Glaube mein teure« Lieb, noch mehr meine Herzensangelegenheit brachte mir Kummer, dich meine gelieb'e Braut ganz zu verlieren. Nirgends sand ich Ruhe und nochmals wage ich es, an dich diese» Schreiben zu richten. Nach dieser Geschäftsangelcgenheit war bald darauf meine Einberufung zum Kriegsdienste erfolgt und stand im Weste» dem Feinde gegenüber, wo e» oft sehr, sehr heiß zuging. In meiner Verletzung wurde ich bewußtlos ins Feldlazarett gebracht, dort verbunden und in ein Krankenhaus befördert. Von dort auö gesund entlassen, wurde ich aus längere Zeit beurlaubt und bin eben in diesem Ge-schäste al» Leiter, wo es mir sehr gut geht, aufge-nommen. Seite S Ueber die Emzelheiten der neuen Balkanpolitik, für di« oben die Grundzüge skizziert wurde«, kann heute, wo noch so »ieleS im Flusse ist. noch nicht gesprv-cheu werdeu. E« ist aber selbstverständlich, daß die verbündeten Mittelmächte auch auf diesem Gebiete zememsam vorgehen müssen, um die Stabilität der Verhältnisse durchzusetzen, die für die Ruhe ganz Europas nötig ist. Das gute Kriegsende, da« die Thronrede Kaiser Karl« al« Ziel de« Welt-Ringen« in Aussicht stellt, mag in naher oder weiter gerne liegen: die treue Waffenbrüderschaft und der zähe Wille zur Ueberwindung jeder Schwierigkeit werden alle Hindernisse, die sich dem siegreichen Abschluß de« Kampfes noch entgegenstellen mögen, Herr zu Th— wch»» -- Der Weltkrieg. Der Krieg gegen Rußland und Rumänien. Die Berichte des österreichischen Generalstabes. Amtlich wird Verlautbart: 9. Juni. In den Waldkarpathen und in Ost-zalizien stellenweise lebhaftere« Geplänkel. Sonst Artilleriefeuer. 1V. Juni. In Oftgalizien an mehreren Stellen erhöhte russische GefechtStäiigkeit. 12., Juni. Ja Ostgalizien neuerliche« Anwachse« der feindlichen Artillerie- und Fliegertätigkeil. Der Thef de« Generalstabe«. Die Berichte der Deutschen Obersten Heeresleitung. 12. Juui. An der Düaa. bei Emorgon, Va-r»nowitfch, und besonder« bei Brzezany und an der Narajowka ist die GefechtStätigkeit wieder lebhaft geworden. Der Krieg gegen Italien. Amtlick wird Verlautbart: 9. Juni. Aus der Hochstäche der Sieben Ge-meinden hält der Gefchützkawrf in wechselnder Stärke an. Ein im Zebio-Gebiete durch feindliche Sprengung entstandener Trichter wurde von unseren Truppen «m Handgranatenkampfe gegen italienische Angrifft behauptet. 10. Juni. Im Suganatal aus der Hochfläche der Sieben Gemeinden entwickelte sich gestern nach-mittags heftiger Artilleriekampf. der seit heute srüh in erhöhter Stärke fortgesetzt wird. Beim Feind herrscht rege Bewegung. 11. Juni. Der bereit« seit einiger Zeit erwar. tete Angriff der sechsten italienischen Armee auf der Hochfläche der Sieben Gemeinden und im Sugana-tal hat begonnen. Siach mehrtägiger sorgfältiger Ar« tillerievvrbereitung wars gestern der Feind an der Front zwischen Schlägen und der Brenta seine Ja-fanterie in den Kampf. Nordwestlich von Schlägen gelang e« den Jta'.ienero unter großen Opfern, in unsere Gräben einzudringen. Am Abend war der Wenn du. teure« Herz, diese« ganze, unver-schuldete Vergehen verzeihen «olllest und mir einige Zeilen zukommen lassen, du würdest mich zum glück-liehst«! Menschen machen! In Zuversicht doch aus ein Schreiben von dir entgegensehend, verbleide ich mit Handküssen dein dich stet« treuliebender Berthold. Liebsie Freundin! Als ich den Brief zu Ende las, war ich gerührt über den ganzen unerwarteten Sachverhali meine« Verlobten. Eben trat Trine ein, die mich nach der Ursache meiner Tränen fragte. Ich erzählte unserer tteurn Seele de» HauseS den Inhalt de« Briefe«. Sie nahm mich wie ein Kind bei der Hand und führte mich zur Mama, die mich ernstlich ermähnte, „fein Schreiben" zu beantworten. Nach Kriegsschluß soll Berthold daS Geschäft meine« alten Oheim« übernehmen. Feierlich steckte mir Mama den BerlobungSring wieder auf, der achtlos schon lange im Schmuckkäst-chen lag. Nun bi» ich auf seine Rückantwort sehr be-gierig, werde dir dann berichten. Für heute schließe ich meinen Brief, eS ist schon spät abend, mit den innigsten Küssen deine ausrichtige Freundin Berta. „Nun endlich die Aufklärung", sagte ich laur, alS ich den Brief zu Ende la«. welcher mir so un- erwartet viel Neu«» brachte. Längst riet ich mekne? Deutle Macht Feind wieder völlig hinausgeworfen. Besonders hartnäckig wurde bei der Cafara Zebio und im Ge-biete deS Monte Formo gerungen, wo der italie-nische Ansturm an der Tapferkeit steirischer Truppen zerschellten. Auch im Suganatal scheiterten alle Angriffe des Feindes in unserem Geschützsener oder im Nahkampfe. Unsere Flieger schossen zwei italie-nische Flugzeuge ab. 12. Juni. Die Kämpse in den Sieben Ge» meinden dauerten fort. Di« italienischen Angriff« richteten sich bauptsächlich grgen den Monte Formo. den Monte llhiefa und die Grenzhöhen nördlich da« von. Im südlichen Teile diese« Raumes scheiterten sie in den Nachmittagsstunden schon in unserem Ge-schützfeuer. Auf dem Grenzkamme fingen unsere Truppen starke feindliche Stöße im Bajonett- und Handgianatenkampf aus. Um Mitternacht brach der Gegner zwischen dem Monte Formo und dem Grenzrück«n abermals mit erheblichen Kräste» vor. Sein Beginnen blieb wieder ersolglo«. Der Chef de« Generalstabe«. Gegen Frankreich und England. Berichte des Großen Hauptquartiers. 10. Juni. Heeresgruppe des Kronprinzen Rupprecht. Im Kampfabschnitte zwischen Dpern und dem Ploestraetewald war nach ruhigem Vormittag der Artilleriekampf erst gegen Abends, vornehmlich an den Flügeln, gesteigert. Nacht« stießen mehrfach englische Kompanien geg?n unsere Linien vor; sie wurden überall abgewiesen. An der übrigen Front blieb bei schlechter Sicht die GefechtStätigkeit fast durchwegs gering. Heeresgruppe des deutschen Kronprinzen. Bei Ablaincourt an der Oise, südlich von Beine in der Westchampagne, an der Nordostfront von Verdun und im Apremontwalde drangen unsere Stoßtrupps in die französischen Gräben ein und kehrten mit einer erheblichen Zahl von Gefangenen zurück. Bei Abwehr eines feindlichen ErknndungsstoßtS bei Fli-rey blieben mehrere Franzosen in unserer Hand. 11. Juni. Heeresgruppe de« Kronprinzen Rupprecht. Im Dünenabschnitte, bei Rieuport und östlich von ?>pern nahm gesteru zeitweise die Feuer« tätigkeit erheblich an Stärke zu. Auch im Kampf-gelände östlich von Wytfchaete und MessineS stet« gerte sich gegen Abend daS Feuer. NachtS gingen nach heftigen Feuerüberfällen englische Kompanien gegen unsere Linien westlich »on Hollebeke und Wam-beke vor; sie wurden zurückgeschlagen. Südlich der Douve scheiterten abend« Angriffe der Engländer gegen die Töpferei westlich von Warnetzn. Beide» seit« des Kanals von La Bassee und auf dem füd» lichtn Scarpeufer unterband unser Vernichtung«-seuer bei Festubert. Loo« und Monchy die Durch-führung sich vorbereitender englischer Angriffe. An der Straße La Bassee—Bethune nordöstlich von VermelleS und bei Hulluch wurden feindliche Er-kundungsvorstöße abgewiesen. Heeresgruppe de« deutschen Kronprinzen. Am Chemin.deS-Dames brachen zu überraschendem Hand-streich westlich von Cerny Stoßtrupps ostpreHischer Freundin, der Sache mehr ans den Grund zu gehen, denn dieser plötzlich« Abbruch von Berthold schien mir dich eigentümlich. Aber meine Freundin witS meine Aufiolderung zurück, die ich gesprächsweise fallen ließ: „ich bin viel zu stolz, um meinem Ber-lobten nachzugehen!* Ja, Berta ist stolz — jedoch in ditstm Falle sehe ich ihren Stolz mehr als „Eigensinn" an. I. W. A Schritt zum Irieden! Der Lenzbauer tritt nachdenklich in die Stube, klopft seine Pfeife aus und legt sie auf den Tisch. Nach einer Weile hebt er an: „Hörst. Leni! Der Fehringer Stvpl i« gsalln, der Duckbauer» Franz liegt mit an Büchsenschuß in Spital und von Graber Ferdl wissen s' seit sechs Wochen koa Sterbens-wörtel. DöS i« da« Neucheste in Ort." „Du liabe Zeit!" seuszt die Bäuerin und faltet sorgenvoll die Hände. „Nimmt den däS Elend gar koa End nit? Siachst, allweil habn mr klagt, daß mr koane Kinder nit habn; hiaz müaßtn mr die Buam 'n Kaiser gebn.' „Ja, und so geb» mr eahm — nis!" stößt der Lenzbauer hervor. „DäS martert mi schon die längste We:l. ?ber bio; iS die sechst KriagSanleih kemma." D'.' n nickt bekümmert. „Wann nur 'S öho ni. «j-r so kluag wa!' Nummer 47 und westfälisch« Regimenter in die französischen Gräben «in, machten die Besatzung, soweit sie sich nicht flüchtet«, nieder und kehrten mit Gesangeneu zurück. 12. Juri. Heeresgruppe oe« Kronprinzen Rupprecht. An der flandrischen Frout war die Ar-tillerietätigkeit abend« bei 7)pern und südlich der Douve gesteigert. Nachmittag« ritt englische Kaval-lerie gegen unsere Linien östlich von Mefsine« vor: nur Trümmer kehrten zurück. Südlich davon bei Gut Krui« angreifende Infanterie wurde durch Gegenstoß geworfen. Im Artoi« war besonder« im LenSbogen towie in und südlich der Ecarpeniede-rung die Feuertätigkeit lebhast. Bei Fromelles, Neuve Chapelle und Arleaux vordringende euglische Erkundungsabttilungen sind abgewiesen worden. Heeresgruppe de« deutschen Kronprinzen. Ge-gen die von unS beim Borstoß westlich von Eerny am 10. d. besetzten Gräben führten die Franzosen-Posten fünf Gegenangriffe, die sämtlich verlustreich im Feuer und Nahkampfe fch«iterte». Der Artillerie-kamps erreichte nur nördlich von Bailly und am Winterberg vorübergehend größere Stärke. In der Ost'Champagne schlugen bei Tahure und Vauquoi» französische Erkundung«stöße sehl. Der Krieg in den Lüsten. 10. Juni. In Flandern verlor der Gegner vorgestern 10, gtstrrn 6 Flugzeuge in Luftkämpfen und durch Abwehrfeuer. Bor einigen Tagen hat Vizefeldwebel Müller feinen 14. Gegner im Luft-kämpfe abgeschossen. 12. Juni. In dem an gesteigerter Kampftätig-keit reichen Monat Mai haben auch Lufrstreilträfte in ihren vielseitigen Ausgaben große Erfolge erzielt. Neben den Kampf- und Infanteriefliegern bewähr-ten sich besonder« die für die Feuerleitung und Be-obachtung unentbehrlichen Artillerieflieger, deren Leistungen durch die Fesselballonbeobachter wertvoll ergänzt wurden. Wir verloren im Westen, Ölten und aus dem Balkan 79 Flugzeuge und 9 Fessel-dallon«. Von den abgeschossenen feindlichen Flug-zeugen sind 114 hinter unseren Linien, 148 jen-seits der feindlichen Stellungen erkennbar abgestürzt. Außerdem haben die Gegner 26 Fesselballon« einge-büßt und weitere 23 Flugzeuge, du durch Kampf-einwirkung zur Landung gezwungen wurden. 12. Juni. Einige unserer Seeflugzeuge be-legten am 10. d. die russischen Stützpunkte Lebara und ArenSburg mit zahlreichen Spreng- und Brand-bomben. Ein Teil der militärischen Anlagen wurde nahezu völlig zerstört. Trotz äußerst starker Gegen-Wirkung kehrten die beteiligten Flugzeuge ohne Ber-lust oder Beschädigungen zurück. (Die russischen Stützpunkte Lebara und ArenSburg befinden sich aus dem südlichen Teil der Insel Oesel.) Der verschärfte U-vootkrieg. Meldungen deS Wolff-Büro«: 10. Juni. In den nördlichen Sperrgebieten sind 19.100 BruttoRegistertonnen Schiffsraum ver-nichtet worden. Neue U Boot-Erfolge im Mittel- »Bei Kaiser und Vaterland i« 'S ah kluag wordn. Die Zeit i» da, wo jeder Heller a Hilf i«." .Eh wahr ah, aber mein Gott, a Kanon wird halt für unferoanS z teuer fein?' sinniert die Bäurin. Der Bauer lacht. ,Dö wird nachher fcho« Vaterland ?aufen, moan i; aber i Geld muaß her. Und i sag, je mehra Kraft der Mensch hat, desto mehra kaun er schaffen. So iS 'S a in Kriag: Wia mehra Mittel — wia mehra Gwalt gegen unsre Feind l Und 'S Geld i« sicher anglegt, hm doch unser Kaiser selm so viel einzahlt. WaS i han, gib i a her. Hiaz hoaßtS, den verdankten Kriag amol totjchiaßn, aft i« a Fried!" ,'n Krrag totfchiaßneifert die Bäuerin. „Mein Mann, dä« iS a Wort! Da gib i selber, waS i vermag, und die Nachbarinna werdn ah nit hint bleibn, ziemt mi" „D'Hand her, Leni, 'S gilt! Wer d'Hoamat liabt, der laßt« in der Not nit in Stich. Und sags nur allen: Für jeden Heller zahlst an Schritt zan Friedn, drum zahl mit!" Han« Frauugruber. Die Hurrarufe unserer Soldaten am Isonzo können nicht ungehört verhallen. Zeichnet 6. KriegSanleihe! Nummer 46 Deutsche Macht Sei'.« v men: Mehrere Dampfer und Segler mit 28.150 Brutto Registertonnen wurden versenkt. 11. Juni. Im Atlantischen Ozean wurden 19.600 Brulto-Registertonnen versenkt. 12. Juni. Durch unsere U Boote wurden im Atlantischen Ozean unter anderen versenkt: der eng lischt bewaffnete Dampfer .Limerick" (0627 Ton neu), ein englischer bewaffneter Dampfer (4500 Tonnen) mit Munition, ein weiterer bewaffneter englischer Dampfer mit 8000 Tonnen und ein Dampfer von 4000 Tonnen. Der Ehtf deS AdmiralstabeS der Marint. Am südlichen Balkan Deutscher amtlicher Bericht. ll. Jui. Mazedonische Krönt. Auf beiden War darusern und am Doiranstt erfolgreiche Gefechte bul garischer Posten. Oberste Heere»leitung. Die Friedensbewegung. Au» Stockholm wird gemeldet: Am 9. d. ha» be« die Verhandlungen mit den deutschen Mehrheit«, sozialiften über das Friedensproblem begonnen. Die vom Auöschuffe gestellten Fragen wurden ergänzt und e» wurde ein von den Deulschen entwvrfeneS Memorandum vorgelegt. In der Verhandlung mit der deutschen MehrheitSpartei erklärte Scheidemann ausführlich die Stellungnahme der Mehrheit zur Krieg», und Friedensfrage. David erklärte den Standpunkt der Mehrheit um die Schuldfrage. Die vorgange in Rußland. Wieder ein russischer Oberbefehl». Haber zurückgetreten. Der Oberkommandant der russischen Nordfront, General Dragomirow. hat seinen Abschied eingereicht, der jedoch von der provisorischen Regierung nicht an-genommen wurde. $tr einer neuen Umwälzung. Der „Morningpost" wird aus Petersburg ge-nnllxt; Die Mitglieder de» Vertreterau»fchusses. die während der letzten Krise in die vorläufige Regie-rung aufgenommen wurden, haben den an ste ge-knüpfte» Erwartungen nicht entsprochen. Die Repub liken Kronstadt und Schlüsselburg mißtrauen dem Au»schusse. Die Tätigkeit seiner Agenten hat sich al» höchst gefährlich erwiesen. Die Unruhen aus dem Lande nehmen fortwährend zu. Eine krankhafte Zerstörungswut hat die Menschen erfaßt, die sich unter anderem dahin äußert, daß Wälder angezündet wer-den. Die Zeit jflr eine neue Umwälzung ist gekom-men. Die Regierung dürfte noch in dieser Woche wechseln. ES sind jetzt genug verläßliche Truppen in Petersburg, um — wenn nötig — allen übertrie-denen Förde,ungen enlgegenzutretrn. In verschiede-neu Teilen Rußland» ist die» bereit» geschehen. Vor der Entscheidung des Weltkrieges? »Daily Telegraph" meldet au« Frankreich: Die Entscheidung de» Weltkriege» hat begonnen. Die MannschaftSüberlegenheit de» Bierverbande» ge-genülxr den Mittelmächten steht wie 2:1. Die Schweizer Blätter melden: Die ausfallende Eile, mit der der Bierverbar>d die neu« General-offensive betrieb«» hat, erklärt sich mit der schreck-lichtn Zunahme der Schiffsraum not, die namentlich England zur Entscheidung zwinge. Der Krieg mit Amerika. Au« Gens wird gemeldet: Die in den franzö-fischen Gewässern eingetroffenen amerikanischen Krieg»-schisse landeten die ersten au» 9000 Mann bestehen, den Truppenabteiluugen. Die Truppen stehen unter dem Befehl de» General» Pershing, der von einem au» 50 Offizieren bestehenden Stab begleitet ist. Di« Amerikaner werden demnächst ihren Einzug in Pari» halten. ° Aus Stadt uiift lauft. Spenden für den Roten Krevztag liefe» ein: Eisen großhandlung Peter Majdic 200 K, Josef St«-par, Pollschach 8 K. Belobungen. Im Militärkommandobefehl vom 9. d. wird verlautbart: Da» Militärkommando hat mit besonderer Befriedigung zur Kenntnis ge-nommen, daß sich am 22. und 26. Mai 1917 bei Bränden in der Nähe von Rohitfch-Sauerbrunn Militärpersonen der Garnison mit Erfolg betätigt und wesentlich zur Löschung der Brände beigetragen haben. Das Militärkommando spricht au» diesem Anlasse dem RegimentSarzte Dr. Eugen Negri, dann Wachtmeister Wenzel Baier, Zugsführer Franz Ha-nifch. ZugSführer Emil Stingl, Zug»führer Wenzel Souknp de» Refervespitale» veneschau und Zug»-sührer Franz Zmereschegg, Korporal Franz Krum-pak und Gestellen Franz Wölfl der physikalisch or, thopädischen Heilanstalt, die belobende Anerkennung au». SoldatenbegrSbnisse. In den letzten Ta-gen wurden nachfolgende Soldaten, welche in den hiesigen Spitälern gestorben sind, am städtischen Heldenfriedhofe zur letzten Ruhr bestattet: am 1 I.Juni Ldfi.-Jnf. Florian Riegtr, JB. 42; am 13. Juni Kanonier Robert Wagner, FHR. 44. Korpvlal Ernst Menaiche, DR. 9. Zum zweitenmal« verwundet. Der Lehrer an der deutschen Schule in Hrastnigg, Herr Franz Schneider, zurzeit Leutnant in einem JR., wurde am 4. Juni bei einem siegreichen Angriff fei-neS Bataillon» auf der südlichen Karsthochstäche durch einen Lungendurchschuß der rechten Brusthälfte schwer verwundet. Er befindet sich derzeit in einem Feld-spital hinter der Front. Sechste österreichische Kriegsanleihe. Bei der Böhmischen Union-Bank Filiale Eilli wurden u. a. nachstthende Zeichnungen angemeldet; In-genieur Karl Kurka, Großindustrieller in Heilenstein 345 000 K; Frau Irma Gräfin von Reuhau» Schloß Weixelftätten 100 000 K; Berg- und Hüt-tenwerk Store 5U.000 und die Bruderlade deS Berg-und Hüttenwerke» Store 100.000 K. Sechste Kriegsanleih« — heute Volks Pflicht. Die tägliche SuSgabe unsere» Generalstab»-berichte» weiß in diesen letzten Tagen viel Schöne» über ruhmreiche Heldentaien unserer Armee zu de-richitn. Die Siege bei Jamiano, die von Tag zu Tag noch weiter greifen, haben die gesamte Bevil. kerung Oesterreichs und Ungarn» mit Bewunderung erfüllt und da» Vertrauen in die Stärke und Macht-fülle unserer Armeen, welche» ohnehin schon uner-schülterlich war, noch weiter gehoben. E» ist viel darüber gesagt und geschrieben worden, daß die si-nanzitlle Unterstützung für die Schlagf«rtigkett der Armee ausschlaggebend bleibt. Durch di« sechste KriegSanleihe wollen wir die SiegeSsähigkeit unserer Htere noch weiter stärken. Die soeben angeordnete Fristverlängerung bis zum 22. Juni soll allerorten und in allen Kreisen reichlich ausgenützt werden, denn, wenn nicht alle Anzeichen ttügen, stehen wir vor einem baldigen Eide de» Kriege». Die letzten Nachrichten au» den Ententelindern lauten keine»-weg» so kriegslustig wie vor 2 Wochen. Die noch zur Verfügung stehende Zeit wird jtdenfall» vielen, welche bisher noch nicht in die Lage gekommen sind, sich über Art und Ausmaß ihrer Zeichnung schlüssig zu werden, den willkommenen Anlaß bieten, die An-Meldung schnellstens zu vollziehen, allein auch Kör-perschaften, die bisher eine Beschlußfassung noch nicht vornehmen konnten, werden die Möglichkeit besitzen, Anmeldungen zi machen. Wir wollen jedoch den Krieg mit einem Aktivum beenden, deshalb müssen alle Kräfte angespannt werden, diese» Ziel zu er-reichen. Nützen wir die Zeit, zeichnen wir sechste KriegSanleihe! Verhaftungen von südslawischen Po-UtiKern. Man meldet auS Sarajevo vom 9. d.: Vor einiger Zeit wurde in Budapest der dortige Anwalt Dr. Gavrilla, der an den politischen Kämpfen der Serben in Bosnien-Herzegowina, besonder» an dem Kampfe für die Schul- und Kirchenaulo-nomie. lebhaften Anteil nahm, unter dem Verdachte de» Hochverrate» verhaftet. Die bei ihm beschlag» «ahmten Dokumente förderten auch Verdci'chlMiomente gegen den Führer der radikalen Serben in Bosnien Gligorije Jestanooic und gegen den Vizebürgermeister von Mostar und ehemaligen Präsidenten de« Land-tage» VojiSlav Sola zutage. Aus Grund dieser be-lastenden Dokumente wurde gegen die beiden genann-ten Politiker eine Untersuchung eingeleitet, die kürz-lich, nachdem sie in ihrer Privatwohnung einige Wochen interniert waren, zu ihrer Verhaftung und Einlieserung an da» hiesige Kreisgericht führte. Ein unentgeltlicher schriftlicher Fe rialkurs für einfache, doppelte und amerikanische Buchhaltung sowie Gabelsberger Stenographie wird für die Leser unsere» BlatteS im kommenden Mo-nate eröffnet. Vorkenntnisse werden nicht verlangt, »agegen können sich nur solche Personen beteiligen, >ie die deutsche Sprache in Wort und Schrift voll-kommen beherrschen. Nach »blegnng einer schrift-lichen Schlußprüfung erhalten die Teilnehmer recht»-gültige Zeugnisse ausgestellt. Anmeldungen find schon etzt mittels Postkarte an den Deutschen VolkSbildungt» verein, Wien 5., Schönbrunnerstraße 12, zu richten. Regelungdes Verkehres mit Heu und Stroh. Die Versorgung mit Heu und Stroh war bisher dem freien Verkehre überlassen. Nur eine Ministerialverordnung vom 10. Jänner 1916 hatt« gewisse Beschränkungen festgesetzt, indem Höchstpreise normiert, den Behörden ein AnforderungSrecht «in-geräumt und die Versendung an die Beibringung einer Transportbescheinigung geb.inden wurde. Zur Aufbringung des HeereSbedarse» an Heu und Stroh au» der Ernte 1917 schrieb taS Ministerium für Landesverteidigung Landeslieferungen nach dem Kriegs-leistungigefetze au», die nach Maßgabe der Leistung»-fähigkeit auf die einzelnen Länder und Bezirke um-gelegt wurden. Der Mangel an sonstigen Futter-Mitteln hatte den Eigenbedarf an Rauhfutter gegen normal« Zeiten beträchtlich erhöht. So würd« schon in der ersten Zeit nach ber Ernte unverhältnismäßig viel verbraucht, außerdem erfolgten schon vor Btgln» d«r Htere»belieferung übermäßige Abverkäufe wn Überschüssen. Da nun da« Ernteergebnis de» letzten Jahres an und für sich nicht besonders günstig war, stieß die Ausbringung des HeereSbedarse» auf immer größere Schwierigkeiten. Gegen Ende der gegenwär-tigen WirtschaftSperiode trat daher allenthalben eine schwer fühlbar« Knappheit an Rauhfutter ein. Diese Umstände Veranlaßten den Ernihrungsrat. sich im Sinne eine» Antrage» de» FuttermittelauSfchuffe» für die staatliche Bewirtschaftung von Heu und Stroh in der kommenden WirtschaftSperiode aiiSznspreche». DaS Amt für Volksernährung entsprach dieser An« rrgung in einer Verordnung, die heute im Reichs-gesetzblatte erscheint. Im Einvernehmen mit den be-teiligten Ministerien wurde in dieser Regelung be-stimmt, daß mit dem Tage de» Inkrafttreten» — 15. Juni l. I. — b:e gesamte Ernte de» Jahres 1917 an Heu und Stroh der Beschlagnahme unter-warfen ist. Die politischen LandeSbehördrn können das Ausmaß festsetzen, in dem, ungeachtet der Bt-schlagnahmt, seitens der Produzenten die ersorder-lichtn Mengen zur Deckung deS Eigenbedarse» ver» wendet werden dürsen. Unier gewissen Kaulelen ist auch ein beschränkter selbständiger Verkehr im Um-kreise de» ProduktionSorte» zugelassen. Vorräte au» stühereu Fechsungen unterliegen nicht der Btschlag« nahmt, so daß dit ausgeschriebenen Landr»li«ser»ngra au» der Ernte 1916 wie bisher zur Abwicklung ge» langen. Zur Versorgung de» Zivilbedarfe» au« den Vorräten der alten Ernte steht den politischen Be« hörden auch weiterhin da» AnforderungSrecht ans Grund der eingangs erwähnten Verordnung zu. Die Durchführung der staatlichen Bewirtschaftung der Heu- und Str»hernte 1917 wird der Futtermittel, zentrale und den LandeSfuttermittelstellen übertragen, bei denen Abteilungen für Heu und Stroh errichtet werden. Die genannte Zentrale hat den gesamten Heere»- und Zivilbedarf, sowie den Bedarf der StaatS-Pferdezuchtanstalten festzustellen, nach den Weisungen de« Smte» für VolkSernährnng auf die Länder zu verteilen und den Ausgleich zwischen Be-darf und Ueberschuß der Kronländer herzustellen. Sie hat auch die Organisation drr Heu-und Stroh-abteilungtn bei den LandeSfuttermittelstellen zu leiten und deren Geschäftsführung zu kontroll «rrn, den Import an Heu und Stroh durchzuführen und die Versorgung der Stadt Wien zu bewerkstelligen. Den LandeSfuttermittelstellen obliegt die Aufbringung de» ihnen ,ur Deckung zugewiesenen Bedarfe», die regel, mäßige Abstellung de» HeereSkontingente» und der Lieferungen für die Siaais.Pferdczuchtanstalteu. die Durchführung von Z villieferungen, die ihnen vo» der Fuitermittelzentrale aufgetragen werden, und di« Organisation de« Absatzes von Heu und Stroh an den Zivilbedarf ihre« Täligkeit»gebiete«. Sie werde» sich zu diesem Zwecke in größeren Konsumorten ei-gener BerteilungSstcllen bedienen, zu deren Führung der befugte ortSanfäßige Futtermittelhandel heran-zuziehen ist. Da die Ausbringung de» Bedarfes ohne weitgehende Beeinträchtigung de» Eigenverbrauch«» der landwirtschaftlichen Viehhaltung nur bei genauer Kenntnis der landwirtschaftlichen Verhältnisse de» Anfbringung»gebieteS möglich ist, sind die landwirt-schaftlichtn Körperschaften zur Mitwirkung besonder» heranzuziehen. DaS Amt sür Volksernährung erließ daher an die LandeSfuttermittelstellen die Weisung, a!» Kommissionäre mit dem Auskauf der bcschlagnohmien Ware in erster Linie landwirtschaftliche Genosse»-schasten zu betrauen und nur dort, wo solche nicht zur Verfügung stehen, vollkommen vertrauenswürdige Händler zu bestellen. Mit Rücksicht auf die befondcr« Bedemung der Versorgung deS Heeres haben alle diese Heu- und Slrohad'eilungrn in ständigem Ein-vernehmen mit den Organen d«r Heeresverwaltung vorzugehen, die zu diesen Abteilungen beratung». und stimmberechtigte Vertreter entsende». Die Heere». Verwaltung sagte auch dir möglichste Unterstützung ©eUf 4 Keltische Wach» ftunin« 47 der Aktion durch Beistellung v»n ArbcitSkräiten und Betriebsmaterialltn zu. Der Bedarf, der in jtfctM Lande aufzubringen ist, gelingt aus Bezirke und Gemeinden zur Aufteilung. Jedem Produzenten wird tic abzuliefernd« Menge vorgeschrieben. Hiebei ist nicht nur auf die Größe der Fechsuug, sondern auch auf den Bichstand und die sonstigen verfügbaren Futtermittel Rücksicht zu nehmen. Für die Ausbringung des ihnen vorgeschriebenen Kontingentes hoben die Gemeinden Sorge zu tragen. Sobald das Gut-schien der Zentral-Prciiprüsungskommission vorliegt, werden die UebernahmSpreis«, die von den Landes-futtermittelst-llen für beschlagnahmte Ware zu be-zahlen find, durch eine besondere Verordnung fest-gesetzt. Die Abgabepreise an die Verbraucher, bei deren Erstellung auch die höheren Kosten der Importe zu berücksichtigen sind, bestimmt die Heu- und Strohabttilung der Futtermitlelzentrale mit Geneh-mizung des EcnährungSamteS. Die LandeSsutter« mittelstelen wurden bereits vor einiger Zeit von der bevorstehenden Regelung verständigt, hatten daher Gelegenheit, die Organisation der erforderlichen Ab» teilungen entsprechend auszubauen. Auch die Heu-und Strohabteilung bei der Futtermiitelzentrale hat bereits mit den Borarbeiten begonnen; ihre Leitung ist einem bewährten Fachmanne übertragen, der im Vorjahre au der Organisation der Rauhsutterauf-bringung in Bayern hervorragend mitgewirkt hat. vahnbeförderung von Sensen, Si-cheln und Wetzsteine. DaS Landwirtschastsamt der Statthalter« ersucht u«s, bekannt zu geben, daß tlber ihr Einschreiten die Bahnbesörderung von Sen-fen, Eicheln und Wetzsteinen nördlich von Prager-Hof ohne Beschränkung, südlich von Pragerhof, da« gegen für Stückgutsendungcn freigegeben wurde. Ansuchen um Zuweisung von Heu vid Stroh aus der alten Ernte. Ansuchen Zuweisungen von Heu und Stroh aus der alten u c fstc die Zeit bis 31. Juli 1917 sind cus-ii j ?ss bei der Bczirkshauptmannschast bezm. bei d.m . idtmagistrat« der autonomen Städte bis läng-ras 8.'. Juni einzubringen, in dessen Bezirke sich - : Hat« nehmen befindet, welches Heu, bezw. Stroh f cuüt: Das Ansuchen muß eingehend begründet s-ia uto muß it. a. auch die Bezeichnung der Eisen« 1 rhnsta.'on enthalten, an welche das Heu, bezw. Eiro', geliefert werden soll. Nicht begründete An-suche» werden gleich von der polrtischen Behörde er-ster Instanz zurückgewiesen, begründete Ansuchen ent-wtdcr unmittelbar von der politischen Behörde erster Instanz durch Zuweisung von Heu, bezw. Stroh erledigt, oder aber der Statthalterei vorgelegt, welche nach Maßgabe der verfügbaren Vorräte unbedingt notwendige Zuweisungen vornehmen wird. Grund-sätzlich können nur Ansuchen von Personen, Unter« nehmungen usw. berücksichtigt werden, welche nicht zu de« Heu« und Strohproduzenten gehören, welche also auf den Einkauf von Heu und Stroh angewie-sen sind (Nichtselbstversorger). Alle übrigen Ansuchen werden gleich von der ersten Instanz abgewiesen. Unmittelbare Ansuchen an die Statthalterei haben, da si« von der Statthalterei unbedingt an die poli-tische Behörde ei ster Instanz gele tet werden müssen, nur Verzögerungen in der Erledigung zur Folge und sind daher im eigenste« Interesse der gesuchstellenden Partei auf jeden Fall zu unterlassen. Die tatsächliche Lieferung des erbetenen Heues oder Strohes kann in keinem Falle gewährleist«» werden. Es wird noch-malS betont, daß diese Ansuchen lediglich den Zeit« räum bi« 31. Juli d. I beinhalten dülfen, da Zu-Weisungen von Heu und Stroh für die Zeit vom 1. August angefangen bereit» ans der Ernte 1917 nach den Bestimmungen der Verordnung deS Amtes für Volksernährung vom 29. Mai 1917 durch die LandeSsuttermittelstelle, Abteilung für Heu- und Stroh, unmittelbar erfolgen. Gesuche, welche erst nach dem 20. Juni bei den eingangs erwähnten politischen Bezirksbehörden einlangen, können nicht mehr be> rücksichtigt werden. Durch unbekannte Täter wurden der Besitzerin Maria Speizar in Franz Lebensmittel und Werteffekten im Gesamtwerte von über 520 K ge« stöhlen. Von den Dieben fehlt noch jede Spur. Eb«nso wurden in der Nacht zum 1. Juni dem Besitzer Franz Prevolnit in Dobrooa aus versperr-tem Hause, in da» gewaltsam eingebrochen würd«, «in Geldbetrag von über 1000 £ und der Schuh-machermeistersgattin Veronika Ursic in Umgebung Praßberg aus versperrtem Koffer der Betrag von 200 K entwendet. Eine diebische Familie In der Nacht rom 1. bis 2. Juni wurde dem Besitzer Georg Gra-benfek in W:ll t ic rab«n bei Schönstem aus versperrtem S ill« ein großes Kitz im Wert« von über ^>0 gts.j. ..n y uz vorher wurden auch dem Be- sitzer Anton Lipnikar aus Gaberk ein Kald im Werte von 180 K, d«m Besitzer Franz Spitau mehrere Hühner im Werte von über 90 K und schließlich der Besitzerin Katharina Krajnc 12 Hühner im Werte »ou 120 K gestohlen, ohne daß man der Täter habhast werden konnt«. Erst am 4. Juni wurde die ganz« Diebsband« ausgeforscht, die aus dem FabrikSarveiter Franz Majov.c, drfftn Bruder Martin und Mutter Maria auS Gaberk besteht. Die gestohlenen Sachen wurden zu Haus« aufgegessen oder weiterverkauft. Der Führer dieser Band« Franz Majovc wurde be-reits dem Gerichte eing«Ii«sett. In einem Fluder tödlich verunglückt. An der Soltla in Großobresch steht «ine Mühle, welche dem derzeit in Amerika weilenden Besitzer Michael Hotko gehört. Als Müller ist dort Josef D«rzic b dienstet, dem sein Sohn Josts behilflich ist. Letzterer verunglückte kürzlich tödlich, als er zwischen drei Fludern über die Kopfdäume zum Bedienung»-steg gelangen wollte. Da die ganze Holzkonstruktion schon sehr schadhaft ist, stürzte Joses Derzic in den einen Fluder vor daS eine im Betrieb stehende Rad, wobei er sich mehrere Rippenbrüche und eine stark« Verletzung des LungengewebeS zuzog, so daß er nur mehr in sterbendem Zustand« geborgen wurde und bald darauf starb. Gemüse- und Obsteinfuhr aus Un-garn und dem Auslande. Nach einer am 25. Mai m Kraft getretenen Verordnung deS ÄmteS für VolkSernälirung wird für all« nach Oesterreich eingebrachten Obst-und Gemüsearten sowie Obst- und Gemüsepräparate der Anbotzwang «ingeführt. Diese Waren sind von diesem Zeitpunkte an unverzüglich nach ihrem Einlangen in Oesterreich der vom Amte sür Volksernährung autorisierten Gemüse- und Obst-Versorgungsstelle in Wien 1., Plankengasi«. anzuzei-gen und auf Verlangen zu verkaufen. Nur Süd-flüchte, foweit sie nach den schon bestehenden Vor-schristen dem Anbotzwang« unterliegen (Feigrn, Rosinen, Zitronen, Edelkastanien) sind nach wie vor der österreichischen ZentralcinkausSgefellschaft anzuzeigen und anzubieten. Eine Exprehdarre Die Zw«igstelle der KriegSgetreidevcrkehrSanstalt in Graz wurde seitens der Maschinen- und Waggonbau-Aktiengesellschaft in Simmering aus die Dr. Zimmermannfche Expreß-darre „Allestrockner" aufmerksam gemacht. Die Zweig-stelle sieht sich daher veranlaßt, alle landwirtschast-licheu und industriellen Jnlertssenten auf diese Darre mit dem Bemerken aufmerksam zu machen, daß die-selbe insbesondere in Deutschland einen bedeutenden Absatz gesunden hat. Die Einführung d«r genannten Darr« wird auch seitens der landwirtschaftlichen Or-ganisatiouen und Korporationen weitgehendst unter« stützt. Interessenten hitsür wollen sich entweder an di« Zweigstell« der KriegSgrirrideverkehrSanstalt Graz, Burggasse N". 9, 1. St. oder aber unmittelbar an Heinrich Grätzer, Wien 1, Wipplingerstraße 34. um Auskunft wenden. Lebensmittelmarder. In d«r Nacht zum 7. d. wurde in den versperrt gewesenen Keller der Besitzerin Margarets Simschek in Sveiina bei Cilli gewaltsam eingebrochen und daraus Speck, Fett, Selchfleisch. Apselmost usw. im Gesamtwert« von ungefähr 700 K durch bisher unbekannte Täter ge-stöhlen. Di« Einbrrcher benutzten zum Erbrechen der Kellertür :in« am Tatorte zuiückgelaffene Hacke, deren Stiel abgebrochen war. Vom Keller gelangten die Einbrecher durch eine Berbindungstür in die Küche, wo sie alles durchsuchten und durcheinander» warfen. Was genießbar war, wurde fortgeschleppt. Titer dürften herumstr«if«nde DeserUure, Zigeuner oder Kriegsgefangene sein, dir sich bri Tag in ver-fchicdene» Schlupfwinkeln aushalten und uur nachts auf Raub ausgehen. Die Besitzerin, welche für sieben Kinder und zwei AuSzügler zu sorgen hat, s ist infolge dieses DiebstahleS in große Notlage versetzt. Ein unaufgeklärter Brand Am 24. Mai abends brach im Wirtschaftsgebäude der Besitzerin Josesa Ratej in Gonobitzdorf Feuer aus. daß tos Gebäude samt allen Fahrnissen zum gi äßten Teile einäschert«. DaS Vieh konnte mit schwerst«? Müh« g«r«ttet werden. Der Schaden beträgt über 3000 K, welcher Summ« «in« Versicherung von nur 1200 K gegenübersteht. Die Ursache d«» BrandeS ist vollkommen unaujgeklärt, doch vermutet man, daß der Brand boShasierwtüe gelegt worden ist. Aus Verzweiflung über die Lebens mittelteuerung in den Tod gegangen. Die Inwohnerin Josesa Zupanz au» Brezowa, Gemeinde St. Martin i. R.. äußerte sich wiederholt, daß ihr da» Kriegsclend so zu Herzen gehe, daß sie sich daS L«b«n nehmen werde. Dieser Tage verließ sie in al-ler Frühe ihre Wohnung und kehrte nicht mehr zu- rtck. Nachbarsleut« sahen sie am gleichen Tag« unter eine« Apfelbaume «in Gebe? verrichten. Di« Kinder der alten Inwohnerin machte» sich ans die Suche derselben uiw fanden sie endlich als Leich« imBrun-nen hint«r dem Hause. Sie hatte den Brunnen auf-gedeckt nnd sich in denselben gestürzt. Die Leiche wurde in die Totenkammer nach St. Martin ge-bracht. Ein neugeborenes Kind ins Masser geworfen. Am 4. Juni wurde im Packflusse un-weit von Schönstein di« Ltiche eines ".eugcdorcnen Kind«» weiblichen Geschlechtes aufgefunden. Die Mut-«er des Kindes ist AgueS Kriznik aus der Umgebung von Schönstein, welch« dos Kind im Frbruar lebend in die Pack warf. Erst nach Auffindung der Leiche konnt« die Täterin auSgejorfcht werden, welch« vor-läufig dem Bezirksgerichte Schönstein eingtliesert wurve. Der Grund dirfer grauenhaften Tat ist der-zeit noch unbekannt. Schadenfeuer. Am 4. Juni brach in der Scheune der Besitzerin Angela SpeS in St. Nikolai bei Cilli Feuer aus, welche daS genannte Objekt samt den darin befindlichen Gegenständen und Vorräten einäschert«, wodurch SpeS «inen Schaden »on über 5000 K erleidet, dem nur eine Versicherungssumme von 1200 K gegenübersteht. Da» Feuer dürfte aus Bosheit gelegt worden sein. Deserteur und Dieb Am 7. Juni erschien bei der Besitzerin Theresia Op«rckal in Stranitzen der Deserteur Josef Bojan des 37. JR. in Tilli mit seiner arbeitsscheuen Geliebten Maria Zener. Dies« wollte zum Schein« von Operckal Eier kaufen und vrrhaudelte mit Ihr über deu Preis. Während dieser Zeit begab sich Bojan in da» Zimmer, stahl der Operckal Geld und Wertsachen und begab sich sodann wieder in die Küche zurück. Da über den Preis der Eier keine Einigung grfundtn werden konnte, «nisernlen sich Zener und Bojan in der Rich-tung gegen Hscht>-egg. Al« später Operckal in da« Zimmer trat, bemerkte sie sogleich den Diebstahl. Stach sofort erstatteter Anzeige wurden Bojan und Zener in Hochenegg von der Gendarmerie ausgegris-sen und verhaftet. Bojan ist schon vor längerer Zeit von seinem Truppei-korper desertiert. Bei Bojan wurde ein Geldbetrag von über 170 K und beiZe-ner «in solcher von 2 K vorgefunden, welche» Geld zweifellos von ^iebstählen herrührt. Ein deutscher Glückwunsch aus dem Felde. DaS Offizierskorps de« 7/73 Feldbataillons übermittelte dem Deutschen Schulverein« einen Be trag von 310 K als Sprnd« mit solg«nden Begleit-zeilen: „Dir, lieber Schul,nein zum 13 Mai 1917. Drei Jahre währt das wilde Wüten, In dem wir Land und Volk drtiüten. Du aber schirmst seit langer Z.lt Der Muttersprache Heiligkeit. Drum grüßen wir zum Wiegenfeste Als Kampjgenoise dich aufs Beste. Wir wünsche» Blühen und Gedeih'n! Heil dir, du Deutscher Schulverein I Als kleines völkisches Angebinde geh«» mit gleicher Post 310 S al» Sammelcrgebnis unter den Reserveoffizieren deS 7/73 Feldbataillons (Egerlän» der) an die Kanzlei d«* Deutschen SchulvereineS ab. Gott geb« unS Sirg und Frieden! In den Reihen des Deutschen Schulvereines finden wir un» dann wieder in alier brwährter Treue." Ein Gemeindevorsteher als Er presser. Der Gemeindevorsteher Joitf Dular drr Gemeinde Rastez, Bezirk Rann, hat in letzterer Zeit von den Parteien, deren Männern oder Söhne im Feld« stehen, dadurch Gelder erpreßt, daß er sür di« Ausstellung und Befürwortung von Gesuchen um UntcrhallSbeittäg« zinnlich hohe Geldsummen for-dert« und den Parteien droht«, daß ihnen. w«nn sie ihm nicht daS verlangte Geld geben würden, di« UnlcrhallSbtiträge entzogen werden. Gegen diesen gewissenlbsen Gemeindevorsteher wurde die Anzeige erstattet. Zahlreiche Einbruchsdiebstähle in der Nohitscher Gegend. In d«r Zeit vom 5. bis 10. Mai wurden bei Nacht bei nachbenann« ten Besitzern Einbruchsdiebstähle verübt. Die Täter hatten «s hauptsächlich aus Nahrungsmittel abgesehen. D«m Besitzer ivaleniin Herzog in Topole wurden 85 Liter W«in und mehrrr« Kilogramm Fisolen, der Besitzerin Maria Hrup in Unter - Kostreinitz Speck, Schweineschmalz. Wäsch« und Kleider, dem Besitzer Andreas Sebular in Kostreinitz 80 Liter Wein, dem Besitzer Jakcb Dreflak in Tschatschen-dors mehrere Hühner und eine große Menge Kar-toffel, dem Schneidermeister Josef Kert in Sauer-brunn 5 Kilo Schweinefett, der Besitzerin Johanna Tadina in Terfchische Kleider und Wäsche «ntwen- Rum»« 47 b gefchminktheit der Darstellung modernster weltge-schichtlicher Ereignisse wohl einzig bleiben dürfte! Was ist die Wahrheit? Nachstehende Er-zä^lniig entnehmen wir dem neuesten Band der be> kannten und beliebten „Bibliothek der Unterhaltung und des WissenS'. Der 1618 versimbene englische Geschichtschreiber Walter Raleigh war mit den letzten Blätter» seiner Weltgeschichte beschäftigt. Nach langer ermüdender Arbeit ging er anS Fenster, um frische Luft zu schöpfen. Da sah er zwei Leute, die nach kurzem Wortwechsel aneinander geriete», sich gehörig verprügelten und dann schimpfend auSein-andergingen. Eine Viertelstunde daraus besuchte ihn e>» Freund »nd sagte: «Ich habe gehört, daß hier eine furchtbare Prügelei stattgefunden hat." Raleigh erwiderte.- .ES war nicht so schlimm, ich habe von Anfang an zugesehen." E» dauerte »icht lange, als ein alter Bekannter Sir Walters erschien. Aufgeregt fragte er: „WaS ist hier geschehen? Bor deinem Hiuse ist ein Mann erschlagen worden." Raleigh erzählte zum zweiten Mal« den eigentlichen Vorgang, da kam e n dritter atemlos gerannt und schrie: „Um Gottes willen, hier sind Ströme Blutes geflossen.. Der Erregte war mit seinen Fragen noch nicht wei-ter gekommen, al« ein bis an die Zähne bewaffneter Deutsche W«cht alter Freund Walters erschien und aufatmend rief: „Der Herr fei gepriesen, du lebst? Ich kam, um dich zu schützen; di« ganze Stadt ist voll davon, daß «an sich in deinem Viertel mordet, daß schon Hun-der»« gefallen sind " Betroffen wandte sich Raleigh nach abermaliger Erklärung an seine Freunde mit den Worten: „Und ich will Geschichte schreiben, ich will erzählen, was vor Jahrhunderten geschehen ist." Plötzlich trat ihm der Gedanke, daß e« keine Wahr-heil in der Geschichte gebe, vor die Seele, und in seinem Unmut faßte er den Entschluß, ging hin und warf feine Weltgeschichte ins offene Kaminfeuer. WaS würde Sir Walter Raleigh mit den bewußten Lügen-berichten Eduard Greys und seiner Gesinnung»ge-nossen heute tun? E. F. Eingesendet. An der fc. k Fachschule für Ton-industrie in gnaim gelangen mit Beginn des Schuljahres drei StaatSstipendien — jede« im Be trage von 400 Kronen jährlich — an Gehilfen des Hafner- und Töpfergewerbe« oder der Tonwaren-fabriksindustrie zur Verleihung, welche di« Ab'icht haben, sich in ihrem Berufe an der genannten Lehr-anstalt als ordentliche Schüler theoretisch und prak-tisch auszubilden. Die diesbezüglichen stempeljreien BewerbuugS-gesuche sind mit einem Heimats-cheine, den Lehrbrief oder ArbeilszeugniS über eine mindesten» zweijährige praktische Betätigung in keramischen Betrieben, einem Mittellosigkeits- und Fortbildungsschule-Zeugnisse be» legt, bis längsten» 3t>. Juni 1917 au die Direktion der obigen k. k. Fachschule einzubringen. Die Anstalt hat de» Zweck, im Wege eine» planmäßigen Unterrichtes in allgemein bildenden kunstgewerblichen, technischen und kommerzielle» Lehr» gegenständen, sowie durch systematische Unterweisung der Schüler in Lehrwerkstätten, geeignete Kräste für die keramische Industrie und die verwandten Kunst gewerbe mit besonderer Rücksichtnahme auf deren künftige Verwendung al« a»t stische oder technische Leiter keramischer B triebe, Musterzeichner oder Modelleure heranzubilden, sowie den Angehörigen dieser kunstzewerblichen Zweige Gelegenheit zu einer entsprechenden Weiterbildung zu bieten. Ebenso erlangen jene, welche eine höhere Kunst-schule zu besuchen gedenken, daselbst die erforderliche Vorbildung. Die Schule besteht auS den Fachabteilungen für dekorative« Zeichnen, Modellieren und tech-nische Chemie, speziell für Keramik mit je 3 Iah-gärigen. Nähere Auskünfte erteilt, sowie Programme und Jahresberichte versendet auf Verlangen bereit» willigst Die Direktion der k. k. Fachschule sür Tonindustrie in Znaim. Vermischtes. Kaiser Wilhelm als indischer Gott. Während de» Weltkrieges ist Kaiser Wilhelm II. in Indien zur Gottheit erhoben worden — so berichtete eine angesehene englische Zeitung, der .Manchester Guardian", und bei dieser merkwürdigen Mitteilung stützt er sich aus amtliche Berichte aus Bihar und Oriffa. Es handelt sich nm einen indischen Einge-borenenstamm, den de, Oraon. der im südwestlichen Bengalen aus der Hochebene Shota Nagpur ansässig ist. ein Volk von etwa 840.000 Kopsen, das in Feindschaft mit den Engländern lebt und dieser Feind-schast deS öfl«r«n in offenem Aufruhr Ausdruck ge-geben hat. Dieses bengalische Volk nun, so erzählt das «nglisch« Blatt, veranstaltet nächtliche Feiern, bei denen der Sonnengott »nd der.Deutsche Baha* (Vater) angerufen wird, er solle die Teufel aus dem Land« treiben, worunter die Engländer zu verstehen sind, damit das Land bessere Ernten und niedrigere Lebensmittelprtise bekomme. Diese Perehrung deS deutschen KaistrS alS Gottheit soll aus dem Jahre 1915 stammen. Der Eingeborenenstamm hatte er» sahren, daß der dentsche Kaiser ein mächtiger Feind Englands sei, und beschloß, ihn um Hilfe anzurufen. Als die Engländer einige deutsche Missionär« auS dem Grenzgebiete de» Stammes vertrieben, erhielt diese Bewegung neue Nahrung. Von englischer Seite ist sogar behauptet worden, diese Bewegung ginge zum Teil auf die deutschen Missionäre zurück, allein der amtl'ch erklärt auadrücklich, daß hiesür kein Anh.-. s...ocn sei. Seite 5 JahresVergütungen für ehemalige Trinker. Die Landesversicherungsanstalt Pommern hat nach dem Borgang der Versicherungsanstalt Rheinprovinz bereits seit einigen Jahren eine segeaS-reiche Einrichtung getroffen: den an eine selbständige Trinkerfürsorgestelle angeschlossenen Enthaltsamkeit«-vereinen und ebenso unter gewissen Bedingungen den Guttemplerlogen kann sür jeden versicherten ehemali-gen Trinker aus jedes volle Kalenderj ihr seiner Zu-gehörigkeit zu einem solchen Verein ein Jahresbeitrag von 10 Mark gewährt werden. Daß die von rich-tigem sozialem Verständnis zeugende Maßnahme sich bewährt, kommt u. a. in der Steigerung der tat-sächlich zur Auszahlung gelangten Jahresvergütungen („Enthaltfamkeilsprämien") zum Ausdruck: in den Jahren 1912-1916: L00, 390, 620, 890, 840 Mark. Auch für die zum Heeresdienst einberufenen Mitglieder wurde die Vergütung bezahlt, wenn und soweit man die Ueberzeugung gewann, daß sie der Sache treu gebliebkn sind. Blindgänger ^parlamentarischen Trommelfeuer. Trotz der Kürze der Tagung hatte der jetzt abgeschlosstue Beratungsabschnitt de« deutschen Reichstages eine stattliche Anzahl von Redeblüten zu verzeichnen. Die sprunghaften Debat-ten spiegelte« sich in den Gedankengängen der Red-ner wive>'. Anders ist eS nicht zu erklären, wenn ein Vertreter der Rechten, der fönst nicht zu den untergeordneten Rednern gehört, meinte, daß „die VolkSkraft auf der Volksstärke beruh«", g«nau wie die Armut, die von der Pauvrele kommt. Einer seiner Fraktionsgenossen äußerte sich dahin, daß in diesem Kriege die Frau durchaus ihren Mann ge° standen habe. Beim Militäretat bezeichnete ein So-zialdemokrat den Beschwerdeweg als mit Dornen gepflastert. Nach demselben Redner hat „die V«r-mögenSsteuer eine Fehlgeburt erzeugt". Eigenartig macht es sich auch, wenn ein Fortschritt!« sich dagegen auSsprach, den „Tabak erneut bluten" zu lassen. Ein Vertreter der Linken meinte: „Dieser Zapf ist eine besondere Härte". Einer der agrari« scheu Führer des Zentrums verlangte, daß bei der .Kartoffelanpfianzung die öffentliche Hand" eingreife. Einer seiner Freunde sagte: „Auch beim Rindvieh ist dafür gesorgt, daß die Bäume nicht in den Him-mel wachsen". Ein Abgeordneter wandte sich dage» gen. daß man „die Kühe und Schweine zu Sünden-böcken mache". Vor wenigen Tagen erklärte ein frei-sinniger Landwirt, daß das „Rindvieh nicht der Konkurrent des Menschen sei«. Ein Redner äußerte sich dahin, daß sein Vorredner sogar den Stallmist durchgekaut habe Ein Vertreter de« Zentrums be-zeichnete eine Anordnung als „einen Schreckschuß auf dem Papier der Gesetzgebung". Ein anderer re-dete das hohe Haus sortgesetzt mit der unter der goldenen Kuppel nicht recht gebräuchlichen Wendung „Meine lieben Freunde!" an. Ei>, Vertreter des «negSministeriumS sprach von den „Offizieren, die täglich ihr Leben opfern", ein anderer Offizier sprach vom „unschuldig verloren gegangenen Putzzeug'. Schließlich wie« ein hoher Offizier dem deutschen Volke einen nicht ganz gewöhnlichen Platz an, er gab zu, daß die .Bevölkerung gewiß an den Glocken hänge". Die blaue Blume. Wir lesen in der ,B. Z. a. M." folgende Glosse über daS neue deutsche EinheitSbier: Es ist nicht die blaue Blume der Rv mantik. Ich fand sie auch auf keinem Ritt auf blauem Pferd ins tiefe Blaue hinein. Ich traf si« an — in einem simplen Bierlokal in der Kantftraß« in Ehar-lottenburg. Der Kellner brachte mir ein Gla» Bier. Sben frisch angestochen. Himmel! das Bier trug eine — blaue Blume. Die Blume, deren Weiße und Schönheit sonst an die Blüte deS Schlehdornes erinnerte. sie war in Wahrheit blau. Ich ging schnell alle Skalen meines Farbensinne» hindurch, ich war »icht farbenblind die Blume war blau. E« war sogar «in verdächtige» Giftblau, da« sich mit keinem Btumennamen verbinde» läßt, höchstens mit Kupfer-Vitriol, der doch aber »icht zu den Blumen zählt. „Das ist da» »euc EuiheilSbier !* belehrte mich der sosort auf meine Beschwerde herbeigeeilt? Wir«. ..DaS Bier ist sonst gut, nur etwas zu dünn." Ich war „icht so schnell überzeugt. „Muß denn die Blume auf einem EinheitSbier immer blau sein?" fragte ich vorsichtig. Der Wirt zuckte mit den Achseln. .Da muß ich dem Herrn denselben Bescheid zukommen lassen, den mir meine Briuerei gab. Nämlich den: Anderes Bier kann ich nicht liefern. Wer nicht will. k,iegt keinS." Doch ich habe daS Bier nicht berührt. Denn ein Bier, da« blau ist und von dem man doch nicht blau wird, da» ist — kein Bier. Hohe Preise für Napoleon»Reli° quien. Bei einem großen öffentlichen Verkauf, der Sei ( 6 Deutsche Macht Xunrmrr 47 »or Äutjtm i» Lsndon flaüftnk, gelangte auch ein Teller n«d ein silberne« Messer zum Bertaus, die 9tapole»« I. auf St. Helena täglich benützt hat. Teller und Messer brachten den anständigen Prei» mii 1800 Frank«. Der Grvßkord»« de« Orden« der Eisernen Krone von Oesterreich, den der französische Kaiser während der hundert Tage getragen und dann seinem Sohne, dem Herzog von Reichstadt, geschickt hatte, der ihn bi« zu seinem Tode trug, fand für 1050 Frank« einen Käufer. Der letztere war übn. gen« niemand anderer al« Prinz Napoleon, der Ge-mahl der Prinzessin Klementine von Btlgien, der zurzeit in London wohnt und bekanntlich in Brüssel ein sehr interessantes und inhaltsreiche« Napoleon-Museum in seinem Wohnhause in der Avenue Louise eingerichtet hat. Gleichzeitig mit diesen Napoleon-Reliquien erstand der Prinz in derselben Auktion ein reichverzierte» und mit 14 Miniaturen geschmückte« französische« Gebetbuch au« dem 15. Jahrhundert um den Prei« von 9625 Frank«. Nur noch knapp zugemessen sind die Tage der Zeichnungsfrist. Für jeden ist noch Gelegenheit sechste Rriegsanleihe zu zeichnen! _ Deutsche, unterstützet eure Tchutzvereine durch die Verbreitung der von ihnen herau«-gegebenen WirtschaftSgegenstSnde. Zl. 7443. Kundmachung. Zusolge Kundmachung der k. k. Statthalterei vom 31. Mai 1917, Z1.8—1032/1-1917 gelaugt nachstehende« Stipendium behus« Besetzung und zwar vorläufig nur aus die Dauer eine» Jahre« zur «u«. schreibung: Die Olga Woschnaggsche Studenteu-Stipendien« stistung jährlicher 240 K. Da» Stipendium ist für die Söhne von dürftigen, in Marburg domiziliereo-den Witwen von Privatbeamten oder in Ermanglung solcher von öffentlichen, da» heißt sämtlichen Staai«-, Hof, Lande«- und Gemeindebeamten, für die Zeit ihre» Studium« an einer österreichischen Hochschule (Universität, Technik, Bodenkultur usw.), solange sie sich mit gutem Studienerfolg ausweisen, bestimmt. Bewerber um dieses Stipendium haben bei der Einbringung ihrer Gesuche solgende Vorschriften zu beobachten: 1. Die Gesuche sind bis längsten« 20. Juni 1917 bei der vorgesetzten Studienbehirde einzubringen. 2. Wird für den Fall der Nichterlangung eine« bestimmten Stipendium« gleichzeitig um die Verleih-ung eine« andere«, unter einer anderen Postnummer ausgeschriebenen Stipendium« eingeschritten, so ist sür jede« unter einer eigenen Postnummer au«ge» fchriebene Slipendium ein besonderes Gesuch recht« zeitig einzubringen, wovon eine« mit den ersorder-lichen Dokumenten im Original oder in vidimierter Abschrift zu belegen ist, die anderen Gesuche aber mit einfachen Abschriften der Dokument« unter An« gäbe, b«i welchem Gesuche sich die Originalbeilagen, bezw. die vidimierten Abschrift«« derselben befinden, zu v«rsehen sind. 3. Anspruch«berechtigte Bewerber, welche sich in militärischer Dienstleistung befinden, können ihre Be-Werbung persönlich (im Wege ihre« vorgesetzten Trup-penkommando«) oder durch Vertreter (Eltern, Vor« münder) anmelden ; in beiden Fällen ist die Studien« anstalt, welche sie »or ihrer Einberufung zur aktiven Militärdienflleistung zuletzt besucht haben, und der Truppenkörper, bei welchem sie den Militärdienst ab« leisten, anzugeben. 4. Den Gesuchen sind beizuschließen: a) Geburt»-(Taus-)schein; b) Impfschein oder Bestätigung über die über-standenen wnklichen Blattern; c) MittellofigleitSzeugni». an« welchem die Er-werd«-, Vermögen»« und Familienvnhältniße genau zu entnehmen sein müssen. Nur die mit dem Nachweise d«r Mittel-losigkeit (Dürftigkeit) versehenen Gesuch, sind stempelfrei. 4) Die letzten zwei Semestralzeugniss», bezw. die Maturität«-, Frequentation«- und Kollv,,uitiw oder StaatSprüfungSzeugnisie; v) eventuell der Nachwei» der bei einzelnen Eti-pendien angegebenen Vorzugsrechte, intbeso»« dere der HeimatSschein oder die Bürgerrecht«-urkunde im Falle de» Ersordernisse» einer be-stimmten Heimatsberechtigung oder de« BTr< gerrechtes und di« bezüglichen amtlichen Mo-trikenscheine oder gehörig gestempelten Stamm-bäume im Falle der Geltendmachung eine« ei« Vorrecht begründenden Verwandschasisverhält-nifse». 5. In den Gesuchen ist, abgesehen von de» Angaben im MittellosigkeitSzeugnisse ausdrücklich an-zuführen, wo die Eltern, bezw. Bormündn de« Kompetenten wohnen, und ob der Bittsteller odn eine» seiner Geschwister bereit» im Genusse eine« Stipendium« oder einer anderen öffentlichen Unter-stützung stehen, bejahenden Fall« auch wie hoch die-selb« beläuft. 6. Ferner haben Bewerber, welche eine belobte militärische Dienstleistung vor dem Feinde aufzuwei-sen haben oder verwundet worden sind, oder dere» Väter den Heldentod erlitten haben, diese Umstände in chren Gesuchen zu erwähnen, wenn tunlich, do-kumentarisch nachzuweisen. Gesuche, welche nicht im Sinn« dr« Vora»«-geschicklrn brlkgt find, od«r welche »:rsp^tet eingt-bracht werden, werden nicht berückfichtigt. Stadtamt Lilli, am #. Juni 1917. Der Bürgermeister: Dr. Heinrich v. Jabornegz. Kleine li nebst 2 Joch Grund in schöner Lage bei St, Paul b. Pragwald im Sann-tale preiswert xu verkaufen. Adresse in der Verwaltung d. BI. 23001 Eine Ziege ist billig zu verkaufen. Anzufragen Neugasse 12, I. Stock. Eine Wertheimkasse und mehrere grössere Weinfässer z u verkaufen. Adresse in d»»r Ver waltung des Blattes. Wegen Abreise verschiedene Möbel und Antiquitäten sowie verschiedene Wirtschaftsgegenstände zu verkaufen. Puntigamer Bierdepot, I. Stock. Gelegenheitskauf. Kine sehr preiswfirdige Weingartenrealitit in nJehster N*he von Cilli in hört lieher Lage in verkaufen. Dieselbe besteht au» einem Wohnhaus nebst Zugchör und Wirt-»tbastfgebiiide «»wie Stallung für 8 Stück Vieh. Znr Realist gehört ein Alkergrund, ein Obstgarten, tnpflan*t mit Aepfel-Birnet ■ Kirsch« n- und Zw. Ucbkonbüunien und ein schlagbarer Bucht nwald. Der Weingarten ist mit beiläufig 3 Joch ume-likanUchen Reben bestockt. S amtliche Objekte befinden sich in gutem Zustande. Anzufragen bei der Realititenvermittlung der Stadtgemeinde Cilli (Stadtamt, Stadt-sekretür Hans Blechinger). ZI. 6129/1917. Kundmachung. Zufolge Verordnung der k. k. Statthalterei in Graz vom 28. April 1917, L.-G. und Vdg.-Bl. Nr. 39, wird kundgemacht: In Gast- und Schankgewerbebetrieben, Kriegsküchen, Gemeinschafts-und Vertriebsköchen und ähnlichen Speiseanstalten dürfen in Hinkunft Mehlspeisen nur gegen Einziehung eines entsprechenden Teiles der Ausweiskarte über den Verbrauch von Brot und Mehl verabfolgt werden. Unter Mehlspeise im Since dieser Verordnung wird jede vorwiegend aus Edelmehl oder Ersatzmehl jeder Art hergestellte Speise* verstanden, die entweder als selbständige Speise oder als Beilage einer anderen Speise verabreicht wird. Ausgenommen sind die Suppeneinlagen, jedoch nur im bisher üblichen Ausmasse. Für jede Portion einer solchen Mehlspeise (Beilage) ist die Hälfte eines auf 50 Gramm Mehl lautenden Abschnittes der Ausweiskarte über den Verbrauch von Brot und Mehl einzuziehen. Bei jenen Personen, die eine nur auf Brot lautende Ausweiskarte haben, hat an Stelle eines halben Mehlkartenabschnittes oie Halste eines auf 70 Gramm Brot lautenden Abschnittes der Ausweiskarte zu treten. Die Zerlegung des betreffenden Kartenabsehuittes hat durch einen diagonalen Schnitt zu erfolgen. Die Unternehmer von Gast- und Schankgewerbebetrieben und die Betriebsleiter von Kriegsküchen. Gemeinschaft«- und Betriebsküchen und ähnlichen Speiseanstalteu sind verpflichtet, bei jeder Verabreichung einer Portion Mehlspeise den darauf entfallenden halben Ausweiskartenabschnitt einzuziehen. Die Nichtbeachtung dieser Vorschrift macht auch den Gast strafbar. Für Mehlspeisen (Beilagen) haben auch die in einem anderen Kronlande Oesterreichs ausgestellten Ausweiskarten Geltung. In Bahnhofwirtschaften und Speisewagen dürfen an die begleitende Zug8mannschait und an Reisende, die sich mit einer giltigen, auf eine Strecke von mehr als 10 km lautende Fahrkarte ausweisen, Mehlspeisen (Beilagen) zum persönlichen Genuas während der Reise ohne Vorlage der Ausweiskarte verabreicht weid*«. Uebertretungen dieser Voiorduung werden, wenn nicht die strai-gerichtliche Ahndung eintritt, von der politischen Bezirksbehörde nach dem § 85 der kaiserlichen Verordnung vom 11. Juni 1916, R.-G.-B1. Nr. 176, mit einer Geldstrafe bis zu 2000 Kronen oder mit Arrest bis zu 3 Monaten, bei erschwerenden Umständen aber mit einer Geldstrafe bis zu 5000 Kronen oder mit Arrest bis zu 6 Monaten bestrast. Auch kann auf den Verlust der Gewerbeberechtigung erkannt werden. Stadtamt Cilli, am 28. Mai 1917. Der Bürgermeister: Dr. v. Jabornegg. Goldenes Kettenarmband verloren Gegen gute Belohnung abzugeben Herrengasse 22. I. Stock.__ Eine Hausmeisterin oder Bedienerin wird ausgenommen. — Anzufragen Herrengasse 4. Hausnäherin empfiehlt sich für alte und neu* Sachen. Geht auch auswärts. MagdalenaKindlhofer,OberkÖUing42. Bucheinsieht j Buchhaltung, Revision, Beaufsick-j tigung und Neueinrichtung von BbM-haltungen sowie Aufstellung vw Bilanzen Übernimmt tüchtiger Fachmann. Zuschriften an die VerwaltMg des Blattes._ Eine Frau die nähen kann, sucht tags&btr leichte Beschäftigung. — Herr«-gasse 20, I. Stock. Kaufmännisch gebildeter MANN gesetzten Alters sucht entsprechend» Stelle oder Beschäftigung. Geneigte Anträge sind unter .Streng reell' an die Verwaltung des Blatte« erbeten. «<•# «"-»er 47 UMPtztz Wicht E«'e 7 Zeichnungen auf die sechste Österreich. Kriegs-Anleihe nimmt entgegen die X » ^ Sparkasse d-r Stadtgemeinde <£tHi Die Zeichnung beginnt am I«. Mai 1917 nnd wird Freitag den 22. Juni 1))17, 12 Uhr mittags geschlossen. Der Zeichnungspreis der steuerfreien 5.5Q0/0 flfflOrtifflMctt Staatsanleihe beträgt . K 92.50 worauf wir eine Vergütung von '/«"/. gewähren, das sind.........„ —.50 Nach Abzug der Vergütung beträgt demnach der Zeichnungspreis.......K 92.— Die Stückzinsen werden mit 1. Mai 1917 verrechnet; der Zeichner hat daher 6.60°/° Stückzinsen vom 1. Mai 1917 bis zum Zahlungstage zu vergüten. Die Zinsen der Abschnitte zu 100, 200, 1000, 2000, 10.000 und 20.000 Kronen werden in halbjährigen Raten am 1. April und 1. Oktober eines jeden Jahres und bei Abschnitten zu 60 Kronen in ganzjährigen Raten am 1. April eines jeden Jahres nachhinein ausbezahlt. Da das Zinsenbezugsrecht jedoch schon mit 1. April beginnt, anderseits aber bei Abrechnung der Anleihe die Stückzinsen ab 1. Mai 1917 in Rechnung gestellt werden, so erwächst für den Zeichner der Vorteil eines einmonatigen Zinsenge-winnes, wodurch sich der'oben angeführte Zeichnun^spreis von Kronen 92.— auf K 91.54 verringert. Der Zeichnungspreis der steuerfreien 5.50'7o, am 1. Mai 1927 rückzahlbaren Staatsschatzscheine beträgt. . k 94.— worauf wir eine Vergütung von '/j."/» gewähren, das sind.........n _.50 Nach Abzug der Vergütung beträgt demnach der Zeichnungspreis.......~K 93.50 Die Stückzinsen werden mit 1. Mai 1917 verrechnet? der Zeichner hat daher 5.60°/. Stückzinsen vom 1. Mai 1917 bis zum Zahlungstage zu vergüten. Die Zinsen werden in halbjährigen Raten am 1. Mai und 1. November eines jeden Jahres nach-hinein ausbezahlt; der Kapitalsbetrag wird am 1. Mai 1927 zurückgezahlt werden. Die Sparkasse der Stadtgemeinde Cilli gewährt unter denselben Bedingungen wie die Oesterr.-Ung. Bank gegen Hinterlegung dieser oder der früheren Kriegsanleihen als Deckung bis zu 76"/° des Nenn-wertes Darlehen zum Zwecke der Einzahlung auf diese Kriegsanleihe. Ueber die näheren Bedingungen, sowie über die Arten der Zeichnungsmöglichkeiten, gibt die gefertigte Anstalt bereitwilligst schriftlich oder mündlich Auskunft. Die KriegSanleihe ist ein Papier erster Güte »nd sichertZdem Zeichner eine günstige Verzinsung des angelcgten Kapitals. Unter Berücksichtigung des Zeichuiingspreiscs von K 92— »nd des einmonatigen Zinsengewinnes stellt sich das Erträgnis im Falle der Einlösung im Jahre 1923 aus 7-29°/». »Abgesehen von der außergewöhnlich günstigen und sicheren Kapitalsanlage ist es Pflicht jedes Einzelnen, zu einem glanzenden Erfolge nach Maßgabe seiner Mittel beizutragen. Bedenket, daß unsere braven Soldaten an der Front bereit sind, ihr Leben für das Vaterland zn opfern; bedenket, daß durch den Heldentod so vieler braver Helden, vielen Familien ein unersetzlicher, ja auch nicht durch Geld zu ersetzender Verlust zugefügt wurde. Von diesen Gedanken geleitet, kann es Euch nicht schwer fallen, dem Staate das zu geben, was eine siegreiche Kriegführung an baren Mitteln benötigt. Das Leben eines gefallenen Helden ist für ewige Zeiten verloren; durch die Zeichuuug auf die KriegSanleihe verliert man jedoch nicht nur nichts, — denn der Staat ist ja verpflichtet die Anleihe zur Rückzahlung zu bringe», sondern hat auch eine ansehnliche Verzinsung seiner Ersparnisse erreicht. Es bleibe keiner .urück und zeichne ans die sechste österr. Kriegsanleilie bei der Spar! Vitfc der Stadtgememde Cilli S«!lt 8 Hnttfche Wacht SRuwout 47 Die entscheidenden Tage sind nun angebrochen. Die letzte Woche hat begonnen, die unseren finanziellen Sieg vollenden soll. Habet Jhr alle Cure Pflicht getan? Warst Du dabei ? Hast auch Du daran gedacht? Nur wenn alle, Mann für Mann, antreten, kann das grosse Ziel erreicht, kann unsere unerschöpfliche Kraft bewiesen, kann der nahende Friede beschleunigt werden. Kurz ist nur noch die Zeit, in der auch der letzte Mann sich grosse finanzielle Vorteile sichern, sein Vermögen mehren und sein Teil zur künftigen Grösse des Vaterlands beitragen kann. Aber es muss jeder heran! Man wartet noch auf die Säumigen I Die Zeit des Ueberlegens, des Zauderns und Zögerns ist vorbei! Es gilt zu handeln Jeder gehe hin, jeder tue seine Schuldigkeit Jeder zeichne KriegSanleihe! Zeichnungen nimmt entgegen und alle Auskünfte über die Vornahme der Zeichnung erteilt die k- k- priv. Böhmische Union-Bank Filiale Cilli. Schriitlkitung, iverwolkuiiq, Druck und Periaft: ütrtin*t>uQ&:uune „(sEeUja* m Cll.ii. — Berantwortticher Leiter: lSmko tzchtdto.