Nro. 7Z. Leopold Egerische Laibachcr^D Zeitung. Freytag den il. September, « 3 o i. Agram, den 29. Aug. Se. k k. apostl. Majestät haben befohlen, daß eme genaue Ausmessung der Kroatisch - Sclavonisch -und Vanatischcn Militargranze mit Eintritt des künftigen Frühjahrs unternommen, und die erforderlichen Individuen bis dahin bestimmt werden sollen. Schreiben aus Vrunn vom 2. September. Am 7 l. Aug. wurde hierorts eine in ibrcrArl einzige, erhabene, noch nie gesehene öffentliche Handlung ftyer-lichst begangen/ an der Tausende der hiesigen Eimvohner den lebhasttsten und geruhrtesten Antheil nahmen. Unter Paradirung der ganzen hiesigen Garnison auf einem Felde bey Brünn, wurden nemllch die von Sr. Majestät bestimmten Ordenskreuze des militärischen Marien The-resien-Ordens an die durch ihre ausgezeichneten Verdienste ernann^ ten neuen Ritter, durch den en ffhes in Mähre«/ und Schlesien komman-direnden Feldzeugmeifter, des Ma-! rien Theresien.^ Ordens Großkre^z, geheimen Rath und Kümerern, Grasen v. Vaillet la Tour, im Bei-seyn des Gnbernasors in Mähren und Sckk'sien, Grafen v. Ugarte, des Fürstbischöfen von Vrunn, Grafen v. Schratrenbach, mehrerer Ordensritter und der gesammten hohen Generalität vertheilt. Der kom-mandirende Fcldzengmcister eröffnete diese Fey.'rlichkeit mit folgender Rede: ,,Es konnte mr kcin angenehmerer Auftrag gegeben werden , als jener, wodurch Se. K. K. Majestät mir unterm 29. Aug. die Vollmacht zu ertheilen geruhten, den Oberstlieu^ tcnanr Baron v. Vecsay, von Llch-tenstein Hussaren; den Oberstlieutenant v. Thegethoff, von Olivler WalliS Infanterie; den F. M. L. Grafen v. Riesch; den Generalmajor V.Lippe, den Obersten dePest, von Kaiser Dragoner, und den Obersten V. Mesko, von Lichtenstein Hussaren, mit dem Ordenszeichen als ein öffentliche Belohnung für ihre dem Staat geleisteten militärischen tapfern und ersprießlichen Thaten, zu zieren. Den abwesenden Generalen Prinz Rohan, nnd Grafen Nimpisch; dem Oberstlieutenant Grafen v. Degenfeld, von Kaiser Dragonern ; dcm Oberstlieutenant Prinz Ludwig Lichtenstein , von Manftedi-ni, sende ich unter einem dieses schätzbare belohnende Zeichen der Kaiserlichen Huld und Gnade. Der Oberst, Prinz Moritz v. Lichtenstein hat dieses Ordenszeichen bereits aus der Hand Sr. Majestät unsers al-lergnädigstcn Kaisers erhalten." Unter Trompeten - und Paukcnschall und der Regiments - Musik übergab derselbe jeden neuen Ritter in der obigen Ordnung das Ordenszeichen, und hielt an j.dem besonders folgende Rode: „Auf allerhöchsten Kaiserlich - Großmeisterlicken Befehl empfangen dieselben aus meinen ! Handen daS Zeichen beS militärische« Marien Thcrcjnn Ordens. Tiefes dient zum Beweiö ,! rcr Thatcn und Aufnahme in dicftn Orden, dcr allein der Tapferkeit und Klugheit gewidmet ist. Gebrauchen E.e sich dessen zur Ehre Gocrcs, zum Dienst des durcylauchtigsten Erzhauses und zur Vertheidigung des Vaterlandes." Zu Mittag wurde von gedachten F. Z. M. Grafen v. VaiUet la Tour, zur Verherrlichung dieses Festes, ein grosses Diner von 34 Gedecken gegeben. Italien. In Piemont scheint sich der Geist dcr Unruhe, auch nachdem zu Turin die Ruhe wieder hergestellt wurde, noch immer zu unterhalten. Dcr General Iourdan hat hurch eine lehr ernsthafte Proklama-z,on d.m Volk und dem Militär die wirklichen schr bedeutenden Gefahren zu erkennen gegeben. Gegen den Nachdruck dcr Bücher und Kunstsachen wurde in der Cisalpinischcn Republik folgende Verordnung bekannt gemacht: ,,2" Betracht (heißt es) 'daß die Produkte dcS Genies das schätzbarste und heiligste Eigenthum sind, beschließt der Regierungsausschuß: Die Verfasser von Schriften aller Art, die Musikalischen Komponisten, die Maler und 3"chn.r, dle Gtmälde und Zeichnungen m Ku. «fer stechen lasse", sollen ihr ganzes Leb.'« hlnd',rch das ausschlies-sende Reckt haben, ihre Werke auf dem Cisalpinischen Gebiete zu verkaufen, verkaufen zu lassen.zu vertheilen, und deren Eigenthum ganz oder zum Theile abzutreten. Die Erben , oder die, denen die Schriftsteller oder Künstler ihr Eigenthum abaetreten haben, sollen dasselbe Recht noch »o Jahre nach dem Tode der Verfasser gemessen. Die hierzu beauftragten Magistratspersonen sollen gehalten seyn, unverzüglich und zum Vortheile der Schrifsteltte und Künstler, so wie deren Erben, oder der durch Abtretung in den Vesiy ihres Reckes ackommenen P.rsonen, alle okne formlicke Erla'lbmß gedruckte Auflagen iwr Wcrkc zu konfisciren. Alle Nncidrncker joUen quälten seyn , dem wabrcn Eigenthümer die Summe von 2oc»Q Excmnlaren der Originalausgabe zn b7^lU i T ü r k e y. Konstantinopel, den 25. Aug. Ieyt hat man die Kapitulation von Kairo. Sie ist von ,7. Iuly von dem Türkischen , Englischen ^ Französischen General unterschrieben, aber zu jener Epoche von MetwU > noch nicht ratifizirt worden. Die Franzosen erhalten freyen Abzug , in den französischen Häfen bekommen sie ihre Waffen wieder, die Gelehrten nehmen ihre Papiere mit sich, den französischgesinnten Zürken. auch denen, welche Christen wurden, ist Amnestie verheißen, die Franzosen können seinen Unterthanen des Sulsans in Tür- ^ kischen Kleidern mtt sich nehmen. Menous Frau wird auf einer besondern Fregatte nach Frankreich l geführt. Man glaubt, die Franzosen haben noch ansehnliche Summen erhalten. Als diese günstigen Nachrichten in Konstantinopel bekannt wurden, ritt der Kaiser aus; das Volk em-pfieng ihn mit dem lautestem Enthusiasmus , und der Kaiser jubelte selbst mit. Ein? unerhörte Herablassung in den Türkischen Annalen) M Der Kapudanbasiha hat dem ^ MGroßhcrrn die Schlüssel von Kairo ^aus Egypten Hieher gesandt; die Englischen und Türkischen Kouriere sind von dem Großherrn reichlich beschenkt worden, vorzüglich abeo hat er den Englischen Gesandten mit einer brillanmen Aigrette, ml Werth von ,3,000 Piastern, serner mit einem reich gesattelten Arabischen Pferde von i c>,oao Piastern, und prächtigen Pelzen beehrt; auch das Gefolge des Englisken Gesandten ist reichlich bedacht worden. Uiberdieß hat der Großherr viele Prätiösen und Dukaten einpacken lassen, um solche zue Belohnung beyderseitiqer Befehlshaber uno Offiziere nach Egypten zu schicken. Vom Serail ist die Einnahme von Kairo mit Abfeuerung des groben Geschützes kund gethan worden und in Tophana hat man eine große Anzahl Schaafe als Dankopfer geschlachtet. Großbritannien. London, den 17. Aug. Es verbreitet sich hier die Sage, daß die Friedenspralimmarlen zwi-fch«n England und Frankreich berechtigt seyn; daß Nelson Befehl erhalten habe, zurückzukommen; und daß deßhalb bereits der Werth 5er Staatsschuldscheine außerordcnt- < lich zu steigen beginne. ^ Es waren am 14. d. zwey Kouriere aus Paris auf Schiffen mit der Stillstandzftagg? an dle Englische Küste herüber an den französis. Kommissär Ollo eingetroffn. U,5 man sagte, es sey durch dieselben ein ncucr Fri^dcnsentwurf von Buonaparte angekommen, der das Interesse beider Slaaten, Englands und Frankreichs, besser alS alle bisherige Vorschläge zu vrrc'i-nigcn geeignet sey. (Nach Vrieftn aus Calais vom 19. A»g sind vom 14. Aug. bis zum 19. wieder 4 Kouriere der Engli^chcn Regi rung auf Schiffchen mit der Sullstands-fiagge von Dovre herüber nach Calais gekommen. Alle hatten Briefschaften an die französische Regierung, und eilten nach Paris. Nelsons zweyte Expedition gegen' Bo ulognc. Die Erbitterung, welche zwischen den Englischen und Französische»» Journalist?«, den Interpreten der Nationalgcsinnung.'n herrscht, und sich in allcn VeriH en und Erzaft-lungen äußert, scheint auch bis auf . die Ausländer zu wirken» Ein deutscher Journalist liefert von der letz-tcrn Unternehmung Nelson's i« ei-nem ziemlich piquanten Style fol^ gende Nachrichten: „Nach dem mißlungenen Angriffs der Britten unter dem ^o""andy des Admirals Nelson auf d»e fran-zösts. Flottille bey Boulogne, am 4. Aug. , verweilte dieser Vrittische , öcefeldherr mit ein m Theile seiner Flotte in de>! folgenden ,o Tagen, — mit cincr mißmutbigcn Laune (wie man sagt,) vornehmlich bei Margate und Harwick. In dicser , Frist hiclt er kurze Revüen über die bey d esen Secpläyen versammelten schwimmenden Batterien, Kanonierschalllppcn und andere bewaffnete Wasscrgcbäude, ließ auch mehrere Fahrzeuge befrachten, mit frischen Mannschaften «nd mit einer Menge von Mord-und Verhee-rungsmitteln zu einer neuen Ver-nichtungs - Expedition gegen die Haupt-Antipoden der Vrittischen M - Sce-H>rrschaft; ließ sich aber nnr wenig, wie Londner Blatter mclden , binnen diesen io Tagen öffentlich sehrn." ,, Den , 4, Aug. waren die Geschaffte zur neuen drohenden See-(xz,'^ition beendigt. Nach dieser V endlgung segelte Held Nelson un-aesa' mt am folgenden Tage von der Enallscl^n Küste im Gefolge einer zahlreich« Gesellschaft von Linienschiffen, Fregatten, Briggs, Pinken, Kanons rschall'Ppcn, Bran-d rn, Transportschlsftn und ande-ren Fahrzeugen; aber nlcht gegen Nünkirchen, auch nlcht grgen einen Vatavischen Seeplatz, wie Londner Blätter einige Tage vorher ankündigten, sondern zunächst abermal gegen Boulogne, um hler den am 4. Aug. erlittenen Troy der Gallier, zum lehrereichen Denkzettel aller Ungläubigen an unverwelkllche brittische All-See-Herrschaft, siegreich zu rächen. Um diesen rächenden Plan aufs Sicherste auSzufüh-ren, und um die bewaffnete fran-zösis. Seemacht zu Voulogne aufs Unbezweifeltste bis zum einzelnen fallenden Span zu zertrümmern, oder als Trophäe im Triumphe in die Englischen Hasen einzubringen, hiclt Nelson am Zweckmäßigsten, zumAngriffstermindie dunkleNachts-zeit dießmal festzusetzen, welche bey Algesiras, bei Brest:c. der Vrittischen Geetaktik so entschieden seit einigen Wochen günstig war. In der vertrauensvollen Hoffnung, durch vorsichtige, aber kühne Uiberraschung, die vielleicht sorglosen, im sanften Schlafe ruhenden französischen Mannschaften zu über-ftügeln; schien es sehr wahrscheinlich, einen vernichtenden Machtstreich mit den wenigsten Kosten auszuführen. Diese Vermuthungen und Erwartungen schlugen aber fehl. Auf allen französis. Schiffen waren die Mannschaften, bey dm rsten An, griffS - Signale , zum ersten K ampfe in gefaßter Bereitschaft. Mehr als 3 Stunden dauerte die Aktion, mit blutigem Gemetzel und mit dem endlichen Erfolge, daß Held Nelson auch dießmahl sich genöthigt sah, ohne Trophäen, ohne neue korbeere , ja sogar mit einem Verlurste von ,2 seiner kleineren Fahrzeuge und mit einer Einbuße von einigen hundert Mann Todten, Verwundeten und Gefangenen der sieggewohnten Waffenbrüder seines allseeherr- schenkn Vaterlandes ««verrichteter Sache nach Haufe sich zu begeben." Rußland. Petersburg, den 7. Aug. Se. Kaiserliche Majestät haben folgende 'Parolbefehle ertheilt: Die verabschiedeten Generale von der Infanterie, der Erbprinz von Va-den und Prinz Karl von Baden sind, wie zuvor, ersterer als Chef vom ! Koslowscken Musketier - Regi- ! ment, und letzterer als Chef vom Hleinreußischen Grenadier - Regiment, wieder in Dienst genommen, vnd die jetzigen Ckefs, Generalmajore Maksckejew nnd Berg, zu Kommandeurs dieser Regimenter ernannt. Ferner: Se. Majestät geben dem Generalmajor Markow und allen Kolonien-Kommandeurs, für die, bei den aus Frankreich zurückgekommenen Truppen, vollkommen beobachtete Disciplin und Ordnung Ihre Zufriedenheit zu erkennen. Der Kaiser hat den 6. Theil des von Paul I. angeordneten allgemei- nen WappenbuHs der adelichen Geschlechter bestätigt, und die Aortse-tzung dieses Denkmahls der Verdienste adelicher Geschlechter fortzu-seyen befohlen; daher werden die adelicken Familien, welche noch nicht in drn bisher herausgegebenen Theilen des Wappenbucks eingeführt sind, eingeladen ihrcZeugnis-sc der Heroldle zur Prüfung zu übersenden. Eine in Marmor gehauene Stas tue des Feldlnarschalls Suwarow ist bey dem Kaiserlichen Garren zu Sl. Petersburg ,n Gcgcnwart des Kaisers, der Kaiserlichen Familie und der Generalität, unttr Pa-radirung des Lcibgrcnadier - und drittten Infanterie - Regiments , und unter dem Klang? der Musik, aufgestellt worden. Der Großfürst Konstantin hielt dabey eine feyer-liche Rede. Nach einem Kaiserlichen Befehl wird die Flotte zu St. Petersburg « wieder abgetackelt, nachdem der Friede mit England vollkommen hergestellt ist. Diese Zeitung wird wöchentlich zweymahl ausgegeben, daS ist Dienstags und Freytags. Sie kostet für hiesige Abnehmer halbjährig 3 fi. i5 tr. Aui der Post 3fl. Emzeln das Stück 3 tr.