Nr. 02. Donnerstag, 15. März 1««8. l<>7. Ialjlssnnll. Aibacher Zeitung. —-—________-----—. ^.^"""»lonsprt«»: Mil Postversenbunn: «anzjähri« fl. l», halbiähliss ll. ?,K0. Im L om V t oir : "^'« s> ". halbjählin sl.s.M sti»l die ^»NclUinn »,« Haue nanzlählig !l, ,, - I«lert«»n»<,tb»r: ,f!ii 2>>« ..Vaibacher .^eitun«'' «lschcinl liiglich m>! llulnahmc dll Sonn^ und ff^isllagc »erdün n<«bt ,in^»!'!>,MlN un^ Vl.,Nl > Mqsmäßigen Organen des Deutschen Reiches und ^Mnz die Wohlfahrt des deutschen Landes pflegen llem ^"llleich mit diesem Manifeste, welches die all-thäti,"" Gesichtspunkte der künftigen Regierung«. ErlalH ^ ^ "^'"' Kaisers proclamiert, entwickelt ein Pro.'/^strebungen znr Hebung des wirtschaft, l'nd ,„r ^^"'^ der verschiedenen Gesellschastsclassen ""erstilkp ^""na. widerstreitender Interessen warm ob eg n, '' ^" Erwartung nicht hcrvorrnfcn. als ^z^^ch wäre. durch Eingreifen des Staates allen Uebeln der Gesellschaft ein Ende zu machen. Goldene Worte spricht der Kaiser im Hinblick auf die Erziehung der Jugend, indem er vor den Gefahren der Halbbildung nnd vor der einseitigen Trstrebung ver» mehrten Wissens ans Kosten der erziehlichen Aufgaben warnt. Auch dem öffentlichen Dienste ist seine Anf. merksamteit zugewendet, und jedem Vorschlage finan» zieller Reformen, welcher es ermöglicht, die Änflegung neuer Lasten zu umgehen und eine Erleichterung der bisherigen Anforderungen herbeizuführen, sichert er vor-urtheilsfreie Erwägung. Der Blüte von Kunst und Wissenschaft sind seine Wüuschc gewidmet, und «unbekümmert um den Glanz ruhmbriugender Großthaten, will er zufrieden sein. wenn deieinst von seiner Re« gierung gesagt wird, sie sei dem Volke wohlthätig, dem Lande nützlich und dem Reiche ein Segen gewesen». Großartig ist der Geist, der aus diesem umfassen, den und grundlegenden Negicrnngsprogramme spricht. Man hat es von diesem Kaiser nicht anders erwartet. Und wenn bei der Veröffentlichung desselben unter der Berliner Bevölkerung lauter Jubel herrschte, wmn auf den Straßen sich Gruppen bildeten, denen der Erlass des Kaisers an den Kanzler vorgelesen wnrde, so ist es begreiflich, deuu echter Bürgersinn, geklärte Weisheit nnd warme Liebe zum Volke bilden seine Merkmale. Die beiden vom officiellen «Neichsanzeiger» publi» eierten Erlässe lauten wie folgt: An Mein Volk! Alis seinem glorreichen Lcbcn schied der Kaiser. In drm vielgeliebten Vater, den Ich beweine und um den mit Mir Mein königliches Haus in tiefstem Schmerze trauert, verlor Preußens treues Volk seiucu rühm« gekrönten König, die deutsche Nation drn G'ünder ihrer Einigung, das wiedererstandene Reich brn ersten drutschen Kaiser! Unzertrennlich wird sein hehrer Name verbunden bleiben mit aller Größe des deutschen Vaterlandes, in drssen Neubegründung die andauernde Arbeit von Preußens Voll und Fürsten ihren schönsten Lohn ge» funden hat. Indem König Wilhelm mit nie ermüden» der landesväterlicher Fürforge das preußische Heer auf die Höhe feines ernsten Äernfes erhob, legte er den fichrren Grund zu den unter seiner Führung errnngenen Siegen der deutschen Waffen, aus denen die nationale Einigung hervorgieng; er sichrrte dadurch dem Reiche eine Machtstellung, wie sie bis dahin jedeS deutsche Herz ersehnt, aber kann, zn erhoffen gewagt hatte. Und was er in heißem, opfervollem Kampfe feinem Volke errungen, das war ihm beschicden, durch lange Friedensarbeit mühevoller Regierungsjahre zu befesti-gen und segensreich zn fördern. Sicher in seiner eigenen Kraft ruhend, steht Dentschland geachtet im Rathe der Völker und begehrt nnr, drs Gewonnenen in friedlicher Entwicklung froh zu werden. Dass dem so ist. verdanken wir Kaiser Wilhelm, seiner nie wankenden Pflichttreue, feiner unablässigen, nur dem Wohle des Vater« landes gewidmeten Thätigkeit, gestützt auf die von dem preußischen Volle unwandelbar bewiesene und von allen deutschen Stämmen getheilte opfeifreudige Hingebnng. Auf Mich sind nunmehr alle Rechte und Pflichten übergegangen, die mit der Krone Meines Hauses verbunden sind und welche Ich in der Zeit, die nach Gottes Willen Meiner Regierung beschieden sein mag. getreulich wahrzunehmen entschlossen bin. Durchdrungen von der Größe Meiner Aufgabe, wird es Meiu ganzes Bestreben sein, das Wrrk in dem Sinne fortzuführen, in dem rs begründet wurde - Deutschland zu einem Horte des Friedens zu machen nnd in Uebereinstimmung mit den verbündeten Regierungen sowie mit den verfasfnngsmäßia/n Organen des Reiches wie Preußens die Wohlfahrt des deutschen Landes zu pflegen. Meinem getreuen Volke, das durch eine Jahrhunderte lange Geschichte in guteu wie schweren Tagen zu Meinem Hanse gestanden. bringe Ich Mein rückhaltloses Vertrauen entgegen, denn Ich bin überzeugt, dass auf dem Grunde der uutrennbaren Verbindung von Fürst und Volk, welche, unabhängig von jeglicher Veränderung im Staatenleben, das unvergängliche Erbe des Hohcnzollern-Stammrs bildet, Meine Krone ebenso sicher ruht. wie das Gedeihen des Landes, zu dessen Regicruug Ich nunmehr berufen bin und dem Ich ge-lobe, ein gerechter und in Freud wie Leid ein treuer König zn fein. Gott wolle Mir seinen Segen und Kraft zu diefem Werke geben, dem fortan Mein Leben geweiht ist. Berlin, den 12. März 1888. Fried-rich III, Der Erlass Friedrichs III. an den Reichskanzler und Präsidenten des Staalsministeriums Fürsten Bis« marck lautet: Mein lieber Fürst! Bei dem Antritte Meiner Regierung ist es Mir ein Bedürfnis, Mich an Sie. den langjährigen, vielbewährten ersten Diener Meines in Gott ruhenden Herrn Vaters zu wenden. Sie sind der treue und mnthvolle Rathqeber gewesen, der drn Zielen seiner Politik die Form gegeben und deren erfolgreiche Dnrchführung a/sichert hat. Ihnen bin Ich und bleibt Mm, Haus zu warmem Danke verpflichtet. Sie haben daher ein Recht, vor allem zn Jeuisseton. K u n st p e c l i e. !^e'nn? flehen Sie nicht, lieber Herr Doctor.» Uomfelo ^^"l Stromseld. Chef des Hanfes ?> '^0 fl !?t^°ki" (ein Haus in der Stadt — der Firma Hönick und Comp.. !^" Sie „i^Dachau — 500.000 fl.), «das ver- « Alädel ?l/' '^e er mir. «Man kann ganz gut 2 M ei. p ?"'"' "ie man will, man kann es b°z du mm. ^"''^'^he eingehen lassen, ohne M" H"^.H"z dabei zu kurz kommt. Ja. das n ' es °h/U" laicht lässt es sich betrügen! Man K« "'ger Nupsi,"'" verstehen, die Vernunftspartie zlan^'iin'mn ^. ^! verklären, ohne die die jungen Muben.> nun einmal nicht auskommen zu Wunen hd3^"H H ^ «.ine Karoline so ver-da^' 7'elleicht ^s ^"" sagen, wie ich es gemacht ll^.^lien S-7^".^ auch einmal eine Tochter. «""' Sie s " " ^"" anwenden... . Meine ^>> Sie ha " '"n s,e. ist eine etwas überspannte d<".natilrlich 7. /? ä" g"tc Erziehung genossen, ^ez^lner f^ . Numane gelesen, sie hat es ^n ä^n^ .^"'ch erachtet, bei der Wahl ^tl^ 'hr «is e ^lstaude 5" folgen. Den Mann, >lz't,^' hätte si. "" wünschenswerten vorgeschlagen '' ii K dorHi'"^'^ ""It lle.wmme'. Ich "Mis^. ' "1"g Wn. Ich war es auch. Ich habe Nichts war leichter als das. Bah, die Väter von Töchtern, die müssen wohl im allgemeinen von ihrem Missgeschicke so niedergedrückt sein. dass ihre geistigen Kräfte darnnter leiden. Sonst wäie meine Idee wohl fchon einem andern eingefallen. Vor etwa 8 Jahren, es war im Winter, da wurde mir für meine Tochter ein junger Mann angetraa/,,. der mir ganz wohl go fiel. Er war kräftig gebaut, schien sich einer trefflichen Gesundheit zu erfreuen und war .'j5 Jahre alt. Er war Advocat. Seine Advocatur warf ihm jährlich ein Deficit von 1800 bis 2000 fl. ab. Allein er hatte Vermögen. Die Zinsen desselben betrugen etwa 8000 bis l 0,000 fl Dr. Picritz war zwar etwas verlebt. Aber. mein Gott. die jnngen Leute sind eben nicht an« dcis. Verlebt, verliebt —' verlobt! Die Verhandlungen zogen sich hin. Wir feilschten bezüglich der Mitgift. O. ich hatte meine Freude an ihm. Er lieh sich nichts vormachen, er war zäh, er war rücksichtslos, er war sogar verschlagen und gemein sozusagen; ein prächtiger Mensch. Schließlich wurden wir einig. Ich war der Klü« gere. Ich habe nachgegeben. Nachher traten bei dem Freier Gedenken auf. Er hatte in Erfahnina. gebracht, dass Karoline eine idealistisch angelegte Seele, eine Schwär» merin sei. Er fürchtete, sie werde nicht einwilligen. Das ist meine Sache, ließ ich ihm sagen. Und ich fügte ln'nzn, er möge sich gegen den 15. März nach Venedig begeben und dort im Hotel Daniel,, Rwa bei Sciavoni, einkehren. Am I.März kam ich heim und klagte meiner Familie, dass ich an Wallungen litte. Ich behauptete, mich erkältet zu habrn. Ich erklärte, der Arzt habe mir eine Erholungsreise verordnet. Am 10. März reisten wir nach Venedig: ich. meine Frau und Karoline. Wir lehren im Hotel Danieli. Riva dei Sciavoni. ein. Sehr theuer, sehr schlecht, aber ersten Ranges. Karoline ärgerte sich weder über die hohen Preise noch über das schlechte Futter; sie schwärmte; sie schwärmte vom «ewi» gen Meere», vom «steinernen Märchen», von der «Poesie der Lagunen», der Teufel weiß. woher dergleichen in das Mädel gerathen war. Von mir hatte sie's nicht. Aber mir war es eben recht. Denn am vorgeschrieben ncn Tage taucht im Spcisesaale ein Herr auf, den ich nach der Photographie sofort erkenne. Ich setze mich an einen Tisch, der dem seinen zunächst steht. Er kannte mich nicht persönlich, ebensowenig meine Familie. Es galt eine Annäherung herbeizuführen. Nichts leichter als das. Während des Essens reißt ich plötzlich mrine Weste ails, löse rasch meine Cravatte und rufe laut nach Wasser. Auf meinem Tifche stand keines -^ ich hatte nämlich dem Kellner einen Wink gegeben — auf seinem Tische befand sich welches. Nichts natürlicher, als dass er mir zuHilfe eilte. Er war wirklich sehr zuvorkommend. Ein schlauer Kopf, lieber Freund! Denn das Mädchen am nächsten Tische war ihm ausgefallen und seine Frenndlichkeil geschah nicht ohne sogenannte «ehrbare Absicht». Alsbald erhob ich mich rasch. Ich dankie ihm. wir nennen unsere Namen — auf Reisen macht man eben leicht Bekanntschaft. Er war auch nicht blöde und entwickelte ei,ie anerlenmnswerte Liebenswürdigkeit. Im Lanfe des Gespräches zeigt es sich. dass wir beide aus Wien sind. Traf sich das nicht herrlich? Ich war ihm Dank schuldig; rr hatte mir Wasser gebracht, cr hatte Klilmchcr Zeitung Nr. 63. 524 15. März 138». wissen, welches die Gesichtspunkte sind, die für die Haltung Meiner Regierung maßgebend sein sollen. Die Verfafsungs- und Rechtsordnungen des Reiches und Preußens müssen vor allem in der Ehrfurcht und in den Sitten der Nation sich befestigen. Es sind daher Erschütterungen möglichst zu vermeiden, welche häusiger Wechsel der Staatseinrichtungen und Gesche veranlasst. Die Förderung der Aufgaben der Reichsregierung muss die festen Grundlagen unberührt lassen, auf denen bisher der preußische Staat sicher geruht hat. Im Reiche sind die verfassungsmäßigen Rechte aller verbündeten Regierungen ebenso gewissenhaft zu achten, wie die des Reichstages; aber von beiden ist eine gleiche Achtung der Rechte des Kaisers zu erheischen. Dabei ist im Auge zu behalten, dass diese gegenseitigen Rechte nur zur Hebung der öffentlichen Wohlfahrt dienen sollen, welche das oberste Gesetz bleibt, und dass neu hervortretenden, unzweifelhaften nationalen Bedürfnissen stets in vollem Maße genügegeleistet werden muss. Die nothwendige und sicherste Bürgschaft für ungestörte Förderung dieser Aufgaben sehe Ich in der ungeschwächten Erhaltung der Wehrkraft des Landes, Meines erprobten Heeres, und der aufblühenden Marine, der durch Gcwinnnng überseeischer Besitzungen ernste Pflichten erwachsen sind. Beide müssen jederzeit auf der Höhe der Ausbildung und der Vollendung der Organisation erhalten werden, welche deren Ruhm be« gründet hat und welche deren fernere Leistungsfähigkeit sichert. Ich bin entschlossen, im Reiche und in Preußen die Regierung in gewissenhafter Beobachtung der Bestimmungen von Reichs» und Landesverfassung zu führen. Dieselben sind von meinen Vorfahren auf dem Throne in weiser Erkenntnis der unabweisbaren Bedürfnisse und zu lösenden schwierigen Aufgaben des gesellschaftlichen und staatlichen Lebens begründet worden und müssen allseitig geachtet werden, um ihre Kraft und segensreiche Wirksamkeit bethätigen zu können. Ich will, dass der seit Jahrhunderten in Meinem Hause heilig gehaltene Grundsatz religiöser Duldung auch ferner allen Meinen Unterthanen, welcher Religionsgemeinschaft und welchem Bekenntnisse sie auch angehören, zum Schutze gereiche. Ein jeglicher unter ihnen steht Meinem Herzen gleich nahe. Haben doch alle gleichmäßig in den Tagen der Gefahr ihre volle Hingebung bewährt. Einig mit den Anschauungen Meines kaiserlichen Herrn Vaters, werde Ich warm alle Bestrebungen unterstützen, welche geeignet sind, das wirtschaftliche Gedeihen der verschiedenen Gesellschaftsklassen zu heben, widerstreitende Interessen derselben zu versöhnen und uuvermeidliche Missstände nach Kräften zu mildern, ohne doch die Erwartung hervorzurufen, als ob es möglich sei, durch Eingreifen des Staates allen Uebeln der Gesellschaft ein Ende zu machen. Mit den socialen Fragen enge verbunden erachte Ich die der Erziehung der heranwachsenden Jugend zugewandte Pflege. Muss einerseits eine höhere Bildung immer weiteren Kreisen zugänglich gemacht werden, so ist doch zu vermeiden, dass durch Halbbildung ernste Gefahren gefchaffen, dass Lebensansprüche geweckt werden, denen die wirtschaftlichen Kräfte der Nation nicht genügen können, oder durch einseitige Erstrebung vermehrten Wissens die erziehliche Aufgabe unberücksichtigt bleibe. Nur ein auf der gesunden Grundlage von Gottesfurcht in einfacher Sitte auf- wachsendes Geschlecht wird hinreichend Widerstandskraft besitzen, die Gefahren zu überwinden, welche in einer Zeit rascher wirtschaftlicher Bewegung durch die Beispiele hochgcsteigerter Lebensführung Einzelner für die Gesammtheit erwachsen. Es ist Mein Wille, dass keine Gelegenheit ver> säumt werde, in dem öffentlichen Dienste dahin einzu» wirken, dass der Versuchung zu unverhältnismäßigem Aufwande entgegengetreten werde. Jedem Vorschlage finanzieller Reformen ist Meine Vorurtheilsfreie Erwägung im voraus gesichert, wenn nicht die in Preußen altbewährte Sparsamkeit die Auflegung neuer Lasten umgehen und eine Erleichterung bisheriger Anforderungen herbeiführen lässt. Die größeren und kleineren Verbänden im Staate verliehene Selbstverwaltung halte ich für ersprießlich; dagegen stelle ich es zur Prüfung, ob nicht das diesen Verbänden gewährte Recht von Steuerauflagen, welches von ihnen ohne Rücksicht auf die gleichzeitig von Reich und Staat ausgehende Belastung geübt wird. deu Einzelnen unverhältnismäßig beschweren kann. In gleicher Weise wird zu erwägen sein, ob nicht in der Gliederung der Behörden eine vereinfachende Aenderung zulässig erscheint, in welcher die Verminderung der Zahl der Angestellten eine Erhöhung ihrer Bezüge ermöglichen würde. Gelingt es, die Grundlagen des staatlichen und gesellschaftlichen Lebens kräftig zu erhalten, so wird es Mir zu besonderer Genugthuung gereichen, die Blüte, welche deutsche Kunst und Wissenschaft in so reichem Maße zeigt, zu voller Entfaltung zu bringen. Zur Verwirklichung dieser meiner Absichten rechne Ich auf Ihre so oft bewiesene Hingebung und auf die Unter« stützung Ihrer bewährten Erfahrung. Möge es Mir beschieden sein, dergestalt unter einmüthigem Zusammenwirken der Reichsorgane, der hingebenden Thätigkeit der Volksvertretung wie aller Behörden und durch vertrauensvolle Mitarbeit sämmtlicher Classen der Bevöl« kerung Deutschland und Preußeu zu neuen Ehren in friedlicher Entwicklung zu führen. Unbekümmert um den Glanz ruhmbringender Großthaten, werde Ich zufrieden sein, wenn dereinst von Meiner Regierung gesagt werden kann, sie sei Meinem Volke wohlthätig, Meinem Lande nützlich und dem Reiche ein Segen gewesen. Berlin, den 12ten März 1888. Ihr wohlgeneigter Friedrich lll. Verhandlungen des Reichsrathes. Wien, 13. März. Eine Zuschrift des Grafen Kälnoky theilt mit, dass Fürst Vismarcl an ihn folgendes Danktelegramm gerichtet habe: «Mit besonders dankbarer Wärme hat die kaiserliche und königliche Regierung von Deutschland und Preußen die feierliche Kundgebung entgegengenommen, welche das Abgeordnetenhaus in Wien dem Andenken des Kaisers Wilhelm gewidmet hat. Ich darf Euere Excellenz bitten, an den Präsidenten des Abgeordnetenhauses Smolka den Ausdruck unseres Dankes gelangen zu lassen.» Das Wiener Landesgericht sucht um die Bewilligung zur Einleitung der Voruntersuchung gegen den Abgeordneten Ritter v. Schönerer wegen Verbrechens der öffentlichen Gewaltthätigkeit nach den §§ 83 und i)9 des Strafgesetzes an, begangen in der Nacht vom 8. auf den 9. März durch gewaltsamen, bewaffneten Einfall in die Redaction des «Neuen Wiener Tagblatt» mit mehreren gesammelten Gesinnungsgenossen, sowie durch gefährliche Bedrohung mehrerer in der Redaction dienstlich an- wesender Bediensteter. Da das vorliegende Beweismateriale die Einleitung der Voruntersuchung rechtfertigen wilrde, wird um die Gestaltung der Verfolgung Schöncrers unttt Vorlage der Acten angesucht, welche wegen der Inhai^ nähme der dieser Delicte gleichfalls beschuldigten Eduaro Gerstgrasftl-, Advocaturs-Stenograph, und Ernst Lehrner' absolvierter Jurist, welche beide in Begleitung Schönere" waren, möglichst bald zurückgesendet werden wolle«' Schönerer rief nach den Worten «gewaltsamen, bewasp neten Einfall»: «Ist erlogen!» wofür er den Ordnungsruf erhielt. Abg. Dr. von Derschatta überreichte die Pe' tition des deutsch-österreichischen Turnkreises gegen den Antrag Liechtenstein und beantragt, dieselbe dem stenogra' phischen Protokolle beizulegen, (Angenommen) Ange^ interpellierte, warum der Bezug von Soole in Curorte und Fremdenhotels nicht gestattet werde. Siegmun und Friedrich Sueß beantragten, die Regierung ^ Einbringung eines Gesetzentwurfes, betreffend den SM der Heilquellen und Mineralquellen, aufzufordern, Hierauf folgte die Fortsetzung der Verhandlung uve/ das Katechetengesetz, Dr. Weitlof bekämpfte die M^ führungen Heiunchs und citierte Stellen aus den Red desselben von 1874 und 1875, worin Heinrich lM» die hetzerischen Kapläne sprach, die von den Kanzeln Hera zu cllten Weibern schwätzen, und versicherte, dass bie.^. ligion die Grundlage des Vulksschulunterrichtes bll^ Heinrich suchte Dr. Weittos durch Zwischenrufe 3 stören. Abg. Spelina klagte über den Mangel an V« lichleit bei der Jugend. Der heutige Unterricht in Volksschulen fördere nur den Socialismus und AnarcY' mus. Der Redner verlangte die Wiedereinführung confessionellen Schule. .^ Hierauf wurde Schluss der Debatte angenolNw und Kronawetter und Cholkowski zu Gener^ rednern gewählt. Der Präsident brach sodann Verhandlung ab und ersuchte die folgenden Redner, > kürzer zu safsen und auch strenge an den Gegenstands halten, weil noch viele Gegenstände vor Ostern zu ledigen seien und nach Ostern keine Zeit sein w ' mehr als vielleicht das Budget und noch irgend Vorlage zu erledigen. Nächste Sitzung Donnerstag__^ Politische Ueberlicht. (Oesterreich und Deutschland) ' «Wiener Zeitung» veröffentlichte vorgestern "« ^ gramm des Fürsten Bismarck an den Grafen M' vom 10. März und die Antwort des österrelcyl'A, Ministers des Aeuhern. Treuer als in diesem peschenwechsel konnte die Natur des Bündnisses ä^A. den beiden Reichen nirgends zum Ausdrucke ^^" Die zwischen den beiden Staatsmännern ""Mta"!^, Telegramme werden die Völker der beidm ^5 ,,^lelt wohl als jene Europa's neuerlich über jene ^w «,^ des Bundesverhältnisses belehren, die ihre Krai» ^ aub geschriebenen Verträgen allein schöpft, s"A ^W' der Gemeinsamkeit der Gefühle und der 5?!" fälle welche durch keine noch so ergreifenden Zlvn0. Fortsetzung.) gchllf Es gibt Fälle, in welchen die Jahre oe' ^h,o blick dcr Liebe eher erhöhen als verringern, ^„le sagte denn auch jetzt der Klang von Sidomen ^^^e^ Nannette, dass ihrem geliebten Fräulein etw^.^te s" liches widerfahren sei. Die Thür Mie^' ' ^s-das junge Mädchen in das Innere des «""'"^ch l" «Ich sagte, Sie seien willkommen.' '^. o»" , sessen hatte, und jetzt erst konnte diese " ^i, Gesicht sehen. Sie sah. wie bleich daMl streckte ihr erschüttert die Hände entqege". ^t ";, «Ja. Fränlein. Sie wurden ^""7^"^ prüft; aber der liebe Himmel hat M" ' Oelcl) " gestanden und wird es auch ferner thun. ^ Leid ist Ihnen zugestoßen?. ^e die ^js «Nannette.. das junge Mädchen """ „öl, g,F schwer, mit verzweiflungsvollcr Gebrrve^ ^he will es mitunter vorkommen, als have meiner vergessen.» Laibachcr Zeitung Nr. 62. 525 15) März 1888. ?" Interessen, der Traditionen und der Gesinnungen ^ Mker beruhen. Graf Kälnoky erwiderte auf die Depesche des deutschen Reichskanzlers: «Fest und un-verdlüchlich wie ihre Dynastien werden anch die Völker °noer Reiche zueinander stehen.» Der Minister begrüßt Mann den Kaiser Friedrich Hl. als den würdigen "aWlger Kaiser Wilhelms, den Freund unseres Kai->rl2 „nd der Monarchie. So stehen wir hente bereits "°r emem Commcntar zu dein am 3. Februar d. I. f °"u.llglcrten Bündnisverträge, dessen mächtige Bered-aen? "'^ "^^" ^"^ ^'^ unmittelbaren Erklärun-da» f' ^'^" Staatsmänner, sondern auch noch dnrch c < »ehrliche, Europa tief bewegende Ereignis gelbe? ^"^' ^^^^ ^'^ Veranlassung zu demselben er. vn,- ^" Immunitäts'Ausschuss) berieth bm! . " ^"'^ "ber die vom Wiener Landesqerichte ^«Me Auslieferung des Abgeordneten Schönerer ^Dl f.»»»«:« Eindringens in die. Redaction des «Neuen tin? A ^"Nblatt.. Värnreither beantragte das sofor- »e Angehen in das Meritum der Frage. Dr. Fo« »^"beantragte weitere Erhebungen und die Wahl tw« "Renten in der nächsten Sitzung. Dieser An. "8 wurde mit !) gegen 3 Stimmen abgelehnt. So» "nn wurde über Antrag Weebers nach Verlesung der W«n '"" ^ Wen 2 Stimmen beschlossen, der Ver- ^HH zuzustimmen. Zllm Referenten wurde Dr. Weeber berick!?^ "nfessionelle Schnle.) Aus Trieft ltim? ^" ""^' Die Handelskammer nahm ein-Sckm^ "'^ Resolution gegen die Liechtenstein's^ Net.« ^"^ °" ""d beschloss, dieselbe dem Abgeord-lamm "^b ö'l übergeben; auch die Görzcr Handels-M. !l ^"lestierte gegen dieselbe. Vorgestern fand eine welch. s-^"chle Versammlung deutscher Arbeiter statt, cones' ^ '" besonders energischer Weise gegen die ""fc swnelle Schule aussprach. Vield, ^""""tar'sches.) Nach einer Wiener Antni ^ < '^"- 2'sty' wurde die erste Lesung des ferir,i7^echtenstein definitiv bis nach den Östrr-Abassi,.?^^^"' b" mehrere polnische und dalmatinische den '.„ ^ "°r Fremden beherrschen zu müssen, ^"de". U "'""' ""' buchte das wohlthuende En> lachen zu ,« " ""tfühlcnden Seele gegenüber ans» " Fassung '"' d'e Hartgeprüfte um den letzten Rest ""te sprechen von Lord Hargrave?. fragte Nan- ^ Han'llm^°"'k richtete langsam das Hanpt empor. b ^'"te, jch """" von Thränen überflutet. " chn K^°" '^ Ich habe ihn gesehen, er 't in NSchmte von mir entfernt gestanden; Nannette. ist der Grund °>tt 'Ja N« " """ ^- Sie sind geflohen?» 3°>' gef o?n"^' '^ b" ans Lady Delange's Haus N""' wo der «» ^"'' ""' "'' ""^ dorthin /rück. end „/"'d dem i1?"ü """' ^» mein Hass vernichten °2'«aw? Z Dennoch nichts anderes als eine Netl/^en Ibr ^ schenken kann!. s'Ute?. fragte Nan- ^^ Mte N G°"! ^"d Hargrave — " 'toste und Sidonie vollendete: «Du zauderst, das Entsetzliche auszusprechcn, und doch ist es die Wahrheit. Karl Hargrave und kein anderer trägt die furchtbare Schuld'an dem Tode Leonards!» Erschrecken in jedem ihrer Züge ausgeprägt, blickte die alte Nannette in das erregte Gesicht ihrer jnngen Herrin. «Sie haben mit Lord Hargrave gesprochen. Fräulein?» fragte sie grpressten Tones. «Mit ihm gesprochen?, erwiderte Sidonir. O Nan« nette. nein. »ch sah ihn. ohne dass er mich erblickt hat. Aus Fnrcht. dass dies geschehen könne, bin ich ja einzig geflohen!» «Weshalb. Fräulein? Warum haben Sie ihn nicht reden lasfen? Warum habeu Sie ihn nicht an. gehört, was er ihnen zu sagen hatte? Theilten Sie mir nicht selbst mit, als Sie rnhiger geworden waren, dass bei jener furchtbaren Scene am Morgen Ihrer vereitelten Flucht ani Loirrt.la-Vellc Lord Hargrave Sie angtflcht habe, ihn anznhören, weil das Entsetzliche, dessen man ihn beschuldigte, nicht mit einem einfachen Ja oder Nein erwidert werden könne?» «Dn glanbst also Eugene, du glaubst den Zei» tungsberichten nicht, auch nicht dem niederschmetternden Umstände, dass Karl Hargravc Leonards Eigenlhnm, die Kette mit dem Medaillon, um seinen Hals ge. tragen hat?» «Diese beiden letzten Thatsachen sprechen allerdings gegen ihn. aber dennoch sollten Sie ihm die Möglich keil bieten, sich zu rechtfertigen. Es ist dies nicht mehr als gerecht. Vermag er es aber nicht, fo darf er der strafenden Gerechtigkeit nicht entkommen!» (Fortsetzung solgl.) limbischen Behörden verständigt, damit diefelben durch strenge Handhabung der Passvorschriften und durch warnende Einwirkung zu dem angestrebten Ziele beilragen. — (Deutsches Vollstheater in Wien.) Nach eingehender Berathung über die eingelaufenen Offerte beschloss der Vereinsausschuss des deutschen Voltstheaters in Wien mit allen gegen eine Stimme, das Offert des Herrn Emerich v. Vukovics anzunehmen und das Präsidium zu ermächtigen, den Vertrag über die Verpachtung des Theaters mit demselben abzuschließen. — (Ratten im «himmlischen Reiche».) In einer vom Gouverneur von Uliassutai an den Kaiser von China gerichteten Denkschrift wird mitgetheilt, dass die Route der Regierungs-Couriere zwischen drei Poststationen im District? Khallha in der Mongolei habe geändert wer» den müssen wegen des Ueberhandnehmens der Ratten. Seit zwei Jahren haben diese Thiere daselbst solche Ver« heerungcn angerichtet, dass fast jeder Grashalm abgefressen ist. Das ganze Land hat von der Plage zu leiden. Die Pferde und Kamecle haben kein Futter, und es ist unmöglich, Thiere zur Beförderung der Post auszutreiben. — (240 Am bo soli.) In der samstägigen Linzer Ziehung wurden von den Lotteriebrüdern und den Lot^ tcrieschwestern, welche lein Ereignis vorübergehen lassen, um das Lottogefälle zu bereichern, die Nummern 2, W und «8 sehr stark besetzt. In der Welt des egyptischen Traumbüchcls bedeuten diese Zahlen die doppelte Todesmeldung (2), die laufende Jahreszahl (88) und die «höchste Person» (90). Diesmal haben die Lotto-Enthusiasten auf diese Nummern nicht weniger als 240 Ambosoli gemacht. — (Die Straße über denPredil) Seit Aschermittwoch war wegen der großen Schneemassen der Verkehr der Post- oder anderer Fuhrwerke über den Predil eingestellt und konnte erst am 4. März wieder eröffnet werden. — (Ein Freund der Genauigkeit.) Herr Fallbach: «In welchem Jahre sind Sie denn geboren worden, Fräulein?» — Fräulein Anastasia (seufzend): «Ich trau' mir's kaum zu gestehen — Anno neunundsechzig!» — Herr Fallbach: «Achtz eh,i h u n d e r t?» Local- und Provinzial-Nachrichten. — (Allerhöchste Spende) Se. Majestät der Kaiser haben für die nothleidenden Familien des Krop-fter Thales in Oberkrain eine Unterstützung von 300 fl. aus der Allerhöchsten Privatcasse allergnädigst zu be» willigen geruht. — (Der dritte Kammermusik-Abend) reihte sich in der Auswahl des Programms sowohl als im Erfolge der Durchführung desselben seinen Vorgängern auf das würdigste an. Beethovens Quartett uz>. 18 in l<'-6lil wurde von unserem tüchtigen Ger st ner'schen Streichquartett in gelungener Weise vorgetragen, und so konnte es nicht fehlen, dass die einzelnen Schönheiten dieses Quartetts zur Geltung gelangten, vor allem das wunderbare Adagio und nicht minder das herrliche Scherzo. Ist auch in diesem Quartette noch nicht der spätere voll' gillige Beethoven enthalten — es ist dies Quartett das erste, das von des Meisters Quartetten öffentlich erschien — so hört man das Rauschen des Flügelschlages Veetho-ven'schen Genius bereits in jedem Takte. Ein ganz besonderes Interesse brachten wir der zweiten Programmnummer, dem Trio Smetana's, op. 15 in K-mc»!!. entgegen, nicht bloß weil es uns neu und Smetana in unserem Concertprogramme überhaupt noch nie vertreten war, sondern auch deswegen, weil sich der Clavierpart in den Händen der Frau Ernestine Racic befand, einer musikalisch hoch« begabten Dame, die wir im Privatzirkel zwar zu bewundern schon öfters Gelegenheit fanden, die aber noch nie in die Oeffentlichleit eines Concertsaales getreten ist, sagen wir es gleich: zu unserem Verwundern, denn wenn man so spielt, wie 'Frau Ernestine Racic gestern spielte, braucht man die Oeffentlichteit nicht zu scheuen. Ihr Spiel zeichnet sich durch volle Hingabe an die künstlerische Aufgabe, classische Ruhe, eingehendstes Verständnis und Klarheit des musikalischen Ausdruckes aus nnd wird noch außerdem durch sichere Technik und einen allen Stimmungen sich anschmiegenden schönen Anschlag unterstützt. Die Herren Gerstner und Lula brachten auch ihrerseits ihre dankbar geschriebenen Parte in mustergiltiger Weise zum Ausdrucke, und so war der Erfolg des Trios ein durchfchlagender, Beweis dessen der stürmische Beifall und die Hervorrufe, welche diefer Pro-grammnummcr folgten. Freilich ist auch zu bemerken, dass die ausübcnom Künstler ihre Mühe an keine undankbare Aufgabe verschwendeten. Smetana's Trio ist eine phan tastische, durch Reichthum und Schönheit der Melodien, durch überraschenden Wechsel an Tempo und Rhythmus, durch Klangschönheit und effcctvolle Behandlung der Instrumente wirkende Composition, welche aus dem Rahmen einer Kan,mermusilpi«e, fast möchten wir sagen, heraustritt. Es ist nicht die kunstvolle Durcharbeitung der Themen, die sonst das Kammcrmusikgenre charakterisiert, sondern es sind phantastische, oft dramatisch bewegte, leidenschaftlich aufgeregte und aufregende musikalische Bilder, vorwiegend düstern und schwermüthigen Charakters, welche das Wesen dieser Composition ausmachen, Umso größer war daber die Wirkung, welche Mozarts Quintett Laibachcr Zeitung Nr. 62. 526 15. März 1888. in U-äur erzielte. Nach den schwärmerischen, düsteren Klängen des Smetana'schen Trios mit seinem Todten-marsche plötzlich der heitere, lachende, schelmische, neckische, graziöse Mozart, der Sonnenstrahl, der aus der dunklen Gewitterwolke bricht. Ta hatte nun unser durch eine zweite Viola (Herrn Till) verstärktes Gerstner'sche Quartett Gelegenheit, zu zeigen, was Zusammenspiel wirken kann. Von Satz zu Sah steigerte sich der Beifall des Publicmns, und nach dem ganz besonders zierlichen, humorvollen Menuett ertönte rauschender, nicht endenwollender Beifall und der leider ungehört oder unerwidert verhallende äa capo-Ruf. Auch zum Schlüsse zeigte der rauschende Beifall, welch tiefe Wirkung der alte Mozart noch immer auszuüben vermag, besonders wenn er so liebevoll behandelt wird, wie dies gestern von Seite der Herren Ger stner, Dr. Ruch, Moravec, Luka und Till der Fall war. — (Die nächsten Lehrbefähig ungsprü-fungen) für allgemeine Volks- und Bürgerschulen werden bei der hierländigen Prüfungscommission am 30sten April l. I. und an den darauf folgenden Tagen abgehalten werden. Candidaten und Candidatinnen, welche sich der Prüfung zu unterziehen gedenken, haben die gehörig instruierten Zuläfsigkeitsgesuche zur Prüfung im Wege der Schulleitung bei ihrer vorgesetzten Bezirksschulbehörde und, fofern sie gegenwärtig an leiner Schule in Verwendung sind, mit Beischluss ihrer Dienstzeugnisse und eines von einem Amtsarzte ausgestellten Zeugnisses über physische Eignung des Bewerbers zum Lehrerberufe unmittelbar bei jener Bezirksschulbehörde, in deren Be» reich sie zuletzt in Verwendung gewesen sind, und zwar rechtzeitig einzubringen, damit die Bezirksschulbehürden in die Lage kommen, die Gesuche bis 15. April l. I. der Prüfnngscommission zu übermitteln. Jene Candidaten und Candidatinnen, welche ihre Gesuche um Zulassung rechtzeitig eingebracht haben, wollen sich, ohne erst eine beson« dere schriftliche Einberufung abzuwarten, am 30. April vormittags um 8 Uhr zum Beginne der schriftlichen Prüfung in den hiefür bestimmten Räumlichkeiten der hiesigen k. k. Lehrer- und Lehrerinnen-Bildungsanstalt ein» zufinden. — (Blattern-Epidemie in Laibach.) Stand der Blatternkranken am 12. März: 25 Männer, 16 Weiber und 16 Kinder, zusammen 57 Kranke. Bis inclusive 13. März sind zugewachsen: 3 Kinder. In Abgang sind gekommen, und zwar durch Genesung: 1 Mann. Es verblieben sonach in ärztlicher Behandlung: 24 Mim» ner, 16 Weiber und 19 Kinder, zusammen 59 Personen; es hat daher der Gesammtlrankenstand um 2 Personen zugenommen. — In der Umgebung Laibachs: In Unter-schischka sind trank verblieben 5 Personen; die Seuche wurde dortselbst neuerdings aus Laibach eingeschleppt. In St. Marein verblieben noch 5 Personen krank; das Erlöschen der Epidemie im Bezirke Laibach steht demnächst bevor. — (Slovenisches Theater.) Zum Benefize des Lehrers und Regisseurs des dramatischen Vereines Herrn Ignaz Borstnik findet am kommenden Montag im Saale der hiesigen Citalnica eine Vorstellung statt. Zur Aufführung gelangen das dreiactige Schauspiel «I>l«5top iono» und der Einacter «Aoulcki M». Herr Borstnik hat sich während der kurzen Zeit seiner Wirksamkeit als Regisseur des dramatischen Vereines um das Aufblühen des slavonischen Theaters wesentliche Verdienste erworben; es steht daher zu erwarten, dass sein Benefiz-Abend sich zu einem factischen Ehrenabende gestalten werde. — (In Kropp) wurde am 12. d. M. das neue Schulgebäude eingeweiht, nnd wird nun die dortige ein» classige Volksschule in eine zweiclassige umgewandelt werden. Das Gebäude, welches zu Schulzwecken adaptiert wurde, ist vom verstorbenen Schulinpector Oolar der Marttgemeinde Kropp testiert worden. — (Der steiermärkische Kunstverein) in Graz hat bereits mit der Ausgabe seiner Prämienblätter für sein 23stes laufendes Vereinsjahr begonnen. Wer seine Thätigkeit auf diefem Gebiete des Kunstlebens mit Aufmerksamkeit verfolgt hat, muss bekennen, dass der steiermärkische Kunstverein nicht nur jedes Jahr ganz neue, vorher nicht reproducierte Kunstwerke zu seinen Prämien wählt, sondern dass er in dieser Richtung in diesem Jahre sogar ganz Außerordentliches leistet. Seine erste Prämie: «Die Lautenschlägerin», 77 cm hoch, 45 cm breit, ist ein hervorragendes Kunstwerk in der Technik des Farbendruckes nach dem berühmten Gemälde von Fritz August Kaulbach, welches auf der ersten internationalen Kunstausstellung in Wien 1882 so große Bewunderung erregte und sich jetzt im l. k. Belvedere befindet. Drei weitere Prämien sind ganz neue, eben erst vollendete Kupferstiche nach den bedeutendsten Malern, nämlich: 4 fl. !)4 lr. Graz im Monate Februar 1888. >" (Nachdruck wird nicht honoriert.) iNudolfswert, 12. März. Die Durchschnitts-Preise M" auf dem heutigen Markte wie folgt: ------------------------------------------------------------------- ^ Weizen per Hektoliter 7 30 Vutter pr. Kilo - ' ' ^ A Korn » 4 54 Eier pr. Stück ' ' ^ ? Gerste » 4 22 Milch pr. Liter ' ' ^ ^ Hafer . 2 87 Rindfleisch pr. Kilo - ^ 4» Halbfrucht » 4 54 Kalbfleisch ' ' ^ ^ Heiden . 4 22 Schweinefleisch ' ' ^ 3" Hirse . 5, 36 Hähndcl pr. Stück - ' ^ ^ Kukuruz . 5 20 Tauben » ' ' ii ^ Erdäpfel pr. Mcter-Ctr. 2 40 Heu pr. 100 Kilo - -^ ^ Linsen pr. Hektoliter . — — Stroh 100 » -.,' ^ Erbsen . --------- Holz, harte«, pr. Cut"' 9 4" Fisolen » — — Meter - - i,,', "" Rindsschmalz pr, Kilo — 80 Holz, weiches, pr.Mtw ^.^ Schweineschmalz » — 80 Meter. . - ' ' 13 ^ Speck, frisch, . — 54 Wein, roth.. pr,E>M" ^ Speck, geräuchert, » — 80 Wein, Verstorbene. ^tcc, Den 12. März. Agnes Marinöel, Arbiters 5'/, I., Petersstraße 56, Blattern. ^,<«in, I^H Den 13. März. Antonia Pogacnil. Schul"" ^ie" Wienerstraße 7, Tubcrculose. - Agnes Plahutmi, Gattin, 37 I., Tricstcrstraße 19, Tuberculosc. -„ 84>>' Den 14. März. Ursula Linzinger. Arbc.t "h,,^ Tirnauer Lande 10, Blattern. — Maria Beziai, Gattin, 58 I., Triefterstraftc 33, lUo.'Iiu» Uns""' Im Spitale: Fl'l^ Den 11. März. Nikolaus Gojmeraz-Sl'p° ' Zl) ^" 20 I., Tuberculose. — Johann Sinlovc, ^,cy» Vlattcrn. <,, <,,iler. ^ Den 12. März. Josef Marinsel, «"ve. " De'n 13. März. Johann Smole, Z'"^Äa"?'' Marasmus. — Rosalia Vwzic, Inwohnerin, ^ ^hil^--^ — Wilhelm Nost, gewesener ssassbindcr, Meteorologische Äcobachtuugen^m^^^ Z Z,^ -^ ßä! Wind b.«b'""" ZZ,ö ^ « ß^t -? ^----^ .,_._5., 6l? ^____^-M^> ' 7U.Mg. 7282 "^8^^ windstill ^^er ^ 14.2. N. 726 9 8 6 NO. schwach ."„M, ^l, 9 » Ab. 725 4 4-4 NW. schwach icinl'A/ge^ Morgens Nebel, nicht lange anhaltend, d"N'.^he.>ds ^b Sonnenschein; nachmittags zunehmende VewM"'>' ^, " 7 Uhr Regen. Das Tagesmittel der Tempera'" über dem Normale. __ Vrrllntmnrtlilksr Redacteur: I- ^^-^^,ll^ ^- Gedenkt der Laibacher lüche bei Spielen und Wetten, bei Fcstllchle"" sowie bei unverhofften Gewinsten. 527 Course an der Wiener Dorse vom 14. März 1888. Na« b?m offceu«, Course«? .______________ ^ Oclb «Lare Etllllts'Anlchrn. CNbeiit.iV...... "'^ '^"^ '««UN zc,7 ^'a°t«lose «50 si, ,30 25 13,-- '"Wer >i"/ o,si°"^ 500 „ 13» - 132-50 '"e 4'7» 10« fl, . ,23 U0 123 uo »"ilA? ..... ««' — ^/"»«hN ..... 'no- ,ol' . Oelb Warc s>°/<, Temescr Banat , , . . io3-«o 104-30 s/'/,, »ngar»sche...... >»4 — ,<<<'l>0 Andere öffentl. Anlchcn. Donau-Meg. vose s>V« »W fl. , »17 50 li»'- dt». Anleihe i«?u, steucvftci i«< ?l> iu5-?5 Änleben d. Stadlgcmcinbc Wien u>< - IU5-- Nnlchen b, Stabtgemcinde Wien (Silbct unb Gold) ,.,.—., — - Plämicn'?lnl,d.Slab«l 70 is.i — Pfandbriefe (fUl I0>! fl,) Nobenci. allg. öfterr. 4°/n Gold . l^7— »27 75 dto. IN 5« „ „ <>/,"/» U!0 «0 !s>I'.W bto. in 5!» „ „ 4"/« . 97 3» «7-V5 blo, Pri>il!>cN'Sch>l1dvcrschr,8"/<, ll!i 5>u >!>2'— Ocst,Hypolhclcnbanl I0j, 5>/i"/i> ll.n-50 loi'lw Ocst °ung, ^anl vcil. <>/«"/« - - "N-75 ,02^25 dto, „ <"/„ . . »»'70 !« IU — ^ — - Prioritiits-Olilialliiouen (!>!r >uo slj (ililnl'»:!>and«<'«-«<» «il'l>s,ibii!slcr ...... — Oelb Ware Slaalsbahn l. Emission , . ,9?'7b il»»-25 Sllbbahn i^ »u/n..... I4N-50 >4l'— « ^ 5°/o..... iz« 50 »27-25 Ung-gaKz. Vahn..... »»5 20 95 70 Divcrfe Lofc lper C««cl). «irebiilose ino fl..... i?»"?5 1?» 25 «larv^'ol« <» fl, , , . . 5,-50 52 - 4"/« DoxaU'Dampssch, loo f>, nv.— li» — z,'aibacherPrämicn«N!,leh,20fl, 215N 22 50 Oscncl Lose <0 sl..... 54'50 55 25 PaM, l!osc 40 sl..... 4» 50 5,'— »tl'thcussreu,, öft, Gefviufl. I7K, I7<<> Nüdolf-t'ose ,« fl..... «i-bO — - Snlm i'osc 4» fl..... s,» 50 «0— Sl,°«cnoi«.Lofe 4U sl, , . 5« — 5« !> «anl-Actien lper CtUcl). N»gl0'Ocst?rr, Vanf 20a fl. . U>0 — >0N 5(> Ba»lvcrcin, Wicncr, loo fl, . 81 50 f<2 — Vdncr.'ilnst^öst.üuofl^^«"/,, !i^>'— 2»n— !irbt,'«nN, f, Hand,»,O,i«u fl, 2t!»'2l» ^n« «> livcdilbanl, NNg. Uns>, 2uu fi, ?7U'25 <>i!f, «Illss. 2uu fl, . I7i — i?3 — E«comhte G,,Niedc,ösl 5l»ufl. 010— l»»o— t>vpc>thclcnb., ösl 2UN fl,25»"/,,L, —»—------- z/ünderb.. bst, 200 sl, G,50"/n L. 208-— 2^,3 l0 Oes!elr..,!Nss. Banl . . . .«57--U59-- Unionl'anl 20« fl..... !>»5-25 l«l>-?5 Vcrscbröbllül, 31 N^, ! ,,, l, ,,,«-,- 14!».— Veld Ware Actim von Tlllnsport-Untcrnchmungen. (per Stück). «Ilbrechl-Vabn 2«u fl. S,lbn . —'- — — Nlsöld^illmÄcihn 200 fl, Silb , 17ll- 173- NuIsiN-TcpI, ltisenb. l!00 sl, sM, — — —'— Äöhi». Norbbahn 150 sl. . . . I«»— 1«» - „ llveftbahn 200 fl, . . , 2«» - «»0- — Nuschlichradcr liisb, 500 fl, CM. —— — — „ (lit. «) »no fl. . ——------ Donau ? Dampfschiffahrt« < Ges. Oesterr, 500 sl. 2Vl. . . , 857 — 35» — Drau-Vahn 20N sl. ..1,1,III,»ojb0 191,— Oraz.Köflacher, 200 fl, Silber . I5X-25 I«u — Plag-Dufcr llcilcnt'. 15« sl. Silb. 1«—------ Nudols.il'ahn 20N fl. Silber . 17» . 178,5« Sicbeobürgcl «tisenb. »NO sl. . —-— —— Slaatseifenbohn »00 . W, 213?» 214,95 Nr,, neu ,00 fl, »» ?b 4s,»t Iianeport.Ocsclllchllst i«0 sl, , —.- ^_.» Ung.'lliliz, itiic»i>,2U!» sl, Silber i5«-25 157 25 Una, Nordoftbllhn l0U sl, Cilber I53l.0 154 »5 Un«,westb.(z»»al>-Graz)«uusl.S, ,b« ?b 1541.0 Industrie-Actien (per Stuck), «Mi unb jlindbera, Eisen» und Stahl.Inb, in Wien 100 fl. . 84 7b «l»« llisenbahnro'Leihg, I, »oll.40"/« —>— _-— „«,- il!!o»taN'Gesellsch,. of!»,-«,«alpine »9ll» l» l>o Präger l!«°ssranc»«Vlücke..... ,0 03, l«»5 Vilbtr.........—------------ Deutsche Mrichlbanluotcn . . «»-3»» «»40 Italienische Uanlno 0»^