LMllcherWMtllna. Nr. 292. släua«rlati«n. Dezember d. I. den Ober-Landesgerichtsialh in Vemberg Leon Ralwicz zum Hofrath am Obersten Gerichtshöfe allcranädigst zu er-nennen geruht. Glaser N. p. Se. f. und l. Apostolische Majestät haben mit Allerhöchster Entschließung vom 12. Dezember d. I. den l. t. Hofzahlmelster Friedrich Ritter v. Mayr zum l. t. wirtlichen Reyierungsrathe allergnädigst zu ernennen Muht. Der Iuslizminister hat den BezirlSgerichtSadjuncten in^!andstraß Johann Vric zum VezirkSrichter in Wip-Pach ernannt. . Nichtamtlicher theil. PrinMen )ur Wahlreftrm. Das l. l. Gesammtministerium hat, wie die „Wie-ner^Abendpost" berichtet, am 15. d. im l. t. Ministerium des Innern eine Anzahl von Mitgliedern deS Herren» und Abgeordnetenhauses mit den Prinzipien betannt gemacht, von welchen es sich bei der bevorstehenden Wahlreform leiten läßt. Dieselben sind in folgenden Punlten enthalten: Die Retchsrathsabaeordneten werden llluftig nicht durch die Landtage aus ihrer Mitte gewählt, sondern unmittelbar Vurch die Wahlberechtigten in das Abgeord-netenhaus entsendet. Die für Ms Vand festgesetzte Zahl der Abgeord-neten wird Unter die in den LandeSordnungen enthaltenen Gruppen deS Großgrundbesitzes (beziehungsweise der Höchstbesteuerten), der Städte, Märkte und Industrial-orte, dann der Handelskammern und der Landgemeinden vertheilt. Die Zahl der Abgeordneten wird um 120 erhöht; in der Gruppe des Großgrundbesitzes und der Landgemeinden beträgt die Vermehrung im ganzen je 50 °/„ der bisherigen aus diesen Gruppen entsendeten Mitglie-derzahlcn. In der städtischen und in der Lanbgemeindenhruppe, werden die Wahlbezirk in der Art gebildet, daß — fast ausnahmslos — in jedem Wahlbezirke nur Ein Abgeordneter zu wühlen ist. Bei der Bildung dieser Wahlbezirke ist — so weit thunlich — auf Gleichartigkeit der Verhältnisse und Interessen und insbesondere der Sprache, des Erwerbes, der Communication».« u. s. f. Rücksicht zu nehmen. In die Reihe der nach den Landtagswahlordnungen vom Jahre 1861 in der städtischen Gruppe wahlberech« tlg'cn Städte, Märkte und Induslrialorte werden fur ble Reichsrathswahlen Orte aufgenommen, denen Volts-zahl und Steucrlcistung, städtische oder industrielle Be-beulung de>, Anspruch auf solche Berücksichtigung ver» schafft. Die Wahlbezirke der Landgemeinden werden durch Zusammenlegung an einander grenzender Gerichtsbezirle gebildet. Wer in einem Lande das Recht hat, in einer Wähltlllassc für den Landtag zu wählen, ist in dem belassenden Lande in derselben Klasse auch wahlberechtigt für den Neichsralh. Die Wahl erfolgt schriftlich mit absoluter Majo-l'tät, und zwar in den Landgemeinden durch ebenso ge-wühlte Wahlmänner, in den anderen Wählerllassen unmittelbar. Wer in einem Lande wahlberechtigt ist und das M. Lcbensjahr zurückgelegt hat, ist wählbar in allen im Reichsrathe vertretenen Königreichen und Ländern. Die Abgeordneten werden auf 6 Jahre gewählt; sewesene Abgeordnete können wieder gewählt werden. Zwci Gesttztsvorlagen sind erforderlich: Gin Ver-fassungsgesetz, wodurch die Paragraphe tt, 7. 13 des Grundgesetzes über die Reichsvertretung vom 21. De-ltluoer 1867, «. V. «l. Nr. 141, abgetwkrt werben,! und ein Reichswahlgesetz, enthaltend Bestimmungen über die Wahlbezirke und Wahlorle, über das Wahlrecht und die Wählbarkeit, über die Ausschreibung, Vorbereitung und Vornahme der Wahlen. Zsurnalstimwen über die Zuaylage Oesterreichs. Das Expos6, welches Se. Exc. der Herr Finanz, minister Frech. v. Preti« in der letzten Samstags-sthung des Abgeordnetenhaus«« gelegentlich der Einbringung der Budgetvorlage pro !873 über die derzeitige Finanzlage der Im Reichsrathe vertretenen Länder vorgelegt hat, wird von der gesummten wiener Presse als ein überaus erfreuliches Ereignis begrüßt. Die Finanz, lagt Oesterreichs, wie sie »u« jenem Exposs und den Ziffern der Budgetvorlage hervortritt, wird als . eine durchaus günstige, der Zeitpunkt der vollständigen Her. stcllung des Gleichgewichtes zwischen Einnahmen und Ausgaben als ein in naher Aussicht stehender bezeichnet. WaS die Form des Exposs's betrifft, so stimmen die uns vorliegenden Journale fast ohne Ausnahme in den Beifall ein. welchen die wichtige Kundgebung im Abgeordnetenhause selbst gefunden hat. „Das Bild, welches Freih. o. Pretis im Reichs-rathe entrollte — schreibt die „Neue freie Presse" — ist ein ungewöhnlich erfreuliches. Der Finanzminister nimmt für das Jahr 1873 nicht nur keine neue Kredit-bewilligung in Anspruch, sondern weist sogar noch einen Ueberschuß für das nächstfolgende Jahr 1874 auf. Die Erhöhung der Ziffe, der Erfordernisse resultiert aus oeitragsmäßigen Verpflichtungen, zum Theile auch auS der Weltausstellung, aus Theuerungszujchüsseu für die Staatsbeamten und mdlich aus solchen Verwendungen, welche produktiven Zweckcn dienen. Was oagcgcn die um 19 Millionm hölM pläliminlcttcn Nebencinnahmell betrifft, so ist der Nechnunasavschluß für das Jahr 1871 eine Bürgschaft dafiir, daß bei fo.laefchl fried, l'chcn und günsligel, mirlhschaflllchen Verhältnissen die natürliche Steuere»twickl>lng und damit die günstige Finanzlage noch nicht ihren Culminationspunkl erreicht haben." Die „Presse" faßt ihr Urtheil über die Finanzlage Oesterreichs, wie sie auS dem Expos6 Sr. Excellenz des Herrn Finanzmmisters hervorgeht, in die Worte zusammen : „Sie ist beispiellos in der Geschichte der österreichischen Finanzverwaltung." Auf die Form der Ausführungen des Herrn Finanzministers übergehend, sagt das genannte Blatt: „Die Z,ffcrn sind klar und ein. fach gruppiert, schmucklos an einander gereiht, ein festes Gefüge, an welchem kein Zweifeln und 'langen zu rütteln vermag. DaS Expos6 des Finanzministers wurde vom Hause mit der grüßten Aufmerksamkeit verfolgt und durch häufige Beifallsäußerungen unterbrochen, die zum Schlüsse lebhaft wiederholt wurden. Freiherr v. Pretis sprach kurz und präcis, beinahe in zu veschei-denen Worten. Die Bevölkerung des Reichs wird dem Ministerium Dank wissen für das werthoolle Angebinde vom heutigen Tage." Die »Deutsche Zeltung" findet den Schwerpunkt-deS Flnanzexpos6's darin, daß man nunmehr der begründeten Zuversicht sein könne, das Deficit werde vollständig verschwinden, und daß der österreichische Staats« Haushalt sich einem reellen Gleichgewichte sichtbar nähere. Das sei ein erfreulicher Umstand. Die ..Tagespresse" spricht insbesondere darüber ihre Freude aus, daß gerade in dem Weltausstcllungsjahre.l wo die Schätze aus allen Hemisphären nach der Rtsi. denz strömen und Wien der Sammelplatz für die Böller werde, unsere Finanzen sich dem Beobachter so wohlgeordnet barstellen. Das genannte Glatt schließt sich henn auch gern dem Veifalle an. mit dem daS Abge-ordnctenhaus daS Exposu deS Finanzministers aufnahm. In gleich günstiger Weise sprechen sich „Fremden« blatt" und „NeueS Fremdcnblatt" über daS Finanzex« Pos6 auS. Der Slaatsvoranschlag — schreibt das er» stere — gewährt die Beruhigung, daß unsere Finanzen sich stetig bessern und daß wir dem vollständigen Gleich, gewichte der Ausgaben und Einnahmen uns sichtbar nähern, obwohl die Ansprüche an den Staatsschatz sich steigern. Der Wohlstand Oesterreichs nimmt unter der Herrschaft der verfassungsmäßigen Institutionen mit jedem Jahre zu, die Steuerlrafl wächst und mit ihr die Steuerlcistung, gleichzeitig wird durch fparsame Ver-walluna in allen Zweigen wle durch verläßliche Con-trole das öffentliche Vermögen geschont und durch die bteuerreform eine gerechtere Steueroerthellung any.«- strebt, die gleichfalls dazu dient, die Einnahmen zn steigern. ES sind somit alle Voraussetzungen einer auf rationeller Basis ruhenden Finanzwirthschafl gegeben und die Gedingungen fortschreitender Besserung der Staat«, finanzen vorhanden. Nicht ohne stolze Genugthuung — Meßt das genannte Glatt — dürfen wir das Verdienst, dieses Resultat erzielt zu haben, für die reichetreue Partei in Anfpruch nehmen, die in rastloser Arbeit die Herstellung des Gleichgewichtes im StaatShau«. halte anstrebt. Die politischen Institutionen, unter deren Herrschaft die produktive Arbeit entfesselt, der Unternehmungsgeist aelräftigt, die fparsame und zweckmäßige Verwendung der reichlicher fließenden Einnahmen gesichert wurde, haben zur Besserung der österreichlschen Staatsfinanzen unendlich viel beigetragen." DaS „Neue Fremdenblatt" kennzeichnet das Expos6 des Finanzministers als eine Kundgebung, welche einen Uebergang von epochemachender Bedeutung, einen totalen Abschluß mit dem System der Deficit« und einen hoff-liungsreichen Anfang mit dem Systeme einer geordneten StaatShauShallung bezeichne. Das Expos6 des Finanz« Ministers, das mit der nüchternsten Objektivität und ohne jede künstliche Zisserngruppierung abgefaßt erscheine, sei ein bedeutsames Zeugnis für die günstige Finanzlage Oesterreichs und für den »irthschaftlichcn »us-chwung, den daS Reich unter der Herrschaft der Verfassung genommen. — In ähnlicher Weise sprechen sich die wiener Voltsblütter über das Efpos6 des Herrn Finanzministers auS. — Von dem Eindruck, welchen das Exposs des Herrn Finanzmimsters in Finanzkreisen hervorgerufen hat, geben die Börsenberichte der wiener Blätter Zeugnis. Die „Neue freie Presse" berichtet: Die Erklärung des Finanzministers in der samstägigen Sitzung des Abgeordnetenhauses, welche dahin ging, daß das Budget des nächsten Jahres nicht nur keine Kreditoperationen nöthig machen, sondern sogar mit einem Ueberschusse abschließen werbe, wurde von Seite der Vörse mit Enthusiasmus aufaenonlmen und Slaatsrente erfuhr eine ungewöhnlich schnelle Besserung. Fast möchte man — schreibt die „Presse" — sich überheben, wenn man den Gericht des Finanzministers über die finanzielle Lage vernimmt. Die Börse ergriff dm Anlaß, sich durch eine Steigerung deS RentencurseS der Sachlage zu erfreuen. Die „Deutsche Ztg." schreibt: Der letzte Tag der Woche bewirkte eine beträcdtllche Steigerung im Curse der Papierrenle. DieS ist ein um so günstigeres Symptom, als eS, wie eine Vergleichung der übrigen Curse lehrt, der sonst an der Börse herrschenden flauen Tendenz geradezu widerspricht. Da« „Wr. Tagvlatt" läßt sich folgendermaßen ver-nehmen: Die gestrige Görfe hat die Milthcilunaen be« Finanzministers mit Recht mit einer Hausse in Stalltsrente begrüßt. In beiden Kategorien, die in der jung. sten Zeit nur wenig beachtet waren, entwickelte sich plötzlich ein lebhafter Verkehr. Papierrente gewann ein ganzes Perzent. Journalstllnmcn über Mft Dislnarck. Bel liner Glätter besprechen fort die Eventualität einer Trennung des deutschen RcichSkanzleramtes vom preußischen Staalsministcrium. Bismarck hat jederzeit die Nothwendigkeit einer Personalunion zwischen diesen beiden wichtigen Functionen vertheidigt und die ! Unmöglichttil einer Trennung betont. Die „Spcnersche Zeitung" schreibt über dicscs Thema: ..Diese Vertheilung der Lasten darf nicht in der Weise erfolgen, daß die segensreiche Vereinigung der Oderleitung Preußens und Deutschlands aufgehoben oder auch nur alteriert wird. Preußen und das Reich sind >auf eiuander angewiesen, das erstere erhält aus sein« Stellung innerhalb des letztern seinen höchsten Glanz und seine größte nationale Gedeutung, daS Reich ober ift ohne Preußen absolut hinfällig. Unter diesen Umständen würde es ein schwerer politischer Fehler sein, die höchst« verantwortliche Instanz dieser beiden politischen Mächte zu trennen, ja eS wäre auf die Dauer ohne die stärksten Frictionen gar nicht einmal durchführbar. Fürst Bismarck selbst hat in einer am 16. April 1809 in dem damaligen norddeutschen Reichstag gehaltenen Rede aus-geführt, daß die preußischen Vertreter im Bunbesrathe nach den Anweisungen des preußischen Ministerpräsidenten > und der einzelnen Fachminister abstimmen; wie will » feine ReichSpolitll durchführen, wenn ihm der collegia« ' lische und präsidiale Einfluß auf die preußischen Jach- 2ftft8 minister entzogen ift? Die Gemeinsamltit be« preuß'schen Souverän« und deutschen ReichsoberhaupteS genügt hier nicht Von eiiem vollständigen Aufgehen Preußens in da« Reich, von einer Auflösung desselben in dem Bundes-ganzen wollte Fürst B,sma>ck schon nichts hören, als Preußen in dem damaligen norddeutschen Bunde an Etimmenzahl wie an Machteinfiuß eine emin nt hervor-ragende Rolle splelte; umsoweniger lann heute die Rede davon sein. Sorgsamer als vor 1870 muß der preu« ßifche Staat in seinem festm Gefüge erhalten bleiben, al« das Haupt und da« erste Glied des Reiches, aber al« zugleich selbständig in allen Richten und Functionen, welche seine neuen mächtiqen Bundesgenosse» ausüben. Preußen lann keinen Ministerpräsidenten haben und br«uchen. der von dem Reichskanzler einfach commandiert »ird. Oer preußische Premierminister muß ein dem Reichskanzler an persönlicher Bedeutung ebenbürtiger Mann und darum muß es der Reichskanzler selber sein " Da« genannte Vl'tt bespricht oae Gerücht, daß Fürft Vi«marck aus dem preußischen Staatsdienste «««scheiden und bloS höchster Beamter des deutschen Reiche« bleiben wolle, und sagt: „Eine solche Veränderung ift, wie wir vernehmen, keineswegs im Werte. Der Reichskanzler soll allctdings die Niederlegung des Vor-fitze« im preußischen Ministerium beabsichtigen, jedoch habe er niemal« geäußert, daß er nicht mehr preußischer Minister sein wolle. Nach unsercn Ermittlungen verbleibt der Fürst preußischer Minister des Aeußern und gibt seinen Platz im preußischen Ministerium nicht auf. Der Zusammenhang deS preußischen Ministeriums mit den vehörden deS deutschen Reiches bleibt durch die Person des Reichskanzler« aufreckt erhalten," Saliug« „Börseudlatl" schreibt: „Fürst Bismarck lehrte nach Berlin zurück, um die Reorganisationsfrage des preußischen Staatsministeriums und die Stellung de« letzteren zu der deutschen Reichsregierung im kaiserlichen Cabinet zur Berathung, respective Entscheidung zu bringen. Dec Reichskanzler beabstchtlgc aus dem preußischen Ministerium auszuscheiden Im Reiche soll fortan nur eine Diplomatie und ei„ e laiserllche Armee sein." _______________ Zur Lage in Frankreich. Nachdem in der Sitzung der Nationalversammlung in Versailles am l4. o. der Bericht über die Petitionen wegen Auflösung d«r Natiu nal v c r, a mn, -lung verlesen war, sprechen Gambetta, Uublffcll.Pa«>« quler und Louis Vla:ic. Gambetta pla,dicrt in langer Rede für die Auflösung der Nationalversammlung und behauptet, daß dies der Wille des Landes sei; über eilie Million Unterschriften verlangen die Auflösung und die Zahl der Unterzeichner wächst noch. Das confervative Land antwortete mit Auflösungspelitionen auf oie Opposition, welcher die ccpulmtanische Botschaft Tylers' begegnete. «udiffret.PaSquier bestreitet t»e Freiwilligkeit der Petitionen und greift in heftiger Weise die Radicaleu an, welche leine Republikaner und Feinde jeder Ge,ell« schaft seien. Redner wirft Gambetta vor, daß er die Theorie von der Zahl proclamiert nabe. mit der keine Freiheit möglich sei, und beschwört alle Coilferoatioen, einen Waffenstillstand unter den Parteien herzustellen, bei dem Pacte von Bordeaux zu verbleiben, unter gleich« zeitiger Stärkung ber gegenwärtigen Sachlage durch or« gamjch< Gesetze m>o Prüfung del eingevrachten Anträge, und sich auf dem Boden dcr glotzen consernatwen Ixter» essen und der pallumenlaoschen Freihellcn zu elmgen. In der Nachtsitzung widerlegt Raoul Duval die Ausführungen Gambelta's uv» Louis Blanc« u,,o hebt hervor, daß die noch immer behauptete Theorie von dem souvtlaineu Volle eine Negation jeder parlamentarischen Delegation sel. Reoner gleist heftig oie oi^ Auflösung der NatlonalversamlnllMg al», um oie Auflösung Petitionierende», Wenn im Lande Äu» regung herrscht, so sei dies wohl ein wenig d«< öchuld der Auflösungspaitei. Wi> befanden uns m znlnllch friedlichen Zubanden bis zu einer gewissen gvoß gelangen. Er erinnert daran, daß der Präsident und die Nationalversammlung zusammen verschwinden müssen. ' Die Auflösung sei kein Heilmittel, sondern wär! der Keim einer viel größeren Agitation. Das Laud will einfach Ruhe und fchühende Gesetze. Die Auflösung ift gleichbedeutend mit Agitation. Er erklärt, die Minister werden für die TageSordnur^, stimmen. Lambert erklärt, daß augesichtS der Rede Dnfaure's die Rechte ihre moiiviertc Tagesordnung zurückziehe. Der Minister des Hnneln verlangt, daß die Na» tionalversammlung die emfache Tagesordnung vol>ere. Die Nationalversammlung beschließt, daß die Rede Du» saure's in ganz Frankreich afflgiert werde, und nimmt die einfache Tagesordnung mit 490 gegen 201 Stimmen an. Der Antrag, den Marcel Gurthe in der Dreißi-ger-Komm issl o > einbrachte, lautet: ..Art. l. Dic G iualtcn des Herrn Thiers als Prä-sidenten der Republik werben vom 1. Jänner 1873 ab nuf drei Jahre verlängert. Art. 2. Hnr Jules Grevy, der gegenwärtige Prä» sideut der Nationalversammlung, soll im Falle des Hin-trittS oder einer Verhindclucig des Präsideulen der Republik die Functionen der vollstreckenden Gewalt ausüben. Art. 3. Dle gegenwärtige Nationalversammlung wird drittelweise am 15. Iäimer 1873, am 15. Fe> rliar 1874 und am 15. Februur 1875 erneuert. Die auS-schelotnden Mitglieder werden durch das Los bestimmt. Art. 4. Um in die Alveiten der Nationalversammlung mehr Ordnung und Ruhe zu bringen und sie vor Ueberstürzungen in ihren Beschlüssen zu behüten, soll eine Kommission ernannt werden, welche alle von der Kammer angenommenen Gesetze und Resolutionen zu über-plüftli Hai. Diese Kommission soll 200 Mitglieder zählen und den Tittel „Eontrolskltion" führen. Art. 5. Sämmtliche Mitglieder der Nationals sammlung follen der Reihe nach, und zwur aus Grund emer allr orei Monate oorzullchmelldl» AllSloslm«, der Controlsection angehören. «rl. 6. oie Eontrolsectlon soll «n einem abgesou' »rrten Locale tagen, ein eigenes Bureau ernennen und chre Sitzungen öffentlich hallen, bei der Ueberprüfung der Gcsche und Resol»tlu^l, udcr dieselben Formen deobach' ttli, .vic i>ie Nationalv<.rsattlmlung selbst. «rt. 7. Wenn die Controlsection temr Veränderungen vorfchläüt, soll der von der Nationalversammlung gefaßte Bcschluß Gesetzeskraft erlangen, im lntgegcngesetz' tel> Falle rmet neuen Berathung unterzogen werden, an welcher dann die jeweiligen Mitglieder der Conlrolsection nicht theilnehmen dürfen. Art. 8. Der Präsident der Republik findet in del Nationalversammlung uni) >n der Eontrolsection so oft Gehör, als er wünscht und als er diesen Wunsch dew Präsidenten de> Nationalversammlung mittelst Botschaft zu lttcmlen glut. Art. 9. Jede Discussion, in welcher der Präsident oer lttepul'iit oaS Wort ergreifen will, wlro suspendiert, ois er grhöl» worden ist, und erst in seiner Ubmcsenhtit, und zwar, wenn die Dringlichkeit nicht beschlossen ift. nach 24 Stunden fortgesetzt." Zur Klosterstage in Vom wiio dem ,.P. L." geschrieben: „In deutschem und itu' lienlschtn Blättern (,o in der „Perseveranza") ift vielfach die Rede von einem neuerlichen Schritte, den die Eul>c bei der österreichisch-ungarischen Regierung gethan hätte, um dieselbe zu eincr Intervention ^gen das der ita< lienischen Kammer vorliegende Gesetz, betreffend die Aui' hlbunq der Klöster e" Alchivstückes handllte. Die Stellung, die daS l. und >' Cabinet in dieser ganzen Frage rinnimmt, ist längst so offe^ .sfmllflml Surfiirstin und Hostame. historische Novelle von Albert Hüfer. (Fortsetzung.) Mit einem Elfer, den der Kurfürst nicht bei seiner Gemahlin kannte, der ihn aber zu den schönsten Hoffnungen für ein innigeres Zusamenleben mit der Kur-fÜrstin berechtigte, als es seither zwischen ihnen stattgefunden halte, veranstaltete jetzt die hohe Frau Fest auf Fest und der kurfürstliche Hof war der Sammelplatz aller Vergnügungen. Nicht wie fönst zeigte sie ihre Herrschsucht, ihre Kälte und Unliebenswürdigleit und nllmälig begannen ihm die Slunden, die er bei seiner Ge« mahlin zubrachte, recht lieb zu werden. Freilich durfte dann aber auch nicht das heitere, unfchuldsoolle Wesen der kleinen Maria von Degenfeld fehlen; er hatte sich so sehr an ihr offenes, kindliches Wesen gewöhnt, hörte so gern ihr anmuthiges Geplau« der und daS frohe Lachen, das die Kurfürftm ihr jetzt anscheinend gern gestattete. Nur noch felten war eS ihm freilich vergönnt, seine Gemahlin und das Hoffräulein allein zu treffen; die Kurfürstin schien jetzt sogar kleine Tirlel einführen zu wollen, denn oft traf er fchon zum Frühstück mehrere Hofherren und Damen in ihren Ge« Machern, welche ihr Gesellschaft leisteten, aber er war doch zufrieden — ein anderer Geist schien im lürfürst-lichen Schlosse zu herrschen. Draußen stürmte eS heftig und der Wind peitschte schwere Regentropfen gegen die Bogenfenster des Schlosses, aber drinnen war Licht. Wärme und Behaglichkeit. Die EalonS »aren geöffnet und ein Schwärm reichgeschmück« ler Herren und Damen ging darin auf und nieder. Lichter glänzten, Blumen dufteten. Seide und Sammet rauschten, Diamanten funkelten und heiteres Lachen und Scherzworte ertönten. Frm» Kurfürstin Charlotte stand im silbergestickten Schleppt! .ide an der Seite ihres statt» lichen ÄemahlS und überOH daS Wogen und Treiben. Nicht weil von ihnen entfernt fah man Fräulein von Degenfeld am Arme eineS schönen, jungen Mannes zum Tanze antreten. Mcn!ia war der ssurfürstin nie holder, unmuthiger und st ahlrnder von Schönheit er» schienen, als jetzt in dem l lauen Sammtllelde mit dem liefen Ausschnitt, der die herrlichen Schultern und die vollen Arme sichtbar wert n ließ. Ein silbernes, mit blitzenden Steinen besetztes Band war durch die blonden Locken geschlungen und m suchte oerg/blich die vollen Haare zu fesseln; reiches Geschmeide schmückte del, Nacken und die Arme. Auch der Kurfürst mochte die Ansicht feiner Gemahlin theilen, s^ne Augen wandten sich leinen Nuglnblick von dem junge:, Paare ab und Lächeln glitt über seine ernsten Züge. ^ „Ihr könnt mit Recht stolz auf den Kreis fein, den Ihr um Euch versammelt, liebste Kurfürstin," wandte er sich endlich zu dieser, „denn ein solches Hof« früulein wie Maria von Degenfeld vermag kaum eine andere ftürstin aufzuzeigen." „Meint Ihr?" unterbrach ihn die Kurfürstin herbe und ihre Stimme bebte, freilich nicht so, daß der Kurfürst es merkle. „Nun. was Fräulein von Dcgenfeld anbetrifft, so mö«en noch andere der Meinung fein. und ich hoffe, Ew. kurfürstliche Gnaden in kürzester Zeit mit der angenehmen Nachricht ihrer Verlobung zu erfreuen." „Ihrer Verlobung? — Maria von Degenfeld verlobt?" Den Kurfürsten überlief es siedend heiß und alles Blut schien ihm von seinem herzen zurückzutreten, doch suchte er sich gewaltsam zu fassen — was lümM«^ auch ihn diese Thatsache? Begriff er doch selber ni^ warum ihn diese Nachricht so erschreckte und ihn na" etwa« suchen ließ. daS ihn die Wahrheit derselben ^ zweifeln machte. Mit scharfem Auge halte die Kurfürstin die O'^ lung ihrer Worte bemerkt; anfangs glitt es wie naM<^ loser Schmerz über ihre harten Züge, aber gleich d^ auf zogen sich ihre Mundwinkel fest und trotzig zufalllN" in dem festen Willen, ihre Rechte zu vertheidigen, gle» . schwebte. hle „Madame." fuhr er daher, unbekümmert um Blicke seiner Gemahlin, fort. ..daS verzeihe Ihnen ^ ^ Ihnen war das Mädchen anoettraut. an Ihnen w" ^ für ihr geistige« und leibliche« Wohl ;u sorgen, »0S9 lunblg und rückhaltslo« dargelegt, daß ste weder zu elner VliSbeutung „on Seite der llalienischen Regierun noch tu tlner Enttäuschung lm Vatican «nlaß bieten kann." woUtiscke Usl'erMt tz»alt,ach, 18. Dezember. Die ..Oesterr. Eorresp." meldet: ^Vela o. Szend« lcgte als ungarischer LanocS-VerlheidigungSminister den d in die Hände Sr. Majestät deS Kaisers ab." — »Reform" fordert die ungarische Regierung zu einem energischen Auftreten gegen die Serben auf. Den serbischen «Uyitalionen gegenüber müsse man eine starte NdministrationSpolilil verfolgen und eS stehe zu hoffen, der tönigl. Kommissär V>. Majthcnyi werde in seiner bisherigen Strenge nicht erlahmen. — Der »Pester Aoyd" bespricht die Vorlagen über die Indemnität und das neue An lehrn und hofft, es werde zu einer weitläufigen Debatte nicht kommen, WaS die Voll« Yachten zur EinHebung der Steuern betrifft, so sei die Nothwendigkeit daraus hervorgegangen, daß der Finanz« ausschuh seine Arbeiten nicht in der gehörigen Zeit be« tndel hat. DaS Nulehen aber diene zumeist dazu, die schwebende Schuld vom »ergangenen Jahre zu bedecken. Sodann nimmt das Glatt den Finanzminist« gegen den Porwurf in Schuh, daß er Gelber, die zu anderen Zwecken bestimmt waren, zm Vedeckung des vorjährigen Deficits verwendet hat. Die ..Spener'sche Ztg." erfährt, Fürst Bismarck beabsichtige allerdings die Niederlegung des Vorsitzes im preußischen Ministerium, er verbleibe jedoch Minister des Aeußern, wodurch der Zusammenhang des preußischen Ministeriums mit den Behörden deS deutschen Reiches aufrecht erhalten bleibt. Die Gerüchte über Eröffnung von Verhandlungen behufs frühzeitiger Räumung der noch von den Deutschen besetzten französischen Departements sind laut rinem pariser Telegramm der „Times" unbegründet. Die ttaqe der Dinge ist derselben Quelle gemäß, wie solgt: Die Zahlung der dritten Milliarde wurde am 11. d. blendet. Der Hinanzminister, der in Wirklich« leil 1W(1 Millimen von der letzten Anleihe eingenom-Men hat, würde in der liage sein. eine vierte Milliarde abzutragen, wenn nicht Gründ« der Klugheit die Regierung veranlaßten, nur allmälig vorzugehen, so daß die vierte Milliarde thatsächlich erst im Mai oder Juni kommenden Jahres abgezahlt werden wird. Dann erst werde Frankreich im stände sein, wirtlich Verhandlungen anzuknüpfen bchufs Garantierung der letzten Milliarde, die irgendwie etwas nützen könnten. Gerüchte, wic das oben erwähnte und andere ähnlicher Nalur, feien einfach aus Bürsenspeculationen zurückzuführen. — Präsident Thiers erklärte iu der am Ili. d. abgehaltene,, Sitzung der Dreißiger-Kommission, daß er in seiner Botschaft die Frage, ob Republik oder Monarchie, nicht entscheiden, sondern blos auf die Nothwendigkeit hinweifen wollte, sich mit der Zukunft zu beschäftigen. Thiers besteht auf der Nothwendigkeit, eine zweite Kammer zu schaffen; die Republik bestehe. daS sei eine Thatsacdc, und man müsse dieselbe entweder stürzen oder ihr die Viittel bieten, vorwärts ;» schreiten. Er wünsche die Organisie'ung der bestehende» Sachlage in der Weise, wie dies der Herzog Audiffrlt-PaSquier Samstag anrieth. Thiers sagt schließlich: Wenn Sie auch so denken, sind Wir einig. Ich win sche sehnlichst ein Einverständnis zu erzielen und verlange, daß d« Kommission sich nicht bar« auf beschränke, mich blos i.zuhören, sondern mit mir zu berathen. Larcy dankte Thiers. Die Kommission beschließt sodann, in tu- Debatte einzugehen, welche Mittwoch den 18. d. beginnen sollte. Die „Ägencc havas" meldet: Das Resultat der Samstagssihung der Nationalversammlung hat eine große Beruhigung zur Folge gehabt und in der Geschäftswelt große Hoffnungen wachgerufen. Alle Ge-rüchte Über Veränderungen ,m Eabinete sind unrichtig. Thiers und Defaure werden heute der Sitzung der Dreißigerkommission beiwohnen. Man hofft, daß es in-falge der Verlaufes der Sam?laqösihm,a lcich!cr zu einer Verständigung mit der Kommission kommen werde. Ein Telegramm auS Havanna meldet, daß die Spanier über die Insel eine 60 Meilen lange Einpfählung herstellen, welche dazu dienen soll. die letzt« Ueberbleibsel des cubanischen Aufstandes zu unterdrücken. Diese Einpfählung hat eine Höhe von 15 iiuß; m der Entfernung von je einem Kilometer wird e,n Pallisaden-hauS errichtet, u»?t> zwischm dieselben sollen Redouten placiert werden. Auf je drei Meilen «lro ein nullläri» scheS Vager kommen, und inreihalb, längS der ganzen Linie, sollen Eisenbahnen und Telegraphen construierl werden. Neun Meilen hleseS Pfahlwertes sind bereits fertig und da» ganze Werk hofft mau in drei Monaten zu vollenden. Zu dessen Besehunq wird em Corps von 5000 Mann Truppen erforderlich fein, und mit dem Werke wird hauptsächlich bezweckt, oen Verkehr zwischcss dem Zentrale und den östlichen Departements abzuschneiden. Hages nmlgkeüeu — (Die Abschied« feierlichleilen) zu Ehren beS zum ungarischen HandelSminister ernannten Gouverneurs Grafen Josef Zichy u, Fiumc fielen sehr glänzend aus. Der neue Minister nahm m außerordentlicher Mu-nicipalsttzung sehr gerührt Abschied. Zahlreiche, auch lroa-tische Deputationen haben sich zur Begrüßung de« allgemein geliebten Gouvc,neurS empfunden. Bei der am 18. erfolg» i«n Abreise wurde Se Ciccllenz von der massenhaft her. beigeströmten ÄcMlerung auf da» lebhafteste begrüßt. — (Eine öludiosa. ) Fläuleu» Marie Lzil-lai, Direktrice der llausenburger Lehrermnen-Prävarandie. hat sich an der philosophischen Facultät der oorllgeu neu errichteten Hochschule ^ls ordentliche Hörerin immatrikulieren lassen. — (Eulsplungener Sträfling.) Der auS Hutting in Tirol gebürtige, 26jährige Maurergejelle Joseph Meister, am 8. Novcmbcr 1871 zu Graz wegen Mordes, zur lOzährige« schwelen Ktlterslrafe verurlheül, ist am 10. t>. M. nachmittag« vom Bauplätze des Slrafhauses m Graz entwichen. De»selbe trug b»e SträflingSmonlur mit Nr. 231 gestempell. — (Cholera in Ungarn.) Seil Beginn der Epidemie sind m Ösen lm ganzen erkrank« 751 Indivi» duen, von denen 430 geheil». 283 gestorben und 38 in Behandlung sind. In Pest sind im ganzen ertrankt 843 Individuen, von denen 335 geheilt, 331 gestorben und 17? noch u, Behandlung sind. — (Blattern »n Trieft.) Am I«. d. M. kam in der Stadt und i« Territorium lem Blallernfall vor; ins Spital wnrde 1 Erlrantler gebracht; keiner starb, 6 wurden geheilt. 45 blieben in Behandlung. Sie haben Ihre Pflichten schlecht erfüllt. Ich verlange jetzt von Ihnen. Fräulein von Degenfcld fofort auf »hr väterliches Schloß zurückkehr«-!, zu lasfen oder sie den blauen jti'eS Wüstlings zu entreißen." «Durchlaucht vergessen, daß Fräulein von Degen« stld sich jenen Mann sclbst zum zukünftigen Gatten er« wühlt hat " sa,te die Kurfü'stin. jrde Borsicht vergessend. ..Ul.d daß es nicht an mir ist, über die Gefühle und o«n W.llen meiner Umgebung zu bestimmen. M habe Maria über d,c Vergangenheit jencs Manne« aufgc-lllllt. aber sie beharrt bei ihrem Willen, sie fühlt die kraft in sich. ihn zu bessern und einen Gatten daraus 5« erziehen, d»r ihrer würdig ist " Die Frau Kurfürstin hatte si^ schr znsammenge-n°l»mcn. damit ihre Glimme der gewohnten Härte ent-beh'l. und p.7 Kurfürst dachlc nicht daran, die Worte semer Gemahlin zu bezweifele,, um so weniger, als er in letz'" Zeit wohl die Fürsorge wahlgenomme» halle, wo» w»t sie Maria umgab. E, reichte seiner Gemahlin die Hatib. »Perzcihl mii. Charlotte, wenn ich Euch getränkt, d«« arme Geschöpf dauert mich - jener Vallly wird Ataria unglücklich machen. Könnt Ihr noch etwas daran ilndtrn, so thut es — Ihr verdient dadurch einen Goltt«-lohn."' Der Kurfürst wandle sich ab und verließ den weiten ^aal. um in eincm entfernteren Gemache feine Ruhe bieder zu finden dic cr ganz und gar verloren. Er halte in dem Augt'chlick. als ihn, seine.Gemahlm dic Mitthc'lung vo» dcr Verlobung Maria von Degen-lelds mach«, elne Entdeckung gemacht, die das Unglück 'tines Lebens-besiegelt, — er liebte die schöne Maria, lür welche er seil ihrer Ankunft am pfälzischen Hofe "n eigenthümliches Interesse empfunden hatte. Anfangs war es Mitleid mit der Verlassenheit und Jugend des Kindes gewesen, dann Zc-rn über l»«e Ungerechtigkeit und Hä'te scincr GlMuhlm und enolich i>>e Freude an ihrem hutcren, un^elrüllen Wesen und bus Vcrlangf,'. nach dem kindlichen Geplauder, womit sie ihn daS kalte, unfreundliche iftenehmcn seiner Gattin vergessen machte. Ja, Karl Ludwig sah klar, daß Mar,a Susanna Vopsa von Degcnfeld daS Ziel seiner Sehnsucht geworden war, aber auch in demselben Augenblicke begriff l,, daß er nicht schwach sein und eine Neiguua, nähre!, dürfe, die unter allen Umständen cinc sündhafte war. Ne,n, bekämpfen mußte er sie mit jenir Willensstärke, die ,hm eigen war, und weder seme Gemahlin noch Maria durften etwas von t>em ahnen, was in ihm vorging. Es war cm Glück, daß ihm Maria jetzt durch ihre Verlobung noch unreichbarer wuli e, wenn nur ein anderer Mann als dieser leichtfertige Franzose ihre Nei» gung gewonnen hätte und ste zum Traualter führen würde. Während der Kurfürst diesen Reflexionen nach» hing und den schwersten Seelcnlampf stritt, freute sich die Kursürslin ihres ersten SiegrS. sie war einen großen Schrill weiter gekommen, indem sie ihrem Gallen jede Hoffnung auf Gegenliebe raubte, uid der Gedanke daran ersülllc sie mit unaussprechlicher Genugthuung. Ueber die bcabsichtigte Verdindunc, Fräulein von Degen» felds mit dem Rlttcr de Va'lly machlc sie sich weiter keine Gedanken. Der Ritter war schön, liebenswürdig und der Held des Tages, Maria ein Kind. das sich nach ihrer Meinung wie Wachs formen und bilden l,>h. Der Ritter würde sich glücklich schätzen, die angebetete, oielbewunderte Maria als sein Weib heimzuführen und Maria wiederum, den schönsten Mann zu ihren Füßen zu sehen. (Forti-tznny u wetteren Kreisen detalinl werden. In Mcksicht auf die große Zahl der zu diesem Feste eingeladenen Per-sonen und den edlen Iweck hat der hohe ?andesauslckutz die Benützung de« landständischen Redoutensaales freundlichst bewilligt. Der Lintritt ist nur den geladenen Västen ge» stattet. — (Schadenfeuer./ In der Nacht vom 15ten auf den 16. d. ist im Stall« des Ialob Samsa zu Fei« ftriz HauS«Nr. 43 Feuer ansgel'rocden, wobei der Dach stuhl, so wie die dari» befindlichen Futtervorräthe ein Naub der Flammen wurden. Leider ist auch ein Menschenleben zu beklage»: ein zur Zeit de« Brandes im Schlafe liegen» der Kneckt wurde oertohlt todt aufgefunden. Derselbe soll auch die Ursache des Entstehen« des Feuers gewesen sein, indem er sich den Abend im trunkenen Zustande befand und beim Anzünden der Laterne wahrscheinlich ein bren« nende« Zündhölzchen wegwarf. Als besonder« thätig beim Brande müssen vor allen genannt werden: Der k. k. Amts» diener Iesih, Postefpeditor Eduard Valenilö und Sattler, weist« Ignaz Strabol, welchen es zu verdanken ist, daß das Feuer nur auf den Dachstuhl beschränkt blieb. Die Vemeindespritzc wirkte unter persönlicher Leitung d^s Ge« meindtsekretä!« Raimund Samsa sehr ersprießlich. — Am 15. d. abend« 8 Uhr brach auf d,m zum Hause de« Wirlhschaslsdesihers Joseph Pelschauer Nr. 18 in Unter-gehack. Vezi,k Rubolsswcrlh, gehörigen Heuboden Feuer aus, wodurch der Boden sammt Getreidekammer und den darin besindlichen Velreid«, und Futtervorräthen verbrann^ ten. Der Gesammtschade beträgt 1865 fl. Dem Vernehmen nach soll das Feuer gelegt worden sein. Die Wohn. und Wirthschaftegebäude waren versichert. — (Theaterbericht vom 16. d.) O. F. Berg« „Die alte Schachtel" war ein schwacher Magnet; da« Haus war nur schwach besucht. Wir betonen zum unzähligen male, daß derlei nur im wiener Voden ge» deihende Produkte auf den Fluren Laibach« nicht prospe-rieren. Fräulem Hardl (Resi) und Herr Äusim (gwickl) belebten wohl durch Action, Couplet« und Tanz emigermaßen das an winzigen Vzenen allzureiche Lebens- bild - den genannten T'k'yern der Hauptrollen wurden wohl stellenweise verdienter NettaN und hervorrufe zutheil, aber ciuen durchschlagenden Glsolg, eine dauernde Erinnerung an einen besonders heiteren vergnügten Abend haben wir nicht zu registrieren. Laibach kann sich einer Ueberzahl junger, reizender lebender Bilder rühmen; Herr Berg möge es nicht übel aufnehmen, daß wir an seiner .alten Schachtel" lein Gefallen fanden. — (Zum Anlaufe von Weinachl«a.escheu-lenj empfehlen sich mittels Inseraten: Henrietle Luscher (Zlernallee.) Hier finden die Damen echt amerikanische Nähmaschinen aus den Etablissements Wheeler K Wilson und Howe. In Nähmaschinen wird bereits das unglaublichste geleistet; es soll uns nicht wundern, nächstens zu erfahren, daß derlei galinlate ohne Beihilfe menschlicher Hände ganze Heiratsausftattungen produzieren. A. Schreyer (Sp'talgasse) offeriert schöne au« de« Ausland bezogene Galanterieartilel und Kinderg5 reichhaltige« Leinwäschwarenlager empfiehlt sich zu wiederholt« malen zu Einlaufen für Weihnachten und Neujahr; in seiner Fabril arbeiten mehr als zweihundert zarte Hände, um den Ansprüchen de« Publikums zu genügen. Mehr als einhundert Nähmaschinen 'stehen zur Besichtigung imd Auowahl bereit. Der Damen« well stehen die Zuschneide- un5 Waschlolalitäten zur Ansicht jederzeit offen. Käufer von zehn Nähmaschinen er» halten b»e eilfte gratis, vorausgesetzt, daß sie die zuerst angekauften zehn Stück überzahll haben. s folqt.1 Reichste Auswahl von schönsten und geeignetsten Festgeschenken.- Unser reichhaltiges Mger von Jugendschriften, Mderblithern. Dichtern und Klassikern in feinen «le- ganten Einbänden. Pracht- und Kunstwerken, Photo- graphien. Oelgemälden und Gelfarbcn Drnckbildern > mit u„d ohne Goldrahme, Musckalicn etc. i 3gn. n. Nlemmayr ck «set). Numbergz Nuch-handlmlu in Lailiach. , „Das Voll!" In der Vuchdruckerei v. Kleinmayr und Bam « derg ist heute die erste Lieferung der deutschen Ueber-sehung des historischen Roman's „II ?0poi0" (,Da? Volk") erschiene!,. T>aS Werk, »elavS in Italien die größte Verbreitung gefunden hat. wird auch hier das allgemeine In- ! teresse umsomebr erwecken, als, abgesehen von der anerkann« ten VorzU.^lichteit desselben, Herr Josef Kollmann, der Verleqer und Elgenthlln^l der deutschen und sloveni» fchen Uebersehunq (letztere is< eben heute gleichzeitig erschienen), 15 "/, der Einnahmen zu wohlthätigen Zwecken bestimmt hat. Indem wir diese jüngste literarische Erscheinung dem j p, l. Publicum wärmstens anempfehlen, werden wir nicht ermangeln, von Zeit zu Ilit die erreichte Nbonnentenzahl nicht blos in Laiback und Krain, fondern auch in der ganzen öfterr.-ungar. Monarchie bekannt zu geben. (?ina< sendet. Hegenul'l der schmählichen Anschuldigung be« hiesigen Blattes „Z^odnja Danica," welche dahingeht, einem Pro« l fessor des hiesigen Gymnasiums Verachtung und Unfeindung religiöser Institutionen vorzuwerfen, fühlen wir uns veranlaßt, kund zn gehen, daß der geehrte Herr Professor bei feinen Vorträgen sich gauz objectiv verhält und über Huß (den der geehrte Herr Professor zu vertheidigen be- schulbizl wird), ein Urtheil ausgesprochen hat. welche« da« Porstehen der lostnitzer Kiichenveisammluni >m mildesten dichte erscheine« läßt. Mögen sie daher, zehrtet Hell Redacteur, die ungeschminkte Wahrheil m ihrem Vlatle Play finden lassen. Laibach, am 18. Dezember 1872. Vie Mehrzahl der Hörer der Vll. Gymuulialklusse. (folgen 23 Unterschriften.) UtUsijc Ml. Gerl i»,, 18. Dezember. Die »Spener'sche Zeitung" meldet: Der Reichskanzler suchte um selnr Enlbindun« vom Vorsitze ücs plexhlscheu Siaatsministeriums nach Der Kaiser erklärt«: die Veneigtheil. dem Reichskanzler jede wünsche»,bwerthe Albmserl-lchtesuna zu gewähren. Den Vorsitz nderninimt provisorisch der ltrieysmmlsm als ältestes E>,l,li'etstnitalied. l.leftravhischer üUechselc««'« vom 18. Dezember. Papier - Reitte 66. Silber - Renle 70. !'n<1l' >la t<-'?:^>. , «01.50. .Na,'.Altisn 951. ztl.. ll'/ltl'tN 326.5ft. - >!-» d , 109.75. — Vül," 108.7b. ? t 'Mw.-Vn' cale» -.— NlUileynsd','? 8.78 Handel und Dolkswirtyschastliches ^albach, 1«. Dezember, «uf dem heutigen Markte find e> schienen: 7 Vagen mit Getreide, 4 Wagen mit Heu (72 ZN < und 15 Wagen mit Holz. Duvchschui'5«-Prellt. 'M?«.^,.. »»lt.. »lü-!fi. !-.,<»!.«,. 5.,lc. si.^ Weizen pr. wl'!„i, > 5 90^ 7 10 vutlcr pr. Pfund 43 — Korn .. 8 8(,' 4 l4 ssirr p, 3tlick — 2l '^«-1" , ! 310 318 Villch pr, Älasi j w ' Hofe' ' 18«) 2 7 Äindsleil^l"- ^it- j 24 — Halbfruchl „ . . b - italdftei,ch ., ^ 28 — t"de! ' 3—! i< 27 Schweinefleisch „ j 26 -Hlr!, , 3 40 !l l<2 Kchöftsenfteisch « ..,18^-. ^MlNu^ , j 3 40 3 78 Hilhndel pc. Stilll - 30 ^ -Eldilp', , 170------- tauben „ 15----- Linsen 5 40-------Heu sir, Eentn-r 130 ^ Trbseu „ 5 50— Stroh „ __ 95 ^ ^ Fisnl?» „ 4 80-------Holz.hart..pritlft. . - 6»0 Rindsschmalz Pfd. - 5g - - - weich??. 22^ - ü 3chwtln?schmul5 „ -42-------M?>n, roth., (sim' ib Gveck, st-sch. .. .. 30! n tig?r ., , !,3 ot.iluch'>N „ .- 40! - > Angekommen« »fremde. Am 17. Dezember, «>^s«»,>«. Genzi, Referent; Schnedih. Inspector, Tlltst. ' Znlcrmandcl, Fabrikant. Wien. Schmidingrr, l. t. Inspector. Oorz. — Frau Prodosimo. mit Tochter, «arlstadt. — Schindler. l. l. Zeittraliüspector. Wien. Vt»«lt H»'l«^n. Popcr. Iteinamanger. - v, l'itlrov, l. l> Frrgailciicapitclll, Finmr. — Volheim, Ingenieur, Wie». — Maischowety. Zeulralinfpeclor. Wien. ^»<«?>'»»»'»>'te. Hauff, Gemeindevorstshe», Vösendorf. - i.'ofe> Lederhändler. Rudolsowerth. — Verg, Wien. — Kogler, Kla> genfurt. - Gruden. St. Veit. Theater, Heute: Die Ttumme von Portici. Romantische Opel in 5 «Men von Scribe und Delavigne. Mstp.orolollljlii^ Hieolmchtullnen i,l l)aihach. l'»'' M<^ 792?» > 2.v W. mUßig trUbe . l7. ^ „ N. 731.45 ^ 8« W. mäßig Regen ^ ,l^„ Hl,. 73,.« , 2., W. müßig Regen ^"" Seit frllh 8 Uhr dllnner Regen, mit Hilhennebel abwechsrlnd Da« Tage«mittel der Wärme s 2 7°. um 4 3° nber dem N°r male. Vtrl,?::H>l>niilutu-Plllndbrie't zu 120 s" «> W. 'n sildll . 115.25 115.75» M Gv«»>?Vt'aft„5g« N^ligatlou???. iltll 100 ,1. ^ttt Wane doym«:. . zn bM »5 50 9ß.— sicilizit^ , . 76 25 76.75 «ildtr-Oefte^eick , b . 9b.— 9«. 0l»«r.0?fter?t st. ^,H^ 7,st.«lnz^../-c.««< 100?b 101.zlb Wiener Communalanlehen. rllll» Oelo Wo« zahlbar ^p«l. sür 100 ft. . . 84,- 84.25 «nq l"l>««lr. N««l 322.— 323 - «ar^oeceiu . . . 869.— 371.- «adcil-C.'.diiu.'lfia!'' . 282.— 284.- tl'>»itllnft<,l» f Hs.i»',' 11. ^n, , 332.75 333. irelntanNalt. <,llz,cm. »ug«. 177.-- 177 50 Depositenbank.....138. 133.5,0 H«t!,np»<-G^s''lllchi !1X) 1l90 Fravcl-üsterr N«m' 1^2 25 132.50 Haudelsdunk 30^50 302.— :'N'«H»!r Vell^ Naarl «lföld-Finmuner Vnb, 173.50 174 50 »öhm Neftbahn . —.— —... larl-ludwig-«llhu , .229— 23^».— Danau-Dampfschifjs. «>tiellfch. 633.— 634- Hlisadllh-Weftbuhu, . 247.-- 248.— ?lisabeth-Weftbahn 'Nu, '«nd. «eiser Strecke) —.— 211.- ffs"dw«n»'«,'» >^^^' . . »lt^o—2160 — ^^»l>' ^«stV0»'Oll.i !«I6 — 216 50 Llmberg,«z..«.-.I«»ssy«<»la^' 150.— 152 — !?l,yb, öft'rr..... 583- 536,— Oefierr. NordweNbahn 213 — 214 — iRudolss-Voh»..... 169.— 170.— iKieblubürgrr Bahn , —- —.-- ttaatsbahi . »35— 33^l — ^Udbahn.......189 - 189.50 Gttd.nordd Verbtud. «ahu . 168 — 169. - theis' Nahn . . 244 - 245. ^ Ungarische /iordoNbahu 157.50 158.50 Ungarische Ostbahn 134. - 185.— s?»m»lly , . 342.— 343. - ». 'fts.'ndovlef, ^,ür l»>,d..«rtd..Anft ", l,'/, p«t. 86.— 8^7 — «^. ... » i,H^lissatin»<«. ^ Oelt, Waartj H^,.' ^ljh«.5^v .... 9950 99.7b v -x<.-« « ^^. ?> iv^ »-»,.'.^.i». 10050 101.— ' 0«i»»«. <^«l.«>«b»««»i . W.80 «V.40> Vel^ Wo«" Siebeub. Vahu in Silver oer,. , 8725 87 b0 Gtaatsb. G. I'/. «.^00Fr,,.! Vm 125 50 I^s. BNdb. V, 8°. z 500 strc. pr. Stück 109 50 1iN-'„ 3ndb. R. H>rl»«tlo,< ,p„ Klück). treoitauftalt ?. Hant» l u. Ve., Geld iS"" z.' W0 ft, ö W.....18950 190.' »-',->'"^'isllml', ,u 10 ?l. . 14.50 15-^ 75e^,s,l (!?Vlon^ Held V"» «ll'^ourü sür 100 fi Md. W. 92 20 92 40 F'^mlsurt »,M, 100 ss. d^!' 9190 92^ Hamhnr,,. fnr 100 M<">l ^»n« 8> 10 60 A Llluonu, lü». ls< Pfu.:° . - Un» 109.40 109 0V ^^>-:,. Wr N^F»,eu . . 48 70 42^ », ^n,-H)«.«" b a. 18 ^ 5st 20 «r. 1left°leon«d'°. ? ' 13^ ? 'Üi I l)reutz.^»Nen,ch«'.. ^ S3j . ^ . »4» ^ « ,lo"<«», ^rv-> ?Naftnn««!»Odll°«lil>nm, P^'