80. Jahrgang Erscheint wöchentlich sechsui . (mit Ausnahme der Feiertage) Schriftleitung, Verwaltung und Buchdruckerei Tel. 25-67, 25-68 25-69. Maribor. Kopališka ul. 6 Nr. 278 Freitag, den 6. Dezember 1940 Inseraten- und Abonnements-Annahme in der Verwaltung. Bezugspreis: Abholen oder durch die Post monatlich Din 23.—, bei Zustellung Din 24.—, für das Ausland monatlich Din 35.—• Einzelnummer Din 1.50 und Din 2.—. Manuskripte werden nicht retourniert. Bei Anfragen Rückporto beilegen. Poštnina plačana v gotovini. PfCiS Olfl 1*50 uribom Leitung England zieht Kreditbegehren zurück Eine amerikanische Nachrichtenagentur über die Gründe des plötzlichen aussehenerregenden Entschlusses der britischen Finanzkmse New York, 5. Dezember. (Avala-Nß) international News Ser-vice erfährt aus zuverlässigsten Washingtoner Quellen, daß die britische Reiterung sieh zumindest vorderhand entflossen habe, von einem Kredltbegeh-in den Vereinigten Staaten abzusehen. “|«ser Entschluß ist nach Behauptung j*r amerikanischen Agentur unter dem ^hick zweier wichtiger Faktoren Zustandekommen. Vor allem habe der englische Vorschlag bezüglich einer amerikanischen Kreditgewährung in Washington kühle Aufnahme gefunden. In zweiter U-n*e wünsche England durch die Forcie-f g dieser Frage in der amerikanischen •^ntiiehkeit keinen ungünstigen Ein» dek auszulösen. Darüber hinaus habe es ^h andere Gründe gegeben, die England von der Anforderung einer amerikanischen Anleihe abgebracht halben. Es ist England nicht gelungen, die hohen Regierungsfunktionäre in Washington von der Notwendigkeit einer solchen Kreditgewährung zu überzeugen, da von amerikanischer Seite immer darauf hingewiesen wurde, daß diese Kredite solange nicht notwendig seien, bis England seine Investitionen in den Vereinigten Staaten nicht liquidiert habe. Die Hauptschwierigkeit, auf die England in Washington stößt, ist jedoch das Kriegsschuldenproblem aus der Zeit des Weltkrieges und gleichzeitig der ungeheure Wert der britischen Investitionen in Nord- und Südamerika. Wie International News Service weiter feststellt, hat die amerikanische Regierung gleich nach Beginn des Krieges den Engländern einen Vorschlag der Kriegsschuldenrevision in dem Sinne gemacht, daß England gewisse Besitzungen der westlichen Hemisphäre und einige Schiffe in amerikanischen Häfen, darunter die »Queen Mary«, verkaufen möge. Groß brltannien hat dieses Angebot kategorisch abgelehnt und dadurch Mißstimmung in amerikanischen Regierungskreisen ausgelöst. England hat außerdem jeden Versuch einer Liquidierung seiner Investitionen in Nord- und Südamerika in kategorischester Weise abgelehnt. Die amerikanische Regierung steht auf dem Standpunkt, daß sie für die Abschaffung der Arbeitslosigkeit durch die Aufrüstung mindestens ein Jahr benötigen werde. In der Zwischenzeit würde d$e Vergebung von Milliardenkrediten an England sich nicht ge- rade günstig auswirken, solange England nicht den sachlichen Beweis erbringt, daß alle anderen englischen Mittel erschöpft sind. ‘ f . />„’■ W a s h i n g t on* 5. Dez. (Avala-DNB). Senator Johnson erklärte gestern Pressevertretern gegenüber, er hoffe, die Vereinigten Staaten würden genügend vernünftig sein, um vom Kriege efrnzubleiben. In ihrer Unterstützungsaktion für England dürften die Vereinigten Staaten die Grenzen des Bisherigen nicht überschreiten, sagte Johnson. Was die Frage einer Anleihe für England betrifft, so erfülle ihn diese Frage mit Sorgen. Wenn die Frage von ihm abhinge, würde er England nicht einen Cent leihen, da England diese Anleihe niemals abzahlen würde. Kein Nachlassen des Luftkrieges Der gestrige Tag brachte neue wellenfölMM. pausenlose und melrssündige Großangriffe W London und mMelenglische Städte - Neu e. meldet große Sachschäden in D rmtngham ^Berlin, 5. Dezember. (United Press) das Deutsche Nachrichtenbüro heute frühmorgens meldet, haben deutsche Luft» $treltkräfte London und einige mlttel-^SÜsche Städte am Mittwoch ununter» -^chen angegriffen. Eine Eskadrille nach 6r anderen ist periodisch in Nordfrank-r.elch auf gestiegen, um englische Städte, Anlagen und Militärobjekte m’t Bomben ^ belegen. Wie amtlich berichtet wird, ein Schiffsgeleitzug von deutschen U-E°°ten angegriffen worden, wobei sechs ;rachtdampfer 250 Me5len nordwestlich v°h Irland versenkt wurden. Berlin, 5, Dezember. (Avala) DNB berichtet; Gestern herrschte auf sämtlichen Startplätzen in Nordfrankreich große Aktivität. Es formierte sich ein Geschwader nach dem anderen zum Fluge gegen England. Im Verlaufe der gestrigen Kampfhandlungen wurden vor allem London und die Städte Mittelenglands mit Bomben belegt. In London wurde der Fliegeralarm beim Erscheinen der ersten Flugzeuge gegeben und dauerte er mehrere Stunden. Bomben wurden hauptsächlich auf die Hafenanlagen der englischen Hauptstadt abgeworfen. London, 5. Dezember. (Avala-Reuter) Nach einer amtlichen Mitteilung war die feindliche Fllegertätlgkeit über England gestern sehr beschränkt. In der Nacht vom Dienstag zum Mittwoch wurde ein heftiger Angriff auf Birmingham durchgeführt. Es entstanden zahlreiche Brände, doch ist die Zahl der Menschenopfer gering im Hinblick auf die Heftigkeit des Angriffes. Es wurden zahlreiche Privatgebäude, Schulen, Kirchen, Banken, Kinos und Pollzelkasemen zerstört. alle Erdölleitungen innerhalb von 14 Tagen angemeldet werden, da sie ansonsten ohne Entschädigungsrecht zugunsten des Staates verfallen. Die Regierung hat am Mittwoch alle Bohrtürme, Pumpen, Reservoire und Ölfelder der Standard Oil Company und der Rumänisch-amerikanischen Gesellschaft auf Grund eines Dekrets abgekauft, mit dem gleichzeitig 100.000 Dollar angewiesen wurden. ßorio Ebda und Qlroqrocaftro in griechischen Händen Nach nr'eMßfchpn und neutra en Berichien dauert der Vormarsch der Griechen fort . Athen, 5. Dez. (United Press). Im 7?ufe des gestrigen Tages näherten sich !e griechischen Truppen unmittelbar !ncm albanischen Hafen, der den Italle-Jj!®chen Hilfstruppen als Landeplatz h einem Bericht von der Front heißt i daß die Griechen in der vorigen Nacht p Porto Edda einmarschiert sind. Orto Edda Hegt im Süden der albani. Scl*n Küste. .„Amtlich wird hierüber berichtet; Der _ampf war überaus heftig, doch konnten 16 italienischen Truppen keinen Wider land leisten, da sich die Kälte, der ^hneesturm und die griechischen An-«Wie als zu großes Hindernis erwiesen. p'e Italienischen Truppen mußten bei °rt0 Edda ebenso zurtickgehen wie bei remetl. Den griechischen Truppen ge» ®nS nach einem heftigen italienischen Gegenangriff allmählich weiterer Territo-m,gewinn. Die griechischen Truppen sehen jm Hinblick auf die schlechten erkehrswege und im Hinblick der durch 16 Schneestürme erschwerten Proviant-Und Munitionsversorgung nur langsam Und bedächtig vor. Während der Einnah. me Porto Eddas beschoß die griechische Artillerie heftig die italienischen Positio* nen. Die griechischen Truppen, die die Initiative ln ihren Händen haben, sind an sämtlichen Frontabschnitten im Vorrücken begriffen. Die Italiener berichten, daß sie Porto Edda, Argyrocastro, Premeti und mehrere Dörfer geräumt haben. Rom, 5. Dez. (United Press). Die Operationen werden an sämtlichen Frontabschnitten in Albanien fortgesetzt. Die Bombardierung der Orte, an denen sich militärische Formationen der britischen und der griechischen Streitkräfte befinden, geht weiter. Die Insel Kreta ist von italienischen Luftstreitkräften angegriffen worden. Athen, 5. Dez, (United Press). Im Laufe des gestrigen Tages und heute vormittags ist die Stadt Tirana heftig bombardiert worden. Man rechnet mit sicheren Treffern. Tritt Frankreich an die Jeite der Achsenmächte? Vichy, 5. Dez. (United Press). Marschall Petain inspizierte Mittwoch die Fiottenbasis Toulon und besuchte das Schlachtschiff »Strasbourg«, auf dem er vom Marineminister Admiral D a r 1 a n und dem Flottenkommandanten Admiral De L a b o rd e begrüßt wurde. Wie die Washingtoner Wochenzeitung »Foreign Correspondent« meldet, wird dieser Besuch Pčtains als ein Zeichen für eine Änderung der Haltung Frankreichs im Sinne einer Hilfeleistung oder des An-| Schlusses an die Achsenmächte ausgedeutet. Frankreich würde seine Flattenbasen im Mittelmeer und in Nordafrika den Achsenmächten überlassen, was man in Bälde sehen werde. Deutsä-rumänscher Lelmiobresplan ALLE RUMÄNISCHEN ERDÖLLEITUNGEN WERDEN VERSTAATLICHT. nien beteiligt sein wird. Deutschland wird technisch und finanziell Unterstützungen für den Wiederaufbau Rumäniens gewäh ren. Bukarest, 5. Dez. (Avala-DNB). Im Berlin, 5. Dez, Zwischen Deutschland und Rumänien ist ein Abkommen zum Abschluß gebracht worden, das die Aufstellung eines Zehnjahres-Planes vorsieht, auf Grund dessen Deutschland am wirtschaftlichen Aufbau des neuen Rumä- Sinne eines Regierungsdekrets müssen Der Kr eg zwischen Giam und Ändvchma Hanoi, 5. Dez. (United Press), in einem gestern ausgegebenen Kommunique heißt es, daß es den französischen Truppen trotz heftiger siamesischer Angriffe gelungen sei, ihre Positionen zu halten. Wie die französischen Behörden aus Indochina offiziell berichten, sind alle Telephon- und Telegraphenverbindungen unterbrochen. Der Verkehr wird über Singapur abgewickelt. Schwere Flugzeugkatastrophe in USA Chicago, 5. Dezember. (Transradio) In der Nähe des Flugzeugplatzes von Chicago ist ein Passagierflugzeug der United Air Line abgestürzt. Sieben Insassen fanden hiebei den Tod. Fliegeralarm ln Genf Genf, 5. Dezember. (Avala-DNB) Gestern um 21.25 Uhr wurde infolge EinfInges britischer Flugzeuge in Genf bis 22 Uhr Fliegeralarm durchgeführt. Ungarns Aussenminister besucht Beograd DeuttOIanb und Stolien blitfsn tiertrauenSbcH auf die AußenvoliM Sugoflatoiems / Der Zweck des Seooroder Besuche« des Grafen Lzakg / Zustizminister Lozar Markovič: „Budapest und Beograd auf einer potttischen Lmie / Nom Deutschland wird in den italo-grtechifchen Krieg nicht eingreifen Rom, 5. Dezember. »II Popolo di Roma« berichtet, daß der ungarische Außenminister Graf Czaky dieser Tage in Beograd eintreffen werde. Gelegentlich dieses Besuches werde Graf Czaky nicht nur Besprechungen über die guten Nachbarsbeziehungen zwischen beiden Ländern abhalten, sondern es werde auch ein Gedankenaustausch über die allgemeine Balkanlage und über die Beziehungen zum neuen Europa erfolgen, und zwar im Hinblick darauf, daß Ungarn dem Dreimächtepakt bereits beigetreten sei. In Rom seien die offiziellen Kommentare über diesen Besuch noch ausständig, doch wird in Informationen, die aus maßgeblichen Kreisen stammen, darauf hingewiesen, daß Italien und Deutschland die von Jugoslawien betriebene Außenpolitik mit Vertrauen betrachten. In den gleichen Kreisen heißt es ferner, daß vor den Weihnachtsfeiertagen keine wichtigere politische Aktion zu erwarten sei. In Rom werden außerdem alle Auslandsmeldungen über eine bevorstehende deutsche Waffenaktion gegen Griechenland kategorisch dementiert. Es wird in hiesigen Kreisen betont, daß die Aktion in Griechenland eine italienische Angelegenheit sei, die lediglich auf Italien und Griechenland beschränkt bleibe. Die diplomatische Aktion Deutschlands auf dem Balkan habe nichts gemein mit der Aktion Italiens in Griechenland. Rom, 5. Dez. Der demnächst bevorstehende Besuch ungarischer Parlamentarier in Jugoslawien hat das Interesse der italienischen Presse geweckt. Die Bedeutung dieses Besuches wird noch vermehrt durch die Annahme, daß auch der ungarische Außenminister Graf Czaky demnächst Beograd besuchen wird. Dieser Manifestation der ungarisch-jugoslawischen Freundschaft komme — so schreibt der Triester »II Piccolo« — umso größere Bedeutung zu, als sie sich dar aus mit den Wünschen Deutschlands und Italien in dem Sinne deckt, daß im Donaubecken und auf dem Balkan der Friede aufrecht erhalten bleibt bei dauernder Stabilisierung des Systems der europäischen Zusammenarbeit. In diesem Augenblick sei es vor allem nötig, alle Möglichkeiten einer erfolgreichen Zusammenarbeit Ungarns und Jugoslawiens im Rahmen der europäischen Neuordnung auszunützen, an deren Organisation die Achsenmächte beteiligt sind. Die Turiner »Stampa« spricht die Ansicht aus, daß die jugoslawisch-ungarische Freundschaft progressiv geschaffen worden sei, sodaß die freundschaftliche Zusammenarbeit zwischen Jugoslawien und Ungarn erst jetzt zum Ausdruck komme. Man dürfe aber nicht vergessen, Vatikan-Stadt, 5. Dez. Europa Press) Im päpstlichen »mottu proprio« setzt sich Papst Pius XII. für eine Waffen ruhe zu den Weihnachtsfeiertagen ein, damit die Nacht der Geburt Christi nicht durch Blutvergießen profaniert werde. Die Bischöfe der Länder, in denen Ver- daß die vorherige Zusammenarbeit zwischen Italien und Jugoslawien zu der ungarisch-jugoslawischen Verständigung wesentlich beigetragen habe. Seit der Unterzeichnung des Adriapaktes sei im Verlaufe der letzten Jahre auch die jugoslawisch-ungarische Zusammenarbeit allmählich vorbereitet worden. Budapest, 5. Dezember. (Avala) Magyar Tavirati Iroda berichtet: Der jugoslawische Justrzminisiter Dr. Lazar Markovič gewährte dem Korrespondenten des »Mag yarorszag« ein Interview, in welchem u. a. enklärt wird, daß die Vertiefung der ungarisch-jugoslawischen Freundschaft zur Zeit der Balkanspannung eine natürliche Sache sei. Die früheren Umstände seien allerdings nicht normal gewesen. Der Minister erklärte folgendes: »Budapest und Beograd befinden sich auf der gleichen politischen Linie. Wir sehen dies nur nicht oder können es nicht sehen. Unsere Länder sind Agrarstaaten, dunkeiungsmaßnahmen durchgeführt werden. sind vom Papste angewiesen worden, die mitternächtlichen Christmetten schon vorheranzuordnen. Die Christmette kann demnach unmittelbar vor der Verdunkelung gelesen werden. aber darüber hinaus ist Ungarn auch J3' diustriestaat und kann daher in allen Li3' dem für seine Industrieprodukte besser0 Absatzmärkte finden. Insoweit es sic1 hiebei um Agrarstaaten handelt, besitze11 wir gemeinsame Interessen.« Der Minister sprach sodann von de11 Lebensformen und verwies in diesem p' sammenhange auf die Identität der Ve1_ gangenheit wie auch der Konturen Nationalcharakters. Bei beiden Völker sei das Nationalempfinden selbstbewuß" Die nationale Unabhängigkeit und d|° Freiheit werden im jugoslawischen Volk als diie beiden größten Werte betracht^ deshalb auch die hohe Wertschätzung und Achtung, die Ungarn und Jugoslawe11 untereinander empfinden. Minister pr' Markovič verwies sodann auf neue Mög' lichkeiten der jugoslawisch-ungarische11 Zusammenarbeit und sagte darüber to>" gendes: »Ganz Europa und die ganze Welt b*' ginnen neue Formen anzunehmen. Selbst' verständlich können Ungarn und Jugosl3' wien keine Hauptrolle in der Wiederhef' Stellung einer Neuordnung spielen, dQC ist es wichtig, daß die beiden Staate11 den Weg in die neue Lage gemein53111 und nicht einzeln gehen. Sowohl die g60' graphische, wirtschaftliche und ethnisch0 wie auch die politische Lage weisen 311 die Notwendigkeit der Zusammenarbe1 unserer beiden Länder hin. Es ist un5^ erste Aufgabe, die Freundschaft für d|C Zukunft fortzusetzen. Im geeigneten A3' genblick der Zukunft können selbstvef' stündlich positive Dinge eintreten, de*' halb ist es die Pflicht der Außenminister dies in Evidenz zu halten.« Der Papst für eine Waffenruhe zu Weihnachten Ein zerstörtes Gaswerk in London In der Nacht zum 29. November griffen deutsche Kampfgeschwader militärisch Ziele in der westenglischen Hafenstadt Liverpool und in den benachbarten Doc-' anlagen von Rirkenhead an. Die Angriffe erstreckten sich über mehrere Stunde Blick auf Hafenanlagen von Liverpool, dem zweitgrößten Hafen von England 23 Massenlustangriffe im November Deutsche Bilanz des Luftkrieges im Westen / Neue große Erfolge der deutschen Tauchboote Ehrung des Fliegerhelden Major Wirf im deutschen Heeresbericht / Britische Flieger über deutschem Reichsgebiet Berlin, 5. Dez. (Avala). DNB meldet: Das Oberkommando der Wehrmacht gab gestern bekannt: »Die deutschen Unterseeboote verzeich neten weitere Erfolge im Handelskrieg gegen England. Ein deutsches U-Boot hat 6 feindliche bewaffnete Handelsschiffe mit einer Gesamttonnage von 31.500 Brt. versenkt. Dieses, unter dem Kommando von Korvettenkapitän Viktor Schütz stehende Boot hat bisher insgesamt 94.500 Tonnen feindlichen Handelsschiffsraumes versenkt. Wie bereits gemeldet, griffen unsere Flugzeuge in der Nacht vom 2. auf den 3. Dezember die Hafeneinrichtungen von Bristol an. Infolge schlechter Sicht waren unsere Flieger gezwungen, sehr tief her- erfolgreich bombardieren zu können. Die erhaltenen Berichte bestätigen, daß die Bomben durchwegs ihre Ziele .getroffen haben. Im Laufe der vergangenen Nacht hat unsere Luftwaffe neuerlich Southampton bombardiert. Im Verlaufe des gestrigen Tages belegten unsere Bombengeschwader feindliche Flugplätze, Militärlager, Knotenpunkte und die Kriegsindustrie mit Bomben. Desgleichen wurde die Stadt London und die Kriegsindustrie in Gratham angegriffen. Anläßlich des Angriffes auf das Rollfeld in Shorehan gelang es unseren Fliegern, einen Hangar zu treffen und einige am Boden befindliche Flugzeuge zu vernichten. Einer unserer großen Bomber griff 400 Kilometer nordwestlich Irlands einen gro. unterzugehen, um die anbefohlenen Ziele ßen feindlichen Geleitzug an und ver- senkte bei dieser Gelegenheit ein Schiff mit 4900 Brt. In der Nacht vom 3. auf den 4. Dezember griff unsere Luftwaffe trotz schlechter Wetterverhältnisse militärische Ziele in Mittel- und Südengland an. Einzelne englische Flugzeuge griffen ln der vergangenen Nacht Ost- und Südostdeutschland an, wobei geringere Schäden an Gebäuden verursacht wurden. Menschenopfer waren keine zu verzeichnen. Der Kommandant des Jagdgeschwaders Richthofen, Major Wiek, ist von seinem letzten Fluge, bei welchem er seinen 56. Luftsieg errang, nicht mehr zurückgekehrt. Mit ihm verliert die deutsche Luftwaffe einen ihrer tapfersten Flieger. Major Wiek, der mit dem Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes mit Eichenlaub ausg0' zeichnet war, wird dem deutschen Volk0 als Muster eines Patrioten in steter Er«1' nerung bleiben.« . Berlin, 5. Dez. (Avala). DNB me' det: Die deutsche Luftwaffe hat im Mo«3^ November außer zahlreichen Einzel33' griffen auch 23 Großangriffe durc«-geführt, bei denen in einer Nacht zwischen 100.000 und 600.000 Kilogram31 Bomben auf das Ziel abgeworfen wurdet Hiebei wurden nur bei diesen Großangß' fen insgesamt 5 Millionen Sprengbombe abgeworfen. Außerdem wurden bei d° gleichen Angriffen auch bedeutende Me3' gen von Brandbomben abgeworfen. London, 5. Dez. (Avala). Re«te meldet: Britische Flugzeuge bombardi°f' ten Dienstag Eisenbahnknotenpunkte 31 Rhein. Unterstützet die flntituberkulosenliga! Zum Großangriff auf Liverpool Der Luftkrieg im Westen Amerikanische Anleihe von 2.5 Milliarden Dollar für England? |ine amerikanische Konferenz, die sich mit den Finanzquellen Englands zum Ankauf von Kriegsmaterial in Sen Vereinigten Staaten befaßte / England toll seine geiamte Gold-probuktion auf die Bauer von 5 Jahren an die USA verpfänden Washington, 5. Dez. (Avala) Reu-er berichtet: Am 3. d. fand im Staats-Sekretariat für Finanzen eine Konferenz "?her Funktionäre statt, die sich mit den Möglichkeiten einer Finanzunterstützung tar Vereinigten Staaten für Großbritanni-en befaßte. An der Konferenz beteiligten sich Staatssekretär für Finanzen Morgentau, Kriegsminister Stimson, Marinemi-tater Knox, Unterstaatssekretär Summer Welles, Generalstabschef Marshall und andere Funktionäre der Staatswirtschaft, ta wird darauf hingewiesen, daß die taerikanische Regierung nach der letzten ähnlichen Konferenz 12.000 Flugzeuge an tagland verkauft (aber noch nicht gelie-erh Anm. der Red.) habe. In gut unter-hchteten Kreisen verlautet, daß sich die e'ngangs erwähnte Konferenz mit den Fi-jtazquellen Englands und den englischen taianzmitteln für den Ankauf von Kriegsmaterial in den Vereinigten Staaten be-;a8t habe. Nach einer anderen Version ta auf dieser Konferenz die Gewährung taer Finanzhilfe für England noch nicht beschlossen worden. Es ist lediglich über 'ta Fragen diskutiert worden, die mit den englischen Aufträgen Zusammenhängen, die sich auf 2.5 Milliarden Dollar stellen und die im kommenden Jahr die Höhe von 4 Milliarden Dollar erreichen werden. Im Zusammenhänge mit diesen Konferenzen erfährt »New York« Herald T r i b u n e«, daß der Vorsitzende des Verwaltungsrates der Federal Reserve Bank I c k 1 e s den Vorschlag gemacht habe, 2.5 Milliarden Dollar Großbritannien zu gewähren. Als Pfand hiefür müßte Großbritannien die Goldproduktion des ..esamten britischen Imperiums für die Dauer von fünf Jahren einsetzen. Wie das Blatt ferner mitteilt, ist von diesem Vorschlag in einer Wirtschaft?,politischen Sitzung im Finanzministerium die Rede gewesen. An dieser Sitzung hätten auch Finanzminister Morgenthau und einige Vertreter der amerikanischen Wirt-sc’"ft teilgenommen. Washington, 5. Dezember. Wie amtlich berichtet wird, nehmen die amerikanisch-englisch en W j rtschaftsverh an d-lungen einen günstigen Verlauf. Die Ver- einigten Staaten werden in diesem Zusammenhänge einen großen Teil ihrer Handelsflotte an England abtreten. Die Vereinigten Staaten wollen England behilflich sein bei der Aufrechterhaltung der vitalen Verkehrsverbindungen mit Amerika. England erhält von Amerika nicht nur die notwendigen Lebensmittel, sondern auch ungeheure Mengen an Kriegsmaterial geliefert. Man verhehlt in Washington keinesfalls die Besorgnis darüber, daß die Verschärfung des U-Bootkrieges für England schicksalsschwer werden könnte. In den letzten 48 Stunden haben amerikanische Staatsmänner die Zusicherung gegeben, daß die USA die gesamte verfügbare Tonnage, insoferne sie nicht für eigene amerikanische Bedürfnisse notwendig sei, an England abtreten würden. Die Marinekommission hat daher am 3. d. M. den Ankauf von weiteren vier Frachtdampfern durch England genehmigt. Seit Beginn des Krieges sind an England 143 Handelsschiffe verkauft worden. In Kürze werden weitere 16 Schiffe verkauft werden. Die rumänischen Legionäre entwaffnet Front. Die Beamten — so endigte Dr. Frick seine Rede — kämpfen ebenso für den Sieg wie die Soldaten an der Front. Internationale Ehrungen für Emil von Behring Hamburg, 5. Dezember. (DNB) Gestern jährte sich zum 50. Male der Tag, an dem der berühmte deutsche Arzt und Entdecker Emil v. Behring seine Immu nifätstherapie der Öffentlichkeit übergab. Aus diesem Anlaß finden an der Universität Marburg große Feierlichkeiten statt, bei denen sich schon gestern die Vertreter aus 23 Staaten versammelten. Der große Gelehrte, dem Kinder und Soldaten in erster Linie ihr Leben zu verdanken haben — Behrings Entdeckung ermöglichte neben Diphteriebdkämpfang auch die Vorbeugung gegen Tetanus — wird in Marburg in einer Reihe von Vorträgen der ersten ärztlichen Kapazitäten gefeiert werden. Neue Ränge und Chargen in der Sowjetmarine Moskau, 4. Dezember. (Avala-Tass) Der Volkskommissär für Marine Admiral Kusnetzow erließ einen Tagesbefehl mit neuen Titeln und einer Rangliste für die Offiziere der Sowjetkriegsflotte. Die neuen Titel und Ränge sind vom Rat der Volkskommissäre genehmigt worden. Die wandernde Kirche. In Dänemark ist man auf die Idee gekommen, eine vollkommen und rasch abmontierbare Kirche zu bauen, die in die verschiedenen Gegenden des Landes gebracht werden kann. In einer Vorstadt von Kopenhagen ist diese Kirche bereits erstmalig ausprobiert worden. Man hofft, durch diese wandernde Kirche dem Mangel an Kirchengebäuden auf dem Lande abzuhelfen. .London, 5. Dez. (Avala) Reuter be-tahtet: Wie aus Rumänien berichtet wird, tad den rumänischen Legionären sämt-,iehe Waffen und die Munition abgenom-tan worden. Die Regierung hat eine Verneinung erlassen, derzufolge alle Rumä- nen — einschließlich der Eisernen Garde — Waffen und Munition im Zeitraum von drei Tagen abzuliefern haben. Zuwiderhandelnden werden Haftstrafen bts zu 5 Jahren angedroht. Berlin stellt Bestiedrng des Süd Ostens fest Zufriedenheit mit der rede des aussenministers popov — die Beziehungen ZU GRIECHENLAND NUR WIRTSCHAFTLICH GESTÖRT Berlin, 5. Dez. In Berlin wird die tage des europäischen Südostens nun-,,lehr weit zufriedenstellender beurteilt 31s vor einigen Tagen. So hat vor allem tas Sobranje-Exposee des bulgarischen taßenministers Popov allseitige Aner-tainung gefunden. Die Rede Popovs wird r Rumänien wie auch für die Achsenmächte als positiv empfunden. Die Rede Se> aber auch hinsichtlich Griechenlands Und der Türkei von Wichtigkeit. Ange-tahts der Tatsache, daß Bulgarien seine 0rderungen nicht aufgegeben hat, hält tan hier die Tatsache für wichtig, daß Bulgarien nach wie vor beteuert, seine 4iele friedlich erreichen zu wollen. Die tahse ist überhaupt der Überzeugung, daß alle Südostfragen friedlich bereinigt werden können und daß dieser Südosten sich an die von Deutschland und Italien geschaffene europäische Neuordnung anpassen könne. Der Türkei gegenüber ist in der Haltung Deutschlands keine Änderung eingetreten. Man spricht auch nicht davon. Von der Türkei ist bekannt, daß sie ihre Pläne hat, die aber nur durch Taten, keinesfalls durch Worte zum Ausdruck kommen können. Deutscherseits ist jedoch erklärt worden, daß sich das Reich in einer stählernen diplomatischen Offensive befinde. Bezüglich Griechenlands heißt es, daß lediglich die Wirtschaftsbeziehungen gestört seien. „Die Stützpunkte mehr wert als 50 alte Zerstörer" EINE INTERESSANTE ERKLÄRUNG DES AMERIKANISCHEN MARINEMINISTERS KNOX — DIE LABOUR PARTY GEGEN JEDE WEITERE ABTRETUNG VON STÜTZPUNKTEN AN DIE VEREINIGTEN STAATEN Aeichsminister Dr. Frick über Deutschlands Siemswillen eine Konferenz im Reichsministerium, an der auch die Vertreter Df-R neu angeschlossenen gebiete teilgenommen haben — FRICKS WORTE ÜBER KRIEG UND FRIEDEN .Berlin, 5. Dezember. (Avala) DNB tarichtet: Reichsminister Dr. Frick hieb ln Berlin den Vorsitz in einer Konferenz ta, an der die Reichsstatthalter, Gouver-neure und Chefs der Zollverwaltung der Neuen Reichsgebiete des Ostens und We-stas teilnahmen. Unter d’esen befanden Slch auch die Vertreter Elsaß-Lothringens ”nd Luxemburgs. Beichsmrnister Dr. Frick verwies auf tan Umstand, daß der Konferenz zum er-tan Male Vertreter der rückgegliederten tabkte im Osten und Westen beiwohnen als Ergebnis der übermächtigen staafs-männischen Befähigung und Feldherrnkunst Adolf Hitlers. Niemand könne sagen, wie lange der Krieg dauern werde, es sei jedoch sicher, daß das deutsche Volk immer größer werde in seiner Festigkeit und Entschlossenheit zum Siege Der Krieg werde mit einem klaren deutschen Siege endigen, dem ein dauernder deutscher, europäischer Friede folgen werde. Auch die deutsche Verwaltung set auf den Sieg ausgerichtet. Die Konferenz diene demnach der Festigung der inneren Cleveland, 5. Dez. (Avala) DNB meldet: Marineminister Knox hielt eine Rede, in der er seinen Standpunkt zur Abtretung von 50 alten Zerstörern an Großbritannien darlegte. Der Marinemi-nister bemerkte hiezu, daß die Vereinigten Staaten Stützpunkte als »Defensiv-und Offensivmittel« erhielten, die mehr wert seinen als die abgetretenen Schiffe. In seiner Rede vermerkte Knox auch die Tatsache, daß die ständigen Bombardements auf englische Industriezentren dem Kampfe Englands eine düstere Seite verliehen habe. London, 5. Dezember. (Avala) Reuter berichtet: In der jüngsten Unterhaussitzung forderte der labouristische Abgeordnete Stocks vom Premierminister Wnfsion Churchill die nachstehende Erklärung: 1. Die Vereinigten Staaten erhalten keine Pachtgebiete mehr. 2. Die Regierung schließt mit den Vereinigten Staaten kein definitives geheimes Abkommen ohne vollständige Übereinstimmung mit dem englischen Parlament ab. Minister Attlee gab zur Antwort, die Regierung sehe keinen Grund zur Beantwortung dieser Fragen, da sie faktisch nicht zur Diskussion stünden. Katastrophale Grippe-Epidemie in Kalifornien IN LOS ANGELES SIND 55.000 PERSONEN AN GRIPPE ERKRANKT — RASCHES UMSICHGREIFEN DER EPIDEMIE Los Angeles, 5. Dez. (Avala) DNB meldet: Es besteht die große Gefahr einer allgemeinen Grippe-Verbreitung in ganz Kalifornien. In Los Angeles allein sind 55.000 Fälle von Grippe-Erkrankungen gemeldet worden. 30 Prozent der Schulkinder sind an Grippe erkrankt. Die Mehrzahl der Ärzte, Krankenpfleger usw. ist selbst an Grippe erkrankt, ebenso 800 Lehrer. In einer einzigen Schule wurden 1400 an Grippe erkrankte Kinder gezählt. Von 2100 Häftlingen des Stadtgefängnisses von Los Angeles sind 400 an Grippe erkrankt. In einer anderen Stadt, die 130.000 Einwohner zählt, ist ein Viertel der Bevölkerung krank. In Santa Barbara, Blyth und im Paloverde-Tal mußten alle Schulen geschlossen werden. Aus Los Angeles werden bereits zehn Todesfälle gemeldet. Ein Arzt des Sfadiphysifeafs erklärte, daß die Grippe erst im Anfangsstadium der Verbreitung sei, deshalb habe er von den Bundesbehörden 200 Krankenpflegerinnen angefordert. In San Francisco sind 358 Fälle von Grippe erfaßt worden. „W'e im April 1917" Berlin, 5. Dez. (UTA) Der britische Minister Arthur Greenwood hat dieser Tage im Unterhaus die Lage der englischen Schiffahrt als ziemlich düster bezeichnet und diese Feststellung mit dem Hinweis darauf begründet, daß die Schiffsverluste »ungefähr den Stand vom April 1917 erreicht haben«. Was dieser Vergleich praktisch für England bedeutet, ist in den Memoiren Lloyd Georges nachzulesen. Nach seinen Aufzeichnungen betrugen die englischen Schiffsverluste im April 1917 genau 526.447 BRT. Den gesamten Tonnageverlust der im Dienste der Alliierten fahrenden Schiffahrt, also dem englischen und den neutralen, bezifferte er bereits für den Februar 1917 auf 536.000 BRT, für den März auf 360.000 Aus Stadt und Umaebunu IlllilillHÜIIIIIlllllillllllill Maribor. Donnerstag den 5. Dezember Interventionen bei MiUtär-befiöröen verboten OFFIZIELLE MITTEILUNG AUS DEM KABINETT DES HEERES. UND MARINEMINISTERS BRT und für den April auf 900.000 BRT. Sehr bezeichnend ist in dieser Beziehung ein in den Memoiren Lloyd George wiedergegebener Bericht, den der briti sehe Admiral Sims dem Premierminister Lloyd George über eine Unterredung mit dem Oberbefehlshaber der britischen Sec-streitkräfte Admiral Jellioeoe vom April 1917 erstattete. In dem Bericht werden die eben genannten Versenkungsziffern der Monate Februar, März und April 1917 erwähnt und anschließend folgende weitere Ausführungen gemacht: »Diese Ziffern verrieten, daß die Verluste das Drei- und Vierfache dessen betrugen, was in der Presse veröffentlicht wurde. Ich gab Admiral Jellicoe meine Bestürzung darüber zu erkennen. »Ja,< sagte er, »es ist uns unmöglich, den Krieg fortzusetzen, wenn wir weiterhin derartige Verluste erleiden.« — »Es sieht so aus, als sollten die Deutschen den Krieg gewinnen,« erwiderte ich, »sie werden ihn gewinnen, wenn es uns nicht gelingt, diesen Verlusten ein Ende zu machen — und zwar bald« antwortete der Admiral. Gesellschaftliches Ereignis in der italienischen Aristokratie Rom, 4. Dez. Am 30. November d. J. fand in der Kapelle des Hauses in Scan-zo (Bergamo), Lombardei, die Hochzeit des Marquis Paolo Crosa di Ver-gagni, Major der Artillerie, mit Komtesse Carla aus der Graferrfamilic P i c-cinclli statt. T sauzeugen für den Bräutigam waren: Oberst Prinz Dome* nico Bonaccorsi und der Bruder Marquis Giovanni Crosa di Vergagni, für die Braut der Onkel Commendatore Riccar-do Albini und der Bruder Graf Giovanni Piccinelli. Millionenschmuggel in Leningrad. In Leningrad wurde Maria K o k h 1 i, die Tochter des Hofjuweliers des Zaren, unter der Beschuldigung verhaftet, daß sie an der Spitze einer Bande von Diamantenschmugglern stehe. Wie die .Isvestija« berichtet, habe die Polizei bei einer Durchsuchung ihrer Wohnung unter den Kissen versteckt für eine Million Rubel Edelsteine, Uhren und Goldmünzen entdeckt, die sie im Ausland hätte verkaufen wollen. Zu ihren Komplicen gehöre unter ändern die Inhabei in eines Lenin, grader Modegeschäftes. Diese sei gleichfalls verhaftet worden. Die deutsche Luftoffensive und der englische Schiffsbau. Berlin, 5. Dez. (UTA) Die deutsche Presse verzeichnet das Urteil fachmännischer Kreise, demzufolge durch die deutsche Luitoffensive etwa 50% der Kapazität der englischen Werften verloren gegangen sei. Das Bauprogramm der englischen Regierung für das Jahr 1940 habe sich auf 1H Mill. t belaufen. Es werde aber nur zum kleineren Teil durchgeführt werden können, selbst wenn weitere Zerstörungen vermieden werden sollten. Dabei reiche das ursprüngliche Bauprogramm nicht annähernd aus, um die Verluste infolge der deutschen Offensive auszugleichen. Die amerikanischen Fachleute" warnen vor einer Überschätzung der Schiffsbauleistungen in den britischen Dominions. Dies gelte für Kanada und in noch höherem Maße für Australien. Selbst die Baukapazität der amerikanischen Union sei durchaus beschränkt. England könne auf dem Gebiet des Schiffsbaus vom Ausland in absehbarer Zeit keine wesentliche Hilfe erwarten. Arbeiten zum Bau der neuen Universität Triest. (S.A.P.E., Rom): Oberhalb von Triest in der malerischen »Monte Valerio« genannten Gegend schreiten die Arbeiten an dem großen Gebäude, in dem die Universität ihren neuen Sitz haben soll, sehr schnell fort. Diese vom architektonischen Standpunkt wirklich riesenhafte Anlage ist einem gigantischen großen H zu vergleichen. Schon jetzt sieht man die Säulenvorhalle mit ihren mächtigen Pfeilern und bekommt einen Eindruck von dem, was die darüber liegende 40 m lange und 20 m breite Aula Magna sein wird, die 3000 und mehr Personen Platz bieten kann Um einen entsprechenden Eindruck von der Ausdehnung des sich im Bau befied'iehen Gebäudes zu ,v” i" • - <»e Das Kabinett des Heeres- und Marineministers hat folgende Mitteilung herausgegeben: »Das Heeres- und Marineministerium hat Verständigungen erhalten, daß im Lande gewisse Bureaus bestehen, die im Wege der Tagesbiätter für sich Reklame machen, sie wären in der Lage, Militärangelegenheiten bezüglich der Rekrutierung, des Antritts des Kaderdienstes, der Verkürzung der Dienstzeit im Kader, der Befreiung vom Militärdienst usw. erfol-reich zu regeln. Da diese Reklame nicht den Tatsachen entspricht und nur den Zweck verfolgt. Uneingeweihte auszu-nützen, hat der Heeres, und Marineminister im Einvernehmen mit dem Innenminister eine Anordnung erlassen, mit der alle Interventionen bei Militärbehörden welcher Art sie auch sein mögen, verboten werden. Die Anordnung enthält zugleich für die Verwaltungsbehörden die Ab 9. Dezember 1. J. werden die Anweisungen für Brennmaterial an Personen zur Verteilung gelangen, die im Sinne des Beschlusses des Stadtrates eine regelmäßige Armen- oder Erziehungsunterstützung erhalten. Die Anweisungen werden am Sozial-politischen Amt des Stadtmagistrats am Rotovški trg 9, Zimmer Nr. 3, in folgender Reihenfolge ausgegeben werden: Weisung, das weitere Bestehen derartiger Bureaus zu verbieten. Alle daran Interessierten werden hiemit verständigt, sich Besuchet die GUTENBERGFEIER '500 Jahre Buchdruck) Samstag, den 7. Dezember um 20.30 Uhr, Stadttheater Dramatische Vorführung Militärmusik - Chorgesang in den erwähnten Angelegenheiten nicht an derartige Bureaus oder an Personen zu wenden, die sich mit solcher Arbeit befassen. Hiedurch setzen sie sich nur unnötigen Auslagen aus, da die Militärbehörden nur das veranlassen, was im Sinne der Gesetze ihre Pflicht ist.« Am 9. Dezember für Personen mit den Anfangsbuchstaben des Familiennamens von A bis F. Am 11. Dezember von G bis J. Am 12. Dezember von K bisL. Am 13. Dezember von M bis P. Am 14. Dezember von R bis 8. Am 15. Dezember von T bis Ž. Jeder Bittsteller hat das Büchel, mit - dem er die Unterstützung erhält, vorzu- I weisen. : Schmidt in der Gospejna ulica verschw’fl-1 den gestern zwei Kisten mit je 25 leer-'1 Mineralwasserflaschen. m. Neue Baubewilligungen. Die Stad1' gemeinde Maribor hat in den letzten Ta-gen wieder eine Reihe von Baubewllig'"1’ gen erteilt. In der Hlebova ulica xV!n Frau š i b o 11 ein zweistöckiges V/oh11' 'naus errichten, ln der Fochova ulica 'v,rl der Gerichtsunterbeamte Valentin V n r ein einstöckiges Haus bauen, ebenso d6f Schneidermeister Alois Celec in der benachbarten Ljubljanska ulica.' m. Als erste Jugendaufführung gehI morgen, Freitag, im Mariborer Lnv-^1 das Jugendspiel »Pünktchen und Toni« 111 i Szene. Der Vorstellung, die um 15 Vhr beginnt, folgt der feierliche Einzug deS hl. Nikolo, der die kleinen Zuschauer beschenken wird. * Nikoloabend am Donnerstag, den i Dezember im Cafe »Rotovž«. Geschenk6 werden an der Kassa entgegengenomm6"' m. Kirchenraub. In Sv. Kungota brach ein noch unbekannter Täter in das Tab6 naikel am Hauptaltar der dortigen Krrch6 ein und entwendete eine Monstranze un das Ziborium im Werte von 9000 Dir1"1'’ * Geschenke für das Nikolofest in def »Velika kavarna« können bei der Kas+ abgegeben werden. 955 m. Unfallschronik. Dem 46-jährig6 Arbeiter Michael A 1 j o c i fiel gestern eine Kabeltrommel auf den Fuß, wobei cf einen komplizierten Knochenbruch erW" — In Hoče stürzte der 43-jährige Schuhmachermeister Anton Šober derart unglücklich zu Boden, daß er schwere Hü tenverletzungen erlitt. * Hornhaut und Hühneraugen entfei«1* schmerzlos »Bata«. 93 3 m. Wetterbericht vom 5. d. M., 9 Uhy Temperatur —6.0, Luftfeuchtigkeit 95%’ Luftdruck 737.0 nun. Windstill. Gestern Temperaiurmaximuni +2.8, heute Temperaturnim rum —10.4 Grad. Aus teils c. Ausstellung August Seebacher. M*tif woch, den 11. Dezember, abends um ba 9 Uhr wird in den Räumen der Ortsgruppe Celje des Schwäbisch-deutschen " turbundes (Kralja Petra cesta 24, 2. S • J eine Seebacher-Ausstellung feierlich erÖL net. Sie soll uns einen Einblick in Entstehen des dritten Teiles der Grafen« vom Bildgedanken bis zum V/e _ gewähren und wird uns alte und nct|v Motive in verschiedener-Technik zeige"- c. Die Dürer, und Rembrandt-Ausstellung des Schwäbisch-Deutschen Kult1" bund es in Celje ist nur noch heute, D"n nerstag, bis 19 Uhr zugänglich. Nütz jeder rasch noch die letzte Gelegenhcm diesen für unser Land einzigartigen Kuu 1 schätz zu besichtigen. Neben etwa 40 D" rerrer. und Rembrandt-Originalen sl" auch noch Original-Holzschnitte, Kupfer stiche und Radierungen von elf Zeitg6 nossen dieser beiden großen Meister z" sehen. Die Gestaltung des Ausstellung5^ raumes owie die Bilderanordnung, die a" das angenehmste überraschen, verdank6 wir Herrn Ferdinand W u s e r. c. Nikolofeier im Skiklub. Heute, Do" nerstag, findet wie alljährlich im Saa1 des Gasthofes »Zur grünen Wiese« el" Kinder-Nikolobescherung des Skiklub statt, wo heuer nur Kinder bis zum . Lebensjahre vom Nikolaus besehen ^ werden. Zutritt zu dieser Feier haben n" Mitglieder des Skiklubs und ihre Angr hörigen. c. Der Philatelistenverein »Celeja« 11 Celje hält Montag, den 9. Dez. unl V-20 Uhr im Klubzimmer im Hotel »Europa« seine Jahreshauptversammlung 1111 der üblichen Jahrestagung ab. c. Lehrerversammlung. Am Mittwcd’ vormittag hielt in Celje die Vereinig""* der Lehrer und Lehrerinnen des Bezirk ^ Celje in der KnabenvolksschuV eine »er Sammlung ab, bei welcher die Lehr Fritz FittpoWSty Aus Prevalje kommt die traurige Kunde, daß der dortige Kaufmann Herr Fritz Filipowsky gestern seine Augen für immer schloß. Der Verstorbene erfreute sich in seinen Freundes- und Bekanntenkreisen wegen seines biederen Wesens allseitiger Wertschätzung. Die Beisetzung findet am Freitag, den 6. d. M. um 16 Uhr vom Trauerhause aus auf den Pfarrfriedhof in Prevalje statt. Friede seiner Asche! Den schwergetroffenen Hinterbliebenen unser innigstes Beileid! FMrmmsvvriMT in der Kunstausstellun j Johanne« Hepper-'er Am Sonntag, den 8. d. M. um 11 Uhr vormittags wird Redakteur Helifried Patz (Celje) in der Kunstausstellung Johannes Hepperger (Aleksandrova cesta 14/1) einen Führungsvortrag halten, der durch grundsätzliche Hinweise auf die Malkunst eingeleitet wird. Die Ausstellung, die sich eines regen Besuches erfreut, ist bis 12. Dezember von 9 bis 12 und von 14 bis 18 Uhr geöffnet. AutomotiW Telephonzentrale für Eelie Wie aus Beograd berichtet wird, hat der Ministerrat den Vertrag des Postministeriums mit den Siemens-Werken II« wiiiiui hiii»■ ii im um ii ii «imuiii | für die Installierung einer automatischen ; Fernsprechzentrale in Celje genehmigt. | Damit ist ein langgehegter Wunsch der Wirtschaftskreise von Celje und Umgebung der Erfüllung nähergerückt. Wie wir erfahren, werden die Installationsarbeiten bereits in den nächsten Tagen aufgenommen werden. m. Aus dem Zolldienst. Dem Zollamt in Kotoriba wurde der Zollbeamte Vladko Petrovič aus Koprivnica zugeteilt. m. Mit der Ehrenbürgerschaft der Gemeinde Sv. Lovrenc am Draufelde wurde P. Andreas T u m p e j, der gegenwärtig dem Lazaristenkloster in Beograd angehört, ausgezeichnet. m. Den Bund fürs Leben schlossen im hiesigen altkatholischen Gotteshaus der Maschinenschlosser Alois Cof und Frau Franziska Potočnik, geb. Lešnik, aus Studenci. Wir gratulieren! einnehmen wird und allein die Hauptfassade der Universität, die auf den Platz geht und zu der die Hauptfreitreppe hinaufführt, nicht weniger als 94 m lang sein wird. — Die ganze Umgebung der Universität wird unter geschickter Ausnützung der in der Gegend vorhandenen Privatgärten in schöne Grünanlagen uni-cs zu bedenken, daß cs 9212 qm : gestaltet. in. Ernennung im Schuldienste. Der Lehrer Zmagoslav K o n e č n i k aus Maribor wurde zum Sekretär des Unterrichts ministeriums ernannt. Die Lehrerin Marie Rožič wurde von Sv. Jurij ob Ščavnici nach Fram versetzt. m. Der ölvehkauf. Das Handelsministerium macht die Ölfabrikanten und -Grossisten darauf aufmerksam, daß sie öl nicht im Detail verkauf abgeben dürfen, außer sie besitzen ein Detailgeschäft. In diesem Falle dürfen sie ihren ständigen Abnehmern Öl nur in jenem Umfange abgeben, wie bis zum 1. Dezember 1939. m. Diebstähle. Der Besitzerstochter Maria M a 1 v e r aus Kamnica kam in der Vrtna ulica eine Kanne mit 5 Liter Milch abhanden. Dem Hilfsarbeiter Anton B e n č a n aus Sp. Dobrava wurde aus einem Hofe in der Smetanova ulica das ! Fahrrad gestohlen. — In der Aleksandro-j va cesta entwendete jemand der Besit--’ersfochtrr Maria Marušič eine Akten-Lasche. d;e sie am Fahrrad zurückuelas-' sen hatte. — Aus dem Hofe der Firma Brennmaterial für die Armen VOM 9. BIS 15. DEZEMBER AUSGABE DER ANWEISUNGEN AM SOZIAL-POLITISCHEN AMT Wlnterhllfswerk auch in ©lob. Bistrica FURCHTBARES ELEND UNTER DEN ARBEITSLOSEN Lužnik, Kotnik, Zdolšek und Roš sprachen. Die Vereinigung zählt 207 Mitglieder und ist die stärkste in der Drauban-schaft. c. Vereinsgründung. Wie wir hören, soll in den nächsten Tagen in Celje ein Verein zur Förderung der Pferdezucht gegründet werden. Die Vorarbeiten liegen in den Händen des bekannten Pferdefach. Mannes Ing. Gozdanov in Celje. c. Kino Union. Donnerstag und Freitag der große Ausstattungs. und Abenteurerfilm »Sturm über Paris«, ein echt französischer Film, pikant und raffiniert. In den Hauptrollen Erich v. Stroheim und Anny Ducaux. Aus Plul p. Franz Nedog gestorben. Auf einer Geschäftsreise nach Maribor wurde der hiesige bekannte Kaufmann Franz N e-d o g von plötzlichem Unwohlsein befallen. Trotz sofortiger ärztlicher Hilfe erlag Nedog im Mariiborer Krankenhaus seinem schweren Herzleiden. Der Verstorbene genoß als Geschäfsmann einen ausgezeichneten Ruf und trat insbesondere als Funktionär des Sportklubs »Ptuj« hervor, der ihn seinerzeit auch mit der Ehrenmitgliedschaft ausgezeichnet hatte. Die Leiche wurde nach Ptuj überführt, wo heute Um 16 Uhr die Beisetzung erfolgt. Friede seiner Asche! p. Kunstausstellung. Wie schon berichtet, findet am Sonntag, den 8. d. M. um 10 Uhr im Spiegelsaal des Vereimshau-ses die Eröffnung der Ausstellung der Maler Pipo P e t e 1 n und Leopold W a 11-n e r sowie der Bildhauerin Elsa O e 11-jen-Kastmir statt. Die drei Künstler sind uns schon von der Herbstausstellung der deutschen Künstler Sloweniens in Maribor her bekannt. Pipo Peteln wird auch diesmal neben seinen ölen seine wunderschönen Landschaftsaquarelle zur Schau stellen. Von Leopold Wal Im er erwarten wir viel neues, denn wir haben, obwohl er ein Sohn unserer Stadt ist, schon lange von ihm nichts gesehen. Die Bildhauerin Elsa Oeltjen-Kasimir wird eine Auslese ihrer feinen Plastiken zeigen. Die Ausstellung verspricht deshalb ein erstrangiges Kunstereignis für unsere Stadt zu werden. Die Ausstellung bleibt vom 8. bis 18. Dezember im der Zeit von 9 bis 15 Uhr geöffnet. p. Fremdenverkehr im November. In Ptuj wurden im November 232 Fremde angemeldet, hievon waren 18 Ausländer. Die Nächtigungsziffer betrug 376. lilmcike____________________________ P l iw IIIIIII TTffl Der i. farbige Kulturfilm in Deutschland (Von unserem F-Mitarbejter). Berlin, Dez. Mit Hilfe des Farbfilms ist man in der Lage, auch die letzten Ansprüche, die an die dokumetarische Bedeutung eines Kulturfilms gestellt Werden können, zu erfüllen. Nicht umsonst hat Dr. Ulrich K. T. Schulz, der Schöpfer und Gestalter berühmt gewordener Filme, immer und immer wieder den Farbfilm gefordert. Jetzt ist es so weit, daß die ersten Versuche gemacht werden können. Wobei gleich hinzugefügt werden kann, daß die Wiedergabe der natürlichen Farben erheblich besser ist als in den bisher in der Öffentlichkeit sezeigten Filmen. Neben einem Wildfilm, der farbig gedreht worden ist, sind Dr. Ulrich K. T. Schulz und die Mikrooperateurin Hartha Jülich nunmehr darangegangen, das tausendfältige Leben der Mikrowelt farbig zu entschleiern. Denn gerade auf diesem Gebiet gibt es so viele Wunder-Schöpfungen der Natur, die in ihrem geheimnisvollen Werden. Leben und Sterben nur dann sinnfällig dargestellt werden können, wenn die Farbe der Betrachtung durch das menschliche Auge Zl' Hilfe kommt. Die Ufa, die diesen wegweisenden "euen Kulturfilm herstellt, nennt ihn »Bunte Pracht unter dem Mikroskop«. Das heisst. daß er eine Lebewelt filmisch erfassen und wiedergeben will, die mit dem unbewaffneten menschlichen Auge nicht sichtbar ist Umso mehr entschleiert der Blick durch die mikrosko- Angesichts des dieser Tage angebrochenen Winters mit einer Kälte, die sich selten über den Gefrierpunkt erhebt, finden sich allenthalben gute Herzen, die ihre Mußestunden in den Dienst der Wohlfahrt stellen und das Elend, das in ganz Europa immer größere Ausmaße annimmt nach Kräften zu lindem. In den größeren Städten nahm die Organisierung des Win terhilfswerkes ihren Anfang, die Umge- optik-fachmann ? nur e. peteln bungen ahmen das Beispiel nach, und nun kommen auch die größeren Siedlungen am flachen Lande an die Reihe. Ueberall ist die Not groß, auf Schritt und Tritt kann man hungernden Menschen begegnen. In Slov. Bistrica wurde dieser Ta ge unter der Bezeichnung »Sozialausschuß für Winterhilfe« ein Komitee eingesetzt, das sich die Aufgabe gestellt hat, die Mittel für die Unterstützung der mittellosen Bevölkerung in Stadt und Umgebung zu mobilisieren, wenigstens so v:el, um die Opfer der Wirtschaftslage vor dem Aergsten zu bewahren und :hnen das Leben zu ermöglichen. Der Ausschuß hat sich sofort an die Durchführung seines Programms gewandt und stellt zunächst das Ausmaß des Elends fest, um dann die Summe zu bestimmen, die aufgebracht werden muß. Was die Mitglieder des Komitees bei ihren Besuchen in den Elendswohnimgcn zu sehen bekommen, spottet jeder Beschreibung und klingt fast unglaublich. Dutzende von Familien mit fünf, sechs und noch mehr Kindern hausen in ungeheizten Kellern, Hofräumen usw. Viele sind direkt obdachlos. Die Kinder liegen, teilweise splitternackt, mit schmutzigen Fetzen bedeckt, am .Stroh. Ueberall ausgehungerte Jammergestalten, bereits zu sehr entkräftet, um noch auf die Körperpflege bedacht zu sein. Es handelt sich größtenteils n stellenlose Arbeiter und Winzer mit zahlreichen Familien, die nach der Stadt gekommen sind, in der Hoffnung, dort Arbeit zu finden. Sie blieben, wo sie gerade Unterkunft fanden, und suchen Verdienstmöglichkeit, die sich nicht einstellen will. Die hereinbrechende Kälte ist die Geißel, die die Bedauernswerten, wenn auch mit knurrendem Magen, immer wieder auf die Beine bringt und sie von Werkstatt zu Werkstatt gehen läßt, um vielleicht doch noch irgendwie einige Dinar ^u erhalten. Etwa 200 Familien sind, soweit bisher festgestellt wurde, unterstützungsbedürftig, und dies in der Stadt und in der Umgebung. Mindestens 300.000 Dinar sind erforderlich, um sie die nächsten Monate übertauchen zu lassen und um viele vom Hungertode zu retten, dem sie unbedingt verfallen müssen, wenn ihnen die Oeffent-lichkeit nicht beispringt. Sonntag, den 15. d. wird in der ganzen Pfarrgemeinde ein Wohltätigkeitstag veranstaltet werden und werden freiwillige Spenden in Geld und Naturalien, in erster Linie Nahrungsmitteln, Kleidern, Wäsche u. Schuhen, eingehoben werden. Die erhaltenen Lebensrnittel werden eingelagert und dann nach Maßnahme der Not den Armen verteilt werden. Allein an Nahrungsmitteln ist ein Betrag von mindestens 100.000 Dinar erforderlich, große Beträge erheischt die Anschaffung von Bekleidungsgegenständen, von Milch, die täglich -am 200 Kinder verteilt werden soll usw. Bürgermeister Dr. Schaubach, Pfarrer Soline, Dr. Pučnik usw. sammeln Spenden für die Armen ein. Der Industrielle Albert Stiger steuerte bereits 10.000 Dinar bei, andere werden sicherlich folgen. Die Vermögenderen werden inständig ersucht, zur Linderung der furchtbaren Not der Armen nach Kräften beizusteuern. Jede, auch die geringste Gabe ist willkommen und werden die Opfer der Wirtschaftslage dafür Dank wissen. Mueibctct Tltraler Donnerstag, 5. Dezember: Geschlossen. Freitag, 6. Dezember um 15 Uhr: »Pünktchen und Toni«. Premiere. Samstag, 7. Dezember um 20 Uhr: Guntenberg-Feier. Sonntag, 8. Dezember um 15 Uhr: »Pünktchen und Toni«. — Um 20 Uhr: »Auf Befehl der Herzogin«. iCTi-Kinp_____________________ a D i m i m——————1,1 Burg-Tonkino, Heute, Donnerstag, um 16 Uhr großer Nikolorummel mit feierlichem Einzug des hl. Nikolo und Besehen-kung der Zuschauer. Mit ausgewähltem Filmprogramm. — Um 18.45 und 20.45 der sensationelle Großfilm »Drei Legionäre«, ein grandioser Afrikafilm in zwei Teilen, die beide in einer Vorstellung zur Aufführung gelangen. Im Beiprogramm die feierliche Enthüllung des König Alexander-Denkmals in Ljubljana. In Vorbereitung der berühmte Sudermann-Ro-man »Sonnenaufgang«. Esplanade-Tonkino. Der ausgezeichnete deutsche Lustspielschlager »Die lustigen Vagabunden« im Stile des populären Films »Lumpacivagabundus«. Ein Film mit sonnigem Humor, flottem Tempo, schmissiger Musik, lustiger Verwicklungen,-ein Wirbel von Jugend, Liebe und Fröhlichkeit. Ein Triumph der Heiterkeit’ Union-Tonkino. Nur zwei Tage wird der Abenteuerfilm »Liebesnächte des Großfürsten« fortgesetzt. — Ab Freitag der große französische Sensationsfilm »Kapitän Benoi«. ApothekennachtSienft Bis zum 6. Dezember versehen die S v. Areh-Apotheke (Mr. Vidmar) am Hauptplatz 20, Tel. 20-05, und die S t. Magdalenen-Apotheke (Mr. Sa-vost) am Kralja Petra trg 3, Tel. 22-70, den Nachtdienst. BmUo-Ptoflrainm Freitag, 6. Dezember. Ljubljana, 7 Uhr Nachr., Frühkonzert 12 Konzert. 14 Nachr. 18 Frauenstunde. 18.40 Französisch. 19 Nachr., Nationalvortrag. 20 Akad. Gesangsquintett. 20.45 RO. — Beograd, 17 Vortrag. 18.30 Kammermusik. 19 Nachr., Nationalvortrag. 20 Vortrag. 20.15 Sinfoniekonzert. — Prag, 15.35 »Das Mädchen vom Lande« von I. S. Turgenjev. 17.10 Bunte Stunde. 18.30 Abendkonzert. — Sofia, 18 Volksmusik. 19 Leichte Musik. 19.50 »Häusel und Gre-tel«, Oper von Humperding. — Beromün. ster, 11 »Rusalka« von Dvorak. 12.40 Unterhaltungsmusik. 18 Nikoloabend. 19.25 Tanzmusik. 20.45 Abendmusik. — Buda pest, 18.30 Pl. 19.20 Festabend. — Toulouse, 17 Kinoorgel. 18 Aus Operetten. — Deutsche Sender, 17 Konzert. 19 Unterhaltungsmusik. 20 Aus Opern. Das Wetter Wettervorhersage für Freitag: Allmähliche Bewölkung und Nachlassen der Kälte. haben muß, die er heilen soll, so ließ sie sich bewußt und mit Willen infizieren, überstand die Krankheit rasch und gab dem Enkelkind dann in etwa drei Monaten 29mal von ihrem Blut ab. Das Kind wurde gerettet. Seit dem Dezember 1939 hat die kräftige Frau bereits weiteren 29 Kranken ihr Blut gegeben, von denen 18 vollständig genesen sind — ein sehr hoher Prozentsatz bei dieser schweres Krankheit. Ein Herr erklärt im Zoologischen Garten vor dem Löwenzwinger seinem fünf-bis sechsjährigen Töchterchen, welch unglaubliche Kraft die Löwen haben. Er erzählte ihm auch, daß sie Menschen fressen und mit einem einzigen Schlag ihrer Tatze einen Menschen töten könnten, um ihn danach zu verspeisen. Das kleine Mädchen hörte sehr aufmerksam zu und sagte unmittelbar darauf: »Du, Papi, wenn der Löwe jetzt da aus dem Käfig rauskommt und dich frißt, mit welcher Elektrischen muß ich dann nach Hause fahren?« wi®niio«DBöEOsoasnanHnHaBOBn» n o BDS5c$D3*aanen®nBnHnBöBnainBns pisci ie Optik dieser zentnerschweren Apparatur, die die Welt der Kleinsten im Tier- und Pflanzenreich filmt. Der Beschauer wird Zeuge der allmählichen Entwicklung eines Embryos im Ei. In einem Fischei zum Beispiel. Die Mikrokamera hält fest, wie sich in dem winzigen Embryo die ersten Farbstoffzellen bilden und wie pulsierend das rote Blut durch den Organismus strömt. Oder wie sich Schneckenembryo in seiner Gallert-hülle entwickelt, wie sich das werdende Tier in seinem Kämmerchen bewegt, wie es kreist und geboren wird. Alle diese Vorgänge können nur mit Hilfe der farbigen Wiedergabe sichtbar gemacht werden, denn die Schwarzweiß-Photographie läßt die einzelnen Entwicklungsstadien nicht erkennen. Der Farbfilm erfordert dreimal soviel Licht wie die Schwarzweiß-Photographie. Aber die Mikrotierchen, die sich als Filmstars unter der Mikrooptik der Filmkamera befinden, vertragen, kaum einen kleinen Teil der dabei entstehenden Hitze. Mitten in der schönsten. Geburt sterben sie ab! Die Versuche müssen unzählige Male wiederholt werden, ehe sie glücken. Über die Mikrotierwelt hinaus wird dieser unter der Leitung von Dr. Ulrich K. T. Schulz entstehende Kulturfilm auch noch die Wunder der Kristallbildung zeigen. Und zwar ebenfalls farbig! Das bedeutet, daß die im polarisierten Licht gefilmten Kristalle ein Farbenspiel von interessanter Schönheit ergeben, wie es mit dem blossen Auge noch niemals beobachtet werden konnte. Dig bunte HJell_________________________ Hl IIlllll llhlnl !'!> i M—B—» Ein Zwerg von 112 Jahren. In Hudson, im Staate New York, ist ein aus Afrika stammender Zwerg gestorben. der ein Alter von 112 Jahren erreicht hat. Er hieß Franz Talbosch und war ein Buschmann. Seine Körperlänge betrug wenig über einen Meter. Während des Burenkrieges war er schon hochbetagt, damals nahm ihn ein britischer Offizier nach England mit. Von dort übersiedelte er bald nach den Vereinigten Staaten von Amerika, wo er in Varietes und Zirkus-Vorstellungen auftrat. Nicht lange vor seinem Tode haben zwei Anthropologen vom New Yorker Natur-historischen Museum durch anthropome-trisches Verfahren seine Altersangabe nachgeprüft und für richtig befunden. Meteor schießt durch den Nachthimmel In den letzten Tagen wurde um 21 Uhr abends in Cremona in Norditalien eine seltsame H im m e Is e rsch e i n u ng von vielen Mäuschen beobachtet. Ein blutrot leuchtender Streifen in Form eines Kometen, mit einem hell leuchtenden Kopf, fuhr rasch durch das Himmelsgewölbe in der Richtung von Osten nach Westen und verlöschte dann, nachdem das Phänomen noch einen riesigen hellen Schein verbreitet hatte. Es handelt sich dabei wohl um ein Meteor, das nicht mehr zur Erde gelangte, sondern sich auf seinem raschen Wege durch die* irdische Atmosphäre brennend verzehrte — also sozusagen eine Sternschnuppe im Bereich unserer Erdatmosphäre. Heilkraft einer Blutspenderin Unter den Blutspendern und Blutspenderinnen, welche zur Genesung eines Kranken durch Bluttransfusion beitragen, ist in New York eine Frau dadurch aufgefallen, daß die Kranken, die sie mit Blut versorgte, fast alle genasen. Und zwar handelt es sich dabei um Erkrankungen durch Streptokokken im Blut, die in vielen Fällen tödlich verlaufen. Die heilkräftige Frau kam zu der Tätigkeit als Blutspende rin, als ein Enkelkind von ihr der Streptokokken-RI vPersetzung verfiel. Da ein Blutspender die Krankheit durchgemacht Sport Kchiovs in Oer .suBDafiiQu SONNTAG LETZTE MEISTERSCHAFTSRUNDE: »MARIBOR« GEGEN »OLYMP« UND »BRATSTVO« GEGEN »ŽELEZNIČAR«. Rolle eines Punktelieferanten übernehmen mußte. Daß dies nicht immer stimmte, bewies gerade das dramatische Match gegen »Ljubljana«, in dem »Olymp« eine Zeitlang einen ungemein starken Gegner abzugeben vermochte. Als zweites Spiel j ist für Sonntag die Begegnung zwischen i »Ž e 1 e z n i č a r« und »Bratstvo« an. I beraumt, die in Jesenice vor sich gehen : wird. Ferner spielen am Sonntag noch »A raateur« gegen »Kran j«, deren Treffen in Trbovlje bzw. in Ljubljana vor i sich gehen. Die erste Ligameisterschaft von Slowenien nimmt am kommenden Sonntag mit der letzten Spielrunde ihren Abschluß. Die Kämpfe wickelten sich ungeme.n rasch ab, sodaß eigentlich nunmehr eine Spielrunde noch ausständig ist. Ungelöst ist ferner noch die Frage der Verifizierung des Treffens »Bratstvo«—»Maribor«, da der Protest des ISSK. Maribor noch seiner Entscheidung harrt. Am kommenden Sonntag tritt der I.S.S.K. M a r i b o r gegen den SK. Olymp aus Celje an, der in dieser Konkurrenz die unangenehme . 8. kgl. Hoheit Prinz Andreas hat den Ehrenschutz des am Sonntag in Ljubljana stattfindenden Motorrad-Bahnrennens übernommen. Der Erlös des Rennens wird für die Unterstützung der Opfer von Bi-tolj zur Verfügung gestellt werden. : Asboht und Gabory für Punčec. Angesichts der Im Zusammenhang mit der letzten Tournee der jugoslawischen und ungarischen Tennisspieler aufgetauchten Gerüchte Uber allzu große Forderungen finanzieller Natur gaben deiser Ta,ge As-both und Gabory die Erklärung ab, daß sie mit Punčec nie eine Differenz gehabt und sich von ihm in freundschaftlicher Weise getrennt hätten. : Der Italiener Scarpi wird das am Sonntag in Zagreb stattfindende Fußballländerspiel Kroatien—Ungarn leiten. — Gleichzeitig wird in Split ein Juniorenkampf Kroatien—Ungarn zur Durchführung gelangen. : Ein Schwimmkampf Beograd—Ljubljana wird vom Beograder Bob-Klub für Sonntag, den 8. d. geplant. »Ilirija« hat die Einladung angenommen. : Jugoslawiens Schwimmer nach Budapest Wie berichtet, werden sich unsere Schwimmrekordeurc Cerer, Ciganovič u. Žižek an einem Weihnachtsmeeting in Budapest beteiligen. Der Jugoslawische Schwimmverband hat jedoch die Beteiligung — abgesagt. Beograder Meldungen zufolge werden aber die obgenannten Schwimmer trotzdem in Budapest an den Start gehen. : Eröffnung der E'slaufsaison. In Ljubljana wurde die Eisbahn der »Ilirija« bereits vor einigen Tagen dem Betrieb über geben. Auch der SK Celje wird die neue Eislaufsaison am 7. d. eröffnen. Und wo bleibt Maribor? : Donald Lash läuft 30:25.8. Eine hervorragende 10.000-Meterzeit lief der Arne rikaner Donald Lash in Detroit mit 30:25.8. Mit dieser Zeit erreichte er den dritten Platz in der diesjährigen Weltrang liste hinter Spring und Kelen. Die Leistung ist umso beachtlicher, als sie bei Schneetreiben und sehr kaltem Wetter erzielt wurde. Weit zurück lagen die Läu fer Riece und der Baliener. Beccali. : Der Jugoslawische Schwimmverband hält am 15. Dezember in Zagreb seine Jahrestagung ab. : Unentschieden im Tennisländerkampf. Auch am zweiten Tage des Tennis-Länderkampfes Schweden—Italien in Stockholm gelang es keiner Mannschaft, einen Vorsprung zu erringen und so schloß auch dieser Tag mit, dem 2 : 2-Gleich-stand. Der Italiener del Bello schlug Nor-len 5—7, 7—5, 6—1, 5—7, 6—0. Dagegen wurde das gemischte Doppel ein Sieg der Schweden. Frau Iilsson Rohls-son gewannen 5—7, 6—3, 6—4 gegen San Donnino-Cucelli. : 95.000 Dinar betrug das Inkasso des Beograder Städtespieles Beograd-Zagreb. : Noch drei Weltrekorde. Der italienische Radfahrer Palla hat sich seiner 1 fünf Weltrekorde nicht lange freuen können. Schon vier Tage nach der Rekordfahrt jagte ihm sein Landsmann Zucotti die Bestleistungen wieder ab. Die Verbesserung betrug jeweils wenige Sekunden. Die neuen Rekordmarken von Zu-' cotti sind 60 Kilometer: 1:23.50,8 (bisher Palla 1:24.11); 70 Kilometer: 1:38.00,8 (bisher Palla 1:38.25); 30 Kilometer: 1:52.26,1 (bisher Palla 1:52.35,6). : In Brod trug die ungarische Tisch-! tennisauswahl ihr erstes Provinzspiel aus. Das Match schloß 3:2 für Kroatiens Vertreter. : Der Turnländerkampf Ungarn-Italien brachte der verjüngten ungarischen Mann schaft einen überraschenden Sieg von 287.5 gegen 282.9 Punkten ein. Im Einzel-Placement wurde der Ungar Mogyrossy Erster vor Toth und Gugiimetti. Der italienische Meister Neri wurde kaum Siebenter. äms nllee IDitt ©ipinnfcifern aus Hopfen reven Ein neuer deutscher Werkstoff. Bremen, Dez. (UTA) Langjährige Versuche mit dem Ziel, aus Hopfenreben, wie sie zum Bieibrauen angebaut werden, als Nebenprodukt spinnfähiges Fasernmaterial zu gewinnen, sind jetzt zum erfolgreichen Abschluß gediehen. Die Anfänge dieser Versuche reichen bis in die Zeit vor dem Weltkrieg zurück. Der Bremer Georg Lattemann, der sich mit dem Aufschließungsverfahren seit 1934 beschäftigte, hat die Versuche so weit gefördert, daß Bremer Kaufleute jetzt mit der Errichtung einer Fabrik begonnen haben. Der Hopfenbauer braucht die Reben vor der Ablieferung keiner beson- deren Behandlung zu unterziehen, die Reben werden vielmehr so abgenom-men, wie sie vom Hopfengarten kommen-Die Verarbeitung geschieht so, daß das Rohmaterial nach der Trocknung >n Dampftrockenkammern durch Spezial' maschinen entholzt wird. Daran schließ1 sich die chemische Aufschließung der Rinde. Die dann gewonnene Faser wird mit einer Lauge behandelt, gebleicht, gereinigt, gewaschen und dann der sogenannten Schmelzbehandlung unterworfen, die die Faser zur Verspinnung &e‘ eignet macht. Außer der Faser liefert die Hopfenrebe als weitere wertvolle Abfälle Holz, Kurzfasern und Pflanzenschleim. Das Holz mit den Kurzfasern wird zur Herstellung von Papier und Zellwolle verwandt, während der ausgekochte Pflanzenschleim eine Emulsion zur Fabrikation von Kunstleder, Kunstpappe und Papier liefert. Da es sich bei der Verwertung der bisher nicht genutzten Hopfenreben um sehr große Mengen handelt, ist es möglich-daß die Bedeutung dieses Rohstoffes noch die des zur Papierfabrikatfon ausersehs-nen Kartoffelkrautes übersteigt. Man hat ausgerechnet, daß die Verarbeitung der Hopfenreben jährlich allein 50.000 Fest-meter Holz aus den deutschen Wäldern sparen würde. Die Hopfenfaser ist im Gegensatz zu Flachs und Hanf fast geruchlos und dreimal so fest wie Baumwolle. Sie ist widerstandsfähiger als Hanf, und die aus ihr hergestellten Stofi’e krumpeln und geben keine Falten. Ein vielseitiger Bananenstecker. Jedem Rimdfunkbasfler ist der Bananenstecker bekannt, mit dessen Hilfe leicht Anschlüsse hergestellt werden können. In Deutschland sind nun Bananenstecker mit den dazugehörigen Schaltbuchsen auf den Markt gekommen, die mit einer Reihe Kontakten aus Silber versehen wurden, so daß man mit Hilfe eines Banaensteckers eine ganze Reihe von Schaltungen durchführen kann. Belm Einschieben des Steckers werden ein Ruhe- und ein Arbeitskontakt entsprechend der Zahl der vorhandenen Kontaktfedersätze betätigt. Mit solchen Schaltbuchsen kann man z. B. beim Einstecken der Antenne in einem neuzeitlichen Funkgerät die Netzantenne abschalten. Iris vor der Ehe Roman von GERT ROTHBERG Urheber-Rechtsschutz durch Verlag Oskar Meister, Werdau i. Sa. 49 Während der Kartoffelernte stellte sich Overbeck nicht mehr zum zweiten Frühstück daheim ein. Es war ein früher Winter mit baldigem Frost angesagt, und damit es mit der Arbeti recht schnell vorwärts ging, kam er tagsüber beinahe über hau,pt nicht mehr von den Feldern herunter. Und es war merkwürdig: die Leute schafften doppelt gern, wenn Klaus Overbeck mitten unter ihnen weilte. Nun stand Iris jeden Morgen zeitig auf und frühstück te mit ihrem Manne. Sie legte Wert darauf, ihm eigenhändig die Schnitten zurechtzumachen, die er sich mit aufs Feld hinausnahm. Er bedankte sich höflich bei ihr und wies wohlmeinend darauf hin, daß die Mamsell ihn ebensogut versorgte. Weshalb Iris so unbedingt ihre Nachtruhe opfern wolle? Diese Worte taten ihr weh, aber sie mußte heimlich zugeben, daß er eigentlich recht hätte. Trotzdem blieb es dabei, daß sie ihm bei seinem ersten Frühstück gegenübersaß. Und er verlor auch von nun an kein Wort mehr darüber. Aber öfter ruhte sein Blick verstohlen auf ihrem blassen Gesicht, und einmal fragte er geradezu: »Fühlst du dich nicht wohl, Iris? Du siehst blaß aus. Oder ist es deswegen, weil du zuviel im Zimmer bleibst? Nun du könntest mich doch einfach zu Pferde manchmal aufs Feld begleiten? Oder noch besser: sicher war es in Sankt Moritz sehr schön — möchtest du reisen?« Iris dachte einen huschenden Augenblick an Iwan Baronkoff und sagte hastig: »Nein, ich will hierbleiben. Sankt Moritz war gewiß sehr schön, aber auch daheim ist es herrlich. Ich habe den Winter in meiner Heimat immer sehr geliebt.« I Es war ihr, als merke Klaus bei ihren Worten auf, aber seine Stimme erklang ruhig wie immer, wenn auch irgendwie wärmer: »Dann schließe dich mir ein wenig an — paß auf, es wird dir gut tun. Du kannst ja am Nachmittag ein Stündchen schlafen.« i So kam es, daß sje neben ihm auf die Felder ritt, wie sie es ehemals neben dem , Onkel getan; nur daß sie heute keine Anordnungen wie damals traf und es für ganz selbstverständlich fand, daß alles so gemacht wurde, wie es Klaus kurz und freundlich bestimmte. Gewöhnlich ritt sie dann gegen zehn Uhr wieder nach Hause. Er begleitete sie regelmäßig noch ein Stückchen. Die Leute sahen ihnen anerkennend nach. Ja, ja, das war schon eine glückliche Ehe. Da fiele nie ein böses Wort, erzählten die Mädels aus dem Herrenhause. * Anfang November gab der Direktor Werner Waldau einen Gesellschaftsabend. Er hatte sich mit seiner Familie gut eingelebt in der Gegend und nannte bereits einen zahlreichen Freundeskreis sein eigen. Jedermann bezeichnete die Waldaus als nette Leute, und man nahm es als Vorzug auf, von ihnen eingeladen zu werden. Die Töchter waren zwar nicht sonderlich hübsch, aber immer fidel und urgesung. Daß s'e binnen kurzer Zeit beide mit je einem Gutsbesitzer verlobt waren, freute den Papa. Elisabeth und Edelgard schwärmten beide ganz unverhohlen für die schöne Iris Overbeck. Und für Klaus Overbeck schwärmten sic nicht mm der. Es war ein i gutes freundschaftliches Einvernehmen1 zwischen ihnen allen. Zu dem Kreis, den die Waldaus um sich zu versammeln pflegten, gehörte neben den Heben-druschks auch Frau von Hegernau, deren gütig-ernstes Wesen einen wohltätigen Einfluß auf die nervöse Frau Waldau aus, übte. Der Hausherr war ihr dafür sehr dankbar und bezeigte ihr freimütig seine Ergebenheit. Nun bot also die Abendgesellschaft, welche die Waldaus wieder einmal gaben, Gelegenheit, sich fröhlich zu angeregten Gesprächen, Spiel und Tanz zusammenzufinden. Es waren im Sommer mehrere recht schöne Gartenfeste gefeiert worden. Zweimal hatten sie bei den Wal. j daus, und je einmal in Wildenhagen, auf dem großen Gute der Hebendruschks und auf dem schönen Besitz Loeben, der einer lebenslustigen jungen Witwe Haller gehörte, stattgefunden. Iris freute sich auf den bevorstehenden Abend. Vor allem aber freute sie sich über das schöne Kleid, das sie sich hatte aus Berlin kommen lassen. Die Berlme Firma besaß noch ihre Maße von damals, da Frau von Bühl für sie alles bestellt hatte, was zu einer guten Garderobe gehörte. Und nun hatte Iris sich ein welches, gelbliches Seidenkleid schicken lassen, das sich um ihre schlanke Gestalt legte wie ein schmeichelndes Blatt um eine schöne Blüte. Iris trug nicht den geringsten Schmuck dazu, obschon der wertvolle Familienschmuck ganz köstliche Stücke aufwies. Aber er ruhte wohlverwahrt in dem schweren Stahlschrank, zu welchem Klaus die Schlüssel besaß. Iris hatte nur heimlich ihr Kleid anprobiert und sich unsagbar darüber gefreut, daß sie so gut darin aussah. Und das war sehr vonnöten, wenn sie neben der unerhörten Toilettenkunst der schönen Witwe auf Loeben bestehen wollte. Iris überprüfte aufmerksam ihre Erscheinung im Spiegel und verglich sich im Geiste mit jener schwarzhaarigen Anna Haller, die so ungeniert zeigte, wie gut ihr Klaus Overbeck gefiel. Der jedoch war gleichmäßig höflich und freundlich zu ihr, mehr nicht. Iris konnte ihrem Manne keinerlei Vorwürfe machen, er gab nich* den geringsten Anlaß dazu. Die anderen Herren waren eigentlich viel aufmerksamer zu der hübschen Frau Anna, die so gerne lachte und froh war. Aber Iris vermeinte doch immer wieder etwas Besonderes von jener Frau zu Klaus herüberwehen zu spüren, wenn sie in Gesellschaft zusammentrafen. Und hatte nicht beim Gartenfest in Wildenhagen Frau Haller verlangend und zärtlich lächelnd in das Gesicht ihres Mannes geblickt? Hatte sie, Iris, nicht einen lähmenden Schrecken ver spürt, und hatte ihr nicht Käthe Heben-druschk einen mitleidigen Blick zugeworfen, als sie sich unbeobachtet glaubte? Verhielt es sich etwa schon so, daß alle ändern Bestimmtes wußten, nur sie, Klaus Overbecks Frau, nicht? Iris war eifersüchtig. Und sie litt unsagbar darunter und quälte sich mit diesem heimlichen Leid. Vergeblich sagte sie sich dann immer wieder, daß sie ja eigent lieh gar kein Recht zur Eifersucht hätte-weil Klaus ihr ja in Wahrheit nicht gehörte. Und so brach er ihr doch auch im tiefsten Grunde gar nicht die Treue, wenn er sich einer anderen Frau näherte. Aber allein schon diese Überlegungen bereiteten ihr unsagbare Pein, in ratloser Verzweiflung rang sie dann die Hände, und es stieg ihr weh und heiß in die Augen. Still hatte Iris das schöne Kleid wieder in den Schrank gehängt. Sie empfand die beglückende Vorfreude auf den Abend nicht mehr, nun ihr bewußt geworden war, daß auch Frau Haller dort anwesend sein würde. Am Morgen des anderen Tages, desselben Tages, an dem der Gesellschaftsabend statt-fand, fragte Klaus sie unvermittelt beim Frühstück: (•Fortsetzung folgt.) UrtKsrototsthnft Börsenberichte Ljubljana, 4. d. D e v i s e n : London 174.57—177.77 (im freien Verkehr 215.90 bis 219.10), Newyork 4425 bis 4485 (5480—5520), Zürich 1028.64—1038.64 (1271.10—1281.10). Zagreb, 4. Dez. Staatswerte: 2V-% Kriegsschaden 446—447, 4% Agrar 57— 0> 4% Nordagrar 0—52, 6% Begluk 77— 0' 6% dalmat. Agrar 70.50—0, 6% Forst-°b!igationen 0—71, 7% Stabilisationsanleihe 95—0, 7% Investitionsanleihe 99— 99.50, 7% Seligman 101—0, 7% Blair 94.50—0, 8% Blair 101—0; Nationalbank 6400—0, Priv. Agrarbank 103.0. X Fast eine Milliarde Clearingschuld an Deutschland. Im Bestreben, den bisherigen Markkurs noch auszunützen, hat sich in den letzten Wochen die jugoslawische Einfuhr aus Deutschland außerordentlich stark erhöht, andererseits aber beeilte man sich, den Verbindlichkeiten nachzukommen, um der Begünstigung des Markkurses teilhaftig zu werden. Während die jugoslawische Clearingschuld in Deutschland Ende Oktober noch 7.44 Millionen Mark ausmachte, stieg sie Ende November bereits auf 58.51 Millionen Mark an, was 866 Millionen Dinar entspricht. Rechnet man noch die Clearingschuld an Böhmen-Mähren hinzu, so schuldet unser Staat Großdeutschland ge genwärtig bereits rund 941 Millionen Dinar. X Der Allgemeine Jugoslawische Bank verein in Beograd hielt eine außerordentliche Generalversammlung ab, in der der Beschluß gefaßt wurde, das Aktienkapital, das vor einigen Jahren im Zuge der Sanierungsaktion auf 60 Millionen Dinar herabgesetzt worden war, wieder auf 100 Millionen zu erhöhen. Da an der Unternehmung jetzt auch deutsche Großbanken interessiert sind, erfuhr die Leitung eine Aenderung. Präsident ist der deutsche Generalkonsul in Beograd Franz Neuhausen. X Mehr Strom für Ljubljana. Die Stadt Ljubljana samt der engeren Umgebung wird gegenwärtig vom Kraftwerk Ccsenj im benachbarten Tacen mit Strom yersorgt. Die Kraftanlage an der Save [st schon zu klein geworden, weshalb sie jetzt durch den Einbau zweier neuer Turbinen von 676 auf durchschnittlich 2180 Dferdekräfte ausgebaut werden soll. Die entsprechende kommissioneile Besichtigung des Geländes ist für den 20. d. angesetzt. X Der ständige jugoslawisch-deutsche Wirtschaftsausschuß, der dieser Tage in Deograd hätte zusammentreten sollen, wird erst im Jänner tagen, da technische Schwierigkeiten die Tagung jetzt unmöglich machen. X Deutsch-rumänische Zusammenarbeit im Bankwesen. Um die schweren Wunden, die die Erdbebenkatastrophe Rumänien geschlagen hat, zu heilen, bereitet die rumänische Regierung eine Reihe von Maßnahmen vor. Hierzu gehört auch die Errichtung eines Instituts für Soziaikredit in Bukarest. Um dieses Institut sofort zu einem leistungsfähigen Faktor zu gestalten, ist geplant, die bestehenden Bodenkreditanstalten zusammenzufassen. An der Landwirtschaftlichen Hypothekenkreditanstalt, der weitaus bedeutendsten dieser Anstalten, sind auch die beiden größten deutschen Banken, Deutsche Bank und Dresdner Bank, durch Aktienbesitz unmittelbar interessiert. Dadurch wird auch eine weitere Möglichkeit für eine deutsch-rumänische Zusammenarbeit im Dienste des wirtschaftlichen Neuaufbaues geschaffen. X Pharmazeutische Artikel für Rumänien. Im ersten Halbjahr 1940 importierte Rumänien für 341 Mill. Lei 295.339 kg pharmazeutische Artikel, von denen 77% aus Deutschland kamen, in weitem Abstand gefolgt von Frankreich mit 12%, Ungarn mit 7%, der Schweiz, Italien, Dänemark und Holland. Rumänien besaß Krakau, im Dezember. Von den Nebenflüssen der Weichsel, die durch plötzliche Hochwasserführung als besonders gefährlich bekannt sind, ist der Dunajec, der als reißendes Wildwasser aus der Tatra kommend in ungestümem Lauf die Täler der Beskiden durcheilt, der hochwassergefährlichste. 1935 begann eine französisch-polnische Gesellschaft [vor den Gebietsabtrennungen 23 eigene | pharmazeutische Unternehmen, von deinen es sechs Fabriken verloren hat. Die übrigen 17 Fabriken haben sämtlich bis auf eine ihren Sitz in Bukarest. X Die türkischen Erdölvorkommen am Ramandagei. Die Bohrarbeiten in dem neuen Erdölgebiet von Ramandagei in der Türkei werden mit Nachdruck fortgesetzt. Nach den neuesten Untersuchungen enthält das Vorkommen von Ramandagei durchschnittlich 15.65% Benzin, 15.31% schwere öle, 9.05% Schmieröl und andere Ölarten sowie Paraffin. X Probleme im Lebensmittelwesen. Der Bund deutscher Lebensmittelfabri-kanten und -Händler hat auf einer Tagung zu Berlin interessante Probleme des Lebensmittelwesens erörtert. Im Vordergrund der Betrachtung standen Vorratspflege als Grundlage einer planmäßigen Vorratswirtschaft sowie neuzeitliche Verfahren über die Haltbarmachung von Fleisch- Fischen, Obst und Gemüse. Durch Milchbestrahlung sei es gelungen, eine wirksame Prophylaxe gegen Rachitis zu schaffen. den Bau der Talsperre bei Roznow. Hauptzweck dieses Talsperrenbaues, der sofort nach Beendigung des polnischen Feldzuges von der deutschen Verwaltung in großzügiger Weise fortgeführt wurde, ist ein dreifacher: einmal soll das anlaufende Hoch wasser des Dunaj ec aufgespeichert werden, um Überschwemmungen der Ländereien zu verhüten; ferner soll in Trockenzeiten der Niederwasserstand der Weichsel so weit erhöht werden können, wie die Fortführung der Schiffahrt es verlangt; die Lieferung elektrischer Energie ist der dritte Zweck dieser Talsperre, die nach ihren heutigen vielfach verbesserten Plänen als die größte Talsperre Europas angesprochen werden muß. In einer Weite von 550 Meter und einer größten Höhe von 35 Meter über der Talsohle verläuft die massive Staumauer zwischen bewaldeten, steil abfallenden Berghängen. Die Stausee, der eine Länge von 18 Kilometer erreichen wird, liegt eingebettet in waldige Beskidenberge, die dem künftigen See eine größte Breite von et-wa einem Kilometer geben werden. Eine Fläche von 1700 Hektar bedeckend, erstreckt sich der Stausee bis unterhalb Neu-Sandez und wird bis zu 235 Millionen Raummeter Wasser enthalten. Besondere Rücksicht muß bei dem Bau der Talsperre auf cfie Fischzucht genommen Werden; die Gebirgsstrecke des Dunaj ec ist nähmlich Laichplatz Hunderttausender Lachse, die weichselaufwärts und den Dunajec hinauf im Oktober und November zu ihren Laichplätzen ziehen. Die Flußfischer und sogar die Danziger Fischer haben ein lebenswichtiges Interesse an der Erhaltung dieses Lachsweges. In der Talsperre ist deshalb ein sogenannter Fischpaß eingebaut worden, eine »Lachs-treppe«, die im gewundenen Lauf durch mehrere Stufen über 30 Meter Höhe überwindet. Dadurch wird gewährleistet, daß die Lachsproduktion, deren Wert sich auf jährlich über 2 Millionen beläuft, nicht geschädigt wird. Von der Energieerzeugung des Kraftwerkes werden zahlreiche größere Städte und Industriewerke Vorteil haben. Alljähr lieh werden im Durchschnitt 126 Millionen kWh geliefert werden, d. h., daß mit dem Kraftwerk der Talsperre von Roznow die erste Wasserkraftanlage von Bedeutung im Generalgouvernement geschaffen wird, die im Verein mit den bestehenden Dampfkraftwerken die Energieversorgung übernimmt. Das Werk soll als Spitzenkraftwerk. arbeiten, daß nur in der Zeit größten Stromverbrauchs eingeschaltet wird. Weitere 35 Millionen kWh wird das Laufkraftwerk der Sperre bei Ezchow liefern, die 10 Kilometer flußabwärts mit einem Staudamm von 4.5 Millionen Raummeter erreicht wird, und die Wasserabgabe, die von der Roznow-Sperre aus periodisch geschieht, ausgleichen soll. 45 Tausend Raummeter Beton, 60.000 Raummeter Erdbewegung und 26 Kilometer Straßenverlegungen im Bereich des künftigen Stausees, ferner Einbau der Generatoren und der übrigen elektrischen Einrichtungen waren die Hauptaufgaben, die der deutschen Verwaltung durch den Talsperrenbau unmittelbar nach dem polnischen Feldzug gestellt wurden. Deutsche Großfirmen sind jetzt eingesetzt, wie ja auch deutsche Firmen bereits zu polnischer Zeit die Maschinen liefern mußten, und 1800 polnische Arbeiter, dazu 300 Juden (diese hauptsächlich im Straßenbau) arbeiten an der Vollendung der Talsperre. Bis zur Mitte des nächsten Jahres wird der gewaltige Staudamm wasserwirtschaftlich bereits betrieben werden können und damit mit dem Dunajec, der seine Wassermengen binnen 24 Stunden ver-fünfzigfachen kann, seine Gefährlichkeit nehmen. 75 Jahre Postkarte Der Krieg 1870/71: Der Anstoß zur Verbreitung Wien, Nov. Am 30. November dieses Jahres sind 75 Jahre verflossen, seit der Gedanke, die heute so viel benutzte Postkarte zu schaffen, greifbare Formen gewann. An diesem Tage des Jahres 1865 war es, wo der später so berühmt gewordene erste Staatssekretär des deutschen Reichspostamtes Heinrich Stephan, der damals Vortragender Rat im preußischen Generalpostamt zu Berlin war, der Postkonferenz zu Karlsruhe eine Denkschrift überreichte. In dieser Denkschrift wies er darauf hin, daß es sich empfehlen dürfte, anstatt der bisher allgemein üblichen Briefe eine neue Art von postalischem Verkehrsmittel zu schaffen, das er »Postblatt« nannte. Dieses Postblatt war nichts anderes als die heutige Postkarte. Es war ein offenes, aus stärkerem Papier hergestelltes Blatt, dessen Vorderseite zur Aufnahme der Anschrift und der Marke bestimmt war, während die Rückseite zu Mitteilungen dienen sollte. Damit war der erste Gedanke zur Einführung der Postkarte gegeben. Sie erschien jedoch seltsamerweise nicht zuerst in dem Staate, aus dem der Gedanke zu ihrer Einführung herrührte, sondern oster reich war es, das diesem zuvorkam. Professor Hermann von der Militärakademie in Wiener-Neustadt hatte in der »Neuen Freien Presse«, ohne daß er von der Ste-phanschen Denkschrift irgendeine Kenntnis hatte, den Vorschlag gemacht, Karten offen zu versenden, die nicht mehr als 2b Worte enthielten. Diese sollten für den billigen Portosatz von zwei Kreuzern versandt werden. Dieser Vorschlag wurde sofort von der österreichischen Postverwaltung aufgegriffen, die bei der Einführung der Postkarte die Stephanschen Vorschläge in weitgehendstem Maße heranzog. Sie machte sich dessen Ausführungen sofort zu eigen, als sie die Beschränkung auf eine bestimmte Wortzahl, die Hermann vorgeschlagen hatte, fallen ließ und als sie ferner in bezug auf Ausstattung, postalische Behandlung den Angaben Stephans folgte. Von den Herinannschen Vorschlägen übernahm sie dagegen den des billi- Eine englische Landmine geht hoch *n den früheren Kampfgebieten sind die deutschen Minensuchtrupps bei der Ar-Feit, feindliche Minen aufzuspüren und zu vernichten. Hier wurde eine englische Landmine zur Explosion gebracht j Eröffnung der NeiOSaöler-Brücke über den Gan Im Generalgouvernement Polen wurde eine neue Brücke über den San eingeweiht Der größte Talsperrenbau Europas Ein 550-Meter-Staudamm am Dunajec — Das Kraftwerk wird jährlich 126 Millionen Kilowattstunden liefern geren Portos und hatte damit, wie die Folgezeit bewies, einen sehr guten Griff getan. Stephan hatte nähmlich das etwas zu hohe Porto von einem Silbergroschen angesetzt, das der Aufnahme des neuen Verkehrsmittels hinderlich sein mußte. Als Name wurde weder die Hermannsche noch die Stephansche Bezeichnung gewählt, Die österreichische Verwaltung nannte das neue Verkehrszeichen »Korrespondenz karte«. Die erste dieser Karten wurde am 22. September 1869 ausgegeben. Deutschland folgte dann, nachdem Stephan 1870 zum Generalpostmeister ernannt worden war, am 2. Juni 1870 gleich falls mit der Ausgabe von Postkarten. Die ersten Postkarten kosteten genau so viel wie Briefe, nähmlich einen Silbergroschen, Stephan mußte daher bald mit dem Porto heruntergehen, nachdem er selbst vom 1. Januar 1868 ab den Tarif für die geschlossenen Briefe auf den gleichen Betrag von einem Silbergroschen festgesetzt hatte. Es blieb ihm nichts anderes übrig, als für die Beförderung der Postkarte die Hälfte des Briefportos, also einen halben Silbergroschen, einzusetzen. Der Krieg von 1870/71 und die durch den Krieg bedingte Notwendigkeit-, Mitteilungen schnell und knapp vom Feld in die Heimat zu befördern und umgekehrt, sorgte in der Folge für die Popularisierung des neuen Korrespondenz-Mittels. Und so ist der Krieg von 1870/71 mit der Anstoß zur allgemeinen Einführung und Verbreitung der Postkarte gewesen. Die T^ermn von Agnano (Neapel) auch etzi Im Winter geöffnet (S. A. P. E., Rom): Es gibt überall noch viele Kranke, die in der Winterzeit wegen der Kälte keine Reise machen wollen, um ihre Leiden zu mindern oder zu heilen. Auf Anraten verschiedener Ärzte von Weltruf werden die Thermen von Agnano (sprich: anjäno) nunmehr das ganze Jahr hindurch geöffnet bleiben. Schon seit einigen Jahren haben Hunderte ausländischer Gäste die Zeit vom Dezember bis März als Aufenthalt in Agnano jeden anderen Monaten vorgezogen. Die Anwesenheit solcher regelmäßigen Besucher, sowie italienischer und auslän-| bischer Ärzte, geben gewiß ein Zeugnis für die Richtigkeit eines solchen Kuraufenthalts ab. e Agnano. das man mit der Straßenbahn vom Rathaus in Neapel aus bequem erreichen kann, gehört zu den am stärksten besuchten Thermalbädern ganz Ita-i liens. Dank der eindrucksvollen Umgebung, durch die Neapel mit seinem Vesuv in der Welt bekannt ist, ist der Auf-! enthalt hier ganz besonders schön. Die j 75 Quellen von Agnano, die am südlichen Rand des gleichnamigen Kraters hervorsprudeln, bildeten um das Jahr 1000 einen See, der 1870 ausgetrocknet wurde. Zahlreiche bemerkenswerte Springquellen mineralischen Wassers kamen dabei an das Tageslicht. Die eingehenden Analysen zeigten, daß diese Wasser hohe therapeutische Eigenschaften besitzen, die mit zu den besten der Welt gehören. Die Experimente überzeugten über alle Massen von den außergewöhnlichen Kräften der Quellen. 1889 wurden die ersten Baracken aufgebaut, und die Einwohner der näheren Umgebung brachten Fässer mit sich, die sie dann hier füllten. Das kostbare Wasser wurde zunächst nur armen, hilfsbedürftigen Leuten verabfolgt. Die ersten Heilungen fanden ein derartiges I Echo, daß bald darauf ein Ausschuß gebildet wurde, der dann Agnano in allen Ländern berühmt machte. Viele Leiden können mit den Wassern von Agnano behandelt werden. Die hauptsächlichsten sind: Stoffwechsel (Fettleibigkeit), typische Frauenleiden u. ähnliche), Gicht in allen ihren Formen (Lendenweh vor allem), Muskelrheumatismus, Hautleiden. Atmungs- und Verdauungsstörungen, Neurasthenie gichti-schen Ursprungs. Man wird sich vielleicht wundern, daß so viele Leiden in Abano behandelt und selbst geheilt werden können. Die Bäder enthalten nämlich Alkalien, Bikarbonat, Klorurat und andere, die aus den Quellen »Sprudel« und »Ponticello« bei einer Temperatur von 163° zu 75° hervorquellen. Kurz vor dem ! Gebrauch werden sie mit Wasser gleichen Mineralinhalts von 20 Grad Tem-eratur gemischt und zur gewünschten emperatur herabgesetzt, ohne jedoch dabei die Heilwirkung irgendwie einzu-büssen. Die Wasser enthalten auch Elek- Te trizität und Radioaktivität mit den dazu* gehörigen heiltätigen Eigenschaften. die moderne Medizin sich zunutze 8e macht hat. So zum Beispiel kann oft eut einfache Kur mit Thermo-Mineralien-bädern weit wirksamer als eine kofflP11' zierte Medizinalkur sein. Die gesamte Organisation der Bade ist vorbildhalt. Die große Ansta't (»vta-bilimento«) mit den 146 kleinen Zimmer11 für die Bäder und 104 für Schlammbäder ist prächtig. Vor den jetzigen Themen befinden sich die großartigen Ruinen der »Terme Romane«, die sechs Stock hoc1 sind. Daß dann Agnano von Gästen aus allen Ländern der Welt auch unter den augenblicklichen Verhältnissen das gan* ze Jahr hindurch sehr besucht ist, stell gleichfalls kein Wunder dar. __ . .57 ,4;-> *: i :.y «-"r'v; :-" vV'-V tjffi , ... ... 1 *- • > .->» \ . *•••'. . . • <: Heute verschied in Wien unser Vater und Bruder Sanitäfsrat Dr. Gregor Jesenko im 76, Lebensjahr. Celje —Wien 3. Dezember 1940 Bisa und Irma lesenko Familien Unger-Ullmann und Marschik 1 II yitsdüed&Ms aamKmmmmmmBaatBtmisBtmamm ASTROLOGISCHE SPEZIA, LISTN Mm. FELICITAS erteilt Rat jeden Dienstas u. Freitac Sodna ulica 26-111/3-9559-1 & koufSH $estuki BLECHTROMMELN kauft Chem. Fabrik J°s. Reich. Maribor-Tezno. 9542-3 KLEINER OFEN (KASPERL) zu kaufen gesucht, Anträge unter »Kasperl« an die Verwaltung- 9554-3 Ä» uetkoufe* NÄHMASCHINE »SINGER« zu verkaufen. Betnavska cesta 18, bei Rosmann. 9543-4 FICHTEN geeignet für Weihnachtsbäume. sind zu verkaufen. Besichtigung beim Besitzer Franz Maizel, Bistrica uri Rušah. __________ 9555-4 JAGDGEWEHR 16 Kal„ Sauer & Sohn, zu verkaufen Ussar. Glavni trg 9561-4 Schöne, sonnige, komfortable DREIZIMMER • WOHNUNG mit Badezimmer Ob železnici 6, sofort zu vermieten. Anzufragen dortselbst beim Hausmeister od. Baukanzlei, Vrtna ul. 12.__________9562-5 DREIZIMMER - WOHNUNG parkettiert, mit Badezimmer, ab 1. Jänner zu vermieten. Aljaževa ul. 4, Magdalenen-Vorstadt. 9563-5 Žit Hl/rfffc VIERZIMMER - WOHNUNG mb Bad wird für 1. Jänner 1941 gesucht. 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Im Namen der Familie und afier Verwandten. Statt jeder besonderen Anzeige! Der Spar- und Vorschussverein in teile, ütnrnitMt ult inMiiMr laftng. gibt die traurige Nachricht, daß sein Gründungsmitglied und Mitglied des Aufsichtsrates, Herr sanitäisrai Dr. Gregor lesenko nach längerem schweren Leiden am 3. Dezember 1940 in Wien entschlafen ist. Die Einäscherung des Verblichenen erfolgt in Wien. Der Verstorbene war Mitbegründer unserer Genossenschaft, in deren Leitung er sich durch volle vier Jahrzente uro unsere Anstalt große Verdienste erwarb. Wir werden ihm stets ein dankoares und ehrendes Gedenken bewahren. Ci* d.„ 4. Dezember ,940. VOM UUfl AUfSiCh« Chefredakteur und für die Redaktion verantwortlich, UDO KASPER. — Druck der „Mariborska tiskarna"' m Maribor. — Für den Herausgeber und den Druck verantwortlich Direktor STANKO DETELA. — Beide wohnhaft in Maribor.