III. Jahr«:. Laibach, den 15. September 1875. Hr. 0. sBmmIe, Ve ^ jßi v Die Krainer Biene. Illustrirtes Yereins-Organ der Bieiienfreuiide in Krain, Steiermark, Kärnten, Görz und Istrien. Iieelamatinnen etc. der Mit^lif-ilor >1«* .Krainer l'ieiicii/.urlit-vereinK" sind zu rirtiton: An d.m BienenznclltiYerein»-l'ri-i.liuui zu Smerek, Pnnt Pfaendorf, in Krain: diejenigen der Slittrlii-der ilea „steiennärkixi'lien BieneuzuehtsreNlM*: , An den Vunitand des .WroiiiK zur Hcl.unif der ltieiieiizui-lit" in (irax, SlpraiigaM-« 3. Inhalt, lieber taube und abortive Bieneneier. Von Prof. Bndolf Leukart. (Fortsetzung.) — Die Bedingungen einer guten Ueberwinterung. Von Dr. Dzierzon. - Das Wachs. Vom Vereinspräsidenten. — Apistische Lesefrüchte. — Anzeige. lieber taube und abortive Bieneneier. (Von Prof. Itudoif Leukart. Fortsetzung.) Der erste dieser Fälle kam auf dem Bienenstande des Herrn Dörr in Mettenheim (Bh.-Hessen) zur Beobachtung. Unter dem 23. September 1808 erhielt ich darüber folgende Mittheilung: „Ich beobachte schon seit zwei Monaten die Eierublage einer diesjährigen Königin; immer sehe ich nur Kier, nie eine gedeckelto oder unge-deckelte Made. So sah ich es vor sieben, so auch wieder vor drei Wochen, was anfangs mich glauben liess. es sei inzwischen ein Wechsel der Königin vorgekommen, so dass die zuletzt gesehenen Eier als die ersten einer neuen Königin zu betrachten seien. Heute sind nun abermals drei Wochen vergangen, aber ich linde immer nur Eier und keine Spur von Brut. Da unter diesen Umständen das Volk sehr zusammengeschmolzen ist, legt die Königin weniger stark als früher, aber trotzdem linden sich in den einzelnen Zellen meist mehrer« Eier, bis zu fünf. Ich erkenne jedoch sehr genau, dass immer nur eines dieser Eier frisch gelegt ist, während die andern durch Eintrocknen mehr oder weniger, zum Theil bis auf die Eihäute zusammengeschrumpft sind." Dio Königin, die am 12. Juli bei reichlichem Droh neu Huge ausgeschlüpft war uud soit Anfang August regelmässig Eier gelegt, hatte, ohne dass eines derselben jemals eine Larve geliefert, erwies sich mir bei der Untersuchung inbetrefl' ihres äussern und inncrn Baues als völlig normal und wohlgebildet. Der Eierstock zeigte einen noch ziemlich roichen Besatz mit Eiern auf allen Entwicklungsstufen und eine massig starke Schwellung, wie es auch sonst um die betrellende Jahreszeit (Oktober) der Fall zu sein pflegt. Das Beceptacnlnm enthielt eine dicht gedrängle Masse beweglicher Samenfaden. Die anatomische Untersuchung der Königin ergab demnach nichts, was über die Natur der Abnormität Licht verbreitet hätte. Aber anders gestaltete sich die Sachlage, als ich nach der Königin die abgelegten Eier zum Gegenstand der Beobachtung machte. •Schon das erste Ei, welches ich unter das Mikroskop brachte — es war noch Irisch und von normalem Aussehen, — liess mich erkennen, dass die Annahme, es handle sich in unserm Falle um „taube" Eier, völlig unbegründet war. Statt eines ungeformten Dotters enthielt dasselbe einen ausgebildeten Bienenembryo mit vollständig entwickelten inuern uud äussern Organen, auch mit deutlichem Amnion, so dass ich das Ei ohne weitere Kenntniss der Umstände für völlig normal gehalten haben würde. Und wio dieses erste Ei, so verhielten sich die übrigen, soweit die Beschaffenheit des Inhaltes überhaupt ein Urtheil zuliess. Die grössere Menge der Eier (deren ich gelegentlich übrigens bis zu sieben und acht in einer Zelle zählte) war stark geschrumpft und ausgetrocknet, so dass der Inhalt nicht mehr deutlich erkanntwerden konnte. Die Taubheit der Eier war in dem vorliegenden Falle also nur eine scheinbare. Sic beruhte nicht auf einem Mangel der Entwicklungsfähigkeit, sondern darauf, dass der ganz wie gewöhnlich beschaffene Embryo nicht zum Ausschlüpfen gekommen war. Da weder die Eihaut noch die Embryonalhülle (Amnion) abnorm verdickt schien, der Embryo auch in Kioferbildung und sonstigem Bau keinerlei Abweichung zeigte, ein mochauisches Hinderniss des Ausschlüpfens also nicht vorlag, blieb nur die Annahme übrig, dass die scheinbaro Taubheit der Eier durch einen vorzeitigen Tod der jungen Larve bedingt wurde. Was ich über den Dörr'schen Fall hier mitgetheilt habe, gilt in ganz übereinstimmender Weise auch von deu zwei andereu, die, wie erwähnt, fast gleichzeitig mit demselben zur Untersuchung kamen. Auch hier enthielten die scheinbar tauben Eier ausnahmslos — so weit eino nähere Analyse möglich war — einen normal entwickelten Embryo. Der eine dieser Fälle (von Horm Lehrer Ed. Büttger aus Wiesenburg) gewann noch dadurch ein weiteres Interesse, dass die betreffenden Eier in dreizehn verschiedenen Stöcken, in die sie mit ihren Waben übertragen wurden, sich ebenso taub erwiesen, wie in dem Mutterstocke, obwohl dieser doch solche Eier, die andern normalen Völkern entnommen waren (selbst Drohneneier), in völlig regelrechter Weise zur Entwicklung brachte. Nach dieser Erfahrung kann es nicht zweifelhaft sein, dass die Ursache des vorzeitigen Todes in don Eiern gegeben ist — in letzter Instanz also wirklich der Mutter entstammt. Das völlig übereinstimmende Kesultat meiner Fällo — das übrigens schon vor Veröffentlichung der Aufsätze von Claus und v. Siobold in der Bienenzeitung mitgetheilt war — berechtigt zu dein Schlüsse, dass in der Regel auch sonst die sogenannten tauben Bieneneier nicht eigentlich taub sind, sondern nur taub erscheinen, weil die darin entwickelte Brut nicht ausschlüpft. Die Zwoifol, welche Dzierzon und v. Berlepsch aus aphoristischen Gründen gegen die Existenz von wirklich lauben, d. h. ent-wicklungsuutahigou Eiern hegten, ergeben sich somit als vollkommen berechtigt. (Fortsetzung folgt.) Die Bedingungen einer guten Ueberwinterung. (Von Dr. Dzierzon.) Kino gute Durchwinterung der Bienen gilt bei uns uud wohl in allen Gegenden mit einem gleich langen oder noch längeren Winter für die schwierigste Aufgabe, für das Meisterstück des Bieneuwirthes. Aber selbst der Meister in der Bienenzucht wird nach manchem Winter sich über eiue schlechte Ueberwinterung seiner Bienen- stocke zu beklagen haben. Denn die Bedingungen einer guteu Dnrchwinterung stehen nur zum Tbeil, nicht aber durchweg in seiner Gewalt. Er kann den Bienen wohl einen warmen Wintersitz bereiten, er kann den einzuwinternden Völkern durch Vereinigung die gehörige Stärke verleihen, dass sie auch strengerer Kälte trotzbieten können, er kann für den erforderlichen Luftzutritt, für den etwaigen Wasserbedarf sorgen, sie gegen alle Beunruhigungen durch Thiere und Menschen schützen 11. s. w. Zu einer guten Ueberwinterung ist aber auch erforderlich, dass die Bienen mit hinreichender und gesunder Winternahrung verseben seien und dass sie nicht gar zu lauge am Ausfluge zur Beinigung verhindert werden. dann auch den Ausflug nicht bei liegendem Schnee zu machen genöthigt, von Windstössen nicht niedergeworfen werden u. s. w. Die fehlende Winternahrung kann man wohl ergänzen, nicht aber die schlechte Qualität derselben verbessern. Leider sind hier die Bienen für diesen Winter auf sehr schlechte Nahrung angewiesen. Wegen der Kälte im Mai, und später im Juli und August wegen grosser Dürre konnten sio ihre eigentliche Tracht, die Blüten, wenig benützen, iu dem ausgezeichnet schönen Juni aber eine Masse Honig von der Fichte und später von den Honigthaueu eintragen, da die trockene Witterung die Vermehrung der Blattläuse sehr bogünstigte. Von diesem Honig scheinen die Bienen schon bis jetzt sehr stark gezehrt zu haben, weil er nicht die Nährkraft des Bluineuhouigs besitzt; daher ist es uatürlicb, dass sich auch das Bediirfniss der Beinigung bei ihnen eher einstellt. Obschou sie noch nicht zwei Monate inuo gesessen haben, drängen sie sich doch bei jedem Sonnenblicke zum Flugloch hervor uud finden in dem massenhaft liegenden Schnee in grosser Zahl ihren Tod. Viel ruhiger vcrhalien sich wenigstens bis jetzt die eingestellton Stöcke, was sich schon aus der geringeren Zehrung einfach erklärt. Nur muss mau bei eingestellten Stöcken aul zweierlei besonders Rücksicht nehmen: dass es den Bionen nicht an Luft und nicht an Wasser fehle; denn der Mangel an diesen beiden nothwondigen Elementen kann sich gerade bei eingestellten Völkern weit leichter einstellen, als bei freistehenden. Ich machte früher mancherlei Versuche, Beserveköniginnen mit kleinen Völkern in kleinen Kästchen durchzuwintern oder auch in der wärmeren Jahreszeit längoro Zeit zu erhalten. Vollkommener Dunkelheit wegcu stellte ich bisweilen solclio Kästchen in einen grossen Kasten, Schrank u. dgl. ein. Oelfneto ich die Thüro dieser Behältnisse auch nur nach einigen Stunden, so vernahm ich ein starkes Brausen des Volkes in den eingestellten Kästchen, so dass ich an Verlust dor Königinnen dachte. Als ich aber bei einer Untersuchung alles in Ordnung fand, überzeugte ich mich, dass nur der in den kleinen Kästchen eingetretene Mangel an frischer, athembarer Luft die Ursache dieses Aufbrausens sei. Im Freien wirken viele Ursachen mit, dass sich die Luft in den Stöcken erneuert. Bei den mannigfachen Strömungen dringt Luft nicht nur durch die offenen Fluglöcher, sondern selbst durch die Wände der Stöcko. In einem geschlossenen Baume aber haben alle Luftströmungen ein Kode, und da kann in einem darin eingestellten Kästchen die Lebenslull nur zu schnell verbraucht, sein. Jeder geschlossene, auch grössere Baum ist aber gleichsam ein Kasten im grossen, die darin eingeschlossene Luft ist unbeweglich und die darin eingestellten Bienenstöcke können nur zu leicht an frischer Luft Mangel leiden, wenn nicht für ein Abströmen und Zuströmen derselben gesorgt ist. Zu diesem Zwecko pflege ich bei starken, dicht ausgebauten Stöcken die Thüre entweder stark zu lüften oder gänzlich zu entfernen, so dass die erste Tafel gleichsam die Thüre des Kastens bildet. Donn da die Temperatur des Ueberwinterungslokales gewöhnlich ein paar Grade über Null enthält, so ist luo es nöthiger, frische Luft zuzuführen, als die Wärme zusammenzuhalten. Sollte man hei niedrigerer Temperatur ein zu starkes Abströmen der Wärme befürchten, so kann man als Verschlussthüre eine Strohmatte einstellen oder in die Abstände zwischen den Kauten der ersten Tafel und den Wänden Moos einfügen, welches Luft abströmen lässt, die Wärme aber doch mehr anhält. Auch bei den Stöcken auf freien Stande kann man. wenn die Luft nicht zu kalt und einschneidend ist, die Thür für längere Zeit entfernen, um sie vielleicht, wenn sie sehr verquollen sein sollte, abzutrocknen, und man wird dadurch deu Bienen keinen Schaden verursachen. vielmehr einen wahren Dienst erweisen. Wie wohl sie sich dann befinden, zeigt die Ruhe, in der sie sich dann verhalten, oder das tiefe, kaum hörbaro Brausen, das sie dann vernehmen lassen. Aber auch an Feuchtigkeit können eingestellte Bienenstücke eher Mangel leiden als freistehende, weil in dem geschlossenen Local bei der höheren und sich stets gleich bleibenden Temperatur an einen Niederschlag der Dünste nicht zu denken ist, welcher hei freistehenden Stöcken eiue reiche Wasserquelle bilden kaun, sowie ja in einem geschlossenen oder auch nur unter Dach befindlichen Räume von Thaubildung keine Rede sein kaun. Da muss nun der Bienenwirth nachhelfen, besonders wenn der Brutausatz begonnen hat, von dem sich auch eingestellte Völker nicht abhalten lassen. Die einfachste .Methode scheint mir zu sein, Wasser in die obersten Zellenreihen einer Tafel zu flössen uud diese bis an den Sitz der Bienen heranzuschieben. In derselben Tafel kann man den Bienen auch frische Nahrung beibringen, wenn ihuen diese zur Neige gehen sollte. Es ist jedenfalls besser, gegen Ausgang des Winters auf diese Weise frische Tafeln mit einigem bedeckellen Honig au deu Wiutersitz der Bienen horauzuschieben oder kleine Honigstücke im Honigraum über dem Lager der Bienen anzubringen und durch Spalten im Belage zugänglich zu machen, als im Herbste viel lliissigen Houig zu reichen, der dann nicht mehr bedeckelt uud zu einem Theile auch habl verbraucht wird. Das Nachschieben frischer Tafeln ist auch auf freiem Stande auszuführen, ganz gemächlich aber in eiuem temperirten Ueberwiuteruugslocal oder gar in der warmen Stubo. Gegen Ausgang des Winters gehen bei eintretender grösserer Kälte dadurch viele Stöcke zugrunde, dass sie im Winter- uud Brutlager ausgezehrt haben und den Honig in den eutfurntereu Tafeln nicht in ihren Sitz schallen können. Dieser Gefahr beugt mau auf läugoro Zeit vor, wenn man ihnen Honigwaben an ihr Lager heranschiebt. Bei grösserer Kälte, und vor dieser sind wir selbst im März nicht sichor, verbieten sich dergleichen Operationen im Freien von selbst, daher zu den Bedingungen einer sicheren, guten Ueberwinterung besonders auch diese zu rechnen sein dürfte, dass dio Bienenwohuungen, wie es mein Zwillingsstock ist, sich leicht von einer Stello zur andern bringen, bei solchen Schiicemassen, wie sie der gegenwärtige Winter gebracht hat, oder bei lango anhaltender strenger Kälte die Bienenstöcke in trockeuo Keller oder sonstige geeignete Räume schallen und so den ihnen im Freien drohenden tiefahren entziehen lassen. Selbst wenn die im Freien gelassenen Stöcke auch gut durch den Winter kommen, ist das Einstellen oder auch Vergraben doch nicht nutzlos, indem dadurch auch an Houig bedeutend erspart wird. Dass eingestellte und vergrabene Stöcko nur I I'lund gezehrt hätten, während freistehende Stöcke iu derselben Zeit 10 Pfund verbraucht hätten, wie ein Berichterstatter gefunden haben will, dürfte wohl eine Uebortreibung sein oder auf einer Täuschung beruhen, indem vielleicht, die von der Bieneuwohnung angezogene Feuchtigkeit und das darin aufgehäufte Gemüllo bei Ermittlung des Gewichtes des noch vorhandenen Honigs nicht berücksichtigt wurde. Dass aber durch das Einkammern oder auch Vergraben der Stöcke bedeutend, wenn auch nur die Hälfte der Winteruahrung erspart wird, unterliegt keinem Zweifel uud ist durch die Erfahrung festgestellt. Jo sparsamer aber die Bienen zehren, desto länger können sie es ohne Schaden für ilue Gesundheit ohne Ausflog aushalten, und desto gesünder müssen sie durch den Winter kommen. __________(Eichst. Bieuenzoitung.) Das Wachs. (Vom Vercinspr&Bidenten.) 1 Der Handelsgefcrauch und die Verwcrthung (Fälschungen). Das vom Honig geschiedene Wachs kommt als gelbes und weisses (gebleichte») Wachs iu den Handel. Ersteres in verschiedenen Tönen und mancherlei Formen, als Laib, Platten, Brode oder Kugeln, ist trocken, fest uud etwas zähe, von honigartigem Gerüche und eigentümlichem Geschmack.* Das weisse, einlach durch Einwirkung des Sonnenlichtes bei wiederholter Anfeuchtung gewonnene oder durch chemische Bearbeitung hergestellte Bleichwachs ist spröder, schwerer uud fester als das gelbe, in dünnen Scheiben durchscheinend, mit beinahe einschaligem Bruche zerbrechlich und geruch- uud geschmacklos. Wachs findet sich übrigens in fast alleu Pflanzen vor und ist sowohl aus dem Marke oder der Kinde als aus dem Laube und den Früchten mancher derselben zu gewinnen. Die grünen und glänzenden Ueborzüge der Blätter, der Stengel, der Früchte (Weintrauben, Pflaumen, Aepfel, Wachholderbeeren) sind meistens Wachstheilchen, und daher lässt sich dasselbe u. a. durch einfache Auskochuug aus den Blättern des Bosmarins, aus denen des Waids, aus mehreren Cerinthenarten, ferner aus den aus-gcblühten Blumenzapfen der Birke u. s. w. herstellen. Auch die klebrigen reifen Blülen-knospen der Pappelbäume, die man stampft und in siedendem Wasser erweicht, geben ein gel blich-graues, mit angenehmem Geruch brennendes Wachs, die Hosskastanien ein dein Wachse ähnliches öliges Weissharz. Oerade in neuester Zeit halten einige Pflauzcnwachso den Handel mit Bienenwachs sehr stark gedrückt, so dass die Preiso des früher so t heureu Wuchses in den letzten drei Jahren von 250—280 Ii. pr. 100 Kilo für gelbes Wachs auf 160 200 fl. gefallen sind. Sehr stark wird jetzt das japanische, ziemlich weisse oder blassgelbe, mit einem reilähnlicheii Ueberzuge versehene Pflanzen wachs** eingeführt. * Schwur/es, angeblich uubleichharcs Dienen wachs {wie solches auf der Wiener Ausstellung war) sollen die in Cuba einheimischen kleinen Hienen prodiicir>-n. ** Ks hat dieses AVachs vollständig das Ansehen und die .Structnr des IJienen wachse*, und man könnte es von diesem durch nichts unterscheiden, wenn es sich nicht durch den heim Verbrennen verbreitenden unangenehmen Talggeruch gegenüber dem aromatischen Gerüche jenes ver-ritthe. I)ie Zubereitung des vegetabilischen Wachses geschieht nach den „Mitthciluiigcii der deutschen (icBcllschaft für Natur- und Völkerkunde Ostaaiens von Ed. Xuppe, Yokohama" in nachstehender Weiset: Sobald die Heeren reif geworden siud, was ungefähr im Oktober der Fall zu sein pflegt, werden sie gepflückt uud in den Htcinerncn Gebissen. welche daselbst zum Knihülseu des Reis benutzt werden, durch liammerlörmige Ilolzschlägel von ihrer äusseren Schale befreit. Die dadurch hlossgelegten hobnenförmigen Kerne von der Grösse und Gestalt der Linsen sind ungemein hart, von tiefgelber, dem gulben Wachs ähnlicher Farbe und fühlen sich seifenartig an. Diese werden nun, um ihnen ihre Härte zu benehmen, in einem Dampfapparate den Kinwirkungen der Wasser-dfimpfe so lange ausgesetzt, bis sie die Weichheit ungefähr des Gummi erreicht haben, worauf sie gepresst werden. Der dadurch gewonnene wachsähnlichc Saft gerinnt in kurzer Zeit in di n unter- Dasselbe wird aus den Früchten des Talgbaums (Rhits succedanca £.), eines in China und besonders Japan sorgfaltig kultivirten Iiaumes gewonnen. In zweiter Linie steht das weiss-graue vegetabilische Wachs aus Brasilien, von der Karaube (Corypha ceri-fera), einer Wachspalme gewonnen, auf deren Blättern das Wachs in solch starken Lagen aufliegt, dass es schuppeuartig abspringt; eingeschmolzen gibt dasselbe ein sprödes weisses Product. __(Schluss folgt.) Apistische Lesefrüchte. Unter dem Titel „Afrikanische Iieiseromantik" schildert Otto Dank im „Dresdener Journal" Nr. 28 einen Angriff der ägyptischen Dienen auf den bekannten Äfrika-Keisenden Dr. Georg Schweinfurth und Begleitung. Wir verzichten wahrlich mit Vergnügen auf dio Bekanntschaft mit den lieben „Aegyptern" und danken Gott für unsere „Krainer": „Ein Gegenstück zu deu Feindseligkeiten der Eingebornen bilden die Mordanfälle durch Wespen uud Bienen, welche noch wenig bekannt sind. Zu den Insektenplagen der Tropoulünder gehören nicht blos Mosquitos, Tsetsefliegen. Ameisen etc., sondern eben jeno Wespen und Bienen. Dass diese letzteren abor selbst Flusspassagen sperren können, haben wir erst von neueren Afrika-Keisenden erfahren. So lernte Du ChaiBu auf seiner Fahrt auf dem Owanda im Gebiete der Bakalai eine kleine Wespeuart kennen, die or Eloway nennt und dio ihre aus Thon geformten Nester in die vorhängenden Daumästo an den Flussufern aufhängt. Die Neger fürchten dieses Insekt mehr als die wilden Bestien des Waldes, und sio waren mehrmals kaum zu bewegen, die durch dasselbe gefährdeten Stellen zu passiren. Werden diese kleineu Bösewichte nomlich durch einen anstossenden Kahn in ihrem Nesto gestört, so kommen sio in grossen Schwärmen aus ihren Zellen hervor und greifen den Störenfried mit einer fast fanatischen Wuth an. Es bleibt dann für die nackten Schwarzen keine andere Kettling übrig, als sofort in den Fluss zu springen; aber sei list unter dem Wasser lasson diese kleinen Insekten oft von ihrem Opfer nicht los. Du Chaillu, der wiederholt von solc.hcu Ueherlüllon zu leiden hatte, ptlegte sich dann in Decken zu hüllen und still zu liegen, bis die Verfolgung vorüber war. Zum Glück dauert diese Verfolgung nicht lange, da die Wespen iu ihr Nest zurückkehren, sobald der Feind ihnen aus dem Gosichte ist. Ihr Hiss ist ausserordentlich schmerzhaft, und das scharfe Gift, das sie iu der Wunde zurücklassou, peinigt, oft zwei bis drei Tage. Livingstone erzählt ähnliche Erlebnisse von seinen südafrikanischen Flussfahrten. Aber das sind doch immer noch Wespen! Dass abor auch unsere unschuldigen Bienen zu einer wahrhaft mörderischen Plage werden können, erfahren wir von Schweinfurth. Auf seiner berühmten Heise zu den Njaiuujam und Mombuttu segelte er in Begleitung eines nubischen Elfenboinhändlcrs und soincr Mannschaft auf einer Barke den weissen Nil hinauf. gestellten irilenen Hachen (lofässen zu einer schmutzig-blaugriincn wachsartigen Masse, die. da sie sehr unrein ist, in diesem Stadium nicht in den Handel kommt, sondern ausschliesslich in Japan seihst zur Verwendung und zur Bereitung von Kadenwachs und schlechter Sortimente Lichter benutzt wird. Das für den Export nach dem Auslände, vorzugsweise nach Knglatul bestimmte Fabrikat wird erst durch eiue gründliche Reinigung hergestellt, und zwar wird diese schmutzige Masse so lange mit Lauge gekorhl, bis sie vollständig tliissig geworden ist. In diesem Zustande nun wird sie in ein mit reinem Wasser angefülltes (iefiiss gegossen, wo sich sehr bald die darin enthaltenen, nunmehr gelösten rnreinlichkciten am Duden ablagern, so dass das gereinigto Wachs, das sich auf der Oberfläche ansammelt, abgeschöpft werden kann. Dm es zu bleichen, wird dieses in der heissen Sonne dünn ausgebreitet und verwandelt sich im Verlauf von 15—16 Tagen in eine krumcliche schmutz ig-weisse Masse, welche stark nach Talg riecht. Behufs weiterer vollständiger Reinigung wird dieses Wachs jetzt noch einmal, uud zwar mit reinem Wasser gekocht und hierauf wieder getrocknet, wodurch es sich in ein vollständig weisses Pulver von beinahe kry.stallinischer Form verwandelt. Um es zu marktgerechter Ware zu machen, wird dieses Pulver schliesslich nochmals Ober Feuer geschmolzen, worauf man es in tlachcn Schalen erstarren lässt. Au einer Stelle oberhalb des Schillukdorfes Kaka. wo der Fluss eine Biegung machte und der Wind entgegen wehte, musste die Barke vou der Mannschaft gezogen werden. In dem holieu Grase aber, das die Flussufer umsäumte, hatten Bienen ihre Wohnungen aufgeschlagen, uud als nun das Seil durch die Grasmasse streifte, geschah es, dass ihnen ein Bienenschwarm in deu Weg kam, der sich sofort gleich einer grossen Wolke über die Ziehenden entlud. Diese stürzten sich kopfüber in den l'luss und suchten die Barke zu gewinnen; aber der Bienenschwarm folgte ihnen nach und erfüllte in wenigen Augenblicken alle Bäume des mit Menschen vollgepfropften Fahrzeugs. Die Folge davon war ein schwer zu beschreibendes Bild dor Verwirrung. rIch arbeitete gerade", so erzählt der Beisende selbst, „nichts Böses ahnend, an meinen Pflanzen in der Cabine, als ich über und um mich herum ein Kennen und Springen vernahm, das ich anfangs, da solches an der Tagesordnung war. für Ausgelassenheit der Leute hielt. Ich rufe deu Leuten zu, was die Tollheit zu bedeuteu habe, aber sie geberdeu sich wie Verrückte und geben keine Antwort. Da stürzt einer ganz verwirrt mit dem Kufe berein: „Bieuen! Bienen!" Ich will eine Pfeife anzünden, — thürichter Versuch! — denn plötzlich im Gesiebt und au den Händen vou deu empfindlichsten Stichen getroflen, höre ich mich bereits von Tausenden umsummt. Vergeblich versuche ich das Gesicht mit einem Handtuch zu schützen, es hilft nichts; ich schlage wüthend um mich, um so mehr steigert sich die Hartnäckigkeit der Insekten. Da fühle ich einen wahnsinnigen Schmerz im Auge, und Stich auf Stich fällt mir in das Haar. Die Hunde unter meinem Bett springen wie toll auf, werfen eine Menge Sachen um, und ich selbst, meiner Sinne nicht mehr mächtig, stürze mich voller Verzweiflung iu den Fluss. Ich tauche unter. Alles vergobens, es regnete mir wieder Stiche auf meinen Kopf. Ich achte nicht auf den Huf meiner Leute, zu bleiben, sondern im Ufersumpf mich durch das hohe Schilfgras schleppend, das mir die Hände zerschneidet, suchc ich das feste Land zu gewinnen, um im Wahle Schutz zu finden. Da packen mich vier kräftige Arme und schleppen mich gewaltsam zurück, dass ich im Schlamm zu ersticken glaube. Ich muss wieder an Bord zurück; an eine Flucht ist nicht zu denken. Durch dio kühlende Nässe war ich soweit wieder zu mir gekommen, dass ich ein Bettuch aus dem Kasten zu zerren vormochto, und fand mm endlich Schutz, nachdem ich dio in diese Hülle mit eingeschlossenen Bienen nach uud nach zerquotscht hatte. Mittlerweile war von meinen vortrefflichen Lenten mit grosser Selbstverleugnung der grosso Hund wieder an Bord gebracht und unter Tücher gedeckt worden; der zweite, ein geborner Chartumer, ging mir verloren. Krampfhaft zusammengekauert musste ich so drei vollo Stunden verharren, während das Summen um mich herum ununterbrochen fortwährte und eiuzolue Stiche noch durch das Laken hindurchdrangen. Kino lautlose Stillo herrschte schliesslich an Bord, da alle Insasson das Gleiche thaten. Die Bienen schienen sich allmälig zu beruhigen; zugleich hatten sich einige Beherzte ans Ufer geschlichen, um das dürre Schilfgras in Brand zu setzen. So gelang es endlich mit Hilfe des Bauches die Bienen vou der Barke zu verscheuchen, dieselbo flott zu machen und dem jenseitigen Ufer zuzutreiben. Hätto man gleich an die Hilfo des Feuers gedacht, so hätto sich nnsor Missgeschick weit milder gestaltet; allein die Geistesgegenwart war jedem genommen. „Nun erst konnte man sich den Schaden besehen. Mit Hilfe eines Spiegels uud einer Pinzette zog ich mir alle Stacholn aus Gesicht und Händen; diese Stiche blieben dann auch ohne schädliche Folgen. Unmöglich aber war es, in meinem Ilaaro alle Stacheln ausfindig zu machen, und viele waren bei meinem wahnsinnigen Gebahren abgebrochen und erzeugten ebensoviele kleine Geschwüre, welche zwei Tage lang empfindlich schmerzten. Der arme Ilnud war schrecklich zugerichtet, besonders am Kopfe; im langen Haar des Kückens dagegen waren dio Stiche wirkungslos geblieben. Sehr beklagen musste ich den Verlust des netten Hündchens, das mir abhuuden gekommen und jedenfalls deu Stichen erlegen war. Diese Mordbienen gehörten der ägyptischen gebänderten Varietät unserer Königsbienen an. Ein Unfall, wie der unserige, ist übrigens selten auf den Gewässern des weissen Nil erlebt worden; nur Petherick hatte einmal Aehnliches zu überstehen gehabt, wie mir seine Diener erzählten. Das Merkwürdigste aber war, dass alle in uusenn Kielwasser steu- ernden Barken an diesem Tage an der nemlicheu Stelle der gleichen Plage ausgesetzt waren, alle, Iß an der Zahl. Nun stell»! man sich erst die Verwirrung vor, welche auf Harken geherrscht haben muss, wo die Bemannung sich auf 50 — 80 eng zusammengedrängte Bewaffnete belief. Am Abend wünschte ich mir lieber mit zehn Büffeln uud noch zwei Löwen dazu, als je wieder mitBienen zu thnn zu haben; eiu Wunsch, in den die ganze Gesellschaft lebhaft einstimmte Ich nahm Chinin und erwachte ueugestärkt und munter am folgenden Morgen, während mehrere der arg zugerichteten Leute von unserer Mannschaft ein heftiges Fieber zu bestehen hatten. Zu meiner Fieberfreiheit halte wohl auch das unfreiwillige Dampfbad beigetragen, welches ich bei der Bitze des Tages in den nassen Kleidern und in der stundenlangen Vermummnng mir selbst befeitet. ■ Unter der Mannschaft der uns folgenden Barken hatte es infolge der erhaltenen Verletzungen sogar zwei nachträgliche Todesfälle gegeben. Dr. Otto l'le theilt diese Schilderung mit. und sie gehört gewiss zu dem Interessantesten, was die Natur aus den afrikanischen Erfahrungen darbietet.- -^.z^zeigre. Apistische Tableaux tur den Anschauungs-Unterricht von E. v. Lacher in Wien. Die in Lithographie ausgeführten apistischen Tableaux für den Anschauungsunterricht sind mit dem jetzt erschienenen III. Tableau vollendet. Dieses Werk veranschaulicht die Naturgeschichte der Bienen in drei grossen Bildern odor Tableaux, wovon Tabl. I. die „Brutstadien der Bienen", „ II. die „äussere Gestalt der Bienen" und „ III. die „inneren Organe der Bienen" darstellt, und ist jedem eine Broschüre als Erläuterung beigegeben. Jedes dieser Tableaux ist 5 Schuh hoch und 4 Schuh breit, die Zeichnungen daher iu einem Masstabe, dass sie auch iu den grössten Lehrzimmern zu Demonstrationen bei Vorträgen geeignet sind. Die Abbildungen, wolche in vielen Bienen-zuehts-Lehrbüchern enthalten sind, sind nur für das Einzelnstudium geeignet., bei dem Unterrichte für ein grösseres Auditorium aber nicht anwendbar, daher der Mangel eines passenden Lehrmittels bei dem Vortrage über die Naturgeschichte der Bienen von deu Lehrern schon lange tief empfunden wurde. Die Eignung dieser Tableaux als Lehrmittel bestätigt nicht nur die Verdienst-Modaillo der Wiener Weltausstellung und die vielen anderen Präiniirungen von land-uiid bienenwirthschaftlicben Ausstellungen, sondern auch die Protection der hohen k. k. österreichischen Beginning, welche diese Tableaux nicht nur für alle k. k. landwirtschaftlichen Staatsaustalten und Iihrerbihlungsschiileu ankaufte, sondern auch die hohe k. k Approbation für alle österreichischen liiirger- uml Volksschulen ertheilte. Auch hat die k. ungarische Regierung für ihre Staatsschulen diese Tableaux, mit Aufschriften in ungarischer Sprache, angekauft. Obwohl die Keuntniss der Naturgeschichte der Bienen ein Gegenstand der allgemeinen Bildung ist, so isl sie doch zum Betriebe der rationellen Bienenzucht eine Sache der Notwendigkeit, ja die Grundlage derselben Der Preis jedes einzelnen Tableau summt Broschüre ist: im adjustirteu Zustande (mit Leinwandstreifen und Zollstäben) . . . f> II. 50 kr. im niehtadjustirton Zustande..............5„ — „ Die Versendung geschieht gegen Voreinsendung oder Postnachnahme des Betrages an den unterzeichneten Verfasser und Verleger. e. v. Laclier, Wien. VIL ltezirk. Bernardgasse Iii. Verlag uml liedaetinii: Präsidium des Krainer Ricmw.uchtsvoreins unter Verantwortlichkeit von J. Jerič — Druck v. Kleinmayr & Bamberg in Laibach