EINZELPREIS; wochentags 10 Rpt Sam^taK-Soniitag 15 Rpl Snocburntr öritung Amtliches Organ des VerUg und Schriftlfitung: Marburg a. d. Drau, Uadgasae Nr. 6, hernrut: 25-67 25-68, 25-Gü — Ab 18 Uhr (6 Uhr abends) ist die SchriHk'itung nur aul hernrut Nr. 28-67 erreichbar. — Unverlangte Zuschriften werden nicht rückgtisandt. — Bei Anfragen Rückporto beilegen. — Pcstsclteckkqnto Wien Nr. 54.608. Steirischen Heimatbundes erscheint wöchentlicn »echimal «I3 Morgenzehung (niit Ausnahm© dei bonn- u. i'elertflge), üezucap'eiB (im voraus zahlbar) monatligh KM 210 einichl. ZustflU sehuhr; bei Lieferung im Streifband zuzüglich Porto; bei Abholen in der üe-schäftßstelle KM 2.— Anzeigen- und Bezugsbestellungen in dor Verwaltung. 3tr. 200 !3n;ar(>urg a. 0. S)rau, Oltcntoo. 25. Oluouft 1941 81.3a]&roana Tscherkassy nri Otschakow genommen Ungewöhnlich hohe blutig« Verluste der Sowjets - Südlich des llmen>Sees Uber 10.000 Gefangene Berlin, 24. August. Wie vom Land aus bcobachtct werden Angriff auf Reval In iw«i Monat«n 1044 Brit«nflugieuge abgeschossen Aus dem F ü h r c r h a u p t q u a r t 1 c r, 24. .\iigust. Dm OöerlMNmmmdo der Wehrmacht gibt tiekannt: In d^r Ukraine nahmen deut^^che Truppen den bisher vom Feind noch 7äh gtluJtstien Dnjepr^Brückenkopf Tscherkassy. Norciwestlich Kiew^ wurde d'«; Verfolgung des geschlagenen Gegners auf und über den Dnjepr fotigeselzt. Südlich dtt wurden starker« sowjetische Kräfte gosclila^en und über den Lowait-FluB zurückgeworfen. Mehr als 10.000 Gefangene und unifanitirciche Beule fielen hl unsere Hand. Die in Estland kämpfenden Truppen dringen im konzentrischen Angriff auf Reval vor. Der beiderseits des Ladoga-Sees von unseren finnischen Verbündeten mit besonderer Tapferkeit geführte Angriff macht weüerhin gute Fortschritte. In Nodafrll« war aiti 22. August ein, |ID„| $ovyjelSGlliiie BUj MinCO Angriff deutsciier Sturzkampfflugzeugs ■ nDlaiiKan iinri noiknnkDii auf den Hafen von Tobruk besonders er- OCWUlOn vm nCoUnKBIl folgreich. Bombenvolltreffer setzten Flsk-bafterien außer Gefecht, zerttörten Munitionslager und beschädif;ten mehrere konnte, liefen im Finnisclicn Meerb-iscn Schiffe, Kampffiugzeu)?e bombardiertsn in fünf sowjetische Schiffe auf Minen. Kurz der leisten Nacht mit guter Wirkung hintereinander war die Luft von stärket StapelplAtze des Feindes bei Marsa Ma-' Detonationen erfüllt. Am Horizont stiej^^n truk. j hohe Wassersäulen gegen den Himmel. _ , . „ , . , ___. . Von den fünf Schiffen war daraufhin kl 2 B?? nichts mehr zw sehen. Nacht in das Reichgebiet ein. In der Zeit vom 22. Juni Ms 23. August verlor die t>ritische LuftwaHe in Kämpfen ütitr QroObritannien, im Seegsblet um dio britiiche Insel und In Nordafrika sowie bei Angriffen ati-f das Reichsgebiet und die besetzten Gebiete insgesamt 1.044 Flug-zeuge. Davon schössen Verbände der Luftwaffe Olfi» Einheiten der Kriegsmarine 128 brltischc Flugzeuge ab. Während der ßlciclien Zeit gingen im K^mpf gegen GroöbrtUnnien 127 eigene Flugzeuge verh>ren. Zwisclien Peipu- und Ilm^n-See Berlin. -4. Ausiust. Auch am 23. August deutschen Truppen an nach den erfolicrelchen Durchbruchskäm kämpfen neuen Boden. FJne deutsche Division durchsticB beim Peipus- und Ilmen-See eine stark ausgebaute Vertei-digimgsstellung der Sowjets, stUrmte Uber Hundert zum Teil stark betonierte Bunker und setzte sie außer Uefecht. im «telciien Abschnitt nahmen Truppen des deutschen Heeres einen Ort, der ebenfalls durch zahlreiche Betonbunker modernster Bauart befestigt war. Die Sowjets erlitten schwere Verluste an Menschen und Kriegsnerät. Deutsche Abteilungen nahmen im kühnen Handstreich mehrere zum Teil erst vor kurzem gebaute Kricgsbriicken. Trotz heftigen Wklcrstandes stielten deutsche Truppen auf das besetzte Ufer des Flusses vor und kämpften den hol- Die Geschichte des Nikoiaj Wassili) Geirgolf Das w.'ir ilic Qeschichtc, die uns der | wurde er .schwer bestraft. Besonders ach- Sowjetarniist Nikolaj Wassilij Georgoff, der früher als Kolchosbauer an ''er Wolga schuftend und darbcjul lelite, ni't nihlgcn und nnchdcn'i-clic K'oiiiuian>!os, al)cr wenn wir abcmls in Uii>CMc liaracken sclilaien «i.iui-'ii. es auf nian.-'lier S ubc ka'üii zwei, de eiu-'-n er vor;- .•Tiden, weil wir aus a'len Tjeb eten der So w j e I u n on /usa ni inen gcw Ii r lelt wurden. .V»an sagte uns. wir müßten e iie rasclie .vui-bilduni" niitniaclicn und deshalb würde es b^sondors streng zu^jclicn. Di^? I ingkonunun slen wui" !cii uns Vor-bi'd h'ngestelU. ia Wirk OS so aus: wenn ein Kirgise odor Tartare vinen Fehler niaclifc. wurde es ihm n:.;c!i. 'jeselien, wenn e'n l'kra'ner i!.isselbe tat. Grosser deulschor U-Soot-Sseg 25 fsindllehe H»ndelicchl(fä mit 148.200 brt versenkt A u s d cm F ü h r e r h a u p t q u a r t i e r, 24. August. Das Oberkommando der Wehrmacht gib! bekannt; Unterseeboote und in überseeisclicn Gewässern operierende Kriesssch ffe melden die Vernichtung von intgesamt 25 feindlichen Handeiss-Iiilfen mit zusammen 148.200 brt. Hiervon hr» en die Unterseeboote allein in mehrtägiger Verfolgung und nach hartem Kampf aus einem von England nach Gibraltar t>estinitnten Geleltzug 21 Handelsschiffe mit insircsanit 122.000 brt. hcraus-jesehossen. Darüber hinaus haben sie von den SIcherungfsstreitkräften einen Zerstfijer der ^-^d!•' Bolschewisten. entgehen liofften. Deutsche Abteilungen borgen. der Kommandeur einer sowjetischen Kavallerie-Division gefangengenommen. Der Kommandeur, dessen Verband in früheren Kämpfen v(i;lig vernichtet wurde, hielt sich einige Zeil in den Wäldern ver- teten die Offiziere darauf, daf^ wir vor, 8chrjft.nt g^t'hcn sollte. 1 kam der 22, Juni, an dem wir 7-U jCncr Versaiiimhing gerufen wur- jden. l)cr Knmniissar hielt eine Rede; Qc, j nosseri*, s'igtc er, der fn'=ch'sti?che Tod-jnj Will uns überfallen, für l'uch und Ijür a'le K.'inipfer der Sowjet-Armee gilt ' jetzt das Wort; Schlagt die Faschlj^ten, w'o ihr sie trefft!- Die Jungkommunisten •l^chricn Be'fall imii w r wußten, daß Krieg ji'^t und daß wir jct7f eine \\'citc Strecke ,'ahren und Kiui'en müßten Aber es sagte Ikeiner von uns /um anderen etwa«, denn 'ilce't aber sahi^ie müssen wissen, e'n Koleho^^bauer k"nn schwe.gcn wie ein Fiseh in der Wolga * _Wir fuhren und fuhren, der Zug blieb ein'ge .\\.de st'^hcn, wir mußten r^u^sfei-und 7u Fuß weiter,^ehen, dann konn. ten w'r wiec!er f:ihrcn und dann mußten wr w etlf^r ni'^frochieren, bis wir zuletzt, a's wir uh'^ dem Dnjepr näherten, auf Lastautos verlarten wurden und, w e man uns sagte, an die Front fuhren. Plötzlich aber mußten wir halten und in den \\'ald springen, weil ein FluTzeu.c; kam. Wir dachten, ps wäre ein deutsches, was M '^uch in W'rk'ichlceit war, aber der Kom-nrssar be'chrte uns. daß es ein engli-'^ches sei. daß uns ^.uhilfc kommen wolle. \yir fragten, warum wir denn dann in die Versteccke laufen mußten. Da antwortete ^r, d'e Engländer seien erst seit einigen Tagen da und körn*en Freund un i Feind roch nicht gen?>u von einander unterscheiden. Von d eseni .Augenblick an wüsten wir, daß wir belogen wurden und belogen werden sollten. Aber es sollte noch besser kommen. In einem Sumpfwald wurden wir ausgeladen und wir erfuhren, daß dreihundert Meter vor uns der Feind liegen sollte und das schien das erste wahre Wort gewesen zu sein, denn die Soldaten, die , hier in den Löchern saßen, sahen müde und hungrig aus und wir hörten auch ab und /u Schüsse in unmittelbarer Nähe. Aber es sagte keiner von uns ein Wort. I Ich schnappte gerade noeli einen Satz I eines Leutnants auf, aus ilem ich entneh-I men konnte, daß w ir heute noch die Deutschen angreifen und schlagen sollten. Jenseits der Front schien als nächste größere Stadt Bobruisk zu liegen. Aber niemanti von uns wußte, was das für ein Ort wäre. Da rief uns der Kommissar t wieder xusammen. Wir waren wohl an dio zweitausend Mann. Jetzt sollten wir erfahren, wie wir uns vor dem Feind zu verhalten h.ltten. Aber wir merkten gleich, daß er schon wieder /u lügen begann: die Deutschen seien ^chon überall über die Grenzen getrieben, unsere siegreichen Truppen marschierten schon durch Deutschland, um ilen Faschismus au'^zurotten und nur wenige feindliche Kräfte würden sich hier vor uns noch versteckt halten. Wenn sie bc^iecrt seien, sei alles gewonnen. Das glaubte keiner, aber Ich habe ja schon gesagt, wir hatten in fünfundzwanjig Seite 2 »Marburger Zeitunjj« 2S. Aueust IMl" ^hll1lm6r■ 209 Jahren schweigen gelernt. So ließen wir ihn reden. Soeben wollte er uns predigen, wie wir uns vor dem Feind verhalten müßten und daß wir uns nicht ergeben dürften, weil die Faschisten uns dann hinschlach-fetcn, — da begann ein furchtbares Ar-tiiieriefeuer auf unsere Wälder hereinzubrechen, daß mir Hören und Sehen verging. Das Letzte, das ich sah, war der Kommissar, der seine Aktentaschen unter den Arm nahm und nach rückwärts floh, was seine Beine nur halten konnten. Das Feuer dauerte drei Stunden lang und als ich aus meiner Grube, die ich mir gegraben hatte, wieder aufschautc, stan-lien deutsche Soldaten vor mir und ich hob die Hände, wie es alle unsere Leute im Umkreis taten. Der Kommissar war leider nicht unter den Gefangenen. Aber ich muß sagen, wenn ich alles im Leben schaffen könnte, wenn es auch noch so schwer wäre, so lügen, wie unser Kommissar, daß könnte ich niemals erlernen!« Das war die Geschichte von Nikolaj Wassilij Georgoff, der jetzt nach Deutschland als Kriegsgefangener kommt. Kriegberichter Franz Höllcr (PK.) Räkisalmi von den Finnen eroberi Die Bolschewislen zerslörten fast die ganze Stadt Helsinki, 24. August. Finnische Truppen haben die am westlichen Ufer des Ladoga-Sees gelegene Stadt Käl< salmi (Kcxtiolm) genommen. Die finnische SonntcTgspressc ist voll-stäntdig erfüllt von der Einnahme von KäkisaLmi und von den Zerstörungen, die die Bolschewisten dort vor Ihrer Flucht angcrichtot haben. Auf dor crs'en Seite werden die Melduigen über die riinnniinie und über die Verwüstungen mit riesigen Schlagzeilen gebracht, im Innern der Blätter befindet sich eine größere Anzahl von Artikeln und finnischen Frontber'ch-ten, die die Kämpfe schildern und d'?n Zustand, in dem sich die Stadt am I-adoga-See befindet. Aus den Bildern geht her. vor, daß nur wenige Gebäude im Zentrum der Stadt vor Vernichtung verschont gebliehen sind. »Uusi Sucnii-* bringt ferner auf einer ga izen Seite Abbildungen der angreifenden finnischen Truppen westlich vom Ladoga-See. An Finzelheiten über das zerstörte KäkisnImI wird hervorgeh'>ben, daß 90 V. H. der Sta'dt vernichtet sind und daß alle Brücken gesprengt wurden. Ferner wird geschildert, wie die Rnlschewisten vor der Einnahme . der Stadt gehaust haben, soweit sich dies noch aus den vorhandenen Spuren schließen läßt. Der Berliner Berichterstatter von Hel-singln Sanoimat« meldet mit Genugtuu ig, 'daß das siegreiche V.irdringen der FinFtei größte Freude und Anerkennung in Deutschland hervorgerufen habe. 'Arliiierle und Flieger gegen Tobrnk i Rom, 24. August. | fJer italienische Wehrmachtbericht vom Sonntag hat folgenden Wortlaut: j Das Hauptquartier der Wehrmacht gibt, bekannt: | In der Cyrenaika lebhafte Tätigkeit der Artillerie und der Luftwa?^e der Achse an der Tobruk-Front. Deutsche Flugzeuge bombardierten gestern Flakbatterien in Tobruk sowie Schiffe. Italienische Jäger schössen ein feindliches Flugzeug ab. Britische Flugzeuge bombardierten Bengasi, wobei einiger Schaden angerichtet wurde. In Ostafrika neue feindliche Luftangriffe auf die Stellungen von Uolchefit. Anhaltende Tätigkeit unserer Abteilungen. die kräftige Angriffe gegen die feindlichen Stellungen unternahmen. In der vergangenen Nacht bombardierten italienische Flugzeuge den Flughafen Mikabba auf Malta und verursachtet! zahlreiche Brände. Der Ungrilf au! den Flugplatz Mikabb» Feindliche Flugzeuge am Boden zerstört R o m , 24. August. Verbände der italienischen Luftwaffe griffen, wie im heutigen Weiirmachtbe-richt gemeldet wird, in der Nacht zum Sonntag ilen Flugplatz Mikabba auf der Insel Malta an. Die Ziele wurden von Hunderten von Sprenj*- und Brandbomlien wirksam getroffen, feindliche Flugzeuge wurden am Boden zerstört. Rings um das Flugfclfl wurden acht Brände bco!«achtct. Trolr Icbhnfter Abwehr durch feind'lche Flak und NacHtj?iesonders erfolgreich. In unermüdlichem Einsatz bombardierten deutsche Kampf, und Sturzkampfverbände die fliehenden Truppen des Sowjetmarschalls Budjenny. Schwere Angriffe richteten sich gegen motorisierte Kolonnen der Sowejts, die sich vergeblich dem Bombenhagel der deutschen Kampfverbände zu entziehen versuchten. Elf sowjetische Panzer wurden vernichtet und sechs weitere mußten beschädigt liegenbleiben. Bei dem Angriff auf fahrende Kolonnen der Sowjets wurden 75 Lastkraftwagen und sonstige Fahrzeuge zerstört. Bei schweren Angriffen gegen drei sowjetische Flugplätze gelang es, dreißig Flugzeuge, die startbereit am Boden standen, durch wohl^ezielten Reihenwurf zu vernichten. Die Maschinen gerieten schon nach den ersten Bombentreffern In Brand. Im Luflkämpf schössen deutsche Jäger sieben Sowjetmaschinen ab. I Im Verlauf der Operationen griffen . deutsche Kampfverbände im Seegebiet ostwärts Odessa einen sowjetischen Tan-I ker von 8000 brt an und beschädigten ihn ' schwer. I Auf einem Fluß wurde ein Schleppzug mit sieben Kähnen versenkt. Bei einem Angriff auf sowjetische Kanonenboote, die auf der Desna, einem großen Nebenfluß des Dnjcpr, eingesetzt worden waren, versenkten deutsche Kampfflugzeuge einen Monitor. Ein weiterer Monitor mußte, nachdem er durch Bombentreffer beschä-j digi worden war, auf Strand gesetzt wer-! den. Alle deutschen Flugzeuge kehrten von diesen erfolgreichen Einsätzen zurück. Im Norden in 24 stunden l"! FIngzenoe vern'tbtel Berlin, 24. August. Auch rm Nordteil der Ostfront unterstützte die deutsche Luftwaffe am 23. 8. tatkr.'iftig den Angriff der deutschen Truppen. So wurden Im Raum um Reva! starke Um die Dn«epr-BrUckenköpfe STRASSENKÄMPFE BEI DER EINNAHME VON TSCHERKASSY Berlin. 24. August. Im Kampf um die wen'gen von den Bolschewisten noch bescizien Brückenköpfe am Dnjepr hatien die Sowjets ihre befestigten Feld^iellu-ngen d'jrch Eingraben von schwersten Panzern verstärkt. An mehreien Spellen gelang es den deutschen Soldaten in unvergle'chKcher Angriffskraft, diese Stellungen zu durchbrechen und weiter einzudringen. In d?r am Dnjepr gele;;enen Stadl Tsciicrkassy hatten sich d e Bolschewisten in den Häusern verbarr kadicrt. In hartnäckigen SlraHenkämpfen brachen deutsche Infanteristen durch tapferes Dnd geschicktes Vorgehen schnell den letzten Widerstand der Sowjets. Die Stadt wurde In Besitz genommen. Mit Unterstützung von Pionieren setzten daraufhin deutsche Soldaten auf eine im Dnjepr gelegene Insel über und entrissen den Bolschewisten auch d'esen Stützpunkt im Kampf. Dabei wurde ein ganzes Sowjet-BatalHon vernichtet Brbillerles Ringen um eine . n ppr-lnsel Berlin, 24. August. Die Bolschewisten versuche'! mit allen Mitteln ihre Brückenköpfe aim Dnijepr zu halten. Im Morgengrauen des 23. August setzten zwei sowjetische Kompanien vom Ostufer des Stromes auf eine Insel über. Deutsche Truppen, die diese Flu-I^insel unbemerkt von den Sowjeis bereits besetzt hatten, verhielten sich in guter Tarnung völlig ruhig. Als sämtliche »bolschewistische Soldaten gelandet und ausgeladen waren, unternahm die deutsche Einheit einen schneidig geführten konzentrischen Angriff auf die völ'.ig überraschten Sowjets u-nd rieben sie völlig auf. Kein Bolschewist konnte entkommen. Vernichlung der FeindkrSfle in der Ukraine wird fortgeset'l Berlin, 24. August. Deutsche Truppen setzten am 22. und 23. August die Vernichtung sowjetischer Kräfte in der Ukraine fort. Diese zer- sprengten Teile der Sowjets wurden von ' den unermüdlich nachstossenden deutschen Abteilungen in der Mehrzahl gefan-' gengenommen. In diesen Kämpfen konnten 15.000 Gefangene eingebracht und Kriegsmaterial alier Art sichergestellt werden. „Fehldisposilionen. Verwiming, Pari " Aus dem Tagebuch eines bolschewistischen Hauptmanns Berlin, 24. August. Wie schwer die Schläge der deutschen Wehrmacht die Im Diijef>r-Bogen aulge-riehencn sowjetischen Truppenteile trafen, «cht aus den Tage^juchaufzelchnun-RCn des bolschewistischen Hauptmanns Serge) Korablikow ' hervor, dl© In der Uniformiacke des gefallenen Olfizlers gefunden wurden. »Der umfassende Angriff der deutschen Hcercsverbände hat uns iii den letzten Tagen immer mehr in die Zange genommen«, so heiLU es in dem Tagebuch unter dem Datum des 18. August. »Leider handeln wir immer meist zuerst und denken hinterher. So war es auch wieder in diesem Fall: Zu Tausenden waren Arbeiter und Bauern für Schanz- unJ Erdarbeiten mobil gemacht und eingesetzt worden. Aber im allgemeinen Schiendriaii wurden diese Befestigungen meist an falscher Stelle angelegt. Das Ergebnis war: Fehldisposltlnnen, Verwirrung, Panik uitd schließlich Kriegs-tribunai lür die verantwortlichen Offiziere. Im deutschen Qranathagel und Bombenregen verbluten wir uns immer mehr. Der Abschnitt unserer Division beträgt bereits 4.S km, der unseres Regiments 30 km. Dem Befehl, Straßen zu verminen und Sperren anzulegen, konnte nicht nachgekommen werden, da es an allen HilfsmUteln fehlt. Die Kompanle-und ZugslUhrer des Regiments haben keine Fuhrereigenschaften. Infolge der VerpfleKunKSschwierigkelten wird die Stimmung bei den Mannschaften täglich schlechter. Was wird das Volk dazu sagen, das einmal an unsere Macht geglaubt hat.« Feldbefestigungen der Sowjets erfolgreich mit Bomben und Bordwaffen bekämpft und die von Süden und Südosten nach Petersburg führenden Eisenbahnlinien teilweise aufgerissen. Ma.schtercnde Kolonnen der Sowjets, d^e sich auf dem Rückzug befanden, konnten vrotz eiliger Flucht dem Bomberhigel d"*/ deutschen Kampfflugzeuge nicht tntgehen Und er-lit'en schwere blutige VerliMte. Sowjetische Flugzeuge, die diese An« griffe der deutschen Luftwaffe vergeblich zu stören versuchten, wurden in Luft-kämpfen abgeschossen. Die Sowjets verloren dabei 17 Maschinen. Insgesamt wurden im Verlauf des gestrigen Tages und in der vergangenen Nacht 53 Sowjetflugzeuge abgeschossen und 48 am -Bodeti zerstört. So vertoren die Bolschewisten insgesamt also 101 Flugzeuge in 24 Stunden. An e millleien Front 500 Wagieiu zttrirflmnert und verhrannt Im mittleren Abschnitt der Ostfront griffen im Lauie des 23, August Kampf" verbände der deutschen. Luftwaffe Truppen und Verkehrsziele der Sowjets besonders wirkungsvoll an. Ldnge Reihen fliehender sowjetischer Kolonnen wurden bon»t/ard.ert und mit Bordwaffen im Tiefflug unter Feuer genommen. Die Verluste, die die Sowjets t>ei diesen Angriffen erlitten, treffen Menschen und Material schwer. 42 Eisenbahnzüge, die zur Aufnahme fliehender Truppen, bereitstanden, wurden durch wohlgezielte Treffer schwer beschädigt. Allein 500 Waggons wurden zertrümmert oder brannten aus. 12 sowjetische iVlarschkolonnen konnten vollständig aufgerieben werden, so daß die blutigen Verluste der Sowjets hi diesem Raum durch die vemichtöidcn Angriffe deutscher Kampffliegerverbände außerordentlich groß sind. Im gleichen Raum schössen Jagdverbände der deutschen Luftwaffe zwöH sowjetische Flugzeuge ab. Sicherung der Küste Kroatiens A g r a m , 24. August. Der offiziöse »Hrvatski Narod« nimmt im Leitartikel seiner Sonntagsausgabe zur Erklärung des Staatsführers Kroatiens ütjer die verstärkte Sicherung des kroatischen Küstengebietes durch italienische Truppen Stellung und betont, daß diese Erklärung alle von den feindlichen Agitation verbreiteten Gerüchte entlarve. Das Ziel der ausUindlschen Falschmeldungen sei es gewesen, innerhalb Kroatiens Besorgnis hervorzurufen und zugleich auch andere europäische Staaten zii beunruhigen und damit eine Mißstimmung gegen ille .Achscnm.Mclite zu wek-ken. Für Kroatien liege es im eigenen Interesse, wenn es allen nitUtärlschen Vorkehrungen der Achsenmächte unterstützen, denn es sei nicht nur formell ein Mitglied des DrciciT)ril;tos, sondern aucli innerlich den der ncpen Ordnunf» vcr- <^1-1 (Jfr oder bolschewistischen Gegner nicht nur die Freiheit Kroatiens, sondern auch den Bestand des kroatischen Volkes überhaupt gefährden würde. Die geopolitische I.age bestimme klar, welche praktischen Verpflichtungen sich aus diesen Tatsachen insbesonder^c gegenüber Italien ergeben. Als Italiet) darum der kroatischen Regierung mitteilte, daß es im Interesse der militärischen Sicherung des adriatischen Küstengebietes die Durchführung gewisser Maßnahmen auch auf dem kroatischen Küstenstreifen für notwendig erachte, habe Kroatien diese Vorschläge angenommen, die daher auch nur einen vor-iibergehenden Charakter tra;*en. solancjc die gemeinsamen Interessen der beiden Verbündeten et>cn besondere militärische Maßnahmen erhciscbcn. AbsrhlifBerd reicht dns Bl.itt noch die P.rkMiun" l?nnis, won.nrli dir Pc7lcl'!tingr'n 7wis«*'ii'n Itnlirn und Kro-.■'fVn vom horrl rlT^r Fn-inuKschaft und Zusammenarbeit erfüllt seien. jMoneini — MarsdnH «m Rnninien Bukarest, 24. August. Der Staatsführer General Ajntonescu wurde durch königliches' Dekret zum Marschall von Rumänien ernannt. Durch ein zweites Dekret wurde der Marschall Antonescu zum Ritter des Ordens »Michael der Tapfere« in der ersten Stufe ernannt. Bnglisciw l*erversNit Mit größter Befriedigung sieht man den Kämpfen In Petersburg entgegen • Berlin, 24. August. Nach einem Londoner Eigenbericht der schwedischen Zeitung »Aftonbladet« verfolgt man in England die Vorbereitungen zur Verteidigung der Stadt Petersburg mit größter Spannung. Iii Petersburg werde, so stelle man in England mit größter Befriedigung fest, jedes Haus in eine Festung verwandelt. Eine Woge der Sympathie für die Sowjets erfülle das englische Volk und man hege große Bewunderung für die tapferen Verteidiger der Millionenstadt Petersburg. Mit jener brutalen Perversität, die für den Briten charakteristisch ist, erwarten die Engländer, selbst weit vom Schuß, die Entwicklung der Kämpfe um Petersburg. Für sie haben sie die Spannung von Gladiatorenkämpfen, bei denen man den ungefährdeten Zuschauer spielen kann. Das Schicksal der Bevölkerung der Millionenstadt kämmert sie dabei trotz der Erlebnisse von Warschau und Rotterdam h'^«"'-lich wenig. Deutsches Laiareltschni von briliscfipm Unterseelünot angecrilfm Ein neuer krasser Völkerrechtsbruch, Bi e r l i n, 24. August. Vor der norwegischen Küste wurde ein deutsches Lazarettsch'rnte die Männer durch sein leuchtendes Vorbild und seine spontanen Entscheidungen zu unvorstellbaren Leistungen an. Das Dorf G., das in den Abendstunden erreicht wurde, wird in der Qesohichte der Division einen besonderen Rang einnehmen. Der Kommandierende, zum Korpsgefechtsstand ziirüdkgekehrt. konnte seinem Chef des Stabes mit strahlender Miene die Hand schütteln: »Es war der schönste Tag.« Die Infanterie und ihre Sturmgeschütze Wie kam es, daß die Sowjets, obwohl sie sich in weit vorgeschobenen Stellungen auf hartnäckigen Widerstand eingerichtet hatten, in rasender h'lucht das Heil suchten und entgegen ihrer sonsti-| »Die iranische Nation steht geschlos-gen Übung motorisierte Fahrzeuge, Pferd sen hinter dem Schacli. Wir werden sei-und Wagen im Stich ließen? Es war d'e nen Wünschen Folge leisten und die Feuerkraft unserer W^affen, das glän-^ Haltung cinnelimen, die 1ni Inlercsse zcnde Zusammenspiel zwischen den In- des L.andes als notwendig eisclieint. Die fanteristen und ihren Sturmgeschützen,' Politik des Irans war und wird immer die sich als Begleitbatterien im Osten so eine strikte Neutralitätspolitik sein. In hervorragend bewährt und dem Feind Friedens- sowie in Kriegsziclen bestand Furcht und Schrecken eingejagt haben, dte Politik des Schahs darin, die sn/.^a-wenn sie auftauchten. Diese auf den in- len Bedingungen zu verbessern und das fanteristischen Angriff zugeschnittenen Land den internationalen KonfllKien lern-fahrenden Batterien schleuderten ihre zuhalten.« Granaten in die W iderstandsnester. i^pr t.„.i ..i, i..»,. i.... - ^ wälzten sich bald hier bald dorthin und Lindes iretrenüber rlor vpru-h, in ''''"i belassen. >>littL'laat« nn- iit.s Landes gegenüber der Verständnis- tcrstroicht die enge iranisdi-türkisdie Freundsi.h ift und die infcrcssengcmein-sehaft und hebt hervor, die türkisebe Hrndernation wisse, iK'tß d;is iranische Volk seinem llenseher unti Staatsfi'ihrer in völliger Mr^ebenheit folge und stet-? bereit sei Reza Schah Pahlevi. ilein Iran iien heißt es, daß die dortige Bauernhe- sehmutzt und in rcichl'cher Menge gäbe volkernng 12 bis 1.S Stunden (ägüch in, es dort nur Wodka. den Kotehosen arbeiten mußte, ohne j Der Bolschewismus sei nicht — das selbst die Früchte ihrer Arbeit genießen | könne man letzt deutlich feststellen — zu können. Privaten Unternehmungsgeist irgendeine soziale Angelegenheit, er sei es praktisch nicht. Ein Rechtschi.'tz ledlg"ch krasser Imperialismus in einer fehlte vollständig. Die Familie durfte^ Form, die ihm bereits Lenin gegeben nicht wissen, wohin der Vater, der Sohn hat. Jedenfalls — so schreibt die Zeitung o^r die Tochter verschleppt waren. Der i abschließend — ist dieser gröUte Schwin-Standesunterschled zwischen den bevor-' del der Weitgeschichte jetzt crbarmungs-rechtigten Kommunisten und der übrl^ren | los von den deutschen Truppen und Bevölkerung war ungehener groß. Für ihren Verbündeten aufgedeckt worden. Neutralitätspolftik des Irans EINE ERKLÄRUNG IM RADIO TEHERAN Teheran. J4. AuguM. 1 bedlngungen seines Volkes zu verbes- Radio Teheran erklärte am Samstag abends; sein.« Iran und Türkei freundschaftlich verbunden r e heran, 24. August. Die iranischen Zeitungen u ulmen ihre Leitartikel unter Sclilaj^zeilen wie >Die türkische Presse spricht Wahrheiten aus-den Hcrichten iUt türkischen Zeitungen über die iranische Angelegenheit und sie drücken gleichzeitig ihren Dank für diese Haltung ans. Das größte iranische Blatt >^Httelaat. g.bt türkische Presseänßerungen wieder, die sich verurteilend mit den Falschniel- waren immer bei den ^chweriimvktcai voTle^Hält^nTd^^'TiiVker anzutreflen. um den .siiirmend und heirüit. Ausdruck und fiietc hinzu: Kampfend vorrückenden Mannern die m-^ i .. . Bahn freizumachen. Dieser beweglichen' Offensivwaffe gehen selbst die l\\nzcr Politik, die aus dem Wege, auch die sowjetische Pak .-„l IT fi Sch>Wc- fürchtet sie. weil sich herumgesprochen verfolgt. Die nationalen Be- hat. daß unsere Schützen sich auf ein des Irans sind ausschließlich Aufstieg, (Ilüek und Fortschritt verdank.-. Punktschießen eingespielt haben, das dem Gegner schon manchc Überraschung beschert hat. Pkmiere knacken Bunker auf Bunker Utid die sichtbare Wirkung dieser Waffe erfiillte die folgenden Infanteristen wieder mit der gc^^^^hntcn Zuversicht, sie zeigten sich der gepanzerten Herolde würdig, die aus ihren Reihen hervorbra- fuf den Wunsch gerichtet, die Lebens- Leib und Seele /u opfern . UdSSR in der Front gegen Japan JAPANISCHE STIMMEN ÜBER DIE EN(iLISCH-NORDAMERIKANiSCHLN PLÄNE l'okio, 24. August. Die Leitartikel der führenden japani- chen, und warfen den Feind, wo er sich sehen Blätter beschäftigen sich mit deui auch nur zeigte. Noch über das geplante Thema der nordainerikanlsciien Kriegs-Tagesziel hinaus ging der Vorstoß, im lieferungen über Wladiwostok. Uberelii gleichen Zuge wurde das sich anschlic-üende Waldstück gesäubert, und die ersten Oefechtsvorposten bezogen alsdann ihre Stellungen vor der Bunkerlinic. die in der Ferne durchs (ilas ausgeinacht werden koimte. Nach eniem Bcreiistellungstag sind dann auch diese Stellungen bezwungen worden. Wieder haben Sturmgeschütze den Aullakt gegeben und durch direkten Bcschuß mit Panzergranaten die ersten stimmend machen sie die Feststellung, daß die Sowjetunion in Anbetracht ihrer wachsenden Notlage und Hilfsbedürhig-keit allmählich gezwungen sein werde über den .'apanisch-sowjetischen Neutralitätspakt hinweg in die antiiapanischi* Einkreisunvsfront einzi'schwenken. »Jomiuri Schimbun« schreibt: Dk^ Kriegslieferungen der USA an die >o\v-jets über Wladiwostok würden selbs»- Küste entlang Kriegsmaterial liefern, so sei gewiß, daß die L'SA rein völkerrechtliche Erwägungen beiseiteschieben und einen realistischen Standpunkt einnehmen würden. Man braucht die (lefühle des japanischen N'olkes nicht näher /ii beschreiben, das zusehen nn'isse. w:c die L'SA durch ianuu.sche (icwässer Knogs-inaterial au (legner verbündeter Nationen liefere. Als Hauptgegenstand der K(k)seveh-ChurehMI-Bcsprcchungen trete immer itlarer die (iev^ Innung der So>\je(nnlon für dlü IsoütTung Japans hervor. Zwar habe sich die Sowletunion zu Anfang des dcntsch-sowJcHschen Krieges be- , verständlich die antiamcrikanische Stii' __________ - ................ Bunker kaninfunfähig geinaclit. um das muiig in Japan schüren. Falls die müht, ,h»>an r|ich( zu provozieren. Seit zu erwartende Streufeuer in einem wich-: s.ch in einen Konflikt mit einem siiJaim- *hschhiß des sowietlsch-engrscher tigen Kampfabschnitt auszuschalten. Die rikanischen Staate befände und Japas- PündMisscs und im Hinblick auf die kom-weiteren Bunker mußten wieder deui würde diesem dicht au der kalifornisclun' menden Moskauer ßesprechungen müsse iedoch mit einem Wandel gerechnet werden. Niemand in der Welt könne glauben, daß Kriegslleierungen nach Wladiwostok lediglich für die sowjetische Westfront bestimmt seien. Die Sowjets müßten allein alk) Verantwortung übernehmen, wenn die seit Abschluß des sowfetisch-iapanischen Nevtralltätspaktes geregelten Beziehungen an dem Komplex der Amerika-Hilfe scheltern sollten. Sflutieningsahtlon in Nordchina Peking. 24. August. Die Presscabteilung des japanischen Fxpeditionsliccres in Nordchina gab am Sonntag Mittag bekant, dal.i die japanischen hinheiten. die mit den Operationen gegen die chinesischen Komnumi-stcn in den Provinzen Schansi und Fscliahar am 14. August begannen, ihre Säuberungsaktion mit der \'ernichtimg feindlicher Streitkräfte bei Miyun im Norden der Provinz, llopei vollendeten. Verbände der japanischen Armee sind jetzt mit der Säuberung der wesiüch der Eisenbahnlinie Peking—tlankau in der Provinz. Schansi liegenden Stützpunkte beschäftigt. Erfolgreiche Flekabwehr am Kanal r? e r 1 i n, 24. .August. Starke deut>che Flakabwehr am Kanaf vertrieb am 23. .August einzelne brilischc Jagdflugzeuge, die sich lier Küste i!es besetzten Gebiets zu nähern versuchti. n. (iut liegendes Flakfeuer der deiitselici Marinr-artillerie vernichtete ein britisches Jagdflugzeug, Söhne Mussolinis ausgezeichnet Rom. 24. August. Uiucr den Namen der Angehtirigen der italienischen Luftwaffe und Marine, denen dieser Tage die silberne Tapier-kcitsmedaille verliehen wurde, befinden sich auch diejenigen des Aniang .August bei Pisa tödlich verunglückten Zweitältesten Sohnes des Duce. ßruiio. sowie seines Bruders X'ittori. Die Verleihimg erfolgte auf Hrnnd des fliegerischen Einsatzes in den Sommer- und Herbstmonri-ten des vergangenen Jahres. Handel um in Island beschlaonahmle öaltisclie Schiffe tremeinsamcr brltisch-sowictischcr Druck auf die irische Regierung vereinbart Helsinki, 24. August. Die /Leitung »Uusi Suomi wcifl zu berichten, dal.l sich der Londoner Sow-letbtJtschafter Maisky gegen d.e Entscheidung des Obersien irischen (icnehts in der Frage des Eigentums eines i.iau-'Sclien und dreier estnischer Sc!i.!].:. die sich zur Zeit in irischen Häfen be?inJe:i, die Lntersiützung der englischen Reg'e-rung gesichert habe. Die englische Regierung habe sich nämlich in einer geheimen Abstimmung dazu entschlossen, den bolschewistischen Wünschen auf Anerkennung der Eingliederung der baltischen Staaten zu entsprechen und zugesagt, die Demarche .Maiskys bei der irischen Regierung zn unterftützen. Als (legenleisiung habe sich die Sow-jetinnon verpflichtet, diese Schiffe -ni La'le der Herausgabe England zur He-nutzung zu überlassen. Alles aui Küslen dtts USWoikes Fünf Milliarden Dollar für die En<*land-Hilfe \V a s h i n g t i> n, 24. .August. \V ie Associated Press aus Regierungs-Kieisen erli'.hrt, wird ilie .Ncuanforderiing des Kongresses für die lüigland-Hille die runde Summe von fünf .Wlliarden Dollar betragen. ne\\ illigungcn für die Souj.'t-union sind im Rahmen dieser Summe nieh: vorgesehen. „Unzulässige E'nmischung" Brasilianisches Blatt zur Forderung Lord Beaverbrooks Rio de J a n e i r (», 24. August Zu der Forderung Lord Heaverbrooks. die US.A-;\i'sfulir nach Ibcro-.Ainerika zugunsten der Ijiglaiul-Iiilfo einzuschränken, schreibt (lazeta de Noticias': Vop Brasilien aus müsse man ilie englische FJnstellung zu Ibero-.\nicrikas Konsum-niärkten recht betrenuliich finden, d" F-ugland in seiner Propaganda scliwCir«'. für die Freiheit aller guten Dinge der Welt zu kämpfen. Die Forderung Hea\er-brooks .stelle niclit nur eine unzulr^sig; 1'inin'sihung in das Leben der anierik'ini-sctier \'()lker, sondern eine (W'fentrchc Kundgebung der .Wißachtung dieser Volker dar. \ Seite A »Marburs:er Zeitunji« 25. August 1941 Vergewaitigl, geprigelt und eingekerkert Dil Martyrium der FrÄuen in der Sowjet uniofi — Systematische Zerstörung von Che und Familie als bolschewistisches Ideal PK. Natascha ist knapp 19 Jahre alt, lilond, biauäu^i^ und ge» uachscn. Ein hübsches Mädel nach unseren Begriffen. Ihre Heimatstadt iit D., ein wichtifjer Kisenbahnknotenpunkt und eine bedeutende (jarnisonsstadt im l.enhigra« der Militärbezirk. Als Kind einer Arbeiter-famiiif ist sie in ärmlichen Verhältnissen aiitgewachscn. Der Vater war bh kurz vor Kriegsausbruch als höherer Parteifunktionär in D. tätifj;. Natascha und die übrigen lUnf Geschwister sahen den Vater nicht oft, Rr spielte eine führende Rolle in der kommunistischen Partei im Bezirk D, Im lahre 1031 hatte er der Behörde eine Postkarte ;;eschickt und geschrieben, daß er sich von seiner Frau getrennt habe und um ^;eine Scheidung bitte. Der zustandige Beamte drückte einen Stempel auf die Karte und damit war die Ehe geschieden. Einige Tage später heiratete er eine Ar^ beiterin. Dieser Khe entsproß ein Kind. Als seine zweite Frau niederkam, war Pe-trowitsch K. seiner zweiten Frau überdrüssig geworden und ließ sich von ihr scheidcn. Ilonka P. wurde seine dritte Frau. Das war im Jahr 1937, Natascha wird dieses Jahr niemals vergessen. Fs war der Beginn ihres Leidensweges. Denn Ilonka war ehrgeizig, wollte hoch hinaus, wollte die Frau eine? Poli-truks werden, vor dem alle Menschen zitterten. Aber der Weg war steil und dornenvoll. Bis Ilonka, skrupellos in der Wahl ihrer Mittel, ihren Mann darauf aufmerksajn machte, daß Natascha, die zum schönsten Mädel der Stadt heranwuchs, geeignet sei, ihm den Weg zu bahnen, Frst sträubte sich F'etrowitsch dagegen. Fr war stolz auf Natascha, sein Täubchen. Fr wußte aus den Rcmerllzten Stünde nicht in llonkas Haus zu gehen. His sie dk* Mutter auf den Knien bat, es doch zu tun, da sie sonst ihre Arbeit verlöre. Natascha ließ sich erweichen und ging. Das Finale war das gleiche wij zwei Wochen vorher. Von diesen Monaten an wanderte Natascha von einem Funktionär zum anderen. Allen niußte sio zu Willen sein. Fs gab keinen Menschen, der ihr dieses traurige Los hätte erleichtern können. Im Jahre 1039 gebar Natascha einen Knaben. Fr wurdr ihr genommen und in einer staatlichen Frziehungsanstnit unter-gebrachl. hn vertrangenen Jahre fühlte sie sich neuerdings Mutter werden. Noch vor der Geburt wurde das Kind beseitigt. Seit diesem Tage befindet sie sich in einem körperlich elenden Zustand. Als sie sich an den Vater des Kindes wandte und diesen um eine Unterstützung bat, wurde der Parteifunktionär P. grob. Ihre flehentlichen Bitten beantwortete P. mit Schlägen, die Natascha zeit ihres Lebens nicht vergessen wird. Verzweifelt wandte sie sich an die Behörde. Dort klagte sie den Genossen P, und das Unrecht an, das ihr zugefügt worden war. Man schickte sie fort. Zwei Tage später folgte ihre Verhaftung und Aburteilung als Defaitistin zu 6 Wochen Gefängnis. Nach ihrer Fntlassung verdiente s|« sieh ihren Lebensunterhalt auf der Straße. Fs ist die letzte Stufe im Leben dieses Mädchens, da» durch die Skrupello»igkelt des bolschewistischen Systems zu Grunde gerichtet wurde. Natascha ist ein lebendiges Beispiel für das Martyrium der Frauen im Sowjetstaat. Man muß diese «bgerissenen, ärmlich gekleideten Frauen und Mädchen ue-sehen haben, um zu verstehen, dpB die Sowjetunio..! für die weiblichen Angehörigen dieses Staates noch weit mehr als für die niftnnlichen Angehörigen die Hölle bedeutet. Aus zahlreichen Beisipielen, die ein ähnliches Bild ergeben wie da^ Schicksal des Mädchens in D., geht hervor, daß die Frau im »Paradies der werktätigen Massen« durch die herrsehende sexuelle Zügellosigkeit zu einem willenlosen Stück Fleisch herabgewürdigt wurde, das gerade gut genug ist, sinnliche Triebe zu befriedigen. Von Krankheiten und Abtreibungen gesundheitlich zerstört und als stumpfe, hoffnungslose Arbeitstiere, die sich nicht mehr gegen den Willen ihrer Bedrücker aufzubäumen wagen: so präsentiert sich das Bild der f^rau, wie sie in der Sowjetunion lebt! Kriegsberichter Rudolf Dictrich VOLK und KULTUR BmI Dokern, Me Stadt der Hcltertaie Niederdeutsch« Dichter und niederdeutscher Lebetisraum Mecklenburg, das Land Fritz Reuters Melodie des Meerfahrers tönen läßt. Diese und John Brinckmans, ist zum Treffpunkt | zauberhafte Natur mit den knorrigen, ver-der führenden Dichter des niederdeutschen witterten Kiffern des Gespensterwaldes Raumes geworden, und es hat kein schö- und mit ihrer reinen, kräftigen Seeluft, neres Fleckchen für die Abhaltung der diese herrliche deutsche Küstenlandschatt Dichtertage geben können als Bad Do- stimmt den Menschen froh und entspannt beran mit seinem Seebad Heiligendamm. ' schon nach wenigen Stunden. Wer im Zuge nach Doberan fährt, durch | m Hin ifii.hf imiiiPiKf. I .-inHcphaft mit ihr/.,u Urzcit hinein Der Doberaner Raum ist interessant bis in die Urzeit hinein, aus der Aufzeichnun- die leieht gewellte Landschaft mit ihretn fleißigen Menschenschlag, lernt hier ein fruchtbares Bauernland kennen. Im saftigen Grün liegt das Städtchen Bad Doberan, Die hohen Bäume rauschen und raunen vor der gesehichtreichen Vergangenheit, Um den Doberaner Kamp, jenen freundlichen Platz in Doberan, liegen schmucke Gebäude klassischer Baukunst. »Der Kamp« wurde im letzten Jahre symbolisch als Titel einer im Auftrage des Gaupropagandaamtes herausgegebenen mccklenburgischfn Buchreihe gewählt, denn hier um dieses Stück mecklenburgi-schcr Frde sprechen die stummen Zeugon gen von Menschenhänden noch nicht vorhanden sind. Hier erzählen die Funde aus der Frühgeschichte und Urzeit von den schweren Hisniasscn, die sich über das Land schoben, von einer ganz anderen Küstcngliederung, als sie heute ist, von den Tieren und ersten Menschen, Der Mammutzahn von Stülow, Riesenhirschgeweihe von Kröpelin und vom Conventer See sind ebenso aufschlußreich wie Ge-treidekörnerfornien, die darauf schließen lassen, daß in der Steinzeit bereits ein einer Inhaltsreichen Vergangenheit, un J I hier oben vorluyiden hier im Zeichen des Kamp wirlicn die Do-1 -^'1' RcH'wiscIi eine Wurni-heraner DichtcrtaL.e frichtbrinRend als! !l", f'ciRtU'Rtcr F-inbaimi, der aus einer Dichtcrtage fruchtbringend Brücke zwischen Volk und Dichtern. Bauern und Seefahrer Der niederdeutsche Mensch war in seiner Urbestimmung Bauer und Seefahrer. Diese Naturverbundenheit läßt es doppelt sinnvol erscheinen, die Dichtcr des niederdeutschen Raumes alljährlich an eine Stelle zu führen, wo die Bauernlandschaft an das Meer stößt, wo die Scholle gerade die reife Frucht abgeworfen hat und der Wellenschlag der Brandung die ewige Fiche ausgebrannt Ist, läßt darauf schließen, daß die Menschen hier schon zu früher Zeit das Meer bezwangen, Hügelgräber und bronzenzeitliche Kegelgräber vervollständigen mit zahlreichen Funden aus der Stein-, Bronze- und Eisenzeit einer frühbesiedelten Landschaft. Die älteste Pferdereimbahn und das erste Seebad Frst spät wird die Geschichte dieses Raunies durch Urkunden belegt. Das Zi- Die schwarzen Pfenle Roman von Tar|oi Voiaas (79. bortseuung) »Ja, Kjell soll die Pferde sehen, darauf rannst du dich verlassen.« »Wir lassen sie in den Hof-K, schlägt Xetil vor, »darüber hat sich Kjell einmal ^0 gefreut.« Falte kommt auch herbei. Sie sind alle fifrig darauf bedacht, Kjell einen Gefallen ru tun, er Ist gekommen und will die Pferde sehen. Sie suchen noch mehr Laternen, damit der ganze Hof beleuchtet ist. »Jetzt wirst du sehen, was das für ein Leben wird, Kjell!« lächeln sie ihm zu. Kjell und Frida stehen gemeinsam mit Sveinson, der eine Laterne hält, im Fin-gang. Ketil und Falte fiind im Stall. Einer nach dem andern der vier kommt heraus, ohne Zügel und Gebiß, frei, wie sie sind,; >ic heben die Köpfe und wundern sich. Die Laternen erhellen ein großes Dreieck, wo sie tänzeln können. Kjclls Augen glänzen und leben wie damals, als er noch ganz war. »Kane!« schreit er. — »Sabb!« Sie kennen ihn an der Stimme. — *So latift doch, na!« ruft Kjell ihnen zu. Sie entdecken, daß sie ganz los sind und tun können, was sie wollen; da scharren sie im Boden und schnuppern, schnauben durch die Nase, dann wirft der Sular die Hinterfüße hoch in die Luft. Sankerib folgt seinem Beispiel, einer läßt sich in den Schnee fallen, wälzt sich und steht I wieder auf, schüttelt sich, gesellt sich zu ] den andern ■— daß man nur noch einen wirren Knäuel im Lichtkreis unterscheiden kann. j Man möchtc beinah glauben, daß sie verstehen, mn was es gebt, \iaß Kjell eine Freude haben soll, er, der so gute Hände hatte und nur eigens zu dem Zweck von Helleskar heruntergeküinmon ist, um sie zu sehen. Tagsüber wundern sie sich, wo die rechtmäßigen Hausleute sind, Viv ist fort, Ambros und Leiv und alle.s, aber heute abend ist wenigstens Kjell da. Kane geht auf ihn zu und reicht ihu'i das Maul, dann läuft er wieder zurück in den Kreis. Sie suchen aus dem Lichtbereich zu kommen, aber dann sind sie gleich ^ böö! weider auf dem Rückweg. Es ist wie ein Märchenspiel; drei matte Laternen und die großen schwarzen Tiere, die im Laternenschein tanzen und Schneestaub aufwirbeln und mit den : Nüstern schnauben, die Hufe aneinander-schlagen und Schaum um sich werfen wie Fetzen. — »Ist es schön, Kjell?« fragt Sveison und ist selbst hingerissen. Kjell freut ».ich hilflos. — »Ja!« sagt er. » !n eine Stadt bringt Bjornskinn Lisle. Sie geht mit ihm wie betäubt, sie atniet leichter, wie sie die Stadt sieht, die ziemlich groß ist; da wird es weniger Fragen geben und man wird sie in Ruhe lassen. Björnskinn erzählt von seiner Arbeit hier, er ist in einer Mühle, verdient gui. »Und wie geht es?« fragt er wohl schon zum hundertsten Mal. S'Weiß nicht, wie es geht.« Sie antwortet nur so ins Blaue, was ihr eben einfällt. Folgt ihm, wie sie ihm auf dieser ganzen weiten Reise gefolgt ist; rastlos und sonst nichts. Hinter ihr liegt viel zu viel, und nun ist es ihr, wie wenn sie in einem leeren Raum wäre und keinen Halt fände. Björnskinn will nur das Beste, aber wenn er es in Wort und Tat umsetzen will, hält ihn etwas in Lisles Art zurück, er weiß nicht mehr, was er tun soll. Fr hat »ie sich mit einem so sichern Gefühl geholt, und nuti läuft es ihm kalt über den Rücken vor Ungewißheit. Fr sucht sich eine andere Wohnung, ein paar Zimmer. Lisle ist einstweilen seine Haushälterin, bis die Papiere in Ordnung sind und sie sein Weib werden kann. »Du willst doch? Lisle —.« Sie neigt ihren Kopf, als sei er zu schwer, um ihn aufrecht zu halten. »Ist es nicht so?« Die Ungewißheit sitzt ilun zu jeder Zeit im Nacken. Da fährt sie auf; »Ja, sonst wäre ich doch wohl nicht mit dir gegangen!« Fr duckt sich vor ihrem Zorn. »Liebe du, ich wollte nicht »Fs ist bloß aHes so sonderbar!« sagt sie. »Verstehst du nicht, daß man verwirrt werden kann?« »Das weiß ich selbst mehr als gut«, sagt Björnskinn, »Du bist ein guter Kerl.« Sie sagt es nicht so, wie sie es sagen kitnnte, sie sagt es hakb müde, halb mitleidig und vor allem ergeben in ihr Schick-üal. — »Fin guter Kerl.« Nummer ?00 sterzienserkloster in Doberan, ein markantes Beispiel niederdeutscher Backsteingotik, brachte mit seiner Gründung im 12. Jahrhundert die ersten Aufzeichnungen, die für diese Landschaft voit Interesse sind. Doberan verfügt über zwei Kuriosa: Ober die älteste Pferderennbahn Deutschlands und in Heiligendamm über das erste Seebad Deutschlands, Das Seebau wurde im Jahre 1703 geschaffen und hat seitdem vielen Hunderttausenden Fr-holung gewährt, denn die Seeluft und das Seewasser waren hier besonders geschätzt. Die Doberaner Rennen wiederum erstmalig 1H04 erwähnt, seit ^^22 öffentlich gelaufen, waren ein Prüfstein für diu mecklenburgische Pferdezucht. Aber auch auf dem Gebiete der Muslk-pflege ist Doberan führend im Gau. Gehaltvolle Kammcrmuhikabende im strahlenden Festsaal des Rathauses gehören ebenso zu dem Besonderen dieser Stadt, wie ihre Landschaft, ihre Menschen und ihre jungen, aber schon sehr bedeutsam gewordenen Dichtcrtage. F. H. '+ Sctiauspleler-Juhiläen. Auguste Prasgili-Orevenberff. die vor mehr als 60 Jahren ihre Lanfbaiin als Schausipie-Igrln begann, hat slgh v^r wenlßcn Monaten von Btlbe und Film zurückge^o-iicn und lebt jetzt im Emmy-Oörlng-Stlft in Weimar, wo sie arn 23. August Ihren 87. Qeburtstajr feierte. — Ludwig Auer, Mitbegründer, Spielleiter und Schausiple^ 1er der Rxl-Bühne, konnte am 24. August seinen 60. Geburtstag und zugleich sein 40-jährigcs Sciiaustpielerjubiläum begehen. nie Cxl-Bühne blickt Im Mtirz 194i auf ihren vierzigjälirik'en Bestand zurück. .+ Di© Werke Ernst Moritz Arndts« Der im vergangenen Herbst an der Universität Bonn gegründete Krnst-Morltz-Arndt-Kreis hat e'nc wissenschaftliche Neuausgabe sämtlicher Briefe und Werke des großen Patrioten in 30 Bünden beschlossen. + Ge^mtausgabe von Herders Briefen. Auf Veranlassung der Herder-Stiftung in Weimar mit Unterstützung öffentlicher, amtlicher Stellen Ist die Herausgabe einer Gesamtausgabe der Brief« von Johann Oo^ttlleb Herder geplant. + (Jtxer die Qesctiichte dor Festuns Braunau. Braunau um Inn, die alte bay^ risch-österrelchischc Grenzstadt, ist uns in GrolideutschUnd besonders wert als der üeburtsort des Führers, Aber das alte Stildtchen am schönen Inn verfügt auch über eine Geschichte, die es unter diejenigen deutschen Städte reiht, die dem Schicksal des Reiclies In langen Jahrhunderten verbunden sind. In der neuesten Ausgabe der Kultur-Rundschau der Stadt Braunau stellt in sehr interessanter Form Ing. Artur Waltl das Werden und Vergehen der Festung Braunau unterstützt durch wertvolles historisches Bild- und Ski;:icenmaterial dar, E)cr umfangreiche Beitrag ist gleichzeitig ein interessantes Stück mittelalterlicher Be-efstigungskunde. Der Rei;: Braunaus in seinem bemerkenswerten Gemisch von gotischen, Renaissance- und Barockele-menten wird durch die heute noch unschwer zu verfolgenden mittelalterlichen Festungsmerktnale für jeden fremden Besucher der (jcburtsstadt Adolf Hitlers erhölit. »Bin ich ein guter Kerl, weil ich dich gerne habe, Lisle?« sagt er aufgeregt, Sie antwortet nicht. »Was ich mein ganzes Leben lang getan habe.« »Ja, aber jetzt ist es zu spät«, sagt sie offen. Seine Augen werden ängstlich, als ob er fürchtete, daß sie sich wie eine Wolke auflösen und verschwinden könnte. »Du, das darfst du nicht sagen!« »Es ist zu spät, du weißt es so gut wie ich.« Aber der störrische Bub in ihm will nicht» wissen, »Warum tust du es da im?« Sic antwortet ehrlich: »Du hast gedroht, erinnerst du dich, und dann, Herrgott, habe ich es auch für gut gefunden«, stößt sie hervor, »ich bin ja kein Mensch mehr. Kjell hat mich da hineingetrieben!« »JUl, kjell und Kjell —.« »Reut es dich —?« »Fs wäre besser, wenn du ihn dir auch ein wenig aus dem Kopf schlügest!« Sie sagt: »Das werde ich nie im Leben.« Da wird es Björnskinn zuviel, er schreit; »Dann ist es gescheiter, du fährst zu ihm, solange du noch frei bist! Und dann mag es mit mir werden, wie es will. Nein, nicht fahren!« bettelt er dann, »du darfst nicht! Du mußt bei mir sein.« »Du vergißt, wie spät es ist.« Bjornskinn soll in die Mühle. Fr reißt Hut und iJberkleider an sich. »Wäre CR dir lieber, wenn ich nie wiederkäme?« ' »Nein, das habe ich nicht gesagt.«: t Nummer ?09 »MarHurgcr Zeüung« ?5. August '1941 Seite 5 St. George an der Südbahn Tradition beharrenden VöHprieht dafür, d«ß das Leben auf dLMii Ringwal! von Relchenegg nach fünf Jahrhunderten, al-so iei Seit Jahrzehnten int das uaweit Cilli 8ie Schulung der Hilfsstellenleiterinncn wurde eifrig betrieben. Im Kreise Marburg^Land Zwecks Rrmittlung des Gesundhoitszu-standeft der Bevölkerung wurden im Kreise Marburg-Land von den Schwestern im Laufe des Monats über 200 Hausbesuche gemacht; als häufigst auftretende Krankheit wurde Rachitis und Tuberkulose festgestellt; wohnlich mangelt es an Raum und Betten. Die am I. August eröffneten 11 Kindergärten werden von 672 Kindern besucht. Die Errichtung weiterer 25 Kindergärten ist im Zuge. Ptntioniston, Achtung! Dtf Chef der ZivilvorwaJtung in -terungen bringen wir in der nächsten Samstag/Sonntagfofge der »Marburger Zeitung«. Preistreiberei Die Scliokoludcn- und Waffclfabrik vb a n a« G. m. b. I L in Marburg-Kötsch wurde auf Grund der Verordnung des Chefs der Zivilvcrwaltuiig in der Untersteiermark über die Preisgestaltung mit einer (leldbuüc im Betrage von 20,0()0 Mark bestraft. D|e genannte hirma hat ihre Verkaufspreise unverzüglich herabzusetzen. Vor Herabsetzung der Preise i5>t Jcgüclier Verkauf verboten, 10.000 Konsertbeeucher Die Erfolge dei RAD-Musikzuges im Luttenberger Gebiet Anziehend und beglückend ist die wechselvolle Melodie des Sommers In der Landschaft im Kreise Luttenberg eingezogen. Die dunkelgrünen Wälder libcrdeckeii die Hügel, Gold wogt auf den Feldern, Der Duft des ersten Obstes berauscht die Sinne, in den Weingärten klappern djj Kl.apotetze, romantische Windmühlen dieses Landes, die alljährlich laut werden, wenn die Augustsonnc die Beeren an den Weintrauben in goklglänzendes Kleid ein-hülU. Da kam iler Musik/ug des RAD au.s Graz. Rund l().fX¥) Leute strömten zu den zwölf Konzerten heran, um den melodischen Klängen der Musik zu lauschen. Das geistige Zentrum der Wiedergabe war der Musikführer.Er hielt seine Musiker straff und sicher zusammen, so daß es selbst in den raschesten Knsemblesätzeii keine ernsthaften Schwankungen gab. Unter den Musikern herrschte eine ansteckend gute Laune. Allerorts empfand die Bevölkerung dankbar die prägnanten Ausführungen und apnlaudierte den Künstlern mit steigender Begeisterung. Jeder der Künstler war bemüht, das t>e-ste zu geben, Jeder zeichnete sich durch erfreuliehe Beherrschung der Melodie aus, die stimmliche Befähigung bildete sich aus zu einem höchsten, Anspruch verlangenden, befriedigenden mid musizierenden Stil. Nicht einer reichbegürtcten ^sthe-tenschicht der Leute allein sollte die Befriedigung nach künstlerischer Vollendung möglich sein, sondern die Musik solltti auch jenen Menschen zugute kommen, de- ein 9taus im Unterland ehrte Marburger Zeitung" fen. Der Schneider leckte nur ein Wurst-paipier ab, schon das niaclitc ihn so geil, daß er einen großen Durst verspürte. Er w)Z dem schlafenden geistlichen Bruder einen Gulden aus der Tasche und :>agte: Meck meck, der Sclmeider ist weg, willst du ihn wiedersehen, muUt du ins Wirtshaus gelm. Dann gaUbockte er sich hundert Schritte weiter in ein Gasthaus, das an der staubigen Stra!5e auf Gäste wartete. Dort saB als einziffcV Gast ein — Teufel. Der war ausgeschickt, um auszui^pionie-reu. wie es oiben in der Welt zugeht und was die Leute so reden. per Schneider Zenipel aber war Niclit-raucher und roch daher den Braten all^ sogleich. Schon das war ja verdächtig, warum alle Fliegen, die der Teufel jn seiner Langweile vom Tisch gefaniien hatte, angesegt waren. Schneiderl, dachte Zempel, Schneiderl, sei ein sehr vorsichtiger Handwerker, dann geschieht ttixl Der Wirt brachte ein Achtel Wein, der Zempelschneider trank ihn wacker auf c:neii Zug und strich sich den Spitzbart. Tschuldigen sclion, sagte er und setzte sich zum Teufel, wie gelin die Geschäfte? Sie kamen ins Reden und der Teufel fragte Zempel. wie er heilie und welche Profession er betreibe. Sie werden's kaum glauden. aber ich heilie Narr und bin von Beruf ein Narr; soll ich ihnen was vortanzen? He, Wein-pantschcr, noch ein Achtel! Er begann zu hopsen, daß der Teufel kaum die Schritte zählen konnte und sich sehr lächerlich machte, als er den Tanz nachschritteln wollte. Der Schneider lachte ilin nur aus, trank ein Achtel nach dem anderen und wurde verwegen, daß er dem Teufel, der sowieso schon wegen des Lachens Krantig war, daß er also dem Teufel ins Oes'cht behauptete, er wäre imstande, den Höllenfürsten selber, wenn es einen g'bt, zu betrügen. Das war dem Teufel zu viel. So ein schlechter Wein und daim noch so ein whidlger Narr, das halte der Teufel aus! Kr kam mit zitterndem Schnurrbart hinter dem Tisch herfür. Aber der Schneider hatte rasch mit der Kreide einen Drudenfuß auf den Nebentisch gezeichnet und als der Herr Gottseibeiuns anrückte, hupfte Zempel mit einem leisen Meökmeck mitten in den Drudenfuß und hatte wirklich mit dem bescheidenen Steißlein drinnen Platz zum Sitzen. Wütend warf der Teufel einen glühenden Taler auf den Tisch, gab einen kräftigen Duft von sich und verschwand; fuhr in die Hölle und erzählte dem Obcr-teufel von dem betrunkenen Tanzjiarren. Das dürfen wir nicht auf uns sitzen lassen, grollte der Fürst. f:r pfiff und Schickte einen höllischen PrüKclgeist in die Oberwelt, der sollte den Herrn namens Narr in dem und dem Wirtshaus jäCTiimerlich zerdreschen. Als nun der dickc Bruder ins Wirtshaus nachkam, begann er auf das fette Essen hin zu trinken und wurde müde. Der Sclmeider schleifte Ihn hinauf in ein Zimmer und legte ihn sclilafcn. Dann aber bezeiclmete er alle Öffnungen des Zimmers, Tür, Fenster und Ofenrohr, nvit Drudenfüscn. Selbst in die Mauselöcher steckte er Papicrcltcn mit dem Drudenfuß darauf. So, jetzt kann kein Teufel an diesen Zeichen vorüber. Nur bei einem Loch kann er ins Zimmer, murmelte der Sdnieldcr, aber da wird der Teufel was erleben! Da war nämlich ein Lüftungsrohr, das schmierte der Schneider mit Seife ein, daß es glitschig war, und band daran das eine H<»senl>ein seiner Karrierteil, das er unten zunähte und ebenfalls mit einem Drudenfuß versah. So. jetzt kann der Teufel anrucken, sagte Zempel und wartete auf die Geisterstunde. Pünktlich um zwölf winselte der Prügelgeist um das Haus und suchte einen Zugang zum frechen Narren. Aber überall prallte er vor dem Drudenfuß zurück. Nur den Luftsclilauch hat dieser Narr vergessen, freute sich der Teufel und schlüpfte hiiKMn. Da gab es kein Halten mehr, das Rohr war glitschig und Ho-ruck! fuhr er in das Hosenbein der Kar-rierten und konnte zappeln, soviel er wollte, gegen den Drudenfuß war er ohn-mfichtig. Der Schneider trug seine Karrierte in das Vorhau'^. wo er einen croßen R ettich mit eingelegten Gurken gesehen hatte Sdte 6 »Marburger Zeltunc:« 25. Ausrust 1941 Kummer nen tagsüber die schwersten Arbeiten obliegen. Es hat sich gezeigt, daß die Lut-tenberger ein fein reagierendes, wenn auch nicht in l hat Angaben über den voraussichtlichen monatlichen Bedarf, den Jahresverbrauch im Jahre 1(VK), weiters Bezugsart sowie Verwendunffszweck zu enthalten. Die vor-handeneci Vorräte sind anzuzeigen. Wer die Meldunig nicht zeitgerecht o-der unvollständig macht, hat damit zu rechnen, daß er bei der BeteHigung nicht berücksichtilgt werden kan-n. m. Bei der Arbeit vom Tode ereilt. Der in den Marburger Eisenbahnwerkstätten bedienstete 53-jährige Werkmeister Franz Pecharda aus Brunndorf erlitt bei der Arbeit einen Schlaganfall, dem er kurz darauf erlaK. Der Leichnam wurde in die Totenkammer überführt. m. Von der Lokomotive gestürzt. Der im Heizhaus in Marburg bedienstete 2Njälirige Hilfsarbeiter Franz Kores aus Brunndorf glitt beim Reinigen der Lokomotive aus und stürzte drei Meter tief ab, Kores erlitt beim Sturz Rißquetschwunden am Kopfe und mußte vom Deutschen Roten Kreuz ins Krankenhaus überführt werden. m. Unfall einer 72-iähriKen. Die in Marburg, Carneristraße 9. wohnhafte 72-jährige Hausmeisterin Aloisia Powo-dcn wurde von einem herabfallenden Brett am Kopfe schwer verletzt; sie wurde ins Krankenhaus gebracht. m. Sturz vom Fahrrad. Gestern vormittag stürzte der 20-jähriKC Ludwig Maschera aus Marburg in der Tcgett-hoffstraße vom Rad und zH3g sich dabei innere Verletzungen zu. Das Rote Kreuz überführte ihn ins Krankenhaus. m. Schweres Verkehrsunglück bei Feldbach. Kürzlich kam der von Riegersburg nach Fcldbach verkehrende Autobus in einer Kurve auf der abschüssigen Straße in der Nähe des Schlosses Korniberg ins Schleudern. Der vollbesetzte Wagen — er dürfte von 38 Personen besetzt gewesen sein — überschlug sich zweimal, einige Fahrgäste, darunter auch die 48-jäh-rigc Grazer Oberlehrerin Emma Wally, die vom Ferienaufenthalt in Riegersburg nach Graz zurückkehren wollte, wurden aus dem Wagen geschleudert. Frau I Wally, die unter den Wagen zu liegen j kam, war sofort tot. Vier Personnen wur-j den schwer verletzt, drei von ihnen sind j bis zur Stunde noch nicht vernehmungsfähig, Der Wägenlertker- und 25 Fahrgäste erlitten leichte Verletzungen. m. Kroatischer Arbeitsdienst nach deutschem Vorbild. Anläßlich der Gründung des kroatischen Arbeitsdienstes fand zwischen Reichsarbeitsführer Hierl umd dem kroatischen Arbeitsführer Halla ein herzlicher Glückwunschtelegranvmwechsel statt. Der kroatische Arbeitsführer erklärte in seinem Telegramm u, a,: »Im deutschen Arbeitsdienst erblicke ich un'seren Lehrmeister, der uns stets als leuchtendes Vorbild dienen wird.« Auf das Ersuchen um kameradschaftliche Unterstützung beim Aufbau des kroatischen Arbeitsdienstes sprach der Reichsarbeitsführer seine kameradschaftliche Bereitschaft aus. m. Rasche» Fortschreiten der Säube-rungsaktlonen in Kroatien. In Agrain treffen fortlaufend Vollzugsmeldunrgen von Einheiten der kroatischen Armee und der Ustascha-Miliz ein, wonach diese in den ihnen zugewiesenen Aibschnitten die Säuberung von serbisch-kommunistische;! Banden abgeschlossen hätten. Ferner ist der Eisenbahnverkehr durch 'das Vrbas-Tal, in dem sich die serbisch-krvmmunisiti-schen Störungsaktionen konzentrierten, wieder aufgenommen worden. m. Tagwng der kroatischen Bürgermeister in Agram. Während der Agramer Messe wird, einer Meldung des »Danas«" zufolge, in Agram eine Tagung aller kroatischen Bürgermeister statitfinden. m, Regulierung der Save. Aus Agram wird berichtet: Mit der Entwässerung der Save-Niederungen, durcJi die mehr als 20.(X)0 Joch fruchtbarstes Ackerland gewonnen werden dürften, wird auch eine Regulierung der Save durchgeführt. Zugleich wird damit der;' Fluß bis nach Agram für kleinere Schleppkähne schiffbar gemacht werden. WIRTSCHAFT Dte läge der ifeerliniaiscliea PlentezKU Das Ergebnis der ersten Stutenmusterungen Der Abschluß der ersten Stutenmusterungen in Südkärnteii (Oberktrain) hat interessante Aufschlüsse über die Pferdezucht in diesem befreiten Gebiet gebracht. Der jugoslawische Staat hat die oberkrainische Pferdezucht vernachlässigt und keine bestimmten Zuchtrichtungen verfolgt. Bezeichnend ist, daß-sogar Kreuzungshengste als Deckhengste verwendet wurden. Während 1918 im heutigen Südkürnten norische Staatshengste Kchalten wurden, gibt es heute dort nur 13 Deckhengste, wovon nur 10 Staatsheiigste smd. Von den 13 Deckhengsten sind nur 9 reinblütige Noriker. Man hat sich um die Zucht nicht gekümmert und die außerordentlich gedrückten Preise hemmten auch die Pferdezucht. Die o'berkrainisclien Bauern kauften vielfach billij;e, aber minderwertige Pferde von der Murinsel und aus von 93 Stuten 12 und im Kreise Stein (mit Littai) von 276 Stuten nur '4 Stuten für die Eintragung ins Stutbuch geeignet waren. Die zuständigen Fachleute beurteilten die Aussichten der Südkärntner Pferdezucht durchaus Rünstig, vor allem well das Interesse der bäuerlichen Pferde-züchter sehr rege ist, was am besten daraus hervorgeht, daß trotz aer Einziehung von rund 2000 Pferden für den serbischen Heeresdienst anläßlich der Mobilmachung und trotz der Wirren der Naclikriegswochen in diesem Jahr nicht weniger Stuten gedeckt wurden als im Vorjalir. Jetzt wird man in Oberkrain einheitlich den Noriker züchten und die Pferdezucht durch entsprechende großzügige FörderunKsniaßiiahmen unter besonderer Berücksichtigung der HenK-stenhaltung neu aufbauen. Nooh in die- Kroatien, wodurch die früher einheitlich sem Herbst will man mehrere Staats- r.orische Zucht noch weiter zurückgedrängt oder vermässert wurde. hengste in neu errichteten Deckstationen aufstellen, so ^jaß für die kommende So kommt es, daß in Oberkrain hcuie Heckperiode nicht nur besseres, sondern zum überwiegenden Teil Pferde gehalten werden, die ausgesprochene Kreuzungsprodukte mit verschieden starken Warmbluteinschlag sind. Am reinsten hat sich das Norikerzucht->,'cbiet im Kreis Radinannsdorf erhalten. In vielen Gemeinden dieses Kreises ist auch zahlreicheres Hengstenmaterial zur Verfügung stehen wird. DiFlöIier«, »Kristalle«, »Dorfnmsik«, »Kurenfischet^ »Land-briefträger«, »Männer im'Hintergrund«, »Gleichklang der Beweguilg«, »Fliegende Früchte« und »Der Flußkrebs«. Weitere Si)iel- und Kulturfilme sow^c eine Reihe von Wochenschauen gelangen in Sondervorstellungen zur Vorführung. AUS ALLER WELT a. Eine Geburt vorgeschwindelt. Uni sicli Urlaub zu verschaffen, verfiel eine Berufstätige in Rostock auf eine gewiß ungewöhnliche Idee. Sie behauptete, sie sei schwanger und erwarte in Kürze ihre Niederkunft. Auf diese Weise verschaffte sie sich einen dreimonatlichen Urlaub und auch das Urlaubsgeld für diese Zeit. Als sie bei ihrer Rückkehr die Geburt des Kindes nicht mit der Geburtskunde nachweisen konnte, erklärte sie, sie habe ohne Beisein einer Hebamme geboren und das Kind sei kurze Zeit nach der Geburt ges'torben. Um ihre Angaben glaubhaft zu machen, fertigte S'ie Bescheinigungen an und legte diese der Krankenkasse und dem Standesamt vor. Die üble Schwindelei bringt der phantasievollen Schwindlerin jetzt ein recht unangenehmes gerichtliches Nachspiel.^ a. Mit zwanzig Jähren zum dritten Mal Witwe, Eine zwanzigjährige junge Schwedin aus Umea wurde jetzt bereits zum tritten Male Witwe. Mit 16 Jahren verheiratete sie sich mit einem Elektriker. Er starb nach zwei'Monaten durdi Unglücksfall, da er mit einer Ladung von 30.000 Volt in Berührung kam. Dann heiratete die Witwe einen Baugehilfen — der von einem Gerüst aus zwanzig Me-tere Hülic zu Boden stürzte und sich den Schädel brach. Die junge und anziehende Frau wurde zum dritten Mal von einem Pferdezüclitcr in die Ehe geführt. Aber auch er starb durch den Schlag eines Pferdes vor die Brust. Daß die junge Frau nach diesen rätselhaften tragischen Unfällen verzweifelt ist, lälit sich denken, a. Die Katze als Versuchstier. Bei einer Arbei:;.r."aniilie in Padua trug sich ein Vorfall zu, der zur Vorsicht mahnt. Zwei der Hühner der Familie waren kurz nacheinander auf rätselhafte Weise verendet. Man wollte das Fleisch nicht verkommen lassen, hatte über doch Bedenken und gab zuerst der Katze von den Ein-geweyden der Hühner zu essen, um die Wirkung zu beobaditen. Die Katze zeigte sich völlig munter. Darauf war die Familie beruhigt und verspeiste zum Mittag die Hühner. Das Fleisch schmeckte gut und zart. Aber zwei Stunden nach diesem Mittagsinahl fiel plötzlich die Katze wie vom Blitz getroffen um imd war tot. Und fast zur Kleichen Zeit meldeten sich aucli bei allen Mitgliedern der achtköpfigcii Familie Erbrechen. Übelkeit und innere Schmerzen. Alle acht muüten ins Hospital Kcbraclil werden und liegen in ernstem Zustand danieder. Zum Un-Klück der Familie liatte offenbar die zähe Katze das Gift mehrere Stimden ohne Wirkung in sich getragen, um dann plötzlich zu verenden. ^»eitere Leiclit crklärl ch Ich >;i!i sie w'cd.T. die iunge Miitlci. Ich erschrak. »Seit wann schielen Sie?« rief ich. r)'e gulc Mutter seu'z'e; »Se'tdem nio'n,' Zw'll'rge zu lau'cn anfangen.<-< Verständlich Er- xHittr, gib d'-r lluld.i meine llosi;, damit sie die l'lecke mit Benzin 'raus-Itrir.gl.« f-riur x>,V.it ncn'in? D;itin weide ic'i 'c lieber '^c'.bst rc D 'nn "^cit die ' '('n von ihrem iir betrogen ist, kann isie kc.n Benzin mehr riechen.« Nummer ?09 »Marburger ZeltuTijr« ?5. Äiijrust 19-11 Seite 7 TURNEN UND SPORT Ehre — Freiheit — Vaterland Von Reichssportführer Hans von Tschammer und Oster» Wenn auch in diesem Jahre die HJ ihre Tüchtigsten in Breslau bei den Somnier-kampfspielen vereint, dann geschieht das im dumpfen Grollen eines abziehenden Gewitters; und wenn an Tagen friedlichen Kampfes die Jungen und die Mädel das Glück ihrer Jugend empfinden, dann hat das in diesem Jahre einen Sinn, den wir nicht als alltäglich empfinden. Hinter dem Schild der deutschen Wehr findet sich in Breslau die deutsche Jugend zusammen, trotz Krieg und seinen uns alle angehenden Schwierigkeiten, trotz dem isfallen so vieler HJ-Führer, die auf der Straße des Sieges als Soldaten mitmarschieren, trotz dem Druck, den der Krieg an} jede Schultcr legt. Aber die Jugend mag nicht zurückstehen hinter den Großen, sie hat ihr Recht auf das Erlebnis des friedlichen Kampfes auch im Kriege, sie hat ihr Recht auch in kriegerischen Zeiten zu erhalten, was sie sich in den Tagen des Friedens baute und schuf. Von dem ragenden Turm in der Bre-lauer Kampfbahn sprechen immer noch die Worte »Ehre—Freiheit—Vaterland«, und im Wirkungsbereich dieser Worte steht auch heute wieder Deutschlands Jugend zu ihren Sommerspielen vereint, in diesen Tagen, da gegen die Sowjetunion und gegen Britannien das Letzte und Entscheidende getan wird. Immer wieder kehren unsere Oedanken gerade zu dieser Stadt zurück, wo 1938 beim Deutschen Turn- und Sportfest dem Führer sich viele tausend Hände Volksdeutscher Männer und Frauen — damals noch unter der Last der Fremdherrschaft seufzend entgegenstreckten. Das wir uns in unseren Gedanken nicht von dem zu lösen vermögen, was unsere Soldaten zu leisten haben, da ist selbstverständlich. Denn für die Jugend werden ja zuerst und zuletzt alle Dinge getan, wird gestritten und gestorben, wird gearbeitet und geplant, wird gebaut und gerichtet, Relegt und gelitten. Wie jede elterliche Sorge den Kindern gilt, die llüch-tigc Zeit der Kindheit froh und glücklich zu gestalten, tragfähige Fundamente zu legen für das Leben, so ist zuerst und zuletzt alle Sorge des Vaterlandes der Jugend verschrieben, die einst — nach den glücklichen Jahren des Jungseins _ das Erbe antreten soll. Ihr Einsatz ist entscheidend für Ehre oder Unehre, Freiheit oder Knechtschaft. So sind die Sommerspiele der HJ nicht allein mit den Werten eines Sportfestes zu messen, wie sehr sie auch seine Formen haben mögen. Und wcnü hier auch Meisterschaften vergeb:K'h bemerke nichts davon. .Aber vielleicht haben Sie d'e Güte, den Adlerbl'ck zu malen! < Sieben Spiele um den Tschpmmer-Pokal Sieben Spiele der dritten Schlul.Uundc im Wettbewerb um den P"uIiballpokal des Reichsportiührers wurden am Soim-ta2 abgewickelt. Mit zwei Ausnahmen DER CHEF PER ZIVILVERWALTLING IN DER UNTERSTEIERMARK Bekanntmachung Anmeldung des Bedarfs der Verbraucher von Spezlal- und Testbenzin und Heizöl Alle Verbraucher von Spezial- und Testbenzin und Heizöl, die in den kommenden Monaten beliefert werden wollen, haben bis zum 5. September 1941 beim Chef der Zivilverwaltung in der Untersteiermark zu melden: 1. den voraussichtlichen monatlichen Bedarf an Spezial- und Testbenzin oder Heizöl, 2. Jahresverbrauch im Jahre 1940, 3. Bezugsart (Fässer oder Kesselwagen), 4. Verwendungszweck. Bei Heizölen sind technische Angaben über die Brennertypen zu machen. 5. Vorräte an Spezial- und Testbenzin sov^'ie Heizöl am I. September 1941. Wer die Meldung nicht rechtzeitig erstattet, kann nicht damit rechnen, in den kommenden Monaten Spezial- und Testbenzin oder Heizöl geliefert zu erhalten. Marburg a. d. Drau, den 23. August 1941. In Vertretung: Dr. Müller-Haccius Belcanntgabe <1(0 Kino-Cat^ bis 1. September geschlossen, Restaurant und Bar geöffnet! < IS il liest lle II * Der letzte Versuch heiUt — beten i^nciin ins Hamcii sthcr m.) Kundmachung Wegen der zunehmenden Ausbreitung der ansteckenden S iiwcinelähme wird die Abhaltung von Schweine- und Ferkelmärkten im ganzen Bereich des Landkreises Pettau bis auf weiteres verboten. Der Politische Kommissar; Ö015 gez. Bauer. Preistreiberei Auf Grund des 4 der Verordnung des Chefs der Zivilverwaltung in der Untersteiermark iiber die Preisgestaltung in der Untersteierinark vom l>. .\\.ii 1941 wurile über die »Sa nav G. ni. b. II. Schokoladen- und W'affeli.ibrik in .Marbiirg-Kötsch wegen Zuwiderhandlung gegen die Vorschriften iler gleichen Verordnung eine (jcldstrafe im Betrage von 20.l)(Hi RM verh.ingt uml auf Presseveröffentlichung erkannt. Ferner wurde der genannten Firma aufgetragen ihre \'erkaufspreise unverzüglich herabzusetzen und jeglicher Verk..uf ihrer Erzeugnisse bis zur Durchführung dieser Maßnahme untersagt. Der Polizeidircktor: 6117 gez.Dr. Wallner. Seite 8 »Marburger Zeitunff« August 1941 Nummer ^Oy Unser Kellerei-Betrieb bleibt we^cni Gefolgschaftsurlaubs vom 26. Aug. bis (). Sept. 1W4I Keichlossen. KELLERtJGENOSSENSCHAFT r. 0. m. b, H. TOt» MARBURG BesteinjTf (ührlc alte Gilsshst geschlossen. M, Repitsch. filOO-I frfftlfoft Jfifflffr/ Kaufe laiitend l.anhhöliter, F.sehc, Almen. Riisted, Nuß. IJnden, Kolcn, Füchen, Achorn, Hirn- und Kirschhännu*, für l'iirnier imd Scliällzweckc crgen Kasse. i:inl<äiifer 'werden gesucht. Anpehnte ii. Zuschrift unter llarrer Peter. lio|/grf)nhandliing, Ranba 10.'^ hei Graz. tillfi-M Suche schtin möbliertes Zim-ir.er für 2 Herren mit Kost im Stadtzentrum. Angebote unter >'Nr. 1579« an die Verw. t>007-r> käisuiiimkt fVette Frau in mittleren Jahren, k.i -' -atiniBch gebildet, sucht per sofort Vertrauens-stclle aucli auswärts. Oefl. Anträge unter »Arbeitsam« an die Verw. 6098-7 OUiM Siettek Herr FronsB PeH^arcla Werkmeister der Reichsbahn * ]888 Marburg li)41 Im tiefsten Leid und untröstlichen Schmerz DIU FAMILIEN PEHARDA — WESIAK SEN. Die BeercJigung findet Montag, den 25. August um halb 4 Uhr am Brunntlnrfer Friedhof statt. Um stilles Beileid wird gebeten. ßl 14 Vor feHuslolInnit vun Arbcitti> krüftep oiuU die ZiiütJainiiing de» ziistiinJigcn Arbeilsomli's eingehnh weriicii. Mädchen mit Koclikcnntnisscn wird mit I. September aiifgc-j| nommen. Anziifragen bei Wo-schinek, KärntnerstralV» 1.'^, Marburg. 5965-8 Manufakturist wird aufgenommen. Offerte an 11. Preaz,! Marburg a. d. Drau, Adolf-1 Hitler-Platz 13. Persönliclie Vorsprache zwecklos. (31()ö-8j Perfekt© Köchin, mit Jahres-, Zeugnissen, deutsch sprechend,' verläßlich und ehrlich, findet Dauerposten bei guter Familie. Scliriftüclii' Angebote unter an die Verw. 6(X)4-8 Kaufe guterhaitene Hand-preße. Pobersch, llermann-ga^e 20 tiOPfv:-} Pianino und Stützflügel zu kaufen gcsucht. Zuschriften nnter iNr. 1442« an die Verw .'^ri04.;t veekau(lai Eine große Obstpreße zu verkaufen. Zu besichtigen täglich Kl—18 Uhr in Pickerndorf 7 t)der Rankalarigasse 5, ______nil5-l Zu verkaufen große Speise-zimmcrkredenz (Niißholz) und Speiseaiiszugtisch (amerikanische Nuß). Zuschriften unt. (int erhalten« an die Verw. löl!M Stempel, Sichtkartei THUSNELDA SOKLITSCH ..Sofra" Schmerzerfüllt geben die Unterzeiclineten allen Verwandten, Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, dali ihr innigBtgclicbter, unvergeßlicher Gatte, Vater, Brnder, Schwager und Onkel, Herr Melchior Supan Gcndarnieriewachtmeister i. R. und Realitätent>e8itzer am Samstag, den 23. August 1U41 um 13 Uhr nach kurzem, schwerem Leiden im 62.1.ehcnsjahr verschieden ist. Das l.eichenbegängnis des unvergeßlichen Dahingeschiedenen findet am Montag, den 25. August 1941 um 15 Uhr vom Trauerhauüe aus auf den Ortsfriedhof in St. Kdydi in den Windischen Büchein statt. St. Esydl, 24. August 1041. ANNA SUPAN, Gattin; ANNl SUI^N, Torhter und sämtiichc Verwandten 6101 STEMPEL-, SICHTKARTEI-, BLhXH-WARENERZEUGUNG Marburg a.d. Drau, SchÜlcrstraUe 24 Unsere liebe Mutter, Frau \'erknufe neue Damen-Niih-maschine (l-irma jaks). Anzuschauen (janis Nr. 149. t)IO:-5-4 Hobelbank samt Werkzeug zu verkaufen, Hrunndorf, Bismarckstraße ^ (vormals PuA-nikovn). 1)005-4 ücuiisclitwarenhandlung, im Stadtzentrum, sanU Wohnung, alteincefiihrt, auf gutem Platze, wegen Krankheit .sofort zu verkanten. Adr. Verw. tiü50-1 iu inieleu 9e5u€kt MARIA SOBOTKA HAUSBESITZERIN hat uns heule früh, Samstasf den 23. August im 87. Lebensjahre für infimer verlassen. Wir betten unsere Teure am Montag, den 25. August von der Kapelle des städtischen Friedhofes in Pobersch um 17 Uhr zur letzten Ruhe. Marburg, Graz, Villach, München, den 23. August 1941. Architekt Spiske Schwiegersohn. Relj!."" möbliertes Zimmer, womöglich ostseitig. Motor-ladcinstellung erwiiuRcht. Unter .Scliillerstraßenälie« an d. N'crw. ril()7-ti In tiefer Trauer; Albert, Angela, Franz Kinder, Separate Parte wer(Jen nicht auiyegthen. Inge und Martha Schwlejfertöchter. itf- Vw ■ V 61 OS nr« iiiiuyLscliril'lkiLcr Aiilou Gcrschack, SlcilvcrLrclcnrlcr IJauBl^clirimeilcr IJUo Kasper — Druck der „Marburger Druckcrei'