LlliwcherWMtlmg. Nr. 317. Pränumclntionspic!»: Ini ^emptoir ssanzj. fl. II, hall'j. si. 5>.5„». Für dicZuftüUl'Nss ins Hans HM'j.50lr. Mit dcv Poj< ganzi- ft. rl», h»Ibj. ft. 7.5". Samstag, 21. Septmiw' Inserti on»gediihr bl? ln Zellen : imal l!,» lr. üm.^lr., 8m. I ft.;lonf1Pl.Z»',lt I,n. l! tr.,»m.ft l> .' »m. 10 lr. u. s. w. Insrrticii^ssnnpcl jet cem. :w ll 18«7. Amtlicher Theil. Sc. f. f. Apostolische Majestät haben „lit Allerhöchster Entschließung vom 1«. September d. I. den Justiz' "nnisterialrcfcrcutcn, ^andcsgcrichtsrath Johann Edel« luauu llnd Ministcrialscerctär im Instizministcrium Albert Fclner von der A rl den Titel uud Raug von Scctionsräthen; dem Ministcrialconcipisten Dr. Philipp Hitler v. Harrasowsky den Titel nnd Rang eines ^andcsgerichlsrathcö nnd den Ministcrialconeiftisten Georg Iculo nnd ^nlins Bittncr den Titel nnd Nang l'on Ministcrialsccrclärcn mit?iachsicht der Taxcn aller-l>"ül)!gst z„ ucrlclhcn gcrnht. Sc. k. k. Apostolische Viajcstät haben mit Allerhöchster Entschließung vom IX. September d. I. dem Äiinislcrialsecrclar nnd Vcitcr der ^tcchnnngsdcpartements u» CUlstizministcrinm Alois Schal an sky in Ancr-lcminng seiner langjährigen belobten Dienstleistung taxfrei den Titel nnd Charakter cincs Rcgierungsrathes "llcrgnndigst zn verleihen gcrnht. Sc. k. k. Apostolische Majestät haben mit Aller-Mhstcr Entschließung vom 10. September d. I. den Dornten dcs Kirchenrcchtcs an der theologischen Facnltät ^r Präger Universität, Dr. Clemens Borovy znm ^'ßttordcntlichrn Professor dieses Faches an der genannten ^cllltät allergnädigst zu ernennen gcrnht. Der f. f. Landcspräsidcnt in Krain hat dem k. k. ^irksgcrichlskanzlisten Maximilian Ja born egg eine ^'sinitive Bezirksscerclurstclle bei den k. k. Bezirksämtern '» lirain verliehen. Nichtanltlicher Theil. Lai bach, 20. September. Die Rede Sr. Excellenz des Herri, Rcichölauzlcrs l'ciiu Festinahlc im Schicßhausc zn Rcichcnbcrg ist nicht ^>r ein Programm, sie hat den vollen Werth einer ^-ljatsachc. In diesen, Ausspruchc ciues großen wiener Blattes finden wir das Tagcscreiguiß treffend Mrattcrisirt. Schwer ist der Weg znm constitntioncllcn ^uebnll Oesterreichs, viele nnd mannigfache Hindernisse gellen sich dem jugendlich vorwärtsstrcbeudcn'Frcihcits-llcsühle der zn nencm ^cbcu erweckten Völker entgegen, ^ttcrc Erfdhrnngcn machten oft die Besten an dem Heile ^ Vaterlandes zweifeln, nm so tröstender, crmnlhigcn-,^' klingt das redliche, Vertrauen fordernde und Vcr-^ucn entgegenbringende Manneswort ans dem beredten ^'»ltt>e des i)ceichskanzlcrs. Dnreh schwere Prnfnng ist ^' Stanlelmanu gegangen, der jetzt die Geschicke Oestcr-^.'^ lcnlt, nnd doch hat er „wcdcr den Glanbcn an l^' .^"schhcit, noch das vertrauen zil sich selbst vcr« ^ lcn." G^l^^,^ Worte, welche den ,.j»>lllü> :' ^ welche er aber durch versöhnliche Auödancr in ^cuiidc umzuwandeln hofft. Allen widerstrebenden Elc> soll f ^'^ ^'^ versöhnende Hand entgegengestreckt; es lliü-, Mißtou in die allgemeine Harmonie hincin- hcli!^!'' ^" '"'"^ "^ "'^^' ""'" "" diese Stelle .,^ pljnchlich anf die nationalen Elemente beziehen. Wollen ^""klich nnsrichlig das Glnck, das Aufblühen Ocstcr- wcrd - "'^ ^ '"^^"' ^"^" "'^^ zweifeln - - fo sich'"'>^ die dargebotene Hand ergreifen, sie werden „,^ ",us den Aoden der Verfassung stellen, welchen sie nalio, s ""l"ssc>l sollen und auf diesem Fclscu ihre ^cr N, l . ^^^^ lllicrschültcrlich begründen. Nllr in ^ovls., ,'?!'"^' '"' ^"'"' ^lustehcn für Cultur nnd '''Utt i,t Heil für alle Parlcicu. sclilci, '"^ ^'^"' ^ll'drnckes wird die Stelle nicht vcr-dcnts^' '"N"' ^"' Reichskanzler die Vcdcntnng des ^«s d > .-^" ^"""l6 für Oesterreich hervorhebt. Ja, Dhulls . . ""^"^ 's^ untrennbar von der erhabenen """ ^'" schül'Il«.'" Seiten der Gc "»»'aen'1,.' "' '^ nn"!sse fv ?' ""'^'^'" '""lleu. Es sind theils Er-U'"cs >,i.l t. ' Machinationen, theils vielleicht cbcn Au^,^!"^?'l tadelnden Pessimis.uns. neither ,,,. '"/'""lande ist fein Heil für uns Ocstcr< ""s uns salbst können wir uns stützen, wo aber so lebenskräftige Elemente vorhanden sind, wo so viele Ergebnisse des GcwcrbfleißcS nnd der Wissenschaft vorliegen, w>c sollte da Entmnthignng Platz greisen? Jene extremen Bestrebungen cMircn nnr in den' Köpfen Einzelner nnd muffen an dem gesunden Sinne der Völker scheitern, wclchc wohl wissen, was ihnen frommt. Der Reichskanzler dentet treffend an, anf welcher Grundlage alle berechtigten Bestrebungen Nanm und Entwick» lnng finden können. Es ist die constitntionclle Freiheit! Erst seien wir ein österreichisches einiges Volt, eine Nation im staatlichen Sinne ohne Rücksicht anf Ragescheö über die richterliche Gewalt. Wirlsam snr die im Rcichsralhc vertretenen Königreiche nnd Bänder. Mit Zustimmung der beiden Häuser dcS Reichs-rathcs finde Ich uachstchcudcs Staatsgrnndgcsctz über die richterliche Gewalt zu erlassen und anzuordnen, wie folgt: § I. Die gcfammtc Civil« und Strafgerichtsbarteit wird im Namen des Kaisers ausgeübt. Die Urtheile und Erlennlnissc werden im Namen des Kaisers ausgefertigt. H ^. Die Organifalion nnd Compclcnz dcr Gcrichtc wird dnrch Gesetze festgestellt. Ausuahmsgcrichte siud nnr in den von den Gesetzen im vorans bestimmten Fällen zulässig. § :i. Dcr Wirkungskreis dcr Militärgerichte ist fortan anf die Strafgcrichtsbartcil über oic in activer Dicnstlcistnng stehenden Militärpcrsoucu, über die Kriegs» gefangenen und Geisel» und die von dcr k. l. Kriegsmarine eingebrachten Seeräuber beschränkt. Vom 1. Jänner 1869 angefangen geht dcr ge-sammte übrige Geschäftskreis dcr Militärgerichte anf die Civilgcrichle übcr. H -1. Die Richter werden vom Kaiser oder in dessen Namen dcfiuitiu nnd anf Lebensdauer ernannt. 8 5. Dic Richter find in Ansübnug ihres richterliche/Amtes selbständig uud uuabhäugig. Sie dürfeu nur iu dcu im Gesetze vorhcrgcschencn Fällen nud anf Grund eines förmlichen richterlichen Erlcnntuifscs ihres Amtes entsetzt, desselben zcitwcise enthoben oder ßcgcn ihren Willen an irgend eine andere Stelle oder in Ruhestand versetzt wcrdcn. Diese Bcstimmnngcn finden jedoch auf Uebcrsctzuu-gen lciuc Anwendung, welche durch Vcründcrnngcu iu dcr Orgauisatiou dcr Gcrichtc uöthig werden. i; '«'>. Die Gerichtsbarkeit bezüglich dcr Ucbcrtre-llingcn dcr Polizei- nud Gcfällsstrafgcsetze wird durch Gesetze geregelt. „..<..«.. < . > , < t^ 7. Dic Prüfung der Glltlgkeit gehörig tuud-gclnachtcr Gesetze slcht den Gerichtcu uichi zn. Zweifelt ein Gericht an dcr verfassungsmäßigen Gilligleit cincr gehörig kundgemachten Verordnung, so hat es dem Obersten Gerichtshöfe Gericht zu crslnltcu, welcher hierüber binnen vier Wochcn iu einer Versammlung aller sciner znr Zcit dicnstthucndcn Mitglicdcr zn entscheiden hat. Diese Entschciduug ist für alle Gerichte biudeuo. , .u . < . .< tz 8. Alle richtcrllchcu Beamten habe» m ihreni. Dicustcidc auch die nuvcrbrüchlichc Beobachtung dcr Staats- aruudaesctzc zu beschwören. ^ l). Dcr Staat odcr dcsscn richterliche Bcaiutc lönncii wegcu dcr von ocn lctztcrcll in Ansübung ihrcr amtlichen Wilssmuteitverursachten Rechlsvcrlctznngcn anßcr den im gerichtlichen Verfahren vorgczeichueten ^tcchtS- mitlcln niittclst Klagc belangt werden. Dieses Klagerccht w,rd durch ciu besonderes Gesetz acrcgclt. ^< 10. Die Vcrhaudlungcli vor dem crtcnncudcn Richter sind in Eivil nnd Slrafrschtsangelcgcuhcitcu »„ündlich nnd öffentlich. Die Ausnahmen bestimmt daS Gesch. Im Strafverfahren gilt der Anklagcprocch. tz 11. Bci dcn mit fchwcrcn Strafen bedrohten Ver-brechen, welche das Gesetz zu bczcichuen hat, so wie bci allen politischen nnd mittelst dcr Presse verübten Ver-brechen und Vcrgchcn entscheiden Geschworne über dic Schuld des Angeklagten. 8 12. Für dic im Reichsrathc vertretenen ssöniq-reiche und Läudcr bcstcht der Oberste Gerichtshof in Wien. § 1^. Dcr Kaiscr hat das Recht. Amnestic zn er< thcilen und dic Strafen, wclchc von dem Richter ausge-sprochcn wnrdcu, zu crlnsscn odcr zu mildcrn mit Vorbehalt dcr im Gcfctzc über die Verantwortlichkeit dcr Minister enthaltenen Beschränkungen. tz 14. Die Rechtspflege wird von dcr Verwaltung in allen Instanzen getrennt. l? 15. In allen Fällen, wo cine Verwaltnngsbe^ Horde nach dcn bestehenden odcr künftig zu erlassenden Gesetzen über einander widerstreitende Ansprüche von Privalpcrsunen zn entscheiden hat, steht cs dem dnrch diese Entscheidung in seinen Rechten Bcnachthciligtcn frei, Abhilfe gegen die andere Partei im ordentlichen Rechtswege zn suchen. Wcuu außerdem jemand bchanptet, dnrch eine Ent scheidnng odcr Vcrfügnng einer Verwaltungsbehörde iu feinen Rechten verletzt zn sein, fo slcht ihm' frei, seine Ansprüche vor dein Verwaltuugsgcrichtshofc im öffenl lichcu mündlichen Verfahren wider ciucn Vertreter dcr Verwaltungsbehörde gellend zu machen. Die Fälle, in welchen dcr Verwaltnngsgerichtshos zn entscheiden hat, dessen Znsammcnsehnng so wie das Vn'sahreu vor demselben wcrdcn dnrch cin brwu^lr« Gesetz bestimmt. Dic Urisc >r5 Ueichskalylcrs. Ucber dic Fortsetzung der Reise Sr. Excellenz des Rcichslanzlcrs Frcihcrrn v. Äcnst von Smiritz nach Rcichcubcrg crfährt dic „Wiener ^ rälhc vieler nmlicgcndcu Ortschaften ciugcfuudcu. Nachdcm Sc. Excellenz die Begrüßung derselben entgegengenommen, fuhr derselbe den von dcr Schuljugend gebildeten Spalier entlang in das schloß, wo ih:, die zahlreich versammelten Honoratioren, deren viele aus Rcichenbcrg bis hichcr Sr. Excellenz entgegengefahren waren, wie dcr Präsident dcr Handelskammer Trcnklcr dic Fabricantcn Sigmund, Veitcnbcrgcr n. s. w. empfingen. Bci dem Diner brachte dcr Besitzer dcs Schlosses Herr Oftpcnhcimcr, dcn Toast auf Se. Majestät den Kaiser aus, in wclchcn dic Gesellschaft begcistcrt ein stimmte. Hierauf erhob Rcichsrathsabgcoroncter Dr Grok aus Rcichcnbcrg daS Glas, nm dcn hohcu nud hoch gcfcicrtcn Gast in dcn hcimischcn Bergen zu bcwill. lommnen. ° „Wcnn wir in nuser Gedächtniß." s^ach derselbe ,dic kurze Zcit eines Jahres zurnckrn en so e Uroll M nns cm du,tcrcs, ernstes Bild Wir s^«, !/ , ,.. stalt der Austria hcr^dgestür t'vm/'de '^i d F^ ' "ndertc " .en Rnhn-es uach cincm t.,rzen a er fnÄ, anat' vo? ^"^'',' ^?«' Das Hcr edes ^alrio cn i u . ""^". ^'knnft. In'jencn crustcn Tagen l.. ! ^ ^ °ll"ünäd.gstcr Kaiscr uud Herr Te. iöfcel-cnz oen ^MllMnzlcr in dcu Rath seiner Krone. Bimim wcnlgcu ^agcn tritt der Ilchrcstag dieser Berufung cin; co war c,n glücklicher, ciu scgcnsvc,llcr Tag fi,r nus und !»r das Vatcrlmid. und wcnn wir hrittc diese,, ,^s,hrce. 1464 tag aitticipircn, so möge Sc. Excellenz gestatten, ihn in weihevoller Pietät nnd treuer Anhänglichkeit zn feiern. Meine Herren! Die Wirksamkeit Sr. Excellenz im Dienste des Staates Oesterreich, in der kurzen Zeit, die ihm bisher gegönnt war, lebt in dem dankbaren Gemüthe des Voltes nnd die Geschichte wird mit trenem Griffel dieselbe aufzeichnen znm Gedächtniß künftiger Tage. Je. Excellenz war es. welche uns den Boden der Verfassung, den Boden des öffentlichen Rechtes wiedergab, den schwankenden Versuchen mit dem öffentlichen Rechte ein Ende machte, den Frieden mit dem Osten der Monarchie, das Werk des Ausgleiches und der Ver< söhnung energisch in Angriff nahm und glücklch zn Ende führte. Möge dieser Ansglcich zwischen dem Volke ArpadS und unS demnächst zur vollendeten Thatsache werden für ganz Oesterreich. Vor kurzem, vor wenigen Monden stiegen Gewitterwolken im Westen Europa's auf, an der Seine und an der Spree klirrten nnd rasselten die Waffen bereits, da war es Se. Excellenz, der das Wort Oesterreichs mit ncner Machtfülle, mit neuem Ansehen nmgcben in die Wagschalc der Politik warf, und der Friede Europa's war gerettet, der Friede Europa's war sciu Wert. Bedarf es eines Beweises, daß der Tag der Berufung Sr. Excellenz ein glücklicher für Oesterreich war. würdig ihn zu feiern? Wir verkennen nicht die Schwierigkeiten, die Sr. Excellenz auf vielen seiner Wege begegnen werden, die Versicherung dürfen wir ihm aber geben, daß das Vertrauen aller derer, die an Oesterreichs Zukunft glauben nnd auf diese Zukuuft ihre eigene bauen, stets zu ihm stehen werde und daß sic ihn stets auf seinem schweren Pfade stützen und unterstützen werden. Mögen seine Hände noch lange das Steuerruder Oesterreichs führen, möge seine weise Erfahrung das Staatsschiff Oesterreich iu den Hafeu des Friedens nnd der Freiheit lei» ten! Dem Mann der energischen That, dein hohcu Gaste Klcin-Skals, dem Frcihcrrn v. Bcust ein dreifaches Lebehoch." (Lange andauernde Hochrufe und stürmischer Beifall.) Hierauf erwiderte Sc. Excellenz im Wesentlichen Folgendes: Meine Herren! Mit tiefer, inniger Rührung er» greife ich das Wort uud wcuu mciu Herz dankbar fchlägt, so geschieht es nicht allein bei Anhörung der für mich so ehrenvollen Worte meines geehrten Vorredners, von denen ich nur wünschen möchte, daß ich sie alle verdient hätte und daß mein ferneres Wirken ihnen gerecht werden möge, es geschieht anch deshalb, weil ich in dem kurzen Zeiträume, seit welchem mir daS Glück zu Theil geworden ist, hier iu Oesterreich zu weilen, in meinem neuen Hcimatlande so viele Beweise des Wohlwollens uud der Zuueiguug erfahren habe. Ich gestehe es mit tiefer Rührung, daß das, was ich in dieser Beziehung hier erlebt habe, meine kühnsten Hoffnungen bei weitem übertrifft. Ich habe erst gestern und heute in diesem Lande erfahren, wie wohlwollend, wie entgegenkommend man mir gesinnt ist, und ich füge mit frohem Muthe hinzn, daß mich das anf dem Wege, den ich einmal betreten habe und welchem ich mit Beharrlichkeit zn folgen entschlossen bin, stärken nnd in jeder Weise aufmuntern wird (lebhafter Beifall). Meine Herren! Wenn mir einiges gcluugeu ist, so habe ich das zunächst dem hohen Vcrtraucu, welches unser crhabcuer Monarch mir zu schenken geruht, dem zu danken, daß ich Unterstütznng, ehrliche nnd aufrichtige Unterstützung von Seite des Volkes und sciuer Vertreter fand, und ich werde nicht vergessen, daß dies Vertrauen mir Verpflichtungen auferlegt für die Zukuuft. Seien Sie versichert, daß ich von dem Wege, den ich nach dem Willen unseres erhabenen Monarchen eingeschlagen, dem Wege der Wiederherstellung verfassungsmäßiger Zustände und dcrcu Entwicklung, nicht weichen werde; seien Sie versichert, daß auf diesem Wege die gercchtcu Wüufchc Oesterreichs und seiuer Völker dann am sichersten in Erfülluug gebracht werden, wenn mir auch ferner Vertrauen geschenkt wird. Wir leben noch in unsicheren Zuständen, wir leben in Zustäudcn der Zerrissenheit. Wer könnte das läug-ncu, uud deshalb ist bei jedem Vorschrcitcu Vorsicht eben so sehr geboten als Entschlossenheit. Ich rechne mit Zuversicht darauf, daß mau meine ferneren Handlnngcn von diesem Staudvuukte aus mit Billigkeit uud Gerechtigkeit beurtheilen wird, uud je mehr ich wahrnehme, daß diese mciue Hoffnung in Erfülluug geht, um so mehr möge man versichert sein, daß ich mit verdoppeltem Eifer, mit verdoppeltem Muthc, mit verdoppelter Eutschlosscuhcil vorgcheu werde. (Auhaltcudcr Beifall.) Aber was uns vor allem, uud das werde ich uoch an einer anderen Stelle recht vom Herzensgründe aus-sprechen, was unS vor allem noththut, nach dem, waS schon erreicht ist. das ist der Glaube au dic Zukunft Oesterreichs, der Glaube au die österreichische Entwicke-lungsfähigleit, uud der führt mich zurück auf dcu ftatrio» tifchcu Toast, den unser verehrter Wirth ausbrachte. Möge doch das Vcrtraucu zur Weisheit und Beharrlichkeit uuscrcs erhabenen Mouarchcu wieder recht lebeudig wcrdcu, möge man Vertrauen fassen an die Zukunft, möge mau nicht vergessen was Oesterreich in glück« lichen Tagcn geleistet hat, möge man sich vergegenwärtigen, was cs iu glücklicheren Tagcn leisten taun, und so bringe ich als Antwort auf diesen seinen patriotischen Toast einen anderen ans, der mir hier am Herzen liegt, auf das schöne Land, wo wir uus befinde», auf ein Land, von dem ich versichern kann, daß das Auge der Negie-ruug uicht allem mit Sorgfalt, soudcru auch mit Stolz darauf gerichtet ist, welchem gewiß jede Scguuug des Himmels zu Theil wcrdeu wird, wenn das Volk, das eS bewohnt, sich nicht entzweit, sondern sich vereint (stur» mischcr Beifall), es lebe dies schöne, herrliche, ruhmreiche Laub, das schöne Bühmcr-Land, es lcbc hoch. (Hoch-rufeu, nicht enden wollender Beifall.) Herr Hermann Oppcnheimer, der ältere Vrndcr des Befitzcrö, brachte einen Toast auf den anwesenden Grafen Hohcnthal und dieser wieder anf die Familie Oppenhcimcr aus. Die Ucbcrreichuug der Ehreudiplome an Sc. Excellenz wnrde bereits im telegraphische» Wege gemeldet. Dic Abreise vou Klciu-Skal uach Turuau erfolgte unter begeistertem Zuruf der vou allen Seiten herbeiströmenden Menge. In Tnrnau hatten sich auf dem festlich decorirtcu Statiousplatze dlc tais. Bcamteu, die Stadt-vertrctuug uud dic Geistlichkeit ciugcfuuden. In der Station Licbcnan waren die Beamten, das Stadtucr« ordueteucollcgium, die Schützeu, dic Feuerwehr uud der Veterancnverein versammelt, nm Se. Excellenz zu begrüße». Ueber deu Empfaug uud die Fcstlichkeitcu in Rci« cheubcrg berichtet ausführlich dic iu einer Prachtausgabe crschicueue „Reichcubcrger Zeitung". Die Antwort Sr. Excellenz auf die Ausprache dcS Bürgermeisters wurde im telegraphischen Wege gemeldet. Die stcicrmiirkischc Escomptcbank. 5. Die Geschäfte der stcicrmärkischen EScomptebauk find vor allem nach zwei Nichtuugcu zu trcuueu, und diese zwei Theilc zerfalle»: 1. In solche Geschäfte, welche nur für den Er cdi tverei u, also nur für dic Theil« nehm er der Gesellschaft bestimmt sind. Darunter gchörcu ;>) das Escomfttircu vou Wechseln, welche anf gesetzliche Währung lauten, vom Tage der Eiurcichung au nicht länger als sechs Monate zu laufeu habcu und außer dem Giro des Ercditinhabcrs mit der Haftung wenigstens einer als solvent betrachteten Firma ucrschc» sind; ><) das Escomptircn von Wechsel», deren »och abzulaufende Verfallszeit hnndert Tage nicht überschreitet, nnd welche so beschaffen find, daß sie ohne Bc-rücksichtignng des Giro'S des ErcdilinhaberS für vollkommen sicher anerkannt werden (Scparat-Crcdit); c.) das Escomptircn von Wechseln, welche derart bedeckt sind, daß sie in jeder Weise vollkommen Sicherheit gewähren (Bedeckter Ercdit). 2. Iu solche, wclchevon d c r f r u ch t b r i n -gen den Verwendung des von deu Creditinhabern nicht in Anspruch genommenen Fondcs auf eigene Rcchnuug und Gefahr der Escomptebank geschlossen werden. So cöcomfttirt z. V. die stcicrmärkischc Eöcomptebank auch giltc slchcrc Wechsel, dercu Verpflichtete cbcu uicht Thcil« nchmcr der Gesellschaft zu sein brauchen, wofür selb st» verständlich dem Cred itvercinc auch leine Haftung obliegt. Wovon wir später, wie gesagt, ganz ausführlich sprechen werden. — Das Geschäft der stcicrmärkischen Escomptedank liegt fcrner in A nkauf uou Effccten der sch wcbcnden Staatsschuld, in dem Recscomptircn der Wechsel, welche durch EScomptiren eingegangen sind, un< ter dem Giro der Bank. So wie in der Uebernahme dcrGeldcr in lanfendcr Rcch -nung oder auf längere bestimmte Tcr-m ine fürdie üb crnom m enen Gc ldcr kö n n c n verzinsliche Eassenanwcisungeu und Eas. senbriefe auf bestimmte Namen lantcnd ausgestellt werden. Auch Vorschüsse werdcu auf börsen-mäßig uotirte Effecten ertheilt, so wie auch commissiouöwcisc der Verkauf dieser belchutcn Werthpapiere besorgt wird. Ebenso findet dic Anwcndnng des Ehcque-Systems in der Art wie bei vielen der Geldinstitute statt, so daß über baarcs Guthaben mi ttclst E hcq u cs i m me r verfügt wcrdcn kaun. Eudlich müsscu wir noch erwähnen, daß die steicrmärkische Escomptcbank anch Geld, Silber, Wcrthpapicrc und Urkundcu gegen cinc vom Vcrwaltungsrathc zu bestimmende Gebühr in Aufbewahrung nimmt. Die Geschäfte der steicrmärtifchcn Escomptcbank wcrdcn von der General versa mml nng nnd dem von dieser eingesetzten Verwalt uugs« rathe geführt. Der Vcrwaltuugsrath ist der Vorstand der Gesellschaft. Als Hilfsorgauc siud demselben eigens aufgenommene Beamte uud Diener beigczogcn, an dcrcn Spitze ein Director steht. Die Geschäfte des Ercditvcreins leitet der engere Ausschuß (Comit«') und vertritt die Gesammtheit der Crcd itinhabcr sowohl der Bank als jedem einzelnen Ercditinhaber gegenüber. Die Mitglieder dieses engeren Ausschusses (Eomit«'') werdcu auS dem größeru Ausschüsse der Crc-ditiuhaber gewählt, ihre Zahl darf uicht uuter 12 uud nicht über 24 betragen. Der größere Ausschuß wird durch alle jene Creditinhabcr gebildet, welche ciuc Ercdit b c t h e i l i g u u g von nicht weniger als 1000 fl. genießen. Jedes Mitglied dieses Aus-schusseS ist stimmbcfähigt, hat aber nur ciuc Stimme; diejenigen Hilfsorganc, welche dem VerwaltungSrathc beigegebcn, sind anch Hilföorganc des Count«', obgleich die Geschaftsgebahruug vou jener des VcrwaltungsratheS ganz getrennt ist. Oesterreich. Wien, 18. September. (Dic Lösnng der Ausgleich s frage.) Das „Frdbl." schreibt: Mit dem heutigen Tage kann die Ausgleichsfragc als ihrer Lösuua cntgcgcugeführt betrachtet wcrdcu. Beide Deputationen hicltcu heute läugere Beralhuugcu, in welchen ciuc er schöpfende Discussion über die Propositioncu der Rcgic rung stattfand. Das Resultat war, daß sich sowohl dic Deputation dcS Rcichsraths, wie jene des nugarischcu Landtags principiell für die Gcuchmiguug der Regie ruugöauträge erklärtcu, uutcr dem bcsoudercu Vorbehalte, daß die Rechte der Staatögläubigcr iu keiner Weise be eiuträchtigt uud geschmälert wcrdcn sollen nnd dürfen eine Erklärung, die auch die ministerielle Vorlage cnthäN, Von beiden Dcpntationcn wurdcu Subcoinitc'ö, dic aus je füuf Mitglicdcru bestehen, beauftragt, die Beschlüsse zu formulircu uud die Verfassung des Schlußprolokolls vorzubereiten. — (AnSdem finanzicllcn Ucbercinkom -men der beiden Ministerien) wcrdcn folgende Sätze mitgetheilt: „Im untrennbaren Zusammcuhauae mit dein Antrage zur Fcslstclluug des'Quotcuvcrhäll nisses haben sich die beiderseitigen Finanzmiuistcr mit Zustimmuug der Gcsammtmiuistcricu schon jetzt verbind' lich gemacht, in den betreffenden VcrtrctungSkörpcrn ciucu gleichartigcu Gcsctzcsvorschlag iu Betreff der Gcsammt Staatsschuld dahin einzubringen, daß znr Bedeckung des jährlichcu Erfordernisses der Staatsschuld vou dcu im Rcichsrathc vertretenen Köuigrcichcu uud Ländern eine Vorbelastung von jährlichcu 25 Millionen Gul den österreichische Währung übernommen und der Rest zwischen denselben und den Ländern der uugarischc» Krone nach dem obigen LcistuugSvcrhältnissc vou 7<» zu .'i0 getheilt werde. Das uach diesen Grundsätze» zur Erfülluug der bcstcheudeu Vcrpflichtuugcu für das Jahr 1808 sich crgcbcudc Erforocruiß wird iu die be trcffcudc» Vora»schlägc für oaS kommcudc Finanzjahr eingestellt werden. Da cs ferner in der übereinstimmen den Absicht der beiden Ministerien liegt, die mit .'ilte» December d. I. verbleibende öffentliche Schuld definitiv abzuschließen und die rücksichtlich dcrsclbcu vou jeder der bcidcu Rcichshälftcn zu übernehmende Verpflichtung mi! ciucr bcstimmteu, ziffcrmäßig richtig zu stellende» und einer weiteren Aenderung nicht unterlicgcuocu Jahres-rente festzustellen, so wurde Weilers vereinbart: Daß die beiden Finaiizmiuistcr lä»gstc»s bi4 1. Mai 18<»^ iu dc» betreffenden VcrtrctungSlörpcru cinc gemeinschaftlich verfaßte Vorlage einbringe», dcrcn Zwcck dic mög' lichst umfassende Umwandlung der bisherigen verschiedenen Schuldtitcl iu cinc einheitliche Reuten schuld mit Zugruudclcguug dcS biöhcrigeu Zinscngcnnsses und mit thuulichstcm Wegfalle vou AmortisationS-Kosten zu sein hat, uud daß eiue gemischte Commission z»r dcfiuitiuci! ziffcrmüßigc» Richtigstellung der beiderseitigen Lcistnngö-Pflicht zusammcugesctzt werde, welche anf Gruudlagc dcr Nachwcisungcn der bisherigen Eommission zur Eontrolc der Staatsschuld dc» Stand der Staatsschuld mit letzte»! December d. I. erheben, sämmtliche ErcditSbüchcr abschließen und im Zusammenhange mit der Umwandliml! der Schuldtitcl uud dcö angc»ommc»cn Thcil»»gsvcl'< hältnisscs dic beiderseitige fixe Iahrcöschnldigkcit ermitteln wird. Dics sind dic Pnnltc, über welche sich die Mim' stcrie» in Absicht auf die pragmatische» Auslage» u"d dic öffentliche Schnld geeinigt haben. Da sie die billig Vcrthciluug der zur Erhaltung der Monarchie von dc» beiden Rcichshälftcn zu übcruchmcndc» Laste» iu s>cl) fassen, so folgt ans der Natur der Sache, daß sic ci" geschlossenes Ganzcö bilden und in der Art u»trc»»l'"l' siud, daß die Zurückwcisuug Eincs Punltcs durch die ciuc oder andere gesetzgebende Vcrsammluug das aa"'^ Ucbereinkommcn hinfällig machen würde." Vriinu, 1l). September. (Concordat.) M Antrag der Herren Kafka uud Genosse» beschloß die Brüttncr Gemci»dcvcrtrctu»g ciichcllig, ci»c Adresse a" das Abgeordnetenhaus wcgcu Aufhcbuug des Concordats zu richte». Neicheuber,,, 18. September. (Die Reise dc^ Reichskanzlers.) Bei dem Festmahle w»rdc» """! folgende Toaste ausgebracht. Vom Bürgermeister Schir»'" auf das Wohl Sr. Majestät des Kaisers, vom Ha»d"^ kammcrpräsidcntc» anf den Reichskanzler, vom Landtags abgeordneten Dr. Uchatzy auf die Rcichsvcrfassuna, v">' Stadtrath Dr. Siebcr auf dic Landtags- uud Reichs rathsabgcordnetcn, vom LandtagSabgcordnctcn Dr. H^. auf Böhulcn iu staler Vcrbiuduug mit dem Kaiscrrclchc' vom Neichsrathc Dr. Groß auf dic Zukuuft der vatcrlcw, dischcu Arbeit. Hu,u Schlüsse sprachcisdcr Reichskanzler a» > das Wohl des Vaters der Arbeit Licbig 5<"., Landtags geordneter Licbig .jun. auf die Eriuueruug au des >^ ?^ kanzlcrs Anwesenheit. Licbig «<'». auf das Wohl o Ncichskailzlcrs, u»d Eiscnbah»bcamtcr Morawctz "H. bundener Rede auf Oesterreich nud dic ncnc Bah». -^ 1465 9 Uhr erfolgte die Rückfahrt in Licbigs Haus, allwo der Reichskanzler Audienzen ertheilte. An einem Fackel» Me mit Musik nnd Serenade bcthcilisstcn sich inchrcre tausend Menschen, welche dem sich verabschiedenden Reichs» kauzler stnrinischc Hochs darbrachten. Heute um 9 Uhr Morgens erfolgte "die Abreise des Reichskanzlers. Am Bahnhof lvarcn sämmtliche Antoritäten nnd ein zahl» reiches Pnlilicnm anwesend. Pest, 19.September. (Sprachenfrage.) „Naplo" spricht sich über den hiesigen Sftrachenstrcit anö nnd verficht die Zulässigkcit der deutschen Sprache in den Ncpräscn-tmttcnversammlnngcn aus gesetzlichen, politischen nnd Bil. llssleitsrncksichtcn. Ausland. Verlin, 18. September. (AuS der Kammer.) Die „Provinzial-Corrcsftondenz" schreibt: Die Landtags» Wahlen in den neuen ^andcsthcilcn finden wahrscheinlich im October statt. Die Annahme, das Abgcordnctenhans solle aufgelöst werden, ist unrichtig. Das Herrenhaus lvird mit der Vermehrung des Abgeordnetenhauses durch die Berufung der neuen ^andestheile erweitert, die Katc-ssone des alten Ornndbcsitzcs wird einstweilen ausgenom-Nlen. Die schlcswig - holsteinschcn Vcrtraucnsmnnner beendige» wahrscheinlich Freitag ihre Berathungen. - l8. September. (In der heutigen Reichs-^agssitznng) ist ein zahlreich unterstützter Antrag auf Absmdnng einer Adresse eingegangen nnd hierüber d>c Schlnßbcrathung beschlossen wurden. Die VnndcS' llNlzlci bringt den neuen Zollucrcinsucrtrag uud den Vnn° deshanshalts Etat für 18il8 ein. Auf Vorschlag des Präsidenten beschließt das HanS die Vorberathnng über ^'n Etat im Plcnnm: wcitcrs wurde die Schlnßbcra-^hung des Paßgesetzes und Ucbcrwcisnng des Postgcsctzcs Und des GcsctzcS über die Salzabgabeu an Commissionen angenommen, sowie auch der Antrag Miqncl's auf ^rlaß fines allgcnieincn Wahlreglcnicntö für den Nord-''und. Die Abtheilung beantragt die Ungiltiglcits.Er» uwmg der Wahl des Generals'Vogel v. Fallcnslein in ^iilngGcrg; Stumm beantragt die Gilligfeits-Erllaruug ""lcr Aufforderung des Bundeskanzlers, zu veranlassen, ^5 liinflig die Bildung von Militär. Wahlbc^irfcn "uterbleibe; nach langer Discussion wird der Antrag Etlimm's bei ^cameusaufrlif mit <.<2 gcgcu 75> Stiuinicn ^'gelehnt nnd hierauf der Antrag dcr Abthcilnng angc> nununrn. Dresden, 1^;. Septcinber. (Dcr RcichSla u z -lcr Baron Acust) traf um 2'/, Uhr Nachmittags a»l Bahnhöfe ein nnd wurde vom französischen Gcsand-^>l lind den, österreichischen Geschäftsträger begrüßt, "aron Äcust ging susort nach der Äcsitznng Vanbcgast, ^o dessen Familie weilt. Dcr Anfcnthalt dauert nur wenige Tage. München, l 8. September. (E invcrstä ndni ß '"lt Preußen.) Die „Vaicrischc Zcitnng" meldet: Dem Vernehmen nach erklärte die baicrischc Regierung Preußen gegenüber ihr vollkommcncS Einverslänoniß sowohl mit der Einleitung der Unterhandlungen mit ^ankrcich wegen dcr Entlassung Mecklenburgs anS den '"crliiMl'chkciteu des Vertrages vom Jahre 1865, 'als ^lch mit dcr Wiederaufnahme dcr Zollvcrhandlungcn mit Oesterreich. . Frankfurt, 18. September. (Die Ankunft es Königs.) Dcr 5tönig ist hcntc I!'/2 Uhr Vor^ "tags hier eingetroffen; cS fand lein officicllcr Em» 7'?ug fcitcns des Achördcn statt. >)nr Äcgrnßnng deS ^"lgs von Prcußcu ist dcr Großherzog von Hcsscn ugetroffcn nnd wurde vom Stadtcommandantcn nnd öln Polizcipräsidentcn empfangen. Dcr Großhcrzog über« »i>^! ^'" Könige cinc Einladnnq nach Darmstadt, '""selbst cin Diner stattfindet. H Turin, 18. September. (Koffnth) erklärt, die "'auplung dcr Wicncr „Presse" sci cinc Vcrlcumdnng, Eta!>f /'^ '^^. ^lcppc gegangen, habe nie den Grafen «clclbcrg gesehen, noch mit einem Agenten NnßlandS W. « "' ^^' ^'"'^ "^ ""l Rußland, dem Henker Un» Her "'^ PolcnS, dcn, ewigen Feinde dcr Freiheit, in ih,^ud"nn treten, cö werde zwischen Rnßland und saat ^/^""^ Gcmcisamcs geben. Bezüglich Szilagyi H>iss,^ss"U). cr sci Flüchtling in Berlin und habe leine "usston von ihm. svm,^. ^ u s A meril a.) Dem New.?)orker Eorre. das ?l .^"' "?"dcp." znfolgc scheine es nnvcrmcidlich, !Ncssc« ' /' ^"' "Ochsten Zusammentritte dcS Eon« bcssm/" "ullagcznsland vcrfetzt wcrdcn wird. Man "i clen 3' ^ ^°" l.ctzt mit einer von dcr republic«, chcr d,,, vorbereiteten Combination, vermöge wel' t°n di/ l "!"' ^°l)nslln abgesetzten Kriegsminister Stan, "umlich V^I ^^"c dcr Republik znficlc. Man will Udentschas? 3"^'!.'" bcu Senat bringen, ihn, die Prä-^lliside f s ' "' "Ertragen, iudcm dcr gegenwärtige und Stn >^ " ^'kl von diesem Posten abtreten würde, schlich ,." ^"'dc demnach, kraft der Verfassung, that-"ud sclts. ., ^?"äing Vizepräsident dcr Rcpnblik sein ^'^n (^ ^ ^"sc an die Stelle dcS Ehcfs der cxccu-'" Al'klam" s<^^ '" ^'" Momente treten, wo dieser ""g^ustand vcrsctzt wird. Tagesneuigkeiten. — (Die letztwilligen Verfügungen de« Kaisers Maximilian.) Ueber die letztwilligen Ver» sügungen weiland Sr. Majestät des Kaisers Maximilian H0rt tiic „Nr. Eorr." rinizc Titails. Dcr Kaiser hat zwei Tesla« menle hinterlassen. Das erste wurde in Miramar im Jahr« ^864, lurz vor der Abreise nach Mexico, errichtet und ist von Sr. Majestät eigenhändig geschrieben und unterschrieben. Als Uniuenal Erbin wurde darin ^l," Majcslüt die Kaiserin Charlotte eingesetzt, außerdem aber fast alle Mitglieder der a. h. kaiserlichen Familie mit Andenten bedacht. Alle jene Grschenle, die der Kaiser als Knabe und Jüngling bei ver< schievenen Gelegenheiten zum Andenken erhalten, find den Spendern testamentarisch zugetheilt. Dai zweite Testament ist in Querctaro, turz vor dcr Verulthcilung, von dem Kaiser ebenfalls eigenhändig geschrieben und unterschrieben worden. Ls wurde, wie aus dem Schriftstücke selbst hervorgeht, in der Voraussetzung errichtet, das; Ihre Majestät die Kaiserin Charlotte in Europa verstorben sei, und statt Letzterer dcr Herr Erzherzog Franz Karl zum Universal-Erben eingesetzt. Die anderen Bestimmungen der ersten lchtwilligen Anordnung wurden jedoch nicht weiter abgeändert. Die Herren Tcsch und Freiherr v. Krauh haben schon einige Konferenzen gehalten und wird, wie vlrlaulct, zur Vasis dcr AuHeinan-Versetzungen das erste Testament gcnommen, da das zweite als ungiltig crtlärt weihen muhte, weil es unter falschen Voraussetzungen versaht worden ist. — (Cine Mystification.) Man erzählt heute umständlich von der nahe bevorstehenden Verheiratung der Tochter Sr. Excellenz des Herrn Reichskanzlers mit Herin Ovvcnheim oder Oppeuhcimer, der eine größere Besitzung in Böhmen gelaust habe u. s. w. So viel wir wissen — schreibt die „Wr. C." — ist die einzige Tochter des Frcihcrrn v. Brust seil einigen Jahren mit dem lönigl. Kümmerer und Amtthauptmannc in Chemnitz, Freihcrrn v. Künnelitz aus C'rdm^mödorf verhenalrl und lebt in glücklicher Ehe in Sachsen. — (H 0 uv ed u n te 1 >t ü tzu ng.) Die Don dec Re« gierung eingesetzte Honved'Uutttslützungs'Commijsion in Pcst veröffentlicht eine amtliche Verständigung an die hilfsbedürftigen Honveds, deii Inhalt« 1 1. Daß dluö die in dcn 1846 bis ik19er Kampjen thatsächlich gcblichlich und arbeit?» unfähig gnvmdcnen HonoedS odn eventuell deren Witwen nnd Waisen, wcun letztere Iciner späteren Vcibindung enl» stammen, Unlerslükunz gewinnen werden: 2. dah blos solche Gesuche berücksichtiget werden, die glaubwürdig und vollständig heuttundrt sind; 3. daß e« übersiüisig sei, wenn die Gcsuchstcllcr sich persönlich nach Pest verfügen, da ohnchin die Commission ncch nicht in der kage sei, aus jede» Glsuch sosort den Unlelstützungöheilrag auszufolgen. — (Vrandungluck.) Auö Windischgraz, l U. Srp« llMber, wird derichlcl: Heule um Mitternacht wurden die Bewohner unserer Stadt wieder durch Fcucrlürm aufgeweckt. Ei, hranntcn die wenigen an der Straße »ach Cilli gele-genen Wohn» und Wirlhschaftsgebüude, welche der Brand am 30. v. M. noch vc>schont hatte, bis aus den Grund nieder. Nur einige der Beschädigten sind asjecutirl: der Schaden aber ist, da wieder viel Getreide verbrannte, sehr groß. Die Enlstehung«uisache wird wohl laum zu ermit« lein sein. — (Cholera.) In Trieft vom 18. bis l9. d.M. 2 Crlranlungen in der Sladt, 4 in den Vorstädten, 3 im Tern, torium, 1 genas, 8 starben, 23 in Behandlung. — (Lilerarische Notiz.) Der illusttirte Novellcnlalender, herausgegeben von F. Ment> Ditlmarsch, ist für 1808 bereits erschienen und überrascht ^ durch brillante äuhetliche Autzstattuug ebenso, wie durch die Gcoitgenhcit seiner uoocllislischen Original-Beiträge. Wir begegnen darin dem Wclliliscnden F. Gelstäcker, dn Zauber seiner vhantasiereichen Darstellung ein Natur« und Sitlcngcmäldc aus Tahiti vorführt. E. Brachvogel, der berühmte Verfasser des „Naniß", schildert in seiner historischen Novelle „Der Amoroso" den ebenso durch seine Schönheit, wie durch die Verworfenheit seines Charallers bclüchligt gewordenen Grasen K0nigsmarl. Eö entrollt sich darin ein Diama von lies ergiciscnder Wirtsamleil, welchcs in der Ermordung des Wüstlings seinen Abschluß si,idet. Noch erschütternder ist dic Criminalgcschichte von Katl Glüi,-dolf, Hannö von dcr Eiche", doch werden die darin vor. lomme'ndcn Schauder «Scenen durch den versöhnenden Aus. gang der Erzählung gemildert. Einen wohlthuenden Ein. druck hinterläßt dagegen die reizende Idylle „Zwei Dorf» linder" von Louise Otto, und da uns Mcnl-Ditlmarsch in friner Eizählung „Ein Wiederfinden auf der See" mit dcs Weltmeers Erhabenheit und Schrecken belannl macht, fo ist sür rciche Adwcchölung gesorgt. Jedem Käufer wird noch obendrein ein wirtlich sehr gelungenes, großes Oclfarbcn. dluckhild gratis und nebst fünf kleineren Farbendrucken, über hundert sehr schon autgesühlle Xylographien geliefert. Mehr dürste bei dem äußerst billigen Preis wohl nicht verlangt werden lönnen. __ ((5 ili Vanlnotenfülscher.) Aus Holland telcgraphitt man der „I"bep.," daß ein Mann Namen« Gardcmer welcher beiläufig 500 Stück amerilanischer Werth' papiere, jedcö auf 1000 Dollars lautend, bei sich führte, am lebten Sonntag vcrhastct wurde. Die Papiere waren im Haag gcsälscht worden, und cS ist wahrscheinlich, daß die Fälscher in Europa und auswärts große Verbindungen haben. Viele dieser FaWcate sind bereit« in Umlauf gesetzt, und die Polizei stellt eifrige Recherchen an. Locales. — (Feuerwehr.) Dem Vernehmen nach beabsichtigt der Herr Bürgermeister in einer der nächsten Gemeinde, rathssitzungen den Antrag auf Errichtung einer förmlich orga« nisirlen besoldeten Feuerwehr für die Stadt Laibach zu stellen wodurch einem sehr fühlbaren Uebelstande Abhilfe geschähe und woran sich dann die Ausarbeitung einer zeitgemäßen Feuerlöschordnung schließen würde. — (Die neue Brücke.) Belanntlich wird diel. l. Landwirlhschaftsgesellschllst für Krain, welche am 26. October 17Ü7 gegründet wurde, das feltene Fest ihres hundert« jährigen Bestandes am 24. October d. I. feiern. Wie wir hören, wird dieses Fest dadurch erhöht werden, daß Tags zuvor, also am 23. October, die festliche Einweihung und Schlubstcinlegung der neuen Brücke stattfinden wird. Die Vereinigung ditser beiden Feste ist umso anpassender, nachdem der vielverdiente Bürgermeister Hradeczln, dessen Namen die neue Brücke führen wird, sich auch als Mitglied des Ccntrales der Landwirthschaftsgesellschaft und als Schöpfer der Morastentsumpsung die größten Verdienste um die lrai» nische Landwitthschasl erworben hat. — (Ein Geisterbeschworer.) In unserm auft geklärten Zeitalter gibt es Millionen von Menschen, die we. gen Mangel an Geist — Geister fNrchl'n und an b,r?n Existenz glauben. Ja selbst große Geister leiden zeitweise cm drm Zipverlein der Glspenslersurcht. Anstalt nun diesen Aberglauben zu bekämpfen, citirl der durch feine genialen Leistungen und Erfindungen in dcr Pbvsit allgemein bekannte Professor der Magie F. I. Nasch sogar Teufel und Gespenster in seinen Vorstellungen und macht mit den« sclben so weniZ Umstände, daß er ihnen nicht einmal die Ehre anlhut, gleich Cagliostto, dem Geisterbcschwoirr der Vorzeit, sich in den Talar dcr egttptischen Zauberer ,u hüllen und mit dem Hieroglyphen Gürtrl zu schmücken, sondern er erscheint in bekannt liebluswürdiger Weise, sprudelnd von Witz und Humor, in dem unvermeidlichen Frack des 19. Jahr hundelts und verblendet durcd allerhand geheime HilssmiUel und Gott weiß welchen Hocuipocus den Zuschauern die Augrn der Art, daß jedem ehrlichen Chrislenmenschen die Haut schaudert, wenn er sieh«, wie dieser Hexenmeister Geister, Gespenster und hinkende Teufel, die mil einem Hollen-bogen einer Höllenfiebel himmlische Töne entlocken, nicht etwa aus drr Erde hervorzaubert, sondcrn sie so zu sagen au« der Lust in ihren schauerlichen Gestalten erscheinen und aus Commando gleich Nebel wieder velschwuiden läßt, daß s,lbst der vorurlhlilsflne Zuschauer sich eines geheimen Grauenk nickt erwehren kann und drr Art von der überraschenden Darstellung belückt wird, nn die Existenz dieses Teufel-, Geiste und GcspcnslelspuleK z„ qlaube«, so lange er sich im Bannkreise brs Zauberers befindet. Jedenfalls ll/bo>l Herr Basch zu den beoeutcnbsttn Künstlern seineS Fach,?, und beweiel cr dir? besond.rs durch die Eleganz und Neuheit seiner Lcislungcn. Wir hören, daß P^of. Basch demnächst in Laibach eintreffen wirb. Unsere Lchr werden sich daher bald von den Leistungen des WunbcrmanneS selbst überzeugen lönnen. — (Schulen ansang.) An der neu organisirten l. l. Normal-Haupt- und Lehrerbildungsschule in Laibach bc-ginnt das Schuljahr 1807/8 mit dem h. Geistamte am 1. October. Anmeldung der neu eintretenden Schüler am 27., 28. und 'l0. d. M., Vormittags von 0 ^Z 12 Nach. W^ ?°" .?^ ^ "t"' - 5" d" hiesigen Ursulinnen-Mädchenhauptschule beginnt das Schuljahr 1807/8 mit dem 1. October. Die Anmeldungen sind am 27 29 und 30. September.- Am Krainburger Untergymnasium wird das Schuljahr ebensalls mit dem I.October beginnen und haben sich neu eintretende Cchülrr in Begleitulw ihrer Ellern oder deren Slelloeitreter am 29. vder 30 Seplem-btl mit den erforderlichen Ausweisen bei der bortiaen Di> rection zu melden. Die das Gymnasium bisher Besuchende« haben sich an denselben Tagen entweder persönlich oder dmch ihre Angehörigen verstellen zu lassen. — (Das höchst interessante anatomische Museum) des Herrn Dessor, war gestern Nachmiltaa von Damen außergrwöhnllch start besucht. Ucberhaupt war der Besuch in den letzten Tagen ein stets steigender, wodurch sich Herr Dessoit veranlaßt sicht, seinen Aufenthalt um fernere 8 Tage zu verlängern. Selbstverständlich ist der lom> mcnde Freitag Nachmittag wieder ausschließlich dem Damcn-bcsuche gewidmet. — (Stiftungen.) Zwei trainische Vtädchenslistun. gen, und zwar vier Plätze der Freiherr v. Weitenhiller'schen Mädchenaussteuelstislung » 03 fl. 90 kr. und der zweite der Antonia Lerch'schen Stiftung mit 42 fl. werden mit dem Bcwcrbungstermine bis 10. October von der l. t. Landes, regierung ausgeschrieben. — Bei der Freih v Flödniaa'ia, Blindenslislung kommen drei Plätze mit dem Termin ^ Ende September d. I. durch die l. , Landesre«ierun"g ^ Artikel" O^ "^ " Et. Peter - Fiume.) In einem Sisenbahnstudie" plaidirt die ,.N. ^^ 'c »Use Linie, "dem sie sagt: Der Ha^n r°n Flume lsl von Laibach oder, wenn man will, r>o„ St. Mcr an der Eüdbahn eben so weit entfernt als von Trieft. <^s erscheint somit vom größten Wertbe, die Menbahn St. Petei'Fiume zu vollenden und diese Hasenstadt mit dem eure-Püischen Eisenbahnnetze in birecte Verbindung zu blingen. 1466 — (Tiö c e sa nu eründ cr un gen.) Tie Pfarre Adelsberc, ist am 30. v. M. ausgeschrieben worden. — Die Pfarre Weinilz ist dem Herrn Math. Sutej, Pfarr-administrator in Tschernembl, verliehen. — Am 4. d. M. wurden die Herren Blas Artclj für Kronau und Franz Pustavcrh für Scla installirt. — Der Herr Martin Z u st wurde in den Ruhestand versetzt und MautschitsH ist am 0. d. M. ausgeschrieben, worden. — Herr Josef Dovic, Coopcrator in Tscberncmdl wurde als Administrator für die Localie Prelota aufgestellt. — Herr Varth. Zupanöic, Coopcrator in Lengcnflld wurde in zeitlichen Ruhestand verletzt. — Die Pfarre Mann^burg isl nach dem am 14. d. M. verstorbenen Herrn Pfarrer I. Kuralt am 17. d.M. ausgeschrieben worden. — Herr Fr. Sajouic, Coove-ralor in Flüdnig ist zu den Jesuiten übertreten. — Herr Anton K oömerl, pensionirler Priester, starb am 17. d. M. in Zirklach. — (Dementi.) Der „Volksfreund" schreibt: Vor einiger Zeit brachten sämmtliche Wiener Blätter die Nachricht, cin reicher Bauer in Krain habe in seinem Testament eine gvobe Summe zu dem Zwecke bestimmt, sich dafür in Rom heilig sprechen zu lassen, da er wisse, dab dies fur Geld wohl anginge. Die Nachricht ging auch in auswärtige Blätter über, und des Hohnes war lein Ende. Nun begegnen wir in dem letzten Winkel eines „Vollsblattes," das die Sache auch gebracht hatte, der Berichtigung, daß ein reicher Baun- oder vielmehr Gutsbesitzer im Wivvachthale allerdings dem Heiligen Vater mit der Vitle um seinen Segen 30.000 fl, vermacht habe; die Geschichte mit der Heiligsprechung ist aber eitel Schwindel und Lüge. — iT he at er.) Wir haben einen sehr heiteren Theater--abend zu verzeichnen. In dem sehr witzigen Maulhner'schen Origiüallusispill „Während der Börse" war es Herr Kros» set, der als Vürsespeculant Wahlbl-rg ei» schr gelungenes Bild lieferte und durch seine seine und unaezwungene Komik das Publicum in der hcilelsten Stimmung erhielt. Hr wmde mit verdienlein Beifall ausgezeichnet. Die übrigen Tai» sleller genügten, doch müsseil wir ta-: gewandte und wirk« same Spiel des Frl. Arthur als Rls^ hervorheben. In Go°rner'<' „glücklichem Familienvater" dcbuliile Herr K o r i tz als Maz Leichthin, sehr glücklich und wurte von den Mit« spielenden wacker unterstützt. Herr Kraft lieferte als Maler Rosenberg daS köstlichste Bild des Pantosselhclden mit dem unzerstörbaren Phlegma »nd bewies, daß er ein vielseitiger, strebsamer Schauspieler ist, dem wir sicherlich noch manchen Genuß danten werden. Fll. Zicgler ist eine sehr einnehmende Ätthnen.rschei»ung, sie bewegt sich aber noch mit einiger Befangenheit, indessen hatte sie als Clara einige hübsche Momente und wurde auch einmal gerufen. Herr Rotter als Rentier Pcterman entsprach seiner Aufgabe vollkommen. Das Publicum befand sich fortwährend in der heitersten Stimmung, und man kann sich von den Kräften, welche wir gestern kennen gelernt haben,, hübjche Leistungen im Lustspiel veisprechen. Neueste Poft. Wien. 20. September. Die „)t. Fr. Pr." und das „Tagblcitt" veröffentlichen cin Gespräch zwischen dem Czar und Fnad Pascha: Der Czar befürwortete Candiaö Abtretung und ersucht, dieses beim Sultan durchzusetzen; Fuad glaubt, daß weder der Sultan noch die türtische Regierung darauf eingehen köuncu, weil dieses cin Prä« cedcnzfcül für Epirnö, Thessalien und die anderen Archipel-Inseln wäre. Der Czar hält diese Befürchtung für unbegründet, da er, principiell conservatw, cinc Schädigung der Türkei keinesfalls zulassen, und die Türkei bei solchen, Anlasse unterstützen würde. Der Czar fährt fort, besser ist's den Nachbar als Freund zu haben, als Freunde am anderen Wettende. Nach der Rückkehr Funds wurden ihm von der russischen Gesandtschaft die Grund-zügc ciucr russisch-türkischen Vereinbarung vorgelegt, worin die politische und administrative Autonomie Kretas figurirtc und die Neutralität der Pforte iu etwa eintretenden Verwicklungen, so wie das Versprechen dircctcr Ncguliruna. dcr erwähnten Fragen mit Rußlands Mtt-wirknng und Ausschluß anderer Mächte verlangt wurde. Dieser Ällillnzvorschlag wurdc von dcr Pforte zurückgewiesen. Telegramme. Pest, ll). September. In der heutigen Landes« kirchenversammlung wurde Dr. Tcutfch mit 3« von 5)3 Stimmen zum Superiutendenteu dcr evaugelischcu Landeskirche des augsburgischcn Bekenntnisses gewühlt. Berlin, 1l). September. Im (5tat des Buudeö-tanzleramtes ist für den Bundeskanzler kein Gehalt ausgeworfen. Der Änndcsconsltlatsetat weist AundcScon-fulate in Alcxaudrieu, Cairo, Belgrad, Beirut, Icru-falem, Smyrna, Trapezunt, Newport, Japan uud Moskau auf. Der Bundesmilitärctat fchließt mit 66,417.573 Thalern ab. — In dcr heutigen Reichstag ssitzung haben sich die Commissionen für die Post» und Salzgcsctzc constituirt. Die vorliegenden Wahlen wurden genehmigt. Die Adrcßdcbattc beginnt wahrscheinlich Montag, sodann erfolgt die Vorberathung dcö Budget. Die Bildung einer Petitionscommiffion wird beabsichtigt. — Dcr von den N ati o nall i b e-ralcn in der gestrigen Reichstagssitzung eingebrachte Adreßcntwurf beglückwünscht den iiönig zn den bisherigen Erfolgen dcr nationalen Politik. Die thatsächliche Einigung Norddcntschlands erhöht nuserc Pflicht gegen die gcsnmmtc Nation; das Werk wird erst dann^ vollendet sein, wenn die noch getrennten Glieder mit uns durch eine einzige Verfassung verbunden sind. Die Wiederherstellung des Zollvereins bringt uns dem hciß-crschutcn Ziele näher. Im Vertraucu auf den Patriotismus der Deutschen jenseits des Mains, auf die unwiderstehliche Macht dcr nationalen Zufammcngchürigkcit uud die Uebereinstimmung geistiger und materieller In-lcrcsscn sehen wir dcr Zukunft voll Zuversicht entgegen. Wir befürchten nicht, daß audcrc bereits geeinigte Na tioncn unser Rccht auf eine uatioualc Existenz streitig machen werden. Die Erfahrnngcn dcr Vergangenheit haben gclchrt, das gleiche Recht für alle zu achten, in dcr Wohlfahrt des Einen den wahren Vortheil des An-deren zu finden. Das dcutschc Volk hat nur das Vcr-laugeu, frei und unabhängig scinc eigenen Angelegenheiten zu ordnen, und ist entschlossen, dieses unbestreitbare Recht uuter allen Umständen zur thatsächlichen Geltung zn bringen. Sparsamkeit, gcrcchtc Vcrthcilnng dcr Lasten, gemeinsame Rechtsordnung, wirthschaftlichc nnd industrielle Freiheit sollen die Grundlage des unter dcr Führung des Hauses Hohcnzollern errichteten Ge-bändeö sein. München, N). September. Der österreichische Botschafter Fürst Metlcrnich ist hcntc Nachts von Paris kommend hier eingetroffen. - - General Flcury mit Familie ist ebenfalls hier anwesend. Vtanchester, 1!1. September. Bci einem Tumulte wurden zwei Fcnicr verhaftet, welche aber durch bewaffnete Haufen wieder befreit wurden. Mehrere Polizei« bcamtc wurden verwundet. Auf die Wicdereinbringung der befreiten Fenier wurdc ein Preis von 300 Pfund Sterling ausgesetzt. Athen, 14. September. Der Versuch Mehmed Pascha's, mit 3000 Mann die Stellung vou Kcramia bei Nacht zu überrumpeln, wurde vou den Insurgcutcu unter Eziaris vereitelt. Zwei Mitglieder dcr kretischen Nationalversammlung uud der Sccrctär dcr provisorischen Regierung sind hier anwesend; die Kretcr sollen ent» schlössen sein, bis zum letzten Mann zu kämpfen. Telegraphische Wechsels onrse vcim 20. September. 5perc. Metalliqncs 56.50. — 5prrc. Mctalliqnes mit Mai- und November-Zinsen 58.40 — 5perc. National.Alttrhm 65. — Bank-aciieii 683. — Hredltacticn 180,30, - 1860er Staat«anlcbrl> «2 40. — Silber 121.50, — London 123 50. — K. l, Ducaten 5.8!). Keschästs-Zeitung. Nationalballk. Der am 1s». d. M. angegebene AüS>n^!g über den Stand dcr Nationalbanl zeigt gegen die Vorwoche folgende Vcrälidernngen: Der Baüllioleiininlanf l22«,8I8,II0 st.) nahm lim 6,<'57.550 fl, zu; gleichzeitig verniindcrtcn sich die im Besitze dcr Baut befindlichen Staatsnotm ^,6l6.310 fl) „m 174.249 fl. Der Cöcomptc (!>4'5 Mill) nahm um 4.393.674 fl., dcr Lombard (24 Millionen) nin 75.100 ft. zu. Tic Forderung der VanI anS dcr commissionSweiscu Vesorgnng des Hypotlielar: anwcisnngm-Geschäftes ('^,250.217 fl) 'vergrößerte sich nm 1.830.522 fl. Der Metallschatz (103,793 462 fl) vermehrte sich um 140? ft., die in Metall zahlbaren Wechsel (44.881.178 fl.) um 6"40 fl. Die ungarische Eisenbahn-Anleihe is!, mit Varbc-halt dcr Zustimmung det« nngarischcn ^andtagcs, in Paris abgc schloffen worden. Der zur Emission gelangende Nunnnalbetrag erreicht die Hühc von 212 Millionen Francs, Dcr Emissions-conrö beträgt 220 Frcö. für jede anf tachrichle» an? Äliedcröstcrreich ^ifolqe ve^ spricht die v^cinerntc heuer dcr Quantität nach cinc miltelmäßige. dic Qnaliliit nach jedoch cinc vorzüglich!: zu werden. Iu Ungarn scheint dcMgen dic Ernte auch dcr Quantität nach eine gnte ;n werden, da vou dort bcdentmdc Masfcn uun Sueiselrauben a»i die Mälltc ssclancieu nnd zn billigen Preisen verlauft werde». Die Speisclmnlicn cni-5 den llmgebnngcii von Wicn N'crd^n jedoch dadurch »ich! iin Preise gedrillsl, da sie nnr in bcschrii,iltcr Äii'-;ahl ans den Markt koniinen nnd die, Tranbencrntc lieber filr dic Ürzengnng der bekannten edlen I^cinsortrn verwendet wir?. Verstorbene. Den 1."». S ep tcm b er. Valentin Kolajl, Mailrcr, al> 0!» Jahre, in dcr Polanauorstadt Nr. 0^, an derEnllräftnna.. Dein Hcrrn Franz Schanlai, Eisenbahiicondnctcnr, sein 5li>^ Maria, alt s» Tage, in der >?>. Pclcrövorstadl !'lr. 1l">, a», Kiittibackenkrainpfe. Den 1 <^. Scpte >n b c r. Dem Herrn Mathias Nopas«, Wirth, sein .Nind Maria, alt 1 Jahr nnd 1 Monat, in der - MariaNathcn, Inwohnerin, alt l, an dcr Vliistiuassersncht. 2llnstetolumelle Fremde. Ani l!>. September. Ttadt HUicn. Die Herrcn: Ancar, Beamter, von Agram. Essingrr, Kausn!., von Bnchnn. Zeloll, Cnsullc, Erter, nnd Wirderwohl, Kanfni.. von Guttschce. - Tercm, l, t. Onbel nialrath, nnd Gravlouil), städt. ^ahllneister, von Tilsfn. Ritter u. Eonti Hebasscunari, von Trieft, - - Hampel, Reisender, nnd Peerz. Kaufn,,, uon Wien. — Salinger, Aahnbeauner, von 5'oilsch. Elephant. Die Herren: Fclsenrcich, Student, Mairr, Knufni., und Mühl, Knpserschliücd, von Wien. — Einich, Iiigenienr, von Hof, — Rntouoly, von Dnino. — Iäg^r, Professor, von Klagensnrt, - ürossi, vo» Amsterdam, -- Ncmeh, Kansni, von Trieft. Wilder Manu. Herr Dornig, Besitzer, von Gürz. — Fxin Ficzel. von Wien. Venerischer Hof. Die Herren: ^touacic, von Gör,;, - - Slogar, l. l. Äi'ninccr. nnd Mcnze!, Mafchinist, uon Trieft. - Hech>, Agent, von Wien. Mohren. Die Herren: i^icic, s^l^nisler, von Finnie. <5.« windstill , nMl ^ ^ 20. 2 „ N. ! ij2?.8!. --l5..^ windstill f. ganz brw. 0,„.» l10 ., Ab. j «27.?4 ! -11.>.» windstill trübe Ruhige kuft. Nachinitlag in, Zenith mid i» N. etwas a// lichtet. Abends Wcttcrleilchtcn in W., O, und besonderi« lebhaft in SW. Verantwortlicher Redacteur: Ia,na, v. Kleiumsnr. Dörsenberichl. Wie«, 19. September. Dcr Effcctmmarkt verfolgte eine weichende Tendenz, während Devisen und Valuten billiger zn haben waren. Geld knapp. Geschäft linulirt. Oeffentliche Schuld. ä. dcS Staate« (fnr 100 st) Geld Waare In °. W. zn 5pEt. für 100 st. 5'..30 51.4l> In üsterr. Währung steuerfrei 57.20 57.30 ", Stcucraul. in ö. W. v. I. 1«l!4 ;u 5pCt. rückzahlbar . 87.25 ^7.50 Silvrr-Anlchcn von 1«>'4 . . 71.— 72.— Silbcranl.1865 (Frcö.) rilchahlb. Ul 37 Jahr. zn 5 pCt. 100 fl. 77,- 77.50 Nllt.-Anl. mit Iäu.'Eoup. zu 5°,', 65.— «5.25 „ « „ Apr..Coup. „ 5 „ ti5.20 ^5.30 Metall lqile« . . . . „ 5 ^ 5^0 5,^.80 detto mit Mai-Eoup. „ 5 „ 5«,50 58.60 detto.....^ 4> ^^ 25 4^! 7'. Mit Verlos, v. 1.1839 . . ' 1^, 1^7^50 „ „ „ „ 1854 . . . 71.50 7°,..,. „ „ „ 1»tt0zu500fl. f,,.40 8150 „,.„ I860 „ 100,, 87.25 87.50 „ „., 1864 „ 100,, ?3.~ 73.20 Homo-Ncntensch. zu 42 I.. uu8l. N« 50 20,-. «. dcr Kronländcr (für 100 st.) Gr.-Cntl.-Oblia.. Niederüstcrrcich . . zu 5°/.. «!>.- 90..- Oberüsterrcich „ 5 ,. ^.5<> 90.-- Geld Waare Salzburg . . . . zu 5°/, 86.— 87.— Böhmen .... „5 „ 8".50 8l>.5<» Mähren .... „5 „ x^,5<» 87.50 Schlesien .... „5 „ 8«!.— 8?.- Stclermart ... „ 5 „ 89.50 U0.- Ungarn.....„ 5 „ 68.7,'» ,^!».25 Tcmcser-Banat . . „5 „ li Vulovina .... „ 5 „ 53.50 64.— Ung. m. d. V-E. 1867 „ 5 „ <>.',.- 66. - Tcm.B.m.d.V.-C. 1867,, 5 „ 64.- 64.t.0 Actien .500Fr. 236,70 23'i 80 Kais. Elis. Bahn zu 200 fl. EM. 141.5»» 1^2.- Süd.-nordd.Ver.-B.2W „ „ 123.75 l24.— Süd.St.-,l.-ven.u.z.^.E.200ss. I«5.75 !«<;.- Gal.Karl-Lnd.B. z.200fl.CM. 2,2.75 2l3.-- Geld Waare Vöhm. Wcstbahn zn 200 fl. . 113,50 144- Ocst.Don.-DamPfsch.-Grs. «H 480.- 482.— Oesterreich, ^,'loyd in Trieft ZI 175.— 180.— Wicn.Da!nps,n.-Aclg.500ft.lj.W. 4^0.— 430.— Pester Kettenbrücke .... 375.— 385.— Anglo - Austria- Bank zn 200 fl. 105,75 106.25 Lcmbcrgcr Ecruowitzcr Acticn . 173.50 I?4.- Pfandbriefe (fttr 100 fl.) National- 1 ban! auf ^vcrloöbar zu 5"/« 96 90 l'7.20 C. M. 1 Nationalb.anfij.W vcrlosb.5„ 92.25 l,2.^s, Ung. Vod.-Crcd.-Anst. zn 5'/, „ '.,0.— !'<)./ 0 Allg. oft. Bodcn-Eredit-Anstall vcrlosbar zu 5"/^ in Silber 105.— 10'!,— Domaincn-, 5pcrc. iu Silber, . 106.25 106 75) Uvse (pr. Stilck.) Crcd.-A.f.Hu.G.z.100ft. o.W. 127.3«' 127.50 D°n.-DmPfsch.-G.z.100ft.EM, 85.75 8C.75 Stadtgcm. Ofen „ 40 „ ü. W. 23.— 24.— Eslcrhazy ,. 40 „ CM. 97.- 100.— Salm „ 40 „ „ . 2i<.— 29,50 Pallffu „ 40 „ „ . 21.50 22.50 Geld Wal," 6lary zn 40 st. CM. 2t.— 25.-' St. Omoiö „ 40 „ „ . 23-. 2.15" Windischgratz „ 20 „ „ . ,7^- 1"-^ Waldstcin „ 20 „ „ . 1«,50 19.5» Keglcvich „ 10 „ „ ,2.- 12..^ Rudolf-Stiftung 10 „ „ . 12.— 12.5" Wechsel. (3 Monate.) Augsburg fllr 100 fl, slidd. W. W2.ii0 102.9l» Frankfurt a.M,100 fl. dctto 102 !'<) 103,2" Hamburg, fiir 10,) Mark Banlo '.'0 ,l0 :»0.7>' Bonbon für 10 Pf. Sterling . 123 30 123-".' Paris sl!r 100 Franks . .' . ^.!»(> ^ '^' <5ours der Geldsorten Gcld Waan' K. Munz-Dnclllcn 5 fl. ^8j lr. 5 fl. 8!» "' Napoleon<üd'or . . N „ 88 „ 9 „ 8«j " Rnss. Impcrialt« . 10 „ 11 „ 10 „ ^ ,' Vercinöthalcr . . 1 „ 81! „ 1 „ ^^' " Silber . . 121 „ 25 „121 „ 50 " Krainischc Grundentlastung«-Obligationen, ^^'" vatnotirung: 87 Gcld, 03 Waare,