Verwaltung-«ath»,«gaffe Wr ö Xrlrrtoa N>. tl, IrlrrBtt-tr. BeVAr »MMK» ®Bt« Ht «-« ln(*t: (Hmrltnth« ...*»» .... K « 4* •owWst» ... ,1t 1» M Jiti »tlll mit Sr?rvri>, ts« Hovl I «cnsrll« 8tnuim«tg . . . K a-— . . . . K «■ — «..sjjatrn .... X ljr — »«I «Bildn* citlttc fi« Hl BuBflartllStci ca Mitcfc'fB * >r (i^uQqHötf Ät in: «n^rtrtlrtc Kl nnronnl selten d» (5illi, Samstag den 21. Juli 1917. 42. Jahrgang. Schristlettmi,: ««thaXgaffe Hr. h. ttlfpt»n »r. 11. tpie 4 • ■■»eitlem (all «lutfmt tat e«na- ». &rirt-Kaac »«» 11—1» 11», t«ta 0—M»nl«« »Rtca BMI iBtidwetf», lamcnltk Cib-ntAl lttlltl|3I |tt nimmt N( Knswlliui« »t«ti «CTKUa « »«t blUnÄ MI A Ita •«Mtrn ra!»q «»««!»» «ktsM. t i-ftsnl« SS.900. Nr. 58 Steirer! Steirerinnen! Trotz unserer heißesten Sehnsucht nach Frieden stehen sich die kämpfenden Heeresmassen in der Todes-bereitschast schwerster Schicksalsstunden noch immer gegenüber und allenthalben wachsen täglich bei uns im Hinterlande bedrückende Geschicke mannigsacher Art. Wenn sich nun da» KriegSsürsorgeamt des k. u. k. Kriegsministeriums, Zweigstelle sür das Herzogtum Steiermark in Graz, neuerlich an daS liebe Heimat» land wendet, um im Zeichen deS GeburtssesteS un-seres schaffenssrohen, jungen Kaisers zu Opfertaten aufzurufen, so will es dadurch zunächst vom macht» losen Zuschauen zum heilenden Schassen, vom ver-nichtendcn ZerstörungSwerke zur ausbauenden Zu-kuvft hluüderletten helfen — eine Arbeit, die ganz nach dem edlen Herzen unseres hochsinnigen Herr-scherS, aber auch nach dem innigen Bdüifnisse un« sereS hart heimgesuchten Vaterlandes ist. Den Zwecken deS KriegSsürsorgcamteS jür Steiermark, serner den Witwen. Waisen und Invaliden deS stcir'schcn Lan-desS soll all das zugute kommen, was warm emp-Nnidende, vereinte Menschen- und Vaterlandsliebe ann heurigen Geburtstage des jungen Trägers der alttehrwürdigen Krone der Habsburger zusammen-stemert. Unser steirischeS Heimatland hat fürwahr in dieser Kriegszeit eine Gebesreudigkeit au den Tag gel.egt, die ohnegleichen ist, und es wird daher auch zur Kaiser-Geburtstagsfeier 1917 nicht zurückbleiben wollen und wird in einer Welt, die angejüllt ist mit Bildern voll Blut und Schrecken, all das schwere Leid in edler Hilfsbereitschaft und liebevoller Güte zu überwinden krachten. So rufen wir denn alle die getreuen Steirer und gemütreichen Steirerinnen auf, aus ihren besten Kräften an der allgemeinen Sammlung am 17. Au-guft 1917 werktätig teilzunehmen, damit sich auch Die Kreuzhof-Woni. Erzählung aus der Gegenwan von A. Hinze. Windum braust lehnt sich der Kreuz hos an die steile Höhe, von der fichs weit schauen läßt ins schöne Tiroler Land. Die Moni, des Bauern einzig Kind, stand vor der eichernen Haustür, trotzig und herb, wie sie mal war, aber bildsauber, die braune Hand über die Augen, sah sie hinüber in» Italienische . . . Und um sie her war ein Schüttern und Rollen und Knattern, als tobten unsichtbar surchtbare Wet-ter. Aus allen Bergen ringsum kam es schwer und dumps und schaurig, daS war der Widerhall der neuen Schlacht fern auf der Hochfläche der Sieben Gemeinden! Von Asiago bis zum Suganatal tobte dort Tag und Rocht der Kampf. Die vom Kreuzhof sind nachgerade gewöhnt an den tobenden Widerhall. Und gar oft hat die Moni hier gestanden und ins Italienische geschaut... in heißer Herzensnot um den einen, den sie mit aller Leidenschast lieble und» der mit dort kämpfte. Eine heimliche Liebe wars, abe'r es wußten ja doch alle darum, auch der Kreuz-hoflbauer selbst. Manch heißen Streit hatte sie darob mit dem Vater gehabt, der nicht wollte, daß sein einzig Kind sei» Herz an den Burschen hing, denn der Zenzi war ein böswildes Blut. Bon allen ge-mietden. nannten sie ihn im Dorf den „Wälschen", weil! seine Mutter aus Welschland gebürtig, und diese Veranstaltung heimatlicher Fürforgebestrebung ebenbürtig den glanzvollen Aeußerungen der stein-scheu Volksseele aus früheren Kriegsjahren anreihe. Graz, im Juli 1917. Kriegssmsorgeamt des f. u. f. KriegSministeriumS, Zweigstelle für Steiermark. Der Ausschuß der Landeshauptstadt Graz. Die Bürgermeister der Städte, Märkte und Ort-schasten Steiermarks. Die Deutschen i» Delter-reich. Der österreichische Reichsrat geht in die Ferien, ohne daß in der Frage der Reform der Versassung. deS inneren Wiederaufbaues, irgend ein Schritt nach vorwärts geschehen wäre, da die Tschechen auch nur die Vornahme von Vorarbeiten obstruiert haben. Die deutschen Parteien sind demgegenüber machtlos, allein eS liegt nicht außerhalb ihres Machtbereiches, wenig-stenS für sich die Folgerungen aus den Ersahrungen im Weltkriege zu ziehen und eine Reihe von An-zeichen deuten daraus hin, daß, wenn auch spät, die deutschen politischen Parteien sich zu jnier organischen Einheit zusammenfügen, die von den Deutschen ohne Unterschied der Partei im Felde bereits längst ge-Wonnen worden ist. DaS erfreulichste Ereignis in dieser Hinsicht war daS Auftreten der Mitglieder deS deutschen Adels im Herrenhaus?, wo Graf Thun, Oswald und Fürst Anersperg unter dem Beifalle ihrer engeren Freunde sich rückhaltlos auf den Boden der allgemeinen völ-kischen Interessen des Deutschtums in Oesterreich stellten. Die Schranken, die den versassungstreuen Hochadel Oesterreichs so lange von den deutschen Volksparteien oder besser gesagt von dem deutschen Volke in Oesterreich trennten — nicht ohne die Schuld der Volksparteien — sind gefallen und in einer ge« meinfamen Vertreterversammlung der deutschböhmi- war er vom Vater her auch Tiroler, so verriet doch da» schmale, gelblich blasse Gesicht, verrieten diesun» kelnden Glutaugen und daS schwarze Haar den Süd« länder. Und wie ein solcher tat er sein und verstand sich auf daS Scharmieren; den Madeln ward das Mieder zu eng, wenn er sie mit feinen dunklen Lich-tern anblitzte. Lieben aber, lieben, so schwor er, tat er eine nur: die bildsaubere Moni vom Kreuzhos. Als das Vaterland rief, da war es der Zenzi, der krck und verwegen wie keiner, gefolgt war; die Waffe hatte ihm ja stelS locker gesessen, und mit dem Mund war er immer ein Held gewesen. Von den Madeln hatte aber keine um den Liebsten so weh und unbändig gebangt wie die Moni. In die große Stube des KreuzhoseS hatte die Sonne Abschiedsstrahlen gesandt. Hell im Licht hingen dort an der Wand die Bilder der alten Tiroler Helden: Hoser, Haspinger, Speckbacher. Inmitten des Zimmers aber stand im Kriegsrock ein junger, ernster Mann. Vor ihm, die Hand aus seiner Schul-ter, der Kreuzhosbauer. Wohlgefällig, wie ein Vater, sah der knorrige Tiroler aus den Abschiednehmenden und sah die Flammen von Zorn und Weh in den hellen, ehrlichen Mannesaugen. .Ihr wollt a ganzes Herz, Selldörser, und darum konnt i dos Madel nit zwingen —" «Red Euch net ab, Kreuzhosbauer, i weiß, Ihr seid mir wohlgesinnt —" „Jscht schon recht. Und i Hans so im Gsühl: Ichen Mitglieder des Herrenhauses und des Abgeord-netenhauseS konnte Fürst Fürstenberg drei Leitpunkie aller Teilnehmer als gemeinsames nationalpolitischeS Bekenntnis bekanntgeben: „Die tiesgewurzelte An-hänglichkeit zur heimatlichen Scholle, die plühende Liebe zum deutschen Volke und deutsche? Art und der unausrottbare, selsenfeste Wille, dem deutsch-österreichischen Stamme diejenige Geltung und olle Lebensbedingungen zu erkämpfen und dann aber auch zu erhalten, die die Deutschen, welche in blutiger Schlacht, aber auch mit Aufopferung daheim begeistert ihre vaterländische Pflicht getan haben, zu verlangen wahilich vor Gott und der Welt berechtigt sind " — Gleichzeitig verlautet, daß ein ähnlicher Zusammen-schluß des Adels und der bürgerlichen Parteien in den Alpenländnn am Werke ist und wenn es «ußen-stehende a«ch xoch so seltsam anmuten muß, dag die Deutschen c* sich in zwei Gruppen teilen, in eine sudetenländische und eine alpenländische, so hat man doch ein Recht, diese Organisation, in der der Deut-sche in Oesterreich schlechtweg immer noch nicht zu Worte kommt, lediglich als ein DurchgangSstadium auszusassen, in dem sich alle Deutschen in ven Su-detenländcrn einerseits und in den Alpenländern anderseits aus Grund ihrer besonderen gemeinsamen Interessen zusammengefunden haben, >:m dann zu der das gesamte Deutschtum in Oesterreich zusam-mensassenden höheren Einheit vereint zu werden. — Wenn die Deutschen in Oesterreich ei als die wich-tigste in diesem Kriege gewonnene Erkenntnis te-trachten, daß die Kräfte deS Staates straffer als bisher zusammengesaßt werden sollen, so gilt diese Notwendigkeit ebenso für die politische Organisation des deutschen Volkes in Oesterreich, das die An-sprüche, die eS auf Grund seiner Leistungen in die» sem Kriege und auf Grund der ungeheuren Opfer, die es für die Erhaltung und die Erweiterung der Machtstellung des Staates in diesem Kriege gebracht hat, stellen muß und durchzusetzen vermag, wenn?S sie als eiserne Einheit zur Geltung bringt. Die G:» bole der Dankbarkeit pflegen im politischen Leben nicht zu gelten und auch die ruhmvollsten Taten und blutigsten Opfer bilden nur dann einen wirksamen RechtStitel, wenn sich ihm die Macht und Fähigkeit Der Krieg bringt d° Lösung — zwischen Euch und den „Katzelmacher" und der Moni . . . Und nun: Bhüt Euch Gott, Selldörser!" Und die Zeit war gewandert mit dem Wind. Der Kreuzhosbauer hatte schon recht behalten, wenn auch nicht ganz. Wandel wohl hatte der Krieg auch in dieser Sache gebracht — die Lösung aber damit nicht. Im Gegenteil. Die Gewitterwolken, die so lange den Lebenshimmel des leidenschastlichen Berg« kindeS umdüstert, drängten ossenbar zur Entladung. Der Selldörser war nämlich heimgekehrt aus Urlaub! Heil und gesund, ein kampserprobter Mann, mit dem Heldenzeichen «us der Brust. Und der Kreuz-hofbauer strahlte, al» sei ihm ein eigener Sohn zu-rückgekehrt, und tischte auf. waS der Keller hatte, und die Augen deS Kriegers, diese enzianblauen Augen, in denen unendliches Erleben stand, waren der Moni gefolgt — gefolgt in nimmer endender Liebe . . . Das hatte sie vor das HauS getrieben. In dem dunklen Dränge, dem irren kindlichen Glauben, dort aus der Ferne, woher der Schlachtlärm brüllte, daß eS aus den Bergen widerhallte, dorther werde und müsse ihr Hilfe kommen. Zu Ende war des Vaters Nachgeben ! Hart und rauh wie nie hatte er sie heute angefahren und feine Siede war ein eiserner Befehl: „Nu ifchtS gnug mit dem Nachjammern um den Wälschen! Amal und no amal Hot der Katzel-macher gschrieben — lauter sündgeS Zeug, ausrithr-sche Wort und versteckte Reden! Und nachher ischtS aus gwesen. nischt hat er mehr von sich hören lassen Seite 2 KtenWe Kummer b8 verbindet, ihn zur Geltung zu bringen. Der organi-sche Zusammenschluß der Bürgerlichen und der Ade-ligen in den Sudeten- und Alpenländern sind er« freuliche Ereignisse, die jedoch nur dann die erwar-> tete Frucht zeitigen werden, wenn sie den organischen Zusammenschluß aller Deutschen in Oesterreich vor-bereiten, damit aus den Deutschen in Tirol, in Kchle-sie«, in Böhmen und in Steiermark sich der Deutsche in Oesterreich entwickle, ker über alle partikularen und Parteiinteressen hinweg vor allem sich als Deutscher fühlt und als solcher lebt und wirkt. -Der Weltkrieg. DerKrieg gegen Rußland und Rumänien« Der Bericht des österreichischen G e n e r a l st a b e s. Amtlich wird «verlautbart: 18. Juli. Südlich von Kalusz erweiterten kroa-tische Heeresgruppen und bayrische Bataillone im Angriffe ihren vorgestern erkämpften Erfolg durch Einnahme einer Höhe bei Nowica. Oestlich von Ka-luSz wurde die Säuberung des linken Lomnicausers abgeschlossen. 19. April. Südlich von Kalusz versuchten die Russen nach Einsatz starker Kräfte, die ihnen ent-rissenen Höhen zurückzugewinnen. Ihre Anstrengun-gen scheiterten unter schweren Feinbverlusten. Nord-lich des Dnjestr bis gegen Brody lösten erfolgreiche Stoßiruppcnunlernehmuiigen lebhaftes Geschützfeuer aus, daS sich namentlich heute früh in einzelnen Abschnitten zu beträchtlcher Heftigkeit steigerte. Auch in Wolhynien traten österreichisch-ungarische und deutsche Stoßtruppen mit günstigem Ergebnis in Tätigkeit. 20. Juli. Herausgefordert durch die von den Westmächien und Amerika gegen den Willen des russischen VolkeS erzwungene feindliche Offensive, schritten gestern früh die Verbündeten in Ostgalizieu zum Gegenangriff. Um 5 Uhr 30 Minuten früh traten zwischen dem Ranme von Zloczow und dem Sereth die deutschen und österreichisch-ungarischen Batterien zu gewaltiger Wirkung in Tätigkeit. In den Vormittagsstunden folgte der Sturmangriff der von k. u. k. Abteilungen begleiteten Infanterie. Die siegreichen Angreifer stießen durch drei stark ausge-baute Linien. Die Russen wiche.» in voller Auf-löfung. zahlreiche Tote und Schwerverwundete aus dem Schlachtfelde zurücklassend. An Gefangenen waren bis gestern abends einige Tausend gemeldet. In den anderen Abschnitten der galizischen Front kam eS zu einer Reihe kleiner für die verbündeten Waffen erfolgreicher Kampfhandlungen. Bei Nowica südlich von KaluSz erstickten russische Angriffe im Artillerieseuer der Verteidiger. In den Karpathen und alle Nachfrage Hot nischt gnützt; wie vom Erd-boden verschwunden ischt er —" „Halt ein, Vater!" hatte da die Moni geschrien. „I kann» nit hören! Bleibt der Zenzi verschwunden, dann deckt ihn irgend»» die Erd oder er schmachtet in Gefangenschaft." „Mag er I Der Bursch ischt koan Schuß Pul-ver wert und dabei bleib i l Und nu ischts gnug! Drinnen sitzt der Selldörser, ein Mann, an dem der Herrgott selber sei Freud hat. Und dös goldne Heiz gehört Dir, Du töricht« Madel, — greis zu — bei meinem Zorn befehlS i! Und noch-her schau zu, doS Du Dirs verdienst, dös goldne Glück.- Herr des Himmels, Hilfe vor des BaterS Macht-spruch und der eigenen Herzensnot! Trotzig und herb, wies mal ihre Art, vermag die Moni nur zu lieben oder zu hassen. Und weil ihre Liebe dem Zenzi gehört, bleibt für den Selldörser ihr Haß. Ja, wär der Zenzi nie in ihr Leben getreten, dann vielleicht . . . Aber so? Nicht Trennung, noch Tod wird ihr diese Liebe aus dem Herzen reißen. Das müßt schon ganz was eigenes sein, etwas, das über die Begriffe ging, wenn« möglich wär. Mit brennenden Augen schaute die Moni ins Land . . . Schon verschleierten Abendnebel die Ferne. Die Sonne war hinter den Bergen versunken. Die rot violetten Tinten am Horizont erloschen facht. Ueber die hochgradigen Felsschrofsen begannen Schatten zu lagern und ein schwüler Wind zauste die blühenden Nelkenbüsche, die über die rcichgefchnitzte Galerie des Kreuzhofes herabhingen. Tiefer und tiefer senkten sich die Schatten auf erhob sich da» feindliche Geschützfeucr stellenweise über das gewöhnliche Maß. Die Berichte der Deutschen Ober st en Heeresleitung. 18. Juli. Front des GeneralfeldmarfchallS Prinzen Leopold von Bayern. Erhöhte Gefecht»-tätigkeit herrschte bei Riga und südlich von Düna-bürg und Smorgon. In Oftgalizien war das Feuer bei Brzezany. Im Karpathenvorlande nahmen in gemeinsamem Angriffe bayrische und kroatische Trup-pen die von den Russen zähe verteidigten Höhen östlich der Novica uud wiesen in den erreichten Stellungen rnssijche Gegenangriffe ab'. Auch an an-deren Stellen der Lomnicalinie wurden die Russen in örtlichen Kämpfen zurückgedrängt. An der Front des Generalobersten Erzherzog Josef und bei der Heeresgruppe des Keneralseldmarfchalls von Macken-sen ein allmähliches Ausleben der Feuertätigkeil be» sonders zu beiden Seiten des Susitales und läng» der Puina und Sereth bemerkbar. 19. Juli. Front des GeneralfeldmarschallS Prinzen Leopold von Bayern. Die schon seit Ta» gen regere Feuertätigkeit südlich von Dünaburg und Smorgon hielt auch gestern an. Nordwestlich von Luek und an der ostgalizischen Front brachten Sioß« truppsunternehmungen, die auch eine Zunahme des FeuerS zur Folge hatten, zahlreich* Gefangene ein. «üblich des Dnjstr griffen die Russen die südlich von «alusz von unS zurückgewonnenen Höhenstel-lungen mit starken Kräften an. Sie sind überall unter schweren Verlusten zurückgeworfen worden. 20. Juli. Front deS Generalfeldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern. Am l. Juli hat'e die russische Regierung in Oftgalizien einen Teil des russischen HeereS zur Offensive geführt, die nach spärlichen Anfangserfolgen infolge ungeheurer Ver-(iistc bald ins Stocken kam. Der russische Soldat, dessen Wunsch nach Frieden an fast allen Stellen unserer Front in Annäherungsversuchen Ausdruck fand, war wieder umsonst für die Entente geopfert worden. In Erwiderung des Angriffes oer Russen haben unsere Truppen gestern einen Gegenangriff begonnen. Unter persönlicher Leitung des prinzlichen Oberbefehlshaber« brachen deutsche Armeekorps nach wirkungsvoller Feuervorbereitung durch deutsche und österreichisch-ungarische Artillerie gegen die russischen Stellunge» zwischen Sereth und Zlota Lipa vor und stießen über drei starke BerteidigungSzonen durch. Der Feind hatte schwere, blutige Verluste und wich in Auflösung zurück. Gestern nachmittags waren einige tausend Gefangene gemeldet. Bei Ja-kobstadt, Dünaburg und Smorgon sowie längs des Stochod und von der Zlota Lipa bis südlich des Dnjeftr nahm die Feuertätigkeit teilweise erheblich lich zu. Eigene Vorstöße und gewaltsame Erkun» düngen führten mebrfach zu schönen Teilerfolgen. Bei Nowica sind neue starke russische Angriffe ver-lustreich abgeschlagen. Höhen und Tälern, aber der Abendfrieden, der wie eine GotteSgnade über den Tiroler Bergen lag, ward gestört durch da« ununterbrochene fernher rollende Schüttern und Knattern, das mit dem Abenddüster wuchs zu wilddröhnendem Aufruhr. Doch daS Ohr des Bergkindes kennt sich aus; kein Hall entgeht ihm, dem die GebirgSwetter einst daS Wiegenlied gefun-gen . . . Die Moni war jäh ausgeschreckt und lauschte gespannt . . . Aus dem schmalen Pfad zur Linken, der über den wildzerrissenen Kamm der steilen Grenzberge führt, kam eS heran . . . näher, immer näher . . . Seltsam schleichend klangs, man spürte fast das Lauern im Herankommen . . . War es eine Garns oder eine verstiegene Kalbn? War es ein Menschenschritt? Plötzlich stockte der Moni der Atem . . . Ihre Augen durchirrten die Dämmerung . . . Und nun wurde sie schneeweiß im Gesicht und das Herz schlug ihr wie unsinnig. Aus dem Abenddunkel löste sich eine Gestalt. Die Moni flog an allen Gliedern. Rote Funken tanz-ten ihr vor den Augen. Sie wollte rusen — einen Namen — doch kein Wort kam über die bebenden Lippen . . . Jetzt hatte auch der Ankömmling sie entdeckt. Doch auch aus seinen Lippen erstarb der Rus, der über sie wollte . . . Und der eben noch geschlichen, wie auf Katzen-sohlen, stürzte plötzlich wie ein wildes Tier vor dem Mädchen nieder — „Dich schickt die Vorsehung mir", raunte er heiser, „denn Du bists ja, die Moni!' Front deS Generalobersten Erzherzog Josef. In den Nordkarpathen stärkeres Feuer als in letzter Zeit. Auch in den Bergen östlich de» Becken« von Kezdi-Vasarhely hat sich die Gefechtstätigkeit merklich gesteigert. Der Krieg gegen Italien. Amtlich wird Verlautbart: 20. Juli. Am Jfonzo beiderseits erhöhte Ar-tillerietätigkeit. Der Ehes des GeneralstabeS. Gegen Frankreich und England. Berichte des Großen Hauptquartier«. 20. Juli. Heeresgruppe des Kronprinzen Rupprecht. In Flandern erreichte nach regnerischem Vormittag, der vorübergehend ein Nachlassen der Kampstätigkeit zur Folge hatte, die Artilleneschlacht von mittags an wieder äußerste Heftigkeit. Feindliche Vorstöße bei Lombartzyde und östlich von MesfineS scheiterten. Heeresgruppe des deutschen Kronprinzen. Nord-westlich von Craonne nahmen märkische und Garde-truppen nach kurzer, starker Feuerwirkung Teile der französischen Stellung aus dem Winterderg. Der Feind leistete erbitterten Widerstand und hatte sehr schwere Verluste. Ueber 375 Mann siud gefangen, zahlreiche Grabenwaffen al« Beute eingebracht. Heeresgruppe de? GeneralfeldmarschallS Herzog Albrecht von Württemberg. Bei dieser Heeresgruppe günstig verlaufene Vorfeldg:fechte. Am südlichen Balkan. Bulgarischer amtlicher Bericht. 18. Juli. Mazedonische Front. Schwaches Feuer entlang der ganzen Front. Nur aus der Dobropolje lebhaftes Artilleriefeuer. In der Moglenagegend wurde eine feindliche Aufklärungsabteilung bei Nonte verjagt. An der unteren Struma Scharmützel jwi« fchen Patrouillenposten. Rumänische Front. Bei Mahmudia spärliches Artillerie- und Gewehrfeuer, bei Tulcea Gewehrfeuer, bei Parkesch und aus der Bujakhöhe vereinzelte Ka-nonenschüsse. Türkischer Kriegsbericht. Wütteilungen des türkischen Haupt-quartier«: 13. Juli. In Persien, sechzig Kilometer östlich der Grenze (östlich Suleimanie), griff eines unserer GrenzdetachementS die an Zahl überlegenen Russen am Garronpasse an und wars sie aus Leone zurück. Der Feind verlor 70 Tote, 2 Maschinengewehre und eine Menge Waffen. Kaukasusfront. Am rechten Flügelabschnitl fchei-terte der Angriff einer feindlichen Kompanie gegen unsere Patrouillen unter großen Verlusten für den Feind. Ebenso mißlang der Angriff eine« feindlichen Die stand wie erstarrt. Mit Augen, die wie entgeistert blickten, sah sie auf den Mann zu ihren Füßen. Dann wich sie langsam vor ihm zurück. Doch daS war nicht nach seinem Sinn. Seine Finger umspannten ihre Handwurzeln und hielten sie sest mit eisernem Druck: .Fürchtest Dich wohl vor mir — wie?' Er schlug eine rauhe Lache an. .Schau freilich ein bisset anders aus, als der schöne Zenz» von einst! Das kommt vom Schuften I Hab« auch satt und drum eben hab ich mich fortgemacht —" Es kroch ihr kalt durch die Adern: „WaS redst Du da? Ich versteh Dich nit . . ." stammelte sie. .Tut nichts! Aber helfen wirst Du dem Herz-allerliebsten —" „Helfen? Wozu?' — „Zunächst gib Speise und Trank l Ich bin dem Verhungern nah. Seit drei Tagen und drei Nächten halt i mi verborgen ... Sie haben mir goldne Berge versprochen, die andern . . . Geld, vi l Geld, und zum Leutnant wolltn sie mich mache,-, wenn i käm — „Jetzt kam Leben in die Moni. Was an Trotz und was an Herbheit in ihr war — in diesem Augenblicke rang es sich aus über die Enttäuschung ihres Lebens, rang sich au» zu heilsamen Äillen: „Die andern? Wer sind sie?' Da schlug daS welsche Blut in dem Ze ^i hoch: „Wer sie sind? Meines Blutes und vo »leiner Art, in die Du verliebt bist — Du! Hab mich immer zu ihnen gezählt und bin nur deui uß ge-solgt, das mich in die Reihen der Tiroler . f —" „Nun begreif i', sagte sie langsam und schwe? Nummer 58 Bataillon? gegen einen unserer Züge, nachdem dieser Zug durch 2 Kompanien verstärk! worden war. Sinaisront. Artillnieseuer bei Ghaza. Artillerie-tätigtest auf den übrigen Teilen der Front. In Adana wurde die Schule von französischen Wasserflugzeugen mit Bomben beworfen; zwei Lehrer, elf Kinder und sieben andere Zivilpersonen wurden verwundet. Vier von den Verwundeten sind gestorben. Der Krieg in den Lüften. Amtlich wird verlautbart: 14. Juli. 21 feindliche Flieger und ein Fesselballon wurde,« gestern in Luftkämpfen und durch Abwehrfeuer zum Abstürze gebracht. Der verschärfte U-Bootkrieg. Neue U Boot Erfolge. Meldungen dcS Wolfs.Büros: 16. Juli. Nachträglich ist festgestellt worden, daß ein Dampfer, der in den unier dem 8. Juni bekanntgegebenen U Bvoterfolgen enthalten war, laut Ladeliste unter anderem 67 verpackte Flugzeuge und Flugzeugmotore von Amerika für Frankreich geladen hatte 15. Juli. Im nördlichen Sperrgebiete habne unsere U Boote neuerdings 24.000 Bruttoregister« tonnen versenkt. 20. Juli. In BiScaya und im Atlantischen Ozean 21.000 Roumlonnen. Der Chef des GeneralstabeS der Marine. Die Vorgänge in Rußland. Neuerliche Straßentämpse in Peters-bürg. 19. Juli. Reuter meldet aus Petersburg: Auf dem Ncwsci Prospekl erschienen wie in den Tagen des Umsturzes bewaffnete Soldaten mit Maschinen-gewehren und Panzerkraftwogen. Es entstand eine allgemeine Schießerei. Es wurden viele Frauen zu Boden getreten. Zum Schluss« kam eS zu einem regelrechten Feuer au» den Maschinengewehren der Amtos und zu einem Gew.'hrfeuer aus der Brücke vo,r der britische» Botschaft. Die Friedensbewegung. Am nähme derFrieden »forme! im Deut-scheu Reichstag. 19. Juli. Nach längerer Wechselnde hat der Reichstag die bekannte gemeinsame Entschließung des Zentrum», der Sozialdemokraten und der fortschritt-' lichen Volkspartei mit 214 gegen 116 Stimmen bei 17 Stimmenenthaliungen angenommen. und in ihren Augen war ein strenge», strahlendes Licht. „Du sollst Dich nit in mir gtäuscht han. Zenzi Gollsbacher--Dir soll werdn, wie Dus ver- dienst .Laß Dich küssen Moni, für Deine Liab und Gscheitheit —" »Laß das!" Mit einem Ruck hatte sie sich frei-gemacht und winkle ihm, ihr zu folgen. Aufrecht schritt sie ihm vorrauf in das Gehöft. .Hier hinein soll ich?* zauderte Zenzi Gell», bacher. Als er aber sah, daß die Diele dunkel gähnte, folgte er. Sie öffnete eine Tür. die in eine leere Kam. mer führte und hieß ihn eintreten: „Hier wart, i will» besorgen." Damit ging sie und er hörte, wie sie den Schlüssel umdrehte und abzog. In der großen Wohn-stube saßen der Kreuzhosbauer und der Gast bei-sammcn. Der kupferne Hingeleuchter brannte und warf sein schwebendes Licht auf die Bilder der alten Großen: Andrea» Hoser, Haspinger, Speckbachcr. Da ward die Türe aufgerissen und die Moni trat ein. Seltsam war sie anzuschauen, schier wie verwandelt, so daß der junge Krieger aufsprang und rief: „WaS ischts?" Sie hielt die Hände aus die wogende Brust gepreßt und in ihren Augen war noch da» strenge Licht. Groß und sest trat sie ans den Fragn zu: „Selldörser", sagte sie und ihre Stimme klang eherm wie Glockenton, „eS hat sich ein Deserteur und Uebesläuser hergewagt! Ich hab ihn in die Kleider» kammer gelockt und ihr sollt ihn zu Eurem Gefangenem machen." Deutsche Wacht Aus Stadt unh Tanö. Cillier Gemeinderat Freitag, den 20. Juli fand unter dem Borsitze deS Bürgermeister» Dr. Heinrich v. Jabornegg eine Sitzunz des Gemeinderates statt. Für den RechtSauSjchuß berichtete dessen Ob-mann Dr. August Schurbi über HeimatSrechlSange-legenheiten. Dem Steinmetzarbeiter Anton Tabor wurde das HeimatSrecht in der Stadt Cilli zuer-kannt. Das Ansuchen deS KürschnermeisterS Heinrich Nawratil um freiwillige Ausnahme in den Heimat»-verband der Stadt Cilli wurde im Wege der ge-Heimen Abstimmung abgelehnt. Ingenieur Willi Ratufch berichtete für den Bau-ausschuß über das Ansuchen der Frau Angela Vanic wegen Bauvcränderungen bezw. Errichtung eines PorlaleS am Hause RaihauSgasse 15. Dem Ansuchen wurde Fol^e gegeben und das bereits fertiggestellte Porial genehmigt. Als dringlich wurde auf die Ta-gesordnung gestellt das Ansuchen du» Bäckermeisters und Heuarendatois Josef Kürbifch wegen Errichtung eines Holzbaues als Lagerungsstätte für Heu. Nach einer längeren Wechselrede wurde beschlossen, den be-reitS stehenden Bau zu genehmigen, den Bauwerber jedoch zu verpflichten, nach drei Jahren das Objekt unbedingt abzureißen. In der weiteren Folge be> richtete der Bürgermeister über di.» geplante Errichtung eines Kaffeehaus-Pavillons im Stadiparke. Der Berichterstatter griff hiebe! auf die bereilS f.inerzeit in Aussicht genommene, jedoch durch den Krieg zu-rückgestcUte Herstellung eines solchen ObjekleS zurück und wies darauf hin, daß derzeit mit Rücksicht aus die Baufälligkeit de» bestehenden Musikpavillons diese Angelegenheit dringlich geworden sei. Der Bürger-meister erörterte die Art des Ausbaue« und den Zweck de» Objektes und erklärte, daß dieser Bau der Sladtgemeinde jetzt billiger wie je zu stehen kommen werde, da der Stadtgcmeinde derzeit genügend, hiezu geeignetes Holz zur Verfügung stche, anderseits bil-lige Arbeiiskräste zur Verfügung gestillt werden würden. Nach einer lebhaften Wechselrede wurde schließlich über Antrag des Prof. Eichler grundsätz-lich die Geneigtheit des Gemeindeausschufses zur Er-richtung eineS Kaffechaus Pavillons im Stadtparke ausgesprochen und die weitere Entscheidung darüber zufolge eines Antrages des Ingenieur Rakusch einem Ausschüsse zu überlassen. In diesen Ausschuß wurden die Herren Oll« E.chler, Franz Karbeutz, Otmar Prajchak, Jng. Willi Rakusch und Fritz Rasch ge-wählt. G.'R. Wilhelm Klementschitsch berichtete über die Verlängerung des mit der Brauerei Puntigam geschlossenen Pachtvertrages betreffend den EiSteich aus den Baron Bruck'schcn Gründen. Nach Erör-t-rung der Sachloge wurde über Antrag des Bericht-erstatters beschlossen, den Pachtvertrag ab 1. April 1917 aus die Dauer vo.« 8 Jahren zu verlängern. Gleich darauf war der Kreuzhof der Schau» platz einer aufregenden Szene. Umzingelt von dem Kreuzhosbauer und dem Gesinde sträubte sich der Wäliche wie toll, als Selldörser ihm unter vorge-hoUenem Bajonett die Waffe abnahm und ihn ses-selte. — In der Stube aber lehnte die Moni Groß und weit blickten ihre Augen . . . Was sie in dieser Stunde in sich begrub — sie weiß eS mit einem Mal — wird feine Auferstehung feiern in einem Glück, daß sie sich verdienen will . . . Kriegertod. Da» Treffen vorüber, der Feind ist verjagt. Manch' wack'rer Soldat wird vermißt und beklagt Im Lager von seinen Genossen. Ein sterbender Jäger liegt einsa im Wald. Im quellenden Blut flieht fein Leben so bald, Die Brust von zwei Kugeln durchschossen. De» Sterbenden Auge geht noch einmal auf. Ein glänzende» Sternlein kommt langsam herauf, Dran hafien die brechenden Blicke. Zum letzten Mal denkt er der Seinen so traut, Wie einst wohl dies Sternlein sie alle geschaut Bereinigt in friedlichem Glücke. — Sein Weib, in den Armen da« blühende Kind, In dämmriger Stube. E» sorgt sich und sinnt. Sin Sternlein fchaut mild aus die Leiden. — Da» Kind schmiegt sich still an lieb Mütterchen» Brust, Als wär sich» der Grüße deS BaterS bewußt, Als fühl eS daS bittere Scheiden. A. vom Wachberg. Ente 3 Ueber Antrag deS G.°R. Fritz Rasch, der für den GewerbeauSschuß berichtete, wurde das Ansuchen der Frau Josefine Pann um Verleihung eineS Stand-Platzes am Kirchplatze für einen Krämerstand aus prinzipiellen Gründen abgelehnt. Weiters berichtete GR. Fritz Rasch sür den ThealerauSschuß über die Frage der abermaligen Ueberlassung des Theater» an Direktor Röche für die kommende Winterspielzeit. Ueber Antrag deS Bergoberkommissär» Bauer wurde beschlossen, dem Direktor Röche in gleicher Weise wie im Borjahre das Theater sür Lustspiele zu überlassen. Nach einem eingehenden Berichte des Bürger-Meisters öber de.i Heldenfriedhos wurde über An:e-gung deS Militärkommandos beschlossen, diesen Fried-hos der Heeresverwaltung grundbücherlich unter de? Bedingung zu überlassen, daß die bisherigen Her-stellunqskosten ersetzt werden. Ueber Antrag de» G.-R. Frznz Karbeutz wurde der Frau Rosa Aisttich die Abstaitung der Begräbniskosten in 10 Kronenra!en bewillig». Der öffentlichen Sitzung folgte eine vertrauliche. Kriegsauszeichnungen. Der Kaiser hat verliehen das Miliiärverdiensttrei'z 3. Klasse mit der KriegSdekoralion und den Schwertern dem Ober-leulnant Benno F a n n i n g e r Edlen von Amalien-heim (17) und das Goldene Verdienstkreuz mit der Krone am Bande der Tapserkeiismedaille dem Oberleutnant i. d. Res. Dr. Albert Riha (FHR. 28). — Für vorzügl che Dienstleistungen vor dem Feinde wurden ausgezeichnet Herr Eugen Walzer mil dem Eisernen Verdienstkreuze mit der Krone am Bande der Tapserkeiismedaille und Herr Bikivr Fasching mit dem Eisernen Verdienstkreuze am Bande der Tapserkeiismedaille. Silberne Hochzeit. Am 16. d. feierte hier Herr Prof. Olto Eichler mit feiner Gemahlin Frau Josefine Eichler, geb. USzler im engsten Kreise sei-ner Angehörigen die silberne Hochzeit. Evangelische Gemeinde. Morgen Sonn-tag findet in der EHristuSkirche um 10 Uhr vormii. tagS ein öffentlicher Gottesdienst statt. Lautenliederabend Frau Baronin Elsa Laura von Wolzogen. Wie bereit« vor einer Woche in diesem Blatte mitgeteilt wurde, findet am 3. August im hiesigen Sladtlheatcr ein Liederabend dieser ganz hervorragenden Lautensängerin statt. Ein Grazer Blatt schrieb über Frau von Wol-zogen gelegentlich ihre» Grazer LiederabendeS im Februar dieses Jahres unter anderem: „Als küni't-lerische Persönlichkeit genommen, überragt Frau von Wolzogen zweifellos alle ihre Rivale» und man wird ihr unbedenklich den Ehrenplatz unter den Lauten-sängern anweisen können. Wie unbedeutend nimmt sich neben ihr beispielsweise der vielgepriesene Robert Kothe aus, der sich weder an stimmlichen Oualüäten unv deren technischen Durchbildung noch an Kraft des BortrageS und Reichhaltigkeit des Programmes mit der Wolzogen messen kann. Sie besitzt den echten, schalkhasten Humor, sie trifft den ungezierten, echt volkstümlichen Ton und bring/ auch sür die tief-ernsten Balladenstimmungen ergreifenden AuSdrnck mit." — In unserem kunstsinnigen, lieben Sann-städtchen, wo in den letzten Jahren Lautenlpie! und Lautensang auch heimisch geworden, wird der Künst-lerin sicher auch ein herzlicher Empfang zuteil wer-den. Karten bei Herrn Dr. Fritz Zangger, Bahn-Hosgasse 1, 1. Stock. H. W. Städtische Lichtspielbühne. Die Spiel, ordnung sür die kommende Woche ist folgende: Montag, den 23. und DienStag. de» 24. d.: »Die Pelrol-umquelle", ein Filmschauspiel in 3 Akten und daS dreiaktige Lustspiel „FromholdS Erbschaft". — Donnerstag, den 26. und Freitag, den 27. d.: „Ter sonderbar« Fremde", ein Drama in 2 Akten und das Schlagerlustspiel „Halt, nicht küjsen!" Richtpreise für Frühkartoffeln Dfe ZenlralpreisprüfungSkomm'sfion hat mit GiltigkeitS-dauer am 16. Juli 1917 den Erzeuger-Richtpreis für gesunde, angemeffen trockene, erd- und keimfreie Frühkartoffeln der österreichischen E.nte 1917 sest-gesetzt und zwar sür Kipsler mit 60 &, die anderen Sorten mit 30 K für den Zentner. Mit obigem Tag tritt der am 13. Juni festgesetzte Richtpreis von 46 K außer Kraft. Ablieferung der Kupserzylinder der Badeöfen Nach der Verordnung des Ministerium» für Landesverteidigung vom 6. Dezember 1916 halten alle Besitzer oder Verwahrer von sür Hol -oder Kohlenfeuerung eingerichteten Badeöfen diese Oesen bis zum 15. Jänner 1917 bei der Gemeinde anzumelden und hiebei zu erklären, ob sie sich selbst sür die abzuliesernden Kupferzylinder Ersatz beschaffen wollen oder «b sie um die Beistellung des Er- Deutsche Macht Nummer 58 satzeS ansuchen. Im letzteren Falle hat die Ablieferung erst im Zusammenhange mit der amtSwegigen Erfatzbeistellung zu erfolgen, während die Kupfer-zylinoer, sür die sich die Besitzer selbst den Ersatz zu beschaffen erklärten, bis längstens 25». Februar 1917 entweder an die Metallzentrale A -G in Wien zu veräußern oder gegen Vergütung des nach dem Kriegsleistungsgesetze festgesetzten Preises von 5 K für 1 Kg. Kupfergewicht und der Transportkosten an die 1. f. Uebernahmskommission für Metalle und Legierungen in Graz abzuliefern waren. Ein großer Teil der Besitzer und Verwahrer von Badeöfen hat nun, wie bekannt wurde, weder die vorgeschriebene Anzeige erstattet, noch die Veräußerung an die Me-tallzenirale A.-G. oder die Ablieferung an die Ueber-nahmskommission vollzogen. ES wird daher demnächst Veranlassung genommen werden, im Wege strenger Kontrollmaßnahmen festzustellen, wer feiner Anzeige-bezw. AblieserungsverpstichlANg nicht nachgekommen ist. Nach § 9 der oberwähnicn Ministenalverord-nung haben die Säumigen strenge Bestrafung zu ge-wattigen. Es liegt demnach im eigenste» Interesse eineS jeden, der die Ablieferung noch nicht vollzogen hat, den kupfernen Badkofenzylinder noch vor dem Einsetzen der Konirolltätigkcil, also rafchestens an die früher erwähnte Uebernahmskommission abzusenden. Wenn auch die Beistellung ei eS Ersatzes von amts-wegen nicht mehr in Betracht gezogen werden kann, so wird doch Vorsorge getroffen werden, daß die Firmen, die die Erzeugung der Ersatzzylinder über-r.ommen haben, nach Möglichkeit das hiezu nötige Ersatzmaterial (Eisenblech usw.) zugewiesen erhalten. Soldatenbegräbnisse In den letzten Ta-gen wurden nachfolgende Soldaten, welche in den hiesigen Spitälern gestorben sind, am städtischen Heldensriedhose zur letzten Ruhe bestattet: am 15. Juli Landsturmardeiter MathäuS Gorian; am 1G. Juli Landstnrminfanterrst Anton Skrabal des JB. 39; am 2 l. Juli Infanterist Johann Pueko deS JR. 87, Landsturminsanterist Theodor Nikulczea deS IN. 22. Ein Musterbeispiel völkischer Klein-arbeit. Herr Dr. Karl Hosstätter, Advokat in Mureck und dessen Frau sammelten bei den Volks-genossen in Mureck und Umgebung in langer, mühe-voller Arbeit eine große Anzahl Korke und widme-te» den Erlös für dieselben im Betrage von 136 K der Ortsgruppe des Deutschen SchulvereineS in St. Peter a. O. In pietätvoller Erinnerung an seinen den Heldentod gestorbenen Jäger Hans Klein be-stimmte Dr. Hosstätter, daß aus oben genanntem Betrage ein Gründerbeitrag für den der Ortsgruppe Et. Peter a. O. angehörig gewesenen Krieger ge-zeichnet werde, während der Rest als Spende zu buchen sei. So hat Herr Dr. Hosstätter in völkischer Treue seinem braven Jäger durch die Gründerurkunde des Deutschen Schulvereines ein schönes Denkmal gesetzt, da» durch die Art und Weise, wie der Be« trag hiesür aufgebracht wurde, einen rührend schönen, persönlichen Charakter hat. Durch diese Korksamm-lung, die ein so prächtiges, geldliches Ergebnis er-zielte, wird neuerdings bewiesen, welchen Wert diese von vielen als nebensächlich erachtete Kleinarbeit hat. In der Labestation Steinbrück wur. den vom I.Jänner bis 30.Juli verteilt: 497 Por-tionen ganze Mittagessen, bestehend auS Suppe, Fleisch und Gemüse, 44 Portionen Suppe. 373 Portionen Nachtmahl, bestehend auS Gollasch, Beuschl oder sonstigen Kleinigkeit, 157 Wiirsten, 18 Por-tionen Mehlspeisen, 10 Portionen Braten, 38 Por-tionen Käse, 3652 Portionen Tee, 77 Portionen Kaffee, 12 Portionen Milch, 4469 Portionen Brote, 34 Kracherl, 4000 Stück Zigaretten. Vielen innigen Dank allen gütigen Spendern, die das Geben in diesem Maße «möglichen. gum südslawischen Staat. Die Eini-gungSverhandlungen der südslawischen Parteien der Alpen-, Karst- und Küstenländer einschließlich ftioa-ticns, Slawoniens und Bosniens werden eifrig fort-gesetzt. Die Bevölkerung Bosniens und der Herze-gowina hat sich sofort der Erklärung des Südsla-wenklubS vom 30. Mai angeschlossen. Alle weitere»! Verhandlungen werden von den zuständigen Partei-organisa tionen selbstständig und so geführt werden, daß auch das Vertrauen der Balkan-Südslawen sür die Wichtigkeit der gemeinsamen nationalen Ziele gefordert und gefestigt werden. In Kroatien ist der kleinere Teil der Parteien, vor allem die Unionistev, noch schwankend, doch zeigen sich maßgebende Leute auch dort grundsätzlich zum Anschluß an die Gesamt-heit geneigter. Von der Laibacher Staatsgewerbe-schule. Aus Laibach schreibt man der .Grazer Tagespost": Die hiesige slowenische Staatsgcwerbe-schule soll im kommenden Sch»»ljahre eine wesentliche Erweiterung erfahren. Es sollen zu Beginn deS neuen Schuljahres zwei neue Abteilungen eröffnet werden, und z»var eine höhere Bauschule und eine höhere Schule mechanisch-technischer Richtung. Der Unterricht an jeder dieser Abteilungen dauert »ier Jahre. Der Zweck dieser Abteilungen ist die Heran-bildung von Baumeistern. GeschästSleitern, Beamten und Leiter» von Baukanzleien, Maschinenfabriken und anderer industrieller Unternehmungen. DaS neue Schuljahr beginnt am 17. September. Die Laubheusammlung möglichst ausgie-big und nutzbringend zu gestalten, soivie den Samm-lern jegliche Förderung angedeilnn zu lassen, ist inS-besondere Ehrenpflicht deS großen Grundbesitzes und der StaatSsorstverwaltung. Sie müssen in dieser Hinsicht mit gutem Beispiel vorangehen und alle mehr oder weniger doch nur kleinlichen Bedenken in Anbetracht des großen Endzieles beileilt setzen. Es ist nicht >.ur in ihre Hand gegeben, den Ertrag »ve-sentlich zu steigern, sondern eS liegt anch bei ihnen, aus kleinere Besitzer anscuernd zu wirken und sie gegebenensalls z» unterstützen. ES wäre wahrlich traurig und beschämend und hieße ihn beleidigen, wollte man annehmen, daß der Großgrundbesitz zögern würde, diese Gelegenheit zu ergreisen, um seine VaierlandSIiebe praktisch zu betäligen. Ebenso-wenig braucht befürchtet zu werden, daß die staat-liche Forstverwaltung eitva fiskalische Einwände über das Gebot der Zeit setzen würde. Sie wird gewiß daS Ihre tun, um das Unternehmen tatkräsligst zu jördcrn. Beim Anstellen. Dieser Tage wurde einem armen Flüchtlingskinde, einem 12jährigen Mädchen, beim Anstellen vor einer Verkaussstelle ein Geld-betrag von 7—8 K gestohlen. Weinend lief das Mädchen in die Sicherheitswachstube und erzählte dort ihr Unglück. Unter herzzerdrechendem Schluchzen sagte sie, sie getraue sich »immer ihrer kranken Multer in die Nähe zu kommen. Das Mißgeschick der armen Kleinen erregte 'allgemeine Teilnahme. Ein Angestellter eines hiesigen deutschen GeldinstituleS. dem die Sache zu Herzen ging, meldete den Vorfall seinem Brolherrn und dieser rasch entschlossen, gab ihm 10 K sür die Kleine. Freudestrahlend ging das Mädchen — und stellte sich wieder an. Hoffentlich wird sie nun vorsichtiger fein. Ansuchen um Zuweisung von Heu und Stroh aus der Ernte 1917. Die Landes-futtermittelstelle für Steiermark, Abteilung für Heu und Stroh gibt neuerdings bekannt, daß Ansuchen um Zuweisung von Heu und Strvh auS der Ernte 1917 von den Verbrauchern nicht unmittelbar an die Landesfuttermittelstell? zu richten sind, sondern in jedem Falle an das Gemeindeamt (Stadiamt) jener Gemeinde (Stadt) in welcher sich der Sitz des Unternehmens bezw. des landwirtschaftlichen Betriebes befindet. Unmittelbar von den Verbrauchern an die Landesfuttermittelstelle gerichtete Ansuchen um Zu-»veisung von Heu oder Stroh haben keinen Erfolg, da diese Ansuchen nicht erledigt werden. Bei den Gemeindeämtern (Stadiämtern) liegen sür Zivilverbraucher Formulare auf, welche die Aufschrift ,,Zi» vil-BedarfSanmeldunge» für Heu" bezw. „Zivil-Be-darfsanmeldunaen für Stroh" tragen. Diese For-mulare sind von den Parteien auf der Vorderseite wahrheitsgemäß auszusüllen und zu uniersertigen und sodann dem Gemeindeamie (Stadtamte) bis längstens 1. August l I. zur weiteren Amishandlung wieder zu übergeben. Die Gemeindeämter (Stadlämier) wer-den sodann die weiteren Erhebungen betreffend die Richtigkeit der von tun Parteien gemachten Angaben pflegen und hat auch der Gememdeerntekommissär sein Gutachten über die Berechtigung der BedarsS-anmeldnnq abzugeben. Sowie dreS geschehen ist, werden die ZivilbedarsSanmelduugcn von den Ge-meinden (Sladiämtern) der LandeSfuttermitlelnelle für Sieiermork, Abteilung für Heu und Stroh in Eggenberg, Eggen bergeravee 26, unmittelbar ein-gesendet. Es wird noch bemerkt, daß die Zuweisung von Heu oder Siroh aus ter Ernte 1917 erst mit l. August l.J. ersolgt, daher eine Zuweisung srüher nicht stattfinden kann. Jene Gemeindeämter (Stadt-ämter) »vclche noch keine Formulare sür Zivilbedarfs-anmeldunqe» crlialten haben, werden eingeladen, ihren ungesähre» Bedarf an folchen Formularen der Lan-deSfutterniitii »eile bekannt zu geben Schließlich wird noch bemrrki, daß Ansuchen um Belassung der Heu-sechsung nii um Besreiung der LieserungSpflich» von Gemeinden d privaten Besitzern unstatthaft sind und solche I »suchen keiner Erledigung unterzogen werden. Di. Ministerialverordnnng vom 29. Mai 1917 b-)ü sdrücklich, daß die gesamte Ernte des Jahres 19l >n Heu und Stroh zu Gunsten deS Staates b- nahmt ist. In dieser Verordnung ist auch enthal daß die Besitzer von Haustieren von ihren Von> > ir von der polmschen Landes- behörde festgesetzten Ausmaße von Heu und Stroh verfüttern und Stroh zu Streuzwecken, sowie auch als Lagerstroh verwenden dürfen. 'Die k, k. steier-märkische Statthalter« hat nun «ls politische Landes-behörde mit Verordnung vom 2. Juni 1917 das AuSmaß dieser Mengen bestimm» und wird hieraus aufmerksam gemacht. Die über dieses Ausmaß vor-handenen Vorräte sind unter allen Umstäneen ab-zuliefern. Kleinverkauf von Baumwollwaren. DaS k. k. Handelsministerium hat für die Zeit vom 2. Juli bis 18. August 1917 zwei Prozent (nicht fünf wie in den Vormonaten) der Vorräte an ge-sperrten Baumwollwaren und Wäschesorten, gerechnet nach dem Stande vom 2. September 1916, für den Detailverkauf freigegeben. Ausgenommen sind jene Waren bezw. Wäschesorten, sür die ein Anbotzwang verfügt ist. Diese VerkausSermächligung ist an die Einhaltung der nachstehend angesührten Bedingungen geknüpft: I. An den einzelnen Verbraucher dürfen nicht mehr als 20 Meter Stoff bezw. ein halbes Dutzend Wäschestücke verkauft werden, 2. ES dürfen keine höheren Preise verlangt werden, als vor dem 31. August 1916 für die gleiche Ware bezw. Wä-schesorten erzielt wurde». 3. Ueber alle Verkäufe sind gesonderte Ausschreibungen zu sühren, in welchen den Kontrolloren des Handelsministeriums jeweils Ein-blick gewährt werden muß. Zwischen die Puffer geraten Vor eini-gen Tagen geriet der rn Cilli wohnhafte Kondukleur ÄloiS Hohensasier in der Station Schönstein zwi-schen zwei Puffer und erlitt so schwere Verletzungen, daß er soso« in das allgemeine Krankenhaus nach Cilli gebracht werden mußte, wo er mit dem Tode ringt. Einbrüche und Diebstähle ohne Ende. Die Einbrüche und Diebstähle in der hiesigen Ge gend mehren sich in ganz bedenklicher Weise. Sie sind sür die Bevölkerung um so gesährlicher und un-angenehmer, als sich die Diebflähle sast durchwegS auf Lebensmittel richten. Am 5, Juli wurden dem Besitzer Franz Terbov^ek in St.Leonhardt aus ver-fperrtem Haufe 800 K und Lebensmittel im Werte von mindestens 100 K durch bisher unbekannte Ti-ter gestohlen. Dem Besitzer Franz Murn in GaberSko wurden am 7. Juli 1200 K entwendet. In der Nacht zum 9. Juli stahlen unbekannte Diede dem Besitzer Jakob Cerovsek in Unter-Retschitsch auS der Säge einen großen und wertvollen Treibriemen, dem Besitzer Anton Ceou» in Jagodce aus versperrtem Dachboden Fleisch, Eier, Schuhe usw. im Werte von über 200 K. Außer diesen Killen ist rjech eine Reihe anderer Diebstähle und Einbrüche zur Anzeige ge-langt, durch die arme Leute mehr oder weniger zum Schaden gelangten. Kindesmorde. DieJnwohnerSiochler Mari., Schraml in Oberdorf unterhielt ein Liebesverhältnis, das nicht ohne Folgen blieb. Am 21. Juni gebar sie einen Knabe«, den sie gleich nach der Geburt tötete und am nächsten Tage am OrtSfriedhofe in Si. Veit durch den Sohn des Totengräbers Franz Kolar begraben ließ. Franz Kolar bemerkte auf der linken Gesichisseile des Kindes blaue Flecken, was ihm verdächtig schien und ihn »eranlaßte, die Anzeige zu erstatten. Maria Schraml wurde nun am 14. Juli verhaftet und dem Gerichte eingeliefert — Ebenso grausam handelte auch die BesttzerStochter Theresia JevSnik aus Kosteinik, die gleichfalls einen Knaben gleich nach der Gcburi tötete und den Leichnam im Weingarten ihres Vaters vergrub. Sie wurde auch dem Gerichte eingeliefert. Ertrunken Kürzlich ertrank der 9jährige Besitzerssohn Siefan Pauric aus Galiersdorf beim Bade» in der Drau. Der 15jihr!ge Michael Ster-nad eilte ihm zu Hilfe, konnte jedoch den Ertrin-kendeu nicht mehr reiten. Deutsche unterstützet eure Schutzvereine! Gewinnung von Lauböeu Infolge des anhaltenden Mangels an auSgie-bigen Niederschlägen wird die heurige Heuernte anch nicht annähernd den vorjährigen Ertrag erreiche». Umsomehr muß schon jetzt alles daran gesetzt w.rdea, Ersadsutterstosse in solchen Mengen auszubringen, daß unser Viehstand über die Zeit der größten Fat« terknappheit gebracht werden kann. Sache jedes einzelnen Tm tzi. rd es da-her sein, sich möglich' :l Laudh:» zu beschaffe». MM. ölätter zur Unterhaltung und Belehrung für HauS und Familie. Ps««lagsbeikage der „peulsche« Macht" t» killt. tV)., rn\ D>« „feübmavl" erscheint leben Sonntag als unrattieU(iche Beilage für bie Leser I , Jll* Z\) ter „Deutschen Wacht". — Einzeln ist »Die sad»arl" nicht käuflich. 1"! / 11 m wen von« Griginalroman von Karl Cd. Rlopfer. (Nachdruck verboten.) Hat er ein tiesereS Interesse sür mein künstlerisches Schauen gezeigt? Nichts weiß er, kann nichts wissen; ich trag' ja alles noch versperrt und verriegelt in mir. Frag' ihn, ob seine Gastfreundschaft standhielte, wenn ich sie allein in Anspruch nehmen wollte! Er hat nur zu gut gewußt, daß ich dich nicht von mir lasse.* .DaS kann wohl sein. Aber wie kommst du jetzt daraus?" Er stierte sie an. DaS schaltenhiste Lächeln aus ihrem Gesichte war ihm unerklärlich. .Ist daS noch Naivität oder hat dich der schuft schon bewrt?" „O, was ist das? — Vater rede! Dir ist elwaS begegnet.* Er biß die Zähne zusammen, daß seine Wan-gen hohl wnrdcn und kehrte ihr ten Rücken. Schnau» bend wie unter einer Last aus dem geduckten Nacken durchmaß er den Salon, die Fäuste aneinander-reibend. Ja, eS war ihm „etwas begegnet". Und eS mußle schließlich gesagt werden. Er wäre daran erstickt. Drüben, jenseilS deS Grünaucr Marktes, stand eine einsame Mühle, die einst ebenfalls zur Herr-schast gehört hatte. Bei der Müllersjran halte er auf ein Glas saure Milch eingesprochen, und da sie ihn sür einen Touristen aus weiter Ferne hielt, hatte er sich den Spaß gemacht, sie über die Schloß-bewohner auszufragen. Die Frau öffnet bereitwillig die Schleusen ihrer Redseligkeit, stolz darauf, mit ausgebreitetem Wissen dienen zu können. Sie komMl wegen der Brotlieserung oft mit dem Schloßpersonal zusammen. Da weiß sie von einem sonderbaren Kauz, den der Baron schon seit Wochen beherbergt, einem sogenannten Maler, der aber nur zum Fan-lenzen auf der Welt scheint, denn kein Mensch hat noch was von seinen Leistungen erblickt. Daß Herr von Schönhag nur „der Leute wegen" vorgibt, ihn zum Dildermalen aus'S Schloß gezogen zu haben, ist sicher. In Wirklichkeit kümmert er sich gar nicht um den Mann, desto mehr aber um seine hübsche Tochter. „Ein pudelsauberes Madel, das muß ihr der Neid lassen!" „Ich hätt' dem Weib an die Gurgel springen mögen. Und du bist so ruhig? Und so schwätzt man natürlich anch im HauS über dich. Von da auS wird daS Gist hinausgetragen, von Dorf zu Dorf. Nur wir haben keii e blaffe Ahnnng gehabt. Da fahre doch der Kuckuck drein I Nein, lieber heut' noch in unsere Armseligkeit zurück. Der Baron soll seine Wohltaten beHallen. Um einen solchen Preis da verzicht' ich!" „Du kannst doch ihm nicht die Schuld geben, wenn seine Leute lästern? .Egal. Wir müssen auch dem bloßen Schein ausweichen. Und bist du so gewiß, daß SchSnhag ein Ehrenmanu ist? Wenn ich mir seine Art ver-gegenwärtige — gleich bei seinem ersten Besuch — den Eiser, sich an mich anzubiedern . . ." „Vater! Stelle dich jetzt nicht aus eine Stufe mit den Lästerern! Lass' dich überzeugen, wie es der Baron mit uns meint! Er hat mir — einen Hei-ratSantraz gemacht." Das fuhr dem Man» in die Zunge. Er brauchte eine recht geräumige Pause, wieder die Sprache zu finden. „Wirklich von Hei —rat geredet? Klipp und klar? Oder hast du kindisches Ding so was bloß folgern wollen — aus seinen Geständnissen?" „Er hat mich gebelen, seine Frau zu werden.* „Seine Frau!« Der Gedankt war ihm unfaßbar. Er sah sie vom Kops bis zu den Füßen an, mit neuen Augen an. Hatte er überhaupt noch nicht daran gedacht, daß seine Marta . . .? Dann besann er sich, daß noch eine Frage offen war. „Und du? Hast du Ja gesagt?" „Noch nicht*, hauchte sie. .Bedenkzeit erbeten, na ja, begreiflich." Er »ahm wieder seinen Gang durch daS Z>m-mer aus und patschte dabei in gemessenem Takle mit der Faust in die hohle Hand. „Nein, so waS! So ganz falsch waren also die Beobachtungen der Dienstleute doch nicht! . . . Hm, heiraten! Bei seinen Jahren! Ich glaube, er ist sogar ein paar Monate älter als ich." „Daran hab' ich nie gedacht. Darüber könnte ich mich hinwegsetzen.* Hobrecht pflanzte sich vor ihr ans. Spannung im Blick. „Liebst du ihn?" .Ich glaube, ja", erwiderte sie nach kurzem Besinnen leise und wieder mit-ihrem geruhigen Lä-cheln. .Oder ich könnt' eS doch lernen." Hobrecht trat mit einem Achselzucken zurück und ging anS offene Fenster, sich im Anblick der unter-gehenden Sonne zu sammeln. Die große Neuigkeit wollte ihm noch immer nicht eingehen. Marti sich verheiraten! Uud mit einem Manne, der in einem Alter mit ihrem Bater stand. Schließlich, wenn man'S überlegte, was wär' dabei? Eine auf Achtung und Freundschaft ausge-baute Konvenienzehe. Warum nicht? DaS hat oft besseren Bestand als manches aus Leidenschaft und Zärtlichkeit gewobene Band. Wenn er an seine eigene Ehe zurückdachte, in der die Glut zweier junger Herzen in Sorge, Not und Bitternis erstickt war! Und die berühmte Liebesheirat seiner Groß-mutter Helmine mit dem Geigerlein . . .! Das war ein Narrenstreich gewes.n, der von Geschlecht zu Geschlecht in Kummer und Tränen nachgcwiikt hatte. Künstlerblut hatte der Merxwald-Franz vererbt und Armut und ElendSqual. Aber nun? Marta, der letzte Sproß diese« durch die Generationen beklagten Blutes, durch sie sollte sich daS Schicksal der Merx-wald endlich versöhnen lassen? „Wer mir das prophezeit hätte, daß meine Tochter in das Haus meine» Urgroßvaters zurück-kehren, wieder eine Schönhag werden würde! Konnte man da nicht an eine höhere Fügung glauben?* Marta, die ihm auf leisen Sohlen gefolgt war, legte ihm den Arm in den Nacken und küßte ihn aus die bärtige Wange. „Jctzt sei zufrieden, mein lieber, armer Papa l Du liast genug gelitten in deinem Leben. Spärlich war dir die Sonne zugemessen, aber nun — schau nur! Da überschüttet sie dich mit vcischwcnderischcn Strahlen." „Abendrot!" murmelte er bitter. «Goldener Frieden. Ein Sonnenschein, der nicht mehr sengt und bedrück«. Freu' dich daran! Es ist eine sorgenlose Zukunst, die dich anlacht." Da zuckte er aul, wie mit einer Nadel gepickt. „Marta! wenn du dich vielleicht opferst —für mich . . ." „Nein, nein, beruhige dich! Ich weiß, waS ich tu', und kein Teil wild elwaS zu bereuen haben. Betrogen soll der Mann nicht werden, der mir ver-trauend seine Hand bietet." „Du bist also bereit« entschlossen?" „Ja, und du sollst cS ihm morgen in meinem Namen sage». Ich will nicht die Kostbare spielen, und so wie ich heute denke, denke ich auch später, das weiß ich bestimmt. Ich bin in der letzten Stunde wohl zu Rate gegangen mit mir und sage Ja. Jetzt weißt auch du es. Sag' ihm, wenn er mich will, so wie ich bin: mit einem warmen, dankcrsüll-ten Herzen — so will ich mich in seine Hände geben l" Hobrecht zog die Tochter an sich, drückte ihr Haupt an seine Schulter und blickte, eie Rührung bemusternd, wieder in das rotglühende Abengold hinaus. In dieser feierlichen Minute schwebte auch die Muse wieder an ihn heran. Eine glückselige Stim-mung kam über ihn, in der sich alle Schwierigkeiten lösten. .Glaub' nicht, daß ich mich jctzt vielleicht aus die faule Haut legen werde! Jctzt spür' ich erst den reinen Jmpu'S. Jetzt weiß ich erst, waS mich immer noch zu Boden gehalten hat: die Abhängigkcit von einem Fremden. Wir sollten ihn ja nicht ols unse« ren Verwandten ansehen. Haha! Jetzt aber schon! Nicht a>ahr? Jctzt schon, wo der Herr doch mein Eidam wird. ES hat nur dieses Freudenanstoße» bedurft, mir wieder die Künstlerader zu öffnen. Jetzt hab' ich'S, was ich wollte: mein Sujet! Und auch die volle Stimmung dazu. . Hast du die Skizze drin bemerkt, die ich ver-bimst habe? ES war doch nicht das Rechte. Erst ein tastender Versuch, daS da sestzuhzlten." Er wics mit weit ausgreifender Geberde auf die Aussicht vom Fenster. ES war, al« breite er die Hand des Eroberers darüber. .DaS schau' ich jetzt mit ganz anderen Augen an. Und gerad' so, wie eS sich mir in neuer Schön-heit austut. will ich es aus die Leiwand zwingen. Mit meinem Selbstporträt. Ja, guck' nur, mein Herzblatt! Du selbst hast mir soeben die Anregung zu dem Bilde gegeben, mitsamt dem Titel. WaS meinst du? Wenn ich mich selber male, wie ich bei untergehender Sonne hier am Fenster sitze, im Lehnstuhl, den Kops aufgestützt, ein endlich zu Rast gekommener alter Kämpfer? Gedankenschwer, von einem auskeimenden letzten Glück durchleuchtet, blickt er in diese Herrlichkeit hinaus, über die Felder, die Täler und Berge, wo alle Gipsel schimmern. DaS ganze muß eine wunderbar ergreifende Ruhe atmen und eine gewisse Wehmut. Und eS wird heißen: Abeudfrieden." Sie machte sich loS, um an daS zweite Fenster zu laufen, wo sie daS Aquarell versteckt hatte. „Sieh', was ich bei dir ausgestöberl habe! Mein Porträt. Du hast mir ja gar nicht gesagt, daß du doch noch an die Ausführung geschritten bist." Mit lächelnder Ueberraschung nahm er den Karton in Empfang. .Wie lang das her istl Und das hast du un« ter meinen Sachen gesunden? .Da hab' ich's mit-genommen, ohne eS zu wissen, in einer der alten Kisten." .Vielleicht bekommst du noch die Laune, eS zu vollenden ?" .Was nicht gar! Wo ich mir doch eines TageS habe sagen müssen, daß es in der Grundlage vcr-pfuscht ist." „DaS leugne ich eben. Es ist zweifellos eine sehr respektable Arbeit." Geschmeichelt betrachtete er die Malerei, wie der Kenner ein fremdes Werk, darüberhin ab und zu »ach ihr schielend. .ES ist wahr, es ist was drin. Ein gewisser Schwung und -v bei Gott! — auch deine Seele. Ich hab' da waS geahnt in dir, was deine Physio-gnomie in den sechs Jahren erst nach und nach be-stätigt hat. Aber noch einmal Hand anlegen? DaS wäre vom Uebel. Nein, daS muß bleiben, wie es ist, wenn auch das Letzte dran sehlt. Es ist dein Jung-mädcheukops. Weißt du, waS? Ich werde ihn deinen Bräutigam schenken." » 4. Kapitel. Der Wirt vom Gasthose „zur Post" im Grün» aner Marktflecken wurde durch das Hornsignal des Postillons herausgelockt. Die alte Postkutsche, die täglich zweimal die Berbiaduug mit ver Bahnstation herstellt, hatte an WochentagSvormittagen selten einen Passagier. Heute brachte sie einen. Der Win bekreuzigte sich schier, al« er den AuSsteigendtn erkannte. „Herrjeh l — Der junge Baron I" Was sollte das heißen? Der junge „gmV Herr" im „Postwagerl", daS dem Nachbar Krämer kaum gut genug gewesen wäre? Und jetzt ließ er sich vom Kutscher sogar einen Handkoffer vom D^ch herabreichen . . . Der Wirt raffte sich aus seiner Verblüffung noch rechtzeitig auf, um selber herzuzuspringen und das Gepäck zu übernehmen. »Soll'S m.in Anlon nach dem G'schloß hin« überbringen, Herr Baron?" „Nein, das bleibt da", entschied Robert ge» lassen. „Oder hätten Sie vielleicht gar kein Zim-mer für mich?" Jetzt hätte der Wirt das Kosserchen bei einem Haar fallen lassen. Der junge Baron bei ihm im Ouartier? DaS konnte nur ein Scherz sein. Es war Ernst. Der junge Herr sah auch gar nicht darnach ans, als wollt' er „Witz' machen". Ging voran, als sei so ein LandwirtshanS sein ge-wohnter Aufenthalt, ließ sich ein Zimmer im Stock-werk ausschließen — .es braucht durchaus nicht Ihr bestes zu sein, mein lieber Herr Strohschneider" — und legte Hut, Schirm und Staubmantel ab. „Jctzt ist'S halb zwölf Uhr. Da muß man wohl noch ein wenig warten, biS man eine Suppe kriegt, wie?" Herr S'rohschneider stotterte etwas von mög-lichster Beschleunigung und sragte, ob er dem seinen Gast im Herrenstüberl unten servieren dürfe, wo der Bezirksrichter und der Doktor mit noch einigen GarconS aus den vornehmen Kreisen der nächsten Umgegend ihren Mittagtisch hatten. Robert erklärte, heroben aus seinem Zimmer speisen zu wollen, lehnte aber alleS ab, was über daS bescheidene Menu der Stammgäste hinausgi g. Da konnte sich Meister Strohschneider nicht mehr enthalten, seinem Staunen Lust zu machen. Ob denn der Baron am Ende gar nicht die Absicht habe, beim Herrn Papa aus dem „G'schloß" einzusprechen? Und fast hätte er dazugesetzt, daß deS jungen Herrn Anwesenheit dann vollkommen uner-klärlich sei. Robert antworlete nicht gleich. Dann aber schien er bei Wirte« Neuner nicht so ungerechtser- »Igt zu finden. „«»», man soll wissen, wie man dran ist — mit mir wenigstens. Geredet wird so wie so über die Geschichte werden. Natürlich bin ich nicht bloß gekommen, um mirs an Ihren Fleischtöpfen wohl sein zu lassen. Besuch aus dem Schloß werd' ich schon machen. Aber daS wird bald geschehen f«ia. Wchnen und essen werd' ich bei Ihnen, bis — bis mcui Geschäft erledigt ist. »So, nun haben Sie genug, was Sie weiter« erzählen können." Herr Strohschneider führte die vereinigten fünf Fingerspitzen an die wie zum Pseisen vorgeschobenen Lippen und glotzle vorläufig. Ätso war es wüklich so weit gekommen? Baron Robert, der vor kurzem noch als der künftige Herr auf Grünau gegolten hatte, der mit einer Grafentochter als seiner jungen Frau aus dem Schlosse einziehen wollte, der mag sich jetzt nicht einmal als Gast dort betrachten? Bei seinem leiblichen Vater! ,Ei, ei, ei! So ist'S also wahr, waS die längste Zeit schon gemunkelt wird?" „Man munkelt, ich weiß. Sie können eS ungeniert witdeiholen.' Vorsichtig ging Herr Stroh'chneider um de« heißen Brei, ein Diplomat vor dem andern. „Herr Baron meinen halt: weil aus dem G'schloß ohnehin schon Gäst' sind, so könnt' nicht mehr g'nng Platz übriz sein?" „Gäste draußen; ich habe davon gehört. Zwei Personen. Oder eigentlich drei, denn ich zähle auch meinen Vater dazu." „Zu den Gästen?" fragte Herr Strohschneider ganz verwirr». Robert rückte die Schultern und schwieg. Nein, da? braucht er ncch nicht zu verkünden, warum er .»: F ihm» Ferdinand nur als Gast ans Ärunau ansehen wollte. Von d?n „zwei Personen" icdvch verlangte ihn mehr zu wissen. Papa war ihm auf den letzte» Brief aus Stockholm die Autwort schuldig geblieben. Genaue, klare Antworten waren auch seine srüheren Rück-schreiben nicht gewesen. DaS erstemal hatte er angedeutet, daß „die Sache" in Gang sei und er alle Hände voll zu iun habe, das Haus auszulösen. Das zweitemal hatte er geschrieben, es sei ihm bereits gelungen, sich mit den Nachkommen der Hermine Merxwald in Verbindung zu fetzen. In welche Verbindung und wer waren die Leute? Darüber war Genaueres nicht mehr zu erfahren gewesen. Schönhag berichtete nur noch, die Angelegenheit mache ihm große Schwierigkeiten; es seien noch so viele Fragen zu lösen. DaS machte Robert immer besorgter. Vor allem der Umstand, daß vom Papa durchaus nicht herauszubekommen war, wie sich der Justizminister in der Angelegenheit benommen halte. Indessen hatte er auch von Mizzi Breubcrg einen Brief bekommen; ein acht Seiten langes Durcheinander von Zärtlichkeiten, wie sie sie auch ihrem Kanarienvogel hätte vorzwitschern können, ge-mengt mit sprunghaften Schilderungen ihres Tages -treibens aus dem väterlichen Majorat. Papa sei jetzt wieder ungemein gesellig, schleppe sie in die ganze Nachbarschaft zu Besuch und habe ihr für den Sommer eine Nheinreife versprochen. (Fortsetzung folgt.) Praktische Mitteilungen. Das Aufbewahren von Eiern. Die einfachste Art, Eier für längere Zeit haltbar zu machen, ist wohl, sie hart zu kochen. Freilich sind sie dann nicht mehr zur Bereitung von Mehlspeisen zu verwenden, aber sie können zu Salat, als Brot-belog, mit Senfsoße usw. sehr gut genossen werden. Man kocht sie durch etwa 6 Minuten, schreckt sie ab und leg« sie in eine Kiste, die man nicht völlig ver-schließt, so daß die Lust zu de» Eiern frei zutreten kann. Es empfiehlt sich, nebe» dem Konservieren der Eier in frischem Zustande anch eine Anzahl auf diese einfache Art für Speisezwecke aufzubewahren, umso-mehr, alS auch Wasserglas knapp ist und die hart-gefochten Eier wenig Platz einnehmen. Um Aepsel zu trocknen, v-rsährt man folgendermaßen: Das Gehäuse wird ausgestochen, die Aepsel geschält und in ziemlich dünne Scheiben geschnitien; sind die Aepsel besonders mürb. müssen sie ein wenig dicker geschnitten werden, weil sie sonst zersallen. Die Schnitten läßt man in dünn gespon-nenem Zucker auskochen, legt sie auf ein Sieb zum Abtropfen, dann aus ein mit weißem Papier, wo-möglich mit Pergament bedecktes Backblech und läßt sie im offenen, nicht heißen Rohr einige Tage lang trocknen. Die getrockneten Scheiben werden in Leinen-säckchen aufbewahrt. Man kann die so konservierten Aepsel sowohl zu Strudel, al» auch zu anderen Mehl-speisen und als Kompott verwenden. Sie werden vor dem Gebrauch in lauwarmes Wasser gelegt und b!S zum völligen Ausweichen darin gelösten. Will man sie als Kompott reichen, so dünste man sie wie frische Früchte in Zuckerwasser. ÖCÖ Cillier Stadtverschöne -V-JvV* 11**1 ruilgsvrremrs bei Spielen Wetten und Vermächtnisse». Kammer 58 Deutsche Wacht Seite 5 Die Heeresverwaltung kann unter das vorjährige Ausmaß an Heulieferung keinesfalls herabgehen. so-da« dem einzelnen Tierbesitzer noch geringere Heu-Vorräte als im Vorjahr verbleiben werden. Hiezu kommt noch, daß die Kleintierhaltung auch außer-halb der landwirtschastlichen Kreise bedeutend zuge-nommeu und wenig Aussicht auf eine Zuweisung von Kraftfutter für diese Tiere besteht. Gerade die Laubgewinnung ermöglicht es aber, Ziegen und an-dere Kleintiere über die futterarme Zeit hinwegzu« bringen. Abgesehen von den Mengen, welche der Tierbesitzer für die eigen, Wirtschaft sammeln muß, handelt eS sich aber noch darum, möglichst große Vorräte aufmbringen, um das Rauhfutter für städ-tisch«, Industrie- und andere Betriebe zu strecken, die im öffentlichen Interesse ausrecht erhalten werden müssen. Das Amt sür VolkSernährung hat die politischen Behörden daher angewiesen, in erster Linie die Laubhengewinnung durch die Tierbesitzer selbst nach Kräften zu fördern. Auch die Besitzer von Wäldern und Aucn werden dringendst aufgefordert werden, im Interesse der Allgemeinheit aus ihren Besitzungen der Laubheugeidinnung zu gestatten. DaS Ackerbau-Ministerium wird wegen Gestattung der Sammlung von Laubheu in den StaatSsorsten die erforderlichen Weisungen erlassen. Zur Sammlung von Laubheu für den allge-meine» Bedarf müssen aber insbesondere von den Gemeinden, Organisationen geschaffen werden, die das Laub abnehmen, Lagerplätze zum Trocknen beistellen und den Abtransport besorgen. Hiezu wird es notwendig sein, alle Arbeiter heranzuziehen, die nicht in der Landwirtschast verwendet werden, ebenso Schulkinder, weibliche Arbeitskräfte und freiwillig sich meldende Personen. Alle diese Arbeiten werden im Einvernehmen mit der „Abteilung für Heu und Stroh" der Landesfuttermittelstellen. deren Kommis. sionäre auch das gesammelte Heu übernehmen, durch-geführt werden müssen. Auch die Uebernahmsstellen der Hauptfammelstellen des Amtes für Bolksernäh-rung sind zur Uebernahme ermächtigt. Die Losten der Ausbringung werden dadurch zedeckkt. daß den Gemeinden sür das übernommene Laublheu ein angemessener Uebernahmspreis gezahlt wird. Allenfalls müßte auch bei Sammlungen durch die Gemeinden dem Grundeigentümer, dcr eine Ent-schävrgung sür die Gestaltung der Laubheugewinnung verlangt, aus dem UebernahmSpreiS ein mäßiger Betrag zugebilligt werden. Die politischen Behörden werden die gesamte Durchführung selbst leiten und überwachen müssen, denn mit Rücksicht auf den drin- genden Bedars muß Laubheu in bedeutender Menge — ungefähr im Ausmaß eine« Drittels der norma-len Heuernte — beschafft werden. Von allergrößter Bedeutung aber ist es, daß alle Kreise, die hier im Interesse des Gesamtwohles zur Mitwirkung ange-rufe« werden, mit möglichster Beschleunigung an die Sammlung dieser unentbehrlichen Aushilfe heran-treten, denn die gesamte Laubhengewinnung muß un-bedingt im Juli beendet werden' Doppelte Bodennutzung. Jetzt, wo jedes handgroße Fleckchen Erde heran-zuziehen ist, uni Nahrungsmittel sür Menschen und Tiere zu schaffen, sei hingewiesen auf ein paar Frucht-arten, welche, wenn sofort nach Abfuhr der Getreide-ernte in die Stoppelfelder gepflanzt oder gesäet, noch ein namhasleS Erträgnis sichern. In erster Linie sei erwähnt die Aussetzung von Burgunderpflanzen, die allerorts leicht zu haben sind; selbe wachsen sich bis zum Späiherlste 'zu ganz statt-lichen Kolben an und geben eine Nachernte, die umso wertvoller ist, als die Burgunder für Schweine ein ebenko vortreffliches Futter bilden, als sie das Milch-erträgms der Kühe und Ziegen bedeutend erhöhen. Eine andere Pflanze von kurzer BegetationSzeit ist die Hirse, die von der Aussaat bis zur »ollen Reife der Frucht bloß 80 bis 100 Tage benötigt, die also, wenn in der ersten Hälse des Juli gesäet, gegen Ende September oder Anfangs Oktober ge-erntet werden kann. Sie galt in alten Zeiten als stärkste Schutzmehr gegen Hungersnot, und wird als solche von dem griechischen Schriststeller Strabon, der einige Jahrzehnte vor Christi Geburt lebte, boch ge-priesen. Seitens der slawischen Bevölkerung wird sie von jeher gerne kultiviert und bildet in der Form von Brei ein sehr beliebtes und kräftiges Nahrungsmittel. Sie verlangt einen durchlassenden Boden und gedeiht am besten dort, wo nicht frisch gedüngt wurde, das Feld aber noch in guter Kraft steht, wie es nach dem Schnitte von Korn und Weizen der Fall ist. Auch auf Heurieß nach Klee usw. gedeiht sie sehr gut. ist übrigens in betreff der Zusammensetzung deS Bodens selbst nicht wählerisch, wenn derselbe nur von Unkraut freigehalten wird. Eine dritte Gattung Frucht, welche jetzt gesät noch zur Reise gelangt, ist der Buchweizen, gewöhn-lich Heidekorn genannt; er ist höchst wertvoll sowohl als Nah'ung sür Menschen als auch als Viehfutter für Pferde und Schweine. Da« Kraut desselben aber bildet ein vortreffliches Grünfutter sür Rindvieh. Schafe und Ziegen, eingesäuert auch für Schweine. Daß die Blüte deS Buchweizens eine der ergiebigsten Weiden für die Bienen bildet und deshalb ihr zuliebe an vielen Orten förmliche Wandeebienenzucht betrieben wird, ist bekannt. Auch der Buchweizen ist in be-treff des Bodens nicht wählerisch und als Honig-.quelle gerade auf mageren Steinseldern am reichsten. Da seine Entwicklungszeit bloß 12 bis 14 Wochen beträgt, er aber auch dann hohen Nährwert bcsitzt, wenn er vor der Samenreife als Grünfutter ge» mäht wird, so ist dessen Aussaat als Nachfrucht selbst auf spät abgeerntete Felder noch vorteilhaft. Endlich sei noch einer Pflanzenart gedacht, die bei uns leider viel zu wenig bekannt ist und kaum irgendwo gebaut wird, obwohl sie ganz vorzugsweise bestimmt zu sein scheint, der Getreidenot zu steuern, weil sie auch noch aus Höhe» gedeiht, auf welchen unsere einheimischen Getreidepflanzen nicht mehr zur Reife kommen; ich meine die ReiSmelde, auch Quinoa. Mehlschmergel, kleiner Reis von Peru genannt, deren kleiner Samen höchst mehlreich ist. Da indeß von dieser Pflanze derzeit Samen kaum in größerer Menge zu haben ist, auch der Anbau sofort geschehen müßte, wenn die Frucht zur Reife gelangen soll — 4 Monate Entwicklungszeit — so sei hier nur da-raus hingewiesen und die Landwirte aufmerksam ge« macht, mit derselben in kommenden Jahren Versuche wenigstens im kleinen zu machen. Cölestin Schachinger. Eingesendet. MAJiTOT EINZI8 IN SEINER ANALYTISCHEN BESCHAFfENHEIT BESTES ALTBEWÄHR FAMILIEN-GETRÄNK. Schlussrechnung' der Sparkasse der Stadtgemeinde Cilli mit 31. Dezember 1916. Vermögen. Barschaft............ Orundpfanddarlehen....... Körperschaftsdariehen...... Psanddarlehen.......... Wechsel............. Wertpapiere........... Guthaben bei der Postsparkasse . Häuser und Liegenschaften .... Bäckständige Miet- und Pachtzinse Rückständige Zinsen....... Kriegsanleiheverrechnung..... Verschiedene........... (Geschäftseinrichtung....... Drucksachen.......... 19.179 4,798.490 3,925.750 3,915.153 35.438 2,945.467 10.325 630.000 2.433 236.008 1,017.506 315.053 15 000 3.331 07 78 55 34 _ I 60 77 27 53 99 Lasten. Spareinlagen ron 10228 Einlegern Guthaben der Banken Vorausbezahlte Zinsen Baupträcklage Besondere Rücklage Altersrersorgungs-R&cklage 17,869.137 95 Cilli, am 31. Dezerobtr 1 < 16. 01 2,780.686 — " 22.912 77 912.093 64 168.586 27 81.104 26 17.869,137 95 Hie Direktion. Seite 6 Deutsche Numwei 58 2 bis 4 Monate alter Wachhund za kaufen gesucht. Antrüge an die Adjutantur des Ersatzbataillons Nr. 87 in Cilli. 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