tnr Annst, Literatur, Theater n. geselliges Leben. NNN>2VM>NV Nss. Durch die t. f. Pon >,»ter dnuvert mit portofreier Zusendung g»n,jähr,g u, halbjährig 4 fl. C. M., »nd w,rd halbiähüg voraus« bezahlt, Alle l, s, Posiämler nehm,» Pränumeration au. In L»>bach prnuumerirl mau bell» Verleger »>» Raa», Nr. >l>», i»> erste» Otültr, Mtetanlvrphose. ^Vurch Lrd' und Hiuimel breitet Der Schopfungsbaum sich aus. Und n»e sein Dach sich weitet, Ei» grünend, blühend' Haus; So schwingt er seine Ranke, Nein Vlatt von Pol zu Pol, Dran saugt sich der Gedanke Mit süßer Nahrung voll. Und ist er vollgesogen, Dann spinnt er still sich ei», u„d läßt die Säfte woge», Sich klären hell und rein; Und ruht und schläft und schweiget. Bis mit des Licht's Gewalt Der Genius sich ihn, zeiget. Und warm sei» Haus bestrahlt. Dann sprenget er die Bande Mi t Wundermacht, und bricht I n schimmerndem Gewandt Hervor »n's heil'ge Licht. F itz> ü g e r. Cornelia Fierainonti. (Abentheuer aus dem Soldatenlcben.) Mitgethcilt von Johann Gabriel Seidl. «.Fortsetzung.) So war auch ich in der Contessa Fieramonti glän­zenden Salon eher heimisch, als ich noch recht daran dach­te, ihr den Hof zu machen, und bald wagre ich es, trotz der angedrohten Kassation, meinen Posten zu verlassen, und ihren zärtlichen Einladungen nach ihrer herrlichen, fünf Miglien von der Stadt in einem wunderlieblichen Bergthale gelegenen Villa zu folgen. Um meine Schleich­wege wußte Niemand, als mein Bursche, eine ehrliche Haut, treu wie ein Pudel, und verschwiegen wie ein Fisch, dabei war er auch schlau, wie ein Fuchs, und ich konnte mich auf ihn unbedingt in Allem verlassen. Da von mei­nen Ausflügen Niemand etwas erfahren durfte,, so wählte ich zur Hin - und Rückfahrt immer die Nacht. Zur Be­ mäntelung meiner Unsichtbarkeit während manchen Tages war ein hinreichender Vorrath plausibler Lügen und Vor­wände bereitet, wobei mich mein Bursche wacker unter­stützte. — Was ihm aber nie recht zu Sinne wollte, wa­ren meine nächtlichen Fahrten eine Wegstrecke entlang, welche seit jeher schon im Rufe der Unsicherheit stand. So oft ich ihm ankündigte, daß er mir eine stinke Sedia mit einem zuverläsiigen Hetturin auftreiben solle, bat er mich dringend mit kindischer Aengstlichkeit, so gefahrvolle Ren­dezvous aufzugeben, da sich gewiß innerhalb der Mauern hinlänglicher Ersatz fände. Er schilderte mir das Bedroh­liche meiner Lage mit so lebhaften und natürlichen Wor­ten, daß ich ihm nichts anders zu entgegnen wußte, als ein gebieterisches: „'<,'-,i«.t<>ü« welches er immer mit weh­mütigem Achselzucken aufnahm; er warnte mich vor den neugierigen Blicken meiner Kameraden, vor welchen meine Neigung für die Contessa nicht unbemerkt blieb; vor Al­lem aber bezeichnete er mir einen jungen Conte als den Mann, vor dem ich mich am meisten in Acht zu nehmen hätte, indem er um. die Zeit, wo ich mich heimlich fort­stehle, um meine Wohnung herumlauere, als ob er meinen Schlichen auf die Spur gekommen wäre. Dies Letztere in­ teresstrte mich am meisten, ich ahnte irgend einen Neben­buhler, und brütete, noch ehe ich mich überzeugt, an einem Plan, ihn abzufertigen. All' die anderen Schreckbilder, die mir mein Mentor im Soldatenkittel ausmalte, ließen mich kalt. Fast wöchentlich einmal stieg ich über die Gar­tenmauer an der Rückseite des Palais, dessen Seitenflü­gel ich bewohnte, und eilte vermummt der iwrt» nieL,,!.-» der Stadt zu, welche über einen abgelegenen Anger nach der Strasse führte. Dort wartete bereits mein Bursche mit einer Sedia, drang mir noch Pistolen und Säbel auf, machte das Kreuz über mich, als ob ich in die Schlacht zö­ge, und ich schwang mich hinauf, stopfte mir meine Pfeife, mahnte den Hetturin zur Eile, und dachte nun weiter an nichts mehr, als wie freundlich mir, beim ersten Sonnen­strahle, vom Ballone des Gartenhauses meine schöne Cor­nelia entgegen sehen werde. 38« Mir fiel es gar nicht bei, daß sich in dem Hohlwege, den ich passirtc, oder in dem einsamen, verlassenen Hause, an welchem ich auf der Hälfte des Weges vorübermußtc, ver­dächtiges Gesindel aufhalten könnte, und aller Natur zu­wider, schien es mir, daß Banditen einen nächtlichen Lie­besritter, der nichts bei sich trug, als ein tolles, ungestüm­mcs Herz, raubgierig anfallen sollten. Dafür, dachte ich, sorgt der- blinde Gott am besten selber. Auch der Umstand, daß die Contessa, welche die Gegend doch genau kannte, nie eine Warnung oder Anspielung über ihre Lippen kom­men ließ, bestärkte mich in meiner Zuversicht; denn wer ist besorgter, wer sieht schärfer, wer wacht eifriger, als die Liebe — und das; mich Corneli a liebte, mit aller Leidenschaft des südlichen Himmels liebte, bewies mir jeder Blick aus ihren feurigschwarzen Augen, den sie kaum im Abendzirkel ihres Salons vollkommen zu beherrschen im Stande war. Es war der zweite Februar. Cornelia feierte ihr Namensfest durch eine glänzende Abendgesellschaft in ihrem Palais. Ich, nebst zweien, meiner Kameraden, war unter den Geladenen. Es regnete Sonette, Imprompcü's, Oden und Pfänder der Huldigung und Liebe. Ganz besonders that sich Conte Trevolp i hervor, eben derselbe junge Mann, vor welchem mich mein Bursche gewarnt hatte. Er soll früher von Corneli a gerne ge­litten gewesen seyn; jetzt schien sie sich seine Bewerbungen nur mehr deshalb gefallen zu lassen, um die Blicke der Späher von ihrem Verhältnisse zu mir^ abzulenken. Als solchen harte'auch ich bisher ihn geduldet, und. ihm sogar einige Aufmerksamkeit bewiesen. Er war über die Massen reich, was er bei jeder Ge­legenheit fühlen ließ. Sogar in seinem Aeußern gab er dieses zu erkennen. Seine Garderobe war verschwende­risch fonrnirt; täglich wechselte er wenigstens vier Mal die Kleider, deren eines kostbarer war, als das andere. Was vom Weiten auffiel, war der herrliche, blitzende Brillanc­ring, den er am Mittelfinger seiner rechten Hand trug. Er mochte wenigstens zehntausend Scudi im Werthe ha­ben, denn die ganz eigenthümliche Fassung in Herzform allein schon machte ihn zu einem ausgezeichneten Pracht­stücke Wohlbswußt seines Schatzes, versäumte er daher nicht, den funkelnden Edelstein so zu drehen und zu wen­den, dasi er, beim Kerzenlicht oder im Sonnenstrahle den Leuten stechend die Augen blendete. Beim Spiele markirte er mit seltenen Goldmünzen, welche, wenn er ging, ge­wöhnlich als Trinckgeld in die Hände der Domestiken wan­derten, die ihn fast vergötterten. — „Trevolp i hat ge­stern Tausende gewonnen oder verloren!" waren Reden, die man fast täglich führen hörte. Besonders machte er seinen Reichthum gegen jene geltend, welche nichts als ih­ren Rang in Staatsdiensten, ihre Stellung im Leben, ihr ausgezeichnetes Talent oder, wie wir, ihren Säbel da­gegen setzen konnten. Seit einiger Zeit, vielleicht seit er merkte, daß ich der schönen Cornelia nicht ganz gleichgültig sey, kehrte er diese beleidigende Außenseite auch mir zu. Meine Auf» merksamkeit gegen ihn ging daher anfangs in Gleichgül­tigkeit, und seit ich Argwohn gefaßt, sogar in gereizte Spannung über. Mi t Mühe zwang ich mich, manches hingeworfene Wort' unbeachtet zu lassen, und nur aus Schonung gegen Cornelia's Haus nahm ich Vieles mit Zurückhaltung hin, was mich sonst um alle Mäßigung ge­bracht, hätte. Jedoch ein Vorfall, nicht unerwartet, aber höchst unwillkommen an einem so festlichen Tage, führte plötzlich eine eclatante Scene herbei. Der Conce saß mit mehreren seines Gelichters an ei­nem Tische, wo Champagner in Strömen stoß; das merkte man auch an der Lebhaftigkeit des Gespräches und an dem ununterbrochenen Klirren der Gläser, die auf Corne­lia's und der ganzen Stadt Wohl und Heil gefüllt und geleert'wurden. Dabei», schrieen die Zechbrüder im neapoli­tanischen Patois laut und toll durcheinander, und thaten sich um so weniger Zwang an, als sie meinten, daß sie von den wenigsten, namentlich auch nicht von uns Fran­zosen, verstanden werden. Allein ich war der Mundart des gemeinen Volkes so ziemlich kundig, indem ich mich, auf meinem Marsche durch's Land, viel mit Bauern und Pöbel herumzubalgen hatte. Schon längst war mir's vorgekommen, als ob bei mancher Rede, des Conte die Augen seiner Tischgesellschaft auf mich hinüberglitten, und wie ein elektrischer Schlag zuckte der Argwohn durch mein Inneres, daß er sich viel­leicht über mich lustig mache. Um mir Ueberzeugung zu verschaffen, schlenderte ich am Arme eines Kameraden ganz nahe am Tische vorüber. — Conte Trevolp i gab, als er mich erblickte, mit seinen Augen auf mich hinwinkend, wie-­der einen Witz im Patois des Neapolitaners zum Besten, welcher von seinen Freunden mit brüllendem Gelächter auf­genommen und mit einem rauschenden Toast erwiedert wurde. — Ich hatte den Sinn seiner Schmährede genau verstan­den; sie enthielt einen beißenden Sarcasmus und sagte so viel, als: „Wie viele solche französische Liebesbettler könnte ich wohl mit meinem Ringe da kaufen?!"—Dabei drehte er seinen Brillantring so boshaft nach aussen, als ob er mir den Vorwurf der Nichtigkeit recht blendend in die Augen blitzen wollte. Denken Sie sich einen zwanzigjährigen Kapitaine, einen Franzosen, den höchsten Repräsentanten seiner Na­tion in einer kaum occupirten Stadt, den begünstigte» Galan der Hausfrau — und Sie werden leicht begreifen, daß ich das Unmögliche, leistete, indem ich mich zurückhielt, und mich für den Augenblick begnügte, hinzutreten, den Bonmotisten auf die Achsel zu klopfen, und ihm, mit ei­nem durchbohrenden Blick, ebenfalls im Patois seines Lan­des zu antworten: „Herr, es gibt schlechte Witze, deren Folgen kein Brillantring ersetzen kann!« Erblassend bis in's Innerste sah er mir nach, als ich, mit meinen Kameraden, ohne Abschied zu nehmen, fortging. Am andern Morgen begab ich mich mit meinen beiden Kameraden, welche Zeugen des Vorfalles waren, in des Conce Palais. Es hieß: „Er sey vor Tagesanbruch, schon 38V .auf die Jagd geritten!" — Mit, glühender Ungeduld ver­ schob ich die Sache auf Ven nächsten Tag. <— »Signor schläft noch!« war der Bescheid, womit man uns abfertigen wollte. Ich sah nun, mit wem ich es zu thun hatte, und bestand darauf, daß man ihn wecke. Ein­geschüchtert entfernte sich der Kammerdiener, und kam nach einer kleinen Pause, mit der Antwort zurück, daß wir uns gedulden möchten, bis Signor sich angekleidet hätte.' (Fortsetzung folgt.) «Die fromme,» Stifterinen in Krain. Von Carl Premier. Edle, hohe Frauen der Vorzeit, und in unserm Va­terlande begütert, erhalten durch ihre frommen Stif­tunge n gegenwärtig ihr Andenken in Krain. Diese sind: i. Herzogin Viridi s aus dem herzoglich mailändischen Hause Sforza Visconti, Gemahlin Erzherzog Leo­polds lli. des Biederben von Oesterreich, bekannt­lich in der-Gegend von Sittich in Krain begütert., n. Hemma Gräfin von Sponheim, Friesach, und Zeltschach, des Grafen Engelbrecht von Pcilen­ stein in der karantanischen Mar l Erbtochter, Besitzerin der in Krain liegenden Güter, Nassen fuß, Grey­ lach und Obererkenstein. Diese beiden edlen Frauen haben sich durch die gro­ ßen Geschenke und Stiftungen in unserem Vaterlande ein unauslöschliches, ehrendes Andenken erworben.. Herzogin Viridis , war, nachdem ihr Gemahl am 9. Juli 138« bei Sempach an der Spitze des Adels gegen die Schweiz« geblieben war, Mutter von sieben vaterlosen Waisen geblieben: nämlich Wilhelms des Freundli­chen,—Alberts IV., — Friedrichs IV. von Tyrol, — des ritterlichen Herzogs Ernst des Eisernen, Krams Landesfürsten, dann der Prinzessin Anna , die an den im Brautstande gestorbenen Grafen Heinrich von Gorz verlobt,«auch im Brautstande starb; ^ - der Prinzessin Elisabeth, welche an den Markgrafen Johann von Mähren , Kaiser Karls IV. des Luxemburgers Sohn, ver­mählt war — und der in Wien als Klarissin gestorbe­nen Prinzessin Katharina. Viridis stammte aus jenem Mailänder Hause Viscont i her, dessen Urahn sich vom gemeinen Reiter bis zum herzoglichen.Hute und Hermelin­mantel emporschwang. Viridi s erscheint im Jahre 138? wo sie bereits Witwe gewesen, in der Geschichte der krai­nischen ehemaligen Cisterz Sittic h als eine besondere Wohlthäterin durch Stiftungen und besondere Bereicherungen dieses Klosters, nachdem sie sich, nach Beisetzung der Leiche ihres herzoglichen Gemahls im Kloster Königsfeld in der Schweiz, auf ihre Besitzungen in Krain zurückgezogen hatte. Das Cistercienser Kloster Sittic h wurde noch bei Lebzeiten des heil. Ordensstifters Bernhar d durch den Patriarchen Peregrin i. seinen Freund, im Jahre II33 unter der Regierung des Kaisers Lothar >l. des Sachsen und des Pabstcs Innocenz n. als Erbo, ein Sohn Hartwigs , Pfalzgrafen zu Negensburg und Neuburg an der Donau, die beiden Herzogchümer Kärnthe n und Krai n regierte, gestiftet. Worin eigentlich diese Berei­cherungen, Schenkungen und Stiftungen der Herzogin Viridi s bestanden haben, erwähnt der Geschichtschreiber nichts; nur so viel kann bemerkt werden, daß sie in der Negierungsepoche des 2l.Abtes, Alb recht von Lüdek, eines lrainischen Edlen, eine tägliche Messe Unserer lieben Frau zur Ehre stiftete, und daß sie zur Zeit des 22. Abtes Peter II. die Cisterz Sittic h mit neuen Schenkungen und Berei­cherungen begabte.; "unter welchen ohne Zweifel Theile ihrer Besitzungen verstanden seyn dürften. Der gewaltsame, gräuliche Tod ihres geliebten herzoglichen Gemahls Lio­pold's in. mag ihr, der zärtlichen Frau, fortwährend vor den Augen geschwebt haben, und nie aus ihrem betrübten Herzen gewichen seyn. I m vollen Harnische vom Fuße bis zur Scheitel in Eisen gehüllt, standen in jener Feh­de Herzog Leopold, und seine zahlreichen. Edlen in fest­geschlossenen langen Reihen, mit vorgehaltenen, eingelegten Lanzen dem anrückenden, und in die Spieße laufenden schweizerischen Hirtenvolke entgegen ; lange konnten die toll­kühnen Eidgenossen dieser eisernen, von Lanzen starrenden, adelichen Mauer nichts anhaben; bis der Eidgenosse Ar­nold von Winkelrie d mit beiden ausgebreiteten Armen mehrere ihm entgegen gehaltene Spieße umspannnte, und sie in seine Brust begrub. Da entstand eine Lücke in der bisher unüberwundenen Mauer, und du?ch diese Oeffnung wälzte sich das nur leicht bewehrte, mit schweren Streit­kolben versehene, tollkühne Schweizervolk in die Reihen des schwer gerüsteten, vom langen Streite, Staube und un­bändiger Hitze ermatteten Adels, und wüthete mit seiner kurzen, leicht handhabenden Wehre unter demselben; der Herzog Leopold siel todesmüde, vom Blutverluste, ob der erlittenen Wunde und der unerträglichen Hitze zu Boden, mit ihm Hunderte seines tapferen Adels; die Knappen hatten nach dem Absitzen der Ritter sämmtliche Streitrosse weggeführt.­ Am Boden liegend wurde Leopold von einem schänd­lichen Buben gemeuchelmordet, nachdem er sich umsonst zu erkennen gegeben und um Schonung gebeten hatte. Eine solche Todesart mußte das gefühlvolle Herz der treuen Gemahlin tief und unheilbar verwunden; darum zog sie sich in diese einsame Gegend, damals noch wenig bewohnt und in ihre noch einsamere — am höchsten Bergrücken des Gebirgzuges zwischen der Sitticherebene und dem St. Märt­nerboden am Savestrome unweit des Dorfes prilwvl,, ge­legene Burg zurück, um ihrem Schmerze sich zu weihen, und Linderung desselben in dem nahen Klostcrgotteshause, und bei dem Bilde der Mutter der Schmerzen zu suchen. Hier im Schooße der Ruhe hatte sie sich ihren Aufent­halt erwählt, hier sollte sie ausruhen von den Mühen des Lebens. Auf der einsamen, reizlosen Burg lebte Viridi s durch dreißig Jahre als Witwe, und starb im Jahre I I2I. Sie wurde von den Mönchen des von ihr reich beschenkten Klosters im dankbaren Andenken auf ihre wchlchätigen Spenden in der Stiftskirche an der Evangeliense,ce des 388 .Hochaltares beigesetzt. Von ihrem Wohnsitze, der benann­ten Burg, waren zur Zeit unseres vaterlandischen Geschicht­schreibers Valvaso r noch Gemäuer, und deutliche, sehr kennbare Merkmale eines weitläufigen Schlosses am erwähn? ten Gebirgsrücken, unweit der Kirche des heil. Lambrecht bei dem nach St . Veit bei Sittich eingepfarrten Dorfe pi-ilwv» zu sehen. Gegenwärtig bezeichnet nur noch hau­figes, kalkiges Steingerolle die Stelle, wo die fromme, her­zogliche Witwe Viridis, deren Gemahl einst Krain beherrschte, in der Beschaulichkeit de§ eitlen Lebens haus'te. (Fortsetzung folgt.) An einen langweiligen Professor der Welt­geschichte. Die Weltgeschichte ist das Weltgericht; Nur so, wie er sie vortrügt, nicht.— N. Rigler. Revue des Manuigfaltigeu. Die berühmte Tänzerin Taglion i ist am ß. März von Warschau über Kalisch und Breslau nach Wien abge­reist, um dort einen Monat zu bleiben, und sich von da über Paris nach England zu begeben, wo sie während des Sommers für verschiedene Theater engagirt ist. Ende August reist sie wieder nach Petersburg zurück. Herr Taglioni , ihr Vater ist am 8. März aus Petersburg in Wien eingetroffen. Sie wird zehn Mal mit einem jedes­maligen Honorar von 1000 fi. C.' M . auftreten, und noch überdies) 2 Beneficen haben. (Nutzen der Eisenbahnen.) Unlängst sah man einen Train, den 3 Dampfmaschinen trieben, auf der London-Birminghamer Eisenbahn einherfiiegen, welcher 1652 gemästete Schafe von Derbigh-Hall nach London auf den 'Smithfieldmarkt brachte. Der Vortheil besteht nicht nur in der Wohlfeilheit und Schnelligkeit des Trans­portes , sondern die Thiere kommen auch auf dem Markte in einem Zustande an, daß sie um sieben Procent mehr werth waren, und auch so verkauft wurden, als die hin­zugetriebenen. Ein französischer Kapitän, Namens Lucas, hat die abentheuerliche Idee gefaßt, eine Seeschule auf einem Fahrzeuge anzulegen und damit die Welt zu umsegeln. Er verspricht den jungen Leuten, welche sich ihm anvertrauen und entweder für die Marine oder den Handel unter sei­ner Leitung sich ausbilden wollen, immer an Ort und Stelle die nützlichsten Belehrungen zu geben, und ihnen so auf die praktischste - Weise, die man sich denken kann, und durch den Augenschein, Astronomie, Schiffskunbe, Han­ ' delswissenschaft und Geographie beizubringen. Der Ma­rineminister Rosamel hat an den Unternehmer ein freund­liches Handschreiben erlassen und ihm die erbetenen Em­pfehlungen an die verschiedenen französischen Consuls in den Häfen, welche die fahrende Seeschule besuchen werde, zugesagt. Vom Monate April bis Ende des Monates Juni laufenden Jahres werden zu Wien im k. k. Hofopernthea­ter nur Opernvorstellungen in italienischer Sprache, oder Ballete, welchen ein Akt einer Oper, oder eine Ope­rette, ebenfalls in italienischer Sprache, oder auch eine musikalische Akademie vorgeht, zur Aufführung kommen. Die zur Vorstellung kommenden Opern sind: ,,pl»rl«!»!l«, ,,l^»cre/,il>, V<>^8>«", ,,>Inrin<» I'lllilll'o", „'los^unto 'll»«z<>" .„cüuvÄnu, lli t!nin,i,>ri,»o cumie». Die Zahl der Selbstmorde zu Paris belief sich im -vorigen Jahre auf 817, worunter sich 108 Frauen befanden. Letztere todcetensich hauptsächlich mittelst Kohlentmmpfes, denn 83 wurden ein Opfer dieser Todesart. Beispiel« von Morden durch Feuerwaffen waren selten, noch seltener durch Dolch und schneidende Instrumente. Aus Fenstern stürzten sich nicht weniger, denn 13 auf die Strasse. Bei Männern fand sich diese Art des Selbstmordes in gerin­gerer Anzahl. Auch bei Männern kam Erstickung durch Kohlendampf häufig vor. Vergiftet haben sich nur i» Per­sonen beiderlei Geschlechtes. Beachtenswerthe Kunstanzeige. Alle Freunde der Kunst ,,»d der religiösen, auferbancnden Bilder, besonders aber die hochwürdigc Geistlichkeit machen wir »uf das bei P. Voh ­mann's Erben in Prag seit den» vorigen Jahre erscheinende, Vortreffliche lithographische Wert: »Christliches Kunst streben in der österrei­chischen Monarchie" anfmerksam. Dieses Unternehmen (das Wert erscheint in Lieferungen mit ersla« rendei» Texte) erfreut sich seit dem Erscheine» der ersten Lieferung sowohl in Beziehung auf de» reelen Kunstwerth des Blattes, als der mi-folgenden, geistreichen Erklärung desselben der regsten Thcilnahme des gebildeten Pub« likums, und sowohl in - als ausländische Journale haben sich höchst günstig darüber ausgesprochen, so, daß die Unternehmer den Muth fiihlen, dieses kostspielige Werk fortzusetzen, welches wahrlich zu einem ehrenvollen Resultate unserer vaterlandischen Kunst führen dürfte. Drei Lieferungen sind »nsers Willens bereits erschiene». Die erste Lieferung enthält: Das Gebet des Moses von Kupelwieser, litho­graphirt von Fr. Leybold; die zweite: Die Abbildung der Mut­ tergottes durch den heil. Lucas, von E. Steint , lithographirt von Fr. Leybold — und die dritte: Die heilige Familie; ei» Vo­tivbild von 2. Tunner, lithographirt Von Faust Herr. Sä'mmlliche drei Lithographie», beso»ders aber die erste, sind prachtvoll. Der Gege„sta»d der vierten Lieferung ist: Die heilige Ludmil-­l« (Herzogin von Böhmen) mit ihrem Enkel, dem heil. Wenzel, dem Gottesdienste beiwohnend; von Fr. Kadlik, lithographirt von Mich. St oll; — jener der fünften Lieferung: Vooz und Ruth, von Jos. Fühlich, lithogr. von F. Leybold — und der uteri Lieferung: Die heil. Gudul», von Jos. Führich, lithogr. von Mich. Stoll. Die Pränumeration für den ganzen Jahrgang mit vier gro­ßen, prachtvollen Wildem neßst den, erklärenden Terte tostet in fl. C. M. jedoch umfaßt die Pränumeralionsverbindlichteit nur eine n halbe n Iahr ­g»ng zu 5 fi. C. M . und es ist Niemand gebunden, weder ein« frühere, noch spatere, als die laufende Halbjahrslieferung von zwei Bildern zu pränumeriren. Im Postwege kostet der halbe Jahrgang 5 fl. I2kr. C. M. und es tonnen alle früher erschienenen Lieferungen auf demselben Wege nach­geholt werden. Sonst ist dieses Wert in allen Kunsthandlunge» Wien's, wie des In - und Auslandes zu haben. Außer der Pränumeration kostet das einzelne Blatt 3fl. zn kr.C. M> Leopold Kordesch. Auslösung der Charade im Blatte Nr. 96. Ostern. MZ ' Der heutigen Carniolia liegt ein literarischer, Kunst- und Musikalien-Anzeiger des Leopold Pa­ternolli in Laibäch bei. Laibach. Druck und Verlag von Joseph Blasnik.