Nr. 145. »»«»»»«,,tl,»«p»«l«: I» »>«p»«!l ««»»>. fi ll, halbj. fi. 5 So. »ill bl, Z,st»ll»,« »» H«« h,1»l. l« »». «lt b« P,ß «a»,l si. >». h«l»l »5V Donnerstag, 3i). Juni. I »I,,««,»«,,»»«: »«, llein« Jos«»»« »«» ,» » Zelle» «5 l»., ,l«le« pel Z««le « le , »«« »st««u 1881. Mit 1. Juli beginnt ein neues Abonnement auf die „Kulmcher Zeitung." Die Pränumerations-Bedingungen leiben unverändert und betragen: m> Ganzjährig: U" M unter Schleifen..... 15 ft. - kr. z^m Uaibach nls Haus zugestellt. . . 12 „ - „ Im Comptoir abgeholt . . . . N „ - I MitNs. Halbjährig: ^i" Poft unter Schleifen.....? fl. 50 kr. zu«c^t^er^""""°"""'^""" """ portofrei Lnibach im Juni 1881. -...... Jg. v. Kltinmanr s< Fed. Damberg. Amtlicher Theil. Majestät habe» mit Hofzimmerwän ^'!^''« ^'n ^ ^m d. I. dem "lennung sewer F?'^ Grüner in Gadcn m An- »oldene Verdieusi,//. "^'6e„ Uruen Dienstleistung das ''"reuz allergnädigst zu verleihen geruht. Antrag"rV^S"'H"''ck't al- " ,'jch, j„ P,^ ^t auf "Juni 1881. g N"'d7"^ ""' ErlenntMt vom wegen des UZ,V^..''^''^°" "' '" "«m ^il, Mai l««i »4 St. G >,"« ^ „Jämmerliche, P°sl" nach den 83 6.'>. und Nichtamtlicher Theil7"^ ^. Zur Lage. «Die .De?!^ ^endpost« vom 27. d. M. schreibt: tigen Nun'n '^^^'^""6" beehlt in ihrer heu-Freund ich"" ^ "22°"'" Nbendpost« mit einigen veranlasst ^"'^'^ ""^ ^"'ls zu leiner Entgegnung '^!>en wurden, wenn das genannte Vlalt nicht wieder einmal von seiner vielgeübten Angriffstaktik Gebrauch machte, den Standpunkt de? Gegners zu verkehren und auf dieser böswillig verdrehten Basis wei< tere Eonclusionen aufzubauen. Eine solche Verdrehung ist die Behauptung der „Deutschen Zeitung", es sei Methode der „Wiener Abendpost", anlässlich der Präger Excesse die Deutschen als die Schuldigen, als die Provocierenden hinzustellen. Müsste das genannte Blatt darüber Rechenschaft geben, in welchen Aeußerungen der „Abendpost" etwa diese „Methode" zum Aus-drucke gelangt sei, es würde bei einer noch so weit >gehenden Vergewaltigung unserer Auslassungen doch nicht ein Wort als Beweis sür seine vage Behauptung aufzubringen imstande sein. Wir haben die Pra» ger Vorgänge auf das lebhafteste bedauert, ebenso aber im Interesse des guten Einvernehmens der beiden Nationalitäten in Böhmen unsere Mißbilligung über die Art und Weise ausgesprochen, in welcher von einigen hiesigen Blättern diese Excesse breitgctreten und glossiert, zu einer großen politischen Affaire ausgebauscht wurden. Aus diesem Substrat dürfte es der „Deutschen Zeitung" denn doch schwer werden, Beweismaterial für die gegen die „Abendpost" geschleuderte Beschuldigung herauszupressen, als wären von dieser die Deutschen als die Schnldia.cn, als die Provocieren' den hingestellt worden. Öder vermag vielleicht die „Deutsche Zeitung" unseren Wunsch nicht zu theilen, dass auch die deutschen Prager Journale und die Wiener Blätter mit allen Kräften dahin wirken möch« ten, dass Störungen des guten Einvernehmens zwischen den beiden Nationalitäten in Böhmen, die ja aus einander angewiesen sind, thunlichst hintangehalten wrrden?" In ebenso sachgemäßer als rubber Weise spricht sich die „Wiener Vonn« und Montagszei» tung" über die Prager Vorgänge aus. Wir entnehmen den Ausführungen des Blattes folgende Stellen: »Aufgabe der öffentlichen Presse unter solchen Ver-Hältnissen ist es, die Bevölkerung zu beruhigen, von Ausschreitungen überhaupt abzumahnen und darauf aufmerksam zu machen, dass die Selbsthilfe in einem geordneten Gemeinwesen nicht zulässig ist, dass Verstöße gegen die öffentliche Ordnung vor die Behörden, Beleidigungen gegen einzelne Personen oder gegen ganze Klaffen der Bevölkerung vor die ordentlichen Gerichte gebracht werden müssen. Durch eine Partei» nähme hüben und drüben kann nur ein schlechter und gewaltthätiger Geist bei den erregten Massen und bei der immer etwas überschäumenden Jugend genährt werden. Wir glauben nicht, dass ein solcher Oeist irgend einer der großen politischen Parteien unseres Landes ein erwünschter Bundesgenosse sein kann. Eben deshalb müssen wir die Verwertung der Praqer Excesse zu politischen Zwecken in einem großen Theile der Wiener und Präger Vlätter als einen bedauerlichen Missgriff bezeichnen. Ausschreitungen solcher Art können nur eine Mahnung für die Presse fein, ben lei» denfchaftlichen und provocatorischen Ton, der leider in der letzten Zeit in einigen publizistischen Organen den höchsten Grad erreicht hat, herabzustimmen und möglichst zu vermeiden. Gerade bei der Erörterung von nationalen Fragen thut Mäßigung und Kaltblut am meisten noth. ... Die Deutschen und die Czechen, die seit Jahr-Hunderten das Königreich Böhmen gemeinsam bewoh» nen. dieses Land durch gemeinschaftliche Arbeit zu einem der blühendsten und reichsten der Erde gemacht haben, sind in einem Wettlampfe begriffen, der, in gute Bahnen gelenkt, nur dem Reiche zustattenkommen kann. Deutsche und Czechen haben den gleichen Grund, diesen Wettkampf nicht zu gemeinen Excessen ausarlen zu lassen, welche nur beide Nationalitäten schäbigen tonnen. Die Differenzen, welche Deutsche und Ezechen in Böhmen trennen, werden nicht durch den Knüttel der Studenten und Handwerksgesellen in den Straßen von Prag und Umgebung, sondern nur durch die ernste Arbeit besonnener und sachkundiger Männer ihrer Lösuna zugeführt werden. Alles, was diese Arbeit stört, ist abträglich für die deutsche und sür die «rchische Sache in Böhmen; alles, was diese Arbeiten begünstigt und beschleunigt, gereicht beiden Nationalitäten und der ganzen Monarchie zum Nutzen. In diesem Sinne zu wirken, ist die Aufgabe der wahrhaft patriotischen Presse. Die leicht bewegliche Menge zu heftigen Aufwallungen anzustacheln und in ihren AusschleitungfN zu ermuntern, ist ein verächtliches und strafwürdiges Treiben, von dem sich selbst die Verführten mit Scham und Ueberdruss bald abwenden müssen. Die vernünftige und ruhige Auffassung der Sachlage wild schließlich immer die Oberhand behalten, und diejenigen, welche heute von der einen ober von der anderen Seite als lau im Dienste der nationalen Sache bezeichnet werden, dürfen mit Sicherheit darauf rechnen, dnss ihre Auffassung und ihre Thätigkeit schließlich die Billigung aller Urtheilsfähigen haben wird." Wie aus Prag unterm 2tt. d. M. berichtet wirb, wurden die Landtagswahlen für die Lanb-gemeindenbezirke Prestiz, Königinhof, Kolin, Rumburg, Kaaden, Landskron und Schlan für den 22. August, Jeuisseton. Vie geopferte Hand. Pariser Polizeiroman von F. du Voiögsbey. (22. Forlsetzuna.) ninl»M^ diesen Worten hatte die Unterhaltung aber-"Ul2 em Ende. Beide schwiegen eine Zeit lang. lnn» "^ -b'lle Sie, mir zu sagen, wie Sie heißen," »agte Maxime plötzlich. , "^2 scheint mir, Sie sollten damit den Anfang macyen " versetzte die Dame. „Ich weiß nicht ein- "" Ihren Namen." ..Ebenso wenig kenne ich den Ihrigen." ser,n halten." «Frau oder Fräulein?" 5,^ "Fräulein, aber ich verbiete Ihnen nicht, Ma- ""we zu sagen. Nun zu Ihnen." l5l, . "M"xime Dorgöres, schlechtweg aus der Straße "Meaudun W." sit? f"^ '^ """ gerade, als besähe ich Ihre Vi- ., . "Fünfundzwanzig Jahre alt, nicht verheiratet, ""vhängige Stellung und ausgezeichneter Charakter—" Gi «Genug, ich bitte Sie! Um ein fo vollständiges lgnalement zu erwidern, würde ich genöthigt sein, ^nen eine Menge Dinge zu sagen, welche Sie keines- "egs Mteressiercn würden." «Bei Ihnen interessiert mich alles." „Bis zu dem Grade, Sie die Dame vergessen zu lassen, welche Sie durch ein Armband an sich gekettet hält?" „Ich schwüre Ihnen, dass ich nicht die Unwahrheit spreche, wenn ich sage, dass ich niemandem angehöre." „Ich hätte nicht übel Lust, Ihre Aufrichtigkeit auf die Probe zu stellen." „Versuchen Sie es doch." „Wenn ich Sie um diescs Armband bitten würde, geben Sie es mir wohl?" Diese Frage wirkte auf Maxime so abkühlend wie ein Guss kalten Wassers. Er war bereit alles zu thun, um sich die Gunst der schönen Unbekannten zu erwerben, welche ihm den Kopf verdreht hatte alles, das ausgenommen, was sie jetzt von ihm ver^ langte. Wenn er das Armband auslieferte, entsagte er dadurch auf immer der Hoffnung, die Frau mit der geopferten Hand zu entdecken und daran lag ihm doch zu viel, als dass er so leicht darauf hätte verzichten können. Und dann kam ihm auch der Vorschlag zu rasch und eigenthümlich vor. Blitzschnell drängte sich ihm wieder die Vermuthung ans, diese Justine Sergent sei doch nur eine Abenteuerin. Diese Scene giena ae. rade an einem der Candelaber vor sich, welche die Avenue de Villiers beleuchten, und die Schöne aus dem Ska!mg konnte daher sehr gut auf dem Gesichte lhrcs Begleiters einen Zweifel gewahren, der sic verletzte, denn sie fuhr in ziemlich lallem Tone fort' „Ersparen Sie sich nur die Mühe, mir mein Verlangen abzuschlagen. Ich wollte Sie einfach prüfen und ich hatte Unrecht. Sie hielten meine Probe ür einen eigennützigen Versuch." ' „Das kann ich nicht zugeben," rief Maxime, sehr betroffen von dieser klaren Sprache. „Nie ist mir ein ähnlicher Gedanke gekommen und wäre dieses Armband nicht ein Familienandenken —" „Lassen wir das, bitte. Und da Sie mich durchaus begleiten wollten, so thun Sie es auch bis ans Ziel. Ich gestehe, ich würde mich doch fürchten, den Rest des Weges allein zurücklegen zu müssen." „Es ist nichte zu befürchten," sagte Maxime, der versuchte, durch große Artigkeit den Übeln Eindruck zu verwischen, den seine Zögerung hervorgebracht hatte. „Seitdem wir den Boulevard verliehen," flüsterte sie ihrem Begleiter zu, „bilde ich mir ein, dass man uns verfolgt." Maxime wandte sich um und fah niemanden hinter sich. Jedoch glaubte er in der Ferne einige Männer zu entdecken, welche längs der Häufer hingiengen und auf dem entgegengesetzten Trottoir einen Knaben, der ruhig dahinschritt. Das war jedoch alles nichts Beunruhigendes und er sagte lachend: „Ich wünschte, es böte sich eine Gelegenheit, Sie zu vertheidigen." „Beeilen wir uns, ich bitte. Wir haben kaum noch hundert Schritte zu gehen. Ich wohne am Eingänge der zweiten Straße, rechts." „Wollen Sie meinen Arm nicht wieder nehmen?" „Nein, ich danke Ihnen. Ihr Armband würde mich drücken." „Wirklich? Sie nehmen sich das Armband sehr zu Herzen. Sie würden das nicht thun, wenn Sie wussten, weshalb ich daraus einen gewissen Wert lege." „Ich will es durchaus nicht wissen." „Ebenso wenig, alsIhn-n daran liegt, mich wie- derzusehen, nicht wahr? In fünf Minuten werden 1240 für die Städtebezirke Iitschin, Königarätz, Schlan und Eule für den 25. August ausgeschrieben. — Der Landescultur rath für Böhmen unter dem Vorsitze des Fürsten Karl Schwarzenberg hat sich constituiert. Die acht Landesvereine wählten Dr. Nicke rl. Vier Bezirksgruppen wählten die Deutschen Prefer, Krzepek, Tausche und den Grafen Zedtwitz, während die fünf anderen Vezirksgruppen die Czechen Telly, Fifcher, Prokupek, Iitschin fky und Baron Hildprandt wählten. Wie man der „Pol. Corr." aus Lemberg meldet, hat Se. Excellenz der Herr Handelsminister den Regierungsrath Professor Hecke nach Galizien entsendet, damit derselbe die landwirtschaftlichen und ökonomischen Verhältnisse des Landes, namentlich jedoch die durch die bevorstehende Grenzsperre zu ae-wärligenden Einflüsse in ökonomischer Hinsicht eingehend prüfe. Aus Budapest wird unterm 27. d. M. über den Fortgang der Wahlen für den Reichstag gemeldet: Gewählt sind bisher 221 Abgeordnete. Von diesen gehören 127 zur liberalen, 46 zur Unabhängigkeitspartei, 35 zur gemäßigten Opposition, 7 sind parteilos, 5 Nationale. In zwei Bezirken findet eine Nachwahl statt. ..Die liberale Partei — sagt der „Pester Lloyd" in seiner vorgestrigen Nummer — hat gegen beide Oppositionen den Kampf mit Erfolg geführt. Sie hat der gemäßigten Opposition und der Unabhängigkeits-partei bisher dreiundzwanzig Bezirke abgenommen, und zwar 13 der gemäßigten Opposition und 10 der Unabhängigkeitspartei. Da sie aber an die äußerste Linke fünf und an die gemäßigte Opposition vier Bezirke verlor, bleibt zu ihren Gunsten in diesem Augenblicke ein Gewinn von vierzehn Bezirken." In Pressburg wurde, wie bereits telegraphisch gemeldet, Baron Sennyey einstimmig vom zweiten Bezirke gewählt. Der rumänische Metropolit Miron Roman erließ ein Circular gegen den Passivitätsbeschluss, der auf der Rumänen-Con-ferenz gefasst wurde, und erklärt, dass dieser Beschluss keinen Rumänen hindere, an den Wahlen theilzunehmen. Vom Ausland. Der Vorstand des Canisius.Vereins zum Schutze der religiösen Erziehung der Jugend in Mainz erlässt an die Katholiken und namentlich an diejenigen deutschen Stammes einen Aufruf, betreffend die Wallfahrt zum Grabe des seligen Petrus Canisius in Freiburg in der Schweiz, welche für den 17. und 18ten August in Aussicht genommen ist. In dem Aufrufe heißt es unter anderem: „Der selige Petrus Canisius war es, der in den gefahrvollen Zeiten des 16. Jahr« huudertes, an der Spitze jener thatkräftigen Männer, seiner Ordensgenossen aus der Gesellschaft Jesu, in unserem Vaterlande durch seinen rastlosen Eifer für die Reinerhaltung des Glaubens und der Sitten, vor allem in den Herze» der Jugend, so Großes geleistet hat. Bis auf unsere Tage lebt sein Geist in seinen Werken wirksam fort." Nie sind die Zeiten gefahrvoller gewesen, als heute. Daher hat Pius IX. den seligen Petrus Cani-siu» auf die Altäre erhoben, „damit — so sagt er — m diesen schlimmen Zeiten, wo die Kirche Gottes durch den Angriff der Gottlosen heftig bekämpft wird, die Gläubigen an diesem so tapferen Vertheidiger des katholischen Glaubens ein leuchtendes Beispiel vor Augen haben, um nach ihm sich zu richten in der Hut des kostbaren Schatzes des Glaubens, ohne wel« chen das ewige Leben nicht zu erlangen ist. Im August dieses Jahres, mit dem 14. jenes Monates anfangend, feiert die echt katholische Stadt das 300jährige Fest des seligen Petrus Canisius und ladet auch die Katholiken der anderen Länder, diejenigen Deutschlands ganz besonders, zur Theilnahme ein." Aus Petersburg schreibt man der „Wiener Abendpost" in Anschluss an die jüngst reproducierte Correspondenz: Es ist unglaublich, wie von hier aus, selbst durch russische Blätter, die größten Fabeln in die Welt gesetzt werden. So ist beispielsweise kein wahres Wort an den Erzählungen von der Misshandlung unschuldiger Leute in Smela auf Befehl eines dortigen Obersten, von der Entdeckung einer Bande Verschworner hier in einem Hause des Sabal-kansky-Prospectes durch einen Oberstlieutenant, der sich unter dem Bette versteckt hätte, sowie von der Er» tränkung der Wirtin, welche diese Leute verrathen haben sollte. Dagegen ist es wahr, dass man vor einigen Tagen in dem Kanäle unter der „steinernen" Brücke eine „Dynamitmine gefunden hat, welche daselbst von den Verbrechern, wahrscheinlich, weil sie sich beobachtet glaubten, aufgelassen war. Völlig erdichtet ist die Behauptung, dafs eine größere Anzahl von Officieren, man sprach fogar von 25, unter denen ein Garde«Oberst, verhaftet worden sei- nur zwei Marine» Officiere, Bekannte Suchanoffs, sitzen hinter Schloss und Riegel und werden verhört. — Der Process Trigonia-Issajeff, Suchanoff und Consorten wird noch durch die Voruntersuchung aufgehalten. Vor einem Monate dürfte er fchwerlich zur Entscheidung kommen. Das ..Journal de St. Pitersbourg" bezeichnet die von London aus in den deutschen Zeitungen verbreiteten Meldungen über russische Projecte in Central-Asien für durchaus absurd und den Brief der „Times" aus Calcutta über russische Truppenanhäufungen bei Kafchgar und einen bevorstehenden Conflict mit China als vollkommen unbegründet. Die officielle Feststellung der Unzahl der Todten und Verwundeten in Marseille ergab drei Todte, worunter zwei Franzosen und ein Italiener, dann achtzehn Verwundete, darunter fünf Franzosen und dreizehn Italiener. Die Madrider Amtszeitung veröffentlicht ein königliches Decret, wonach die Cortes aufgelöst und die neuen Wahlen für den 21. August bestimmt werden; der Wicderzusammentritt der Cortes erfolgt am 20. September. Aus Christiania, 26. Juni, wird gemeldet: In einem Sägewerke in Drammen ist ein Arbeiter-Strike ausgebrochen. Die Arbeiter stürmten das Rath» haus, um zwei verhaftete Kameraden zu befreien. Zur Wiederherstellung der Ordnung wurde von Christian!« Militär nach Drammen entsandt. Freitag abends kam Sie mir einen guten Abend wünschen und mein Roman wird mit dem ersten Blatte zu Ende sein." ,Die kürzesten Geschichten sind gewöhnlich auch die besten." Maxime fand allmählich, dass die Dame ihn sehr weit führe. Diese Gegend war ihm durchaus nicht bekannt, er orientierte sich schlecht in diesen großen, ein» samen Straßen und fragte sich, wie diese Reise enden würde. Der Gedanke, zu Fuß heimkehren zu müssen, behagte ihm sehr wenig und er fürchtete, leinen Wagen mehr zu finden. Außerdem war er auch ein wenig misstrauisch geworden. „Man heißt nicht Justine Sergent, wenn man sich Wie eine große Dame ausdrückt. Ich weiß nicht, wie mir der Gedanke kommen konnte, sie suche sich meines Armbandes zu bemächtigen." sprach er zu sich selber. „Endlich," sagte die Unbekannte, „sind wir ohne Unfall angelangt. Hier ist die Straße, in der ich wohne. Sie haben mir einen großen Dienst erwiesen, denn ich fürchtete mich wirklich diefen Abend." „Die Straße ist lang." sagte Maxime, „und wenn Sie am anderen Ende wohnen —" „Nein, mein Herr, meine Wohnung ist nur einige Schritte von hier entfernt. Ich fehe sie von hier." ,.Sie verbieten mir doch nicht, Sie bis an Ihre Thür zu begleiten?" Die Dame zögerte einen Augenblick, dann aber antwortete sie: „Das wäre unrecht, nachdem ich Sie so weit bemüht habe. Kommen Sie!" Maxime folgte ihr in eine ziemlich breite Straße; an einer Seite derselben befanden sich Bauplätze und auf der andern Gebäude von gntem Aussehen. Es waren große, neue Häuser, anscheinend zu bürgerlichen Wohnungen bestimmt. Die Unbekannte gieng auf das nächste derselben zu, blieb vor einer kleinen Thür stehen und zog aus ihrem Muff einen winzigen Schlüssel, den sie in das Schloss steckte. „Also hierher muss ich kommen, wenn Sie mir die Ehre erweisen, mich zu empfangen?" fragte Maxime. «Ich habe durchaus nicht gesagt, dass ich Sie bei mir sehen würde," erwiderte sie lebhaft. „Nein, aber ich hoffe, Sie werden mich nicht zur Verzweiflung bringen, indem Sie mir verbieten, Ihnen einen Besuch zu machen." „Wann?" „Nun, morgen." „Morgen werden Sie mich nicht finden." „Weshalb nicht?" „Weil ich morgen früh Paris auf vierzehn Tage verlassen werde." „Das ist sehr lange, aber ich werde mich dazu verstehen, zu warten, wenn Sie mir versprechen, dass, wenn Sie zurück sind —" „Wenn ich zurückgekehrt bin, werden Sie nicht mehr an mich denken, und wenn das dennoch der Fall sein sollte, so thäten Sie besser daran, Sie suchten mich nicht wiederzusehen." „Diesen Rath werde ich nicht befolgen." »Sie werden es vielleicht bereuen, ihn nicht be» folgt zu haben. Wenn Sie kommen, so läuten Sie an der Hausthür. Ich benutze diefe Thür heute nur wegen der ungewöhnlichen Stunde. Die Leute fchlafen im Hanse und ich möchte sie nicht wecken." „Nach wem werde ich fragen?" „Nach Madame Sergent, Sie wissen ja, das ist mein Name. Leben Sie wohl, mein Herr." (Fortsetzung folgt.) es zwischen dem Militär und den Arbeitern zn einem blutigen Zusammenstoße, wobei ein Arbeiter getödtet wurde. Ein Officier, einige Soldaten und mehrere Arbeiter wurden verwundet. Die rumänische Kammer hat die Berathung deS Projectes über die Convertierung von 48 Mil< lionen der alten Eisenbahn-Obligationen beaonren. Der Bericht der Commission gelangt zu dem Schlüsse, das von der Regierung mit verschiedenen Bankhäusern in Berlin und Paris bereits getroffene Uebereinlom-men bezüglich der Convertierung zu verwerfen, urd beantragt, dass die Regierung nach dem mit der Eisenbahngesellschaft zu erzielenden Einvernehmen die alten Obligationen kündige und neue emittiere. Der M' Nisterpräsident bekämpft den Bericht der Commission; nichtsdestoweniger geht die Kammer in die artikelweise Berathung der Anträge der Commission ein. Bra-tiano erklärt sodann, dass die Kammer das VotlM nicht acccptiere. Nach einer der „Pol. Corr." aus Konstantinopel zugehenden Mittheilung hat die Pforte aus Tripolis eine Depefche mit der Anzeige erhalten, das» ein Theil der französischen Occupationstruppen in der Regentschaft Tunis sich an der Grenze der letzteren gegen Tripolitanien zu concentrieren beginne. NaH Versicherungen von französischer Seite handle es M dabei um eine Vorsichtsmaßregel gegen eventuelle UN" ruhen, welche in diesem Theile Afrllas zum UusbrM gelangen könnten. Aus Algerien kommen noch immer recht betrübende Nachrichten, ^e afrikanischen Jäger, welche am 20. d. M. abgegangen waren, um die der Plünderung der Campillo'schen M<^ Anlagen entronnenen Opfer aufzulesen, habe» lw zwei Personen zurückgebracht. Alle anderen sind vo Hunger oder Hitze gestorben, wenn sie nicht uMliebraa) worden sind. Man hat ihrer neunzig begraben, " denen mehrere schrecklich verstümmelt waren. A ^ Alfa.Anlagen zwifchen Saida und Bel.Abbös '"" verlassen. Die Karawanserei von El-May ist vott ^ Insurgenten in Brand gesteckt worden. EmMre oc» Bu-Amema reizen die Flittas zur Empörung aui-Bei den Beni-Matas scheint eine Erhebung bevorzu stehen. Alle Stämme der Gegend von Gerymlle ü"" im Aufstande. Von den eingeäscherten Alfa«AnIage" «reffen noch jeden Augenblick Spanier ein. Manne' Weiber und Kinder. — Ein Zuavenofficier lieriO" dem „Voltaire" aus Salda schreckliche Greuel, l»e gesehen. Männer, Weiber und Kinder sind v^ " Leuten des Marabuts Bu-Amema erschlagen, " Eigenthum zerstört, und Hänscr niedergebrannt w den. Man hat schon jetzt die Gewissheit, das» -Zahl der Opfer sich auf mehr als 420 beläuft. «^ den Bahnhöfen begegnet man Weibern, welche Verzweiflung halb gelödtet hat. Kinder, dene" 'V. Eltern ermordet worden sind. Der „Voltaire" sor°' die Pariser Presfe auf, eine Nationalversammlung i Besten der Opfer des algerischen Aufstandes zu "^ anstalten. Die meisten Abendblätter vom ^'.!'he-gehen auf den Vorschlag ein, und ein Comiti » gaben hätte die Frage von Tunis diese Beziehungen lo gespannt, dass die Abreise Tissols beinahe einem vMomatischen Bruche gleich käme. Es ist jedoch viel wahrscheinlicher, dass die Pforte sich sehr wohl hüten wird, Frankreich zu provocieren. Man erinnert sich uvrigens daran, dass Frankreich in der griechischen u^ge sehr mäßigend aufgetreten ist. Herr Göschen uno Graf Hatzfeldt waren hier mit einem fertigen 'Programm angekommen, welches sie der Türkei auf-nolhigen wollen. Dies.'s Programm bestand darin. °">s ganz Thessalien und Kreta den Griechen ab-Netreten werde, und dass die türkischen Delegierten kvenjo wenig als die griechischen den Berathungen wwohnen sollten. Herr Tissot war der erste, der sich "'clem Programme widersetzte. Er hatte die Cession von Kreta als ebenso unmöglich dargestellt, wie die Forderung, dass die Türkei in der Conferenz nicht vertreten sein solle. Was die Version, dass Herr Tissot unzufrieden angereist fei, wahrscheinlich macht, ist der Umstand, oa^s der Sultan »hu nicht zu einer Abschiedsauoienz emgeladen hatte. Herr Tissot hatte der Pforte an» s.ezeigt, dass er abreise und dass er sich zur Disposi« l'vn des Sultans stelle, falls er ihn vor seiner Ab-leise fehen wolle, umsomehr, als er ihm eine Mitthci. ung zu machen habe. Er zeigte gleichzeitig den Tag Mner Abreise an. Er erhielt hierauf die Antwort oass der Sultan unvässlich sei. Tisjot verzögerte nicht den Tag seiner Abre.se. und wie aus guter Quelle versichert wud, übergab er nicht einen Brief des berrn Gtöoy, den letzterer mit freundlichen Danljagunaen für die Ordenserlheiluug an den Sultan gerichtet hatte Seit den Ereignifsen in Tunis sind die Beziehung gen zwischen Frankreich und der Türlei so wichtig für Europa geworden, dass noch Folgendes erörtert werden muss: Die Reise des Obersten Torcy in Syrien war dom Anbeginn an von der Pforte mit Misstrauen betrachtet worden, namentlich da derselbe nach dem Hauran gegangen war, wo der Ausstand der Drusen herrschte. Die Türken beschuldigen ihn, den Dru en wtgetheilt zu haben, dass gewisse Befestigungswerle oaMst errichtet werden. Dle Drusen, welche bereits ^llene machten, auf ein Arrangement einzugehen, sind !^ c wieder hartnäckig geworden. Ein Draaoman °es französischen Konsulats, Namens Ibrahim Eddy welcher sich gleichfalls nach dem Hauran begab, wurde °elyastet und zu Fuße nach Damascus gebracht. Die ^vl«zn erlaubte ihm nicht einmal, unterwegs auszu-N'- I"folge einer energischen Vorstellung des Con-s,"."es. rourde der Polizeisergeant, der ihn verhaftet Us degradiert. Diese Genugthuung wird aber von "^ ""«Mschen Negierung mcht für befriedigend er. «^iri. Sie findet es auch unpassend, dass der Gou< ^, lu v"" Damascus sich einige Vemeikungen über "e große Politische Wichtigkeit der Reise des Obersten , rcy unter den jetzigen Umständen erlaubt habe. Dies «no der Umstand, dass der spanische Minister am ^age nach der Abreise Tissots vom Sultan empfangen ^urde, während der lrtztere Tlssot angeblich wegen ""Wohlsein nicht empfangen konnte, hat Frankreich »leichfaUs verstimmt, und die Situation in Tripolis "lrd dadurch nicht eben geklärt und vereinfacht. Hagesnmigkeiten. V -— (H ill-Denkmal,) Ein Marmorstandbild "2 verstorbenen Reformators der Post Sir Rowland ^'U' auf drssen Aurschlag bekanntlich im Jahre 1840 v'N englischen Parlamente die Einsührung eines gleich. "M'M Pusttarifes vun einem Penny beschlossen wurde, '" dieseriage in Kidderminster, seiner Vaterstadt, feierlich 'Uyullt worden. Die Küsten des Denkmales wurden «ttrch Penny-Bciträge von über 200,000 Personen aus "kl« Theilen der civilisierten Welt aufgebracht. , ^(Monaco.) Fürst Karl III. von Monaco be-°'^."g in der vorigen Woche in feierlicher Weise sein ^''lahrigetj Reaierungsjubiläum. I" sämmtlichen Ge> "klnden des Fürstenthums wurden Festlichleiten ab. gehalten, überall wurden die Armen reichlich mit Geschenken bedacht. — (Tin verwegener Betrug.) Aus Ham. burg wird gemeldet: „Der Dampfer „Ferret", ein Schiff von 346 Tons. war Eigenthum der „highland Railway Company". Im Oktober v. I. erschien zu Glasgow ein sich Waller nennender Mann, um an. geblich als Bevollmächtigter eines gewissen Smith den Dampfer für eine sechsmonatliche Vergnügungsreise zu chartern, welche Smith mit seiner kranken Frau unter» nehmen wolle. Das Geschäft wurde zwischen den Eigenthümern des Schiffes und Walker abgeschlossen. Ein Shiftchandler ne genaue Durchsuchung desselben an. die den Ver» dacht bald zur Gewissheit machte. Tapitän Walker. Smith und dessen Frau wurden hinter Schloss und Niegel gebracht. Unter den sorgfältig versteckten, aber dennoch in die Hände der Polizei gefallenen Schiffspapieren hatte man einen Chiffrenfchlüssel zur Venühung für eine telegraphische Correspondenz mit Personen in London entdeckt. Den größten Fang machte die Polizei aber mit der Auffindung einer Blechdose, in der sich etwa 603 Sovcreings, 90 Psb. Sterl. in brasilianischem Papiergelde und etwa «000 Pfd. Sterl, in guten Tratten auf die Standard» Bank in London befanden." ^locales. — (Requiem.) Dem vorgestern als am Sterbe, tage weiland Sr. Majestät des Kaisers Ferdinand um 10 Uhr vormittags in der hiesigen Domlirche vom Herrn Fürstbischof cclebrierten feierlichen TrauergutteS-dienstc wohnten der Herr Landespräsident Winller an der Spitze der l, l. Beamtenschaft, ferner die Vor« stände und Vertreter der übrigen Behörden und Cor» porationen fowie zahlreiche Andächtige aller Stände bei. — (Aus dem Gemeinoerathe.) Behufs Fortsetzung der Verhandlung über die Regelung der Mehrungsfrage, welche belauntlich in der Sitzung vom 23. d. M. der vorgerückten Stuude wegen abgebrochen wurde, fand vorgestern von 5 bis halb 8 Uhr abends eine neuerliche Sitzung des Laibacher GcmeinderatheK statt, zu welcher im ganzen 26 Ge-meinderathsmitglieder erschienen waren. Vor Eröffnung der Tagesordnung nahm der Herr Bürgermeister Laschan die Angelobuug mittelst Handschlages seitens jener 15 Gemeinde-Angehörigen vor. welchen kürzlich über ihr Ansuchen das Bürgerrecht der Landeshaupt« stadt verliehen worden war. Zu diesem Acte waren erschienen die Herren: Johann Ballhäuser, Johann Ci-lole. Johann Dovgan. Johann Fabian. Josef Ferjan. Valentin Gcrcar. Johann Gnesda, Johann Haslinger Alois Korsika. Alois Kunst. Karl Lipouiel, Franz Carl'. Ianaz Oarabon. Anton Tipel und Bartholomäus Hitnil. Die hierauf fortgesetzte Generaldebatte über die Mehrungsfrage eröffnete als erster Neduer GR Dr. Schaffer; derselbe erklärte sich gegen den Dr Suppan'scheu Antrag (vorherige Anfrage bei den Hausbesitzern), da hievuu ein günstiges positives Resultat voraussichtlich nicht zu erwarten sei und derselbe die Situation der Gemeinde im negativen Falle nur un-nöthig erschweren würde. Im Principe auf dem Stand« punkte der Section und jenem des GR. Ritter v, Varl-boldi stehend, beantragte er: Der Gemeinoerath wolle beschließen: 1.) das pneumatische Abfuhrsystem der Mehrung anzunehmen, 2.) die Ausführung desselben bi» Ende 1883 dem freien Ermessen der Hausbesitzer zu überlassen, nach Ablauf diese« Termines jedoch unter Einhaltung der vom Magistrate zu bestimmenden Reihen» folge zwangsweise zu bewerkstelligen, — GR. Po beriet accommodiert sich im wesentlichen diesem Antrage und anerkennt die schon in vielen anderen Städten erprobte und bewährte Zweckmäßigkeit des vorgeschlagenen Systems, wünscht jedoch, dass jene Stadttheile, in denen vorzugsweise die Gartencultur betrieben wird. vor allem die Kralau und Tirnau, deren Bewohner die Fäcalstosse zur Oelonomie benöthigen, von der zwangsweisen Einführung ausgenommen werden. — GR. Dr. Schaff er wies darauf hin, dass die Specialdebatte ohnehin Ge-legenheit bieten werde, die letztere Anregung sowie alle l wünschenswerten Erleichterungen der AuSführungs-modalitäten thunlichst zu berücksichtigen. — GR. Anton Ritter v. Gariboldi zog hierauf seinen Antrag zugunsten jenes des Dr. Schaffer zurück, da letzterer mit feinem Antrage im wefentlichen nahezu congruent fei und bloß eine präcifere Fassung des Termines enthalte. GR. Defch mann erbat sich vor der Entscheidung einige Aufklärungen von jenen, welche das empfohlene System aus eigener Anschauung lennen ; im Falle erstere eine günstige Beantwortung finden, sei er gerne bereit, auch sein Votum für die Einführung abzugeben: I.) Ob durch das pneumatische System die schädlichen Ausdünstungen in Hinkunft ganz vermieden werden; 2.) ob und mit welchem Erfolge daSfelbe auch fchon in anderen Städten imperativ eingefühlt sei, und 3.) ob wohl die bedeutenden materiellen Opfer der Stadt durch die ge-hofste Verwertung der Fäcalstoffe werden theilweise auf» gewogen werden? Letzteres stünde nämlich sehr in Frage, wenn die bisherige Desmficierung der Aborte auch in Hinkunft beibehalten werden müfste, da der Bauer be-lanntlich lein Abnehmer von Fäcalstoffen ist, fobald die-felben mit Eisenvitriol oder Chlorlall vermengt sind. — Aehnliche Anfragen stellten auch die Gemeinoeräthe Dr, Bleiweis und Petricit. ersterer über die den Hausbesitzern für die Errichtung der Senkgruben erwachsenden Kosten, letzterer über die Art der Anbrin> gung der Auslaufrühren bei jenen kleineren Häufern, welche an höhere Gebäude anstoßen. — GR. Doberlet gab detailliert die gewünschten Aufklärungen und versicherte, dass in der Praxis keines der vorgebrachten Bedenken Nnlass zu erheblichen Unzukömmlichkeiten bieten werbe. — Sehr warm für die SeclionSantiäge, und zwar mit sogleicher imperativer Durchführung derselben, trat GR Dr. v. Schrey ein. Der Antrag Dr Schaf« ferS, so wohlmeinend er auch sei, erscheine ihm gleich» bedeutend mit einer Vertagung dieser wichtigen Frage auf zwei Jahre, da, wie in allen finanziellen Ange-legenhsiten. auch hier auf facultatioem Wege lein wesent licher Erfolg zu erwarten stehe. Wenn der Gemeinde, rath von der Nothwendigkeit einer Reform und von der Güte beS vorgeschlagenen Systems, wie er nach dem Gehörten annehmen müsse, üocrzlugt sei, so möge er auch unverzüglich imperativ vorgehen und nicht selbst die Hand zu einer Verschleppung bieten, dagegen in der Art der Ausführung die weitgehendsten Erleichterungen den Hausbesitzern einräumen. Zum mindesten aber wllre der Zwang schon jetzt für alle Neu< und größeren Um-und Zubauten sowie selbstverständlich für alle städtischen Gebäude anzuordnen. GR. Dr. Suftpan befürwortete nochmals seinen schon in der vorletzten Sitzung eingebrachten Antrag, der bekanntlich dahin geht, die Frage: ob „facultaliv" oder „imperativ", vorläufig iu 8U^)^U8U zu belassen und vorerst die Hausbesitzer jener Stadttheile, in denen die Reform zunächst eingeführt werden foll. über ihre Geneigtheit, derselben entgegenzukommen, zu befragen und daS Ergebnis dieser Umfrage dem Gemeinoerathe fodann zur weiteren NeschlusSfassung in dieser Frage vorzulegen. Rebner hofft von diesem Schritte, der keinem der übrigen Anträge irgendwie präjudiciere und der sich auch aus materiellen und Opportun,tätSgründen empfehle einen günstigen Eifolg, Letzteres wird von den Ge-meiuoeräthen Dr. Schaf fer und Dr. «leiweie be. zweifelt. — Der Referent GR. Dr. Keesbucher con-fintierte in seinem Schlussworte mit Befriedigung, das» sich im ganzen Verlaufe der lange» Debatte über das Princip und über die Nothwendigkeit einer Reform der hiesigen Abfuhrzustände leine Meinungsdifferenz ergeben habe. es sei daher zu hoffen, dass man auch über den Modus der Ausführung sich schließlich einigen werde Schon bcr nationale Gemeinderath der 00er Jahre habe die Verbesserung der Mchrm.gsabsuhr als dringend nothwendig erkannt und hirbei die gleichen hyaiemschen Grundsatze ausgesprochen, wie die vereinigten Sectioneu von heute. (Redner verlas diesbezüglich einrn Auszua aus den Referaten der damaligen Gemeinderäthe Orel und Dr. Johann NleiweiK.) Wenn jedes Haus in Lai. bach feine Senkgrube für die Fäcalstoffe hätte und wäre d.ese auch noch so primitiv, so würde Referent nicht As. '5 iwcmgswe.se Einführung des pneumatischen Systems drangen be. unserem gegenwärtigen schädlichen Kanalsy leme jedoch sei dasselbe nothwendig. Eine ad" cale Lözuna ^r Frage sei nur im Wege des Zw°n,e« 1242 Laibacher Zeitung Nr. 145 30. Juni 1881. zu erwarten, jede gegentheilige Hoffnung werbe sich nur zu bald als illusorisch erweisen. Die Investitionskosten der Stadt werden sich auf 20,000 ft. und die jährliche Regie auf 5000 st. belaufen. Referent wendete sich hierauf eingehend gegen die erhobenen technischen Ve« denken wegen der Ausdünstung, der Desinficierung u. s. w. und bezeichnete dieselben als unbegründet und empfahl schließlich nochmals die unveränderte Annahme der Sec-tionsanträge. Vor der Abstimmung wurde die Sitzung über Vorschlag des GR. Dr. Drö zum Behufe einer kurzen Besprechung auf 5 Minuten unterbrochen. Nach Niederaufnahme der Sitzung wurde zur Abstimmung geschritten und wurde hiebei der Antrag des GR Dr. Suppan mit 20 gegen 6 Stimmen angenommen, womit die Abstimmung über die übrigen Anträge von selbst entfiel. — In der sich hieran anreihenden Specialdebatte. deren Grundlage der in der vor« letzten Sitzung eingebrachte Text der Suppan'schen Anträge bildete, wurde nach längerer, zumeist bloß minder wesentlichen Formfragen gewidmeter Debatte mit dem gleichen Stimmenverhältnisse beschlossen: 1.) An die zu befragenden Hausbesitzer eine das Princip des einzuführenden Abfuhrsystems genau erläuternde gedruckte Belehrung zu richten; 2.) den Magistrat mit der Ermittlung eines passenden Ortes zur Ansammlung der städtischen Fäcalftoffe und diesbezüglichen Berichterstat« tung an den Gemeinderath zu beauftragen und 3.) die Verhandlung über die Abfuhr des Kehrichts und über die Kanalisierung bis zur definitiven Entscheidung über die Mehrungsfrage zu vertagen. — Nach hiemit vollstän» big erledigter Tagesordnung wurde die Sitzung vom Bürgermeister um halb 8 Uhr geschlossen. — (Tivoli.) Der Laibacher Gemeinderath hat bekanntlich im heurigen Frühjahre den Betrag von 2800 st. zur Erbauung zweier gedeckter Pavillons beim Schweizerhause in Tivoli bewilligt, nachdem sich zuvor der Pächter der dortigen Restauration, Herr Eder, für diesen Fall bereit erklärt hatte, den von ihm für die Restauration bisher entrichteten Iahrespacht per 200 si. in Hinkunft auf 450 st. zu erhöhen. Der Plan der beiden Pavillons wurde vom Herrn Stadtingenieur Wagner entworfen und deren Bau von der Firma Tunnies mit einem Nachlasse von 300 st., somit um den Netrag von 2500 st. ausgeführt, wodurch für das von der Stadtgemeinde investierte AnlagLkapital nicht nur die übliche öprocentige Verzinsung, sondern noch weitere volle 5 Proceute als jährliche Amortisationsqnote gesichert erscheinen. Der Bau der beiden Pavillons ist nunmehr vollendet und stehen dieselben feit wenigen Tagen der Benützung des Publicums offen. Wenn wir diesen Zeitpunkt zum Anlasse nehmen, der Idee und ihrer Ausführung mit einigen anerkennenden Wotten zu gedenken, so thuen wir dies im vorliegenden Falle umso lieber, als wir überzeugt sind, hierin nur dem ein« müthigen Beifalle des Publicums Ausdruck zu geben. Das früher stark vernachlässigte Schweizerhaus in Tivoli gehärt bekanntlich seit einigen Jahren zu den besuchtesten und beliebtesten Restaurations» und Erholungsorte» des gebildeteren Theils der hiesigen Bevölkerung, jede zweckmäßige Verschönerung desselben darf daher vornherein der freundlichsten Beurtheilung seitens der vielen In« teressenten gewiss sein. Umsomehr dann, wenn die Hebung desselben, wie eben hier, mit Geschick und wirklich anerkennenswertem Geschmacke durchgeführt wurde. Sowohl der Herr Stadtingenieur Wagner, dessen Fachtüchtig» keit und geläuterter technischer Geschmack sich schon bei so manchen weit schwierigeren Unternehmungen zu bewähren Gelegenheit hatte und von dessen Hand auch die Pläne für das städtische Eentralschlachthaus und die im Bau begriffene neue gothische Herz>Iesu°Kirche herriih« ren, fowie die Firma Tönnies durch ihre äußerst so-lide und gefällige Ausführung, haben in den beiden eben fertig gestellten Pavillons einen kleinen Bau geliefert, der d«m Schweizerhause wirklich zur Zierde gereicht und auch allseits mit Recht den Beifall des Publicums findet. Durch denselben ist nunmehr der den Besuchern der Restauration zur Verfügung stehende gedeckte Raum ohne merkliche Verminderung des freien Platzes fo namhaft vermehrt, dass dem Bedürfnisse, welches sich in dieser Hinsicht namentlich bei plötzlichem Regenwetter sowie in den rauheren Jahreszeiten oft geltend machte, fortan wohl fo ziemlich genüge geleistet sein dürfte. Allerdings darf nicht darauf vergessen werden, schon jetzt in beiden Pavillons auf die Anbringung genügender Heiz« und besonders auch guter Ventilationsvorrichtungen bedacht zu sein. Die gegenwärtig noch kahle, abschüssige Halde unterhalb des Plateaus wird selbstverständlich bei nächstgünstiger Zeit gleichfalls grün berast, eventuell mit angemessenen niederen Sträuchern bepflanzt werden. Auch würde es sich unserer Ansicht nach sehr empfehlen, durch Entfernung einiger untenstehender Bäume, welche die Aussicht derzeit stark verdecken, den Anblick des schönen Panoramas, das die Stadt vom Plateau aus darbietet, zu erleichtern. Der freie Ausblick würde dadurch an Schönheit und Mannigfaltigkeit fehr gewinnen und das Schweizerhaus zu einem wahren Belvedere gestalten, ohne dass zugleich der landschaftliche Reiz der nächsten Umgebung irgendwie Schaden litte. Dass sich nebst dem Schweizerhause auch der eigent» liche Tivoliparl, dieses wahre Vijou unter den Laibacher Spaziergängen, einer sorgfältigen Pflege er» freut und, Dank der liebevollen und verständigen Be< aufsichtigung, welche ihm die Gemcindevelwaltung zu-wendet, in den letzten Jahren an Schönheit der Anlagen und distinguiertem coloristischen Reize um vieles gewonnen hat, ist wohl allgemein anerkannt. Zu wün» schen wäre nur, dass diese allgemeine Anerkennung eine etwas reserviertere Form einhalten und sich nicht bis zu handgreiflichen Annexionen in den diversen blühenden Blumenbeeten herablassen sollte, wie dies mitunter leider noch immer geschieht. Außer so manchen geschmackvollen Neugruppierungen und Bereicherungen in blumistischer Hinsicht wurde auch der Eingang in den Park durch zwei diesertage aufgestellte, auf hübschen Steinpiedestalen ruhende Gaöcandelaber verschönert, welche sehr zierlich gearbeitet sind und gewissermaßen an Stelle eines fehlenden Thores den Parkeingang markieren. Auch der im heurigen Frühjahre um den ganzen Park neugemachte Zaun aus Naturholz präsentiert sich ganz hübsch und dürfte sich voraussichtlich auch als praktisch bewähren, während der frühere lebende Zaun wegen der beständigen Traufe von den umgebenden Bäumen nicht recht gedeihen wollte. — (Promenademusik.) Bei der heute von halb 7 bis gegen 8 Uhr abends in Tivoli stattfindenden Promenademusil wirb die Negimentslapelle folgendes Programm spielen: 1.) „Nviva I'lieuto", Marsch von Czilmlla; 2.) Ouvertüre zur Oper: „Sicilianische Vesper" von Verdi; 3.) „Sylvia"'Polla (aus dem gleichnamigen Ballett); 4.) Ungarische Tänze Nr. 5 und 6 von Brahms; 5) „Die Glocken von Corneville", Walzer von Planquette; tt.) Slavische Tänze (zweite Sammlung. Nr. 7 und 8) Von Dvorak; 7.) „^.3. I^Iomk", mexkanisches Lied von Pradier. — (Wallfahrer,) Anlässlich des gestrigen Peter- und Paul-Festtages durchzogen gestern nachts zu sehr vorgerückter Stunde zahlreiche bäuerliche Wagen. Welche mit laut singenden Wallfahrern männlichen und weiblichen Geschlechts schier bis zum Brechen gefüllt waren (wir zählten über 40 Personen auf einzelnen Wagen), die Straßen unserer Stadt. Neueste Pos. Original'Telegramme der „Laib. Zeitung." Wien, 29. Juni. Der Kaiser reist abends nach Ischl ab, wohin sich die Kaiserin abends von München aus ebenfalls begibt. Der Kräftezustand des Herzogs von Coburg ist befriedigender, jedoch ist wiederum eine kleine Steigerung der Entzündungserscheimmgen eingetreten. Berlin, 29. Inni. Die Kaiserin ist fieberfrei und das Befinden ein den Umständen nach befriedigendes. Rom, 29. Juni. 450 Pilger aus Galizien. der Herzegowina, Bosnien und Dalmazien sind angelet men; morgen treffen 300 Czechen ein. Die Kammer genehmigte in geheimer Abstimmung mit 202 gegen 11« Stimmen das Wahlreformgeseh. London, 29. Juni. Most wurde vom Crimmal-gericht zu 10 Monaten Zwangsarbeit verurtheilt. Varua, 29. Juni. 205 Wahlen in die Nationalversammlung sind bekannt, alle filrstenfreundlich. Konstantinopel, 29. Juni. Das Urtheil im Proceß der Sullanmörder wurde gefällt. Said Bey und AM Bey wurden zu zehnjähriger Zwangsarbeit, die übngen neun Angeklagten zum Tode verurtheilt. Wien. 28. Juni. Heute hat der hochwürdigste Herr Fürstbischof von Gurt, Fun der, den Eld M die Hände Sr. Majestät des Kaifers abgelegt. . Wien, 28. Juni. Die ..Wiener Zeitung" brwgl eine Neihe von Allerhöchsten Auszeichnungen anlüi^ lich der Vollendung des böhmischen Nalionaltheate" in Prag. und es erhielt der Präsident des Oauconnl«, Dr. Franz Ladislaus Rieger, den Orden der eisernen Krone zweiter Klasse. Budapest, 28. Juni. Die Gesammtzahl °er bis heute 9 Uhr abends bekannten Reichstagswahlen beträgt 333. Davon gehören zur liberalen Partei l^, zur unabhängigen Partei 68, zur gemäßigten Oppo/ sition 63; die Parteilosen reducieren sich von 9 aus"-da drei Abgeordnete sich durch abgegebene Erklärungen der liberalen Partei angeschlossen haben. Die Nat^ nalen reducieren sich von 8 auf 7, da der im Ms" Äezille gewählte Josef Val ebenfalls zur liberalen Partei gehört. Verstorbene. Den 24. Iuni. Elisabeth Triller. Schriftseperstocht". 2'/, I. Polanadamm Nr. 12. Nachen- und Kehllopfliräune, Den 27. Juni, Maria Sajovic, Advocate»«"«!", l I,, Äuerspergplcch Nr. 1, Lungrnlähmung, Im Civil spltale: .. Den 25. Juni. Molans Bertoncel, Nagelst""' 21 I.. llungentubcrculose, „ <, Vo- Den 26. Juni. Anna Finl, Taglöhncrin, 2? 3" A. lanastraße Nr. 42 (Spitalsfiliale), «lnllemia. - Z"'^ »«. vaitt. Magd. 21 I,. «ungcntuberculose, — Maria I"lo, " wohnerin, 69 I. Üungenblutsturz. — Georg Karu, Tag"?" 24 I. Lungcntubercnlose. . »«c. Den 27, Juni. Maria Polos«, Taglöhnersgattm,"',-Lungentubcrculose. Meteorologische Beobachtungen in ^!aibach> 7U.Mg 734 96 -4-16 2,SW. schwach bewölk «O 28 2 „ N. 734-88 22 0 SO. schwach Halbheit" _^_" Ab, 73640 >16 0 O. schwach heiter^^-"-" "?U.Mg7'^»7 38 ^-14 0 O. schwäch Nebel H'B 29, 2 . N. 735 52 -.24 6 O. schwach heiter Dg" 9 . Ab. 736 67 >15 2 NO. schwach bewöllt ^ Den 28. morgens bewöllt. dann Aufheiterung, sl""?ags Nacht. Den 29. morgens Nebel, vormittags heiter. "aH"" «<« zunehmende Vcwöllnng. aus NW. schwarzes Oen>oll<^ ,^ NO. sich ziehend, lebhafte Blike in NO., serncr Donner, >" " „ Wetterleuchten in SO. Das Tagesmittel der Wärme an " ^ Tagen -I- I» 1" und 4- 1?'v°. beziehungsweise um "° 10" unter dem Normale. Verantwortlicher Redacteur: Ottomar Vamb^s^. MATTONIS GIESSHÜBLER roinstor alkalischor Hauerbrunn, bestes Tisch- und Erfrischungsgetränk, j vorzüglich vorwondbar boi Katarrh der Athmungs- u Vordauungsorgano und dor Blaso. Pastillen digostives ot poctoralos. Vorrüthig in allon Apotheken und Mineralwaaserhandlungen, Cafos und Rostaurant». (834)24-18 Heinrich Mattoni, Karlsba^ Curse an der Wiener Sörse vom 28. Juni 1881. (N°ch dem ossiciellen Cureblatte) Vtlb war« «aplerrmt«........ 76 90 77 05 «tlberrent«........ 77 70 77 85 »oldrent« . «....... 93 70 93 90 Uos«. 1854........ 122 - 123 - . I860........ 131 75 132 - _ I860 (zu 100 fi.) . . 134 75 135 25 , 18S4........ 17b l^) 176- Una. Pr»m«n».«nl..... 123 50 124 - Tredlt-L.......... 179 25 180 25 Theih.Regulierung«« und Sze- gediner Üose....... 116 40 116 70 »ludoIs«.U......... 19 25 1975 Prämienanl. der Stadt »len 129 75 130 25 Donau.Regul!erung«'Lose . . 115 - 115 50 Domänen »Pfandbriefe . . . 143— 144-vesterr. Schatzscheln« 1881 rückzahlbar ......... —'^- —'— Oesterr. Schahscheine 1882 rück« zahlbar . ....... 101 25 101 50 Unzarijchc Goldrente .... 1176011775 Ungarisch, «isenbahn««nleihe . 134 20 134 60 Ungarische EisenbahN'Anleihe, inand» .^. «al. Cacl.Uuowia.V, I Em. 7-'^' .^5« Oesterr. Norbwest-Vahn - . ^.^ 91^ VIebsnbilraer «ahn - - - - ,U i?s^' Staat«bahn 1. Em.....lA«. 138?ü Sübbahn z 3«/.......AA ^bll5 Devisen. ,571s «uf deutsch« Pl»tze.....b, 9 ^7.^0 London, lurze Slcht ... - ^.^ 4S2" Geldsorten. «V«r« Dueaten .... ^fl. 5' ".5st- ^ , Napoleon«!»'or . V .^» /' - Deutsche «ei««- b7 . ^ ' Noten .... ü^."-^.,"" ' Tllbergulden . . — , " KrainilcheVrundmtl°stung»'Oblis»ti''N«l