pränlluiermioa» - pkttsk: Kür Laibacli Äaa„ährlg . . . 6 — lr. Halbjahr,g . . . z „ — . Lierreijährig. . . l . SU , Mouatliib . . — , Su , Mil der Post: Gau-jährig . . . 8 ft. — Ir. Halbjährig . . . « , SV . Vierteljährig. . . L „ iS . Für Zustellung in« Hau« vierlel- jLhrig ÜS kr., monatlich 9 kr. Einzelne Nummern S kr. Laibacher Anonime Mitthciluugen werden nichl berücksichtigt; Manuskripte nicht zurückgesendet. »rdaillioii: «ahuholgafie Nr. i»,. Erptdilio» md Zasrriilcv-Llireaa: Kongreßplay Vtr 81 (Bncvdandlur g von I. v. Kleinmavr L ff.Bamberg- Z»srrl,oa»»c«isr: Für die einipaltige Petilzeile 2 kr. bei zweiulaiiger Einschailuiig t Sk,. dreimal » 7 kr. Ünierliouakcinv-I jedesmal »u kr. «ei größere» Inseraten und illerer Sinlchaitung entsprechender Rabatt. Nr. 42. Dienstag, 22. Februar. — Morgen: Romana. 187V. Zivilisation und stehende Heere. i. Es ist eine in die Augen springende That-sache, daß das Kriegshandwerk immer weniger beliebt, der Krieg immer seltener wird. Im Mittel-alter war der Krieg so zu sagen permanent, die Regel; Ruhe und Frieden bildeten mir seltene Ausnahmen. Bis zum Ausbruche des KrimkriegeS aber hatte Europa volle vierzig Jahre Frieden genossen, und es sind die Zeiten für immer vorbei, iu welchen der Wille eines ländergierigen und bcutesüchtigen Herrschers, die Laune eines Ministers, ja selbst einer bei Hof Einfluß genießenden Dame hinreichen würde, um in blutigen Kriegen das Leben und Eigenthum vou Millionen Staatsbürgern auf's Spiel zu setzen. Es ist eine unbestreitbare Thatsache, daß die fortschreitende Zivilisation, die Zunahme der Intelligenz, die Verbreitung nützlicher Kenntnisse und Wissenschaften, die geräuschlosen Siege, welche diese Tag für Tag feiern, die zahllosen Niederlagen, welche sic der Unwissenheit, dem Aberglanbeu, den Vorurtheileu bereite», die Faktoren sind, welche den Krieg hintanhaltcn. Das Verhältnis; zwischen den Elementen der Gesellschaft, die Blut und Eisen zu ihrem Gerufe machen, und denen, welche von der Anwendung ihrer Kenntnisse zu nützlichen, friedlichen Zwecken leben, hat sich im Laufe der Zeit gänzlich umge-staltck, der kriegerische Geist sieht im umgekehrten Verhältniß zu der Intelligenz der Völker. Er ist groß, wo diese gering ist, er tritt desto tiefer in den Hintergrund, je mehr die Wissen schaffenden Institutionen in den Vordergrund drängen. In völlig barbarischen Ländern gibt es keine intellek- tuellen Erwerbungen, sagt Buckle mit Recht; der Geist ist eine leere Wüste, und so b>eibt nichts übrig, als Thätigkeit nach Außen; persönlicher Muth ist das einzige Verdienst. Der Maun gilt nichts, der keinen Feind getödtet hat, sein Ruhm aber wächst mit der Zahl der getödteten Feinde. Dies ist die reine Wildheit, die Schwelle menschlicher Entwicklung, auf welcher kriegerischer Muth am höchsten geachtet und Krieger am meisten geehrt werden. Von dieser furchtbaren Erniedrigung bis zur Höhe der Zivilisation führt eine lange Stufenleiter; auf jeder Stufe verliert die Herrschaft der Gewalt und gewinnt die Macht des Oedankens. langsam, eine nach der ändern erhebe» sich d>e intellektuellen und friedlichen Klasse», zuerst werden sic vo» den Krieger» tief verachtet, dennoch fassen sie ullmälich Goden, nehmen zu a» Zahl und an Macht und schwächen bei jedem Zuwachs, de» sic erhalte», den alten kriegerische» Geist, in de» sich früher alle anderen Richtungen verloren hatten. Handel, Verkehr, Industrie, Diplomatie, Literatur, Wissenschaft, alles dies war ursprünglich uiibekauut, und wurde Lany zu einer befonderc» Aufgabe für eine besondere Klasse. In England, wo das durch die Zivilisation geschaffene Gegengewichr praktisch und am schwersten i» die Wage des öffentliche» Lebens fällt, ist der Einfluß der von der friedlichen Sluwcndung ihrer Kc»»t»isse lebende» Mittelklasse» so groß, daß dem Soldatensiaudc angehörigc Personen nichl de» geringste» Einfluß aus die Staatsregiernng ausübcn. „So viel," sagt der Verfasser der Geschichte der Zivilisation Englands, „>o viel können wir mit L-icherheit behaupte», daß i» lmscrem Bateilande dic Liebe zum Kriege als eine uatioualc Neigung völlig erloschen ist. Dieser große Gewinn ist nicht durch moralische Lehren, noch durch den Antrieb sittlicher Neigungen gemacht worden, sondern durch die einfache Thatfachc, daß sich im Fortschritt der Zivilisation gewisse Klassen der Gesellschaft gebildet Haben, dic bei der Erhaltung des Friedens interis-firt sind und deren vereintes Gewicht genügt, den Klasscn, in deren Interesse der Krieg liegt, dic Wage zu halten." In einem zurückgebliebenen Zustande der Gesellschaft dränge» sich die hervorragenden Talente zur Armee und sind stolz darauf, sich ihr anzu-schlicßcn. Sowic aber dic Gesellschaft sich wciter entwickelt, eröffne» sich »e»e Quellen der Tätigkeit und entspringen neue Berufsarken, die wesentlich geistig sind und dem Talente Gelegenheit zu rascherem Erfolg bieten, als mai, früher kannte. Die Folge ist, daß in Ländern mit entwickelter Industrie und großartigem Handel, wo diese Gelegenheiten häufiger sind als anderswo, rin Vater, welcher feine» Sohn mit ausgezeichneten Aiilagen hat, ihn für cinen bürgerlichen Beruf bestimmt, in welchem sich Fleiß und Talent reicher bezahlt ma. che». Wenn hingegen ein Bursche offenbar keine Anlagen hat, so kann man sich icichr helfen: er wird entweder Soldat oder Geistlicher, man steckt ihn unter dic Soldaten oder versteckt ihn in dic Kirche, wie man auch bei uns bis in die neueste Zeit Rausboldc, überhaupt Bursche, welche, wie man zu sage» pflegt „nicht recht gut thun," zur Strafe affcntiren ließ. Das ist der Hauptgrund, weßwegen mit dem Fortschritt der Gesellschaft der militärische Geist vcrsällt, zurückgcht. Die wachsende, durch die großartigen Erfindungen der Neuzeit beförderte Intelligenz der Völker ist das feste Bollwerk, an welchem Aemllelon. Der Schmuck. Original-Roman von Anton Heinrich. Zweiter Weil. Z. Das Duell. «.Schluß.) Ich sagte vorhin, ich halte von Erdöfi dic indischen Güter nicht gekauft; ich kaufte sie, er full, er muß für sic einen großen Preis fordern, ich will ratenweise abzahle», ich will arbeite», rastlos arbeiten für Sic, für uns, Elisabeth! Meine Seelenstärke, o sic ist nichts als Trotz; aber an Ihrer Seite, Elisabeth, verwandelt sich meine Schwäche i» Riesenkraft und trotzt dann aller Welt, aber nicht mehr im Unwillen des Kindes, sonder» im frohe» Gefühl mäniilichcr Sicherheit. — J„ Ihrer Nähe werde ich stets das Richtige treffen, von Ihne» verschmäht, würde ich dem blutlosen Schemen eines Verstorbenen gleichen. Eichhart hatte Elisabeths Rechte ergriffen und preßte sic zwischen seinen Händen. Und waö wäre ich ohne Sic? cntgegncte sic leise und zog ihre Hand nicht zurück. Als ich in Venedig au jenem schönste» Abende, den ich je erlebt habe, glanbte, ich würde mit dem Glücke, die Liebe gesunde» zu haben, zufrieden fei» und den Geliebten entbehren könne», vergaß ick dic Schwäche des Weibes; standen doch damals Sic neben mir, und von den Männer» komint unfcrc Kraft, auch da»», wcn» das Unglück uns zwingt, für sic z» wagcn. O, wie glücklich »in ich, so unendlich glücklich, daß nur das Herz 'Zerspringen möchte. Jener Stern der Venus, der seine goldenen Strahlen lächelnd aus unser Glück herabseadet, er ist der Zeuge meines ersten und letzten Liebesschwures: Dein bin ich und Dein will ich sein, bis mir das Herz zu schlagen aushört. Er »cigtc sich über ihre Hand und küßte sie. Elisabeth legte ihren linken Arm um seinen Hals nud wiederholte: Dein, bis das Hcrz zu schlagen aushört. Und der Himmel und seine austaucken-den Sterne waren Zeugen dieses Bundes reiner Seelen. — Wer da wüßte, was jcne Haselstauden über der Bank, auf welcher sich das liebende Paar niederließ, hörten, und dic rothen uud gelben Blätter, die der herbstliche Abcndwiud als Gratulanten über ihre Häupler hcrabsckütteltc, in lusngcm Gc-flüster wiederholte«! Im Gebüsch suchte das :^oth-kehlchen vor dem Schlafengehen mit lautem Ruf sein Weibchen, auf der Spitze einer Platane dankte die Goldamsel im Namen aller glücklichen Geschöpfe dem Herrn, und der Odem der Natur umhauchte zufrieden, zärtlich und labend alle seine Kinder und die Nacht schwebte langsam nieder vom azurnen Fnmamcnte. Aus ihrcr Selbstvergessendeit wurden Eichhart und Elisabeth durch hrrannahendc Stimmen geweckt. Gras Fowlcr, Gras Erdösi, Lord Withmann und seine Gemalin kamen die Allee herab. Ei, ci, Baron! Du noch hicr? fragte in lächelndem Spott Graf Eidösi. Und was macht Dein Bruder, den Graf Erdösi Dich hieher aussuchen schickte? fuhr Lady Withmann zu Elisabeth gewendet in gleichem Tone fort. Arm in Arm traten Eichhart und Elisabeth zu den Herannahendcn. Wr gcbcn eine sichtbare Antwort, sprach diese und drückte sich enge an Eichhart. Dieser rcichlc dem Lord Withmann und dem Grafen Fowler im stumme» Danke dic Hand, dann umarmte er feinen Freund Erdösi. Dn hast viel Nachsicht mit mir gehabt, Hc-rcnez, Gott lohne sie Dir — Närrischer Junge! Jetzt ist er wieder aus einmal so weich, wie vor zehn Jahren auf. der Universität. Mach mich nicht kindisch. Schmeichle lieber meiner diplomatischen Knnst, durch dic es die Bestrebungen der Kriegspattei zerschellen und zu Grunde gehen muß. Die Zunahme der Intelligenz, des Handels und der Industrie bringt den unüberwindlichen Abscheu vor jedem Krieg hervor, macht den Frieden zur Lebensbedingung des BolkeS und hiedurch, nachdem wider den Willen des Gesammt-volkes wohl schwer ein Krieg nnlernommen werden kann, die stehenden Heere überflüssig. (Lin^.Tpst.) Aus dem Abgeordnetenhaus^ Wien, 19. Februar. Die Sitzung wird um 11 Uhr vom Präsidenten Kaiserseld eröffnet. Haus und Galerie sind ziemlich gut besucht. Auf der Miuisterbank befinden sich Anfangs Dr. Brestel und Banhans, später Herbst, Giskra, Stremayr und Plener. Beim Uebergang zur Tagesordnung ergreift Brest el das Wort, um den Gesetzentwurf zu verteidigen. Er bestreitet den innigen Zufciuimenhang zwischen der Erwerb- und Einkommensteuer. Es sei möglich, daß das Gesetz vielleicht Fehler habe, die fänden sich aber an jedem fiskalischen Gesetze und können sanirt werden. Er sucht uun nach einander die wider das Gesetz erhobenen Bedenken zu widerlegen und legt vor allem Nachdruck darauf, daß es sich um eine leichtere, gerechtere Bertheilung der Steuer handle. Man hat, sagt er, einen Punkt beanständet, der das Gesetz gar nicht trifft. Von »',00 st. an sind heute die Leute besteuert und die Modalitäten, die bei der Einhebnng beobachtet werden, sind heute nicht beanständet worden. Es wäre wohl am rationellsten, wenn man keine Steuer erheben würde, das versteht sich von selbst. Aber da eine sein muß, muß mau zu den Steuern greisen, die anwendbar sind. Wenn mau das aktive Militär besteuern wollte, so wäre das kein reales Einkommen, man müßte den Abzug berücksichtigen und die Gehaltserhöhung des Militärs wäre illusorisch. Es hat einer der Redner gesagt, man möge die verfassungstreue Partei berücksichtigen. Bei einen, derartigen Gesetze geht das nicht an, hier handelt cs sich um keiu politisches Prinzip, sondern nur um Gerechtigkeit. (Beifall.) Es wird hierauf namentliche Abstimmung über Kliers Bertagnngsantrag verlangt und angenommen. Bei der Abstimmung fällt der Antrag mit 84 gegen 47 Stimmen. Hierauf wird zur Spezialdebatte übergegangen und H 1 ohne Debatte angenommen. Gegen die Fassung des tz 2 wendet sich zuerst Abg. Schier mit dem Antrage: die Bergbaugesellschaften nicht in die erste Klasse zu setzen, und Abg. Rechbaner mit dem mir gelang, Dich zum Kaufe Deiner Güter zu vermögen ; denn geschenkt nimmt der stolze Schwabe nun einmal nichts an. Meine hundert Pfund zahlst Du mir noch morgen. Ist zu wenig. Das kosten sie mich, und ein Ungar ist kein Jude. Beruhigen Sie sich, fiel Graf Fowler ein, Graf Erdösi macht eS Ihnen leicht, sein Schuldner zu bleiben. Und die Zeit wird kommen, wo Du Deine Schuld abtragen kannst; aber wenn der Deutsche, der Ungar und Engländer im sesten Bunde treu zusammen halten, dann hat die Welt keine Schwierigkeit, die sie nicht überwinden könnten. Schluß. Die Ehe des Lord Lamborough mit Elisabeth wurde Form Rechtens gelöst, er selbst hatte England verlassen und kehrte nie mehr dahin zurück; denn er starb nach wenigen Jahren. Elisabeth und Eichhart besuchten nach ihrer Verheiratung den alten Oheim in Wien und begaben sich sodann nach Venedig, wo sie den echten Schmuck dem Juden Jakob Salevi zum Geschenke machten. Ueber Egypten reisten sie nach Indien auf ihre Güter und verweilen dort, angesehen urd geliebt von allen, welche das Glück haben, sie näher kennen zu lernen. Antrage: die nicht auf Gewinn berechneten Erwerbs-genosfenschaften steuerfrei zu machen. Abg. Lohnin -ger wendet sich sodann gegen Schiers Antrag. Abg. Gras Dürkheim stellt den Antrag, es solle die dritte Klaffe der Erwerbsteuer ganz entfallen und nur die im Z 2 des Gesetzes in Betracht genommene erste und zweite Klasse zur Steuer angenommen werden. Bei der Uuterslützungssrage erhebt sich nur der Antragsteller. Abg. P e r g e r beantragt, cs möge in Vas erste Alinea des 8 2 zu den „Sparkassen und Vorschußvereinen" eüigeschoben werden das Wort: „gewinnver-theilenden" .v. Der Antrag wird unterstützt. Nachdem noch der Finanz minister und der Berichterstatter für die Regierungsfassung gesprochen, wird zur Abstimmung geschritten und H 2 mit dem Amendement Pergers angenommen. Die Lohnsteuer tritt demnach wirklich ins Leben. Schluß der Sitzung nach 2 Uhr. Nächste Sitzung Montag io Uhr. In der vorletzten Sitzung des Budget-ansschnsses reserine Dr. Kaiser über das K u l-tusbudget; er äußerte die Ansicht, es sei nicht Aufgabe des Staates, Klöster zu dotireu, und beantragt die Streichung der diesfälligen Verträge. Ebenso äußern sich die Abgeordneten Dr. Franz Groß, Dr. Perger und Lohninger; letzterer fragt den Kultusminister, ob nicht die Beeidigung der Kirchenfürsten und Geistlichen auf die Verfassung augezeigt wäre, unter Hinweis darauf, daß Geistliche des Stiftes St. Paul in Kärnten darum eingeschritten seien. Wickhof beantragt, schon in das nächste Budget für Nonnenklöster nichts einzustellen, Leonardi spricht sich auch gegen die Beiträge zu deu geistlichen Korrektionsanstalten aus. Ezer-kawski: Die Regierung ersetze den galizifchen Klöstern nur das Vermögen, welches sie durch Schuld der Regierung verloren hätten; er fragt, ob die Regierung bei Einstellung der Subvention für die Karmeliterin-nen in Krakau beharre? Der Referent erklärt den Antrag Wickhoff für zu weit gehend. Minister Dr. v. Stremaver spricht sich sür den Antrag des Referenten aus, daß alle Geldbewilligungen, die nicht auf rechtlichen Titeln ba- darf das kirchliche Oberhaupt zum Dalai Lama des Abendlandes werden. . . . Nie und nimmer werden wir einen fortgesetzten Logos, einen Papst als Of-fenbarungsprinzip und Kirchenorakel annehmen dürfen. Nur Christus, nicht sein Pontifex, kann persönlich Gegenstand, des Glaubens sein. . . . Man greife zu den Blitzen des Vatikan, diesen höchsten Ehrgeiz durchzusetzen — solche Anerkennung läßt sich nicht erzwingen. In dieses Kanonenfeuer geführt, werden auch die treuesten Anhänger Roms zum Wanken gebracht und mit bestem Gewissen nicht weiter folgen können. . . . Den besonnensten Katholiken bleibt eine derartige Selbstüberhebung ein Greuel, und die Außerkirchlichen werden an die Apokalypse erinnert Durch die faktische Institution eines ausschließlich italienischen Kirchenregi-mentS, durch ein untrügliches, mit einfachem Spruche dogmatisch entscheidendes Oberhaupt würde in der Rückwirkung, das ist vorauSzuseyen, die Ausbildung mehr in sich abgeschlossener Nationalkirchen provozirt, und neben der gallikanischen und anglikanischen dürfte unwillkürlich eine germanische sich uniiren. . . . Nicht irren werden wir in dem Satze: daß auch die Hierarchie nicht ohne Popularität regieren kann. ... In tausend Jahren hat man nicht so viele Dogmen statuirt, als jetzt unter einem einzigen Pontifikate, und Niemand, außer den Herren in Rom, äußerte Verlangen darnach.. . . Die Er-klärung des neuen Dogma würde für Freund und Feind das erste Signal zum abermaligen Sturze des Jesuitenordens geben!" So eine streng kirchlich gesinnte Stimme, auf die darum wohl auch in katholischen Kreisen gehört werden wird! Politische Rundschau. Laibach, 22. Februar. Noch vor kurzer Zeit war es die Absicht der Regierung, die Session der Delegation unmittelbar nach Schluß des Reichsrathes ungefähr im Monat Mai in Pest zu eröffnen. Da jedoch die Berathungen der Landtage denen des Reichsrathes un- - ... . . .. unmittelbar folgen werden, die Delegirten aber der firen, zu eliminiren seien, für >.tc Mcdtkantenbettrage Unannehmlichkeit überhoben werden sollen, im Hoch- niä. Dle Beel- den parlamentarischen Pflichten nachzukom- men, so wurden zwischen den Regierungen beider Reichshälsten Vereinbarungen getroffen, denen zufolge die Delegationen aller Wahrscheinlichkeit nach erst im August ihre Sitzungen beginnen werden. In der gestrigen Sitzung lehnte der Reichsrath die Bestimmung des Erwerbsteuergesetzes, daß eie Arbeitgeber die Stenern von den Arbeitnehmern einzuheben haben, ab. Die Verleihung des Gesandtschastspostens in München an den G r a s e n T a a s s e gilt als ausgemacht. Derselbe hat bisher allerdings noch keiucBeweise seiner besonderen diplomatischen Befähigung gegeben, allein es scheint, daß er den Posten in München hauptsächlich seinen persönlichen Beziehungen zu mehreren Mitgliedern der baierischen Königsfamilie und seinem jovialen Temperamente verdankt, das ihn an jedem Hofe zu einer beliebten Persönlichkeit machen dürfte. Nachrichten zufolge, die aus Rom eintrafen, dürfte dem Konzil keine lange Dauer mehr zu pro-gnostiziren sein, und steht zu erwarten, daß dasselbe eiu baldiges Ende mit einem kläglichen Resultate nehmen werde. Die Hauptmotive dürften in dem Umstand zu suchen sein, daß von den reichen Bischöfen keine Geschenke mehr zu erwarten sind, während die armen der Kurie eine schwere Last dnrch Erhaltung derselben aufbürden. Ueberdies sind gerade die reichen und mächtigeren, d. H. selbstständigeren Kirchenfürsten in der Opposition und werden die intelligenteren täglich mehr durch das ganze Treiben in Rom diSgustirt. Es steht vollkommen fest, daß Oesterreich, Frankreich und Baiern in Rom gegen die Dogma-tisirung der Unfehlbarkeit Vorstellungen gemacht haben. bestehc eine rechtliche Verpflichtung nicht. Die Beei digung auf die Verfassung wird auf die politische Haltung der Kirchenfürsten keinen Einfluß nehmen. Dagegen liege es im Interesse der Regierung, Konflikte zu vermeiden. Der Antrag Wickhoff wird abgelehnt, die Resolution des Referenten angenommen. Darauf beantragt Abgeordneter Wickhoff, die Güter Gleingk und Garsten zu verkaufen. Darüber entspinnt sich eine längere Debatte, die mit der Ablehnung des Antrages endet. Ein vom Referenten beantragter Abstrich von 4000 fl. für den Seelforgeklerus in Dalmatien wird über Einsprache des Ministers, der die zivilisatorische Mission des dalmatinischen Klerus betont, abgelehnt. Ueber die Insallibilitat läßt sich abcrmals eine gut katholische Stimme vernehmen. Dr. Sepp sagt in einer „au daS vatikanische Konzil" gerichteten Schrift: „Kirchliche Re-formentwürfe, beginnend mit der Revision des Bi-belkanonS" über die neueste» Projekte Roms: „Die höchste Kirchengewalt will kein Katholik in Frage stellen, spräche man doch nur von der Autorität! Aber der Name der Jnsallibilität ist noth-wendig der Stein des Anstoßes und Aergernisses, und wehe dem, der Aergerniß gibt!... „„Ihr werdet sein wie die Götter!"" lautet nicht eine himmlische, sondern eine dämonische Eingebung. Die Vergötterung der römischen Imperatoren hat nicht zum Heile der Welt, noch der Kaiser geführt, und welchen Gewinn soll die Menschheit aus der neuen vieldeutigen Unfehlbarkeit ziehen? Es fällt auf, wie oft in der Geschichte kirchliche Würdenträger, namentlich unter den lateinischen Völkern, die Beförderer des weltlichen Despotismus waren, der auch dogmatisch kategorisch auftritt. . . . Nie und nimmer Der „UniverS" veröffentlicht folgendes Telegramm aus Rom vom 17. d. M.: Bei der Eröffnung der Ausstellung sagte der Papst in Beantwortung der Ansprache des Kardinals Berardi Folgendes: Ich habe die Ausstellung gewünscht, um zu zeigen, daß die Religion die in-fpirirende Gebieterin der Künste ist; sie ist in Wahrheit nicht eine Idee, sondern ein Prinzip. Nach der Ansicht Einiger müsse die Religion sich mit den Zeiten ändern und ihr 1789 haben. Ich aber sage, daß dies eine Gotteslästerung ist. Die Religion Christi steht mit Christus; so war sie von allem Anfang her. Bei dcr Verhandlung des französischen gesetzgebenden Körpers über die innere Politik betonte gestern Favre die Notwendigkeit der Erneuerung des gesetzgebenden Körpers, und sagte dann der Regierung die Unterstützung seiner Partei zu. Der Madrider „Jmparcial" vom 19. Februar meldet, daß die karlistischen Agitationen, und zwar hauptsächlich in den nördlichen Provinzen, zunehmen. Mehrere Führer derselben hätten schon das französische Gebiet verlassen. — Dasselbe Blatt veröffentlicht ein Schreiben MontpensierS, worin er den Wählern Asturiens dankt und sagt, daß Spanien heute durch Tradition, Adoption und Zuneigung sein alleiniges Baterland ist. Das von Förster eingebrachte englische Unter r i ch t s g e s e tz enthält folgende wesentliche Bestimmungen: Die Lokalbehörden müssen für hinreichende Elementarschulen sorgen, die Lokalsteuern werden nöthigcnfalls durch RegierungSzufchüsse unterstützt; das Schulgeld muß ein sehr geringes sein, die Regierung ernennt die Schnlinspektoren, ein besonderes Unterrichtsministerium wird nicht eingeführt, dcr Religionsunterricht ist nicht obligat, die Lokalschnlbehörden sind zum Schulzwange ermächtigt. Die Zahl der wegen Betheiligung an der nihilistischen Verschwörung in Rußland inhastirten Personen hat sich in Folge der jüngsten Verhaftungen bedeutend vermehrt und wird von russischen Blättern auf mindestens 300 angegeben. Da die russische Regierung durch die Erfahrung der letzten Jahre zu der ' Überzeugung gelangt ist, daß der Aufenthalt dcr zahlreichen, wegen Betheiligung am Aufstande von 1863 nach Sibirien in die Verbannung geschickten Polen auf die dortige Bevölkerung, in politischer wie in moralischer Hinsicht, einen nachtheiligen Einfluß geübt hat, so ist unlängst durch kaiserlichen Ukas die der Amnr-Mün-dnng gegenüberlicgendc Jnfcl Sachalin zum künftigen Lerbannungs- und Strafort für politische Verbrecher bestimmt worden, und cs ist bereits entschieden, daß die wegen Beteiligung an dcr nihilistischen Verschwörung zu verurteilenden Personen nach der genannten Insel deportirt werden sollen. Zur Tagesgeschichte. — Zum Wiener Setzerstrike. Sonntag Vormittag fand eine Setzerversammlung statt. Es wurden sehr lebhafte Reden geführt und das Resultat war, daß man „ausharre n" müsse. Bon Verhandlungen ist vorderhand keine Rede. — Karl Bogt wurde in Wien vom Unterrichtsminister Stremaver empfangen, welcher mit ihm die Möglichkeit ferner Berufung an die Wiener Universität erörterte. — Der oberste Gerichtshof hat die Nichtigkeitsbeschwerde des Dr. Friedrich Graf, Redakteurs der in Innsbruck erscheinenden „Tiroler Stimmen," welcher vom Innsbrucker Schwurgerichtshofe wegen Vernachlässigung der pflichtgemäßen Obsorge zu einer vier-zehntägen Arreststrafe vernrtheilt worden war, verworfen. — Der 22jährige Komptoirist Friedrich Leobner in Wien befand sich mit seiner jüngeren Schwester und mit denr Bräutigam der letzteren auf einem Maskenballe und war sowohl beim Tanze wie auch beim Souper in der heitersten Stimmung. Gegen 5 Uhr Früh fuhr die Gesellschaft mit einem Fiaker in ihre Wohnung zurück. Als jedoch der Wagen vor denr Hansthore anhielt, waren die Schwester und dcr Bräutigam nicht wenig erschrocken, als trotz mehrmaligem Rufen ihr anscheinend schlafender Bruder nicht erwachte, sondern als Leiche neben ihnen lag. Der her-beigecrlte Arzt koustatirte, daß der Unglückliche in Folge eines Schlaganfalles während der Fahrt gestorben war. — In Prag wurde die Nichtbestätigung Brau-ner's bereits dem Stadtrathe amtlich notifizirt, eine Neuwahl findet Anfangs März statt. Sollte abermals ein Deklarant gewählt werden, wird die Auflösung der Stadtvertretung erfolgen. — Die frühere Residenz dcr Könige von Polen, einst der größte Schrannenplatz des unglücklichen Königreiches, die Stadt Kasimierz mit 3000 Einwohnern ist durch eine Gouvernementsoerordnung zu einem Dorse degradirt worden. — Ernstgemeinter Heiratsantrag. In einem ungarischen Blatt lesen wir folgenden Heiratsantrag, der Wort für Wort lautet: Ich bin die Pepi und meine Schwester heißt Netti. Die gütige Natur hat uns mit allen weiblichen Reizen geschmückt. Beide sind wir bei dem National-Theater engagirt, ich als Choristin, Netti als Ballettänzerin. Wir sind noch ganz unverdorben, besonders aber die Netti; die ist noch immer der Meinung, daß ein Mädchen einen Schnurbart bekommt, wenn sie von einem Manne geküßt wird; das ist aber nicht wahr, besonders wenn der Mann auch keinen Schnurbart hat. Wenn jemand glaubt, daß wir...............sind, so täuscht er sich und kann darüber sich bei der Logenschließern Frau Kovaes zu jeder Stunde Aufklärung verschaffen. Wir wollen blos heiraten; erstens, weil es den Vorschriften der Religion gemäß die Pflicht eines jeden Mädchens ist; zweitens, weil für uns schon Zeit dazu ist, besonders sür die Netti; wer also eine oder zwei Frauen will, der melde sich — Pest (folgt die Adresse.) — In Rom haben am Samstag die Karnevals-Festlichkeiten begonnen. Es sind wenig Fremde anwesend. Die Polizei fand an allen Mauern angeschlagene Pasquille gegen die Unfehlbarkeit. — In der Assaire des Prinzen Peter Bonaparte veröffentlicht das „Journal osficiel" ein kaiserliches Dekret vom 29. d., wodurch der oberste Justizhof auf den 21. März nach Tours einberufen wird. Wie die „Gazette des Tribuuaux" meldet, hat die Voruntersuchung Beweise eines thätlichen Angriffes geliefert, dessen Gegenstand der Prinz Peter Bonaparte gewesen zu sein behauptet; sie soll weiters keinen Zweisel über die Provokation aufkommeu lassen, in Folge deren der Prinz den Noir getödtet und das Leben Fonvielle's bedroht hat. — Die Quäker dürfen bekanntlich weder schwören, noch fluchen, noch schimpfen. Hie und da aber juckt sie doch ein menschlich Rühren, unsterblich grob zu sein — man kömmt ja in solche Lagen! — und da helfen sie sich, wie's geht. So sagte einmal ein Quäcker zu einem anderen das, was wir kurz und gut mit: „Du bist ein Lügenmaul!" geben würden, in folgender Uprschreibung: William, Du weißt, daß ich nie jemandem ein grobes Wort gebe. Trotzdem, William, wenn der Friedensrichter zu mir sagen würde: „Hole mir den unverschämtesten Lügner der ganzen Stadt Philadelphia!" so käme ich zu Dir, klopfte Dich sanft auf die Schulter und sagte Dir freundlich: „William, der Friedensrichter wünscht Dich zu sprechen!" — Interessante Berechnungen. Ein Eisenbahnzug, der alle Lokomotiven und Waggons Europa'« vereinigte (400.000 Personen- und 500.000 Güterwagen), würde von Petersburg bis nach Paris reichen, und sämmtliche Lokomotiven neben einander gestellt, würden ansfehen wie eine Heerde Elefanten mit erhobenen Rüffeln in einer Breite von mehreren Meilen. Diese europäischen Eisenbahnen führen über 62.000 kleine und große Brücken, darunter Riesenwerke, über Meeresarme und Städte hinweg; sie gehen 34 Meilen weit durch Tunnels unter der Erde hin. Zu den Schienen wurden 150 Millionen Zentner Eisen verwendet und zum Betriebe sind jährlich 80 Millionen Zentner Kohlen erforderlich. An dem europäischen Eisenbahnnetze sind sämmtliche Staaten, außer Griechenland, Lippe-Detmold, Waldeck, Schwarzburg-Rudolstadt, Schwarzburg-SonderShausen, Reuß - Greiz und Liechtenstein betheiligt; es stellt eine Länge von , 70.718 Meilen dar. Aus ihnen fahren 18.000 Lokomotiven; der Weg, den diese jährlich durchlaufen, beträgt 60 Millionen Meilen. „Iiialiivi»!, 8i1!" Geschleudert ward von Petri Stuhle Das strenge „^.rurtbemL sit!" Auf jeden, der im Siindenpsuhle Bon, Pfad der Kirche Christi glitt. Auf, fromme Bäter, schürt die Flammen! Aus allen Landen ausgesucht, Zeigt Euch als Meister im Verdammen! Wir segnen Euch, wenn Ihr uns flucht! Berdainmt das Rauschen jener Quelle, Die uns dnrchströmt mit Wunderkraft! Verdammt die reine Strahlenhelle Der freigeborne» Wissenschaft! Verdammt all' and're Glaubenslehren Als teuflisch, ketzerisch, verrucht! Verdammt die Götter, die wir ehren! Wir segnen Euch — weun Ihr uns flucht! Verdammt den Herd, für den wir stritten. Das Brnderband, das uns umschlingt! Verdammt Gesetz und Recht und Sitten, In deren Zucht die Welt Euch zwingt! Verdammt die irdischen Gewalten, Setzt Euch auf ihren Thron — versucht Ein Reich von Priestern zu gestalten! Wir segnen Euch — wenn Jkr uns flucht! Verdammt im Himmel und aus Erden, Was je uns heilig war und ist! Durch Eure grimmen Zorngeberden Verkürzt Ihr nur die letzte Frist. Schon wird dcr Spruch der Weltgeschichte Von unsichtbarer Hand gebucht! Tod aller Lüge! — Sieg dem Lichte! Wir segnen Euch — wenn Ihr uns flucht! Erust Scherenberg. —— ^ .... ^ Lokal- und Provinzial-Angelegenheiten. Lokal - Chronik — (Die krainische Sparkasse), über deren reichliche Unterstützungen wohlthätiger, gemeinnütziger und pädagogischer Zwecke wir erst Samstag unsere vollste Anerkennung auszusprechen Gelegenheit hatten, veröffentlicht den Rechnungsabschluß für das Jahr 1869. Wir konstatiren mit großem Vergnügen, daß dieses große Geldinstitut, welches für Stadt und Land von so hoher Bedeutung ist, blüht und in seiner GeschästSgebahrnng immer größere Dimensionen an-nimmt. Es wurden im Jahre 1869 von 10.680 Parteien eingelegt 1,569.426 fl. Riickgezahlt wurden an 7008 Parteien 1,041.713 fl. 71 kr. 17.622 Interessenten repräsentiren ein Einlagskaprtal von 5,033.911 fl. Unbehobene Zinsen 759.275 fl. 28 kr. Das Jnteressentengnthaben beträgt daher 5,793.186 ft. 28 kr. Die Bilanz zeigt einen Aktivstand von 6,379.535 fl. 10 kr. Derselbe stieg gegen das Vorjahr um 826.373 fl. 52 kr. Der Reservefond beträgt 480.654 fl. 84 kr. Derselbe stieg gegen das Vorjahr um 56,664 fl. 36 kr. Bon 327 ein-gelangten Darlehensgesuchen wurden 29 unberücksich-tiget gelassen, wogegen an 298 Parteien gegen statutenmäßige Hipothekarsicher-heit 69 1.2 58 fl. bewilliget wurden. Das Pfandamt, welches die Sparkaffe aus Humanitätsrücksichten mit ihr verbuudeu erhält, war auch dieses Jahr passiv, und zwar beträgt der Verlust 1539 fl. 3 kr. Die Sparkasse hat die Schießstätte käuflich an sich gebracht, „damit dieses Gebäude, welches zu Anfang „unseres Jahrhuudertes durch Eintracht und Gemein-„sinn der Bürgerschaft Laibachs mit eigenen und sehr „namhaften Opfern zu Stande kam, dieser ursprünglichen Widmung auch ferner noch erhalten bleibe. „ES sollen dessen Pforten jedem gemeinnützigen Unternehmen für die Zukunft bereitwilligst geöffnet bleiben." Bezüglich des Realschulbaues, welcher wegen noch schwebender Bauplatzunterhandlungen vertagt ist, wird in Aussicht gestellt, daß derselbe noch in diesem Jahre beginnen werde, um mit diesem Beginne das 50. Jahr seit der Gründung der Sparkaffe zu bezeichnen. Inter- essant ist die Zusammenstellung säinmtlicher Bilanzabschlüsse seit der Gründung der Sparkasse am 4. November 1820 bis letzten Dezember 1869. Wir entnehmen dieser Zusammenstellung, daß das sämmtliche in der Verwaltung befindliche Vermögen im Jahre 1821 — 13.518 fl. betrug, im Jahre 1825 bereits auf 130.159 fl. sich hob, im Jahre 1842 schon eine Million überstieg, bis es heute die respektable Höhe von mehr als L Millionen repräsentirt. Ebenso hob sich der Reservefond von 1328 fl. 59 kr. im Jahre 1821 auf nahe eine halbe Million. Diese Ziffern sprechen wohl am deutlichsten für den Aufschwung unseres bedeutenden Geldinstitutes. Der Verein zählt 9 Ehrenmitglieder, 45 wirkliche Mitglieder. Die Administration besorgen zwei Präsidenten, 4 Kuratoren, 8 Direktoren und ein Rechtskonsulent. Der Beamtenstand besteht aus 9 Beamten und vier Herren, welche im Pfandamte bedienstet sind. — (S ä n g e r a b e nd.) Kommenden Samsiag veranstaltet der Männerchor der filh. Gesellschaft auf der Schießstätte einen Sängerabend für die Gesell sch a s tSm i t gl ie d er, wobei dnrchgehends neue Chöre aufgeführt werden. — (Erstickt und verbrannt.) Die Bewohner eines Hanfes im Kuhthal bemerkten gestern früh einen eigeuthümlichen brandigen, stinkenden Geruch, der sich im Hause immer stärker entwickelte. Als Aus-gaugSort entdeckte man bald das verschlossene Zimmer einer alten 70jährige», allein wohnenden Frau, und als auf wiederholtes Klopfen niemand öffnete, so erbrach man, ein Unglück ahnend, gewaltsam die Thür. Ein furchtbarer, stinkender Qualm wälzte sich heraus und verhüllte anfänglich den Eindringenden ein gräßliches Bild: das Bett in voller Glut und in demselben die Leiche der alten Frau, namentlich au den unteren Gliedmaßen verbrannt. Das Bett dürfte durch irgend einen von der schlafengehenden Frau uicht bemerkten Umstand entzündet worden sein, in dem mit dem Umsichgreifen der Glut entstehenden Qualm verlor die Arme die Besinnung, bis sie erstickte und schließlich auch noch verbrannte. — (Folgen des Setzerstrike.) Die heute eingetroffenen Wiener Montag - Abendblätter sind bereits in gleichem Formate und mit gleichlautendem, vom Zeituugökomitcc redigirten Texte erschienen. — (Die Gartenlaube) bringt in Nr. 8 folgende Beiträge: AnS eigener Kraft. Erzählung von W. v. Hilleru, geb. Birch. (Fortsetzung.) — Ans den Zeiten der schweren Noth. Der schwarze Herzog vor Halberstadt. Von G. Hiltl. Mit Abbildung: Herzog Wilhelm von Brannschweig bei dem Sturm ans Halberstadt. — Eine Theaterprobe. Von A. H. — Die gütige Fee des Erzgebirges. Mit dem Porträt der Barbara Uttmann. — Im Banne der Engelsburg. II. — Blätter und Blütheu: Lehrernoth. — Kleiner Briefkasten. " (Tücatcr.) Die Literatur des deutschen Volkes ist unendlich reich an Sagen n»d Märchen. In welche Zeit man sich immer versenkt, in welchem Blatte der Geschichte des alten nnd mittelalterlichen Gcrinaniens man blättern mag, überall trifft man schanrige Erzählungen an, wunder bare Historien, in welchen mnthigc Recken und boshafte Kobolde, Feen nnd Nixen, Teufet uud Gnomen dieHanpt-rollen spielen. Mit der fortschreitenden Bildung und tlnttnr verschwanden sie freilich, all' di>' diabolischen Gestalten vom SLanplatze ihrer märchenhaften Thätigkeit, aber sie leben noch fort im Gedächtnisse, im Wort und Liede des dentsäie» Volkes — und wie die Barden des Mittclalters die Nibelungen und Frithjofssage in ihren Gesängen verherrlichten, so finden wir iu den Epen, Dramen nnd Opern der Neuzeit die Sagenwelt reichlich vertreten. Indem wir an Hebbels Nibelungen, Tegners Frithjof, Gölhe's Faust :c. nur nebenbei erinnern, schreiten wir zn den Vertretern der dent schen L-age »i der Oper. Da begegnet nns nebst Gluck, der sich endlich Leu Fesseln Nossüüscher Mnsikniacherci ent wnuden, znnachst ^uiusteeg, dessen tresslicbe Feenopern «„Geisterinset," ..Psaiieufesi'' „ s ^ großen Beifall fanden. Vom Anfänge bis zn den lctzlverflofseuc» Dezennien dieses JahrhunderleS glänzten ---pohr, Weber nnd Marschner als Träger der romaut»»«. Oper. Des ersteren „Faust" und „Aessonda" sind allbekannt. Weber brachte den Berggeist „Rübezahl," den Elfenkönig „Oberon" nud in seinem be rühmten „Freischütz" den bösen Sanücl ans die Bühne. — Marschner begründete seinen Rnf i»il dciu „Bainpnrin einer ändern seiner Opern verläßt ein liebebedürftiaer Kobold trotz der Bitten seiner Mutter die Unterwelt — r'och „Vicms Heiling" ist nicht glücklich ans der Erde nnd kehr: wieder heim. — selbst der Klassiker Mozart machte einen kleinen Streifzug iu das Gebiet des Romantischen, und Meyerbeer, der Begründer der modernen großen Oper konnte ebenfalls nicht nmhin, einen »>riff zn thnn iu das dämonische Revier der Gespenster — nnd schuf mit seinem Skribe „ein Werk voll Lenfelslusi und Liebe" — ! R. Wagner, der geniale Begründer uud Verfechter der nen-deutschen Richtung, schns mit seinem „Tannhänser" ein Werk, welches die Sage vom Vennsberge und die Historie vom Wart-bnrger Sängerkrieg glänzend verewigt. Bereits ist unter des Meisters Hand ein neues Werk, „der Riug der Nibelungen" (eine Trilogie, deren erster Tbeil „Rheingold" in München bereits anfgeführt wurde) im Entstehen. — Albert Lortzing, ein Zeitgenosse SpohrS, Webers nnd Marschners, I ist der Hanptvertreter der deutschen komischeu Oper, er ist ' der Äuber Deutschlands. Älle seine Dichtungen („Waffenschmied," „Wildschützen," „Ezar uud Zinimernianu" rc.) durchweht urwüchsiger Humor und selbst seine „Undine," deren Handlung nnd Musik durch das Eingreifen des unheimlich - dämonischen Elementes zum Ernste stimmt, entbehrt keineswegs komisch.r Szenen. Mangel an Ranm gebietet nnS, für hente zn schließen; was Musik und Szenerie sowie die Leistungen unserer Mitglieder in „Undine" betrifft, wollen wir nach der nächsten schon Donnerstag stattfindenden Reprise dieser Oper Ausführliches berichten. Wir bemerken nur, daß die gestrige Vorstellung sowohl in den Solls nud im Ensemble, wie in Szenerie wenig zu wnn-schen übrig ließ, und daß nebst Frl. Römer (Undine) die Herren Beck nnd And.r (dessen „Beit" in Spiel und Gesang unübertrefflich war) den meisten Beifall erhielten. — Die nächste Vorstellung der „Undine" geschieht zum Vortheile des Herrn Ander. Nicht bloS die anßcrvrdentlichen Verdienste als Sänger nnd Regisseur, die sich Herr Ander seit 4 Jahren hier erworben, sondern auch die Achtung, die derselbe allgemein genießt, geben ihm die beste Garantie, ein volles Haus zu erziele», — -M- LvlltcriM;. Laibach, 22. Februar. Gestern Abend dünner Regen, später großstockiger Schnee fall. Heute früh Nebel. Vormittag geschlossene Wolkendecke. Nachm. Nordwest ziemlich stark. Wärme: Morgens 6 Uhr — 0.4"; Nachmittags 2 Uor -j- 1.8" (1869 -s-6.9", 1808 -s- 0.1"). Barometer nach dem gestrigen starken sinken heute im schnellen steigen 318.45"v Das gestrige Tages mittel der Wärme -j- tum 1.8" über dem Normale. Ler gestrige Niederschlag 1.76'". Ängetvilunenc Freuwe. Am 22. Februar. V«Barthelnie, Kansm., Gottschee. — Jer mann, Gutsbesitzer, Katzenstein. — Graf Lanthieri, Wip pach. — Rankt, Handclsm., Nenfrisach. — Teposek, Rsm., Krapfenseid — Zwar, Tischlermeister, Krapfenseid. -Verderber, Handels»!., Gottschee. — Lukan, Bezirksarzt, St. Veit. — Tschiukcl, Kauft»., Steiermark. Kristan, Kauft»., Wie». Wolf, Maler, Oberkrain. — Raunicber, St. Martin. — Vicic, Besitzer, Adelsberg. - Eder, k. k. Geud Wachtmeister, Wie». L2<ü>^. Wetfchko, Schuhfabrikani, Marburg. — Prister, Ochsenhändler, Triest. Lerstorbene. Den 21. Februar. Elisabeths Jakopie, Jnstitntsarme, all 71 Jahre, i» der St. Pelersvorstadt Nr. 63 an Folgen der Selbstverbrennung und Ersticknng bei versperrlem Zimmer. - Simon Trampns, Taglöhner, alt 65 Jahre, im Zivilspital an Marasmus. — Barbara Schleibach/Nähe, in, alt 46 Jahre, im Zivilspital am organischen Herzfehler. Miirirtlicncht. Allen Freunden, Fachgenoffe» und Bekannten widme ich, ewig eingedenk der in der jüngsten Zeit anläßlich meines Scheidens ans diesem Lande mir so reichlich nnd in den schmeichelhaftesten Formen zugeflossenen Beweise ausrichligeu Wohlwollens nnd wahrer Theilnahme meine wärmsten Grllße, meinen bcstgcfiihlten Duik. Laibach, 22. Februar >870. (73) Wilhelm Ritter von Fritsch. Durch Anempfehlung eines meiner Freunde versuchte ich das AnBmll'MlllldlvlOr) lMie» »irin skorlnitischcs, rlicumntisches Munviibcl, so wie ich durch mehre»? hohle Zähne neplant wurde, »nd verschiedene Mittel ohne Erfolg gebrauchte: dieses Mundwasser bewirkte eine volle Heilung des Zahnfleisches nnd bedeutende Linderung meiner hohlen schmerzhaften Zähne; ich sehe mich daher in die angenehme Lage versetzt, dem Herrn Zahnarzt I»,-. meine vollste Anerkennung nnd Dank öffentlich abzustatten. Wien. (6—1) I c v. in p. *) Zn haben in Laiba ch bei f>6triöiö L pinken, H. Krispsn, l„8ef Xaningei-, toli. Knasolwvvitr, Lll. INstin nnd f. M. 8olimiit; Krainbnrg bei f. Knispen und 8ed. 8el>sunig, Apotheker; Bleibnrg bei llerdsl, Apotheker; Warasd in bei »Alten, Apotheker; Rndolfs-werth bei v. kirroli, Apotheker, nnd losef kengmsnn; Gnrkseld bei fnieün. Lömoties, Apotbeker; Stein bei Iskn, Apotheker; Wippach bei Antan vepenis, Apotheker; Görz bei fnanr l.arran, Ponton,, Apotheker, nnd l. Kellen; Wartenberg bei P. Kacllen. Eine gute Köchin findet auf dem Lande gegen ante Aufnahme. Auskunft ertheilt Herr kanergaffe dir. 8. Bedingungen fogleiche (70-2) Franz Toberlet, Franzis- Epileptische Krämpfe (Fallsucht) (16-37) heilt bri-.-flie?, der Spozial.irzt für Epilepsie Doktor S». i„ Berlin, Mittel- "WW straße 6. — Bereits über Hnndert geheilt. Wiener Börse vom 21. Februar. 5perc. österr. Wädr. . — dto. Rente, ösl.Pap. 6«).7o dto. dto. öst.inSilb. l'ejü vor- i!-.o4 . . . i!ose von 1860, ganze Lose von 18,;». Fünft. Prämieusch. v. 1864 . Lteiermarl ',n5p2l. Kärnten. Krarn n. Küstenland Geld , Ware 60.80 7t>.70! 70.80 90.—! 90 2 96.4« 96.60 102.50 103.— I2l.— iLl.ä« ^iuL'olf'dwert!),'21. Februar. Tie Durchschnirrs-Preise i . . zu5 .-.ns ^ rrroat.u./Llav.S stellten sich auf dem heutigen Markt, wie folgt: »2.50^ 86.- ! i)4. 78.^5 7!1.2d 84.— ! 85. -75».50, 7K.— st- kr. ' fl. Ir. Weizen pr. Metzen Butter pr. Pfund . 48 Korn „ !«> Eier pr. Stück . . 14 Gerste „ 65 Milch pr. Maß — IU Hafer „ 1 !''> Rinds.ejsch pr. Pfd. — 22 Hatbfrnckt „ 4 10 Kalbfleisch „ 26 Heiden Hirfe 3 2(1 Schweinefleisch „ — 24 2 88 Schöpsenfleisch „ — jinturntz S — Hähndel pr. Stück . 30 Erdäpfel I 40 Tauben „ 24 Linsen 4 80 Heu pr. Centuer 1 50 Erbsen „ 4 80 Stroh 1 Fisolen „ 4 84 Holz, hartes,"pr. Klst. 6 50 8iindsfLui>ilz pr. Pfd. — 45 — weicheS, Sckweinejchnialz „ Speck, frisch, — 40 30 Wein, rother pr. Eimer 6 50 Speck, geräuchert, , 06 — weißer 5 50 SLL.— W. Lön.— ÜI3S SiebenbÜ7>>. . l ^ütronatba:/ . Zrediiansta» . jk. ö. !>W.— Aualc-öslerc. Bant . Qeli. Bodei^creu.-A. . »L«. Oest.Hvvolh.-Lan! . im.— Slcicr. E-c°n,vt.-B?. 215 - tkais. Ferd.-Nordb. . Liga Südbahii-Gesellsch. . 24L.7« jtais. M!abe!b-Lab!i. Igg.50 183-Sarl-Ludwi,,-Bahn r35>.7S Siebend. Eilmbab.-i . »K7.su re-6.— «ais. Fr»nz-Zo88.— 1 Mnsk.-Baressi L.-«. I8N.S0 iSI.S» , ^ Msölt'-Fium. Bahn . ,73^0 i'i. L>ks.»cldi-1» St.-«llg-öst.Bok.-Credit. 1N7.S0 >»«.— dto. in 33 I. rück;. . 89.L0> go.— Getd Ware Oeii. Hlipoih.. Bank . 98.— SS.— Liidd.-Gel.-usoo Sr. ,21.50 isü.-dte. Bl'ilS 6 >-Cl. 24>«.öu 2.1>> — ^iordb. «> st. CM.) >>ü.— Sleb.-B.(2ovN. ö.W.) so — üiudo!ssb.<3,!,,f!.ö.W.)! u,.»u gr.LU Fravz-Sos. st. CM. . . ^rieker i«v ü. CM. . dl-, so st. S.W. . 4» ft. S.W. LaNn . „ ^ Palssh . „ 40 „ ^lars . 40 „ Dt. t!>enoic„ ili „ 'Dilieisldgrätz 20 , Waldstein . 2n „ «eglevich . io Rurolssstist. loö.W. Vvolissl (Z Mon.) Ängtb. inost.südd.W. Franks, ruv st. , ondon >0 Ps. Stert. Pari» 1VU ffrane« . tiaii.Mün,-DNcaten.^ 5.8Z Ü0-uranes,i,'ia. '------ Bereinöthaler . Silber . . !»>.— 160 50 ' »9.- 100.— I2t.— 126 - 6t — 63.- 2.1.— 34.— ! 40.— 41.— 3".LN 31.- 30.— 37.— 20.L0 21^— 22.— 22.50 17.50 18.50 15.50 16.— 103.25 103.30 ll.3.30 103.50 124.1" 124.2k 49.25 49.30 5.83 5.84 9.9» 9.91 1.82 1.83 ,121.25 121.50 T heater. ! Telegrafischer Wechselkurs Hente: Zum Northeile des Herrn Biewald: .l.aiseu! vom 22. Februar. ^v> f uns die Lciiitftcrskoelncr, Lollofchlin/plri in! , operz. Rente österr. Papier 61.—. — 5perz. Rente 4 Aelcn. j österr. Silber 70.85. — .1860er Staatsanlehen 96 —. — M argen: D-rS Peiisivunt, L?verc:t!-, und : Verwert,-! Bankaktien 736. — Kreditäktien 266.60. London 124.10. ftlte Äünonccl!, Lnstsbiel. Berleger und üir die ^edatlion verantwortlich: Orrvmar Bamberg. Druck von Jgn. v. Kternmav.r L Fed. Bamberg in Laibach.