VriuumeratisuS - Preise: Für Laibach: Ganzjährig . . 8 fl. 40 kr. Halbjährig . . 4 „ 20 „ vierteljährig . 2 „ 10 „ Monatlich ... — „ 70 „ Mit der Post: Ganzjährig............12 fl. Halbjährig............ 6 „ Vierteljährig......... 3 „ Laibacher Für Zustellung in? HauS '«rtelj. 2b kr., monall. S kr. Einzelne Nummern 6 kr. Tagblatt Anonyme Mittheilungen werden nicht berücksichtigt; Manuskripte nicht zurückgesendet. Redaction Bahuhosgaffe Nr. ISS. ExpedittonS- L Inserate« vurea«: Tongreßplatz Nr. 81 boren wurde, in allen Gauen des Fürstenthumes Serbien eine elektrische, umstimmende Wirkung erzeugte, daß die Mehrzahl der Bevölkerung Serbiens dieses erfreuliche Familienereignis sympathisch begrüßt hat. Das Band zwischen Monarchen und Völkern wird in der Regel durch die Geburt eines Erbprinzen viel fester geknüpft und empfängt d»rch einen solchen Act höhere Weihe; jedoch die gegenwärtige Lage Serbiens ist nicht eine derartige, um sich erfreulichen Ereignissen ohne Siörung hingeben und loyalen Gefühlen in entsprechender, begeisterter Form Ausdruck verleihen zu können. Serbien beschäftigt sich jetzt ausschließlich mit dem unglückseligen Krieg, und dieser verdrängt alle anderen Ereignisse. Serbien, obgleich seine Armee einige Gefechte mit günstigem Erfolge bestanden hak, darf dem Ge» danken, der Hoffnung noch immer nicht Raum geben, daß cs ihm gelingen werde, die Türken in einer entscheidenden Schlacht zu besiegen und durch einen entscheidenden Sieg seinen Zielen näher zu rücken, zu solchen Siegesgedanken, zu solcher Hofs n»ng ist Serbien nach den bisherigen Vorgängen auf dem Kriegsschauplätze nicht berechtigt. Serbien würde besser thun, das Schwert in die Scheide zu stecken und mit der Türkei FriedenSvcrhandlungen einzugehen. Serbien muß bereits die Ueberzeugung gewonnen haben, daß jenes Vertrauen, welches es auf Rußlands Hilfe fetzte, nicht gerechtfertigt wurde. Serbien mag sich in dieser Beziehung bitter getäuscht haben, und diese bittere Täuschung mögen auch alle jene erfahren haben, welche auf den Sieg Serbiens ihre ganze Hoffnung setzten, von den Siegen der Waffen Serbiens die Erfüllung aller nationalen Wünsche und die Heiligsprechung des slavischen Elementes erwarteten. Es wird Serbien wol nichts anderes erübrigen, als um Eröffnung der FriedenSverhandlungen zu bitten; Serbien kann bei diesem Schritte der Unterstützung vonseite der europäischen Mächte sicher sein. Serbien wird sich auf Arges vorbcreiten müssen, denn es ist nicht wahrscheinlich, daß die Pforte besondere Nachsicht üben werde; Serbien betrat den Weg der Revolution, Rebellion und Insurrektion. Fürst Milan wird sich zu Feiedensverhand-lungen bereit finden müssen; er erfuhr in den letzten Tagen nur Unangenehmes; Gerüchte von seiner Absetzung wurden laut, die ganze Bevölkerung der Hauptstadt Serbiens sprach gegen ihn. äürst Milan sah sich schon als den Befreier der slavischen Nation, nahm den Ausruf zum „Kaiser von Serbien" als bare Münze an; er hoffte den Krieg gehen den verhaßten Halbmond mit glänzenden Siegen zu beenden; er sah deu Thron des Sultans bereits zu-sammenbrechen und aus den Trümmern des oSmani-schen Reiches den serbischen Kaiserthron erstehen. Fürst Milan gibt sich infolge des neuesten FamilienerngnifseS der Hoffnung hin, daß die Geburt seines erstgcbornen Sohnes eine wesentliche Sinnesänderung im Lande Serbien erzeugen und den ser» biicheu Thron befestigen werde, jedoch die Waffenerfolge in Serbien sind nicht solcher Art, um die E'süllung der Wünsche Serbiens erwarten zu lasstn. In Serbien fehlt es in erster Linie an einer verständigen taktischen Leitung des Kriegs, geschästes, es herrscht zwischen dem Fürsten und seinen Ministern eine Zerfahrenheit, Uneinigkeit; in» Lande werden gegen Krone und Parteiführer Klagen laut s die Bevölkerung Serbiens verlor bereits alle Hoffnung auf eine glückliche Lösung der Kriegswirren; es geben sich Symptome der Verzweiflung kund, die böse Tage verkünden. Das Gerücht, Fürst Milan wolle Serbien verlassen, verbreitete panischen Schrecken im Lande. Thatsache ist, daß Fürst und Minister nicht harmonieren. daß inbetreff der Kriegführung bedeutende Differenzen bestehen, daß der junge Fürst während JeuilleLon. Coeur-Dame. Novelle von Fr. Willibald Wulfs. (Fortsetzung., Nach diesen Worten machte Luise eine längere Pause. Ihre Erschöpfung verhinderte sie, fortzu-Khren. Der erfahrene Arzt, dem Luisens Zustand noch >Mrner Besorgnis einzuflößen schien, bat sie wiederholt, ihm den Schluß ihrer Erzählung ein anderes mal, wenn sie sich erst wieder ganz wol fühlen würde, zu erzählen, aber sie bestand darauf, ihm i" dieser Stunde noch ihre fernere«» Schicksale zu enthüllen. „An dem Tage, an welchem die entseelte Hülle meiner Mutter der Erde übergeben wurde, kam mein Vater unerwartet im Schlöffe an. Er schien tief erschüttert, als er vor dem Sarge der Verstorbenen niederknieete und unter Thränen ihre kalte Hand an die Lippen preßte. Seit jener Stunde trennte er sich nicht mehr von mir. Er wollte an mir wieder gut machen, was er an meiner Mutter verschuldet hatte. Er überhäufte mich mit Liebe und suchte jeden meiner Wünsche mit verschwenderischer Güte zu erfüllen. Mein verwaistes Herz schloß sich nach und nach fester und immer fester an ihn an. Die letzten Worle meiner Mutter klangen beständig in meinem Ohre, und des Versprechens eingedenk, welches ich ihr in ihrer Scheidestunde gegeben hatte, beschloß ich, ihn auf das innigste zu lieben und ihn nie zu verlassen. Die Welt hat ihn hart und erbarmungslos verurtheilt und ohne jegliche Schonung den Stab über ihn gebrochen, und doch hätte kein Mensch ein größeres Mitleid verdient, als mein armer Vater. Als ich älter wurde, hatte ich oft Gelegenheit, sein edles, für alles Schöne und Gute empfäng. liche Herz zu bewundern; ich habe meinen Vater achten und schätzen gelernt, obschon er wol die meiste Schuld an dem frühen Tode meiner Mut-ter getragen hat. Wo es galt, eine Thräne zu trocknen, war er der erste. Stets zeigte er sich bereit, der Armuth beizustehen, und alle seine Wohlthaten trugen das Gepräge einer edlen Uneigennützigkeit. O, Herr Doctor, wie mancher, der jetzt das Haupt stolz erhebt und meinem armen Vater rin Verkam-mungSurtheil nachschleudert in jene Welt, war unter denen, die ihm alles verdankten. Fragen Sie nur den ehrlichen Franz, der mich jetzt beherbergt und wie ein Freund, wie ein Bruder für mich sorgt, er weiß, »die der Verstorbene an seinen Untergebenen gehandelt hat. Nie verließ ein Unglücklicher ungetröstet unser HauS; wo er helfen konnte» da half er, ohne sich erst lange zu besinnen oder zu fragen. Und wie hat man ihm dafür vergolten? Als er sein Vermögen verloren hatte und als Bettler da« Schloß seiner Väter verlassen mußte, da heftete sich der Undank an seine Fersen." Dem Arzte war nicht ein Wort, nicht eine Bewegung des Mädchens entgangen. Tief ergriffen hatte er ihren Worten gelauscht, und als sie jetzt inne hielt, saß er, in ein schmerzliches Nachdenken versunken. Nach mehreren Minuten fuhr Luise fort: .Ls ist tine alltägliche Geschichte, welche ich Ihnen erzähle, nicht wahr, Herr Doctor?" „Fahren Sie fort, mein Fräulein, ich nehme innigen Antheil an Ihrem Schicksale," entgegnete der Arzt in einem Tone, welcher mehr als seine Worte verrieth, daß er eine wahrhafte Theilnahme empfände. „Ich will es nicht versuchen, meinen Vater von aller Schuld freizusprechen," flüsterte das Mädchen, „er war schwach, unendlich schwach gegen Personen, die es verstanden, sich seine» Herzen- zu bemächtigen, der Zeit dir Regentschaft vom Volke fernegehalten wurde und hiedurch im Volke sich keine Sympathien erwerben konnte; daß dem jungen Herrscher anstatt Liebe zum Volke Abneigung gegen dasselbe einge-impft wurde; daß Fürst Milan keine starke, einflußreiche, ihn und seinen Thron stützende Partei im Lande gefunden. Groß sind die Sorgen, die auf dem jungen Fürsten lasten; die Schultern Milans dürften noch nicht so gekräftigt sein, um, gleich dcm Atlas, diese Riesenlast tragen zn können. Es dürfte dem jungen Fürsten in letzter Stunde nichts anderes erübrigen, als den Beginn der Friedensverhandlungen anzu-streben. Fürst Milan muß den Widerstand seiner kriegslustigen Minister und Volksvertreter bekämpfen, denn die Gefahr, welche Serbien droht, ist groß, sein Thron wankt, die Revolut on ist im Steigen begriffen, eine Schreckensregierung steht im Hintergründe, der Bürgerkrieg kündiget sich drohend an. Die Lage in Serbien ist eine schreckliche! Ganz Europa muß wünschen, daß die Greuel des Krieges aufhören. Fürst Milan wird bei den europäischen Mächten und im eigene» Lande kräftige Unterstützung finden, wenn er die Palme des Friedens mit bereit-williger Hand ergreift.__________________________________ Ueber die Banksrage empfängt die „Budap. Corr." aus Wien nachfolgende Mittheilung: „Die beiden Finanzminister sind bei den jüngsten Verhandlungen betreffs de» politischen ebenso wie des technischen Theiles der Bankfrage vollständig einig geworden; es wurden die Umrisse des Bankstatutes vorbehaltlich der Zustimmung der beiderseitigen Mi-nisterräthe vereinbart. Jnbetreff der 80 Millionen-Schuld konnte, obwohl diesbezüglich längere Zeit konferiert wurde, kein Uebereinkommen getroffen werden. Das österreichische Ministerin»: ebenso wie das ungarische habcn die vereinbarten Stipulationen auch bereits verhandelt und allem Anscheine nach auch angenommen; ein Ministerium wartet aber auf die Antwort des ändern, um die eigene Antwort erst nachher übersenden zu können. Trotz alledem kann jedoch von einer weitern Schwierigkeit oder Differenz zwischen den beiden Regierungen nicht mehr die Rede sein. So weit wäre alles in der besten Ordnung. Ohne Zweifel muß aber auch noch ein dritter Faclor, nemlich die österreichische Nationalbank, in Betracht gezogen werden. Die Nationalbank hat bisher über die Vereinbarungen der beiden Regierungen keinerlei mündliche oder schriftliche amtliche Mittheilung erhalten und weiß überhaupt nicht, was man mit ihr zu thun gedenke, so sehr sich auch die leitenden Männer dieses Institute«, namentlich in der letzteren Zeit, angestrengt haben, diesbezüglich etwas zu erfahren. Diese Männer, oder, um prüciser zu sein, der allgewaltige General-Secretär der Nationalbank, der Heuer ausnahmsweise bisher noch keinen Urlaub genommen hat, sind der Ansicht, daß erstens die Vereinbarungen der beiden Regierungen, >o weit sie publik und bekannt sind, absolut undurchführbar feien, und zweitens, daß der Status yuo bis Ende 1877 unter jeder Bedingung aufrecht erhalten wer den müsse. Dieser Meinung wird von den Betreffen, den überall und bei jeder Gelegenheit Ausdruck gegeben. Es heißt, in Oesterreich besitze die Nationalbank bis Ende 1877 das Privilegium, welches ihr gar keine Regierung oder irgend eine Abmachung streitig machen könne, und nachdem die Unterhand, lungen mit der Nationalbank vor September nicht beginnen werden, sei die Durchführung eines neuen wie immer gestalteten Bank-Organismus bis zum 1. Januar 1877 absolut undenkbar. Au« alledem ist ersichtlich, daß der neue Bank-Organismus kaum gleichzeitig mit dem neuen Zoll- und Handelsbündnisse ins Leben treten dürfte, wenn die beiden Regierungen auch gesonnen sind, wie dies bestimmt in Aussicht steht, den Bankgesetzenlwurf ohne Rücksicht auf die Nationalbank im Herbste den Parlamenten zu unter, breiten und aus Grund des bereit« sanctionierten Bankgesetzes Verhandlungen betreffs Durchführung desselben mit der Nationalbank oder eventuell mit einem ändern Consortium zu führen." - Politische Rundschau. Laibach, 17. August. Inland. Zwischen der österreichischen und un-garischen Regierung schweben, wie der „P. Lloyd" erfährt, Verhandlungen wegen vollständiger -tuf. Hebung der Zoll au s schl ü s f e. Der Zeitpunkt der Beseitigung derselben soll mit dem Beginne der Wirksamkeit des neuen Zoll- und Handelsbündnisses zusammenfallen. Der Reichs - Kriegsminister hat jüngst bei der ungarischen Regierung den womöglich schleunigen Ausbau der munkacs-strher Eisenbahn als eine im Interesse der Landc-vertheidigung unum-gänglich nothwendige Linie urgiert. Der „P. Lloyd" berichtet bezüglich Miletic' und KasapinoviL', daß auf Antrag der Ober. Staatsanwaltschaft und auf Grund der von dieser vorgelegten Daten der Untersuchungsrichter Arthur Matavovßky gegen beide die Strafuntersuchung wegen Hochverrates, und zwar auf Grund des in Kraft befindlichen Gesetzartikels VII vom Jahre 1715, eingeleilet hat, welcher Conspirationen gegen das Land, den König und die Anstiftung des Bürger-kriegeS ahndet. Gegen diesen Beschluß appellierten MiletiL und KasapinoviL an den pester Gerichtshof, welcher jedoch den Beschluß de« Untersuchungsrichter« bestätigte. MiletiL und Kasapinovic haben nun an die königliche Tafel appelliert. Ausland. Der »Nord" äußert sich in folgenden Stellen über die Debatten des englischen Parlaments über die Orient frage sowie die Politik de« Ministeriums: „Wir glauben, daß das Tory-Cabinet durch den Wunsch, seine Macht zu befestigen, sich verleiten ließ, einen Eclat herbeizusuhren, welcher der nationalen Eitelkeit schmei« cheln sollte. Es wurde hiezu durch die mangelhaften Berichte Sir Elliot« ermuthigl. Jetzt sieht das Ministerium ein, daß es sich getäuscht hat. Die öffentliche Meinung Englands, durch die Ungeheuerlichkeiten des mohamedanischen Fanatismus erregt» verlangt eine humanere Politik. Eine Wendung in der Politik Englands ist nothwenig geworden, damit dasselbe wieder eintrete in das europäische Concert. Der Umschwung vollzieht sich bereits und wird sich noch mehr bemerkbar machen. Man wird auf das zurückkommen, wa« bereit« vor drei Monaten geschehen konnie. Die Aufgabe des europäischen Con-certes ist heute viel schwieriger; indeß ist das gute Einvernehmen so werthvoll, daß die Mächte dem Ministerium DiSraeli bereitwillig entgegenkommen werden. Die amtliche .SrbSke Novine" in Belgrad publiciert folgenden Erlaß: .Behufs Bezahlung der Anschaffungen für das Militär wird ein neuer Steuerzuschlag ausgeschrieben, und zwar für Steuerträger der achten Klasse angefangen. Die auf jeden entfallende Summe muß binnen fünfzehn Tagen erlegt werden." Der türkische StaatSrath wurde reorganisiert und in vier Sectionen für Verwaltung, Justiz, öffentliche Arbeiten und Reformen gttheilt. Der Senat in den Vereinigten Staaten Nordamerika'« lehnte den Zusatz zur Verfassung ab, wonach Staatsgelder nicht zur Unterstützung von Schulen verwendet werden sollen, welche beson-deren Kirchmsecten angehören.________________________ Bom Kriegsschauplätze. Der Special.Berichterstatter der „D. Ztg." wurde vom KriegSverlreter Montenegro'« bei der serbischen Regierung, Verbica, ermächtigt, zu erklären: „Die Fürsten Nikolaus und Milan, die Regierungen ihrer Länder, sowie die Bosnier und Herzegowinaer werden nie einen Frieden mit der Pforte schließen. Der Krieg wird erst dann sein Ende finden, wenn entweder die Türken au« den serbischen Ländern verjagt sind oder das serbische Volk gänzlich ausgerottet ist. Die alliierten Fürsten- und diese Schwäche hat unser Unglück herbeigeführt. Ich brauche Ihnen wol nicht zu erzählen, daß der Name und das Vermögen meines Vaters Scharen von sogenannten Freunden herbeilockte, welche unter der heuchlerischen Maske der Freundschaft sich in seine Nähe drängten und kein Mittel unversucht ließen, um ihn in'« Verderben zu stürzen. Vergeben« bat und beschwor ich ihn, diesen Menschen sein Herz zu verschließen, aber wa« vermochten die einfachen Bitten eine« halberwachsenen Mädchens gegen die raffinierten Kunstgriffe dieser Menschen? ES kam so, wie ich befürchtete. Unter diesen Freunden befand sich nemlich rin Mann, dessen glänzende Außenseite seinen verderbten Charakter und seine ungezügelten Leidenschaften trefflich verbarg. Wir hatten jenen Elenden in Karlsbad kennen gelernt, wo er sich meinem Vater näherte und den-selben durch seine verführerischen Eigenschaften so Uhr blendete, daß er ihm willig Gehör schenkte und seinen Rathschlägen folgte." „Wie ist der Name dieses Mannes?" fragte der Arzt, gleichsam einer plötzlichen Eingebung folgend. ,,Gestatten Sie mir, seinen Namen zu verschweigen," antwortete Luise. „Mißtrauen Sie mir.... ?" „Diesen Vorwurf verdiene ich nicht," rief sie. ihm offen in'« Auge schauend, „denn ein Versprechen bindet meine Zunge. Fragen Sie mich nicht, ich kann Ihnen doch nichts weiter sagen, als daß dieser Teufel in menschlicher Gestalt daS Unglück meine« Vater« vollendete und uns hinauSstieß in'« Elend." In den Augen des bleichen Mädchen« leuchtete es bei diesen Worten hell auf und eine dunkle Rölhe überzog ihre verstörten Züge. Mit bebender Stimme setzte sie hinzu: „Schon im ersten Augenblick unserer Begeg. rmng verabscheute ich diesen Menschen, obschon er sich alle erdenkliche Mühe gab, mein Herz zu ge-winnen, Was er auch that, um mir zu gefallen, meine Abneigung, anstatt sich zu vermindern, stieg mit jedem Tage, und zu ehrlich, um meine Empfindungen zu verbergen, trug ich sie offen zur Schau. Er hatte gelernt, seine Gefühle zu verbergen. Anstatt beleidigt meine Nähe zu meiden, drängte er sich überall mir in den Weg, indem er meinen Vater für sich einnahm und den arglosen Mann unauf lösbar in seine Netze verstrickte. Wa- ich auch ver. suchte, um seinen Einfluß zu brechen, zu welchen Mitteln ich auch meine Zuflucht nahm, um ihn von meinem Vater zu trennen, alle- mißlang. Mein Vater fand immer mehr Gefallen an den glänzenden Eigenschaften des heuchlerischen Verführers, und wenn er mich nicht' so sehr geliebt hätte, so würde er mich ohne Zweifel gezwungen haben, diesem falschen Freunde dir Hand am Altäre zu reichen. Ich erwartete von Tag zu Tag, daß er mir befehlen würde, dem Verhaßten freundlicher zu begegnen, aber seine Kraft war damals schon gebrochen, er ließ es bei Bitten und Ermahnungen bewenden. Natürlich setzte ich ihm einen hartnäckigen Widerstand entgegen, und so blieb es, bis wir Karlsbad verließen und nach unserm schönen, herrlichen Rheinstrom zurückkehrten. Ich athmete freier auf, als wir in unserm stillen, einsamen Schlosse anlangten, aber wer beschreibt meinen Schrecken, als mir schon am zweiten Tage nach unserer Ankunft angekündigt wurde, daß jener Mensch, den ich nie wieder zu sehen hoffte, uns in nächster Zeit besuchen würde. Unter Thränen beschwor ich meinen Vater, ihn zurückzuweisen, aber er war unerbittlich. Ich ahnte damals noch nicht, daß er jenem Teufel unrettbar verfallen war. Derselbe kam und setzte seine Bewerbungen um mich fort. Unfähig, meinem Haß länger Einhalt zu gebieten, wie- ich ihn wiederholt mit Verachtung zurück. Er entgegnete keine Silbe, aber an dem eisigen Lächeln, welches auf feinen Lippen erschien, Ihümer werden den Krieg bis auf den letzten Mann führen. Die Slavenwelt wird ihnen die Geldunter« stützung nicht versagen. Die Besetzung einiger serbischer Dörfer durch die Türken bedeutcl noch keine Niederlage der serbischen Armee. In derselben herrscht der Enthusiasmus nach wie vor und ihre jetzigen Stellungen lassen mit Wahrscheinlichkeit eine Niederlage der Türken erwarten. Die Montenegriner sind in Eilmärschen gegen Djeleddin Pascha gezogen, um ihn zu schlagen und Allserbien zu besetzen. Die beiden Fürsten werden sich dann siegreich die Hände reichen. Montenegro ist dankbar Oesterreich. Ungar» für die Sperrung des Hafens von Klek. Das gleichzeitig von Oesterreich erlassene Verbot der Waffeneinfuhr hat durch die Erbeutung zahlreicher türkischer Waffen für Montenegro keine nachtheiligen Folgen gehabt. Die Gerüchte über eine Ministerkrise in Belgrad entstammen Serbien feindlichen Quellen. Wenn England die Türkei mit Geld unterstützt, so wird die russische Well die Serben und Montenegriner nicht im Gliche lassen." Bei Bjelina soll seit 13. d. M. gekämpft werden und — wie es verlautet — wären die Ser-bei, im Nachlheile. DespotoviL besetzte mit einer Jnsurgentenschar Petrovac in Bosnien. Eine Abheilung der türkischen Timok-Armee soll bis Marinovac an die Donau vorgedrungen sein. Osfi-cielle Nachrichten fehlen. Aus Oesterreichisch-Racza telegraphiert die Finanzwache an die Finanzbehörde, daß bosnische und serbische I n s urgent en so zahlreich die Save uber,chreiten, daß es unmöglich sei, sie daran zu hindern. Daraufhin wurde Militär aus Mitrovitz requiriert und an die bedrohten Punkte entsendet. Unter der katholischen Bevölkerung Bosniens Wird sehr lebhaft für die Annexion Bosniens an Oesterreich agitiert. Der österreichische Vice-Consul Waldhart, ein geborner Tiroler, bereiste diesertage alle bosnischen Klöster und fuhr sodann, einem Ruse des wiener auswärtigen ilmles folgend, direct nach Wien. Der griechische Metropolit von Serajevo verlangt von der christlichen Bevölkerung 5000 Dukaten zur Unterstützung der kriegführenden Türkei. Wie es verlautet, werden Nikola und Milan demnächst ein Manifest an die Regierungen und Völker erlassen. Zur Tagesgeschichte. - Gewerbe-Verband. Dem Obmanne des wiener Gewerbe-Genoffenschaftslages, Adolf Strehblow, ist folgender Erlaß der niederösterreichischen Statthalterei zugekommen : „Das k. k. Ministerium des Innern hat laut Erlab vom 29. Juli 1876, Z. 9738, die mit der Eingabe xraes. 5. Juli 1876 anher angezeigte Bildung des erkannte ich, daß mein Verderben beschlossen sei. Es waren entsetzliche Tage, welche ich jetzt verlebte, mit Erbeben denke ich daran zurück. Von jener Stunde an machle er keinen Versuch mehr, meine Abneigung Ku besiegen, er behandelte mich mit kalter Höflichkeit und ich wich ihm aus. So verflossen mehrere Wochen, da erfolgte der Schlag, den ich längst schon geahnt hatte. Eines Abends, ich war schon zur Ruhe gegangen, ein wilder ^ärm durch da« Schloß. Mein ^^afzjmmer war nur durch einen Corridor von dem Gemache getrennt, in welchem mein Vater mit lewem Gaste zu — spielen pflegte. Erschrocken klei-dete ich mich an und öffnete die Thür meines Zimmers. unterschied in dem Getöse die Stimme meines Katers, wie er um Hilfe rief. Wie ein gescheuchtes "«h flog ich über den Corridor, stieß die Thür auf und stürzte in das Gemach. Eine schreckliche Scene bot sich meinen Blicken var. Mein Vater hielt den Verhaßten mit beiden *wen umklammert und schrie: „„Falscher Spieler, Ü>b mir zurück, was du mir gestohlen hast!"' ^ Ein gellendes Hohngelächter war die Antwort «es elenden Betrügers. Dann schleuderte er mit Überlegener Kraft meinen Vater zurück, daß derselbe bewußtlos zu Boden sank." (Forts, folgt.) Vereines „Verband der Gewerbetreibenden in Oesterreich" aus Grund der vorgelegten Statuten nicht zu untersagen befunden. Hievon werden die Proponenten zu Ihren Händen mit dem Bemerken verständigt, daß im Falle der Er» richtung von lokalen Abtheilungen des Verbandes die bezüg. lichen Bestimmungen der ZZ 10 und IS des BereiiiSgefetzks vom 15. November 1867 in Anwendung zu kommen haben." — Gegen den Ausgleich. In der am 13. d. in Eger stattgefundenen Volksversammlung wurde auf An» trag des Dr. Hans Kraus eine Resolution gefaßt, wonach die Personal-Union noch wüuschenswerther sei, als die Erneuerung des Ausgleiches mit Ungarn unter den bekannt gewordenen, unbedingt zu mißbilligenden Bedingungen. — Der Arbeiterrag in W r. -Neustadt wurde nach zweitägiger Dauer am 15. d. geschloffen. Einstimmig wurden alle die Förderung der Parteidestrebungen bezweckenden Anträge angenommen. Aus allen Städten Oesterreichs sowie aus vielen des Auslandes irasen Telegramme und Zuschriften ein, in welchen Vereine und Gesinnungsgenoffen beistimmende Erklärungen zu den gefaßten Beschlüssen ab-gaben. — Großes Unglück. Vor einigen Tagen brannte in St. Georgen an der Stainz in Steiermark das Wohnhaus und die Tenne des RealitätenbesitzerS Franz Jlga vollständig ab. Leider sind hiebei drei Menschenleben zu beklagen; der Eigenthümer, dessen Mutter und Schwester verbrannten. — P o st - Sp a r k a s s e n. Italien zählt gegenwärtig 904 Post-Sparkassen, und betrugen die Einzahlungen im ersten Halbjahr I87Ü 1.479,904 Lire _________ Mal- und Proviuzial-Angelegenheiteu. — (Lebens rettungstaglien) wurden von der krainischen Landesregierung Len Taglöhnern Vincenz Jereb und Franz Tschel-schuik. dem Schuster gesellen Franz Bezlaj und dem Silddahnheizer Franz Makovec silr Rettung der Franziska und des Josef Kosin vom Tone des Ertrinkens zuerkannt. — (Der laibacherGemeinderath) hält heute nachmittags um 5 Uhr eine Sitzung ab. (Die laibacher Rohrschützengesellschaft) nahm am 13. und 15. d. Abschied von der in der Polana bestehenden Schießstätte und wird am 27. d. M. das nächst Rosendüchl am Fuße des rosenbacher Berges neuer bau re Schützenhaus beziehen. Der Abschied aus der alten Schießstatte vollzog sich in festlicher Weise. Ober-schützenmeister Reg.-Rath Dr. R. v. Stöckl machte den letzten Schuß und der Zieler signalisierte einen Vierer, eine Batterie löste Salven, die Musik gab den zahlreichen Toasten höhern Schwung; Oberschützenmeister Dr. R. v. Stöckl ergriff das Wort zu einer längere» Ansprache, worin die historischen Momente, welche sich an die alte Schießstätte knüpfen, die unter den Mitgliedern des Schießstandes von jeher herrschende Brüderlichkeit, die vonseite des Kaisers und den Mitgliedern des Kaiserhauses zum Besten der Schützengilde geübten Gnadenacte warmen Ausdruck fanden. Die feierliche Eröffnung des neuen, mit bescheidenen Geld-Mitteln ans einer prächtigen AnSsichtssttlle erbauten und aus weiteste Distanz berechneten Schießstandes findet, wie bereits angedeutet, nicht am 20., sondern am 27. d. M., die Ziehung der Effecten-Lotterie morgen, am 18. d. statt. — (Sterbefall.) In Tarvis starb am 13. d. M. der Oberlehrer Joh. Kapaun, ans Treffen gebürtig, ein Mann, der durch 44 lange Jahre im Schulfache eifrigst lhätig war. Obgleich aus der allen Schule, war Kapaun ein aufrichtiger Freund des neuen Schulgesetzes. — (Ein internationales Wetturnen) wird in den Tagen vom 21. bis 24. d. in Venedig in Scene gesetzt werden; an demselben werden auch viele österreichische Turnvereine durch Deputationen theilnehmen. Der laibacher deutsche Turnverein wird durch zwei Mitglieder, durch den Turnlehrer Herrn Schmidt und Herrn Oskar Künl vertreten sein, beide werden bei sämmtlichen zurAus-sührung kommenden 14 schwierigen Turnübungen in die Schranken treten. Jeder dieser zwei laibacher Deputierten erhält ein Reisepauschale aus der Vereinskasse. — (Verhaftung.) Einem Spediteur in Triest wurden vor kurzem gelegenheitli» eines EinbruchSdiebstahl» Pretiosen ick Werthe von 1000 fl. entwendet Der triefte» Sicherheitsbehörde gelang «S, den Dieb in der Person einer Köchin im laibacher Bahnhose auSzusorschen und dieselbe dem kompetenten Untersuchungsgerichte einzuliefern. — («uS dem rudolfswerther Gerichtssaale.) Bei der gestern abgesührten Hauptverhandlung wurde Graf Margheri vom angeschuldigten Verbrechen der öffentlichen Gewaltthätigkeit freigesprochen. — (Gemälde-AuSstellung.) Der heimatliche, in Rom Kunststudien obliegende Maler Johann S » bic stellt sein angesertigtes und für die Pfarrkirche in St. Martin unter dem Großkahlenberge bestimmtes Altargemälde (Bischof Martin), von heute an im hiesigen landschaftlichen Redoutensaale aus. — (Unglückssall.) In Reichenburg, Bezirk Lichten-wald in Steiermark, sand vor kurzem die Versteigerung einer Realität statt. Bor Beginn derselben besichtigten einige Kauflustige diese Realität, betraten den Gang, derselbe brach durch, einer der Beschauer stürzte so unglücklich hinab, daß er augenblicklich todt blieb; mehrere andere wurden mehr oder minder körperlich verletzt. — (Die in Klagenfnrt internierten Tür- ken) empfinden Langweile. Einer derselben ließ sich un-längst eine ernstere Ausschreitung zuschulden kommen, in-dem er dem in das Lokal ihrer Internierung eintretenden österreichischen Gefreiten das Bajonett aus der Scheide ziehe» wollte. Er wurde aber von seinen Kameraden daran ver-hindert. Für dieses Vergehen wurde der Excedent im Disci-plinarwege mit Einzelhaft und Fasten bestraft. Im übrige» befinden sie sich ziemlich wohl. Nur mundet ihnen das ge-wöhnliche Rindfleisch nnd das Kommisbrod nicht, daher ihnen auch Kaffee und Hammelfleisch verabreicht wird. — (Istrianer Bahn.) Die Staatsverwaltung hat mit der Südbahngesellschasl ein Uebereinkommen wegen der Betriebssührung der in einigen Tagen dem öffenr-lichen Verkehre zu übergebenden istrianer Bahn getroffen-Eine Torrespondenz aus Pisino meldet, daß es nicht möglich sein werde, den Termin einzuhallen und die istrianer Eisenbahn Mitte August zu eröffnen. Der eigentliche Bahnkörper ist wol vollendet und es hat aus demselben auch bereils eine ganz befriedigende Probesahrt staltgesunden, allein bei ein-zelnen Hochbauten ist der Bausortschritt etwas zurückgeblie-den und dies machle die Hinausschiebung des Eröffnungstermins bis in die letzten Tage des August nothwendig. Die Fahrbetriebsmittel sind fast alle schon eingetroffen und der Strecke entlang vertheilt worden. — l«nS der vühnenwelt.) Der in hiesigen Gesellschaftskreisen wohlbekannte wiener Hofopernsänger Herr Scaria seierl auf deutschen Bühnen, namentlich in den Opern „Robert", „Hugenotten" und „Dük Juan" Triumphe. — Herr v. Hell und Frau Mathes-Röckl haben ihren theatralischen Umzug abgeschlossen; unter Leitung de» Erstgenannten wurde in Villach, Klagensurt, WaraSdin, Raab, Papa und Komorn je ein LykluS von 10 bis 12 Vorstellungen gegeben. Obgleich in Papa die Bühne nur aus einigen Louliffen besteht, wurde täglich doch eine Kasse-einnahme von 260 bis 280 fl. gemacht. Herr v. Hell hat vorläufig die Leitung der wandernden Gesellschaft aufgegeben und obliegt Gastspielen. — Der russische Hosschanspieler Lesser ersreut sich in Breslau lebhaften Betsalles. — Herr Schwabe soll die technische Leitung eines in Wien erst zu.errichtenden Volkstheaters, in dessen Räumen geraucht und soupiert werden darf, übernehmen. — („Villach".) Eine volkSwirthschaftliche Studie von A. v. Rausche ufels. Klagensurt. Johann und Friedrich Leon. So betitelt sich ein kleines Schriftchen, wel-ches im engsten Rahmen die wirthschaftliche Lage der alten Patrizierstadt Villach zum Vorwurf der Schilderung genommen hat und in drastisch-humoristischer Weise ihren einstigen Entwicklungsgang beleuchtet. Zum Schluß gibt der Autor Mittel und Wege an, wie sich eine rationelle Fortentwicklung der national-ökonomischen Verhältnisse Villach» bewerkstelligen ließe. Nach seiner Intention müßte in Villach eine Lehrkanzel für italienische Sprache, eine Handelsschule, ejne Schnitz- und Modellirschule, eine Fachschule für Land-wirthschaft, Viehzucht, Alpenwirthschast und Forstkultur er-richtet werden, die Stadt müßte ein eigene» Gemeindestatut erhalten. Mit einem Worte, der Autor will mehr Sinn für fortschrittliches Wirken in die Handelsstadt de» kärntner Oberlande» bringen. Die Vertretung landwirthschaftlicher Interessen. (Schluß.) Manchen Abgeordneten der Landgemeinden schert eS blutwenig, wie seine Wähler über ihn denken oder was sie von ihm haben wollten nnd hoffen konnten; eS ist die- eine Nichtbeachtung der Mandanten, an der wir Wähler meist selbst schuld sind. Wir übertragen nicht selten unser Mandat auf Persönlichkeiten, welche keine Gewähr bieten, daß sie die landwirtMafitichen Interessen vertreten wollen ober vertreten können; uns selbst war es bi-her gleichgiltig, ob der von den Landwirtben und sür die Landwirthschast gewählte Abgeordnete nur mit der Industrie, den Eisenbahnen u. s. w. geliebäugelt hat, und wir hatten kein Wort der Entrüstung, wenn er sür diese Zweige stets ein willige« »Ja", eine ihre Interessen fördernde Haltung hatte, auf die seiner Mandatare jedoch ganz vergaß und die Wahrung der landwirth-schastlichen Interessen nur das Aschenbrödel seiner legislativen Thätigkeit war. Oder hätten wir nicht Recht, wenn wir fordern, daß unsere Agrikultur, die Werthe nach Hunderten von Millionen produciert, und woraus alles Hoffnungen baut, im Reichsrathe wie ui vielen Landtagen so vertreten sein sollte, wie es die Interessen der Millionen Landwirthe dringend erfordern, unbedingt nothwendig machen? Es werden Gesetze tief einschneidender landwirtbschaft-licher Natur geschaffen, und es betheiligen sich bei dem Zustandekommen, bei der Debatte über dieselben sehr wenige Abgeordnete aus landwirthschastlichen Kreisen, ja es war oft geradezu ein Wlück — leider müssen wir es gestehen, — daß wir Männer hatten, die ohne gerade Landwirthe zu sein, nützlich einzugreifen wußien. Betrachten wir uns die Situation im Reichsrathe ein wenig; wie schnell wird das Budget des Ackerbaues erledigt! Hiezu bedarf es viel weniger Zeit, als zu manchen anderen Fragen, welche jedoch mit der materiellen Existenz der Bevölkerungsmajorität gar nichts zu thun haben und sie auch factifch kalt lassen. Beim Ackerbau wird jeder Kreuzer zehnmal umgewendet, und nur dem fachlich gewandten Auftreten unsere» jetzigen Ackerbauministers ist es zu danken, daß er letzthin da« Budget unbeschnitten und unbeschädigt ans den brandenden Reichsrathswogen berausbugsierte. Es gibt Abgeordnete, die eS als nicht zum guten Ton gehörig Hallen, unseren landwirthschastlichen Vertretern im Reichsrathe »u sekundieren oder beim Ackerbaubudget im resormierenden und fortschrittlichen Sinne das Wort zu er-greisen. Wie die Erundstenerregnlierung, die Waldverwüstung, der Borkenkäfer und die Rinderpest aufs Tapet kommen, erfaßte manche sehr ehrenwerthe Mitglieder Ungeduld, und Teilnahmslosigkeit ist das Geringste, waS einem Redner passieren kann. Wenn es auch nicht zu hören ist, so kann man es doch in den Mienen einzelner lesen, deren Träger in den Fa> briks-, Handels-, Eisenbahn- und Advocatenbänken ihren Platz haben, alS wollten sie sagen: Jetzt hören Sie schon einmal auf, mit ihrem Lamento über Verschleppung der Grunds,enerregulierung; Wiener-Wald und Borkenkäfer, Rinderpest und Eisenbahn-Viehtransport daS sind Dinge, mit denen die Landwirtbe schon selber fertig zu werden wissen. Zeigen wir also, daß wir sähig sind unsere Angelegen-heiten besser zu vertreten, als biSber!_____________________ Danksagung. Pflichterfüllend gegenüber allen geehrten Gönnern und Theilnehwern an dem Bestkegelfcheiben zum Vortheile der hiesigen Buchdrucker-Uiitersttitzuugrkafse spricht dos ergebenst gesertigte TomitL sür die äußerst zahlreiche Theilnahme, welche einen Reinertrag von 863 Gulden zugunsten obgenannter Vereinskasse abwars, seinen innigsten Dank im Namen aller hiesigen Buchdrucker aus. Laibach, 17. August 1876. D«S C-mitL de» Buchdrucker-UnterstützungSverein». AlS unterstützende Mitglieder der laivacher freiw. Feuerwehr leisteten den Jahresbeitrag pro 1876: Herr Georg Auer...............................mit 20 fl. . Joses Strze.b«.............................„ 2 „ „ Johann Perdan................................. 3 „ " Franz Jerlinz..............................„ 5 „ Witterung. Laibach, 17. August. Anhaltend heiter, fast wolkenlos, schwacher Ostwind. Wärme: morgens 7 Ubr -j- 17 8', nachmittags 2 Uhr 4- 26 0» 6. (1875 > 27 5", 1874 -s- 17 6° 0.) «ar°. Meter im Fallen, 735 14 mw. DaS gestrige TageSinittel der Wärme -s- 22 2°, um 3 1» Uber dem Normale. Augekvmmene Fremde am 17. August. Hotel Stadt Wien. Shrege, Privat, Keßler u. Süß. Kfl., Wien. — Purkarthofer, Telegraphenbeamter, u. Usiglio Helena fammt Tochter, Triest. — Nltfch, Stener-Jn-spector, Egg. — Walter, Advocat. Köln. — Schulz, Kfm., Lyon. — Nofan, Forstzögling, Masern. — Gre-gorik, Privat, Möttting. — Friedr. v. d. Leyen, Oberst, lieutenant, Gratz. — Straeli, Offizier, Fiume. — Glo-botnik, Gewerksbesitzer, Eisnern. Hotel Elefant. Braune, Wien. — Leonhardi, Nürnberg. — Domladisck, JU-Feistriz — Binder, Major, und Bastian, Triest. — Hradeczky, Post-Sekretär, Agram. Hotel Europa. Simon, Fabrikant, Wien, — Rößmann sammt Frau, Agram. — Dvorak, Buchlawiz. — Sla-dekek, Privat, Pola. Mohren, «ratochwil, Forsteleve, Graz. — Cencovich, Tuest. Kaiser von Oesterreich. Laues», Olmittz. - - Polzi und Osten, Triest. Stadt Laibach. Dolen,, Oberkrain. verstorbene. Den 14. Angnst. Johann Porenta, Arbeiter, 25 Jahre, Livilspital, Lu'ig>ntubcrculose. — Lonstantina Krump-holz, Inwohnerin, 78 Jahre, Livilspital, Darmkatarrh. Den 15. August. Anton Pachzelt, Schlossergeselle, 22 Jahre, Civilspital Erschöpfung. Den 16. August. Joh Sterleker, Cichorieufabriks-arbeiters erstgebornes Zwillingskind, 3 Monate, Stadt Nr. 33, Durchfall. — Maria Milharsik, Jnwohnerswitwe, 42 Jahre, Livilspital, Gelbsucht. . Lebensmittel-Preise in Laibach am 16. August. Weizen 8 fl. 16 kr, Korn 6 fl. — kr., Gerste 4 fl. — k., Hafer 3 fl. 80 tr., Buchweizen 5 fl. 80 kr., Hirse 4 fl. 62 kr., jknkurutz 5 fl. 40 kr. pr. Hektoliter; Erdäpsel 3 fl. 50 kr. pr. 100 Kilogramm; Fisolen 7 fl. 50 kr. per Hektoliter; Rindfchmatz 94 tr., Schweinfett 85 kr., Speck, frischer, 64 kr., Speck, geselchter, 75 kr., Lutter 85 kr. per Kilogramm; Eier 2 kr. per Stück; Milch 8 kr. per Liter; Rindfleisch 50 kr., Kalbfleisch 44 kr., Schweinfleisch 58 kr. per Kilogramm; Heu 2 fl. 62 kr, Stroh 3 fl. 15 kr. per lOO Kilogramm; hartes Holz 8 fl., weiches Holz 5 fl. pr. vier Q.-Meter; Wein, rother 23 fl., weißer 20 fl. pr. lOO Liter. Gedenktafel Über die am 21. August 1876 stattftndenden ^icitationen. 2. Feitb, Legnar'sche Besitzrechte, Safniz., BG. Krainburg. Am 22. August. 2. Feilb., Potoknik fche Real., Stein, BG. Stein. — 2. Feilb., Markovc'fche Real., »amnik, BG. Krainburg. — 2. Feilb., Scherz'sche Real., Polane, BG. Rudolfswerth. — 2. Feilb , Skvarc'fche Real., Pole, BG. Wippach. — Ite Feilb., Selan'sche Real, Kamenverh, BG. Littai — Ile Feilb., Odreza'fche Real., Selo, BG. Littai. — 2. Feilb., Wohlgemnth'sche Real., Altlack. BG. Lack. — 1. Feilb., Rojc'sche Real., Jablanie, BG. Feistriz. — I. Feilb., Primz'sche Real., Topolc, BG. Feistriz. Telegramme. Wien, 16. August. Die heutige „Wiener Zeitung" veröffentlicht ein kaiserliches Handschreiben, womit der SeclionSchcf Hoffmann zum Reiche-Finanz» minister ernannt wird. PariK, 16. August. Das „Journal Officiel" soll morgen die Ernennung des Generals Berthaut zum Kriegsminister Anstalt des demissionierten Generals Cissry veröffentlichen. Künstliche Zähne «ud LnstLrickgebiffe werden schmerzlos eingesetzt, alle Zahnoperationen und Plombierungen vorgenommen vom Zahnarzt Daickek an der Hradezkybrücke im Mally'schen Hause, erster Stock. Meine Mundwafsereffenz, Flacon l fl., ist außer im Ordinationslokale noch bei Herrn Apotheker Maier und Herren « ar.inger L Kasch zu haben. (447) 2 -1 An Herrn Tabak-Hauptverleger Oruber. Besitzen Sie eine behördliche Licenz, Ihre Kunden, anstatt sie beim Ankaufe von einem Paket Cigarren ä. 100 Stück um den NachtaßpreiS freundlich zu belehren, mit Ken Ehrentiteln „Dummkopf" und „Esel" zu begrüßen? (446) ________ Großer ZllKverkaus I von (445) 3-1 Glas, Porzellan und Steingut wegen Lokalveränderung zu herabgesetzten Preisen. Alter Markt Nr. 23. 300 Eimer sind sofort zu verkaufen. (422) 3—3 Wo? sagt die Expedition dieses Blattes. (kUIsueiit) keilt lirieüicli äsr LxeerslLrrt Dr. ILillisvIi, Reustsclt, Orvsäsu (Lrrclrsku). Ikvrvits lllivr 8000 mit krlolx l,vli,riul<>lt. (l) 55 Ten ZI. d. M. (448)3-1 beginnt in der Anstalt des Gesertigten der Wiederholungs - Unterricht. Alois Waldherr. Wiener Börse vom 16. August. St»»t»kor»rl». ! «eld Ware Spcrc. Rente, öst.Pap. «6 «0 Sü'SO dto. dto. oft. in Eilb. 7» lv 7» «5 ljole »on 18S1 . . . . wr —Ilii« -Vosc von 1860, ganze lll'SS IN S» Sofe von 188«, Fünft. I IS 5d >17-Prämiensch. v. I8S« . r3»'— ISS' Qrrmdsllt.-OKI. kiebenblirg. llngar» inalo-Bank . . . vredttanftalt . . . Lrrosileuban! . . Kscompte-Anftatl Franc» - Bank . . k>audel»b-nk. . . »tationatballt . . O-ft. «ankg-f-lll. llnion-Banl . . . 8erlehr«ba»k. . . > »Md-Bahn . . »arl Ludwigbahn »als. S>«f..«-Hn lkrif. gr, Joses«b Staatibahn . . . küdbabn........... 7» s» 71-7»— 73« 7»7S 7S--14» 10 . «70 «80 - . «b« -- 8L!> . 57 .! «2 . 10» . 18» . rsg . ui . 88 )> .! 74' 75 58' SO 8» — 10^' 50 198 50 157-60 138 >50881' 25 74 50 Geld War»^ Allg. öst. Bod.-Credit. dto. in 339 Nation, ö. W Ung. Bod.-Creditanst. 106— 8S 50 97 75 86-25 106.50 89-75 97-80 86L0 ^rtor1tLt»-vdL. Franz IosefS-Bahu . Oest. Nordwestbahn . Siebenbürger . . . . StaatSbahn Südb.-Ges.zu 500 Fr. dto. BonS 8d80 61 50 155— 113 50 90-— 85 2S 68 — 156— 11375 l-o»v Tredit - Lose Rudolfs - Lose ... 159— 13 50 159 S0 14— WecrL». (oMou.) Augsburg 100 Mark Hrankf. 100 Mark. . ^ndon*lo"Pfd. ^terl. Paris 100 Franc- . . 5940 5940 59 40 I2L L5 48 85 59-50 59 50 59 S0 122 60 48 36 Kais. Münz-Ducaren L0-FrancSstück .... Preuh. Kassenscheine. Silber . . S 81 9 7L 59 90 104-85 5 83 9 74 60-IOS'10 Telegraphischer Lursderichi am 17. August. Papier-Rente 86-20 — Silber-Rente 7005 - 18«0er StaatS-»nlehen 111 25. — Bankactien 853 — Credit 142 40 — London 122 50. — Gilb« 104 20 — K k. MüM' dukaten 5 84. -7- 20«?srancr Stücke 9 78'/,. — 100 -leicht» mark 60' Druck von Jg. v. Kleinmatzr L Fed. Bamberg. Berleger Ottomar Bamberg. Für die Redaction verantwortlich: Franz Müller.