Schrift! eitimg; N«tha»»gaflc Nr. S. ttl9ln Mr. tl, lilmctam. »»irchftmd«! («ttt linatcM *n €«i:n- if. (Wn-tjt) Don 11—U lldr vorm. H«d»»r«idNl »rrdc» Nlchl »r»«j>r»m««l»1e ^>»-r»t«»ge» n » ? < n » t g B n , » UM bk IPfTWolinnt) j«p« Sn«ld»crq In MDiw f . • • I 1*10 . . . K f- ... .1t 1»?-Mi« «n«an» krdOd-n M Kr ec>u;»«bat)t«a »» »«,hid-«r» jfoloitain.il-•efclUnr«. Ciitclntcct >t»nw*rnt» «eiln H# «tUDtSail 38. Jahrgang. Die rrligiöft» Urtmngrn vor drin Rrichsgrrichtr. In der Zeitschrist des Vereines Freie Schule schreibt Dr. Julius Ojner: Rückwärts, rückwärts. Don Rodrigo! Das Reichsgericht hat wieder einen unverant-wörtlichen Schritt nach rückwärts getan. (£3 hat den Eltern der Schulkinder für diese da« StaatS-grundrecht des Artikels 14 entzogen. „Niemand" — so lautet der Artikel in seinem letzten Absatz — ..kann zu einer kirchlichen Hand, lung oder zur Teilnahme an einer kirchlichen Feier > lichleil gezwungen werden, insoseru er nicht der nach dem Gesetze berechtigten Gewalt eines anderen unter-steht." Wer hat die berechtigte Gewalt über das Kind? Wer anders als die Eltern oder die Bormundschaft? So sollte man glauben. § 1.'59 deS allgemeinen bürgerlichen Gesetzbuches erklärt cS »nd für das Religionsbekenntnis der Sinder verfügt Artikel 1 des interkonsessionellen Gesetzes am Schluß: „Im Falle keine der obigen Bestimmungen Platz greis», hat derjenige, welchem das Recht der Erziehung bezüglich eines Kindes zusteht, das Religionsbekenntnis für solches zu bestimmen." \ Dieselbe» Männer, welche das StaatSgrund-gesetz redigiert haben, haben auch den Artikel 1 des ausführenden interkonfessionellen Gesetzes verfaßt und niemand hat je bezweifelt, daß derjenige, welchem das Recht der Erziehung bezüglich des Kindes zu-steht, der Andere allo, dessen nach dem Gesetze be-rechtigter Gewalt das Kind untersteht (die Worte des Artikels 14) der Vater oder der Vormund ist. Aber daS Reichsgericht weiß eS anders. Der Kausmann Stere, der seine Tochter nicht in die Kirche gehen ließ, wurde von den Schulbehördeu zu 20 Kronen Geldstrafe verurteilt und erhob die Be-fchwerde an das Reichsgericht. Unter dem Bvrsitz des Vizepräsidenten Dr. v. Grabmayr entschied das Reichsgericht: Die Erzwingung der religiösen Uebun- Z)ie Kunl! im Kandwerk. ReichsratSatzgeordnet« August Einspinne? in der «Teutschen sozialen Rundschau". (Schluß.) Vielleicht der wichtigste Teil dieses Förderung«-gebiete« ist die Schaffung fortwährender Abfatzmög. lichteten für Qualitätsarbeit. Alle Kunst hört auf, wenn es an Brot mangelt! Meistens scheitern schon am Beginne dieses weniger erquicklichen Teiles die schönste» Pläne. Auch uns bot sich hier die schwierigste Stelle. Unsere GewerbesörderungS-Jnstitute sind nicht in der Lage, Handwerksarbeiten zur Ausführung zu übernehmen oder zu vermitteln. Diese Institute sind sohin außerstande, den Handwerks-meistern ArbeitSmöglichkeiten zu bieten oder zu schaffen. Soll aber gute Qualitätsproduktion gefördert und sollen die Handwerksmeister in künstle«-scher und qualitätsmäßiger Weise ersprießlich ge-sührt werden, so ist Arbeit nötig, fortgesetzte Ar. dettsmöglichkeit. Alles andere, sonst gewiß lobenS-werte Ztreben, die Leistungssähigkeit der Hand-werter zu heben, ist mehr weniger nutzlos, wenn dieselben keine Möglichkeit haben, das zu verwerten und zu verdichten, was sie gelernt haben, lernen und können. ES wäre gewiß einfach «nd bequem, diesen Teil der Aktion ausschließlich privaten Unterneh-mern zu überlassen. Richtig ist ja auch, daß man nur einen verlMniSmäßig sehr kleinen Teil der ArbeitSaufträge bekommen kann, um sie durchgci-stigter Arbeit zuzuführen. Dieser Prozeß, im wahr- gen der Schulkinder verletze nicht das StaatSgrund-gesetz, denn die Schulkinder unterstünden der „be-rechtigten Gewalt der Schule". Der Rede Sinn ist dunkel. Der Gewalt der Schulbehörden steht die Gewalt der Berwaltungs-und Polizeibehörden an der Seite. Sie ist ebenso gesetzlich und die Bewohner des Staates unterstehen ihr. Aber der Artikel 14 begrenzt die Gewalt durch das Wort „insosern". Die Volksschule ist obligatorisch und das Kind wie seine Eltern sind den Aufträgen der Schul-behörde im Bereich der Schule unterworfen — aber nicht weiter, nicht im Bereich der Kirche. Der Kauf-mann Stere hatte seinem Kinde nicht untersagt, m die Schul», sondern in die Kirche zu gehen. Die religiösen Uebungen gehören nicht znr Schule, inS-besondere auch nicht zum Religionsunterricht. Sie gleichen nicht den Schreib- oder Zeichen- oder Sprachübnngen, sie sind nicht der praktische Teil des Religionsunterrichtes. Sie sind Kulthandlungen, die in Ausübung des Kults, nicht des Unterrichtes stattsinden. Zum Beweise sei nur der Erlaß des Minister« für Kultus und Unterricht vom 8. November 1880, V. B. 34, angesührt, welcher, nm die unbehinderte und würdige Abhaltung der bezüg-lichen religiösen Uebungen zu ermöglichen, geneh-migt, daß den katholischen Schülern ... ein Tag vom Unterrichte freigegeben werde. Der Erlaß er-klärt also ausdrücklich ein nachbarliches Verhältnis zwischen religiölen Uebungen und Unterricht, zwischen Kirche und Schule. Für das Unrecht des reichsgerichtlichen Urteils gibt es aber einen direkten und unbestreitbaren Be-weis in der Entwicklungsgeschichte des § 2 des Gesetzes vom 26. Mai 1868, R.-G.-Bl. 48, über die grundsätzlichen Bestimmungen für das Verhältnis der Schule zur Kirche. Nach dem Beschluß des Ab-geordnetenhauseS hatte der § 2 lediglich vom Reli-gionsuuterricht gesprochen und seine Besorgung und unmittelbare Beaufsichtigung der Kirche oder Reli-gionsgenossenschast überlassen. Der Ausschuß des Herrenhauses hatte hinzugesügt: „und der religiösen sten Sinne des Wortes ein VeredlnngSprozeß, kann und soll sich aber nur in den Grenzen lauterster Absichten abwickeln; denn gerade hier spielt daS wichtige und heikle Kapitel „Konsumenttnerziehung" hinein. Das bloße Berdienenwollen kann nur zu leicht schweren Schaden anrichten. Ein einmal ab-geschreckter Austraggeber kommt ein zweitesmal nicht wieder und der Verfertig« der Arbeit bietet nur dann sein bestes Könne», wenn er weih, daß er für feine Art entsprechenden Lohn findet. ES ist not-wendig, das soeben Gesagte besonders zu betonen, weil wir es erleben müssen, daß auch die Kunst-pflege in der gewerblichen Produktion bereits zu unschönen Geschästsmachenschasten angewendet wird. Der neueste Trick ist der: Möbelhändl« mit min derer Konsumware lassen sich von einer Verlags sirma, die sich mit solchen Geschäften befaßt, Bro schüren bringen, die in hübscher Ausstattung schöne Abbildungen guter Arbeiten und dazugehörige, all gemein gehaltene Abhandlungen bieten. In den Kops dieser Broschüre wird nun die Firma des br treffende» Händlers eingesetzt und diese fälschlich«* weise als Herausgeber der „Kunstzeitschrist" be zeichnet. Womöglich werden dann noch andere Ge schästsleute gesucht, die in Beiblättern ihre Ge schäftSannvncen einrücken lassen und hiedurch dem schlauen Händler seine eigene Reklame bezahlen. DaS ganze Büchelchcn bekommt einen aussallenden Umschlag, der den Schein erweckt, als ob die Jllu-strationen nnd Abhandlungen Arbeiten beträsen, die im Geschäste des Händlers erzeugt werde». Das leichtgläubige Publikum ist natürlich der Meinnng, und sittliche» Erziehung." In der Sitzung vom 31. März 1868 trat AnastasiuS Grün diesem Vor-schlag scharf und beredt entgegen. „Wenn Sie. meine Herren." — rief er aus — „in dies« Fassung den Paragraphen aufnehmen, dann führen Sie eine übergreifende Macht, welche wir an der Haupt-pforte abgewiesen habe», wieder durch ein Hinter« psörtchen herein. Sie werjen jener Gewalt einen Nachschlüssel zu, welcher »icht nur alle Pforten der Schule öffnet, sondern auch in das Heiligtum der Familie einzudringen möglich macht, selbst dann, wenn sie nicht gerufen wird!* Freiherr von Hock «klärt diese Bedenken sür berechtigt, die beschlossene Fassung für ei» Mißverständnis und schlägt die gegenwärtige Fassung vor, weil die Religionsübun-gen mit dem Religionsunterrichte in einer gewissen nahen Beziehnng ständen. Im Abgeordnetenhause ab« sührte der Refe-rent Dr. v. Figuly aus: „ES ist im Artikel 14 des Grundgesetzes über die allgemeinen Rechte der Staats-bürg« ausdrücklich ausgesprochen: .Niemand kann zu ein« kirchlichen Handlung oder zur Teilnahme an einer kirchlichen Feierlichkeit gezwungen werden, insofern er nicht der nach dem Gesetze berechtigten Gewalt eines and«e« untersteht/ Kraft dieses Ar-tikels 14 ist daher nicht zu besorgen, daß aus dem Einfluß der Kirche aus die ReligionSübungen ein zwingendes Recht der Kirche abgeleitet werden konnte, und eS ist auch nicht ein ZwangSrecht. sondern nur die Besorgung, Leitung und Beaufsichtigung an die Kirche übertragen ... Es wird daher die Kirche aus den Religionsunterricht Einfluß haben können wie aus die ReligionSübungen. Dies« Einfluß wird aber nie ein zwingender sein können, weil der Ar-tikel 14 des Grundgesetzes da ist .. . Diese Gründe hoben den konsessionellen Ausschuß bewogen, der Aenderung beizustimmen, insbesondere auch die Rück-sicht aus den Eingang des ersten Alinea, wo es heißt: .Unbeschadet dieses Aussichtsrechtes/ ES wird oft der Staat diese Aufsicht dahin üben, daß die ReligionSübungen nicht weiter ausgedehnt werden, als es nach Artikel 14 des Grundgesetzes überhaupt gestattet ist." (Sitzung vom 2. April 1868.) es mit einer Firma zu tun zu haben, die wirklich erstklassige Arbeitsleistungen auszuweisen hat. Die Erkenntnis, hineingesallen zu sein, kommt erst später, die unbedingte Folge aber ist: Verdrossen-heit «nd — Mißtrauen gegen die Gewerbetreibenden insgesamt. Um sür Steiermark eine Stelle zu haben, durch welche die Arbeitsbeschaffung dauernd erfolgen kann, wurde der vom größten Förderer Steiermarks, vom Erzherzog Johann, geschaffene Steiermärkische Kunst-gewerbeverein in eine zeitgemäße Institution umge-staltet. Dem einsichtsvollen Entgegenkommen des steieri-schen LandeSausschusses ist eS danken, daß in der inneren Stadt Graz günstig gelegene große Ver-kaussgewölbe zur Verfügung gestellt wurden. Du ch diese wertvolle Hilfe, wie durch eine namhaste Un-terstützung des Arbeitsministeriums und mit den Geldmitteln, die der Steiermärkische Kunstgewerbe-verein erspart hatte, sonnte eine schöne, große und modern ausgestattete Verkaufshalle errichtet werden. Diefe Verkaufshalle entwickelte sich mittlerweile zu einer segensreichen Zweigstelle der steirischen Gewerbe-sörderung, sie bietet reiche Arbeitsgelegenheit sür tüchtige Handwerker des Landes Steiermark. Aner-kennend muß betont werden, daß der Vorstand deS Steiermärkischen Kunstgewerbevereines mit dem sein« sinnigen Dr. Johann Grasen Meran an der Spitze bereitwilligst aus die gewerbesördernden Anträge ein-ging. Um den Zusammenhang der künstlerischen, di-daktischen und technischen Gewerbesörderung mit dem Steiermärkische» Kunstgewerbeverein schon im Statut Seit« 2 Keutiche Wacht Nummer 37 Da« Verhältnis der drei Gewalten ist hier klar ausgedrückt. Die Familienzcwalt ist durch Artikel 14 geschützt, die Kirche hat Leitung und Ueberwachung der religiösen Uebungen in den Grenzen des Ar-tikels 14 und der Staat hat die Aussicht, daß diese Grenzen eingehalten werden. „Der Staat wird diese Ansslcht dahin üben!" Wer ist zu der Aussicht berufen, wenn nicht das Reichsgericht? „Dieser Einfluß wird aber nie ein zwingender sein können, weil Artikel 14 des Grundgesetzes da ist." Für wen. wenn nicht sür das Reichsgericht? Jedem Wort in der Beratung, die zu der be-stehenden Fassung des Gesetzes führte, schlägt die Entscheidung des Reichsgerichtes ins Gesicht. „Sie führen eine übergreifende Macht . . . durch ein SeitenpföNiein herein," ruft Graf Anton AuerSperg — und das Reichsgericht öffnet die Hanplpfvrte. Die ReligionSübungen stehen mit dem ReligionS-unterricht in einer gewissen nahen Beziehung, er-klärte Freiherr v. Hock — und das Reichsgericht erklärt sie als zum Unterricht gehörig. Der Staat wird die Aufsicht üben, damit das Recht der Kirche nicht zum Zwangsrecht wird, sagt Figuly — und daS Reichsgericht liefert Kind, Eltern und Staats-gnmdrecht der Kirche ans. Wie hattest du mit deiner letzten Einleitung der reichsgerichtlichen Entscheidungen recht, alter Hye! Wenn daS Reichsgericht nicht bestände, unsere Zeit hätte es nicht geschaffen! Da eS aber besteht, hat sie ein Reagenzmittel gefunden: in der AuSlegungS-kiiust seiner Mitglieder. Sonalistischr Diplomatie. Die Hallung der sozialdemokraiischen Presse in teil letzten Phasen des letzten Balkankrieges bietet geradezu ein widerliches Bild. So schreibt der Berliner „Vorwärts' unter der Marke ..Freie Hand für das österreichische Verbrechen": „Das Ultimatum, das Oesterreich Ungarn Europa gestellt hat — man könnte schier von einem Erpressungsversuch reden — ist erfolglos geblieben nnd die Botschafter» konferenz hat den Beschluß, den Oesterreich gefordert hat, nicht gefaßt. Also, erklären die Ballplatzosfiziö-fen, sei der Augenblick gekommen, daß Oesterreich selbständig handeln müsse und handeln werde. E» habe nun freie Hand und werde sie zu gebrauchen wissen. Was wird nun geschehen? Die Hoffnung, daß sich der Skutariskandal schließlich doch noch schlichten lassen werde, hat also im Augenblicke zwei Chancen: Erstens, daß der montenegrinische Dick, kops, die Aussichtslosigkeit seiner .Eroberung" er-kennend, im letzten Momente doch noch einlenken werde und zweiten?, daß sich Oesterreich, den Unsinn diese» „Kriege?" begreifend, den Ausgleichsversuchen verschiedener Mächte zugänglich zeigen werde, als es jetzt der Fall ist, wo ihm da? marktschreierische Bedürfnis, sich „stark zu zeigen", um alle Vernunft zum Ausdrucke und um dieser Institution den Stern-pel der Oeffenllichke-t aufzudrücken, wurde dem DU rektor de» Steiermärkische« Gewerbeförderungsinsti-tutes, dem Direktor der Grazer k. k. Staatsgewerde-schule und dein Vorstand des Steiermärkischen kunst« historischen und kunstgewerblichen Laudesmusenms je eine Birilsttmme im Vorstande des genannten Ver-eine» sichergestellt. Seit der Errichtung der neuen VerkausdhatU ist es auch gelungen, eine namhafte Anzahl hervorragender Arbeiten, die zum Teil dem Lande Steiermark verloren gegangen wären, für die fteirischen Kunsthandwerker zur Durchführung zu er« langen. Wackere Persönlichkeiten, voran eine knnstver« ständige vermögende Dame, ein bekannter Grazer CanatoriumSbesitzer und ein dem Kuntthandwerk wohlgesinnter Baron übertrugen vertrauensvoll große Aufträge, die prächtig gelungen sind. Auf diese Weise wurde eine Aktion glücklich und erfolgverheißend in die Wege geleitet, von der zu erwarten ist, daß mit ihrer Hilse wenigstens zum Teil jene Bahne» be-treten werden können, die eine dauernde Fötderuug und Aneiferung leistungsfähiger, verständiger Hand-werksmeister u.id wertvolle Anregungen sür das kau-sende Publikum gewährleisten. Die Mitwirkung einer solchen nicht aus Ver-dienst angewiesenen Körperschaft, wie es der steirische Kunstgewerbeverein ist, bei der künstlerischen Gewerbesörderung hat allerdings nur dann besonderen Wert, wenn eine geeignete kunstverständige Hilsskrast zur Verfügung steht, die »eben vollem künstlerischen Kon-nen erprobte geschäftliche Erfahrungen besitzt. In gebracht hat. — Aber man ist in Wien jetzt in dem Rausche der Prestigepolitik so gefangen, daß man sich Gott weiß was zu vergeben fürchtet, wenn man das leiseste Leichen von „Schwäche" gäbe. Und sür diese Bernunftlosigkeit echauffiert sich auch die bürgerliche Presse im Deutschen Reiche und diese Prestigepolittk nennt sie eine Offenbarung von Kraft!" Den König Nikila nennt der „Vorwärts" also ganz gutmütig nur einen Dickkopf, Oesterreich Un-garn aber macht er „Erpressung' und „Tollhäus-lerei" zum Vorwurse und bezeichnet seine Politik als „vernunftlos". Da die übrige sozialdemokratische Presse in Deutschland und Oesterreich auf demselben Ton gestimmt ist und in derselben Nummer des „Vorwärts" Jaures einen Artikel veröffentlicht, in dem er mit breitem Munde von der machtvollen Politik der roten Internationale zu Gunsten des Friedens deklamiert, muß man doch frage», warum diese .machtvolle Politik" sich gerade gegen Oester« reich-Ungarn wendet und nicht die Balkankrise dort anpackt, wo sie anzupacken wäre. Was will Oester-reich Ungarn? Nichts anderes als die Erhaltung des Friedens und zu diesem Zweck die Durchführung des auf Skutari bezüglichen Beschlusses ler Mächte. Daß die bisher in dieser Beziehung eingeschlagene Methode nicht zum Ziele führte, ist bekannt, im In teresse der Gestaltung des Friedens liegt aber ge-rade die Bereinigung der Skutarisrage und darum müßte die Sozialdemokratie für die jüngste kritische Gestaltung der Dinge doch nicht Oesterreich Ungarn, sondern in erster Linie Frankreich und Rußland ver» ontwortlich mache», da sie eS sind, die der Durch-sühiuiig der Beschlüsse der Mächte passive Resistenz entgegensetzen. Das tun die Sozialdemokralen aber nicht und das Warum läßt sich nicht schwer beant-Worten. Die Balkanpolitik. wie sie heute von Frankreich und einem großen Teil der russischen Diplomatie gemacht wird, ist durchaus revolutionär und bezweckt die Zersetzung Oesterreich-Ungarns durch die slawische Demokratie. Das aber schafft ftatke Beziehungen zwischen ihr und der Sozialdemokcatie, die ja das-selbe will und darum hat die soz'aldcmokratische Presse kein Wort des Tadels gegen Frankreich und Rußland, sonder» leistet diesen sowie den südslaivi-scheu Staate» gern Handlaugerdienste. Daß die deutschgeschriebene sozialdemokratische Presse in Oester-reich und in Deutschland dieS geradezu in hei vor-ragender Weise besorgt, beweist ausS neue ihren Haß gegen daS deutsche Volk, der ohne Besinnen auch den deutschen Arbeiter in Oesterreich ökonomisch und national dem Slawentum preisgibt. Politische Rundschau. Oesterreich Ungarn und Ruhland. Der „Wiener Deutschen Korrespondenz" gehen folgende interessante Mitteilungen zu: In der letzten Zeit hat zwischen Wien und Peiersburg ein Graz zum Beispiel ist die künstlerische Mitarbeit des GewerbeförderungSiiistituteS beim Kunstgewerbeverein die Voraussetzung sür die gedeihliche Weiterentwick-lung der VerkausShalle dieses Vereines im Sinne der Gewerbesörderung und durch die Berufung der künstlerischen Lehrkraft an das Gewerbeförderung»-institut ist die Sicherheit geboten, daß diese Kraft wirklich nur im Sinne vollendetster OualitätSprv-duklion schafft. Wen» diese VerkausShalle auch sonst geschäftlich und künstlerisch gewiffenhaft und hingebungsvoll funktioniert, wird es immer möglich sei», Handweiks meistern, die Förderung verdienen und die Wille i» sind, an der Hebung deS Handwerkes im Lande selbst tätig mitzuschaffen, Arbeit, gute Arbeit zu geben. Und da» Gewetbefördcrungsinstilut, daS durch die Mitarbeit seiner künstlerische» Lehrkraft am Werke beteiligt ist, düifte sich so zur ArbeitSschasfung deS beste» Helfet» dauernd versichert haben. So wären nun in großen Zügen jene GesichlS-punkte behandelt, die uns in Steiermark bei der Ein-führung dieser kulturell gewiß bedeutsamen Neuerung leiteten und die auch andekerorts zu beachten sein werden, wenn der künstlerischen Erziehung bei der Gewerbesörderung ein Platz eingeräumt werden soll. Dieses Feld muß reiche Früchte Nagen, wenn es gut und liebevoll von tüchtigen Kräften bebaut wird; reiche Früchte für die Kunst und dauernden Segen für das Handwerk, besonders für da» deutsche Handwerk, eine de«- mächtigsten Säulen unserer Kultur. Meinungsaustausch stattgesunden, der über eine Reihe schwebender Fragen zu einem Einverständnis zu führen schien. Inwiefern hiedurch eine allgemeine Besserstellung der Beziehungen zwischen Oesterreich-Ungarn und Rußland bewirkt oder wenigsten» vor-bereitet wurde, müßte sich naturgemäß bald zeigen. In s')nst gut unterrichteten Kreisen verlautete, daß man an den Wiener amtlichen Kreisen den Eindruck empfangen hat, daß Rußland — so seh^ eS sich auch in nationaler »nd religiöser Beziehung mit den Balkanstaaten verbunden sühlt — doch keine Neigung hat, sich aktiv jenen Maßregel» zu widersetzen, die OesterreichUngarn für notwendig hält, um die Skutarisrage der von den Großmächien gewünschten Lösung zuzusühren, anderseits scheint man auch in Petersburg die Ueberzeugung gewonnen zu haben, daß die Wiener maßgebenden Kreise so manchem, was im Nordosten der Monarchie geschehen ist und was man in Petersburg als Unfreundlichkeit ausge-faßt hat, durchaus fernestehen. ES dürft: auch ein Irrtum gewesen sein, wenn einige Wiener Blätter die Verleihung des russischen Weißen Adlerordens an den russischen Gesandten in Belgrad, Hartwig, an sich schon als ein Zeichen dafür ansehen, daß die russische Politik sich der Monarchie auch in den Balkanfragen immer feindseliger gegenüberstellt. Es ist richtig, daß Hartwig zu der asiatischen oder pan-slawistischen Gruppe in der russischen Diplomatie gehört und wiederholt Serbien und Montenegro in einer die friedliche Entwicklung der Dinge ungünsti-gen Weise beeinflußt hat. Demgegenüber wird jedoch darauf verwiesen, daß die rnffifche Politik es jederzeit liebte, mit zwei Händen zu arbeiten. In Augen-blicken, wo sie eine Richtung einschlug, die den pan-slawistischen Phantasien nicht entsprach, pflegte sie gleichzeitig auch dem Altslawentum eine persönliche Genugtuung zu geben. Man darf nicht vergessen, daß die russische Politik mit ihrem trotz der Duma autokratisch gebliebenen Systeme Gewicht darauf legt, den Mangel an parlamentarischer Fnndierung dadurch zu ersetzen, daß sie mit der allslawischen Strömung in enger Fühlung bleibt und ihr somit Rechnung trägt, als dadurch nicht ihre eigenen Pläne gestört werden. Dadurch erklärt sich das Zwiespaltige, das die russische Politik nach außenhm charakterisiert. Naturgemäß liegen darin auch nicht zu unterschätzende Gefahren. Tatsächlich ist die von den eingangs erwähnten Verhandlungen erwartete Entspannung nicht eingetreten. ES war zweifellos in der Macht Rußlands gelegen, durch einen geeig> neten Druck in Eettinje die Skutarisrage sofort zu vereinigen. DaS ist indessen nicht geschehen, dafür aber wurde durch die russische Diplomatie die In-trigue mit Essad Pascha eingefädelt, der durch die Balkanfrage wieder in vollem Umfange ausgerollt worden ist. Panslawismus. In Prag werden gegenwärtig Medaillen ver-kauft, die aus der einen Seite daS Bildnis deS Kö-nigs Nikila mit der Umschrift: „Nikolaus, König der schwarzen Berge", ans der anderen das griechische Kreuz mit der Umschrift: „In hoc si no vin-oes!" tragen. Auch eine zweite Sorte von Medail-len wird vertrieben, die an Stelle des Nikolaut jenes des Königs Peter von Serbien mit der ent-sprechenden Umschrift tragen. Die Entspannung. Nikita gibt unter dem Drucke Rußland», da» die Zeit zu einem europäischen Kriege noch nicht ge-kommen sieht, nach und erklärt Skutari, das von den Großmächten besetzt werden wird, bis Freitag zu räumen. Montenegro wird mit Geld entschädigt werden. Damit ist die Krise, die in der Verhängung des Ausnahmezustandes itt Bosnien und Herzegovina ihren Höhepunkt erreicht hatte, der Lösung näher ge-bracht. In bezug aus Albanien wird mitgeteilt, daß durch die Erklärung des Königs von Montenegro, Skutari räumen zu wollen, eine Aenderung in der Haltung Oesterreich Ungarns und Italiens bezüglich der Frage, in Albanien jenen Rechtszustand herzu-stellen, wie er zur Durchführung der für dieses Land gesagten europäischen Beschlüsse notwendig ist, nicht eint, itt. Es mag dahingestellt sein, ob die aus montenegrinischer und serbischer Quelle stammenden Nachrichten über Essad Pascha und Dschawid Pascha aus Richtigkeit beruhen. Aber selbst für den Fall, daß diese von interessierter Seite verbreiteten Mel-düngen sich als haltlos erweise» sollten, was nach den neueste» Meldungen sehr wahrscheinlich ist, so würde gerade dadurch der Beweis erbracht sein, daß der Versuch gemacht wird, Albanien zu einem Herd aller möglichen Jntrigeu zu machen, die bloß den Zweck haben, in diesem Lande Unruhe und Ver> Nummer 37 Kleutsche Wach« Seile 3 «iriung zu stiften. „Oesterreich-Ungarn und Italien" — also schreibt die halboffiziöse Wiener Allgemeine Zeitung — «sind fest entschlossen, ihr bezüglich Albaniens aufgestelltes Programm bis ans Ende durchzuführen und hierzu die notwendigen Mittel in Anwendung zu bringen. DieS gilt nicht bloß für die Herstellung der Ruhe und Ordnung in Albanien, sondern auch für daS Statut, das dem albanischen Staat gegeben werden soll, und sür die Ab-grenzung dieses Landes. ES muß daher betont wer-den. daß die Nachgiebigkeit des Königs Nikolaus von keinem Einfluß fein kann auf die Entschlüsse Oesterreich-Ungarns und Italien» bezüglich der alba» »ischen Frage. Aus Stadt und Land. Todesfall. Am 6. d. ist hier der Kreis-gerichlSbeamte i. R. Herr Ferdinand Teichtmann im Alter vo» 83 Iahren gestorben. Blumentag. Samstag war der Ehrentag des Deutschen EchulvereineS. Unsere Stadt bot ein lieblich belebtes Bild von zahlreichen anmutigen Mädchen, die ihre reizenden Blumengaben an den Mann brachte». Unsere Mädchen besitzen aus diesem Gebiete völkischer Mitarbeit ein vielbewährtes glän-jflidcs Geschick und es ist ihnen auch diesmal ge« hingen, dem Deutschen Schulverein eine stattliche Summe zuzuführen, die, wie wir hören, an 1000 Kronen heranreicht. Allen wackeren Sammlerinnen, insbesondere den beiden leitende» deutschen Frauen Rita Stiger und Charwat gebührt sür diese ausge-jtichnete Arbeit im Dienste unseres Volkstums herz-lichster Dank. Die Tillier Feuerwehr hatte am 12. Jänner d. I. ihre» langjährigen Hanptmann Herrn Karl Ferjen, der trotz wiederholter Wahl diesmal dieses Amt nicht mehr annehmen wollte, in Aner-kenuung der vielen Perdienste, die er sich um den Berein erworben hatte, zum Ehrcnhauptman» ge-wählt. Aus diesem Anlasie wurde nun am SamS> tag eine von allen Mitgliedern besuchte Festkneipe abgehalten, bei welcher Herrn Ferjen auch ein äußeres Zeichen der ihm zuteil gewordene» Ehrung überreicht wurde und zwar ejn Feuerwehrkommandodegen in überaus hübscher Ausführung. Ebenso herrlich auSzcslatlet war da» Ehrendiplom, das dem Gefei-crteii die Wahl zum Ehrenhauptmanue dokumentieren soll. Auch eine photographische Aufnahme der ge« samt?« Feuerwehr wurde in stattlicher Größe Herrn Ferjen zum Geschenke gemacht. Herr Derganz rich-tete herzliche Worte an Herrn Ferjen, er erinnerte an dessen segensreiche Tätigkeit, hob die Liebe aller Mitglieder zu ihm und die Anhänglichkeit an ihn hervor, wies mit begeisterten Worten darauf hin, daß die Feuerwehr Herrn Ferjen zu aufrichtigem Danf« verpflichtet sei und stellte schließlich an ihn die Litte, er möge die ihm mit Freuden und mit Recht zuerkannte Ehrung als Zeichen kameradschast-Iicher Treue entgegennehmen. Sichtlich gerührt dankte Herr Ferjen für die Ueberraschungen und versprach, als treuer Sohn der deutschen Stadt EiUi der stranwen Feuerwehr stets anzugehören und die Be-strebungen derselben tatkräftigst zu unterstützen. Leb-haftn Beisall solgte den AnSsührungen der beiden Redner. Unvergeßlich bleibt auch die rührige Tätig-kkit des Lehrers Herrn Ferdinand Porsche, der im Verein durch lange Zeit hindurch als Schristsührer gewirkt hatte. Auch ihm wurde der gebührende Lohn i» einer reizende» und sinnigen Ehrengabe zuteil. Ganz überraschend war ein Geschenk an den jetzigen haupiman» Herrn Derganz, dem die Mitglieder ebenfalls ein großes Bild der jetzigen Feuerwehr zur Erinnerung gewidmet hatten. Diese seltene Feier, die noch durch Liedervorträge der Herren Brettner, kalijchnig und Meißner, sowie durch Musikvorträge verschönt war, nahm im Zeichen schönster Einmütig» kiit einen überaus stimmungsvollen Verlaus. Beson-der« begrüßenswert ist das Ereignis, daß sich bei dieser Feier auch eine Sängerriege gründete, die so-sort in Tätigkeit trat und zu deren Obmann Herr Gottfried Gradt gewählt wurde. Allen Mitwirken-den gebührt der herzlichste Dank. Veränderungen im Personalstande der Südbahn. Versetzt wurden: Komlosy Julius. • Bauoberkommissär und Sektionsvorstand, von der BahnerhaltungSsektion Steindruck als Jnstruktor nach Wien (Zentrale); Hermann v. Herrenalb Gustav, Bavkommifsär, von der BahnerhaltungSsektion Mar -bürg S. L, als Vorstand zur BahnerhaltungSsek -tion Pettau; Rauchbauer Anton, Baukommissär. von der BahnerhaltungSsektion Innsbruck als Lorstand zur BahnerhaltungSsektion Steinbrück; Waclawek Hugo, Revident. von der Bahnerhaltuiigssektion Bruneck zur BahnerhaltungSsektion Pettau; Paliege Adolf, Baukommiffär, von der BahnerhaltungSsek-tion Graz S. L. zur BahnerhaltungSsektion Mar> bürg S. L.; Laiiger Rudolf, Bauadjunkt, von der BahnerhaltungSsektion Brixen zur BahnerhaltungS-sektio» Pettau; Schmautz BartholomäuS, Adjunkt, von der BahnerhaltungSsektion Steinbrück zur Bahn-erhaltungssektion Bozen. Eine bedeutungsvolle Südmarkgrün dung. Sonntag nachmittags wurde in Steinbrück eine Südmarkortsgruppe gegründet, die unseren völkischen Gegnern ganz besonders ungelegen kam. Seit Jahren sind sie bemüht, Steinbrück, diesen alten deutsche» Jndustrieort. zu einem slowenischen Stützpunkt auszugestalten, und die Postverwallung, sowie die Südbahnverwaltung haben ihnen durch Er-nennung vieler slowenischer Beamter dabei starke Hilfe geleistet. Das Deutschtum von Steinbrück ist jedoch noch immer so stark, daß es dem Orte das Wesen erhält, und bei den kürzlich stallgefundenen Gemeindcwahle» wurde der erste W rhlkörper leichten Spieles erobert. Die Wut der Slowenen war daher doppelt groß, als bekannt wurde, daß man in Stein-brück eine Südmarkoitsgruppe gründen wolle. Die slowenischliberalen Hetzer veranstalteten eine Protest-Versammlung, welche ausgesprochen den Zweck hatte, die „Südmark in Steinbrück im Keime z» ersticken" und de» Deutschen, die eine solche Gründung wagen sollten, „aus die Finger zu klopfen." Die Zusammensetzung dieser Protestversammlung, bei welcher Dr. Kukovec das große Wort sührte, war bezeich-«end. Von Steinbrück selbst mochten vielleicht zehn Leute daran teilgenommen haben, die sogenannte Intelligenz, die nur aus dem Hinterhalte politisch arbeitet, blieb fern, Aus Ratichach in Krain waren einige aufgeregte Mensche» erschienen, die freilich in Steiermark nicht viel zu suche» haben, und die Kerntruppe der Versammelten bildeten ungefähr fünf-zehn Bergarbeiter auS Trifail, die vom Bahn-beamten Mohorko am Bahnhose empfangen und in das Versammlungslokal im Gasthause Juvancic ge-leitet wurden, wo sie in die für den Zweck der Ver-sammlung geeignete Stimmung gebracht werden sollten. Die Behörde hatte jedoch die entsprechenden Schutzmaßregeln getroffen, um eine Wirkung dieser Protestversammlung nach außen zu verhindern, und so vollzog sich die Südmarkgründung im Moserschen Gasthause ungestört, im Zeichen edelster völkischer Begeisterung, ohne Miß lang. In der Bersamm-lung, die Herr Südbahningenieur Heinrich Payr leitete, hielt der Südmarkwanderlehrer Schneider eine inhaltsvolle, prächtige Rede, in der er einen weitauSgreifenden Ueberblick über die segensreiche Tätigkeit des Vereines Südmai k bot und daS »ölki-sche Empfinden der Anwesenden in packenden Worten wachrief. Der Südmarkgauobmann Dr. Otto Am-broschitsch begrüßte als Mitglied der Hauptleitung die Gründung mit herzlichen Worten und legte unter lebhaftem Beisalle den hohen Wert gemeinsamer Südmarkarbeit unter den einzelnen Ortsgruppen dar. Die Wahl deS Ausschusses hatte folgendes Ergeb-niS: Obmann Ingenieur Heinrich Payr, Bahn-kommiffär; Obmannstellvertreter Betriebsleiter Josef Nießner; Zahlmeister Buchhalter Adolf Prelog; dessen Stellvertreter Bahnrestaurateur Alfred Petsch-nigg; Schriftführer Postafsistent Josef Namar ; Bei-täte die Herren Luschitzky und Jauschnig, Werkmeister. Zu RechnungSprüsern wurden gewählt Bahn-»ssistent Adolf Harbich und Postexpedient Karl Schmölzer. Die Ortsgruppe zählt bereits 15,0 Mitglieder, die alle in Steinbrück selbst wohnen. Sie ist somit eine der stärksten Südmarkortsgruppen des Unterlandes. Von den eingelangten Begrüßungen wurden mit besonders stürmischem Veisalle hinge-nommen jene unseres heimatliche» Dichters Peter Rosegger, der der Veranstaltung Heil und Freude wünschte, sowie ein herzliches Schreiben des Dichters im Priesterrocke Ottokar Kernftock, dem wir folgende Worte entnehmen: „Ich begrüße die Wackeren herz« lichst, die den Wachposten an der südliche» Sprach-grenze bezogen habe». Ihr Amt ist kein leichteS, aber daS schönste und ehrenvollste, daS die Nation zu vergebe» hat. Halten Sie treue Wacht! Die Aufgabe eines VoiPostens ist nicht, den Gegner herauszufordern; wenn Sie ober herausgefordert werden, gedenke» Sie meiner Mahnung, die im Südmarkzimmer der Burg Person geschrieben steht: Hab' aus die Parole acht, Deutsche Wacht im Süden: Besser eine verlor'ne Schlacht Als ein fauler Frieden. Heil den braven Deutschen von Steinbrück!" An der Versammlung nahmen auch Abordnungen der SüdmaekortSgluppen von Eilli, Tüffer, Lichtenwald, Rann und Hrastnigg teil und den wackeren Hiast-nigger Sängern unter der Führung Diermayrs ge» bührt ganz besonders herzlicher Dank für die prach-tigen Liedergaben, womit sie das Fest verschönten. Eine stürmische Genofsenschastsver sammlung. Sonntag nachmittags fand im Hotel Post die Generalversammlung der Kollektivgenossen-schast statt, bei welcher die Slowenen korporativ er-schienen waren. Zum ObmaPi wurde Herr Michael Altziebler wieder- und Herr Alsred Winkler zum Obmannstellvertreter nengewählt. Da ein großer Teil gerade der hervorragenden deutschen Gewerbe-treibenden in der Persammlung nicht erschien »nd die deutsche Mehrheit nur eine bis zwei Stimmen betrug (22 gegen 20 Stimmen), ist e» förmlich einem Zufalle zu danken, daß die Kollektiv-Genofseu» schast iu unseren vorbildlich deutschen Eilli nicht itt slowenische Hände übergegangen ist. Hoffentlich bil» den die Ereignisse dieser GenossenschastSversammlnng eine ernste Mahnung an alle jene deutsche» Gewerbe» treibende» und es sind ihrer sich.'r gegen 40, die dieser Versammlung ferngeblieben sind. AIs die Slo-wenen sahen, daß sie ihre Kandidaten nicht durch» bringen, verließe» sie korporativ den Saal. Deutsche „Spitzeln" in slowenischen Gasthäusern. Dem „SlowenSki narod" wird aus Eilli geschrieben: „In der letzten Zeit machen sich in slowenischen Gasthäusern Elemente geltend, welche mit den deutschen Machthabern im Rathause in Verbindung stehen und in slowenische Lokrle horchen kommen. Es möge daher jeder achtgeben, was er sprich», damit nicht hochverräterische Affairen herauskommen. Die Eigentümer slowenischer Lokale werden aber auch wissen, was solchen verdächtigen Erscheinungen gegenüber ihre Schuld ist.' — Wie wir erfahren, haben diese deutschen Spitzel» Haupt-sächlich im «Gasthaus Stern" ihr Lager anfge» schlagen. Befitzwechsel. Da» der Frau Anna Laß ge-hörige Gut Forsthos in der Umgebung von Eilli ist durch Kauf in den Besitz deS Bäckermeisters Josef Kürbisch übergegangen. Südmarkoersammlung inHocheneag. Samstag nachmittags fand zu Hochenegg in Pöt» ichers Gasthause eine Wanderversammlung der Süd-mark statt, bei welcher Wanderlehrer Schneider einen prächtigen völkischen Bortrag hielt, dem die zahlreich erschienenen Südmarkgenossen von Hochenegg sowie viele Mitglieder auS Neuhaus, Weiten stein und Eilli mit größter Aufmerksamkeit lauschten. Auch der Gau-obmann Dr. Otto Ambroschitsch richtete an die Ver-sammlung herzliche Begrützungsworle. Auf der Suche nach einem ertrunke-nen Kinde. Gestern nachmittags hatte die i» der Giselairaße Nr. 13 wohnhafte Theresia SdmfoiUgg in der Damenbadthütte im Stadparke die Kabinen gerieben, während sie ihre Enkelin, die achtjährige Stefanie Sabukoschegg. vor der Hütte spielen ließ. Plötzlich vermißte sie das Kind und, da sie ver-mutete, daß das Kind in das Wasser gefalle» und ertrunken sei» könnte, begann sie um Hilfe zu rufen. Der städtische Verwalter Herr Peter Derganz nahm sofort einen Kahn und suchte eine» großen Teil dei Sannbettes ergebnislos ab. Um 6 Uhr abends kam plötzlich da» Kind frohen MuteS mit einem Blumenstrauß nach Hause. Es befand sich, während es ge-sucht wurde, i» dem ober dem Stadtparke gelegenen Walde. Seite 4 Deutsche Waa,t Elftes steirisches Sängerbundesfest. Mit Rückficht auf die in der letzten Zeit eingetretene Verschärfung der politischen Lage wurden daS elfte steirifche Sängerbundesfest und die Gedenkfeier des 50 jährigen Bestandes des Bundes auf den 7. und 8. September verschoben. Eine Kurordnung für Bad Neuhaus Im Landes - Gesetz- un) Verordnungsblatte vom :j. d. wird die Kundmachung des Statthalters in Steiermnrk vom 21. April 1913, betreffend die Regelung des Kurwefens im Kurorte Neuhaus bei Cilli, verlautbart. Schuloereinszuwendungen für Un-tersteier. In der Sitzung am 30. April d. I. wurden von der Hauptleitung des Deutsche» Schul-Vereines für mehrere nnierfteirische Schulen und «indergärten Bauunterstützungeu bewilligt. Es wnr-den mit namhaften Beträgen bedacht: der Kinder-gartenbau irr Mahrenberg, dessen Vollendung dadurch gesichert erscheint, sowie Roßwein für einen Schul-zubau, der die demnächst zu errichtende 3. Klasse aufnehmen soll. Ferner erhielten Leitersberg-Kart-fchowin und Rann bei Pettau weitere Beträge für ihre Schulbauten, was eine nicht unbedeutende Er-leichterung der finanziellen Lage dieser beiden Ge-memden zur Folge hat. Schutzhilfe der Südmark. In der zweiten Aprilhälfte wurden unter anderen folgende Schutz-maßregeln getroffen.- Sieben Notstandsspenden (4250 Kronen), darunter den obdachlosen Abbrändlern des Dorfes Nußdorf in Salzburg eine rasche HüfSgabe von 500 Kronen und ebenso sieben brandgefchädigten KleinhäuSlern in Böfendorf lNiederösterreich) 500 K; Darlehen (14.470 Kronen) an siebe» Volksgenossen zur Erhaltung und Erwerbung von Hau» und Grundbesitz in Südtirol, Körnten und Steiermark; ein Zinsenbeitrag für ein Darlehen von 6000 K an einen Kleinbesitzer in Niedelösterreich; 500 Kronen für Studenten- und Schülerherbergen in Südöster-reich; eine größere Spareinlage erhielt eine Dar-lehenSkasfe in Kärnten; schließlich wurden zwei Waisenknabe» in die Obhut des Vereines genommen und bei einem vertrauenswürdigen Landwirte in Pkleze gegeben. Die Unterkrainer Bahnen. Die ange-kündigten Verhandlungen über die Uebernahme der Unterkrainer Bahnen in den Pachtbetrieb der StaalS-rifenbahnverwaltung haben zu einem befriedigenden Ergebnisse geführt. Die Vorschläge deS Eisenbahn-Ministeriums sind vom Verwaltungsrat der Unter-krainer Bahnen angenommen und werden der dem« nächst zusammentretenden Generalversammlung der Aktionäre zur Genehmigung unterbreitet werden. vor der Hochzeit vom Tode ereilt. Au» Windischfeistritz schreibt man: Montag sollte die Weißnäherin Marie Kollenz den Ehebund schließen ; sie erlag jedoch im letzlen Augenblicke vor der Hochzeit einem Herzschlag. Einbruch in eine Gemeindekanzlei. In der Gememdekanzlei in Maria-Plelrowitfch wurde nachts ein Einbruch verübt. Der Einbrecher sprengte die EingangStür aus und öffnete alle Schränke. Er fand aber nur in der unverfperrten Lade 80 K. Anderes Geld war in einer einbruchssicheren Kasse verwahrt. Eine Kindsmörderin. Die Besitzerstochter Anna Skornik in Dobrina schenkte am 28. April einem Mädchen das Leben, Gleich nach der Geburt stopfte die Mutter dem Kinde trockenes Laub in den Mund, bis e» erstickte. Die kleine Leiche vergrub sie dann unter einem Haselstrauch, wo sie am 30. April die Gendarmerie fand. Der Schlund des Kindes war noch bis in die MmidhohU voll von Hasellaub. Die Kindsmörderi» wurde dem KreiSge-richte Eilli eingeliefert. Der Geldschatz aus dem Türken kriege. Als am vergangenen Sonntag der Grund-besitze? Johann Galjot in Zirklach bei Trifail in seinen Viehstall ging, fand er zu feinem nichl ge-ringen Erstaunen in der Futterkrippe 32 blinkende Goldmünzen. Es waren Dukaten auS dem 16. Jahr« hundert, größtenteils polnischer und ungarischer Prä-gung. Zwei Goldstücke hatten türkische Inschriften. Tag« darauf fand der Bauer noch drei Goldmünzen im Dünger. Die Münzen dürsten zur Zeit der Tür-kenkriege von flüchtenden Ungarn hierhergebracht worden sein. Als der Bauer nach der Herkunft des goldenen Funde» forschte, fand er oberhalb der Krippe in die Mauer eingemauert eine hölzerne Truhe, in der die Goldfüchse verwahrt waren. Die Mauer war bereits abgebröckelt und die Truhe von Ratten zernagt, so daß die Goldmünzen in die Krippe fielen. Der Besitzer, durch diesen unverhoff- ten Fund angeregt, forscht nun noch weiter auf feinen Besitz und glaubt fest, noch einen weiteren Fund zu machen. verhafteter Einbrecher. Kürzlich verhaf» tete die Gendarmerie in Lakendorf den vielgesuchle», wiederholt vorbestraften Einbrecher Anton Schiretz, der auf feinen DiebSreifen von Graz bis Pontebba kam. sich bei seiner Rückreise in Kram und Unter-steier längere Zeit herumtrieb und feinen Lebens-unterhalt durch Einbrüche iliid Diebstähle verschaffte Er verdingte sich bei Grundbesitzern als Knecht, er-fpähte einen günstigen Augenblick zum Einbruch und verschwand. So führte er größere Diebstähle in den Bezirken Pettau und Stein in Kram und in Ain-dorf bei CilU ans. Auch hatte er es auf Fahrräder abgesehen, die er in abgelegenen Gemeinden an Bauernsöhne verkaufte. Hütet die Kleinen! Am 2. d, ging nach-mittags die Winzerin Maria TurScak in Hrastovetz, im Bezirke Pettau, in den in der Nähe gelegenen Weingarten arbeiten und ließ ihre zwei Kinder, den zweijährigen Jakob und die sechsjährige Marie allein zu Hause. Kaum war die Mutter aus dem Hause, lies der kleine Jakob zu der unweit entfernten, einen halben Meter tiefen Hauslache. stürzte hinein und ertrank. AIS die Schwester die Mutter herbeirief und diese ihr Söhnchen aus der Lache zog, war eS bereit« eine Leiche. In der gleichen Lache ertrank schon einmal ein vierjähriges Mädchen, Grählicher Tod eines Bergarbei ters. Man schreibt aus Trifail: Am 1. d. wollte der Bergarbeiter Alois Stros in der Trockenfepara-tion den Treibriemen von der Scheibe abziehen. Da-bei wurde er vom Treibriemen erfaßt und in das Getriebe gezogen, wo sein Körper buchstäblich zer-quetscht wurde. Die verstümmelte Leiche wurde in die Totenkammer übergesührt. Diebstahl in einer Berpflegsstation. Der Berpflegsstationsleitersgattin in Reichenburg wurden, als sie für eine kurze Zeit ihr Zimmer verlassen hatte, von zwei Handwerksburschen eine goldene Uhr faml Kelle und ein goldener Ring im Gesamtwerte von 370 K gestohlen. verhafteter PostsparkassenbuchfSI scher. Aus Marburg wird gemeldet: Der Post-fparkassenbuchfälscher. der in Untersteiermark und Ärain in letzlerer Zeit bei verschiedenen Postämtern Geldbeträge im sogenannten kurze» Wege bis zu 40 K behob, wurde von der SicherheilSwache in Marburg verhaftet und dem Kreisgerichte einge-liefert. Es ist dies der im Jahre 1891 in Graz geborene, nach EibiSdorf, Bezirk Luttenberg, zustan-dige Handlungsgehilfe Johann Kolmonic. Soviel bis jetzt festgestellt werden konnte, hat Kolmauie drei Sparkassenbücher gefälscht. Ein „Zauberkünstler" als Einbrecher verhaftet. Man schreibt aus Windischgraz: Am 29. April nachts versuchte beim Postmeister Johann Hilzl in Mißling ein Dieb einzubrechen, indem er auf einer Leiter da« Fenster ausbeben wollte. Durch das Geräusch erwachle der Postmeister; er feuerte einige Schreckschüsse ob, worauf der Einbrecher die Fluchl ergriff. Am 30. April nachts wurde ein Ein bruch in die Spar- und Vorschußkasse in St. Jlgen versucht, der jedoch gleichfalls mißlang. Am 1. d. wurde in Windischgraz der aus Graz stammende herumziehende Zauberkünstler Ottokar Thür ver-hastet, der die Einbruchsdicbstähle versucht hat. Thür hatte am 28. April in Windischgraz in Gasthäusern seine Künste vorgeführt und war dann spurlos ver-schwunden. Ueberlandflug über den Karst. Einen großartigen Ueberlandflug über den Karst führte Oberleutnant Taußig auS. Er flog vom Flugfeld Girz auf, »ahm feinen Kurs über EormonS nach Gradiska und > äherte sich dem Karst, den er in 2000 Meter Höhe überflog. Ueber St. Peter kam der Flieger nach Görz zurück, wo er in prächtigem Gleitfluge landete. Drei kleinere Anwesen in Egydi-Tunnel gelangen durch Vermittlung deS Vereines Südmark, Graz, zu vorteilhaften Bedinguugen an deutsche Volksgenossen zum Verlause und sollten ehestens erworben werden. Zwei dieser Besitze be-stehen ans villenartigen, netten Landhäusern mit kaum drei Joch angrenzenden Grundstücken, während da» '.ritte Anwesen auS einer für bescheidene An-fprüche bestimmten Häuschen und vier Joch Grund-stücken besteht. Z'lm Zweck der Slärkung des Deutsch-tums in der bekannten Sprachgrenzgemeinde Egydi-Tunnel wäre auch eine regere Ansiedlung von deut-sche» Pensionistensamilien (deren es bereit» dort über 20 gibt) fehr erwünscht. Kleinarbeit für die Südmark. Gesam-melte» Zinn (Stornos, Flaschenkapseln. Tuben usw.) Korksiöpsei und Zigarrenabfchnitte sammelt und ver-wertet die Südmark Ortsgruppe Mödling. Seudun-gen und Zuschriften an da» Vereinsheim, Haupt-straße 57. Das Maiheft der Südmarkmitteilun gen bringt aus 32 Seiten wieder allerlei völkisch und wirtschaftlich wertvollen Lesestoff; daß auch die äußerst rege VereinSlätigkeit in der Hauptsache darin festgehalten wird, ist selbstverständlich Die Monatsschrift eignet sich bei dem dilligen Bezugspreise von 2 K jährlich sür einen Band von fast 500 Seilen sür jedermann, «er an den völkischen »nd wirtschaft-lichen Strömungen unserer Zeit Anteil nimmt. Au» dem Inhalte: „Soziale Klafienfragen", Bauer und natürliche Erziehung", „Mehr Werbearbeit", „Die Tätigkeit und Erfolge der Hauptleitung", „Der Gaue und Ortsgruppen", „Von der deutschen Opfer-gemeinde'. „Von anderen Vereinen", „Vermischte»". „Völkisches Schrifttum", .Anzeigen". Da die Ver-einSblätter erfahrungsgemäß das beste BelebungS-mittel für die Vcreinsarbeit darstellen, so sollte ihre Verbreitung im Volke nicht aus dem Auge gelassen werden. Probeblätter uud Bezieherlisten zum An-werben neuer Leser werden gerne versendet. Der Markt Leibnitz zur Stadt erhoben. ReichSrats- und LandtagSabgeordncter Hein-rich Wastian wurde verständigt, daß das Ministerium deS Innern den Markt Leibnitz zur Stadt er-hoben hat. Dermilchtes. Bedenkliches Kampfmittel eines Hutnadel f e i n d e s. Ein aufrezeuder Zwischenfall spielte sich am letzten Dienstag in einem dichtbesetzten Wagen der Straßenbahn in Stockholm ab. Wäh-rend der Fahrt zog. wie von dort berichtet wird, plötzlich ein gutgekleideter Herr eine Browning-pistole ans der Tasche »nd richtete sie drohend auf die Insassen deS Wagens, unter denen sich die Damen in der Mehrzahl befanden. Es entstand eine wilde Panik. Die Passagiere drängten sich durch die Tür und manche sprangen in voller Fahrt ab. Einigen beherzten Männern gelang es, den „Sitten-tätet" zu entwaffnen und einem Schutzmann zu übergeben. Auf ver Wache xab der Verhaftete an, er habe mit feiner übrigens ungeladenen Waffe nur den Damen zeigen wollen, wie ungefährlich eine Pistole im Vergleich zu ungeschützten Hutnadel« sei. Der Mann will seine Demonstrationen fortsetzen. 32 Stunden auf Posten. .Eine Geschichte, die an daS Lustspiel Körners vom „Vergessenen Posten" erinnert, ereignete sich, wie der „Ins." au« Petersburg geschrieben wird, im 21. Sappeur-bataillon zu Shitomir. Ein Soldat dieses Bataillon» hatte 32 Stunden auf Posten stehen müssen und während der ganzen Zeit tadellos ausgehalten. Mednikoiv kam vor einigen Tagen um l Uhr mor-genS auf Posten vor dem Pulverturm, der sich u«< gesähr drei Kilometer von der Garnifonsstadt Shi-tomir entfernt befindet. Die Ablösung sollte um 6 Uhr morgens erfolgen. Wie er aber auch spähte und blickte, die Ablösung ließ sich nicht sehen. Lo verging der ganze Tag und die ganze Nacht bis zum frühen Morgen um 9 Uhr, wo endlich die »b> löiung erschien. Der Soldat war durch die Entbeh-rungeu an Speise, Trank und Schlaf so matt ge-worden, baß er kaum noch die notwendigen militäri« sehen Bewegungen machen konnte. Darin brach er zusammen »nd wurde aus einem Wagen, den da» Garnisonskommando bereits vorsorglich mitgesandt hatte, nach Hause gefahren, um in dem Lazarett Aufnahme zu finden. Als er sich hier erholt hatte und zu Kräften gekommen war. erfuhr er erst, warum er 32 Stunden ohne Ablösung auf Posten hatte stehen müssen. Sein Vorgesetzter, der Ritt-meist« Dnjesow. der am vorhergehenden Tage früh morgens 6 Uhr den neue» Posten, der Mednikow ablösen sollte, hätte kommandieren müssen, hatte sich irr derselben Nacht, in der Mednikow auf Posten gezogen war, wegen Spielschulden erschossen. In der Ausregung, welche die Nachricht von dem Selbst-mord des Rittmeisters mit sich brachte, hat man auf den Posten vergessen. Generaladjutant Jwanov trog dem Zaren den Fall vor. woraufhin der Zar den Soldaten zur Belohnung für feine Treue zum Unter Offizier ernannte und ihm ein Geschenk von 25 R« beln überreichen ließ. Die Zähne als Eharaktermerkmal, De» Charakter des Menschen sucht man an den verschiedensten Merkmalen zu erkennen. Man be Nummer 37 Dettlfcli« Wacht Seite 5 obschtet den Blick deS Auges, das ja als der Epiegel der Seele gilt; die Phrenologie untersucht die verschiedenen Knochenverdickungen am Schädel, um hieraus den Charakter zu beurteilen; am be-kanntest«» ist jedoch die Graphologie, das Studium der menschlichen Charaktereigenschaften aus der Hand-schiist. Zu all diesen mehr oder weniger sicheren Charakmmerkmalen gesellt sich, so erzählt Arthur Lewiniky m der „Umschau", noch ein neues, näm« lich die Zähne. Aus einem der letzten zahnärztlichen Kongresse in Amerika kam dies interessante Thema zur Verhandlung, über »as ein Londoner Zahnarzt, der derselben beiwohnte, berichtet hat. Die Zähne des Menschen sollen die untrüglichsten Merkmale für dessen Charaktereigenschaften geben. Wankelmütige, geizige und charakterschwache Personen haben vor-springende Kaniüchenzähne in Verbindung mit zurück-stehendem Kinn. Aus start eiolische Veranlagung deuten weit auseinanderstehende Zähne. Sehr weiße, km;e, reiskörnerähüliche Zähne, die von schwächlicher Bildung sind, lassen einen Rück'chluß auf nervöses, sich innerlich aufreibendes Temperament zu. »as mit mißmutigem, jähzornigem Wesen verbunden ist. Niedrigkeit und Starrsinn im Denken und Haiideln dokumentiert sich durch kurze Zähne mit überragen-dem Zahnfleisch, wählend mißgeformte, unebene Zähne das sicherste Zeichen sür beschränkte In-telligenz bilden. So verraten die Zähne also alle guten und schlechten Charaklereigenschaslen der Men-schm, wenn man es versteht, sie daraushin zu prüfen. Wenn sich die „Seelenlehie der Zähne", wie wir sie nennen wollen, also mehr entwickelt haben und zu einem System zusammengefaßt sein wird, gibt es sür einen glücklichen Bräutigam oder ein verliebtes Bräutchen nichts Einfacheres, als sich durch die Untersuchung der Zähne deS anderen Teiles ein untrügliches Urteil über den Charakter desselben und damit die Gewähr für ein glückliches Cheleben zu verschaffen. Vergeht das Einpflanzen der S 0 n -nenblumenkerne nicht! Von Mitte Mai bis Anfang Juni ist die richtige Zeit zum Einpflanzen. Für zehn Heller Sonnenblumenkerne geben eine ganze Menge dieser herrlichen gelben Blumen. Man muß nur im Herbst aufpassen, daß die Fruchtkerne nicht vorzeitig ausgepickt werden. Hat man sich einen tüchtigen Vorrat von Sonnenblilmenkernen aufgehoben, so können damit im Winter viele der kleinen, nützlichen Meisen glücklich gemacht und frei-willig an den Garten gefesselt werden, wo sie dann das zahllose Ungezieser in den Rinden. Astwinkeln und Knospen aufpicken. GeistlichealsAuswandereragenten. Die Gründung der Kanada-Lmi« in Trieft hat zu ichaifen Konkurrenzkämpfen zwischen der Canadian Pccific Railway Co. und den kontinentalen Schiff-sahäSgcstllschaften gesührt. Die Canadian Pacific entfallet eine sehr rührige Propaganda i» Galizien und in auderen österreichischen Provinzen, wobei sie ganz nene, amerikanisch anmutende Mittel anwendet. €0 zum Beispiel versendet sie Briefe in große» Mengen an die polnische Geistlichkeit, in denen sie sogar den Geistlichen Provisionen sür die Zuführung von Auswanderern anbietet. Bärenjagd in Tirol. Ein großer Bär brach ins Gebiet deS oberen JnntaleS ein. Er kam au» dem Launfertal. Sofort rottete sich eine.Schar von Schützen zusammen, um aus daS Raubtier Jagd zu mache«. Währenddessen wandte sich der Bür gegen daS Ctschtal. In der Umgebung von Nauders wurde er von dem Bauernsohn Wilhelm Federspiel durch einen sicheren Schuß erlegt. Der Bär hatte viele Schafe zerrissen. Der Automat bei den alten Aegyptern Es gibt kaum etwas Neues. Auch jenes Wunderding des IN. Jahrhunderts, der Aulo» mal, ist nicht neu. Hero von Alcxandria war eS. der den ersten Aulomalen konstruiert hat, und zwar soll er ihn für die Priesterfchaft eines ägyptischen Tempels angefertigt haben. Diese verkaufte „heiliges Wasser" und dabei kam ihr ein Automat gut zu statten. Der Auiomat war derart konstruiert, daß das Geldstück auf einen im Gleichgewicht befindlichen Hebel fiel. Der eine Hebelarm senkte sich. Dadurch wurde eine Klappe geöffnet und daS „heilige Wasser" konnte herausströmen. Hatt« der Hebel sich bis zu einem bestimmten Grade gkfenkt, fo rutscht« das Geldstück in einen Kasten, der Hebelarm schnellte zuiück und die Kloppe war wieder geschlossen, so daß das Wasser nicht weiter floß. So erhielt jeder Gläubige sein bestimmtes Quantum heiligen WasierS, je nach der Zahl der Geldstücke, die er opferte. Glück im Unglück, Ueber ein geradezu wunderbares Vorkommnis berichtet man aus Paris. Eine Familie namens Ferz, bestehend auS Mann, Frau und zwei Kindern, reiste mit einem Schnell-zuge nach VarenneS. Einige Meilen von Paris ent-fernt öffnete sich plötzlich von selber eine Tür des Abteils und daS jüngere Kind des Ehepaares, ein dreijähriger Knabe, stürzte hinaus. Ohne Besinnen sprang der Vater aus dem in voller Fahrt befind-lichen Auge dem Kleinen nach, Unter dem Jam-mern der entsetzten Mutter und ihres TöchterchenS zogen MilPassagiere die Notleine und der Expreß hielt. Von weitem schon sah man Vater und Sohn, offenbar unversehrt, dem Zuge »acheilen. Es stellte sich in der Tat heraus, daß der Sturz wie der Spruug aus dem dahinrasenden Zuge keine schlim-meren Folgen gehabt hat als leichte Hautabschür-sungen und ein paar Beulen. Die Freude der wie-dervereinten Familie, die ungehindert ihre Reise fortsetzen konnte, war unbeschreiblich. Unlängst verlief ein ganz ähnlicher Vorfall in Portugal tragisch. Das hinausgestürzte kleine Mädchen und der nach' gesprungene Vater wurden tot aufgefunden. Ein 17jähriger Frauenmörder. In Altvna wurde dieser Tage in seiner Wohnung der l 7 jährige Kellner Rudolf Brodwolf au« Obereß-lingcn verhaftet. Brodwolf hatte am 21. April in Hamburg die 48 jährige, von ihrem Manne getrennt lebende Frau Heinrich ermordet »nd beraubt. Nach anfänglichem Leugnen hat er die Tat gestanden. Er hatte, wie er angab, ein Liebesverhältnis mit einer Freundin der Ermordeten und wußte, daß Frau Heinrich ein Sparkassenbuch besaß. Eines Tages ging er in die Wohnung, wo er die Frau im Bell liegend antraf. Er fing mit ihr einen Streit an und schnitt ihr in dessen Verlauf mit einem Rasiermesser die Kehle durch. K> atzwunden im Gesicht des Mör-derS deuten darauf hin, daß dem Mord ein Kamps vorausgegangen war. Ans die Ergreifung des Mör- derS war eine Belohnung vor. 1000 Mark ausge-sch». Ein romantischer Erbe. A»S Paris wird mitgeteilt: Der 44 Jahre alte Schäfer von Sernhac im französischen Depariement Gard, der bescheidene Marius Bonnaud, ist über Nacht Millionär gewor-den, der Erbe eines Vermögens von rund 30 Mil-livnen, die ihm nicht etwa von einem O»kel aus Amerika, sondern diesmal von einem Großvater aus England hinterlassen wurden. Der Pfarrer von Sernhac. der auf sein so plötzlich reich gewordenes Gemeindekind wohl stolz ist, veröffentlicht in der Zeitschrift „Illustration" sogar ein Bild, das diesen nenen Multimillionär auf der Weide inmitten seiner Schafe zeigt. Aber die Millionenerbschaft hat auch ihre Vorgeschichte. Ein reicher Engländer verliebte sich während einer Reise in ein hübsches Mäocheir der Lozere. in Pierette Bonnaud. Er nahm sie mit nach England, aber die Angehörigen hintertrieben die Heirat; eines Tages wurde daS Mädchen heim-geschickt, landete in Marseille nnd gab hier einem Knaben daS Leben: dem Marius Bonnaud. Das Kind fiel der öffentlichen Armenpflege anheim; die Mutter aber traf mit dem Engländer wieder zu-fammen, wurde später auch die Mutter eines kleinen Mädchens. Diese Tochter wurde ausgezeichnet erzogen, heiratete einen Engländer und erhielt von ihrem natürlichen Vater eine Schenkung von drei Millionen Oft hat der Schäfer Marin» seine reiche Schwester um Hilfe für sich gebeten, aber stets umsonst. Vor kurzem erfuhr er, daß die ErbschaftS-behörden ei» natürliches Kind suchten, daS seinen Namen tragen »nd 186S> in einem Hospital in Marseille gebore» sein sollte. Der Schäfer meldete sich u»d erfuhr, daß sei» unbekannter englischer Großvater ihm rund 30 Millionen hinterlassen hatte. Einstweilen aber versieht der neugebackene Millionär noch getreulich sein Amt als Schäfer, denn er will feine Stellung erst aufgegeben, wenn fei» ©rothen einen passenden Nachfolger gefunden hat, bei dem eS die Herde des Macius auch weiterhin gut haben wird. Gerichtssaat. Ein Massenbetrug. Nicht weniger alS 8tt Personen sind im Lause der Monate Juli bis Oktober 1912 einem Schwindler zum Opfer gefallen. Der 22jährige HandlungS- fehilfe Raimund Senöar aus Laibach hatte als Rei-ender der Firma I. u. E. Glück in Königsberg während der gknannre» Z«it i« Untersttiermark und Krain Bestellungen auf Aensterrolletten «ntgegenge-nommen und zugleich kleinere oder größere Beträge als Angelder eingehoben. Sensor leitete jedoch keine der Bestellungen an seine Firma weiter, sondern verbrauchte die Angelder, die den Betrag von 350 Kronen überstiegen, sür sich. Gerichtlich zur Ver-antwortung grzogen. erklärte Sencar, er habe bei einer Anzahl von Parteien die Offerte viel niedriger gemacht, als es ihm nach der Preisliste gestattet war, dahdr habe er alle Bestellungen zurückbehalten in der Erwartung, daß die Firma bei Empfang vieler Bestellungen auch jene genehmigt hätte, welche unter den Ansätzen der Preisliste waren. Diese Rechtfertigung machte ihn jedoch nicht schuldlos, weS-halb er mit 3 Monaten Kerkers bestraft wurde. Ein Serbenfreund. Der 43jährige Kanzleigehilfe bei der Bezirks» hauptmannfchast in Rann und der geivesene Gen-darin Josef Gaißer erschienen am 4. Dezember 1912 zwischen 5» und 6 Uhr abends im Dengg'schen Gast-Hause in Rann und mengte sich in ein zwischen dem Schlossermeister Julius Wresounig und dem Geschäfts' führer Joses Stersche geführtes Gespräch über die Balkanwirren. Er spdliete hiebei über die militiri scheu Schutzmaßnahmen Oesterreichs gegen Serbien, bekundete seinen Unwillen darüber, dag nur slawische Soldaten an die Südgrenze des Reiches geschickt werde» »nd wandte sich schließlich an mehrere Gäste mit der Aeußerung: „Diese Geweh e könnten sich leicht auch umkehren!" An einem späteren Dezember-tage äußerte er auch in den Amtsräumen der Be-zirkshauplmannschaft Rann die Worte, daß er, wenn «» zum Kriege kommen sollte, eher das Gewehr wegwerfen, als auf einen Serben schießen würde. Gaißer büßt seine vorlaute Serbenfreundlichkeit mit einer fechSwöchentlichc» strengen Arrestrafe. Mit dem Fahrrade davon. Der wegen DiebstahleS schon mehimals vorbe-strafte 18 jährige, in Judendorf geborene und nach Neustift bei Oberburg zuständige Taglöhner Rudolf Cernivfek erbrach in Trifail am 25. April abends mit einem Nachschlüssel eine Hütte, in welcher der Bergarbeiter Anton Hauptmann sein Fahrrad ver« wahrt hatte, und stahl daS Rad, Pas der Eigen-tümer mit 154 Kronen bewertet. Ueber die Nacht versteckte er das Rad unter eine Brücke und fuhr am nächsten Morgen gegen Ungarn. Jedoch schon in Laak bei Steinbrück wurde er beim Schmiedmeister Vinzenz Debelak, wo er das durch einen Sturz be-schädigte Rad wieder herstellen ließ, verhaftet. Seine Angaben, das er mit dem Rade nach Ungarn zu fahren beabsichtigte, um dort Arbeit zu suche«, und daß er das Rad dem Eigentümer wieder zurückge-stellt hätte, wurden nach dem Vorleben des Cernivfek als unglaubwürdig angenommen, weshalb er am 5. d. vom hiesigen KreiSgerichl« zu zehn Mo-nate» schweren KerkerS, mit einem Fasttage und »inem harten Lager alle 14 Tage, verurteilt wurde. Ein (Bendarmeriewachtmeifter als Denunziant. Der 4l Jahre alle Gendarmeriewachtmeister i. R. Johann Krizanek, welcher schon seit langer Zeit aus den Gendarmerie^osten in Dobova schlecht zu spreche» ist und besonders den Wachtmeister Thomas Ovcar haßte, erstattete gegen diesen am 8, Juni 1912 beim LandeSgendarmeriekommando in Graz ein« Anzeige, worin er ihn deschuldigle, er habe eine am 12. Mai 1912 persönlich wahrgenommene Mißhandlung deS Hirten Jvic Sekoranja durch seinen Dienstgeber Josef Kovacic in Dobova nicht zur Anzeige gebracht, vielmehr den Beschädigten noch dazu beredet, daß er von einer Anzeige abstehen solle. In dem hierüber beim Bezirksgerichte Rann anhängig gewordenen Strasprozesse wegen Ehrenbe-leidigung verantworte sich Krizanec damit, 5aß die Anzeige der Wahrheit entspricht, da ihm der Sach-verhalt von den Grundbesitzern Johann Gerjevic und Franz Furlan in dieser Foim mitgeteilt worden sei und daß ihm nach Erstattung der A»zeige Jvic Sekoranja selbst daS Gleiche mitgeteilt habe. Kriza-nec bot auch für seine Behauptungen den WahrheitS-beweis durch Franz und FranziSka ^uilan an, von deren Einvernahme jedoch in rrster Instanz Abstand genommen wurde. Krizanec wurde daher abgestraft. Vom Berufungsgerichte wurde jedoch dieieS Urteil aufgehoben und die Sache zur neuerliche» Ver Hand-lung an die erste Instanz verwiesen. Am 23. Juli langte nun beim LandeSgendarmeriekommando eine zweite Anzeige deS Krizanec gemeinsam mit dem Be-sitzer Franz Furlan gegen den Wachtmeister Ovcar ein, der nun neuerlich den Krizanec fowie den Furlan beim BezirkSgerichle Rann zur Beranlwortung zog, weShalb beide Strafsachen verbunden wurden. Infolgedessen konnte nun Franz Furlan nicht mehr * mehr wie bisher alS Zeuge geführt werden. ES Seit« 6 Deutsche Wacht Nummer 37 stellte sich auch heraus. daß die Sheleute Furlan den ganzen Vorfall, der dem Krizianec zum Gegestande der Anzeige diente, gar nicht gesehen, vielmehr nur gehört hatte», dah Sekoranja sich über ein zerrisse, »ei Hemd beklagte und daß der zufällig vorüber-gekommene Gendarmeriewachtmeister Ovcar den er» regten Dienstgeber Kovacic zu beruhigen suchte. Wegen dieser unwahre» Anzeige nun mußte sich Kri-zanec vor dem hiesigen Kreisgerichte verantworten. Keiner der von Krizanel geführten Zeugen konnte dessen Behauptungen bestätigen. DaS Urteil lautete auf eine jechSwöchentliche Kerkerstrafe. verschärst durch tinen Fasttag alle 14 Tage. Unvorsichtige Aufbewahrung von Spreng Mitteln. Im Monate Februar 1912 wurde dem in Pre° volberg. Gemeinde Stranitzen, anfüssizen Besitzer Blasius Röscher von der k. k. BezirkShauptwa»». schast Gonobitz die Bewilligung zum Bezüge von 36 Stück Dynamitpatronen samt den dazu gehörigen Kapseln zum Sprengen von Felsen erteilt. Röscher hatte diese Sprengstoffe in einer Schachtel im Keller aufbewahrt. Johann Javornil. der mit der Spren-gung der Felfen betraut war, entnahm nun ab und zu die notwendigen Patronen. Am 28. Februar d. I., an demselben Tage, an dem Javornlk »ach Lubnitzen übersiedelte, bemerkte nun die Gattin deS Röscher in der Wohnung deS Javornik, und zwar in einem Wandkasten, zwei Dynamilpatrone». waS BlasiuS Röscher sofort zur Anzeige brache. Abge-sehen von der zweifellos ungeeigneten Aufbewahrung der Sprengmittel in einem Wohnraume. den Javor-nik mit feiner Frau und seinen Kinder» teilte, war durch diese unvorsichtige Aufbewat>rnig jederzeit eine Gefährdungsmöglichkeit sür daS Eigentum und die Gesundheit und daS Leben eineS anderen gegeben. weShalb Javmnik vom hiesigen Kreisgerichte zu 14 Tagen strenge» Arrestes mit einem Fasttage wöchentlich verurteilt wurde. Die Mutter mit Anzünden ihres Hauses gedroht. Der l8jährige BesiyerLsohn Johann Kuscher bei Eilli ist ein unverbesserlicher Mensch, der sich schon dmch längere Zeit in der Besserungsanstalt befand und den Eltern fchon viel Kummer und Sorge bereitet ha»e, da er ein arbeitsscheues Jndi-viduum ist und immer nur arbeitslos Herumzulun« gern trachtet. Die Mutter machte ihm daher oftmals ernste Vorstellungen und legte ihm nahe, daß er von ihr kein «öffen bekommen werde wenn er nicht bald eine Arbeit suchen werde. Al« Antwort darauf sagte der Lohn, daß sie sich in drei Tagen in einem Feuer befinden werde. Die Mutter hielt ihren Sohn zu allem sähig und geriet daher in große Angst, so daß sie gar nicht schlafen konnte, weil sie immer glaubte, daß ihr Sohn daS Haus bei Gelegenheit in Brand stecke» werde. Schließlich mußte sie sich an die Gendarmerie wenden, die den gefährlichen Sohn wenigsten» für einige Zeit unschädlich machte. Vom hiesigen KreiSgerichte erhielt Johann Kuscher e>ne sechsmonatliche schwere Kerkerstrafe mit einem Fasttage monatlich. Ein diebisches Ehepaar. Der 43jährige Schuhmacher Thomas Hrovat auS Pamcc bei Windischgraz stahl alle», was er sah und waS ihm in die Hände kam. Solche Diebstähle verüble er in 20 Fällen. Dessen Ehegattin, die 37jäh»ige Ursula Hrovat. versteckte die gestohlenen Sachen, die sie später dann verkauste. So war sie ihrem Manne bei den Diebstählen rege behilflich. Beide hatten sich ver dem hiesigen Kreisgerichte zu verantworten. ThomaS Hrovat wurde mit 13 Mo-naten schweren KerkerS bestraft, verschärst durch ei» harteS Lager monatlich und einen Fasttag alle 14 Tage. Seine Ehegatlin Ursula Hrovat büßt mit 4 Monaten schweren KerkerS nnd einem Fasttag und einem harten Lager monatlich Ter 6ojähr!ge Tröd-ler Johann Trebie in Si. Martin bei Windischgraz wurde wegen Ankaufes der gestohlenen Sache» zu 80 St Geldstrafe beziehungsweise acht Tagen Arrestes verurteil«. Schrifttum. Das Auge und seine naturgemäße Pflege. Bon Sanitätirat Dr. Bilfinger. 4. Aus-läge. (0 00.) Hofverlag von Edmund Temme, Leipzig. „O, eine edle Himmelsgabe ist da« Licht des Auge»!" Redner haben es vielfach gepriesen und Dichter haben e« besungen; der volle Wert de« göttlichen Augenlichte« ist aber versenkt in da« stumme Sehnen derer, dir es besessen und nunmehr verloren haben. Sorgen wir deshalb beizeiten durch Befolgung der in vorstehend genannter Schrift nie-dergelegten Belehrungen dafür, daß un» der unge-schmälerte Besitz de« Augenlichte« bi« inS Alter er« halten bleibt. Die Leklüre deS Büchleins kann jeder-mann empjohle» werde«. Chronisch kalte Fühe, Wesen, Wir-kung, Verhütung und Heilung. Von Dr. Orlob und Dr. Waiser (M. 0-30). 7. Auslage. Hofverlag von Edmund Demme, Leipzig. Bei der für die Gesundheit höchst wichtigen Blutverteilung im Körper kommt den Füße» eine große Bedeutung zu. Die Ursache der unter den Kulturmenschen leider so sehr verbreiteten chronischen und ebenso unangenehmen kalten Füße ist keineswegs bloß die Folge ungenügender Fußpflege, sonder» kommt von innen. Zur Heilung beziehungsweise Verhütung de« immer eine mehr oder minder allgemeine Gesund» heilsstörung anzeigenden Uebels genügt deshalb in der Regel durchaus nicht die Anwendung bloßer äußerer Mittel, es treten vielmehr, wie un« da« Büchlein lehrt, eine größere Anzahl verschiedener Faktoren in die Erscheinung, welche kennen zu ler-nen jedermann bestrebt sein muß, der mit diesem folgenschwere» Leiden zu kämpfen hat, um es in zweckeulsprechender Weise beseitigen zu könne». Deutsch - oesterreichische Klassikerdi-bliothett, herausgegeben von Dr. Otto Rommel. Band 34. Adolf R. v. Tschabufchnigg, ausgewählte Werke. Herausgegeben und mit Einleitung versehen von Friedrich Hirth. Inhalt: „Leben und Werke". Drei Novellen. .Onkel Tobias", „Metamorphosen", „Die Weltverbesserer". Gebunden eilte Krone. Und auch Oesterreich hat einmal seinen dichtenden Mi-nister gehabt: A. v. Tschabnschnigg, dessen literari-scheS Schaffen uns diese Publikation wieder in Er-innerung bringt, der der Herausgeber eine er-schöpfende und geistvolle Einleilung mitgegeben hat, welche uns den einstigen Jnstizgewallige» al» Poeten und Menschen in gleich lebhafte und sym-pathische Nähe bringt. Abgesehen von ihren ethischen Absichten spricht ein interessante» Erzählertalent aus diesen drei Erzählungen. Sie verraten einen Reich-tnm scharf durchdringender Beobachtungskraft nnd einer kritischen Denkweise, die mit allem unbestech-lich abrechnet, was ihrer Ironie beleuchtungSwürdig vorkommt, so daß wir eS dankbar empfinden, die Bekanntschaft eines dichterischen Radikalismus ge« macht zu haben, wie ihn uns die Geschichle der österreichischen Literalnr sonst im Ausschnitt einer so hochstehenden Persönlichkeit nicht zu bieten vermag. (D. v. Stockert-Meynert im „Fremdenblatt".) Band 35. Karl Maisl. ausgewählte Werke, Band 2. Herausgegeben und mit Einleitung ver-sehen von Dr. Otto Rommel. Inhalt: „Entsührung der Prinzessin Europa". „Frau Ahndl". „Der lustige Fritz". Gebnnden eine Krone. Diese Stücke sollen Proben der volkstümlichen Parodie des Alt-Wiener Theaters in ihren Hauptgattungen geben: die „Entführung" als bestes Beispiel der „m^tholo-zischen Karikatur', die „Frau Ahndl" der literari-scheu Parodie" und „Der lustige Fritz" jener dem Alt-Wiener VolkSlheater eigentümlichen Mischsorm, welche zwischen Parodie und selbständiger Gestal-tung die Mitte hält. Seiner satirischen Begabung hat MeiSl in der „mythologischen Karikatur" die Zügel schießen lassen, sie war eine Berühmtheit ihrer Zeit. Sie befähigte ihn hervorragend zur Parodie; ein Treffer aus diesem Gebiete war „Frau Ahndl". Am berühmtesten wurde „Der lustige Fritz"; mit Raimund in der Hauptrolle hielt sich dieses Stück Jahrzehnte auf der Bühne. Band 30. Franz Stelzhamer. ausgewählte Werke, Band 1. Herausgegeben und mit Einleitung versehen von Leopold Hörmann. Inhalt: Mund-artliche Dichtungen. Der Oberösterreicher Franz Stelzhamer ist unter de» Dichtern Deutsch-Oester-reichs eine der markantesten und sympathischesten Erscheinungen. Der Herausgeber dieser vortrefflichen Auswahl gibt in einer gut orientierenden Einleitung ein abgerundetes Bild seiner künstlerischen Jndivi-dualität. Ein ureigener frischer Ton, kräftige An-schaulichkeit, echte, die dörflichen Verhältnisse treu abspiegelnde Volksmäßigkeit, ein seines Ohr für den Pulsschlag der Natur, der naive Trotz eines aus-rechten ManneS, hie und da eine humoristische Wen-dung: sind Vorzüge, welche ihm große Anerkennung verschafft haben. Hingesendet- Unter manchen guten Präparaten, die den Haussrauen Zeit und Geld sparen, befinden sich an erster Stelle Dr. Oetker's Backpulver. Vanillin-zucker, Puddingpulver. Sie benutzen, heißt sich und den Seinen einen guten Dienst erweisen, denn sie geben nahrhafte und wohlschmeckende Mehlspeisen, GuglhupfS, Torten usw. 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Bewohnern von Cilli und LTmgcbung zur geneigten Kenntnis zu bringen, dass ich das seit mehr als 30 Jahren bestehende Spezereiwaren- und Mineralwasser-Geschäft meines Vaters Josef Matic in Cilli übernommen habe. Mit der Bitte, das meinem Vater bewiesene Wohlwollen auch auf mich zu übertragen und mich mit geneigten Aufträgen zu beehren, empfehle Ich mich mit aller Hochachtung Heinrich Matic. Tiefbetrübt geben die Unterzeichneten Nachricht von dem Ableben ihres innigstgeliebten ^ guten Vaters, bezw. Bruders, Schwagers und Schwiegervaters, des Herrn Ferdinand Teichtmann Kreisgerichtspräsidialbeamter i. R. welcher am 6. d. M. um 1 Uhr nachts nach langem schweren Leiden, im 83. Lebensjahre ruhig und gottergeben entschlafen ist. .. . . „ . Das Leichenbegängnis des teuren Verblichenen findet am Donnerstag den 8. d. um 5 Uhr nachmittags nach Einsegnung von der Leichenhalle des städtischen Friedhofes aus statt» Die heilige Seelenmesse wird am Freitag den 9. d. M. um 9 Uhr vormittags in der Deutschen Kirche in Cilli gelesen werden. Cilli, am 6. Mai 1913. Edy, Oskar, Artur, Willy Teichtmann als Söhne. Marie, Rosa, Tilly Teichtmann als Schwiegertöchter. Tini Milossovich als Schwester. Karl Milossovich, k. u. k. Major j. R. als Schwager. «p • t tä i mm