Nro. 16. —-------«l^W^W-----------" Frcytag den 25. Horn. 1795. Inländische Nachrichten. N)i?n den ,9. Horn. Se. Maj. der Kaiser haben folgte allerhöchste Ent-schli.'ssllnq wcgen drr Krisgsgesangen?n al-ler.^nädigst zu er!a>scll geruhet, i) Daß san:n!:llchkli Ojfl.^r n und O^nslucil , . ie immer bisher il> der türkischen Kricqs,;e-fao^enschast gevesen sind, die Gagen und Löhnungen u nächst gelegenen , Qrthschaften überaus ansehnliche Getraidvorrathe elttdecktt, lind die Eigenthümer ohne Rücksicht auf Geburt und Rang bestrafet — Der durch mehrere gelehrte Werke ans dcr C'lsclichte Oester-reichs bekaint Frcnberr v. Brandau ver-anstaltet die Herausgabe der Erbhuldigung Leopold Is. Diese wud nächstens erfchei-n n , und mit KUlsslstichen vcn den Meisterhänden der Hrn KcH^, Schüy, Adam, Mansleld und Mark gezieret sern. Schon seit einigen Tagen hatte man bey dem hiesigen Hofkriegsrate)? eine Thätigkeit bemerket , die bis tief in dte Nacht ausgedehnt wurde. Allein man ist nun überzeugt, daß diese grosse Thäligkeit keine besorglichen neuen Kriegsunruhen, sondern nur die gewöhnliche Regulierung der Regimenter in Nckrucirungs - und Ver- pfiegs Angelegenheiten andeute. — Heute ! ist der neue Hofkammer - und Banko De- ^ pmazions Präsident Graf v. Chotek auf das ftyerlichste insialliret worden. — Die vorige Woche ist bey dcr böhmischen Hof-kanzley mit Zuziehung Sr. Exzell. des Hofkammcr Prä^'dentens Gr. v. Chotek wegen Vlsiinmn'.ng des zu der neu errich- ^ teten Stelle annoch zu übersetzenden Personals vom Sekretär angefangen eine besondere Kommißion abgehalten worden.—» Das Gerüchte, daß Rußland ohne allen Mediateurs mit der Psorre Friede zu ma- ! chen des Vorhabens wäre, und wenn es ^ einen Vermittler nöthig haben würde, keinen andern als Se. Maj. dm Rom. Kaiser annehmen würde , erneuert sich abermals. — Der Richter zu Hernals wurde von den allda sich befindenden ' etlicl) 7a Fratschlerwcibern bel, der Stelle verklaget, weil er solchen die anverlang- , te Attestatm nicht ersolgen lassen wollte. Derselbe wurde also zur standhatten Verantwortung zirirt, da er sich aber dahin behörig auswiesen hat, daß man in der dasigeil Gegend besonders ur Frühlings und Sommerzeit viele Arbeiter bmöchi-get habe, die man um baares Gc!d bis-hero nicht habe bekommen können / so habe er dafür qehalren, diesen u solcher Arbeit allerdings fähigen Weibern keine Attestaten ertheilen zu kölmcn; Dem Rlch-ter wurde über diesen löblichen Fürgang ein Belobungs Dekret abgeben, und die sämmtliche zur Arbeit noch tüchtige Weiber erhielten von dcr Stelle keine Billets. Da man wahrgenommen hat , daß ungeachtet dcr fürgekehrttn möglichsten Aufsicht gleichwohl mehrere Fratschlerwei-ber annoch den lllifug treiben / die Dienst-^ bothen ausser der erlaubten Zeitfrist in ihre Einsage zu führen, um selben allda ttwas zu verkaufen, so wird man auch fünftighin hierauf das genaue Augenmerk richten, und das Publikum in allen Fallen sicher stellen. — Die sämmtliche hiesigen Gärtner haben bey der Stelle das Ansuchen gemacht, daß, wenn sie sich auf einem Marktplatz versammlcn wüßten, man die noch bestehenden sogenannte Krautlerinen, !velche ihnen wegen ihrer allenthalbigen Vertheilung in der Stadt und Vorstädten den größttn Schaden zufügen, abschaffen, oder wenigstens einschränken mögen , da solche ebenfalls so, wie Pollethen Leuthe, aus der zweiten Hand handeln. — Der Verpfiegsverwal-ter Pstugg soll von seiner auf dem Lanb gemachten Mehl Vermahlungs Probe bereits zurückgelanget sern, nun will er auch eine Verbackungs Probe vornehmen. , , Der Englische Kurrier, Herr Strato« , ist an der .Mittwoche, von S;iß-tow allhier angelangt, hat auch Depeschen von dem K K. Bevollmächtigten Baron von Herbert mitgebracht, und hierauf seine Reise sogleich weiter nach Londen sortgesetzt. Was derselbe als Kurrirr und Augenzeuge wußte, besteht darin: daß der Freyherr von Herbert wirklich seit der vierten Sitzung keinen Unterhandln»« qen mehr beygewohnt, und daß der Groß-wesyr auf die erhaltene Nachricht von citier Reise des Fürsten von Potcmkin nach Petersburg, da er befürchtete, daß die Abwesenheit des rußischen Oberbefehle Haber dem Friedemwerke fthr hinderlich sern möchte, einen Kurrier an ihn gesandt ha; be, mit dem Ansinnen, da zu bleiben, indem er sogleich einen ansehnlichen Bassa llach Iassy oder nach Bender schicken würde , um ihn zu übereugen , daß die Pfor-te im Ernste den Frieden mit Rußland hergesiesiellt zu sehen wünsche. Uiberhaupt hat man schon seit einiger Zeit den türkischen Ministern in Szimow angemerkt^ daß sie anfangen an der pünktlichen Erfüllung des Vertrages von Reichenhachz und an der Ausführung der von den Vermittelnden Mächten der Pforte gemachten glänzenden Verheissungen stark zu zweifeln > um so mehr, da sie deutlich genug bemerken konnttn, daß Rußland theils mittel - theils unmittelbar den der-maligen Unterhandlungen mit Oesterreich fast bey jedem Schritte solche Hindernisse in den Weg legte/ wodurch sie noch« wendig auf die Schlußfolge verfallen mußten , daß wohl mehr als der Reichenbas cher Vcrtrag dazu gehöre, um das Friedenswerk zu Stande zu bringen. Der K. K. Oberststallmeisier, Herr Fürst von Dittrichstein hat dieser Tagen seine Stelle dem Monarchen zu Füssen gelegt, und Se. Majestät haben diese freywillige Abdankung angenommen. Sein Nachfolger ist der Graf Dominik v. Kau-niz. — Se. Majestät der König beyder Sizilien haben sich von unserm Monarchen einige geschickte Arbeiter im Ma-uufakturwcsen erbetten, welche verschiedene von unsern besten Manufakturen und Fabriken auch im Neapolitanischen in Gang bringen sollen. prcßburg den is. Horn. Se. kais. königl. apost. Majestät haben den vorhin bey dem ungar. Militär Generalkommando, nun abcr bey dem Hofkricgsrath angestellten wirklichen Registrator Johann Baptist Faber in Rücksicht ftiner durch ;s Jahre besonders wohlgeleisitten Diensten in den ungar. Adelstand mit Nachsicht aller Taxen allergnadigst zu erheben geruhet. — Der bisher in Quieszenten Stand versetzt geweste General Graf v. Benjovs-ky ist von Sr. Maj. mit 40^0 ft. Ge- WM ^ halt in Ungarn zur DienffleWng ange-stesst worden. ^ Ofen den i6. Horn. llnlere Truppen in Zervien und in der Waüahey stehen , so u sagen, mm Kriege bereit. D^e Kantonierendcn Negimencer können in kurzer Zeit Herberge.ogen werden. Alle sind mit schweren Fuhrwesen versehen, und für Muniuons- und Provisionsvorr^the ist überall bestens gesorgt. Diese Vorsicht lst bcy d?»n noch ungewissen Ausgang der Unterhandlungen zu S,itow nothwendig. Temeswar den 2. Zorn. Öbs'bon, UM das Rauberqesinde in unseren Gegenden so viel möglich auszurotten, die vor-treftichsten Vorkehrungen getrojfen worden , und zum Abscheu anderer, stets auf das strengste mit selben verfahren wird, so hört man dock) noch immer von grausamen Thaten, die hie und da von solchen Bösewichtern verübet werden. Am 29. v. M. kamen in das zwey Poststa ionen von hier an der Straffen liebende mit Wallachischen Unterthanen bese te Dorf S i-nrseg bey einbrechender Abenddamerung ?6 Rauber, drangen in das Znmmr d-s dasigen Pachters Herrn v. Tamasly, welcher mit dem Herrn Grafen v. Kinigt/ Qberlieutenant bey Wirtenberg am Tisch saß / und schlugen beode, als sie eben die Pistolen ergreifen wollten , zu Bod-N. Den Herrn Grafen bedeckten sie mit ei-nem Schaaf-Pclz, damit, so er noch le-bete, nichts sehen solle. Nach dieser grausamen That gieugen diese Barbaren zu d?r im anderen Zimmer sich befindenden Frau des Pachters, forderten unter den fürchter« lichsten Drohungen alles Geld und Silbergeschmeide ihnen sogleich' auszuliefern, welches die sehr betroffene Frau um nut ihr Leben zu retten ohne ein Wort ;u reden willig that. Die Rauber nahmen hierauf, was sie nur immer wegbringen konnten, Geld, Sllbergeschier, Gewehr, nse-duna. und verschiedene andere Sachen nebst einer Sackuhr und ,00 fl, von dem Grafen , und simgen mit ihrer Beute beladen den Weg weiler zu nehmen an. Da sie aber bey ihren Abziehen be- ' merkten, daß -der, Tamas'ie sich reg< te und also noch öen Zebm sey , so schlep-ten sie ihn mit sich bis an die Kepeter Grälne, wo sie ihn vollends ermordeten, den Mund bis an die Ohren aufrissen, die Brust aufschnitten und mit Schießpul-vcrsprengten, und so den todten Körper li^eli ließen. Die Thater sind iwar bisher noch unbekannt, 7nan hoffet sie a.'er ehestens auszuspüren.,, da.bereits einige Muthmaßungen vorhanden sind. M'Vlan) d