ßrinaü-eriiiivlls prkisc: Für Laibach ^^u-hrig . . . „ 4« kr. ^»jährig . . . . , L . w , . - . 70 . Rii der P o fi: . II fi. — kr. . 5 , 50 . . r ^ 75 ^ Laibacher r-^nr-:ig. KSjibriz . - ' LvsteLung i?4 Haus vicrtel-rz *.r, L'.yQüllich 9 fr. ^ »*t!uc Feu^rlN^ru 6 rr. Nr 15.,. Tagblatt Anonyme Mittheilungen werden nicht berücksichtigt: Msmuscripte nicht zurückgesendcl. Lldaktion: ^ab^bcfzesle Lrrcdiüon und Znseralrv ünrcau: -on-r-:Hpla^ Nr. 81 (Bnchdandlr-Lg r-^n ) r.NieinmayrL F. Bamberg). Zuscrtiousprrisc: Hür dre einsvalri^e Petitzeile A kr d'?i zweimaliger Cluichalrung » 5 kr dreimal » 7 !r. Inserricnsfremvcl jedesmal 3V k, L^ei größeren Inseraken und öi'lere» Linsrtzairung erusvreLendin 8radLt:. Dienstag, 9. Juli 1872. — Morgen: Amalia. 5. Jahrgang. Das Bahnproject Laibach-Karlstadt. (Fortsetzung.) . Kein anderer Ort Unterkrains, am allerwenigsten einer im engen, schwer zugänglichen Gurklhale kann ^ ähnlicher Vortheile seiner Lage rühmen, wie ^udvlfswerth. Dieser Umstand ist auch schon bei der Gründung der Stadt (1365 unter Rudolf IV. Stifter) als fester Platz gegen die Einfälle der Türken maßgebend gewesen und ist es in strategischer Beziehung auch heute noch. Denn durch die urahlenförmig von de» Landesgrenzen von Kroatien und der Militärgrenze in Rudolfswerlh zusammen-^srnden Straßenzüge können größere Truppen-^ssen schnell zusammengezogen oder entfaltet wer-und die Stadt selbst eignet sich durch '->c Berkehrsvortheile und ihre Lage im Mittelpunkte des Productionsgebietes zu einer Hauptnie-erlage für Proviant, Kriegsbedarf und Waffen. .. . 2n noch höherem Grade aber kommen alle ^e>e Vortheilx der Lage in volkswirthfchaftlicher ^ iur Geltung, da sie ja einen entscheiden-b auf das Gedeihen der Urproduktion, Industrie- und Handelsthätigkeit, ^ w>t auf ein reiches Erträgnis der Bahn selbst "lNttnt. An Handelsproducten für die Ausfuhr werden schon gegenwärtig Wein, Getreide, gedörrtes Obst, dein- und Kleesamen zumeist über Laibach nach Dber- und Jnnerkrain, sowie nach Kärnten verpachtet. Auf den lebhaften Jahr- und Wochen-Märkten in Rudolfswerlh werden Einkäufe im gro-für Agram, Laibach und Triest in Lebensmitteln aller Art gemacht, namentlich große Mengen von Schweine-, Rinds- und anderen Fetten, alle Gattungen Geflügel, Knollengewächse, Hülsenfrüchte, Eier, Obst, Gurken, Krebse u. dgl. Von Nutzthie-ren werden hauptsächlich Mastochsen aus der Zucht benachbarter Güter, dann Mast- und Zuchtschweine, fette Hammel, Zicklein und Lämmer ausgeführt. Auch die Handelsbiene in Stöcken bildet einen nicht unbedeutende» Gegenstand der Ausfuhr nach allen Ländern Europas und selbst nach Amerika. Von sonstigen Handelsartikeln verdienen vorzüglich Pottasche, Knoppern, Eichen- und Fichtenrinde, Wolle, Ziegenhaare, Borsten, rohe Häute, Essig, Wachholder- und Zwetschkenbranntwein als Gegenstände eines lebhafte» Verkehres an auswärtige Firmen genannt zu werden. Durch eine Bahnanlage würde nun dieser Ort zu einer Hauptvorrathskammer für die ge-fammte Landesproduction erhoben werden, die Production Unterkrains selbst aber müßte einen hohen Aufschwung nehmen in dem Augenblicke, wo die Verkehrsschwierigkeiten und hohen Frachtsätze beseitigt würden. Der um Rudolfswerth gelagerte Grundbesitz harrt auf diesen Moment der Frachterleichterung, um den lohnenden Anbau von Han« delsgewächsen, die Erzeugung von Rohstoffen für Fabriken u. dgl. zu betreiben; hierauf warten namentlich die Weinbauer, welche unter den gegenwärtigen Verkehrsschwierigkeiten besonders leiden. Die Weingebirge um Rudolfswerth liefern bei sorgsamer und verständiger Rebencultur und Kellerwirthschaft vortreffliche Sorten von weißen und rothen Tafelweinen. Der Weinbau ist für die nächste Umgebung von Rudolfswerth wie für ganz Unterkrain der wichtigste Erwerbszweig, der den Wohlstand der Grundbesitzer direct beeinflußt, an welchem zu nicht geringem Theile die Bürger Rudolfswerths, sowie mehrere Laibacher mit großen, in bester Eul- tur stehenden Weingärten theilhaben; aber alle sind verhindert, größere Anlage-Capitalien der Weincul-tur zuzuwenden und die Veredlung des Gewächses zu verallgemeinern, so lange durch die Höhe der Frachten der Absatz beschränkt ist. Rudolfswerth selbst, als Sitz der Behörden, der Bildungsanstalten, als ständiger Garnisonsort, bedarf schon deshalb einer Bahnanlage behufs der Verkehrs-Erleichterung; aber gelegen im Mittelpunkte einer vorwiegend productiven Gegend, erfreut es sich auch einer bedeutenden Gewcrbsthätigkeit. es hat zahlreiche Gerbereien und Lederfabriken, Seifensiedereien, Filz- und Hutfabriken, und erzeugt in diesen Artikeln weit über den Bedarf des Landes hinaus. Zur raschen und gesunden Entwicklung der Industrie besitzt es und sein Gebiet alle Bedingungen in vollstem Maße. Der Gurkfluß erreicht von Einöd abwärts, wo er sich den engen Fesseln der steilen Uferwände des Gurkthales entwindet und in die fruchtbare Ebene gegen Rudolfswerth fließt, eine Breite von 40 Klaftern und darüber, und ist in seinem Laufe bis '/, Stunde unterhalb Rudolfswerth an acht Stellen durch Wasserwehren gestaut, an denen sich große Bretersägen und Mühlen befinden, darunter zwei Kunstmühlrn, welche meist banater Weizen zur Ausfuhr nach Triest vermahlen. Eine andere Wasserkraft bildet der Pretschnabach beim Schlosse Luegg, sowie überhaupt die Zuflüsse der Gurk genügendes Gefälle und reiche Wasserkraft zum Fabriksbetriebe in jeder Jahreszeit bieten. Zudem befinden sich in nächster Nähe große Gütercomplexe zur Erzeugung von Rohstoffen für Zucker-, Spiritus- und Liqueur-fabriken und ähnliche Industrie-Etablissements. Zu allem dem kommt der Waldreichthum der Demlleton. Tagebücher meiner Nilreise. Von Franz Wallner. II. Serie. >0. B e s ch n e i d u n g s f e st. Vom 25. bis 28. Jänner 1872. K,-.,.äur zweiten Hälfte des Festes und zur Verbann desselben hatten wir beschlossen, als Regina Orchester und unser« Sängerchor mitzu-^rrn k"r ^ Schiffsmannschaft postirte sich nun in und Kleidern im Kreise und begann ein „Vocal- glaM"strumentalconcert." un- füüinitdie ganze italienische Oper Mondän . Orchesterpersonal des KingStheatrrS von so hätten, der Erfolg konnte nicht Äbrak,!^ höher unser Vorsänger haften ^ ^ zerbrechlichen Leiter seines lücken- steigert. ^"Sisttrs hinauf kletterte, desto mehr w°lvs ^ ^S Entzücken, je meckernder seine Tre-Schall d « Landen Tön- der Doppelpfeife, den Ebonrins und den dumpfen Lärm der trominel überkreischte, desto namenloser wurde das Entzücken des in musikalischer Hinsicht nicht verwöhnten Publicums der nubischen Hauptstadt Derr. Jetzt hatte sich die Versammlung zum feierlichen Zug geordnet, dem sich auch die fremden Chawages und ihre Virtuosen beigesellten. Zuerst kam ein Kameel, auf welchem die Kesselpauken und zwei Bearbeiter derselben befestigt waren, das Thier wurde von einem halbnackten, tiesschwarzen Sudaneser aus Dongola geführt, welchen die weit verbreitete hübsche Frisur der langen schwarzen Haare an beiden Sei-ten des Kopfes, oben in der Mitte desselben im gelockten Schopf ausgehend, zu den ausdrucksvollen hübschen Zügen und den prächtig blitzenden Augen, den blendend weißen Zähnen, sehr hübsch kleidete. Er trug auf dem nackten Oberarm an der fammt-glänzenden Haut einen geflochtenen Riemen nnd an diesem einen krummen scharfen Dolch ohne Scheide befestigt. Nun kam auf einem weißen Esel reitend die Hauptperson der Feierlichkeit, in einem blendend weißen weiten Ueberwurf und Hellen Turban, der mit Goldflittern und blitzenden Läppchen reich verziert war. An der Stirne und beiden Backenseiten halte man ihn mit wehen Sternen bemalt. Um ihn tanzten die jüngeren Weibsleute des Ortes, in blaue Hemden und dunkle, schleppende, gleiche, in reichen Falten wie ein Mantel über den Rücken fallende Ueberwürfe gekleidet. Die Haare sind in zahllose winzige Zöpfchen geflochten* und so gesalbt, daß es trieft; am Hinterhaupt tragen sie ein Dreieck aus Silberpiastern, um den Hals phantastisches Schmuckwerk aus Goldmünzen, böhmischen Perlen, kleinen Silberstückchen, an der Stirne eine gepreßte runde Goldplatte, am Arm breite Ringe von Silber und Elfenbein und am Gürtel hängen recht hübsch gearbeitete Amulette von Silber mit zierlichen langen Kettchen und Knöpschen. In den Händen trugen sie kurze Palmstäbchen, die sie wie Pfeile dem jungen Festbürger entgegen schwangen. So umlanzten sie, die grünen Zweige wie Thyrfusstäbe schwingend, mit dem gellenden Gekreisch, dessen durchdringender Ton sich nicht schildern läßt, den jungen Mann wie tolle Mänaden. ES ist ganz der ehemalige, wilde Tanz der Bacchantinnen, nur haben die Tänzerinnen seit der Zeit stark nachgedunkelt. Hinter dem braunen Corps de Ballet von Derr, unter welchem ein paar bildschöne, wahrhaft klassische Gestalten mit den altegyptifchen Typus in den hübschen Zügen sich befanden, drängte sich eine Solistin durch und bestreute die ölgetränkten Köpfe mit dem gelben Staub der Hennapflanze. Die * Um diesen zeitraubenden und schwierigen Kopfputz »» °l' wiederholen;» müssen, schlafen sie auf am Hals ausgeh n, Ehernen Schemelchen, welche auf vier Füßen flehen. nahen Gebirge und ein mächtiges Kager von vorzüglichen Steinkohlen bei Rudolfswerth', ganz geeignet, ein beispiellos billiges Feuerungsmateriale für die industriellen Unternehmungen zu beschaffen. Ferner ist die Gegend von Rudolsswerth auch der größte Productionsort Unterkrains an den noch viel wichtigeren Bau- und Mcrcantilhölzern. Die Eichenwälder hinter Pogamtz, Rupcrtshos und Hopfeubach liefern für Triest das schwerste Schiffbauholz, die ganze Gegend bis unter das Uskokcngebirge erzeugt im reichsten Maße Nußbaumholz, das wegen seiner Schönheit und Mächtigkeit von auswärtigen Händler» sehr gesucht wird. Dies alles uud die mächtige« Ahorubestäude des Uskokengebirges liefern vorzügliches Material für Bret- und Fourniersägen-, Kunsttischler- und Drechslerarbeiten, für Möbel-, Par-quetteu- und sonstige Holzwarenfabriken, und nach Errichtung einer Eisenbahn müßten diese Industriezweige um so mehr Wurzel schlagen, als das Haupt-erforderniS, billige Arbeitskraft, Hierlands in Ueber-fluß vorhanden ist, und da aus den unfruchtbaren und armen Nachbarbezirken Gottschee und Teisenberg alljährlich Taufende von jungen, rüstigen und intelligenten Arbeitern in die Fremde wandern müssen, um ihren Lebensunterhalt zu erwerben, dein sie wohl lieber in ihrer Heimat nachgehen würden. Somit sind alle Gebiete menschlicher Erwerbs-thätigkeit, alle Bedingungen zur Entfaltung einer reichen Production, alle Momente zur Hebung und Förderung des Volkswohlstandes in dem von der Natur gesegneten Unterlande, dessen Mittelpunkt Rudolsswerth ist, reichlich vorhanden und harren nur des Augenblickes, wo sie ein entsprechender Verkehrsweg zu vollem Leben entwickeln soll. Aber auch die übrigen Bezirke, welche die Rudolfswerther Strecke berührt, sind gut bevölkert, mit zahlreichen Ortschaften besäet, und es stehen in denselben wichtige industrielle Unternehmungen in Betrieb. So wird der productenreiche Nasseusußer Bezirk von zwei mächtigen Wasserarmen, der Neuring und Fcistriz, durchzogen, an welchen, sowie an der obenerwähnten Temeniz 56 Mühl-, Stampf- und Sägewerke in Thätigkeit sind. Ferner befindet sich an der wasserreichen Radula eine FouruierKreis-säge, zu Johannisthal die Zinkfabrik der Firma Kuschel, ei» großartiges Etablissement und derzeit das bedeutendste Judustriewerk in Unterkrain. Zu diesem Werke gehören die bei Neudegg im angren-zenden Bezirke Treffen gelegenen, in stetem Abbau begriffenen Kohlengruben und in weiterer Fortsetzung des dortige» mächtigen Flötzes viele Freischürfe. Das kohlenführeiide Tertiärbecken erstreckt sich in südwestlicher Richtung von Treffen bis Groß- Schwestern uud nächsten Verwandte» des Gefeierten tobten am wildesten, kreischten am tollsten. Sie schwangen Weihrauchfässer in wunderlicher Form, die einen betäubenden Duft verbreiteten, waren in weiße, roth gefütterte und am Rücken gelb bemalte Kleider gehüllt und trugen schwarze Schleier, vom Hinterhaupt herab wallend. An keiner Bewohnerin von Derr bemerkte ich die so häßliche Sitte der Naseuringe. Hinter dem tanzenden schöneren Ge-schlechte gaben der Reis und der Steuermann unse« res Schiffes ein recht hübsch ausgeführtes Scheingefecht mit zwei Knütteln von Eisenholz zum besten, welches unsere Musiker wieder mit ihren melodischesten Künsten begleiteten. An allen Häusern, welche der Zug während eines zweistündigen Zeitraumes passirte, standen Menschenniassen, welche die vorüber Wandernden mit Jubel empfingen, an den Wohnungen der Verwandten und Freunde hielt die Menge, der wilde Tanz wurde noch wilder, das Kreischen noch kreischender, k»rz man gab — wir mit einbegriffen — eine Tollhauöscene erster Qualität zum besten. Die Leute — Männer und Weiber — schrie» sich betrunken, sie übersprangen die Wege, Gräben, raste» über die Hügel hinauf, herab, kollerten übereinander weg, während die unermüdlich« einzige Flinte von Derr Schuß auf Schuß abgab, die das Echo der Berge verwundert nachdonnerte. Lack in einer Länge von 4000" und in einer durchschnittlichen Breite von 700". Da sich Bestand und Zukunft jeder bedeutenderen montanistischen und sonstigen Großindustrie, die viel Feuerungsmateriale bedarf, vor allem auf die Benützung billiger und reichlich vorhandener Mineralkoyle stützen, so ist die Entwicklung vielseitiger industrieller Thätigkeit und insbesondere des Eisenhüttenwesens in Krain von dem Baue der Rudolfswerther Strecke bedingt, welche erst das gewaltige Kohlenbecken Treffen-Großlack auszuschließen vermag. Denn der Eisenindustrie im Gurkthale, die gegenwärtig durch die Gewerkschaft Hof vertreten ist und durchschnittlich ein eigenes Erzeugnis von 14—15.000 Eeutner Roheisen hat, stehen weder Mineralkohle, noch Eisenerz führende Schichten in genügendem Maße zu Gebote. Sie bezieht ihre Erze theils aus der Treffeuer und St. Ruprechter Gegend, theils von Hönigstein, also aus dem nächsten und unmittelbarsten Gebiete der Rudolfswerther Strecke, das mit eisensteinführenden Diluvial-Ab-lageruugen gesegnet ist. Dieses ausgedehnteste eisen-steinhältige Becken Unterkrains würde durch eiue unmittelbare Bahnanlage in die Lage kommen, jene Factoren zur Schaffung und Fortentwicklung manig-facher Großindustrie selbst ausbeuten zu können, welche die Natur alldort in so überreichem Maße niedergelegt hat. (Schluß folgt.)_____________ Politische Rundschau. Laibach, 9. Juli. Inland. Die wenig freundliche Aufuahme, welche die letzte That des Ministers des Innern, die Besetzung einiger Statthalterposten, gefunden hat, scheint ein wenig zum Nachdenken gestimmt zu haben. Wenigstens verlautet, daß die Eandidaten für Kla-geufurt uud Linz, deren Namen bereits in aller Munde waren, vorläufig nicht die geringste Aussicht haben, das Ernennungsdecret zu erhalten. In Regieruugskreiseu sieht man heute, nachdem der ganze Handel sich nicht mehr rückgängig machen läßt, wohl den begangenen Fehler ein, und man wird sich hoffentlich später entschließen, billige Parteiwnnsche bei Neubesetzungen nicht unberücksichtigt zu lassen. Durch Besetzung der Posten in Oberösterreich und Kärnten durch verfassungstreue und charaktervolle Männer, insbesondere durch Entfernung des Grafen Taaffe vom Statthalterposten in Tirol hätte das Ministerium Gelegenheit, den bösen Eindruck der letzten Ernennungen völlig zu verwischen. Von den ans Schrimm verwiesenen Jesui-t e n ist der Vortrab schon in Krakau eingerückt, wo- Als endlich alles, in Strömen von Schweiß gebadet, am Festplatz zurückgekehrt war, suchte auch die Natur etwas zur Verherrlichung der allgemeinen Familienfestlichkeit beizutragen, ohne alles Vorspiel fiel aus dem heiteren Himmel ein dichter Regen nieder und Helle Blitze leuchteten donnerloö in die Versammlung hinein, ein Schauspiel, welches sich kaum einmal im Jahre wiederholt. Inzwischen gab das Orchester der Ehawages wieder einige arabische Volkslieder zum besten, und ein reiches Bakfchifch, bestehend in einem fetten Lamme und Körben voll Datteln und gerösteten Mais, belohnte die Kunstleistung der Virtuosen. Da der Regen alles unter die Bedachung zusammentrieb, so wurde die Luft etwas schwer, und die Dünste der übermäßig Angestrengten konnten nicht als Nasenweide gelten. Der Regen, der stets nur minutenlang anhielt, hatte aufgehört, als der würdige Hausvater wieder erschien, um sich bei uns „für die Ehre zu bedanken, die wir seinem Hause erwiesen hätten und von der man in Derr viele Jahre sprechen werde." Er theilte uns mit, daß soeben in seiner Gegenwart von der Zukunftsactie feines Sohnes der Eoupou abgeschnittcn worden sei und der Patient die äußerste Ruhe beuöthige. Lautlos entfernten wir uus mit der Menge, und das Beschneidungösest in Nubieu war vorbei. Ende. hin die von der preußischen Regierung aufgehobene Erziehungsanstalt verlegt wird. Wie es scheint, soll den künftigen Exulanten ein besonders weiches Nest in Böhmen bereitet werden. Die dortigen kle-ricalen Vereine schicken sich zu Demonstrations-Processioncn für die Loyoliten an. Die besondere Motivirung mit dem Conflicte zwischen dem Vatikan und Deutschland gibt den Demonstrationen einen gegen unsere auswärtige Politik gerichteten Charakter. Nicht religiöse, sondern politische Knalleffecte werden von den schwarzen Vereinen losgelassen. Als politische Thaten werden sie auch zu behandeln sein. Je mehr sich die ungarischen Wahlen ihrem Ende nähern, desto spärlicher sind Triumphe der Deakpartei zu verzeichnen, vielmehr hat sie in dem siebenbürgifchen Szekler lande abermals M Sitze an die Linke verloren. Der oppositionelle Geist, welchen die Szekler bei den vorigen Reichstagswahlen abgeschworen hatten, namentlich weil sie durch die Wahl von durchgefallenen Ministern und Ministerial-rätheu eine Eisenbahn zu erlangen hofften, ist wieder zum Durchbruche gekommen. Der Rückgang der Deakpartei in Siebenbürgen ist dort herrschenden Verwaltungsmisbränchen zuzuschreiben, auf deren Abstellung fäüimtliche siebenbürgifche Abgeordnete in einem am Schlüsse des letzten Reichstages dem Grafen Lonyay vorgelegten Memorandum ohne Erfolg gedrungen hatten. Gleichwohl wurde der erste sieben-bürgifche Regierungs-Beamte, der königliche Eom-misfär Graf Pechy, in dem d^rch die Errichtung einer Universität gewonnenen Klausenburg gewählt. Die Unionisten des kroatischen Landtages haben auch in der Adreßfrage den Wünschen der Nationalpartei nachgegeben, insoserne sie in die Adreß-debatte noch vor der Vornahme der Delegationswahlen für den ungarischen Reichstag eintreten werden. Jetzt wird in einem von beiden Parteien zusammengesetzten Comitö über deu Adreßentwurs be-rathen. „Obzor", das Organ der kroatischen Nationalen, verlangt im Sinne seiner Partei, daß die Adresse an den Kaiser die „Integrität des Landes," d. H. nach kroatischem Sprachgebrauche die Annexion Dalmatiens, ferner die Revision des kroatisch-uugarischcu Ausgleiches und eine Pnrifica-tion der Justiz- und Verwaltuugsämter betone. Der letzte Punkt dürfte wohl die Hauptsache sein, denn um die Aemter dreht sich der Streit. Wie aus Agram vom 6. Juli gemeldet wird, haben sich die Verhandlungen unmittelbar vor der Landtagssitzung zerschlagen. Die Landtagssitzung fand nicht statt. Ein Wort, das die Nationalpartei in den bereits veröffentlichten Adreß-Eutwurf ausgenommen wissen will und das ein Mistrauensvotum für die Regierung enthält, war die Veranlassung, daß die Verhandlungen scheiterten. Die Aufregung darüber ist ungemein groß. Ausland. Das preußische Ministerium schreitet unermüdet vorwärts im Kampfe wider die Schwarzen. Das Staatsininisterium hat bereits über die Maßnahmen gegen den Bischof Eremeutz berathen. Fiir die diesfalls gefaßten Beschlüsse wird soeben die Genehmigung des in Ems weilende» Königs eingcholt-Ferner ist, laut einer Mittheilung der „Germania", aus Trier die Anordnung der preußische» Regierung auf Entfernung der Eongregationalisten und Ordeuöleute aus deu öffeullicheu Schulaustalten iu voller Ausführung begriffen. Mitglieder einer geistlichen Eongregation oder eines geistlichen Ordens werden in Zukunft als Lehrer oder Lehrerinnen a» öffentlichen Volksschulen nicht mehr zugelassen. reitS «»gestellte Lehrer uud Lehrerinneu der bezeichn neteu Art sollen durch weltliche Lehrer und Lehrerinnen thuulichst bald ersetzt werden. Die „Germania" meldet ferner, daß, wie Zeit Pius VII. dessen Wahl unter dem Oesterreichs in Venedig vollzogen wnrde, auch Wahl des Nachfolgers deS Papstes Pius'' .7, auf italienischem Boden und unter dem besonoc Schutze der katholischen Großmächte /tE -werde. Im übrigen werde auch nicht "" ge,, ^ steu eine Abweichung vou den durch die St !»?,' ^ festgesetzten Vorschriften statlfinden. „In ältwerden der älteste Cardinalbischos, der di/s Cardinalpriester und der älteste Cardinal- owie dies stets der Fall war, die provisorische ader Kirche übernehmen und alle Anordnun-^ dies stets der Fall war, aus der ihnen für das " ä"I^nden Machtvollkommenheit treffen, i. das Conclave berufen rc., und es wird auch Ht ein Haar breit von den Normen abgewichen "^ welche vorgeschrieben sind." 6» französische Presse verfolgt die kirchlichen , uflicte in Deutschland mit steigendem Wohlbeha-lick „Memorial diplomatique," ein gelegent- ;i?k> Regierung des Herrn Thiers in Be- s Wigen stehendes Blatt, schreibt, wie folgt: (die kirchliche in Deutschland) hat für lis für uns, ein ganz speciel- ein'jlEresse. Die religiöse Frage ist zur Zeit das Reick Lösende Element innerhalb des deutsche« so."bs. Nicht daß Unruhen wahrscheinlich wären, völk^' ^il die Misstimmnug der katholischen Be-binen sehr ernsten Charakter aunehmen sekr" r Masse des Volkes ist in Deutschland g. gläubig und ersaßt alle religiösen Fragen mit HE'Leidenschaft." Die deutschen und preußischen ^ Loyalität gegen das Ernst ist, und das ist Gottlob die unendliche Nu» daraus entnehmen, welche Hosf- geschworenen Feinde des deutschen Rei-^e Unterwerfung unter die Herrfchafts-«"'»rucht der Curie setzen ^ elgischx und holländische Blätter berichten H , "er bevorstehenden Zusammenkunft derKönige zhjs^'en s Hollands. Der alte Haß NM beiden Völkern lebt nur noch in den Ge-,> Arn ultramontaner und pietistkscher Fanatiker; c> Wandlung der Volksgemüther zu Frieden und Freundschaft soll die Begegnung der Herrscher Ausdruck geben. Das vereinigende Band wird von dem gemeinsamen Freiheitsstreben gebildet. Das neue hollandliche Ministerium trägt einen ausgesprochen >."> d"^er. Hoffentlich wird Herrn de -»nes die Führung der liberalen Partei so glücklich 8 nngen, wir seinem großen Vorgänger Thorbecke, ^lk belgischen Commuualwahleu sind weitaus günstiger ausgefallen, als der Telegraph meldete. Überall, in allen Gemeinden ohne Ausnahme haben ^Liberalen gesiegt. Zur Tagesgeschichte. b . ^ Venedig schreibt man dem „Frem- Psar "' ungefähr zwei Jahren wurde die setzte"^?" Pantaleone einem aus Rom hieher ver« Geistlichen verliehen, dem ein wenig freundlicher «ben und dessen Ernennung hier deshalb ^Zenehm berührte. Endlich wurde die Ent-^ gemacht' daß mehrere zum Kirchenschatze ge-sch?. Pretiosen fehlen. Der Pfarrer beschuldigte den "3en Jahren in der erwähnten Kirche bediensteten, die ik"", geachteten Meßner, dessen Ehrlichkeit alle, Un, s 'ennen, das unbedingteste Lob zollen. Die stellte aber nicht nur die vollständige Hern,,» . ^S MeßnerS, sondern auch die Thalsache Kirche' ^ Pfarrer selbst einzelne Pretiosen der um, seiner Behauptung nach, ihm """Dionen zu bestreiten, zu deren Bezahlung Pfarre/ ^">el fehlttn. Infolge dessen erhielt der hiesigen Patriarchen den Befehl, vor-^ie .in der Kirche sich blicken zu lassen und einige ä» lesen, welchem Befehle er durch Am Tage St. Peter und Paul wollte Pfarrer plötzlich in der Kirche und celebiren, was jedoch zur Folge unterstehende Geistlichkeit ihm cr-gs» ! "'ehr als ihren Pfarrer anzuerkennen, . Pfarrer darauf bestand, die Messe zu Karrer «7 ,^ siimmtliche Geistliche, so daß der tbat allein zu sunctioniren. "er drer Tage hindurch zum Aerqer Uririe ^ derselbc» de,non- der Art, daß er, während der Pfarrer die Messe las, mit aufgesetzten Hüten und brennenden Cigarren in die Kirche ging, den Pfarrer beschimpfte und argen Scandal triev. Mit Mühe gelang es dem Pfarrer, sich zu flüchten und ein Versteck zu erreichen, welches er bis jetzt noch nicht verlassen hat, die Kirche aber wurde auf Befehl des Cardinal-Patriarchen geschloffen, und es heißt, daß die genannte Pfarre ganz aufgelöst und den beiden angrenzenden Pfarren: Sta. Maria dei Frari und St. Nicolo di Tolentino einverleibt werden soll. — Die art istisch-f eu e r fpe i en d e Fabrik in Neapel ist durch die neueste Eruption des Vesuvs wieder in die Bewegung gesetzt, und es sind bereits Abbildungen derselben auch in Deutschland zur Verbreitung gelangt. Der Vesuv ernährt übrigens seine Leute. Seit einer Reihe von Jahren war namentlich der deutsche Maler G. in Neapel nur mit Vesuv-AuSbrüchen beschäftigt. Tagaus, tagein malten seine Leute Vesuve in Aquarell, in allen Größen und von allen Gesichtspunkten. Kamen dann Fremde, namentlich Engländer, so ward nur gefragt, welchen Jahrgang man verlange, die Eruption von 1850, 1855, 1858, 1861, 1866, 1867 oder 1868 ? Der Fremde bestellte sich die Eruption nach den vorhandenen Modellen. Der Künstler nahm einen fertigen Vesuv vom Lager, ließ mit gelber, rother und grauer Farbe Lava, Feuer, Schlacke und Asche darüber regnen und strich sein Geld ein. So ernährt der Vesuv seinen Mann, und die Eruptions-Fabrik überschwemmt die ganze Welt mit Bildern. Local- unv Provinzial-Angelegenheiten. Local-Chronik. — (Raubmord.) Am 19. v. M. am frühen Morgen wurde der Kleinhäusler Mathias Gre-gorkiö aus Vichre, Gemeinde St. Rupprecht, Bezirk Gurkseld, auf dem durch den Wald von Verch nach Vichre führenden Fußsteig mit klaffenden Kopfwunden in einer Blutlache liegend als Leiche aufgefunden; neben der Leiche lag ein über fünf Schuh langer und zwei Zoll im Durchmesser messender ganz blutiger Holzknittel. In der Erwägung dieser Umstände und in der weiteren Erwägung, als Mathias GregorE einen Geldbetrag von 12 bis 13 fl. in einer kleinen Brieftasche bei sich getragen hat und weder Betrag noch Brieftasche bei ihm mehr vorgefunden wurden, wird angenommen, daß an Gregore»? ein Raubmord verübt wurde. Dieses Verbrechens erscheint Anton Jaklik Vulgo Papes aus Raunik, Gemeinde St. Rupprecht, ein bereits wegen derVerbrechen des TodtschlageS und des DiebstahleS mit Kerkerstrafe belegtes Individuum, dringend verdächtig; derselbe befindet sich bereits in gerichtlicher Untersuchung. — (Neue Eisenbahn-Ordnung.) Am 1. August soll eine neue Betriebsordnung in Wirksamkeit treten. Die Ausgabe der Fahrkarten kann auf Stationen von geringem Verkehr nur innerhalb der letzten halben Stunde verlangt werden, auf größeren Stationen innerhalb einer Stunde vor Abgang jenes Zuge-, welchen der Reisende benützen will. Fünf Minuten vorm Abgang des Zuges werden Karten nicht mehr verabfolgt. Das Fahrgeld ist abgezählt bereit zu halten, damit jede Verzögerung durch Geldwechseln vermieden werde. Den Reisenden ist gestattet, während der Fahrt auf einer Zwischenstation anSznsteigen, um mit einem am nämlichen oder am nächstfolgenden Tage nach der Bestimmungsstation abgehenden, zu keinem höheren Tarifsätze fahrenden Zuge dahin weiterzureisen. Solche Reisende haben jedoch auf der betreffenden Zwischenstation sofort nach -dem Verlassen des Zuges dem Stationsvorsteher ihr Billet vorzulegen und dasselbe mit dem Bemerken der verlängerten Giltigkeit versehen zu lassen. Ein Umtausch gelöster Fahrbillets höherer Klassen ist den Reisenden bis zehn Minuten vor Abgang des Zuges gegen Nachzahlung »»verwehrt, so weit noch Plätze in den höheren Klaffen vorhanden sind. Einzelne bestimmte Plätze werden nicht verkauft und könne» im voraus nicht belegt werden. Das Dienstpersonal ist berechtigt und auf Verlangen der Reisenden verpflichtet, denselben ihre Plätze anzuweisen. Allein reisende Damen sollen auf Verlangen möglichst nur mit Damen in ein Coupö zusammengesetzt werden. In jedem Zuge muß sich mindestens je ein Damencoups für die Reisenden der zweiten und dritten Wagenklasse befinden. Personen, welche wegen einer sichtlichen Krankheit oder aus anderen Gründen durch ihre Nachbarschaft den Mitreisenden augenscheinlich lästig würden, können von der Mit-und Weiterreise ausgeschlossen werden, wenn sie nicht ein besonderes Coups bezahlen. Während der Fahrt darf sich niemand seitwärts aus dem Wagen biegen, gegen die Thüre anlehnen oder auf die Sitze treten. Auf Verlangen auch nur eines Reisende» müssen die Fenster auf der dem Windanfalle ausge-fetzten Seite geschloffen werden. Die Reifenden dürfen zum Ein- und Aussteigen die Wagenthüren nicht selbst öffnen; sie müssen vielmehr das Oeffnen dem Dienstpersonal überlassen und dürfen nicht ein- und aussteigen, bevor der Zug völlig still steht. Hunde und andere Thiere dürfen in den Personenwagen nicht mitgeführt werden. Ausgenommen hievon sind jedoch kleine Hunde, welche auf dem Schöße getragen werden, sofern gegen deren Mitnahme von den Mitreisenden Einspruch nicht erhoben wird. Das Tabakrauchen ist in allen Wagenklassen gestattet; in der ersten Wagenklasse jedoch nur unter Zustimmung aller in demselben Coups Mitreisenden, insofern nicht besondere Rauchcoupss dieser Klasse im Auge vorhanden sind. In jedem Personenzuge müssen Coupss zweiter, und wo thunlich auch dritter Klaffe für Nichtraucher vorhanden sein. — (Ein Erlaß in Sachen der L eh re r. ) Wie der „T. Bote" mittheilt, hat die tirolische Landesschulbehörde an die Bezirkshauptmannschaften und diesen gleichzuhaltenden Magistrate einen Erlaß gerichtet, in welchem anbefohlen wird, die Lehrer vor der Theilnahme an Vereinen, z. B. den katholischpolitischen, zu warnen, welche sich die Bekämpfung der neuen Schulvorfchriften zur Aufgabe gemacht haben. „Die Theilnahme an solchen Vereinen ist nur geeignet, die Lehrer mit ihren Pflichten in unvermeidlichen Conflict zu bringen — heißt es in dem Erlasse — und setzt sie überdies auch der Gefahr einer Disciplinarverhandlung aus. Da die kais. Regierung zur Durchführung der Gesetze und Veordnnngen berufen ist und die Landesschulbehörde vom hohen Ministerium die strenge Weisung erhalten hat, auf die genaue Befolgung der Schulvorfchriften zu dringen, so sieht sie sich veranlaßt, die Lehrer der öffentlichen Volksschulen vor der Theilnahme an den erwähnten Vereinen ernstlich zu warnen und sie auf die widrigenfalls eintretenden nachtheiligen Folgen aufmerksam zu machen." — (Für Beamtenkreise.) Der erste allgemeine Beamtenverein der österreichisch-ungarischen Monarchie hat im Monate Juni d. I. 411 neue Versicherungsverträge über 364.600 fl. Capital und 1020 fl. Rente abgeschlossen und hiedurch den Bestand seiner Versicherungen, alle Ausscheidungen und An-nullirungen abgerechnet, auf 13,131.000 fl. Capital und 33.000 fl. Rente erhöht. Von diesen gesammten Affecuranzen befindet sich blos etwas über '/, Million Gulden CapitalSversicherungen in Rückversicherung. Die Prämieneinnahme für den verflossenen Monat war mit 34.616 fl. vorgeschrieben. Durch Todesfälle sind seit Beginn des lausenden Jahres 84 Verträge erloschen und für dieselben 68.300 fl. Capital fällig geworden. Die Betheiligung an dem Vereine ist im allgemeinen in beiden Reichshälften stetig fortschreitend. So wurden letzter Zeit vier neue Localausschüsse, und zwar einerseits in Ried und Wels, anderseits in Steinamanger und Maria-Theresiopel ins Leben gerufen. Wirtschaftliches. Ernteaussicht. Die Ernte hat in Ungarn bereits ihren Anfang genommen. Das vielfache Auftreten von Rost hat dort die Hoffnungen bedeutend herabgemindert. In den anderen, weniger glücklich gelegene» Gebieten steht dagegen noch die Frucht im Felde abhängig von dem Wechsel der Witterung. Frankreich und England haben eine gute Mittelernte zu erwarten. Die Ernte war in diesen Ländern schon sehr bedroht, aber der giinstige Witterungswechsel, der in der elften Stunde eintrat, hat vieles wieder gut gemacht. Dennoch werden diese Länder mehr im-portiren müssen, als in normalen Jahren, da siekeine Getreidelager besitzen, während sonst in der Regel vor der Erntecampagne noch ein Getreidequantum aufge-speichert liegt, daS dem vierte» Theil einer ganzen Ernte entspricht. In Rußland macht man sich auf eine mäßige Mittelernte gefaßt. Es dringt jetzt mehr Licht ein über den Saatenstand dieses gewaltigen Reiches. Regen wurde stark entbehrt, und in großen Länderstrichen wird Roggen und Winterweizen einen schwachen Ertrag liefern, wogegen Sommergetreide ein besseres Gedeihen haben. Das Gesammtresultat läßt sich dahin zusammenfassen, daß Rußland eine schwache Mittelernte zu erwarten hat. Italien, wie überhaupt die südlichen Himmelsstriche, hat. eine schwache Weizenernte zu erwarten. Dagegen lautet ein Bericht auS Belgien: „Seit Menschengedenken ist kein so über, reiches Jahr dagewesen, als wie das gegenwärtige." Deutschland hat eine Mittelernte zu erwarten, die jedoch nicht sür seinen Bedarf auSreichen wird. Bei uns wird Korn schon bald geschnitten werden, wenn der leidige Regen die Ernte nicht verzögert. In den Niederungen dürfte noch um Mitte Juli die erste Sichel an die Halme gelegt werden. Wie man allerorten hört, ist der Stand der Kornfelder wohl gut, ohne jedoch zu besonderem Lobe Anlaß zu bitten. Weijen steht wohl hoch, dicht in den meisten Ge-genden. Aber die Qualität hat unter dem vielen Regen gelitten, und eS wird infolge dessen schon von manchen Seiten über Rost geklagt. Sommerfrüchte haben bedeutend durch die kühle Witterung in der ersten Hälfte Juni gelitten, und steht besonders Gerste bedenklich. Dagegen stehen Hack- und Hülsensrüchte, sowie Grünfutter schön. Im allgemeinen läßt sich aus eine bessere Mittelernte sicher rechnen, und wäre jetzt nur trockene« Wetter wünschenSwerlh, damit die Ernte nicht ausgehalten wird. AuS Amerika lauteten die Nachrichten früher nicht günstig, doch soll in letzter Zeit ein Umschwung zum besseren eingetreten sein. Im ganzen ist eine schlechte Ernte, rin MiSwachS nirgends eingetreten, wohl aber steht in vielen Ländern ein gutes Resultat in sicherer Aussicht. Hwtel Lui-oi»». Baronin Plotow, Görz. »«r. Pani», Pferdehändler, Triest. — Hocevar, Postbeamte. Bruck a, Iklol»»»«»». Hölscher, Privat, Wien. — Aichelburg, k. k. Seecadet, Fiume. Camillo Murgil, Agent, Marburg. — Richard Murgil, k. k. Beamte, Planina. — Mlekuä, Franzdorf. — Födransperg, Seisenberg. Telegramme. (Orig.-Telegr. des „Laib. Tagblatt.") Agram, 1» Juli. In der heutigen Nachtsitzung des Landtages wurde die Adresse di» KI»« angenommen; heute zweite Lesung, dann Wahl der Reichs-rathsdelegntion, der Mitglieder der Regni-colar-Deputatio» und Wahl einer Landtags Deputation zur Ueberreichung der Adresse, welche Donnerstag ersolgen soll. Telegrafischer Kursbericht der Filiale -er Steiermark. Escomptebank in Laibach, von der k. k. öffentlichen Börse in Wien am 9. Juli. Vorbörse. 5perz. Metalliques mit Mai- und November-Zinsen 64.50. — 5perz. National-Anleben 7l 75. — 1860er Staals-Anlehen 104.40. — Bankactien 848. — Credit 327.50. -Vereinsbank —.—. — London 1N.25. — Silber 108.60. — K. l. Münz-Ducaten 5.33. — 20-Franc-Stücke 8.88. 10 IIIu- abollä8. (3!>9) Witterung. Laibach, 9. Juli. Herrlicher Morgen, heißer Tag, Feder- und Haufen-wollen, Ostwind mäßig. Wärme: Morgen« K Uhr -t- 13.4', nachmittag« 2 Mr -j- 26.2° 6. (1871 -s- 28.5'; 1870 -i- 29.5".) Barometer im Fallen, 731.40 Millimeter. Das gestrige Tagesmittel der Wärme -s- 19.1', um 0.3' über dem Normale. Gedenktafel über dir am 12. Juli 1872 stattfindenden Lici-tationen. 3. Feilb., Kerjii'sche Real., Rakitna, BD. Oberlaibach. — 3. Feilb., Gros'sche Real., Pangersit, BG. Krainburg. — 1. Feilb., «amsek'sche Real., Ratschach, «G. Ratschach. — 3. Feilb., TomSii'sche Real., Grafenbrunn. BG. Feistri,. — I. Feilb.. Dovzan'sche Real., Hofdorf. BG. RadmannS- dors, — I. Feilb., Milavc'sche Real., Jakobooic, BG. Pla-nina. - 1. Feilb., Viiit's-be Real., Zirkniz, BG. Planina. — 3. Feilb., Jenko'sche Real., Topolc, BG. Feistriz. — 3. Feilb., Lucek'sche Real., Grafenbrunn. BG. Feistriz. — 2. Feilb., Supaniii'sche Real., GroßmraSoo, BG. Gurkfeld. — 2. Feilb., Fleinik'sche Real., Hrast, BG. Tschernembl. Verstorbene. Den 8. Juli. Jakob ReSnik, Taglöhner, alt 41 Jahre, im Livilspital an der Abzehrung. — Johann Snoj, Keuschler, alt 74 Jahre, im Livilspital am Marasmus. Angekommene Fremde. Am 8. Juli. ««»,1t Matzel, Kanfm., Wien. — v. Gutt> mansthal, Privat, Triest. — Gras «iroldi, Mailand. — Dr. Groß. Wien. — Stuzi, Kanfm., Triest. — Snanz, Beamte. Enns. — Trasojer, Kausm, Birnbach. — Glo-botnik Leop., Gewerksbesitzer, Eisnern. — v. Engel, «aufm., Ll»r«,i«. Zimmer. Agent, Wien. — Mad. Schoschitz mit Familie, Gottschee. — Killer sammt Frau, Ratschach. — Wentel, «aufm., Ludwigsburg. — Eleonore ChariateS, Triest — Vogl, «ausm., Skofie. - Kastelitz mit Familie, Eilli. — Lenari, Lausm., Triest. Haus in Stein IV,-. SS, gegenüber der Pfarrkirche, wird sehr billig ver-kauft. Nähere Auskunft ertheilt Herr li,»»»! I4rlv«»»»eli, Nr. 66 in der Vorstadt Krakau zu Laibach. (396-1) Real, Gymnasial und Handelsschüler werden in Kost und Verpflegung in separirten Zimmern ausgenommen. Näheres in der Hutniederlage des Herrn 8i»ppk»»»« Judengasse. (391—2) Herrn II»-. »I. <»- I*«i»i», k. k. Hofzahnarzt in Wien, Stadt, Bognergaffe Nr. 2. Lugano (Schweiz). Geehrter Herr! Durch Gegenwärtiges nehme ich mir die Freiheit, mich an Sie zu wenden um Zusendung von 2 Flaschen (I^u-ventilrioe-ällLtiierme) Anatherin-Mund-wvsser. Nachdem ich bereits mehrmals Gebrauch von diesem heilsamen Mittel gemacht, kann ich es nur loben betreffs seiner bis jetzt erzielten Erfolge und seiner wunderbaren Wirkungen sür Mund- und Zahnkrank-heiteu. Wollen Sie mir gefälligst bekannt geben, wo man eS in der Schweiz bekommt. (10—2) Indessen zeichnet achtungsvoll 8>»Io»»»«»»i, derzeit Rotel äu p»rv in Lugano. Depots: In Laibach bei petrlölü L pirker, k. Xrlspsr, loset Xarlnyer, lok. Xe»8vka«ilr, Lil. Katir, L. VIrsvliItr, Apotheker, und f. 8otimltt; Krainburg bei f. Xrlsper und 8eb. 8okaunlg, Apotheker; Bleibnrgbei nerb8t, Apotheker; Wa -rasdin bei «alter, Apotheker; Rudolfswerth bei 0. Mrroll und l. ksrgmana, Apotheker, nnd los«f Serginann; Gurkfeld bei k»eüf. Siimokes, Apotheker ; Stein bei lalin, Apotheker; Wippach bei /^nton veperl«, Apotheker; Görz bei Ponton!, Apo theker, und l. Keller; Wartenberg bei f. Ksüler; Adelsberg bei Xupsersokml«», Apotheker ; B,> schoslack bei v. fsdlsnl, Apotheker; Gottschee beil.Srsun«. Apotheker; Jdria in der k. k. werks-spotbeks; Littai be, X. «ü»il«enrel, Apotheker; Radmannsdorf in der Apotheke von 8sl!ooliers VIl«e. Frische Sendung Prmjl'ssen-Wnjscl per Flacon 84 kr. (l33-5) ^V86f Kätingen. Olüelr uiill 86A6I1 dei Oolm. K Or«88e vom 8taate Hilmlnirx «arautirle Keltl-Lotterie von ülrer r> W»i«n 860.00« Diese vortbeüliufte 6eld-l.otterie ist ^ « leilvriiiii ckiii^Ii veiviiiii« x«i»L 8 8«Iei»t«n>I sie entl>L!t nur 58.000 S T l^ose, und werden in wenizen iVlongten in 6 ^ktkeilun^ell ^ l«Ixeii»I« k»e«1im« x«»oime»> numlieli: 1 6evvinn event. 100.000 Vlmler, spocisü 60.000, 40.000, 24.000, 16 000, 12.000, tz 10.000, 3 mul 8000, 3 m->! «,«>0. 4 mul 4800, ^1 inul 4400, 7 mu!4000, S,»»>3200, 10 mul 2400. ^26 mul 2000, 4 mul 1600, 33 mal 1200, 103 ms> 800, 3 nnl «00, 2 mul 480, 203 mg, 400, 233 mul 200, 5 msl 120, 340 ms> 80, 14 610 mul 44, 40, 13.750 mul 20, 8, 6, 4 und 2 Oie dee rvveiten äbllioi- ^ lung ist »»»»tllel» suk de» IS 18. ü. U. ^ lestj;estel!l, und kostet die ltenovution liie ^ ü»8 »!,»«« Orixinal-Lvs nur 7 H. S. >V. « ür»8 luUI»« „ „ ;k'/r „ ^ «I»8 viertel „ 1»/. „ „ ^ und sende >vl> d>ese -Loii« mit IT«» 6 (nielit von den verbotenen ^ pi-omessen oder priv.il-I^otloi-ien) ße^en ^ Linsendunj; de» selbst nuek de» ent» " den xeekrten ^uslrujx- xebern /.u. Oe «»»tllell« und ljie Vei-senäung lier Ke^inngelliei' erlolxt «ofoi-t »«Ol» «I«»» sn jeden 2 der lietlieilißten >>1 ,»,»»> H 8 ^lein Leseliüft ist bekunntlieli »Ins ^ und indem die i»Ii» ^ Kon die 8 x«,*I»»»«von'I'I»»I«r 100.000,60.000,50.000, ^oltmsls 40.000, 20.000, sebr I.üuli,; 12.000, 10.000 ete., »»»>«> i I n in, II,»,,«« 8 I7I«I «>.^. stuttxekuliten Heilungen 8 80.000 laut- 2»»»»<>>«>>»«» I»lr «Ol»»»»» (384 3) jDrrius. in II«IIlZsnk- und Weeliselxeselisli. 8 Wiener Börse vom 8. J«li. t»er«.«inte, ist.Pa». »to. dt«. öst.inLitd. t»sc vo» I8L4 . . . is « »»>> l8«U. »an,-ioje i>üusl. drämrelltch. v. Lt»64 . -odL. »Ikiermari Itrlilen. ikraio L. »uftrlltLlld r , ru-ar». > tvL . »roal. i>. ei-v. i , »ttbendijrg. , b . tluio»»8»nl . . . Tredttauftatt . . . >i. ». I»comPte-G«>. Laato-isterr. Lank . Lest. Bobeacred.-L. . O«st . ktrier. Eecompt.-Bk. Ar»»ko. Luftria . . »ois. Arrd.-IN-rdb. . «üdbahn.»-Iellj». . «-is. »arl-rudwig-vahn Siedknb. Sileiida-u . S!-al»bah?.. . . . »ai>. gra!>j-Z«Irf«t>.. xünst.-Baiclcr t.-B. »lsild-giiim. vahli . »iattou. S.w. llaa. «°d.-«r«dtl»uN «"d.-«rrd,i. »lo. >» »^1. rUck«. Geld ^ Ware ^ St.bo «1.80 71.»» 7l.!<0 «S. -> SS.so l0 W5ÜU I»7.- It» SS l«S 7S > »I.- «».— «L.7S «k.— «i. -i »r.so »«.- 1«. 8L.- 7».L0 »ro. «Ll »vx.io >v!,.io »»».so »«.75 10 so tors ,ss.— üei.— W.- I0!i. »«». »»». I«».so lrt -,or» »oss »>».»« »ÜS.40 irsv 7» »st.rs it» so ».,s »W 7S 187.- 18« — 181.»S 181 7S »».S0 S».7« 89.75 »>».7S I^I.»S 88.iS 8». Ocft. Hypolh.-Ba-! . r?r1or1»L>»-0I»Uir. L ädd.-wel. zu Svo K». dt«. voilSSV»!. '/iordb. (lav st. l>iM.) »i«b.-«.<»00fl.ö.W.) Slaal«hahn Pr. Stück Sta-t«d. pr. St. I8«7 tüud°tl«d.(»00fi.ö.w.) 8raa,-I°1. (»00 fl.k.) Lo»» ^rcd» I00fl. 5. »I>. . 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