April-Mai. 160-161. Keft. (Seite 3869 vis 3904.) 1917. Schule und Uaierland ZcitschnfUiir bodrnständigc Jugenderziehung und tiolhsbilbung in Österreich. Schriftleiter: Ar. Audols Veerz. Inhalt: a) Schule und Vaterland. 1. Österreichs Lehrerhelden.... 3869 2. Zwei staatliche Halbheiten . . 3870 3. Hindcnburglied..................... 3872 4. Zur Schulreform ................... 3873 5. Stellungnahme zur Zielrichtung unserer Doppelzeitschrift. . . . 3877 6. Kriegszuruf ....................... 3878 7. Leitworte f. Österreichs Zukunft 3878 8. Zur Erneuerung des Österreich. Erziehungs- und Schulwesens 3879 9. Die Lehrerschaft im Dienste des kämpfenden Vaterlands .... 3880 10. Der Wille zum Kinde 3882 11. Zehn Lehrergebote in Kriegs-zeiten............................. 3884 12. Kleine Mitteilungen................ 3885 "H -B' IO -SC w t« b) Alätter für de» Abteilungs-unterricht. 13. Ein neues Amt für den Lehrer in der Landschule................. 3887 14. Lehrerglück....................... 3888 15. Lesefrüchte....................... 3888 16. Ein paar Kleinigkeiten zum Lesen auf der Unterstufe................ 3889 17. Über den Volksgesang .... 3890 18. Der Rechtschreibunterricht während des Krieges..................... 3891 19. Gedanken zu dem Thema „Fortbildungsschulen" ................ r . 3892 20. Ostern............................ 3893 21. Die Wechselrede................... 3894 22. Gottes Sturmwind ...... 3895 23. Das leidige Vergessen des Lehrstoffes ............................. 3896 24. Die Hauptmanns-Zwillinge. . 3898 25. Briefkasten....................... 3900 26. Kleine Mitteilungen............... 3901 27. In der Dolomitenfront von Stellung zu Stellung 3902 28. Vortragsthemen.................... 3904 29. Polack-Ecke....................... 3904 Monatlich 1 Kest. Ausgaöstelle: Verlag der „Matter für den Avteikungsunterricht" in «Zaivach Iayrespreis der 12 Kefte 6 K (6 M, 6 K.). Druck von Josef pavlicek in Gottschee (Kraut). 75 Auszeichnungen! Gegründet 1790. 75 Auszeichnungen! LAC.Bardtmuths I ffj I I ml< L-*c-Bardtmutil8 Kohinoor I Xm I, Ntll llIHlIIlIl Farbstille'' ..Zeichenstifte Ul UeIIUI U1IIIUIIII ...Pastellstifte Schulstifte etc, WIEN IX. Budweis in Böhmen, bringe Kreiden Z Für Schulzwecke anerkannt bestes Fabrikat. Durch jede Papierhandlung zu beziehen. Der 26. Jahrgang öegann am 1. Hktoöer v. J. ! Ocsterr. Illustrierte Zeitung 1 XXVI. Jahrgang. Erscheint wöchentlich. 1 Modernes Familienblatt mit den Monatsbeilagen: „Kunst-Revue, Galerie öftere. Maler und Moden-Revue". Verlag Jakob Philipp vormals Philipp u. Kramer, Wien. Sl Redaktion und Administration: Wien 6, Barnabitengasse Nr. 7 u. 7a. Solange der kleine Vorrat reicht, erhalten neueintretende Jahres-! abonncnten auf Wunsch dar „Kriegsbilderalbum mit 52 mehrfarbigen p Kunstblättern von ersten Künstlern" um 10 K statt 30 K nachgeliefert. BirBiniciinjiraicniBratsifaöisiiHraisirsföisirsiBisiisJsisiiaraigiiaiEiisiisinisniaiöisiEJöisiiaiöisi siMaiBi^iisiaraisiMaisteraiiaiaiajis. Hsterreichs Alkuftr. Zeitung | ist das bevorzugte Familienblatt }= des Bürgertums! Unübertroffen an künstlerischer p Vollendung seiner Illustrationen, in pj der Reichhaltigkeit und Gediegenheit W seines Lesestoffes. ES erscheinen von @ ersten Autoren jährlich 6—8 span-nungSvolle Romane, etwa 150 No- ö vellen, Skizzen u. Humoresken sowie 11 etwa 100 illustr. Artikel belehrenden p Inhalts aus dem Gebiete der Kul- D turgeschichte, Länder- und Völker- LE künde usw., Spezialrubriken, Aktua- p lttäten und Neuigkeiten aus -aller D Welt, Natur- und Volkseretgnifle, W Zeitgeschichte, Theater, Literatur, p Gesundheitspflege, Photographie, p HauS und Küche, Preisrätsel usw. E Möl51f5/öl5If5JQl51f5Jol51f5JEil51[5JEiI51fä 8 Hoher Extra-Vorzugsrabatt für Lehrer! ® Trautwein, wien, vh. ü Mariahilferstraße Nr. 58 B. ffii Pianos Pianinos und Klaviere von hervorragender Klangfülle und Tonschönheit, gediegendster kreuzsaitiger Eisenpanzer - Konstruktion mit leichter, elastischer Spielart und verstellbarer Harfenton-Vorrichtung. 10 jährige, schriftliche, gesetzlich bindende Garantie! — 4 wöchentliche, frachtfreie Probelieferung nach jeder österreichischen Bahnstation I Ratenzahlungen ohne Preiserhöhung gestattet! "IWG Jeder Lehrer verlange umgehend kostenlos Zusendung der illustrierten Preisliste nebst Lehrer-Vorsngs-Babatt-Tabelle I Drei starke Hefte mit mehreren tausend Referenzen von Lehrern letc. gratis zur Vertagung. April -Mri 1917. Schule und Vaterland Zeitschrift für bodenständige Jugenderziehung und Volksbildung in Österreich. Bezugbgcbiihr einschl. der „ , . „Blätter" 6 K (6 $1, 7 g) Geleitet «eschästltche» ausschließlich jährl. Einzelnummer 60 h von an die „Verwaltung der <60 Pf, 70 et». -g- im,,Soff -Ofetrt Blatte, sür den Abteilung». Postspark. Nr. 68.213. "x' «lu00lf #efrJ- unterricht in Laibach". Handschriften und Bücher an den Schriftleiter, Mle» in Böhmen. — „Schule und Vaterland" kann gesondert nicht bezogen werden. Oesterreichs Franz Geister geboren am 13. Dezember 1881 in Hermsdorf bei Braunau in Böhmen, wirkte zuletzt an der Knaben-Volks-und Bürgerschule sowie an der Kaufmännischen Fortbildungsschule in Braunau. Er fand am 11. Juli 1916 im Kampfe gegen welsche Tücke am Monte Cebio den Heldentod. Als ein tüchtiger, auf seine Fortbildung bedachter Lehrer erfreute er sich wegen feines lauteren Charakters der Wertschätzung der Bevölkerung und der Amtsgenossen. In seiner Heimat, die er so innig liebte, bleibt dem Lehrerhelden ein ehrendesMndenken gesichert. Mraunauer Lehrerverein. Lehrerhelden in dem Großen Kriege 1914-17. 27. Zwei staatliche Halbheiten. Nichts bildet für eine Einrichtung einen so verläßlichen Maßstab wie der Grad ihrer Popularität. Das Volk hat ein gar gesundes Empfinden und weiß Klares, Festes, sicheres, Ausgeprägtes vor dem Verschwommenen, Lockeren, Unsicheren, Nichtssagenden wohl zu scheiden. Ist eine Maßnahme, ein Amt, eine Person nicht in deutliche Grenzen gerückt, so blickt das Auge der Öffentlichkeit hinweg und alles Bemühen, dem Objekte Geltung zu verschaffen, ist umsonst. Frage doch einmal jemand den Laien: „Was ist denn eigentlich das: ein Übungsschullehrer?" — Der Angeredete wird mit den Achseln zucken und höchstens aus der Wortfügung etwa die Erklärung klauben: „Nu, ein Lehrer, der sich oder andere üben muß." Daß der damit Charakterisierte in den Augen der Menge solcherart nicht hoch steht, zumindest nicht so hoch, als er es nach seinem Range verdiente, ist außer Zweifel. — Einem anderen, dessen Amt nicht allein dem Volke, sondern sogar seinen Führern und den Lenkern des Staates im Wesen ganz und gar außer dem Bereich der richtigen Wertung liegt, ist das des Bezirksschulinspektors. Der eine, der nie mit den« B. Sch. I. in Fühlung kommt, hält ihn dem k. k. Landesschulinspektor gleich; der andere, der wahrnimmt, wie stiefmütterlich der Staat seinen untersten Schulaufsichtsbeamten behandelt, nimmt ihn nach seinem Äußeren; die zwischendurch Wirklichkeit und Schein wägen, wenden sich mit Abscheu von einer Einrichtung, die gleichsam mit allerlei Lockung Titelsüchtige einfängt, um sie sodann in quälender Ungewißheit nicht mehr loszulassen. — Da dieser Aufsatz nicht ausschließlich für Lehrer geschrieben ist, so muß zunächst die Wichtigkeit beider Ämter gekennzeichnet werden. — a) Welche Aufgabe fällt dem Höungs-schulkesirer zu? Er ist es, der die für den Lehrberuf bestimmten jungen Leute in die Praxis des Amtes einzuführen hat. Drunten im Erdgeschoß der Lehrerbildungsanstalt, da waltet er seines Amtes — zum ersten als Lehrer in einer Volksschulklasse, zum zweiten als Muster für die anwesenden Zöglinge. Es ist klar, daß er der Tüchtigsten einer sein muß. Wie könnte er sonst auf die Zuhörer wirken I Es ist weiter klar, daß er sich gründlich vorbereiten und augenscheinliche Erfolge aufzeigen soll. Wie sollte er sonst imponieren 1 Es ist endlich klar, daß er seine Darbietungen wissenschaftlich zu erläutern imstande sein muß. Wie wäre es sonst möglich, daß die Studiosen das Lehrbild denkend und selbstverarbeitend in sich aufnehmen, um es im Leben draußen je nach den Sonderverhältnissen des Schulortes zu gestalten I — Was bietet nun der Staat dieser richtenden und formenden Kraft? Nr. s den vagen Titel „Ubungsschullehrer" vom ersten bis zum letzten Tage des Wirkens. Nr. 2 die Rangsstufen der Kanzleibeamten mit Volksschulbildung. Der also Lehrer heranzieht, steht äußerlich in dem Range da wie die, deren Bildungsmaß von seinen Schülern geschaffen wird. Der Kanzleibeamte, dem es glückt, den Goldenen Kragen (das Ende der Karriere des Übungs-fchullehrers) zu erreichen, ist um zwei Bildungspotenze» unter dem Übungsschullehrer. Die Folge davon zeigte sich knapp vor Ausbruch des Krieges gelegentlich der Ausschreibung einer Übungsschullehrerstelle. Es meldete sich niemand. Nun sollen aber doch die Erlesensten aus der Schar der Meister herangebracht werden, um Beispiele der Nachahmung zu bieten und den Schein ihres Wesens und Strebens in die jungen Seelen zu werfen. Tasten wir an der Reihe fort: Des Staates stärkste Stütze — eine gute Schule; der Schule stärkste Stütze — ein guter Lehrer; des Lehrers stärkste Stütze — ein guter Lehrerbildner: so ermessen wir die Wichtigkeit des Amtes, dem der Staat weder den nötigen äußeren Glanz noch die innere Bedeutung zubilligt. Wer dort 3871 spart, wo sein Lebensnerv liegt, darf sich nicht wundern, wenn einmal die Kräfte schwinden und bas Leben dahinsiecht. — b) Was bedeutet der ZLezirksschukinspektor für die Volksbildung? (Er ist es, der draußen von Stabt zu Stadt, von Dorf zu Dorf wandert und wegweisend ergänzt, was der kehrerbildner nicht erzielen konnte, weil ja jedes Fleckchen (Erde andere tebensbedin-gungen stellt, demnach andere Bildungszwecke heischt. Das Allgemeine, das fiel dem Lehrerbildner, dem Übungsschullehrer, zu; das Besondere wird nun durch den Bezirksschulmspektor an Vrt und Stelle erklügelt. (Ein schweres Amt, hundert und hundert schaffende Kräfte mit dem Erfordernis im Gleichmaß zu halten! Die es übernahmen, haben es vielfach mit ihrer Gesundheit bezahlt. Dreivierteile aller Bezirksschulinspektoren ist körperlich zermürbt, seelisch zerknittert, weil hinter dem Amt, das sie versehen, wohl ein Berg voll Pflichten, aber keine staatliche Autorität steht. Seit rund einem halben Jahrhundert läßt man die österreichischen Bezirksschulinspektoren aus ihr Definit i v u m warte it. In allen Kulturstaaten hält der Staat die Schulaufsicht in der Hand, um durch sie den Staatsgedanken zu fördern; nur bei uns leiht er sich die wichtigen Funktionäre, die über der rechten vaterländischen Führung des Unterrichtes wachen sollen, von den Ländern, d. H. von den jeweilig herrschenden politischen Parteien, aus, läßt sie sich, soweit sie der Volks- und Bürgerschule angehören (8A aller B.Sch. I.), von diesen bezahlen und verlangt sodann von ihnen, sie sollen, über den Parteien stehend, lediglich das staatliche Interesse wahren. Welch ein Widerspruch I Und welch ein Seelenkonflikt für den, der ehrlich fühlt und wirkt I Auf der einen Seite soll er gegen seinen Brotherrn (das Land) vorgehen, wenn es die Umstände verlangen, auf der anderen Seite läßt ihn der Staat allsogleich im Stich, wenn er es sich mit der Partei verdirbt. Da gibt es kein Disziplinarverfahren, keine Verteidigung, keinen Schutz — der Redliche fällt. Die Wirkung dieser Zwitterstellung hat sich im gegenwärtigen Kriege leider vielfach gezeigt. Und nun soll noch länger, auch nur einen Wonat, zugewartet werden?-------------------- Es liegt mir ferne, für alles, was ich an bösem „Erfolg" unserer Schulbildung, an Verrat und anderem berühre, die Personen, deren Ämter ich hier vorführe, zu treffen; nein, das System ist schlecht, die unselige Halbheit, die eben niemals und in keiner Sache Gutes, Vollkommenes schaffen konnte. Jetzt, da furchtbare Taten Wahner sein sollen, führe man einmal das Schwert auch gegen diese Wißstände im Schulwesen! Es ist alles bereit, sie mit einem Streich aus der Welt zu schaffen. Knapp vor Beginn des Großen Krieges ist sowohl ein Gesetzesentwurf, betreffend die Stellung der k. k. Übungsschullehrer, sowie einer in Angelegenheiten des endlichen Definitivums der k. k. Bezirksschulinspektoren dem Haufe der Abgeordneten vorgelegt worden. Der Krieg hat die Erledigung vereitelt. Was nun? Das Parlament tritt demnächst zusammen. Es kann zu dem, was vor dem Kriege liegen blieb, ohneweiters Ja und Amen sagen oder die Regierung macht der Misere auf eine andere Art kurzerhand ein Ende. Wan spricht so viel von Staatsnotwendigkeiten. Ich meine, die zwei Halbheiten sind ein Teil davon, wenn sie auch angesichts großer Probleme gering erscheinen mögen. — Dem einen der Vergessenen einen Titel, der feine Stellung kennzeichnet, u n d e i n e Ran g< stufe mehr, dem anderen das Fixum — und das Doppelkuriofum mit seinen boffen Folgen hat ein Ende. Geltlich bedeuteten die Aktionen alles in «Hem drei Millionen, — angesichts der Milliarden, die nicht zum letzten durch das Mittun der beiden „Aschenbrödel" aufgebracht wurden, einen lächerlich kleinen Betrag. Die Staatsvolksschule wird kommen, sie nt u ß kommen; das sagen jetzt sogar schon die, die auf der mittleren Linie mit Vorsicht und Besonnenheit schreiten. Allein so über Nacht ersteht sie nicht; aber der Übungsschullehrer und der Bezirksschulinspektor, sie können ihr Ziel sogleich erreichen, die Bedeckung für ihr Amt ist nicht der Rede wert, die Gesetzesentwürfe sind fertig! Wozu also noch zögern, da jeder Tag die Notwendigkeit kündet? — Hindenburglied. (Nach Volksreimen von F. J. J. Singweise: Prinz Eugenius.) Originalbeitrag. Hindenburg, der tapfre Degen, Sollt’ die Ostprovinzen fegen Rein vom Moskowiterheer’. Wie dem Kaiser er versprochen, Schlügt er es bis auf die Knochen, Treibt es wütend vor sich her. Russische Kosakenhorden Plündern, rauben, sengen, morden Und verstümmeln Nas’ und Ohr; Schonen Greise nicht noch Frauen, Und der Kinder hilflos Grauen Schreit zum Himmel laut empor. Hindenburg nahm einen Besen, Der aus deutschem Stahl gewesen, Setzt’ bei Tannenburg ihn an — Grausig muß der Feind versinken, In den Seen, im Sumpf ertrinken — Fängt noch hunderttausend Mann. Heil dem gottgesandten Streiter, Der die Russen immer weiter Nach dem Osten jagt zurück; Kreist die Feinde ein behende, Zitternd heben sie die Hände. Ja, fürwahr, ein Meisterstück! Das Volk sowohl wie auch der Kaiser Bricht dem Feldherrn Lorbeerreiser Bei der Sieg’strompete Schall, Ehrt ihn durch ein Glückwunschschreiben Für »ein großes Kesseltreiben, Nennt ihn Generalfeldmarschall. Hindenburg fegt eisern weiter, Steigt empor die Ruhmesleiter Auf der Ehre blut’gem Feld'. Die gefrevelt schwer an Preußen Und an Österreich, diese Reußen, Schlägt er als ein deutscher Held. 3873 Zur Schulreform. SorvemerLung. Der nachfolgende bedeutsame Aufsatz erscheint unter Deckung des Verfassers durch die Schristleitung, weil er mit seltenem Freimut die Schäden aufdeckt, daher nur mit geschlossenem Visier in die Schranken treten kann. Nachdem der Staat auf die Ergebnisse einer guten Schule jetzt dringender denn je Anspruch erheben muß und daher auch die Aufsicht über dieselbe nicht anderen Faktoren überlassen kann, ist er in die Zwangslage versetzt, die Verstaatlichung des gesamten Schulwesens durchzuführen. Weiters muß allen Tüchtigen, die sich durch eine höhere Schulbildung für ein umfangreicheres Arbeitsfeld befähigen und dem Staate nützen wollen, freie Bahn geschaffen werden; damit soll nicht gesagt sein, daß jeder gut Veranlagte studieren müsse, denn auch für die in den mittleren und unteren Bevölkerungsschichten zu leistende Arbeit ist eine Durchdringung mit intelligenten Kräften nötig. Nur darf jenen, die Lust und Eignung zum Studium besitzen, nicht die Armut oder ein lokales Verhältnis zum Hindernisse werden. Unentgeltlichkeit des Unterrichtes und der Lernmittel, sowie der Kost und Wohnung (Studentenheime) müssen im Bedarfsfälle selbst dem Ärmsten den Besuch der Mittel- oder Hochschule ermöglichen. Eine gründliche Änderung muß der Aufbau des Schulwesens erfahren, u. zw. hauptsächlich hinsichtlich der Volksschule. In der .Julinummer der „Blätter für Abteilungsunterricht“ vom Jahre 1916 sagt der Verfasser des Artikels „Die Zukunft der österreichischen Landschule“ mit Recht: „94% aller Schulen Österreichs sind Schulen mit Abteilungsunterricht. 94% der gesamten Wehrmacht stammen aus der Landschule. Rohe Kraft allein vermag nicht den Erfolg zu bringen; seine Sicherung liegt vor allem in der geistigen und moralischen Bildung. So tritt die Forderung nach Hebung der allgemeinen Volksbildung, also nicht bloß der der Städtebewohner, gebieterisch hervor. Staatsvolksschule — Landschule: das sind die zwei Säulen, auf denen die Zukunft des Staates ruht.“ Wenn wir dazu noch erwägen, daß auf der gehobenen allgemeinen Volksbildung nicht nur die Kräftigung der Wehrmacht, sondern auch die höhere wirtschaftliche Leistung der Massen beruht, so bekommen vorstehende Sätze doppelt schwere Bedeutung. Mit anderen Worten sagt dies die Deutsch-österr. Lehrerzeitung vom 15. Juli 1916 Seite 127 folgendermaßen: „Je gleichartiger die Volksbildung eines Staates ist, desto wehrfähiger ist dieser Staat im Kriege, desto wirtschaftskräftiger und konkurrenzfähiger ist er im Frieden.“ Demnach erscheint die Reform der Volksschule noch wichtiger, bezw. dringender als jene der Mittel- und Hochschulen. Vor allem muß eine klare Einheitlichkeit platzgreifen, die Volksschule muß in e r s te r Linie Einheitsschule werden. Was man bisher Uber die Form der Einheitsschule in ihren Übergängen von der Volks- bis zur Hochschule gesprochen und geschrieben hat, ist noch viel zu unklar, als daß man sich hievon in Bälde Erfolge versprechen könnte. Wohl aber wäre es möglich — dem Beschlüsse eines Hochschullehrertages folgend — nach Trennung des Kultus- vom Unterrichtsministerium alle Lehrer des Staates, vom Volksschullehrer angefangen bis zum Hochschullehrer, je nach ihrer Vorbildung und Stellung in eine einheitlich aufsteigende Linie zusammenzufassen und zu organisieren. Wie bedeutungsvoll müßte dieser Körper werden! Die Volksschule mit ihren acht Schuljahren aber hätte in diesem Organismus ein in sich abgeschlossenes Ganzes mit stufenmäßigem, nicht sprunghaftem Aufbau zu bilden und den Unterschied zwischen Stadt und Land nur in der geringeren oder größeren Ausprägung des Abteilungsunterrichtes in Erscheinung treten zu lassen. Alle Privat-Volksschulen sowie die jetzige Form der Bürgerschule hätten zu entfallen. Ebenso müßten die einklassigen Schulen möglichst verschwinden. Nicht etwa weil ihre Leistungen zu gering sind, zahlreiche Inspektoren haben die schönen Ergebnisse der „Einklassigen“ wiederholt öffentlich hervorgehoben; aber es erscheint tatsächlich als eine Qual, einerseits einen Lehrer mit acht Schuljahren zugleich arbeiten, anderseits ein Kind acht Jahre in ein- und dieselbe Klasse gehen zu lassen. Dies ist und wäre bei der „Einklassigen“ weiter der Fall, weil die Zukunftsschule für Sommer befrei ungen und vorzeitige Entlassungen keine Gelegenheit mehr bieten dürfte. Um die durch Entfall der Sommerbefreiungen und der vorzeitigen Entlassungen der Landwirtschaft teilweise verloren gehenden Arbeitskräfte nicht zu sehr vermissen zu lassen, könnte in der Zeit des dringendsten Bedarfes einerseits der ungeteilte Unterricht ein geführt, anderseits den aus der Landwirtschaft stammenden Soldaten abwechselnd Anbau- oder Ernteurlaub erteilt werden. Wenn solche Urlaube jetzt in der Kriegszeit möglich sind, müßten sie in Friedenszeiten umsoweniger Hindernisse finden. Die durch Beseitigung der Unterrichtsverkürzungen und durch manch andere noch zu erwähnende Einrichtung in Erscheinung tretende erhöhte Schulbildung soll ja überhaupt die Dauer der militärischen Ausbildung unseres zukünftigen Volksheeres v e r k U rz e n helfen. Der Halbtagsunterricht dürfte nur als vorübergehender Notbehelf, nicht aber als ständige Einrichtung geduldet werden. Durch Behütung vor verfrühtem Auftreten zu schwieriger Unterrichtsgebiete und durch Berücksichtigung eines vernünftigen Arbeitsprinzipes ließe sich dem einseitigen Gedächtniskulte mit seiner Überbürdung ein wirksamer Riegel vorschieben und die Volksschule zu einer mächtigen Kraftquelle für den Staat gestalten. Je nach der besseren oder minder guten geistigen und körperlichen Entwicklung hätten die Kinder den Volksschulbesuch mit dem vollendeten 6. oder 7. Lebensjahre zu beginnen. Die 8 Schuljahre zerfielen in eine Unterschule und eine Oberschule mit je vier Stufen. Will jemand sein Kind auf Grund der in der Unterschule gemachten Befähigungsbeobachtungen in die Mittelschule übertreten lassen, so soll ihm dies von der Beendigung der Unter sc hule angefangen unbenommen bleiben. Alle übrigen Kinder machen die Oberschule durch. So können sie bis zur Vollendung der Schulpflicht in ihrem Heimatsorte verbleiben und in dem organisch einheitlichen Aufbau der achtstufigen Volksschule ohne Sprung von Stufe zu Stufe aufwärts steigen. Die Volksschule würde dadurch auf hören, eine Rumpfschule zu sein, die sie bei dem Bestände der gegenwärtigen Form der Bürgerschule zu bleiben verurteilt wäre. Daß die achtstufige Volksschule selbst dann, wenn der Abteilungsunterricht mit in den Kauf genommen werden muß, noch mehr aber, wenn jeder Klasse ein Schuljahr entspricht, ganz schöne Leistungen aufwies, bezeugen uns jene Männer und Frauen, welche nur solche Schulen besuchten und trotzdem später in den verschiedensten Berufen und Stellungen ganz Hervorragendes leisteten. Der gegenwärtige Krieg hat dies zur Genüge erwiesen. Man darf nur nicht verlangen, daß die Volksschule schon gewissen fachlichen Zwecken diene, sondern soll sich damit begnügen, daß sie jene allgemeine Bildung vermittle, ohne welche heute kein Staat, der wettbewerbfähig bleiben will, seine Bürger lassen darf. Die Volksschule jedes Ortes muß einfach jedes bildungsfähige Kind soweit entwickeln, daß es nach Beendigung seiner Schulpflicht sich entweder selbst fortzubilden vermag oder an ändern Schulen sich weiterzubilden in der Lage ist. Diese Forderung wird die Volksschule erfüllen, wenn man ihr unter anderem möglichst ungestörte Arbeit und Entwicklung sichert durch intensivere Vertretung der Lehrerschaft in den Schulbehörden, durch Änderung des Wirkungsbereiches der letzteren, durch strengen Schulzwang, Beseitigung der Schulbesuchserleichterungen, Herabsetzung der Schülerzahl in den Klassen, Ausscheidung der geistig und sittlich Minderwertigen aus den Normalklassen, Schaffung besonderer Einrichtungen für diese und aus ändern Gründen Ausgeschiedenen, Hebung der Lehrerbildung usw. Die Freiheit des Lehrverfahrens darf nicht angetastet und durch methodische Tändeleien entwürdigt werden. Sogenannter Fachunterricht, wie er in der Bürgerschule durch eigene Fachlehrer vermittelt wird, muß aus der Volksschule v e r-bannt bleiben, ausgenommen etwa im Zeichnen, Singen, Turnen und in verschiedenen Nebengegenständen wie Stenographie, fremde Sprachen usw., die sich im Bedarfsfälle besonders mit mehrklassigen Volksschulen sehr leicht in Verbindung bringen lassen. Durch solche Nebeneinrichtungen kann die Volksschule in die Lage versetzt werden, auch Schüler, die nicht schon mit dem vollendeten 10. oder 11. Lebensjahre den Heimatsort verlassen und sich an einer Mittelschule höhere Bildung aneignen wollen, vorzubereiten auf den Übergang zur Handelsakademie, zur Kadettenschule, zur Lehrerbildungsanstalt usw. Es ist überhaupt nicht einzusehen, warum nicht alle mittleren Fachschulen ihre Einrichtung so treffen, daß sie unmittelbar an die Volksschule anschließen und die Aufnahme der Zöglinge nur von einer Prüfung über den Lehrstoff der achtklassigen Volksschule, einem mindestens guten Fortschritt in den Hauptgegenständen aufweisenden Entlassungszeugnisse und einer etwaigen, jedenfalls nicht ohne Verantwortungsgefühl abgegebenen besonderen Eignungsempfehlung der entlassenden Schule abhängig machen. Auf solche Weise würden die Gymnasien und Realschulen am wirksamsten entlastet, die Volksschulen aber an Bedeutung gewaltig gehoben werden, ohne daß das Bildungsziel erwähnter mittlerer Fachschulen auch nur im geringsten zu leiden brauchte. Die Eltern könnten ihre Kinder länger bei sich haben und es sich überlegen, ob sie ihr Kind studieren lassen sollen oder nicht; die Kinder würden besser ausreifen und klarer erkennen lassen, ob sie zum Studium die nötige Befähigung und Lust haben und für welches Fach sie sich am besten eignen, die Fachschulen endlich verfügten über die menschenmöglichste Sicherheit — Irrtümer blieben natürlich nicht ausgeschlossen —, nur wirklich geeignetes Material übernehmen zu müssen. Wie aber soll sich die Bildungsbahn jener aus der Volksschulpflicht Entlassenen gestalten, die weder eine Mittelschule (Gymnasium, Realschule) noch eine mittlere Fachschule besuchen wollen? Die meisten davon werden sich einem Berufe (Landwirtschaft, Handwerk, Handels-, Gast- oder Kaffeehausgewerbe usw.) widmen und müßten während ihrer Lehrlingszeit eine ■ entsprechende fachliche oder allgemeine Fortbildungsschule von mindestens dreijähriger Dauer durchmachen. Solche Fortbildungsschulen würden, wenn sie nicht selbständig sein oder der unten erwähnten neuen Bürgerschule angegliedert werden sollten, am besten mit der Ortsvolksschule verbunden, wie dies ja jetzt schon vielfach und mit Erfolg der Fall ist, werden. Gar manche der aus der Volksschulpflicht Entlassenen fühlen aber weder das Bedürfnis, schon einen Beruf zu ergreifen, noch gedenken sie durch Besuch einer mittleren Fachschule sich auf einen bestimmten Beruf vorzubereiten. Sie wollen vorerst noch ihre Allgemeinbildung erweitern. Und dazu soll ihnen die Bürgerschule dienen, die hiefür mit ihren vor einigen Jahren ins Leben gerufenen vierten Klassen schon einen, allerdings noch ziemlich unvollkommenen Anfang gemacht hat. Wenn sie mit ihrer Bildungsarbeit nicht schon wie bisher nach dem 5. Schuljahre, sondern erst nach vollendeter Volksschulpflicht einsetzt, kann sie ihrer Aufgabe, eine über das Maß der Volksschule hinausreichende Bildung zu vermitteln, sinngemäß und mit Erfolg gerecht werden. In ihrer jetzigen Einrichtung ist sie bei uns in Österreich ohnehin ein Zwitterding, wie es in solcher Form in keinem anderen Staate besteht. Dementsprechend sind auch die Erfolge derart, daß die Bürgerschullehrer selbst sich am wenigsten davon befriedigt zeigen. Man blättere nur einige Jahrgänge der Bürgerschulzeitung durch und wird vorstehende Behauptung bestätigt finden. Die Schuld dieses Mißerfolges trifft natürlich nicht die an der Bürgersehule wirkenden, vielleicht nur etwas zuviel dozierenden Lehrkräfte, sondern hauptsächlich die eigenartige, ganz verfehlte Stellung dieser Schulgattung im für sich abgeschlossen bleiben sollenden Organismus unserer Volksschule, ferner die Lehrpläne. Deswegen schon vor dem im Jahre 1883 erfolgten Erscheinen der gewiß nicht zum Vorteile der Entwicklung unseres Volksschulwesens geschaffenen Schulnovelle das krampf hafte Bemühen, durch Erwirkung gewisser Berechtigungen das bis dahin ziemlich geringe Ansehen der Bürgerschule zu heben. Und weil dies noch immer nicht den ersehnten Erfolg brachte, seither mit immer größerer Nervosität begehrte und teilweise auch durchgeführte Reformbestrebungen manchmal ganz eigener Art, die jetzt dahin zielen, an Stelle der Untermittelschule zu treten. Es soll hier nicht näher untersucht werden, ob cs von Vorteil wäre, die Bürgerschule der Zukunft nicht nur als Fremdkörper der Volksschule bestehen, sondern sie als solchen auch noch in die Mittelschule eindringen und deren einheitlichen Aufbau ebenfalls stören zu lassen. Nicht übersehen darf man jedoch den in mehreren Nummern der Bürgerschulzeitung wiederkehrenden Hinweis 1.) auf die in den meisten Gegenständen der Bürgerschule zu hoch gesteckten und fürs praktische Leben mehr oder weniger belanglosen Ziele, die auch nur annähernd zu erreichen, oft nicht möglich ist; 2.) auf die durch den Fachunterricht in der BUgerschule verschwundenen Vorteile der Einheitlichkeit des Gesamtunterrichtes, die der Volksschule durch die Erteilung desselben in einer Klasse durch eine Einzelperson erwachsen ; 3.) auf die infolge vorgenannter Gründe erschreckend große Zahl der Durchfallenden, wofür man gerne die zu geringe Vorbildung der aus der Volksschule auf gestiegenen Kinder verantwortlich macht und so zu einem Zwiespalte zwischen beiden Anstalten führt. Würde nun die Bürgerschule, wie schon früher empfohlen, aus dem Bannkreise der Volksschule ausgeschieden werden und erst nach Beendigung der Volksschulpllicht ihre Tätigkeit beginnen, so kämen damit folgende Wünsche der Bürgerschullehrer zur Erfüllung: 1.) Die Bürgerschule würde auf hören, Pflichtschule zu sein. 2.) Das aufzunehmende Schülermaterial bestünde aus wirklich Bildungshungrigen und könnte durch Einführung einer Aufnahmsprüfung gesichtet werden. 3.) Die Bürgerschule käme dadurch, daß sie den Übergang der aus der Volksschulpflicht Entlassenen in eine mittlere Fachschule (wenn diese sich durchaus nicht für den unmittelbaren Anschluß an die Volksschule einrichten wollte), bei entsprechender Ausgestaltung selbst ins Obergymnasium oder in die Oberrealschule vermittelte oder auch nur eine Erweiterung der Allgemeinbildung über das Maß der Volksschule nach den ver- schiedensten Richtungen und in ausgedehntestem Maße möglich machte, in den Rang mindestens einer Untermittelschule. Auf diese Weise würde die Bürgerschule aus ihrer bisherigen unklaren und unsichere Lage befreit und zu einer unverkennbaren Würde erhoben werden. Ein Vorbild für diese Stellung fände sie in der dänischen Volkshochschule oder vielleicht noch ähnlicher in der amerikanischen öffentlichen Oberschule, die neben dem Tagesunterrichte noch besondere Abendkurse eingerichtet hat, um auch solchen Bildungsbeflissenen, die tagsüber einem Berufe nachgehen, zur Erweiterung ihrer Allgemeinbildung die Wege zu ebnen. Einer solchen Bürgerschule stünde eine ungeahnte Entwicklung offen. (Sieh Leobner, die Grundzüge des Unterrichts- und Erziehungswesens in den Vereinigten Staaten von Nordamerika S. 30 u. f.) Damit aber auch die Volksschullehrer den an sie in Zukunft zu stellenden höheren Forderungen gerecht zu werden vermöchten, damit sie noch mehr als bisher zum weltlichen Berater ihrer Gemeinde geeignet würden, müßte neben verschiedenen erwähnten und nicht erwähnten Verbesserungen ihrer Stellung unbedingt auch eine Reform der Lehrerbildung platzgveifen. Wie diese mit der Hoffnung auf Erfolg gedacht ist, soll hier nur kurz angedeutet werden: 1.) Die bisher bestehenden vier Jahrgänge der Lehrerbildungsanstalt oder des pädagogischen Seminars hätten eine Vermehrung auf mindestens sechs zu erfahren, u. zw. durch Anschluß je eines Jahres nach unten und oben, so daß also die Zeit vom vollendeten 14. bis zum vollendeten 20. Lebensjahre in Betracht käme. Ließe sich noch ein Jahr oben anfügen, dann umso besser. 2.) Der erste Jahrgang soll sich — natürlich nach Ablegung einer Aufnahmsprüfung — unmittelbar an die Volksschule bezw. an den Lehrstoff derselben anschließen; denn es ist für den zukünftigen Volksschullehrer von Wert, daß er selbst die ganze Volksschule durchlaufen hat. 3.) Vom sechs- bis siebenstufigen Seminar hätten die ersten fünf Jahre (Unterseminar) der Allgemeinbildung, die letzten ein bis zwei Jahre (Oberseminar) der praktischen Bildung zu dienen. 4.) Die Trennung in Unter- und Oberseminar dürfte nur zeitlich, nicht räumlich erfolgen, so daß also das gesamte pädagogische Seminar eine einheitlich aufsteigende Einrichtung, d. i. einen Typus für sich bildete. 5.) Hiedurch wäre die Möglichkeit für eine ziemlich einschneidende Erweiterung der Allgemeinbildung geboten. Im Lehrpläne des Unterseminars dürfte neben ausreichender Körperpflege und den anderen unerläßlichen Unterrichtsgegenständen die Psychologie, die vergleichende Religionsgeschichte, das Mittelhochdeutsche, eine fremde Sprache, Bürgerkunde, das Schülerexperiment u. zw. auch das psychologische, Volkswirtschaftslehre, Feldmeßkunde, Landwirtschaftslehre (aber nur in solchem Umfange, daß sie Gelegenheit böte, die Wachstumsbedingungen und -erscheinungen der Pflanzen in ihren verschiedenen Stadien aus eigener Beobachtung kennen zu lernen), Stenographie und Anstandslehre nicht fehlen. 6.) Dabei käme es nicht auf enzyklopädische Vollständigkeit des Lehrstoffes (Goethe meinte, auch der Gebildete vermöge nicht alles zu wissen, aber er soll wenigstens wissen, wo man Uber Vergessenes oder Fremdes nachschlagen könne), sondern vielmehr auf ein einheitliches, psychologisch durchdrungenes, in innige wechselseitige Beziehung gebrachtes Gesamtwissen an, bei dem der Seminarist durch Einführung in den Werdegang der bisherigen wissenschaftlichen Ergebnisse zu wissenschaftlichem Denken, zu geistiger Nachschöpfung, zu Ausblicken in die Zukunft angeleitet wird und so zu einer geistig abgerundeten, nicht einseitig entwickelten Persönlichkeit emporwächst. 7.) Das abschließende Oberseminar würde nicht bloß den Absolventen des Unterseminars Gelegenheit geben, sich die für den Volksschullehrerberuf erforderliche pädagegische Wissenschaft (einschließlich Schulrecht, Lehrerschutz, Kinderschutz) und Praxis anzueignen, sondern auch solchen jungen Leuten, die sich in Mittel-, Fach- oder Bürgerschulen (öffentlichen Oberschulen) die durch eine Prüfung nachzuweisende Allgemeinbildung des Unterseminars angeeignet haben und sich nun dem Volksschullehrerberufe widmen wollen. Ja, es wäre sogar zu erwägen, ob das Oberseminar nicht auch von den Kandidaten des Lehramtes für Mittelschulen mit Vorteil für ihre künftige berufliche Tätigkeit besucht werden könnte. 8.) Im Oberseminar müßte die akademische Lehrweise gelten und den Absolventen auch das Recht zum Besuche der Hochschule gesichert werden. 9.) Die heutigen Übungsschulen hätten zu entfallen, dafür Volksschulen — für Mittelschulkandidaten Mittelschulen — aller Art des Seminarortes und der Umgebung an die Stelle zu treten. Mit vorstehenden Darlegungen sind selbstverständlich die für die Schulreform überhaupt und für die Reform der Lehrerbildung im besondern Bedeutung habenden Momente noch lange nicht erschöpft. Zweck dieser Zeilen ist auch nur, anzuregen zu immer wieder erneutem Anfassen dieser wichtigen Fragen. Möge insbesondere die Reichsorganisation recht eindringlich darauf bestehen, daß der von der Regierung ausgearbeitete Entwurf einer Schulreform rechtzeitig veröffentlicht werde, damit die Lehrerschaft auf Grund ihrer Erfahrung hiezu Stellung nehmen kann. Schulfreund. Werke zur Orientierung: a) Wünsche der sächsischen Lehrerschaft zur Neugestaltung des Voksschulgesetzes. b) Seylert, Vorschläge zur Reform der Lehrerbildung, c) „Das Seminar als höhere Schule“ von einigen Altenburger Seminarlehrern. Stellungnahme M Zielrichtung unserer Voppcheitschrift. In der Heftfolge 157 wurde auf Seite 3836 seitens der Schriftleitung die Frage gestellt, ob es die Leser billigen, daß sich sowohl „Schule und Vaterland" als auch unsere alten „Blätter für den Abteilungsunterricht" mehr den augenblicklichen, vielfach schulpolitischen Angelegenheiten zuweuden oder wie bis vor dem Kriege in der Hauptsache blvß Schulpraxis bieten sollen. Daraufhin liefen Briefe und Karten zu Hunderten ein. Schroff ablehnend verhielt sich ein einziger Leser; er mag vom Kriege ganz und gar nichts mehr hören. Wenn man sich doch ohne Schaden die Ohren mit Wachs verstopfen könnte! — Ein Mitarbeiter wünscht eine festere Einstellung. Ich wünsche sie auch; allein die Zeit, die mit jedem Tage wechselt, wirft mich hin und her. — „Mehr Methodik!" ruft ein dritter. Ihm habe ich mit dem Leitaufsatze in F. 158 (Bl.) geantwortet. — Alle übrigen Zurufe fordern kühnes, unablässiges Eintreten für die in Sicht gerückten Standcsgüter. Einer der darauf bezüglichen Briefe mag zum Teil Platz finden, weil er zu den Sternen greift, aber auch Bedenken nicht aus dem Auge läßt! — «kehrer AoH. Zkouschak in Arüsan, Währen, schreibt: „Ich bin kein Byzantiner, wenigstens rede ich es mir ein, keiner zu sein; doch als das erste Heft mit dem zeitgemäß geänderten Namen „Schule und Vaterland" in meine Schulstube geflattert kam, faßte mich ein Gefühl der innigsten Befriedigung: Endlich einmal ein kräftiger Ruck, endlich ein erwachtes Erkennen des einen und einzigen Notwendigen, um dem erhabenen Begriffe „Vaterland" eine sichere Heimstätte seiner Pflege, Vertiefung und Verbreitung zu bereiten! Nicht, als ob in dem Walde von Schul- und Lehrerzeitschriften der Begriff „Vaterland" jemals auch nur um die Spur vernachlässigt worden wäre. Beileibe nicht. Man verstehe mich insbesondere in diesem Belange recht! Alle mir bekannten Zeitschriften unseres Faches waren und sind seit je die vornehmsten, fast möchte ich behaupten, die einzig wahren Pflegestätten der Liebe zum Vaterlande. — Der Leitspruch von „Schule und Vaterland" lautet: „Des Staates stärkste Säule ist eine gute Schule." Allen Machthabern, denen an der inneren und dadurch äußeren Festigung unseres lieben Österreichs ehrlich und ernstlich etwas gelegen ist, sei dieser Leitspruch über ihren Amtstisch geschrieben! Aber zu diesem Satze mögen sich die Herren noch dessen Fortsetzung hinzuschreiben, die mir sachlich, wahrlich nicht selbstisch genommen, noch wichtiger scheint, weil Grundbedingung der Festigkeit jener „Säule", und die da lautet: „Dieser Säule unerschütterlicher Sockel aber ist ein geistig, gesellschaftlich und wirtschaftlich hochgestellter Lehrstand." „Merk's Wien!", wenn du darangehen wirst, ein mächtiges, starkes Österreich zu bauen, vergiß den Sockel nicht! Sie sehen aus meinem „Anlaufe" schon, wohin ich schwingen will. Ich bin für die Bei» behaltung der in letzter Zeit in den „Bl." angestimmten scharfen Tonart mit deren Grundtone „Österreich", um unserem lieben, schönen, reichen Vaterlande mitbehilflich zu sein bei seinem Neuaufbau», da es darangehen wird, sich in dem Herzen seiner Bürger tiefer, fester, zäher zu verankern. Armes, dabei doch so liebenswertes Land! Wieviel wurde doch an dir bisher gesündigt! Es ist wahrlich kein Wunder, daß all die vielen Hab- und beutegierigen Feinde ringsum zu der Meinung gekommen waren, nur die Hand ausstrecken zu müssen, um sich au» deinem herrlichen Leibe ein feistes Stück holen zu können! Da» Kunterbunt deiner Völker kam, allerdings in zwölfter Stunde erst, glücklicherweise zur richtigen Erkenntnis und es scharten sich zusammen diejenigen, die einander ehedem noch spinnfeind waren, deinen heiligen, freien Boden zu schirmen gegen die drohende Gefahr mosko-wilischer Sklaverei, italienischer Falschheit und rumänischer Gier. Allerdings, manche der Not 3878 gehorchend, nicht dem eig'nen Trieb', denn allzutief fraß sich der Krebsschaden selbstsüchtigen Volkssührertums in die Seelen der irregeleiteten, überlisteten Menge. Gar harter Mühe wird es bedürfen, dieses Gift aus den Herzen der Verführten zu entfernen und sie für eine glühende, tiefe, durch nichts zu untergrabende Liebe zu unserem so schwer heimgesuchten Österreich zu gewinnen. Und diesem hohen Zwecke muß in Zukunft alles dienen: Schrifttum, Lehrstuhl und Kanzel, Vereinswesen, Volksvertretung und Staatsleitung I Ja, Staatsleitung! Eine starke, rücksichtslose Faust wird sie haben müssen, um die alten Götter und Opserstätten vaterländischen Götzentums zu zertrümmern und dem einen und einzigen Gotte Ansehen, Liebe und Verehrung zu erzwingen, dem Opfertische der inbrünstigsten Vaterlandsanbctung einen würdigen Platz zu erzwingen. Erzwingen? Ja, denn zu tief steckt der Verhetzung giftiger Pfeil, als daß an seinem schädlichen Wirken der gegenwärtig tobende Weltkrieg im wesentlichen etwas zu Ändern imstande wäre. In diesem Punkte bin ich Schwarzseher und nicht zu überzeugen. Aber in dem anderen bin ich Himmelstürmer: Ja, es wird uns gelingen, schönes Österreich, dich in den Herzen aller, die deine gottgesegneten Gefilde bewohnen, zur vollen Geltung zu bringen, und sicher wird eine Zeit kommen, da alle Völker aus Überzeugung jubeln werden: „Östreich, Östreich über alles, über alles in der 355eit 1" Vorderhand gilt es nur noch, deine verlaufenen, irregeleiteten Schäfchen zu sammeln und sie von dem Jrrtume, in den man sie gewissenloserweise eingelullt, zur Erkenntnis der Wahrheit zu führen. Diese Ziele in Herz und Sinn möchte ich denn, daß „Schule und Vaterland" und die „Bl." in der eingeschlagenen Marschrichtung verharren. Es wird ja manchen Widersacher geben, der dem Schriftleiter Knopflochschmerzen Vorhalten wird. (Das Knopfloch ist leer und wird wohl auch leer bleiben. D. Sch.) Und wenn, was schadet's dem hohen Ziele? Nur Neid und Ohnmacht kann so niedrig denken! Schließlich haben wir, die wir Österreicher bis ins Mark hinein sind, alle denselben Schmerz: unser so schönes, so reiches, so liebenswertes Vaterland in einen derart aufgewühlten Zustand versetzt zu sehen durch gewissenlose Schreier in Nord, Süd und Ost, die unsere Feinde geradezu hereinriefen in die friedlichen Täler und auf die heiligen Berge unseres einzigen, lieben Österreich. Alle Mann an Bord! Und die „Bl." sind fürwahr nicht als letzte dazu berufen! Glück auf denn und immer feste druff!" Kriegszuruf. (Erstdruck.) Hammer oder Amboß sein: Was gibt’s da zu wählen? — Hammer! Fest wie der Amboß sein, Das wird uns allerweg stählen. Schlag auf Schlag! Hieb auf Hieb! Schutz und Trutz und nichts zu lieb, Fest zum Ziele steuern Und vor allem: Feuern 1 Hammer oder Amboß sein? Östreich kann nur Hammer sein, In dem graunvoll Wettern, Hammer zum Zerschmettern I Wenzel Hampel Leitworte für Österreichs Zukunft, in. 5.) Tu Deine Pflicht, freudig und schlicht! G. 0. v. Köveß. 6.) Mit Blut und Eisen wurde Deutschland geschaffen. Des vielstämmigen, vielsprachigen Österreichs Kitt ist der Patriotismus. G. 0. v. Tersztyansky. Zur Erneuerung des österreichischen Erziehungs- und Schulwesens. Ein Be,itrag zur Wechselrede von Schuldirektor F. S. Wamprechtsamer in Gröbming. Krieg, du schrecklicher Dämon! Du Meer von Blut und Tränen! Wie hast du uns überfallen in friedlicher Stunde bei unserer Arbeit am Pfluge, in der Werkstatt, auf dem Katheder, auf der Kanzel, im Bergwerke, auf dem Meere, in der Gelehrtenstube und im Künstlerheim! Wie hast du das Familienleben der Völker zerrissen und Rassenhaß und Massenhaß unter die Menschheit gebracht! Berta Suttner! Deine prophetischen Worte sind zur Wahrheit geworden: ein Riesenjammerlall für Sieger und Besiegte. Nun sich der Brand dem Ende neigt und die letzten Balken stürzen, ist es unsere Aufgabe, aus den Trümmern ein neues ITaus zu zimmern, groß, geräumig, licht, gesund und feuersicher, so daß uns kein Brand der Nachbarschaft mehr schaden kann. Und bei allem Jammer, den der Krieg Uber uns gebracht, hat er doch auch manche gute Lehre gegeben; denn er hat die alte Binsenwahrheit, daß der Nähr-, Lehr und Wehrstand die granitenen Grundmauern jedes Staates bilden, neuerdings wieder recht eindringlich vor Augen geführt. Und mögen die Meinungen über den Ausbau unseres Volksschulwesens noch so verschieden sein, darin sind wir alle einig: Unser Schulwesen muß grundstürzend geändert werden und es dürfen auch materielle Opfer absolut kein Hindernis bilden. Es liegt in den „Blättern“ ein breiter Rahmen von Vorschlägen für Neueinrichtungen vor und es ist ein unbestreitbares Verdienst dieser Erziehungszeitschrift immer und immer wieder auf die Notwendigkeit zeitgemäßer Änderungen im Schulwesen hingewiesen zu haben. Ich will aus der Fülle der Fragen nur folgende berühren: 1. Änderung der Schulpflicht. 2. Behandlung der Schulversäumnisse. 3. Einführung der Pflichtfortbildungsschule. Mit dem Gesetze vom 2. Mai 1883 ist leider eine arge Zerrüttung in unser Volksschulwesen gekommen. Die Erziehung und der Unterricht wurde in der Volksschule durch die Sommerbefreiung je zweimal ein halbes Jahr unterbrochen. Nur wer Jahr für Jahr die tiefgreifenden erziehlichen und wirtschaftlichen Schäden dieser Einrichtung beobachten kann, wird begreifen, warum die Lehrerschaft seit Jahrzehnten hartnäckig auf die Entfernung dieser unseligen Einrichtung hinarbeitete. Man denke nur: Zweimal je ein halbes Jahr sind dreizehn- und vierzehnjährige Knaben und Mädchen dem Einflüsse der Gasse, der Dienstboten, der Gehilfen, der Stalldirnen, der Knechte und Almsennerinnen überliefert. Was Wunder, wenn nach Ablauf der herrlichen Sommerbefreiungen alle sittlichen Tugenden, die durch Lehrer- und Priesterworte in die Kinderherzen gepflanzt worden waren, ausgerissen sind und dafür gar manche häßliche Erscheinungen sich eingeschlichen haben! Was Wunder, wenn Eltern und Lehrer mit der dreizehn- und vierzehnjährigen Jugend ihre liebe Not haben, weil Gotteswort und Menschensatzung durch falsche Apostel untergraben worden sind! Mir ist mehr als ein Fall vorgekommen, daß Väter mit tränenden Augen bei mir erschienen sind und mich flehentlich gebeten haben, zu helfen, da ihnen der Sohn oder die Tochter nach der Sommerbefreiung Uber den Kopf gewachsen sei. Ein großer Teil der Verantwortung fällt wohl auch dem § 82 der Defin. Schul- und Unterrichtsordnung zu, der in seiner unglückseligen Stilisierung jede körperliche Züchtigung unter allen Umständen ausschließt. Also der Bursche hat volle Bewegungsfreiheit. Er mag noch so arge Vergehen auf sich laden, er mag Lehrer und Priester, Eltern und Vormünder, die Öffentlichkeit und die Behörden noch so herausfordern, er ist und bleibt ein Sanktissimum, ein „Rührmichnichtan“. Dieser Aberglaube muß fallen, koste es, was es wolle! Man vergegenwärtige sich folgenden Widerspruch: Der fünfzigjährige Landsturmmann, der dem Staate schon eine Reihe braver Kinder erzog und vielleicht bereits seine Söhne im Felde hat, eine Reihe von Jahren gewissenhaft seine Steuern zahlte, in öffentlichen Ämtern für das Wohl der Allgemeinheit wirkte, dieser Fünfzigjährige muß sich dem Befehle des neunzehnjährigen Fähnrichs unterordnen und alle Härten des Kriegsdienstes willig auf sich nehmen. Der vierzehnjährige Bengel aber darf alle Gebote der Schulordnung ohne fühlbare Strafe übertreten, darf seinen Mitmenschen Schaden zufügen, seine Mitschüler körperlich beschädigen, wie man solche Dinge teils selbst erlebt, teils aus der Presse wahrnehmen kann. Sind ja in den letzten Jahren Fälle vorgekommen, daß dreizehnjährige Rangen Mitglieder von Plattenbrtidern waren, Diebstähle und Einbrüche ausführten und andere schöne Dinge mehr. Man wird in tausend Fällen durch Menschenliebe und Gottes wort gestrauchelte Kinderseelen wieder auf den Pfad der Tugend und den Weg der Ehrfurcht vor Gott und Menschen bringen; dann kommen aber vielleicht 50 Rohlinge, die allen Mahnrufen nur ein Hohngelächter folgen lassen und Spott und Geifer über Behörden und Gesetze speien. Man komme mir nicht mit der Ausrede: Solche entartete „Pflanzen“ sind überhaupt nicht mehr zu retten. Ich will als Antwort den köstlichen Aufsatz folgen lassen: Militärische Jugendfürsorge. Betrachtungen zu einem Erlasse des stellvertretenden Generalkommandos in Kassel. Von Professor Dr. W. Rein, Jena. Illustrierte Leipziger Zeitung, Kriegsnummer 70 vom 2. Dezember 1915. „Aber auch berufene Vertreter der Jugenderziehung können von diesem Vorwurf nicht freigesprochen werden, an dem Verfall mitgearbeitet zu haben. Das berühmte Stichwort vom Jahrhundert des Kindes hat nicht wenig zur Verwilderung der Jugend beigetragen, weil es geeignet war, die Macht des Erziehers zu schwächen und dafür die Macht der Jugend zu erhöhen. Die Rollen schienen damit vertauscht zu sein. Die Zügel der Regierung nahmen die Unmündigen in die Iland. Die Mündigen haben sich den Neigungen und Wünschen der Kinder anzupassen und sich von allem, was nach Zwang aussehen könnte, fernzuhalten. Damit wird der Pflichtbegrift aufgelöst. Es ist dem freien Ausleben zuwider und legt Schranken auf, die nicht überschritten werden sollen. Aber solchen Zwang halten gewisse moderne Anschauungen zu sehr hinderlich für die freie Entwicklung der Kindesnatur und wollen ihn beseitigt sehen, weil sie an die Güte dieser Natur glauben. Aber dieser Glaube ist ein Aberglaube. Auch der begeistertste Optimist muß doch die Tatsache anerkennen, daß neben viel Gutem in der Kindesnatur doch auch manches Böse sich geltend macht, ja daß letzteres oft viel mehr Macht entfaltet, als es das Gute zu tun vermag. Wir glauben an den Sieg des Guten in der Welt und im Leben des Einzelnen, sind aber überzeugt, daß dieser Sieg nicht mühelos erkämpft wird und die Jugend im Kampfe mit dem Schlechten nicht sich selbst überlassen werden darf, weil ihre Kräfte nicht ausreichen, sondern sie einer strengen, wenn auch immer gütigen Führung bedarf. Was aus einer sich selbst überlassenen Jugend wird, das haben wir genugsam erfahren durch die betrübenden Erscheinungen im Leben der Jugendlichen, die aus der Volksschule entlassen ihre eigenen Wege gingen. Die Zahlen des jugendlichen Verbrechertums sprechen eine fürchterliche Sprache. Es erscheint geradezu unbegreiflich, daß man gegen dieses Übel von seiten der Gesetze erst sehr spät aufmerksam wurde, um in ihre Bekämpfung einzutreten. Noch unbegreiflicher, daß man sein Gewissen mit Maßnahmen beruhigte, die wohl etwas bedeuten, das Übel aber nicht an der Wurzel anzupacken vermochten. So können wir die Gesetze nicht von dem Vorwurf freisprechen, daß sie die Hauptschuld an der Verwahrlosung der Jugend zwischen 14 und 18 Jahren trifft. Man bedenke, daß dieser Zeitraum für die Entwicklung der jungen Menschenkinder die bedeutungsvollsten und zugleich die gefährlichsten sind. Die bedeutungsvollsten, weil sich in ihnen die Grundzüge der wachsenden Persönlichkeit festlegen, die gefährlichsten, weil die Pubertätsentwicklung in sie hineinfällt. Mit ihr sind tiefgehende Wandlungen im seelischen Leben verknüpft. In dieser schweren Zeit bedarf die Jugend besonders kräftiger und warmherziger Führung. Wo sie fehlt, gibt man die Jugendentwicklung mehr oder weniger dem Zufall preis. Das ist aber nicht klüger als Buchstaben ins Wasser schreiben und nicht gewissenhafter als einen Brand mit Petroleum löschen wollen.“ (Schluß folgt.) Die Lehrerschaft im Dienste des Kampfenden Vaterlands. 6. AolksernShrun-. Auf meiner Fahrt in die Front fand ich in Krain vorbildliche Arbeit in Angelegenheit der Ernährnngsfragen. Da gegenwärtig feine Kriegsnvtwendigkeit derart dringend erscheint wie die in Rede stehende, so gebe ich die Maßnahmen, deren Anreger und Verfasser f. f. Landes- 3881 schulinspektvr Albin Belar ist, allsvgleich weiter. Der Frühling läßt Heuer auf sich warten; es wird darum manches, was sonst verspätet gewesen wäre, noch immer zurechtkommen. Die Schule greift, wenn sie die angegebenen Vorkehrungen ohne Zaudern tatkräftig einleitet, geradezu entscheidend in die Entwicklung der Dinge ein; es ist darum wohl nicht erst ein Wvu der Aneiferung vonnöten. Die Lehrerschaft hat so viel Beweise werktätiger vaterländischer Gesinnung ,erbracht, daß auch die folgenden Anregungen ohneweilers als Wirkung aufgezeigt werden. Am Tage der Abrechnung soll auch dieser Posten für uns in stolzer Höhe eingestellt sein! — Krkah A. 1465: „Im Hinblick auf die erhöhte Bedeutung, die dem Gemüse in diesem Jahre zukommt, wird die Lehrerschaft eingeladen, ihren ganzen Einfluß geltend zu machen, um eine möglichste Vermehrung der Produktion und einen rationellen Betrieb des Gemüseanbaues durch entsprechende Belehrung der Schüler-schaft nach jeder Richtung hin zu fördern. Der k. k. Bezirksschulrat f. Stadtschulrat) wird angewiesen, unverzüglich die im Aufrufe des k. k. Amtes für Volkscrnührung, nebst der kurzen Anleitung für den Gemüseanbau iu den Schulgärten, an die Leitungen der Direktionen aller öffentlichen und privaten Volks- und Bürgerschulen zu versenden. Das Vorbild für die Anlage und rationelle Bewirtschaftung eines Gemüsegartens soll in diesem Jahre der Schulgarten der Bevölkerung abgeben. Der k. k. Bezirksschulrat (Stadtschulrat) sowie die Schulaussichtsorgane haben mit allem Nachdruck dahin zu wirken: 1.) daß kein Schulgarten in diesem Jahre unbebaut bleibe, 2.) daß der Anlage eines Gemüseackers in jedem Schulorte eventuell durch Urbarmachung eines der Schule nahegelegenen Ödlandes, unverzüglich begonnen werde. An Schulen, wo nur weibliche Lehrkräfte wirken, haben sich auch diese unter Mitwirkung der Schuljugend dem Gemüseanbaue zu widmen; nur in jenen Ausnahmsfällen, wo die weibliche Lehrkraft den gestellten Aufgaben nicht gewachsen sein sollte, wäre der Schule vom Ortsschulrate eine geeignete männliche Kraft, welche die Schulgartenarbeiten hinsichtlich des Gemüseanbaues zu leiten hätte, beizustclleu. Bis Ende Mai 1917 ist zuverlässig anher zu berichten, wie weit an den Schulen des dortigen Bezirkes obigen Aufträgen entsprochen worden ist. Die Schulaussichtsorgane sowie der Landesobstbauinspektor werden gleichzeitig eingeladen, der strikten Durchführung des Gemüseanbaues ihr besonderes Augenmerk zu widmen, und jene Lehrkräfte, die sich in diesem Jahre um den Gemüseanbau besonders verdient gemacht haben, namhaft zu machen." 2.) Der Schulgarten — ein Kriegsgarten. (Eine Anleitung von M. Humek.) Der Lehrer möge sich in dieser ernsten Zeit als Gärtner nach drei Richtungen betätigen, und zwar: 1.) Der Schulgärtner soll im eigenen Interesse und um mit gutem Beispiel voranzugehen, mit allen Kräften dafür Sorge tragen, daß der Schulgarten für den Gemüseanbau zeitgemäß ausgenützt werde. Zu diesem Zwecke möge der ganze Schulgarten samt allen der Schule gehörigen Gründen, soweit diese nicht für Baumschulen bestimmt sind, für den Anbau jener Gemüscarten herangezogen werden, die für die Ernährung zunächst in Betracht kommen. In dieser Richtung werden nachstehende Gemüsearten besonders empfohlen: Arühliartoffek und auf größeren Gründen Spätkartoffel, Erbsen, Stöhnen (Busch- und Stangenbohnen), Puffbohnen, Früh, und Spätkraut, Wirsing, Früh- und Spätrnvcn, Karotten und Möhren, Kohlrabi und Wrucken oder Kohlrüben, ZwieSeln, Gurken und Salat. In der Nähe von Städten und größeren Jndustrieorteii mögen Tomaten (Paradeis), die leicht und teuer verkauft werden können, angepflanzt werden. Die fett gedruckten Gemüsearten sind für die Ernährung besonders wichtig. Um beim Gemüseanbau einen zufriedenstellenden Erfolg zu erzielen, ist es von besonderer Wichtigkeit: a) daß der Boden gut gedüngt und für die Aussaat und Anpflanzung regelrecht hergerichtet, b) daß das notwendige Saatgut und die Setzpflanzen rechtzeitig beschafft, c) daß rechtzeitig gesät und gepflanzt, d) daß die Gemüsepflanzung gründlich betrieben und e) daß jedes Plätzchen im Garten gründlich ausgenützt werde. Zu a. Die Krautarten, die Gurken, Salat und Tomaten (Paradeis) erfordern gut gedüngten Boden. Verrotteter Rinder- und Pserdemist bewährt sich hier am besten. Auch Jauche soll bei diesen Pflanzungen angewendet werden. Die Wurzelgewächse gedeihen auf frisch gedüngtem Boden nicht gut. Man säe diese an Stellen, die im vorigen Jahre gut gedüngt worden sind. Die hülsenfrüchtigen Gemüsearten sind hinsichtlich des Bedarfes an Dungmitteln am genügsamsten. Zu b. Wer kein Saatgut besitzt, wende sich sofort an die nächste Samenhandlung. 3882 Zu c. Unverzüglich sind Petersilie, Karotten und Möhren, Frührübe, Erbsen, Puffbohnen und die Samen der krautartigen Pflanzen zur Aufzucht der Setzpflanzen auszusäen. Zu d. Rechtzeitiges Jäten und unermüdliches Aufhacken des Bodens sowie entsprechendes Begießen sind die Hauptmittel, um beim Gemüseanbau gute Erfolge zu erzielen. Zu e. Zwischen die langsam wachsenden sollen andere rasch wachsende Gemüsearten gepflanzt werden, die früher geerntet werden können, bevor sich das Hauptgemüse vollständig entwickelt. (Zwischenkultur.) Z. B. Zwischen Gurkenpflanzungen soll Salat, Kohlrüben, zwischen Kraut soll Salat, zwischen Möhren sollen Rettig, Puffbohnen usw. gesät werden. Jedes freigewordene Gartenbeet muß sofort gedüngt, umstochen und angesät, bezw. bepflanzt werden, z.B.: sobald die Früherbse eingebracht worden ist, mögen auf dem gleichen Platz die Rüben, Kohlrüben, Endiviensalat usw. nach den Frühkartoffeln Rüben oder Endiviensalat usw. gesät werden. Überhaupt ist Sorge zv tragen, daß von jedem Grundstück mindestens zwei Fechsungen eingebracht werden. Im Notfall soll auch zwischen den Bäumchen der Baumschule Gemüse angebaut werden, z. B. Buschbohnen, Salat usw. Wer cs zustande bringen kann, richte sich ein warmes Mistbeet zur Aufzucht des Frühgemüses und der Gemüsesetzpflanzen ein. Schließlich wird auch die Aufzucht von Gemüsesamen in den Schulgärten, und zwar von Salat, Zwiebeln, Gurken, Kraut, Möhren, Rüben, Erbsen und von Bohnen usw. empfohlen. 2.) Der Schulgarten hat gegenwärtig in erster Linie als Unterrichtbehelf für den Gemüseanbau zu dienen! Alle Schüler ausnahmslos, sowohl die Knaben als auch die Mädchen, haben beim Gemüseanbau mitzuwirken, und es möge keine sich darbietende Gelegenheit versäumt werden, sie über die Wichtigkeit des Gemüses als Volksnahrungsmitel zu belehren. Jeder Schüler der Obergruppe möge die notwendigsten Begriffe über die Züchtung und Fechsung der gewöhnlichsten Gemüsepflanzen erlangen. Insbesondere mögen den Schülern jene Gemüsearten lebhaft vor Augen geführt werden, die unS in der gegenwärtigen schweren Zeit zugute kommen sollen. Es wären dies außer der Kartoffeln und der Fisolen insbesondere die Kohlrüben, Rüben und Möhren. 3.) Dringend notwendig wäre es, daß wenigstens jene Schulgärtner, die mit dem Gemüseanbau vertraut sind und auf diesem Gebiete Erfahrungen besitzen, da und dort bei sich darbietender Gelegenheit durch Veranstaltung öffentlicher Vorträge die Hausfrauen in beredter Weise auf die dringende Notwendigkeit aufmerksam machen, viel Gemüse als eines der wichtigsten Volksnahrungsmittel anzubauen. In gleicher Weise soll jeder gewissenhafte Schulgärtner jede Gelegenheit in und außerhalb der Schule benützen, um mit angemessenen Ratschlägen und durch gutes Beispiel allseitig diese hochwichtige Aktion zu fördern. Der Wille zum Kinde. Was das gesunde deutsche Mädchen mit dem Willen zum Kinde im warmen, mütterlichen Herzen und der Fähigkeit, zu gebären, im kräftigen, gutentwickelten und wohlgebildeten Körper erwarten kann und muß, das sind nicht Reichtümer und diohe Stellung, aber, wenn es gut um uns steht und Deutschland, wie es jetzt steht, für alle Zeiten bestehen soll, muß die deutsche Volksgemeinschaft der „Mutter“, die sie braucht, die willens und stolz darauf ist, Last und Pflicht der Mutterschaft auf sich zu nehmen, ein Dreifaches zu bieten vermögen: den Mann, den Ehemann, den gesunden Mann und drittens den wirtschaftlich so gestellten Mann, daß er eine Familie ernähren kann. Es wird dann bei deutschen Frauen und Jungfrauen am Willen zum Kinde gewiß nicht fehlen . . . Auf der anderen Seite dürfen wir uns keinerlei falschen Hoffnungen, Schwärmereien ohne wirklichen Untergrund hingeben. Die Ehenot, zumal der gebildeten Stände, war vor dem Kriege groß, sie wird nach dem Kriege in den ersten Jahren noch größer werden. Wenn wir seit geraumer Zeit schon damit rechnen mußten, daß fünfzig Prozent, daß die Hälfte unserer Töchter unverehelicht bleibt, so wird nachher keineswegs eine Verschiebung zugunsten der Ledigen eintreten. Eher ist anzunehmeti, daß der Hauptgrund der männlichen Ehescheu, die Furcht vor wirtschaftlicher Benachteiligung, Sorge, eine Familie nicht ausreichend ernähren zu können, zunächst verstärkt ins Gewicht fallen wird. Die Aussichten für das junge, gesunde Mädchen ohne Vermögen, die Tochter gebildeter Eltern, sind also ohne weiteres trübe. Selbst wenn wir hoffen wollen, daß in einer ernsteren und notgedrungen bedürfnisloseren Zeit eine Umkehr von der dem Ehestand und dem Familienleben feindlichen Scheinkultur unserer Tage, von Genußsucht und Großmannssucht, zur Gediegenheit und feingeistigen Innerlichkeit stattfinden wird, die den schönen Ruhm des alten, des armen Deutschland ausmachte. Auch wollen wir gern einbeziehen, daß vielleicht durch neues Siedlungsland, durch erweiterte Kolonien dem Familienvater neue, ausreichende Erwerbsmöglichkeiten geschaffen werden. 3883 Aber die Aufschließung solcher Möglichkeiten braucht sicher noch Zeit, braucht zuerst Geld. — Es ist der Tatkraft und den Gemütseigenschaften der unverheirateten Frau gelungen, aus der Bezeichnung „alte Jungfer“ ihren höhnischen und verächtlichen Beiklang auszuschalten. Im Gegenteil dürften manche Gründe angeführt werden können, daß die selbständige Frau, das reife und denkende Mädchen die feine Blüte und Auslese des weiblichen Geschlechts darstellen möchte. Halten wir, anstatt über Kraft und Ziel der weiblichen Begabung zu disputieren, daran fest, daß die Volksgemeinschaft gegen jede zur Mutterschaft willige und geeignete Frau, dadurch daß sie ihr die Erfüllung ihrer Bestimmung tatsächlich unmöglich macht, eine Schuld auf sich nimmt. Wie jede andere Schuld wird sich diese, wirtschaftlich 'und sittlich, am Ganzen rächen. Wenn jetzt gedankenlos, auch von den Oberflächlichen und den Spöttern, der Ruf nach dem Kinde erhoben wird und als neuestes Schlagwort in Versammlungen und Feuilletons umgeht, müssen wir die sehr ernsthafte Gegenfrage stellen: Wo ist der Mann, der Ehemann, für unsere gesunden und sauberen Töchter, voll von reinem und warmem Mutterwillen ? Zweitens, unter den wenigen in Betracht kommenden jungen Leuten muß die Gesellschaft der Zukunft Sorge tragen, daß die zur Eheschließung körperlich Ungeeigneten in höherem Umfang als bisher und auf gesetzlichem Wege sofort und gründlich ausgeschieden werden. Geschlechtskranke, Alkoholiker, Blödsinnige und Epileptische, mit erblichen Krankheiten Belastete sind zur Fortpflanzung nicht zuzulassen. Die strengen Ehegesetze mancher Staaten der nordamerikanischen Union können da ohne weiteres als Vorbild angenommen werden. Mau überlasse die Sichtung keinesfalls der Sorgsamkeit oder dem leichtsinnigen Egoismus der einzelnen, etwa der Brauteltern! Die Volksgesundheit ist öffentliche Sache, eine Nachkommenschaft aus derartig unglücklichen Verbindungen bedeutet im besten Fall gesellschaftlichen Ballast, meist aber schwere und allerschwerste Gesamtheitsschädigung. Ehe man nach alt-beliebtem Rezept der Vergewaltigung des schwächeren und wehrlosen Teils, den Gebärwillen und die Körperlichkeit der Frau der Aufsicht des Strafrichters unterstellt, schaffe man ihr die Grundbedingung, daß sie mit Freuden Kinder empfängt und gebiert, —- den gesunden und rüstigen Ehemann! Drittens muß dieser gesunde und rüstige Ehemann in der Lage sein oder in die Lage versetzt werden, seine Frau mit ihren Kindern ausreichend ernähren zu können. Das ist absolute Notwendigkeit, um gesunden und leistungsfähigen Nachwuchs zu erzielen. Wir müssen die vielen Frauen, die jetzt unter dem Zwange der Not auch zu den schwersten Arbeiten, bei der Straßenpflasterung, am Schleifstein, in den Maschinenfabriken, verwendet werden, durchaus als Opfer an das Vaterland — wie die auf dem Schlachtfeld draußen hingegebenen — betrachten. Sie opfern ihre Kraft, die holde Blüte ihres Weibseins — das zukünftige Kind! Vielleicht das ernsteste und rührendste Opfer, das ein Mensch zu bringen vermag 1 Nie und nirgends geht es an, daß die Familienmutter, im Ilaus schon überlastet, auch noch Berufsarbeit tut. Die Nation, die ihre Mütter im künftigen, hoffentlich friedlichen Wettkampf, am klügsten und hochherzigsten zu schonen vermag, wird sich ohne weiteres den Vorrang sichern vor anderen, wo die Frau mehr und mehr zum Lasttier und zur Arbeitsmaschine herabsinkt. Auch finde ich durchaus, daß die Selbstachtung des Mannes, seine rechtliche Stellung als Familienoberhaupt bedingt, daß von ihm, dem Ernährer, die Seinen ihren Unterhalt beziehen. Man müßte denn die Gesellschaft gänzlich umgestalten, auf einer kommunistischen Grundlage neu aufbauen wollen! Ob wir darauf zusteuern, ob überhaupt die menschliche Natur Methoden der Bienen- und Ameisenstaaten zuließe, ist eine heute noch offene, hier nicht zu erörternde Frage. Wir können nur nach Erfahrungen der Vergangenheit urteilen, — sie weisen die Mutter in das Haus zu ihren Kindern, den Mann in die Werkstatt, in den Kampf, auf die Welteroberung. Immer wieder im Namen des Geschlechts möchten wir uns ernstlich dagegen verwahren, daß man, wie es leider auch von Mitgliedern des Abgeordnetenhauses geschehen ist, der Frau, ihrer Eitelkeit und Gefallsucht oder ihrem intellektuellen Ehrgeiz Ehescheu und Kinderscheu zuschiebt. Die Frau ist bereit, ihrer Natur nach auch heute noch zur Mutterschaft bereit und fähig, — sie braucht einen Mann, einen gesunden Mann, den Mann, der sie und ihre Kinder ernähren kann! Und es muß auch gesagt werden, trotz einer Heldengröße, die sie jetzt glorreich jeden Tag offenbart, — ihrer natürlichen Veranlagung nach, in ihrer Seele, ist die Frau •Dienerin, Hüterin und Priesterin des Friedens. Sie muß ihn wünschen, — schwach, wie sie ist, und am schwächsten als Kindermutter inmitten ihrer Nestlinge, — sie wünscht und ehrt ihn auch aus höheren Gründen. Jede Frauenseele ist eine geheime Christin, — solche Christin 3884 war Antigone, ehe Jesu Stimme erschollen war: Nicht mitzuhassen, mitzulieben bin ich da! Sie sollte nicht hassen können, blutenden und schweren Herzens weiht sie heute ihre besten Kinder dem Haß und der Vernichtung. Aber der Wille zum Kinde wird erst hell und freudig in ihr wieder auflodern, wenn sie weiß, daß sie Kinder des Aufbaus, des Lichts und des Fortschritts gebären darf. Eva gebar Kain und Abel, — aber Maria gebar Jesus. Niemals vergißt die Menschenmutter, daß es ihr Höchstes ist, zur Erlösung, an der Erlösung mitzuwirken. H. v. Kahlenberg im „Türmer“. Zehn Lehrergebote in Kriegszeiten. Von Dr. E. Dickhoff. 1. Du sollst auf Zucht und Ordnung halten unter deinen Schülern mehr als zuvor. Denn oft fehlt im Hause des Vaters Gebot und Gericht. Sei du des Vaters Ersatz, der Mutter Beistand, Erzieher und Helfer der Kinder des Volks. 2. Du sollst dich nicht ängstlich klammern an Tagesplan, Lernstoff und Lehrgang. Folge du dem Gange der Welt, dem Schicksal des Volkes. Wappne das Kind mit kernigem Wissen vom Kriege. Krieg sei Losung und Würze des Tages, sei Grundton jeglicher Stunde. 3. Du sollst deine Klasse den Krieg durchleben lassen, mitfühlend: jubelnd und duldend. Doch hüte dich, in ihre Herzen Haß zu säen und quäle sie nicht mit den Schrecken des Krieges. Lehr sie das deutsche Gebot: dem Heere helfen durch Selbstzucht, und dem Höchsten vertrauend, den Sieg zu erhoffen. 4. Du sollst nicht im Aufgeben von Hausarbeiten deine Stärke sehen. Vernimmst du, wie der Schall des Krieges in jedem Hause widerhallt? Der Knabe denkt des Vaters in der Ferne, er lebt mit ihm im Feldpostbrief. Das Mädchen geht der Mutter treu zur Hand. Die Schule weicht dem Hause und des Hauses Pflicht. 5. Du sollst die Religionsstunde werden lassen zum weihevollsten Erlebnis des Tages. Über der wankenden Welt brütet ein schweres Geschick. Seuche, Hunger und Schwert fressen das Menschengeschlecht. Lehr aufwärts blicken die Deinen zum Vater im Himmel, laß sie gottinnig fühlen und sich gläubig neigen. Heb sie empor zu ewigen Gedanken. 6. Du sollst deine Schüler reden und schreiben lehren auf deutsche Weise: schlicht, treffend und treu. Laß sie spüren im Kampf bericht den lebendigen Hauch des Erlebten, sparen das schmückende Wort, hassen den tötenden Schall. Die Sprache der Heeresleitung gibt dir in Wort und Gehalt ein treffliches Muster. 7. Du sollst sie lesen lassen das edelste vaterländische Schriftwerk. Laß sie erfahren, wie für Heimat und Herd die Edelsten stritten und starben. Lehre sie lieben das göttliche Wort, der Dichter hohe Gestalten, schaffende Arbeit und schauende Kunst, des Deutschtums Werden und Aufstieg. 8. Du sollst bei ihnen ohne Unterlaß auf die Ausbildung des Körpers und der Glieder achten. Bedenke, daß du dem Vaterlande für ein Kriegsgeschlecht verantwortlich bist. Stark soll der Arm sein und geschickt die Hand, zielsicher sei der Blick, der Sinn erfinderisch. Drum los vom Buch, das Leben ruft dich auf. 9. Du sollst sie anhalten, daß sie werktätige Beihilfe leisten den Erwachsenen, wo immer es nottut. Laß sie sich regen als Mitarbeiter in Feld und Garten, als Sammler und Pfleger, als Botenläufer und Aushelfer. Denn das Vaterland bedarf aller jugendlichen Kräfte. 10. Du sollst den Gesang pflegen als lauterste Quelle der Freude. Laß Freiheitslied und munteren Marsch klingen in froher Gemeinschaft, die stille Weise des Volkslieds rühren ans Herz, laß lobsingen dem Herrn zur Feier des Tages. Er verleihe Sieg und Trost und kröne mit Segen König und Volk nach unbeschreiblichem Ringen. Schul- und Kirchenbote. Kleine Mitteilungen. 31.) Job. Ferch: Die große Not. Ein Roman von deutschen Bauern, Lucas-Verlag, München. Preis: geb. I M. Gewiß, es ist ein Tendenz-Roman! Und allen Tendenz-Dichtungen haftet das an, daß sie gegnerische Stimmen zum Widerspruch reizen. Aber hier ist die Tendenz eine gute: Hebung der sozialen Lage des Bauernstandes und Bauerngesindes, Weckung der Heimatliebe. Es ist auch ein Lehrerroman, nicht nur ein Bauernroman. Ein toter Lehrer, der seinem Nachfolger ein Testament als Samenkorn hinterlassen hat, und der junge Lehrer, der in harter, kampfesreicher Arbeit dieses Samenkorn aussät, die Pflanzen hegt und pflegt und schließlich reichliche Ernte gewinnt. Es tut einem wohl, wieder einmal einen Roman zu lesen, der anschaulich schildert, welch hohe Macht einem Lehrer gegeben sein kann. Der Tendenz zu Liebe wird die Lage der Fabriksarbeiter in einer Rede des Lehrers sehr düster geschildert. Die Landflucht wird bekämpft durch Organisation, also soziale Fürsorge und Erziehung zur Heimatsliebe. Das Buch ist wohl vor dem Kriege entstanden. Man fragt sich unwillkürlich, wie hätten sich die Heinauer Bauern jetzt als sozial denkende Patrioten erwiesen? Oder hätten sie versagt, gehamstert usw.? Der Krieg hat gezeigt, wie notwendig es ist, den Bauernstand sozial zu organisieren, sozial, heimatstreu zu erziehen. So kommt das Buch zu rechter Zeit. Sehr sympathisch geschildert ist der Lehrer. Freilich von ihm als Jugendbildner erfahren wir wenig, er pflegt den Heimatssinn des Kindes durch Freilandunterricht. Desto mehr erfahren wir über seine erfolgreiche Tätigkeit als Kristallisationspunkt des Fortschrittes. Eine einfache, treue, fortschrittlich denkende Seele, arbeitseifrig, scharfdenkend, ist er der Kulturträger und Organisator der Heimat. Der Roman meidet die gefährlichen Klippen der Tendenzromane und das wirkt hier sehr vorteilhaft. Er schildert einfach, natürlich und die Zeichnung starker Charaktere wirkt ja immer anziehend. Das Buch sollte jeder Landlehrer lesen. Und wenn auch viele von ihnen es nur als Dichtung werten, wenn nur einer angeregt wird zu ähnlichem Tun, so stiftet er — auch im kleinsten Kreise — Segen. Ebenso gehört das Buch auch in die Bibliothek für Landleute. Den Bauern zeigt es viel. Nicht nur, daß der Lehrer ihnen mehr sein kann als Kindererzieher und Amtsschreiber. Es leitet sie an, in ihrem Betriebe den Forderungen der Zeit Rechnung zu tragen. Sei es durch Anschaffung von Maschinen, sei es durch Gewährung angemessener Schlaf- und Wohnstätten für das Gesinde, sei es durch die Gründung von Raiffeisenkassen usw., usw. Wir verzeichnen den Roman umso höher als eine Anerkennung unseres Standes, als er aus Kreisen stammt, die für einen hochgebildeten Lehrstand nicht immer zu haben sind. Einen Wirkungskreis, wie er hier geschildert ist, aber kann nur ein gut, vielseitig und gründlich gebildeter Lehrer ausüben, der auch finanziell so gestellt ist, daß er Zeit und Geld für fortlaufendes Studium übrig haben kann. K. C. Rothe. 32.) Ein kräftiges Wort für die Volksbildung. In der am 7. Dezember 1916 stattgefundenen Hauptversammlung der Urania in Wien führte Fürst Otto v. Windischgrätz aus, wie folgt: „Ich möchte die Gelegenheit nicht ungenützt lassen, um mich in der geehrten Versammlung als jüngstes Vorstandsmitglied einzuführen. Ich bin jetzt nur wenige Tage aus dem Felde heimgekehrt; es werden aber, so Gott will, auch wieder friedlichere Tage kommen, und ich hoffe, dann der schönen Sache der Volksbildung, die eines der wichtigsten gesellschaftlichen und staatlichen Ziele ist, nützlich sein zu können. Und nun zum Gegenstände! Es war mir eine wirkliche Überraschung, zu hören, daß ein nicht auf Erwerb gerichtetes Volksbildungsinstitut ausschließlich der Polizeidirektion untersteht, geradeso wie die Kinos, die Varietes usw. — die nach meiner Meinung einer sachverständigen Zensurierung vom Standpunkte der Volkserziehung und nicht bloß vom Standpunkte der Sicherheits- und Sittlichkeitspolizei aus — sehr bedürftig wären. Es wird immer mehr erkannt, was eine gesunde Volksbildung für den Staat und für die Bevölkerung bedeutet. Wer, wie ich, gesehen hat, wie die der Zahl nach geringeren, aber ihrer Ziele bewußten Soldaten der Mittelmächte gegen das russische Herdenvolk standgehalten und gesiegt haben, der hat eine tiefe Überzeugung von der Wichtigkeit der Volksbildung mit sich heimgetragen. Das öffentliche Volksbildungswesen ist bei uns noch jungen Datums und es fehlt daher noch an einer diesbezüglichen Vorsorge der Gesetzgebung. Beim Kinowesen hat man den Zeitpunkt für eine gesetzgeberische Ordnung leider versäumt, und man sieht mit Besorgnis, wie die technische Errungenschaft, statt in den Dienst der Volkserziehung gestellt zu werden, zu einer Gefahr für die Bevölkerung geworden ist. Ich finde den vorliegenden Antrag (Ergänzung des Schulunterrichtes durch volkstümliche Vorträge) sehr verständig und zweckmäßig. Ich habe das Vertrauen, daß die Unterrichtsbehörden, wenn sie einmal die Vollmacht dazu haben, auch Mittel und Wege dazu finden werden, um — natürlich ohne Erschwerung des Geschäftsganges — das Volksbildungswesen zu schützen und zu fördern, die Schädigung der Volksbildung hintanzuhalten. Ich empfele daher diesen Antrag auf das Wärmste zur Annahme.“ — (Hiemit ist für die Bestrebungen unserer Zeitschrift ein sicherer Angelpunkt gegeben. D. Sch.) 33.) Für die Staatsvolksschule. Die englische Zeitung „Hibbert Journal“ schreibt: In der härtesten Schule von allen, der Schule des Krieges, haben wir den Wert staatlicher Fürsorge und Organisation in Schuldingen schätzen gelernt. — Es braucht nicht mehr ausgesprochen zu werden: Deutschland ist der große Lehrer. Preußen hat früher als irgend ein anderer moderner Staat den alten Grundsatz des Aristoteles verwirklicht, das die Schule im Dienste des Staates stehen müsse. — Die deutsche Schule durchtränkt das gesamte deutsche Heer mit Wissen. Das deutsche Heer drängt der deutschen Schule die Ideen der Organisation und Disziplinierung auf. Militärische und Schuldisziplin gehen Hand in Hand .... Jedermann in England weiß, daß die völkische Wiedergeburt Preußens nach Jena auf die philosophische Pädagogik von Männern wie Fichte zurückzuführen ist. — Seit Jahrhunderten hat Deutschland die Erfahrung gemacht, daß Erziehungskosten keine Luxusausgaben sind, sondern daß Jugend- und Volksbildung Knochen und Mark dejs Staates sind. Eingesendet von Josef Preiß, Oberlehrer. 34.) Bulgarien, Land und Leute. (Von Dr. K. Kaßner. Bd. 2 der Bibliothek des Ostens. W.Klink-hardt, Leipzig. 1 M. 50 Pf.) — Aus eigener, gründlicher Anschauung kennt der Verfasser das Land, dessen Bild er uns unter steter Berücksichtigung der besten einschlägigen Literatur entwirft. Sein Bericht ist in Lob und Wünschen gleich offenherzig. Er betont mit Recht: „Bulgarien ist unser Bundesgenosse, wir haben daher die Pflicht, uns mit Land und Leuten dort bekannt zu machen.“ Dies zu erreichen, dazu wird Kaßners Schrift der beste Weg sein. 35.) Der Sparzwang für jugendliche Arbeiter im Deutschen Reiche wurde anfangs als Last und Einschränkung empfunden. Die Spargrenze bildet ein Wochenverdienst von 21 Mark. Der wirtschaftliche Erfolg konnte nicht ausbleiben. Von 90.000 Jugendlichen bezieht ein Drittel einen die Spargrenze übersteigenden Verdienst. Mit dem 18. Lebensjahre hört der Sparzwang auf. Bisher erreichen die Spargelder über eine Million Mark, einzelne Skonti die Höhe von 600 Mark. Der Sparzwang hat sich somit als eine segensvolle Wirtschaftseinrichtung erwiesen. (In Österreich sollte man mit der Maßregel ehestens beginnen! D. Sch.) Zeitschr. für Kinderfürsorge und Jungendfürsorge. 36.) Der Leiter der kartographischen und schulgeographischen Zeitschrift, Herr Prof. Joh. Georg Rothaug, sah sich infolge eines Schlaganfalles und der damit verbundenen Lähmung der rechten Seite im Alter von 67 Jahren „gebrochenen Geistes und mit krankem, gelähmtem Körper“ genötigt, jeglicher schriftstellerischer Tätigkeit zu entsagen. Hoffentlich erweisen sich die Befürchtungen des verehrten Schulmannes als zu düster und er kehrt zur gewohnten Arbeit in rüstiger Schaffensfreude zurück. Die Leitung der Zeitschrift übernahm indessen Herr Prof. Dr. Hugo Hassin ge r. 37.) Wahre Religion. Religion ist Tun; nur wer handelt, hat Gott erkannt. Die wirkende Religion sehen wir heute auf dem Lande überall. Meist stehen die Armen voran. In manchen Blättern wird heute so viel Aufhebens von dem Reichen gemacht, der von seinem Reichtum einige tausend Mark auf den Altar des Vaterlandes hinlegt. Was die Armut gibt, verkündet niemand. Das wissen auch nur einzelne in dem Dorfe. Mancher gibt alles dahin und darbt sich’s vom Munde ab. Mit einer Selbstverständlichkeit ohnegleichen wird alles vollbracht. Schremmer in der „Volksschule“. 38.) Ein Weckruf. Wenn die Lehrerschaft ihren Zukunftskrieg verspielt, so wird das an der laxen Haltung ihrer Presse liegen. Sie ist ihre Artillerie. Es ist nichts, wenn ein ganzes Kollegium zusammen eine Schulzeitung hält. Wie soll sie davon leben, wirken? Ins Große, ins Gewaltige, ins Stoßkräftige muß es gehen, sonst schießt Euch jedes lumpige Feldkanonchen von der ändern Seite über den Haufen. Jede Mark, die du, Lehrer, für deine Schulpresse anlegst, bringt dir tausend Prozent Zinsen. In Zukunft wird jeder Stand das bedeuten, was seine Presse bedeutet. Paul Keller in der Kath. Schulzeitung für Norddeutschland. 1917 (April-Mai-. VS** <■ ^ CI l X g p (14. Aahr.) A. 160-161. für den flbieilimgstiimrricbi Monatschrist zur Förderung des österr. Landschul«esen». 8e*u(!«(ieMHt einschl. von „Schule undDatcrland'SX Schriftleiter: »ischästliche» au»schiletiich >»». 7K.I jährlich, »in,ei- an Me „Verwaltung der numrattSOh (60 w,70ct). 7ir tt <• h n I f Mrcn «lauer für den »diellung». Postspark. Rr. 68.218. Ul.lVU»6l| JllUJ. unterricht In Salta*". Handschriften und Biicher an den Schriftleiter: MieS In Böhmen. — Die „Blätter für den Abteil,ingiunlerrichl" können gesondert nicht bezogen werden Ein neues Fint für den Lehrer in der Landschule. Mit einigem Unmut wird der Pielfach-Belastete die Aufschrift lesen. „N)ie, zu den vielen Würden noch eine Würde?!" — „„Nur gemach, Freund, diesmal gilt es eine Würde, die in Dein Arbeitsfeld gehört und Dir Geld ins Haus bringt I Sie betrifft die Berufsvormundschaft."" — Nach den Mitteilungen des österreichischen Ministerpräsidenten soll ein eigenes Jugendamt erstehen. Im Frieden hätten wir diese Einrichtung wohl niemals erlebt, denn nichts schien der staatlichen Fürsorge so nebensächlich wie die Jugend. Der Krieg Hat die Mängel nicht allein aufgedeckt, sondern ins Ungemessene vergrößert und die Aufmerksamkeit führender Männer vor allem deswegen auf die Jugend gelenkt, weil sie die einzige Rettung für den Staat bedeutet. — Mit welcher Maßnahme wird nun in erster Linie einzusetzen sein? Diesbezüglich Hat mir eine Arbeitersfrau, die auf dem Wege zu einem meiner Borträge begriffen war und hinter der ich trabte, Richtung gegeben; sie meinte: „I woaß nit, wos ollweil mit derer Iugendpfleg' Hob’n; sollen's liaber den Kindern wos z'ess'n geb'nl" — Ich griff diese zu einer nebenschreitenden Standesgenossin gemachte Bemerkung auf und begann damit meine Rede. Die Episode erzeugte zunächst viel Heiterkeit, schlug -aber bald in ernste Betrachtungen um, als ich hervorhob, wie wichtig es fei, in der Zeit des Darbens nicht des hungernden Kindes zu vergessen. (Dhue physische Kraft kein Paterlandsschutz, kein emsiges Regen in der Arbeit, kein tiefes Denkeil, kein halt in der Moral. Ist einmal das Wachstum gesichert, der Bau, dann wollen wir die Kämmerlein entrichten. Also rief ich aus: „Die Liebe zu den Kleinen geht so wie alle Liebe durch de» Magen, aber nicht durch unseren, sondern durch den des Kindes I" — Es handelt sich nun darum: Wer trägt in Fällen, da der Pater im Felde steht, oder gar dann, so beide Eltern verstorben sind, ausreichend Sorge für das Kind? Der vom Gerichte aufgestellte Pormund? Keinesfalls! Wir kennen sie, die Gnkel, die Perwandten und Bekannten, die sich „Pormund" nennen. Einerseits fehlt es am Willen, anderseits an der Einsicht. Der Nimmersatt wird in eine Wirtschaft verdingt, dort ausgenützt und verkommt alsbald körperlich und seelisch. Und nun gar die geistige Seite dieser gangbaren Pormundschaft I Zumal auf dem flachen Lande! — All dies drängt zur Einführung der Berufsvormundschaft. Eine Persönlichkeit, die herz für die Kleinen hat, die geistig und sittlich hoch steht, die mit den lüaifen in steter Verbindung ist, wird dazu bestimmt und dafür bezahlt, alle in der Gemeinde zu betreuenden Kinder in Obhut zu übernehmen und für ihr physisches und psychisches Wohl cinzustehen. wer weist im Dorfe draußen alle genannten Vorbedingungen in dem Maße auf wie der Lehrer? Niemand! Also fällt ihm das neue Amt zu. Gr erweitert damit fein 5chaffensgebiet und sein Ginkommen. Die Mittel sind da. wenn, min der Fachmann seine Zeit zur Verfügung stellt, so kann er dafür, und dies insbesondere angesichts der Teuerung, eine «Entlohnung verlange». Unter den 20 Berufsvormündern, die ich kenne, sind (8 Lehrer. „Das sind halt doch die geeignetsten Personen!", so hörte ich einen sagen, der in der Sache was mitzureden hat. Und so ist es I Jeder der 20 erhält vorläufig an «Entgelt für die Arbeit jährlich ^00 K. Das ist der bescheidene Anfang. Ich bin vollends überzeugt, daß sich bei Entwicklung der Dinge ein Mindesteinkommen von 600 K, also eine Zubuße ergeben wird, die was bedeutet, mit dem Amte ursächlich zusammenhängt und keinerlei Abhängigkeit oder Demütigung beinhaltet. — Neben der geltlichen Besoldung wird man den Berufsvormund auch mit Macht und Titeln ausstatten müssen, wer also zeitlebens nicht l)err „Oberlehrer" werden kan», wird nunmehr als „Berufsvormund" und sodann als „Grziehungsrat" über den Allgemeintitel hinausragen und gesellschaftlich in die £)öhe rücken. — wie dem auch sei, darauf muß schon jetzt verwiese» werden: Gin Jugendamt ohne Berufsvormundschaft wäre ein Gebäude ohne Licht und Luft und Wärme, will man tatsächlich etwas Zeitgemäßes, wirksames schaffen, so muß man jemanden finden, der den verlassenen Vater wird. Das ist ihr Lehrer. — Lehrerglück. (Erstdruck.) Blumen reicht ihr, Frühlingsblumen, Auferstehungszeugen zart — dank’ euch, dank’ euch, liebe Kinder, die ihr freudig mein geharrt. Bringt ihr mir den Frühling doch mit seinem Blühen und Sprießen; so soll mein Herz voll Liebesglut zu euch ganz überfließen. Ich liebe euch wie Frühlingsblumen, wie Auferstehungszeugen zart: sollt ihr doch die Welt beglücken einst mit meines Wesens Art. Hg. Klotzinger, Lehrer in Pischelsdorf, Stm. Lesefrüchte. Otto Ernst: Flachsmann als Erzieher. 1.) Höchstes Glück der Erdenkinder ist die Uniformität. 2.) Wenn ich vor meinen 50 Jungen stehe, dann steigen 50 Seelen und 50 Werke vor mir auf. Wenn die 50 Herzen mir entgegen streben und ich ihnen das Beste, das Schönste gebe, was ich habe, dann ist jeder Dritte ein Eindringling, dann quillt mir das Gesetz meines Schaffens aus meiner Kraft. Wenn ich vor 50 Jungen stehe, dann sind 51 Essen im Gange, in deren Feuer Zukünftiges geschmiedet wird, nicht Vergangenes. Eingesendet von H. Kurz. Ein paar Kleinigkeiten zum Lesen auf der Unterstufe. Von Konrad Eidam in Krems. Lesen heißt, geschriebene oder gedruckte Gedanken wiederholen und verstehen. Der gebildete Leser will aber nicht nur Neues erfahren, sondern in der Betrachtung der schönen Sprache, des gelungenen Ausdrucks auch einen Genuß finden. Warum ich hier diese allbekannte Weisheit wiederkäue? Weil sie für die folgenden Ausführungen die Grundlage bildet. Die Kinder sollen also die Gedanken anderer wiederholend sprechen und verstehen; sie müssen deshalb bei allem Lesen daran denken, daß sie Gedanken lesen, daß ihnen das Lesestück etwas mitteilen will und daß sie somit das Gesagte auch verstehen müssen. Ob sie das Gelesene verstanden haben, werden die Schüler am leichtesten beweisen können, wenn sie im Stande sind, jeden gelesenen Satz frei zu wiederholen. Bei zusammengesetzten Sätzen wird man sich oft damit begnügen müssen, wenn von einem Beistrich bis zum ändern wiederholt und erst am Schlüsse des Satzganzen der Versuch gemacht wird, dieses im Zusammenhänge zu sprechen; wenn dabei die Sätze nicht wörtlich genau wiedergegeben werden, so liegt nichts dran; bei der Wiederholung kürzerer Sätze halte ich aber nachdrücklichst darauf, daß sie wortgetreu aus dem Gedächtnisse gesprochen werden, weil es von hohem Werte ist, daß die Kleinen die mustergültige Sprache des Lesebuches nachahmen und sich dadurch aneignen, d. h. die ihnen neuen Wörter, Endungen und Wendungen ihrem Gedächtnisse, ihrem Sprachgefühle einprägen und allmählich immer mehr davon in ihre eigene Rede aufnehmen. So lernen die Kinder die Schriftsprache nicht nur verstehen, sondern auch richtig und gewandt gebrauchen. Und noch eines erreichen wir nicht durch das Lesen, sondern erst durch das Sprechen des Gelesenen: die richtige Betonung. Während des langsamen Lesens im ersten und zweiten Schuljahre ist es den Schülern, die ihre ganze Aufmerksamkeit auf das Zusammensuchen der Buchstaben aufwenden müssen, nicht möglich, auch noch die Betonung zu finden; erst beim freien Nachsprechen des gelesenen Satzes wird sich auch der rechte Sprechton einstellen, der ja den silbenweise geklapperten Gedanken erst verständlich macht. Rechte Betonung ist der halbe Inhalt. Schon beim Lesen in der Fibel wird man so wenig Wörter und Sätze als nur möglich ohne Erklärung lassen; dennoch bleibt in der Fibelklasse die Erwerbung der Lesefertigkeit wichtiger als das Verstehen des Gelesenen und es verschlägt gar nichts, wenn einzelne Wörter und manches Sätzchen nur gelesen wird, wenn seine Erklärung etwa zuviel Zeit erfordern würde. Im 2. Schuljahre aber brauche ich meinen Kindern nicht erst zu sagen, daß jeder gelesene Gedanke frei wiederholt werden muß; es geschieht stets ohne Aufforderung. Aber dieses Nachsprechen des Gelesenen zeigt mir deutlicher als alle psychologischen Spitzfindigkeiten, ob und wo eine Erläuterung not tut. Die Kinder sind auch gewöhnt, sofort nach dem Lesen zu fragen, wenn sie etwas nicht verstehen. Ist ein Absatz oder das ganze Lesestück gelesen, dann ergibt sich auf die Frage: Wie werdet ihr zu Hause diese Geschichte ganz kurz erzählen? eine Arbeit, an der sich alle besseren Schüler mit großer Freude und viel Geschick beteiligen und die sie in der Beherrschung der Schriftsprache ein mächtiges Stück weiter bringt. Wenn ich den kleinen Erzählern aber diese Redelust nicht zerstören will, dann darf ich nur beim wortgetreuen Nachsprechen der Sätze eine ganz fehlerlose Wiederholung fordern und keinen wirklichen Fehler übersehen; kleine Änderungen, die sprachrichtig sind, werden durchgelassen. Die Wiederholung mehrfacher Sätze oder gar ganzer Lesestücke wird selbstverständlich manchen mangelhaften Ausdruck bringen; aber daran darf man nicht nörgeln. Es ist noch kein Gelehrter vom Himmel gefallen; mit jeder Woche wächst die Fertigkeit der Rede und die Richtigkeit der Schülersprache und das ist genug. Sollen aber die Kinder recht bald zum Verstehen des Gelesenen gebracht werden, dann muß man in der Lesestunde noch einige Kleinigkeiten mit Geduld und Ausdauer beachten: Kein Beistrich darf übersehen werden, keine Endung als nebensächlich gelten; während des Lesens wird innerhalb eines Satzes nie unterbrochen; Erklärungen folgen der freien Wiederholung des Satzes nach. Damit die Kinder nach dem Wiederholen 3890 eines Satzes leicht wieder die Zeile finden, in der weiter zu lesen ist, müssen sie ihr glatt beschnittenes oder gefaltetes Lesezeichen immer quer und genau unter die Zeile legen, die eben gelesen wird. Das richtige (auf dieser Stufe sage ich lieber: das auffallende) Sprechen der harten und weichen Mitlaute, das ebenso auffallende Unterscheiden von langen und kurzen Selbstlauten, das sehr deutliche Sprechen der Endungen, die bestimmte Fälle bezeichnen, das lautreine Lesen mit natürlicher Betonung dienen nicht allein der Erreichung des Verständnisses, sondern dem Rechtschreiben und der Erwerbung der Schriftsprache überhaupt. Wovon lebt der Sperling im Winter? Lesen, sprechen; lebt muß lang und mit hartem t, im sehr kurz und mit deutlichem m gesprochen werden. — Er geht im Herbst nicht in wärmere Länder wie andere Vögel, (hier wird mit gehobener Stimme geschlossen und deutliche Pause gehalten, darauf der Satz frei wiederholt) sondern bleibt daheim, (Pause) wenn auch der Winter noch so streng ist (senken der Stimme und wiederholen von sondern an). Beim Lesen und sprechen sind wärmere und andere genau nach Silben getrennt und mit reinen e-Lauten zu sagen: wär-me-re, an-de-re, wenn auffallend kurz. Dem und den, wem und wen, vom und von, was und das, ihm und ihn sind stets auffallend lang, wenn und denn, dann und wann, kann und soll, in und im außerordentlich kurz zu sprechen; besonders aber muß die Endung m immer lang gehalten werden, wenn endlich die Fehler gegen den Wemfall ausgerottet werden sollen, die oft noch auf der Oberstufe ihr Unwesen treiben, weil — nun, weil eben Unter-und Mittelstufe zu wenig dagegen getan haben; die hätten schon damit fertig werden müssen. Für das Verstehen des Gelesenen ist es sehr wichtig, daß jedes Fürwort gedeutet, d. h. gesagt wird, wofür es steht; ganz besonders ist das bei den bezüglichen nötig, die ja zumeist einen Satz einleiten. Es waren nur Kleinigkeiten, die ich hier zu sagen wußte; aber setzt sich nicht die ganze Riesenleistung der Schule aus solchen unscheinbaren Kleinigkeiten zusammen? Wir dürfen sie deshalb keinesfalls gering schätzen. Über den Volksgesang. (Eine Randbemerkung.) Was Herr Barta über den Gesangsunterricht in der Volksschule schreibt (Folge 157, S. 3831), ist ganz richtig. Lieder sollen die Kinder lernen, u. zw. Volkslieder. Aber gar einfach ist es auf dem Lande und speziell in deutschen Gegenden, namentlich in Mittelsteiermark, nicht. Wegen des Mangels an Musik, ausgenommen die lateinische Kirchenmusik, bringen die Kinder weder ein großes Interesse für den Gesang und noch weniger Gehör in die Schule mit. In slowenischen Gegenden herrscht die rühmliche Gepflogenheit, auch beim Gottesdienste in der Muttersprache zu singen; nur für die deutsche Kirche scheint eine Vorschrift zu bestehen, daß der Kirchengesang lateinisch, und in der Fasten- und Adventzeit sogar — Choral ohne Orgelbegleitung ausgeführt werden muß. Das einzige Mittel, den Volksgesang zu heben, wäre, für das ganze Reich ein gemeinsames Liederbuch einzuführen und für jedes Schuljahr einige Lieder, sagen wir 4, zu bestimmen, die eingeübt werden müssen, u. zw. in den Unterklassen einstimmig, die gleichen in den Oberklassen zweistimmig. Der Krieg hat wenigstens das eine Gute gezeitigt, daß er das Lied von der „Heimat“ im Reiche verbreitet und so wenigstens für den Volksgesang gewirkt hat. — Im 1. Schuljahr ist es aber unvermeidlich, daß zuerst Tonübungen geübt werden. Ich übe auch die Lieder immer zuerst mit den Taktzeiten, also 3A Takt 1, 2, 3, V* Takt 1, 2, 3, 4 ein, bevor ich sie mit dem Texte singen lasse, u. zw. anfangs immer sehr langsam. Sitzt die Melodie fest, dann muß das Lied in vorgeschriebener Art gesungen werden. So erreiche ich am leichtesten einen möglichst reinen Gesang. Von den Begleitinstrumenten halte ich die Zither für das Landvolk am zweckdienlichsten. Jos. Beczwarowsky. Der Rechtschreibunterricht während des Krieges. Da alles Denken und Fühlen bei Erwachsenen wie auch bei den Kleinen derzeit vom Kriege beherrscht wird, fällt es nicht schwer, die Geschehnisse der großen Zeit auch im Rechtschreibuntei-richte zu verwerten. Aus der großen Masse des vorhandenen Stoffes muß unter Anleitung des Lehrers die zu behandelnde Einheit von der Jugend selbst hervorgesucht und verwertet werden. Ein Beispiel! Stoff der lange Mitlaut „ff“. Vorbereitung: ln jeder Schule werden die Schüler wenigstens wöchentlich mit den wichtigsten Ereignissen vertraut gemacht. Zur Weckung der Phantasie eignen sich ganz gut die Karten des Kriegsfürsorgeamtes. Wohl sind die Bildchen wegen ihrer Kleinheit als direktes Anschauungsmittel nicht besonders geeignet. Läßt man sie aber vor dem Unterrichte, in der Pause, von Hand zu Hand gehen und heftet man sie dann zur leichteren Reproduktion des Gesehenen an die Schultafel, so erfüllen sie vollkommen ihren Zweck, z. B.: Die Unsrigen liegen im Schützengraben und empfangen die anstürmenden Russen mit wohlgezielten Schüssen. Gesprächsweise entsteht dann etwa folgende Wöiter-gruppe: piff, paff, puff! pfeifen (pfiff, gepfiffen, der Pfiff, pfiffig), treffen (getroffen, betroffen, der Treffer, der Volltreffer, eintreffen, antreffen, zutreffen, trefflich), greifen (griff, gegriffen, der Griff, Begriff, Angriff), raffen (raffte, gerafft, aufraffen), Schiff (Schiff-fahrt, Luftschiff, Flug-, Handels- und Kriegsschiff, Schiffer, schiffen, einschiffen), offen — Ofen, schlaff — Schlaf, Offiziere uam. Für das Tafelbild werden nur die Grundformen verwendet, während alle Ableitungen und Zusammensetzungen nicht angeschrieben werden. Beim Abteilungsunterrichte haben die Schüler der 1. Abteilung als Stillbeschäftigung die ganze Wörtergruppe samt Ableitungen und Zusammensetzungen, ähnlichlautenden Wörtern usw. niederzuschreiben. Für die 2. Abteilung ergibt sich aus einem Zwiegespräch nachstehendes Diktat: Die Amerikaner und der Krieg. Die pfiffigen Amerikaner hofften noch auf großen Gewinn bei ihren Waffenlieferungen. Da diese Hoffnung durch die Unterseeboote vernichtet wird, kläffen sie und drohen, offen unsere Feinde zu werden. Durch diesen Kniff lassen wir uns nicht verblüffen. Wo ein Schiff von ihnen mit Waffen oder Lebensmitteln für unsere Feinde getroffen wird, geht’s „piff, paff, puff!“ und es liegt auf dem Meeresgründe. Einige andere Diktate. Der Gebrauch des aa, ee, oo. Die Einnahme von Bukarest. Die Heere der Verbündeten besetzten Rumäniens Hauptstadt. Bei diesen Kämpfen zeichneten sich unsere Kriegsboote auf der Donau aus. Der Lorbeer des Sieges gebührt aber vor allem dem Feldherrn Mackensen. Rumänien ist der vierte Kleinstaat, der der Scheelsucht unserer Feinde zum Opfer fiel, Unseren Armeen wünschen wir aus tiefster Seele Glück zu neuen Erfolgen auf dem Lande und zur See. Das Lautzeichen h. Die fünfte Kriegsanleihe. Der Staat braucht, solange die Fehde dauert, viel Geld. Er entlehnt es von seinen Bürgern. Die Behörde sah sich veranlaßt, die Zeichnungsfrist über Weihnachten zu verlängern. Der Bauer zeichnet den Erlös für Kühe und anderes Vieh. Ihr habt dem Vaterlande 1950 K geliehen, damit es blühe und gedeihe. Der Gebrauch des tz. Das Luftschiff. Flugzeuge und Luftschiffe kreuzen in den Lüften. Sie unterstützen die Truppen dadurch, daß sie jedes Plätzchen, wo feindliche Geschütze stehen, ausfindig machen. Manchmal wirft die Besatzung Bomben von entsetzlicher Wirkung herab. Die platzenden Geschosse verletzen oder töten oft Leute, die in der Nähe sind. Entsetzt flüchtet dann alles in Keller und an andere geschützte Plätze. Ein Kampf in den Lüften ist besonders hitzig. Trotz blitzschneller Bewegung wird mancher, Flieger zum Absturz gebracht. Der Gebrauch des ck. Das U-Boot. Das U-Boot ist der Schrecken der Feinde. Keck befahren mit ihm die wackeren Blaujacken die Weltmeere. Erblicken sie ein feindliches Schiff, dann geht es stracks darauf los. Durch die Fluten des Meeres gedeckt, verschicken die Recken ihre eisernen Grüße. Ist kein Feind in der Nähe, dann erquickt sich die Mannschaft auf dem Verdeck an der frischen Seeluft. Der Gebrauch des nn. 3892 Der große Angriff der Russen. Mit Bienenfleiß hatten unsere Truppen in Ostgalizien ihre Stellungen ausgebaut. Binnen kurzer Zeit war daher der russische Angriff abgeschlagen. Der Besonnenheit unserer Führer und der Tapferkeit jedes Mannes ist es zu danken, daß wir unsere Linie behaupten konnten. Der Gewinn der Russen ist klein, unsere Wonne aber desto größer. Robert Franz, Lehrer in Millstatt am See, Kärnten. Gedanken zu dem Thema „Fortbildungsschulen“. In dem Büchlein „Die Sorge für das kommende Geschlecht“1 finden sich Ausführungen über Säuglingsschutz und -Sterblichkeit, Aufsicht und Erziehung kleinerer und größerer Kinder, Beschäftigungsanstalten, Erholungsheimstätten, Notwendigkeit, Wichtigkeit eines gesunden Nachwuchses für den Staat u. a. Ich stütze mich auf den letzten Punkt. Mit Weglassung vieler Begründungen beginne ich gleich: Die Ursache der Schwächlichkeit, Verwahrlosung und Sterblichkeit eines Teiles unserer Jugend ist auch zu suchen in der UnbelehrtheitderMütterundVäter. (Aus dem Büchlein ist dies auch zu ersehen.) Wie soll eine Frau, die selbst nicht die geringste Erfahrung hat und die kaum selbst erzogen ist, im Stande sein, (körperlich und geistig) zu erziehen! Wie kann ein Vater Kinder leiten und führen, der selbst kaum ernstlich darüber nachgedacht hat, was „Leben“ bedeutet. Welche Ziele und Aufgaben der Mensch hat, was wahres Glück ist, kann der nicht beurteilen, der nicht die geringste Ahnung hat, was bewußte Selbsterziehung bedeutet. Oft erst das Alter macht ihn weise oder Not und Krankheit, meist aber erst zu spät! Unverstand, Unbelehrt-heit schaden den Kindern für das ganze Leben. Natürlich ist böser Wille auch nicht selten an der körperlichen Verwahrlosung der Kinder schuld. Neben einem richtigen Säuglingsschutze und der Betreuung verwahrloster und elternloser Kinder, ist auch die Heranbildung tüchtiger (verständiger, gesunder!) Eltern eine Hauptfrage. Besonderes Augenmerk wäre auf Fabriksorte und Großstädte zu legen. (Wieviel schwache und kränkliche Menschen kann man unter ihnen finden! Und noch viel trauriger sehen Kinder von dort aus!) Ein 14 jähriger Mensch ist noch lange kein fertiger Mensch. In Kämpfen und Versuchungen des Lebens ist er dem Zufall anheimgegeben, denn zu Hause mangelt häufig Belehrung, Aufsicht, gutes Beispiel. Schlechte Genossen sind die Erzieher und ihr Einfluß ist unbegrenzt. Aus den Mädchen (Fabriksmädchen!) werden oft schlechte Hausfrauen, aus den Männern Trinker und rohe Schreier. Wieviel Schaden an Kindern kann eine unordentliche Frau anrichten! (Schlechte Aufsicht, Ernährung, Kleidung, Gewohnheiten!) Verwahrloste, unsaubere, ungezogene Kinder sind aus der Gesellschaft der Bessern ausgestoßen oder überhaupt verspottet, verachtet auch von Erwachsenen; ihr kleines, liebehungriges Herz sieht sich überall verschmäht. Das Kind verbittert, verroht, verkommt, wird ungerecht behandelt bei Selbstverteidigung, beurteilt die Menschen falsch und endet nicht selten beim Verbrechen. Körperliche Schwäche und Kränklichkeit tun das ihre dabei. So kann oft eine ganze Familie verelenden. — Ich kenne aus Erfahrung einen Fall. Eine wohlhabende Familie geht nach dem Tode des Vaters, der vielleicht zum Trinker wurde, nicht durch Schlechtigkeit, wohl aber Schwäche und Unordentlichkeit der Mutter moralisch, körperlich, an Besitz fast ganz zu Grunde. Und wie ist es in den Familien der Säufer? Der Spieler? Die Geschichten sind genugsam bekannt. — Der Vater hat auf die geistige Erziehung der Kinder wohl einigen Einfluß, auf die körperliche oft fast gar nicht. — Er kann durch seine Unordentlichkeit im Trinken, Rauchen u. a. ein ganzes, gesundes, begabtes Geschlecht ruinieren. Wie groß ist die Allbarmherzigkeit der Natur, die dennoch immer wieder gesunde Kräfte im Menschen erweckt, die einen Weg der Besserung eröffnen! Am besten wäre nach meiner Ansicht die Einrichtung von Fortbildungsabenden. Die Mädchen (Knaben) kommen getrennt, gruppenweise zusammen. (14, 15, 16, 17 Jahre.) Mich intressiert natürlich vor allem Mädchenerziehung. — Gegenstände: 1 Verlag des Kriegshilfsbüros, Wien 1, Hoher Markt 5, Preis 60 h. Kochunterricht. Rationelle Ausnützung der Rohstoffe. Bekömmlichkeit. Wie am verdaulichsten? Kinderernährung u. a. Nähen, Flicken. Möglichste Billigkeit. Für Kinder: Schönheit ist Sauberkeit und Ordentlichkeit! Ziel: Fertigkeiten, jedes Fleckchen wie unsere wohltät. Frauen zweckmäßig und ohne Zeitverlust auszunützen. Das Haus. Ordentlichkeit und Reinlichkeit. Hygiene der Reinlichkeit. Erzieherischer Einfluß der geordneten Häuslichkeit. Gewöhnung der Kinder an Ordnung. Wie schlecht arbeitet sich in einer unordentlichen Stube. Sparsamkeit — Arbeitsamkeit — Gesundheitspflege überhaupt. Säuglings-, Krankenpflege. Das Einkäufen —Verkaufen. Bildung des Geschmackes und Kunstsinnes. (Volkslied, Dichtung, Bibliothek, Schundroman.) Vaterlandsliebe. — Vor allem sittlich-religiöse Erziehung. Heranbildug eines gewissen Hausfrauenstandesgefühls. Knaben. Ihre beliebten Gesellschaften sind wie bekannt Großmäuler, Prahler, Trinker. Diese Laster gelten ihnen als Abzeichen von besonderer Männlichkeit. Heranbildung eines richtigen Sinnes und Ehrgefühls! Gegenstände: Turn- und militärische Übungen. Unterordnung der Glieder. Leibesgeschicklichkeit, Abhärtung, Widerstandskraft, Bewußte Selbstbeherrschung. Gartenbau. Bestrebungen in Deutschland, durch Einfamilienhäuser mit Gartengrund erzieherisch auf den Arbeiter zu wirken. Nützlicher Handfertigkeitsunterricht. Mit Sohlen von Schuhen, Herrichten beschädigter Möbel, Wände, — Handwerkszeuges. Ausbildung des Ordnungsund Schönheitssinnes. Die wichtigsten Regeln der Hygiene! Gesundheitsschädliches! (Wanderungen I) Weise Hinlenkung auf nützliche Beschäftigung für Freistunden: Geographie, Geschichte (Bibliothek!), National-, Kunstgeschichte je nach Neigung, Kunstgewerbe .... Anerziehung eines gewissen Standesgefühls, das Rohheiten, Schreiertum verabscheut. Relig.-sittl.-moralische, vaterländische Erziehung. Bei beiden Teilen Berücksichtigung Försterscher Grundsätze. (Schule und Charakter.) Unterstellung der Gemeindewaisen unter Lehrer (ev. als Übungsschule! Körperliche Versorgung durch die Schülerinnen). Doch müßte der Staat gewisse Erziehungsmittel garantieren. Zum Schutze der Jugend Heranbildung von tüchtigen Eltern! Nicht verbildete, sondern arbeitende Eltern. (Ich dachte auch an ein großes, vornehmes Erziehungsinstitut, dessen Einkünfte zum Teil für vaterländische Zwecke, Erziehung von armen Waisen und unehelichen Kindern (stufenweise auch zahlend, die bei armen Frauen oft schlecht genug untergebracht sind), verwendet werden. Die Kinder wären in einem besonderen Flügel derselben Anstalt untergebracht und könnten auch von den heranwachsenden Töchtern besucht, ihre Erziehung — körperliche besonders! — beobachtet werden. Vielleicht würde das Interesse weiterer Kreise mehr wachgerufen werden, als es der Fall ist. Lehrerin Kratlsch. Ostern! Erzählung von Karl Stumpfoll, derzeit im Felde. Der Fritze, die kleine Erna und der noch kleinere Walter saßen am Ostermorgen beisammen und plauderten, schwätzten wie erfahrene, bejahrte Leute von den guten alten Zeiten, in denen der Ostersonntag ein Festtag erster Güte war; lag doch an diesem Morgen der weiße Osterstrietzl mit dem roten Ei bei jedem Bette und mehrere Ostereier waren als Geschenk vom Osterhasen beigegeben. „Heuer ist es fad,“ begann der Fritze, „man kennt gar nicht, daß Ostern ist. Die Kirchenglocken, die immer so schön den Festtag einläuteten, sind im Krieg, der Vater, der an diesem Tage stets ein lustiges Geschichtlein vom Osterhasen wußte, ist im Krieg und mir scheint, der Osterstrietzl und die Eier sind auch im Krieg.“ „Ja ja, heuer ist Krieg,“ lamentierte die kleine Erna, „die Mutter sagt es so alle Tage.“ „Und die Buben und Burschen sieht man auch nicht beim Kirchenplatz,“ sprach der Walter, „ohne Eier kann man halt nicht gut Eierpecken und Eierrollen. Gerade heuer muß Krieg sein. Diesmal hätten wir sicher je fünf Eier erhalten; denn das erstemal brachte der Oster- base drei Eier, das zweitemal schon vier.“ „Es wäre immer besser geworden, das sieht man ja,“ betonte Fritze energisch, „aber die Engländer werden uns halt neidig sein, weil der Osterhase jedes Jahr mehr Eier legt. Darum hat der Krieg angefangen und der gute Meister Lampe hat auch einrticken müssen; brauchen können sie ihn ja gut.“ So schwatzten die drei Kleinen fort und wenn ihnen der Gesprächsstoff ausging, begannen sie von vorne wieder dasselbe zu erzählen. Dabei wurde der kleine Rat so laut und lebhaft, daß die Großmutter im Lehnstuhl erwachte. „Kinder, ihr habt mich jetzt aus meinem Schlummer gebracht, hatte gerade einen schönen Traum.“ „Hast gewiß vom Osterhasen gträumt,“ fuhr der weise Fritz der Großmutter in die Rede. „Du hast es erraten; wenn ihr recht still seid, will ich euch meinen Traum erzählen.“ „Pst! Pst! Seid still!“, mahnte Fritz zur Ruhe und im selben Augenblicke saßen die drei Plappermäulchen wie angemauert auf dem Schemel, sperrten Mund und Ohren auf, um ja nichts zu überhören. Die Großmutter nahm feierlich die Brille von der Nase, drückte die Augen halb zu, als wollte sie nochmals ins Traumland wallen, und begann hierauf zu erzählen: Es war ein schöner Ostermorgen. Auf den Bäumen und Dächern der Häuser, auf der ganzen Natur lag das purpurne Licht der Sonne. Wahrhaftig, so schön sah ich Frau Sonne nur diesmal. Ich hatte meine helle Lust und dachte fast nicht an den Krieg, der draußen wütet. Auf einmal klopfte es an der Tür und herein trat der Vater und vor ihm spazierte ein großer Osterhase, der ein Körbchen trug; und in diesem Körbchen waren viele rote Ostereier, alle für euch. Fritze war gleich der erste, der sich eines herausnahm, dann griffen auch Erna und Walter fest zu. Die Eier waren groß und gut. Geschmeckt haben sie euch nie so sehr wie diesmal, darum aßet ihr auch ohne Unterlaß. Ich sah euch förmlich wachsen und dicker werden. Im Körbchen lag auch ein Zettel,'auf den geschrieben stand: „Wenn es euch wieder einmal gut geht, vergeßt nicht diejenigen, welche Opfer brachten !“ Der Osterhase salutierte recht schön und hüpfte fort. Der Vater blieb bei uns und wir waren glücklicher als zuvor.“ Als die Großmutter geendet hatte, trat der Briefbote zur Tür herein und brachte jedem der drei Kinder eine Karte vom Vater, den Ostergruß von der Front. „Ah,“ sprach Fritze, „die Karte vom Vater ist schon da, jetzt wird er bald selbst kommen und der Osterhase mit ihm. Großmutter! was du uns erzählt hast, meine ich, ist kein Traum; es wird bald alles so kommen, wie du gesagt hast.“ „Ja, Kinder, es wird alles wieder recht, nur Geduld und nicht verzagen!“ — Die ttlechselredc. 27. Frage. Sind Sie für die körperliche Züchtigung oder nicht ? 14. Urteil. Oberlehrer F. Barta in Sava-Aßling (Kraln). Wenn in einer Schule schlechterzogene Kinder sind, so liegt die Hauptursache in der verfehlten häuslichen Erziehung. Die Eltern mögen bedenken, daß zum Familienglticke nicht nur körperlich und geistig gesunde, sondern auch wohlerzogene Kinder gehören. Die Kinder gut zu erziehen, ist eine heilig-ernste Pflicht der Eltern. Der Hauptanteil in der Erziehung der Kinder im Elteinhause fällt der Mutter zu. Sie hat den Grund der ganzen Erziehung zu legen und die Kinder im einzelnen zu leiten, während der Vater ihre Tätigkeit unterstützen und ergänzen soll. Die Mutter ist das Herz der Familie, der Vater das Haupt. Die Liebe der Mutter im Verein mit der ernsten Überlegung des Vaters, beide getragen vom guten Beispiele, bilden die Voraussetzung einer guten und erfolgreichen Erziehung. Wo es nicht so ist, sind schlechterzogene Kinder deren natürliche Folge. Die Eltern haben schon rechtzeitig die schlimmen Anlagen der Kinder zurückzudrängen und ihre guten Seiten — jeder Mensch hat solche — zu entdecken und zu wecken. Die Eltern sollen erwägen, daß die Kinder bald zarter, bald rauher veranlagt sind, daß manche Kinder nie oder höchst selten einer körperlichen Züchtigung bedürfen, während andere oft nur durch fühlbaren Schmerz zur Erfüllung ihrer Pflicht zu bringen sind. Wir Lehrer haben die Kinder zu Menschen zu bilden, an deren Erziehung weiter zu arbeiten. Ein gewisser Grad von Empfänglichkeit für erziehliche Einwirkungen muß erforderlich sein, um den Unterricht lohnend zu machen; geradeso wie der Boden eine gewisse natürliche Fruchtbarkeit haben muß, um die Kosten seiner Bestellung wieder einzutragen. Wir haben alle die edlen Samenkörner, welche die Schöpfung in die Seele des Kindes gelegt, heranzuziehen. Unsere Stellung ist eine der hehrsten. Um den uns gestellten Anforderungen zu entsprechen, müssen wir selbst in Kenntnissen und Sitten wirklich gebildet sein. Man ist dann ein achtbarer Mensch und steht hoch über den Kindern, die man zu leiten hat. Wir müssen die Naturanlagen eines jeden Kindes genau kennen. Kein Kind bleibt sich während der Jahre der Erziehung ganz gleich. Mit den verschiedenen Alters- und Entwicklungsstufen treten Veränderungen im Innern und äußern Leben des Kindes ein. Wo eine stramme Disziplin herrscht, dort ist eine körperliche Züchtigung der Kinder ausgeschlossen — fremd. Eine stramme Disziplin ist nicht gar so schwer zu erwirken, nur muß in erster Linie der Lehrer unbeschränktes Vertrauen genießen. Vertrauen ist das beste Bindemittel zwischen Lehrer und Schüler. Das feste Vertrauen des Kindes, mein Lehrer befiehlt mir nichts, was ich nicht leisten kann und muß; und er zeichnet mich aus, wenn ich all mein Wollen und Können an die Ausführung des Befehles daran gebe, hilft über vieles hinweg Auftrag und Ausführung stehen in einem innigen Zusammenhänge; der ungenaue, unklare, flüchtig gegebene Auftrag kann nur durch Zufall auf eine ausreichende Ausführung rechnen. Die Ausrede „Ich kann’s nicht!“ muß aus dem Programm der Kinder verschwinden. Die Kunst, die menschlichen Schwächen so zu behandeln, daß man nicht schadet, wo man nützen soll, ist groß. Sie besteht in einer von Mitleid durchdrungenen Behandlung und fester, aber zugleich milder Zucht. Eine richtige Belehrung, ein ernstes Wort unter vier Augen wirkt oft mehr als eine lange Strafpredigt oder ein Schlag. Die Belehrung läßt sich manchmal wie von selbst in den Ton der Ermahnung und Warnung oder auch des Tadels, ja des Vorwurfes übergehen. Verständige Lehrer tadeln und drohen selten; wenn sie es tun, so geschieht es mit Vorbedacht und ernster Ruhe. Man frage immer wieder nach der Ursache der Verfehlung. Es kann oft nur Vergeßlichkeit. Gedankenlosigkeit oder Übereilung sein. Mit strenger Srafe dreinfahren zu wollen, wäre verkehrt. Oft genügt ein Erinnern, im Wiederholungsfälle eine ernste Rüge. Ferner kämen in Betracht: Warnung, wenn es nicht besser wird; Tadel und Vorwurf, die aber nicht als Galle bereitet seien: Entziehung einer Wohltat, einer Freude, schließlich Strafen, wie Stehen und Heraustreten lassen in oder außer der Bankreihe, Zurückbehalten in der Klasse, Vorladung des Kindes vor die Ortslehrerberatung. Reichen nun alle jetzt angeführten Erziehungsmittel nicht, um das Kind in richtige Bahnen zu lenken, so ist eben dasselbe schlecht erzogen. Es wurde vonseite der Eltern schon in den ersteren Lebensjahren des Kindes die Rute gespart. Eine körperliche Züchtigung solcher Kinder durch den Lehrer sei ganz auszuschließen. Die Schulbehörden haben dann in solchen Fällen die Eltern des betreffenden Kindes zu verständigen, daß eine zeitweilige Ausschließung des Kindes aus der betreffenden Schule unerläßlich sei, die Eltern aber die Pflicht hätten, das Kind auf eine bestimmte Zeit in die nächstgelegene Nachbarschule zu schicken. Selbstverständlich wäre es ganz verfehlt, wenn eine Lehrperson oder die Ortslehrerberatung, um äußere Vorteile zu erhaschen oder aus Rücksicht, weil der Vater des verzogenen Kindes irgend eine ansehnliche Stelle einnimmt, von einem Ausschließungsantrage Abstand nehmen würde. Es darf uns keine andere Rücksicht, als die auf Gerechtigkeit leiten. Die Kinder dürfen in Hinkunft nicht mehr mit dem 14. Lebensjahre in die Welt gestoßen werden mit einer Ausstattung, die nur in einer Fertigkeit im Lesen, Schreiben und in den vier Grundoperationen besteht, sie müssen auch erzogen sein. Eine gute Erziehung ist erstens schon um des Kindes selbst willen erforderlich, als eine notwendige Bedingung seines Glückes, zweitens um der Mitwelt willen, daß sie an ihm Freude haben kann, ein würdiges Glied der menschlichen Gesellschaft mehr zu erhalten. Fehlt es an der häuslichen Erziehung, so hat der Staat Sorge zu tragen, sich solcher Geschöpfe anzunehmen und sie durch Abgabe in eine Besserungsanstalt der Gesellschaft zu retten. Die Schule hat ihre Pflicht getan. Wir müssen eben jetzt die Menschen mit anderen Werten messen als früher. Eine gute Erziehung, das köstlichste Erbteil vom Vater, Mutter und Schule eventuell vom Staate, soll jeden Einzelnen zu jeder Zeit und von jedem Orte die Sicherheit geben, daß er richtig handelt, denkt und fühlt. Gottes Sturmwind. Über die Erde wie Glockengebet Gottes Sturmwind auf Flügeln geht. Rüttelt an allem,' was schwankt und krank, Segnet alles, was gülden-blank. Weht um die Städte, bläht um das Haus, Staubt die zermotteten Seelen aus. Blättert die Bäumchen in zürnender Hast, Hält die Eichen liebend umfaßt. Fährt in den Alltag wie Feuerschein, Trägt in die Welt den Sonntag hinein. Lüdtke (Berlin). Das leidige Vergessen des. Lehrstoffes. (Entgegnung auf die Gegenartikel in Folge 155 und 156.) Der Verfasser führt aus, daß ich dem alten, rein logischen, wissenschaftlichen Systeme eine zu hohe Bedeutung beimesse, hingegen das natürliche, der kindlichen Natur gemäße System des eigenen Erlebens nicht anerkenne; daß die natürliche Ordnung meinem streng-wissenschaftlich geschulten Kopfe unheimlich, verworren und durcheinander geworfen erscheine. Woraus ist deun das zu entnehmen? Ich habe doch lediglich behauptet, daß der gesamte Lehrstoff eines Unterrichtsgegenstandes ein wohlgeordnetes und wohlgefügtes Ganzes bilden müsse, und erläuternd hinzugefügt, daß ich damit durchaus nicht meine, ein vollständig wissenschaftliches System zugrunde zu legen: War denn das zu wenig deutlich? Zur Aufstellung einer logischen Ordnung gehört die Annahme eines Einteilungsgrundes. Derselbe kann wie immer beschaffen sein, er muß aber vorliegen und muß einzig und allein die Richtschnur für die Gliederung abgeben; es darf kein Wechsel eintreten. Diesen Einteilungsgrund zu wählen, ist Sache des Lehrers; er braucht sich dabei durchaus nicht an die von der hohen Wissenschaft für die einzelnen Lehrfächer aufgestellten Systeme zu halten, im Gegenteil wird es sich jedenfalls nicht nur empfehlen, deutliche, leicht verständliche Wegweiser für die Stoffverteilung auszusuchen, sondern diese Art der Gliederung hauptsächlich zu verwenden. Daß dabei dem Erleben, dem Erfahren, der Umwelt des Kindes und seiner Auffassung in erster Reihe der Vortritt gesichert werde, dafür bin ich immer eingetreten. Ich habe mich lediglich dagegen gewendet, daß der Unterricht ein wirres Durcheinander biete, ohne festgestecktes Ziel, ohne organischen Zusammenhang, allerdings mit der starken Betonung, daß diese logische Aufeinanderfolge und Verknüpfung eines der wichtigsten Erfordernisse für eine gute und richtige Unterrichtsführung sei. Davon wird mich niemand abbringen. Der Ansicht, daß das streng logische System, die Frucht der planmäßigen Ordnung und Sammlung der Ergebnisse wissenschaftlicher Forschung, wie es der Herr Amtsbruder ganz schön kennzeichnet, im niederen Unterrichte absolut keinen Platz habe, daß es da mit Stumpf und Stiel ausgerottet werden müsse, daß der Lehrer von seiner hohen Warte aus es wohl kennen, aber beileibe nicht verwerten dürfe, kann ich mich freilich nicht anschließen. Ich habe ausführlich genug dargetan, daß ich dem wissenschaftlichen Systeme im Pfichtschulunterrichte nur einen sehr bescheidenen Raum zulasse, aber gibt es denn gar keine Fälle, wo diese dem Geistesleben von Jahrtausenden entquollene Sichtung mit dem „natürlichen, der kindlichen Natur gemäßen“ Systeme — sebstverständlich meine ich da nur die Hauptgliederung — zusammenfiele? Es wäre mit dem „Systeme des eigenen Erlebens“ wahrlich sehr schlecht bestellt, wenn das wirklich sein sollte. Für die mathematischen Lehrfächer, Rechnen und Geometrie, empfiehlt sich in der Hauptsache gemäß nur eine wissenschaftliche Ordnung und deshalb kommen nur z. B. gewisse Lehrbücher der Geometrie, ich will keine Namen nennen, welche dieser Ordung grundsätzlich ausweichen und den Lehrstoff kunterbunt durcheinanderwirbeln, tatsächlich unheimlich vor. Die Wahl und Art der Herbeischaffung und Entwicklung der Bausteine für die durchzunehmende Stoffreihe bildet ein besonderes Kapitel; die wird durch den von mir aufgestellten Grundsatz in keiner Weise behindert. Auch ich lege auf das Erarbeiten das Hauptgewicht. Mit dieser Frage habe ich mich in meinen Ausführungen des Näheren nicht befaßt; sie ist es, welche in der modernen natürlichen Unterrichtsreihe und dem Prinzipe der schaffenden Arbeit ihren Glanz und Stützpunkt findet und der neuen Methode ihre Berechtigung verleiht. Das sich jeder Schüler sein System selbst aufbauen, die logischen Zusammenhänge selbst finden müsse, wie Herr F. verlangt, kann doch wohl nur so verstanden werden, daß die Kinder bei der Aufsuchung der Ordnung und der Zusammengehörigkeit des durchgearbeiteten,Lehrstoffs selbstdenkend und prüfend mitwirken sollen. Das habe ja auch ich in meinem Aufsatze als Forderung hingestellt. Der geistige Führer und Berater kann hiebei aber bloß der Lehrer sein; ihm obliegt es, nach einem vorher aufgestellten festen Plane vorzugehen und die Schüler bewußt an einem ihm vorgeschriebenen Gängelbande zu leiten. Wozu wäre sonst die Schule nötig? Die stete geistige und manuelle Mitarbeit der Kinder beim Unterrichte, soweit es möglich ist, keine übermäßigen Anforderungen stellt und die zur Verfügung stehende knappe Zeit nicht schädigend in Anspruch nimmt; die Anlehnung an die Entwicklungsstufe, Vorbildung, den Ideenkreis, die Eigenart, die Umgebungsverhältnisse der Schüler; das Augenmerk auf den formalen und praktischen Zweck des Übungsstoffes, den Zusammenhang mit dem in der Heimat wurzelnden wirklichen Leben stellen au'ch mir die weiteren Kardinalpunkte für eine glückliche, zeitgemäße Unterrichtsführung dar. Dieselben finden sich in meinem Aufsatze vor, wenn sie vielleicht auch nicht nach jeder Richtung hin ganz deutlich hervortreten. Ich habe der logischen Reihung das Wort gesprochen, mein Gegner legt das Hauptgewicht wieder auf die Stoffwahl und dessen Einpflanzung. Beide Richtungen lassen sich indes doch wohl in harmonischen Einklang bringen. Wenn das wissenschaftliche System wirklich die im alten Lehrverfahren vorhandene „Überfülle des Stoffes gebracht hat, mit seinem Drange nach Vollständigkeit immer mehr und mehr Neues hineingestopft hat in unsere Lehrgänge, unsere Lehrbücher und in die Köpfe der Kinder“, wie Herr Dir. F. mit teilweiser Berechtigung meint, so ist dieser Irrgang nicht dem Ziele entsprossen, das ich vertrete, sondern einer vollständig falschen Bahn, er ist ein krankhafter Auswuchs, der beseitigt werden muß, und mein Bemühen in Schrift und Tat wollten und sollten auch mit dazu beitragen, Wandel zu schaffen. Doch legen wir kein zu großes Gewicht darauf! Ich habe während meiner 42jährigen Dienstzeit trotz der mangelhaften Lehrpläne und Lehrbücher, ohne sonderlich gehindert zu werden, stets nach eigenem Ermessen unterrichtet, vielfach nach Grundsätzen, die mit den neuzeitlichen Anschauungen übereinstimmen. Mit den erzielten Erfolgen war ich stets zufrieden, der beste Lohn gewissenhafter Lehrerarbeit. „Nicht bloß für die Schule, sondern hauptsächlich für das LebenI“ war mein Wahlspruch. Und es bleibt eine ewige Wahrheit: Die beste Methode ist ein guter Lehrer. Ich habe Lehrer älteren Stiles kennen gelernt, die sehr erfreuliche und auch schlechte Resultate erreichten, desgleichen auch solche neuerer Richtung. Also an der Methode allein liegt es nicht. Ich kann hierauf nicht näher eingehen. Daraus darf aber nicht etwa die Folgerung gezogen werden, daß es gleichgültig sei, welcher Lehrweise man sich bediene. Das wäre sehr gefehlt, denn viele Amtsgenossen brauchen treffliche Vorschriften und wertvolle Behelfe für ihren Vorgang, und dann muß in ein so überaus wichtige Getriebe, wie es das Schulwesen ist, eine stramme Ordnung hineingebracht werden. Aber wie das Richtige finden? Aus dem wuchernden Garten der in neuerer und neuester Zeit tausendfach aufsprießenden, oft sich widersprechenden, vielfach ins Kleinliche und Unmögliche reichenden Vorschläge das Unkraut auszujäten, die lebenskräftigen Pflanzen herauszufinden, eine wahrhaftige Naturheil-Lehrmethode aufzustellen, ist keine leichte Sache. Möge bald ein recht befriedigendes Ergebnis herauswachsen, zum unerreichbaren Ideal können wir ja nicht gelangen! Noch eine Entgegnung zu der bekämpften System-Aufstellung. Gegen die „allseitige Behandlung der Zahlen in der Unterklasse, gegen den systematischen grammatischen Unterricht, die Stoff-überfütterung im Realienunterrichte und so manches andere“, was auch der Systempflege auf das Kerbholz geschrieben wird, bin ich immer aufgetreten, viel früher, als die jetzigen Reformer ihr Zetergeschrei erhoben haben, ein Zeichen, daß das mit einer richtigen Systemverwendung nach meinem Verlangen gar nichts zu tun hat. Mit dem Sprachunterrichte ist es was eigenes. Alles wettert mit Recht gegen die alte Methode, aber befriedigende Grundsätze für eine richtige Behandlung kommen nicht zustande, ln der letzten Landeslehrerkonferenz zu Prag vor sieben Jahren war ein starkes Komitee, bestehend aus lauter tüchtigen Schulmännern, zur Aufstellung neuer Vorschriften beisammen; bis heute hat man aber von dem Erfolge seiner Tätigkeit nichts gehört. Den Ausführungen unseres allverehrten Volksmannes und Heimatsdichters Peter Rosegger im „Heimgarten“ stimme ich fast vollinhaltlich zu. In seiner Volksschule hat es also gar keinen Sprach-lehrunterricht gegeben. Nun, wenn auch die einfache Landschule kein weiter reichendes grammatisches Regelwerk pflegen kann und soll, so wird es doch nicht ganz ohne Merk- und Richtsätze abgehen. Das Genie, das Talent bricht sich überall Bahn, überwindet alle Hemmnisse und Schwierigkeiten. Die größten Dichter, Denker, Künstler und Gelehrten, auch die heutigen Reformer des Schulwesens, sind aus der alten Schule hervorgegangen; es gibt sogar manche unter ihnen, die gar keine Schulbildung genossen haben. Das kann aber gewiß nicht hindern, daß wir allgemeine, gute Volksschulbildung fordern und die stete Vervollkommnung und Ausreifung ihrer Lehrweise anstreben. Und nun zum Schluß! Ich bin durchaus nicht so unbescheiden, mir einzubilden, daß ich die alleinseligmachende Lehrmethode gepachtet habe, wie dies manche Reformer für sich vorgeben; allein gewisse Grundsätze vertrete ich als unverrückbar und dazu gehören auch die in meinem Artikel in Folge 148 der „Blätter“ aufgestellten Forderungen, welche die Schriftleitung in einer Fußnote als einen „Pfosten für die Neuordnung im Unterrichtsverfahren“ bezeichnet hat. Diese Hervorhebung war nach der eigenen Erklärung des Herrn Dir. Pritsche der Grund für seine Entgegnung.- Dies ist sehr verwunderlich. Denn ich halte dafür, daß meine Vorschläge, wenn das Mißverständnis wegen der Art der Systempflege ausgeschaltet wird, mit den von ihm vertretenen Anschauungen sich zu einer trefflichen Einheit verschmelzen ließen, die wirklich einen festen und mächtigen Pfeiler für den Aufbau einer neuen Art des Unterrichtsbetriebes in der Volks- und Bürgerschule abgeben könnte, an dem jeder Ansturm zerschellen müßte. Heinrich Neumann, Bürgerschuldirektor in Kukus. Ilachwort der Schristkeitung. Es ist vielleicht gar nicht so übel, am Pfosten zu rütteln, um seine Haltbarkeit zu erproben; hält er nicht, dann heraus mit ihm, steht er fest, so greifen wir alle zu, ihn auf Dauer noch tiefer einzurammen. Wer hat Lust, sich zu dieser oder jener Seite der Kampffrohen zu schlagen? Die Hauptmanns-Zwillinge. Erzählung von Josef Rößler. (Fortsetzung.) Die Zeit verging. Die „Majorsrangen“ waren noch so erträglich laut — böswillig waren sie in keiner Weise —, daß ihnen ihr Lehrer Waldkamm mit gutem Gewissen aus Betragen die Note 1 geben konnte, zum Erstaunen der unglaublich teilnahmsvollen Welt, die die Zwillinge überall schlechter machte, als A B C-Schützen überhaupt sein können, sie aber dennoch immer kritiklos gegen ihre „Stiefmutter“ in Schutz nahm. Diese gute Frau wunderte sich am meisten über den Einser und fragte, ob sich denn der Lehrer nicht verschrieben habe. Als dieser gar mit Lob antwortete, glaubte die durch das ungewisse Los ihres vermißten Gatten und durch die Stiefmutterkritik der weiteren Nachbarschaft schon etwas verbitterte junge Frau, er wolle sich auch auf die Seite ihrer Widersacher stellen. Aber schließlich hörte sie doch aus den Worten des Lehrers die ehrliche Zuneigung zu den Zwillingen heraus und faßte Vertrauen. Seit der Zeit brachte sie ihre Jungen öfters selbst zur Schule, weil die sich allzu leicht verguckten und dann zu spät kamen. Und da der Lehrer zum Teil denselben Schulweg hatte, so schüttete ihm die Frau Major oft ihr Herz aus. Er erfuhr von dem Jähzorn, mit dem die Rangen die Teller vor den Füßen der Mutter zertrümmerten, wie sie ihrem Dienstmädchen die gemeinsten Schimpfwörter zuriefen u. dgl. m. Die Jungen bestätigten offenherzig ihre Schandtaten, wenn sie der Lehrer ins Gebet nahm, wurden unter seinen väterlichen Vorhaltungen windelweich gerührt und gelobten aus eigenem Antriebe Besserung. Dadurch immer zutraulicher werdend, stürzten sie mitten in den lebhaftesten Straßen auf ihren Lehrer zu, faßten ihn bei der Hand, lachten ihn mit ihrer ganzen Kinderglückseligkeit an, riefen ihr herzliches „Grüß Gott!“ und verschwanden unter den Leuten wie junge Rebliühnel in einem Ahrenfeld. Und wenn sich der Lehrer noch manchmal nach ihnen umwandte, so sah er sie gewiß auf einem leeren Platz stehen und mit ihren Patschein winken oder den Hut schwenken. Oft lächelte er wehmütig, wenn sie von ihrem Kinderfräulein — die Stiefmutter wurde immer weniger sichtbar — sanft fortgezogen werden mußten; denn sie drehten ihren kleinen Wendehals nic'it früher wegaus, als bis ihnen der letzte Lehrerzipfel verschwunden war. — Einmal lud er die Jungen in seine Wohnung ein. Natürlich kam es gleich zu einer Verlobung, die allerdings ohne seinen Richterspruch bald übel ausgegangen wäre. Es wollten sich beide nur mit der Inge, der älteren Lehrerstochter, verloben. Diese hätte auch gar nichts dagegen gehabt und sich unbewußt in die Rolle eines weiblichen Grafen von Gleichen gefallen, zumal ihr die Unterscheidung der Zwillinge anfangs nicht so leicht wurde. Doch Tuschen wollte auch ihren „Bräutidam“ haben und da die Parole: ,Freiwillige vor!1 nichts fruchtete, so mußte der Lehrervater die Gewissensfrage stellen : „Wer mich am liebsten hat, verlobt sich mit Tusnelda!“ Nun hatte Tuschen wieder zwei Bewerber und Ingeborg erfuhr zum erstenmal den tiefen Schmerz von wankelmütiger Männertreue. — — — Als sich die Jungen verabschieden mußten, hob Lehrer Waldkamm jeden in die Höhe und küßte ihn. Seine Frau steckte beiden ein selbstgebackenes Sternei, einen Halbmond, ein Kleeblatt u. dgl. in die Tasche, streichelte ihnen ihr Dunkelhaar und fragte dann ihren Mann mit einem tiefen Blick: „Schatz!, Du hättest wohl sehr gern einen solchen Jungen?“ Als er ihr zur Bekräftigung nur Mund und Augen küßte, löste sie sich ganz elegisch aus seinen Armen und sagte: „Wenn Du mir nur versprechen könntest, daß es auch gewiß ein Junge wäre!“ Und er seufzte: „Drei Töchter wären freilich für einen Lehrer ein bissel zu viel!“ Der Frau Lehrer Waldkamm wollte es in Mildenau nicht so recht behagen. Das viele Vorstellen, Besuchemachen und -Empfangen war ihr eine gesellschaftliche Last. „Wenn doch die Militäroberleitung auf den gescheiten Einfall käme und die Besuchsstunde änderte! Von 10 Uhr vormittags an hat eine deutsche Hausfrau nirgends anders zu sein als in der Küche. Und wer in dieser Zeit Besuche macht, mutet ihr zu, das Essen anbrennen zu lassen; denn eine Köchin zu halten, ist für Mittelstandsverhältnisse ein unerschwinglicher Luxus!“ „— und zwingt zum Über-die-Verhältnisse-Leben“, ergänzte ihr Mann, der soeben wieder einen Erwiderungs-Besuch hinausbugsiert hatte. „Und das ist ein volkswirtschaftlicher Krebsschaden. Wer sich Köchinnen, Kindermädel und Ammen halten will, sollte eine fünfzig- prozentige Vornelimheitstaxe zugunsten der dienerlosen Hauswirtschaften entrichten müssen. Wenn ich nur einen einzigen Tag mal Finanzminister sein könnte!“ „Dich würden die langstiefeligen, weitrockigen Modedämchen lynchen!“ „Erstens beschränkte ich die Besuchszeit auf zwei Tage in der Woche, setzte zweitens die Besuchsstunden von bis höchstens 1/s 7 Uhr an, ließ drittens die hohen, ungesunden Absätze absHgen . . . „Was würd’ denn die Frau Kommerzialrat Silberpappel, Geborene v. Neunteuffel, dazu sagen ? 1“ „Ich ging so vor wie Peter der Große. Er ließ den Altrussen ganz einfach die zu langen Bärte und die zu langen Kaftane abschneiden.“ — — — Am Ende der Woche kam Lehrer Waldkamm ganz aufgeregt nach Hause. „Hast Du Dich denn heute wieder ärgern müssen?“ fragte seine Frau. Und Tuschen flötete: „Vattl, mußt dut sein!“ „Denk Dir nur, Schatz, die Wildner-Jungen sollen in ein Erziehungshaus ! Heut war die Frau Major in der Schule und begehrte die Zeugnisse.“ „Ja warum denn?“ fragte mit teilnahmsvoller Bestürzung Frau Hella. „Weil es die Mutter nicht mehr aushalten kann vor Ärger. Außerdem hat so ein Wisch von Dienstmädchen ihnen auch noch geschlechtliche Kenntnisse beigebracht.“ „Hält man denn so etwas für möglich?“ Frau Hella fiel vor Entsetzen förmlich in den nächsten Stuhl. „Das scheint mir aber nicht alles zu sein. Die liebe Mitwelt, insbesondere aber die Hausgenossinnen samt wohlwollender Nachbarschaft nehmen das ltecht in Anspruch, die Kontrollorgane einer Stiefmutter zu sein. Und weil die Frau Wildner ihrem toten Gatten gegenüber die heilige Verpflichtung, seine Kinder gewissenhaft zu erziehen, ernst nimmt, so kriegt sie in einemfort namenlose Briefe, die jetzt schon den Ton von Drohungen annehmen.“ „Erst heute habe ich wieder einen 16 Seiten langen Brief erhalten,“ sagte sie mir vorhin. Als ihr dabei die Tränen über die Wangen liefen, kamen gleich die Jungen gesprungen und liebkosten sie: „Mutti, nicht weinen; wir ärgern Dich gar nicht mehr, kannst’s glauben!“ „Ja, das versprecht ihr mir alle Tage. Jetzt müßt ihr fort in eine militärische Anstalt.“ „Und was sagten denn die Jungen dazu?“, forschte die mitfühlende Lehrersgattin. „I, die Rangen! Die hoppten von einem Bein aufs andere, klatschten vor Freude in die Hände und riefen: ,Ei, das wird schön sein! Nicht wahr, Herr Lehrer, da kriegen wir Sternei auf den Kragen wie unser Papa!‘ “ „Nein, über die Kinder!“ Frau Hella schlug mit den Händen zusammen. „Du, Schatzl!“ — „Na, was denn ?“ „Du, Schatzl, was meinst denn, — mußt mich aber nicht auslachen!“ — „Auslachen? Gott strafe England und mich dazu, wenn —“ „Aber auch nicht böse sein über meine Zumutung —“ „Zumutung? Du willst doch nicht etwa — —“ „Sieh nur, wie Du es gleich errätst. Die alten Deutschen hatten so Unrecht nicht, wenn sie im Weibe ein hellseherisches Wesen vermuteten!“ „I, Du Schmeichler, Du willst mich nur 'rumkriegen. Also 'raus mit der Sprache!“ „Na, stell’ Dich nur nicht so. Du almst ja doch, wo ich hinaus will.“ „Aber ganz und gar nicht.“ „Nun denn: Was meinst Du, wenn wir die Wildner-Zwillinge annähmen?“ Frau Hella setzte sich vor Schreck zum zweitenmal in einen Lehnstuhl. Endlich sagte sie: „Was aber auch Du für seltsame Ideen hast! Du hast doch nicht etwa gegenüber der Frau Major die Absicht geäußert?“ „Gott, bewahre! Aber ich glaube halt, die wird die Kinder nicht so leicht unterbringen, jetzt, da der Staat für so viele Kriegerwaisen zu sorgen hat.“ „Na, da greifen wir nur vorderhand dem Staate nicht in seine fürsorglichen Arme. Dann können wir ja wieder drüber reden.“ „Bravo, bravo! Ich wußt’s ja, Du bist mein Mordsweibel.“ Vor Freuden hob sie der Lehrer in die Luft. Ingeborg und Thusnelda, die gerade miteinander einen Streit gehabt hatten und klatschen wollten, blieben vor Verwunderung in der offenen Türe stehen. Die Kleine fand zuerst ihre Sprache wieder, lief auf ihren Vater 3900 zu und rief: „Vati, mich auch mal schwenken!“ Das besorgt denn auch Herr Waldkamm und weil er nicht parteiisch sein konnte, kam auch Ingeborg dran. „Jessas, Kind, wie bist Du schwer! Na, heute habe ich mir mein Mittagessen ordentlich verdient!“ (Fortsetzung folgt.) Briefkasten. Mein Eintreten für die Staatsvolksschule hat mich bereits ein persönliches Opfer gefordert. Welcher Art es ist, das werde ich nach dem Kriege mitteilen; dermalen würde cs in staatsanwaltliche Wei ß heit verschwinden. Aber bezeichnend ist der Fall. Man anerkennt die These „Zur Staatseinheit führt nur die Staatsvolksschule", aber man fürchtet die Minderung des Parteieinflusses und ist obendrein wegen der Standeshebung der Lehrer in Sorge. Indes, gerade die Angst der Gegner, die sich in der schmählichen Rache äußerte, zeigt, wie mächtig und furcht- und selbstlos wir ans den Plan treten müssen. Es gibt noch immer Zauderer und tatenlose Zuschauer unter den Lehrern, da die Zeit der Aussaat und der nachherigen Ernte um uns webt. Die müssen alle heraus ins Feld hinter der blutigen Front. In Zeitungen der Provinz, in Versammlungen, in Gesprächen, in Unterredungen mit Männern von Einfluß soll immer wieder auf die Staatsvolksschule als eine Staatsnotwendigkeit verwiesen werden; sie muß ein Schlagwort des Tages fein; dann wird man sich ihrer nicht mehr entwinden können. Wie wir nicht ohne Groll derer in unseren Reihen gedenken, die im Jahre 1869 die dargereichte Staatsvolksschule ablehnten, so wird man einmal uns als schwaches Lehrergeschlecht bezeichne», wenn wir den günstigen Augenblick nicht nützen. Ich für meinen Teil bin weiterer Demütigungen gewärtig; aber sie hindern mich nicht, das, was ich als einzige Bürgschaft für ein starkes, geeintes Vaterland erachte, unter Hintansetzung aller persönlichen Rücksichten zu vertreten. — „Streber". Was verstehen Sie darunter? Wenn Sie ihn im Sinne des Vorwärtskommens in der Stellung nehmen, so erwägen Sie nicht, daß wir noch mit beiden Stiefeln in der Vorweltskriegszeit stecken. Wer erreicht was? Der „strebt" — im schlimmsten Sinne. Sehen Sie doch einmal auf Dr. Burger! Vom Volksschnllehrer bis zum Doktor, alles mit Auszeichnung durchgerungen — nun und der äußere Lohn? B. sitzt dort, wo er vor 16 Jahren saß. Wenn Sie also Streben nicht als Jortbilden zur inneren Genugtuung nehmen, so ersparen Sie sich den mühevollen Weg, den wir gegangen sind. — Die Doppeksolge (April-Mai) ward notwendig, weil der Papierverbrauch eine behördliche Emschränkung erfuhr. — Krl. W. K. in jt.: Ihr Vorhaben ist edel und zeitgemäß; allein aus der Ferne läßt sich das nicht ergründen, was erst im Werden ist. Kommen und mit eigenen Angen sehen! — Zugsf. M. M. in M.: Wenn der „gediegene Lesestoff" nur auch bald zu gediegenen Taten führte! Es will mir scheinen, als sei Euch nicht allein die Arbeit in der Front, sondern auch die daheim beschieden. — Mach Zwettk: Für die Karte aus der traulichen Runde viel Dank I Kommt der Lenz, so komme auch ich. — Kr. M. Mepa in Mauersdorf am Leithaberge, R.-Ö., erbittet Stoffquellen über folgende Themen: 1. Welche Veranstaltungen können getroffen werden, um das in der gegenwärtigen Zeit besonders wichtige Einvernehmen zwischen Schule und Haus erfolgreich auszugestalten? 2. Wie kann die Lektüre der Schüler mit besonderem Vorteile in den Dienst von Erziehung und Unterricht gestellt werden und welche Maßnahmen sind einzuhalten, um dem schädlichen Einfluß der Schundliteratur vorzubeugen? 3. Welche Vorkehrungen kann die Schule anordnen, um die Schuljugend vor den Gefahren der Straße zu bewahren? 4. Das Rechnen im geschlossenen Sachgebiet. — Bei dieser Gelegenheit sei angeregt, Hilfsdienste ähnlicher Art des öfteren in Anspruch zu nehmen. Wir sind ja eine pädagogische Gemeinde, in der einer dem anderen die Hand reicht. — Hil. A. W. in M.: Das Bild des Lehrkörpers zeugt von Eintracht. Möge sie doch allerorts walten! In so schwerer Zeit bleibt nicht Raum für Zank und innerer Fehde; da muß alles einmütig in die Schranken treten! — Hvk. A. Z. in L.: Run, ich will's tun, Sic sollen eine Anerkennung bekommen; allein wär's für mich, ich rührte keinen Finger, denn in diesen Tagen soll jeder nur eines als Lohn im Busen tragen: Volle Aufbietung der Kraft im Dienste des kämpfenden Vaterlands! — Krau K. f. in H.: Rein, ich halle es mit Polack, der so sprach: „Ein Vierteljahrhundert stehe ich im Schulaussichtsdienste und bin in meinen (simultanen) Arbeitboden so tief eingewurzelt, daß ich vor 7 Jahren eine Beförderung zum Regierungsschulrate abgelehnt habe. Lieber im kleineren Kreise ganz, als im großen nur andeutungsweise herrschen. In unserem Tun und seinem Gelingen liegt doch unser bestes Glück! Und das Glück eines herzbefriedigenden Wirkens soll man sich nicht durch Wechsel gefährden!" — An die Mitarbeiter: Da unsere Zeitschrift ein fortlaufendes Buch bedeutet, so wird ersucht, bei Einsendungen durch Angabe von Heft- und Seitenzahl den Zusammenhang des neu-gebotenen Stoffes mit dem bereits vorsindlichen herzustellen. — Direktor K. K. in H.: Ein Wiederfinden nach so vielen Jahren aus dem Boden großer vaterländischer Arbeit — glauben Sie mir, es hat beim Vortrage meine Seele in Schwingung gebracht. — Hvk. K. S. in A.: Ihr Eintreten für den jungen Amtsbrudcr, dem ein Unrecht zugefügt wurde, ist edel. Ja, die Verdienste der Lehrerschaft übersieht man gar leicht. Wir werden den Herrschaften Brillen aufsetzen müssen! — Lehrer M. K. in H.: Wie kann man nur gleich so brummig sein, wenn die Ausgabe der Zeitschrift nicht regelmäßig erfolgt! Es ist ja Krieg I — Kadettafp. W. W. im Aeld, 12/35 Ketdkomp.: Mein Soldatenbüchlein wurde in der Armee in 2 Millionen Stücken verbreitet, vom ungarischen Unterrichtsministerium in 300.000 Stücken; vom österr. U. konnte es nicht emp. fohlen werden. — Direktor D.S. in K.: Nur Geduld, ich habe einen Leitaussatz „Karriere der Nullen" in Vorbereitung. Wir werden die Vetternwirtschaft doch einmal brechen I — Kraft zum Siege. Ein schmuckes Büchlein, voll beherzigenswerter Gedanken. Für unsere Feldgrauen (Verfasser: Seminarobertehrer Th. Bäuerle; Verlag: Nassau, Zentralstelle zur Verbreitung guter deutscher Literatur; etwa 50 h). — Schll. J. J. in K.: „Wie soll der Unterricht in der Elementarklasse am Schulbeginn beschaffen sein?" Diesen Aussatz können wir erst nach Monaten einstellen. — Den Wachrichtendienst für unsere Zeitschriften besorgt in letzter Zeit zum großen Teil Herr Lehrer F. Meixner d. I. in Wie». Es steht jedoch jedem Leser frei, wichtige Notizen einzusenden; denn alles können weder meine noch Herrn M.s Augen erkunden. — Wach Danva. Wohltun muß Bedürfnis werden; dann verzichtet man auf Dank. — Ich hätte unlängst wieder an die Front abgehen sollen, allein es kamen wichtige Arbeiten im Hinterlande daher. Dem großen Ringen werde ich natürlich nicht ferne sein. — Schst. J. A. in W.: Aussätze allgemein philosophischen Inhaltes kann ich im Hinblicke auf unsere höheren Zwecke, die nur jetzt erreichbar sind, unmöglich unterbringen. Später wieder! — Kn der Wende. Während die vorliegende Folge durch die Presse läuft, entscheidet sich das Schicksal von Völkern, auch das unseres Vaterlandes. Nach Jahrhunderten noch wird man die Zeit, in der wir stehen, als die wichtigste Epoche der Weltgeschichte bezeichnen. Furchtbar ist der Augenblick, doch hehr. Glücklich der, dem es beschicke» ist, den Erfolg mit dem Leben zu erkaufen, doch glücklich auch der, der nach dem Weltbrande Kraft besitzt, am Neubau des Staates mitzuhelfen! Zu bedauern ist bloß der Träumer, der sich in der kleinen täglichen Sorge verzehrt und vor dem gigantischen Schauspiel nicht? in die Seele aufnimmt als den Widerwillen ob der Beschränkung. Er ist nicht wert, daß er in die große Zeit hinein-leben durfte. — Während. Ein auf dem Felde der Ehre gefallener Lehrersoldat hat laut letzlwilliger Verfügung 100 K für die experimentell-pädagog. Forschung unserer Zeitschrift bestimmt. Näheres in der nächsten Heftfolge. — Arostvüchlein für die junge Lehrerin. Die Schulleitung Wein (Airol) teilt mit: „Wäre doch das Buch in der Hand jeder Kollegin! Wie manche Blume, dem Verwelken nahe, würde es aufrichten und wieviele vor Enttäuschungen bewahren! Ich verdanke dem Buche viel, sehr viel. Man muß es einen Schatz nennen. Aber wie Schätze ja immer verborgen sind, so ist es leider auch hier; das Büchlein ist in Tirol viel zu wenig bekannt." (Das Trostbüchlcin für die junge Lehrerin hat die Kollegin Frl. H. Rieger zur Verfasserin: erschienen ist es im „Verlage der Blätter für den Abteilungsunterricht in Laibach": Preis K 1 50.) — Hstergruß! Während diese Heftfolge durch die Presse läuft, weile ich wieder im Feld. Lenzstürme nahen, der Entscheid über Völkcrschicksale wird falle»; da ließ es mich nicht mehr im Hinterland, ich wollte das große Geschehen mit eigenen Augen verfolgen. So meldete ich mich neuerlich in die Front. Da ich den Standort wechsle, so ist es am besten, Zuschriften nach Mies in Böhmen zu leiten. — Aus dem Donner der Kanonen herzhaften Ostergruß allen, die mich mit ihrer Treue durch das Wogen des Weltbrandes begleiten! Kleine Mitteilungen. 664.) Lehrerviltning. In schwungvollen Worten setzt sich Karl Kurz für eine gründliche Fachbildung des Seminaristen in Mathematik ein. Die Mathematik als Wissenschaft dient der Erkenntnis der Umwelt und führt zur Beherrschung dieser Umwelt. Deshalb soll der Fachlehrer der Mathematik die Elementarmathematik von höherem Standpunkte aus gesehen haben. (Vgl. F. Klein, Elementarmathematik von höherem Standpunkt. 2 Bde. Leipzig. Teubner.) Durch Sachrechnen wird der Volksschüler zu einer praktischen Beherrschung der Lebensverhältnisse gelangen. Darum sei es dem Lehrer heilig um den Zahlcnraum 1—10, der eigentlichen Einführung in jede Mathematik. Um sechsjährige Kinder hier einzuführen, genügt nicht einfach die Beherrschung diese« Zahlenraumes, der Lehrer müsse den Stoff auch psychologisch erfassen, d. H. er wisse, wie der Begriff Zahl entstanden, wie Kardinalzahlen aus dem Abzählen gleichartiger Erscheinungen, die Ordnungszahl aus der Stellenbestimmung einer Reihe hervorgehe. Zahlen- und Ziffernsysteme der Kulturvölker erschließen uns Kampf und Arbeit der Jahrtausende. Besonders die Null verdiene eingehend« Betrachtung. Die Behandlung der Null entspreche der geschichtlichen Entwicklung, die endlich der kindliche Geist durchlaufe. (B. Brauford, Betrachtungen über mathematische Erziehung vom Kindergarten bis zur Universität. Deutsch von Schimmack und Weinrich, Leipzig, Teubner.) Über die rechtliche Stellung der „sifr" möge sich jeder Lehrer klar werden. Er erinnere sich der Schwierigkeiten bei a° und begreife das ungläubige Kindergesicht, wenn sich 1 und 1 zur 11 reihen. Pädag. Blätter. 665.) Zur gef. allgemeinen Weachtnng. Wir machen unsere Leser neuerlich aufmerksam, daß die Beschaffung der nötigen Schultmte erfahrungsgemäß am bequemsten und billigsten mittels der Tintenexlrakte der Firma I. Schüller in Amstetten erfolgen kann. Wer diese Extrakte noch nicht kennt, wolle unbedingt 3902 einen Verbuch damit machen, um sich von der Zweckmäßigkeit derselben zu überzeugen. Als besonders empfehlenswerte Marke nennen wir den Efesin-Tintenextrakt dieser Firma, der, in kaltem Wasser gelöst, eine tadellose Tinte ergibt, die auch zum Schreiben auf schlechtgeleimten Papieren geeignet ist, da sie nicht aus-fließt. Auf diesen Umstand verweisen wir ganz besonders. Versuchsmuster und Prospekte verlange man unmittelbar von der Firma. (Sieh Inserat!) Die Verwaltung. 666.) Hsterr. Kolkszeitung. Eine Viertelmillion Exemplare beträgt die Gesamt-Sonntagsauflage d e Österr. Volkszeitung. Diese ungewöhnlich große Verbreitung verdankt das hochgeachtete Wiener Blatt seiner wahrhaft volkstümlichen Richtung, seinem reichen und hochinteressanten Inhalte. Die wöchentliche, reich-haltige illustrierte Familien- und Unterhaltungsbeilage, die ausführlichen eigenen Berichte, welche die Österr. Volkszeüung von allen Kriegsschauplätzen enthält, ihre zahlreichen Neuigkeiten aus dem In- und AuSlande, ferner die Sonderrubriken: Gemeinverständliche Gesundheitspflege, Land- und forstwirtschaftliche Rundschau, Pädagogische Rundschau und Frauenzeitung erregen das größte Interesse. Die laufenden zwei hochinteressanten und spannenden Romane werden neuen Beziehern nachgeliefext. Die Österr. Volkszcit. ist trotz des reichen, mannigfachen und interessanten Inhaltes sehr billig. Sie kostet mit täglicher Postzuscndung (auch Feldpost) monatlich K 2 90, vierteljährlich K 8 50; für Wien mit täglicher Zustellung ins Haus K 2 40 und K 7, mit einmal wöchentlicher Zusendung (Samstag-Ausgabe mit Wochenschau, Roman-, Familienbeilagen, Landwirtschaftlicher und Pädagogischer Rundschau) vierteljährlich K 310, halbj. K 6, ganzj. K 11 60. — Probenummern sendet überallhin unentgeltlich die Verwaltung der Österr. Volkszeitung, Wien 1., Schulerst. 16. 3n der Dolomitcnfront voll Stellung 311 Stellung. 4. Im Jeuervereich des Jeindes. Line dritte furche im Kessel, den die Trümmer der geborstenen Berge füllten, verlief in Windungen gegen die wilden Zacken des Südens. Mit Rücksicht auf den eingetretenen Schneefall hatte man mir ein Höhen-auto zur Verfügung gestellt. Ls fraß sich mit Gier durch die weißen Massen hindurch und brachte uns alsbald zu einem Sägewerk, von hier aus wurden die Bretter für den Barackenbau in den Schrunden der kahlen Felswände geliefert. Zum Teil schleppten Menschen, zum Teil bosnische Pferde die Stücke zu den Stellungen. 3ch wollte das Sägewerk besichtigen. Allein da stellte sich der Wachtposten in den weg, salutierte stramm, sagte aber dann ebenso höflich wie bestimmt: „(Dhne Ausweis darf ich die Herren nicht einlassen." Darauf mein Begleiter: „Nun, deckt uns nicht die Uniform?" Der Wachtposten: „Das habe ich nicht zu beurteilen. Mein Befehl lautet, unter allen Umständen Legitimation und Losung zu verlangen." Ich zögerte nicht erst, sondern wandte mich zu meinem Fahrtgenossen: „Lr hat recht, wären nur alle so pflichteifrig!" „Jjedo, Kamerad, was sind Sie in Zivil ?" „„Lehrer!""--------- Mir verschlug es die Stimme. Nur die Hand konnte ich ihm reichen und sie drücken, drücken so warm, so glücklich, als gälte der Druck einem treuen Freunde. Ja, das wird die Heeresverwaltung nicht vergessen dürfen, daß sie aus den Reihen der Lehrerschaft brave Soldaten voll Pflichtgefühl und Eingebung für die große Sache gehoben hat. Ich befahl meinem Diener, den Licht-bildapparat aufzustellen, denn eine Welt voll pitoresker Felsgestalten stand in blinkender Majestät vor uns. Doch da kam das zweite „Halt!". Der Brave dort am Tor klappte neuerdings mit den Absätzen, griff an das Gewehr und meldete „gehorsamst", daß für Lichtbildaufnahmen eine eigene Bestätigung nötig sei. — „Herrgott, ist das ein lästiger Gesell!" So hört' ich's neben mir. „Nein, nein," wehrte ich ab, „wollte Gott, es würden alle ihrem Amt so genau obliegen!" — Und in der Tat I Der Krieg hat unter den vielen Schwächen unserer Volkserziehung auch die aufgedeckt, daß Gebote und Verbote nicht durchwegs und nicht in vollem Ausmaße beachtet werden. Ls störte die Gemütlichkeit, sich durch eine plötzliche Regel gehemmt zu wissen; der Wille war zu schwach, sich ihr zu beugen. So wird denn unsere Schule in Zukunft der Willensbildung mehr Augenmerk zuzuwenden haben I — Der Kraftwagen verdiente seinen Namen in vollem Maße. Er nahm trotz des verschneiten Weges die steilsten Kurven und blieb auch dann nicht stecken, als der Schnee sich derart auf beiden Seiten auftürmte, daß er in den Wagengrund hereinfiel. — Neben uns trabten die kleinen Höhenwanderer: die tapferen bosnischen Pferde, geführt von den braven Menschen, die sie mit Sack und pack auf wochenlanger Wanderung aus der Heimat in die Dolomiten gebracht halten. Lines der Tiere scheute; es sprang zur Seite und kollerte samt der Bürde, seinen Hmn mitreißend, in die Tiefe. Line Zeitlang sahen wir nichts als eine Schneewolke; dann aber bemerkten wir, wie sich Mann und Roß aus dem Wirbel wandeu. Bald waren sie wieder zur Stelle. Lin kräftiger Fluch — und weiter zog das paar. . . Wer sich einmal was zugutetat, über die Millionen zu zetern, so sie in Bosnien die Kultur aufrichten halfen, den hätte ich her gewünscht auf die steile Lehne, auf s500 m Höhe, am 2. Januar, just in dem Augenblick, da nach dem Sturz der schlanke Muselmann unverdrossen seinen Weg fortsetzte. Wieviel stilles Heldentum doch zur bleichen Zinne wandert aus dem Land, dem wir den Lenz gebracht! Auf der Kirchhofmauer stand ein Denkmal aus der Tiroler Heldenzeit vor hundert Jahren; man hatte es aus einem freiwillig geräumten Mrte hie her gebracht, um es vor dem Vandalismus des Feindes zu schützen. Ich entblößte mein Haupt und neigte mich in (Ehrfurcht vor dem Heldenmädchen. Daun blickte ich zurück auf die Runse, die wir in den Schnee geschnitten hatten, und bemerkte in einer Felsennische, hineingeklebt wie ein Schwalbennest, ein kleines, kleines Dorf. „Du, lieber Himmel, wer mag hier in dieser Linöde hausen!" So entrang es sich meiner Seele, da ich, dem geschäftigen Leben entrückt, von der Höhe hernieder in die Muschel sah. Man nannte mir den Namen des Vrtes. „Wie, höre ich recht? Ist das nicht der Geburtsort des Hofrates. . ., meines Lehrers?" — „Jawohl, mein Herr," so warf mein Begleiter ein, „aus stillen Winkeln wandern viel Talente in die Welt." Wir wandten uns wieder dem Auto zu. Ls hatte die letzte Stufe zu erklimmen. Schwer ging's, unendlich schwer. Kein Weg, kein Geländer, kein Ziel in Sicht; aufs ge-ratewohl schnob das Ungetüm in die Schneedecke hinein. Nur der gleichlaufende Bergrücken mit dem Bachbett gab einigermaßen die Richtung an. Dabei begann der Abend seine Schatten über uns zu breiten. Und doch hieß es: „Vorwärts, vorwärts, bis hart an die feindlichen Stellungen hinan!" — Der Nachbar erklärte: „Links drüben, da stehen unsere vorgeschobensten Truppen; vor uns ist die letzte Baracke; wir müssen sie erreichen!" — Ls gelang. Da unser Wagen aus dem Grau mit einemmale in eine Lichtung fuhr, wußten wir uns auf dem höchsten Punkte. Lin breiter Bau lag, von einem mächtigen Felsen geschützt, vor uns; zur linken Hand zog eine Ansiedlung, in der Deckung einer zweiten Steinmauer hinan; rechts auf einem Linzelblock stand eine niedliche Kapelle. Unter ihr war, eingebaut in das Gestein, eine Verwundetenbaracke. Ich begrüßte die (Offiziere der Höhenstation. Liner unter ihnen stellte sich als Kollege vor — ein Mittelschullehrer. (Erhalte sich ins Feld gemeldet und stand nun hier in hartem Dienst. Während mein kichtbildapparat eingerichtet wurde, schlich ich verstohlen durch das Steingewirr, in das die feindliche Granate Breschen gerissen hatte; es glückte mir, bis zu einem Drahtverhau vorzudringen. In der Verzäunung lag was Dunkles. Was mag es nur sein? Ltwa ein Tier, das sich hier verfangen hatte? Ich kroch herzu und gewahrte einen — toten Versaglieri. Sein Federhut lag im Schnee; die Hände hielten 3904 krampfhaft den Draht, der Kopf war gesenkt. Lin grauses Bild! — Rechts in der Mulde konnte ich zwei zerschossene (Ortschaften wahrnehmen; nur undeutlich hoben sich die Trümmer aus der Schneedecke. Ich eilte zu meinem Apparat zurück, denn das Sicht wich, lvie schade, wenn ich von dieser Stelle, von der aus ich den berühmten Heldenberg zum zweiieumale sah, kein Bild mit in die Heimat brächte! — Man hatte mich sehnsüchtig erwartet, denn auch die, die hier hausten, wollten eine (Erinnerung mehr gewinnen und sich auf dem Bilde wissen. Sange, lange mußte ich die Platte dem Sicht aussetzen, um noch Gestaltung einzu- fangen. Als ich mich des Erfolges versichert hatte, drängte ich zur Rückfahrt. Lin alter Standschütze trat heran und fragte zutraulich: „So, Herr Photograph, könnt' ma so a Bildl hob'n?" ja!"" „No, und wos werd's eppa kost'n?" „„Die Platten geb' ich nicht um tausend Kronen her; aber 's Bildl, na, das kriegst umsonst."" — Lin Händedruck nach allen Seiten hin, ein leises „B'hüat Gott!" — und fort zischte unser Magen durch den Schnee, dem Tale zu, das bereits die finstere Nacht erfüllte. — (Wird fortgesetzt.) Vortragsthemen für Lehrrrbrratnngen, Lrirgsabende, vaterländische Veranstaltungen usw. (Entnommen au» den Heften 154—161.) 1.) Der Lehrer als Hsstzier. F. 154, ©. 3730-3733. 2.) Anwieferne können Mädchenschulen sich in den Dienst des Vaterlandes stellen 1 F. 154, Seite 3734—3736. 3.) Der «stumpf um die Staatsvolksschnle. F. 154, ©. 3736 und F. 156, 6. 3797,unb F. 167, 6. 3314—3315 und F. 157, S. 3831 und F. 160-161, S. 3877. 4.) Welche Schulneuerungen sind anzustreven t g. 154, S. 3737-3739 und F. 155, ©. 3760-3763 u. F. 156, ©. 3788-3789 u. F. 156, S. 3790-3793 u. F. 158-159, ©. 3840 3846 u. F. 160-161, S. 3873. 5.) Ziele für die neue Lehreröildung. F. 154, ©. 3743 und F. 156, S. 3806 und F. 160-161, ©. 3876. 6.) Die Schule de» Levens — die Schule der Zukunft. F 154, ©. 3744—3747 und F. 156, ©. 3799 und F. 158-159, ©. 3847—3851 und F. 160-161, ©. 3873—3877 und 3879. 7.) Was hat zur Kevung des Landschulwesens zu geschehen! F. 154, 3743 und F. 154, ©. 3748 und F. 156, ©. 3800 und F. 157, ©. 3825. 8.) Die gegenwärtige Weltlage. F. 155, ©. 3758-3760 und F. 158-159, ©. 3838—3839 und Folge 158-159, ©. 3853-3854. 9.) Welche Pflichten hat das Kinterland ,u erfüllen I F. 155, ©. 3764—3769 und F. 156, ©. 3796 —3797 und F. 157, ©. 3818-3820 und F. 160-161, ©. 3880 und 3888. 10.) Der Lehrer im Dienste de» kämpfenden Saterland». F. 155, ©. 3770—3771 und 3773, 3774 und F. 157, ©. 3820—3823 und F. 158-159, ©. 3838—3839 und F. 158-159, 6. 3855—3856 und F. 160- 161, ©. 3880. 11.) Aussaat für tiefwurzelnden, dauernden Patriotismus. F. 166, 6. 3686—3787. 12.) Die militärische Ssrvereitung der Äugend. F. 156, ©. 3789-3790 und F. 157, ©. 3831 und 3880. 13.) Was hat für die schulentwachsen« Äugend zu geschehtn! F. 156, ©. 3794 und F. 157, 6. 3827. Polack-Gcke. 16. Bei besonderen Wendungen im Leben verlangt man nach Glücksbürgschaften für die Zukunft. Die beste ist der Schutz unseres Gottes und die Liebe unserer Feinde! 28. Jänner 1907. 1 AuS einem Briefe an den Kaiser!. Rat A. Hofer in Wien. (Bisher noch nicht veröffentlicht.) Herau»geber und verantwortlicher Schriftleiter: Stubolt Peerz Dcud von Ao,e, ttanluef m vouiok«. (Bezug durch die Verwaltung der „Blätter für den Abteilungsunterricht“ in Laibach.) Talaufwärts von Schule zu Schule. (Eine lustige und lehrreiche Schulwanderung.) — 3. Auflage. Reich illustriert, mit der Ergänzung „Talabwärts von Schule zu Schule“ (Die Wanderung nach 7 Jahren) versehen. Elegant gebunden 3 K (2 K). Das Zeichnen nach der Matur in der ^ Landschule. •2 3. Auflage. 7. Tausend! - Geheftet 1 K 50 h (1 K), geb. 2 K (1 K 50 h) £ 3. Die gegenwärtigen sozialpolitischen | Aufgaben der Lehrerschaft. 'S Aufsehenerregende Rede; ein Programm für die Zukunft. 40 h. m 4. Der heimatkdl. Unterricht im Dienste -o der Volkswohlfahrt. | Eine sozialpädagog. Studie. Preis 1 K (70 h). s 5. Griisse an unsre tapfere Armee. 5 (Unter der Mitwirkung von 50 Mitarbeitern herausgegeben.) — 1 K •E (50 h). •5 6. Kreuz und quer von Schule zu Schule. 5 (Eine Wanderfahrt durch das österr. Alpengebiet.) 2. Auflage. — S Elegant gebunden 2 K (1 K 50 h), geheftet 1 K 50 h (1 K). “ 7. Anleitung zur Ausarbeitung von Prüfungsthemen. Allgemeine, aus der Praxis geschöpfte Leitsätze, Ratschläge und Beispiele in Dispositionen. Preis 40 h. 8. ,Blätter für den Abteilungsunterricht1. (Monatschrift zur Förderung des österreichischen Schulwesens.) — a) 1., 2., 3. Jahrgang (1904, 1905, 1906) als Buch in 3. Auflage erschienen (geheftet)....................................4 (3) K elegant gebunden.........................................5 (4) „ b) 4. Jahrgang (1907) als Buch in 4. Aufl. erschienen (geh.) 3 (2) „ elegant gebunden...............................4 (3) „ c) 5. „ (1908) in Heften . 4 (3) K gebunden . 6 (5) „ d) 6. „ (1909) „ „ . 6 (4) „ „ . 8 (6) „ e) 7. „ (1910) „ „ . 6 (4) „ „ . 8 (6) „ f) 8. „ (1911) „ „ . 6 (4) „ „ . 8 (6) „ g) 9. „ (1912) . . . 6 (4) „ „ . 8 (6) „ h) 10. „ (1913) „ „ - 6 (4) . „ . 8 (6) „ i) H. . (1914) „ „ . 6 (4) „ „ . 8 (6) „ k) 12. „ (1915) „ „ . 6 (4) „ „ . 8 (6) „ Alle Jahrgänge bis einschl. 1915 in eleg. Bänden, Lexikonformat, 50 K. Bis 20 K Ratenzahlung zu 2 K monatlich, über 20 K zu 4 K. Einsendung mittelst Erlagscheinen. Mappen ä 1 K und Einbanddecken ä K 110 vorrätig. Der Bezug der „Bl.“ kann mit jedem Monate beginnen: CO 'S p LMM) Schüller’s TINTEN-EXTRAKTE ergeben vorzügliche Schultinten I Sparsam, reinlich, bequem. „Efesin“-Extrakt, kaltwasserlöslich, Vs kg-Dose K 9 für 25—35 Liter Tinte. Flüssiger Tintenextrakt Nr. 2. 1 Liter K 7 50 für 10—20 Liter. — Übrige Spezialsorten laut Preisliste. Reformkreide, Schultafellack zu Originalpreisen. Tintenfabrik F. Schüller in Amstetten, N.-Ö. Wird von der Verwaltung des Blattes empfohlen. Die Reformkreide staubt nicht, färbt nicht ab und schont die Schul-tafeln. In den meisten Schulen Österreichs mit dem besten Erfolge eingeführt. Vom n.-ö. Landeslehrervereine empfohlen. Probesendung: 100 Stück K 2. Wiederverkäufer erhalten entsprechenden Rabatt. Franz Hoschkara, Kreidefabrik, Waidhofen a. d. Ybbs. Erösstes Uhren-, Gold- und optisches ttlarenversandhaus Max Eckstein Wien I, Wildprelmarkt Dr. 5. K. f. beeideter Sachverständiger. Lieferung an alle p. T. Lehrer und Lehrerinnen in bequemen tzeikzahkungen. verlangen Sie illustrierte Preisliste gratis und franko. Schulen und Ämter decken ihren Bedarf an Stauböl Urinöl Kermit zur Imprägnierung von Fußböden gegen Staub, zur Geruchloshaltung u. Desinfektion v. PisSoirs, festes Fegemittel zur staublosen Reinigung v. Fußböden aller Art, Technische Öle und Fette für Maschinen, Motore, Zylinder, Leder, Riemen und Wagen, bestens und billigst bei ALOIS LENNAR WIEN, VI., Anilingasse 2, Telephon Nr. 7502. Kontrahent der niederösterreichischen Statthalterei. Lieferant für die meisten Mittelschulen Österreichs und vieler Behörden.