EINZELPREIS: wochentafpi 10 Rpl SansHif-Sonntaf IS Kpf Slatburgn ätuuns Amtliches Organ des Vtriag u^nd SchrUtleitung: Marburg a. d. Drau, Bidgasse Nr. 0, hemrut: 25-0'/, 25^8, 25-69, —• Ab 18 Uhr (6 Uhr abends) ist die Schnitleitung nur aut hernrut Nr, 28-67 erreichbar. — Unverlanete Zuschrifttn werden nicht rüekgetandc. — Be< Anfrafen Rückporto beüegen. — Postactieckkonto Wien Nr. 54.601 Steirischen Heimatbundes cirscheint wöchcntlicli sechsmal als Morgenzeitiing (mit Auanahme der bonn- il Feiertage). 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Zweck der Tagung war, in Verfolg stillldisen Zusammenarbeit die neuen bedeutenden Aufgaben in Aogritt KU nahntan. die sicli aus dem gemeinsamen KHeg gegen die aiigeliäcb-&ii«li«o Mücbte Als Vertreter der UaHeniscIien Regle-nmg nahm an der Tagung Dotsolialter Dino Alflerl und als Vertreter der fapa-niwb^n Botsobtfttr Hlreshl Oä^ma t«^|. Von deutscher Sake waren bei der Konftrenc iMich anweeaad der Oi>erbe« ftilltobfr dar KHegsmarina Großadmiral Riiadtr. dar jDborkommafl« dos der Wehrmacht G^eraoeldmarschail Keltel und der Staatss?kretär ftir Luit* fahrt QanaraJfoldmarscliall Miloh. In Begleitung dfr Vertreter der drei Regierutigen befanden sich die Mitglieder der Im Drelm^chtefialit vorgegebenen verschiedenen Kommlsslofi^ Naoh einer QegrüBung der Tellnelinier Im Namen der RaichsregfenuHC gab der RdchsauDenmlnlster einen allgemeinen Oberbltck über die durch die EW»lgnlsse der letzten Tage gesc^attene Lage. Cr wies dann im einzelnen auf die hierdurch dar Konferenz gestellten neuen Aulgaben auf poMtlscIiem. mintttrischem und wirt-schaftUcham Qeblet hin und unterstrich neuen Weltordnung anerkennen. Das BUniinig zwischen Deutschland, Italien und Japan beweise im übrigen die feste Entschlossenheit dieser Mächte, sich durch nichts von der Neuordnung der Weit abbringen zu lassen. ,.Sellislv8nlSnillicl!8r AM" Agram, 15. Dezember Der Kriegseintritt Kroatiens gegen die Verefnigfen Staaten und Kngland wird von der kroatischen Presse als ein selbstverständlicher Akt bezeichnet, der nicht nur den «Ich aus dem Dreierpakt erge- benden Verpflichtungen, sondern, auch den l?98onderen nktionalen Interessen Kroatiens entspreche. Das kroatische Volk, so heißt es, stehe eigentlich schon seit Ende des ersten Weltkriegüs in einem permanenten Kampf gegen die angelsächsische Polit k, di;? das kroatische Volk durch die Pariser Vorortverträge in KeHen legte. Darüber hinaus habe das kroatische Volk erneut beweisen wollen, daß es entschlossen ist, sich für seine Zukunft, die nur in einem Riiropa, wie es Adolf Hitler gestaltet, gesichert ist, mit allen seinen moralischen und realen Kräften einzusetzen. Aus dem Pflichtgefühl gegenüber den kommenden Generationen heraus habe Staatsführer Dr. Pavyelitsch Kf'oatiens Mitwirkung nn dem Endkampf um die neue V/clt verkündet und damit aus der Seele des kroatischen V^olkes gesprochen. iiiiHiiminiiiiittiiiiiiiiniitHiiuulniiiiiiiiiiiiiiiuiiiuiitiiiiiiiiiiiiiiiitiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiftiiiiiiiiiiHiiHiiiiiiitiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiii Ein« Schlacht in Malaya lapanltch« V^rstäikungtn g»land«t — Haftige Kämpia in der Provinz Kedah Schanghai, 15. Dezember Wie Radio Singapur zugibt, gelang es stung in den durch Krokodile unsicher gemachten Flüssen, als wenn sie für diese die Bedeutung der engen Zusammen- japanischen Verstäricungen, an der Küste besondere Art des Kampfes besonders HTfieit zwischen dfn drei Mliohten ittr dl^ trrkigung des gemeinsamen Endsieges* Oeoeralf^marschaH Keit#| ergriff das Wqrt, um Im Namen der dautKhan Wenrmaobt dje iapanische Wehrmacht als otuan Wafiengefährtsn zu begrüßen und seiner Bewunderung für die grollen Enolga der Krlegsführung im PazIHk Auadruck zu geben. AnschlieOend ergriffen der Itallenischo Botschafter Aliiert uitd der lai>anlsche Botsoliafter Oshima das Wort und legten die Ansichten Ihrer Raglerungen über ObwohI die kurzen amtlichen Bcnchtc keine Einzelheiten geben, besteht kein Zweifel, daß eine groBe Schlacht Im Raum von Kedah stattfindet. Die japanischen Soldaten erweisen sich als gute 5lß< scharfen Leitartikeln gegen Rooscvclt und Churchill. »Chung Pao« bezeichnet dir beiden als Hauptrtldclsführer dieses Krieges. Statt ihrer cgo stlschen Politik »be-sfuirtcfcr Vorrechte^f meint das Blatt, «^olitni sie die Wohlfahrt der Menschheit h(»her stellen und die Hcdeutung der ausgebildet wären. Sie werden durch sehr Starke motorisierte Einheiten unterstützt und machen erfolgreichen Gebrauch von ihren Waffen an der Stral^ von Kedah und längs der Hisenbahn, welche an dieser Straße cntlangläufft.« Wichtiger Slfitzpuakt erobert Tokio, 15. Dezember Die in Britisch-Malaya gelandeten Ja-Kämpfer im Dickicht und bahnen s'cb panisclien Truppen sind, so berichtet das den Weg durch die dichte Vegetation japanische Hauptquartier, in raschem hinter und zwischen den britischen LI-'Vordringen und haben einen »äuf^rst nien. Sie patschen im Schlamm und wichtigen Stützpunkt an der Westküste schwhnmoo mit ihrer gesamten Ausrfi- Britlsch-Malayas« besetzt. Vorstoss auf SUd-Burma Vordringen def Jfpsner gegen Kap Victoria Genf, 15. Dezember | dem angegebenen Kampfgebiet Aus englischen Meldungen geht her^ es sich um einen schmnlen, größ- vor daß die lananer von Thailand au« gebirgigen Landstreifen an der Thailand. Dieser südliche If ». Burma unter-|jgj| gyrmas ist mit dem Hauptteil des nommen haben. Die Operationen richte-j Landes nur durch eine Straße verbunden, ton sich gegen Kap Victoria, die südlich-' die bis Tavoy, 500 Kilometer nördlich von ste Spitze Burmas. * • Kap Victoria führt. liSA-laoptipiailier aal Luzon zerstört Pelndliciier Widerstand gebrochen Tokio, 15. Dezember Ül»er weitere Luftangriffe auf kriegs- wichtige Zidle auf der Insel Luzon meldet das Hauptquartier der Armeeabteilutig, daß Flughäfen und Kasernen bei Aparri tier bei ßaguio im Zentrum der Insel wurde eb«nUlls angegriffen und völlig zerstört. Das Hauptquartier des japanischen; Heeres meldet, daß die auf den Philippi-; j VI j. ■ i j 1 i j t 'w, nen-lnsel Luznn an verschiedenen Stellen i an d« Nordkust« der Insel und bei Tar-j ,,eig„dct»n Tnippt-n den fuindPcheii VVi-i lae nördlich von Manila angegiilffen wur- derRtand brachen und die Angriffe erfolg-den. Das amerikanische Fcidlmuptquar-i reich fortgeführt werden. 3aDand gti«.h war, zu schmälern versucht. In den Weltkrieg ist Japan als die fünftgri'ßte l lottenniacht eingetreten. An seinem Linde war seine Kriegsniarinc auf die dritte Steile vorgeriu kt. Wiederum stellten sich die N'ereinigten Staaten ihm nun in den Weg. Unter dem Vorsitz: des Staatssekretärs ilughes trat am 12. November 1821 in Washington eine Korife-renz der fünf Großmächte USA, England, Japan, l'rankreich und Italien zusammen, an der auch Belgien. Holland, Portugal und China teilnahmen. Als die Konferenz am 6. Februar 1922 zu Ende jzing, waren durch ein riottcnabkommen nie Stärke-Verhältnisse der Kriegsmarinen Englands, Amerikas, Japans. Frankreich und Italiens auf 5:5:3:1 ./.t: 1,75 festgelegt. Für die üroßkampfsihiffc wurde die Höchstgrenze der Wasserverdrängung auf 35.000 Tonnen, die der Gcschützkaliber auf 40 cm festgesetzt. Die USA und England sicherten sich damit die Übermacht im Stillen Oze.in und zwangen Japan, da das Ah-kommen bis 1036 gültig sein Sollte, in die zweite Linie. Aber auf iler gleichen Konferenz wurde Japan von den USA und England auch gezwungen, Ostsibirien und Sachalin zu räumen, Schantung und Kiautschou an China zurückzugeben. Und im Neunmäch-tcvcrtr;]« nötigten die Vereinigten Staaten und Hnglaml das japnnische Kaiserreich, den (Irunilsatz der »^offenen Tür« in China anzuerkennen. Washington begnügte sich mit diesen Ursiebnissen noch nicht. Es set/tc liurch. daß japan auf sein 1002 geschlossenes IJündnis mit ün^land auch fonriell verzichtete, das bereits 1911 voÄ Sefte 2 »Marbur^er Zeitung« tfi. Dezember 1941 Nummer 32\ England durch einen Geheimvertrag mit den Vereinigten Staaten gebrochen wor den war. Nur zwei Jahre später, 1924, holte Washington zu einem neuen Schlag aus. Es verbot die Einwanderung der Japaner in die Vereinigten Staaten. Der unerhörte Bevölkerungsdruck durch die jährliche Vermehrung um eine Million Menschen hatte die Japaner zur Auswanderung in Strömen gezwungen. Da sich die menschenleeren britischen Dominions Kanada und Australien dem Einwanderungsverbot für Japaner anschlössen, war dieses Vorgehen von weitreichenden politischen Folgen, weil Japan gezwungen wurde, einen Ausweg zu suchen. Es fand ihn erneut in der jahrhundertealten Stoßrichtung der japanischen Außenpolitik, nach dem chinesischen Festland hin. Diese Entwicklung führte 1936 zu dem japanischen Vorstoß in die Mandschurei, der mit der Errichtung der Republik Mandschukuo (seit 1934 Kaisereich) ehdete. Die Genfer Liga wurde mobilisiert, die sich zu,einem lendenlahmen Verweis aufraffte. Mehr konnte England, hinter das sich die USA steckte, nicht erreichen. Japan antwortete kühl mit dem Austritt aus dem Genfer Theaterverein. Am lautesten schrie Hoovers Staatsse kretär Henry L. Stimson, der gleiche Mann, den Roosevelt als seinen wichtigsten Helfershelfer zum Kriegsminister gemacht hat. Die Kriegstrompete, die Stimson Mies, traf damals auf taube Ohren. Hoover stand am Ende seiner Amtszeit. Als er das Weiße Haus verließ und Franklin D. Roosevelt einzog, änderte sich zunächst nicht viel. Ende März 1935 unterzeichnete Roosevelt ein Gesetz, das nach einer Übergangszeit von zehn Jahren den Philippinen völlige Unabhängigkeit gewährleisten sollte. Der USA-Präsident, der in dieser Zeit noch mit den heftigen Widerständen gegen seine Innenpolitik beschäftigt war, schien mit der Aufgabe der Philippinen anzeigen zu wollen, daß er die Vorherrschaft Japans im westlichen Pazifik anerkannte. Interessanterweise machte er die Anerkennung Mandschukuos durch die USA von der Lösung der Flottenfrage abhängig. 1930 war Japan auf der Londoner Flottenkonferenz im wesentlichen erneut auf das Stärkeverhältnis von 1922 festgelegt worden. Nun aber, Ende 1934, fordert en auf den Londoner Vorbesprechungen für die Flottenkonferenz von 1935 seine Gleichberechtigung mit den Vpreinigten Staaten und England. Beide Mächte weigern sich. Dieses Mal aber gibt Japan die Antwort: es kündigte fristgerecht das 1936 ablaufende Washingtoner Flotteiiabkommen von 1922. Die zweite Amtsperiode Roosevelts als USA-Präsident bringt die systematische \'orbereltung der Auseinandersetzung, die 1039 in den europäischen und In diesen Tagen in den pazifischen Krieg mündete. Der gründliche Fehlschlag seiner Innenpolitik hatte Roosevelt die Flucht in die Außenpolitik suchen lassen. Es ist nicht ohne Bcoeutung, daß die erste Macht, die er ('ifentlkh angriff, die gleiche Ist, der er in diesen Tagen den Krieg aufzwang: Japan. Wenige Monate, nachdem die Schüsse an der Marco-Polo-Brücke In Schanghai den Auftakt zu dem heute noch Hiulaiicrnden japanisch-chinesischen Rinken gaben, hielt Roosevelt am 5. November 1937 seine berüchtigte Brandrede in Chicago. In dieser Rede fiel das Wort Japan nicht ein einziges Mal, aber jeder begriff, wen der USA-Präsident in erster Linie meinte, als er von der »Invasion in fremdes Gebiet unter Verletzung der'Ver-trJSgC4. sprach. Vor allem begriff Ihn einer, der bereits einmal zum Sturm gegen Ja-p.in geblasen hatte: Henry L. Stimson. Dieser Hetzer veröffentlichte In der jüdischen »New York Times« am Tage nj)ch der Rede einen offenen Brief, der eine volle Druckseite lang war. eine einzige Danksagung an Roosevelt für dessen K^pfansage an die jungen Völker. Hl^r sind im Keim alle Elemente der verlogenen Kriegspolitik Roosevelts enthalten; die Identifizierung der Demokratien mit den friedliebenden Staaten, die Beschuldigung der jungen aufstrebenden Völker als ilie anarchischen Bedroher der Weltordnung und der Aufruf der Satten zum Kampf gegen die »Habenichtse«. Mit welchen Mitteln Roosevelt den europäischen Brand entfachte, ist tausendfach belegt. Parallel damit trieb er die Spannung im Pazifik auf den Höhepunkt. Mit den Waffenlieferungen und Dollaranleihen an Tschiangkaischek hat er nicht nur offen eine japanfeindliche Macht unterstützt, sondern die Einkreisung Japans eingeleitet. Der Ausbau der USA-Flotten- und Luftstützpunkte auf Guam und Samoa, die Verstärkung der Garnisonen auf Hawaii und den Philippinen waren die weiteren Schritte auf dem gleichen Weg. Der wirtschaftliche Würgegriff sollte ein übriges tun: Die USi^ künd'gten alle usd Schifialirt&v^rftge mit Ja^van; im Juli d. J. sperrten sie alle japanischen Guthaben und beschlagnahmten die japanischen Schiffe in den USA-Häfen. England und die britischen Dominions folgten Schritt für Schritt. Im August verfügte Roosevelt die Ausfuhrsperre von Benzin und Motorölen gegen Japan. Im Oktober hielt der USA-Marlnemini-ster Knox eine Rede: »Wir fordern weitere Stützpunkte Im Stillen Ozean, und wir werden sie haben.« Im selben Monat schickte Roosevelt den gleichen Hetzer vor mit der Drohung: »Wenn Japan den Expansionskurs welter verfolgt, ist der Zusammenstoß unvermeidlich.« Während die USA am Einkreisungsring um Japan Zug um Zug weiterbauten, während sie sich in Singapur und in Niederländischindien festzusetzen begannen und dami* Japan von seiner natürlichen Rohstoffba- sis abschneiden wollten, spielte Washington die Rolle des Bedrohten. Die japanische Regierung hat mit unendlicher Geduld inwner wieder Versucht, den von Knox im Auftrag Roosevelts an-gekündlgfbn Zusammenstoß zu vermeiden. Der USA-Präsident hat diese Versuche Schritt für Schritt torpediert. In elfter Stunde hat Japan trotz aller'bisherigen Erfahrungen einen letzten Anlauf genommen, um zu einem vernünftigen Ausgleich zu kommen durch eine persönliche Botschaft des Ministerpräsidenten Tojo an den USA-Präsidenten. Roosevelt hat auch sie mit zynischen Forderungen beantwortet. Nun läßt Japan in Wahrung seiner Ehre und seinef Lebensrechts die Waffen sprechen. Roosevelt hat endlich seinen Krieg, den er seit vier Jahren betrieb. MclileHde Schllige der Lnftvraffe Pani^rb^r^lttt^llung«!! und Nachschubkolonne dor Sowjots lortchlagon Führerhauptquartier, 15. Dezember Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Im Osten wurden an mehreren Stellen der Front feindliche Angriffe unter Itarken Verlusten des Gegners abgewiesen. Die Luftwaffe bekämpfte erfolgreich Ansammlungen des Feindes im Donczbo-gen sowie Eisenbahnziele zwischen Don und Donez. Starke Kräfte von Kampf- und Sturzkampfflugzeugen führten unter Jagdschutz vernichtende Schläge gegen Panzerbereitstellungen und Nachschubkolonnen der Sowjets im Mittelabschnitt der Front Der Feind erlitt hier besonders empfindliche Verluste an schweren Waffen und rollendem Material. Auch im Wolchow-Abschnitt sowie an der Mur-man-Bahn waren Angriffe der Luftwaffe erfolgreich. Si^erungsfahr/euge der Krlegsmarkie beschädigten im Ägäischen Meer durch Wtosserbomt>en ein britisches Unterseeboot, mit desseiT Verlust zu rechnen Ist. In Nordafrika wurden erneute britische Angriffe zurückgeschlagen. Deutsche und italienische Sturzkampfverbände erzielten Bombenvolltreffer schweren Kalibers in feindlichen Kolonnen und Geschützstellungen südwestlich Tobruk. Auf einem Flugstützpunkt warfen deutsche Kampfflugzeuge Betriebsstofflager in Brand. Marineartillerie schoß an der atlantischen Küste zwei britische Kampfflugzeuge ab. Zvel britische Rreozer torpedierl Faindlichor Zorstörar varsankt — 20 Brltanflugzauga in Nordafrika abgaschoisan — Englischa Angriffa abgawiatan , Rom, 15. Dezember Der italienische Wehrmachtbcricht vom Montag hat folgenden Wortlaut: Das Hauptquartier der Wehrmacht gibt bekannt: Der andauernde feindliche Druck im Gebiet von Ainel-Gazala stieß auf den zähen Widerstand unserer Truppen, die überall zum Gegenangriff übergingen. Vorstöße gegen die Stützpunkte von Sollum und Bardia wurden abgewiesen. >r Angreifer ließ einige Gefangene in unserer Hand. Die Luftwaffe der Achse beteiligte sich stark am Kampf. Sie belegte gegnerische Angriffskolonnen mit Maschincngewehr-feuer und zerstörte Panzeransammlungen. 20 feindliche Flugzeuge wurden abgeschossen, davon 13 von italienischen und deutschen Jagdfliegern, sieben von der Flak. Zwei unserer Flugzeuge sind nicht zurückgekehrt. Bei feindlichen Elnflügen nach Dernd und Cirene gab es zwei Tote und einen Verletzten. Schaden wurde nicht angerichtet. Beim Einsatz im mittleren Mittelmeer wurden zwei unserer leichten Kreuzer durch Torpedotreffer versenkt. Fast die ganze Besatzung konnte gerettet werden. Ein feindlicher Zerstörer der ehemaligen niederländischen Kriegsmarine wurde versenkt. Das unter dem Befehl von Korvettenkapitän Torri stehende U-Boot griff einen englischen Kreuzer im östlichen Mit-tclmoer an und erzielte einen Torpedotreffer. Das unter dem Befehl von Kapitänleutnant Campanella stehende U-Boot torpedierte einen weiteren feindlichen Kreuzer im mittleren Mittelmeer. Dn* FUrer beglilcliwfinscbt Svinbulvad Berlin, 15. Dezember Der Führer sprach dem ehemaligen .innischen Staatsnräsiilentcn Svlnhuf\'uil zu seinem 80. Genurtstag auf telegraphischem Wege seine herzlichsten Glückwünsche aus. Reidisiniiiister Rerrl gestorben Berlin, 15. Dezember Reichsminister SA-Obergruppenführer Hanns Kerrl ist in der Nacht zum Sonntag an den Folgen eines Herzschlages jlötzlich gestorben. Hanns Kerrl wurde am 11. Dezember 1887 In Fallersleben geboren. Nach dem besuch des Gymnasiums betrat er die Laufbahn eines mittleren Justizbeamten. Bei Ausbruch des Weltkrieges rückte er ins Feld, wurde verwundet und hat sich das EK 1 und 2 erworben. Als Leutnant der Reserve war er im Reserve-Infanterie-Regiment 260 bis zum Waffenstillstand Kompanieführer. Nach der Demobilisierung trat er wieder In den Jusilzdicnst in Peine ein, wo er bereits vor der November-Erhebung im Jahre 1923 der NSDAP beitrat und die erste Ort^ruppe der Partei gründete. Seit jener Zelt war Hanns Kerl ein unermüdlicher Streiter für die Bewegung. Sein Name wurde rasch in ganz Niedersachsen bekannt. Als einer der ersten sechs Abgeordneten der NSDAP zog er 1928 in das seinerzeitipe Preiißenparla-ment ein. Am 20. Mai 1032 wurde er zum Präsidenten des Preußischen Landtages gewählt. Nach der Marhtilbernahmo wurde Kerrl zuerst rrpiiBisrher ju^ti/ml-nistpr; .^iif Pn^tni hat pr ''irli durch die Einführung des preußischen Erbhofgesetzes große Verdienste um die Entwicklung eines arteigenen deutschen Bauernrechtes erworben, später wurde ihm die Leitung der Reichsstelle für Raumordnung übertragen. Im Jahre 1935 übernahm er dann die Leitung des neu-gebildeten Reichsministeriums für kirchliche Anlegegenheiten. Reichsminister Kerrl war SA-Obergruppenführer und Gcneral-arbeitsführer. Binsalx der litler-jweiii in Rriegsiahr 1941 Leistuftgsberlcht des Stabsführers Möokel F r Q i b e r ff, 15. Dezember. In Freiberff eröffnete Gauleiter Martin Mutschmanii die Wettrüstungsausstelluiia: des HJ-(jebietes Sachsen, die die besten Sr>ielzeuße und Gebrauchsgegenstände zeigt, die für die Kinder d^^r Betreuten Jes Wmterliilfswerkes und der Deutschen im Osten angefertigt wurden. Der Eröffnung wohnten neben vielen Gästen aus Partei, Staat und Wehrmacht auch zahlreiche Vertreter der Reichsjugendführung, an der Spitze Stabsführer Mückel und die Relchsreferentin des BdiM l>r, Jutta Rüdiger bei. Stabsführer Möckel erstattete bei dieser Gelegenheit Bericht über die Arbeit der Hitler-Jugend im Kriegsjahr 1941. Nachdem er des gefaUenen Bannführers Hans Abt. des Schöpfers des nun im ganzen Reich eingeführten Wettrüstens der HJ. k'edacht hatte, führte er u. a. aus, dall die Jugend trotz des Krieges neben dem bisherigen Einsatz auch neue Aufgaben in Angriff nehmen we*de. Von den Arbeitsgebieten der tiJ sei als wich-ticr Auf^'abe die Erzlehun«: des jungen VTr»i\vnc1iies für Hie FfnirprstHlen auf den AdolAHitler-Schulen zu erwihnen. • Im Hinblick auf die großen im Osten bevorstehenden Aufgaben gewinne der Ausbau des bewährten Landdieostes weitgehende Bedeutung. Zur Heranbildung der Führerschaft für die stark zu vermehrenden Landdienstlager habe Sachsen in dem Landdienst-Lehrhof Kop-' pelsdorf eine vorbildliche Stätte geschaffen. Besondere Aufmerksamkeit habe die vormilitärische Wehrertüchtigung gefunden. Eine stolze Bilanz zog der Stabsführer über die Leibeserziehung in der HJ. Die Leistungen verbesserten sich gewaltig. Die Spitzenleistungen waren trotz des Krieges besser als vorher, wie die Jugendmeisterschaften in Stuttgart und Breslau sowie die Weitkämpfe mit der Jugend anderer Länder bewiesen. Das Jugendsiparen habe auch im vergangenen Jahr der Vertiefung des Spargedankens gedient In der Kulturarbeit sei eine stetige Aufwärtsentwicklung festzustellen. Eine wichtige Aufgabe sei ferner die Berufslenkung. Erfieulich sei. daß das Problem der Ungelernten seiner Lösung immer näher komme. Aus der Mädelarbeit seien die BdM-Schulen. insibeson-dere die Haushaltungsschulen zu nennen. fientfaiobent Rane 60 liln in Berlin, 15. Dezember. Am heutigen 15. Dezember begeht Generaloberst Haase, Oberbefehlshaber einej- Armee, seinen 60. Geburtstag. Wie im Weltkriege, so hat er auch jetzt im großdeutschen Freiheitskampf entscheidende Erfolge in den Peldzügen gegen Deutschlands Feinde erringen können. Im Polen- und Westfeldzug führte er als kommandierender General das IIL Armeekorps gegen den Fehki. und die Siege dieses Korps werden immer mit seinem Namen verbunden Weiten. Seine soldatische Laufbahn, die er in einem württembergischen Fetdartilierie-regiment begann, ist reich an verantwortungsvollen Stellen, sein entschlossenes Handeln und sein persönlicher Einsatz ein Vorbild für seine Soldaten. Während des jetzigen Krieges gegen den Bolschewismus hat er mit die große Aufgabe, dem Ostheer den Rüclcen freizuhalten. Die Divisionen seiner Armee stehen in Frankreich. Auch hier watcht das deutsche Schwert, bereit, jeden Angreifer zu vernichten. , Das lUNeikreii Mr Binali Berlin, 15. Dezember Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht verlieh auf Vorschlag des Oberbefehlshabers der Luftwaffe, Reichsmarschall Göring, das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an Hauptmann Wittmann, Staffelkapitän in einem Kampfgeschwader. Hauptmann Herbert Wittmann, am 3. Jänner 1914 in Döllnitz geboren, hat seine Staffel in den Feldflügen gegen Frankreich, England und die Sowjetunion von Erfolg zu Erfolg geführt, Sie steht in der Zahl der Einsätze an der Spitze der übrigen Kampfstaffeln seines Geschwaders. In zahlreichen Feindflügen, bei denen er stets die schwierigsten Aufgaben selbst übernahm, hat er sich als vorbildlicher, von heldenhaftem Geist beseelter Führer seines Verbandes erwiesen. Im Ostfeldäsug gelang es ihm u. a. 30 Transportzügc durch Volltreffer zu vernichten, 16 Eisenbahnstrecken zu unterbrechen, 27 Bahnhofanlagen in Brand zu werfen, 10 Panzer im Tiefangriff zu vernichten und zwei Kanonenboote durch Volltreffer zu versenken. Am 28. August 1941 erhielt er vom Reichsmarschall den Ehrenbecher für besondere Leistungen im Luftkrieg. Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht verlieh ferner auf Vorschlag des Oberbefehlshabers der Luftwaffe, Reichsmarschall Göring, das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an: Oberleutnant Beeger, Staffelkapitän in einem Kampfgeschwader. Oberleutnant Horst Beeger wurde am 8. August 1913 in Bautzen geboren. Die von ifim auf allen Kriegsschauplätzen erzielten großen Erfolge stempeln diesen Offizier zu einem Kämpfer und einer Führerpersönlichkeit besonderer Prägung. An besonderen Waffentaten ist der Luftangriff gegen das Hauptquartier der 3. serbischen Armee in Skoplje, bei dem fast der gesamte Stab der Armee fiel, hervorzuheben. In der Sudabucht gelang es ihm, den britischen Kreuzer »York« durch einen schweren Bombentreffer außer Gefecht zu setzeh und bei Kreta weitere zwei Kreuzer zu versenken. Insgesamt hat seine Staffel im Mittelmeerraum 17 Handelsschiffe mit einer Tonnage von Über 100.000 brt veVserrkt. Am 27. Juli 1Ö41 wurde ihm vom Reichsmarschall der Ehrenpokal für hfpond^re Lpi^tiingen hn Luftkrieg verheben. , ^Nummer 321 »Ma-rburKer Zeitunn« 16. Dezember 1941 ?e1te 3 Per .Weg lum Endsieg BMÜner SooderUigunx d«r Dreierpaktmächte , ] ' Marburg, 15. Dezember. Jeder Tag erihnert uns daran, in welch ifroßer, Keschehnisreicher Zeit uns zu leben vergönnt ist. Ereignisse, von denen einst iedes einzehie die Welt auf Monate hinaus in andauernder Spannung gehalten, und die Spalten der Zeitungen für lange Zeit- gefüllt hätte, jagen einander, \verden abgelöst von immer wieder Neuem und Gewaltigem. Cjestern haben Bulgarien, Kroatien, Rumänien, die Slowakei und Ungarn ihren Eintritt In die kriegerischen Auseinandersetzungen mit der Weltpluto-kratle verkündet, die den Bestand und die Kultur des europäischen Kontinents vernichten will. Und heute traten in Berlin die Vertreter des Dreimächtepaktes /Usanmien, um die neuen Aufgaben in Angriff zu nehmen, die sich aus der Kampfgt?meinschaft Deutschlands. Ita-lieits und Japans gegen die USA und England ergeben. Diese Arbeit gilt allen ix)-litischen, militärischen und wirtschaftlichen Fragen, die der Erreichung des Endsieges dienlich sein können. Aus der Natur der Sache ergibt es sich, daU diese Beratungen nun ständig fortdauern werden, und zugleich auch, daß über sie zunächst nur wenig in die Offentlkhkeit «Iringen wird. Aber wahrhaft Weltumfassendes und eine neue Welt Gestaltendes wird-da behandelt werden, um sich in Taten von entscheidendster Bedeutung umzusetzen. Der japanische Botschafter Oshima gab bei einem Pressempfang eine Erklärung ab, in der er zunächst dem deutschen Volk dafür dankte, dali es in al-' len seinen Schichten Japan stets Gefühle des Vertrauens und der Ereund-schaft entgegenbrachte. Dann rechnete der' Botschafter mit Washington und London 'ab. Das Ziel der USA und Englands war die Ausbeutung Ostasiens. Um sie unbehindert durchführen zu können, wurde auf Japan jeder erdenkliche l>ruck ausgeübt. Im Interesse der Erlui-tung des \\'eltfriedens und zur Vermeidung einer weiteren Ausdehnung des Krieges bewies Japan alle nur mögliche Zurückhaltung. Aber dies spornte Roo-sSevelt nur zu neuen ultimativen Forderungen an. Japan sollte seine Truppen aus^Cliina und Indochina zurückziehen, CS koHte'aus dem Drermäclitepakt sLMiei-den. Das wäre gleichbedeutend mit einem politischen und moralischen Selbstmord Japans gewesen. Da gab Tokio die einzige Antwort, die ihm blieb: Es griff z'um Schwert und schlug zu. Der Freiheitskrieg Ostasiens hat begonnen, die lan^^ersehnte Gemeinschaft und Waffenbrüderschaft der drei grollen Völker — Deutschlands, Italiens und Japans — ist Tatsache geworden, der Sieg wird diesen entscheidenden Kampf krönen. * Warum liaben fünf Staaten, die gemeinsam mit Deutschland im Kampf gegen den Weltfeind im Osten stehen, sich nun auch als im Kriegszustand mit- den USA und England befindlich erklärt? \\^arum haben Bulgarien. Krogtien, Rumänien. die Slowakei und Ungarn, nn-initlelbar nachdem Deutschland und Ita-lieri^angesichts der fortgeseizten Provokationen und Angriifsliandlungen der USA sich zu gemeinsamem Kampf an .Ifliwns Seite gestellt haben, nun auch ihrerseits* die letzte Konsequenz gezo-geiv? Diese fünf dem Dreimächtepakt angeschossenen Staaten haben nicht gezü-geft, in dem historischen Ringen, das nach den Worten des Führers die Geschichte Europas und der ganzen Welt aui Jahrhunderte hinaiis entscheidend gestalten wird, aus freien Stücken zu 'hrcni N^N'ort zu stehen. Mit einer bisher noch nie gekannten Kraft hat die Erkenntnis. dali es um die Sache Europas luid'dcr ganzen Welt geht, die Völker erfalJt. die im Dreimächtepakt zusammengeschlossen sind und iu ihm die Vertretung ihres politischen Wollens sehen. So kjimpfen das Reich und seine Verbündeten mit einem hehren Ziel vor Aügen. das turmhoch hinausragt über die heuchlerischen Phrasen eines Roosevclt und eitles Churchill. Vor dem deutschen \'o|k und vor aller Weit hat der Führer den Beweis erbracht, daß allein Roosp- velt und die thn treibenden Kräfte des Wcltjudentums und der Plutokratie die Verantwortung für diesen zweiten Weltkrieg tragen. Nicht eine Bedrohung oder Gefährdung der beiden amerikanischen Erdteile, sondarn die Herrschsucht des • ^SA-Präsidenten und seine krankhafte persönliche Eitelkeit, seine satanische. Blutgier und seine Gewissenlosigkeit waren die Ursachen der seit Jahren sich fortwährend steigernden Gehässigkeiten und Angriffe gegen Europa und Ostasietj. Roosevelts Pakt mit dem Bolschewismus. dem er Europa und Asien ausliefern wollte, sein Wille, alle Völker zu vergewaltigen, sie waren die Quellen der frechen Provokationen, die in einem fort von Washington aus die Welt beunruhigten und in ständige Gefaiir brachten. Diese Welt hat es satt, sich von Roose-' velts Lügen, Fälschungen und seinem! demagogischen Massenbetrug vergiften und mißbrauchen zu lassen. | Die jungen Völker haben nicht vergessen. wer Polen und die anderen Staaten im Süden und Westen Europas dauernd aufhetzte und dann im Stiche ließ, sie waren lange genug Zeugen all der yerbrechcn Roosevelts und wollen endlich Ruhe und eine gesicherte Zukunft haben. Deshalb stehen nun die Völker Europas — getreu dem Geiste des Dreimächtepaktes — einmütig und entschlossen im Abwehrkampf gegen die jüdische Weltplutokratie. deren Vertreter Roose-velt ist Nach wenigen Tagen hat man in" Washington und in London bereits voll Bestürzung erkennen müssen, wie sehr man Japans Kraft und Entschlossenheit unterschätzt hat. f^s wiederholt sich die Erfahrung, die unsere Feinde im bisherigen Kriegsverlauf mit Deutschland machen mußten. * Voll Vertrauen sehen die Völker Europas ihrer Zukunft entgegen. W.sscii sie doch ihr Sciwcksal in sorgenden, nimmermüden Händen; wissen sie doclu daß ihnen die Vorsehung eine Führung beschieden hat, die durch Kühnheit und Genialität schon bisher die größten Erfolge errang, die die Geschichte überhaupt kennt; wissen sie doch, dali dieser Führung die besten Heere aller Zeiten zur Verfügung stehen und daß am Ende dieses großen Ringens nur eines sein wird — ihr Sieg. Znih gemeinsamen Kampf und Sieg angetreten Eii^« Erklärung dts Japanischen Botschafters ih Berlin Uber Japans gerechten Verteidigungskampf Berlin, 15. Dezember. De|: kaiserlich japanische Botschafter Oshima hatte am Montag nachmittag namhafte Vertreter der deutschen Presse und die Berliner Pressevertreter der im .Antikominternpakt zusammengeschlossener Länder zu einem Empfnnp; eingeladen. Bei dieser Ge'egenhe't frab Botschafter Oshima eine Erklärung ab. hi der er einleitend hervorhob, oiß se'n besonderer Dank der deutschen Presse gebühre, die der Sachc Japans stets ein so lebhaftes Interesse, Verständnis und Sympathie entgegengebracht habe. Er führte dann weiter aus: Diese Haltung entspricht ganz, w'e ich zu meiner größten Freude wiederholt feststellen konnte, der Haltung des deutschen Volkes in allen seinen Schichten. Insbesondere waren die Ovationen, die ich anläßlich der am 11. Dezember im Reichstag gehaltenen welthistorischen Führerrede erhalten habe, ein beredter Ausilruck des Vertrauens, das vom deutschen Volk Japan ungeteilt entgegengebracht wird. Es ist gewiß, daß vom japanischen Volk diese herzlichen Gefühle der Freundschaft erwidert werden. Es bedarf nicht vieler Worte, um festzustellen, wie ego'stisch die Ostasienpolitik der angelsächsischen Mächte stets gewesen ist. Ihr einziges Ziel war die Ausbeutung der Völker Ostasiens. Seit dem .Ausbruch des Krieges in Europa, und besonders seit dem Abschluß des Dreimächtepaktes, haben die Angelsachsen jeden erdenklichen Druck auf Japan angewandt, besonders wirtschaftlicher Natur, um dem japanischen Volke die Lebensmöglichkeiten schließlich abzuschneiden. Wenn Japan dieser unerhört pro-vokativen Haltung gegenüber eine äußerste Zurückhaltung gezeigt hat, so geschah das vor allem im Interesse djr Erhaltung des Weltfriedens und zur Vermeidung einer Ausweitung des Krieges. Diese Haltung der japanischen Regierung kann das deutsche Volk, wie ich glaube, vollauf verstehen. Der Führer, der selbst als Frontsoldat die Grausamkeit eines Krieges erlebt hat. hat auch wiederholt ausgeführt, wie er vor dem Ausbruch dieses Krieges bis zum äußersten versucht hatte, auf dem Verhandlungswege eine friedliche Lösung zu finden. Aber ebenso wie die unermüi'.lichen Friedensbemühungen des Führers von den angelsächsischen Mächten als eine Schwäche Deutschlands ausgelegt wurden, so wurde auch unsere Geduld von ihnen als Schwächezeichen gedeutet. Diese falsche E'nschätzung führte zu der arroganten Haltung der Amer kaner, die in den ultimativen Forderungen gipfelte: 1. Zurückziehung aller japanischen Truppen aus China und Indochina; 2. Austritt Japans aus dem Dreimächtepakt usw. Ein Nachgeben hätte für uns nicht nur eine allmähliche Selbstabwürgung bedeutet, sondern vor allem auch eine Verletzung der nationalen Ehre, da ihre Erfüllung mit unseren Verpflichtungen ■ gegenüber Deutschland und Italien unverembar gewesen wäre. Für uns konnte es daher selbstverständlich nur eine einzige Antwort geben: Wir reagerten mit einem kräftigen Zuschlagen. Daß wir den Krieg mit einem kräftigen Bombenhagel auf Hawaii und Singapur, d e Flotten unserer Feinde zum .Angriff aufniarschbereit versammelt waren, begonnen haben, ändert natürlich n'chts an der Tatsache, daß wir damit in einen gerechten Verteidigungskrieg eingetreten sind. Darüber hinaus ist dieser Krieg allerdings, auch eil' Befreiungskampf für das ganze Qsl-asien. Der Himmel hat uns in den ersten Kämpfen nnt reichem Waffenglück gesegnet. Wir wissen jedoeh durchaus, dali uns noch harte Kämpfe bevorstehen, bevor wir unser Ziel erreicht haben. Nun ist die Stunde da, daß Deutschland, Italien und Japan Schulter an Schulter zu gemeinsamem Kampf und Sieg angetreten sind. Die Waffenbrüderschaft und langersehnte (jemeinschaft der drei großen Völker ist Tatsache geworden. Ich kann Ihnen im Namen des japanischen Volkes versichern, daß das Vertrauen, das Deutschland und Italien in uns setzen, I nicht enttäuscht werden wird.es. Seite 4 ».Marburger Zeitunjj« 16. Dezember 1941 Nummer 321 Singapur das Gibraltar des Ostens Ein Querschnitt durch das Werden »der stärksten Festung der Welt«. Singapur verdankt seine lintstehung dem sprichwörtlichen englischen Konkurrenzneid. Um die aufstrebenden hollflii-dischen Kf)lonien Sumatra, Java, liornoo iiiul Cclehes zu kontrollieren und gegebo-ncnfalls in einem günstigen Augenblick /u ühernehmen, ließ der britische Indicn-beanitc Sir Raffles-Stamford ganz in der N.lhc. .'Ulf einer Insel an der Südspitze AV'iIakkas ein armseliges nialaiischcs Fischerdorf militt'irisch besetzen und mit der T «TT H-JTI-trrS-CJrt NifrftHinA NCO Hafen beherrschen, wurden ganze EJattc-rien weittragender Geschütze aufgestellt, aber die Oeschützbunker wurden so getarnt, daß man sie weder von der Seeseite noch vom Lande bemerken kann. Der Militärflugplatz von Singapur hat einen Umfang von 250 Quadratkilometern. Im Kriegshafen können die größten Schiffe, ja sogar ganze Geschwader aufgenommen werden. Dann entstanden ausgedehnte Reparaturwerkstiltten; eins der Schwimmdocks war für Schiffc bis zu 50.0(X) Tonnen berechnet. Die Bedeutung Singapurs war mit der Beherrschung der Seestraße zwischen dem Indischen und dein Pazifischen Ozean noch nicht erschöpft. Um die zentrale Stellung dieses Stützpunktes zu ermessen, muß man sich die tniferniingen verge-»enw.'lrtigen, die Singapur von den übri-'jcn Brennpunkten des westlichen Stillen O/.eans trennen. Nach Hongkong sind es 2600 Kilometer, nach Manila 2400, nach Indochina 1400 und nach der zwischen Sumatra und Java liegenden Sundastraße KXX) Kilometer. Man sprach bis zum Beginn dieses Krieges von einer Verankerung der britischen Stellung in den drei Punkten Hongkong, Singapur und Port Darwin in Australien. Etwa in der Mitte dieses Dreiecks liegt auf dejn englischen Teil der In-^el Borneo der vierte Stützpunkt Bruney. Mit diesem Stützpimktsystem hielt England seine Position in Indien und Ostasien •"Ür völlig gesichert. In den letzten zehn Jahren hat England Hunderte von Millionen zum Ausbau von Singapur aufgewendet. Diese Riesensummen ergaben sich daraus, daß der erweiterte Verteidigungsraum von Singapur aus Dschungeln und Sümpfen gewonnen werden mußte. Japan erhob gegen den Ausbau von Singapur dauernd heftige Einsprüche und berief sich dabei auf die Beschlüsse der Washingtoner I-lottenkonferenz, auf der die Tonnage der englischen, der amerikanischen und der japanischen Kriegsflotte in ein festes Verhältnis zueinander gebracht wurde. Zum Ausgleich für eine geringere Bemessung der japanischen Flotte machten England und Amerika das Zugeständnis, in einem bestimmten Abstand von Japan keine großen Seeslützpunkte zu errichten. Amerika verzichtete zwar formell auf den Ausbau von Manila, aber es legte dafür einen bedrohlichen Ring von Marinestationen und riiegerfestungen im westlichen Teil des Stillen Ozeans an. Die Engländer sahen vertraglich von einer Befestigung des Hongkong-Hafens ab, aber dafür begannen sie, aus Singapur das Gibraltar des Ostens zu machen. Trotz des Washingtoner Flottenvertrages war also in der Praxis die Bedrohung Japans viel stärker und viel gefährlicher geworden als je zuvor. Ein großer Teil der englisch-japanischen Spannungen, die jetzt zum Kriege geführt haben, waren in dem vielumkämpften Ausbau von Singapur begründet, und von der USA-Seite her sorgte Roosevelt für die Anhäufung der Pulverfässer, in die jetzt der Funke des Krieges geschlagen ist. Karte: Archiv harmiosesleii Miene von der Welt zunächst zu einer »Handelsniederlassung« ausbauen. Das war im Jahre 1819, und das Dorf hieß Singapur. Sir F-^aflles kannte die Gegend wie kein zweiler, und er sah die große strategische Hedeiitung seiner Eroberung voraus, denn die kleine Insel lag damals schon an einer der wichtigsten Pforten auf dem Seewege \(Mn Indischen zum Stillen Ozean. Seitdem aber der Suez-Kanal in Betrieb ist, sind praktisch alle Schiffe, die von dort nach Japan, China oder Australien fahren, gezwungen, die enge Malakka-Straße in der Nähe von Singapur zu passieren, (jicich dem Panama- und Suez-Kanal ist die AAcerenge von Singapur eine der bedeutendsten Straßen des Weltschiffalirts-\'crkehrs geworden. I's dauerte mehr als sechzig Jahre, ehe die englische Admiralität im Sinne tlcs längst verstorbenen Sir Raffles-Slani-ford an den militärischen Ausbau von Singapur heranging. Im Jahre 1882 entstanden in der l'mgegend der Handelsniederlassung die ersten Befestigungen. Hin Teil der englischen Fernostflotte wurde in Singapur stationiert. Aber erst der Weltkrieg machte die unvergleichliche strategische Lage dieses Stützpunktes vollkommen klar. Die l-estungswerke wurden in rascher Folge erweitert, und alle Flrrungen-schaften der modernen 'Fechnik kamen zur Anwendung. Auf einigen Hügeln, die den VOLK und KULTUR iiiiiiiiiiiiiiiHiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiHtiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiitiitiiiiHiiiHfiiiiiiiiiininiHiHiiniiimiiiniiiiiiiiiiimtiini Der Dichter des werdenden Preussens Wittibald Alexis zum 70. Todestas ^»Der deutsche Adler (gemeint ist das alte Rcichswapq^cn von 1804) hat zwei Köpfe. Der eine soll schauen gen Morgen, der andere gcti Abend, und einer soll den anderen wachhalten. Denn von Morgen und Abend droht der deutschen Nation Oefahr.« Dies schrieb der märkische Dichter Willibald Alexis vor Gienau hundert Jalireii. Als er ani 16. Dezember 1871 starb, hatte er die OenuK-tuunn, sein Volk aulgerüttelt zu haben, und daß er durch seine Schrnten ein KUt Teil an den Erfolgen von 1870/71 beigetragen hatte, wurde ihm von höchster Stelle bestätigt. Trotzdem ist er im Laufe der Zeit immer mehr vergessen worden, und es sind heute nicht aüzuviele. die ihn als den Dichter des werdenden Preußens wirklich kennen. Nach verschiedenen Versuchen veröffentlichte der Vierunddreiüigjähriiie in den Jahren 183J—1856 sieben große Romane. deren Stoff der preußischen (ie-schichte entnommen ist. Im ersten. »Der falsche Waldemar«, zeigt er, wie Brandenburg groß war durch die Ausdauer in Notzeiten, wie das Volk, in«; Elend gestoßen, den Glauben an seine Sendung nie verlor. Im zweiten, »Der Roland von Berlin*, wird geschildert, wie die Städte [ ihre Macht gcjjcn die Fürsten verteidi-i gen und wie die Bürger durch imiere Uneinigkeit sich selbst zugrunde richten. Der dritte Roman, »Die Hosen des Herrn von Bredow«, führt in das 16. Jahrhundert zur Zeit des gelehrten Kurfürsten Joachim I.. der oftmals Gutes verwirft, weil es nicht seinem Korne entsprungen ist. Der Roman »Dorothe« gibt ein Bild des 17. Jahrhunderts mit dem alternden Großen KurfürS'ten, mit Dankelmann, Leibniz und Derfflinger. In dem Roman »Cabanis« steht Friedrich der Große Im Mittelpunkt, der Siebenjährige Krieg mit sehieni Lagerleben wird klassisch dargestellt. und das Lied »Fridericus Rex, unser König und Herr«, das die Krieger singen, ist längst zum deutschen Volkslied geworden. In »Ruhe ist die erste Bürgerpflicht« lebt die schmachvolle Zeit von 1806 auf, in der Fortsetzung »Isegrimm« treten edle Gestalten auf wie der Freiherr vom Stein, Arndt u. a. In diesen sieben Romanen gab uns Alexis, der eigentlich Willibald Häring hieß, ein unübertroffenes Gemälde von dem Werden des preußischen Staates und seines Voikes. Als der Dichter starb, sagte Julian Schmidt in einem Nachruf die auch heute noch zu beherzigenden Worte: »Willibald Alexis ist noch lange nicht hmrei-cliend gewürdigt. Bei jedetn anderen Volk würde ein Schriftsteller von dieser Begabung und dieser echt nationalen Denkart einer der Lieblinge des gesamten Volkes geworden sein!« Und gerade heute müssen wir uns des Gestalters märkisch-preußischer Geschichte erinnern, denn er hat sich als einer der ersten stark für die deutsche Ostfrage interessiert und diese vielfältigen Probleme in vielen fast vergessenen Aufsätzen immer wieder behandelt; in längeren Reisen hatte er den Osten kennengelernt und ist mit seineti wirtschaftlichen und kulturellen Verhältnissen vertraut geworden. »Er hat«, wie Fontane von ihm mit Recht sagte, »wahrhaft viel für sein Volk getan aus begeistertem Herzen!« Hans Sturm * '4- Tod des Qeheimrates Dr. Dödcriein. In München ist im Alter von 82 Jahren Geheimrat Dr. Albert Döderlein, der frühere langjährige Direktor der Münchener Universitätsfrauenklinik, ein Pinonier der Frauenheilkunde, gestorben. Et; war Inhaber der Goethe-Medaille für Kunst und Wissenschaft, Ehrenmitglied wissenschaftlicher Gesellschaften und Ehrenbürger der Stadt Augsburg. + Verlacslelter tfelmich StalHng gestorben. Der Geheime Kommerzienrat Dr. h. c. Heinrich Stalling, der Seniorchef des Gerhard-Stalling-Verlags, ist im Alter von 76 Jahren gestorben. Als der Verlag Gerhard Stalling im Jahre 1939 das Fest seines 150-jährigen Bestandes begeiien konnte, ergab sich die Tatsache, daß Heinrich Stalling (Jas Unternehmen fast ein Dritter dieser Zeit, die fünf Generationen umfaßt, verantwortlich und richtunggebend geführt hatte, dessen Ruf er weit über die Grenzen der Oldenburger Hehnat hinaus begründet hatte. Heinrich Stalling entstammte einem altbäuerKchen oldenburglsohen Geschlecht. Der Urgroßvater Gerhard Stalling gründete 1789 die jetzige Druckerei-und Verlagsfirma Gerhard Stalling, die sich auf Sohn und Enkel vererbte, bis in der vierten Generation 1896 Heinrich Stalling mit 31 Jahren die Leitung in die Hand nahm. Heinrich Stalling, der in der Epoche der Gründung des Bismarckschen Reiches aufgewachsen war. durchbrach mit dem Verlag die Grenzen Oldenburgs und führte ihn in den größeren Raum des Reiches. Gleichzeitig aber hatte er die große Bedeutung der deutschen Armee erkannt und beschlossen, seine verlegerische Arbeit be.sonders dem militärischen Schrifttum zu widmen. Bereits vor dem Weltkrieg konnte der Verlag einen bedeutenden Teil des militärischen deutschen Schrifttums bei sich versammehi. Der Zusammenbruch von 1918 schien die Existenz des Verlages in" Frage zu stellen. Stalling aber beschloß, sein Werk allen Schwierigkeiten zum Trotz durchzusetzen. Die nationalsozialistische Revolution brachte auch ihm die Krönung seines Lebenswerkes. Die großen Aufgaben der deutschen Wiederaufrüstung gaben dem Verlag ein weites Feld der Betätigung, das von der unermüdlichen Kraft seines Seniors erfüllt wurde. Zahl--reich sind die Ehrungen, die dio Arbeit Heinrich Stallings gefunden hat, unter ihnen die Goethe-Medaille, die der Führer dem Verstorbenen 1935 verlieh. I DIE GELBEN PERLEN! I EIN ABENTEUERLICHER ROMAN 1 fcilliiiiliiiniiilt VON HANS RABL imiiiiiniiimiS Copjritht by Vcriuc Knorr & llirlli. Mönchen 1940 (35. Fortsetzung) Vis fiel iliiu schwcr ohne Jan aus-'/iikonimcn. sich in andere Verhältni'sse zu schicken, doch halb und halb hatte er sich bereits mit der NotweiKlig-keit der Trennung abgefunden. Als indessen Jan den Namen Tuku Negoro aussprach, fuhr Pieter in die Höhe. »Das kannst du nicht machen, Jan«, rief er und sein gutes Gesicht war voll ängstlicher iiesorgnis, »das geht auf keinen lall !*■ Doch Pieter, ich liab' unterschrieben.« >Wciüt du am Ende nicht, wer Tuku Negoro ist?« .lau weiirte ungeduldig ab. »Natürlich kenne ich seinen Ruf. Aber —« Ja. da gibt es kein Aber. Wenn ein x-beliebiger Kapitän auf Tuku Negoros l'rau gellt, sagt man; Der Esel hat es wohl nicht besser gewußt. Wenn du es tust - entschuldige, aber so ist es nun einmal —. wird man sagen; Gleich und gleich gesellt sich gern. Jedermann weiß, daß der Bursche längst gehenkt wäre, könnte man ihm nur ein paar vtm allen Piraterien. Schmuggeleien. Menschcn-riiuhereicn nachweisen, die er auf dem Kerbholz hat. Du verdirbst deinen Ruf ganz und gar. Jan. Du wirst niemals mehr ein Schiff bekommen. Du wirst »Weiß ich alles, lieber Junge. Aber weißt du eine andere Möglichkeit, zu den Schildpads zu kommen?« Pieter zuckte die Achseln. Dann sagte er leise: »Hin kommst du. Wenn du Unglück hast, und es gibt dort wirklich •i'erlen, kommst du nie mehr zurück.^ »Das laß du nur meine Sorge sein, Pieter. Wenn es mir gelingt, Betje zu finden, komme ich auch zu'rück. Und ohne sie ist mir das Zurückkommen nur halb so wichtig.« »Da kann ich nichts mehr sagen«, seufzte Pieter, »Willst du micli nicht doch mitnehmen? Ich fahre auch vor dem Mast, wenn's sein muß.« »Es geht nicht, Junge. Es geht wirklich iricht! Sieh es ein und niaclfs uns nicht unnütz schwer.« Er suchte in seiner Tasche nach Zigaretten; neben dem Päckchen knisterten achtlos geknüllte Geldscheine. Bis auf einen schob er sie Pieter hin. »Da hast du. Handgeld von Brodie. Ärgere mich nicht, nimm's und halt die Klappe. Sonst schmeißt dich die Verdier hinaus, ehe du eine Heuer hast. Und jetzt wollen wir gehen.« »Wohin?« fragte Pieter und kletterte gehorsam in die Hosen: er ächzte leise; es war eine niederträchtig heiße Nacht; im Pyjama war iinn wohlcr. »Wohin? In Takkür.s Bar. Mal hören, was die Leute über Hrodie schwätzen und über Tuku Negoro.« »r>n, .lan«, Pieter hob den trictnasscn Schädel aus der Waschschüssel und zog vor dem halbblinden Spiegel einen mathematisch exakten Scheitel, »die Frau fährt aber nicht mit?« »I^ch. Man soll ja glauben, die ganze Geschichte wird ihretwegen veranstaltet.« Pieter wiegte bedenklich den Kopf. »Eine weiße Frau, noch dazu eine so verwöhnte und elegante — das ist sie doch? — auif einer Malaienprau. das ist doch heller Wahnsinn!« »Was kümmert's mich, F^ieter? Das einzige, was mich angeht, ist; ich halte ihn für energisch genug, die Fahrt durchzuführen, selbst wenn sie noch so über Wanzen und Gestank klagt.« »Na schön«, sagte Pieter und steckte aus alter Gewohnheit seine FMstole in den Achselhalfter. »Denn wollen wir«. In Herrn Takkürs Bar war die Stimmung schon ziemlich vorgeschritten. Einige Rippenstöße des langen Pieter, auf den empfindlichen Flanken etlicher Halbbluts gelandet, schafften ihnen Plätze an der Bar. Herr Takkur beeilte sich, sie zu begrüßen. »Gin-Fizzes?« fragte er freundlich. I^eter schüttelte den Kopf; er erinnerte sich der letzten Gm-Fizzes, die Herr Takkür ihm kredenzt hatte, fühlte sich unbehaglich und bestellte Whisky pure. Der Form halber knobelten sie; Jan verlor und wünschto abergläubisch, die Ungunst der \N iirfel deute auf einen glücklichen Ausgang seiner Unternehmung. Er blickte sich um; in einer Ecke hockten fünf, scchs grellbunt gekleidete Malaien mit Gal-genphysiognomien und unternehmenden Augen. Sie tranken scharf. Herr TaWkur folgte Jans Blick. »Sie gehören«, sagte er leise, »zu Tuku Negoros Crew. Daja-ker von Borneo — böse Burschen. Wußten Sie, dali er wieder im Lande ist?« »Davon gehört. Also immer noch nicht gehenkt?« Der Inder lachte, »ich glaube, der Hanf für seinen Strick ist noch nicht gesät. Soviel ich höre, hat er sich zuletzt einige Zeit in Neuguinea herumgetrieben. Muß gut verdient haben.« »Glauben Sie? Weil seine Leute soviel Geld haben?« Takkur schüttelte den Kopf. »Wenn Sie nachher am Kai einen Schoner sehen, Gaffeltakelung, tadellos im Schuß, auffallend hohe Masten — der gehört ihm jetzt. Möchte wissen, wie er dazu gekommen ist.« »Wenn Sic's nicht wissen. Herr Takkür«, lachte ipieter. »wer dann?« »Oh, Sic überschätzen mich. Steuermann! Es gibt vieles, das nie bis zu mir kommt.« »Immerhin«, sagte Jan in plötzlichem Einfall langsam und deutlich, »bin ich froh, daß der Jimge so gut vorangekommen ist. Deacon Brodje, Sie wissen doch —?« — Flerr Takk'V nickte nur — »Deacon Brodie hat ihn geschartert. Seine schöne Freundin brennt auf einen Trip zu unzivilisierten Inseln. Mich hat (^r angheuert, als weillen Vertrauensmann gewissermaßen.« Nummer 32i »Marburger Zeitunu« Iß. Dezember 19-41 Sehe 5 AUS STADT UND LAND ||j|^ jj| |jj|| Sd||||tj|g|j|(g|||||f ||0j ||e|||Sdieil VOlkÜS GAuleiter Dr. Uiberreither Oberteicht in Gtai 68 VolksgenosMii Krie^vcrdionstkreiixc luid -medaillen Im Rahmen einer großen Kundgebunp; i darum, daß es unseren Kindern einmal die Fundamente für ein Werk geschaffen wur^n am Sonntag vormittag im Saal besser geht, als es vielen von uns in der werden, das viel größer Ist und viel Jetzt, an der Schwelle des Winters sollen Kreisel tanzen? Sind sie nicht diei Spielgefährten des Sommers? Nein, in diesem Kriegswinter haben sie Extratour 1 und der Bauer, die Bäuerin, die kleine j Gänseliesel, die lustigen Pierrots und all; die anderen bunten Holzfiguren, zehn an der Zahl, halten jetzt vor dem Fest ihren Einzug. Sie alle werden anläßlich der Straßensammlung für das Kriegswinter-hilfswerk am kommenden Samstag und Sonntag wieder in bunter Vielfalt diel Mantelaufschläge der Untersteircr zieren. Und am Abend wird auf der blanken Tischplatte mit ihnen ein Tanz pro-^ biert, daß wir unsere helle Freude daran haben, | Diese Kreisel sind bereit, jedem so-' fort etwas vorzutanzen und besonders die Jugend wartet bereits mit voller Ungeduld auf diese reizenden kleinen Spielzeuge, die auch den Weihnachtsbaum schmücken werden. der Deutschen Arbeitsfront in (iraz an 68 Volksgenossen des Gaues Steiermark durch Gauleiter Dr. Uiberreither Kriegsverdienstkreuze und -medaillen überreicht. Nach dem vom Gaumusikzug des Reichsarbeitsdienstes zu Gehör gebrachten Vorspiel zu Richard Wagners »Meistersinger« und einem Vorspruch über den Sinn der Arbeit eröffnete der Gauobmann Dr. Sturm die Kundgebung. Er dankte dem Gauleiter, daß er selbst gekommen war, um den 61 Männern und 7 Frauen aus steirischen Betrieben die ihnen vom Jugend gegangen ist; gefallen darum, Inhaltsschwerer, als es seinerzeit Ge-daß Deutschland endlich einmal den Bo- werkschaftsführer angestrebt haben.« den hat, der es ernähren kann, und daß wir endlich einmal das erfüllen können, worauf wir geschworen haben, als wir in diesen Kampf eingetreten sind und worauf sich jeder* in der Bewegung seinerzeit verpflichtet hat, auch das Leben einzusetzen; Es ist der Aufbau des großen sozialistischen Gerechti^eitsstaates im Herzen Mitteleuropas. Es wird unser schönster Tag sein, wenn wir einmal sagen können, ge . ^ haben In Deutschland die Lohngerech aus steiriscnen betrieben die ihnen vom tigkeit gefunden; wenn wir einmal sagen das große Werk begonnen, das der Füh-Führer verliehenen Auszeichnungen für |<önnen, nun haben wir soviel gearbeitet, j rer für sein Volk aufrichtet. Wehe, wer »Ich kann es verstehenc, sagte der Gauleiter, »daß mancher unserer Schaffenden, nachdem er dreimal betrogen worden ist in seinem Leben, sich fragt, ob diesmal Wort gehalten wird. Ich kann es verstehen, daß er nicht bedingungslos glaubt, sondern Beweise braucht. Dagegen haben wir nichts! Aber eines müssen wir verlangen, daß er uns in diesem Schicksalskampf hilft!« Wenn der Krig zu Ende ist, dann wird besondere Verdienste im Krieg zu überreichen. Nun trat der Gauleiter Dr. Uiberreither vor die Ausgezeichneten und mahnte sie an den Ernst der Zeit, in der wir uns nicht an Phrasen berauschen dürfen, sondern versuchen müssen, den Forderungen, die diese Zeit an uns stellt, klar ins Auge zu blicken. Er erinnerte hierbei an die Rede des Führers, in der uns klar wurde, wieso es zu diesem Krieg gekommen ist und wieso dieser Krieg diese Ausmaße annehmen mußte. Der Gauleiter entwarf sodann ein Bild von der Schicksalsgemeinschaft, in die jeder Deutsche gestellt ist und von der sich keiner ausschließen darf. Niemand dürfe sich sagen: Was geht mich das an, wenn die anderen Krieg führen, denn im Sieg Deutschlands ist auch sein Glück und seine Wohlfahrt mit eingeschlossen. Heute kämpft auch nicht nur der Soldat an der Front, heute kämpft das ganze Volk. Daß in diesem Krieg hinter unseren kämpfenden Soldaten eine geschlossene Front der Heimat steht, von der erforderlichenfalls jene Kraft ausgehen muß, deren auch der tapferste Soldat bedarf, wenn es um die letzten Entscheidungen geht, dafür wird die Bewegung mit ihren Organisationen sorgen. Jeder muß sich darüber im klaren sein, daß In dieser Zelt Weltbild (M.) Bei aller Freude über diese hübschen Abzeichen aber wollen wir ihren tieferen Sinn nicht vergessen, denn sie sind nicht nur geschaffen, um Spielzeug zu sein und den Tannenbaum zu schmücken — sondern sie sind zugleich der Ausdruck eines unerschütterlichen Glaubens an den Sieg der deutschen Waffen und des einmütigen Willens, hier in der Heimat mit gemeinsamer Kraft und Einsatzbereitschaft aller Schwierigkeiten Herr zu werden. 'Kriegswinterhillswerk__ in diesem Hegriff liegt auch für uns Untersteirer die beglückende Gewißheit, daß für jeden Menschen im Großdeutschen Reich gesorgt wird, der der Sorge bedarf, daß einer für den anderen einsteht und daß wir dieses Mal wieder freudig opfern, um geai daß jeder Volksgenosse seine Wohnung! sich dann sagen muß; Ich habe In der hat und seine Kfnder erziehen kann, ^ -i wie er es wünscht; wenn jeder schaffende Mensch ohne Sorgen seinen Let)ensat>end verbringen kann. Bisher war es leider immer so, daß ein Werktätiger, der sein ganzes Leben lang geschuftet und gerak-kert hat, dann, wenn er nicht mehr arbeiten konnte, zum Leben zu wenig und zum Sterben zu viel hatte. Das muß natürlich anders werden und dazu brauchen wir den Sieg! Mit ernsten Worten wies der Gauleiter auf das heldenhafte Opfertum der Solda Schicksalsstunde meines Volkes versagt. Der deutsche Arbeiter, das lehrt die Erfahrung, läßt sich nichts schenken. Er will sein Recht und will Gerechtigkeit. Wer aber In diesem großen Geschehen nicht mithilft, der würde sich was schenken las« sen von denen, die draußen kämpfen, bluten und stert)en. Während der Musikzug leise das »Dachsteinlied« spielte, überreichte nun der Gnuleiter den Frauen und Männern, die sich in der inneren Front ganz besondere Verdienste erworben hatten, ten hin, auf das Opfer, das die Ängehöri- j Auszeichnungen und Urkunden. Daran gen der Gefallenen bringen, wohingegen j knüpfte er die Mahnung, daß die Aus alles andere verblaßt und nicht den Namen Opfer verdient. Das sind Entbehrungen, Belastungen, das sind Widrigkeiten, die überwunden werden müssen und auch überwunden werden können. Der Gauleiter führte dann Beispiele besonderer Pflichterfüllung an, wobei er auf die Frauen hinwies, die trotz ihrer Mutterschaft in den Betrieben arbeiten, die neben dieser schweren Arbeit auch noch ihren Haushalt leiten müssen und die dann, wenn der andere müde heimgeht und versucht, sich zu erholen, erst mit ihrer Arbeit zu Hause beginnen müssen. »Ich weiß«, sagte der Gauleiter, »daß es für viele unserer Männer, auch wenn sie der größten Anstrengungen auch Jeder „ . , . , . . seine ganze Kraft zum Einsatz bringen Schwerstarbeiter^ulage haben, schwer ist, muß. Wer in dieser Zeit seine Hand ge gen Deutschland aufhebt, wird gerichtet, denn jetzt handelt es sich darum, daß Deutschland siegt, und daß die Opfer, die bisher gebracht worden sind, nicht umsonst gebracht wurden. Das sind wir denen schuldig, die um ein besseres Deutschland gefallen sind, gefallen auch im Kriege ein gesundes, lebens-starkes Volk zu bleiben. So wird allen Untersteirern am kommenden Samstag und Sonntag Gelegenheit gegeben sein, zu ihrem kleinen Teil den uarüc abzutragen für die Befreiung ihrer Heimat aus langer Zwangsherrschaft, zu danken für die gewaltigen Opfer an Blut und Leben, die unsere tapferen Soldaten täglich für die Heimat bringen. auszukommen. Denkt dabei an die, die tausend Meter tief nach unserer Kohle graben, denkt dabei an die, welche bei unmenschlicher Hitze vor unseren Öfen stehen. Wir wissen, daß viel noch nicht so ist, wie es sein muß, daß es Zähne zusammenbeißen heißt, wenn man durchstehen will. Aber wir brauchen das, wir können In diesen Jahren des Krieges nicht alles gutmachen, was Jahrzehnte vor uns versäumt worden ist, das muß jeder vernünftige Mensch einsehen.« Der Gauleiter erzählte dann, wie der Führer nach der Reichstagssitzung zu ihnen sagte: »Ich habe die t>este Überzeugung, daß der deutsche Arbeiter nunmehr erkennt, daß jetzt die Voraussetzung geschaffen wird für das, was wir Ihm schon lange geben wollen und was wir ihm noch nicht get)en konnten; daß jetzt gezeichneten stets daran denken mögen, daß sie zu jener Generation gehören, die unmittelbar vom Führer entgezeichnet wird. vDenken Sie daran, daß Ihre Nachkommen einmal stolz auf dieses Kreuz blicken werden und auf diese Urkunden, die einst ihre Vorfahren bekommen haben vom größten Mann, der jemals auf dieser Welt gelebt hat. Der Gauleiter wies dann auf die besondere Vefpflich-tung hin, von nun an noch mehr als bisher Vorbild zu sein für alte. Denn wer einmal die Auszeichnung des Führers tragt, der muß wissen, daß seine Verpflichtung damit gewachsen ist. Insbesondere können die Frauen stolz sein, die als erste im Gau Steiermark die Kriegs-verdicnstmedaillen bekommen haben. .\bschließend richtete der Gauleiter sn alle die Bitte, in den Monaten, die uns noch vom Sieg trennen, nach dem wir die Früchte heimholen können, die uns im Osten durch unsere Wehrmacht erkämpft worden sind, in diesen Monaten noch einmal mit aller Kraft durchzustehen. Mit der Feststellung, daß jeder einzelne von uns nichts ist, wenn es sich um das Leben des Volkes handelt, und mit dem Hinweis auf den selbstlosen und heldenmütigen Einsatz der Japaner bei ihren letzten großen Waffentaten schloß der Gauleiter seine Rede. Mit dem Treuegelöbnis, das K-Gau-obmann Dr. Sturm in begeisterten Worten ablegte, mit der Führerehrung und den Liedern der Nation fand die erhebende Feierstunde ihren Abschluß. Die unvergessene Tat Fridcrizianische Manöver-i leschichte Von Erich Musch-Osten Der Qeneraladjutant (lencral von Seydlitz dirigierte seinen Rapi>cii den Hügel hinauf, auf dum der Könis: mit seinem Gefolge hielt, um von dort aus die Truppen zu überblicken. Der Gaul des Generals hatte Mühe, auf dem glitschigen Boden vorwärts zu kommen, regnete es doch seit zwei Tasen in Strömen, so daU die ausländischen Manövergäsle der Meinung gewesen waren, das militärische Schauspiel werde verschoben werden, bis wieder crträKliclies Wetter eintrat. Seydlitz, der dem König nahe stand und sich mitunter ein offenes Wort cr-hiuben durfte, war morücns um drei Uhr in das Quartier des Königs gekommen, um ihn zu wcckeiu und hatte die Gelegenheit benutzt, auf die sehr angegriffene Gesundheit des Herrschers hinzuweisen. Der König hatte seit Tagen mit einem quälenden Husten zu kämpfen, und bei seinem hohen Alter konnte das Icicht die schlimmsten Tolsreti haben. Oer besorgte (icneralad.'utant hatte deshalb den Vorsehlag gcmnclit. daR der König entweder die Revue verscliichcn oder aber wenin-stens den bequemen und geschützten Reisewatsen statt des Pferdes benutzen sollte d ich diCNcn Oedanknn hatte der KreiNf Herrscher wcni«: Knädi«: aut-genoninioii. »Mach Er mir nicht solche Vorschläge, Seydlitz!« bemerkte der König nur, miß-bilHgend den Kopf schüttelnd, und war in seine Stiefel gefahren. Um fünf Uhr morgens hatte er dann wie der geringste seiner Husaren zu Pferd gesessen und war auf das Manö-verfeld geritten, obwohl der Himmel alle Schleusen geöffnet hatte und außerdem ein heftiger Sturm über die Äcker peitschte. In der Nacht war das Unwetter wie ein Orkan über das Truppenlager hinweggefegt, hatte Hunderte von Zelten umgerissen und sogar einige Ba-gagewagen umgeworfen. Nun hielt der große Soldatenkönig oben auf dem Hügel und wartete auf den Bericht seines Leibadjutanten. Gerade bot er dem berühmtesten der fremden Gäste, dem Helden des amerikanischen Unabhängigkeitskrieges, .Marquis de Lafayette, eine Prise Tabak aus seiner schönen, goldenen Dose an und rief ihm lachend zu: »Das probateste Mittel^ gegen den Zorn des Himmels.« lindlich hatte Seydlitz das Plateau des Hügels erreicht und erstattete seine Meldung. Alles war für die befohlene Kavallerieattacke bereit, und das Husa-renreginicnt. das den Feind markieren sollte, stand in Deckung hinter einer Anhöhe und war angewiesen, auf einen vom Kommandohügel her abgefeuerten Sijrnalschuß hcr\'orzubrechen. Man wartete gespannt auf den Gans icr Geschehnisse. Die fremden Offiziere schüttelten nachsichtig die Köpfe. Eine Parade bei einem nie erlebten Unwetter, so etwas war doch bloß bei diesen sonderbaren Preußen möglich! Plötzlich ertönte der verabredete Si-gnalschuü. In der Ferne sah man das Gros der mit geschwungenen Säbeln heransprengenden Kavallerie. Aber der dramatische Effekt blieb aus. Das Regiment der Husaren, das als Feind in die Flanke der Reiterei einbrechen sollte, ließ sich nicht sehen. Auf Befehl des Königs galoppierte Seydlitz hinter die Anhöhe, wo sich seinen Augen ein unerwartetes Bild bot. Die Husaren standen bei ihren Pferden und rauchten und fluchten wegen des Regens. Anscheinend hatte beim Toben des Sturmes niemand den Signalschuß gehört. Der Generaladhitant schrie dem Kommandeur, der gleichzeitig den Posten eines • Inspekteurs der gesamten schlesischen Kavallerie bekleidete, nut donnernder Stimme zu. <9 »Prittwitz, der König läßt fragen, ob das Regiment schläft!« Sprach's und jagte wieder davon. Nun setzte bei den Husaren ein wüstes Oetümmel ein. Alles .sprang errcRt auf die Pferde und stürmte los. Doch schon kam man In ein neues Unheil. In den vom taKclaiiKcn Regen aufgeweichten Ackerfurchcn stolperten die Gäule und bald sah man unentwirrbare Knäuel von MenscluMi- und Pfcrdeleibem sich im Schmie riKcn Lehm wälzen. Das Durcheinander wurde immer größer. Es war nur noch knapp ein Drittel des Regiments, das sich hei der Wiese sammelte, die endlich ein einigermaßen anständiges Reiten ermöglichte. Generaloberst von iPrittwitz atmete auf. Gottlob war das Getümmel auf dem lehmigen Acker vom Standort des Königs nicht zu sehen geyesen. Ein Wink des Kommandeurs, und wie eine wilde Jagd brach die arg zusammengeschmolzene Schar hervor, um ihren Auftrag auszuführen. Mit Entsetzen sah aber Prittwitz, daß es zu spät war, denn die Masse der Kavallerie war bereits vorübergebraust, so daß keine Flankenattacke mehr möglich war. Mit sehr gemischten Gefühlen in der Brust trabte nach Beendigung der Revue Generaloberst von Prittwitz nach dem Feldherrnhügel. Er wußte, daß der Köni^g in militärischen Dingen keinen Spaß verstand und rechnete mit einem Ungewitter, das für ihn unerfreulicher sein mußte als alles Toben der entfesselten Elemente. WMder Erwarten ließ sich der Köttig in der Schlußansi^rache nichts anmerken und überginc den Zwischenfall des Husarenregiments Prittwitz vollkommen. Kr verah.schiedete sich sehr herzHch von seinen Offizieren und von den ausländischen Gästen. Erst ganz am Ii'nde, als man aufbrechen wollte, wandte sich Friedrich etwas im Sattel um und sagte leichthin, als oh es weiter keine Bedeutung habe: »Der Generaloberst \x)n Prittwiti be* SeHc 6 »•Marrbupirer Zeitunic« Dezember Wt ------Nummer 32\ ■ Brosser Uienstapiiell der Kreis-IMirado Rann Donnerstag, den U. Dezember fand tm Haus der Kreisrülirung des Steirischen Heimatbundes in Rann ein großer Dienst-appell statt, bei dem Bundesfüiirer S t e i n d 1 anwesend war. Nach einleitenden Worten des Kreisfülirers Swo-boda ergriff Bundesführer Stelndl das Wort. In seiner Rede gab er einen Überblick über die bisher geleistete Arbeit .und zeichnete die Richtlinien auf für die Lösung der Aufgaben der Zwkunft, wobei er besonders auf die im Winter zur Durchführung kommenden Aufgaben hinwies. Der Bundesführer dankte allen Ani'tsträgern für die bisherigen Dienste und hat sie, auch in kommender Zeit alle Ktäfte zur Erfüllung der einmaligen 'großen Aufgabe einzusetzen. Dieaslappeil in CHIi Kreitag, den 12. Dezember, wurde in Cilli ein großer Dienstappell der Ortsgruppenführer und Amtsleiter des Kreises Cilli durchgeführt.. Der Kreisführer .und Politische Kommissar Dorfmeister gab ein eindrucksvolles Bild der politischen und militärischen Lage und sprach über' die Haltung der Heimat in diesem Krieg, wobei er an die große Rede des Führers erinnerte. Anschließend an einen ausführlichen Bericht über die Ernährungslage und Versorgung-im Kreis Cilli erstatteten einzelne Ortsgruppenführer und Amtsbürgermeister Bericht über die Lage in ihrem Arbeitsbereich, PUverlagmg des Banaes Marbwii-Sladt Sonntag, den 14. I^zember fand in 'Marburg eine 'Führertagung der Deutschen Jugend des Bannes Marburg-Land statt, zu der über 150. Führer und Führerinnen erschienen waren. Pg. 0 11 e r s t ä d t Siprach über die geschichtliche Entwicklung der Qottschee bis zur Rücksiedlimg, in das Ranner Becken. Das Haupftreferat hielt der Leiter des Hauptarbeitsgebietes Propaganda in der Bundesfühining, Pg» T u 11 e r. der über die besonderen Aufgäben des Führerkorps der Jugend im Krieg referierte und einen gesamten Überblick auf die politischen Verhält^isf^e gab. Nachmittags s^)rach Bannführer Au-mayer sowie die Bannmädelführerin, wobei die bisher geleistete Arbeit aufgezeigt und besiprochen wurde. Anschließend dankte der Bannführer allen Führern und Führerinnen für ihren restlosen Einsatz tn diesem Jahre, worauf die Tagtmg mit dor Führerehrung geschlossen wurde. • ; Msgnipiie Prassbng berichlet Das Amt Pfauen in der Ortsgruppe PraßtoerjT verdoppelt iii der letzten Zeit seine Tätigkeit., Im Heim der Frauen sieht man alle Abende viele Frauen bei Näharbeiten. — In der Dienststelle der Ortsgruppe ist es ganz- besonders rege. Allabendlich finden Be^^prechungen des Orts-gruppenstabes statt-, zu denen auch die Zellen- und Blockführer herangezogen werden. — In der letzten Zelt wird die Organisation der deutschen Sprech- 196.000 Reichsmark spendete die Ditersteieniiark Das Endergebnis der Straßensammlung v4 „ Rann 10.363,51 Luttenberg . • • « . 11.216,63 „ Pettau ...«■■• 27.529,04 „ Marburg-Land . • . 23.834,08 „ Zusammen 196.391,46 RM In den im Aufbau stehenden Kreisen Trifail und Rann konnte die Sammlung noch nicht in sämtlichen Ortsgruppen durchgeführt werden. Soweit es aber ge- m. Das Krtes^wMerMM^werk dankt. Nachdem kürzlich eine Spende von 100 Reichsmark ansteHe eines Kranzes für die verstorbene Frau Hilde Malzen von der Familie Szmicz bei uns eingegangen ist, spendeten die Familien Tomaschitz anstelle eines Kranzes für den verstorbenen Dr. Morocutti den Betrag von 50 Reichsmark zugunsten des Kriegswin-terhilfswerkes. abende systematisch durchgeföhrt, um auch dem letzten Volksgenossen die Gelegenheit zu bieten, deutsch zu lernen. Sämtliche Gemeindeangestellte, z. B. haben jeden Abend in der Bürgermeisterei eine deutsche Sprechstunde, Dazu soll erwähnt werden, daß sich alle Gemeindeangestellten mit ganz beträchtlichen Monatsbeträgen zum Eisernen Sparen gemeldet haben. Die Umbauarbeiten in den Räumen des künftigen Kindergartens sind in vollem Gange. Die Kleinen und Kleinsten werden fürwahr ein recht einladendes Heim finden. Jeden Sonntag wird der von der Kreisführung für das gesamte Kreisgebiet herausgegebene Lagebericht im großen Saale des Steirischen Heimatbundes vorgelesen. Diese Einrichtung erfreut sich eines immer größeren Zustromes. Der Lagebericht umfaßt wirtschaftliche und politische Fragen, behandelt die Lage an der Front und bringt der Bevölkerung die Reden des Führers näher. Das Vorlesen geschieht in Form der bisher immer von den Bürgermeisterämtern durchgeführten Verlautbarungen am Sonntag vormittags. Es wird überall von Hunderten von Bauern besucht, die aufmerksam zuhören und das Gehörte eifrig besprechen. Die große Europakarte vor der Dienststelle der OtfÄgruppe hat ständig Besucher. Der Bürgermeister hält jeden Samstag einen Dienstappell für seine Gefolgschaft ab, die mit den Grundzügen der deutschen Gemeindeverwaltung bekanntgemacht wird. Außerdem werden die dienst-r,echtlichen Vorschriften erörtert und zugleich eine weltanschauliche Schulung durchgeführt. Im Bereich der Ortsgruppe Praßberg ist eine große Geburtenfreudigkeit festzu-stel'en. Im Oktober und November wurden 13 Geburten und 5 • Storbefälle verzeichnet. RtelieCbniiiR ni. Weitere erste standesamtliche Trauungen. Vor einigen Tagen wurde das Standesamt in der Ortsgruppe Margarethen bei Pettau seiner Bestimmung zugeführt. Vor dem Standesbeamten erschienen Gottfried T o p I a k , aus Go- rischnitz mit Maria B o m b e k, aus Moschganzen, Josef S c h i c h e r, aus Samuschen, mit Maria K r a i n z , aus Mesgofzen und Alois Schescherko, aus Moschganzen mit Franziska T o p-1 a k aus Kukawa, um den Bund für das Leben zu schließen. Der Standesbeamte führte in seiner Ansprache die hohe Bedeutung der Ehe und Familie im nationalsozialistischen Großdeutschland eindringlich vor Augeuw Die Amtshandlung wurde im Beisein des Amtsbürgermeisters, eines Vertreters der Ortsgruppe des Steirischen Heimatbundes und' der Angehörigen der Brautleute würdevoll vollzogen. m. Vpn den Hochtchtilen. Dem außerplanmäßigen Professor Dr. med. Josef Hohlbaum in Leipzig ist untet Ernennung zum o. Professor in der medizinischen Fakultät der Deutschen Karls-Universität zu Prag der Lehrstuhl für Chirurgie übertragen worden. — Dem Dozenten Dr. Arnold Pöschl in Graz wurde unter Ernennung zum o. Professor an der Hochschule für Welthandel in Wien der Lehrstuhl für Volkswirtschaftsichre einschließlich Wirtschaftsgeschichte, dem außerplanmäßigen Prof. Dr. Hubert B 1 e i e r unter Ernennung zum a. o, Professor an der Hochschule für Bo(JenkultuT in Wien der Lehrstuhl für Pflanzenzüchtung übertragen. m. Student^ stellen aua. Das Kulturamt der Gau-Studenteriftihrung Steiermark eröffnete am 14. Dezember in Graz eine Ausstellung »Schöpferisches Schaffen der Studentenschaft der steirischen Hochschulen«, die bis zum 30. Dezember allgemein zugänglich ist. Die Ausstellung umfaßt das künstlerische Schaffen auf dem Gebiete der Malerei, Zeichnung unct Plastik jener Studentinnen und Studenten, die neben ihrer Berufsausbildung Freude an künstlerischer Betätigung finden. m. Unfälle In Marbun. In der Trie-sterstraße m Marburg wurde der 17-jährige Arbeiter Stefan Pischek aus Qoll-dorf bei Ät. Johann in der Nähe der Ar-beiterbäokerei, als er mit seinem Rad dalierkam, von einem Kraftwagen von rückwärts erfaßt und zur Seite geschleudert. Hiebci trug er einen Bruch des rechten Unterschenkels davon. — Ir, ü." Peppo Wiaiarlialler Ein Nachruf Pei>po Winterhalter ließ die Musikverw ständigen unserer Stadt bereits vor dem Weltkrieg aufhorchen, sils er — der Zögling einer Marburger Mittelschule —■ in der hiesigen Aloisius-Kirche einen von ihm komponierten Psalm für Chor und Orchester dirigierte. Schon damals wurde seine geniale Begabung erkannt. Sein späterer Weg als Barpianist war nicht Wunsch, sondern Schicksal. Die Jahre der Barkonjunktur nach dem Weltkrieg bestimmten zwar seine Existenzbedingungen, sie vermochten al>er keineswegs den Künstler in seiner Seele zu verschütten. Als Tondichter und deutscher Mensch blieb Peppo Winterhalter seinem sonnig-aufrichtigen Wesen immer treu, und so hatte er zeitlebens nur Freunde und eigentlich keine Widersacher. Schwer empfand er defi tragisclien Zwiespalt zwischen den erwerbsmäßigen Notwendigkeiten und seinem künstlerischen Sehnen. Das Komponieren wi^r ihm Leben. In früheren Jahren schrieb er eine Reihe von entzückenden Liedern, die der leichtgeschürzten Muse gewidmet waren, doch blieb sein Sehnen größtenteils doch der ernsten Musik zugewandt. Der Konzertwalzer »Sonnige Südsteiermark« zählt zweifellos zu den besten Tondichtungen des Verewigten. Der Text mußte im gewesenen »jugoslawischen« Staat verheimlicht werden und nur wenige Freunde kannten i-hn. Wenn Peppo ihn mit seiner brillanten Anschlagtech-nilc s-pielte, summten die Freunde oft den von ihm geschriebenen Text mit, der sein prophetisches Bekenntnis war: Wir haben gestritten, wir haben gehtten Viele, viele lange Jahre, Aber jetzt ist Marburg wieder unser, bleibt deutsch in Ewigkeit 1... In den letzten Jahren kam gleichzeitig mit der Entiudung des ostmärkischen Rundfunks auch Peppo Winterhalter wieder zur Geltung. Seine Kompositioneh, darunter auch das zarte entzückende »Wiegenliedc, wurden vom Reichssender Wien wiederholt zur Aufführung gebracht. Diese Anerkennung .verfehlte die Wiricung nicht und so schrieb er mittter-weile auch an einer sinfonischen Tondichtung, die er »Lied der Berge« zu taufen gedachte. Peppo Winterhalter hat sich in der Geschichte (kr deutschen. MiJ-sik der Untersteiermark jedenfalls einen ehrenden Platz errungen. Seine Treue war Vorbild ilch, seine kämpferische Art blieb stets beispielhaft. Sehl prächtiger Humor ließ ihn manche Bitternis verges. sen. Schlichtheit des Wesens und wahrhafter Herzensadel zeichneten diesen Mann aus, der trotz allen Tücken des Schicksals unbeirrbar seinen Weg ging. Die Befreiung der Untersteiermark erlebt zu haben, war für den Komponisten der »innigen Untersteiermark« höchste Freude und Befriedigung. Erst kürzlich erkannte München die große Begabung Winterhalters. Dort war semen Kompositionen ein voller Erfolg beschleden. Nun hat der Tod des im besten Mannesalter Stehenden so viele Pläne vernichtet. Geblieben aber ist die Achtung vor dem feinsinnigen aufrechten Mann 1 und einem großen Talent. gleitet mich zu meinem Wagen!« Einen Kilometer entfernt etwa, an der Heerstraße, die von Schlesien nach der Hauptstadt 'führte, stand fahrbereit die sechss-pännige Reisekalesche des Königs. Schweigend nahmen die beiden Männer Kurs auf dieses Gefährt, Kein Wort fiel. Erst zwanzig Meter vom Wasen entfernt zügelte der König sein Pferd, richtete sich im Sattel auf und heftete seine zomstrahlenden Augen auf den Generaloberst und fuhr ihn mit schneidend harter Stimme an: »Hör' Er!...._Der Teufel soll Ihm auf den Kotpf fahren! ... Ich habe mich .schrecklich über ihn geärgert!... Durch dergleichen Fehler gehen Kronen und Zepter verloren, merk' Er'sich das!!« Der kreidebleich gewordene Generaloberst .sah, wie der König vom Pferd stieg und im Wagen verschwand. Prittwitz saß starr wie eine Bildsäule auf seinem Gaul. Er war niedergeschlagen. Dunkle (iedanken durchstürmten seinen Kopf. Vielleicht gab ihm der König .sogar den Abschied. Plötzlich hörte er vom Wagen her die Stimme Friedrichs: »Prittwitz!« l")er Generaloberst dirigierte sein Pferd dicht vor den Wagenschlag. Er .sah die durchdringenden Augen des Königs forschend auf sich gerichtet. »Er hat den >^F^our le Merite«?- .sagte auf einmal der König. »Jawohl, Majestät!« Prittwitz richtete sich stolz auf. * »Er hat mit Seiner Es'kadron bei Hohenfriedberg dem Feinde vier Fahnen äbgenommen?« Prittwitz war erstaunt, daß der König das nach drei Jahrzehnten noch wußte. Wieder kam es aus seinem Munde: »Jawohl, Majestät!« Des Königs Augen umfaßten nachdenklich die straffe Gestalt des Generalobersten. »Glaube er nicht, Prittwitz«, sagte er, »daß ich ihm Hohenfriedberg vergessen habe...!« Ein kurzer Ruf des Königs, und die Kalesche fuhr los. Generaloberst von, Prittwitz riß salutierend die Hand empor. FILM Das nene Allen Was könnte aktueller seirt äls dieser I'ilin, der gerade in diesen Tageri in Marburg' gezeigt wird, da wir die ersten Nachricliten über'die großen, von den .lapanern in überwältigend raschem Angriff erruncenen Anfangserfolge lesen? Mit Riesenschritten geht .lapaii an seine Aufgabe, dye Neuordnung im asiatischen Lebensrauin dttrcl»zufiiliren. Umso größeres Verständnis und Interesse » wird dieser Piiin iinden, dep r- Colin R o s s , der bekannte Weltreisende, Scliriftsteller und •Pttmiiiann im "Aöftrage der'^'pbis-DegHo ' drekte. Mit Aufnahmen aus Japan, das als Kernzelle aller im Osten lebendig gewordenen Dynamik angesehen werden muß, beginnt die bunte Bilderreihe. Altjapanische Kultur — wir erleben das berühmte Kirschblütenfest, Tempelfeste, die Ehrung der im Felde gefallenen Soldaten — berührt sich direkt mit westlicher Zivilisation. Riesige Industrieanlagen, modernste Geschäftsräume aus Stahl und Glas erheben sich neben altjapa-iiischen Gastliöfen und den wie leichte Kartenhäuser anmutenden Wohnungen des Volkes. Ein Schulungskurs der Telefonarbeiter an den heiligen Wassern von Katano gibt einen Ausschnitt aus der fast asketisch zu nennenden Erziehung, von der Stählung des Leibes und der Seele. Von unsagbarer Wirkung sind die Nachtaufnalnnen: im weißblinkenden Mondlicht werden die schwarzen Silhouetten der spitzen Pagoden, der uralten Bäume und malerische Boote zu Träumen aus fernem Land, Ober Korea mit interessanten Bildern aus der alten Kaiserstadt geht es nach Man-dschukuo, der Rohstoffbasis des japanischen Imperiums, mit dem größten Kohlentagebau der Welt. Und weiter nach China und der Mongolei. Bilder aus Mukden. Peking, Jeho! wollen nicht nur interessante Au.sschnitte aus den Zentren uralter Kulturen bringen, son-! dem innere Zusannrenhänge aufzeigen, aus denen die gewaltige Entwicklung unserer Tage ihren Antrieb erhält. Dann sehen wir Indien, das Land der tausend (iegensätze, der unDas Sow}etparadtes< ' im Messepalast wurde am Sonntag bereits von vielen Tausenden Volksgenossen besichtigt. Zeitweilig war der Andrang so stark, daß der Zutritt zur Ausstellung polizeilich gesperrt werden mußte. AUS ALin WEtT a. Wie man hittidert Jahre alt wii^. In Krelkau im niederschlesischen Kreis.; Frankenstein beging der Hausbesitzer Robert Jüschke, ein früherer Landwirt, seinen 100. Geburtstag bei einer geradezu erstaunlichen Rüstigkeit. Er verfügt über einen gesunden Appetit, liest täglich seine Zeitung und erfreut sich eines guten Gedächtnisses. Noch im Alter von 99 Jahren legte er den Heimweg von der Stadt nach seinem Dorf trotz der 4 Kilometer betragenden Entfernung zu Fuß zurück, weil er »nicht so lange auf das Postauto warten wollte«. Höchst eigenhändig rasiert er nach wie vor seine faltigen Wangen. Wer ihn fragt, woher er soviel Lebenskraft nehme, erhält zur Antwort, daß er im Leben stets viel gearbeitet, aber mäßig gelebt habe. Krank sei er nie gt^wesen und habe daher auch niemals einen Arzt zu bemühen brauchen. Das Wichtigste sei, daß man immer »etwas zu hoffen« habe, und dies sei auch jetzt der Fall, da er, der fünf Kriege miterle4>te, die feste Hoffnung habe, unsere Soldaten zu sehen, wenn sie stegreich und blumengeschmückt in die Heimat zurückkehren. Unz«rlorte; n dkg i w dkg zmn«,' 9 Ao fiuttcr «d«r AAargwin«. i dkg Nü$m odsr AAonddn. I goniM B. 1 tpftz» Zimf-Enolz, «tvra« g«n«biiM Zilrofltntehal» tod«f -Cilrakt) und 2 Eftlöffel Milch w«rd«ii am Irtlt zu eiiwni Taig galinctat. Ein DriMtl dM TaigM wird für den Gitttr zurücl(b«kolttn; oui d«M R«tl wird ain To(t«iibod«n owv-g*l*gt vnd mit Marmatadfl battrichen. Darauf wird «in Giitar galagt wnd di« Tort« nun niNeIhtiO g«back«n. tsl li« fwitig, w«rd«ii noch zwitck«« d«»GiN*r' «täbcn Marmtlad«häufch«n gcgabcn. • le Se/fe 0 »Marhurger Zeitungc 16. Dezember 1941 Nummer 321 ^AAAAAAAAäAAAAAäAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAA SUdtthMt«! Matbiirg an d«r Pr«u H«ate, Dicustng, den 16, D^z^mber» 20 1 'Kr KIqK U AmIm (Ar VolkMIdua^i Oafftspiel des St^lrfwheii Lande«th«att?rii TrfeschUbl Drama In 3 Akten von Franz NabI Kein Kartenverkauf Morgen, Mittwocli den 17. Dezember, 20 Uhr TANZABEND Gastspiel der Staatstänzeiin ERNA MOCHAR unci des Solotänzers _BORIS PILATO_ l)onncr^la|(: „Ilünspi und (ireli" (Ersiuuf-führunjj) Frellagi „Ki'nder «uf /oil" ((iasl^picl des Sl^'lriücluu r.andesthcalcri») Samsfac; ..^Tonika" Sonniflä; VarhmltUigsvorstf^lIung nml firrll'S Alx'ndvorslpllnng: „Mlwupr-blul". i9()7 Höherer Potizeibeamter sucht ' gut möblitrtes Zimmer für längere P^uer. Anträge unter I >Polizeibeamtcr« an qie V«r walt^ng. 9ÄÖ8^ 2ll Bin ^immeffcamerad wird $o. fort aufßenommen. Aniufra» gen Kärntnerstraße 11. 9806-5 Kraftwagentenkvr sucht Stvl» Ic. 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Abzustehen g^i^en Belohnung in der Verw. 0891-9 RbI A nzelren- Annahm«.echlut celfftn« »«ttfrn mr r«nj Brifiinarirea) anlcenomnifn Am Tace vor Enchtleei ani le Uhr. »Kleiee An-B VnrefnsendnftB de» fietre?e« (euch I« tplfifeii Mlndastiiebllif fOi eine Vieinp Amefte PM t Achtung! In der Wiener Ulu-strierttn vom 22. 10. war ein Dild von üor Eiiropakartc in der Tegetihoffstraße vcröf-fontliclit. Die boidi'ii im Vor-dergnind des Hildes stehenden junpen Damen werden gebeten, ihre Anschrift an die Anzeigenverwaitiinpf bekanntzugeben iint. »Uuropakiirte«, I Abschreiben? Abzeichnen? Nein! Photokopmreii lassen ist iK'Sser und hillijror. Pliüto-kopiestoilc; Kontrollbüro für W'irtschaftsbetricbe, ü r a z, (jriMk«! eo. Ruf 67-W. 8846-1 Ariemaohwels, Dokumente m. dazu beschafft, Famlüenfor-schungs-lnatitut Graz, Ories-kai 60, Ruf 67-93. S995-1 jf§A ^aJtäußik Zwei Paar Ski zu verkaufen. 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Vermittlungsstelle für gewerbliche Berufe. 9737-8 Dienstmädchen mit Koch-kcnntnlssen wird sofort aufgenommen. — Wosehinegg, KMrntnerstraBe 13. 9824-8 Bedienerin bekommt möbliertes Sparherdzimmer ohne Bett und l-ohn. TeufiSker-Straße 44. 9905-8 Älteres, ordnungstiebendee Hausmeister^hepaar wird aufgenommen. I.utliergasse 5-1 9894-8 Schulimachcrgfhnfe wird sofort aufgenommen. Mastnak, Gartengasse iNr. 8. QS98-8' Linker, hrauner Aeiren-iX derhandscfinh wurde am rrei» tag verloren. Abzugeben In d. Vfrwaitung. 9906-9 D i • M-rbj;»*' ZaUUM jr « b ö r t itatarlwirtM «imts 'fif't'.' I BURG'KINO H«n(«16.ir30,3) Ubi der bavaria film; Ein Hilm vom Kampf y"d Upfer elaee Patpi»> ten in der Zeit nreumscher Ohnmacht und Rechtlosigkeit. Willy Birgel. Martin Urtel, Karin Hardti Rvdolf Fernav Für Jugendliche jugclassenl Kultvrfllnil Neueste deutsehe Wochcneeha«! KULTURFILM - SONPERVORSTELLUNOEN; Dienstag und Mittwoch 13.45 Uhr: Degeto zeigt: PAS MgUg ASIW F.in weltpolitischer Film von Colin Roß, Für Jugendliehe zugelassenI Die neueste deutsche Wochenachaul 9703 BSPLANAPB FmrmnI Uk? Tarra-fllni DNSIII RLBINCR IIIIBB nach dem Volk^stück »Kind auf Aktien« von Frich Paetimsnn mit Hilde Janaaii, Hermnui S^hnana, Effffi V. KllptCala Kulturfll« Nevt llf«tOS-Wo(||* Nr, MT Für JuKendltehe nlebt evialassenl i DER CHBF DER ZIViLVERWALT UNO IN DER UNTERSTEIERMARK KHegiwlrtgchafts^_——— Allen Verbrauchern von Hausbrandkohle, weiche die mit Verordnung des Cfiefa der Zivllvcrwaltung zur Regelung der Hausbrand Versorgung in der Untersteiermark vom 13. Oktober 1941 vorgeschriebene Verbrauchcrerklirung bei ihrem Kohlenhändler nocli nicht abgegeben haben, ist Gelegenheit gegeben, dies bis spiteatena 20. Dezember 1941 nachzuholen. ^ Die Erkllrung ist in zwcitfcbfr Ausfertigung dem Kohlenhändler zu übergeben. Auskünfte über die Ausfüllung der Verbrauch^fefklürung erteilen die Kohlenhändler pder das zuständige Wirtschaftsamt. Findet ein Verbraucher keinen Händler zur Annahme seiner Urklifrung, so weist ihm das zuständige Wirtschaftsamt über Antrag einen Händig 2U. Verbraucher, die die Verbrauchserklärung nicht fristgerecht bis zum 20. Dezeniber 1941 bei ihrem Kohlenhändler abgeben, können nicht damit rechnen, we]tere Kohlen zu erhalten. jjQOe Im Auftrag; Dr. Nenmaw. J)erJPolIzcklirektorJh^^ Zi. V 41. 13.1941. Marburg, den 15. Dezember 1941 Kundmachung Zur Vorhinderung der Verhrtiitiinp der Maul- und Klauen-scuL'hc \\ ird dns Treiben von Klatienticren (Kindern. Ziegen, Scbatcn und Scliwcinen), sowie das Befahren /iftenttlchcr Straßen und Wege mit Fuhrwerken, die mit Klauenticren bespannt sind, im (iebiete der Stadt Marburg a. d. Drau bis* auf weiteres strenge verboten. Zuwiderhandlunatn gegen diese Anordnung werden go-inäR Nr. 0 der Verordnung des Chefs der Zlvilverweltting in der l'ntcrsteicrniark vom !■ l. April 1941, Anita- und Ver-<»rdnung«blatt Nr. 1 bestraft. 9901 gez. Dr. Wallner. Dfr Chef der ZivHVerwaltung hl der Untersteiermark DjrPojm^c|ie^Jibrer, Volk und Heimat im Alter von 20 Jtbrtn iMin einaiarer Sohn, unwr geliebter Bruder, Enkel und Neffe liberl Uchlnegger Schönauin, den M. Dezember 1941. la tiefer Tranef; •"5 Paula Uehtfueffer, Mti^^r. II«« und Cr«t®» Schwaitem, UcklMiegifar, Groftmutter. Dr. MwwtmwA Lichteiie|f|er, Dr. Hans Llebtaacf ver^Hubert Haslte, Ookeln. Joyefipie Tn^i, Tante. Mein treuer Freund und Mitarbeiter Peppe WinferlHlter ist nicht mehr. Ich werde ihm, dem aulrechteo Mann, stets ein ehrende* Gedächtnis bewehren. Marburg» 15, Dezember 1941. Dkfm. Hant KKtor ins Osram-Licht! Dunkelheit drauBen * dt soll et daheim scihOn hell » _ i. seinf Osrim zeigt den Weg, die imr Vstftiguag stehende EIcktrizitIttmeagf ricbllg »uszunutzen, denn «lektri^eKer Strom wird irMiit aus ktiagi* wichtiger Kohle |e D-Lampe der Oir|in*Doppelv.'endcl und anderen Paioheitfo. Venranden Sie deshalb Osram-D-Lainpendafr|cbtl|anDeks1umefiitärke,je nachdem Baleucbtung|»weckl Glüh-latnpci»,dii nicht den Namen Osrsn* tragen, stammen such nicht von Osram. llaiiDtschriftldtcf Anton Gerschack, biciUertretender Hauptschriftleitei Udo Kasper. — Druck der »Marburger Druckcrei«