EINZELPREIS: wocbcntafi It Rfii Semslag-Soontef IS Ipil A m SMunsUgüoootai U Hpi ünorlnirger Leitung Amtliches Organ des Verlag und Schriftleitungt Marburg a. d. Drau, Badgaise Nr. 6, Femrut: 25-611, 25>68, 2d-60. Ab 18.% Uhr iat dia Schriftieitung nur auf Femrul Nr. 28*67 erreichbar. — Unverlangte Zuschriften werden nicht rflckgesandt — Bei Anfragen ist das KOckporto beizulegen. — Postscheckkonto Wien Nr. 94.608. Steirischen Heimatbundes Erscheint wöchentlich sechsmal als Morgenzeitung (mit Ausnahme der S$onn* utu) I Feiertage). Bezugspreis (im voraus zahlbar) monatlich RM 2.10 einschl. Postgebühr; bei Lieferung im Streifband zuzOgl. Porto; bei Abholen In der Ueschlttsstelle KM 2.—. Altreich durch Post monatlich RM 2.10 xutQgL 36 Rpt. ZuitellgebOhr Otr. 245 ?Rari&ur0-S>rau, TRitttooci^, 2. eif))tem6er 1942 S2. ,3aDrgan8 Im Monat August Uber 808000 brt versenict Schw«rtto Kriegttchlfftvarlutto des Feindet — Stadt und Hafen Anapa an der OstkUste des Schwarzen Meeres genommen Einbruch In die Befestigungsanlagen von Stallngrad erweitert — Wichtiges HöhengelSnde besetit Churchill unter Druclc Führerhauptquartier, 1. September Das Obefkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Südlich des unteren Kuban brachen deutsche und rumänische Truppen zähen feindlichen Widerstand und stießen an die OstkOste des Schwarzen Meeres durch. Stadt und Hafen Anapa wurden* von rumänischen Truppen genommen. Deutsche Schnellboote griffen im Schwarzen Meer einen gesicherten Qeleitzug an und versenkten zwei Schiffe mit zusammen 4500 brt, darunter einen Tanker. In der Kertsch-Straße beschoß eigene Küstenartillerie einen Verband feindlicher Motorboote, von denen zwei brennend liegen blieben. Südlich von Stalingrad erweiterten Infanteriedivisionen und schnelle Verbände in harten Kämpfen den Einbruch in die feindlichen Befestigungsanla^n und nahmen im raschen Vorstoß in Richtung auf die Stadt ein wichtiges HöhengelHnde in Besitz. Ein feindlicher Panzerzug wurde vernichtet. Starker Einsatz der Luftwaffe trug zur Zermürbung des feindlichen Wiederstandes bei. Schwere Bombenangriffe wurden in der vergangenen Nacht gegen Stalingrad und mehrere Flugplätze ostwärts der Wolga geführt. Dij Zahl der seit dem 11. August südwestlich Kaluga in schweren und erfolgreichen Abwehrkämpfen vernichteten Sowjetpanzer hat sich auf 868 erhöht. Norwestlich Medyn und bei Rschew scheiterten neue von Panzern unterstützte Angriffe des Feindes. Kampf- und Sturz-kampffllegerverbände brachten den in hartem Abwehrkampf stehenden Truppen wirksame Entlastung. Dio gestern genannte Sturmgeschtitzabteilung schoß wieder 30 feindliche Panzer ab. Südlich des Ladoga-Sees halten die Kämpfe an. Mehrere Angriffe des Feindes wurden zum Teil im Gegenstoß abgewiesen .Auf dem See wurde ein sowjetisches Kanonenboot durch Luftangriff vernichtet. Ein deutsches Minensuchboot versenkte in der Ostsee ein sowjetisches Unterseeboot. Im hohen Norden wurden in der vergangenen Nacht militärische Anlagen von Archangelsk bombardiert und mehrere große Brände ausgelöst. Die Sowjet-Luftwaffe verlor im Verlaufe der beiden letzten Tage in Luftkämpfen und durch Flakartillerie 182 Flugzeuge, 15 weitere wurden am Boden zerstört. In der gleichen Zelt gingen elf eigene Flugzeuge verloren. In den letzten beiden Nächten belegten deutsche Kampffliegerverbände mehrere britische Flugplätze südlich Alexandrien und nordwestlich Kairo mit Bomben schweren Kalibers sowie Tausenden von Brandbomben. In den Flugplatzanlagen nnd zwischen abgestellten Flugzeugen fllilllilllllllllllllillllllllllllllllllllllllllllllllllllllllilHllllllll lliillllllll lapans Aussennlnisler zorOckgelreleii Tokio, l. &2i)tember AuRenmitiister Toko ist nach einer Mitteilung des Informationsamtes des Kabinetts am Dienstag abend aus persönlichen Gründen zurückgetreten. Der Tenno. von dem Tojro kurz vor dem Rücktritt empfangen worden war, hat die Demission genehmigt und mit der Übsrnalime der Geschäfte des Außen-' ministeriums den Ministerpräsidenten und Kriegsminlster General Tojo beauftragt wurden Explosionen und starke Brände beobachtet. Die deutsche Kriegsmarine versenkte im Monat August insgesamt 699 100 brt. Hievon wurden 106 Schiffe mit 667 164 brt durch Unterseeboote und fünf Schiffe mit zusammen 32 000 brt durch Schnell-foote vernichtet; weitere 23 Schiffe mit über 130 000 brt wurden torpediert. An feindlichen Kriegsschiffen wurden versenkt: Der Flugzeugträger »Eagle«, ein Hilfskreuzet mit 12 000 brt, zwei Zerstörer, ein Unterseeboot, zehn Schnellboote, drei Bewacher und drei kleinere Fahrzeuge. Beschädigt wurden zwei Zerstörer und zahlreiche Schnellbote. Im gleicnen Zeitraum versenkte die Luftwaffe 14 Handelsschiffe mit 109 000 brt und beschädigte weitere 12 Handelsschiffe ohne GrOBenangabe. An feindlichen Kriegsfahrzeugen versenkte die Luftwaffe einen Kreuzer, vier Zerstörer, ein Unterseeboot, ein Torpe- doboot, ein Schnellboot, einen Bewacher und ein Qeleitboot. Beschädigt wurden zwei Flugzeugträger, 12 Kreuzer bzw. Zerstörer, vier Schnellboote, ein Sturm-Landungsboot, ein Geleitboot. Außer den empfindlichen Krlegsschlff-verlusten verlor die feindliche Schiffahrt somit im Monat August insgesamt 125 Schiffe mit zusammen 808 100 brt. Weitere 35 Schiffe mit zusammen etwa 200 000 brt wurden torpediert bzw. durch Bombentreffer schwer bes^ädlgt. Zatilrelclie Gefangene in Nordalriha Rom, 1. September Der italienische Heeresbericht gibt bekannt; An der ägyptischen Front Tätigkeit vorgeschobener Abteilungen. Wir machten zahlreiche Gefangene. Italienische und deutsche Fliegerverbände isnternahinen Bombenangriffe auf feindliche Nachschubstraßen. liRser weHenfscheidender Sieg Politische und militärische Feststellungen Im Aufruf des Führers Marburcr 1 Sentpmber I vorschwebt und für das sie die Völker Der Aufruf des XrL' Rot- H5 Jlapn HpI nhp^^ sevelt, Churchill und Stalin gescheitert, vm? «ip fluszuhutifcm; denn die deut- «nli « ripr tfl-innPH nlnnriiverblfhdeten Truppeu haben nnH nK^rlpimp^H^r Krm hpnifpn «iTnH Lebensraum der europäischen Völ-rK? ^ Ilncprpn ker SO gewaltig erweitert, daß deren Er- FpftT^Pti 7M hln?prlas nährung gesichert ist. Umgekehrt spüren TpI TTmcnmSIr Ha Vniw "nsere Gegner den ihre Versorgung im- sen. Umsomehr wird deutsche Vo^ einengenden Tonnageschwund., Front geredet wird. Nach ihrer Ansicht mit stolzer Freude und begeistertem Hoffnung unserer Feinde ^ sei die Front am Mittelmeer der sicherste ist zerschellt. Es ist die Hoffnung auf die i Weg zum Sieg. Die Defensive im Nilland innera Uneinigkeit des deutschen Vol-' müsse sich in eine Offensive verwandeln, rd. Berlin, 1. September Wie zu erwarten war, stellen die Kommunisten in England, nachdem ihnen das Wiedererscheinen des »Daily Worker« bewilligt wurde, neue Forderungen, zu deren Wortführer sich der »Daily Herald« macht. Das Blatt der Labour-Party fürchtet jedenfalls, den Anschluß an die neue kommunistische Welle in England zu verlieren, wenn es nicht selbst an der aufreizenden Agitation teilnimmt. Um sich vor jenem Teil seiner Leser zu entschuldigen, der die bolschewistischen Tendenzen Britanniens noch nicht so recht mitmachen will, meint der »Daily Herald«, sicher würden jetzt die Kommunisten nicht so radikal auftreten wie früher. Und das Blatt verlangt von Churchill weitere sowjetfreundliche Gesten. Angesichts des Ausbleibens der »zwei^ ten Front« wird der englische Premier wahrscheinlich dem Druck der Straße gehorchen, wenn er auch nicht unbedingt dem Vorschlag des »Daily Expreß« Folge leisten dürfte, der im Anschluß an eine Erörterung des Dieppe-Abenteuers sarkastisch bemerkt, England sei noch stark genug, an einem einzigen Tag ein kleines Landungsmanöver und ein kleines Dünkirchen zustande zu bringen«. Das Blatt empfiehlt, den Versuch in größerem Stil zu wiederholen und hegt die Hoffnung, daß es dann doch einmal gelingen werde, an Land zu bleiben , . . Nicht alle Briten teilen die zynische Auffassung des »Daily Expreß«, sie sind gapicht dafür, daß schon wieder von den Pflichten zur Errichtung einer zweiten sie Dank entgegennehmen. Gekennzeichnet werden vom Führer zunächst die beiden Heerlager. An kes, die uns als Sklaven in die Gewalt Deutschlands Seite stehen der größte Teil j der internationalen Goldhyänen und der der europäischen Nationen und Völker i bolschewistischen Bestien stürzen sollte, des Fernen Ostens in einem festen Treue- Einig, opferbereit un&' voll Zuversicht ist bund. Wir kämpfen gegen die bolsche-1 das deuisclie Volk und immer enger wistische Barbarei, dereli Zeugen unsere schließen sich seme Reil,en Kein zwei es «n ViotfrAnt HifäPnHfnrh Vcrsaillcs Wird Deutschland bereitet Soldaten an der Ostfront tf"sendtMh; gewofoen sind, und gegen die lädiscii-1 weiterer Ausbeutung angelsächsisch-kapitalistische Ausbeu-| enden, sondern mit unserem weltent-tung, deren Ziel die Versklavung ist, wie, scheidenden Sieg. sie sich gerade jetzt In Indien jedermann i Gleich wuchtigen Hammerschlägen zeigt. Dort sieht man jenes »neue und sausen die Sätze aus des Führers Aufruf bessere Weltbild«, das unseren Feinden 1 nieder auf unsere Feinde. USA-TnippeiinifNefignineaeingdtreist Chtna-Strasse von den Japanern vtfllig beherrscht ter zwei größer Transporter, wurden am Sonntag im Seegebiet der Neuen Hebri-den von Japanischen Kampfflugzeugen versenkt. Ein viertes Schiff von etwa 8000 brt brannte aus und kenterte. Berlin, 1. September Nach der erfolgreichen japanischen Landung auf der äußersten Ostspitze Neuguineas in der Milne-Bucht sind die auf den kleinen Salomon-lnseln kämpfenden amerikanischen und kanadischen Truppen völlig eingekreist. Die sogenannte »China-Straße« zwischen Neuguinea und dem Louisiade-Archipel wird von den Japanern beherrscht, die mit ihren See- und Luftstreitkräften jeden Entsatz den abgeschnittenen Amerikanern auf den Salomon-lnseln unmöglich machen. Bei Luftkämpfen über Nordaustrallen und dem Korallenmeer wurden am Sonntag 21 feindliche Flugzeuge abgeschossen. Townsville und Port Darwin wurden erneut von der Japanischen Luftwaffe bombardiert. Ausgedehnte Brände und heftige Explosionen kündeten von der Briolgreidie Operationen gegen die Tsdiungking-Fronl Aus Schanghai wird gemeldet, daß in der letzten Zelt die japanischen Streitkräfte in Mittelchina, um feindlichen Aktionen entlang der Tschekiang-Eisen-bahn zuvorzukommen, damit begonnen haben, die Front durch neue Operationen zu ordnen. Durch die Wiederinbetriebsetzung der Tschekiang-Elsenbahn-linie sind die japanischen Streitkräfte nunmehr in der Lage, nicht nur die feindabzuschneiden, Churchill hat sich auch diesem Drängen nicht verschlossen und dem Australier Casey, der das englische Kriegskabinett in Kairo vertritt und damit dort die höchste Befehlsgewalt ausübt, einem rein englischen Aufpasser an die Seite gestellt; Lord Moyne. Mit dessen Ernennung zum stellvertretenden Staatsminister Im Nahen Osten soll jedem Versuch einer Schonung der australischen Verbände und des amerikanischen Kriegsmaterials entgegengetreten werden, nachdem London auch noch die Stunde nahen fühlt, In der es seine Truppen an anderen Fronten des Nahen Ostens wird verstärken müssen. In Kairo muß deshalb jetzt ein Mann' sitzen, der etwas rücksichtslos mit den Dominion- und sonstigen Hilfsvölkern umgeht. Die Verbündeten mehr zu befeuern, ist auch die Absicht des britischen Produktionsministers Lyttelton, der den USA vorrechnet, eigentlich täten sie nicht genug. England, das so viel kleiner sei, produziere viel mehr Kriegsmaterial als die USA, auch nehme es durchaus nicht alles auf Pump, vielmehr habe es selbst schon Ballonsperren und Flugzeuge an die USA geliefert. Also liefert teder dem anderen Flugzeuge! Der edle Wettstrelt läßt auf etliche Wirrnisse in den Lieferungen schließen, so daß man versteht, warum der amerikanische Rüstungsdiktator Nelson nach London kommen will, um cltA\drburger Zeitung« 2. September 1942 S'^Ue 3 Mit Major Gollob auf Jagd Immer neu erklingt das Heldenlied der Tapferen der Lüfte WeUbild Das wird heute wieder ein heißer Tag. Schon in der Morgenfrühe sticht die Sonne auf den Platz. Die gelben Köpfe der Sonnenblumen, die In riesigen Feldern das Rollfeld umsäumen, wogen in der Morgenbriae, die von See herkommt. Die Sowjets hatten seit e Ingen Tagen in der Ltift einen müden Betrieb. Im Luftraum zeigen sich bloß deutsche Kampf-imd Zerstörer verbände, die den sowjetischen Divisionen die Hölle heiß machen, Am Rollfeld sind die Mea schon abgebremst. Major Gollob will in wenigen Mi-imjten starten und drüben nachsehen, ob nicht doch etwas zu erwischen ist. Auf em-mal kommt von der Auswertung die Meldung, daß bei Jejak feindliche Flugzeuge herumfliegen. »Dachte ich mirs doch!« sagt [Major Gollob, »gestern waren die Burschen ebenfalls In dieser Gegend! Los, wir starten!« 60 Kilometer Anflug bis zum gemeldeten Raum! Die Messcrschmltt haben sich vom Rollfeld abgehoben imd entschwinden unseren Blicken. Zwei Jä^er fliegen über See. Major Gollob sucht den Luftraum ab. Nichts ist zu sehen. Doch, halt, da drüben. Da wurden fünf Punkte im Blau sichtbar. Sie fliegen In Richtung Rostow, nun kurven sie weg nach Osten, dann wieder auf die Stadt zu. Dos können doch nur Sowjets sein, die von Süden her anflogen. Es sind Kampfmaschinen, zweimotorige P'lugzeuge. Der Typ ist noch nicht auszumachen. Major Gollob wartet, bis die fünf Flugzeuge vorne in Frontnähe sind. Dann zieht er hoch, um Höhe zu gewinnen und bis zimi letzten Augenblick unsichtbar zu bleiben, über dem Delta dos Don will der Kommodore zum Angriff Übergehen. Die fünf Kampfflugzeuge sind jetzt deutlich zu erkennen. »Hctrgott, so etwas Dummes! Das sind ja Ju 88, die nach Hause fliegen!« Etwas wie Wut hat Major Gollob erfaßt. Da fällt ihm ein; wo die Kampfflugzeuge geworfen haben, sind bestimmt 'Sow-jetjäger hochgekonmien. Also wird nach Süden geflogen. In mittlerer Höhe fliegen die Jäger über Jejsk. Aha, dort unten. Drei Flugzeuge auf Gegenkurs. Sowjets! Vorsicht, Vorsicht, die Burschen dürfen nichts merken. Vome fliegt in Rote eine Rata und eine I 15;{ und etwa 6 700 Meter dahinter bummelt eine weitere I 153 den beiden nach. Also, das war geglückt. Die unten haben nichts gemerkt. Nach wenigen Kilometern Flug schnell Ahschwung nach rückwärts und dann mit Vollgas hinter den drei Maschinen her. Plan: Erst den Nachzügler und dann im gleichen Anflug die zweite I 153, wenn möglich auch noch die Rata. Die hintere Mühle muß aber so weggeschossen werden, daß die beiden anderen nichts wahrnehmen. Die Rata kurvt Powie.Ho schon dauernd leicht hin und her! Sicherlich ein aufgeweckter Kerl! Also tlopprlte Vorsicht, »Mit einem Auge auf (Jte Rata, mit dem anderen auf die I 153 greife ich an,« erzählt der Kommodore. »Nach kurzem Feuerstoß fliegen die Fetzen, der Kasten brennt, stürzt steil nach unten ab. Während ich nun die zweite I 153 angreife, schiele ich nach unten. In 1000 Meter Höhe platzt die abgeschossene Maschine wie eine Seifenblase auseinander. Wie ich an die beiden herankomme, kurvt die Rata plötzlich weg. Jetzt hat sie doch noch etwas gemerkt! Aber sie vergaß, ihren Rottenflieger, die I 153, zu warnen. Blitzschnell übersehe ich die Situation. Die Rata hat zu eng gekurvt, sie kommt nicht in Position, wird weder mir noch meinem Rotten- flieger gefährlich. Im gleichen Augenblick habe ich die zweite I 153 im Visier. Drücke auf die Knöpfe! Der Gegner reagiert sofort auf den Beschuß. Erst langsam trudelt die Maschine weg und geht dann In steilen Spiralen nach unten. In etwa 1000 Meter Höhe steigt der Pilot mit dem Fallschirm aus. Dann geht die I 153 mit Explosionserscheinungen ungespitzt in den Boden, Wo ist die Rata? Das ist die nächste Frage. Weggedrückt und versucht, im Tiefflug zu entkommen. Wir verfolgen sie noch eine Weile über Feindgebiet und drehen dann aber ab, da die rote I^ampe aufleuchtet.« Kriegsberichter Eugen Preß, PK ri'' I.i n- -st- r -fi: ..iMäi ___ SS-PK-Kriegsbcriciiter AuKUbtitt (Sch.) Der Befehl zum Sturmangriff ist gegeben ^ Die Gewehre Schußbereit nahmen unsere tapferen Infanteristen die Höhe Die Kugel des Polltruk Vom Schicksal des Wassil Iliodor Goltschanoff Bis in das ferne Dorf war die Kunde gedrungen, daß im Westen der Union die Kanonen sprachen. Aber der Krieg war weit weg. Die jungen Leute des Ortes wußte man in den örtlichen Garnisonen der Sowjet-Armee, und bis der Krieg dorthin gelangen mochte, hatte es gute Weile. Hin und wieciei fand sogar ein Brief in die sibirischa Einsamkeit, den der Lehrer als einziger Scliroib-gewandter unter den Älteren mit dünner Stimme der Dorfgemeinschaft vorlas. Befriedigt nickten die Zuhörer, als sie vernahmen, wie gut es den Jungen beim Militär gefdile. Wdssil Iliodor Goltschanolf hatte drei Söhne unter den Waffen. Es kam ihn hait an, die Felder ohne die starken Arme seiner Jungens zu bestellen, denn die Abgaben an den Kolchos waren gleich geblieben, und der Dorfsowjet wachte ängstlich dardlior, daß jedermann die vorgeschriebene Monge abführe, Ais S5-jähriger Bauer zum Wehrdienst einberufen All dieser Sorgen war Wassil Iliodor m'V ernem Schlage enthoben, als ihm dsr Doii-sowjet die Einberufung zum Heeresdienst mitteilte. Ob es sich nicht um ein Versontin Trotz strömendem Regen vorwärts Aufklärungsabteilung der Wdffen-ff zerschlägt feindlichen Widerstand Nächtliche Besprechung auf dem Gc-lerhtsstund einer Aniklärungsabteilung der Waffen-Bei der kargen Beleuchlung weniger Kerzen sind in der Stube eines kleinen Blockhauses die Kompaniecheis und ihr Kommandeur versammelt. Auf einem alten, morschen Tisch werden Karten ausgebreitet, dann bespricht der Kommandeur den Einsat/ für den morgigen Tag. Wenige Stunden später, Befehl in den Kompimien: ..Solort fertig machen!" (irau dämmert im Osten der Morgen, als Krad-sr.hützen und Panz.erspähwagen, Pan/erjagcr und Pioniere sich "zum erneuten Vordringen in das Land der Sowjets aufstellen. Nur schwach hellen sich die graugrünen Tarnjacken der ^f-Männer aus der Morgendämmerung ah. Em langatmiger Landregen rieselt atif unsere Stahlhelme. An der Front selbst herrscht heute morgen eine merkwürdige Ruhe. Kein Grollen der Artillerie, kein Tacken der Maschinen-geweiue — still und schweigend stehen die Höhen und Wälder an der Stral^o. Mit der See-Enge ist ^ so, wie erwartet. Kaum ist die Spit/e, vorsichtig vorfühlend, in Schutt-weite der Höhen gekommen, da empfängt sie auch schon Feuer, Ein Panzerspahwagen fährt zur Aufklärung vor. Der Spähtruppführer kommt zurück und meldet, riafi die Strafte in drei Metern Tiele und t;inf Metern Breite gesprengt sni. Die Sperre wird gesichert durch Paekgeschiit7e und Granatwerfer. Auf den Höhen sind ausgebaute V'eld-stellungen erkannt. Kaiun hat er dem Kommandeur Meldung gemacht, da bestiUigt sich auch schon seine Vermutung. Ein Pfeilen, ein Zischen — — wumml Einschlag! Der Kommandeur befiehlt: die Artillerie in SteltuiujI Jetzt rattern fichwere Zugmaschinen mit Geschützcn voT. Ganz vorn liegt die Beobachtungsstelle und gibt die Ziele an — und schon zischt das tod- und verderbenbringende Eisen über uns hinweg. In kühnem Angriff, sich sprungweise vorarbeitend, geht die erste Kompanie vor, während die zweit? versucht, den Feind von der Flanke zu fassen. Der Abtei-lungsgefechtsstand liegt selbst in der vordersten Linie. Der Kommandeur beobachtet das Vorgehen seiner Truppen. Warum stockt auf einmal die erste Kompanie? Melder zur Ersten! Kommt zurück: „Weiteres Vorgehen unmöglich, da See-Enge unter ständigem Beschuli von Baumschützen liegt!" MG-Garben in die Bäume] Doch was ist das jetzt auf einmal? Ein dumpfes, schweres, immer näherkommendes Rattern. Und da auch schon ein Ruf aus der vordersten Linie: „Pack nach vorn!" Wendig und flink spritzen die Panzerjäger heran. Stellung! Direkter Beschuß! Auf dem Abhang der Höhe liegt ein schwerer, unförmiger bolschewistischer Panzer, er ist tiir immer erledigt. Hart und tapfer wird nn diesem Morgen in strömendem Regen gekämpft. Nach Stunden erbitterten Ringens kann der Kommandeur der Division melden; ,,See-Enge und Höhen genommen!" Wir sehen aus, als hätten wir in einem Schlammteich gebadet. Es gibt keine Irok-kcne Stelle mehr an unserem Körper. Vet-dreckl, verschlammt, mi'ide von der Hitze des Gefechts — und doch lachende Gesichter. — „Mensch", sagt einer, „jetzt stell dir mal vor: Gehst nach Hause, in die warme Slul)e, Mutter legt frische, trockene Wasche hin, stellt dir die Filz[mntoffel vor die Füsse In diesem Augenblick kommt ein Befehl: „Fertigmachen!" Und erneut knattern die Motoren zur weitet en Aulklärung. ff-Kriegsberichter Willi Diümann, jrf-PK handle, hatte der 55-jährige gefragt, als ihm das Papier gezeigt wurde. Der Dorfgewaltige war ärgerlich aufgebraust: Ob er nicht 'visse, daß jeder Sowjetbürger verpflichtet sei, die erhabenen Errungenschaften des sozialisti sehen Aufbaus mit der Waffe in der Hana zu verteidigen, und ob er sich als einziger von dieser Ehrenpflicht drücken wolle. „Nun gut" — fuhr der Dorfsowjet, versöhnlicher gestimmt, fort, als der Erschrockene zustimmend nickte — „geh jetzt nach Hause und ordne deine Sachen. Mit dem nächsten Transport fährst du dann nach Wladiwostok." Für Wassil Iliodor hatte die Welt bei der Nachbargemeinde geendet, und es fiel ihm schwer, Abschied zu nehmen von den Dingen, die den Inhalt seines bisherigen Lebens ausmachten. Das bunte, selbstgewebte Kopftuch der Bäuerin, die nach den drei Söhnen nun auch den Mann hinausziehen lassen mußte, flatterte ihm nach, bis Haus und Hof entschwunden waren. Im Lärm der großen Stadt Wladiwostok verblaßte das Bild der Heimat. Nach harter Ausbildung in der Kaserne.., Hinzu kam der ungewohnte Betrieb in der Kaserne. Man halte nicht mehr die Knochen eines Zwanzigjährigen, imd das alte Herz führte bcjngstigcnd-unruhige Schläge, wenn die Kommandos zu den Gefechtsübungen ertönten. Bei Licht besehen, war es ein rechter Jammerhaufen, der da über das Exerzier gelände gejagt wurde. Knappe sechs Wochen dauerte die Ausbildung. Wassil Iliodor wußte, wie man das Gewehr laden, wie man entsichern und z.e-len mußte, wie das Seitengewehr aufgepflanzt und eine Handgranate abgezogen wird, nicht mehr. Es genügte. Die Truppe war frontdienstfähig. Bei der Verabschiedung wurde ein von Stalin unterzeichneter Befehl verlosen, der es jedem Angehörigen der Armee zur Pflicht macht, keinen Schritt zu rückzuweichen. Kein Meter sowjetischen Bodens dürfte in Zukunft den ,,Agressoren kampflos überlassen werden. ... tauglich für die Front Endlos lang war der Zug, der Anfang Juli Wladiwostok verließ, endlos lange dauerte die Fahrt. Im vollen Mondlicht blinkte Mütterchen Wolga, als endlich die Waggons standen. In aller Eile erfolgte die Einschiffung der Truppen aut die bereits warlonde Transportflottille, Stromabwärts ging die Fahrt Unter den vielen, die an der Reeling standen, war Wassil Iliodor Goltschanoff. Der Feuerball der Sonne ging strahlend über den Ufern der Wolga auf, aber das Unnennbare, die Sehnsucht nach der Heimat, blieb. In mächtigen Chören orgelten die tiefen Bässo der Kameraden über den Wellen, leise stahl sich Wassil von der Runde fort, die Kehle war ihm wie abgeschnürt. Dahin, woher das Licht dos Tages gekommen, trugen die Flügel schwermütiger Gedanken den Einsamen. Eiste Begegnung mit dem Krieg Er wurde kaum gewahr, daß uiplötzlich ein gespenstischer Schatten in Gedankenschnelle ülier das Schiff huschte. Erst als die Alarmsirenen gellten und aul den anderen Transportern die Maschinengewehre aulge- legt tackerten, wurde er sich der Situation bewußt. Es war zu spät, sich in den Schiffsleib zu verkriechen, denn im gleichen Augenblick schon fiel das Verderben vom Himmel, Ein gewaltiger Schlag von elementarer Wucht fegte Masten und Schornstein nieder, riß den Schiffsrumpf klaffend auf, ließ schwere Bohlen und Planken wie Streichhölzer durch die Luft wirbeln. Instinktiv hatte der rauh in die Wirklichkeit Zurückgerufene nach einem Halt gegriffen, fils ihn der Luftdruck fortschleuderte. Nun trieb er, an einem Balken geklammert, in den Wellen, ^ein Schiff war in die Tiefe gefahi-en, und die folgenden standen zum Teil in Brand oder zeigten Schlagseite. Fern am Horizont verschwanden die feindlichen BomSer in wohlgeordneter Formation. Vier Schiffe wn-ren versenkt, ein ganzes, frisch aus dem Osten herangeführtes Regiment mit der gesamten Ausrüstung abgesoffen, erführ Wassil Iliodor, als man ihn an Bord eines der wenigen unversehrt gebliebenen Schifte no-nommen hatte. Unweit St. legten die Trümmer der Traris portflottille an. Die Stimmung stieg, mit dem festen Boden unter den Füßen, wieder etwas an, zumal, als man am Stadtrand die Gewaltigen Flak-Geschütze bemerkte, die ihre Rohre drohend in den Himmel reckten. Auf große Lastwagen verladen, durchrjttcrten die Kolonnen die Stadt. Sie sollten die südwestlich St. entstandenen Lücken schließen, den Vorstoß des Feindes auffangen und ihn im Gegenstoß werfen. Wassil Iliodor Goltschanoff wurde einer bereits schwer abgeschlagenen Infanteiie-Einheit zugeteilt. Die erste Frage, mit der die in engen Schützenlöchern kauernden neuen Kameraden den Frischangckomnionen begrüßten, lautete, ob er schon sein Tnstri-ment gemacht habe ,.. In der Hölle des Gefechts Gegen Abend erst flaute der Kampf ab. Erschöpft von den Strapazen des Tages, den zitternden Nachhall der erlebten Aufregungen in den Knochen, sank der Alte in einen tiefen Schlaf, aus dem es am frühen Morgen ein unsanftes Erwachen gab. Reihenwürfe aus den Bombenschächten überraschend aufgetauchter deutsche Kampfflieger polterten die Gräben entlang, Tod und Vernichtung hinterlassend. Schon war auch die ge(in'5n-sche Artillerie wieder da und deckte den ganzen Abschnitt mit gutliegenden Salven ein. Die Essenholer mußten unverrichtetcr Dinge umkehren: Es war unmöglich, bei diesem Feuer Verpflegung heranzubringen. In erster linie fehlte es an V/asser. Der einzige Brunnen in der Nähe konnte von den Deutschen eingesehen werden, und von den vier Mann, die nach Wasser ausgeschickt wurden, war keiner zurückgekehrt. Trotzdem mußte der Versuch wiederholt werden. Ah Fünften traf den Neuankömmlich dis Los. So endete das Leben des Wassil Iliodor In gebückter Haltung, den Kanister über die Schultern go.hängt, ging er los. „Mach schon, daß du fortkommst!" — hatte ihn der Kommissar angebrüllt, als er beim Verlassen des Grabens .einen Augenblick gezögert hatte. Nach wenigen Schriften schon niuFifo er kriechen, um nicht bemerkt 2u werden Meier um Meter arlieitete sich der Alto vir-wärts. Der schwere Kanister nahm ihm cüe Luft, in keuchenden Stößen ging der Atem. Du! — haarscharf pfiff es an seinen Ohren vorbei, die Deutschen halten ihn ausgeimcht. Es war aussichtslos weiter zu kriechen. Vorsichtig wollte Wassil Iliodor wenden, ^1s ihn ein furchtbarer Schlag von rückwärts traf. Der Angeschossene besaß noch die Kraft, die Arme hochzuwerfen und auf die Seite der Deutschen zu laufen, wo er kurz vor Erreichen der ersten Linie zusammenbrach. — Vorsichtig holten wir den von der Kugel des Politruk Verwundeten herein. Steckschuß im Rücken. Während der Oberarzt die Wunde untersuchte, erzählte er seine Geschichte, angefangen von der Stunde, als ihn der Einberufungsbefehl erreichte. Wie gehetzt flogen die Worte, zuletzt waren es nur noch kaum verständliche Wortfetzen, die sich dem Munde des Sterbenden entrangen. Kriegsberichter Kurt Gayer, PK PK-Aiifti.ilimc: KricKshcricliter Mcrnuinn (W'b.> Widerstandsnester werden ausgeräuchert Mann gegen Mann geht die Schlacht bei Stalingrad — Nachdem die Bolschewisten in ihiein Bunker diese Ladung genossen hatten, gaben sie den Kanii>f auf Seffe 4 »Marburpjer Zelfung« 2. Septemtjer 1942 Nurnmer 245 Voik und Jiuitue Hindenburp im Spiegel deutscher Dicbtuna Zn seinem 95. Geburtstage Die Gestalt Hindenburgs ist mit dem Worte Tradition nicht zu erfassen, sie ist mythischen Wesens vom ersten Tage an, wo der greise Soldat in das Blickfeld der ganzen Nation tntt. Tannenberg hat sich auf-gpre^ckt und mit ihm die Wunderr^estalt des rnäciitigen Mannes, der wie ein lebendiger Nlythus durch die immer bewegter werdende deutsche Geschichte schreitet. Das Schick-''al der Nation ist an ihm geknüpft Die deutschen Ostprovinzrn sind frei. Der russische Barbarismus ist in seine eigenen Gefilde zurückgeworfen. Ein qroßer Hymnus schwingt durch das Land und pflanzt sich bis in die fernsten Erdteile fort. Der Dichter Mdx Dauthendey, der die Jahre des Krle-nes auf Java verbringen muß, verzehrt sich in „grenzenlosem Heimweh", und in seinem Buch „Mich ruft dein Bild" feiert er den großen Deutschen, der sein Vaterland vor dem Zugriff der Feinde schützt. Walter Flex, in dem sich Leier und Schwert zum leuchtenden Symbol verbanden, »ritt als junger Offizier dem Feldherrn ge-rfonüber, und in einem Brief an seine Eltern gibt er dem Wunder der Stunde beredten Ausdruck. Den großen Augustvormarsch 1!115 macht er, geführt vom unsichtbaren, aber doch fiihlbaren Willen des Feldherrn „traumhdft, wie in einem gewaltigen Strom" mit. Richard Dohmel, der durch das gewaltige Kriegsorlebnis aus einer schwächlichen weit-bürgerlichen Seelenlage emporgerissene deutsche Dichter, schreibt am 10. Dezember in sein Ttigebuch: ,,Nachts verbreitete sich vom Regimentstelephon aus das Gerücht, Hindenbiirg habe 150 000 Russen gefangen. Alles ist gespannt, ob amtliche Bestätigung folgen wird; aber jeder traut diesem rastlosen Heerführer die ausschlaggebende Sieges-trit 711, und die faulen Friedenswünsche sind im Handumdrehen abgedampft." In einer Stunde der nationalen Entscheidung bürdet das Schicksal dem alten Feldherrn das Amt dos Reichspräsidenten auf. „Mir war bewußt, daß das Staatsgrundgesetz und die Regierungsform, welche die Nation sich in der Stunde groHer Not und innerer Schwache gegeben, nicht den wahren Be-diirfiiissen und Eigenschaften unseres Volkes entspreche. Die Stunde mußte reifen, wo diese Erkenntnis Allgemeingut wurde. Daher erschien es mir Pflicht, das Land durch das Tal äußerer Bedrückung und Entwürdigung, innerer Not und Selbstzerfleischung ohne Gefdhrdung seiner Existenz hindurchzuführen, bis diese Stunde anbrach." So steht es in dem politischen Testament des Feldmar-schall vom 11. Mai 19,14. Drei Monato später geht er zur Großen Armee ein. Dcis deutsche Volk pilgert nach T.innenberg, und den Mythus vom greisen Helden, der auszog gegen Osten, das Relcn zu retten, spürt es nicht nur um die hohen Tiirtue fies Feliiherru-Grabes, sondern auch 'n seinem eigenen Wesen. F. O. H. Schulz V Zum 100. TodcslaK rfes Wiener Malers Peter Feudi. In dic.scn 'lajteti jährte sich zum huiidertsteti Male der 'I odestiiij des bekannten Wiener Malers Peter h'cndi. Aus diesem Anl.ili licU Stadtrat Blasclikc aK I.eiter des Kiilturanitcs der Stailt Wien am (irahe des Künstlers einen Kranz niederlegen. Peter [ endi zahlte /u den Maupivertrctern der .Mtwiener (ienre-Malerei utui zwar außerdem als Stecher und IJtonrapli bekannt. Da die sehr ärniliclicn \ erliältnisse, denen der Kunstschaffen am Hofzaun des Reiches Die Kunstausstellung untersteirischer Maler in Cilli Anläßlich des Kreistages in Cilli veranstaltet die Kameradschaft steirischer Künstler Zweigstelle Marburg, eine Kunstausstellung untersteirischer Maler. Dieser reichhaltigen j'^usstellung Ist in einem eigenen Raum eine Oedächtnisausstellimg des verstorbenen Cillier Malers August Seebacher angeschlossen. In den Sälen der Volksschule I wird man die Bilder noch bis einschließlich 4. September sehen können. Im Seebacher-Raum ist ein großer Teil der Gemälde, Zeichnungen und Radiernngen des 1940 Verstorbenen zusammengefaßt, die fast alle aus Privatbesilzer zur Verftlgtmg gestellt wurden. Seine Mappe »Heut Grafen von Cilli und nimmermehrc ist zum Preise von l.'i,— RM erhältlich. Da Seebacher alles, was er war, und alles, was er konnte, seiner Heimat weihte, ist er ein Sonderkünstler seiner Vaterstadt Cilli. Blätter aus seinen zwei anderen Mappen, »Celeia antiqua et nnva« und Chronica der edlen Grafen von Cilli« liegen ebenfalls auf. Im großen Saal stellen fünfzehn Künstler aus. Ungemein wuchtig der hohe Göll, der abweisend und ewig Uber dem Gebrodel und Gekräusel der tief unter ihm kochenden Wolken aufragt. Grau in Weiß. Ein Blickfang für jede Hochalpinisten. Der Maler Anton Klin-ger selbst ist ja auch ein Freund der Berge. Sein Aquarell »Napoleonkirche Salzachtal« nirnmt durch gute Komposition und feine koloristische Werte ein. Zwei weitere Motive aus dem Salzachtal bezaubern durch ihre Fcybgebung und Tiefe. Florian Stschuka aus Cilli bildet mit seinen drei Bildern eine farbenfreudige Ecke. Besonders sein Mäherbild mit dem Sonnenblumenfeld im Hintergrund hat den Hauch des farbensatten Sommers über sich. Pipo Petein mit zwei prachtvollen Pettauer Aquarellen, einem öl »Frühlingsblumen« und vielen anderen (im ganzen dreizehn) Bildern zeigt uns eine längere Wegstrecke seines Schaffens. Entzückend sein »Winzerhaus«, das wohl das lieblichste Bild der ganzen Ausstellung sein dürfen. Wie hin-pehaucht ein Tümpel »An der Drau«. Sehr stark im Rhythmus das Bild »Kollos im Winter«, eine bizarre Landschaft im V/eingebiet. Fein gesehn die Studien aus der Kollos. lohannes Hepperger, Marburg, ist mit sechs großen Aquarellen vertreten, die sämtlich Künstler entstammte, seine .\usblldung hennnten, hat der Augenarzt und Sammler Josef Barth entscheidend in das Leben des Malers eingegriffen und seine Ausbildung gefördert. Das Wiener Kunsthistorische Museum besitzt gegen iOOO Blätter aus ägyptischen. römischen und griechischen Kunstbeständen, die Peter Fendi inj Auftrag des damaligen K. K. Antikenkabinetts ausfülirtc. + Die üoethe-Mcdalllo für Professor von Matsch. Der Führer hat Professor Franz von Matsch in Wien zum fiOjälirigen Berufsjubi-liiums in Würdi.gung seiner Verdienste als Maler und Bildhauer die Goetlie-Medaiile für Kunst und Wissenschaft verliehen, l^eichs-minister Dr. Goebbels hat dem .lubilar zur Auszeichnung telegraphisch die herzlichsten Glückwünsche übermtitelt. I- Professor Brtihn gestorben. In Düsseldorf starb im Alter von 74 Jahren Professor Chritsian Bruhn, der Gründer der westdeutschen Kiefe.'nklinik, der ersten Heilstatte dieser Art. .\us den kleinsten Mitteln schuf Professor Bruhn im Jahre 1914 zu Beginn des Weltkrieges diese Anstalt, in der die mit (jesichts- und Kiefernverletzungeii verwundeten Soldaten mit grölitetn LrfolK behandelt wurden, l.ange Jahre nach dem Kriege noch wirkte Bruhn weiter zum Wohle der Verwundeten. Motive aus Cilli darstellen. Da fällt vor allem die »Grafel im Herbste auf, mit ihrem rot überrankten alten Gemäuer. Mit bewährter Meisterschaft ist der maßive Bau der »Alten Kaserne mit Schloßberg«, dann der »Reckturm« und der »Marktplatz« von Cilli eingefangen. üb nicht der »Schloßberg Cilli« etwas mehr Raumtiefe vertrüge? Leo Wallner Pettau, ist thematisch an die Kollos gebunden. Seine zwei Aquarelle »Kollos im Vorfrühling«, zart in der Linienführung, sind rhythmisch bewegt. Eine dekorative Art zu malen hat der Marburger Robert Gattinger, zu seinem Tempera »Untersteiermark« stellt man sich allsogleich hele, derbe Bauernm(>-bel vor. Stimmungsvoll der »Reckturm Marburg«, wo alles um das sprudelnde kleine Wasser des Ziehbrunnens gruppiert ist Die Bleistiftzeichnungen Franz Stipes, Gurkfeld sind fein und zeigen eine sichere Meisterhand. Drei Kreidezeichnungen Konstanze Frohms, Marburg, bestricken durch weiches Helldunkel, besonders ansprechend ist ihr »Alter Mann«. Franz Stipe, Gurkfeld, mit seinem »Im Dorfe« und der duftigen Bleistiftzeichnung »Untersteirischer Bauer«; Karl Jirak Marburg, mit »Mäher, »Hochzeit im Winter« und »Ernte« sowie Fredy Koschitz mit dem Ölgemälde »Trifail«, Dorothea Hausers Studien und drei zarte Pastelle Emil Peteks runden die Leistungen der Ausstellung ab. Auch drei kleine Holzplastiken von Johann Napotnik, Schönstein, »Kind mit Papagei« und von Emil Romich, Cilli, »Der Geiger« »Die Seele« wurden viel beachtet. Erfreulich — die Maler hören es gerne — war und ist die Kauflust der Ausstellungsbesucher. Eine ganze Reihe von Bildern ist verkauft. Alle, die bereits sicheren Meister, jene, die noch ringen und Anlauf nehmen, nahen mitten im Kriege gezeigt, daß es auch hier, am Grenzzaun des Reiches, blüht und fruchtet. Josef Werdisch !Btick nach Südosten 0. SUdosteufoparelse der Beritner Pbllhar-monlker. Unter Leitung von Professor Hans Knappertsbusch wird das Berliner Philharmonische Orchester in verschiedenen Städten Konzerte eeben. Die Reise beginnt mit zwei Abenden am 5, und 6. September In Krakau, setzt sich am 8. September In Preß' bürg und am 9. September in Budapest fort. Am IL September findet in Kronstadt und am 12. September in Bukarest ein Beethoven-Abend statt und am 13. September in Bukarest ein weiteres Konzert, In dem der Violinvirtuose f!rich Roehn auftreten wird. — Für den 16., 18. und 19. September sind Konzerte in Sofia vorgesehen, für den 22. imd 24. September in Athen, wozu am 23. September ein Konzert für die Wehrmaclil hinzukommt. In Belgrad geben die Philharmoniker am 27. September einen Beethoven-Abend und am 28. September einen Abend für die Wehrmacht. .Mit Konzerten am 30. September un'd 1. Oktober findet die Reise in Agram ihren Abschluß. Auf dem Programm stehen auch Werke von Mozart, Haydn, Schubert, Schumann, Brahms,. LIszt, Richard Wagner. Richard Strauß und Pfitz-ner. 0. Widerrechtliche Judentaufen In der Slowakei. Die slowakischen Blätter wiesen vor einiger Zeit auf eigentümliche Massentaufen eines kalvinitischen Pfarrers hin. Das Innenministerium Ordnete deshalb eine Untersuchung an, die ergab, daß der betreffende pflichtvergessene Pfarrer allein In diesem Jahr 717 Juden getauft liat. o. Wehrkunde Im ungarischen Schulunterricht. Aus einer Mitteilung des „Pester Llyod" geht hervor, daß in den ungarischen Volks- und Mittelschulen ein neues Lehrfach mit der Bezeichnung „Wehrkunde" eingeführt wurde. Den Lehrplan für dieses Fach hat der yngarische Landesleiter für Körpererziehung und Wehrertüchtlgung ausgearbeitet. Schöpfer des süddeutschen Barock Die Brüder A^am — Meister der Architektur, der Malerei und der Plastik Künatlerfamilien mit erblicher Begabunff hat ea zu allen Zeiten gegeben und überall da, wo die Kunst auf dem soliden Boden des Handwerks ruhte, nie aber in größerer Fülle als in Süddeutachland während des 18. Jahrhunderts. Ganze Schulen, famllienmäßig gebunden, sorgen für den Fortlauf der Überlieferung, geben die Talente von einer Generation an die nächste weiter. So Ist es auch bei den Asams. Aus dem bayrischen Alpenvorland stammend, steigt das Geschlecht In den Brüdern Cosmas Damian und Egid Quirin zu einer Bedeutung auf, die uns berechtigt, in ihnen den Kulminationspunkt der altbayrischen Barockkunst zu sehen. Zahllose von ihnen erbaute oder neudekorierte Kirchen in der ersten Jahrhunderthälfte zeugen von ihrer erstaunlichen Fruchtbarkeit. Fast immer treten sie ge-meinsan auf, so daß ea oft nicht leicht Ist, den beiderseitigen Anteil deutlich zu unterscheiden, auch wenn man weiß, daß Cos-mas Pamian Asam vorwiegend Architekt und Maler war, während Egid Quirin dem Bruder als Bildhauer zur Hand ging. Fgid Quirin wurde als der Jüngere am 1. September 1602, also heute vor 250 Jahren, in Tegernsee geboren. Dort und In Benediktbeuren hatte der Vater die Klosterkirchen mit Deckenmalereien geschmückt, die eine gute Werktechnik, doch kern Genie verraten. Daa Genie war bei den Söhnen. Es hätte sich aber kaum entfalten können, hätte der Abt von Tegernsee das von nun an tmzertrenn-liche Brüderpaar nicht 1713 nach Rom geschickt, wo sie sich das Rüstzeug für ihre künftigen Aufgaben holten, ohne daß man sagen körmte, die italienische Schulung hätte ihren Stil bestimmt. Nach Bayern zurückgekehrt, arbeiteten sie zunächst In def Obet-pfalz, bis der glänzend ausgeführte Auftrag, den alten Freisinger Dom aussnimalen und zu stuckieren, ihren Namen mit einem Schlage berühmt macht. In rascher Folge wird eine unübersehbare Menge von Kirchen teils neu ausgeführt, teUs neu ausgestattet: Weingarten, Mariae Einsiedeln, Prag, München, Osterhofen, Straubing, Irvgolstadt, Weltenburg, Sandizell — um nur die ^ch-tigsten zu nennen. Meist arbeiten sie Hand in Hand, wobei Egid Quirin regelmäßig die Stukkaturumrahmungen von Coflmas Damians Gewölbe-malercien und die plastische Ausstatung der Kanzeln und Altäre zufallen, fast durchweg in Hob! oder Stuck, meist farbig belebt. Nicht genug zu bewundem, wie Architekt, Mal^ und Bildhauer zusammengehen, jede einzelne Figur des an Phantasie schier unerschöpflichen BUdhauere nichts weiter sem wül als ein Klang in dieser betäubenden Symphonie von Räumen, Raumausschnltten, Farben imd Formen. Aus dem organischen Zusamenhang gelöst und in ein Museum versetzt, wirkt die einzelne Figur wie ein vom Körper losgerissenes Glied, sinnlos, funktionslos, viel zu laut, um noch gehört zu werden. Egid Quirin Asam bedetitet den absoluten PTöhepunkt einer Plastik, die in dem Augenblicke, wo die Architektur, die sie allein möglich machte, hinfällig wurde, gleichfal^ Ihre Existenzberechtigung verlieren mußte^ i ....................DIB VOM...........................i {HAHNENGRUNDI : roman von kurt riemann j i.iM.. Jarth Vrlio Otkir Vglttir, Wedm/Si 5 {40. Fortsetzung} Unten warten die beiden Herren schon im Kraftwagen. »Den Brief geben Sie an Frau Malten abl Verstanden? Sie wohnt im Strandhotel!« Der Hausdiener zieht die Mütze und sieht dem Davoneilenden nach. Icufel, hat der's ciligl — Nicht mal zugeklebt. Und keine Adresse drauf. Na, er wird die Sache schon richtig machen. Den Namen vergißt man ja nicht. Renate Malten... Wahrscheinlich auch verguckt in die schüne Sängerin. 31. Eine halbe Stimde weiter ostwärts, im La-„'er der »Schar«, ist alle gute Laune wie weggeblasen. Gewiß, der Ablauf des Tages ist noch der gleiche; Wecken, Frühsport, Flaggenhissung, Kaifee, Morgenstunde, Sport, Freizeit. Aber .schon beim Frühsport fängt das an; Jochen sauste zunächst einmal in einem herrlichen Waidlauf durch die (iegend. Das kann Käth-chen lange nicht so gut, und Dr. Kramer hat nicht mehr die rechte Puste da^u. Die Bodcn-übtingeii und die Körperschule machen nicht halb soviel Spaß. Wer spielt nun W\nsserhall mit den Junj^s. Wer bringt den Mädchen den Rückhandschlag mit soIcIut Cienanigkeit bei, wie das lochen konnte? Er ist nntrt'ii, e mnito mobile il signore!« Das sagt Virginia jedem, der es hrtren will, und wefMi sie ihre Augen dabei blitzen läßt und die weißen Zähne zeigt, so fühlt man, wie sehr sie den Flüchtigen verurteilt, Sie läßt die bummlige Erika gar nicht zu Wort wieder nach neuen FLntschuldungsgründen sucht. »Was heißt gehabt Krach? Man kann haben Krach den stärksten.« »Den stärksten Krach heißt es, Virginia. Du setzt das Eigenschaftswort falsch!« »Schweige, du Narr!« zischt sie wütend. »Wenn ich werde böse, meine Sprache läuft dann fort. Aber ich laufe nicht fort, wo ich einmal gesagt habe; Kamerad. Darum; Man kann haben Krach den stärksten, aber man kann nicht lasen die andern. Wie sagt ihr auf deutsch?« »Abn darf den Kameraden nicht im Stich lassen, meinst du!« vollendet Knut sachlich. »Und da gibt's gar nichts zu drehen und zu deuteln, Virginia hat vollkommen recht. Jochen hat uns im Stich gelassen. Er brauchte ja nicht mit uns zu kommen. Keiner hätte es ihm übelgenommen, wenn er gesagt hätte; ,Laßt mich in meinen Ferien ans! Ich will meine Freicheit haben.* — Aber erst mitmachen und dann abspringen, wenn ihm etwas anderes in den Weg läuft? Nein, Kinder. Das gefällt mir nicht. Jochen hat schwer enltäuscht.« Sie hocken in ihren Schwimmanziigen beieinander in der großen Ringburg, die sie sich gegraben haben. Das hat manche Vorzüge. Man friert nicht im Winde, man kann die Beine in der Mitte zusammenstecken und mit dem Rücken bergauf liegen. Endlich kann man stundenlang über alle Fragen sprechen, die einem das Herz schwer oder leicht machen. über Nietsche. Fnßbnll, Wagner und die | Verpflegung. Zur Zeit gibt es allerdings nur ein Thema; Jochen, der ungetreue Kamerad. Knut Di'irings Feststcllimg ist ohne Widerspruch hingenorjien worden, ein sicheres zei- chen, daß jeder so denkt wie er. Man scheut sich nur, es so unverblümt auszusprechen; denn reißt man nicht die Wunden nur noch mehr auf, die schon schmerzlich genug sind? Gab es einen besseren Ferienkameraden als ihn? Wer steckte so voll von Schnurren und Spaßen wie er? Ha, und wenn er erzählte, China, Japan, Südamerika, was waren da Lehrbücher und Erdkimdeunterricht? Oder die Sache mit Chang. dem Chinesenjungen, der die ganze Gesellschaft aus den Händen der Aufständischen herausgehauen hatte, und sich selbst opferte? »Wißt ihr das noch.« Alle nickten. Oh, d i e Stunden vergießt man nicht. Und niemals machte Jochen große Geschichten von sich selber dabei. Er war kein Aufschneider und Reiiommieronkel. »Um so schlimmer, daß er uns so sitzen läßt, der Schuft!« stößt Heino zornig hervor. Willi knurrt drohend, dali er sich das verbitte, daß man Jochen einen Schuft nennt. »Ho! Ich nenne ihn aber Schuft! Für mich ist er einer!« lleino hat eine so unverschämte Art, dabei zu grinsen, daß der kleine Willi wütend aufspringt und ihm eitie Handvoll Sand mitten ins Gesicht wirft. Im Nu ist auch Heino hoch, er spuckt wie ein Lama und Willi hätte noch Gelegenheit zu verduften, aber er macht keinen Gebrauch davon. Im Gegenteil, er bleibt sieben, stemmt die Fäuste in die Seite und beginnt, dem Widerspcher seine Meinung zu sagen. »Eine .Affenschande ist das, wie ihr über ihn herfallt! Erst heißt es: Jochen hier, Jo-' chen dn! Und min geht mal was nicht nach eurem Kopf, da ist das Geschimpfe los! Ihr w'ßt ja noch gar nicht, warimi er abgehauen ist! Und daß lleino ihn hier einen Schuft nennt, das ist einfach eine große Schweinerei!« »Halt den Mund, Kleinerl« »Fällt mir nicht ein!« »Ich werde dir's zeigen, du lächerliches Würstchen, du!« Im Nu hat Heino den Kleinen gefaßt tmd legt ihn auf den Rücken. Aber wie eine Katze ist Willi wieder hoch, und schon ist die schönste Rauferei im Gange. Schließlich tritt Knut Dörring dazwischen und bringt die beiden Kampfhähne auseinander. »Laßt doch mal den Blödsinn! So geht's doch nicht! So kommen wir nicht weiter!« »Sehr richtig«, nickt Erika beifällig. »Heino ist immer gleich so grob. Ich würde vorschlagen, mit Jochen noch einen letzten Versuch zu wagen. Schließlich macht mir die ganze Seereise keinen Spaß, wenn Jochen nicht dabei ist!« »Weil du verknallt in ihn bist! Alle sind in Jochen verknallt«, stellt Heino mit abgrundtiefer Verachtung fest. Erika würdigt ihn keiner Antwort. »Wie wär's, wenn wir mal zu ihm 'rüber-gingen?« »Zu Jochen?« »Nun, ja! Mit ihm die ganze Sache besprechen. Was die Großen manchmal atiseman-derreden können vernünftige Menschen mit ein paar gescheiten Worten wieder zusam-mentlicken. Ich bin überzeugt. Jochen läßt sich umstinmien, wenn wir zu ihm kommen!« Knut Dörings Vorschlag leuchtet ihnen ein. Sie begreifen, daß man nicht einfach darauf warten kann, daß irgend etwas geschieht. Man muß selbst handeln. »Bloß treffen müssen wir ihn!« »Das laßt nur unsere Sorge sein. Ich gehCi und du kommst mit, Willi. Alle können wie ihm ja doch nicht auf die Bude rücken. Seid ihr einverstanden?« Cammer 24t »Martiun^w Zeffunff« 2. Sepfember 1M2 Sdfe 3 Aas Stadt and £aud Seid b*r«lt! Zum ersten Opfersonntag am 6. September Voll emster Eindringlichkeit hat der Führer die Heimat aufgerufen zum vierten Kriegswinterhilfswerk des deutschen Volke». Die Heimat muß wieder ihre Pflicht tun. Denn der Sieg wird errungen nicht nur durch die Opfer der Front, sondern auch durch die Heimat. Alle Kraft der Herzen müssen wit zusammenfassen im Dienst für unser Volk, damit es diesen größten und entscheidendsten Kampf seiner Geschichte in Ehren und siegreich bestehen kann. Straßensammlungen und Opfersonntage werden wieder die Mittel aufbringen, um die Mütter und Kinder Deutschlands vor allen Gefahren zu schützen, die ein Kriegswinter mit sich bf(ngt. Es ist nicht schwer, tn Tagen der Geborgenheit und des Friedens im andern den Bruder oder die Schwester zu sehen und ihm ein freundliches Lächeln zu scheüken. Die ethte Kameradschaft fordert aber mehr, und sie bewährt sich vor allem in harten Zeite)i. Dieses kommende Winterhilfswerk muß uns aber bereit finden wie noch nie. Was uns im vergangenen schweren Winter die deutsche Ostfront an Miit, Hingabe, Zähigkeit und gegenseitiger Hilfsbereitschaft taglich vorgelebt hat, das muß in der Heimat in allen Herzen nachglühen. Die Heimat muß einen schützenden Ring schließen um alle, die der Hilfe bedürfen. Niemand darf das Gefühl haben, daß er allein mit seinen Sorgen in diesem gigantischen Ringen steht. Wir alle stehen mitten darin, tragen die Entbehrungen und Lasten, und wir alle werden auch die Früchte ernten. Schon in den sechzehn Monaten seit dem Tag ihrer Befreiung hat die Unterstei«rmark, haben die Hilfsbedürftigen bei uns in so reichem Maße erfahren, wie das deutsche Volk seine Hand schützend über alle jene hält, die sich aus irgendwelchem Grund nicht selber helfen können. So sind die Scharen der Bettler, die zuvor in Untersteier eine wahre Landplage waren, so sind die zerlumpten und verwahrlosten Kinder, die hier einst die Straßen bevölkerten, verschwunden. Tausende und Tausende haben erfahren, daß die Kraft der Gemeinschaft auch für sie da ist. Durch reichliches Geben für das Winterhilfswerk wollen wir nun bei den kommenden Straßensammlungen und Opfersonntagen beweisen, daß wir den Sinn unserer Volksgemeinschaft, unser Eintreten für alle Bedürftigen mehr denn je in unser Herz aufgenommen haben. Und nie wollen wir vergessen, daß wir selbst mit unseren reichsten Gaben niemals auch nur einen Bruchteil von dem leisten können, was unsere Soldaten draußen an der Front, zu Lande, zur See und in der Luft opfern und vollbringen. Wir wollen dem Ruf des Führers mit freudigem Herzen folgen, wir wollen damit ihm und seinen Soldaten danken und so unser Scherflein beitragen zum großen deutscnen Sieg ni. Todesfälle. Im Marburger Krankenhaus ist der 65-jähri|2;e Steinmetz Andreas Ukmar aus Josefstal 18 bei Reifnic verschieden. — hl der Pettauerstraße 48 in Marburg starb die 88-jährige Maurersgattin Maria Perschak, m. Das Standesamt Pettau meldet. In der letzten Woche wurden beim Standesamt in Pettau zwei Geburten, eine Eheschließung und vier Todesfälle verzeichnet. Den Bund fürs Leben schlössen Martin Werich und Johanna Meieritsch beide aus Neudori Gestorben sind: Angela Sauer aus Kitzerberg, der 42iähriRe Michael Sorko aus Patzin, Gemeinde Dornau, die 41 Jahre alte Emma Wretschko, Pettau, und der 13jährige Johann Tschrnko aus Moschganzen, Gemeinde Margareten. Der Facharbeiternachwuchs tritt an Neuaufnahme der Schlosserlehrlinge im Reichsbahnausbesseningswerk Marburg — Eröffnung des Jugendwohnheime* Wieder ist ein Schuljahr m Ende gegangen und ein neues hat seinen Anfang genommen. Mit Schulbeginn tritt auch der Lehrlingsnachwuchs an. So wurden am Montag im Reichsbahnausbesserungswerk Marburg ungefähr 60 Jungen als Schlosserlehr-linpe aufgtnfimmen. In ein^em Hof des Werkes stehen sie um die Fahne, ihnen zur Seite im blauen Arbeitsanzug die Lehrlinge des zweiten und dritten Lohrganges, die von nun an ihre Kameraden sein werden. ,,Brüder au» Zechen und Grubeti..." erklingt es von den hellen Jungenstimmen und die Flagge wird gehißt. Reichsbahnrat Schwentner begrüßt in Vertretung des Werkdirektor« die Eltern der neuen Lehrlinge und die zahlreich erschienenen Ehrengäste, unter Ihnen Reichsbnhnrat Stromeier und Dipl. Ing. Krupp von der Reichsbahndirektion Wien. Er betont, dail die Jungen jetzt tn einen neuen Abschnitt ihres Lebens eingetreten sind. Sie sind in die Betriebsgemeinschaft getreten, die sie nicht nur zu guten Schlossern, sondern auch zu klarer Innerer Haltung und Betriebstreue erziehen soll. Er wendet sich an die Eltern mit der Bitte um Vertrauen und übergibt die Jungen dem Ausbildungsleiter Inspektor Turn-herr, zur Betreuung. Inspektor Turnherr gibt einen Einblick in die Ausbildung, die den Jungen in den nächsten drei Jahren bevorsteht. Neben der Arbeit in den Werkstätten werden sie auch die anderen Arbeitszweige des Betriebes kennenlernen. Am Schluß des ersten Ausbildungsjahres steht ein Lehrlingswettkampf, am Schluß des dritten die Facharbeiterprüfung. In diesen drei Jahren sollen sie zu guten Facharbeitern werden und mit ihrer Arbeit der Front ein kleinen Stück des Dankes der Heimat abstatten. Abschließend richtet Inspektor Turnherr an die alten Lehrlinge die Aufforderung, daß sie ihren neuen Kameraden mit Rat und Tat zur Seite stehen sollen. Ein alter Lehrling begrüßt den Vertreter der neuen mit Handschlag und nimmt damit symbolisch die jungen Arbeitskameraden in ihre Gemeinschaft auf. Der Bealiftragte der Hitlerjugend der Reichsbahndirektion Wien spricht. Er sagt, daß aus den Schuljungen nun Mitglieder ei- ner Betriebgemeinschaft geworden sind. Doch ihre Erziehung ist noch nicht beendet. Die Eltern, der Betrieb und die Deutsche Jugend werden von nun an gemeinsam an dem Erziehungswerk arbeiten, das die Jungen zu wertvollen deutschen Menschen und Facharbeitern machen soll, die einmal das erhalten und welterbauen werden, was die Wehrmacht mit dem Schwerte erkämpft. Der Leiter des Berufserziehungswerkes Srhreger geht bei seinen Ausführungen davon aus, daß Deutschland den vorigen Krieg verloren hat, weil die Heimat versagte. Deshalb muß in diesem Kriege jeder deutsche Mensch mithelfen, daß Front und Heimat eine starke Einheit sind. Die Jungen sind nun In eine Kameradschaft hineingestellt, die sie erziehen wird, dem Schwächeren zu helfen, den Böswilligen auszuscheiden, die sie zu ganzen Kerlen machen wird. Hier werden sie den Ade! der Arbeit begreifen leinen. Der Betriebsobmann schließt die Lehrlingsaufnahme mit dem Gruß an den Führer. Nach den Liedern der Nation erfolgt eine Besichtigung des Betriebes, der den Eltern und den Gästen das neue Wirkungsfeld der Jungen zeigt, u. a. die neuerbaute, helle und zweckmässige Lehrlingswerkstätte. Am Nachmittag wird das Jugendvohnhelm des Reichshahnausbesserungswerkes feierlich eröffnet. Unter den Ehrengästen sind nun auch Abteilunqspräsident Vomberg von der Reichsbahndirektion Wien und ein Vertreter des Oberbürgermeisters der Stadt Mar-buig erschienen. Der Heimleiter Schneider meldet Reichsbahnrat Schwentner seine Juu-gen. Nach der Begrüßung der Ehrenqdste dankt Reichsbahnrat Schwentner den Stollen, die bei der Erwerbung und der Neuqestal-(ung des Jugendwohnheimes behilflich w.i-ren. In diesem Heim sollen nun die Jungen zu einer Kameradschaft und Arbeitsgemeinschaft zusammenwachsen, hier sollen sie streben und lernen für die Zukunft und frohe Stunden Ger Kameradschaft erleben. Abteilungspräsident Vomberg findet anerkennende Worte für die große Leistung, dieses Heim in einem Jahr aufzubauen. Er betont, daß die Sorge für den Nachwuchs zu den Traditionen der Deutschen Reichsbahn Tüchtige Jungbäuerinnen aus Witschein Schlußfeier in der Landfrauenschule in Anwesenheit des Gauhauptmanns Dadieu In Anwesenheit vieler Ehrengäste und zahireicher Volksgenossen wurde nm Samstag, den 29. August in Witschein die Schliiß-feier des ersten Kurses an der Landfrauenschule in feierlicher Form abgehalten, der die Anwesenheit des Landeshauptmanns Dadieu einen besonders festlichen Rahmen gab. Die ersten 40 Jimgbäiierinnen verließen an diesem Tage die Landfraiienschule, ausgerichtet und mit dem notwendigen Wissen und Können ausgestattet, das ihnen als kommenden Bäuerinnen und Müttern des Unterlandes die erfolgreiche Eerfüllung ihrer Aufgaben gewährleistet. Nach einen schönen Lied ergriff die Leiterin der Landfraucnschule, Fräulein Kulterer, das Wort zur Begrüßungsansprache. In kurzen Worten schilderte sie den Ablauf des Kurses und gewährte einen Einblick in die mühevolle und doch so segensreiche Arbeit an der Schule. Mehrere Lieder (jedichte und Sprechchöre lieferten den eindeutigen Beweis, daß die Jungbäuerinnen außer der praktischen Arbeit auch Dinge gelernt haben, die die Freude zum Leben und zur Arbeit In so hohem Maße vertiefen. Es folgten mehrere interessante Vorträge. Über die Jungbäuerin und ihr Heim sprach Paula Holff, Rosi Aichel-burg über die Feste im Jahresring und Linde Harrer legte die volkswirtschaftliche und gesundheitliche Bedeutung der richtigen Ernährung ihrem Vortrag zu Grunde. Oauhauptmann Dadieu würdigte die Verdienste und die Leistung der Landfrauenschule und sprach Uber die Beachtung, die der Schule in jeder F^eziehung und von allen zuständigen und verantwortlichen Steilen wegen ihrer Bedeutung zugewendet wird. Das Gedicht »An die Jugend« von Hans Kloepfer, vorgetragen von Sidi Woger, das Lieder »Heilig Vaterland« und die Lieder der Nation beendeten die Feier. Es folgte eine Besichtigung der Schule und der in den Schulräumen veranstalteten Ausstellung über die im Kurs geleistete Arbeit. Hier fand die Spinnstube neben def aus alten Stoffen verferzigten Wäsche und Bekleidungsstücken die Anerkennung aller Besucher. Das Laienspiel »Ewig ist das Blut«, gespielt von den jungbäuerinnen, beendete die schöne Feier. gehört, die schon Immer in vorbildlicher Weise die sozialen Aufgaben gelöst hat. 74 Jungen werden in diesem zweiten Jugenrt-wohrhelm der Alpen- und Donaugaue eine Heimstätte finden. Abschließend dankt der Abteilungspräsident der Direktion für iVe hervorragende Leistung und spricht ihr seine besten Wünsche für die Erziehung des Nachwuchses aus. Heimleiter Schneider dankt für das Ver-tiduen, das ihm entgegengebracht wird und verpflichtet sich, den Jungen soweit wie möglich das Elternhaus zu ersetzen. Anschließend wird das Jugendwohnhei.i» besichtigt. Die Räume sind bei aller Einfachheit schön und geschmackvoll eingerichtet. Licht und Sonne dringen durch große Fenster, und alles ist hell und sauber. Tn dem großen freundlichen Gemeinschaftsraum werden die Jungen manche frohe Stunde erleben. Die Srhlafräume sind schlicht und zweckmässig. Die Waschräume sind modern-stens eingerichtet und sprechen von deutscher Sauberkeit. Die große und saubere Küche wird vom Leiter des Kameradschafts-werkes Franz Potnik befehligt, der für gute und ausreichende Kost sorgen wird. Eine Ptobe davon gibt das Mahl, das Lehrlinge und Gäste gemeinsam in dem großen Ge-melnschaftsraum einnehmen und das von den Klängen der Werkskapelle unter der Leitung ihres Dirigenten Schönher begleitet wird. Schließlich wird die Fahne eingeholt und der erste Tag der neuen Lehrlinge geht seinem Ende zu. Ihm werden arbeitsreichere und schwerere folgen, bis die Jungen dann nach drei Jahren in der großen Gemeinschaft der in aller Welt als vorbildlich anerkannten deutschen Facharbeiter die Schlacht um die Zukunft schlagen werden. St. FrOtilidieDorloemeinsihan in Gairadi In der Ortsgruppe Oairach im Kreise Trifail wurde am Sonntag, den August, der von allen Seiten zahlreich heriieigeströnite!i Bevölkerung erstmalig das Erlebnis eines heiteren Üorfnachmittags vermittelt. Nach eii^Ieitenden Worten des Orlsgrup-penffihrers brachte die Einsatzgruppe junger Studenten die bereits in enge Fühlung mit der Einwohnerschaft von (lairach getreten war. in Verbindung mit der Deutschen Jugend und den Kindergruppen des Gairacher Kindergartens ein fröhliches Programm lustiger Veranstaltungen zur Schau. Besonders beifällif* aufgenommen wurden dabei die schönen steirischen Volkstänze, an denen sich die Gairacher nach Überwindung anfänglicher Scheu vergnügt beteiligten. Audi die gemeinsam gesungenen Volkslieder fanden lebhaften Widerhall. Begünstigt von strahlendem Sonnenschein I fand das frohe Treiben seinen Höhepunkt I und Abschluß mit dem schwimgvollen Ge-meinschaftsgesang des »Kronenwirtest. Beim Auseinandergehen leuchtete noch die Freude auf allen Gesichtern und ließ erkennen, daß deutsche Sonnfagsfröhlichkeit und volkstümliches deutsches Gemeinschaftsleben auch im Gemüt der Gairacher Wurzel geschlagen hatten. Wie von 20'* bis 6'° Uhr 1 Fahrt mit der Kleinbahn Von Marä Stahl Es ist eigentlich nichts Kegen eine Kleinbahn zu sagen. Daü sie trotzdem die Zielscheibe rauher Witze ist, ergibt sich lediglich aus der Silbe .klein', die herablassend dem eindrucksvollen Worte ,Ba'lin' vorgesetzt wurde. Um alles zu klären, niüüte man eine lange Untersuchung einleiten. f warum alles Kleine die Lachlust herausfor-derL Den Riesen belächelt man nie, innner den Liliputaner. . Die Kleinbahn meiner Heimatstadt fuhr zum Vergnügen der Einwohner durch den ganzen Ort. Sie stieß gewaltige Rauchwolken aus. die Einwohner blieben sctiniun-zelnd stehen und sagten: »Ei, sieh da, der Nord-Expreü!t Die Kinder liefen in gemütlichem Trab neben den Wagen lier, die engbrüstig auf hohen Rädern daherschaukelten. Der Lokoniotievfülirer machte ein eisernes Gesicht wie ein Soldat auf verlorenem Posten, Cr richtette die Blicke geradeaus, gan;; Feldherr während der Ftisolieidungsschlacht, derweil über ihni auf dem Brustschild der Lokomotive ein Hännnerchen mit dünnem »Peng-pcng« allen Hühnern, Gänsen und Enten ankündigte, daß ««ich die lilniinelbahn mit ungemeiner OeschwindiKkeit und Gefährlichkeit näherte. Da. wo sie die Straße übertiuerte. war das Gefahrenmoment besonders groll. Und dort geschah es, daß wirklich einmal etwas pausierte, — die Kleinhahn stieß mit einem MöbelwaKen zusammen. Darauf fiel die Kleinbahn um. Soviel llnKlück mußte der Lokomotivführer verbittern. Ich erinnere mich noch seines Zornes anlülilich der Wettfahrt mit einer Kalesche, die auf der Landstraße neben dem Bahndamm hinfuhr, ihn an jeder Haltestelle überholte und nach dreistündigeni Kampfe gegen ihn gewann. Alle Passagiere hatten sich an den Eenstern aufgebaut und feuerten mit viel Hü und Zungenschnalzen ihr eisernes Dampfroß an, das Letztö herzugeben. Es hagelte Witze, die auch einen gefaßteren Mann als den Lokomotivführer noch schwärzer werden lassen konnten als er so schon war. Er schmähte den braven Kutscher, der unter seinen Lackhut deutlich grinste, versprach, ihn wegen Beamtenbeleidigung zu verklagen. Bis endlich der Heizer die Schmach nicht länger ertrug, seinen Kameraden zu Hilfe kam und mit Kohlenstük-ken naoh der Kalesche schmiß. Die Kleinbahn fuhr durch eine fette, ebene Gegend, Wiesen mit bunten Kühen breiteten sich weit aus. Große Schläge von gelbem Welzen und Divisionen von Zuckerrüben begleiteten kilometerweit den Zug. Es ist eine nahrhafte Gegend. Manchmal kam es zu aufregenden Szenen, wenn das Milchfuhrwerk der milohlie-fernden Domänen nicht rechtzeitig eintraf. Der Herr Stationsvorsteher lief dann händeringend auf dem Bahnsteig hin und her. Der Schaffner schüttelte ingrimmig die Knips-zange, und die FahrRäste begannen langsam auszusteigen, um sich die Beine etwas zu vertreten. Man beriet, ob weiterfahren oder warten. Volkswirtschaft oder Pünktlichkeit, das war hier die Frage. Sie wurde meistens zu Gunsten der Volkswirtschaft entschieden, und endlich jagte dann im aufgelösten Galopp klappernd das Milchfulirwerk um die Ecke des Stationsgebäudes, und unter allgemeiner Mitwirkung der Fahrgäste wurden die Kannen in den Wasen geschleudert, wälirend der Milchjunne scliweilUriefend seine HntschuldinuiiK statnmelte. die tnci-stens darin bestand, daß die Mägde ver- schlafen hatten und mit dem Melken nicht rechtzeitig fertig geworden waren. Heute ist das alles anders, und der Herr Oberlehrer springt nicht mehr aus dem fahrenden Zug, weil er als einziKer Fahrga!=i viel zu bescheiden war, um den Aufwand eines besonderen Haltens für sich ganz allein zu verlangen. Heute fährt der Zug viel zu schnell, um solche Rücksicht zu gestatten. Auch der Witz von dem schweren Ochsen, der durch sein Gewicht die Kleinbahn zum Kentern brachte, wenn er zu schnell von der rechten nach der linken Seite seines Güterwagens hinübertrat, wird zwar noch erzählt, aber nicht mehr geglaubt. Schöne Kleinbahnen! Ihr fuhrt so sanftmütig durch die ostpreußische Landschaft am Rande des Haffs dahin, so nah, daß man ins Wasser spucken konnte, was wir Kindec auch redlich taten, — durch Wälder voller Schnee, weißer Anemonen, roter Erdbeeren, buntem Herbstlaub . . . Irgendwohin fuhren sie ins Verscitollene. Eerne. Geheimnisvolle. Jedesmal, wenn ich auf eine großen Station anhalte im großen Abend-D-Zug. der mit Gebrause und Gedonner durch die Welt tobt, faßt mich ein seltsames Weh, wenn ich querfeldein drei Wagen hinter einer winzigen Lokomotive ilaherrollen sehe, die Irgendwohin ins Blaue fährt, zu einem Ort. von dem man nie srehört hat, der fern irgendwo zwischen den Hügeln liegt. Man fühlt den Drang. auszufiteiRen aus detn so sehr vornehmen und clesanten Zug und hlniihcr7u-wechseln in die drollige Liüput-Bahn. die im sanften Abendilämmer ihre Insassen ins Märchenretch entfilhrt . . . Die Freiheit kann nicht untergehii, solange Schmiede Eisen hämmern] Ernst Moritz Arndt Lerchmlied über der Wüste Im heißen hellen Staub der Wüste schob' sich Fahrzeug auf Fahrzeug über die sich anscheinend im Endlosen verlierende Rollbahn ostwärts. Schon morgens um acht Uhr hatte das Termometer 35 Grad im Schatten gezeigt. Wie heiß mochte es nun um Mittag setnl Jedes Gespräch erstarb. Mit staubver-kriisteten Gesichtern suchte man den Horizont. Plötzlich sehen wir in einiger Entfermmg schräg vor uns Artillerieeinschläge. Gleich darauf bemerken wir auch einige italienische Soldaten, die im Sand liegen. Unser Wagen steht mitten auf der Strafte, und sie winken uns ab. Aber es ist schon zu spät Schon hat uns MG-Feuer gefaßt. Peng... klatsch — ein Geschoß durchschlägt zwei Schutzbleche unseres Wagens und landet auf der Asphaltdecke der Straße. Im Nu liegen wir flach auf der brennend heißen Straßendecke — ein Oberleutnant, ein Wachtmeister, ein Unteroffizier und ein Oberge-fieiter, der Fahrer unseres kleinen LKW. Schleuiiigst verflüchtigen wir uns von der Straße und nehmen Deckung in kleinen Bodenvertiefungen der Wüste hinter ausgetrockneten Knmeldornbüschen Also da haben sich noch aiaige Tonunies versteckt gehalten, die hier nun einzelno Fahrzeuge abfangen. Sie sind zwar auf ver-loronen Posten, aber die Lage unseres kleinen Trupps ist unangenehm. Unsere Feuerkraft ist gering, wir haben nur vier Pistolen zur Hand. Auch ist es beim besten Willen nicht möglich, die beiden Maschinenge» wehrnester da auszunehmen. Bei der kleinsten Bewegung schon grüßt uns ein neuer Feuersegen. Die Sonne brennt erbarmungslos auf uns nieder, wir können Ameisen und Seite ft »Marburger Zeitung« 2. September 1942 Nummer 245 InltartagBr der BrzieiieriDiieR aol Schlofl Obennnreck Die Kreisamtsleitungen Mureck und Leib-aitz des NS-Lehrerbundes beriefen für die letzte Augustwoche 35 Erzieherinnen ihrer Kreise zu einem 4 tägigen Kultur-Lager auf Schloß Obermureck. Das Lager wird von Pgn. Kuschinka, Mureck, geführt. Von Schulrat Grünberger begrüßt, sprach am ersten Tage Regierungsdirektor Dr. J. Papesch aus Graz als berufenster Mann unseres Gaues über Kultur- und Heimatpflege zu den Erzieherinnen. Dr. Papesch war in Begleitung der Kreisleiter Tomaschitz und Schöninger, sowie der Landräte, Schulräte und Kreisamtsleiter für Erzieher der beiden Nachbarkreise und des Bürgermeisters von Mureck erschienen. Das Erlebnis seines grundlegenden Vortrages hiaterlieS bei allen Teilnehmern den tiefsten Eindruck und erweckte die Kräfte, die zur Meisterung der gestellten Aufgaben notwendig sind. Die Lagergemeinschaft wächst in diesen Tagen und in dem landschaftlich großartigen Rahmen durch eine Fülle von anregenden Vorträgen in ein neues, schönes Arbeitsgebiet des Erzieherbenifes hinein. Kleine Oironik m, Marburger Schüler am Grabe Paul Frosts. Der Schüler der siebenten und achten Klasse des TegetthoffjfymTiasiums in Marburg, die in St. Georgen bei Wilden ihren Erntedienst abgeleitet hatten, versammelten sich in Anwesenheit der Witwe des Dichters am 29. August abends, vor dem dortigen Schloß, um des Dichters Paul Ernst in einer schlichten Feierstunde an dessen Grabe zu gedenken. m. Gonobltzer Eisenbahner in St. Kuni* KUfid. Die Betriebsführung der Steiermärkl-schen Eisenbahnen in Gonobitz veranstaltete vor kurzem ihren ersten Gefolgschaftsausflug nach St. Kunigund am Bachern. Mit frohem Gesang und froher Stimmung marschierten die vielen Teilnehmer von Hohlenstein nach dem lieben Bergdörfchen. Bei Zitherklang und Harmonikaspiel entwickelte sich bald ein fröhliches Treiben, das bis in den späten Nachmittag dauerte. Die Bevölkerung befreundete sich rasch mit den Eisenbahnern, m. Einbrecher auf frischer Tat ertappt. Der Gendarmerie in Wachsenberg gelang unter Mitwirkung der Bevölkerung ein guter Fang. Am 29. August erschien in Jahringtal ein großer Bursche, der sich an das Haus des Besitzers Koroschetz heranmachte. Er stieg ins Haus und hatte gerade eine Geldtasche mit Inhalt ausfindig gemacht, als die Bewohner von der Arbeit heimkehrten. Der Besitzer alarmierte sofort die Nachbarn und alle bewaffneten sich mit Sensen, Gabeln und Hacken. Der Einbrecher wurde bis zum Eintreffen der Gendarmerie scharf bewacht^ die ihn dann in Sicherheit brachte. Es handelt sich um den aus Pickern stammenden Tischlergehilfen Friedrich Weißkopf. Vorgeschichtliche Funde in Untersteier Von Steinbellen und goldenen RegenbogenschUsselchen — In Cilll und Rohitsch gab es schon vor 3000 Jahren BronzegieOerelen — Raslermesser aus Jener fernen Zeil Die Mittelpunkte vorgeschichtlicher Siedlung in der unteren Steiermark scheinen das Diaufeld und die Ostabhänge des Bachern gewesen zu sein. Freilich, so frühe Spuren, wie im benachbarten Kroatien, in Krapina, hat man bisher in der Steiermark noch nicht aufgedeckt. Das ist allerdings kein Beweis, das der Krapinaraensch nicht auch in der benachbarten Steiermark, etwa bei Rohitsch, gesiedelt hat. Die ersten sicheren Funde stammen aus der jüngeren Steinzeit (5000—2500 vor der Zeitwende). Hämmer und Beile aus Serpentin fanden sich bei Gams, Hausambacher, Friedau, Polstrau, in den Büchein und in der Kollos, Spuren von Besiedlung bei Süßenheim und bei Tüffer. Damals wurde von den Siedlern schon ein einfacher Ackerbau in Form des Hackbaues betrieben. Die Bronzezeit zeigt bereits eine größere Zahl von über das ganze Land verbreiteten Funden in der Umgebung von Windischfei-stritz und Marburg, von ihr stammt auch der große Sammelfund von Tschermoschischze bei Rohitsch nördlich des Donatiberges. Waffen und Geräte weisen schöne Formen auf. Alle diese Funde, auch die bei Franz und im weiteren Umkreis von Cilli, erzählen von einer reichen blühenden Zeit. Auch eine Anzahl von Urnengräbern, die aus den Bronzezeit in die Eisenzeit überleiten und um das Jahr tOGO vor der Zeitwende angelegt wurden, so die von Maria Rast, Saukendorf und Haidin bei Pettau und Rotwein bei Marburg erzählen von dieser Zeit. Im 9. Jahrhundert v. Zw. schcint eine Verschlechterung des Klimas in den Alpenländern eingetreten zu sein, die zu einer vorübergehenden Leere in der Besiedlung führte. Erst um das Jahr 700 drangen die Noriker, ein den Venetern verwandter illYrischer Volksstamm in die Steiermark ein und bildete hier den gewaltigen, norischen Kulturkreis. Aus dieser Zeit haben sich fast in der ganzen unteren Steierihark schöne Funde erhalten. Da sind die Gräber von Reicheneqq bei Anderburg, die Funde von St. Jodok am Kosiak, von Königsberg und jene zahlreichen Funde im Savetal zwischen Lichtenwald und Rann, am Loibenberg bei Videm und in der breiten Ebene des Gurktales südlich von Rann. Am Loibenberg steht mitten in einem vorgeschichtlichen Befestigunqswall die Kirche St. Margareta, einer Heiligen, deren Kult vielfach mit vorgeschichtlichen Kult-und Kulturstätten zusammenhängt. Da ihr nach katholischen Ritus gefeierter Tag auf den 13. Juli, also in die Zeit der Getreidereife festgelegt ist, so ist sie die unmittelbare Nachfolgerin einer vorgeschichtlichen Fruchtbarkeitsgöttin, sowie ja alle im Volk beliebten christliche Heiligen nichts anderes sind als anders benannte vorchristliche Gottheiten. Weitere Funde wurden bei Greis Der »Gamsgericht« vom Untersberg E« geht wieder um Bärte und Krickeln Es gibt für den echten Waidmann wohl keinen größeren Triumph, als im Ansitz oder bei der Treibjagd einen starken Gamsbock lur Strecke M bringen. Wie das Reh und den Hirsch erreicht auch ihn meist auf dem Höhepunkt seines Lebens, Im romantischen Liebesspiel zwischen Felsgraten, Latschen und Steilwänden, die tödliche Kugel, Die Brunftzeit der Gemsen beginnt allerdings erst im November. Während man jedoch früher oft wahllos Böcke, Geißen und Kitze niederknallte, hält sich heute der Waidmann an den durch das Reichsjagdgesetz und seine neuesten Ausführungsbestimmungen genau vielerlei winziges Getier so gut wie noch nie beobachten. Die Biesterchen krabbeln einem auf der Nase rum, kriechen in die Ohren und scheinen zu wissen, daß wir wehrlos sind, uns nicht rühren dürfen. Plötzlich springt unser Fahrer auf, saust zu unserem Wagen, springt auf, wendet, haut ab. So fix ging das, der Tommy jagt nur blindlings ein paar Schüsse hinterher, die danebengeben. Gleich darauf schießt wieder Artillerie, der Einschlag ist nur zwanzig Meter von uns entfernt. Nun Schuß auf Schuß — rumms — rumms, hier und dort Steigen Staubwolken auf. Nun einige Augenblicke Ruhe. Wunderbare Stille. Da steigt unmittelbar vor uns eine Lerche auf, eine kleine graue Haubenlerche. Als ob da gar nichts wäre, jubiliert sie ihre kleine Strophe. Schießen, Soldaten, Krieg, — nichts Btört sie. Sie lebt ihr Leben wie bisher. Sie ■ingt über der Wüste ihr Liedchen wie je. Nun schießt wieder die Artillerie, der sanfte Spuk ist vorbei. Und da kommt unser Wagen zurück und nun schießt deutsche Flak. Als wir weiterfahren tmd ein paar Schrammen verbinden, surrt nur die Hitze um uns, der Motor brumjnt, und über uns jubiliert von neuem das Lied der Lerche ,.. Kriegsberichter Detlef Biseke Auch im Uriaub wollen Sie die „Marburger Zeitung" lesen! Wenn Slö verrelten, melden Sie Du« neue Anschrift (Anschriftfinderung) dem zuständigen Postamt. JUarbiroer ZeUiug" vorgeschriebenen Abschußplan. Diinacli werden zur Zuchtauslese in erster Linie di'j kränklichen, schwächlichen oder sonstwie verkümmerten Tiere erlegt. Auch Gemsen mit schlechtem Gehörn bringt man zur Strecke. Die langen Barthaare, die der Bock nicht etwa am Kinn, sondern zwischen der Rückenmilte und dem kurzen Schwanz trägt, ergeben neben den Krickeln als Wandzierde den schönsten Huischmuck und die kostbarste jagdtrophäe, die für den Gebirgler denkbar sind. Sie werden gleich nach der Erlegung des Wildes vom Jäger gerupft und zu den prachtvollen Büscheln vereinigt, die je nach der Größe oft einen sehr hohen Liebhaberpreis erzielen. Doch soll der »Reif«, die weißen Spitzen der Bärte, möglichst gleichmäßig sein, da »blinde« Bärte nur einen geringen Wert haben. Im Magen der erlegten Tiere findet man gelegentlich wie auch bei anderen Wiederkäuern rundliche Gebilde aus unverdaulichen Stoffen, die Gamsballen oder -kugeln, die früher als vielseitig verwendbare Arzneimittel galten. In Wirklichkeit haben sie keinerlei Ileilwert. So gerne der Jäger dunkel gefärbten Gemsbücken nachstellt und hiarbei keine Gefahren und Mühen scheut — es sei hier nur an Kaiser Maximilian I. erinnert, der sich einst auf der Gamsjagd an der steilen Martinswand verstieg und erst nach drei Tagen von einem kühnen Bergknappen gerettet werden konnte — so hartnäckig weicht er den allerdings überaus seltenen Albinos unter diesem Hochwild aus. Weiße Gemsböcke gelten nämlich nach uraltem Volksglauben als ausgesprochen unheilbringend. So soll der österreichische Thronfolger Franz Ferdinand kurz vor seiner Ermordung in Sarajewo im Juni 1914 trotz des Abratens seiner Jagdgehilfen ein solches Tier geschossen haben, und als er kurze Zeit darauf auf der Toten-t>ahre lag, ging bei den weitab von der Politik lebenden Berglern die Rede um, die >weiße Gams« habe sich rächen lassen. Auf dem sagenumwobenen Untersberg bei Bad Reichenhall gab es früher eine geradezu teuflische Einrichtung, die Wilderer getroffen haten, um das Gemswild sicher und mühelos in ihren Besitz zu bringen. Die Unholde legten auf seinen Wechseln dicht vor Steilwänden mit der Innenseite nach oben — frischgeschälte Fichlenrinde aus, auf der die ahnungslosen Tiere ausglitten und Hals über Kopf in den Abgrund stürzten, wo sie zerschmettert liegenblieben. in der Umgebung von Cilll und an vielen Orten in den Büchein gemacht. Im 4. Jahrhundert vor der Zeitwende erringen zwei Siedlungen, der Burgwall oder die Poschtela bei Marburg am Bachern-Ost-hang und jene am Schloßberg bei Windischgraz an Bedeutung. In dieser Zeit dringen die Kelten ins Land ein und mit ihnen kommt auch die erste Münze in die untere Steiermark. Am bedeutendsten waren die Funde von Lemberg bei Neuhaus, wo gegen 450 Münzen, darunter 14 Goldmünzen, und der Fund bei Trifail, wo 553 Silbermünzen gefunden wurden. Einzelne Goldmünzenfunde wurden aber auch an anderen untersteiri-schen Orten gemacht. Durch die Prägung erhielt damals die Goldmünze eine leichte Einbuchtung. So sehen diese keltischen Münzen wie kleine flache Schüsselchen aus. Das Volk nennt sie Regenbogenschüsselchen und glaubt, daß jeder Regenbogen dort wo er zur Erde herabreicht, damit seine Reinheit bewahre, auf solch einem goldenen Schüsselchen aufsteht. . Aus der jüngeren Steinzeit wurden, vornehmlich Beile und Hämmer gefunden. Aber auch der Steinpflug wurde am Draufeld festgestellt. Die ältere Bronzezeit änderte zunächst nicht viel an diesen Funden. Die Beile waren nun eben aus Bronze. Bald aber machte sich ein größerer Formenreichtum geltend. Die Bronze wurde in Cilli und in Rohitsch, also im Lande selbst verarbeitet. Diesem Umstand verdanken wir den großen Fund von Tschnrmoschischze: Beile, Meißel, Schwerter, Messer, darunter schon ein Rasiermesser. Sicheln und Lanzenspitzen, aber auch Hausgeräte, wie Becken und Kesseln mit geometrischen Mustern. Noch ist der Bronzenschmuck selten vertreten, aber die Waffen wurden mit Liebe künstlerisch gestaltet wie das Bronzeschwert, das bei Moschganzen gefunden wurde. Um das Jahr 1000 vor der Zeitwende werden die Geräte immer zahlreicher. Verzierte Töpfe, zahlreiche Schmuckstücke, vor allem Fibeln, die als Gewandhalter ja unentbehrlich waren, wurden aus dieser Zeit gefunden. Immer reicher werden Haus- und Schuckge-räte, Wehr und Waffen. Helme, Schwerter, Pfeile mit ihren Spitzen, verschiedene Kult-qegenstäncle, Pferderüstungen und noch vieles andere, was das Herz von Mann und Frau damals erfreute, liegt in den Gräbern. Die Fülle und Schönheit der Formen bietet immer neue Überraschungen. Robert Baravalle m. Dorfnachniittag in Tüffer. Die Ortsgruppe des Sieirischen lleimatbundes in Tüffer veranstaltete im Kurpark ihren ersten Dorfnachmittag. Die Veranstaltimg wurde in Anwesenheit zahlreicher Volksgenossen vom Ortsgruppenführer Pg, Hermann eröffnet. Unter der Leitung einer Einsatzstudentin wickelte sich eine Programmfolge ab, in der besonders die lustigen Einakter und Volkstänze der Mädel gut gefielen. Der Musikzug der Ortsgruppe Tüffer trug wesentlich zur Verschönerung des Dorfiiachmittags bei. Besonders begrüßt wurde das offene Singen, un dem sich alt und jung beteiligte. ßaus wirlscöoft Visdiininiu Gm» Likataliriin Llkrllkrik ilr Priktlkiitio m. Eheschließung in Witschein. Am 31. August fand in Witschein die standesamtliche Trauung des Johann Kapun mit Anna Marko statt. Die Singschar der Deutschen Jugend trug mit schönen Liedern zur Verschönerung der Feier bei. m. Mord In der Gra/er Josefigasse. Am 26, August wurde, wie schon gemeldet, in einem Mansardenzimmer in der Josefigasse in Graz der 19 Jahre alte Friseurgehilfe |o-hann Front aus Heilenstein, Kreis Cilli, in einem verschlossenen Holzkoffer als Leiche aufgefunden. Front ist das Opfer eines Raubmordes geworden. Der Täter der 21 Jahre Schlafkamerad des Front und Friseurgehilfe Paul Sbogar ist flüchtig, ebenso der Mittäter, der in der Person des Tischergehilfen Franz Koren, geboren am 28. Juni 1921 bei Rudolfswert, Provinz Laibach, festgestellt wurde. Dieser war in einem Lager bei Berlin und ist dort am 2. August entwichen. Beide sind ehemalige Jugoslawen. Paul Sbogar ist Reichsangehöriger auf Widerruf. m. Unfälle. Die In Gams 140 bei Marburg wohnhafte 48-jährige Johanna Randl wurde am Montag in den Abendstunden von einem Motorfahrer von rückwärts überfahren und erlitt schwere Kopf-, Fuß- und Schulterabschürfungen. Die Schwerverletzte mußte im bedenklichen Zustande ins Marburger Krankenhaus überführt werden. — Der bei der hiesigen Baugesellschaft Dohovsky beschäftigte 60-jährige Anton Strach erlitt unglücklicherweise eine Rückenverletzung und mußte ins Krankenhaus gebracht werden. — Der 55-jährlge Besitzer Jakob Marin aus Rast wurde mit lebensgefährlichen Verletzungen, die er bei einem Sturz von einem Birnbaum erlitten hatte, ins Marburger Krankenhaus und von dort ins Landeskrankenhaus nach Graz überführt. Marin hatte beim Sturz einen gefährlichen Wirbelsäulenbruch sowie sonstige Rückenverletzungen erlitten. In allen Fällen leistete das Deutsche Rote Kreuz Hilfe. m. Neue Säge für Holzfäller. Aus dem Bestreben heraus, die Leistungen der t'orst-wirtschaft zu erhöhen und Arbei-tskräfte einzusparen, Ist von dem deutschen Förster Hengst eine neue Säge entwickelt worden, die sich in der Praxis und bei Leistungsver-suchen sehr gut bewährt hat. Das grundsätzlich Neue dieser Säge besteht in ihrer Zahnung, der sogenannten DsD-Zahnung, die von der bisher üblichen Zahnung abweicht. Der Sägezahn setzt sich hierbei zusammen aus einer Dreieckspitze, dem Schneide- und Zerspanwerkzeug und einem rechteckigen Grundteil, dem Räumer. Der neuartige Zahn dient also gleichzeitig zum Schneiden und Räumen. Wie sich aus Vergleichen einer Hiebperiode ergab, werden mit der neuen Zahnung 25 bis 35 v. H. höhere Schnittleistungen erzielt als mit der bisher am meisten empfohlenen Säge. Der Einschlag Kann infolgedessen mit etwa einem Drittel weniger Arbeitskräften als bisher bewältigt werden, Instandhaltung und Pflege der neuen Säge wird durch besonders dafür entwickelti; (leräte sehr vereinfaalit, so daß sie seihst von Anfängern nach kurzer Zeit bedient werden kann. Fallobst ist nicht wertlos! Fallobst ist oft in größeren Mengen greifbar. Seine geschickte Verwertung ermöglicht die Schaffung wertvoller Wintervorräte. Oft trifft man noch Vorurteile gegen das Fallobst, die ganz unberechtigt sind. Vitamine sind auch in ihm enthalten, genau wie in der ausgereiften Frucht. Was fehlt, ist der durch mangelnde Reife nur in geringer Menge vorhandene Fruchtzucker. Er wird durch höheren Zuckerzusatz ausgeglichen. Falläpfel werden besonders geschätzt Tatsächtich kann man ja auch alles aus ihnen bereiten, was aus dem reifen Apfel hergestellt wird. Zu Gelee sind sie augezeichnet. Apfelgelee ist ein Nahrungsmittel, das in kmderrciclien Familien recht nützlich ist. Man nimmt es als Brotaufstrich, zu Puddingsoßen oder man versülJt auch Apfelmus damit. Vollkommen reifes Obst gibt viel weniger Gelee, weil der Geleestoff in die Zucker- und Alkoholbildung übergegangen ist. Man wäscht die Äpfel, schneidet sie in zwei bis vier Stücke, kocht sie weich und läßt sie drei Tage in einem Gefäli stehen. Es sei ausdrücklich bemerkt, daß die Früchte nicht geschält werden dürfen, weil in und an der Schale die meiste Gallerte enthalten ist. Nachdem die lireimasse in einem Beutel durch das eigene Gewicht oder nur gelinde ausgepreßt ist, wird der Saft eingedickt, wobei nach Bedarf Zucker zugesetzt wird. Aber auch zu Apfelmus sind Falläpfel geeignet. Das Mus braucht allerdings etwa^ viel Zucker, doch kann das Zuckern erst später bei der endgültigen Verwendung geschehen, so daß also beim Einkochen selbst zunächst keine besonderen Kosten entstehen. Man gibt Apfelmus später nicht nur als Kompott, sondern verwendet es gern auch zu Apfelsuppen. Durch einfaches Auspressen der Falläpfel erhält man einen bekömmlichen Apfelsaft, den man nach Belieben süßen kann. Apfelwein aus Falläpfeln schmeckt bei sorgsamer Bereitung nicht schlechter als aus Edelobst, und vom alkoholfreien Most läßt sich dasselbe behaupten Ist das Fallobst schon reifer, so läßt es sich recht gut abhacken. Man kann also so- wohl Dörräpfel als auch Dörrbirnen daraus herstellen. Birnenmuß läßt sich ebenfalls aus Fallbirnen bereiten. Birnensaft, mit ein ganz klein wenig Zitronensaft vermischt, ist ein angenehm kühlendes Getränk. Daß man von allen Säften, die man aus Fallobst gewann, auch heiße Frucligetränke bereiten kann, sei nur der Vollständigkeit wegen erwähnt, F'allobst gibt aber aucli einen guten Essig, und zwar eignet sich alles Fallobst ohne Ausnahme hiezu. Man zerstampft alles so klein als möglich und gibt es in einen großen Steintopf. Auf 25 Liter Obst rechnet man 20 Liter kochendes Wasser. An einen warmen Ort gestellt, ist das Obst nach einer Woche in Gärung. Nun gießt man das Flüssige durch ein reines Tuch in ein anderes Gefäß, fügt etwa Vi Liter Bierhefe und ein halbes Schwarzbrot hinzu, daß man klein schneidet, deckt einen diciitschließenden Deckel darauf, bindet eine dicke wollene Decke darüber und läßt es vier Wochen ruhig stehen, ohne daran zu rühren. Dann ist der Essig fertig und kann auf sauber gespülte, trockene Flaschen abgezogen, verkorkt und verbraucht werden. Nicht allgemein bekannt ist es, daß man auch faules Obst für die Essigherstellung nutzbar machen kann. Man sanuuelt es und wirft es in ein Faß Später werden die Obstlager alle 14 Tage nachgesehen. Das Anbrüchige wird benutzt, das Faule ausgeschnitten und in das Faß geworfen, um Essig daraus zu bereiten. Bei der Verwendung von faulem Obst muß man aber den abgepreßten Saft einige Tage stehen lassen, damit sich der faule Geruch verliert. Schließlich seien noch Fallpflaumen erwähnt. Ebensogut wie Pflautnemnusfabriken Fallpflaumen zur Herstellung eines hochwertigen Pflaumenmuses mitverwenden, genau so kann dies iin Haushalt geschehen. Allerdings bezieht sich dies nicht auf noch grüne Pflaumen, die man zur Essighereitung verwenden kann. Reife Fallpflaumen kann man aber auch schälen und zu süßen Pflaumen, Marmeladen oder Pflauniensaft eiinnachen. W. H. D. \ Nummer 245 »Marburger Zeitung« 2, September 1942 Seite 7 Jtport und S-uenm SchwInniTeraiislanong in ROoierliad Die Sportgemeinschaft CUli veranstaltet Sonntag, den 6. September, im Schwimmbad In Römerbad eine Propaganda-Schwimmveranstaltung. Das Wettschwimmen besteht aus folgenden Disziplinen: 100 m Kraul, 200 m Brust, 300 m Kraul, Kunstspringen, für Männer und für Frauen: 50 m Kraul, 100 m Kraul und 50 ,m Rückenschwimmern. Beginn um 17 Uhr 30. Anmeldungen sind an die Sportg;emeinschaft Cllll, Kreishaua, zu richten. Der Sporl-Seplember kündiol sidi an Es Ist alle Jahre so, daß der Monat September Im deutschen Siport ein besonderes reichhaltiges Programm bringt. Auch heuer, zu Beginn des vierten Kriegsjahre«, Ist es nicht anders. Das ist wohl mit einer der vielen Beweise für die ungebrochene Kraft der deutschen Nation. Darüber hinaua liegt, aber auch bei den anderen, sich zur neuen Ordnung bekennenden europäischen Völ-keni das Sportleben kelneswega brach. Der zwischenstaatliche Sportverkehr der Jungen Nationen bringt in der ersten Septemberwoche ein sehr reichhaltiges Programm. Mit deutscher BeteUigung geht der L^derkampf Im Schwimmen mit Italien In Genua, der Seglerwettstelt mit Ungarn auf dem Plattensee sowie der Radaportdreiländerkampf in Preßburg gegen Kroatien und Slowakei vor sich. Weitere Internationale Kraftproben Bind Ungarn gegen Schweden im Schwimmen (Budapest), Schweden geg'en Dänemark im Handball (Landskrona), Kroatien gegen Slowakei im Fußball (Agrami und Schweiz gegen Italien im Tennia (Zürich). Darüber hinaus unternehmen (deutsche Leichtathleten Wettkampfreisen nach Oslo, Stockholm und Byalystok während eine aus Nachwuchsspielern gebildete nationale Fußballelf in Belgrad der dortigen Soldatenmannschaft gegenUbertreten tpoll. Can äwirtscöafr Der Herbstanbau 1942 Vom Herrichten der Telder uod von zeitcerechter Aussaat : Die letzte Wettfahrt zur deutschen Segel-meiMcrischaft der 6m-R-Ktasse auf dem Berliner Wannsee erbrachte einen scharfen Kampf zwischen dem Titelverteidiger Dr. Coolignon (Berlin), und dem Kieler Thom-sen, den letzterer für sich entschied. : Den Straßenpreis von Köln gewann Qber 136 km der deutsche Straßenmeister Hör-niann in 3:39 Stunden vor Heuser (Dortmund). : Rudolf Valenta gewann das über 50 Runden mit insgesamt 67.5 km führende Straßenrennen >Um die Gartenstadt« in 1:40:30 Stunden vor Chylik und Gabriel. : Der Europäische Fechtverband wird mit dem Sitz in Rom unter der Führung von Paola Thaon dl Revels seine Tätigkeit in den nächsten Tagen aufnehmen. : Kroatiens Tennlsapieler für den noch nachträglich In das September-Programm aufgenommenen Tennlsländerkampf gegen Deutschland in Berlin vom 11. bis 13. September sind: Mitic, Pallada, Branovic, Scha-ric und Wörth. Die deutsche Mannschaft wird sich diesmal aus dem Nachwuchs zu-samensetzen. Kaum ist die Getreideernte bewältigt, so muß auch schon wieder an den Neuanbau gedacht werden. Welche Felder für den Anbau von Wintergetreide in Betracht kommen, sagt jedem Bauern und I.andwirt der Fruclit-folKeplan. Es ist ja schon von langher feststehend, welche Felder turnusmäßig für Jen Anbau von WinterKctreide in Betracht kommen. Allerdin>rs können durch den vermehrten Zwischenfruchtanbau ohne weiteres auch einmal Verschiebungen in der bisher geübten Frachtfolge eintreten, ohne daß man Ertragseinbußen befürchten muß. Wo also durch den vermehrten Hackfruchtbau Abweichungen von der bisherigen Fruchtfoige vorgenommen werden müssen, dort hat man sich immer wieder zu überlegen, daß für den Anbau von Wintergetreide früh das Feld räumende Früchte die besten Vorfrüchte sind. Das gilt besonders "für den Winterroggen, Wie wird gedüngt? Im allgemeinen darf zum Wintergetreide kein Stallmist verabreicht werden, weil der Stalldünger nicht nur nicht ausgenützt, sondern unmittelbar Schaden am Wintergetreide verursachen würde. Vor allem ist das Saatbeet durch den verabreichten Stalldünger ungünstig. Außerdem neigt das Wintergetreide bei Stalldüngergaben unbedingt zum Lagern. Die in früheren Jahren vielfach geübte Düngungsweise, nach dem ersten Kleeschnitt auf diese Felder Stalldünger aufzuführen und hernach Wintergetreide anzubauen, ist völlig falsch. Der Stalldünger gehört Z'U den Hackfrüchten und reicht schon hier oft nicht aus. Die notwendigen .Nährstoffe, die für eine günstige Entwicklung des Wintergetreides Im Boden vorhanden sein müssen, sollen zum Teil noch von den Vorfrüchten im Boden sein, zum Teil sind sie als Handelsdünger vor dem Wintergetreideanbau In den Boden zu bringen. Saatgutvorbereitungen, Düngung der Felder, zeitgerechter und sorgfältiger Anbau sind unerläßlich für einen entsprechend günstigen Ertrag bei allen Feldfrüchten, besonders aber beim Win-tergetreide. »Wintergerste ist die erste« Unter den Wintergetreidearten muß die Wintergerste als erste angebaut werden. Ein Anbau von Wintergerste in rauheren und höheren Lagen Ist vorteilhafter zu unterlassen. weil die Wintergerste doch leicht auswintert. Dagegen ist ihr Anbau in den j'lach-landgebieten doch empfehlenswert. Nur muß hier mögHchst frühzeitig angebaut werden, damit sich die Wintergerste bis zum Eintritt des strengeren Frostwetters genügend gekräftigt hat und somit auch ungünstige Wit-terungsverhältnlsse und tiefere Temperaturen leicht überdauern kann. Der Anbau der Wintergerste muß bis Mitte September durchgeführt sein. Ein späterer Anbau ist zwecklos, weil die junge Gerstensaat dann im Winter bestimmt zugrundegeht. Die auszusäende Menge ist bei normaler Anbauzeit möglichst niedrig zu bemessen. Denn zu dicht gesäte Wintergerste leidet ebenfalls stärker unter den Witterungseinflüssen als dünn gesäte. 150 bis 160 Kilogramm Saatgut je Hektar sind bei Wintergerste hinreichend genug. Winterroggen Besondere Sorgfalt ist dem Anbau des Winterroggens zu widmen. Hier kommt es leider immer wieder noch vor, daß der Winterroggen in das frisch bearbeitete Feld gebaut wird. Der Roggen verlangt zum Unterschied von den anderen Getreidearten einen festen, gut geschlossenen Boden. Bei der Bearbeitung aber wird ja der Boden sehr stark gelockert. Man muß daher den» Feld Zeit lassen, sich zu schließen. Dieser für den Anbau des Roggens erforderliche Bodenzustand wird dadurch' erreicht, daß die Saatfurche zwei bis vier Wochen vor dem Anbau gegeben wird. Während dieser Zeit schließen sich die Bodenteilchen besser aneinander. Der Boden setzt sich. Zum Anbau des Roggens selbst wird dann das Feld einfach, nachdem der Dünger gestreut Ist, ein-oder zweimal geeggt. Nur auf solchen vorbereiteten Feldern wird der Roggen rasch keimen und eine gute Jugendentwicklung durchmachen können. Über den Anbautermin gehen die Ansichten leider noch ziemlich weit auseinander. Es läßt sich auch tatsächlich kein Kalendertag nennen, an dem der Roggenanbau beendet sein soll. Soviel aber muß jeder Bauer und Landwirt wissen, daß zwischen Roggenanbau und normalem Wi.n-tereinbruch mindestens sechs bis acht Wochen verstrichen sein müssen, damit sich der junge Roggen während dieser Zeit genügend kräftigen kann. Im Flachland wird man daher mit dem Roggenanbau wohl etwas später beginnen können, während der Roggenanbau in Berglagen sehr früh vorgenommen werden muß. Im Gebiet der Landesbauernschaft Donauland erstreckt sich der Roggenbau durch die großen klimatischen Unterschiede von Mitte August bis Mitte Oktober. UnJ zwar wird in den rauhen' Gebirgslagen mit dem Roggenanbau Mitte August begonnen, in den ebenen Lagen des Weinklimas muß er aber bis spätestens Mitte Oktober beendet sein. Winterweizen Der Winterweizen ist im Anbau niclit so empfindlich wie Wintergerste und Winterroggen. Hier kann ein verspäteter Anbau entschuldigt werden, wiewohl es aber auch beim Winterweizen ratsam ist, mit dem Anbau nicht allzu lange zuzuwarten. Beim Winterroggen und Winterweizen ist die auszusäende Menge genau einzuhalten, weil ein Zuviel an Aussaatnienge nicht nur eine Verschwendung wervollsten Volksgutes wäre, sondern ein zu dichter Bestand ungünstige Witterungseinflüssc wesentlich schlechter aushalten kann als ein normaler Bestand. Alle Wintergetreidearten müssen einen gut vorbereiteten, krümeligen Boden vorfinden. Wenn ab und zu größere Schollen vorhanden sind, die jedoch über eine Faustgröße nicht hinausgehen sollen, dann sind solche Schollen gerade in der windreichen Gebieten sehr erwünscht. Denn sie verhindern das vollständige Abtragen des Schnees. In den (iebirgslagen und auf hängigen Wiiiterae-treidefeldern aber Ist sofort nach Anbau daran zu denken, dem Schmelzwasser im Frühjahr einen Abfluß zu sichern. Die jungen Saaten dürfen nicht zu lange irp Schmelzwasser stehen. Andererseits muß ein unj;e-regeltes Abfließen des Schmclzwasvers vermieden werden. Das Anlegen von Alizug^rä-ben ist daher sofort nacli dem Anbau vorzunehmen, Dadurch geht wohl Ackerland verloren, aber der gesamte Acker wird vor großem Schaden bewahrt, Dr. Markus Brandl Aas aUee lüett d. Der Grenzzaufi, das Verhängnis iür ein Judenpaar. Eine etwa 18jährige verheirdlete Jüdin aus Köln wollte sich mit ihrem bereits verurteilten Ehemann über die holländischo Grenze schmuggeln, um von dort ins neutrale Ausland zu gelangen. Das Paar war von Köln nach M.-Gladbach gefahren, wo die Jüdin, natürlich ohne Davidstern, mit einem holländisch sprechenden Manne anbändelte. Man war bald handelseinig. Für eine Vergütung von 300 RM wollte der Fremde die beiden Hebräer über die Grenze schmugqeln. Als die drei jedoch, auf dem Bauche kriechend, den Grenzdrahtzaun passieren wollten, fielen sie einer Grenzstreife in die Finger, die sie dem Gericht übergab. a. Rauschgift macht hemmungslos. Eine 52jährige alte Frau, die jahrelang im In- und Auslande auf dem Gebiete des Unterrichtswesens tätig war, wurde durch ihre Morphiumsucht auf die Bahn des VerbrcchCns gebracht. Monatelang hat sie im Ruhrgebiet Ärzte und Apotheken heimgesucht und sich Rezepte für Morphium erschlichen, daneben zahlreiche Betrügereien, Urkundenfälschungen und Diebereien begangen. Nach Verbüßung der über sie verhängten Gefängnisstrafe wird sie einer Rauschgiftentziehungs-anstalt überwiesen. a. Die Römer liebten keine Ärangcn. Während heute die Orangen in Italien die bc-liehteslen _ und am meisten verbreiteten Früchte sind, mutet es ganz merkwürdig an, daß diese Früchte sich im Altertum nur sehr schwer einbürgerten. Die ersten Orangen wurden im antiken Rom aus Kleinasien und Nordafrika ^eingeführt. Aber sie fanden durchaus keine begeisterte Aufnahme. In Griechenland war es keineswegs anders. Sokrates, Kaiser Aiigustus, Piaton und Cicero haben, wie man heute weiß, grundsätzlich keine Orangen gegessen, obwohl diese Früchte d -mals schon bekannt waren. Sie empfar i schon ihren Dnft als lästig und unangen' a. Etwa achtzig Pyramiden. Die är sehen Könige des frühen Altertums pfl während ihrer gesamten Regierungsze" ; Sorge darauf zu verwenden, sich ein liehst dauerhaftes, würdiges Grabmal < ten zu lassen. Aus diesem Grunde j < noch heute in Ägypten rund achtzig F den, die gut erhalten sind und von ■ i viele ein Alter von rund 3500 Jahren weisen. losef Werslowscliek Rann a. d. Save bleibt wegen Renovierungsarbeiten vom 14. bis einschließlich 19. September geschk)ssen. 8558 Dr. Iwanscliek zurückgekehrt und ordiniert wieder von. 9 bis 14 Uhr. Buchhalter-(innen) womöglich mit Kenntnis der Durchschreibebuch-haltung, werden von Bankunternehmen zu baldigem Eintritt gesucht. Handschriftliche Anbote unter »Bank« an die Verw. 8452 Allen Verwandten, Freunden und Bekannten, besonders den Arbeltakamerq,den der R. B. für das letzte Gelelte und die vielen Kranz- und ßlu-menspenden - anläßlich des schweren Verlustes meines Lebensgefährten meinen herzlichsten Dank. 8720 Florentine Schwei|^ofer und sämtliche Verwandten, Unser lieber und guter Gatte und Onkel, Herr ANDREAS UKMAR Steinmetz hat uns am Montag, den 31. August 1942, um 20.30 Uhr, nach kurzem schweren Leiden im 63. Lebensjahre für immer verlassen. Das Begräbnis findet Donnerstag, den 3. September, um 15.30 Uhr, von der Leichenhalle des Friedhofes in Drauweiler aus statt. Reifnig a. Bachern, Egldl, Straßgang, Marburg (Drau), Triest, den 1. September 1942. In tiefer Trauer: Maritt geb. Trutsclü, Gattin; Familien: Lorber, Streicher, Trut«chl und Frühwald. 8755 Anzeigen (auch amtliche) für die Samstag-Sonntag>Ausgabe werdeo nur bis Freitag, 16 Uhr, aufgenommen. Ausnahmen können aus lechnischcn Gründen nicht gfmacht werden Marburger Zeitung Aoaeigen-Abteilung Tierzuchtamt Cilli, Goethestrasse 3 sucht ab sofort eine IflcMige Kaazleihrait (Maschinschreiben und Stenographie) Bezahlung nach TOA. 8731 Schmerzerfüllt geben wir allen Verwandten, Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß unsere herzensgute, unvergeßliche Mutter, Frau Ludmilla Rawnjak geb. Gruschownilc Besitzerin uns am 1. September 1942 im 44. Lebensjahre, nach langem, schwerem Leiden für immer verlassen hat. Das Leichenbegängnis der unvergeßlich Dahingeschiedenen findet Donnerstag, den 3. September 1942, um 8 Uhr, aus dem Trauerhause nach dem Ortsfriedhof in Zellnitz statt. Oberwalz, Zellnitz a. d. Drau, 1. Sept. 1942, In tiefer Trauer: Stefanie imd Cäcllle, Töchter Im "Namen aller Verwandten. 8750 Medizinische FachbUcI : Pfaundler, „Diagnostik und Therapie der Kinderkrankheiten", 1941.....* » I i I . RM Kurtzahn, „Kleine Chirurgie", 1942 ..«•«. „ 11,60 Arneth, „Qualitative Blutlehre und Blutkrankheiten", 1942, kart..........................„ 24,— Bach, „Künstliche Höhensonne", Bestrahlungen mit der Quarzlampe, 1941...... . „ 8,70 Baumecker, „Knochenbrücho und Verrenkungen", 1938 .........................„ 5,50 Bingold, „Die septischen Erkrankungen", 1917 . i „ 12,— Birk, „Kinderkrankheiten", 1940 ........„ IJ,— Domarus, „Einführung in die Haraatologie", 1929 „ 9,60 Franz, „Lehrbuch der Kriegschirurgie", 1942 . . „ 28,40 Reuter, „Gerichtliche Medizin", 1933 ..........„ HO,— Holzer, „Physikalische Medizin in Diagnostik und Therapie", 1941 . , ...................„ 40, - Kogerer, „Psychotherapie". Ein Lehrbuch für Studierende und Arzte. 1934 ...... , „ 10,— Schnek, „Röntgendiagnostik der Knochenverletzungen", 1932 ............ „ 20,— Krantz, „Einführung in die Dermatologie", 1941, kart. . i .................,t 7.50 8735 Verzeichnisse kostenlos! JOS. A. KIEN'rEICH, Buchhandlung, Graz, SackslraBe b. Tief erschüttert geben wir allen Verwandten, Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß uiiserc innigstgellebte und unvergeßliche Mutter, Großmutter, Urgroßmutter, Frau Marie Perschak Privatci Dienstag, den 1. September 1942 im 86. Lcbem-jahre nach langem und schwerem Leiden verschieden ist. Das Leichenbegängnis der unvergeßlich Dahingeschiedenen findet Dormerstag, den 3. September 1942, um 16 Uhr, aus der Totenkammer des DrauweÜer-Friedhofes aus statt. Marburg (Drau), den 1. September 1942. In tiefer Trauer: Jo«ef PersehaJ«, Gatte. ('■iHela Roibcnsohuh, Hedy und Fritr LatHchen, Kinder. Hilde und Franr. RoibenNchuh, Enkel. 8751 Seife 6 »Martnirger Zeitung« .. September Nttmmer 244 i StadtthMter Markiri a. d. Dran Mittwoch, 2. September Prebe I OER FREISCHUTZ Romanttoche Oper ia drei Akten roa Carl MarlA von Weber. Dofmerettg, 8. September PretM I DER FREISCHUTZ Romantische Oper in drei AJcten von GM MarlÄ von Weber. Amtliche 0 Bekanntmachungen DER LANDRAT DES KREISES MARBURG (DRAU) WlrlMhiftMOit büil: A 252, Wa 42 Lelt; Marburg (Drau)» den 20. AtlgtMt 1042. BekannlmacAttn«' Die KontrolUtarten für den Einltauf von TatNÜcwaren der Nimunem MA 203 710 bte eimchließlicli >03 7M eind In Verltuit sreratML Die Kontrollkarten mit den tngefUhrtea Nummern werden hiermit ala un«^ltiff erklärt. Im Vorw«l> •un^^sfalle eind die angeführten I^ucherkarten aöiunehmen nnd iet die vorweiettide Pereon dw nächsten CSendftrmerle beew. Polizeidienetatelle anir Anjeeige 21a brih^^en. fin Auftwge: Ge«. Dr. Ooerte. Der Cbel der ZlvUverwtlttiftg In der Unterstelermerk der Beauftragte für die Zivilrechfgpflege Dienststelle Marborg/Draa 9 Gen. t 30 Eintragung ^nur Genoftefisclkafl BiA0etragen wurde In das Genossenschaftsregister am 27. August 1942: ^ Slt2 der Genossenschaft! Thomasberg Wortlaut der Firmai Raiffeisenkasse Thomasberg, registrierte Genossenschaft mit unbeschränkter Haftung. Gegenstand des Unternehmens ist der Betrieb einer Snar-und Darlehenskasse 1. aur Pflege des Geld- und Kreditverkehrs und zur Förderung des Sparsinnsi 2. zur Pflege des Warenverkehrs (Bezug lendwirtschaftlicher Bedarfsartikel und Absatz landwirtscheftlicher Erzeugnisse)! ' 3. zur Förderung der Meschinenbenutjiung. Graossenschaftsvertrag (Statut) von 16. Oktober 1941. Die Haftung ist eine unbeschränkte. Die von der Genossenschaft ausgehenden öffentlichen Bekanntmachungen erfolgen im Wochenblatt der Landesbauernschaft Südmark. Der Vorstand besteht aus dem Obmann, seiuem Stellvertreter und weiteren drei Mitgliedern. Vorstandsmitglieder sind: Ignaz Kratschun, Kaufmann, Thomasberg, Obmanni Stanislaus Zwetko, Landwirt, Kofatschitz, Obmannsstell-vertreterj Max Meschko, Landwirt, Lachonetz, Vorstindsmitglied; Franz Podplatnik, Landwirt, Seanetz, Vorstandsmitglledj Anton Goritschan, Landwirt, SafJen, Vorstandsmitglied. Vertretungsbefugnis und Firmazeichnung: Zwei Vorstands-nitglieder, darunter der Obmann oder sein Stellvertfeter, ^ können rechtsverbindlich für die Genossenschaft zeichnen * end Erklärungen abgeben. Die Zeichnung geschieht in der Weise, da6 die Zeichnenden zu der Firma der Genossenschaft ihre Namensunterschrift beifügen. 8740 Der Chef der ZlvUverwaltung in der Uoterstelermark der Beauftragte für die Zivilrechtspflege Dienststelle Marburg/Draa 9 Gen. I 2d/l Eintragung ainer Gano$$anuhalt Eingetragen wurde in das Genossenschaftsregister am 26. August 1942: Sitz der Genossenschaft: Kaisersberg Wortlaut der Firma: Raiffeisenkasse Kaisersberg, registrierte Genossenschaft mit unbeschränkter Haftung. Gegenstand des Unternehmens ist der Betrieb einer Spar-und Darlehenskasse • 1. zur Pflege des Geld- und Kreditverkehrs und zur Förderung des Sparsinnsi 2. zur Pflege des Warenverkehrs (Becug lendwlrticheft-licher Bedarfsartikel und Absatz landwirtschaftlicher • Erzeugnisse)} 3. zur Förderung der Maschinenbenutzung. Qenossenschaftsvertrag (Statut) vom 30. Juli 1942. Die Haftung ist eine unbeschränkte. Die von der Genossenschaft ausgehenden öffentlichen Bekanntmachungen erfolgen Im Wochenblatt der Landet-bauernschdft Südmark. Der Vorstand besteht aus dem Obmann, seinem Stellvertreter und weiteren 4 Mitgliedern. Törstandsmltglieder sind: Stefan Janeschiiz, Landwirt, Kartschowin, Obmann; Karl Tramschek, Landwirt, Kaisersberg, Obmannsstellver* treterj Stefan Wogrin, Landwirt, Nikolai, Vorstandsmitglied; Franz Karbasch, Landwirt, Nikolai, Vörstandsmitglled; Josef Tomaschitz, Landwirt, Wiesmannsdorf, Vorstands-mitqlieds Josef Simonitsch, Kaufmann und Landwirt, Nikolai, Vor* standsmitglied. Vertretungsbefugnis und Firmazeichnung: Zwei Vorstands-nltglieder, darunter der Obmann oder sein Stellvertretirt lönncn rechtsverbindlich für die Genossenschaft zeichnen ind- BrklArungen abgeben. Die Zeichnung geschieht In der daß die Zeichnenden cu der Firma der Genossen-fchalt ihre Namensunteischrift baifügjen. B739 Stcirisdi8r leliiiatlMind - itilall MriRim MHikRhilwirl Hntomihidiili TrlfU Musikschule Eicht«! — Musikschule Edllagen Einschreibungen I. bis 8. September 1942. Trifail: 10 bis 12 und 15 bis 18 Uhr; Aichtal: 15 bis 19 Uhrt edlin£en: 15 bis 19 Uhr. Unterricht In eilen Instrumenten, Mu^iklehre, Qesant. Chor, Orchester. BesoiHlere Crm&Blsungen für Blasinstrumente I Koiirad Stekl, 8642 Leiter der Kreismusikschule. BURG'KINO Zwischen Hamborg and Haiti FUr Jugendliche nicht zugelassen! 8906 eSPLANAOi Heute 16,1830.21 Uhi Wir zwei Für Jugendliche nicht zugelaeaenl 8004 Seit 51 Jahren HDSIRHIIDS PeiZ MARBURG (lraB).lnteiaassea4 iKniun • msimait • amviMt H. KRAUSS "" iat bis gegen 2o. Sept. verrtlst Meiner Rnzelaer JMM Wort fir Stellengetacht 6 Rpf. dM lettKedructte wort lUlllllUlllllllllllllHIIIUIIIIIIIillllllllllillllllinilHIlRIII fftttttdnekt« Wort 40 RlH. Mt llU Obrli«« WartldtelEea 10 Rpl. dal («ttcedroekt« Wort 80 rdi. p«r Wortt)r«ii tili bli tn Tl Buchiteben (e Wert Keniiljr»rere8 2Ummer von Dauermieter gesucht. Angebote unter >Nr. 2100« an die Verw. 8681-8 Für alleinstehenden Älteren Herrn baldigst möbl Zimmer gesucht. Zuschriften unter »B. S.< an die Verw. 8702-8 BezuKScheln Nr. A-CXXXVIII/ 573 für 15.50 kg Kakaopulver ist Ift Verlust geraten. Der Finder soll ihn bei Hans Max Mernig, Pettauerstraße 1, abgeben. 8718-13 Ihg., welcher von Freitag bis Montag ständig abwesend ist, sucht ein nett möbl. Zimmer. Zuschriften unter »Dringend 1914« an die Verw. 8706-8 Wünsche bei ruhiger Familie in der Stadt Kost und Woh» ilUng. Zeitweise außer Haus. Zuschriften an die Musik-j schule Marburg, Klavierstim-, mer.- 8492-81 Junger Wolfshund verlaufen. Hört auf den Namen »Hasane« Bitte gegen Belohnung abzugeben bei Leopold Matellaj Keplergasse 9. 8674-13 Am 29. August wurden in der Bäckerei Pisanetz, Kärntnerstraße, Kleider- und Lebensmittelkarten auf die Namen Agnes und Anton Blatnik vergessen. Der redliche Finder wird ersucht, dieselben dem Eigentümer, Flössergasse 3 zurückzugeben, 8707-13 Zwei Raucherkarten auf Namen Meglitsch Franz und Martin Spurei aus Nußdorf wurden in der Tabaktrafik in Schleinitz bei Marburg am 29. August 1942 gestohlen. Vor Gebrauch wird gewarnt. 8705-13, Abschreiben? Abzeichnen? Nein! Pliotokopiercn lassen. »Fotokopist«, Graz, Grieskai 60^ Ruf 67-95. 6988-14