Vaterländisches. Die k. k. privilegirte Fürst Carl Wilhelm von Auersperg'sche Eistnfadrik zu Hof in Un- terkrain. s Fortsetzung.) Gegenwärtiger Stand der Fabrik. Urstoffe. — Erze. «M^lö Erze, welche hier verhüttet werden, kommen theils als Lager ,n der Grauwack,n.'Uebergangs «Formation be» St. Ruprecht und St. Johann gegen den Savcstrom, theils aber als Mug-gcln, Nieren, Nciier und Rasenlänfer ,m aufge-schwemmten Gebnge vor. ») Dci dlchre rothe Thoneisenstcin kömmt theils im Nebergangs-Grauwacken-Sandstein, thcils al)er »m rothen Grauwacken-Thonschiefer als Lager von sehr verschiedener Mächtigkeit vor. Verschiebungen und Verdrückungen finden häufig Statt. Als Muggeln, Nieren, Nester und Rasenlä'u-fer kommen im, auf dem,ältern Höhlenkalkstein aufgeschwemmten, verwitterten, gelben und rothen Thon nachstehende Erze in vielen Varietäten häusig vor: d) Dichter brauner Thoneisenstein, Spharoside-rite, brauner Eisenglanz und Glaskopf, biaune und gelbe Eisen-Hydrache und Rasen-Eisensteine, welche mittelst Rollen , kleinen S6)ächten und Krumm» Holz-Arbeit abgebaut werden. Es dürfte dieß hinreichend seyn, um dai'Mhun, wie beschwerlich und kostspielig der Abbau, dic Aufsicht und die entfernte Zufuhr der Erze ist. — Das Bergwerks-Revier enthält an Flächeninhalt 40s.) Meilen, und die Hauptdurchschniltsent-fernung der Bergbaue von der Hütte kann auf oii-. <"» 6 Stunden angenommen werden. An fremden Mineralien kommen als Begleite? theils chemisch gebunden, doch auch öftcrS krystallinisch und derb, Quarz, heirädrischcr Schwefelkies, Mangan und Blei nebst mehreren andern vor. Die Erze werden durch Rösten und Vcrwit» tcrn auf der ErzHalde aufgeschlossen. — Die specielle Vergbauaufsicht führen t Hutt-mann und 2 Steiger. Die Verkleinerung der Erze so wie auch des Kalksteines wird durch eine neu aufgebaute Walzquetschmaschine bewirkt. B»im Ilm-und Neubau dieser Walzquctschmaschme wurde ein Wasscrgefäll von 6^ eingebracht. Die Gewerkschaft besitzt auch mehrere bedeutende Vraunkohlcnlagcr, welche jedoch wegen der weiten Entfernung von allen gegenwärtigen Absatzorten «nd der Fabrik, bis jetzt nicht veiwelthet werden können. Holzköhlerei. Das Kohlholz wird in den Waldungen der fürstlichen Herrschaften Ainöd, Seisenberg und Gottsche? geschlagen, zu Klaftern von 6> Höhe und Breite und 5 schuhiger Scheiterlänge, österr. Maß, aufge-schlichtet, zur Winterszeit zu den Kohlplätzen im Walde geschlüpft, und dann in stehenden Meilern nach der italienischen Methode verkohlt. Nur wer die örtliche gruppirte felsige Lage der Waldungen etwas näher kennt, kann einen Begriff von der schwierigen Köhlerei erlangen. Es ist hier rein unmöglich, einen andern alS künstlichen Holz-und Kchlenabfuhrsweg anzulegen, welcher immer mit bedeutenden Geldauslagen verbunden ist. So musite im Jahre 1840, nebst mehrern andern weniger bedeutenden, auch ein Holz» und Kohlenabfuhrs-Kunststrasienzug aus dem Gottscheer Urwald (Hornwald) bis zur Töplitzer Bezirksstrasie in sehr steilen Berglehnen von 5580° Länge mit bedeutenden Ko-sten ausgeführt werden. Ein großer Uebclstand bei der Köhlerei ist, daß man in den Waldungen keine Quellen, eben so kein anderes Wasscr und beinahe keine Rasendecke findet. — 208 — Ja diesem Zweige bleibt noch viel zu leisten übrig, welches aber wegen örtlichen und andern nachtheiligen Verhältnissen nur sehr langsam und unendlich schwierig erziele werden kann. Die Fabriksanlage. Der im Jahre 1849 vom Fundament neu auf-gebaure Hochofen steht ganz frel in der gleichfalls neu erbauten Gußhüice, hat die Form eincs abgestutzten Kegels, ist zum Betriebe mit 3 Formen eingerichtet, obgleich gegenwärtig nur mu 2 Formen geblasen wird, und wurde wegen gänzlichem Mangel eines andern brauchbaren Baumaterials aus gewöhnlichen, nur etwas längern Mauerziegeln crbam; weil jedoch der Hochofen auch eine zlrk.'Irunde Au-ßenselte erhielt, so wurde den Ziegeln nach verschiedenen Formen immer die nöchlge KrclöausschAitcs.-fläche gegeben, wodurch sowohl an der Solidität des Baues selbst, als auch bedeutend an Material und Zeit gewonnen winde. — Als Mörrelsand diente die Hochofenschlacke von den frühern Hochofen-Compagnen. — Der Hochofen bestehr au) einer 36" starken Rauhmauer. 18" starkem Rauhschacht, und 18" starkem Kernschocht; dle Füllungsräume zwischen den Schachten betragen jeder 7", der größte Durchmesser des Kernschachtes mißt 8" 6", die Gichrenweite 30", die ganze Höhe des Ofens, vom Bodensteln bis zur Gicht, 30'. Die Armirung des Hochofens besteht aus senkrecht um die Rauhmauer gestellten 3/ von einander entfernten schmiedeisenen Schienen, welche wieder mittelst 3" von einander entfernten horizontal umlaufenden Ringen oder Reifen gebunden sind. Diese Art Hochofenbau, so wie auch die Armiruug, zeigt sich so vorzüglich, daß, ungeachtet der im Jahr 1840 erst ganz neu erbaute Hochofen noch im selben Jahr angelassen werden mußte, dennoch weder der gering, ste Sprung, noch sonst etwas Nachteiliges an selbem oder beim Betrieb zu bemerken war, oder ist. Der Lufterwä'rmungs.Apparat ist gleichfalls auf eine ganz eigene neue Art eingerichtet. Es befindet sich nämlich der Kamin von 6^ Höhe gleichsam als Fortsetzung der conischen Rauhmauer ob der Gicht, in welchen Feuerraum der Wind in ci-uem sechs.- und dreiviertelzölligen Windleicungsrohr 3" senkrecht über die Gicht aufsteigt, und dann in II schneckenförmigen Windungen wieder retour bis 6^ ob der Gicht aus dem Feuerraum rrirt, und nun zu den beiden Formen geleitet wird. Das No'hrcn-system Negt 135 Curr. Schuh im Feuerraum. Der Wmd erhitzte sich (bei den Düsen gemessen) gleich am 6ten Betriebstage auf 150 Centesimal, doch nach Verlauf einer Woche steigerte sich die Tempe- ratur schon bis auf 200° Centcsimal. __ Die K°ble wird aus den beiden neu erbauten Kohlenmagazinen, so wie das beschückre Erz aus der Vormaßkammer mittelst Eisenbahnwägen auf Eisenbahnen zur Gichr geführt, wo sich die Wägen, ob der Gicht angelangt, mittelst Federdruck selbst leeren, und die ausgeleerten Wägen von den Arbeitern nur zurückgezogen werden müssen. (Fortsetzung folgt.) Die beiden Künstler. Ein wunderschöner Iuli-Abend hatte die Einheimischen und Fremden in dem Scedade Curhavcn in zahlrei« chen Gruppen am Strande versammelt. Das Meer lag im Glänze des verschimmernden AbendrothS vor ihnen, und beleuchtete mir seinem hellen Scheine eine kleine englische Brigantine, die sich von der Fluth fort? gerieben, der Küste wie im Fluge näherte. Im Augenblicke, da sie unfern von derselben vor Anker ging, näherte sich das Packetboot der Badedirection, und legte am Landungsplatze an. Sogleich verließen die Passagiere den Bord, und zerstreuten sich, von Freunden und Bekannten empfangen und geleitet, nach allen Richtungen. Nur einer der Passagiere, dessen Züge von Schmerz zerrissen waren, stand allein da, und lieD sich von einem der Schiffsleuic ans Land führen. Er war, trotz ocs mildfl>eundlichen Abends, in einen braunen Mantel gehüllt, hatte eine Pelzmütze auf dem Kopfe? und lenkte seine schwankenden Schritte nach dM» mer geleiten. Als die Diener einige Stunden später den Saal aufräumten, fanden sie auf dem Tische, an dem die Fremden gesessen, die beiden Karten, welche diese gegen einander ausgetauscht hatten. Der Wirth bemächtigte sich ihrer, und steckte sie wie im Triumphe an den Spiegel. Sie lauteten: »Edmund Kean, Mitglied des Theaters von Co-ventgarden, und: Ludwig D evri ent, kon. preußischer Hofschauspieler." Feuilleton. (Verweigerte Titulatur.) Herr. (bei Tische.) Nun __ wo bleibt der Scho'psenfchlägeN Magd. Tulcs hat fressen. Herr. Cu'.eK? Magd. Ja, Cules. Herr. Wer ist Cules? Magd. Ihniges Hund. Herr. Der heißt ja Hereules. Magd. A was, n/er ich nicht zu solchene Mist« viech noch Herr sogen. V'iwllHF 08868 Vooal- unä In8trulN6M»I ^ doncßrt 8täN lillllkn, Berichtigung. Im letzten Illyr. Blatte vom ,3. d. M. ist auf der eeilcn Seite. Spalte «. Zeile »Z von unten, statt 2 N2, zu lese» 22 ,42 Sctlih; verlier ist daselbst auf der zweiten Seile. Sp.,Ite 1, Zeile 2« v. ob., zwischen den Worten aber und ohne, noch datz Wort »beinahe" einzuschalten. Verleger: Ignaz Alois ^dler v. Klcinmayr.